turn den großen Gefahren der Gegenwart und von den noch bedeutenderen der Zukunft. Wir halten diese Besorgnisse zum Theil für übertrieben, aber sind dieselben gerechtfertigt, dann werden die Argumente, welche Rücksichten der Sparsamkeit gegenüber der sofortigen Inangriffnahme nothwendiger Reformen walten lassen wollen, erst recht hinfällig. Große und ernste Gefahren werden doch nicht dadurch gebannt, dass man sich angesichts derselben darauf beschränkt, Furcht und Angst zu empfinden und mit einer gewissen Über treibung zum Ausdrucke zu bringen? Vielmehr hat werkthätiges Eingreifen an die Stelle der müßigen Klagen zu treten und nieder Opfer noch Mühen dürfen gescheut werden, wenn es gilt, ein concret vorhande nes und als solches anerkanntes Übel zu beseitigen oder doch wesentlich zu mindern. Die Richtigkeit des hier Gesagten wird wohl kaum ernstlich in Zweifel gezogen werden wollen, gleichwohl wäre es sanguinisch, anzunehmen, die Erkenntnis von der hohen Bedeutung der der Besserung der verbrecherischen und arg verwahrlosten Jugend gewidmeten Anstalten könnte auch sofort eine entschiedene Änderung jenes Systems zur Folge haben, das bisher klare gesetzliche Bestimmungen znm größern Theile — unausgeführt ließ. Es „erscheint darum nothwendig zu zeigen, dass selbst gewisse Änderungen an den bereits bestehenden Institutionen dazu ausreichen würden, um wenigstens eine Besserung der vielfach so unbefriedigenden Verhältnisse herbeizuführen. Fassen wir zunächst die beiden obenerwähnten Jugend abtheilungen der Männerstrafanstalten von Prag und Mar burg ins Auge! Je vortheilhafter sich dieselben zur Geltung bringen, um desto mehr ist es zu bedauern, dass ihre Wirksamkeit sich auf eine so geringe Anzahl jugendlicher Sträflinge erstreckt*) und dass selbst innerhalb dieser geringen Zahl der Vor- *) Von October 1889 bis zum Ende 1892 waren nur 816 jugend liche Personen in den beiden Jugendabtheilungen Prag und Marburg in Strafhaft.