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        <title>Das Petroleumgebiet der galizischen Westkarpathen</title>
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            <surname>Walter</surname>
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Das Uetrolemngebiet 
ber galizischen Westkarpathen. 
Von 
grinrid) IDattrr mid »r. (finii Litter ». Dunikomshi. 
Mit zwei fascin 
und einer geologischen Garte. 
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«tifiuu88Cöf['fu mil Uiilerftlltjung des k. k. .tUfrbaunmii|tfnum!&lt;f^ Bibliothek 
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Mansscht K. h. Kos-tzrrlags- und WvkrMs-Buchhandlung 
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        InhaltsvkMchmß. 
I. Der geologische Bau des untersuchten Gebietes. 
A. Das Gebiet des Nvpa-Flusses. 
Seite 
1. Die Gegend des Sokowa-Baches Jļ 
2. Das Siarka-Thal 
Ñ. Die Gegend des Libuski-Baches zwischen Macina und Llbusza . . . . 
4. Die Gegend des Ropa-Flusses zwischen Uäcie rustie und Gorlice ... 26 
Iļ. Das Gebiet des Biata Flusses 
1. Das Biaia-Thal zwischen Florynka und Bobowa ^ 
2. Die Gegend des Kru/.lowski-Baches 49 
C. Das Gebiet des Dunajec Flusses. 
1. Die Gegend auf der rechten Seite des Dunajec-Flusses zwischen Mogilno 
und Ubiad 
2. Die Gegend von Neu Sandez auf der rechten Seite des Dunaiec Flusses -i«&gt; 
Die Gegend von Reu.Sandez auf der linken Seite des Dunajec-Flusses . uü 
4. Die Umgebung von Äl^czany 01 
5. Die Umgebung von Limanowa • 
6. Ein Quer Profil von Tymbark über Äamienica und ļşko nach Tzczawnica 72 
1). Anhang. 
1. Geologische Exkursionen nach Schlesien und in die Umgebung von 
Art) nica 
II. Erklärung der geologische« Karte. 
1. àie rustie, Ropica, Siary 
2. Ropa, Florynka
        <pb n="8" />
        3. Grybów, Bobowa rc i 
4. Neu-Sandez, Librantowa, Kltzczany 
5. Alt-Sandez, Kamionka rc 
6. Limanowa, Pisarzowa 
7. Kamieninica, Lqcfo 
III. Schluß. 
1. Uebersicht der ausgeschiedenen Horizonte 
2. Das Vorkommen von Erdöl in unserem Aufnahmsgebiet 
Seite 
82 
85 
87 
88 
89 
. 91 
. 97
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        Einleitung. 
Seit einer Reihe von Jahren sind wir im Aufträge des galizischen 
Landesausschusses mit der geologischen Tetailaufnahme des naphtaführen- 
den Gebietes der galizischen Westkarpathen beschäftigt. Schon im Herbste 
des Jahres 1881 war uns die Möglichkeit geboten, einen Theil unserer 
Arbeit abzuschließen und der Oeffentlichkeit zu übergeben; der diesbezügliche 
Bericht, der in polnischer Sprache in der Zeitschrift „Kosmos" erschien, 
enthält eine detaillirte Schilderung der geologischen Verhältnisse des Gor- 
lieer, Grybower und z. Th. des Neu-Sandecer Bezirkes. 
Im Sommer 1882 setzten wir unsere Studien fort und gelangten 
diesmal der Limanower-Bezirk, ferner der westliche Theil des Neu- 
Sandecer Bezirkes zur Aufnahme. 
Gestützt auf eigene Erfahrungen, vor Allem aber auf die wichtigen 
Arbeiten über die Ostkarpathen von Paul und Tietze, von Vacek, Niedzwiecki ') 
u. A. giengen wir mit frischem Muth an die Aufgabe und hofften, in 
unserem Terrain den Ostkarpathen analoge Verhältnisse anzutreffen. Aber 
im Laufe der Untersuchungen stellte es sich heraus, daß der geologische 
Bau dieses Theiles der Westkarpathen in einigen wesentlichen Punkten von 
dem des Ostens abweicht, vor Allem ist da das gänzliche Fehlen der sog. „mitt 
leren Gruppe" hervorzuheben, jenes Schichtencomplexes von Sandsteinen, die 
zwischen dem Neocom und Eocen eingeschaltet sind, und die nach den oben 
angeführten Autoren in den Ostkarpathen eine wichtige Rolle spielen. 
Unsere Ansichten über diese interessante Erscheinung findet der ge 
neigte Leser in der vorliegenden Abhandlung. Obwohl wir weit entfernt 
sind zu glauben, daß durch unsere Untersuchungen das schwierige Problem 
der Gliederung des Karpathensandsteines in den Westkarpathen endgiltig 
gelost wurde, so hoffen wir doch damit einen kleinen und vielleicht 
nicht unwillkommenen Beitrag in dieser Beziehung geliefert zu haben. 
') Sämmtliche diesbezüglichen Aufsätze der genannten Autoren sind in den 
letzten Jahrgängen des Jahrbuches der k. k. geol. Reichsanstalt enthalten. 
Das Pktroleumgebict. 1
        <pb n="10" />
        2 
Nebst der theoretischen haben wir auch die praktische Seite unserer 
Aufnahmen nie aus den Augen gelassen. 
Wir haben alle Daten, die das Vorkommen von Erdöl betreffen, 
fleißig gesammelt und glauben nun in der Lage zu sein, dem praktischen 
Bergmanne manchen Wink ertheilen zu können, der ihn wenigstens vor 
unnützen Ausgaben bewahren kann. 
Unsere Ansichten und Erfahrungen über das Vorkommen und die 
Art und Weise des Auffindens der ölführenden, abbauwürdigen Schichten 
findet der geneigte Leser im Laufe und am Schluffe der vorliegenden Ab 
Handlung. 
Es möge uns vor Allem gestattet sein, allen jenen Herren und Be 
hörden, die das Zustandekommen der vorliegenden Arbeit unterstützten, 
unseren wärmsten Dank auszusprechen. Vor Allem gebührt unser Dank 
dem hohen k. k. Ackerbauministerium, das durch eine namhafte Subvention 
die deutsche Herausgabe unseres Werkes wesentlich erleichterte, — ferner 
den löblichen Directionen der k. k. ausschl. priv. Kaiser Ferdinands-Nord 
bahn, der Gal. Karl-Ludwig-Bahn, der Lemberg-Czernowitz-Jassy 
Eisenbahn, der k. k. Staatsbahnen, die uns durch Gewährung von Frei 
karten eine ausgiebige materielle Hilfe zu Theil werden ließen, endlich 
den p. t. H. H. Dr. von Fedorowicz, von Skrochowski, Fauk, Gttzbocki, 
Zielinski, Barzykowski, Brzozowski, Racieski, Schütte und vielen Anderen, 
deren freundliches Entgegenkommen uns den Aufenthalt in den sonst un 
wirtlichen Gegenden ermöglichte. 
Lemberg und München, im März 1883. 
ïļrinriil) Walter Dr. (frail Kilter ». Bnnilioraõki.
        <pb n="11" />
        I. 
Der geologische Bau des untersuchten Gebietes. 
A. Das Gebiet des Ropaslusjes. 
1. Die Gegend des Stzkowa-Daches. 
Der am meisten gegen £).*) vorgeschobene Theil unseres Terrains 
wird durch das bergmännisch wichtige Gebiet des Sekowa-Baches süd 
östlich von Gorlice gebildet. Dieser Bach, in den auch andere kleine Ge 
wässer, nämlich der MaìastowerVrzegonina und Siarka-Bach münden, 
nimmt seinen Lauf regelmäßig gegen NW., also im Streichen der Schichten. 
Was die geographischen Elemente der Gegend anbelangt, so ist die 
Orientirung in denselben sehr einfach und läßt sich in wenigen Worten 
darstellen. . 
Auf der linken Seite des erwähnten Baches erhebt sich eine breite 
Gebirgskette, die angefangen von ihrem höchsten Gipfel „Magura mata- 
stowska" (814 m) gegen NW. streicht, und die in dieser Streichungs 
richtung immer niedriger wird, bis sie endlich durch das breite Thal des 
Ropaflusses quer abgeschnitten wird. 
Auf der anderen Seite des Baches sehen wir mehrere parallele 
Ketten, die mehr oder weniger von dem allgemeinen Streichen abweichen 
und die, ähnlich wie alle anderen im N. gelegenen Bergrücken jener Gegend, 
die interessante Erscheinung aufweisen, daß sie sammt und sonders längs 
der geraden Linie, die fast ganz genau durch die Poststraße „Gorlice- 
Zmigrod" bezeichnet wird, abbrechen. Auf solche Weise entsteht im Ş. 
ein steiler Rand, vor dem sich die eocene subkarpathische Ebene mit einer 
ziemlich regelmäßigen Schichtenlagerung ausbreitet. 
Der geologische Bau dieser Gegend ist leicht verständlich, obgleich das 
Studium desselben Anfangs in Folge einiger Dislocationsspalten große 
Schwierigkeiten bereitet. 
i) N. — Nord. S. — Süd, O. — Ost, W. — West. 
1* .
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        4 
Als die ältesten und tiefsten Schichten sind hier die Ropianka-Schich- 
ten entwickelt?) So sahen wir in Ropica-ruska angefangen von der 
Stelle gegenüber der Brücke beim Schranken, wo der Bergbau des 
H. Tarasiewicz gelegen ist, längs des rechten Ufers des Flusses, bis 
zur Mündung des Meiner Baches, als Grundgebirge die Ropianka- 
Schichten. Der petrographische Charakter derselben läßt sich in wenigen 
Worten folgendermaßen schildern: es sind das die bekannten, graugrünen, 
feinkörnigen, blättrigen, glimmerreichen, selbst in kleinen Handstücken 
krummschaligen, mit zahlreichen Glimmerschüppchen, Hieroglyphen, Fukoi- 
den, unbestimmbaren organischen Resten, und zahlreichen Kalkspathadern 
durchzogener Sandsteinschiefer. Bei Verwitterung dieser schichten ent 
stehen wasserdichte, sandige Thone und dunkelgrauer Humusboden. 
Wo diese Schichten mächtig entwickelt sind, entwickeln sich selbst auf 
den höchsten Gipfeln beträchtliche Sümpfe und Moräste. Auf den Halden 
einiger Schächte gelang es uns einige theilweise wohlerhaltene Jnoceramen 
zu finden wovon übrigens später die Rede sein wird. ') Diese Schichten, 
welche wir aus den später zu erörternden Gründen, von nun an als „untere 
Ropianka-Schichten" bezeichnen wollen, zeigen eine sehr verwickelte Tek 
tonik. Wir sehen, daß das Fallen und Streichen derselben alle Augenblicke 
wechselt, welcher Umstand bei der bergmännischen Gewinnung des Petro= 
leums unangenehm fühlbar wird. 
Abgesehen von den zahlreichen localen Störungen, kann man jedoch 
constatiren, daß wir da im Großen und Ganzen einige steil ausgerichtete 
Falten vor uns haben, die regelmäßig in 9 h. streichen. 
Dieser bläulichgraue, krummschalige Sandsteinschiefer, der in Schlesien 
im Volksmunde „Strzolka" genannt wird, bildet die Hauptmaße der Ro 
pianka-Schichten. Außerdem findet man in diesem Schichtencomplex auch 
einige andere petrographische Elemente, so z. B. Thonschiefer und Sand 
steine, unter denen besonders eine Felsart unsere Aufmerksamkeit verdient. 
Es ist das ein grobkörniger, gelblich grauer Sandstein mit mergeligem 
Bindemittel 30—60 cm mächtig, der vielfach zerklüftet und mit Erdöl 
reichlich imprägnirt ist, so daß jedes Stück einen starken bituminösen Ge 
ruch besitzt, und in ruhiges Wasser geworfen, zahlreiche Oeltropfcn 
i) Wir behalten diese Benennung, die durch Bergrath Paul in die Literatur 
eingeführt wurde, obwohl wir, wie aus dem Späteren hervorgehen wird, ein 
anderes geologisches Alter für die betreffenden Schichten beanspruchen zu müssen 
glauben, als es für die Ropianka-Schichten in den Ostkarpathen der Fall ist. 
*) Im Jahre 1880 bereiste einer von uns in Gesellschaft des Herrn 
Szajnocha diese Gegend. Herr Szajnocha hat darüber in den Verhandlungen 
der geol. R. A. 1880 einen kurzen Reisebericht publicirt, in dem die Jno 
ceramen- und Ammoniten-Funde aus diesen Gegenden erwähnt werden.
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        5 
ausscheidet. Dieser Sandstein liegt alternirend zwischen den strzolkaarti- 
gen Schichten, und wird in den Schächten in Ropica-ruska gewöhnlich 
in ca. 50 m Tiefe erreicht. Stellenweise, wo der Aufbruch der Ropianka- 
schichten stärker ist, so z. B. in der letzt erwähnten Ortschaft unmittelbar 
am Bache bei der Wegmauth, kommt dieser Sandstein auf die Oberfläche 
und bildet kleine Naphtatümpel, wie es überhaupt in unseren Gegenden 
als Regel gilt, daß die Erdölspuren immer in den Ausbissen der Schichten 
am reichlichsten vorhanden sind. 
Das Hangende der Ropianka-Schichten wird durch mächtige Lagen 
von Thonen und Thonschiefern gebildet. Diese Thone zeigen fast immer 
eine röthliche oder blaue Färbung, enthalten fast gar keinen Kalk und 
gehören — wie wir es gleich kennen lernen werden — zweifellos der 
Eocenformation an. Sie liegen fast ganz concordant mit den obersten 
Lagen der Ropianka-Schichten, obwohl es sich anderseits nicht läugnen läßt, 
daß alle jene Störungen, die für die unteren Abtheilungen der Ropianka- 
Schichten charakteristisch sind, bei den rothen Thonen und Thonschiefern 
nicht so stark zum Ausdruck gelangen. 
In diesen Thonen findet man oft braune Thoneisensteine mit 
zahlreichen Hieroglyphen, außerdem einen fast dichten sehr feinkörnigen 
Sandstein mit kieseligem Bindemittel, für welche Felsart der Name 
„glasiger Sandstein" entsprechend wäre, und die sich regelmäßig fast 
überall in den rothen Thonen wiederholt. 
Die rothen Thone besitzen in Ropica-ruska an verschiedenen Punk 
ten verschiedene Mächtigkeit. Während manche Schächte dieselben in 30 m 
durchteufen, brauchen andere 100 und mehr Meter dazu, ein Umstand, 
der sich sehr leicht durch die Wirkung der Denudation erklären läßt. 
In der Nähe des Mycina-Backes verschwinden die typischen strzolka- 
artigen Sandsteine, und die ganze Gruppe der Ropianka-Schichten erlangt 
eine andere petrographische Ausbildung. Es erscheinen hier dunkelgraue, 
feinkörnige, plattige Sandsteine, die zwar an ihrer Oberfläche noch immer 
Fucoiden, Hieroglyphen rc. aufweisen, die sich aber sofort von den typi 
schen strzolkaartigen Schichten unterscheiden lassen. Sie besitzen nämlich 
weder die charakteristische grünliche Färbung, noch die Kalkspathadern 
oder die wellige Krümmung der typischen Ropianka-Schichten. Diese Sand 
steine alterniren mit hellen, fucoidenreichen, dünngeschichteten Mergeln von 
bedeutender Mächtigkeit, außerdem mit dunklen Thonen. 
Wir wollen diese Sandsteine mit allen Felsarten, die sie begleiten 
als „obere Ropianka-Schichten" bezeichnen. Denn obwohl es fast keinem 
Zweifel unterliegt, daß diese ganze Schichtengruppe nur eine petrographische 
Facies der Ropianka-Schichten darstellt, so erscheinen sie dennoch in meisten 
Fällen in einem höheren Niveau, als die echten strzolkaartigen Gesteine,
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        6 
so daß die Bezeichnung „obere" nicht ganz unpassend zu fein scheint, ob 
wohl wir damit keineswegs einen Horizont verstehen. 
Diese oberen Ropianka-Schichten enthalten in der Regel keine petro 
leumführende Lagen. 
Wie schon oben erwähnt, prävaliren in der Nähe des M^cma- 
Baches die oberen Ropianka-Schichten. Ihre Lagerung ist nicht so ge 
stört und verwickelt, wie die der strzolkaartigen Schichten. Obwohl auch 
hier zahlreiche Verwerfungen und Dislocationen vorkommen, so läßt sich 
doch das ganze System in Falten auflösen. Während in den Sätteln 
nur die oberen Ropianka-Schichten vorkommen, so erscheinen wieder tn den 
Mulden strzolkaartige oder untere Ropianka-Schichten, manchmal sogar mit 
den oben erwähnten naphtaführenden Sandsteinen und zahlreichen Oel- 
spuren auf der Oberfläche, wie wir das z. B. mehreremale im Walde 
oberhalb des Macina-Baches beobachtet haben. — Wenn wir nun 
das Bergbauterrain von Ropica-ruska verlassen, und uns aufwärts gegen 
das Forsthaus begeben, so finden wir, daß die rothen Thone das Liegende 
eines mächtigen Sandsteincomplexes bilden. 
Diese Sandsteine sind feinkörnig, vielfach zerklüftet, dünn geschichtet, 
und scheinen dem jüngeren Eocen anzugehören, da wir in der Nähe von 
Ropica-ruska im Liegenden derselben Nummuliten beobachtet haben, wo 
von gleich die Rede sein wird. Diese Schichten streichen 11 ü und fallen 
N. — Der höchste Gipfel des Bergrückens über dem Bergbauterrain wird 
von einem grobkörnigen Sandstein aufgebaut, der im Volksmunde dui 
Namen „Mühlstein" trägt, und auch thatsächlich zu Handmühlen ver 
wendet wird, über dessen Alter jedoch sich nichts Positive^ sagen läßt. 
Die zerklüfteten, eocenen Sandsteine geben Veranlassung zu einer 
Erscheinung, die für die Bergbauunternehmer sehr unangenehm ist, und 
die sich sehr leicht erklären läßt. Alle Schächte, die im höheren Niveau 
angelegt sind haben nämlich mit großen Wassermassen zu kämpfen. Es 
ist jedoch ganz natürlich, daß in Folge der Undurchlässigkeit der rothen 
Thone, die das Liegende der eocenen Sandsteine bilden, sämmtliche Tag 
wässer sich in den letzteren ansammeln. Aus diesem Grunde, wie auch 
ferner in Berücksichtigung des Umstandes, daß bei der Anlage der Schächte 
im eocenen Sandstein (der hier kein Oel enthält) zuerst dieser und nachher 
die ganze Masse der rothen Thone in einer unbekannten Mächtigkeit durch 
teuft werden muß, — ist die Anlage der Schächte in Ropica-ruska ober 
halb der eocenen Terrasse, unserer Ansicht nach, bei den bis nun hier ge 
bräuchlichen technischen Mitteln nicht rathsam, wiewohl man andererseits 
durch Tiefbohrungen zu günstigen Resultaten gelangen könnte. 
Wenn wir uns jetzt im Thale nach anderen Vorkommnissen von 
Ropianka-Schichten umsehen, so erblicken wir zu unserem Erstaunen, daß in
        <pb n="15" />
        7 
Ropica-ruska selbst das gegenüberliegende linke Ufer des Stzkowa-Baches 
keine Ropianka-Schichten, sondern eocene Sandsteine aufweist, von denen 
noch später die Rede sein wird. 
Erst weiter im NW. bei der Ortschaft Stzkowa gegenüber dem 
Mycina-Bache finden wir auf der linken Seite des Thales ganz analoge 
Verhältnisse, wie wir sie im Bergbauterrain von Ropica-ruska kennen 
gelernt haben. 
Die zahlreichen Schluchten und Schächte in dieser Gegend gewahren 
uns einen Einblick in den geologischen Bau des ganzen Bergrückens. 
Die strzolkaartigen Ropianka-Schichten bilden die Basis des ganzen 
Terrains mit denselben Eigenschaften, die wir schon früher kennen gelernt 
haben. 
Sehr bezeichnend ist der Umstand, daß hier die typischen Strzolka- 
Schichten größere Mengen von Erdöl enthalten, während dies sonst im 
ganzen von uns untersuchten Gebirgsterrain eine ausschließliche Eigen 
thümlichkeit jener oben erwähnten gelben grobkörnigen L-andsteine ist, 
welche in der echten Strzolka eingelagert sind. Wir haben Gelegenheit 
gehabt Schächte zu beobachten, welche bedeutende Mengen von Naphta 
lieferten, ohne daß wir auf der Halde derselben was anderes gefunden 
hätten, als nur echte Strzolka, die allerdings in allen Poren und Klüften 
durch und durch mit Oel imprägnirt war. 
Uebrigens sind hier auch grobkörnige, naphtaführende Sand 
steine vertreten — wir beobachteten dieselben mehreremale, wobei wir 
feststellen konnten, daß sich dieselben dreimal in verschiedenen Horizonten 
wiederholen. 
Die untere Parthie wird also von den strzolkaartigen Schichten auf 
gebaut, deren Tektonik äußert complicirt ist. Im Allgemeinen scheint hier 
ein steiles SW. Verflächen zu prävaliren, während das Streichen zwischen 
h 4—5 schwankt. 
Oberhalb der Schächte, die Herrn Kapuscinski angehören, erscheinen 
concordant die rothen Thone mit glasigen Sandstein, Thoneisensteinen 
u. s. w. Noch höher in der Nähe der Schächte des Herrn Bobrowski 
fanden wir eine sehr wichtige Schichte, nämlich einen nummulitenführen- 
den Sandstein.. 
In den oberen Partieen der rothen Thone eingelagert, breitet sich hier 
eine 30—50 cm. mächtige Schichte aus, die in petrographischer Beziehung 
gerade so gut Sandsteiu wie Breccie genannt werden könnte. Das ganze 
Gestein besteht nämlich aus einem Gefüge von eckigen und zum Theile ab 
gerundeten Quarzkörnern von 0 5—3 mm. Durchmesser und einem mergelig 
kalkigem Bindemittel, welches unter dem Einflüsse von Säuren stark braust. 
Zahlreiche Glauconitkörner, Brocken von Chlorit und Glimmerschiefer,
        <pb n="16" />
        Beimengungen von grünlichen Thonen, ertheilen ihm das Aussehen einer 
grünlichen Breccie. In diesem Gestein also lassen sich auf den ersten Blick 
echte und typische Nummuliten, außerdem einige andere Foraminiferen 
gattungen, wie: Rotalina, Cristellaria u. s. w. unterscheiden. 
Wir können schon jetzt den Umstand betonen, daß es uns gelungen 
ist, an vielen anderen Punkten unseres Terrains ähnliche nummulitenführendc 
Sandsteine in den rothen Thonen zu beobachten, die das eocene Alter dieses 
Schichtencomplexes außer jeden Zweifel stellen. Darüber folgen in Sykowa 
jene wasserführenden Sandsteine, die wir schon in Ropica-ruska beobach 
teten und deren Zutheilnng zu dem Eocen jetzt ganz gerechtfertigt erscheint. 
Noch höher bei den Mitkowski'schen Schächten, sehen wir, daß die 
eocenen Sandsteine entweder ganz verschwinden, oder aber nur dünne 
Decken bilden, so daß die Schächte sehr schnell zu den rothen Thonen, 
oder sogar zu den Ropianka-Schichten selbst gelangen. Erwähnenswerth ist 
der Umstand, daß wir es hier vorwiegend mit den oberen Ropianka-Schichten, 
d. i. jenen dunklen, blätterigen Sandsteinen zu thun haben, die wir in Ropica 
kennen lernten, und die trotz ihrer Aehnlichkeit mit der echten Strzolka sich 
doch schon auf den ersten Blick von derselben unterscheiden lassen. 
Es ist auffallend, daß die eocenen rothen Thone sich nicht lediglich 
auf das Hangende der unteren Ropianka-Schichten beschränken, im Gegen 
theile, sie erscheinen auch in derselben Lage auf den plattigen oberen Ro 
pianka-Schichten. Anderseits werden wir in unserem Terrain öfters die 
Gelegenheit haben zu beobachten, daß dieselben beinahe nie im Hangenden 
der von uns in zwei Gruppen getrennten Ropianka-Schichten fehlen. 
Wie bereits erwähnt, erscheinen die Ropianka-Schichten in Stzkowa 
am rechten Ufer des Flusses, gegenüber dem Mycina Bache nur auf einer- 
kleinen, kaum 1 km langen Strecke. Gleich mitten im Dorfe, hinter dem 
Wirthshause von Stzkowa beobachteten wir folgendes: 
Unmittelbar hinter dem Hause, das an den Bergabhang anstoßt, er 
hebt sich eine steile Wand, deren unterste Schicht aus Nummuliten 
Sandstein gebildet ist. Obwohl wir hier außer einigen „Rotalinen und 
Cristellarien" keine Nummuliten gefunden haben, so unterliegt es dennoch 
keinem Zweifel, daß wir hier dieselbe Schicht vor uns haben, die wir in 
der Nähe des Bobrowski'schen Schachtes beobachteten, indem der ganze 
petrographische Habitus des Gesteines so typisch und charakteristisch ist, 
daß von einem Irrthume keine Rede sein kann. 
Das Hangende dieses Nummuliten Sandsteines wird hier aus anderen 
eocenen Schichten gebildet, namentlich aus dünnplattigen, feinkörnigen, 
glimmerreichen Sandsteinen, die concordant mit dem Liegenden steil in h 4 
einfallen, also ganz übereinstimmend mit dem Verflächen der weiter gegen 
Südosten gelegenen Ropianka-Schichten.
        <pb n="17" />
        9 
Gegen den Bach zu wird das Verflächen der eocenen Schichten sanfter, 
weiter aber wieder steil und zwar in der entgegengesetzten Richtung. Es 
ist also augenscheinlich, daß wir es hier mit einer kleinen, aber steilen Syn 
klinale zu thun haben, so daß man schon theoretisch auf das Vorhandensein 
der Ropianka-Schichten in dem äußeren Flügel dieser Synklinale schließen 
kann. 
Und in der That, wenn wir am Ende des Dorfes von der Straße 
links in die Schlucht ablenken, so befinden wir uns abermals im Terrain 
der ältesten Schichten dieser Gegend. 
Den tiefsten Theil der Schlucht nehmen die unteren Ropianka-Schichten 
ein, die sich hier in Gestalt der sogenannten echten Strzolka entwickeln. 
Auf eine große Ersteckung bilden harte, gebogene, grünlich graue, blättrige, 
von Kalkspathadern durchzogene Sandsteine Stufen, die anfänglich dasselbe 
Verflächen besitzen, wie die beschriebenen eocenen Schichten im Hangenden, 
und die später jedoch in 5 h fallen. Dieser Umstand entspricht unserer 
Voraussetzung vollkommen und findet seine Erklärung darin, dass die 
Schlucht des Baches sich keineswegs verquerend auf die Streichungs 
richtung, sondern gegen SW. erstreckt, sodaß wir dem Laufe des Baches 
folgend mit der Zeit den Gegenflügel der Synklinale und auf diese Art 
das oben angegebene Verflächen wieder finden müssen. 
Außer der echten Strzolka, findet man hier auch wenig mächtige, allein 
reich mit Raphta impägnirte, gelbliche ölführende Sandsteine. Es fehlt 
hier keineswegs an Raphtaspuren, wir haben viele derselben beobachtet. 
Trotzdem entwickelt sich hier kein Raphtabergbau, indem derselbe blos 
auf die oberen und östlichen Partieen des Bergzuges beschränkt ist, ob 
gleich dieses Terrain in dieser Beziehung gewiß eine besondere Beachtung 
verdient. 
Weiter oben beginnt die Strzolka mit den oberen Ropianka-Schichten 
zu wechsellagern, wir sehen, daß dunkle Sandsteine, ohne Krümmun 
gen und Kalkspathadern zu prävaliren anfangen, bis endlich die Strzolka 
gänzlich verschwindet und die oberen Ropianka-Schichten zu einer mächtigen 
Entwickelung gelangen. Dieselben zeigen eine Concordanz mit ihrem 
Liegenden und streichen 4—5 h, da wir hier gerade den linken Flügel 
der oft erwähnten Synklinale vor uns haben. Darauf zeigen sich die 
rothen Thone mit ihren charakteristischen, glasigen Sandsteinen und Rum 
muliten-Schichten. 
Hier befinden sich einige vom Herrn Wihckowski angelegte Schächte, 
deren Profil ganz regelrecht ist und die einen von vorne herein theoretisch 
zu bestimmenden Bau aufweisen. Alle Schächte durchteufen die rothen 
Thone, nachher Schiefer und plattige Sandsteine der oberen Ropianka- 
Schichten, wo in der Regel die ersten Naphtaspuren erscheinen, nachher echte
        <pb n="18" />
        10 
Strzolka oder die unteren Ropian-Schichten und erst hier kommen bald 
größere, bald geringere Mengen von Öl zum Vorschein und zwar in dem 
Maße, je nachdem man blos auf die Strzolka oder aber auch auf jenen 
gelben grobkörnigen Sandstein gestoßen, der sich stellenweise auskeilt, stellen 
weise aber eine enorme Mächtigkeit annimmt. 
Es ist natürlich, daß alle Schächte, die in der Mitte der Synklinale 
angelegt sind, sich ohne Resultat vertiefen, weil sie die rothen Thone und 
die oberen Ropianka-Schichten nicht durchteufen können, während anderseits 
alle am Rande der Synklinale angelegten Schächte, in Folge ihres kleinen 
Durchmessers und ihrer schiefen Lage, bald die unteren Ropianka-Schichten 
durchstoßen und wieder in jüngere Schichten gelangen, in denen natürlich 
nichts enthalten ist. 
Solche Schächte liefern gewöhnlich in geringer, kaum etliche Meter 
betragender Teufe durch einige Zeit reichlichere Mengen von Öl und ver 
siegen bald, — eine Erscheinung, welche wir nicht blos hier, sondern auch 
an zahlreichen anderen Orten beobachtet haben und welche den Bergleuten 
aus Erfahrung bekannt ist, die wohl wissen, daß ein Schacht, der in ge 
ringer Teufe Oel liefert, erst in einer beträchtlichen Teufe zum wiederholten- 
male petroleumführend werden kann. 
Was die oberen Ropianka-Schichten betrifft, so muß hervorgehoben 
werden, daß diese Schichten nie die verwickelte und gestörte Lagerung be 
sitzen, wie die unteren Ropianka-Schichten, ein Umstand, der übrigens theo 
retisch leicht verständlich ist, wenn man bedenkt, daß die Letzteren das Lie 
gende des Ganzen bilden, also beim Aufbruche einer größeren Kraft aus 
gesetzt waren als die Ersteren. 
Zu unserem Durchschnitte zurückkehrend, sehen wir am Gipfel des 
zwischen dem Siary- und Stzkowa-Thal eingekeilten Bergrückens eine Partie 
von jenen eocenen Sandsteinen, welche wir unten als das Hangende des 
Nummuliten-Sandsteines beobachteten. 
Hier befindet sich ein Bohrschacht der Gesellschaft „Wytrwatoäe", 
welcher bereits die Eocen-Sandsteine und die rothen Thone durchteuft und 
gegenwärtig in den dunklen Schieferthonen bohrt. Erwähnenswerth sind 
die großen Gasexhalationen im Bohrloche, die mit großer Kraft hinaus 
drängen, was auf eine mächtige Entwickelung dieser dunklen oberen Ropi- 
anka-Schieferthone zu weisen scheint, eine Erscheinung, die keineswegs er 
freulich für das Resultat des Bohrloches ist, indem dieselbe beweist, daß 
die echte Strzolka mit ihren naphtaführenden Sandsteinen noch weit in 
der Tiefe liegt. Wir hatten nämlich bei unseren Untersuchungen Gelegen 
heit gehabt zu beobachten (wovon übrigens noch öfters die Rede sein wird), 
daß solche immense Gasausströmungen immer dort Platz greifen, wo eine 
stärkere Entwickelung der dunklen bituminösen Schiefer stattfindet, doch
        <pb n="19" />
        11 
bilden in unserem ganzen Terrain die Schiefer allein nie die Lagerstätte 
größerer Ansammlung von Erdöl. 
Auf diese Weise ist unser Durchschnitt an diesem Orte beendet. Wenn 
wir nun die Frage auswerfen, ob im ganzen Gebiete des Stzkowa-Baches 
(auch Przegonka genannt) noch irgendwo Ropianka-Schichten auftreten, so 
müssen wir auf ein sehr kleines Terrain im Dorfe Petna, welches hinter 
Malastow, am Malastower-Bache liegt, hinweisen. Hier auf der rechten 
Seite des Baches brechen mit steiler Fallrichtung die oberen Ropianka- 
Schichten in Gestalt von plattigen Sandsteinen und dunklen Schiefern auf, 
in denen sogar einige Schächte und zwar in Folge der Naphta-Spuren 
angelegt wurden, welche gewöhnlich in diesem Horizonte aufzutreten pflegen, 
doch sind gegenwärtig alle Arbeiten daselbst eingestellt. 
Es ist das zweifellos derselbe Zug, der in Rychwald auftritt, indem 
Ptztna gegen SO. von der ersteren Ortschaft, also genau in der Streichungs 
richtung gelegen ist. 
Kehren wir jetzt nach Ropica-ruska zurück. 
Wir haben bereits oben erwähnt, daß die Ropianka-Schichten hier 
zum ersten Male auf der rechten Seite der Schlucht, die in den Fluß 
einmündet, dort wo sich der Bergbau des Herrn Tarasiewicz befindet auf 
treten. Auf der andern Seite des Baches verschwinden diese Schichten 
gänzlich, man sieht noch aufgeschüttete Massen der rothen Thone, sonst 
aber nur eocene Schichten, namentlich jene, die wir als das Liegende des 
Rummuliten-Sandsteines kennen gelernt haben. Diese Schichten fallen steil 
gegen NO., erstrecken sich von unten an längs des ganzen Laufes der 
Schlucht bis hoch hinauf auf den Berg, und greifen weiter westlich auf 
die andere Seite des Flusses hinüber. Wir haben hier also, — wie es 
schon in dem Reisebericht des Herrn Szajnocha (l. c.) richtig erwähnt 
wurde — mit einer großen Berwurfsspalte zu thun, die folgenden Ver 
lauf hat: Von der Spitze der Schlucht (auf dem Bergwerksgebiete des 
Herrn Tarasiewicz) längs ihres ganzen Laufes bis zur Brücke, von da auf 
das linke Ufer des Flusses und längs desselben bis zum Dorfe Stzkowa, zu 
dem Orte, wo die Ropianka-Schichten zum ersten Male auftreten, und von 
hier senkrecht auf diese letzte Richtung gegen den Berg zu. Es ist das 
also eine sehr interessante und dabei leicht erklärliche tektonische Erscheinung: 
nämlich die Verwerfung vereint und mit einer Verschiebung; diese beiden 
Linien stehen fast senkrecht auf die allgemeine Streichungsrichtung der 
Schichten, dabei ist die Linie der erwähnten Schlucht eine Verwerfung, 
die Linie längs des Flusses eine Verschiebung. 
Es bedarf keines näheren Beweises, daß es sich thatsächlich so verhält, 
denn der plötzliche Wechsel des Horizontes und die geänderte Lagerungsweise 
der Schichten längs dieser Linien scheinen genügende Belege dafür zu sein.
        <pb n="20" />
        12 
Erst jetzt wird uns die Tektonik der Gegend verständlich, wir werden 
nun begreifen können, warum in Ropica-ruska auf der einen Seite des 
Flusses die Ropianka-Schichten in mächtiger Entwicklung auftreten, während 
auf dem entgegengesetzten, kaum einige hundert Meter entlegenen Ufer, in 
demselben Niveau ganz andere Schichten sichtbar sind. Wir wollen unsere 
Aufmerksamkeit diesen letzteren schenken. Das Liegende des ganzen 
Schichteneomplexes bildet ein dünngeschichteter Sandstein von feinem Korne 
und dunkelgrauer Farbe mit zahlreichen Hieroglyphen und Fucoiden an 
der Oberpfläche, dem äußeren Aussehen nach etwas an die Strzolka er 
innernd, obgleich sehr leicht von derselben unterscheidbar. Er alternirt 
mit dünnen Lagen grauer Thone und erhält bei Verwitterung einen gelben 
Beschlag. 
Darauf kommt ein grobkörniger konglomeratartiger Sandstein mit 
dem Fallen nach S. und der Streichungsrichtung 9—10 h. Berück 
sichtigt man dieses Verflächeu, so ist es ganz klar, daß man in der Richtung 
die dem Fallen entgegengesetzt ist, ältere Schichten antreffen muß. Ta 
aber diese Richtung uns zu dem Stzkower Bergbau hinüberführt, wo wir, 
wie bereits oben erwähnt, auf den rothen Thonen die Nummuliten-Schichten 
fanden, welche das Liegende der in der Rede stehenden Sandsteine bilden, 
so ist der Schluß ganz richtig, daß die letzteren jünger sind als der Num- 
muliten-Sandstein. 
Da jedoch der Nummuliten-Sandstein dem unteren Eocen angehört, 
wie wir es im zweiten Theile unserer gegenwärtigen Arbeit beweisen 
werden, so folgern wir daraus, daß das ganze System der Sandsteine, 
Thone und Schieferthone, welche dem Nummuliten-Sandsteiue in der 
Gegend bei Ropica-ruska und Stzkowa aufgelagert sind, — ober eocenes 
Alter haben. 
Wir müssen hier besonders betonen, daß alle eocenen Sandsteine bei 
Verwitterung den in den Karpathen wohl bekannten gelben Lehm geben. 
Sie unterliegen den atmosphärischen Einflüssen sehr rasch, so daß natür 
liche Aufschlüsse oder Steinbrüche schon nach Verlauf von wenigen Jahren 
ganz verwittert sind. Dieser Umstand, nämlich die einförmige, gelblich 
lehmige Verwitterung, ergänzt oft die Beobachtung an Stellen, wo es an 
natürlichen Entblößungen mangelt. 
Je höher man hinauf schreitet, desto mehr findet man die Sandsteine 
verändert, ihr Korn wird größer, das Bindemittel wird kalkiger, außer 
Quarzkörnern sieht man Stücke (theilweise verwittert) von Feldspath, so 
daß wir auf der Spitze der Gebirgs-Kette, die Ropica-ruska von Mecina 
mala trennt, schon ein ganz anderes Gestein vor uns haben. Da jedoch 
dieser Uebergang sehr allmählich ist, da wir ferner gar keinen Grund zur 
Annahme einer Aenderung des Horizontes haben, so wollen wir gerne zu-
        <pb n="21" />
        13 
geben, daß eine sichere Bestimmung des geologischen Alters dieser Schichten 
unmöglich ist. 
Wir haben dieselben auf unserer geolog. Karte als „Mühlstein Oli 
gocen?" ausgeschieden, da man sich doch bei der Anfertigung einer geolo 
gischen Karte für etwas entscheiden muß. 
Eine nähere petrographische Gliederung aller dieser Gesteine durchzu 
führen, halten wir für überflüssig, da dies unserer Ansicht nach gar keinen, 
weder theoretischen noch praktischen Werth hat. Dieses obere Eocen 
gelangt im ganzen Gebiete der Stzkowa-Thales und der Nebengewässer zur 
großen Entwickelung; wir sehen dasselbe vom Anfange der schon oft er 
wähnten Schlucht, bei dem Bergbau des Herrn Tarasiewicz am rechten 
Ufer des Flusses, bis hoch hinauf gegen Matafióni zu entwickelt, ebenso 
auch im Gebiete des ganzen Przegonina-Baches, ferner auf der linken 
Seite des Thales zwischen Maìastów und Stzkowa, wo es sich nach einiger, 
durch die Ropianka-Schichten bedingter Unterbrechung, bis gegen das Dorf 
Sokol und das Thal des Ropaflusses hinzieht. 
Weiter südlich, hinter der Ortschaft Matafióni, an der Stelle, wo der 
Weg sich in Serpentinen auf die Magura matastowska schlängelt, haben 
wir höchst wahrscheinlich noch jüngere Schichten vor uns. Wir sehen hier 
nämlich in einer beträchtlichen Höhe, über den oberen eocenen Schichten, 
riesige Bänke eines grobkörnigen, gelblichgrauen Sandsteines, mit thonig- 
mergeligen Bindemittel, welches so wenig fest ist, daß das Gestein sehr 
leicht verwittert und mit losem Schutte das Gehänge bedeckt. In diesem 
Sandsteine fanden wir ein Bruchstück non Pecten sp., ferner einige Gaste- 
ropodensteinkerne, welche leider nicht einmal annähernd generisch bestimm 
bar waren. 
Wir haben diesen Sandstein auf Grund seiner stratigraphischen Lage 
und der petrographischen Eigenschaften, ferner auf Grund seiner Analogie 
mit dem sogenannten „Magurer Sandstein" als Oligocen auf unserer 
geologischen Karte ausgeschieden. Wenn wir nun in einigen Worten den 
geologischen Bau unseres Thales recapituliren, so stellt sich das ganze Bild 
folgendermaßen dar: 
Am rechten Ufer des Flusses in Ropica, auf dem linken in Stzkowa, 
haben wir obere und untere Ropianka-Schichten, hierauf folgen die 
rothen Thone, die Nummuliten-Sandsteine und das obere Eocen. In 
Ptztna zeigen sich die oberen Ropianka-Schichten, auf welche die rothen 
Thone und das obere Eocen folgen. Am Maiastower Berge und auf den 
höchsten Gipfeln anderer Bergrücken haben wir das Oligocen, sonst aber 
nur das obere Eocen. Die jüngeren Bildungen (Diluvium und Alluvium) 
sind unbedeutend und verdienen keine nähere Erwähnung. 
Ein Theil des beigeschlossenen Durchschnittes (Nr. 1) veranschau-
        <pb n="22" />
        14 
licht am besten das oben Gesagte. Was aber den technisch-praktischen 
Theil, ferner unsere Ansichten in Betreff der Gewinnung von Naphta in 
dieser Gegend anbelangt, so verweisen wir auf den zweiten Theil unserer 
Abhandlung. 
2. Das SiarKa-Thal. 
(Durchschnitt Nr. 1.) 
Beinahe parallel mit dem oben beschriebenen Thale, jedoch etwas 
mehr gegen Süden gerückt, zieht sich das kurze jedoch wichtige Thal des 
Siarka-Flusses. Dieser Fluß oder vielmehr Bach hat seinen Ursprung 
am Maìastówer Berg und fließt anfangs im allgemeinen Streichen der 
Gebirgsketten über Rychwald, und erst in Siary wendet er sich, indem er 
gegen N. senkrecht den Gebirgs-Zug verquert und später unterhalb Sekowa 
in den S^kowka-Bach mündet. 
Auf der rechten Seite haben wir also den sogenannten „Rychwalder- 
Gebirgszug" der den linken Flügel des Stzkowa-Thales bei Ropica und 
Stzkowa bildet, auf der linken aber die östlichen Ausläufer einer mächtigen 
Gebirgskette, die sich zwischen dem Flusse Ropa und Siarka hinzieht. Vor 
Allem nimmt in dem zu beschreibenden Thale die Ortschaft Siary selbst 
unsere Aufmerksamkeit in Anspruch, wo sich zu beiden Seiten des Flusses 
(jedoch mehr auf der linken) ein weit verzweigter, großer, wenn auch nicht 
rationell betriebener Bergbau entwickelt hat. 
Wir müssen gestehen, daß die Orientirung in diesem kleinem Gebiete, 
in Folge äußerst complicirter und unregelmäßiger Lagerungsverhältnisse 
recht schwierig ist. Der leichteren Uebersicht halber werden wir zuerst den 
Durchschnitt linkerseits des Flusses, senkrecht auf das Thal beschreiben, 
nachher den Durchschnitt längs des Flusses bergauf und bergab. 
Die Thalsohle genannt „Kamieniec" zeigt unmittelbar unter einer 
dünnen Alluvial-Decke, die unteren Ropianka-Schichten mit einem steilen Ber- 
flächen und der Streichungs-Richtung 8 h. Hier ist eine Dampfbohrung 
des Herrn Dr. Fedorowicz nebst einigen abgeteuften Schachten angelegt, 
die in der Regel gleich in geringer Tiefe die Strzolka-Schichten durchfahren, 
nachher ein ganzes System verschiedenartiger Schichten, worunter Schiefer 
thone vorherrschen, erreichen, zuletzt aber die Strzolka-Schichten und mit 
ihnen die naphtaführenden Sandsteine antreffen, -^ie unteren Ropianka- 
Schichten sind hier sehr mächtig entwickelt, bestehen aus verschiedenartigen 
Gesteinen, worunter jedoch die echte Strzolka stets prävalirt. 
Begiebt man sich auf die Anhöhen und insbesonders in die Schluchten, 
so sieht man, daß das geologische Profil sich alle Augenblicke ändert. Wir 
wollen unsere Uebersicht mit dem am meisten gegen Süden vorgerückten 
Einschnitte, der das ganze Bergbau-Terrain begrenzt, beginnen.
        <pb n="23" />
        15 
Das Liegende des Ganzen bilden die mächtig entwickelten Strzolka- 
Schichten, denen die rothen Thone mit glasigen Sandsteinen aufliegen. 
Darauf folgt ein schiefriger Sandstein, der mächtige Platten bildet und 
viel Glimmer enthält, und dessen Alter sich aus diesem einzigen Durch- 
schnitte gar nicht bestimmen ließe. 
In der nächstfolgenden, weiter gegen N. gelegenen Schlucht, sieht 
man auf der echten Strzolka die oberen Ropianka-Schichten in Gestalt 
jener uns bekannten, dunklen, plattigen Sandsteine, die wieder das Lie 
gende rother Thone bilden. In den übrigen Schluchten wiederholt sich 
wieder die Strzolka mit den rothen Thonen im Hangenden. Endlich kommt 
man in einem Seitenbache oberhalb des Wirtshauses, in dem Punkte, 
wo die nördlichste Grenze des Bergbaues sich befindet, auf dünngeschich 
teten Sandstein (denselben den wir in der ersten Schlucht oberhalb der 
rothen Thone beobachteten) dem ein dichter eisenschüssiger Thon wech 
sellagernd mit diesem blätterigen Sandsteine ausruht. 
Was das Streichen und Fallen der am beschriebenen Abhange ge 
legenen Ropianka-Schichten betrifft, so sind wir gar nicht in der Lage, 
darüber genaue Taten zu geben, da dieselben in einem und demselben 
Profil oft wechseln, und die Enträthselung der Tektonik wird sogar auf 
kleinere Erstreckungen unmöglich. 
Noch auffälliger wird diese Unregelmäßigkeit, wenn wir uns in den 
Bergbau selbst begeben und die Profile einzelner Schächte studiren. Wir 
verdanken dem Fleiße des Herrn Verwalters Brzozowski, der mit großer 
Gewissenhaftigkeit die Durchschnitte der Schächte zusammenstellt, und dessen 
Verdienste in dieser Beziehung wir unsere Anerkennung zollen «müssen, 
sehr interessante Daten, die uns gestatten in die Lagerungsverhältnisse des Ha 
Siar&gt;'er Bergbaues Einsicht zu nehmen. Aus diesen Zusammenstellungen 
ergiebt es sich vor Allein, daß hier sowohl obere wie untere Ropianka- 
Schichten entwickelt sind, daß die letzteren eine enorme Mächtigkeit erlan 
gen und aus einem ganzen Systeme von Schiefern, Thonen und Sand 
steinen bestehen, unter denen jedoch die Strzolka stets prävalirt. Der 
naphtaführeilde Sandstein wiederholt sich hier einige Male, und es ist da 
selbst Regel, daß die Naphta aus mehreren Horizonten gewonnen wird. 
Aus diesen Zusammenstellungen ergiebt sich ferner, daß in vielen 
Schächten (natürlich nur scheinbar) unsere typischen, glasigen Sandsteine 
und die rothen Thone mit den echten unteren Ropianka-Schichten, diese 
hingegen mit den oberen, ja sogar mit Schichten, welche wir gewohnt sind 
als Eocen allzusprechen, alterniren. 
Wir waren bestrebt die Ursachen dieser Erscheinung zu ergründen, 
was uns auch sehr leicht gelungen ist. Wir erfuhren sowohl vom Herrn 
Brzozowski als auch von den Arbeitern, daß alle Schächte dieser Art in
        <pb n="24" />
        16 
wir, soweit es möglich war, mehrere V-rwersungen zahle». Sie stehen 
äale'und^biwen^auf^'ieseäÄe^e^^ttrsache^er'ttnregelinähig^lLageruttg 
î^F-ststelluug dieser «erwiirse ist der erste und wichtigste SchŞ 
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        <pb n="25" />
        17 
dünnplattigen Sandsteinen und Eisensteinen, welche wir schon oberhalb des 
Bergwerkes beobachtet haben. Wenn wir uns in die entgegengesetzte Rich 
tung, nämlich flußaufwärts begeben, erblicken wir einen interessanten Durch 
schnitt. Zuerst erscheinen große Massen rother Thone mit den glasigen 
Sandsteinen (Verflächen 5—6h) und in höheren Partieen derselben der 
Nummuliten-Sandstein, in dem wir einige ganz wohl erhaltene Nummuliten 
vorfanden. Diese Schichte hat auch hier, wie sonst überall, geringe kaum 
einige Decimeter betragende Mächtigkeit und zeichnet sich schon dem äußeren 
Aussehen nach durch ihre charakteristische, grünliche Färbung aus, die von 
Beimengungen von Glaukonit-Körnern herrührt. 
Am Wege gegen Rychwald zu begegnet man in den Durchschnitten, 
die längs des Baches entblößt sind, einem ganzen System von plattigen 
Sandsteinen. Es sind das dieselben, die oberhalb des Bergbaues unmit 
telbar auf den rothen Thonen aufgelagert sind, und welche lim unteren 
Laufe des Baches unterhalb des Wirtshauses auftreten. 
Unsere Schlußfolgerung wird daher gerechtfertigt, wenn wir das 
ganze System dieser Sandsteine zum obere« Eocen stellen. Daß dieser 
Nummuliten-Sandstein nicht überall im Thale des Siarka-Baches auftritt, 
ist leicht verständlich, da derselbe bei seiner geringen Mächtigkeit leicht zer 
stört, oder auch von den rothen Thonen, mit denen er wechsellagert, bedeckt 
sein kann. In der Nähe von Rychwald nehmen die Schichten ein um 
gekehrtes Verflächen an, so daß wir unterhalb dieses Torfes noch ein 
mal typische untere Ropianka-Schichten mit dem Fallen in N.3h antreffen. 
Mitten in den Strzolka-Schichten fanden wir mächtig entwickelte, grob 
körnige naphtaführende Sandsteine und außerdem im Bache szahlreiche 
Naphta-Ausbisse. Es ist ein kleiner Sattel, der mit seinem nördlichen Flü 
gel mit den Ropianka-Schichten von Siary correspondirt, und der gegen 
S. unter die eocenen Schichten verschwindet. Die letzteren machen 
weiter im S. den oligocenen Schichten der Magura Platz. 
So viel vom Siarka-Thale. 
Ans dem oben Gesagten erhellt, daß die ältesten hier aufbrechenden 
d. i. die unteren Ropianka-Schichten im S. mit einem Sattel beginnen, 
dessen nördliche Mulde eine Zeit lang im Thale unter dem Eocen ver 
schwindet. Erst beim Bergwerke tauchen die strzolkaartigen Gesteine in 
einer mächtigen Entwickelung wieder auf, und werden im Hangenden von 
den oberen Ropianka-Schichten, beziehungsweise von den rothen Thonen 
überlagert. Sie streichen anfänglich im Sinne der allgemeinen Streichungs- 
Richttmg, wenden sich nachher plötzlich gegen NO. — welcher Umstand die 
reichen Verwerfungen und den überaus unregelmäßigen tektonischen Bau 
in den älteren Schichten dieser Gegend bedingt. Auf den Ropianka- 
Schichten liegen die rothen Thone mit dem Nummuliten-Sandstein, darüber 
2 
Das Petroleumgebiet.
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        18 
in einer mächtigen Entwickelung das Ober-Eoc-n. W gegen S. dns Lie 
gende der oligocene,i Sandsteine bildet. _ . # 
Es ist noch hervorzuheben, daß in Siary nicht nur die Roplm ka^ 
Wüten, fonbern anü baë Gocen bie Şekoieumiaoer|tntte hübet, ^ 
bnß hier bnë Dei nnë )toei oeoíon#en @ornmtionen ßcioonnen imrb 
Diese Erscheinung ist in unserem ganzen Terrain sehr selten, denn 
übern« im Gebirge nnfereê %^^m^m§ßebteteg ist baö Grbol nnr ^uf uc 
9#ianfa=Wüten be^ränit, loabrenb baë Gocen ober b,e aRemt.t^ü'etei 
selten und auch danii nur unbedeilteiide und nicht abbauwürdige Mengen 
Ln %Wenni engaiten. mberëber^meë^^Ü1nitber^nbWatW#n 
Gbene in ber (Be^enb bon Sßojtoiba, Sibu^a etc. too ^ níteiui 
e^i^ten Qar iii^t @nin Worein (ominen, nnb bie ßmütmofie beëDel* 
aus dem Eocen herstammt. . 
Indem wir nun dieses Capitel abschließen, wollen wir noch berner 
ken, daß ein erschöpfendes und detaillirtes Studium des Siarver Berg 
Haues eine längere Zeit in Anspruch nehmen würde, so das, es nur von 
den Berghannnternehmern selbst ausgesiihrt werden könnte. W,r n,nuten 
uns mit der Feststellung obiger Daten begnügen und verzichteten aus ein 
gehendere Detail-Studien, da dieselbe» nur ans Kosten anderer uns ander- 
(Gebiete batten ausaeführt werden können. 
3. Die Gegend des Şmsra-Daches Wischen Macina und Lidussa. 
(Durchschnitt Nr. 1.) 
Um die Uebersicht des östlichen Theiles unseres Terrains abzuschließen, 
erübrigt es uns noch die Gegend zu beschreiben, die nördlich von Ropiea 
sich gegen Biecz erstreckt. Wir befinden uns hier am Libusza Bache, der 
in Mtzcina wielka an der nördlichen Abdachung einer kleinen Gebirgskette 
ê'Ģ^-^ser Bach fließt von Macina angefangen gegen NNO. in einem 
Querthale und verbleibt kaum etliche Kilometer im eigentlichen Gebirge, 
indem er schon in Rozdziele jenen (im Anfange des I. Theiles beschne 
beimi) Steilrand durchbricht, und sich auf das Tertiär-Hochplateau in u&gt; 
Gegend von Lipinki, Wojtowa u. s. w. ergießt, bis er endlich unterhalb 
Libusza in den Ropa-Fluß mündet. 
Beginnen wir also unsere Uebersicht im S. d. i. in der Gegen, 
von Macina wielka. Ueber den landschaftlichen Charakter dieses Theiles 
läßt sich nicht viel sagen. Wir haben hier einige kleine, niedrige (der 
höchste Punkt beträgt 700 m) Gebirgszüge, die jedoch nicht immer dem 
allgemeinen Streichen folgen, und von denen wenige zu einander parallel 
siild. Sobald wir von dem Gipfel des „Szczorby-Rückens" an dessen süd
        <pb n="27" />
        19 
westlichem Abhange die Bergbaue von Ropica-ruska gelegen sind, gegen 
das Thal „l^aski" heruntersteigen, so finden wir hier fast ganz analoge 
Verhältnisse, wie wir sie auf der entgegengesetzten Seite des Gebirgszuges 
beobachteten. 
Vor Allem sehen wir auf und unter dem Gipfel des Bergrückens 
einen grobkörnigen, dickbänkigen Sandstein, der ein wenig an den Magura- 
Sandstein erinnert und eine beträchtliche Ausdehnung am Abhange des 
Berges zeigt. Darunter dünngeschichtete, gelblich verwitternde, eocene Sand 
steine, welche in Folge der mächtigen Entwickelung des Liegenden nur eine 
geringe Mächtigkeit erreichen, und endlich die Ropianka-Schichten. 
Am Abhange des Berges im Walde bei Klein-Mtzcina befinden sich 
einige verlassene Schächte, auf deren Halden die Gesteine dieser Gegend 
studirt werden können. Man bemerkt sofort, daß hier nur die oberen 
Ropianka-Schichten entwickelt sind, während die echte,grünliche, krummschalige 
Strzolka gar nicht zu sehen ist. Es liegen hier kleinere und größere 
Bruchstücke jenes grauen, plattigen Sandsteines mit feinen Glimmerblättchen, 
mit zahlreichen Hieroglyphen und Fucoiden, wechsellagernd mit dunklen 
Thonen, kurz unsere typischen oberen Ropianka-Schichten. Erwähnenswerth 
ist der Umstand, daß sowohl hier, als auch in Szymbark und Ropa in 
den Klüften dieses Sandsteines oft Ozokerit oder Erdwachs angetroffen 
wird. Es fällt hier besonders die mächtige Entwickelung der dunklen, bei 
nahe plastischen Thone auf, die mit Sandsteinen wechsellagern; übrigens 
sieht man auch hier die rothen Thone, obgleich in geringerer Mächtigkeit. 
Beachtenswerth sind die starken Gasentwickelungen in den alten verlas 
senen mit Wasser gefüllten Schächten. 
Es scheint, daß noch keiner von diesen Schächten die eigentlichen 
naphtaführenden Schichten d. i. die Strzolka erreicht hat, da eben die 
oberen Ropianka-Schichten hier zur mächtigen Entwickelung gelangen. 
Dieses ganze Terrain besitzt somit, wie es die äußeren Merkmale bezeugen, 
keine günstigen Bedingungen zur Oel-Gewinnung, insbesondere da das steile 
Einfallen der Schichten keine Aussicht auf die baldige Erreichung des Lie 
genden bietet. Unten am Bache in der Richtung gegen Groß-Mycina 
liegen „Daski" wo der Bergbau der HH. Dr. Fedorowicz und Jankowski 
gelegen ist. Die älteren Schichten beschränken sich hier blos auf die tiefsten 
Stellen des Thales, da die Ufer des Baches schon in einer geringen Höhe 
jüngere Schichten aufiveisen, nämlich einen dickbänkigen, feinkörnigen, hellen 
Sandstein mit Kupfer-Ausscheidungen, die in Gestalt von Drusen das 
Ģestein ausfüllen. 
Ter größere Theil der Schächte durchteuft die rothen Thone, gelangt 
nachher in ein mächtiges System von Schieferthonen, plastischen Thonen, 
Plattigen Sandsteinen, kurz gesagt in unsere oberen Ropianka-Schichten, 
2*
        <pb n="28" />
        20 
und bewegt sich in denselben sehr lange, ohne ans Oellager zu stoßen. 
Nur wenige kommen in das Liegende d. i. in die echte Strzolka und das 
mit gutem Erfolge, wobei zu bemerken ist, daß die Erreichung be? Liegen 
den nicht im mindesten von der Teufe des Schachtes, sondern lediglich von 
der Lage desselben abhängt. In Folge dieser plastischen wasserdichten 
Thone der Ropianka-Schichten, kämpft der größere Theil der Schächte nüt 
großen technischen Hindernissen. Seitendruck, Verschiebung, Wassereinbrüche 
sind hier an der Tagesordnung. In der Schlucht am Wege von ļ,a?ki 
nach Mecina wielka, so wie auch bei den Schächten fanden wir Jnoceramen. 
Was die Streichungs-Richtung und das Verflachen der Schichten 
betrifft, so haben wir es hier im Großen und Ganzen wie es scheint mit 
einer Aufbruchswelle zu thun, obgleich lvir nicht im Stande sind, näheres 
hierüber anzugeben, da wie gesagt, die Ropianka-Schichten bloß auf die 
Thalsohle beschränkt sind, ohne in die höheren Schluchten hinaufzusteigen. 
In den Schächten selbst werden derartige Beobachtungen seitens der Gruben 
verwalter nicht angestellt.! 
Im Thale selbst, wo der Bergbau gelegen ist, begegnen wir zum 
ersten male, in unserem Terrain einen neuen Horizont, nämlich die Meni- 
lit-Schiefer. Es sind das die wohlbekannten kaffeebraunen*) oder dunkel- 
grauen, dünngeschichteten bituminösen Schiefer mit g elbe n Alaunbeschlä- 
gen an der Oberfläche und zahlreichen Fischschuppen. Sie ckeilen sich in 
Gestalt einer langen Synklinale von geringem Durchmesser in die eocenen 
resp. Ropianka-Schichten ein und enthalten ein wenig Oel, das sich in den 
dünnen, zwischen die Schiefer eingelagerten Sandsteinen ansammelt. Man 
darf jedoch nicht glauben, daß dieselben unmittelbar den rothen Thonen 
aufliegen; ihr Liegendes wird von einem Sandsteine gebildet, den wir von 
unserem oberen Eocen nicht zu unterscheiden vermögen, und deren Verhält 
nis zu den rothen Thonen unterhalb des Hauses des Herrn Znamirvwski 
sichtbar ist. Sie bilden nämlich das Liegende der letzt erwähnten Sand 
steine, worunter wiederum die Ropianka-Schichten erscheinen. 
Die Schächte, die in dem Menilit-Schiefer angelegt sind, liefern eine 
Zeit lang schweres, dickes Oel. Nachher folgen thonige, taube Sandsteine, 
dann die rothen Thone und bitnííe Schieferthone auch ohne Naphta, 
so daß in der Regel ein Schacht, der die Menilit-Schiefer ganz durchgeteuft, 
wenig Aussichten auf baldigen Erfolg hat. 
Somit wäre also der geologische Bau von „ļmski" klar und 
verständlich; allein es kommen Fälle vor, wo ein und derselbe schacht 
*) Die dunklen Schiefer anderer Horizonte haben oft eine dunkelgraue, aber 
keine kaffeebraune Farbe und keine Alaunbeschläge an den Verwitterungs 
flächen.
        <pb n="29" />
        oben dieRopianka -Schichten durchteuft, nachher in die Menilit-Schiefer 
und endlich wieder in die Ropianka-Schichten gelangt. Um diese in 
teressante tektonische Erscheinung verstehen und erklären zu können, müssen 
wir uns jetzt nach Mtzcina wielka begeben, wo die Berhältnisse so klar 
sind, daß die Enträthselung des geologischen Baues keine großen Schwie 
rigkeiten bietet. Die Mtzciner Bergbaue liegen südöstlich von der Ort 
schaft, am Abhange der Bergkette, welche hier durch has ausgewaschene 
Querthal durchbrochen wird. 
Unten, unweit vom Dorfe, bei der Brücke am Wege nach Rozdziele 
sehen wir die Ropianka-Schichten, die ganz regelmäßig von den rothen 
Thonen nachher von den eocenen Sandsteinen überlagert werden. Tie 
Streichungsrichtung ist 10b. Alle Schächte, welche in den äußersten d. i. 
östlichen und westlichen Theilen des Bergbauterrains angelegt sind, 
teufen zuerst die rothen Thone durch, gelangen nachher in die oberen 
und unteren Ropianka-Schichten, in denen Helle, hochgrädige Naphta vor 
kommt. 
Mitten durch den Bergbau zieht sich ein»Menilit-Schieferzug, dessen 
Streichen von dem allgemeinen NW. nicht im geringsten abweicht, dessen 
Fallen jedoch ziemlich steil und östlich ist. In der Mitte des 
Bergbaues mehr, weniger in der Linie .bie! senkrecht auf das neuer 
baute Haus des Herrn Znamirowski steht, richten sich die Schichten des 
Zuges ganz steil auf und zeigen gewisse Unregelmäßigkeiten, die wir gleich 
näher kennen lernen werden. 
Es unterliegt keinem Zweifel, daß wir es hier mit den echten typi 
schen Menilit-Schiefer zu! thun haben. Die Schiefer sind nämlich dunkel 
braun, dünngeschichtet, bituminös, zeigen an der Oberfläche zahlreiche 
charakteristische Schuppen von Meletta crenata (Golds.) und enthalten in 
den eingelagerten, dünnen, zerklüfteten Sandsteinen eine dicke, dunkle, harzige, 
geringgrädige Naphta, was zusammen mit den angeführten charakteristischen 
Eigenschaften die Zugehörigkeit dieser Schiefer zu den Menilit-Schiefern 
am besten beweist. 
Wenn wir uns nun von der Mittellinie des Bergbaues senkrecht auf 
dieselbe gegen O. oder W. begeben, so erhalten wir in beiden Rich 
tungen ganz genau denselben Durchschnitt, nämlich unmittelbar unter den 
Menilit-Schiefer unsere wohlbekannten eocenen Sandsteine, jedoch in 
geringer Entwickelung, nachher die rothen Thone mit ihren glasigen 
Sandsteinen, ferner die plattigen oberen Ropianka-Schichten, mit Fucoi- 
den-Sandsteinen, dunklen Thonen und Schieferthonen und endlich die echte 
dunkelgrüne Strzolka mit zahlreichen Hieroglyphen u. s. w. 
Wir finden somit, wie gesagt, in beiden entgegengesetzten Richtungen
        <pb n="30" />
        22 
SS-âSSsSŞÏi 
wmm 
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        <pb n="31" />
        23 
sich dieser Sattel, in Imski selbst ist die zweite correspondirende Mulde, 
die wir bereits kennen gelernt haben. Im NO., d. i. verquerend auf das 
Streichen des ganzen Zuges sehen wir dagegen folgendes: 
Wir befinden uns in der Nähe der Schlucht, die das ganze Bergbau- 
Terrain von NO. begrenzt. Hier haben wir diesen Luftsattel, der 
sich dadurch kundgibt, daß die jüngeren Schichten ganz verschwinden 
während nur ein steil aufgerichteter Sattel der strzolkaartigen Schichten, 
zurückbleibt. Derselbe zeigt in Folge eines starken Seitendruckes große 
Lagerungsunregelmäßigkeiten und ist so steil, daß schon hinter dem Bache 
die Strzolka verschwindet (siehe den Durchschnitt) und jüngeren d. i. eocenen 
Schichten, die den äußeren Flügel des Sattels bilden, Platz macht. Jetzt 
hört auch die Störung der Schichtenlagerung und die Zusammenschiebung 
auf, denn die nächstfolgende Falte ist sehr breit, so daß die letzten Gebirgs 
schichten (gegen NO. von Macina, wo das Torf Wapienna liegt) nur die 
eocenen Sandsteine aufweisen. Erst in der Gegend von Rozdziele, am 
äußersten Abhange des Gebirges, erscheinen wiederum die rothen Thone 
und ältere Schichten. 
Nebenbei ist zu bemerken, daß in Wapienna eine Schwefelquelle vor 
handen ist, die möglicherweise den Menilit-Schiefern ihre Entstehung ver 
dankt. Wenn wir nun das Terrain von Macina verlassen und uns mit 
dem Laufe des Flusses, längs des Erosions-Thales, das quer auf das 
Streichen steht, nach Rozdziele begeben, so sehen wir in der genannten 
Ortschaft zum letzten male in der nördlichen Richtung die Ropianka- 
Schichten und die rothen Thone, die den äußersten Sattel jenes Falten- 
systemes von Siary, Ropica-ruska, Imski und Macina bilden. Wir ver 
lassen hier das eigentliche Gebirge und bemerken, daß die Schichten zuerst 
steil gegen NW. nachher aber gegen SW. einfallen. In Rozdziele, gleich 
oberhalb der Kirche, sieht man dieses NW.-Verflächen, das schon unterhalb 
der Briicke in ein constantes SW. übergeht. Es breitet sich nun vor uns 
eine weite, an Naphta-Vorkvmmnisscn reiche Hochebene aus, wo die berühm 
ten Bergbaue von Lipinki, Libusza u. a. gelegen sind. 
Das Verhältnis der Hochebene zum Gebirge ist sehr merkwürdig. 
In Rozdziele befinden wir uns auf der Zmigroder Chaussee, längs welcher 
die Karpathen in einem steilen Abhange endigen und der Ebene Platz 
machen. Auch in geologischer Beziehung ändert sich die Gegend mit einem 
male, und wenn nicht die Menilit-Schieferzüge eine Verbindung zwischen 
den Karpathen und der Ebene herstellen würden, so hätten wir ein ganz 
anderes geologisches Terrain vor uns. 
Den ausschließlichen Charakter dieser Ebene bedingen dünngeschichtete 
Sandsteine mit mergeligem, thonreichem Bindemittel, infolge dessen das 
Gestein sehr lose und leicht zerreiblich ist. Stellenweise haben wir hier
        <pb n="32" />
        24 
auch Sandsteine mit Fucoiden-Mergel, sowie hie und da dichte, glimmer 
reiche Sandsteine, die an unser Gebirgs-Eocen erinnern. Wir halten diese 
Schichten für ein Aeguivalent des Eocens und das, wie uns dünkt, mit 
großer Wahrscheinlichkeit, denn das Erdöl dieser Schichten ist harzig, 
geringgradig, paraffinreich und hat kurz gesagt ein junges Aussehen; 
es bilden ferner diese Schichten, wie man es an mehreren Orten deutlich 
wahrnehmen kann, das unmittelbare Liegende der Menilit-Schiefer. 
Die rothen Thone sind auch hier, namentlich im nördlichen Theile, bei 
Wojtowa, Libusza u. s. w. sehr mächtig entwickelt und alterniren mit eocenen 
Sandsteinen. Obgleich sie auch eocenen Alters sind, so scheinen sie dennoch 
einen geologisch etwas höheren Horizont einzunehmen, als die rothen Thone 
im südlichen Theile unseres Terrains. Denn Während die rothen Thone 
im Gebirge einerseits mit den Nummuliten-Sandsteinen, anderseits aber 
mit den echten strzolkaartigen Ropianka-Schichten im einigen Connex stehen, 
so daß sie gewissermaßen den Uebergang von einer Formation zu der 
anderen vermitteln, sieht man hier auf der subkarpathischen Ebene in ihrer 
Gesellschaft keine Ropianka-Schichten. Auch ist es uns nicht gelungen, hier 
den sonst für die rothen Thone so charakteristischen Nummuliten-Sandstein 
aufzufinden. Es unterliegt somit keinem Zweifel, daß diese Felsart sich 
in mehreren Horizonten wiederholt. Für uns sind jedoch nur die rothen 
Thone wichtig, die unmittelbar auf die Ropianka-Schichten aufruhen, und 
den Nummuliten-Sandstein enthalten. 
Was die Lagerungsverhältnisse betrifft, so müssen luir 'gestehen, daß 
dieses Terrain sehr wenig Gelegenheit zn derartigen Studien darbietet. 
Alle Bäche schneiden sich nur sehr seicht ein, und was die Bergbaue an 
belangt, so fällt es den meisten Herren technischen Grubenverwaltern gar 
nicht ein, Beobachtungen dieser Art anzustellen. Die unsererseits von den 
Bergleuten erhaltenen Daten sind zu unsicher, als daß man im Stande 
wäre, sie zu verwerthen. Aus den kleinen Einschnitten und Furchen, welche 
wir zu besichtigen Gelegenheit hatten, folgt, daß das Eocen sich mit einer 
leicht gehobenen Falte an die Karpathen anschmiegt, ohne irgendwo eine 
größere Unregelmäßigkeit oder Störung zu bilden. 
Es ist erwähnenswerth, daß die Sandsteine in diesem Horizonte oft 
auf sehr kleinen Erstreckungen sich auskeilen oder ausbauchen, stellentveise 
auch kleinere oder größere Nester von Schieferthonen enthalten. Dieser 
Umstand erklärt die sehr verschiedenfache Ergiebigkeit der oft nahe neben 
einander gelegenen Schächte. 
So traf die Krakauer Gesellschaft z. B. in ihrem Terrain auf eine 
mächtige Schichte von Thonen, während dieselben in der nächsten Nähe 
im Libuszer Bergbaue wenig, in Lipinki hingegen sehr unbedeutend ent-
        <pb n="33" />
        25 
wickelt und nur durch düuugeschichtete Sandsteine vertreten sind; dasselbe 
Verhältnis herrscht in Harklowa, Wojtowa und Kryg. 
In dieser Gegend haben wir zwei Menilit-Schieferzüge als Fort 
setzung jener beobachtet, die wir schon im Gebirge kennen gelernt haben, 
und die wir jetzt etwas näher ins Auge fassen wollen. 
Beim Torfe Äryg, einige hundert Meter nördlich von der Straße, 
in dem Orte, wo der neu angelegte Schacht des Herrn Racieski liegt, sieht 
man in einem kleinen Bach-Einschnitte dunkle, bituminöse Schiefer mit 
Fischresten, mit echten Menilit-Schiefern und Hornsteinen, daneben Alaun 
schiefer und dünngeschichtete Sandsteine. Tie Lagernngsverhältnisse dieser 
Schichten sind die nämlichen wie in Macina, so daß wir hier die regel 
rechte Fortsetzung der oben beschriebenen Meiner Mulde vor uns haben. 
Zwischen diesen Schiefern finden wir einen porösen Sandstein mit einem 
mergeligen Bindemittel, der durch und durch mit einer dichten harzigen 
Naphta getränkt ist. Auch andere eocene Sandsteine, welche das Liegende 
der Menilit-Schiefer bilden, sind hier reich an Naphta, so daß diese Gegend 
in bergmännischer Beziehung die besten Aussichten hat. 
Dieser Menilit-Schieferzug zieht sich sehr regelmäßig gegen NW. 
unterhalb Kobylanka und tritt ganz deutlich in einem Einschnitte des 
Baches, der mitten durch die Parkanlage des Schlosses von Kobylanka 
fließt, zu Tage. Man sieht hier dunkle, bituminöse Schiefer mit „Meletta"= 
Schuppen, Hornsteinen und Menilit-Knollen. Weiter erstreckt sich dieser 
Zug bis zum Ropa-Flusse, überschreitet denselben, so daß der Kobylankaer 
Weg, der sich von der Chaussee abzweigt, durch steil aufgerichtete Menilit 
Schichten führt. Dieselben scheinen hier sehr reich an Naphta zu sein, da 
wir beobachteten, wie alle Augenblicke große Oeltropfen aus dem Flußbette 
der Rapa hervortraten und die Wasseroberfläche mit einem schönen, regen 
bogenfarbigen Ueberzuge bedeckten. 
Weiter gegen NW. unterhalb Zagürzanp verliert sich endlich dieser 
Zng in einem mächtig entwickelten Eocen-Schichtencomplepe. Der südliche 
Menilit-L-chieferzug, welcher von l^aski gegen NW. streicht, ist unterhalb 
Domiuikowice anstehend und verliert sich analog dem ersteren in der Gegend 
de- Magdalena-Berges oberhalb Gorlice. Seine Lagerungsweise und 
petrographischen Verhältnisse bilden die Wiederholung des Mtzcina-Kryg- 
Kobylanka-Zuges. 
Was das Naphta-Terrain von Lipinki. Wojtowa und Libusza be 
trifft, so haben wir darüber nicht viel zu sagen. Der geologische Bau 
desselben ist sehr einfach, es wiederholen sich immer jene schon erwähnten 
mürben Sandsteine, die mit rothen Thonen wechsellagern. 
-^ie bilden überall große, ziemlich regelmäßige Falten und nur in 
Ansnahmsfällen (z. B. in Wojtowa) zeigen sie eine größere Störung in
        <pb n="34" />
        26 
Gestalt kleiner Verwerfungen. In Wojtowa, gleich oberhalb der Schächte, 
liegen über den rothen Thonen die Menilit-Schiefer und auf diesen der 
Magurer Sandstein. 
Es wäre sehr erwünscht, wenn ein jeder Bergbau dieser Gegend von 
den Herren Grubenverwaltern in Bezug auf die Lagerung und Reihen 
folge der Schichten gründlich stndirt würde, denn nur aus diese Weise 
konnte man den geologischen Ban der Gegend bis in die Details, auf die 
es eben hauptsächlich ankommt, kennen lernen und somit auch die Petro 
leumexploitation daselbst rationell betreiben. In Bezug auf die jüngeren 
Formationen d. i. das Diluvium, ist dieses nördliche Gebiet unseres 
Terrains der nordgalizischen Tiefebene einzureihen, weil wir hier bereits 
nordische Glacial - Erscheinungen vor uns haben. Auf dem Plateau 
zwischen Kobylanka und Libusza sieht man zahlreiche eratische Blocke, die 
in größeren oder kleineren Trümmern die Oberfläche bedecken. Sie be 
stehen hauptsächlich aus einem Granit mit rothem Feldspath, aus Syenit, 
seltener aus Diorit oder Ouarzit. Da das eingehendere Studium dieser 
interessanten Gebilde, außer dem Bereiche unserer geologischen Aufgabe 
lag, so beschränken wir uns hier bloß auf diese kurze Mittheilung und be 
schließen hiemit die Beschreibung der Gegend des Libuszer Baches. 
4. Die Gegend am Ropa-Flusse von Ascie ruskie bis Gorlice. 
(Durchschnitt Nr. 2.) 
Wenn wir nun gegen den südöstlichen Theil unseres Aufnahms 
gebietes uns begeben, so gelangen wir in die Gegend des Ropa-Flusses. 
Wir haben nicht die Absicht, dieses Terrain in geographischer Hinsicht 
detaillirt zu beschreiben und beschränken uns daher auf einige Worte, die 
als Grundlage einer geologischen Skizze unumgänglich nöthig sind. 
Aehnlich wie in dem ganzen östlichen Theile dieses Terrains, haben 
wir auch hier ein System kurzer, nicht sehr hoher Gebirgsketten (der 
höchste Punkt Helm unterhalb des Dorfes Ropa erreicht kaum 779 m), 
die dadurch ausgezeichnet sind, daß einige von ihnen der allgemeinen 
Streichungs-Richtung NW.—SO. nicht folgen, sondern bald mehr, bald 
weniger davon abweichen und kurze, isolirte Bergrücken in Gestalt von 
Inseln bilden. 
Der Ropa-Fluß bewegt sich von liscie ruskie bis Klimköwka regel 
mäßig im allgemeinen Streichen, wendet sich nachher hinter Klimköwka in 
einer plötzlichen Biegung gegen O. und verquert das Gebirge in einem 
Erosions-Thale, das „Ubocz" genannt wird. Von ļwsie bis zum Dorfe 
Ropa kehrt derselbe in seine ursprüngliche, also mehr oder weniger 
regelmäßige Streichungs-Richtung zurück, biegt sich nachher in Ropa 
gegen NO. um und behält diesen Lauf bis hinter Gorlice.
        <pb n="35" />
        27 
Ten Schlüssel zum richtigen Verständnisse des geologischen Baues 
dieser ganzen Gegend bildet die Ortschaft Ropa selbst. Um den sehr kom- 
plicirten Bau dieser Gegend kennen zu lernen, wird es am zweckmäßigsten 
sein, wenn wir einige Durchschnitte in den verschiedensten Richtungen 
durchstudiren und nachher alle gewonnenen Taten in ein Ganzes zusam 
menstellen. 
In dem Punkte wo die Grybüw-Gorlicer Straße sich dem Flusse 
nähert, befinden wir uns in der Thalsohle am s. g. „Blich" wo gegen 
wärtig zwei Schächte des Herrn Dr. Fedorowicz angelegt sind. Auf der 
ganzen Strecke zwischen der Mündung des Helm-Baches und der Tampf- 
Brettsäge, finden wir an allen Thalwänden, so wie auch im Flußbette 
selbst die unteren Ropianka-Schichten anstehend. Jene typischen, graugrünen, 
krummschaligen, schieferigen Sandsteine mit weißen Kalkspathadern, bilden 
hier steile, mehr oder weniger in 9h fallende Schichten. 
Schon auf diesem kleinen Raume beobachtet man eine große Un 
regelmäßigkeit im Schichtenbaue, indem dieselben sich einige male biegen, 
das Fallen und Streichen oft ändern, und sogar einige Verwerfungen und 
Verschiebungen aufweisen. Trotzdem kann man doch constatiren, daß das 
allgemeine prävalirende Streichen der Schichten ein RWW. ist. 
Um unsere Beschreibung dieser Schichten zu ergänzen, müssen wir 
noch hinzufügen, daß wir an der Oberfläche der strzolkaartigen Gesteine, 
sowohl jetzt, wie schon friiher vor einigen Jahren Jnoceramen-Bruchstücke 
fanden. Man sieht hier außerdem zahlreiche Hieroglyphen, Ll-Striche, 
Abdrücke von Fucoiden Blasentange, ferner s. g. Nermenteliten u. s. w. 
Nebst der typischen Strzolka sind hier noch andere Gesteine vor Allen 
aber dunkle, mergelige Schiefer und was noch wichtiger ist, dickbänkigc, 
zerklüftete, naphtaführcnde Sandsteine, in Wechsellagcrung mit echter 
Strzolka. 
Wenn wir uns eine senkrechte Linie auf den Lauf des Flusses denken, 
und wenn wir nun den Durchschnitt längs dieser Linie zu beiden Seiten 
bo,-&gt; Flusses studiren, um zu erkennen, zu welcher tektonischen Form die 
unteren Ropianka-iLchichten am Blich und der Umgebung derselben zu zählen 
sind, so bemerken wir folgendes: 
Alls der rechten eeite des Ropa-Flusses sehen wir am Abhange des 
hysa-Berges bis zu einer beträchtlichen Höhe die rothen Thone in einer 
mächtigen Entwickelung mit dem Fallen gegen NO. An der Stelle, die 
ans der Generalstabskarte mit der Höhencote 428 bezeichnet ist, zeigen sich 
mitten in den rothen Thonen Nummnliten-Sandsteine in concordanter 
Lagerung. Ihre Mächtigkeit ist verhältnißmäßig gering; sie beträgt 
stellenweise höchstens 15 m. Auf dem Nummuliten-Sandstein erscheinen 
wieder die rothen Thone, hernach concordant dickbänkige, bald grob bald
        <pb n="36" />
        28 
feinkörnige Sandsteine, die auf den Gehängen große Blöcke bilden. Diese 
Sandsteine erstrecken sich beinahe bis zum Gipfel des Berges L,ysagora 
und in den höchsten Partieen gehen sie in einen plattigen griffelartigen 
Sandstein mit eisenschießigem Beschläge und Glaukonit-Körnern über. 
Gehen wir auf die andere Seite des Flusses hinüber. Indem wir 
die bei dem Stege befindliche Wand der Ropianka-Schichten verlassen und 
auf die zur Chaussee führende Straße gelangen, finden wir eine kleine Wand, 
die fast ganz aus unserem grünlichen Nummuliten - Sandsteine besteht?) 
Was das Fallen und Streichen dieser Schichten anbelangt, so läßt 
sich diesbezüglich nichts Positives sagen, da wir es hier wahrscheinlich mit 
einer Rutschung zu thun haben, die in Folge der Auswaschung der rothen 
Thone entstanden ist. 
Parallel mit dem Landwege der zur Chaussee führt, flieşit der so 
genannte Heìm-Bach, der die unteren Ropianka-Schichten in ihrer typischen 
Entwickelung aufdeckt. Dieselben erstrecken sich hinter die Chaussee-Brücke 
bis in die Schlucht, an der die Schächte des Herrn ļwdzinski liegen.^ In 
diesen Schichten gelang es uns einige, theilweise wohlerhaltene Jno- 
ceramen-Reste zu finden. Es fallen hier insbesondere die mächtigen 
Bänke des naphtaführenden Sandsteines, die in die echte ^-trzolka einge 
lagert sind, in die Augen. Die oberen Partieen der Ropianka-Schichten 
werden durch dunkle mergelige Schiefer gebildet, denen die rothen Thone 
mit dem glasigen Sandsteine aufliegen. Das Streichen und Falleil ist 
beinahe ganz dasselbe wie am Blich, und die Lagerung ist im Allgemeinen 
sehr gestört. 
Wir wollen uns vorläufig mit dem Gesagten begnügen, da wir 
nochmals auf dieses Profil zu sprechen kommen. Wenn wir mm jetzt 
auf den Blich zurückkehren und uns die Frage auswerfen, welche tektonyche 
Form den dortigen Schichten zukommt, so lautet die Antwort, da); wir es hier 
mit einem aufgerichteten Sattel zu thun haben, der ziemlich regelmäßig 
gegen NW. streicht und mit seinem nördlichen Flügel gegen NO. fällt. 
Die ganze Gegend von Blich und des Herrn Iwdziüski'schen Bergbaues 
liegt eben an diesem nördlichen Flügel. 
Da der Fluß an diesem Orte sich gegen NO. wendet, also die ganze 
Aufbruchswelle durchschneidet, so beobachten wir im Flußthale nur die 
') Es ist das dieselbe Stelle, die von H. Uhlig in eurer kurzen Mitthei 
lung (Verhand. der geol. R. Anstalt 1881) beschrieben wurde, 'Nachdem nur diese 
wichtigeil Schichten entdeckt hatten, haben wir auch Herrn Bergrath Paul auf He 
aufmerksam gemacht und ihm diese Stelle gezeigt. Herr Paul hat nachher seiner- 
seits Herrn Uhlig zu dieser Wand hingeführt, und der letztere hat darüber 
die besagte Notiz veröffentlicht, während wir unseren Bericht bereits den: Landes- 
ausschiffe von Galizien vorgelegt hatten.
        <pb n="37" />
        29 
unteren Theile des nördlichen Flügels der Antiklinale in Gestalt aufge 
richteter Schichtenköpfe, während alle jüngeren Schichten denudirt sind. 
Die nahe gelegenen Bergrücken, die das Ropa-Thal einschließen, beweisen, 
daß die Zusammensetzung dieses Sattels ganz regelrecht ist, nämlich: 
Strzolka, dunkle Schieferthone, rothe Thone mit dem Nummuliten-Sand- 
stein, endlich das obere Eocen. 
Wenn wir den südlichen Flügel der Aufbruchswelle näher kennen 
lernen wollen, müssen wir uns flußaufwärts begeben, in der Richtung 
gegen das Dorf zu, denn unmittelbar hinter dem Blich werden die älteren 
Schichten durch Alluvionen bedeckt. Bei der Destillirstube sieht man 
am Abhange der Lysa g&lt;'»ra nur dunkle Schiefer und die plattigen Sand 
steine, welche zu unseren oberen Ropianka-Schichten gehören. 
Hier befinden sich einige (jetzt verlassene) Schächte, zumeist in den 
oberen Ropianka-Schichtcn angelegt. Darauf kommen in der regelmäßigen 
Lagerung die rothen Thone, ferner der eocene Sandstein, der ähnlich wie 
alle andere Schichten dieses Punktes gegen SW. fällt, und der beim s. g. 
„Srebiti Folwark" (mittleren Meierhofe) eine eigenthümliche Facies an 
nimmt. Dieselbe verdient vollkommen die Bezeichnung der „oberen Hiero- 
glyphen-Schichten, denn wir haben hier dünngeschichtcte Sandsteine mit 
zahlreichen Hieroglyphen, Fucoiden und braunen Verwitterungsflächen. 
Am Gipfel des Berges liegen, ähnlich wie oberhalb des Blich, Schich 
ten eine».' hellen, sehr grobkörnigen, weichen Sandsteines, der an der Ober- 
flächc mächtige Blöcke bildet und weder Fucoiden, noch andere organische 
Einschlüsse enthält. Sein Alter läßt sich nicht genau bestimmen,' es ist 
möglich, daß er jünger ist als die typischen und unzweifelhaften eocenen 
Schichten. 
Wir glauben nun, daß die geologischen Verhältnisse der Gegend, wo 
baß ^rf Rom ließt, unb mc%ë mir nun f%irt #cn, ß„b, 
baß unsere @rHöru„ß bcë Sc#tcnbaucë biefeë íterrainê leicht oer= 
şiââîch wird, nämlich: Wir haben es hier mit einer, dem allgemeinen 
streichen von NW. nach SO. folgenden Aufbruchswelle zu thun, deren 
nördlicher Flügel nach NO., der südlicher hingegen nach SW. einfällt, 
der Scheitel des cattels fällt mehr oder weniger unweit von Blich, während 
der Büch selbst und die Schächte am nördlichen Flügel dieser Antiklinale 
ließen. (%cßcn 60. cnbißt ber Sattel, eë ist also naturi#, baß mir 
w Richtung (bei der Dcstillirhütte) auf jüngere Schichten mit einem 
entgegengesetzten Verflächen kommen. Wir müssen noch hinzufügen, daß 
viele Antiklinale durch den Ropa-Fluß durchschnitten ist, infolge dessen 
nn Thalkessel nur die ältesten Schichten sichtbar sind, während die jün 
geren erst auf den nächstgelegenen Anhöhen sichtbar werden. (Siehe den 
schematischen Durchschnitt.)
        <pb n="38" />
        Verlassen wir nun diesen Durchschnitt und betrachten einen anderen, 
nämlich jenen zwischen Blich und dem Heìm-Berg. Das Terrain erhebt 
sich langsam, stellenweise sogar terrassenförmig stetig, was durch die Wider 
standsfähigkeit einzelner Gesteine gegen die Erosion bedingt wird, bis es 
endlich im Berge Heim (der Helm) dessen Name seiner ungewöhnlichen 
Form ganz entspricht, bis zur Höhe von 779 m emporschießt. Wir be 
geben uns jetzt an dem Hetmuwka-Bache, der gegenüber von Blich in 
die Ropa mündet, und dessen Mündung wir bereits kennen gelernt haben. 
Vor Allem treten uns hier typische untere Ropianka-Schichten d. i. 
die strzolkaartigen, kalk- und hieroglyphenreichen, krummschaligen Sand 
steine entgegen, denen die oberen Ropianka-Schichten d. i. die dünkten 
schiefer- und plattigen glimmerreichen Sandsteine concordant aufliegen. 
Weiter oben gelangen wir in eine Schlucht, die in einem Wachholder Ge 
büsch am Fuße des Heim liegt. Hier sehen wir, wie die Ropianka-Schich 
ten plötzlich aufhören und den Menilit-Schichten Platz machen, die im 
Drggówka-Bache zu einer mächtigen Entwickelung gelangen und von Loste 
herüber streichen. Sie entwickeln sich hier, ähnlich wie an anderen Orten 
in Gestalt von kaffeebraunen, bituminösen Schiefern, und sind hier durch 
zahlreiche, gebänderte Hornsteine ausgezeichnet. Sie sind von den Ro 
pianka-Schichten durch eine dünne (eocene?) Sandsteinpartie getrennt. 
Es ist auffallend, daß sowohl das Fallen als auch das Streichen 
dieser Menilit-Schiefer weder mit dem allgemeinen Streichen und Verflächen, 
noch dem des Liegenden übereinstimmt. Sie bilden nämlich eine zu 
sammengeschobene Mulde und streichen hierbeinahe gegenN. (23h), fallen 
aber sehr nach W. Die ganze Synklinale liegt also von der allgemeinen 
Richtung rechts ab und verbleibt ziemlich lange in dieser anormalen Lage 
rung, wie wir dies im nachstehenden Durchschnitte noch sehen werden. 
Bemerkenswerth ist der Umstand, daß wir weiter gegen den Hehn zu, 
gleich hinter den Menilit-Schiefern wiederum die oberen Ropianka-Schichten, 
ans welche die rothen Thone folgen, begegnen. Nachher kommt eine 
kleine Partie unserer gewöhnlichen eocenen Schichten und endlich die 
ganze Masse des Helm-Berges mit einem Schichtencomplexe dessen Alter 
nicht ganz klar ist, da man dieses zwischen dem oberen Eocen und Oligocen 
tvählen könnte. 
Es sind das plattige Sandsteine, stellenweise bis 1':) m mächtig, fein 
körnig mit mergeligem Bindemittel, an ihrer Oberfläche feine serpulenartige 
Hieroglyphen enthaltend. Das Verwitterungsprodukt des Gesteines ist 
lehmig, manganbraun, die Festigkeit nicht sehr groß, obwohl dasselbe im 
frischen Bruch recht hart zu sein scheint. Diese Sandsteine alterniren mit 
mergelig thonigen hellen Schiefern, die braun verwittern und von geringer 
Mächtigkeit sind. Ihr Verflächen ist schwebend 5 h, so daß sie auf den
        <pb n="39" />
        ersten Blick den Eindruck einer Transgression machen, eine Erscheinung, 
welche sich oft in den Westkarpathen in den jüngeren Schichten wieder 
holt, und welche, wie wir glauben, ihre Erklärung in der Erscheinung 
findet, daß die jüngsten karpathischen Schichten in Folge ihrer höchsten 
Lage nur eine geringe Störung ihrer ursprünglich horizontalen Lage er 
litten haben. Das Streichen dieser Schichten ist ähnlich den Menilit 
Schiefern nach 11h, was sich schon in der äußeren geographischen Kon- 
siguration kundgibt; indem — wie schon oben erwähnt — der Gebirgs 
zug Helm von dem allgemeinen Streichen (8—9h) abweicht. 
Wir glauben daher nicht sehr zu irren, wenn wir die Sandsteine des 
Helm, dem Eocene zuzählen. 
Wenn wir nun von der südöstlichen Seite des Helm längs des s. g. 
Górnikowski-Baches in die Ebene des Ropa-Flusses heruntersteigen und 
auf solche Weise einen parallelen Durchschnitt verfolgen, so kommen wir 
zuerst unter einem Rücken, der uns vom Torfe Wawrzka trennt, in das 
Gebiet mächtig entwickelter rother Thone. 
Darunter finden wir in einer kleinen Wand helle, fucoidenreiche 
Mergel, die in das Eocen eingeschaltet sind, und die zusammen mit den 
rothen Thonen das Hangende der echten Strzolka bilden. Dann folgt 
ein breiter Menilit-Schieferzug, der sich bis zum Dorfe hinzieht. Es ist 
derselbe Zug, welchen wir bereits beobachtet, und der hier noch ganz 
regelmäßig in einer breiten Mulde gegen NO. streicht und erst später die 
N.-Richtung annimmt. Die Ropianka-Schichten bilden somit unter dem 
Helm-Berg, einen zweiten Sattel, der mit der Aufbruchswelle von Blick- 
parallel läuft. 
Kehren wir jedoch nochmals zum Blich zurück, um von da aus in 
der nordöstlichen Richtung gegen Grodek zu, zum Zwecke eines besseren 
Verständnisses des allgemeinen Baues dieser Gegend, noch einen Durch 
schnitt zumachen. Wirsteigen in einer Schlucht, die vom „Rzemieniöwka"- 
Bache ausgewaschen wurde bergauf und passiren zuerst die unteren ro 
pianta- oder strzolkaartigen Schichten, nachher dunkle mergelige Schiefer, 
die höchst wahrscheinlich unsere obere Ropianka-Schichten vertreten. Auch 
rothe Thone fehlen in diesem Durchschnitte nicht, obgleich dieselben in der 
Schlucht in Folge der Auswaschung weniger entwickelt sind, als auf der An 
höhe. Mehr oder weniger an dem Orte, wo in den Rzemienwwka Bach ein 
Nebenbächlein mündet, gelangen wir zu einem Zuge dunkler Schiefer, in 
denen hie und da wechsellagernd weiche, braune Sandsteine eingeschaltet 
sind. Diese Schiefer sind den Menilit-Schiefern sehr ähnlich und'streichen 
m 10—11h. 
tocumt haben wir diesen Schieferzug verquert, so gelangen wir wieder 
nt das Gebiet der Ropianka-Schichten, in denen einige (jeļjt verlassene)
        <pb n="40" />
        Schächte sich befinden. Auf der Halde dieser Schächte kann man beobach 
ten, daß die Hauptmasse der Schichten durch die oberen Ropianka-Schich- 
ten gebildet wird, die durch große Mengen plattiger Sandsteine und 
dunkler Schiefer ausgezeichnet sind. Auch die strzolkaartigen Gesteine 
scheinen hier nicht zu fehlen, obwohl sie in geringerer Menge und größerer 
Tiefe vorkommen. 
Das Hangende dieser Schichten bildet ein merkwürdiger, dünnblätteri 
ger, weicher Sandstein mit Glaukonit-Kornern, Bruchstücken von Cidariten 
Stacheln und schönen Bryozoen, die kleine 3—5 mm im Durchmesser 
messende Kolonien im Gesteine bilden. Leider sind diese organischen Reste 
von keinem Werth für die Stratigraphie, da die Cidariten-Stacheln unbe 
stimmbar sind, und die Bryozoen bekanntlich sich zur Altersbestimmung 
der Schichten durchaus nicht eignen. Deshalb sind wir auch nicht im 
Stande anzugeben, ob diese Sandsteine den Ropianka- oder jüngeren 
Schichten angehören, und wollen nur die allgemeine Aufmerksamkeit auf die 
selben lenken, da möglicherweise daselbst sich noch andere bessere organische 
Reste finden lassen. 
Der Bergrücken an dessen Fuße das Dorf Gr.'.dek gelegen ist, zeigt 
stellenweise rothe Thone, allein ihr Verhältnis zu den jetzt oben beschrie 
benen Bryozoen-Sandstein ist wegen Mangel an Aufschlüssen unklar. 
Gleich unterhalb der höchsten Spitze des Grödkcr-Berges, be 
findet sich ein großer Steinbruch, in dem mächtige Schichten eines dick- 
bänkigen Sandsteines zu sehen sind. Derselbe ist im frischen Bruche grau, 
verwittert gelblich, besitzt ein feines Korn mit mergeligem Bindemittel und 
zeigt an der Oberfläche spärliche Hieroglyphen. Die großen, hervorragen 
den Bänke streichen 5—6h und fallen nach N. Außerdem sieht man 
hier wcchsellagernde, rostbraune Schiefer, die reich an Eisenverbindungen 
und (wahrscheinlich infolge der kieseligen Beimengung) recht hart sind.. 
Alle diese Schichten im Steinbruche glauben wir wegen ihrer strati 
graphischen Stellung (auf den rothen Thonen) und der Analogie zum 
Hetm, zu dem oberen Eocen zuzählen zu sollen. Fm S., gegen die 
Grybower Chaussve zu, sehen wir die Menilit-Schiefer mit ihrem abweichen 
den N.-Streichen. 
Endlich gelangen wir in der Nähe der Chaussee zu der uns bekann 
ten Schlucht, wo die neuangelegten Schächte bes Herrn hodzinski sich be 
finden. Dieser Theil zeichnet sich durch eine mächtige Entwickelung der 
dickbänkigen, naphtaführenden Sandsteine aus, die in die echte Strzolka 
eingeschaltet sind. Die Lagerungsweise der Schichten ist hier sehr gestört 
und durch zahlreiche Verwürfe unterbrochen. 
Die Chaussée von Ropa nach Grybäw fällt mehr oder weniger mit 
der Streichungs-Richtung zusammen, daher ist es sehr natürlich, daß wir
        <pb n="41" />
        33 
hier einmal die rochen Thone, ein anderesmal die Ropianka oder ober- 
eocene-Schichten in der Nähe der Straße erblicken, je nachdem dieselbe 
hinauf- oder heruntersteigt. Ter im N. von Ropa gelegene Theil, 
d. i. in der Richtung gegen Gorlice, bietet wenig Interessantes in geolo 
gischer Beziehung dar. Anfangs haben wir hier den äußeren Theil des 
nördlichen Flügels der Antiklinale von Blich. So sieht man knapp neben 
der Chaussee beim Wirtshause hinter dem Torfe eine kleine Wand mit 
den typischen unteren Ropianka- d. i. strzolkaartigen Schichten, die regel 
mäßig nach NO., also in der Richtung, in welcher der ganze nördliche 
Sattel des Blich fällt, verflächen. 
Noch weiter gegen Gorlice zu liegt in einer Schlucht auf der linken 
Seite des Flusses die Attinenz „Szklarki". Es ist einleuchtend, daß wir 
hier in dem äußeren Theile des nördlichen Sattel-Flügels die älteren 
Schichten nicht mehr beobachten können. So sehen wir in der That im 
tiefsten Punkte des Szklarki-Baches die rothen Thone als das Liegende 
aller hier sichtbaren Schichten. Darauf kommen die großplattigen Sand 
steine von ziemlicher Mächtigkeit mit Serpulen und Hieroglyphen, mit 
Zwischenlagen von harten, gelb verwitterbaren, braunen, unter den Füßen 
knisternden Schieferthonen. Dieses System von Schichten sind wir aus 
oben angeführten Gründen als Eocen zu betrachten gewohnt. 
Aehnlich verhält es sich in dem noch weiter im N. gelegenen Parallel 
bache im Gebiete der sog. „Kamionki" gegenüber von Szymbark. Unten 
liegen die rothen Thone in einer noch viel geringeren Mächtigkeit als 
in der letzten Schlucht und darauf die großplattigen eocenen Sandsteine 
mit Schiefern. 
Erwähnenswerth ist der Umstand, daß wir in den höheren Partieen 
des Baches abermals auf rothe Thone stoßen, so daß dieselben scheinbar 
zu wechsellagern scheinen.*) 
Der Gipfel des Berges oberhalb Kamionka und Szklarki besteht aus 
einem grobkörnigen, mächtig gebänkten Sandstein, welcher stellenweise so 
grobkörnig wird, daß er förmlich in ein Conglomérat übergeht. Wir 
fanden in ihm weder Fucoiden noch Hieroglyphen. Er trägt im Volks 
munde den Namen „Mühlstein" und wurde auf unserer Karte als Oligocen 
ausgeschieden. 
Indem, wie bereits gesagt, die nächste Aufbruchswclle wenig aufge 
richtet ist, so begegnen wir weiter gegen Gorlice und hinter Gorlice nir 
gends mehr den Ropianka-Schichten. Die ältesten Schichten, die hier zu 
*) Wir verweisen in dieser Hinsicht auf unsere Ansicht, die mir bei Be 
sprechung der Gegend von Wojtowa ausgesprochen. 
Das Petrolcumgcbict. 
3
        <pb n="42" />
        34 
Tage treten, gehören bent Eocen unb zwar ben rothen ¿borten an, bie 
unterhalb ber Ortschaft Szymbark unmittelbar am Ropa-Flusse noch einmal 
)n %age treten, nnb ans $ßcifc bie gor#ung ber Siar^cr 9inf= 
brnchswelle onbeutcn. 
Das ganze sonstige Gebiet wirb hier von eocenen Sanbstemen auf 
gebaut. . 
Es war schon früher bie Rebe babón, baß hinter Gorltee, m ber 
Nähe von Kobylanka, ber Menilit-Schieferzug vou Kryg unb Dominikowiee 
zu Tage tritt. 
Jubem wir nun nach Ropa zurückkehren, müssen wir vor Allem be- 
tnerïen, baß ancß ba§ rechte Ufer beS 3iußeg bie bomotutnen^te Bestätigung 
un^erer Borau^c^ungen be)ûgïicŞ beë geologist, Baueë bt^er %egenb 
liefert. 
Im Dorfe Szymbark, bort, wo ein Nebenbach in einem tiefen Ein 
schnitt in bett Ropa-Fluß niiinbet, beobachten wir (abgesehen von großen 
Schottermassen) als bas Liegenbe bie rothen Thone. Weiter oben neben 
ber Kirche zeigen sich mächtige Bänke eines bnnklen, feinkörnigen Saub- 
steines, in betn bereits vor einigen Jahren (vgl. bie oben citirte Notiz bes 
Herrn Szasnocha) ein Nummulit unb einige Orbituliten gefunben würben. 
Noch höher sinb helle Sanbsteine anstehenb, ähnlich jenen, bie in ber 
Umgebung von Ropa bie höchsten Gipfel aufbauen. Ans berselben Seite 
bes Flusses in ber Richtung nach Ropa gelangt matt zu einer steilen male 
rischen Wanb, bie ganz aus bett eocenen Saubsteiuen besteht. Sie fallen 
gegen NO. nnb bilben ben nützlichen Flügel ber Antiklinale von Blich. 
Hinter bieser Wanb sieht man schon von weitem, was für Schichten 
jetzt zu Tage treten, ba sich bas Ganze als ein versumpftes Rtttschterrain 
barstellt. Wir besinben uns hier in betn Horizont ber rothen Thone, 
bereu Entwickelung gegen bie Ortschaft Ropa zu immer an Mächtigkeit zu 
nimmt, unb bie ganz regelrecht unter jene steile malerische eocene Wanb 
atn Flusse einfallen. Noch weiter in ber Nähe ber Dampfsäge begegnen 
wir ben bnnklen mergeligen Schiefern unb Plattigen Sanbsteinen, ober unsere 
oberen Ropianka-Schichten, unb so sinb wir nun auf biefe Weise zum Bltch 
zurückgekehrt. . 
Hinter betn „mittleren Meierhof", weiter gegen Silben tu ber Rich 
tung gegen Loste zu, sehen wir am Felbe einige seichte verlassene Schächte, 
bereu Halben ganz unb gar aus Meuilit-Schiefern bestehen. E? ist bas 
berselbe Zug, bett wir unter betn Heim kennen gelernt unb bett man am 
besten an einer steilen Wanb am liukett Flttßttfer, mehr ober weniger gegen 
über bett Schächten stnbiren kann. 
Wir sehen hier eine mächtige Entwickelung von bnukelkaffeebrannen 
Schiefern mit Meletta-Schnppen unb Hornstein-Knollen, bazwischen bünne
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        35 
Helle Mergelschichten. Erwähnenswerth ist hier das Vorkommen großer 
Nester von Thoneisenstein, ähnlich denen, die in Weìdzirz zur Bereitung 
des Cementes dienen und auch dorten mitten in den Meniliten-Schieferu 
eingelagert sind. Tie Menilite streichen gegen NW. und fallen steil nach 
SW.; sie zeigen hier also noch keine solche Unregelmäßigkeit, wie es in 
ihrem weiteren Verlaufe gegen N. am Fuße des Helmberges der Fall ist. 
Südöstlich davon liegt das Torf Lofie. Der leichteren Uebersicht 
halber wollen wir von vorne herein bemerken, daß wir hier eine zweite 
Antiklinale vor uns haben, die parallel mit dem Blich-Sattel läuft. 
In der Nähe der neuen Brücke, neben der Straße, die nach Klimkówka 
führt, sieht man im Flußbette rothe Thone mit Nummuliten-Sandsteiuen. 
Nordöstlich von diesem Orte breiten sich einige parallele Bergketten aus, 
die theils durch den Ropa-Fluß selbst, theils durch das Thal eines Seiten 
baches durchgeschnitten werden. 
Eine besondere Aufmerksamkeit verdient der erste Bergrücken, der 
unmittelbar den erwähnten rothen Thonen ausruht, und der ein sehr- 
malerisches, landschaftliches Aussehen hat. Derselbe besteht aus mächtigen 
dickbänkigen Schichten eines grobkörnigen Sandsteines, der in große Blöcke 
zerfällt und der durch seine leichte Verwitterung eine beträchtliche Humus 
decke, somit auch eine üppige Vegetation bedingt. Es unterliegt keinem 
Zweifel, daß dieser Sandstein, der seinem petrographischen Habitus und 
seinem äußeren Aussehen nach, sehr an den sogenannten „Jamna-Sand- 
stein" der Ostkarpathcn erinnert, der Eocen-Formation angehört, da er das 
Hangende der rothen Thone mit Nummuliten-Schichten bildet. Wir werden 
noch im zweiten Theile unserer Abhandlung darauf zurückkommen. 
Die anderen, gegen NO. gelegenen Ketten sind aus demselben groß- 
plattigen Sandstein mit knisternden Schiefern zusammengesetzt, die wir be 
reits in der Gegend von Ropa beobachtet haben. 
Oberhalb des Baches am Abhange der mehr oder weniger mit dem 
Bache parallelen Bergkette befinden sich einige Schächte des Herrn vr.Fedoro- 
wicz, darunter einer der tiefsten gegrabenen (denn über 214 m tief), der vom 
Landcsausschusse subventionirt ist. 
Hier richten sich die Ropianka-Schichten auf, doch sieht man schon auf 
den ersten Blick, daß wir es keineswegs mit der echten Strzolka, sondern 
lediglich mit dunklen Thonen, Schieferthonen und Sandsteinen, kurz gesagt 
jenen Schichten zu thun haben, die wir unter dem Namen der „oberen 
Ropianka-Schichten" zusamnlenfassen. Es läßt sich nicht bestimmen, wie 
tief darunter die unteren Ropianka-Schichten liegen, da in der Nähe keine 
Aufschlüsse vorhanden sind. Es ist auffallend, daß einige Schächte, die 
bedeutend tiefer in der Richtung gegen das Dorf zu angelegt sind, schon 
in einer geringen Teufe Naphta lieferten; es ist jedoch nicht bekannt aus 
3*
        <pb n="44" />
        36 
Si 
ZMM-E 
in erwähnten Brücke beginnt ein Onerthal, das bis z» der 
■¡ebb 
In einem landschaftlich sehr schönen Seitenthale, wo dl- Ortschaften 
z„ sei» Pflegen - auch hier stark entwickelt sind.
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        37 
Tas obere Gebiet des Ropa-Flusses zwischen Klimköwka und liscie, 
das bald Ropianka-Schichten, bald die rothen Thone oder eocene Land- 
steine zeigt, veranlaßt für unseren Zweck zu keiner näheren Beachtung. 
Wenn wir uns von Klimkówka in der Richtung gegen „Wola" be 
geben und dabei einen Bergrücken beim Meierhofe überschreiten, so sehen 
wir anfangs nur die rothen Thone mit dem obereocenen Hangenden und 
erst in Wola selbst erscheinen wieder in einem tief eingeschnittenen Bach 
bette die Ropianka-Schichten. 
Es fehlt hier jedoch die echte Strzolka, wir haben nur die oberen 
Ropianka-Schichten beobachtet, in denen einige (jetzt verlassene) Schächte 
angelegt sind. 
Es scheint, daß das Oel hier in dem oberen Ropianka-Horizonte 
auftritt, da wir in der Schlucht am Bache Schichten eines grobkörnigen, 
zerklüfteten Sandsteines beobachteten, der sehr schöne Naphta-Ausbisse zeigte 
und der den plattigen, dunklen Schiefern und Sandsteinen, also unseren 
oberen Ropianka-Schichten eingelagert war. Wir glauben jedoch, daß alle 
vorhandenen Schächte diese Sandsteine zu nahe am Ausgehenden ange 
fahren haben, was wohl die Ursache des Mißerfolges derselben gewesen 
sein mag. 
Diese Aufbruchswelle zieht sich weiter gegen Wawrzka, wo ganz analoge 
Verhältnisse herrschen, mit dem Unterschiede höchstens, daß der Aufbruch in 
Wawrzka energischer ist, so daß daselbst die unteren Ropianka-Schichten zu 
Tage treten und die Grundlage eines wichtigen Naphta-Bergbaues bilden. 
In der Richtung von Wawrzka gegen Ropa zu begegnen wir bald 
dem Menilit-Schieferzuge, dessen eine Wand wir bereits an der Mündung 
des Drggówka-Baches in den Ropa-Fluß beschrieben haben. 
Auf diese Art haben wir den Bau der ganzen Gegend von Ropa 
kennen gelernt. Wir haben hier also drei parallele Antiklinalen 
älterer Schichten vor uns, die in Gestalt großer zusammengeschobener 
Falten von SO. gegen 9kW. streichen. Die am weitesten gegen S. vorge 
schobene Falte zieht sich über Klimkówka, Wola nach Wawrzka, die zweite 
geht über Lofie bis zum Helm, die dritte endlich nimmt den nördlichen 
Theil von Ropa ein, d. i. die Gegend von Blich. Während die zwei süd 
lichen Falten zusammengeschoben und von geringem Durchmesser sind, 
ist die Aufbruchswelle des Blich im Gegentheile groß, fällt zu beiden 
Seiten regelmäßig und erstreckt sich mit ihrem nördlichen Flügel bis nach 
Szymbark. Alle diese Aufbrüche reichen bis in den Horizont der unteren 
Ropianka-Schichten oder die eigentliche Strzolka, darauf kommen die rothen 
Thone mit den Nummuliten-Sandsteinen, endlich das obere Eocen. Die 
höchsten Theile der Sättel gehören wahrscheinlich dem Oligocen. 
Wir haben ferner beobachtet, daß mitten in diesen Schichten sich ein
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        38 
Menilit-Schieferzug einkeilt, der in Löste beginnt und anfangs, bis zur 
Gegend des Hebn, sich regelmäßig in der allgemeinen Streichungsrichtung 
hinzieht, bis er in der Nähe von Helm sich plötzlich gegen N. wendet. 
Alle diese Aufbruchswellen werden durch das Ropa-Thal durch 
schnitten, so daß in der Thalsohle selbst blos die unteren Theile des aus- » 
gewaschenen Sattels sichtbar sind, während die naheliegenden Berge die 
jüngeren Schichten zeigen. 
Auf diese Weise hätten wir die Uebersicht des Flußgebietes der Ropa 
und damit auch des östlichen Theiles unseres Terrains beendigt. 
Wir wenden uns jetzt weiter gegen Westen und vor Allem in das- 
Gebiet des Biala-Flusses. 
B. Das Flußgebiet der Biala. 
1. Die Gegend des Mata-Thales non FloriMa über Okijbcm) bis 
hinter Mbonm. 
(Durchschnitt Nr. 3.) 
Die orographische Charakteristik, welche wir für das östliche Terrain 
angegeben, ist auch das für Flußgebiet des Biata-Thales vollkommen an 
wendbar, und läßt sich mit wenigen Worten folgendermaßen schildern. 
Alle Gebirgszüge sind niedrig (der höchste Punkt „Jaworz" südlich 
von Grybów erhebt sich säum 882 m.) kurz, und erstrecken sich entweder 
inn allgemeinen Streichen NW.—SO., oder weichen hievon wenig ab. Die 
Längsthäler sind eng, unbedeutend, hingegen aber die Querthäler stark 
entwickelt und im ganzen Terrain überwiegend. Zu den letztereit gehört 
das Biata-Thal, das von Brunary an bis an die Grenze unseres Terrains 
immer mehr oder weniger in der nördlichcil Richtung fließt, und auf diese 
Weise alle Schichten etwas schief vcrguert. 
Gegen Norden senkt sich das ganze Terrain, und in der Gegend von 
Bobowa befinden wir uns auf einer Hochebene, die nichts anderes ist, als 
eben die Fortsetzung jenes Plateaus, das wir bereits kennen gelernt, und 
auf dem Lipinki, Wojtowa, Kobylanka u. s. w. liegen. 
Der geologische Bau dieses Terrains hat viel Analogie mit dem 
des Ropa-Gebietes, in vielen Fällen wiederholt sich fast ganz genau das 
selbe. Dadurch werden unsere bisherigen Anschauungen über den Bau 
der westgalizischen Karpathen ergänzt und aufgeklärt. 
Den ersten wichtigen und interessanten Punkt des ganzen Terrains 
bietet die Stadt Grybów selbst mit ihrer Umgebung dar.
        <pb n="47" />
        39 
Wenn wir von dem Bahnhöfe gegen die Stadt zu längs des Biata- 
Fluffes schreiten, erblicken wir ungewöhnliche Schichten in mächtiger Ent 
wickelung und sehr complicirter Lagerung. Angefangen von der letzten 
Häuserreihe der Stadt, bis zur Brettsäge passiren wir lauter Schichten 
köpfe, die mit steilem Verflächen gegen SW. einfallen. Es sind das dunkle, 
thonig mergelige, dünngeschichtete Schiefer ohne Versteinerungen und mit 
einem sehr geringen Kalkgehalt. Außer dem steilen Einfallen zeigen sie 
auch andere Unregelmäßigkeiten in der Lagerung, so daß man schon auf 
einer Fläche von wenigen Quadratmetern zahlreiche Knickungen, Windungen 
und Verwerfungen beobachten kann, wodurch natürlicher Weise die Con- 
statirung des Streichens und des Fallens wesentlich erschwert wird. 
Man muß gestehen, daß auf Grund des petrographischen Charakters 
allein das Alter dieser Schiefer nicht bestimmt werden könnte, da ähnliche 
Gesteinsarten ebenso in den oberen oder in den unteren Ropianka-Schichten, 
als auch in der Menilit-Schiefergruppe vorkommen. Auch die Art und 
Weise der Lagerung entscheidet in dieser Hinsicht gar nichts, indem derartige 
Unregelmäßigkeiten sich sowohl in der Strzolka, als auch in den Menilit- 
Schiefern zu wiederholen pflegen. 
Das Räthsel, welches die Schichten darbieten, wird jedoch bald gelöst, 
wenn wir uns einige Schritte längs des Flusses bergauf bis zum Eisen- 
bahnviaduct begeben. Hier sehen wir ganz deutlich, wie in diese merge 
ligen Schieferthone sich kaffeebraune Schiefer einschalten, die Schuppen 
von Moietta erenata (Golds.) an ihren Schichtenflächen, sowie auch ge 
bänderte Hornsteine in den Zwischenlagen enthalten. 
Roch höher, wo der Strzylawka-Bach in den Biata-Fluß mündet, 
sammelten wir echte Menilite. Es sind das also zweifellos echte Menilit- 
Schiefer, die mit den beschriebenen räthselhaften Schiefern ^lterniren, so 
daß unserer Ansicht nach der ganze Theil des Biata-Thales vom Bahn 
höfe an bis zum Viaduct.der Menilit-Schiefergruppe angehört. Auch Thon 
eisensteine haben wir oberhalb des Viaductes in bedeutender Mächtigkeit 
angetroffen. Die Lagerungswcise dieser Schichten ist sehr auffallend, denn 
während wir in der Nähe der Brettsäge beim Bahnhöfe das SW.-Ver- 
flächen beobachteten, ist dasselbe oberhalb des Viaductes ganz bestimmt 
gegen NO.; — das Streichen in beiden Fällen ziemlich regelmäßig nach NW. 
Das Räthsel ist nun gelöst; ähnlich wie an vielen anderen Orten 
des östlichen Theiles unseres Terrains, bildet der Menilit-Schieferzug auch 
hier eine zusammengeschobene Mulde die sich in der allgemeinen Ltrei- 
chungsrichtung hinzieht und mit ihren Flügeln senkrecht auf diese Richtung 
verflächt. Die Mitte dieser Synklinale fällt mehr oder weniger in die Gegend 
der Brettsäge und dieser Umstand erklärt uns zur Genüge, sowohl dcw 
steile Verflächen der Schichten, sowie ihre große Unregelmäßigkeit au diesem
        <pb n="48" />
        40 
Punkte. Es ist nämlich ganz natürlich, daß bei einer zusammengescho 
benen Synklinale die größte Unregelmäßigkeit dort entsteht, wo die zwei 
entgegengesetzten Kräfte, d. i. Druck und Gegendruck, sich begegnen, und 
dieser Punkt befindet sich eben in der Mitte der Mulde. 
Indem wir also das Vorhandensein des Menilit-Schieferzuges fest 
gestellt und seine Lagerung betrachtet haben, wollen wir noch sein Liegen 
des und somit auch sein Verhältniß zu anderen Schichten kennen lernen. 
Zu diesem Zwecke begeben wir uns hinter dem Viaducte in eine 
Schlucht, die gegen Strzylawka hinauffiihrt. Anfangs bewegen wir uns 
noch immer in dem mächtig entwickelten System des Menilit-Schiefers, der 
hier in seiner typischen Ausbildung zur Entwickelung gelangt. 
Unterhalb des Bräuhauses bei der Attinenz Strzylawka endigen die 
Menilit-Schiefer, und es erscheint in ihrem Liegenden eine kleine Schicht dünn- 
gebänkter Sandsteine, die wie wir es gleich sehen werden nur Eocen sein können. 
Vor Allem wollen wir hier des besseren Verständnisses des Baues 
dieser Schlucht halber in Erinnerung bringen, daß in dem Orte, wo die 
Mulde aufhört, zwei Fälle eintreten können: 1. entweder erhebt sich das 
ganze Schichtensystem, um die nächstfolgende Antiklinale zu bilden, oder 
2. verschwindet der obere Theil dieser Antiklinale und bildet auf diese 
Weise einen Lnftsattel. 
Hier tritt eben dieser zweite Fall ein (was übrigens bei den Me 
nilit-Schiefern oft geschieht), nämlich die Menilitschicfer verschwinden in 
unserem Profil. An ihrer Stelle beobachten wir in ihrem Liegenden in 
der Nähe des Bräuhauses unsere rothen Thone in einer mächtigen Ent 
wickelung. Dieser Punkt ist in unserem Durchschnitte sehr wichtig. Denn 
in den höheren Partieen der rothen Thone zeigt sich hier unser Nummu- 
liten-Sandsteiir, der an dieser Stelle seinen Namen im vollen Maße verdient, 
indem er ziemlich gut erhaltene Exemplare von Niunmiilites Lucasana 
(Defr.), Nummulites irregularis (d’Orb.) und andere in großer Jndivi- 
duenanzahl führt. 
Die rothen Thone bilden mit dem Nummuliten-Sandstein das Lie 
gende des bereits erwähnten dünnplattigen Sandsteins und somit auch der 
Menilit-Schiefer, wir haben es also hier noch immer mit dem südlichen 
Flügel der Grybower Mulde zu thun. 
Noch höher treten die unteren Ropianka-Schichten in Gestalt echter 
Strzolka zu Tage. Hier fanden wir noch im Vorjahre ein unbestimm 
bares Bruchstück eines Ammoniten. Diese Ropianka Schichten, die zuerst 
unter die rothen Thone concordant einfallen, zeigen in einiger Ent 
fernung ein entgegengesetztes Verflächen, welcher Umstand beweist, daß 
die Grybower Synklinale hier endigt und dem nächstfolgenden correspon- 
direnden Sattel Platz macht.
        <pb n="49" />
        41 
Außer den unteren Ropianka-Schichten erscheinen hier übrigens im 
Hangenden und alternirend ' mit ihnen auch die oberen in Gestalt von 
dunklen schieferigen Mergeln und plattigen Sandsteinen, und so geht es bis 
Cieniawa fort, wo die rothen Thone immer mehr und mehr an Mächtig 
keit zunehmen, bis sie endlich auf einmal unter den mächtig entwickelten 
eocenen Sandsteinen verschwinden. 
Dasselbe Profil erhalten wir, tvenn wir von Grybów die Eisenbahn- 
trace verfolgen oder den Bach „Pajgka", der beinahe parallel mit dem 
Strzylawka-Bache fließt, hinaufgehen. 
Besonders interessante Durchschnitte sehen wir bei den Wächterhäuseru 
Nr. 59 und 57. Bei Nr. 59 endigen die rothen Thone, jedoch ist da 
keine scharfe Grenze vorhanden, im Gegentheil der Uebergang ist ganz 
allmählig, so daß man die Wechsellagerung der Thone mit den eocenen 
Schiefern und Sandsteinen beobachten kann. Nicht weit vom Wächter 
hause Nr. 57 liegt ein Steinbruch, in dem mächtige Bänke eines Sand 
steines mit kleinen Hieroglyphen entblößt sind. In den Zwischenlagen 
sieht man harte, branngraue, gelblich verwitterbare Schiefer. 
Beim Bahnhöfe in Ptaszkowa erscheinen zum letzten Male die 
rothen Thone, mit den glasigen Sandsteinen, ihr Liegendes d. i. die Ro- 
Pianka-Schichten sind erst unten im Bache zu sehen, während längs der 
Trace nur ihr Hangendes d. i. eocene Sandsteine entwickelt sind. Der 
mit dem Namen „Gorki" bezeichnete Gipfel, auf den die Eisenbahn in 
einem großen Bogen hinaufsteigt, ist aus dünnplattigen grobkörnigen Sand 
steinen, von wahrscheinlich obereocenem Alter aufgebaut. 
Hinter dem Ptaszkowa-Bahnhofe verschwinden die rothen Thone 
gänzlich, und an ihrer Stelle erscheint ein äußerst mächtiger Zug eoceuer 
Sandsteine, der sich bis Neu-Sandec in das Flußgebiet des Dunajec- 
Flusses hinzieht. Unsere Beschreibung der westlichen und südwestlichen 
Umgebung von Grybów wollen wir noch dahin ergänzen, daß die 
höheren Partieen der Gebirgszüge fast ausschließlich aus einem harten 
eocenen Sandsteine mit Hieroglyphen aufgebaut sind. 
Ta die ganze Stadt Grybów auf Menilit Schiefern ruht, die ein 
wenig Oel enthalten und deshalb stark bituminös sind, so äußert sich dieser 
Umstand in einer sehr ungünstigen Weise ans alle Brunnen in Grybów, 
indem das Trinkwasser überall mit Naphta verunreinigt ist und einen un 
angenehmen bituminösen Geschmack annimmt. Diese Schichten sind, 
ähnlich wie es sonst überall der Fall ist, sehr reich an Gasen, die in den 
Brunnen und Schächten stark fühlbar werden, so daß sie einmal —, beim 
Abteufen einer Cisterne, die Veranlassung zu einer gewaltigen Explosion 
waren, die sogar einem Arbeiter das Leben kostete. 
Auf diese Weise haben wir den ganzen südwestlichen Theil der
        <pb n="50" />
        42 
großen Grybower Mulde und des benachbarten Sattels kennen gelernt. 
Es entsteht nun die Frage, wie es sich mit -dem nördlichen Flügel dieser 
Synklinale verhält? — Um darauf antworten zu können, müssen wir 
von der Brettsage an uns mit dein Laufe des Flusses nach NO. begeben. 
Wir sehen eine Zeit lang dieselben Menilit-Schichten mit dem Ver 
flachen nach SW., die in dem Maße, als man sich vom Mittelpunkte der 
Mulde entfernt, eine mehr regelmäßige Lagerungsweise aufweisen, ähnlich 
wie es an dem äußeren Theil des südlichen Flügels der Fall ist. Unweit 
der Attinenz Bajorki endigen die Menilit-Schiefer ganz, und es erscheinen 
im Liegenden zuerst eocene Sandsteine, nachher die rothen Thone, resp. 
die Ropianka-Schichten. 
Es ist auffallend, daß sowohl die rothen Thone, als auch insbesondere 
die unter ihnen gelegenen Ropianka-Schichten sehr schwach entwickelt sind, 
so daß der ganze Aufbruch sehr schmal ist. Es herrscht hier also ein 
ganz entgegengesetztes Verhältniß als im südöstlichen Flügel der Grybower 
Mulde. Dieser Umstand wird uns noch mehr auffallen, wenn wir be 
denken, daß im nahen Bache (rechte Seite des Biata-Flusses) oberhalb 
der Eisenbahnstation, als korrespondirend mit dem Orte, wo wir uns 
gegenwärtig befinden, die Ropianka-Schichten und die rothen Thone 
mächtig entwickelt sind. Wir werden später die Gelegenheit haben, auf 
die Erklärung dieser Erscheinung zurückzukommen. Uebrigens ist da her 
vorzuheben, daß alle Schichten, die das Liegende der Menilit-Schiefer 
bilden, fast ganz regelmäßig gegen SW. verflächen, so daß die Synkli 
nale, die wir für das Grybower Thal angenommen, dadurch einen wichtigen 
Beweis erhält. 
Noch weiter gegen N. verschwinden die Ropianka-Schichten und die 
rotheil Thone gänzlich; der Aufbruch ist hier sehr schwach und das ganze 
Terrain zeigt nur riesig entwickelte eocene Sandsteine, die hinter dem 
äußeren Flügel der Grybower Synklinale mit einer kleineil sanften 
Mulde beginnen, also ganz analog zu den Verhältnissen im nördlichen 
Theile des Flußgebietes der Ropa hinter Szymbark gegen Gorlice zu. 
Bevor wir zur näheren Betrachtung dieser Gegend schreiten, ist es 
angezeigt früher zum oben erwähnten Bach oberhalb der Eisenbahnstation 
zurückzukehren, der von dem Bergrücken zwischen dem Flußgebiet der Ropa 
und Biata herunterfließt. 
Anfangs, bis zu dem Orte, wo sich der Bach mit der Gorlice-Gry- 
bower Chaussee kreuzt, sehen wir die unteren RopiankaSchichten in einer 
überaus schönen Entwicklung. Es ist das die typische echte Strzolka, mit 
ihrer grünlichen Färbung, krummschaligen Textur und zahlreichen Hiero 
glyphen an der Schichtfläche. Hier ist es uns gelungen, einige Bruchstücke 
von Jnoceramus A. Cripsii zu finden.
        <pb n="51" />
        43 
Beim Studium dieser Schichte» fällt uns der Umstand auf, daß, 
obwohl wir uns in diesem Bache in der Streichungsrichtung bewegen, wir 
jedoch das Verflachen der Schichten rechtsinnisch gegen uns zu, d. i. nord 
westlich bemerken. Um unsere Meinung über diese Erscheinung auszu 
sprechen, wollen wir uns hier eines bildlichen Vergleiches bedienen. 
Denken wir uns z. B. ein zur Hälfte offenes Buch mit den Längs 
seiten des Einbandes auf den Tisch gestellt. Ein Buch in dieser Lage 
wird uns einen regelmäßigen Sattel darstellen, dessen Flügel beiderseits 
abfallen, dessen Rücken aber in einer horizontalen Linie liegt. Heben 
wir nun eine Seite in die Höhe, so daß das Buch bloß mit zwei Spitzen 
auf dem Tische ausruht, so haben wir zwar dasselbe Verflächen der Sattel 
flügel vor uns, aber der Rücken wird keine horizontale, sondern eine ge 
neigte Linie bilden. 
So einen schiefen Sattel haben wir nun in der erwähnten Gegend 
vor uns, derselbe ist nichts anderes als die Fortsetzung des Ropianka- 
Zuges, den wir schon am Blich beobachteten und dessen Aufbruch hier 
weniger intensiv wird, so daß der ganze Rücken sich in der Strcichungs- 
richtung senkt. Erst jetzt wird uns klar, warum die Ropiauka-Schichten 
in dem äußersten Flügel &gt;der Grybower Synklinale so schwach entwickelt 
sind, — denn dort reducirt sich der ganze Aufbruch zu einem Minimum. 
Erwähneuswcrth ist noch der Umstand, daß gegenüber diesem Orte am 
linken Biata-Ufer Naphta-Ausbisse sich befinden. 
Oberhalb des Punktes, wo unser Bach mit der Chauffée kreuzt und 
von wo an derselbe beinahe parallel mit der Straße fließt, alterniren die 
unteren Ropianka-Schichten mit den oberen, bis sie zuletzt von den rothen 
Thonen überlagert werden. Es ist selbstverständlich, daß wir noch höher 
oben an der Wasserscheide zwischen dem Biaka- und Ropa-Flusse zu 
unserem Eocen gelangen. Da die Gesteine dieselben sind, wie in der 
ganzen Grybower-Gegend, so wollen wir darüber keine Worte verlieren 
und wenden uns gegen N., indem wir dem Laufe des Biaka-Flusses 
folgen. — Wir haben bereits oben bemerkt, daß die Gegend nördlich von 
Grybüw viele Analogie mit jener nördlich von Szymbark im Flußgebiete 
der Ropa darbietet. 
Diese Aehulichkeit wird uns noch mehr auffallen, wenn wir uns weiter 
gegen N. in die Gegend von Bobowa begeben. Aehnlich wie bei Wojtowa, 
Libusza u. s. w. haben wir auch hier eine wellige Hochebene, die aus 
sanften, großen, sich an das südliche Terrain anschmiegenden Falten auf 
gebaut ist. 
Die vorwiegende Felsart bildet ein grobkörniger, leicht zerreiblicher 
Sandstein mit einem mergeligen Bindemittel ohne organischer Reste, ohne 
Hieroglyphen und Fucoideu. Dem Einflüsse der Atmosphäre ausgesetzt,
        <pb n="52" />
        zerfällt er in Sand und gelben Lehm, der in mächtigen Massen die Ab 
hänge der Schluchten und Steinbrüche bedeckt. 
Außer dem Sandsteine findet man hier mergelige Schiefer überfüllt 
mit Quarzkörnern, die auch so leicht verwittern wie das erstere Gestein. 
An vielen Stellen zeigen diese Schichten schöne Naphtaspuren, theils an 
der Oberfläche des Terrains in Gestalt von sogenannten „ausgebrannten 
Orten", theils im Gesteine selbst, dessen Handstücke in ein ruhiges Wasser 
hineingelegt Oeltropfen ausscheiden. Trotzdem hat sich hier kein Naphta- 
Bergbau entwickelt, nur in Strode und Szalowa hat man in dieser Rich 
tung kleine Proben angestellt. — 
Aehnlich wie im Wojtowa-Libusza'er Terrain begegnen wir auch 
hier einem Menilit-Schieferzug, der bei Szalowa unterhalb Stà er 
scheint, und sich weiter nordwestlich von Bobowa gänzlich verliert. 
Derselbe besieht hier aus kaffeebraunen bituminösen, naphtaführenden 
Schiefern mit zahlreichen Fischresten und gebänderten Hornsteinen, und 
bildet eine schmale Mulde. Wir waren nicht in der Lage hier jene 
naphtaführenden Sandsteine, welche gewissermaßen die Oelreservoire bilden, 
zu beobachten, es ist jedoch möglich, daß dieselben in der Teufe vorhan 
den sind. 
Erwähnenswerth ist hier die mächtige Entwickelung des Berglehms, 
der an den Löß erinnert und dessen näheres Studium außer dem Bereiche 
unserer Aufgabe war. Wenn wir zu dieser Beschreibung noch den Um 
stand hinzufügen, daß dieser grobkörnige und dickbänkige Sandstein die 
Tendenz besitzt, große pittoreske Felspartieen zu bilden (so z. B. in der 
Gegend vonCchrckowice),die an ähnliche Felsen des sogenannten Jamna-Sand- 
steins in der Gegend von Bubniszcze, Urycz u. s. w. im östlichen Galizien 
erinnern, so sind wir mit der nördlichen Umgebung von Grybäw zu Ende. 
Das Grybower Thal korrespondirt durch eine große Schlucht mit 
der Gegend von Siottowa nordwestlich von der Stadt selbst. In dieser 
Schlucht sehen wir anfangs MenilitSchiefer, ähnlich entwickelt wie im Biaļa- 
Thale mit einem regelmäßigen Streichen nach NW. und SW.-Fallen, 
mit anderen Worten wir stehen hier in der Fortsetzung des nördlichen 
Muldenflügels von Gryböw. 
Noch' höher dem Bache hinauf gleich unterhalb des Dorfes kommen 
wir auf das Liegende der Mcnilit-Schiefer, namentlich zum Eocen, 
welcher sich hier in Gestalt mächtig gebänkter Biotit führender Sandsteine 
darstellt. 
Noch höher sieht man den glasigen Sandstein, Spuren von rothen 
Thonen, weiter die oberen Ropianka-Schichten und endlich echte Strzolka 
mit ihren Hieroglyphen, Kalkspathadern u. s. w. Einige (jetzt verlassene) 
Schächte knapp am Bache sind unglücklich angelegt, nämlich in den Eocen-
        <pb n="53" />
        45 
schichten, die das Liegende der Menilit-Schiefer bilden. Ta diese Schichten 
sehr steil aufgerichtet sind und keine Naphta enthalten, so ist die Anlage 
von Schächten in denselben ein großes Wagniß, und das um so mehr, als 
das Liegende derselben hier durch die rothen Thone gebildet wird, deren 
Mächtigkeit sehr bedeutend sein kann. Uebrigens werden wir noch einmal 
die Gelegenheit haben in Betreff unserer Anschauungen über den Naphta- 
Bergbau dieser Gegend darauf zurückzukommen. 
Die höheren Partieen der Berge in der Umgebung von Siolkowa 
bestehen aus dem Eocen. 
Es erübrigt uns nur noch den südlichen Theil der Grybower Gegend, 
namentlich das obere Gebiet des Biala-Thales näher zu betrachten. — 
Dieses Terrain bietet wenig Interessantes dar, denn es wiederholt sich hier 
mit einer großen Einförmigkeit dasselbe, was wir bereits im O. im 
Flußgebiete der Ropa beobachtet haben. 
Der Menilit-Schieferzug verschwindet bald. Schon gleich hinter der 
Stadt, an der Straße, die nach Biaļa wyöna führt, erscheint der eocene 
Sandstein in mächtiger Entwickelung und bildet große Wände längs des 
Flußufers. Weiter bei Kgclowa sehen wir die Ropiauka Schichten und 
die rothen Thone. Es ist offenbar derselbe Zug, der von Wawrzka kommt 
und den wir in einer so schönen Entwickelung am Strzylawka-Bache be 
obachteten. 
Es ist aber auffallend, daß der Aufbruch der älteren Schichten hier 
sehr klein wird, während doch derselbe Zug einerseits in Wawrzka, 
anderseits bei Strzytawka so stark entwickelt ist. Es ist das also eine 
Analogie zu jener Erscheinung, die wir in der nördlichen Aufbruchswclle 
der Ropianka-Schichten bei Bajorki bereits beobachtet haben. 
Ueberdies liegen diese beiden Punkte wo der Aufbruch schwächer wird, 
— uämlich Bajorki und Kgclowa, — wie ein Blick auf die geologische Karte 
zeigt, in derselben Richtung, so daß diese Thatsache mit unserer Anschauung 
über die Tektonik jener Gegend ganz gut übereinstimmt. 
Weiter oberhalb Kgclowa verschwinden die Ropianka-Schichten und 
an ihrer Stelle entwickeln sich äußerst mächtige eocene Schichten, in Ge 
stalt massiger Sandsteine, die das malerische Aussehen der Landschaft be 
dingen und an den Jamna-Sandstein erinnern, obwohl dieselben auf Grund 
ihrer Lage (im Hangenden der rothen Thone) zweifellos dem Eocen an 
gehören. Es sind das dieselben Sandsteine, die wir einerseits zwischen 
Löste und Klimküwka, andererseits aber am Ptaszkowa'er Berge beobachtet 
haben. 
Wenn wir uns noch weiter nach Süden, in die Gegend von „Florynka, 
Brunary und Snietnica" begeben, so beobachten wir, daß diese ganze 
Gegend von rothen Thonen, die hier in einer erstaunenswerthen Mächtig-
        <pb n="54" />
        46 
feit entwickelt sind, aufgebaut ist. Zu beiden Seiten des Flusses sehen 
wir auf viele Kilometer langen Strecken nichts als Wände von rothen 
Thonen und glasigen Sandsteinen, und nur hie und da ragt in tieferem 
Einschnitte die Strzolka heraus. Es ist dies bis nun die einzige Erschei 
nung dieser Art in unserem Terrain. 
Aehnliches werden wir weiter gegen W. in der Gegend von Pisar- 
zowa und Limanowa kennen lernen. Was die Naphta-Ausbisse anbelangt, 
so haben wir dieselben nur bei Florynka beobachtet. 
Hiemit schließen wir die Beschreibung des Biaia-Thales in der Ge 
gend von Gryböw ab. Mitten durch die Stadt geht eine Menilit-Schie- 
fermulde, deren Liegendes, das aus dem Eocen, rothen Thonen und 
Ropianka-Schichten besteht, sich auf beiden Flügeln dieser Synklinale, d. r. 
im WO. nnb ©%). 3u beiben ©eiten bet Mbe e^cben ¡4 bie 
älteren Schichten, und bilden correspondirende Sättel. — Ties ist der 
kurze Inhalt dieses Abschnittes, den wir hiemit beenden und uns weiter 
gegen W. begeben. 
2. Oie Gegend des Ģrittlonm-Oaches. 
(Durchschnitt Nr. 4.) 
Gegen W. von Gryböw zieht sich in der allgemeinen Streichungs 
richtung ein Gebirgszug, „Rosochatka" genannt (der höchste Punkt reicht 
bis 750 m), der die Wasserscheide zwischen den Flußgebieten der Biala 
und des Dunajec bildet. 
Auf seiner nördlichen Abdachung, wo die Ortschaften Mogtlno, Posa- 
dowa, Kru/ckowa und Stara-Wieä liegen, entspringeit einige Bäche, die in 
tiefeingeschnittenen Schluchten fließen und sich in einem größeren, den so 
genannten Kruölowa-Bach vereinigen. 
Dieser Hauptgebirgszug Rosochatka nimmt den bedeutendsten 4. heil 
des ganzen Terrains ein, denn außer ihm haben wir in dieser Gegend 
nur noch eine kleine parallele Bergkette im Dorfe Kru/lowa. Den ganzen 
Raum zwischen dem einen und anderen Gebirgszuge erfüllen blos die 
Querrücken, die von Rosochatka auslaufen und die eigentlich nichts an 
deres sind, als nur die Ausläufer des durch tiefe Schluchten durchfurchten 
Hauptzuges. 
Diese geographische Eigenthümlichkeit muß man stets vor Augen 
haben, wenn man den geologischen Bau dieser Gegend verstehen will. 
Beginnen wir nun unsere Uebersicht von dem zweiten d. i. dem am meisten 
gegen N. gelegenen Seitenzuge. 
Von der Ortschaft Sioikowa, die wir bereits kennen, gelangen wir 
auf einem Bergrücken neben dem Meierhofe in das Gebiet der eocenen
        <pb n="55" />
        47 
Sandsteine, die keine besondere Beschreibung benöthigen, da wir dieselben 
bereits in Siotkowa und anderen Orten der Grybower Gegend kennen 
gelernt haben. 
An dem Punkte, wo der Weg vom Meierhofe schon gegen KruAowa 
zu sich in das Thal senkt, haben wir parallel mit der Straße einen 
kleinen, aber sehr instruktiven Einschnitt, auf den wir besonders hinweisen. 
Zu unterst sieht man in diesem Einschnitt, typische untere Ropianka- 
Schichten, in denen einige Bruchstücke von Jnoceramus gefunden wurden, 
unmittelbar darauf kommen die rothen Thone in Wechsellagerung mit 
unserem Nummuliten-Sandstein, in dem wir mehrere sehr schöne und recht 
gut erhaltene Exemplare von Nummulites Lucasana (d’Orb) u. A. ge 
funden haben. Diese Schichten bilden nun das Liegende jener großplat 
tigen mächtigen Sandsteine, welche wir bei Siotkowa wie auch anderen 
Orten der Umgebung von Grybów beobachteten. 
Aber auch in diesem Sandstein selbst, oberhalb der rothen Thone, 
fanden wir unzweifelhafte Nummuliten, so daß die Zugehörigkeit dieses 
ganzen Schichtencomplexes zum Eocen keinem Zweifel unterliegt. 
In einem und demselben kleinen Durchschnitte haben wir also Jno- 
ceramen und Nummuliten; die rothen Thone bilden das Verbindungs 
glied zwischen diesen beiden altersverschiedenen Schichten. Der Ueber- 
gang ist ganz allmählig und so klar, daß von einer Transgression oder 
einem Beobachtungsfehler gar keine Rede sein kann. 
Indem wir nun auf diesen interessanten Durchschnitt, auf den wir 
nochmals bei unserer allgemeinen theoretischen Betrachtung zurückkehren 
werden, hinweisen, gehen wir in unserer Betrachtung um einen Schritt 
weiter. 
Ein Blick auf die geologische Karte zeigt uns, daß wir hier denselben 
Ropianka-Zug vor uns haben, den wir in Siotkowa in Bajorki, im Biata- 
Thale, in der Schlucht beim Grybower Bahnhöfe, in Ropa am Blich 
u. s. w. beobachtet haben. 
Wenn wir jetzt den beschriebenen Gebirgszug quer durchschneiden, 
und uns von Ober-Kru/lowa nach Chodorówka begeben, so erblicken wir 
in regelmäßiger Reihenfolge dieselben Verhältnisse wie in dem correspon- 
birenden Gebiete des Biata-Thales. 
Schon in der Nähe von Unter-Krmlowa verschwindet der Aufbruch 
der Ropiauka-Schichten, und an ihrer Stelle erscheinen eocene Sandsteine 
und zwar die nämlichen, die in der beschriebenen Schlucht über den Num- 
muliten-Schichten liegen. 
Weiter mit dem Laufe des Baches gegen N. ändert sich das Ge 
stein, es erscheinen nämlich massige Sandsteine mit einem mergeligen Binde 
mittel, leicht in feinen Sand und Lehm verwitternd, die die Tendenz
        <pb n="56" />
        48 
besitzen große pittoreske Felsen zu bilden. Wir nähern uns somit dem 
nördlichen Terrain der Bobowa'er Gegend, die wir bereits früher können 
gelernt. Wenn wir noch hinzufügen, daß der ganze Kru/lower Zug von 
großen Massen gelben Lehmes bedeckt wird, so sind wir mit unserem 
Profil in dieser Richtung zu Ende. 
Gegen S. von Kru/lowa liegt am Fuße des Rosochatka-Berges das 
Dorf Stara wies, wo ein ziemlich wichtiger Bergbau sich zu entwickeln 
beginnt. In dem Bach-Einschnitt, an dessen Ufern zahlreiche Schächte 
angelegt sind, kann man ganz bequem den Bau der Gegend studircn. 
Wir sehen hier die oberen Ropianka-Schichten in einer mächtigen Ent- 
mideiung, bie ben unteren %%eü beë ^aleS ein«^». Sic beste# 
aus dunklen plattigen, feinkörnigen, glimmerreichen Sandsteinen, dunklen 
G^eMomi unb mergcíigen Mw# Banötöten bcë 
Sandsteines erinnern sehr mit ihrer krummschaligen Textur an bie echte 
Strzolka, lassen sich jedoch von ihr durch die dunkle Färbung, dann 
Mangel oder geringen Gehalt an Kalk und endlich durch kleinere und 
seltenere Hieroglyphen unterscheiden. Es ist sehr merkwürdig, daß 
mitten in den dunklen Schiefern und Mergeln dieser oberen Ropianka- 
Schichten Sphärosiderite sehr häufig vorkommen. Daneben findet man 
ganze Schichten von Thoneisensteinen zwischen die Schichten eingeschaltet. 
Alle diese Schichten haben mehr oder weniger ein Streichen nach 8 h 
und ein Fallen gegen SW. 
Auf diesen Schichten lagern die rothen Thone mit dem Nummuliten- 
Sandstein. Als eine ungewöhnliche Erscheinung ist hier zu bemerken, daß 
in benSie9cnb#(%teu bcë ganzen big W be#icbe„en 
mäßige 0önfe eincë ^rôte,,, groMörnigcn, 01##,,^,, 6m#emcë, ber 
die Grundlage des Naphta Bergbaues hier bildet, beobachtet wurden. 
Man kann denselben auf allen Halden tiefer Schächte beobachten. 
Er ist großbänkig, dunkelbraun, ganz mit Naphta imprägnirt, und hie 
und da an den Kluftflächen mit Ozokerit belegt. Man könnte also an 
nehmen, daß in Stara wies, die oberen Ropianka-Schichten naphtaführend 
sind, jedoch ist dieser Umstand nicht ganz klar. Denn viele Schächte liefern 
aus der bedeutenderen Tiefe echte Strzolka, es ist also die Möglichkeit, 
daß dieser naphtaführende Sandstein einem tieferen Horizonte angehört, 
nicht ausgeschlossen. Anderseits aber scheint es, daß diese beiden Gruppen, 
nämlich die oberen und die unteren Ropianka - Schichten mit einander 
alterniren» wie wir überhaupt diese Eintheilung vorläufig als petrogi aphische 
Facies, keineswegs aber als Horizonte auffassen. Es ließen sich leider 
keine eingehendere Studien in dieser Richtung in Stara-wieä durchführen, 
indem beinahe die meisten (die tieferen alle) Schächte nur als Bohrlöcher 
angelegt sind. Hervorzuheben ist noch der Umstand, daß die ganze Lage-
        <pb n="57" />
        49 
rung ber Schichten nicht ganz normal ist, es ließen sich sogar einige Ver 
werfungen feststellen. 
Schon ein Blick auf die geologische Karte genügt um zu erkennen, 
baß diese alteren Schichten die weitere Fortsetzung desselben Zuges bilden, 
dessen Sattel südlich von Grybów bei Strzylawka, Cieniawa und Ptasz- 
kowa, sichtbar ist. Allein zum vollständigen Verständnisse und zur Erklä 
rung der Tektonik dieses nördlichen Abhanges der Rosochatka, genügt das 
Studium der Umgebung von Stara-wies nicht. 
Zu diesem Zwecke ist die Beobachtung einiger parallelen Durchschnitte, 
die senkrecht auf den Rücken des Rosochatka-Berges stehen, unbedingt 
nöthig, was durch einige tief eingeschuittene Bäche sehr erleichtert wird. 
Wenn wir uns gegen SW. von Kruxlowa längs eines Baches, an 
dem die Schächte der Kruxlowaer Gesellschaft gelegen sind, begeben, so 
sehen wir zu unterst Ropianka-Schichten mit der rothen Thonen. Darauf 
erscheinen bereits in der Thalsohle großplattige eocene Sandsteine, so daß ~ 
alle Schächte dieses ganze System von tauben Sandsteinen durchfahren 
müssen, bevor sie zu den Ropianka-Schichten gelangen. Die letzteren ent 
halten naphtaführende Sandsteine, und zeigen hier zahlreiche Oel- 
spuren, denn an vielen Punkten genügt es mit dem Stocke in dem Bach 
bette zu rühren, um die Wasseroberfläche mit einer Naphta-Schichte zu 
überziehen. Das Eocen zeichnet sich durch einen großen Wassergehalt 
aus, was für die Bergbaue sehr lästig ist. Diese Erscheinung hat ihren 
Grund in dem Umstande, daß die eocenen Schichten auf den rothen wasser 
dichten Thonen liegen, auf denen sich somit alle Tagwässer ansammeln. 
Weiter oben sehen wir, daß die rothen Thone, bedeutende Flächen 
einnehmen und das Hangende der oberen Ropianka-Schichten bilden, wie 
man es in dem Schacht der „KruLlowaer Gesellschaft" beobachten kann. 
Dieser unglückliche Schacht bewegt sich in den flötzleeren mergeligen Schie 
fern, und die Hoffnung, diese Gesteine bald durchzuteufen, ist sehr gering, 
wenn man bedenkt, daß die Schichten hier steil aufgerichtet sind. 
Oberhalb dieses Schachtes sieht man einen mächtigen Sandstein, mit 
schönen Raphta-Spuren, in dem ein rationell angelegter Schacht ziem 
liche Aussichten auf Erfolg haben dürfte. Der Schacht der Kruxlower 
Gesellschaft trifft jedoch diesen Sandstein nie, indem die Schichten wider- 
finnisch gegen den Berg zu einfallen. 
Die Feststellung der Mächtigkeit der oberen Ropianka-Schichten im 
Schachte der Kruxlower Gesellschaft, würde für den südlichen Abhang 
ber Rosochatka die Frage der Schürfungen auf Naphta endgiltig lösen. 
Etwas höher endigen die Ropianka-Schichten und die rothen Thone 
und an ihre Stelle treten eocene nicht sehr mächtig entwickelte Sand 
steine auf. Bald verschwinden auch diese, und es erscheint ein Menilit- 
Das Petrolcumgrbict. 4
        <pb n="58" />
        Schieferzug in Gestalt einer engen Mulde, die der allgemeinen Streichungs 
richtung folgt. Hier gelaugt also der Menilit-Schieferzug, der nichts 
anderes als die Fortsetzung des Grybomer-Zuges ist, bis beinahe unter 
den Gipfel des Bergrückens Rosochatka. An der südlichen^ Seite dieses 
Zuges sieht man nur das Eocen, wahrend die Ropianka-schichten nicht 
so hoch hinaufreichen, was auch leicht erklärlich ist. Jedes andere Profil 
am nördlichen Abhange der Rosochatka, das mit denn jetzt beschriebenen 
parallel liegt, giebt dasselbe Bild mit sehr geringen Modificationen. So 
sehen wir z. B. weiter im O., in dem Orte, wo die jüdischen Schächte 
gelegen sind, zuerst die unteren Ropianka-Schichten, nachher die rothen 
Thone überlagert von Eocen-Sandstein, bis endlich weiter oben die Me- 
nilit-Schiefer zum Vorschein kommen. 
Der Gipfel des Rosochatka-Berges scheint, wie alle höheren Pickte 
dieser Gegend schon dem Oligocen zu gehören; es ist das jener Land- 
" stein, der die Gehänge mit großen Blöcken bedeckt, und den wir schon 
öfter beobachtet haben. 
Indem wir uns nun gegen W., über die Felder von Posadowa 
noch immer an der Berglehne der Rosochatka bis zu dem Orte begeben, 
wo ein tiefes Querthal den ganzen Zug schneidet, gelangen wir zu einer 
isolirten Bergkuppe, auf der das Dorf Mogilno gelegen ist. 
Wir befinden uns noch immer in der Fortsetzung des Rosochatka- 
Rückens, deswegen ist es auch ganz natürlich, daß wir unterwegs noch 
immer dieselbe Reihenfolge der Schichten antreffen. Eocen, Strzolka, 
Menilite, obere Ropianka-Schichten, alles das erscheint vor uns je nach 
dem wir uns höher oder tiefer im Niveau befinden. 
Da die Gegend von Mogilno schon zum Flußgebiete des Dunajec 
gehört, so werden wir dieselbe erst im nächstfolgenden Kapitel bctrach 
ten, vorläufig wollen wir noch in einigen Worten die Tektonik dieses 
wichtigen nördlichen Abhanges des Rosochatka-Zuges kurz erklären. 
Wir haben schon oben gesehen, daß die Gegend von Grybüw Haupt 
sächlich aus einer großen Mulde besteht, die im Hangenden die Menilit- 
Schiefer, im Liegenden aber ältere Schichten aufweist. Die letzteren er 
heben sich zu beiden Seiten dieser Mulde, namentlich im N. und S. zu 
einem Sattel, während die Menilit-Schiefer verschwinden, ohne in fernerer 
Richtung an dem Baue der Gegend theilzunehmen. Wir haben weitem 
erkannt, daß das ganze System der Schichten ganz regelmäßig gegen 
NW. streicht, darum ist cs auch ganz natürlich, wenn wir längs des 
ganzen Rosochatka Rückens ganz analoge Schichten in ähnlicher Reihen 
folge vor uns haben. Es treten hier jedoch einige Modificationen ein, 
die eine nähere Erörterung verdienen. Abgesehen von dem geringfügigen 
Umstaude, daß der Durchmesser dieses Meuilit-Schieferzuges am Rosochatka-
        <pb n="59" />
        51 
Abhange kleiner ist, als in Grybów, müssen wir doch zugeben, daß die 
hiesigen Verhältnisse nicht ganz dieselben sind, wie in Grybów. 
Indem wir nämlich in Grybów die vollkommenste Regelmäßigkeit 
haben, da die beiden Muldenflügel aus immer älteren Schichten bestehen, 
sehen wir hier diese Mulde mit ihrem südlichen Flügel sich an die eocenen 
und noch jüngeren Gesteine des Rosochatka-Rückens anlehnen. Dieser Um 
stand läßt sich übrigens leicht dadurch erklären, daß der Aufbruch der 
älteren Schichten auf der Stelle nicht so intensiv war, um diese bedeutende 
Niveauhöhe erreichen zu können. 
Als Resultat dieser Erörterungen folgt, daß die beschriebene Gegend 
aus einigen parallel laufenden Aufbrüchen älterer Schichten besteht, in 
die gegen Ş. eine Menilit-Schiefermulde eingekeilt ist. 
C) Das Gebiet des Dunajec-Flnsses. 
1. Die Gegend auf der rechten Seite des Ounajec - bluffes von 
Mogilno über Librantowa bis Wielogtowy und ìlbiad. 
Ter ganze westliche Theil unseres Terrains dessen Beschreibung wir 
diesen Abschnitt widmen, ist in geologischer Beziehung anfangs nichts 
anderes, als die unmittelbare Fortsetzung der Verhältnisse die wir im 
Flußgebiete der Biata beobachteten. 
Das Dorf Mogilno liegt auf einem isolirten Berge, der den nörd 
lichen Abhang der Rosochatka von W. abschließt, während der 
binka-Bach, der auf dem Mogilno-Berge seinen Ursprung nimmt, in einem 
tiefen Erosions-Thale den ganzen Rosochatka-Zug südwärts durchschneidet. 
Wenn wir uns von Posadowa auf die östlichen Abhänge des Mo- 
gilnoer-Berges begeben, erblicken wir an der Sohle die Ropianka-Schichten 
in einem kleinen Aufschluß, darauf die rothen Thone. Die ersteren 
scheinen hauptsächlich aus den oberen Ropianka-Schichten, namentlich aus 
den plattigen, grauen, glimmerreichen Sandsteinen und dunklen Schiefern 
zu bestehen. Die Lagerung dieser Schichten unterscheidet sich vom Baue 
des ganzen nördlichen Abhanges der Rosochatka nur insoferne, daß die 
Schichten etwas mehr gegen W. gerichtet sind, denn ihr Streichen ist WNW. 
Wenn wir uns einige Schritte bergauf begeben, so begegnen wir 
demselben Menilit-Schieferzug, den wir am Abhange der Rosochatka ver 
lassen haben. Er bildet hier eine schmale Synklinale und zeigt ähnlich 
den Ropianka-Schichten ein geändertes Streichen, nämlich gegen WNW. 
Das Liegende der Menilit-Schiefer d. i. das Mittelglied zwischen den rothen 
Thonen und den Menilit-Schiefern ist hier wegen Mangel an Aufschlüssen 
4*
        <pb n="60" />
        52 
nicht sichtbar. Daß jedoch seine Mächtigkeit nicht sehr groß sein kann, 
beweist der Umstand, daß von zwei Schachten des Herrn Gttzbocki, die 
hier sehr nahe neben einander gelegen sind, einer ganz in den Ropianka- 
Schichten, der andere aber in den Menilit-Schiefern abgeteuft ist. 
Der erste Schacht beweist auch, daß die oberen Ropianka-Schichten 
hier ganz schwach entwickelt sind, indem wir auf der Halde zumeist 
strzolkaartigen Gesteine erblicken. 
Was die tektonische Form dieses Menilit-Schieferzuges anbelangt, so 
kann man trotz des mangelhaften Aufschlusses erkennen, daß hier ähnlich 
wie am ganzen Rosochatka-Berge eine schmale Mulde concordant mit den 
älteren Schichten existirt. 
Es fällt uns jedoch hier ein anderer Umstand auf. Während süd 
lich von KruLlowa, Posadowa u. s. w. die Ropianka-Schichten im Liegen 
den der Menilit-Mulde sich nur am nördlichen Flügel zeigen, sehen wir 
hier dieselben auch am südlichen Flügel. Dieser Umstand ist leicht erklär 
lich, da der isolirte Berg von Mogilno, nichts anderes ist, als eine durch 
die Erosion getrennte Partie der Rosochatka und in Folge dieser tief 
greifenden Auswaschung wurden die Ropianka-Schichten im Liegenden des 
südlichen Flügels der Menilit-Mulde entblößt, während dieselben weiter in 
der Richtung gegen O. unter der großen Masse des Eocens ver 
schwinden. 
Wir haben also im Bergbaugebiet des Herrn Gebockt folgende 
Verhältnisse: Eine schmale Menilit-Schiefer- und Eocen-Synklinale streicht 
nach WNW. im Liegenden erscheinen die Ropianka-Schichten und zwar 
derart, daß ihr Versuchen in der Nähe der Menilite steil gegen NON. 
weiter jedoch unten am Lubinka-Bache ganz entgegengesetzt gegen SWS. 
ist, was man bei der ferneren Entwickelung des Bergbaues in Mogilno 
wohl berücksichtigen soll. 
Dieser Ropianka-Sattel ist sehr eng, denn weiter dem Bache abwärts 
im S. beobachten wir, daß derselbe ganz verschtvindet während nur noch 
die rothen Thone sichtbar sind. Noch weiter unten gelangen wir in die 
erwähnte tiefe Schlucht, die den Rosochatka-Rücken von W. schneidet, 
und sich durch ein landschaftlich schönes, malerisches Aussehen auszeichnet. 
Die Wände der Schlucht sind ganz aus eocenen Schichte» aufgebaut. 
Vom Aufange der Schlucht bis zu dem Orte, wo unser Bach, parallel 
mit der Chaussee, sich gegen W. nach Neu-Sandez wendet, haben wir auf 
der ganzen Strecke lediglich eocene Sandsteine und Schiefer in mehrere 
große, sanfte Falten zusammengelegt, die sich in mächtigen Zügen längs 
der Dunajec-Ebene weit gegen NW. hinziehen. 
Wir gedenken nicht alle Varietäten der Gesteinsarten, die hier 
auftreten, zu beschreiben, es genügt, wenn wir eonstatiren, daß die groß-
        <pb n="61" />
        53 
plattigen, mächtigen, feinkörnigen Sandsteine, mit mergeligem oder kieseligen 
Bindemittel, die im frischen Bruche blau und bei Verwitterung gelblich 
sind, vorwiegen. Als Zwischenmittel finden wir einen harten Sand 
stein mit Hieroglyphen und nebstbei braune, harte, unter den Füßen 
knisternde Schiefer. 
Auf die Frage, aus welchem Grunde wir diesen riesenhaften Zug, 
dessen einzelne Glieder eher an den Jamna-Sandstein erinnern, dem Eocen 
zuzählen, lautet die Antwort: deshalb, weil die Schichten das Hangende 
der rothen Thone mit dem Nummulitensandsteine bilden, und zweitens, 
weil wir in den unteren Straten desselben Zuges weiter westlich am 
Dunajec-Flusse in Wieloglowy Nummuliten fanden, was natürlich ganz 
entscheidend ist und worauf wir bald zurückkommen werden. 
Der Gipfel des Mogilno-Berges, an dem das Torf selbst gelegenist, 
besteht aus Schichten, welche vielleicht jünger sind als Eocen. In der 
Nähe des Meierhofes befindet sich ein Steinbruch, in dem ein sehr grob 
körniger , kalkreicher, hellgelber Sandstein mit einigen unbestimmbaren 
Schalenbruchstücken entblößt ist. Wir sind nicht gewohnt, derartige Sand 
steine im Eocen anzutreffen, darum zählen wir sie, ähnlich wie am Ma- 
kastower Berge und anderen Orten zum Oligocen, gestehen jedoch, daß 
wir außer der Lage dieser Sandsteine im Hangenden des zweifellosen 
Eocens und ihres ungewöhnlichen petrographischen Charakters, nichts mehr 
zur Begründung unserer Ansicht anführen können. 
Wenn wir von dem Orte, wo der Meierhof liegt, uns auf die nörd- 
liche Abdachung des Berges begeben und längs des gegen Swi^gocin 
fließendes Baches fortschreiten, so erblicken wir wieder einen Menilit-Schiefer 
zug, der gegen N. sich hinzieht. 
Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß das echte Menilit-Schiefer sind, 
denn loir haben hier kaffeebraune oder dunkle feinblätterige Schiefer mit 
Fischresten, gebänderten Hornsteinen und echten Meniliten. Ihre Lagerung 
ist sehr vcrlvorren, ihre Erstreckung reicht gegen N. beinahe bis unterhalb 
Switzgocin, worauf wieder das Eocen folgt. 
Wir haben hier also ähnliche Verhältnisse wie in Ropa, indem ein 
Theil der Menilite von der allgemeinen Streichungs-Richtung abweicht 
und sich gegen N. wendet. Dieser Swi^gociner Menilit-Schieferzug beginnt 
schon in der Nähe von Chodorowa und hat, wie wir es später kennen 
lernen werden, eine weite Erstreckung nach W. 
Wir glauben, daß wir uns nicht irren, wenn wir annehmen, daß 
dieser nördliche Zug eine zweite Mulde bildet, die mit dem ersten korre- 
spondirt. Wir wissen, daß die Menilit-Schiefer stets in einen Muldenflügel 
endigen und nachher in dem folgenden Luftsattel verschwinden, wir haben 
jedoch Fälle (Mycina, L-aski), wo nach einem Luftsattel aberinals die
        <pb n="62" />
        54 
Menilit-Schiefermulde emportaucht. Hier wäre also der nämliche Fall, 
mit dem Unterschiede, daß wir nicht einmal zu einem Luftsattel unsere 
Zuflucht nehmen müssen, indem die im südwestlichen Theile dev Mogilno- 
Berges sichtbare Mulde, unter den Schichten des Gipfels, die wir dem 
Oligocen zuzählten, verschwinden. 
Es ist also sehr wahrscheinlich, daß die Menilit-Schiefer m der Mitte 
des Berges sich zu einem Sattel erheben, von jüngeren oligocenen Schichten 
überlagert werden, nachher im Orte, wo der Switzgociner Bach sich be 
findet, wieder in Gestalt einer korrespondirenden Mulde emportauchen. 
S)ie2aQerun9ëmeife ber^emItt=S^^icfer %u beibeit Seite, beëBergeë, bie 
Lagerung der Schichten am Gipfel, wo ein Sattel sichtbar ist, alles das 
fpn# für biefe Srîiârung ber Seftonif. Sie 8erücf#tiowi8 unserer 
Anschauung ist für die Bergbauzwecke dieser Gegend von Wichtigkeit, indem 
aus derselben hervorgeht, daß der Naphta-Bergbau am nördlichen Abhange 
des Mogilno-Berges keine Aussichten hat. 
Einige Schächte, die auf dieser Seite angelegt sind, und die sich in 
den Menilit-Schiefern vertiefen, müssen wir als ganz zwecklos bezeichnen, 
indem von einem baldigen Erreichen der älteren uaphtaführenden Schichten 
keine Rede sein kann, während die Menilit-Schiefer selbst — hier keine 
ölführendeii abbauwürdigen Schichten enthalten. 
Begeben wir uns jetzt weiter gegen W. Wir haben an der süd 
östlichen Seite von Mogilno gesehen, daß der Posadowaer Menilit — und 
der Ropianka-Zug nach WNW. streichen. Am Wege nach Koniuszowa, 
also südwestlich vom Mogilno-Berge, in dem Orte, wo die jüdischen 
Schächte abgeteuft sind, sehen wir die rothen Thone und die oberen Ro- 
^ianfa^S(^ic^ten, bie leyeren ^^#14 in (Bestatt buntier incrßciioen 
Schiefer vertreten. _ 
Indem wir uns hier befinden, haben wir den Menillt-Zug nn ö., 
wir stehen also im nördlichen Liegenden jenes Menilit-Muldenflügels, 
der auf der nordöstlichen Seite des Mogilnocr-Berges sichtbar war. 
Weiter am Ende der Ortschaft Koniuszowa erblickt man in einem 
Bacheinschnitt, der von N. kommt, die echte Strzolka und mitten in der 
selben sehr schön entwickelte naphtaführende Sandsteine mit ausgezelchneten 
Spuren. Sie bilden hier einen sattelförmigen Aufbruch, welcher in 
derselben Richtung streicht wie der ganze Zug und mit einem nördlichen 
Fallen unter den cocenen Schichten verschwindet. 
In Koniuszowa sieht man auf der rechten ^eite des l^yküwka-Baches, 
an dem Punkte, der theoretisch der Mulde der Ropianka-Schichten ent 
spricht, einige abgeteufte Schächte, die sich wohl ziellos in flötzleeren 
Sandsteinen bewegen werden, ohne das Liegende d. i. die Strzolka, zu 
erreichen.
        <pb n="63" />
        55 
Unterhalb im Bache begegnen wir dem Menilit-Schieferzug. Es ist das 
derselbe Zug, der sich südlich vom Mogilno-Berge hinzieht und die Fort 
setzung des Rosochatka-Menilitzuges bildet. Hier ist er steil aufgerichtet, 
was beweist, daß die Mulde sehr zusammengeschoben ist. Bemerkenswerth 
ist der Umstand, daß derselbe Naphta-Spuren zeigt, denn wenn man z. B. 
im Bache die Schichtenköpfe mit einer Eisenstange aufrührt, so treten sehr 
zahlreiche, hellgrüne Oeltropfen an die Oberfläche, die den Bach mit einem 
irisirenden Ueberzuge bedecken. Da wir nicht weit davon im Liegenden 
des Zuges Ropianka-Schichten haben, so ist es auch möglich, ja sogar sehr 
wahrscheinlich, daß diese Naphta den tieferen Schichten zukommt und in 
den Meniliten blos auf secundärer Lagerstätte auftritt. 
Auf diese Weise gelangen wir nun nach Librantowa. Aehnlich wie 
in Koniuszowa, haben wir auch hier einen Bach, der fast ganz gegen S., 
in einer tiefen Schlucht die Schichten verquert. In diesem Bache also, 
in dem Orte wo der Librantower Bergbau gelegen, begegnen wir den 
unteren Ropianka-Schichten. Ter naphtaführende Sandstein hat sich hier 
in bedeutender Mächtigkeit entwickelt und alternirt mehrere Male mit den 
echten Strzolka-Schichten. 
Längs des Baches gegen Klimkbwka zu sehen wir, daß die Strzolka 
allmählig den oberen Ropianka-Schichten d. i. den plattigen Sandsteinen 
und dunklen Schiefern, und zuletzt den rothen Thonen Platz macht. Die 
oberen Wände der Schlucht, in der wir uns bewegen, sind durch mächtige 
eocene Sandsteine mit dem Verflächen gegen den Bergbau zu d. i. gegen 
SW. eingenommen. Ganz analoge Verhältnisse sieht man auch im N. 
des Bergbauterrains. Trotz der etwas unregelmäßigen Lagerung, kann 
man doch ziemlich leicht den Bau dieser Gegend enträthseln. Am Bache 
neben dem Bergbaue verflächen alle Schichten ziemlich steil gegen NO., 
inciter gegen Klimkówka zu, richten sie sich auf und fallen in der ent 
gegengesetzten Richtung d. i. nach SW., was sehr deutlich zu sehen ist. 
Wenn wir aber längs des Baches gegen Ş. schreiten, so sehen wir 
eine Zeit lang nur die Ropianka-Schichten, die erst im Walde, wo eine 
schöne, nach Sandec führende Schlucht beginnt, endigen. Darauf kommen 
die rothen Thone mit concordantem SW.-Verflächen und bilden im Verein 
mit schwach entwickelten eocenen Sandsteinen das Liegende desselben Me- 
nilit-Zuges, den wir im S. von Koniuszowa gesehen haben. Auf der 
anderen Seite dieser Menilit Mulde sieht man nur mächtige eocene Sand 
steine, während die Ropianka-Schichten sich erst weiter im W. schon nahe 
am Dunajcc-Thale noch einmal aufrichten. 
Aus dem Gesagten erhellt, daß wir in Librantowa einen sattel 
förmigen Aufbruch haben, dessen Rücken mehr oder weniger mit dem 
Hügel südwestlich von der Wohnung des Herrn Schütte zusammenfällt.
        <pb n="64" />
        56 
Der Bergbau selbst liegt auf diese Weise in der nördlichen Abdachung des 
Sattels, also beinahe schon in der Mulde, so daß somit der Librantower- 
Bergbau sehr unglücklich angelegt ist, da doch bekanntlich nur die Sattel 
günstige Bedingungen für den Naphta-Bergbau besitzen. 
Gegen N. bilden die Ropianka-Schichten, wie wir gesehen haben, 
einen anderen kleinen Sattel und verschwinden bald unter dem mächtig 
entwickelten Eocen. 
Noch weiter im NW. gegen Wieloglowy und Ubiad zu, haben wir 
wieder einen Ropianka-Sattel, der stark aufgerichtet ist und sich auf einem 
Bergrücken zwischen Librantowa und Wieloglowy zeigt. Der letzte Auf 
bruch dieser Schichten, diesseits des Dunajec-Thales ist Ubiad, wo auch 
einige zur Naphta-Schürfung angelegten Schächte vorhanden sind. 
Durch den Wieloglower-Wald, schon in der Nähe der Ortschaft 
selbst, geht ein mächtiger Menilit-Schieferzug durch. Wir beobachteten 
hier Halden verlassener Schächte, glauben jedoch nicht, daß die Menilit- 
Schiefer hier naphtaführend sind, da man keine ölführende Gesteine sieht. 
Aehnlich wie in Librantowa ist auch hier hinter den Menilit- 
Schiefern ein mächtiger eocener Zug, den wir iiberall von Rosochatka ver 
folgten, vorhanden. Dieser Zug verdient einer besonderen Berücksichtigung, 
da wir in seinen unteren Particeli hinter Wielogkowy, in dem Orte, wo 
der Dunajec-Fluß und die Chaussee sich an den Vorspruilg „Kurowska- 
Berg" anlehnen, gegenüber der Ueberfuhr nach Kltzczany, schöne Nnmmu 
liten gefunden haben. Das Gestein ist ein feinkörniger Sandstein, hell, 
mit mergeligem Bindemittel, in dicke Bänke geschichtet. Etwas weiter 
gegen N. sieht man auf dem Kurower-Berg Menilite und rothe Thone, 
die lvir noch im folgenden Capitel näher kennen lernen werden. 
2. Die Umgebung von Neu-Sande; auf der rechten Seite des 
Dunajec-Flusses. 
Verstärkt durch den Poprad- und Kamienica-Fluß lvendet der mäch 
tige Dunajec-Strom seinen Lauf gegen N., indem er dabei die niedrigen 
Ketten der Karpathen verquert. 
Zu seinen beiden Seiten breitet sich ein großes, sehr fruchtbares — 
und malerisches Thal aus, — das weit im S. durch den imposanten 
Tatra-Zug abgeschlossen und von allen übrigen Seiten durch sanfte Sand 
steinberge begrenzt wird. 
Der geologische Bau dieses Thales ist sehr einfach, unter einer starken 
Humusdecke breiten sich alluviale Schottermassen ans, deren Liegendes 
in der Mitte des Thales nirgends beobachtet wurde. In den Punkten, 
die näher am Gebirge gelegen sind, sieht man auch einen gelben Lehm, der
        <pb n="65" />
        57 
mit den Schottermassen alternirt, so daß die Grenze zwischen diesen 
beiden Bildungen nirgends schärfer bestimmt werden kann. 
Es läßt sich nicht viel über den Schotter sagen, wir finden in ihm 
Geschiebe aller Felsarten, deren Gebiet von dem Dunajecfluß durchschnitten 
wird, also neben den Graniten des Tatra-Gebirges auch Klippenkalke 
und Gesteine der Sandsteinzone. 
Mehr Interesse würde das Studium der Schotterlagerung, sein Ver 
hältniß zum Lehm und andere Erscheinungen dieser Art darbieten, da 
jedoch solche Untersuchungen außer dem Bereich unserer Aufgabe lagen, 
so sind wir jetzt genöthigt, dieselben mit Stillschweigen zu übergehen. 
Wenn wir nun die Stadt Neu-Sandez, die auf dieser alluvialen Ebene 
gelegen ist, verlassen und uns längs der Grybower Chaussee gegen O. 
wenden, so gelangen wir bald zu den Gebirgszügen, die an ihrem 
äußeren Abhange große Massen von Berglehm aufweisen, sonst aber 
ausschließlich aus einem eocenen Schichtencomplex aufgebaut sind.*) Es 
sind das großbänkige, feinkörnige, glimmerrciche Sandsteine, die im 
frischen Bruch bläulich, in der Verwitterung aber gelblich aussehen 
und die mit braunen, stellenweise sogar mit dunklen Schieferthonen alter- 
niren. Ihr Streichen ist 7—8 h, ihr Fallen SW. (Vergl. den betreffen 
den Durchschnitt.) 
In allen möglichen Richtungen von dem erwähnten Orte, finden wir 
überall dieselben Schichten mit nämlichem Fallen, und wir werden uns 
somit leicht überzeugen können, daß wir es hier mit einem mächtigen eocenen 
Zug zu thun haben, der von SO. gegen NW. streicht. 
Es ist das derselbe Zug, den wir schon mehrere Male erwähnt und 
in dem wir auf der Kurowska-göra Nummuliten gefunden haben, sein 
eocenes Alter unterliegt somit nicht dem mindesten Zweifel. 
Weiter südlich davon, in der Gegend von Nawojowa, ändern sich die 
Verhältnisse nur insoferne, daß auf die Stelle der soeben beschriebenen 
auch massige Sandsteine erscheinen, die anfangs mit den ersteren alterniren, 
später ausschließlich das ganze Terrain einnehmen, so daß das eocene Alter 
auch dieser Schichten nicht zweifelhaft sein kann. 
Ein schönes Profil, das diesen ganzen eocenen Zug verquert, finden 
wir längs der Eisenbahn zwischen Neu-Sandez und Ptaszkowa. 
Einige Kilometer hinter Neu-Sandez, im Thale des Kamionka-Baches, 
erblicken wir prächtige Durchschnitte der Sandsteine, die wir soeben kennen 
gelernt und unter denen besonders der massige Sandstein durch sein schönes 
landschaftliches Aussehen in die Augen fällt. 
') Es ist übrigens bereits von Paul und Tietze constatirt worden (Stud, in 
der S. d. Karp.), daß diese Schichten dem Eocen angehören.
        <pb n="66" />
        Weiter bei der Ortschaft Kamionka-Wielka hört der massige Sand 
stein auf und es erscheinen großplattige, feinkörnige Sandsteine mit braunen 
Schiefern, in denen ein Tunnel angelegt ist. 
So gelangen wir nun bis nach Ptaszkowa, wo wir die geologischen 
Verhältnisse bereits früher kennen gelernt. Wir wissen, daß beim Bahn 
höfe die rothen Thone mit den Sandsteinen alterniren, daß sie nachher 
beim Wächterhause Nr. 59 ausschließlich dominiren, und eine Antiklinale 
älterer Schichten anfangen. 
Auf solche Weise haben wir nun die Verbindung mit dem O. her 
gestellt und erkennen daraus, daß dieser ganze Sandsteinzug zwischen Neu- 
Sandez und Ptaszkowa eigentlich auf den rothen Thonen aufruht. 
Ueber die Tektonik dieses Zuges läßt sich nicht viel sagen. Wir haben 
da mehrere parallele fast ganz regelmäßige Falten, die an der Grenze des 
Dunajec- Thales mit einer Synklinale endigen. Wenn auch in unserem 
Profil (Nr. 5) sämmtliche eocene Schichten bis Bobköw in einer und der 
selben Richtung fallen, so darf man nicht glauben, daß dieselben etwa sammt 
und sonders die Hälfte einer einzigen Falte bilden, — im Gegentheil — 
diese Erscheinung hat ihren Grund in der schiefen NO.-Neigung der Falten, 
so daß dadurch beide Flügel jeder Falte in einer und derselben Richtung 
fallen. 
Wenn wir uns von Neu-Sandez mit der Poststraße gegen N. 
in der Richtung nach Zbyszyce begeben, so finden wir hinter Zabctcze 
folgendes. 
Unweit von der Ortschaft Wielopole sieht man in einem Querein 
schnitt unmittelbar hinter und unter bcm eocenen Sandsteine die rothen 
Thone, weiter die strzolkaartigen Gesteine und andere Felsarten der 
Ropianka-Schichtcn in einer ziemlich schwachen Entwicklung. Es ist das 
ein kleiner und sehr isolirtcr Aufbruch älterer Schichten, denn dieselben 
verschwinden bald unter dem eocenen Sandstein. Ihre Lagerung ist sehr 
complicirt und gestört und dabei wegen Mangel an Aufschlüssen wenig 
sichtbar. Die rothen Thone fallen in der südlichen Partie concordant 
unter die eocenen Sandsteine ein, in der nördlichen aber gegen NO., so daß 
wir es hier wahrscheinlich mit einem kleinen Sattel zu thun haben (cf. 
das Profil). 
Hinter den rothen Thonen erstreckt sich gegen WNW. eine Menilit- 
Schiefermulde — als eine Fortsetzung des Menilitschieferzuges: Gryb«&gt;w- 
Mogilno-Koniuszowa, — endlich der große Aufbruch älterer Schichten: 
Stara-Wieä-Mogilno-Librantowa rc. Die beiden letzteren Züge sind uns 
bereits zur Genüge bekannt. 
Wir wollen noch hinzufügen, daß der Gryböwer Menilit-Schieferzug 
sich bei Wielopole stark erweitert, so daß er mit seinem südlichen Theile
        <pb n="67" />
        59 
den Aufbruch der Ropianka-Schichten zu umfassen scheint. Aus diesem 
Grunde sehen wir in dem Wielopole-Bach (von unten hinauf) zuerst Meni- 
lit-Schiefer, dann rothe Thone und die Ropianka-Schichten, hernach wieder 
die Menilit-Schiefer, so daß es den Anschein hat als waren hier 
zwei Menilitschieferzüge vorhanden, während thatsächlich nur ein einziger 
existirt. 
Dieser Menilit-Schieferzug wird durch das Dunajec-Thal abgeschnitten, 
man sieht nur noch ein kleines Bruchstück davon auf dem erwähnten Vor 
sprung Kurowska-góra. Seine weitere Fortsetzung werden wir bei der 
Beschreibung der Gegend von Kltzczany kennen lernen. 
Noch weiter gegen N., in dem Punkte wo die Poststraße bergauf 
steigt, erblicken wir unsere eocenen Sandsteine, in denen, wie bereits mehr 
mals erwähnt, Nummuliten vorkommen, hernach verqueren wir den Libran- 
tower Ropianka-Zug. Sowohl das Eocen, als auch die Kreide zeigen 
hier eine große Unregelmäßigkeit in der Lagerung, was in der unmittel 
baren Nachbarschaft von Menilit-Schiefcrn und der Ropianka-Schichten 
seinen Grund zu haben scheint, denn wir wissen, daß das Auftreten dieser 
beiden Horizonte mit einer großen Unregelmäßigkeit in der Lagerung ver 
bunden ist. 
Endlich verqueren wir bei Zbyszyce noch einmal das Eocen, später 
den Swihgociner Menilit-Schieferzug und gelangen zuletzt in das große 
eocene Sandsteingebiet, das unsere Gegend von N. begrenzt. 
3. Die Umgebung von Neu Sande; auf der linken Seite des 
Dunafec- Flusses. 
Westlich von'Neu-Sandez verlassen wir bald das alluviale Thal und 
gelangen auf der Limanower Poststraße bei Biczyce in das Gebirge. 
Während wir östlich von Neu-Sandez nur eocene Sandsteine beobachteten, 
finden wir hier einen mächtigen Aufbruch älterer Schichten. 
In der ganzen Umgebung von Biczyce treten große Massen rother 
Thone und darunter die Ropianka-Schichten zu Tage. Die Wände des 
tiefen Einschnittes des Pruska Baches sind ganz aus diesen Schichten zu 
sammengesetzt. Wie überall sonst bei den älteren Schichten, so ist auch 
hier die Lagerung sehr gestört, doch kann man im Großen und Ganzen 
ein Streichen 9—10 h und einen Sattel constatiren. 
Die rothen Thone reichen hoch hinauf, man sieht sie auf dem Ciet- 
rzewina Berg zu beiden Seiten der Limanower Poststraße, sie ziehen sich 
ununterbrochen in einem breiten Zug weit gegen W., während das Liegende 
derselben, d. i. die Ropianka-Schichten bald verschwinden und erst weiter 
bei Pryszowa anstehend sind.
        <pb n="68" />
        60 
Ueber die petrographische Beschaffenheit dieser Schichten läßt sich nicht 
viel sagen, es sind das die bekannten krummschaligen grünlichgrauen Sand- 
steinschiefer. Auffallend ist da der Mangel an naphtaführenden Sand 
steinen, überhaupt Naphtaspuren. Die rothen Thone enthalten als 
Zwischenlage den glasigen Sandstein, es ist uns jedoch nicht gelungen, die 
nummulitenführenden Schichten hier aufzufinden. 
Zu beiden Seiten dieses Aufbruches sieht man sowohl auf dem 
Chekmecki-Berg, als auch auf der sog. Dgbrowa den plattigen eocenen 
Sandstein, der mit seinem Liegenden concordant gelagert ist. Wenn wir 
nun mit dem Laufe des Dunajec-Flnffes längs des Abhanges des Chek- 
mecki-Berges gegen Rdziostów schreiten, erhalten wir folgenden Durch 
schnitt. 
Hinter Biczyce hören die eocenen Sandsteine auf und es erscheinen 
als das Liegende derselben die rothen Thone mit dem SW.-Fallen. 
NO. davon erblicken wir unter ihnen eine große Wand von dünn 
geschichteten, gelblich-braunen, schiefrigen, glimmerreichen Sandsteinen mit 
kleinen Hieroglyphen und undeutlichen Fucoiden. Ihre Lagerung ist mit 
dem des Hangenden d. i. der rothen Thone ganz concordant. 
Noch weiter gegen Rdziostów finden wir in einer tiefen Schlucht die 
echten unteren Ropianka-Schichten, die das Liegende der soeben erwähnten 
gelblich-braunen schiefrigen Sandsteine bilden. 
Wenn wir aber in derselben Richtung das Profil weiter verfolgen, 
so erblicken wir bald dieselben braunen Sandsteine mit demselben Streichen, 
aber mit einem entgegengesetzten d. i. NO.-Fallen. 
Es ist also evident, daß wir cs hier mit einer typischen Antiklinale 
zu thun haben. Zuunterst werden die strzolkaartigen Gesteine emporge 
preßt, darauf kommen die braunen schiefrigen Sandsteine dachförmig zu 
liegen, noch höher erscheinen die rothen Thone, bis endlich die eocenen 
Sandsteine das Hangende der ganzen Antiklinale bilden. 
Wenn wir uns noch weiter in derselben Richtung bis an den Dunajec- 
Fluß begeben, so bekommen wir die Bestätigung unserer Ansicht, wir sehen 
nämlich die rothen Thone mit eocenen Sandsteinen als den äußersten nörd 
lichen Flügel unserer Antiklinale. 
In diesem Profil ist der Umstand auffallend, daß die braunen schief 
rigen Sandsteine sich hier zwischen die rothen Thone und die strzolkaartigen 
Gesteine einschieben, während wir sonst überall die beiden letzteren Schicht 
gruppen in einem engen und unmittelbaren Zusammenhange beobachteten. 
Es scheint jedoch, daß diese Zwischenlage nichts anderes ist, als eine 
locale Entwicklung der Ropianka-Schichten. 
Diese ganze Aufbruchswelle wendet sich gegen NW., nach Klyczanv, 
Chomranice u. s. w., worauf wir bald zurückkommen.
        <pb n="69" />
        61 
Hinter Rdziostów gelangen wir nach den eocenen Sandsteinen zu 
Menilit-Schiefern, die in einer steilen Wand am Dunajec-Fluß anstehen 
und die nichts anderes sind, als die Fortsetzung jenes Zuges von Wielopole, 
Wielogtowy u. s. w. 
4. Die ìlmgebung von fílçqamj. 
Das Terrain vonKl^czany ist sowohl bergmännisch als auch geologisch 
sehr interessant, denn erstens ist der hiesige Naphtabergbau der westlichste 
in den Karpathen, und zweitens sind die Lagerungsverhältnisse der Schichten 
äußerst complicirt. 
In Folge des letzteren Umstandes halten wir es für angezeigt, der 
leichteren Uebersicht halber zuerst einzelne Profile in verschiedenen Richtun 
gen darzustellen, und erst später unsere Ansichten über den Bau der ganzen 
Gegend klarzulegen. 
a. Das Smolnik-Thal zwischen seiner Mündung und dem Khczaner 
Meierhofe, ferner das Thal des Bierzwicki-Baches und die Profile 
gegen S. 
Das breite Erosions-Thal des Tunajec-Flusses vereinigt sich bei 
Marcinkowice mit dem Smolnik-Thale und zeigt große Schottcrmassen, 
die sich einige Kilometer weit in das letztere Thal — überall von der Erle 
und Weide überwuchert — hineincrstrecken. 
Zu beiden Seiten dieses Thales erheben sich ziemlich steile Bergrücken, 
die in ihren unteren Partieen aus Menilit-Schiefern bestehen. 
Wo nur eine Schlucht oder eine Wand uns den Einblick in den Bau 
des Gebirges gestattet, sieht man überall kaffeebraune Schiefer mit Fisch- 
resten und Hornsteinen. Ihre Lagerung ist äußerst gestört, das Streichen 
und das Fallen wechselt alle Augenblicke. 
Oberhalb der Wohnung des Herrn Fauk am Fuße des Rozdziele Berges 
befindet sich ein Stollen, in dem die Menilit-Schiefer zuerst das Streichen 
9 h bei südlichen später aber 12 h S. bei westlichen Einfallen zeigen. 
Unweit davon befindet sich ein Schacht, der schon während unserer 
Anwesenheit in kaum einiger Meter Tiefe, dickflüssiges, thceriges Oel, aller 
dings in geringen Quantitäten lieferte. 
Auf der Halde des Schachtes und des Stollens sieht man außer den 
Schiefern auch poröse Sandsteine, die wahrscheinlich die Lagerstätte des 
Petroleums bilden. 
Außerdenl sieht man auf der linken Seite des Smolnik Baches auf dem 
Bergabhange oberhalb Kltzczany einige (jetzt aufgelassene) Schächte, deren 
Halden ausschließlich aus den Menilit-Schiefern bestehen. Erst bei Chom- 
ŗanice zeigen sich im Bachthale auch die rothen Thone, worauf wir bald 
zu sprechen kommen.
        <pb n="70" />
        62 
Aehnlich sieht man auch auf der rechten Seite des Smolnikbaches bis 
zu der Mündung des Bierzwicki-Baches nur Menilit-Schiefer. 
Wenn wir in irgend einem Einschnitte zwischen Marcinkowice und 
Kleczany (auf der rechten Seite des Baches) einen Durchschnitt gegen S. 
machen, so finden wir Folgendes. 
Zuunterst — wie gesagt — Menilit-Schiefer mit dem Streichen h 12 
bei westlichen Einfallen hernach ändert sich die Richtung gegen 7 li. Die 
Menilit-Schiefer reichen sehr hoch hinauf, man sieht im Walde auf der 
Flur: „Pod Drzykowg" einige Halden alter Schachte, die ganz und gar 
ans den kaffeebraunen Schiefern bestehen. 
Oberhalb der Menilite erscheint eine kleine Partie von Sandsteinen 
(wahrscheinlich Eocen), und unmittelbar darauf zeigen sich die rothen Thone, 
so daß der Uebergang von den Meniliten zum letzteren Horizonte sehr plötz 
lich ist. Die rothen Thone besitzen eine geringe Mächtigkeit und fallen 
gegen NE. 
Darauf folgt ein ziemlich breiter Zug von Ropianka-Schichten. Die 
strzolkaartigen Gesteine sind hier selten, dafür sieht man mächtige Bänke 
eines gelblichen, grobkörnigen zerklüfteten Sandsteines, der schöne Naphta- 
Ausbisse zeigt. 
Es genügt, das Bachbett mit einem Stock zu beriihren, um große 
Oeltropfen auf der Wasseroberfläche zu bekommen. 
Aehnlich wie die Menilit-Schiefer im Smolnik-Thale die Fortsetzung 
der Menilite von Rdziostáw bilden, so ist auch der ganze soeben erwähnte 
Ropianka-Zug die Fortsetzung des Aufbruches, den wir auf der nördlichen 
Seite des Chelmecki-Berges kennen gelernt haben. Wir finden hier auch 
ganz analoge Lagerungsverhältnisse, nämlich einen breiten Sattel. 
Wir können nicht umhin die Bergbauunternehmer auf diesen 
Punkt aufmerksam zu machen, beim wohl die mächtige Entwickelung des 
ölführenden Sandsteines, als auch die Anwesenheit einer Antiklinale 
scheinen die Hoffnung auf günstige Naphta-Exploation zu berechtigen. 
Noch höher kommen wir auf eocene Sandsteine, wobei bemerkt 
werden muß, daß die rothen Thone, die den llcbergang herstellen, 
sehr schwach entwickelt sind. Daß auf der anderen Seite des Cietrzewina- 
Berges abermals die rothen Thone und die Ropianka-Schichten auf 
treten, ist uns bereits bekannt. 
Kehren wir jetzt in das Smolnik-Thal zurück, und betrachten die 
Verhältnisse von der Mündung des Bierzwicki-Baches bis zu dem Punkte, 
wo der Kltzczaner Bergbau gelegen ist. 
Sowohl an der Mündung dieses Baches, als auch überall oberhalb 
sieht man nur Menilit-Schiefer, die jeden Augenblick ihr Streichen und 
Fallen ändern.
        <pb n="71" />
        63 
Weiter oben erscheint eine Seitenschlucht, längs der der Naphta- 
Bergbau gelegen ist. Durch diese Schlucht geht die Grenze zwischen den 
Menilit-Schiefern und den Ropianka-Schichten. Ter Uebergang ist so 
plötzlich, daß die Anwesenheit einer Verwerfung sehr wahrscheinlich ist. 
Längs des Baches, der das Bergbauterrain westlich begrenzt, kann 
man die Ropianka-Schichten weit hinauf verfolgen. Am Bierzwicki-Bache 
hingegen erscheinen bald hinter der Strzolka große Massen von rothen 
Thonen, die sich weit bis hinter Krasne-potoke hinziehen, und auf diese 
Weise mit dem Cietrzewiner Zuge vereinigen. 
Was den Bergbau selbst anbelangt, so liegt derselbe auf der Grenze 
von Menilit-Schiefern und Ropianka-Schichten. Leider kann man hier 
keine ausführlichen Untersuchungen anstellen, da hier hauptsächlich nicht 
gegraben, sondern gebohrt wird, doch läßt sich im Großen und Ganzen 
folgendes constatiren. 
Die überwiegende Mehrzahl der Bohrungen befindet sich in den 
Menilit-Schiefern, die abgesehen von zahlreichen Unregelmäßigkeiten 
h 10 streichen und gegen NON. fallen. Demzufolge durchteufen die 
Bohrungen in verschiedener Tiefe (50—200 m) die Menilit-Schiefer und 
erreichen das Liegende d. i. die Ropianka-Schichten (denn die rothen Thone 
und das übrige Eocen sind hier, wie bereits erwähnt, nur unbedeutend 
entwickelt), und zwar den nördlichen Flügel ihrer Antiklinale, die sich 
bekanntermaßen von Rdziostów über Drzykowa bis zum Bergbauterrain 
erstreckt. 
In dem Maße, wie oft eine Bohrung in diesen Ropianka-Schichten 
ölführende Sandsteine antrifft, erhält sie ein oder mehrere Male Naphta. 
Es ist selbstverständlich, daß der Uebergang einer Formation zu der 
andere» nicht überall regelmäßig ist, so daß auf diese Weise einige Bohrungen 
mehrere hundert Meter nur die Menilit-Schiefer durchteufen ohne das 
Liegende derselben zu erreichen. 
Tie beigegebene schematische Skizze veranschaulicht das Gesagte.
        <pb n="72" />
        64 
Daß unsere Ansicht über diese Verhältnisse sehr wahrscheinlich ist, 
beweist folgende Auseinandersetzung. 
In dem Bergbanterrain zeigen sowohl die Menilit-Schiefer als 
auch die Ropianka - Schichten ein Fallen gegen NON. Unsere letztere 
Beobachtung erhält einen höheren Grad von Wahrscheinlichkeit, wenn wir 
bedenken, daß wir es hier mit der Fortsetzung des nördlichen Flügels des 
Sattels von Rdziostów zu thun haben, wo doch das Fallen ganz deutlich 
sowohl am Dunajec-Flusse, als auch im Walde bei Trzykowa nordwest 
lich war. 
Unser Profil Nr. 6, das doch die unmittelbare Fortsetzung dieses 
Zuges durchschneidet, zeigt die nämlichen Verhältnisse, d. i. das Fallen der 
Ropianka-Schichten gegen NO. unter die Menilit-Schiefer. 
Sämmtliche Bohrungen, die in den Menilit-Schiefern angelegt sind, 
sind sehr reich an Gasexhalationen, einige sogar in solcher Menge, daß 
von Zeit zu Zeit eine förmliche Eruption eintritt, indem durch die Ex 
pansion der Gase die ganze Wassersäule des Bohrloches mit dem Schlamme 
herausgeschleudert wird. Dieser Gasreichthum beschränkt sich jedoch in 
unserem Terrain keineswegs auf die Menilit-Schiefer allein, er ist allen 
bituminösen Schiefern gemein. 
Der praktische Rath, den ein Geolog diesem Bergbau ertheilen kann, 
ist, daß man soviel als möglich sich von den Menilit-Schiefern entfernen, 
und bergauf in das Gebiet der Ropianka-Schichten begeben soll. Es ist 
jedoch keineswegs rathsam die Menilit-Schiefer ganz zu verlassen, da man 
hernach die Ropianka-Schichten zu seicht treffen würde, und die Erfahrung 
lehrt, daß nur dann das Resultat günstiger ist, wenn die ölführenden 
Schichten ziemlich tief durchteuft werden. Anderseits aber ist cs sehr 
gefährlich sich bergab gegen das Smolnik-Thal zu begeben, da man auf 
diese Weise mit einer zu großen Mächtigkeit der Menilit-Schiefer, die 
keine größeren Oelmengen enthalten, kämpfen müßte. 
Wenn wir jetzt den Bergbau verlassen, und uns auf die andere 
Seite des Bierzwicki-Baches auf den sog. Krasinski-Berg oberhalb der 
Wola-marcinkowska begeben, so erblicken wir im Hangenden der rothen Thone 
weiche, grobkörnige Sandsteine, die stellenweise zahlreiche, jedoch schlecht 
erhaltene Nummuliten führen. Es ist also zweifellos, daß diese Partie 
dem Eocen angehört. Dieser ganze Hügel bildet die Fortsetzung des 
Chelmecki-Berges und ist von ihm durch den Bierzwicki-Berg getrennt, 
so daß die bei den eocenen Massen zwei isolirte Kuppen bilden, von 
denen die zweite d. i. jene des Krasinski-Berges sich weiter westwärts 
hinzieht, und von unserem Profil Nr. 6 durchschnitten wird. 
Diese Schichten streichen gegen 9 h SE., so daß diese Lagcrungs- 
weise mit der der rothen Thone im Bachthale übereinstimmt. Aber auch
        <pb n="73" />
        65 
im nördlichen Theile dieser nummulitenführenden Sandsteine sieht man 
dasselbe Fallen, später aber einen neuen Aufbruch der rothen Thone und 
der Ropianka-Schichten, die wieder gegen NO. fallen, so daß die älteren 
Schichten scheinbar auf den jüngeren zu liegen kommen. Demzufolge 
muß man annehmen, daß die eoccnen Schichten hier eine Mulde bilden, 
die concordant der unterirdischen Synklinale älterer Schichten ausruhen. 
(Vgl. das Profil Nr. 6.) 
Ob wir hier thatsächlich nur mit einer einzigen Synklinale, oder mit 
einer Falte oder endlich vielleicht mit einem ganzen System von kleinen 
Falten zu thun haben, das läßt sich nicht entscheiden, da der ganze Zug 
mit einer üppigen Vegetation bedeckt ist und keine Aufschlüsse zeigt. 
d) Die Gegend nördlich vom Smolnik - Thale und westlich von 
Kltzczany. 
Kehren wir jetzt an den Dunajec-Fluß zurück, und begeben wir uns 
auf der linken Seite desselben in der Richtung nach Bialowoda-polska 
und Tygoborze. Wir bewegen uns hier in einer Verengung des Erosions 
Thales, das die Bergrücken quer durchschneidet. 
Anfangs sehen wir die Fortsetzung jener Menilit-Schiefer, die wir 
in der Nähe der Wohnung des Herrn Fauck, im Stollen u. s. w. kennen 
gelernt haben. Nördlich davon erlangen jedoch dieselben eine eigenthüm 
liche petrographische Facies, die wir sonst nirgends in unserem ganzen 
Terrain beobachteten. 
Es sind das dunkle, fast schwarze bituminöse Schiefer, und eben 
solche Sandsteine mit weißen Kalkspathadern, die fast an die strzolkaarti- 
gen Gesteine erinnern. Die Zugehörigkeit dieser Schichten zu den Meni- 
liten scheint außer jedem Zweifel zu sein, da dieselben mit echten kaffee 
braunen Menilit-Schiefern alterniren, welche Meletta-Schuppen enthalten. 
Ihre Lagerung ist sehr gestört, es überwiegt jedoch im Großen und 
Ganzen Str. 12 h F: W. 
Seitwärts ergießt sich vom Rozdziele Berg ein kleiner Bach, der in 
einer tiefen Schlucht fließt. Man beobachtet hier bis zu einer beträcht 
lichen Höhe nur Menilit-Schiefer, die in den oberen Lagen ein constantes 
W.-Fallen-Streichen in hora 12 zeigen. 
íciã Hangende derselben bildet ein feinkörniger glimmerreicher 
Sandstein, von dem wir nicht entscheiden können, ob er noch zu Oligocen 
oder vielleicht zu einem noch jüngeren Horizonte gehört. Er bildet 
den landschaftlich schönen Gipfel von Rozdziele, und zieht sich weiter gegen 
den Helm-Berg hin. 
Am Tunajec-Flusse, in der Nähe der Ueberfuhr, unweit von Bialo- 
woda endigen die Menilit-Schiefer, und es folgen eocene Sandsteine, die 
ähnlich wie die ersteren von der rechten Seite des Flusses herüberstreichen. 
Das Petroleumgcbiet. 5
        <pb n="74" />
        66 
Wenn mit ima nun weft# Gomm^aner mielose ben'6moínif 
Bach hinauf gegen Chomranice bewegen, so finden wir sehr mteressante 
Ņ^Die Menilit-Schiefer, die sich mehr nordwärts wenden, verlassen die 
bei er immer das Liegende der echten Strzolka bildet. 
Wir machen auf dieses Vorkommen aufmerksam, da wir sonst überall 
in unserem Terrain abgesehen von den Klippenkalken nur die strzolkaarti- 
qen Gesteine als das tiefste Glied aller Formationen ,n den Westkarpathrn 
'ŞWZDM- 
dung nicht zulassen. Es ist leicht möglich, daß diese Sandsteine nur um 
ĢMMin Sn.itn 
(teine in ein« mächtigen Entwickelung, in denen w,r etntflc J'weeramen 
*sjs5 its»“«««. »— 
KÄtW.VÄ»“ 
—AzaL......... ««*.■» ». 
echte Strzolka mit dem Streichen 12 h. Ansang« altermrt sie NN. 
Gesteinen de« Liegenden, zeigt sich jedoch später atta ohne dieselben, b.« 
sie endlich unter die rothen Thone einfallt. 
Die letzteren steigen sehr hoch hinauf und zeigen sich unter dem 
Gipfel des Rückens, der das Smolnik-Thal vom Thale der Zawadka trennt. 
In ihrem Hangenden erscheinen eocene Sandsteine, jedoch so schwach 
entwickelt, daß wir sie auf unserer geologischen Karte gar nicht berück- 
^ Unmittelbar hinter denselben kommt der Menilit-Schieferzug zum
        <pb n="75" />
        67 
Vorschein, den wir im Smolnik-Thale bei Kl^czany verlassen haben, 
und der die Spitze des Rückens einnimmt. Auffallend ist der Umstand, 
daß derselbe sich hier nordwärts wendet, eine Tendenz, die merkwürdiger 
Weise sich ziemlich oft bei den Menilit-Schiefern unseres Terrains 
wiederholt. 
Analog zu den Verhältnissen in Rozdziele, haben wir auch hier über den 
Meniliten „jüngere Sandsteine", die sich noch weiter gegen W. erstrecken, 
während die ersteren bald unter denselben verschwinden. 
Auf der anderen Seite des Bergrückens finden wir Aehnliches, doch 
in umgekehrter Reihenfolge. 
Nur die Menilit-Schiefer allein scheinen hier zu fehlen, denn un 
mittelbar unter den jüngeren Sandsteinen erscheinen die rothen Thone mit 
entgegengesetztem Fallen d. i. SW. 
Da sie sich unmittelbar an jüngere Sandsteine anlehnen, so scheint 
es, daß wir da eine Verwerfung vor uns haben; doch läßt es sich nicht 
läugnen, daß auch andere Thatsachen, wie z. B. das Auskeilen der 
Schichten u. s. w. diese Erscheinung bedingen können. (Val. das 
Profil Nr. 6.) 
Unter den rothen Thonen sind strzolkaartige Schichten (Str. 3 h 
g. W.) anstehend, die das Liegende der eisenschüssigen Sandsteine bilden. 
Letztere nehmen die Thalsohle ein und zeigen eine sehr gestörte 
Lagerung. 
Wenn wir uns weiter nach Ttzgoborze begeben, so gelangen wir noch 
mals auf die rothen Thone. Es ist somit sehr wahrscheinlich, daß alle 
Schichten oberhalb Zawadka einen Sattel bilden, der möglicherweise mit 
der Kltzczaner Antiklinale correspondirt. 
Bei Ttzgoborze erscheinen die großplattigen eocenen Sandsteine, die 
wir bei Biakowoda kennen gelernt. 
Um unser Gebiet in dieser Richtung abzuschließen, müssen wir noch 
weiter nördlich unser Profil fortsetzen. 
An der Ehaussee zwischen Ttzgoborze und Jakubkowice in dem Punkte, 
wo dieselbe bergauf steigt, zeigen sich die Menilit-Schiefer. Es ist das 
zweifellos die Fortsetzung des Switzgociner-Zuges, wie das schon ein Blick 
auf die geologische Karte bestätigt. Er erlangt hier eine beträchtliche 
Ausbildung und erscheint besonders schön entwickelt am Lososina-Fluß, wo 
er ganze Wände aufbaut und gegen 11 h streicht. 
Auffallend ist der Umstand, daß hinter diesem Zug unweit der Chauffee 
die rothen Thone zu Tage treten. Sie sind jedoch so schwach entwickelt, 
daß wir dieses Vorkommen auf der geologischen Karte nicht berücksichtigen 
konnten. 
Das weitere Gebiet gehört dem Eocen an, das dadurch ausgezeichnet 
5*
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        68 
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        69 
correspondirendeii Richtung der anderen Seite in der Gegend von Ka- 
mionka, Nawojowa rc. weder die Ropianka-Schichten, noch die rothen 
Thone zu Tage treten. 
Man könnte wohl annehmen, daß der ganze Aufbruch erst bei Bi- 
czyce seinen Anfang nimmt, doch diese Annahme wird sehr unwahr 
scheinlich, wenn wir die beträchtliche Mächtigkeit des Aufbruches gleich in 
seinem vermeintlichen Anfang berücksichtigen. Wir sind aber gewohnt, 
überall in den Westkarpathen zu beobachten, daß der Aufbruch älterer 
Schichten mit bescheidenen Dimensionen beginnt, und erst weiter in der 
Streichungsrichtung mächtiger wird. 
Diese Erscheinung scheint vielmehr darauf hinzuweisen, daß wir 
«s hier mit einer localen Störung im Gebirgsbaue der Karpathen zu 
thun haben. 
5. Die Umgebung von Limaiiowa. 
Westlich von Kltzczany wiederholt sich Alles als eine unmittelbare 
Fortsetzung der Verhältnisse, die wir in dem unteren Lauf des Smolnik- 
Baches beobachteten. 
Am Wege nach Macina sieht man noch immer die Ropianka-Schichten 
und die rothen Thone in der Verlängerung des Klyczaner Aufbruches. 
Auch die Naphtaspuren fehlen hier nicht, sie waren Veranlassung einiger 
Probeschächte, die hier angelegt wurden, so z. B. in Macina auf der 
Flur Dtzbina am Smolnik-Bache 230 m tief, in Pisarzowa am Zadziele 
fast von derselben Tiefe, — jedoch Alles resultatlos. 
In Pisarzowa sieht man an der Straße Mcnilit-Schiefer, die hier 
eine sehr unregelmäßige Lagerung aufweisen und eine nördliche Richtung 
annehmen. Sie verschwinden bald unter den jüngeren Sandsteinen des 
Satasz- und Ostra-Berges, welche Sandsteine nichts anderes sind, als die 
Fortsetzung der Schichten vom Rozdziele- und Cheim Berg. 
Um den Bau dieser ganzen Gegend zu verstehen, wird es sehr zweck 
mäßig sein, einige Profile in verschiedenen Punkten! quer auf die Streichungs 
richtung darzustellen. 
Im östlichen Theile dieses Terrains eignet sich dazu in ausgezeich 
neter Weise das Thal des Siomka-Baches, der unter dem Kanina-Berg 
entspringt, und hernach südwärts über Pryszowa, Zagorow, Swidnik 
Naszcowice bis in die Nähe von Alt-Sandez fließt, wo er sich in den 
Dunajec-Fluß ergießt. 
Am Fuße des Kanina-Rückens in der Gegend von Pryszowa sieht 
man überall Ropianka-Schichtenl und die rothen Thone in einer mächtigen 
Entwickelung. Das Streichen dieser Schichten, die die Fortsetzung des
        <pb n="78" />
        70 
Cietrzewina-Zuges bilden, ist in 9 h, das Fallen anfangs NO., weiter südlich 
aber SW. (Vgl. das Profil Nr. 6.) 
Alle Felsarten sind hier ganz typisch entwickelt, die rothen Thone 
enthalten den glasigen, stellenweise sogar den grünlichen breccienartigen 
nummulitenführenden Sandstein, die strzolkaartigen schichten alter- 
niren mit einem dickbänkigen grobkörnigen Sandstein mit Naphtaspuren, 
obwohl hier noch keine Schürfungen in dieser Beziehung unternommen 
wurden. 
Dieser ältere Aufbruch uimmt gegen W. sowohl an Mächtigkeit, als 
auch an Ausdehnung zu, — wir werden noch Gelegenheit haben, den 
selben bei Limanowa kennen zu lernen. 
Südlich von Pryszowa bei der Ortschaft Zagurów verschwinden diese 
@c#ten 90##, an i^er Stelle erlernt baë Gocen in ber pestait 
plattiger oder massiger Sandsteine, so sieht man z. B. bei Zagur"w auf 
der linken Seite des Baches große Blöcke den Bergabhang bedecken. Alle 
diese Schichten gehören zweifellos dem Eocen an, da sie gegen SW. fallen, 
also concordant den rothen Thone ausruhen. 
Noch weiter bachabwärts bei Swidnick nehmen die Schichten ein 
sanfteres Verflachen an, so daß sie zuletzt fast horizontal liegen, — und 
werden hier von einem sehr interessantem Schichtencomplexe überlagert. 
Bei Naszaeowiee im Sìomka-Thale sieht man dunkle schiefer, die 
fast an die Menilit-Schiefer erinnern, und die das Liegende eines dünn 
geschichteten bläulichen Sandsteines bilden. Der letztere übergeht gegen 
oben zu in Helle mergelige Thonschiefer nnb fällt zusammen mit ihnen mit 
einer schwachen Neigung gegen W. 
In Podegrodzie am Dunajec-Thale schalten fich m diese Schichten auch 
dunkle Thone ein, die dünne Lignit-Lagen, und kleine Braunkohlenflötze ent 
halten. Man hat schon mehrere Male diese Brennstoffe abzubauen ver 
sucht, doch scheint es, daß dieselben wegen ihrer geringen Entwickelung 
nicht abbauwürdig sind. 
Was das Alter dieser Schichten anbelangt, so läßt sich dasselbe 
wegen vollständigen Mangels an Versteinerungen nicht näher bestimmen. 
Jedenfalls haben wir hier eine ziemlich junge Bildung vor uns, da 
die zweifellos eocenen Schichten das Liegende derselben bilden. Doch läßt 
er sich nicht entscheiden, ob wir es hier mit einer localen Facies der Me 
nilit-Schiefer, oder aber vielleicht mit einem nach jüngeren Horizonte zu 
thun haben. 
Sehr lehrreich ist das Profil weiter im W. unseres Terrains, das 
südwestlich von Limanowa beginnt, und sich senkrecht auf die Streichungs 
richtung bis zum Lososina-Fluß hinzieht. (Vgl. den Durchschnitt Nr. 7.) 
In der Umgebung von Limanowa sehen wir die rothen Thone eine
        <pb n="79" />
        71 
ungeheure Entwicklung erlangen. Wir gebrauchen hier — wie überall 
sonst — den bezeichnenden Namen „rother Thone", obwohl darunter 
eigentlich ein ganzes System von Schichten zu verstehen ist. So sieht 
man z. B. bei Limanowa braune Thonschiefer, kirschrothe und blaue 
Thone u. s. w., die mit einander alterniren, und die gegen NO. fallen, 
wobei sie ganz regelmäßig h 8—9 streichen. 
Südlich davon bei der Ortschaft 2ród1owka erscheinen die strzolka- 
artigen Ropianka-Schichten mit deutlichen Naphtaspuren. Ihre Lagerung 
ist ziemlich gestört, doch sieht man, daß auf dem nördlichen Flügel alles 
gegen NON., auf dem nördlichen aber gerade entgegengesetzt fällt. Es 
scheint also, daß diese Schichten einen Sattel bilden, eine Annahme, die 
noch wahrscheinlicher wird, wenn wir hervorheben, daß weiter im S. bei 
Stara wieä wieder die rothen Thone mit einem SWS.-Fallen erscheinen, 
worauf die eocenen Sandsteine folgen. Es ist das nun die Fortsetzung 
des Aufbruches, den wir bei Pryszowa beobachteten. 
Die Aufschlüsse in dieser Gegend eignen sich in Folge der starken 
Entwickelung der Schichten sehr gut zum Studium des Verhältnisses zwischen 
den rothen Thonen und den Ropianka-Schichten. 
So sieht man z. B. bei 2ród1owka ganz deutlich, daß die strzolka- 
artigen Ropianka-Schichten in ihrem Hangenden ganz allmählig in die 
rothen Thone übergeben, so daß anfangs beide Felsarten alterniren, bis 
endlich die letzteren ganz folgen. 
Wir machen auf diese Thatsache aufmerksam, und behalten uns vor, 
in unserem Schlußworte auf dieselbe zurückzukommen. 
Nördlich von Limanàa bemerkt man in einem Bacheinschnitt an 
der Poststraße die rothen Thone mit einem steilen nördlichen Verflächen, 
welcher Umstand unsere Annahme einer großen Antiklinale für diese Ge 
gend vollkommen bestätigt. (Vgl. das Profil Nr. 7.) 
Dieses Vorkommen von rothen Thonen ist auch in dieser Beziehung 
bemerkenswerth, daß in denselben unser nummulitenführender Sandstein 
entwickelt ist. 
Darauf folgt der gewöhnliche eocene Sandstein, der die ganze Gegend 
von ļwsosina gürna aufbaut. 
Wenn wir uns von der letztgenannten Ortschaft längs des Flusses, 
der denselben Namen führt, gegen O. begeben, so kommen wir in einem 
Seitcnthale (am Zalupa-Bach) auf eine mächtige Entwickelung der Menilit- 
Schiefer. Ihr Streichen ist zwischen 10—11 h, das Fallen auf einer 
Seite westlich, auf der anderen entgegengesetzt, so daß das Ganze eine 
Synklinale zu bilden scheint, und zweifellos die Fortsetzung jenes Zuges 
ist, den wir bei Pisarzowa kennen gelernt haben. 
Das Hangende der Menilit-Schiefer bildet hier der schon oft erwähnte 
„jüngere Sandstein".
        <pb n="80" />
        72 
tí. Gin àer-profil von Tymbark über Lamiemca und t^cko nach 
Szczawnica. 
(Durchschnitt Nr. S.) 
Von der Limanów-Tymbarker Chaussee íenft unweit von der ersten 
Ortschaft, eine Landstraße in gerader Richtung gegen S. nach Ka- 
mienica, Lgcfo und Szczawnica ab. 
Angefangen von Zamoscie sehen wir, wie überall sonst in dieser 
Gegend, beträchtliche Massen rother Thone, die zusammen mit den 
glasigen Sandsteinen ganze Wände am Bache bilden, die Abhänge der 
Berge bedecken und sogar, wie wir es bald kennen lernen werden, sich bis 
auf die Gipfel größerer Berge erstrecken. 
In Sļopnice wird in einem Thalaufschluß in der Nähe des Wirths 
hauses eine kleine Partie der unteren Ropianka-Schichten, und namentlich 
der Strzoìka mit Hieroglyphen und Kalkspathadern sichtbar. Dieselben 
scheinen nach SW. zu verflächen es läßt sich jedoch aus so einem kleinen 
Aufschluß nicht zweifellos constatiren, wahrscheinlich haben wir es hier 
mit einem kleinen Aufbruche zu thun. Bemerkenswcrth ist der Umstand, 
daß wir hier mitten in der Strzotta naphtaführende Sandsteine mit ziem 
lich bedeutenden Naphta-Asbissen fanden. 
Südlich davon sind nur die rothen Thone sichtbar. 
Während wir bis nun uns stets im Thalc des Sìopnicer Baches 
bewegten, sehen wir nur einige Kilometer südlich von Siopnica einen 
steilen Gebirgszug zwischen Podgörze und Zalesie sich erheben, auf dessen 
Rücken sich die Landstraße windet. 
In Podgürze am Fuße dieses Gebirgszuges sieht man in allen Bach 
einschnitten die unteren Ropianka-Schichten mit dem SW.-Fallen, weiter 
oben die rothen Thone mit demselben Verflächen, endlich einen groß 
plattigen Sandstein, der einkn beträchtlichen Theil des Berges beinahe bis 
zum Gipfel einnimmt, so daß der größere Theil des am nördlichen Ab 
hange serpentinartig sich windenden Weges in diesem Sandsteine ein 
geschnitten ist. Sein Verflächen ist anfangs ebenso wie das des Liegenden 
gegen SW., später aber richten sich die Schichten ans und zeigen einige 
Unregelmäßigkeiten in ihrer Lagerung. 
Der Gipfel des Berges sowie auch sein südlicher Abhang sind ganz 
von riesigen Massen rother Thone angefüllt, die stets mit demselben 
Verflächen sich bis zum Fuße des Berges .in Zalesie erstrecken, wo sie 
endlich aufhören. 
Ein Blick auf den beigeschlossenen Durchschnitt erklärt uns den Bau 
dieser Gegend. Der ganze nördliche Theil dieses Rückens stellt uns eine 
riesige gegen NO. geneigte Mulde dar, deren Mitte durch die eocenen
        <pb n="81" />
        73 
Sandsteine ausgefüllt ist. Am südlichen Abhange des Berges befindet 
sich der südliche Muldenflügel, doch reicht hier der Aufbruch nicht bis zu 
den Ropianka-Schichten. Da aber die beiden Elemente d. i. die Mulde 
und der Sattel gegen NO. verflachen, so fallen die Schichten überall in 
der entgegengesetzten Richtung d. i. gegen SW. 
In Zaleäie bilden die rothen Thone das Liegende eines Sandsteines, 
der sehr an jenen von tofie oder sogar an den typischen Jamna-Sand- 
stein erinnert. Er ist dickbänkig, feinkörnig, mit mergelig-kieseligem Binde 
mittel und mit kleinen Einschlüssen von Steinkohlenbrocken. Schon das 
äußere landschaftliche Aussehen der Gegend verräth ein anderes Gestein 
und erinnert an manche Punkte des Stryj- oder Pruth-Flußgebietes, wo 
der Jamna-Sandstein entwickelt ist. 
Dieses Gesteinscomplex bildet einen mächtigen Zug, der in seiner 
Querausdehnung bis nach Zabtudzie reicht und der aus den rothen Thonen 
eine regelmäßige Mulde bildet. Auf Grund unserer Erörterungen, die 
wir schon einige Male bei analogen Fällen anzuführen Gelegenheit hatten, 
zählen wir diesen Sandstein in Folge seiner Lage im Hangenden der 
rothen Thone dem Eocen zu. Erwähnenswerth ist der Umstand, daß in 
Walki bei tņcfo aus einem indcntischen Sandsteine typische Menilit-Schie- 
fer aufliegen. 
Hinter Zbtudzie gelangen wir zu einer neuen Falte, aus der in 
Kamienica schon die Ropianka-Schichten emportauchen. Die letzteren 
gehen in ihrem Hangenden in kieselige rhomboidal zerfallende, scharfkantige 
Schiefer über. Es scheinen dies die oberen Ropianka-Schichten zu sein, 
indem die dunklen Schieferthone und plattigen Sandsteine prävaliren. 
Hinter Kamienica fallen die rothen Thone wieder unter den massigen 
Sandstein. Noch einmal erhebt sich der Aufbruch der rothen Thone 
mit dem glasigen Sandsteine in Lgcko, nachher verschwindet er in der 
Tiefe, so daß die ferneren Falten zwischen Zckrzecze und Kroäcienko nur 
aus eocenen Sandsteinen bestehen. 
Erst in Kroäcienko bilden die Ropianka-Schichten mit den rothen 
Thonen mehrere Aufbrüche, die sich bis hinter Szczawnica erstrecken. 
Da die Thatsache, daß mitten aus diesen Schichten die Klippen und 
Trachite emportauchen, ferner alle übrigen näheren Details allgemein be 
kannt sind, so schließen wir somit die Beschreibung des Profils ab. 
D. Anhang. 
1. Geologische Grcurfionen in manche Gegenden der Wellkarpathen. 
Außer der Beschreibung der Terrains, das uns zur Aufnahme be 
stimmt war, untersuchten wir auch manche andere Gegenden der West-
        <pb n="82" />
        74 
karpathen, um auf diese Weise unsere Kenntniß derselben zu erweitern. 
Obwohl diese Untersuchungen keineswegs erschöpfend sind, so geben 
wir dennoch nachstehend einen kurzen Bericht über dieselben; denn auf 
diese Weise werden wir den Nachweis liefern können, daß die geolo 
gischen Verhältnisse unseres Aufnahmsterrains keineswegs ungewöhnlich 
und alleinstehend, sondern im Gegentheile für das ganze große Gebiet der 
Westkarpathen charakteristisch sind. 
a) Von Tymbark über Saybusch nach Schlesien. 
Westlich von Tymbark bewegen wir uns längs der Poststraße noch 
immer in dem großen Aufbruch der Ropianka-Schichten und der rothen 
Thone, während die umstehenden Bergrücken aus den eocenen Sandsteinen 
aufgebaut sind. 
Zwischen Dobra und Mszana erhebt sich ein eocener Zug, der den 
älteren Aufbruch quer durchschneidet, so daß derselbe nach einiger 
Unterbrechung erst in der Gegend von Mszana dolna zu Tage tritt. Ob 
wohl die Ropianka-Schichten hier eine etwas ungewöhnliche petrographische 
Ausbildung erlangen, so fehlen in denselben die so bezeichnenden strzolka- 
artigen Gesteine nie, was natürlich die geologische Orientirung wesentlich 
erleichtert. ., . .. . 
Zwischen Mszana dolna und der Brücke über den Raba-Fluß lieht 
man nur die rothen Thone anstehen, und der ganze Bergrücken, der ans 
der Generalstabskarte „Adamczykowa-g«ra" bezeichnet ist, zeigt m seinen 
unteren Partieen nur die rothen Thone, die das Liegende der eocenen 
Sandsteine bilden. , c _ 
Dem entsprechend verquert die Poststraße je nach der Höhe, in der ļie 
sich bewegt, verschiedene Schichten; so sehen wir auf der Anhöhe vor der 
Rabka-nitna das Eocen, gegenüber des Meierhofes in Raba die rothen 
Thone, bis wir endlich zu den Ropianka-Schichten gelangen, die schöne 
Naphtaspuren zeigen. 
In dem kleinen Bacheinschnitt gegenüber dem Meierhofe steht man, 
daß hier der Aufbruch der älteren Schichten sehr local, mantelförnug ist. 
Erwähnenswerth ist der Umstand, daß zwischen der Strzolka^nnd den 
rothen Thonen plattige dunkle Sandsteine (unsere oberen Ropianka-Schichten) 
eingeschaltet sind. 
Einige Kilometer westlich davon in Zaryle (die.Schichten ^tr. 9 h F. &lt;3-) 
ist ein schmutzig blauer Sandstein anstehend, der an ähnliche schichten im 
Hangenden der Menilit-Schiefer in den Ostkarpathen erinnert. 
' Da die Schichten hier ein regelmäßiges Verflächen aufweisen, so be 
wegen wir uns nach Raba fortwährend in den erwähnten Sandsteinen
        <pb n="83" />
        75 
und ähnlichen Schiefern, aus denen die Salzquellen entspringen und die 
ähnlich wie die ganze Ausfüllung des oberen Raba- und Skawa-Thales 
sehr jung zu sein scheinen. 
Erst weiter in W. bei Jordanow kommen wir auf einen anderen 
Ropianka-Aufbruch, dessen Schichten anfangs in h 1 streichen, später aber 
bei Osielce sich regelmäßig gegen h 8—9 wenden. 
In der letztgenannten Localität ist ein massiger Sandstein entwickelt, 
den man in den Ostkarpathen ohne Bedenken als Jamna-Sandstein erklären 
würde, und der trotzdem hier zweifellos dem Eocen angehört, da er das 
Hangende der rothen Thone mit Nummuliten bildet. 
Weiter bis nach Makow und Sucha dominirt im ganzen Terrain 
der einförmige eocene Sandstein, und erst in Kukow sieht man eine größere 
Mannigfaltigkeit, nämlich: 1. Die rothen Thone mit glasigen Sandstein, 
darauf 2. Menilit-Schiefer, und endlich 3. grobkörnige Sandsteine. Das 
selbe wiederholt sich fortwährend bis nach Saybusch, und erst auf der 
Chaussee von Saybusch nach Jstebna, unweit von der Ortschaft Radzie- 
chowa, sieht man folgendes: 
An der Stelle, wo sich die Straße nach Wtzgierska gürka wendet, be 
obachtet man (unweit von der unteren Brücke über den Solafluß) bläu 
lichgraue Sandsteine, die in große Platten gebrochen werden. Darunter 
erscheinen schmutziggraue Thonschiefer (F: S.), die langsam in hornstein 
reiche Menilit-Schiefer übergehen, worauf Schiefer mit Hieroglyphen 
sandsteinen folgen; bis endlich die rothen Thone mit dem nummuliten- 
führeuden Sandstein das Liegende des ganzen Schichtencomplexes bilden. 
Die nummulitenführenden Schichten in den rothen Thonen sind bei der 
Telegraphenstange Nr. 721 (oder der Brücke Nr. 66) ausnehmend schön 
entwickelt. 
Die Fortsetzung dieses Durchschnittes finden wir etwas höher in 
einem kleinen Bach, der die Chaussee durchschneidet und in den Sola-Fluß 
mündet. Wir sehen hier nämlich unter den rothen Thonen und Nummu- 
liten-Schichten die strzolkaartigen Ropianka-Schichten, die hier einige 
Naphta-Spuren zeigen und die einen kleinen mantelförmigen Aufbruch 
bilden, so daß das Fallen der Schichten zuerst südlich, weiter aber am 
Walde nördlich ist. 
Ca. i/g km davon zeigen sich hier die Teschnerkalke vielfach durch 
Teschenite durchbrochen. 
Im Sola-Flusse sind an der oberen Brücke bituminöse Sandsteine 
mit Hieroglyphen anstehend, das Hangende derselben bilden die Menilit- 
Schiefer, noch höher zeigt sich der Magura-Sandstein. 
In Milöwka nahe an der Wendung der Straße nach Kamesznica
        <pb n="84" />
        76 
bekommen wir ein schönes Profil, das unsere Anschauungen über den geo 
logischen Bau des beschriebenen Terrains wesentlich bestätigt. 
An dem Bystra-Flusse zeigen sich die rothen Thone mit dem num- 
mulitenführenden Sandstein, dann folgen die Menilit-Schiefer in einer 
sehr unregelmäßigen Lagerung, endlich erscheint längs des Weges, der 
sich von der Chaussee abzweigt, der massige Sandstein, der durch sein land 
schaftliches Aussehen sehr an den Jamna-Sandstein erinnert. Wenn wir 
uns seitwärts in den Einschnitt des Baches, der von Karolówka kommt, 
bergauf begeben, so erblicken wir im Liegenden des massigen Sandsteins 
die rothen Thone mit Str. h 6, F: S. 
Vor der Ortschaft Goluszkow wendet sich plötzlich der Bach und ver 
quert die Schichten, wodurch wir in die Lage gesetzt werden, ihre Reihen 
folge zu beobachten. 
Unter den rothen Thonen finden wir die echten Ropianka-Schichten 
typisch ausgebildet und darunter dickbänkige helle Sandsteine. 
Nach der freundlichen mündlichen Mittheilung des Herrn Schneider, 
eines von den Schülern Hoheneggers, ist die stratigraphische Stellung der 
hiesigen strzolkaartigen Schichten nicht ganz klar. Man betrachtet sie ge 
wöhnlich als ein Aequivalent der oberen Kreide, während der Sandstein, 
der das Liegende derselben bildet, zweifellos dem oberen Cenoman ange 
hören soll. 
Unter dem Sandstein breiten sich dunkle Schiefer aus, die mit dünnen 
Kalkbänken und Thoneisensteinen wechsellagern und die das Hangende der 
untercenomanen Sandsteine endlich der Albien-Schiefer bilden. 
Längs des Bystra-Baches in der Richtung zur Eisenhütte erscheinen 
wieder die rothen Thone resp. die Ropianka-Schichten (mit eingeschalteten 
naphtaführenden Sandsteinen), die über dem Cenoman einen breiten Sat 
tel bilden. 
Südlich von Milöwka entspringt in Sola eine Salzquelle aus den 
Schichten, die von Hohcnegger &amp;itm Miocen gestellt werden. Es ist das 
wahrscheinlich ein Analogon der Rabka'er Schichten. 
Südlich von der Chaussee bildet das Eocen leichte Falten, während 
die älteren Schichten nicht mehr zu Tage treten. 
b. Die Umgebung von Krynica. 
Wenn wir auf der Eisenbahn von Alt-Sandez längs des Poprad- 
Thales schreiten, so haben wir vor uns (abgesehen von jenen früher er 
wähnten brannkohlenführenden Schichten) leichte Falten cocener Sandsteine. 
Zwischen Piwniczna und /egiestüw erscheinen zum ersten Male in diesem 
Profil auch die rothen Thone, die sich hernach im Bache zwischen Zegiestow 
und Muszyna wiederholen.
        <pb n="85" />
        77 
Oberhalb der Ortschaft Muszyna sind obere Hieroglyphen-Schichten 
anstehend, sie fallen nordwärts, wenden sich aber gleich nachher bei Pow- 
roènik gegen S. Statt der rothen, sieht man hier nur graue Thone in 
schwacher Entwickelung. 
Bis nach Powràik erstrecken sich die plattigen Hieroglyphen-Sand- 
steine, und erst in dem Vereinigungspunkte des Muszynka- mit dem Kry- 
nica-Bach weichen sie den Conglomeraten und später den dunklen Schiefern. 
Auf der Grenze von Krynica und Powràik neben der großen Brücke 
wird die Lagerungsweise regelmäßig 9 h F. gegen S., hier sieht man auch 
Exhalationen der Kohlensäure aus deu Schichten. 
Ueber das Alter dieser Schichten läßt sich nichts Positives sagen, 
wahrscheinlich dürften wir da eine Vertretung des Oligocäns vor uns haben. 
Neben dem Hotel Znamirowski zeigt sich ein kleiner Aufbruch der 
Ropianka-Schichten, die hier Naphtaspuren zeigen. Die aus ihnen ent 
springende sog. Apotheker-Quelle zeigt eine chemische Zusammensetzung, die 
von der anderer Quellen wesentlich verschieden ist. 
Das Hangende derselben d. i. die rothen Thone zeigen sich in einer 
sehr schonen Entwickelung am kleinen Fahrpfade, der in den Wald führt. 
Darauf kommen helle glaukonitführende Sandsteine, die den ganzen 
Berg über dem Badhause zusammensetzen. 
Neben der Turnanstalt finden wir schmutzig graue Thonschiefer und 
Thoneisensteine, die den Cementeisensteinen in Wetdzirz ähnlich sind und 
die wahrscheinlich eine locale Vertretung der Menilit-Schiefer darstellen. 
Weiter bei der Wehre wiederholt sich dasselbe Profil. Wenn wir uns 
aber jetzt von der Badeanstalt längs eines Bächleins nebendemHausedesHerrn 
Dutkiewicz hinauf begeben, so erblicken wir zuerst am Kanal einen dickbänkigen, 
zerklüfteten Sandstein, der gelblich verwittert und in 7 h gegen S. fällt. 
Erst höher ist auch die echte Strzolka anstehend, die in ihrem Hangenden 
conglomeratartigen Sandstein mit verkohlten Pflanzenresten zeigt. Die 
Schichten streichen 12h, fallen gegen W., unweit davon aber 9 h N., welcher 
Umstand auf die Anwesenheit einer steilen Antiklinale hinzuweisen scheint. 
Auf dem Wege nach Solotwina entwickeln sich Thoneisensteine mit 
N.-Fallen, in der Nähe von Sototwina selbst kommen wir auf junge 
Schichten, aus denen Salzquellen entspringen. 
Diese ganze Gegend ist durch zahlreiche locale Aufbrüche ausgezeichnet; 
die Trachite durchbrechen vielfach die eocenen Schichten. Außer zahl 
reichen Mineralquellen haben wir hier unweit von Tylicz auch Exhala 
tionen von Kohlensäure. Wenn wir den Umstand berücksichtigen, daß 
dieses ganze Terrain sehr arm an Kalk ist, so müssen wir zugeben, daß 
alle diese Quellen und Exhalationen nicht den chemischen, sondern lediglich 
den vulkanischen Kräften ihre Entstehung verdanken.
        <pb n="86" />
        IL 
Dic Erklärung der geologischen àrie. 
Die geologische Karte unseres Aufnahmsgebietes wurde von uns auf 
Grundlage der großen Generalstabskarte 1:25,000 angefertigt. Dieselbe 
befindet sich im Archiv des galizischcn Landesausschusses und steht Jeder 
mann zur Einsicht. Auf Verlangen der Parteien werden verkleinerte 
Copien dieser Karte im Maßstabe 1:75,000 verabfolgt. 
Die nachstehenden Capitel sind dazu bestimmt, um einerseits den 
Gebrauch unserer geologischen Karte zu erleichtern, andererseits aber um 
eine allgemeine Uebersicht des Terrains zu liefern, die sich bei der spe 
ciellen Beschreibung einzelner Profile nicht erlangen läßt. 
* * 
* 
1. Bone 7. Colonne XXIV, SO. 
(Ušcic ruskie, Ropica ruska, Siary rc.) 
Auf einem Theile der Karte fällt uns vor Allem die ziemlich starke 
Entwickelung der Ropianka-Schichten (blaue Farbe) ans. 
Wir haben hier mehrere parallele Ropianka-Züge, die ziemlich regel 
mäßig SO.—NW. streichen und in ihrer Gesellschaft die rothen Thone 
(rothe Farbe), die immer ihr Hangendes bilden und somit auf der Karte 
als mehr oder weniger breite Ränder der ältesten Schichten erscheinen 
müssen. Wenn wir unsere Uebersicht von NO. beginnen, so haben wir 
folgende Züge der älteren Aufbrüche: 
1. Der Ropianka-Zug von Mtzcina wielka. Derselbe beginnt im 
SO. von Macina und verschwindet bald unter dem Eocen. 
2. Der Ropianka-Zug von Przegonina läuft mit dem ersteren pa 
rallel von Barine über Przegonina nach Bodaki. 
3. Der Zug von Macina mala, der im NW. davon beginnt, scheint 
die Fortsetzung des Przegonina-Zuges zu sein. Wir konnten jedoch nicht 
diese beiden Züge mit einander verbinden, da dies nur eine hypothetische 
Annahme wäre, die der Wirklichkeit nicht entspricht. Denn der Pstrrz/ne- 
Berg, der die beiden Züge von einander trennt, besteht ganz aus dem Eocen.
        <pb n="87" />
        79 
4. Ter Zug, der sich über Ropica ruska, Stzkowa, Siary u. s. w. 
erstreckt, ist schon genügend aus dem ersten Theile unserer Arbeit bekannt. 
Dasselbe gilt von zwei kleinen Aufbrüchen: 
5. bei Rychwald und 
6. bei Ptztna. 
Bei beiden letzteren Zügen sind die rothen Thone nicht sichtbar, 
eine Erscheinung, die sich durch die Wirkung der Denudation erklären läßt. 
. 7. Ein mächtiger Aufbruch zieht sich von Przystop über Nowica, 
Leszczyna, Kunkowa und verschwindet im NW. unter dem Eocen. 
Wie bereits im ersten Theile erwähnt, scheinen hier die naphtafüh- 
rendcn Schichten zu fehlen, weshalb dieses Terrain zu den Naphta- 
Schürfungen nicht empfohlen werden kann. 
8. Im Streichen des letzten Zuges befindet sich in ļwsie ein Auf 
bruch von Ropianka-Schichten, der zweifellos die Fortsetzung desselben 
bildet. Aber auch hier konnten wir nicht die beiden Vorkommnisse mit 
einander verbinden, da der Berg über tofie nur aus dem Eocen besteht. 
Nur die rothen Thone, die das Hangende der Ropianka-Schichten bilden, 
vermitteln den Uebergang zwischen den beiden, und erreichen bei Bielanka 
eine starke Entwickelung. In ihrer weiteren Richtung gegen Szymbark zu 
bedecken sie sich mit jüngeren eocenen Sandsteinen und erscheinen dadurch 
auf der Karte in zwei Arme gespalten, von denen der westliche bis auf 
den „Blich" bei Ropa hinüberstreicht. 
9. Ter Ropianka-Zug von Smerekowiec und 
10. der Kwiaton-Ußcie-Zug streichen regelmäßig NW. und werden durch 
die rothen Thone in einem Querthal mit einander verbunden. Der erste 
Zug scheint die Fortsetzung des Zuges „Przyslop-Leszczyna-Kunkowa" zu 
sein, der zweite hingegen geht auf das Gebiet des nächstfolgenden Karten 
blattes nach Wola, Wawrzka u. s. w. über. 
11. Endlich ist da zu erwähnen, daß bei Czarna der südlichste Auf 
bruch dieses Terrains beginnt, der jedoch erst weiter im W. eine stärkere 
Entwickelung erlangt. 
Das Eocen nimmt (abgesehen von den rothen Thonen, die wir bereits 
besprochen) den größten Theil des Terrains ein und zeigt sich in verschie 
dener petrographischer Ausbildung. 
Als massiger Sandstein (grüne Farbe mit rothen Querstrichen) bildet 
es drei breite Züge: 
1. Zwischen Macina und Bartne, 2. zwischen Pstràe und Banica, 
und 3. der größte -zwischen ļwsie und Kwiaton. 
Alle diese Züge sind schon durch ihr schönes landschaftliches Aus- ' 
sehen ausgezeichnet. 
Die Hauptmasse des Eocens wird durch plattige Sandsteine (grüne
        <pb n="88" />
        80 
Farbe) gebildet. Sie nehmen fast die Hälfte der Karte ein und zeigen 
sich überall, wo die anderen Formationen aufhören, ohne besondere Züge 
zu bilden. 
Die Menilit-Schiefer (gelbe Farbe) erscheinen in drei Punkten: 
1 und 2. Zwei parallele Züge in Mtzcina Wielka und Laski, die, 
wie bereits früher erwähnt, weiter gegen N. in die Gegend von Kryg, 
Kobylanka u. s. w. hinüberstreichen. 
3. In Loste beginnt unterhalb der Schächte des Herrn Dr. Fedo- 
rowicz ein Zug, der sich nach Ropa unter dem Heimberg weitererstreckt. 
Außerdem haben wir auf dieser Karte die jüngsten Schichten unseres 
Terrains (Indigo) ausgeschieden, die dem oberen Oligocen anzugehören 
scheinen und die bereits aus unserer Beschreibung bekannt sind. Sie 
bilden in diesem Theile unseres Terrains zwei Züge, nämlich: 
1. Der erste erscheint in der Gegend von Rychwald, 2. der zweite 
erstreckt sich von der Magura malastowska und Magura Hajnowska. 
Den diluvialen Lehm haben wir auf unserer Karte nicht berücksichtigt, 
da derselbe eine unbedeutende Rolle spielt. 
2. Zone 7. Colomte XXIV, SW. 
(Ropa, Florynka, S. von Grybów re.) 
Wenn wir unsere Uebersicht von den ältesten Formationen beginnen, 
so erblicken wir, daß die Aufbrüche der Ropianka-Schichten resp. der rothen 
Thone sich nur auf den NO.-Theil der Karte beschränken, während sie im 
SW. vollständig fehlen. 
Durch die Ortschaft Ropa zieht sich ein großer Zug von Ropianka- 
Schichten, der zweifellos nichts anderes ist als die Fortsetzung des Aus- 
bruches von Loste. Es wäre jedoch ganz falsch und ungerechtfertigt, 
wenn wir in Folge dieser theoretischen Annahme diese beiden Vorkommnisse 
mit einander verbinden wollten, denn in der Wirklichkeit sieht man in der 
Gegend des sog. „mittleren Meierhoses" eine Unterbrechung durch die 
eocenen Sandsteine. 
Aehnlich kann man auch in Ropa selbst diesen Zug nicht continuirlich 
darstellen, denn derselbe wird vielfach durch die jüngeren Schichten zerrissen. 
So keilt sich z. B. am Flusse ein schmaler Saum von eocenen nummu- 
litenführenden Schichten in die Strzolka ein, welches Vorkommen wir doch 
nicht außer Acht lassen konnten. 
Wir sahen uns genöthigt, auch die Alluvioueu des Flusses zu berück 
sichtigen, denn obwohl es fast ganz sicher ist, daß der Zug sich unterirdisch 
fortsetzt, so vermag man doch nicht die Mächtigkeit der Flußschottermasse 
zu bestimmen. Die geologische Karte, die auch für praktische Zwecke dienen 
soll, darf die Alluvionen nicht auslasten, denn es könnte sonst Jemand sich
        <pb n="89" />
        81 
auf Grund solcher theoretischen Anschauung mit einer Bohrung endlos in 
den Schottermassen vertiefen, wo er die Ropianka-Schichten zu finden hoffte. 
Aus diesem Grunde sehen wir hier auf der Karte 3 Partieen von 
Ropianka-Schichten. 
1. Zwischen dem mittleren Meierhofe und dem Blich. 
2. Am Rzemieniowka-Bach. 
3. Längs des Helm Baches durch das Bergbaugebiet des Herrn 
Lodzinski bis zum Kustra-Berg. 
Die letztere Partie grenzt unmittelbar an die Menilit-Schiefer an, 
von denen gleich die Rede sein wird. Hier haben wir es wahrscheinlich 
mit einer Verwerfung zu thun, weil der Uebergang zwischen diesen beiden 
Formationen so plötzlich ist, daß stellenweise die enge Schlucht desKustra- 
Baches die ganze Grenze bildet. 
Daß die rothen Thone das Hangende der Ropianka-Schichten bilden 
und dieselben umsäumen, und daß sie den Aufbruch älterer Schichten in 
der Richtung gegen Gorlice zu beendigen, darüber war schon im ersten 
Theile ausführlich die Rede. 
Nördlich von Helmberg beginnt ein neuer Ropianka-Schichtenaufbruch, 
der im NW. parallel mit der Chaussee bis nach Bajorki streicht. An seinem 
Ausgangspunkte liegen mehrere Halden alter Schächte. 
Im S. sehen wir einen mächtigen Zug von Ropianka-Schichten 
zwischen Wola-Wawrzka und Kunkowa, wo er unter dem Eocen vollständig 
verschwindet. 
Als der südlichste Aufbruch dieser Karte erscheint ein großer Zug, 
der von Czarna über Brunary, Florynka, Ptaszkowa bis nach Cieniawa 
reicht, bis er endlich von cocenen Sandsteinen bedeckt wird. 
Daß dieser Zug in der Gegend von Brunary und Florynka in seinem 
Liegenden mächtige rothe Thonmassen aufweist, daß ferner die letzteren bei 
Strzylawka unter die Menilit-Schiefer einfallen, anderseits aber bei dem 
Ptaszkower Bahnhof in eocene Sandsteine übergehen, das sind Sachen, 
die bereits aus dem ersten Theil unserer Arbeit bekannt sind. 
Was die jüngeren Schichten anbelangt, so haben wir für zweckmäßig 
erachtet, vor Allem den massigen Sandstein auszuscheiden. Derselbe bildet 
einen kleinen Zug südlich von Kyclowa und erlangt bei Nowawieä und 
Berest eine größere Entwicklung. 
Tie eocencn plattigen Sandsteine nehmen hier (wie überall sonst) 
einen großen Raum ein, von speciellen Zügen kann hier keine Rede sein 
denn die Sandsteine zeigen sich überall, wo nur andere Formationen Platz 
lassen und correspondiren somit in allen möglichen Richtungen mit einander. 
Die Menilit-Schiefer sind auf dieser Karte nur auf zwei Züge be 
schränkt, sie zeigen jedoch eine eigenthümliche Ausbildungsweise. 
Das Petroleumgkbiel. 6
        <pb n="90" />
        Der erste Zug nimmt seinen Anfang in Loste, überschreitet bei dem 
„mittleren Meierhofe" den Ropa-Fluß und streicht über Drggówka, Ropa, 
unter dem Helm-Berg regelmäßig NW., bis er sich plötzlich gegen N. 
(h. 10—11) wendet, die Chaussee passirt, um bald darauf in demKustra- 
Bache an die strzolkaartigen Schichten anzustoßen. Noch weiter im N. 
verschwindet er im Gebiet der eocenen Sandsteine. 
Diese Unregelmäßigkeit bedingt eine gewisse Störung im geologischen 
Baue der Gegend. 
Schon die ganze Masse des Helm-Berges weicht auffallend nordwärts 
ab, möglicherweise steht auch die Zerreißung des Ropianka-Zuges in zwei 
Partien (nämlich die Antiklinale auf dem Blich und der Aufbruch unter 
dem Helm-Berg) mit dieser Erscheinung in Verbindung. 
Ein zweites Auftreten der Menilit-Schiefer haben wir in der großen 
Synklinale von Grybów. Sie beginnt in einem breiten Durchmesser in 
Grybow und zieht sich dann weiter nach WNW. Man darf jedoch nicht 
dieselbe auf der geologischen Karte mit dem Zug von Ropa in Verbindung 
bringen, weil es nur hypothetisch, keineswegs aber naturgemäß wäre. 
Endlich haben wir die jüngsten karpathischen Sandsteine in dem 
Jaworz-Zuge bei Ptaszkowa und auf dem Kiczera-Berg bei Florynka aus 
geschieden. Ob diese Schichten dem Oligocen oder einem anderen Horizonte 
angehören, das ist eine Frage, die sich vorläufig nicht beantworten läßt. 
Den Berglehm haben wir auf dieser Karte nicht berücksichtigt, da 
dieser eine sehr untergeordnete Rolle spielt und da die Ausscheidung des 
selben das richtige Bild des Ganzen sehr stören würde, hingegen haben 
wir die Flußanschwemmungen des Ropa- und Biala-Flusses durch uncolo- 
rirte Stellen auf der Karte sichtbar gemacht. 
3. Zone 7. Colonne XXIV, MV. 
(Grybüw, Bobowa u. s. w.) 
Wir werden uns schon auf den ersten Blick auf dieses Kartenblatt 
überzeugen können, daß das ganze Terrain desselben in zwei Gebiete zer 
fällt, nämlich ein nördliches und ein südliches, die sich bezüglich des geolo 
gischen Baues wesentlich von einander unterscheiden. 
Denn während das südliche Gebiet noch in das Gebirge fällt und die 
einzelnen Formationen zonenweise entwickelt zeigt, so haben wir nördlich 
davon die subkarpathische Ebene, die vor Allem durch besondere starke 
Entwicklung des dilluvialen Lehmes in die Augen fällt. 
Im südlichen Theile der Karte erblicken wir in der Gegend von Grodek 
die Ropianka-Schichten mit den rothen Thonen als eine unmittelbare 
Fortsetzung des älteren Aufbruches in Ropa, die aber bald unter den 
plattigen eocenen Sandsteinen verschwinden.
        <pb n="91" />
        6* 
83 
Aehnlich zeigen sich auch bei Bajorki und Kogutówka strzolkaartige 
Sandsteine in der Verlängerung des Ropianka-Zuges von Helm. 
Es unterliegt keinem Zweifel, daß wir es hier mit demselben Auf 
bruche zu thun haben, der sich im W. davon in Siolkowa zeigt, doch sind 
die beiden Vorkommnisse ganz deutlich durch eocene Sandsteine in der 
Gegend von Grybow von einander getrennt und zwar in der Art und 
Weise, wie es auf der Karte dargestellt wurde. 
Dieser letztere Zug zieht sich von Siolkowa über Stara mies, Kruá- 
lowa, Posadowa bis auf das nachbarliche Terrain der Gegend von Mogilno. 
Er ist an vielen Punkten reich an Oelvorkommnissen und zeigt überall in 
seinem Hangenden die rothen Thone, die stellenweise (so z. B. bei Kruö- 
lowa) nummulitenführende Sandsteine enthalten. - 
In der Gegend von Biesna haben wir einen kleinen Ropianka-Zug, 
der nichts anderes ist, als die Fortsetzung des Zuges von Siary und Ro- 
pica polska. 
Im L&gt;. zieht sich parallel mit den Ropianka-Aufbrüchen der Grybower 
Menilit-Zug, der hier jedoch nur einen verhältnißmäßig kleinen Durch 
messer aufweist. 
Da die Gesteine am Gipfel des Rosohatka-Rückens auf den Menilit- 
Schiesern liegen, so haben wir dieselben als „jüngste Karpathensandsteine" 
ausgeschieden. Aehnlich haben wir auch die Masse des Jeleü- und des 
McĢana-Berges derselben Stufe zugezählt. 
Ein anderer Menilit-Schieferzug beginnt in der Nähe von Anižloma 
nižìtsl, entwickelt sich stark bei Swchgocin und übergeht dann weiter gegen 
W. auf das Gebiet der nächstfolgenden Karte. 
Der am meisten gegen N. vorgeschobene Zug von Menilit-Schiefern 
und der letzte in dieser Richtung läuft über Szalowa, Stràa, Bobowa, 
überschreitet nachher das Brala-Thal, wo er endlich nach einer schwachen 
Entwicklung in der Gegend von Brzana bald gänzlich verschwindet. 
Wir haben bereits im ersten Theile erwähnt, daß bei Ehodorowa u. s. w. 
ein massiger, grobkörniger, leicht verwitterbarer Sandstein vorkommt, der 
stellenweise, so z. B. bei Ci^kowice, malerische Felspartieen bildet. Man 
darf jedoch nicht glauben, daß derselbe mit dem massigen Sandstein identisch 
ist, den wir bei Losie, Kgclowa u. s. w. ausgeschieden haben, da der letz 
tere sich von ihm durch seine mehr compacte Natur und feineres Korn 
unterscheidet. 
Dieser Sandstein, den wir als „Citzökowicer Sandsteine" bezeichnen 
wollen, bilden in der Gegend von Ehodorowa einen ziemlich mächtigen Zug. 
Der übrige Theil des nördlichen Gebietes dieser Karte wird durch 
den plattigen eocenen Sandstein eingenommen. 
Anders verhält es sich auf dem nördlichen Gebiete.
        <pb n="92" />
        84 
Analog zu den Verhältnissen, die wir im I. Theile bei Wojtowa, 
Libusza u. s. w. kennen gelernt haben, sieht man auch hier ein ganzes 
System von leicht gewölbten Falten, die aus weichen naphtaführenden 
Sandsteinen, Schiefern u. s. w. bestehen. Nach unserer Ansicht gehören 
alle die Schichten zu der Eocen-Formation, doch sind sie so wesentlich von 
den karpathischen plattigen Sandsteinen (die keine Naphta enthalten) ver 
schieden, daß wir für nöthig erachtet haben, dieselben unter dem Namen 
der „Schichten von Libusza" auf unserer Karte auszuscheiden (grüne Farbe 
blau gestreift). 
Die Schichten von Libusza zeigen sich überall im nördlichen Theile 
unseres Aufnahmsgebietes, mit Ausnahme jener Gegenden, die durch den 
Citzzkowicer Sandstein eingenommen werden. 
Hier finden wir auch den Berglehkn mächtig entwickelt. (Orange.) 
Er unterscheidet sich wesentlich durch den Mangel an Löß-Schnecken, an 
Kalkkonkretionen u. s. w. von dem typischen Löß. In seinem Liegenden, 
manchmal sogar in ihm selbst, sieht man Lagen von karpathischem Schotter, 
seltener Sand. Seine starke Mächtigkeit ist die Ursache, daß die Schichten 
von Libusza nicht überall anstehend sind, und nur in den tiefen Erosions 
Thälern der Flüsse und Bäche zu Tage treten. Dieser subkarpathische 
Lehm schmiegt sich in seiner Entwicklung an das Gebirge an, so daß er 
dem allgemeinen NW.-Streichen folgt. 
Wir müssen an dieser Stelle den Namen des „subkarpathischen 
Lehms" — den wir diesem Gebilde gegeben haben — rechtfertigen. 
Die beiden Benennungen, die von den Karpathengeologen hier an 
gewendet werden, nämlich „Berglehm und Blocklehm", sind unserer Meinung 
nach unpassend. 
Die erste, d. i. Berglehm, würde also dieses subkarpathische Gebilde 
mit dem Lehm des Gebirges identificiren, und wir haben Gründe, diese 
beiden Bildungen von einander zu unterscheiden. Denn — während der 
Berglehm lediglich das Product localer Verwitternng ist, — verdankt der 
subkarpathische Lehm seine Entstehung der Wirkung verschiedener Factoren, 
so z. B. des fließenden Wassers, der Winde, manchmal sogar, wie z. B. 
bei Libusza, der Gletscher. 
Was aber die andere Bezeichnung, d. i. Blocklehm, anbelangt, so ist 
doch allgemein bekannt, daß dieselbe in der Alpengeologie für etwas ganz 
anderes gebraucht wird. Es ist also rathsam, diesen Namen bei dem sub 
karpathischen Lehm nicht in Anwendung zu bringen und auf diese Weise 
der nomenclatorischen Verwirrung aus dem Wege zu gehen. 
Schließlich wollen wir erwähnen, daß wir auf dieser Karte sämmt 
liche größere Alluvien des Biata-Flusses und mancher wichtigeren Bäche 
ausgeschieden haben.
        <pb n="93" />
        85 
4. Zone 7. Colonne XXIII UO. 
(Neu-Sandez, Klyczany, Librantowa rc.) 
Der Ropianka - Schichtenaufbruch, der am Fuße des Bergrückens 
Rosochatka über Kruölowa, Posadowa u. s. w. läuft, kommt auch auf dieses 
Blatt und zwar in der Gegend von Mogilno herüber. Hier wird der 
selbe zwischen dem Eocen und den Menilit-Schiefern eng zusammengepreßt 
und der Uebergang von einer Formation zu der anderen ist stellenweise so 
plötzlich, daß z. B. (wie bereits früher erwähnt) einer von den zwei Nach 
barschächten in Mogilno sich nur in den strzolkaartigen Gesteinen vertieft, 
während der andere nur Menilit-Schiefer antrifft. 
Erst weiter westlich bei Koniuszowa und Librantowa erweitert sich 
dieser ältere Zug und streicht dann regelmäßig nordwestlich. Die rothen 
Thone bilden hier überall das Hangende und führen stellenweise Nummu- 
liten-Schichten. 
Während im N. dieser ganze Ropianka-Zug mit seinen rothen Thonen 
unter eocene Sandsteine einfällt, grenzt er im S. unmittelbar an die Me 
nilit-Schiefer an. 
Man darf zwar nicht glauben, daß die eocencn Sandsteine hier voll 
ständig fehlen, doch sind dieselben so schwach entwickelt, daß wir sie auf 
unserer Karte gar nicht berücksichtigen konnten. 
Der Ropianka-Zug erweitert sich bei Klimkbwka und Ubiad, nachher 
wird er wieder durch die eocencn Sandsteine eingeengt, bis er endlich durch 
das Dunajcc-Thal abgeschnitten wird. 
Auf der linken Seite des Dunajec-Flusses sehen wir anfangs nur 
den plattigen eocenen Sandstein und erst weiter bei Bialowoda erscheint 
wieder der Aufbruch älterer Schichten, wahrscheinlich ist das die Fortsetzung 
der Zuges Mogilno-Librantowa-Klimkbwka rc. 
Sämmtliche Einschnitte bei Zawadka (wie überhaupt alle am nörd 
lichen Fuße des Rozdziele und Chelín Berges) zeigen strzolkaartige Ge 
steine, während die rothen Thone ziemlich hoch hinaufreichen. 
Wie wir es bereits im ersten Theile erwähnt, erscheinen hinter den 
Wielopoler Meniliten die Ropianka-Schichten und die rothen Thone in 
einem kleinen Aufbruch, der von Wielopole nach Boguszowa reicht. Im 
Gegensatz zu den Verhältnissen, die wir bei den nördlichen Zug beobachteten, 
sieht man hier die Ropianka-Schichten im S. unter die plattigen Sand 
steine einfallen, im N. aber knapp an den Menilit-Schieferzug angrenzen. 
Diese Erscheinung entspricht ganz gut unserer theoretischen Annahme, 
daß der Menilit Schieferzug eine Synklinale bildet, denn in diesem Falle 
gehören die beiden ausgebrochenen Sättel der Ropianka-Schichten zusammen 
und correspondiren unterirdisch miteinander.
        <pb n="94" />
        86 
Auf der linken Seite des Flußthales erscheinen die Ropianka-Schichten 
S. von Rdziostów und erstrecken sich hernach unweit von den Menilit- 
Schiefern durch den südlichen Theil des Bergbaues von Kltzczany, unter 
halb Wola-marcinkowska über das Smolnik-Thal und noch weiter gegen 
NW. In Chomranice sieht man auch die rothen Thone in ihrem Hangen 
den stärker entwickelt. 
Weiter im S. haben wir längs des Pruski-Baches einen anderen 
Ropianka-Zug. Hier erreichen die rothen Thone eine starke Entwickelung, 
sie erstrecken sich hoch hinauf bis zu der Sandez-Limanower Poststraße, 
und nachher auf die andere Seite des Bergrückens in die Gegend des 
Bierzewicki-Baches, unweit des Khczaner Bergbaues. Von der südlichen 
Seite reichm sie bis nach Biczyce an das Thal des Tunajec-Flusses. 
Der plattige eocene Sandstein bildet einen breiten Zug im SO. des 
Blattes in der Gegend von Neu-Sandez und geht hernach über Kurowski- 
berg u. s. w. auf die andere Thalseite hinüber. Wir wollen hier an die 
Thatsache erinnern, daß wir in diesem Zuge am Kurowski-Berg Nummu- 
liten gefunden haben. 
Ein anderer Zug eocener plattiger Sandsteine zeigt sich nördlich vom 
Ropianka-Aufbruch in Mogilno, Librantowa u. s. w. 
Der Citzèkowicer Sandstein erscheint als Fortsetzung des Chodorower 
Zuges zwischen L.yczana und Milkowa. 
Der nordwestliche Theil des Blattes wird durch die Schichten von 
Libusza ausgefüllt. 
Die Gruppe der Menilit-Schiefer zeigt hier eine sehr interessante 
Ausbreitungsweise. 
Im Allgemeinen lassen sich hier zwei Menilit-Schieferzüge, ein nörd 
licher und ein südlicher unterscheiden, die nahe an einander und parallel 
angeordnet sind. 
Der südliche Zug ist nichts anderes als die Fortsetzung der Grybüwer 
Synklinale. Aehnlich dem Ropianka-Zug verengt er sich stark bei Mogilno, 
läuft dann in dieser schmalen Zone unweit von Koniuszowa, Librantowa 
u. s. w. überall in der Nähe der Ropianka-Schichten und kommt auf solche 
Weise bis nach Wielogiowy, wo er sich stark erweitert und schließlich durch 
das Dunajec-Thal unterbrochen wird. Auf der anderen Seite des Flusses 
sieht man ihn im N. des Rdziostüwer-Berges, hernach in einer mächtigen 
Entwickelung im Thale des Smolnik - Baches und in der Gegend von 
Kl^czany, wo er wie bereits früher erwähnt, unterhalb des Bergbaues er 
scheint und bis unter den Gipfel des Chetm-Bergcs reicht. 
Aber man sieht die Menilit-Schiefer auch am Dunajec-Flusse zwischen 
Kltzczany und Tygoborze, ferner in der Schlucht des Biakowodzki-Berges. 
Diese beiden Vorkommnisse gehören offenbar ein und demselben Zuge an,
        <pb n="95" />
        87 
sind aber in der Mitte durch die jüngere Masse des Dtzbrowa - Berges 
unterbrochen. 
Der zweite Menilit-Zug zieht sich von Swchgocin angefangen, unter 
halb des nördlichen Abhanges des Mogilno-Berges, ferner über Stowikowa, 
Ubiad u. s. w. Auch dieser Zug setzt sich auf der anderen Seite des Dunajec- 
Flusses fort. Man sieht ihn auf dem Berge zwischen Ttzgoborze und Jakub- 
kowice, hernach in einer schönen Entwickelung am Iwsosina-Fluß in der 
Nähe der Ortschaft L,ososina-dolna. 
Wir haben auf dieser Karte den Berglehm nicht berücksichtigt, obwohl 
es sich nicht läugnen läßt, daß derselbe stellenweise, insbesondere an der 
Berglehne gegen das Dunajec-Thal, eine starke Entwickelung erlangt. 
Die Ausscheidung des Berglehms würde jedoch das geologische Bild 
anderer wichtigerer Bildungen wesentlich gestört haben. 
Hingegen haben wir die riesigen Alluvien des Tunajec-Flusses und 
einiger Nebenflüsse auf diesem Blatte ersichtlich gemacht. 
5. Zone 7. Colonne XXIII SO. 
(Alt-Sandez, Nawojowa, Kamionka rc.) 
Südlich von Neu-Sandez sehen wir das Eocen eine mächtige Ent 
wickelung erlangen. Dasselbe ist hier in verschiedenen Faciesausbildungen 
vertreten, obwohl im Großen und Ganzen der plattige Sandstein vor 
herrschend ist. Aus diesem Grunde ist dieses ganze Blatt durch eine große 
Einförmigkeit ausgezeichnet, wozu sich noch der Umstand gesellt, daß wir 
hier auch große alluviale Schottermassen vor uns haben, indem da mehrere 
bedeutende Ströme, wie Dunajec, Poprad, Kamienica rc. zusammentreffen. 
Alle diese Flüsse führen bedeutende Schottermassen, die von ihnen in den 
Thälern abgelagert werden, so daß ca. */ 8 der Karte nur Alluvionen zeigt. 
Nur in einem Punkte, nämlich NW. des Blattes bei Niskowa, sehen 
wir auch die Ropianka-Schichten und die rothen Thone, die den Anfang 
jenes Zuges bilden, die wir weiter NW. am Pruska-Bach und Eietrzewina- 
Berg beobachten können. Das alluviale Dunajec-Thal schneidet diesen Zug 
vollständig ab, denn wir sehen auf der anderen Seite des Flusses in der 
correspondirenden Richtung, nämlich in der Gegend des Kamienica-Flusses 
keine Spur von den älteren Schichten. Tie mögliche Ursache dieser Er 
scheinung haben wir bereits im ersten Theil erörtert. 
Zwischen Neu-Sandez und Ptaszkowa zeigt sich ein mächtiger Zug 
von großplattigen eocenen Sandsteinen, dessen Fortsetzung bei Ubiad, 
Kurowska-góra u. s. w. wir bereits kennen. 
Südlich davon sieht man einen Vorsprung zwischen dem Kamionka- 
und Kamieuica-Fluß, in dem massiger Sandstein zu Tage tritt. Derselbe 
zieht sich auf der rechten Seite des Kamienica-Flusses über Nawojowa,
        <pb n="96" />
        88 
Frycowa und ist nichts anderes als die Fortsetzung des massigen eocenen 
Sandsteines von Berest. 
Wir haben ihn besonders auf unserer Karte ausgeschieden (grüne 
Farbe, roth gestreift). 
Noch weiter im S. finden wir eine Zone von dünnplattigen Sand 
steinen, Hellen Mergeln, dunklen Schiefern n. s. w., die stellenweise (bei 
Naszacowice, Podcgrodzie) auch braunkohlenführcnde Schichten enthalten. 
Näheres darüber findet man im ersten Theile, hier wollen wir nur er 
wähnen, daß wir diesen ganzen Zug auf unserer Karte ausgeschieden haben 
(grüne Farbe, gelb gestreift). 
Hiernach kommen wir wieder auf eine Zone plattiger eocener Sand 
steine, die im S. bis nach Kroscienko, im W. nach Lqcfo reichen und in 
diesen beiden Ortschaften das Hangende rother Thone bilden. 
Von dem Berglehm sieht man größere Massen auf dem Bergrücken 
zwischen dem Poprad- und dem Kamienica-Fluß, dann längs des Ab 
hanges, der die linke Hälfte des Dunajec-Thales abschließt. Wir haben 
jedoch diese Bildung aus den Gründen, die wir schon mehrere Male er 
örtert, nicht ausgeschieden. 
Ueber die großartigen Fluß-Alluvionen im Gebiete dieses Blattes 
haben wir bereits am Anfange des laufenden Capitels gesprochen. 
6. Zone 7. Colonne XXIII Itti). 
(Limanowa, Pisarzowa rc.) 
Die Formationen, die wir bei Neu-Sandez und Kl^czany kennen ge 
lernt haben, gehen ganz regelmäßig im W. auf das Gebiet des angrenzen 
den Kartenblattes hinüber. 
Indem wir unsere Uebersicht im N. beginnen, erblicken wir einen 
kleinen Aufbruch älterer Schichten bei Zawadka und Biaiowoda, der aber 
bald unter den eocenen Sandsteinen verschwindet. 
Der südlichere, d. i. der Kl^czaner Aufbruch, erreicht hier eine ziem 
lich starke Entwickelung. Er zieht sich über Macina, Kkodne nach Pisar 
zowa und verschwindet in der Gegend der letztgenannten Ortschaft. Wir 
erinnern, daß wir im Liegenden der strzolkaartigen Gesteine dieses Zuges 
eisenschüssige Sandsteine beobachteten. 
Südlich davon sehen wir einen mächtigen Ropianka-Zug, zu dessen 
beiden Seiten die rothen Thone eine ungewöhnlich starke Entwickelung er 
langen. Wir haben bereis früher zwischen Cietrzewina und Biczyce ältere 
Schichten constatirt, wo besonders die rothen Thone stark entwickelt waren. 
Dieselben gelangen über Litacz nach Pryszowa und ziehen sich von hier 
angefangen in einer breiten Zone gegen NW. In der Mitte dieser Zone 
sind auch die strzolkaartigen Gesteine sichtbar.
        <pb n="97" />
        89 
Im Großen und Ganzen streicht dieser Zug regelmäßig 9 h, doch 
weicht er stellenweise von dieser Richtung einmal gegen N., das andere 
Mal gegen W. ab, so daß er dadurch eine schlangenförmige Gestalt 
bekommt. 
Südlich von Slopnice-górne haben wir den Anfang eines neuen Auf 
bruches älterer Schichten. 
Wir sehen hier einen Zug von Ropianka-Schichten, der sich west 
wärts wendet und bedeutende Massen von rothen Thonen in seinen Han 
genden führt. 
Auffallend ist der Umstand, daß wir auf dem Gipfel des Bergrückens 
zwischen Podgórze und Zalesie (längs der Chaussee nach Lqcfo) abermals 
die rothen Thone antreffen, die gegen S. unter dem massigen Sandstein 
von Zalesie einfallen. 
Wie überall sonst in unserem Aufnahmsgebiet, so nehmen auch hier 
die eocenen plattigen Sandsteine einen großen Flächenraum ein. Sie 
bilden das Hangende der rothen Thone und bauen stellenweise, so z. B. 
am Cichon- und Ostra-Berg die höchsten Gipfel auf. 
Zwischen Podgórze und Zalesie beginnt auf diesem Blatte der mäch 
tige Zug massiger Sandsteine, die wie bereits erwähnt auf den rothen 
Thonen liegen und somit zweifellos dem Eocen angehören. 
Wir haben hier auch einen Menilit-Schieferzug, der durch jüngere 
Schichten in zwei Theile getrennt wird. 
Zwischen Macina und Pisarzowa erscheinen die Menilit-Schiefer, die 
in h 10 gegen den Ostra- und Jaworz-Berg streichen und unter jüngeren 
Gesteinen der geannten Berggipfel verschwinden. Aber auf der anderen 
Seite der Bergkette sieht man am Lososina-Fluß wieder Menilit-Schiefer, 
die wahrscheinlich die Fortsetzung jener von Pisarzowa bilden. 
Bezüglich der dilluvialen und alluvialen Bildungen läßt sich hier 
nichts bemerkenswerthes angeben. 
7. Zone 7. Colonne XXIII. SW. 
(Kamieniöa, Lijcfo, Üadcza u. s. w.) 
Im nördlichen Theile der Karte erblicken wir einen kleinen Zug rother 
Thone als Fortsetzung des Vorkommens südlich von Podgorze. 
Zwischen Zblud/ic und Zalesie zeigt sich der bereits im letzten Capitel 
erwähnte eocene Zug massiger Sandsteine. Er nimmt seinen Anfang bei 
Czarny potok und streicht regelmäßig gegen NW. 
Südlich davon sehen wir auch ältere Schichten, nämlich die rothen 
Thone, die von ļşko über Kamienica und Zbludöa auch nordwestlich 
streichen. Im nördlichen Theile dieses Zuges sieht man auch strzolka-
        <pb n="98" />
        90 
artige Gesteine, in Gesellschaft dunkler Schiefer, die an die Menilit-Schiefer 
erinnern, obwohl sie zufolge ihrer Lage unter den rothen Thonen zweifel 
los bedeutend älter sind. Auf der anderen Seite des Dunajec-Flusses 
verschwindet dieser ältere Aufbruch und es erscheinen eocene Sandsteine, 
die einen mächtigen Zug bilden. Denn erst bei Króscienko, schon im Ge 
biete der Kalkklippen, zeigt sich ein neuer Aufbruch der Ropianka-Schichten. 
Auf dem östlichen Theile des Blattes erscheinen die Mergel und 
braunkohlenführenden Thone von Naszacowice, die aber bald verschwinden. 
Anmerkung. Die beigegebene geologische Karte stellt den wichtigsten 
Theil unseres Äufnahmsgebietes dar. Sie wurde von den Originalkarten 
auf den Maßstab 1: 75,000 übertragen. 
Was unsere Profile anbelangt, so haben wir uns entschieden nur 
schematische Durchschnitte zu geben, da die naturgetreuen viel zu complicirt 
sind, und da man immer eine größere Anzahl derselben zusammenstellen 
müßte, um den Aufbau einer Gegend klar zu legen. Tie letzteren stehen 
übrigens im Archiv des galiz. Landesausschusses jedermann zur Einsicht.
        <pb n="99" />
        III. 
&amp; d) su IL 
1. lieberļtdjt der ausgeschiedenen ^ortjmtte. 
Es bleibt uns noch übrig, das bis jetzt Gesagte in kurzen Worten 
zusammenzustellen, um auf diese Weise eine allgemeine Uebersicht zu er 
möglichen. 
Wir wollen im Vorhinein bemerken, daß wir uns in den folgenden 
Ausfiihrungen nur auf das Terrain der westgalizischen Karpathen, das 
wir aufgenommen, beschränken. 
Die tiefsten resp. die ältesten Schichten unseres Aufnahmegebietes 
sind (abgesehen von den Klippenkalken) die Ropianka-Schichten. *) Sie 
bilden das Liegende des ganzen Systems von Gesteinen, die die galizischen 
Westkarpathen aufbauen und treten überall in Gestalt von steilen, manch 
mal schiefen Aufbriichen auf. Es unterliegt nicht dem mindesten Zweifel, 
daß diesen Schichten thatsächlich der Name der Ropianka-Schichten zukommt, 
d. h. daß das dieselben sind, die in den Ostkarpathen unter dieser Bezeich 
nung zusammengefaßt werden. Sowohl die petrographischen und die 
stratigraphischen Merkmale, die wir bereits im ersten Theil ausführlich 
besprochen haben, als auch die spärlichen organischen Reste derselben lassen 
hier keinen Zweifel aufkommen. 
Uebrigens haben wir öfters die Gelegenheit gehabt, einzelne Punkte 
unseres Terrains mit dem Herrn Bergrath Paul zu besuchen und derselbe 
hat keinen Anstand genommen, diese Schichten als seine typischen Ropianka- 
Schichten zu bezeichnen. 
Was das geologische Alter derselben anbelangt, so wollen wir vor 
Allem constatiren, daß wir es hier zweifellos mit der Kreideformation zu 
thun haben. Die Bruchstücke von Ammoniten, von Jnoceramen u. s. w. 
scheinen in dieser Beziehung ganz überzeugend zu sein. 
') Wie bereits früher erwähnt, ist unsere Eintheilung in die oberen und un 
teren Ropianka-Schichten nur auf petrographische Merkmale gegründet. Die 
ersteren scheinen mit den „plattigen Sandsteinen", die von den Herren Kreutz und 
Zuber im O. ausgeschieden wurden, identisch zu sein. Wir haben jedoch keinen 
triftigen Grund, dieselben in unserem Terrsin als einen selbständigen Horizont 
aufzufassen.
        <pb n="100" />
        92 
■I 
Schwieriger wird sich die Sache gestalten, wenn wir uns die Frage 
aufstellen, welchen Horizont der Kreideformation die Ropianka-Schichten 
in den westgalizischen Karpathen repräsentiren? 
Allerdings scheint die Antwort nahe zu liegen, daß dieselben analog 
zu dem im O. gebrauchten Vorgänge zum Neocom zu stellen sind. 
Aber abgesehen davon, daß nach unserer Ansicht das neocome Alter 
der strzolkaartigen Schichten in den Ostkarpathen rein hypothetisch ist, da 
gerade die wenigen entscheidenden Fossilien (bei Przemysl n. s. w.) nicht in den 
petrographisch typischen Ropianka-Schichten vorkommen, so haben wir auch 
andere Gründe, die uns diese Annahme (wenigstens für unser Aufnahms 
gebiet) bedenklich erscheinen lassen. 
Vor Allem wollen wir betonen, daß die wenigen palaeontologischen 
Funde hier gar nichts beweisen. Von den Jnoceramen, die wir da gefun 
den haben, ließen sich folgende annähernd weiter bestimmen: Inoceramus 
Cripsii Maut., I. cf. concéntricas Sow., I. cf. Haneri Zugmayr. 
Die beiden ersteren kommen bekanntlich sowohl in der unteren als 
auch in der oberen Kreide vor, was aber den Inoceramus Haneri an 
belangt, so ist keineswegs eine ausgemachte Thatsache, daß die Schichten, 
in denen er gefunden wurde, thatsächlich dem Neocom entsprechen. 
Der Abdruck von angeblichem Phylloceras, der von Herrn Szajnocha 
in unserem Terrain vor einigen Jahren gefunden wurde, scheint auch nicht 
viel zu beweisen, denn bekanntlich geht der Phylloceres bis in das Ceno- 
men hinauf. Uebrigens ist das Exemplar so unvollkommen, daß es nach 
unserer Meinung fraglich ist, ob das Stück überhaupt eine Versteinerung 
darstellt. 
Da uns nun die Paläontologie vollkommen im Stich läßt, so wollen 
wir versuchen, ob nicht vielleicht das Studium der stratigraphischen Ver 
hältnisse zur Losung dieser Frage beitragen könnte. 
Wir haben gesehen, daß überall in unserem Terrain die rothen Thone 
das unmittelbare Hangende der Ropianka-Schichten bilden. In den rothen 
Thonen findet man jedoch, wie wir das bereits im I. Theil ausführlich 
erörtert haben, einen grünen, breccienartigcn Sandstein mit zahlreichen 
Nummuliten, von denen sich folgende bestimmen ließen: Nummulites Lu- 
casana Defr., N. irregularis Defr, N. cf. granulosa d’Arcli, u. s. w. 
Es unterliegt also nicht dem mindesten Zweifel, daß die rothen Thone 
dem Eocen, und zwar (wie das aus dem genannten Formen hervorgeht) 
dem unteren Eocen angehören, und daß somit die Ropianka-Schich 
ten der Westkarpathen das unmittelbare Liegende des unteren 
Eocens bilden. 
Wir wollen hier erinnern, daß wir diese Thatsache in Stzkowa, 
Siary, Ropa, Strzylawka (oberhalb Grybów) Kru/lowa, Radziechoìva
        <pb n="101" />
        93 
(Schlesien) u. s. w. constatirt haben. In allen den genannten Localitäten \ 
haben wir thatsächlich in einer und derselben kaum ein paar Meter hoher 
Wand Jnoceramen und Nummuliten gesammelt. 
Die rothen Thone bilden somit eine ausgezeichnete Leitschicht, denn 
obwohl man in derselben nicht immer die nummulitenführende Sandsteine 
eingeschaltet findet, so unterliegt es nicht dem mindesten Zweifel, daß sie 
überall in unserem Gebiet dieselben d. i. von eocenen Alter sind. x ) Man 
soll sich im Gegentheil wundern, daß wir den nummulitenführenden Sand 
stein, der doch so eine geringe Mächtigkeit besitzt (gewöhnlich nur einige 
Decimeter) in so vielen Punkten anstehend fanden"), denn wie leicht könnte 
derselbe ausgewaschen, oder von den losen Thonmassen überschüttet werden. 
Es steht soweit fest, daß das untere Eocen das unmittelbare Hangende 
der Ropianka-Schichten bildet. 
Bei der Erklärung dieser Thatsache drängt sich vor Allem die An 
nahme auf, daß wir es hier ähnlich wie stellenweise in Schlesien mit einer 
großartigen Transgression zu thun haben, vorausgesetzt natürlich, daß wir 
die Ropianka-Schichten als Neocom betrachten. Diese Annahme scheint uns 
jedoch wenig plausibel zu sein, indem hier keine Transgressionserschei- 
nungen sichtbar sind. Die rothen Thone liegen nicht nur ganz concordant 
auf den Ropianka-Schichten,' sondern sie alterniren sogar in den unteren 
Partieen mit den letzteren, so daß wir uns in Folge dessen zu der An 
nahme gezwungen sehen, die Ropianka-Schichten in unserem Gebiete als 
obere Kreide zu betrachten. 
Wie wir in unserem Anhang zum ersten Theile ausführlich besprochen 
haben, liegen unsere echten strzolkaartigen Gesteine bei Guloszków unweit 
von Kamesznica (Schlesien) auf dem Cenoman, so daß unsere Annahme 
durch diese Thatsache wahrscheinlich wird. 
Wir wollen gerne zugeben, daß es nur stratigraphische Gründe sind, 
die uns zu dieser Ansicht berechtigen. Diese ganze Frage ist jedoch rein 
theoretischer Natur, und ob man sich nun in der Zukunft für die eine oder 
andere Annahme entscheidet, so werden dadurch weder unsere Karten noch 
unsere Profile in irgend einer Weise alterirt, denn eines steht fest und 
wird sich nie bestreiten lassen, nämlich die Thatsache, daß in 
') Wir bemerken ausdrücklich, daß wir nur diese rothen Thone für einen wich 
tigen geologischen Horizont betrachten, die unmittelbar den Ropianka-Schichten 
ausruhen. Denn anderseits läßt es sich gar nicht läugnen, daß ähnliche Thone 
sich in höheren Horizonten wiederholen. 
*) Erwähnenswerth ist der Umstand, daß wir ganz denselben grünen breccien- 
artigen Sandstein mit Nummuliten aus Moinesti (Rumänien) erhalten haben, 
der dort in den rothen Thonen unterhalb der Menilite-Schiefer liegt. Es scheint 
somit, daß unsere Schichten eine große Verbreitung in den Karpathen besitzen, 
und wir können nicht umhin die Geologen darauf aufmersam zu machen. -s
        <pb n="102" />
        unserem Gebiet das Eocen das unmittelbare Hangende der 
Ropianka-Schichten bildet, und das somit die ganze große 
Schichtenabtheilung, die in den Ostkarpathen zwischen den 
Ropianka-Schichten und dem Eocen liegt und die als mittlere 
Gruppe bezeichnet wird hier in den Westkarpathen vollständig 
fehlt. Allerdings haben wir auch in unserem Gebiet Gesteine, die an 
den massigen Jamna-Sandstein erinnern und die sogar thatsächlich von 
H. Szajnocha (l. c.) zur mittleren Gruppe gestellt wurden, die aber nichts 
destoweniger zweifellos dem Eocen angehören, weil sie auf den rothen 
Thonen mit dem Nummulitensandstein ausruhen. 
Von einer Storung im geologischen Baue von Ueberkippungen u. s. w. 
kann hier keine Rede sein, weil in unserem Gebiet nur die Ropianka- 
Schichten und theilweise auch die Menilit-Schiefer eine ziemlich unregel 
mäßige Lagerung aufweisen, sonst ist aber Alles ganz regelmäßig und 
bildet leicht gewölbte Falten, die sich immer mit einer großen Einförmig 
keit wiederholen. 
Daß die plattigen Sandsteine (wohl zu unterscheiden von den plattigen 
Sandsteinen der Herren Kreutz und Zuber, die unseren oberen Ropianka- 
Schichten entsprechen), die auch im Hangende» der rothen Thone vor 
kommen, dem Eocen angehören, das wird wohl Niemand bezweifeln können. 
Schwieriger verhält es sich mit der Altersbestimmung jener grob 
körnigen Sandsteine (Mühlsteine) die gewöhnlich die Gipfel der Berge 
bilden. Sie liegen auf den plattigen Sandsteinen, doch haben wir gar 
keinen Anhaltspunct zu entscheiden, ob sie noch dem Eocen oder etwa 
einem noch jüngeren Horizonte angehören. 
Ueber die Menilit-Schiefer läßt es sich nicht viel sagen. Ihr Auf 
treten in unserem Gebiet ist mit dem des Ostens ganz identisch. Es wäre 
hier vielleicht der Umstand hervorzuheben, daß sie gewöhnlich in der Ge 
stalt von Synklinalen auftreten, und oft von der allgemeinen Streichungs 
richtung abweichen. 
Daß die Sandsteine, die daß Hangende der Menilit-Schiefer bilden 
(Mogilno, Chetm u. s. w.) und die von uns den Namen „jüngerer Sand 
steine" erhalten haben, thatsächlich jünger sind als die Menilit-Schiefer, 
scheint klar zu sein. 
Die Stellung der braunkohlenführenden Schichten von Podegrodzie, 
Naszacowice u. s. w. ist auch nicht bestimmt. Jedenfalls sind dieselben 
jünger als die plattigen eocenen Sandsteine, weil sie das Hangende der 
selben bilden. 
Unsere Ausscheidung des subkarpathischen Lehms im Gegensatz zum 
Berglehm haben wir bereits im 3. Capitel des zweiten Theiles begründet. 
Ueber die Alluvien läßt sich nichts erwähnenswerthes anführen.
        <pb n="103" />
        95 
Die Klippenkalke und die Trachite übergehen wir mit Stillschweigen 
da dieselben außerhalb des Bereiches unserer Aufgabe lagen. 
Nachstehende Tafel gibt eine Uebersicht unserer Ausscheidungen: 
Obere und untere (strzolkaartigen) Ì ^ .. 
Ropianka-Schichten j C£&gt;ere Kreide. 
Rothe Thone mit nummuliten- Ì ,, „ 
führenden Schichten. J H"îeres Eocän. 
Citzèkowicer Sandstein/) i .. 
Schichten von Libusza, | Gocän 
Plattiger Sandstein, | _/• Th-nur 
Massiger Sandstein. &gt; Oberes Eocen. 
Menilit-Schiefer. Unterer Oligocen.) 
Jüngere Sandsteine, I Oberes Oligocen 
Mühlsteine, _ (vielleicht auch 
Braunkohlenführende Schichten. ļ jünger.) 
Erratische Blöcke ļ | jüngeres 
Berglehm j Diluvium. 
Subkarpathischer Lehm | älteres 
Flußanschwemmungen Alluvium. 
* * 
* 
Wenn wir nun einen Blick auf unser ganzes Aufnahmsgebiet werfen, so 
bemerken wir, daß der geologische Bau desselben im Großen und Ganzen eine 
gewisse Gesetzmäßigkeit aufweist, die wir jetzt näher betrachten wollen. 
Die erste Thatsache die vor Allem in die Augen fällt beruht darin, 
daß sämmtliche Formationen im Allgemeinen regelmäßig in der orogra- 
phischen Richtung der Bergketten also SO.—NW. streichen. 
Die Ausnahmen von dieser Regel sind rein localer Natur, und wur 
den von uns bereits früher hervorgehoben. Am häufigsten zeigen sie sich 
bei den Menilit-Schieferzügen, die eine eigenthümliche Tendenz haben, von 
der regelmäßigen Streichungsrichtung nordwärts abzulenken. So haben 
wir in Kryg, Ropa, Kltzczany u. s. w. constatirt, daß die Menilit-Schiefer 
dora 10—11 manchmal sogar 12 streichen. 
Es ist schwer für diese Erscheinung eine befriedigende Hypothese zu 
finden. Sie wird wahrscheinlich ihren Grund in der Thatsache haben, daß 
die faltende Kraft der Karapathen in verschiedenen Perioden und Punkten 
eine verschiedene Intensität hatte. 
Die zweite auffallende Thatsache ist der Umstand, daß unser ganzes 
Aufnahmsterrain sich ganz gut in drei verschiedene Gebiete eintheilen läßt, 
die von NO. gegen SW. folgendermaßen auf einander folgen: 
') Wir müssen gestehen, daß die Stellung des Cic^kowicer Sandsteines uns 
nicht ganz klar ist. Wir haben in unserem Terrain keine Gelegenheit gehabt, 
sein Verhältniß zu anderen Schichten zu studiren.
        <pb n="104" />
        96 
1. Das Gebiet der Schichten von Libusza und des subkarpathischen Lehms. 
2. Das Gebiet älterer Aufbrüche. 
3. Das Gebiet der eocenen Sandsteine. 
Ad 1. Wir haben mehrmals auf die eigenthümliche Entwicklung 
des Eocens im NO. unseres Terrains hingewiesen. Schon das äußere 
Aussehen dieser Gegend unterscheidet sie wesentlich von anderen Gebieten: 
wir haben hier keine bedeutenderen Höhen, keine Schluchten, und die 
Schichten bilden wenig gestörte, regelmäßige, mäßig gewölbte Falten. 
Auch in petrographischer Beziehung sind die Gesteine dieses Gebietes, 
die von uns den Namen der „Schichten von Libusza" erhalten haben, 
wesentlich von den eocenen Gesteinen des Gebirges verschieden. Ein 
charakteristisches Merkmal für dieses Gebiet ist das massenhafte Vorkommen 
von subkarpathischen Lehm in Verbindung mit glazialen Erscheinungen. 
Hieher gehört die Gegend von Krhg, Wojtowa, Libusza, ferner dei Norden 
von Gorlice, Gryböw u. s. w. 
Ad 2. Die Aufbrüche der Ropianka-Schichten und ihres Hangenden, 
d. i. der rothen Thone beschränken sich auf die Mitte unseres Gebietes. 
Wenn wir von den zwei entgegengesetzten Ecken unserer Slarte (d. i. NW. 
gegen SO.) eine Linie ziehen, so wird uns diese Linie sowohl die Rich 
tung als auch die Lage der Aufbrüche der Ropianka-Schichten bezeichnen. 
Wir können somit alle Vorkommnisse von Ropianka-Schichten in unserem 
Gebiet als einen einzigen großeil Aufbruch auffassen, der in mehrere 
Falten zusammengelegt, und durch jüngere Schichten öfters unterbrochen wird. 
Wenn wir auf unserer Karte die einzelnen Vorkommnisse älterer 
Schichten mit einander verbinden, ohne die jüngeren schichten zu beriick- 
sichtigen, so erhalteil wir thatsächlich einen einzigen Zug, der in der Mitte 
unseres Terrains ganz regelmäßig SO.—NW-, d. i. von liscie ruskie bis 
nach Tymbark streicht. 
Ad 3. Südlich von diesem Aufbruch gelangen wir in das Gebiet 
mächtig entwickelter eocener (stellenweise auch jüngerer) Schichten. 
Daß noch weiter im S. hinter diesem letzteren Gebiet ein zweiter 
älterer Aufbruch, der parallel mit dem sub 2. erwähnten nördlichen läuft, 
das wissen wir bereits aus dem Früheren. 
In Bezug auf diese 3 Gebiete lassen sich für das Vorkommen ein 
zelner Horizonte folgende Regeln feststellen. 
1. Die Ropianka-Schichten sind nur auf das 2. Gebiet beschränkt. 
Diese Regel ist so bezeichnend, — daß z. B. ein kleiner Ropianka ^chichten- 
aufbruch in Rozdziele bei Macina der sich gegen NW. also schon das 1. Gebiet 
wendet, an der Grenze dieses Gebietes plötzlich verschwindet, so daß wie 
bereits früher erwähnt die Linie längs der Chaussee Gorliceàigrüd einer 
Verwerfung gleicht.
        <pb n="105" />
        2. Die rothen Thone zeigen sich hauptsächlich im 1. weniger im 
2. Gebiete. 
3. Der plattige eocene Sandstein erscheint nie in dem 1., ist dafür 
aber im 2hauptsächlich jedoch im 3. Gebiete mächtig entwickelt. 
4. Dasselbe gilt von massigen Sandsteinen. 
5. Der Cchtkowicer Sandstein kommt in dem 1., außerdem an der 
Grenze des 1. und 2. Gebietes vor. 
6. Die Schichten von Libusza sind nur auf das 1. Gebiet beschränkt. 
7. Die Menilit-Schiefer sind in dem 1. Gebiete sehr stark, weniger 
im 2., und gar nicht im 3. entwickelt. 
8. Die jüngeren Sandsteine erscheinen im 2. und 3. Gebiet. 
9. Der subkarpathische Lehm kommt nur im 1. Gebiete vor. 
10. Die Naphta ist nur auf das 1. und 2. Gebiet beschränkt. 
2. Das Vorkommet: von Erdöl in unserem Äufnahmsgebiete. 
Eine der Hauptaufgaben unserer Untersuchungen war das Studium 
der Naphta-Borkommnisse in dem Gebiete der galizischen Westkarpathen. 
Wir haben in dieser Beziehung fleißig alle möglichen geologischeil Daten 
gesammelt, und dieselben im ersten Theile unserer Arbeit aufgezeichnet. 
Wir wollen hier die wichtigsten von denselben in Kürze zusammenstellen. 
Der erste und jüngste Naphta-Horizont befindet sich in den Menilit- 
Schiefern. In unteren Partieen, ja beinahe schon im Liegenden der 
selben befindet sich ein schmutzig grauer Sandstein, dessen Klüfte und Poren 
mit Naphta ausgefüllt sind. Diese Menilit-Naphta ist pechartig, dunkel 
grün oder braun, dickflüssig, und vor Allem geringgrädig, so daß sie 40" nie 
übersteigt. 
Diesen Naphta-Horizont, der im Großen und Ganzen in den tvest- 
galizischen Karpathen schwach entlvickelt ist, haben wir in unseren Terrain 
in Harklowa, Kryg und in einigeir Punkten der Gegend von Kltzczany. so 
z. B. in der Nähe der Meierhofes, unweit der Wohnung des H. Fauk u. s. w. 
Es gilt aber als Regel, daß die Menilit-Naphta in diesem Theile 
der Karpathen selten in größeren Quantitäten vorkommt, deßhalb ist auch 
die Anlage von Schächten in den Mcnilit-Schiefern nur dann zu em 
pfehlen, wenn man auf größere Tiefe der Schächte gefaßt ist. 
Der zweite Horizont, in dem die Naphta vorkommt sind die Schichten 
voir Libusza. Da aber dieselben wie bereits früher ertvähnt nur in der 
subkarpathische,, Ebene vorkommen, so ist auch das eocene Oel nur auf 
dieses Gebiet beschränkt, Währeild man in dem Eocen des Gebirges selbst, 
(mit Ausnahme von Siary und Macina) keine Naphta findet?) 
i) Man wolle nicht vergessen, daß hier ausschließlich von unserem Aufnahms- 
gebiet die Rede ist, denn im Osten verhalten sich die Verhältnisse anders. 
Das Petrolcumgebiet. 7
        <pb n="106" />
        98 
Was nun die subkarpathische Ebene in der Gcgeird von Wojtowa, 
Libusza, u. s. w. anbelangt, so wollen wir uns in die Erörterungen der 
dortigen Erdölverhältnisse gar nicht einlassen, da dieses Gebiet s. Z. von 
Herrn Szajnocha aufgenommen wurde, von dem auch bereits vor mehreren 
Jahren eine detaillirte Monographie darüber in Aussicht gestellt wurde. 
Wir werden uns somit in den nächstfolgenden Ausführungen nur auf 
das eigentliche Gebirge den Westkarpathen beschränken. 
Der dritte und wichtigste Naphta-Horizont des westkarpathischen 
dirges liegt unter den rothen Thonen in den Ropianka Schichten. 
Dieser Horizont zerfällt in mehre Subhorizonte, denn die naphta- 
führenden Schichten wiederholen sich oft einige Male. Das Erdöl, das 
hier vorkommt ist grünlich, im durchfallenden Lichte rubinroth, paraffin 
reich, hochgrädig (nie unter 35 0 oft aber über 50".) 
Somit haben wir auch die erste Bedingung des Naphta-Vorkommens 
kennen gelernt, es ist das die Anwesenheit von Ropianka-Schichten. Der 
Bergbauunternehmer, der auf seinem Gebiete keine Ropianka-Schichten 
besitzt, hat auch fast gar keine Aussichten alls Erfolg seiner Schürfungen. 
Wie man diese Schichten erkennen, und auffinden soll, wo sie that 
sächlich vorkommen, das wurde bereits im ersten Theil eingehend besprochen, 
und auf unserer Karte dargestellt. 
Man darf jedoch nicht glauben, daß sämmtliche Gesteine der Ropianka 
Schichten naphtaführend sind, im Gegentheil diese Eigenschaft ist aus 
einige wenige Felsarten, vor Allem aber auf den bereits früher erwähnten 
grobkörnigen Sandstein beschränkt. Außerdem findet man das Oel in 
Hellen, grauen Thonschiefern, die mit andern Schichten alterniren. Am 
besten ist es, wenn diese Schiefer das Liegende des naphtaführenden 
Sandsteines bilden, denn in diesem Falle kann man sicher auf sehr 
günstige Resultate rechnen. 
Es ist eine ausgemachte Thatsache, daß so lange man sich mit dem 
Schacht in dem Sandstein selbst befindet, man keinen Naphta Zufluß erwarten 
darf, und erst im untersten Theile des Sandsteines, nämlich an der 
Grenze der Thonschiefer erscheinen die ersten Zuflüsse, und auf diese Weise 
wird jede ölführende Schichte von unten abgezapft. 
Die zweite Bedingung zu einer rationellen Naphta-Gewinnung ist so 
mit die Auffindung dieser Schichten. Wir machen aber darauf aufmerksam, daß 
man keineswegs unmittelbar dort Schächte anlegen soll, wo Naphta-Spnren 
vorkommen, denn dieselben zeigen sich geivöhnlich in den Punkten, wo die 
Schichten auf die Oberfläche kommen, und es läuft somit bei solcher 
Anlage die Gefahr, daß man mit seinem Schacht die gewünschten Schichten 
verfehlt. 
Man soll den ganzen geologischen Bau berücksichtigen, und dabei vor
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        Allem die Antiklinale wählen, da erfahrungsgemäß das Naphta-Vor- 
kommen sowohl in den Ost-- als auch in den Westkarpathen nur auf diese 
tektonische Form beschränkt ist. 
Wenn man nun auf diese Weise mit seinem Schacht die naphta- 
führende Schichte angetroffen hat, so soll man die übrigen Schächte theils 
im Vorstächen der Schichten, theils in der Richtung der Antiklinale an 
legen. Diese Richtung ist leicht zu finden, wir haben übrigens in unserer 
Beschreibung erschöpfende Angaben darüber geliefert. 
Wenn wir nun gegenwärtig sämmtliche Lokalitäten unseres Terrains, 
die entweder schon jetzt ausgedehnte Naphta-Bergbaue, oder Bedingungen 
dazu besitzen, einer flüchtigen Musterung unterwerfen, so wird sich das 
Ganze folgendermaßen darstellen: In Ropica ruska soll man die 
Schächte in der Richtung des M^cina-Baches anlegen, da dort die naphta- 
führenden Sandsteine in einem schönen Ropianka-Sattcl sichtbar sind. 
Richt minder schöne Aussichten hat das Terrain des H. Tarasiewicz 
oberhalb der Schlucht, weil durch diese Gegend gerade der Rücken der 
Antiklinale läuft. *) 
Es ist aber nicht rathsam weit hinauf zu steigen, da mau sonst 
mächtige Massen der eocenen Thone und Sandsteine durchteufen müßte. 
S^kowa hat unserer Ansicht nach eine große Zukunft, besonders in 
der Gegend an der Schlucht oberhalb des Wirthshauses. 
Das Bergwerk von Siary ist in seiner gegenwärtigen Lage ziemlich 
erschöpft. Es wäre aber sehr angezeigt oberhalb des Bergbauterrains 
gegen SW. Versuche anzustellen, da hier der Hauptsattel streicht. Obwohl 
man hier auch einen Theil des Eocens durchteufen müßte, so würde sich 
das auf jeden Fall lohnen, da hier die naphtaführenden Schichten mächtig 
entwickelt ftitb. i) 2 ) 
Ju íidêfi hat man keine guten Aussichten auf Erfolg, und wenn 
man überhaupt hier etwas erwarten soll, so kann man es nur durch Tief- 
bohrungen erreichen, wie das bereits früher auseinandergesetzt wurde. 
Dasselbe gilt von Macina mata. 
Der Bergbau von Macina wielka ist sehr erschöpft. 
Es bleibt nur noch das Terrain längs der Schlucht, die die östliche 
Grenze des gegenwärtigen Bergbaues bildet, wo man Proben anstellen könnte. 
i) Die polnische Ausgabe der gegenwärtigen Arbeit war bereits im I. 18H1 
fertig. Seit jener Zeit hat sich unsere Annahme bestätigt, denn der H. Berg- 
werksdirector Winiarski, der den ganzen Bergbau mit Sachkenntniß leitet, ist hier 
Ihatsächlich zu befriedigenden Resultaten gekommen. 
Es gereicht uns zur großen Genugthuung, daß unsere theoretische An 
nahme sich praktisch glänzend bewährt hat. Die Schächte, die in der von uns 
angezeigten Richtung angelegt werden liefern bedeutende Quantitäten an Naphta.
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In Ropa stellt der Blich ferner das Gebiet am Bache, wo die 
Schachte des H. Lodzinski liegen, endlich die Ropianka-Aufbrüche von 
Rzcnlieniowka und unter dem Hetm-Berg, die einzigen beachtenswcrthen 
Punkte dar. 
In Lo si e sollte man die Schächte unten am Bach anlegen, da man 
auf diese Weise eher das Liegende jener tauben Sandsteine erreichen 
könnte, in denen sich der subventionirte Schacht schon 240 m ohne Resultat 
vertieft.^) 
In Wola könnte man nordwestlich von den alten Schächten eine 
Probe machen. Man würde auf diese Weise die naphtaführenden Schichten 
antreffen, die wir unten im Bach beobachteten. 
In Grybów bieten nur der kleine Aufbruch vou Bajorki und im 
Bache hinter dem Bahnhof, ferner die Ropianka-Schichten weiter im SW. bei 
dem Bräuhause von Strzylawka Bedingungen zum Naphta-Vorkommen dar. 
Aehnlich machen wir auf das Vorkommen der naphtaführenden Sand 
steine in Br un ary und Florynka aufmerksam. 
In Ptaszkowa scheint die Gegend am Bache unterhalb „Gorki" 
beachtenswerth zu sein. 
In Kruxlvwa sollte man die Schächte ganz unten am Bache an 
legen, ferner könnte man in der Partie, wo wir Jnoceramen gefunden, 
Versuche anstellen. 
Was den S. von Kruèlowa, ferner das Terrain von Stara wies, 
Posadotva, Mogilno n. s. w. anbelangt, so soll man in den Schür 
fungen sich genau an den Ropianka-Zug halten, den wir ausgeschieden und 
früher beschrieben haben. 
Aehnliches gilt von Librantowa, über die ohnehin bereits im ersten 
Theil ausführlich die Rede tvar. 
Unsere Rathschläge bezüglich der Naphta Gewinnung in Klyczany 
haben wir im 4. Capitel ersten Theiles gründlich erörtert. 
Weiter im W. sind zwar die Aussichten nicht sehr glänzend, doch 
wäre es angezeigt, in allen diesen Punkten, wo wir Sättel von Ropianka- 
Schichten mit Naphta-Spuren constatirten, einige Versuche anzustellen. 
0 linier Rath ist hier befolgt worden. Man hat die Arbeiten in dem er 
wähnten Schacht eingestellt, und dafür unten einen neuen angelegt. 
Buchdruài Julius Äliukhardt,
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