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        <title>Das Petroleumgebiet der galizischen Westkarpathen</title>
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            <forname>Heinrich</forname>
            <surname>Walter</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
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            <idno>833658085</idno>
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Das  Uetrolemngebiet
ber  galizischen  Westkarpathen.

Von

grinrid)  IDattrr  mid  »r.  (finii  Litter  ».  Dunikomshi.

Mit  zwei  fascin
und  einer  geologischen  Garte.

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«tifiuu88Cöf['fu  mil  Uiilerftlltjung  des  k.  k.  .tUfrbaunmii|tfnum!&amp;lt;f^  Bibliothek

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UHcn  ISS«,
Mansscht  K.  h.  Kos-tzrrlags-  und  WvkrMs-Buchhandlung

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        InhaltsvkMchmß.

I.  Der  geologische  Bau  des  untersuchten  Gebietes.

A.  Das  Gebiet  des  Nvpa-Flusses.
Seite
1.  Die  Gegend  des  Sokowa-Baches  Jļ
2.  Das  Siarka-Thal
Ñ.  Die  Gegend  des  Libuski-Baches  zwischen  Macina  und  Llbusza  .  .  .  .
4.  Die  Gegend  des  Ropa-Flusses  zwischen  Uäcie  rustie  und  Gorlice  ...  26
Iļ.  Das  Gebiet  des  Biata  Flusses
1.  Das  Biaia-Thal  zwischen  Florynka  und  Bobowa  ^
2.  Die  Gegend  des  Kru/.lowski-Baches  49

C.  Das  Gebiet  des  Dunajec  Flusses.
1.  Die  Gegend  auf  der  rechten  Seite  des  Dunajec-Flusses  zwischen  Mogilno
und  Ubiad
2.  Die  Gegend  von  Neu  Sandez  auf  der  rechten  Seite  des  Dunaiec  Flusses  -i«&amp;gt;
Die  Gegend  von  Reu.Sandez  auf  der  linken  Seite  des  Dunajec-Flusses  .  uü
4.  Die  Umgebung  von  Äl^czany  01
5.  Die  Umgebung  von  Limanowa  •
6.  Ein  Quer  Profil  von  Tymbark  über  Äamienica  und  ļşko  nach  Tzczawnica  72

1).  Anhang.
1.  Geologische  Exkursionen  nach  Schlesien  und  in  die  Umgebung  von
Art)  nica

II.  Erklärung  der  geologische«  Karte.
1.  àie  rustie,  Ropica,  Siary
2.  Ropa,  Florynka
        <pb n="6" />
        3.  Grybów,  Bobowa  rc  i
4.  Neu-Sandez,  Librantowa,  Kltzczany
5.  Alt-Sandez,  Kamionka  rc
6.  Limanowa,  Pisarzowa
7.  Kamieninica,  Lqcfo
III.  Schluß.
1.  Uebersicht  der  ausgeschiedenen  Horizonte
2.  Das  Vorkommen  von  Erdöl  in  unserem  Aufnahmsgebiet

Seite
82
85
87
88
89

.  91
.  97
        <pb n="7" />
        Einleitung.

Seit  einer  Reihe  von  Jahren  sind  wir  im  Aufträge  des  galizischen
Landesausschusses  mit  der  geologischen  Tetailaufnahme  des  naphtaführenden
  Gebietes  der  galizischen  Westkarpathen  beschäftigt.  Schon  im  Herbste
des  Jahres  1881  war  uns  die  Möglichkeit  geboten,  einen  Theil  unserer
Arbeit  abzuschließen  und  der  Oeffentlichkeit  zu  übergeben;  der  diesbezügliche
Bericht,  der  in  polnischer  Sprache  in  der  Zeitschrift  „Kosmos"  erschien,
enthält  eine  detaillirte  Schilderung  der  geologischen  Verhältnisse  des  Gorlieer,
  Grybower  und  z.  Th.  des  Neu-Sandecer  Bezirkes.
Im  Sommer  1882  setzten  wir  unsere  Studien  fort  und  gelangten
diesmal  der  Limanower-Bezirk,  ferner  der  westliche  Theil  des  Neu-Sandecer
  Bezirkes  zur  Aufnahme.
Gestützt  auf  eigene  Erfahrungen,  vor  Allem  aber  auf  die  wichtigen
Arbeiten  über  die  Ostkarpathen  von  Paul  und  Tietze,  von  Vacek,  Niedzwiecki  ')
u.  A.  giengen  wir  mit  frischem  Muth  an  die  Aufgabe  und  hofften,  in
unserem  Terrain  den  Ostkarpathen  analoge  Verhältnisse  anzutreffen.  Aber
im  Laufe  der  Untersuchungen  stellte  es  sich  heraus,  daß  der  geologische
Bau  dieses  Theiles  der  Westkarpathen  in  einigen  wesentlichen  Punkten  von
dem  des  Ostens  abweicht,  vor  Allem  ist  da  das  gänzliche  Fehlen  der  sog.  „mittleren ­
  Gruppe"  hervorzuheben,  jenes  Schichtencomplexes  von  Sandsteinen,  die
zwischen  dem  Neocom  und  Eocen  eingeschaltet  sind,  und  die  nach  den  oben
angeführten  Autoren  in  den  Ostkarpathen  eine  wichtige  Rolle  spielen.
Unsere  Ansichten  über  diese  interessante  Erscheinung  findet  der  geneigte ­
  Leser  in  der  vorliegenden  Abhandlung.  Obwohl  wir  weit  entfernt
sind  zu  glauben,  daß  durch  unsere  Untersuchungen  das  schwierige  Problem
der  Gliederung  des  Karpathensandsteines  in  den  Westkarpathen  endgiltig
gelost  wurde,  so  hoffen  wir  doch  damit  einen  kleinen  und  vielleicht
nicht  unwillkommenen  Beitrag  in  dieser  Beziehung  geliefert  zu  haben.

')  Sämmtliche  diesbezüglichen  Aufsätze  der  genannten  Autoren  sind  in  den
letzten  Jahrgängen  des  Jahrbuches  der  k.  k.  geol.  Reichsanstalt  enthalten.
Das  Pktroleumgebict.  1
        <pb n="8" />
        2

Nebst  der  theoretischen  haben  wir  auch  die  praktische  Seite  unserer
Aufnahmen  nie  aus  den  Augen  gelassen.
Wir  haben  alle  Daten,  die  das  Vorkommen  von  Erdöl  betreffen,
fleißig  gesammelt  und  glauben  nun  in  der  Lage  zu  sein,  dem  praktischen
Bergmanne  manchen  Wink  ertheilen  zu  können,  der  ihn  wenigstens  vor
unnützen  Ausgaben  bewahren  kann.
Unsere  Ansichten  und  Erfahrungen  über  das  Vorkommen  und  die
Art  und  Weise  des  Auffindens  der  ölführenden,  abbauwürdigen  Schichten
findet  der  geneigte  Leser  im  Laufe  und  am  Schluffe  der  vorliegenden  Ab
Handlung.
Es  möge  uns  vor  Allem  gestattet  sein,  allen  jenen  Herren  und  Behörden, ­
  die  das  Zustandekommen  der  vorliegenden  Arbeit  unterstützten,
unseren  wärmsten  Dank  auszusprechen.  Vor  Allem  gebührt  unser  Dank
dem  hohen  k.  k.  Ackerbauministerium,  das  durch  eine  namhafte  Subvention
die  deutsche  Herausgabe  unseres  Werkes  wesentlich  erleichterte,  —  ferner
den  löblichen  Directionen  der  k.  k.  ausschl.  priv.  Kaiser  Ferdinands-Nord
bahn,  der  Gal.  Karl-Ludwig-Bahn,  der  Lemberg-Czernowitz-Jassy
Eisenbahn,  der  k.  k.  Staatsbahnen,  die  uns  durch  Gewährung  von  Frei
karten  eine  ausgiebige  materielle  Hilfe  zu  Theil  werden  ließen,  endlich
den  p.  t.  H.  H.  Dr.  von  Fedorowicz,  von  Skrochowski,  Fauk,  Gttzbocki,
Zielinski,  Barzykowski,  Brzozowski,  Racieski,  Schütte  und  vielen  Anderen,
deren  freundliches  Entgegenkommen  uns  den  Aufenthalt  in  den  sonst  un
wirtlichen  Gegenden  ermöglichte.
Lemberg  und  München,  im  März  1883.
ïļrinriil)  Walter  Dr.  (frail  Kilter  ».  Bnnilioraõki.
        <pb n="9" />
        I.
Der  geologische  Bau  des  untersuchten  Gebietes.
A.  Das  Gebiet  des  Ropaslusjes.

1.  Die  Gegend  des  Stzkowa-Daches.
Der  am  meisten  gegen  £).*)  vorgeschobene  Theil  unseres  Terrains
wird  durch  das  bergmännisch  wichtige  Gebiet  des  Sekowa-Baches  südöstlich ­
  von  Gorlice  gebildet.  Dieser  Bach,  in  den  auch  andere  kleine  Gewässer, ­
  nämlich  der  MaìastowerVrzegonina  und  Siarka-Bach  münden,
nimmt  seinen  Lauf  regelmäßig  gegen  NW.,  also  im  Streichen  der  Schichten.
Was  die  geographischen  Elemente  der  Gegend  anbelangt,  so  ist  die
Orientirung  in  denselben  sehr  einfach  und  läßt  sich  in  wenigen  Worten
darstellen.  .
Auf  der  linken  Seite  des  erwähnten  Baches  erhebt  sich  eine  breite
Gebirgskette,  die  angefangen  von  ihrem  höchsten  Gipfel  „Magura  matastowska"
  (814  m)  gegen  NW.  streicht,  und  die  in  dieser  Streichungsrichtung ­
  immer  niedriger  wird,  bis  sie  endlich  durch  das  breite  Thal  des
Ropaflusses  quer  abgeschnitten  wird.
Auf  der  anderen  Seite  des  Baches  sehen  wir  mehrere  parallele
Ketten,  die  mehr  oder  weniger  von  dem  allgemeinen  Streichen  abweichen
und  die,  ähnlich  wie  alle  anderen  im  N.  gelegenen  Bergrücken  jener  Gegend,
die  interessante  Erscheinung  aufweisen,  daß  sie  sammt  und  sonders  längs
der  geraden  Linie,  die  fast  ganz  genau  durch  die  Poststraße  „Gorlice-Zmigrod"
  bezeichnet  wird,  abbrechen.  Auf  solche  Weise  entsteht  im  Ş.
ein  steiler  Rand,  vor  dem  sich  die  eocene  subkarpathische  Ebene  mit  einer
ziemlich  regelmäßigen  Schichtenlagerung  ausbreitet.
Der  geologische  Bau  dieser  Gegend  ist  leicht  verständlich,  obgleich  das
Studium  desselben  Anfangs  in  Folge  einiger  Dislocationsspalten  große
Schwierigkeiten  bereitet.

i)  N.  —  Nord.  S.  —  Süd,  O.  —  Ost,  W.  —  West.

1*  .
        <pb n="10" />
        4

Als  die  ältesten  und  tiefsten  Schichten  sind  hier  die  Ropianka-Schichten
  entwickelt?)  So  sahen  wir  in  Ropica-ruska  angefangen  von  der
Stelle  gegenüber  der  Brücke  beim  Schranken,  wo  der  Bergbau  des
H.  Tarasiewicz  gelegen  ist,  längs  des  rechten  Ufers  des  Flusses,  bis
zur  Mündung  des  Meiner  Baches,  als  Grundgebirge  die  Ropianka-Schichten.
  Der  petrographische  Charakter  derselben  läßt  sich  in  wenigen
Worten  folgendermaßen  schildern:  es  sind  das  die  bekannten,  graugrünen,
feinkörnigen,  blättrigen,  glimmerreichen,  selbst  in  kleinen  Handstücken
krummschaligen,  mit  zahlreichen  Glimmerschüppchen,  Hieroglyphen,  Fukoiden,
  unbestimmbaren  organischen  Resten,  und  zahlreichen  Kalkspathadern
durchzogener  Sandsteinschiefer.  Bei  Verwitterung  dieser  schichten  entstehen ­
  wasserdichte,  sandige  Thone  und  dunkelgrauer  Humusboden.
Wo  diese  Schichten  mächtig  entwickelt  sind,  entwickeln  sich  selbst  auf
den  höchsten  Gipfeln  beträchtliche  Sümpfe  und  Moräste.  Auf  den  Halden
einiger  Schächte  gelang  es  uns  einige  theilweise  wohlerhaltene  Jnoceramen
zu  finden  wovon  übrigens  später  die  Rede  sein  wird.  ')  Diese  Schichten,
welche  wir  aus  den  später  zu  erörternden  Gründen,  von  nun  an  als  „untere
Ropianka-Schichten"  bezeichnen  wollen,  zeigen  eine  sehr  verwickelte  Tektonik. ­
  Wir  sehen,  daß  das  Fallen  und  Streichen  derselben  alle  Augenblicke
wechselt,  welcher  Umstand  bei  der  bergmännischen  Gewinnung  des  Petroleums
  unangenehm  fühlbar  wird.
Abgesehen  von  den  zahlreichen  localen  Störungen,  kann  man  jedoch
constatiren,  daß  wir  da  im  Großen  und  Ganzen  einige  steil  ausgerichtete
Falten  vor  uns  haben,  die  regelmäßig  in  9  h.  streichen.
Dieser  bläulichgraue,  krummschalige  Sandsteinschiefer,  der  in  Schlesien
im  Volksmunde  „Strzolka"  genannt  wird,  bildet  die  Hauptmaße  der  Ropianka-Schichten. ­
  Außerdem  findet  man  in  diesem  Schichtencomplex  auch
einige  andere  petrographische  Elemente,  so  z.  B.  Thonschiefer  und  Sand
steine,  unter  denen  besonders  eine  Felsart  unsere  Aufmerksamkeit  verdient.
Es  ist  das  ein  grobkörniger,  gelblich  grauer  Sandstein  mit  mergeligem
Bindemittel  30—60  cm  mächtig,  der  vielfach  zerklüftet  und  mit  Erdöl
reichlich  imprägnirt  ist,  so  daß  jedes  Stück  einen  starken  bituminösen  Geruch ­
  besitzt,  und  in  ruhiges  Wasser  geworfen,  zahlreiche  Oeltropfcn

i)  Wir  behalten  diese  Benennung,  die  durch  Bergrath  Paul  in  die  Literatur
eingeführt  wurde,  obwohl  wir,  wie  aus  dem  Späteren  hervorgehen  wird,  ein
anderes  geologisches  Alter  für  die  betreffenden  Schichten  beanspruchen  zu  müssen
glauben,  als  es  für  die  Ropianka-Schichten  in  den  Ostkarpathen  der  Fall  ist.
*)  Im  Jahre  1880  bereiste  einer  von  uns  in  Gesellschaft  des  Herrn
Szajnocha  diese  Gegend.  Herr  Szajnocha  hat  darüber  in  den  Verhandlungen
der  geol.  R.  A.  1880  einen  kurzen  Reisebericht  publicirt,  in  dem  die  Jnoceramen- ­
  und  Ammoniten-Funde  aus  diesen  Gegenden  erwähnt  werden.
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        5

ausscheidet.  Dieser  Sandstein  liegt  alternirend  zwischen  den  strzolkaartigen
  Schichten,  und  wird  in  den  Schächten  in  Ropica-ruska  gewöhnlich
in  ca.  50  m  Tiefe  erreicht.  Stellenweise,  wo  der  Aufbruch  der  Ropiankaschichten
  stärker  ist,  so  z.  B.  in  der  letzt  erwähnten  Ortschaft  unmittelbar
am  Bache  bei  der  Wegmauth,  kommt  dieser  Sandstein  auf  die  Oberfläche
und  bildet  kleine  Naphtatümpel,  wie  es  überhaupt  in  unseren  Gegenden
als  Regel  gilt,  daß  die  Erdölspuren  immer  in  den  Ausbissen  der  Schichten
am  reichlichsten  vorhanden  sind.
Das  Hangende  der  Ropianka-Schichten  wird  durch  mächtige  Lagen
von  Thonen  und  Thonschiefern  gebildet.  Diese  Thone  zeigen  fast  immer
eine  röthliche  oder  blaue  Färbung,  enthalten  fast  gar  keinen  Kalk  und
gehören  —  wie  wir  es  gleich  kennen  lernen  werden  —  zweifellos  der
Eocenformation  an.  Sie  liegen  fast  ganz  concordant  mit  den  obersten
Lagen  der  Ropianka-Schichten,  obwohl  es  sich  anderseits  nicht  läugnen  läßt,
daß  alle  jene  Störungen,  die  für  die  unteren  Abtheilungen  der  Ropianka-Schichten
  charakteristisch  sind,  bei  den  rothen  Thonen  und  Thonschiefern
nicht  so  stark  zum  Ausdruck  gelangen.
In  diesen  Thonen  findet  man  oft  braune  Thoneisensteine  mit
zahlreichen  Hieroglyphen,  außerdem  einen  fast  dichten  sehr  feinkörnigen
Sandstein  mit  kieseligem  Bindemittel,  für  welche  Felsart  der  Name
„glasiger  Sandstein"  entsprechend  wäre,  und  die  sich  regelmäßig  fast
überall  in  den  rothen  Thonen  wiederholt.
Die  rothen  Thone  besitzen  in  Ropica-ruska  an  verschiedenen  Punkten ­
  verschiedene  Mächtigkeit.  Während  manche  Schächte  dieselben  in  30  m
durchteufen,  brauchen  andere  100  und  mehr  Meter  dazu,  ein  Umstand,
der  sich  sehr  leicht  durch  die  Wirkung  der  Denudation  erklären  läßt.
In  der  Nähe  des  Mycina-Backes  verschwinden  die  typischen  strzolkaartigen
  Sandsteine,  und  die  ganze  Gruppe  der  Ropianka-Schichten  erlangt
eine  andere  petrographische  Ausbildung.  Es  erscheinen  hier  dunkelgraue,
feinkörnige,  plattige  Sandsteine,  die  zwar  an  ihrer  Oberfläche  noch  immer
Fucoiden,  Hieroglyphen  rc.  aufweisen,  die  sich  aber  sofort  von  den  typischen ­
  strzolkaartigen  Schichten  unterscheiden  lassen.  Sie  besitzen  nämlich
weder  die  charakteristische  grünliche  Färbung,  noch  die  Kalkspathadern
oder  die  wellige  Krümmung  der  typischen  Ropianka-Schichten.  Diese  Sandsteine ­
  alterniren  mit  hellen,  fucoidenreichen,  dünngeschichteten  Mergeln  von
bedeutender  Mächtigkeit,  außerdem  mit  dunklen  Thonen.
Wir  wollen  diese  Sandsteine  mit  allen  Felsarten,  die  sie  begleiten
als  „obere  Ropianka-Schichten"  bezeichnen.  Denn  obwohl  es  fast  keinem
Zweifel  unterliegt,  daß  diese  ganze  Schichtengruppe  nur  eine  petrographische
Facies  der  Ropianka-Schichten  darstellt,  so  erscheinen  sie  dennoch  in  meisten
Fällen  in  einem  höheren  Niveau,  als  die  echten  strzolkaartigen  Gesteine,
        <pb n="12" />
        6

so  daß  die  Bezeichnung  „obere"  nicht  ganz  unpassend  zu  fein  scheint,  obwohl ­
  wir  damit  keineswegs  einen  Horizont  verstehen.
Diese  oberen  Ropianka-Schichten  enthalten  in  der  Regel  keine  petroleumführende ­
  Lagen.
Wie  schon  oben  erwähnt,  prävaliren  in  der  Nähe  des  M^cma-Baches
  die  oberen  Ropianka-Schichten.  Ihre  Lagerung  ist  nicht  so  gestört ­
  und  verwickelt,  wie  die  der  strzolkaartigen  Schichten.  Obwohl  auch
hier  zahlreiche  Verwerfungen  und  Dislocationen  vorkommen,  so  läßt  sich
doch  das  ganze  System  in  Falten  auflösen.  Während  in  den  Sätteln
nur  die  oberen  Ropianka-Schichten  vorkommen,  so  erscheinen  wieder  tn  den
Mulden  strzolkaartige  oder  untere  Ropianka-Schichten,  manchmal  sogar  mit
den  oben  erwähnten  naphtaführenden  Sandsteinen  und  zahlreichen  Oelspuren
  auf  der  Oberfläche,  wie  wir  das  z.  B.  mehreremale  im  Walde
oberhalb  des  Macina-Baches  beobachtet  haben.  —  Wenn  wir  nun
das  Bergbauterrain  von  Ropica-ruska  verlassen,  und  uns  aufwärts  gegen
das  Forsthaus  begeben,  so  finden  wir,  daß  die  rothen  Thone  das  Liegende
eines  mächtigen  Sandsteincomplexes  bilden.
Diese  Sandsteine  sind  feinkörnig,  vielfach  zerklüftet,  dünn  geschichtet,
und  scheinen  dem  jüngeren  Eocen  anzugehören,  da  wir  in  der  Nähe  von
Ropica-ruska  im  Liegenden  derselben  Nummuliten  beobachtet  haben,  wovon ­
  gleich  die  Rede  sein  wird.  Diese  Schichten  streichen  11  ü  und  fallen
N.  —  Der  höchste  Gipfel  des  Bergrückens  über  dem  Bergbauterrain  wird
von  einem  grobkörnigen  Sandstein  aufgebaut,  der  im  Volksmunde  dui
Namen  „Mühlstein"  trägt,  und  auch  thatsächlich  zu  Handmühlen  verwendet ­
  wird,  über  dessen  Alter  jedoch  sich  nichts  Positive^  sagen  läßt.
Die  zerklüfteten,  eocenen  Sandsteine  geben  Veranlassung  zu  einer
Erscheinung,  die  für  die  Bergbauunternehmer  sehr  unangenehm  ist,  und
die  sich  sehr  leicht  erklären  läßt.  Alle  Schächte,  die  im  höheren  Niveau
angelegt  sind  haben  nämlich  mit  großen  Wassermassen  zu  kämpfen.  Es
ist  jedoch  ganz  natürlich,  daß  in  Folge  der  Undurchlässigkeit  der  rothen
Thone,  die  das  Liegende  der  eocenen  Sandsteine  bilden,  sämmtliche  Tagwässer ­
  sich  in  den  letzteren  ansammeln.  Aus  diesem  Grunde,  wie  auch
ferner  in  Berücksichtigung  des  Umstandes,  daß  bei  der  Anlage  der  Schächte
im  eocenen  Sandstein  (der  hier  kein  Oel  enthält)  zuerst  dieser  und  nachher
die  ganze  Masse  der  rothen  Thone  in  einer  unbekannten  Mächtigkeit  durch
teuft  werden  muß,  —  ist  die  Anlage  der  Schächte  in  Ropica-ruska  oberhalb ­
  der  eocenen  Terrasse,  unserer  Ansicht  nach,  bei  den  bis  nun  hier  gebräuchlichen ­
  technischen  Mitteln  nicht  rathsam,  wiewohl  man  andererseits
durch  Tiefbohrungen  zu  günstigen  Resultaten  gelangen  könnte.
Wenn  wir  uns  jetzt  im  Thale  nach  anderen  Vorkommnissen  von
Ropianka-Schichten  umsehen,  so  erblicken  wir  zu  unserem  Erstaunen,  daß  in
        <pb n="13" />
        7

Ropica-ruska  selbst  das  gegenüberliegende  linke  Ufer  des  Stzkowa-Baches
keine  Ropianka-Schichten,  sondern  eocene  Sandsteine  aufweist,  von  denen
noch  später  die  Rede  sein  wird.
Erst  weiter  im  NW.  bei  der  Ortschaft  Stzkowa  gegenüber  dem
Mycina-Bache  finden  wir  auf  der  linken  Seite  des  Thales  ganz  analoge
Verhältnisse,  wie  wir  sie  im  Bergbauterrain  von  Ropica-ruska  kennen
gelernt  haben.
Die  zahlreichen  Schluchten  und  Schächte  in  dieser  Gegend  gewahren
uns  einen  Einblick  in  den  geologischen  Bau  des  ganzen  Bergrückens.
Die  strzolkaartigen  Ropianka-Schichten  bilden  die  Basis  des  ganzen
Terrains  mit  denselben  Eigenschaften,  die  wir  schon  früher  kennen  gelernt
haben.
Sehr  bezeichnend  ist  der  Umstand,  daß  hier  die  typischen  Strzolka-Schichten
  größere  Mengen  von  Erdöl  enthalten,  während  dies  sonst  im
ganzen  von  uns  untersuchten  Gebirgsterrain  eine  ausschließliche  Eigenthümlichkeit ­
  jener  oben  erwähnten  gelben  grobkörnigen  L-andsteine  ist,
welche  in  der  echten  Strzolka  eingelagert  sind.  Wir  haben  Gelegenheit
gehabt  Schächte  zu  beobachten,  welche  bedeutende  Mengen  von  Naphta
lieferten,  ohne  daß  wir  auf  der  Halde  derselben  was  anderes  gefunden
hätten,  als  nur  echte  Strzolka,  die  allerdings  in  allen  Poren  und  Klüften
durch  und  durch  mit  Oel  imprägnirt  war.
Uebrigens  sind  hier  auch  grobkörnige,  naphtaführende  Sandsteine ­
  vertreten  —  wir  beobachteten  dieselben  mehreremale,  wobei  wir
feststellen  konnten,  daß  sich  dieselben  dreimal  in  verschiedenen  Horizonten
wiederholen.
Die  untere  Parthie  wird  also  von  den  strzolkaartigen  Schichten  aufgebaut, ­
  deren  Tektonik  äußert  complicirt  ist.  Im  Allgemeinen  scheint  hier
ein  steiles  SW.  Verflächen  zu  prävaliren,  während  das  Streichen  zwischen
h  4—5  schwankt.
Oberhalb  der  Schächte,  die  Herrn  Kapuscinski  angehören,  erscheinen
concordant  die  rothen  Thone  mit  glasigen  Sandstein,  Thoneisensteinen
u.  s.  w.  Noch  höher  in  der  Nähe  der  Schächte  des  Herrn  Bobrowski
fanden  wir  eine  sehr  wichtige  Schichte,  nämlich  einen  nummulitenführenden
  Sandstein..
In  den  oberen  Partieen  der  rothen  Thone  eingelagert,  breitet  sich  hier
eine  30—50  cm.  mächtige  Schichte  aus,  die  in  petrographischer  Beziehung
gerade  so  gut  Sandsteiu  wie  Breccie  genannt  werden  könnte.  Das  ganze
Gestein  besteht  nämlich  aus  einem  Gefüge  von  eckigen  und  zum  Theile  abgerundeten ­
  Quarzkörnern  von  0  5—3  mm.  Durchmesser  und  einem  mergeligkalkigem ­
  Bindemittel,  welches  unter  dem  Einflüsse  von  Säuren  stark  braust.
Zahlreiche  Glauconitkörner,  Brocken  von  Chlorit  und  Glimmerschiefer,
        <pb n="14" />
        Beimengungen  von  grünlichen  Thonen,  ertheilen  ihm  das  Aussehen  einer
grünlichen  Breccie.  In  diesem  Gestein  also  lassen  sich  auf  den  ersten  Blick
echte  und  typische  Nummuliten,  außerdem  einige  andere  Foraminiferengattungen, ­
  wie:  Rotalina,  Cristellaria  u.  s.  w.  unterscheiden.
Wir  können  schon  jetzt  den  Umstand  betonen,  daß  es  uns  gelungen
ist,  an  vielen  anderen  Punkten  unseres  Terrains  ähnliche  nummulitenführendc
Sandsteine  in  den  rothen  Thonen  zu  beobachten,  die  das  eocene  Alter  dieses
Schichtencomplexes  außer  jeden  Zweifel  stellen.  Darüber  folgen  in  Sykowa
jene  wasserführenden  Sandsteine,  die  wir  schon  in  Ropica-ruska  beobachteten ­
  und  deren  Zutheilnng  zu  dem  Eocen  jetzt  ganz  gerechtfertigt  erscheint.
Noch  höher  bei  den  Mitkowski'schen  Schächten,  sehen  wir,  daß  die
eocenen  Sandsteine  entweder  ganz  verschwinden,  oder  aber  nur  dünne
Decken  bilden,  so  daß  die  Schächte  sehr  schnell  zu  den  rothen  Thonen,
oder  sogar  zu  den  Ropianka-Schichten  selbst  gelangen.  Erwähnenswerth  ist
der  Umstand,  daß  wir  es  hier  vorwiegend  mit  den  oberen  Ropianka-Schichten,
d.  i.  jenen  dunklen,  blätterigen  Sandsteinen  zu  thun  haben,  die  wir  in  Ropica
kennen  lernten,  und  die  trotz  ihrer  Aehnlichkeit  mit  der  echten  Strzolka  sich
doch  schon  auf  den  ersten  Blick  von  derselben  unterscheiden  lassen.
Es  ist  auffallend,  daß  die  eocenen  rothen  Thone  sich  nicht  lediglich
auf  das  Hangende  der  unteren  Ropianka-Schichten  beschränken,  im  Gegen
theile,  sie  erscheinen  auch  in  derselben  Lage  auf  den  plattigen  oberen  Ropianka-Schichten. ­
  Anderseits  werden  wir  in  unserem  Terrain  öfters  die
Gelegenheit  haben  zu  beobachten,  daß  dieselben  beinahe  nie  im  Hangenden
der  von  uns  in  zwei  Gruppen  getrennten  Ropianka-Schichten  fehlen.
Wie  bereits  erwähnt,  erscheinen  die  Ropianka-Schichten  in  Stzkowa
am  rechten  Ufer  des  Flusses,  gegenüber  dem  Mycina  Bache  nur  auf  einerkleinen,
  kaum  1  km  langen  Strecke.  Gleich  mitten  im  Dorfe,  hinter  dem
Wirthshause  von  Stzkowa  beobachteten  wir  folgendes:
Unmittelbar  hinter  dem  Hause,  das  an  den  Bergabhang  anstoßt,  erhebt ­
  sich  eine  steile  Wand,  deren  unterste  Schicht  aus  Nummuliten
Sandstein  gebildet  ist.  Obwohl  wir  hier  außer  einigen  „Rotalinen  und
Cristellarien"  keine  Nummuliten  gefunden  haben,  so  unterliegt  es  dennoch
keinem  Zweifel,  daß  wir  hier  dieselbe  Schicht  vor  uns  haben,  die  wir  in
der  Nähe  des  Bobrowski'schen  Schachtes  beobachteten,  indem  der  ganze
petrographische  Habitus  des  Gesteines  so  typisch  und  charakteristisch  ist,
daß  von  einem  Irrthume  keine  Rede  sein  kann.
Das  Hangende  dieses  Nummuliten  Sandsteines  wird  hier  aus  anderen
eocenen  Schichten  gebildet,  namentlich  aus  dünnplattigen,  feinkörnigen,
glimmerreichen  Sandsteinen,  die  concordant  mit  dem  Liegenden  steil  in  h  4
einfallen,  also  ganz  übereinstimmend  mit  dem  Verflächen  der  weiter  gegen
Südosten  gelegenen  Ropianka-Schichten.
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        9

Gegen  den  Bach  zu  wird  das  Verflächen  der  eocenen  Schichten  sanfter,
weiter  aber  wieder  steil  und  zwar  in  der  entgegengesetzten  Richtung.  Es
ist  also  augenscheinlich,  daß  wir  es  hier  mit  einer  kleinen,  aber  steilen  Synklinale ­
  zu  thun  haben,  so  daß  man  schon  theoretisch  auf  das  Vorhandensein
der  Ropianka-Schichten  in  dem  äußeren  Flügel  dieser  Synklinale  schließen
kann.
Und  in  der  That,  wenn  wir  am  Ende  des  Dorfes  von  der  Straße
links  in  die  Schlucht  ablenken,  so  befinden  wir  uns  abermals  im  Terrain
der  ältesten  Schichten  dieser  Gegend.
Den  tiefsten  Theil  der  Schlucht  nehmen  die  unteren  Ropianka-Schichten
ein,  die  sich  hier  in  Gestalt  der  sogenannten  echten  Strzolka  entwickeln.
Auf  eine  große  Ersteckung  bilden  harte,  gebogene,  grünlich  graue,  blättrige,
von  Kalkspathadern  durchzogene  Sandsteine  Stufen,  die  anfänglich  dasselbe
Verflächen  besitzen,  wie  die  beschriebenen  eocenen  Schichten  im  Hangenden,
und  die  später  jedoch  in  5  h  fallen.  Dieser  Umstand  entspricht  unserer
Voraussetzung  vollkommen  und  findet  seine  Erklärung  darin,  dass  die
Schlucht  des  Baches  sich  keineswegs  verquerend  auf  die  Streichungs
richtung,  sondern  gegen  SW.  erstreckt,  sodaß  wir  dem  Laufe  des  Baches
folgend  mit  der  Zeit  den  Gegenflügel  der  Synklinale  und  auf  diese  Art
das  oben  angegebene  Verflächen  wieder  finden  müssen.
Außer  der  echten  Strzolka,  findet  man  hier  auch  wenig  mächtige,  allein
reich  mit  Raphta  impägnirte,  gelbliche  ölführende  Sandsteine.  Es  fehlt
hier  keineswegs  an  Raphtaspuren,  wir  haben  viele  derselben  beobachtet.
Trotzdem  entwickelt  sich  hier  kein  Raphtabergbau,  indem  derselbe  blos
auf  die  oberen  und  östlichen  Partieen  des  Bergzuges  beschränkt  ist,  obgleich ­
  dieses  Terrain  in  dieser  Beziehung  gewiß  eine  besondere  Beachtung
verdient.
Weiter  oben  beginnt  die  Strzolka  mit  den  oberen  Ropianka-Schichten
zu  wechsellagern,  wir  sehen,  daß  dunkle  Sandsteine,  ohne  Krümmungen ­
  und  Kalkspathadern  zu  prävaliren  anfangen,  bis  endlich  die  Strzolka
gänzlich  verschwindet  und  die  oberen  Ropianka-Schichten  zu  einer  mächtigen
Entwickelung  gelangen.  Dieselben  zeigen  eine  Concordanz  mit  ihrem
Liegenden  und  streichen  4—5  h,  da  wir  hier  gerade  den  linken  Flügel
der  oft  erwähnten  Synklinale  vor  uns  haben.  Darauf  zeigen  sich  die
rothen  Thone  mit  ihren  charakteristischen,  glasigen  Sandsteinen  und  Rum
muliten-Schichten.
Hier  befinden  sich  einige  vom  Herrn  Wihckowski  angelegte  Schächte,
deren  Profil  ganz  regelrecht  ist  und  die  einen  von  vorne  herein  theoretisch
zu  bestimmenden  Bau  aufweisen.  Alle  Schächte  durchteufen  die  rothen
Thone,  nachher  Schiefer  und  plattige  Sandsteine  der  oberen  Ropianka-Schichten,
  wo  in  der  Regel  die  ersten  Naphtaspuren  erscheinen,  nachher  echte
        <pb n="16" />
        10

Strzolka  oder  die  unteren  Ropian-Schichten  und  erst  hier  kommen  bald
größere,  bald  geringere  Mengen  von  Öl  zum  Vorschein  und  zwar  in  dem
Maße,  je  nachdem  man  blos  auf  die  Strzolka  oder  aber  auch  auf  jenen
gelben  grobkörnigen  Sandstein  gestoßen,  der  sich  stellenweise  auskeilt,  stellenweise ­
  aber  eine  enorme  Mächtigkeit  annimmt.
Es  ist  natürlich,  daß  alle  Schächte,  die  in  der  Mitte  der  Synklinale
angelegt  sind,  sich  ohne  Resultat  vertiefen,  weil  sie  die  rothen  Thone  und
die  oberen  Ropianka-Schichten  nicht  durchteufen  können,  während  anderseits
alle  am  Rande  der  Synklinale  angelegten  Schächte,  in  Folge  ihres  kleinen
Durchmessers  und  ihrer  schiefen  Lage,  bald  die  unteren  Ropianka-Schichten
durchstoßen  und  wieder  in  jüngere  Schichten  gelangen,  in  denen  natürlich
nichts  enthalten  ist.
Solche  Schächte  liefern  gewöhnlich  in  geringer,  kaum  etliche  Meter
betragender  Teufe  durch  einige  Zeit  reichlichere  Mengen  von  Öl  und  versiegen ­
  bald,  —  eine  Erscheinung,  welche  wir  nicht  blos  hier,  sondern  auch
an  zahlreichen  anderen  Orten  beobachtet  haben  und  welche  den  Bergleuten
aus  Erfahrung  bekannt  ist,  die  wohl  wissen,  daß  ein  Schacht,  der  in  geringer ­
  Teufe  Oel  liefert,  erst  in  einer  beträchtlichen  Teufe  zum  wiederholtenmale
  petroleumführend  werden  kann.
Was  die  oberen  Ropianka-Schichten  betrifft,  so  muß  hervorgehoben
werden,  daß  diese  Schichten  nie  die  verwickelte  und  gestörte  Lagerung  besitzen, ­
  wie  die  unteren  Ropianka-Schichten,  ein  Umstand,  der  übrigens  theoretisch ­
  leicht  verständlich  ist,  wenn  man  bedenkt,  daß  die  Letzteren  das  Liegende ­
  des  Ganzen  bilden,  also  beim  Aufbruche  einer  größeren  Kraft  ausgesetzt ­
  waren  als  die  Ersteren.
Zu  unserem  Durchschnitte  zurückkehrend,  sehen  wir  am  Gipfel  des
zwischen  dem  Siary-  und  Stzkowa-Thal  eingekeilten  Bergrückens  eine  Partie
von  jenen  eocenen  Sandsteinen,  welche  wir  unten  als  das  Hangende  des
Nummuliten-Sandsteines  beobachteten.
Hier  befindet  sich  ein  Bohrschacht  der  Gesellschaft  „Wytrwatoäe",
welcher  bereits  die  Eocen-Sandsteine  und  die  rothen  Thone  durchteuft  und
gegenwärtig  in  den  dunklen  Schieferthonen  bohrt.  Erwähnenswerth  sind
die  großen  Gasexhalationen  im  Bohrloche,  die  mit  großer  Kraft  hinausdrängen, ­
  was  auf  eine  mächtige  Entwickelung  dieser  dunklen  oberen  Ropianka-Schieferthone
  zu  weisen  scheint,  eine  Erscheinung,  die  keineswegs  erfreulich ­
  für  das  Resultat  des  Bohrloches  ist,  indem  dieselbe  beweist,  daß
die  echte  Strzolka  mit  ihren  naphtaführenden  Sandsteinen  noch  weit  in
der  Tiefe  liegt.  Wir  hatten  nämlich  bei  unseren  Untersuchungen  Gelegenheit ­
  gehabt  zu  beobachten  (wovon  übrigens  noch  öfters  die  Rede  sein  wird),
daß  solche  immense  Gasausströmungen  immer  dort  Platz  greifen,  wo  eine
stärkere  Entwickelung  der  dunklen  bituminösen  Schiefer  stattfindet,  doch
        <pb n="17" />
        11

bilden  in  unserem  ganzen  Terrain  die  Schiefer  allein  nie  die  Lagerstätte
größerer  Ansammlung  von  Erdöl.
Auf  diese  Weise  ist  unser  Durchschnitt  an  diesem  Orte  beendet.  Wenn
wir  nun  die  Frage  auswerfen,  ob  im  ganzen  Gebiete  des  Stzkowa-Baches
(auch  Przegonka  genannt)  noch  irgendwo  Ropianka-Schichten  auftreten,  so
müssen  wir  auf  ein  sehr  kleines  Terrain  im  Dorfe  Petna,  welches  hinter
Malastow,  am  Malastower-Bache  liegt,  hinweisen.  Hier  auf  der  rechten
Seite  des  Baches  brechen  mit  steiler  Fallrichtung  die  oberen  Ropianka-Schichten
  in  Gestalt  von  plattigen  Sandsteinen  und  dunklen  Schiefern  auf,
in  denen  sogar  einige  Schächte  und  zwar  in  Folge  der  Naphta-Spuren
angelegt  wurden,  welche  gewöhnlich  in  diesem  Horizonte  aufzutreten  pflegen,
doch  sind  gegenwärtig  alle  Arbeiten  daselbst  eingestellt.
Es  ist  das  zweifellos  derselbe  Zug,  der  in  Rychwald  auftritt,  indem
Ptztna  gegen  SO.  von  der  ersteren  Ortschaft,  also  genau  in  der  Streichungsrichtung ­
  gelegen  ist.
Kehren  wir  jetzt  nach  Ropica-ruska  zurück.
Wir  haben  bereits  oben  erwähnt,  daß  die  Ropianka-Schichten  hier
zum  ersten  Male  auf  der  rechten  Seite  der  Schlucht,  die  in  den  Fluß
einmündet,  dort  wo  sich  der  Bergbau  des  Herrn  Tarasiewicz  befindet  auftreten. ­
  Auf  der  andern  Seite  des  Baches  verschwinden  diese  Schichten
gänzlich,  man  sieht  noch  aufgeschüttete  Massen  der  rothen  Thone,  sonst
aber  nur  eocene  Schichten,  namentlich  jene,  die  wir  als  das  Liegende  des
Rummuliten-Sandsteines  kennen  gelernt  haben.  Diese  Schichten  fallen  steil
gegen  NO.,  erstrecken  sich  von  unten  an  längs  des  ganzen  Laufes  der
Schlucht  bis  hoch  hinauf  auf  den  Berg,  und  greifen  weiter  westlich  auf
die  andere  Seite  des  Flusses  hinüber.  Wir  haben  hier  also,  —  wie  es
schon  in  dem  Reisebericht  des  Herrn  Szajnocha  (l.  c.)  richtig  erwähnt
wurde  —  mit  einer  großen  Berwurfsspalte  zu  thun,  die  folgenden  Verlauf ­
  hat:  Von  der  Spitze  der  Schlucht  (auf  dem  Bergwerksgebiete  des
Herrn  Tarasiewicz)  längs  ihres  ganzen  Laufes  bis  zur  Brücke,  von  da  auf
das  linke  Ufer  des  Flusses  und  längs  desselben  bis  zum  Dorfe  Stzkowa,  zu
dem  Orte,  wo  die  Ropianka-Schichten  zum  ersten  Male  auftreten,  und  von
hier  senkrecht  auf  diese  letzte  Richtung  gegen  den  Berg  zu.  Es  ist  das
also  eine  sehr  interessante  und  dabei  leicht  erklärliche  tektonische  Erscheinung:
nämlich  die  Verwerfung  vereint  und  mit  einer  Verschiebung;  diese  beiden
Linien  stehen  fast  senkrecht  auf  die  allgemeine  Streichungsrichtung  der
Schichten,  dabei  ist  die  Linie  der  erwähnten  Schlucht  eine  Verwerfung,
die  Linie  längs  des  Flusses  eine  Verschiebung.
Es  bedarf  keines  näheren  Beweises,  daß  es  sich  thatsächlich  so  verhält,
denn  der  plötzliche  Wechsel  des  Horizontes  und  die  geänderte  Lagerungsweise
der  Schichten  längs  dieser  Linien  scheinen  genügende  Belege  dafür  zu  sein.
        <pb n="18" />
        12

Erst  jetzt  wird  uns  die  Tektonik  der  Gegend  verständlich,  wir  werden
nun  begreifen  können,  warum  in  Ropica-ruska  auf  der  einen  Seite  des
Flusses  die  Ropianka-Schichten  in  mächtiger  Entwicklung  auftreten,  während
auf  dem  entgegengesetzten,  kaum  einige  hundert  Meter  entlegenen  Ufer,  in
demselben  Niveau  ganz  andere  Schichten  sichtbar  sind.  Wir  wollen  unsere
Aufmerksamkeit  diesen  letzteren  schenken.  Das  Liegende  des  ganzen
Schichteneomplexes  bildet  ein  dünngeschichteter  Sandstein  von  feinem  Korne
und  dunkelgrauer  Farbe  mit  zahlreichen  Hieroglyphen  und  Fucoiden  an
der  Oberpfläche,  dem  äußeren  Aussehen  nach  etwas  an  die  Strzolka  erinnernd, ­
  obgleich  sehr  leicht  von  derselben  unterscheidbar.  Er  alternirt
mit  dünnen  Lagen  grauer  Thone  und  erhält  bei  Verwitterung  einen  gelben
Beschlag.
Darauf  kommt  ein  grobkörniger  konglomeratartiger  Sandstein  mit
dem  Fallen  nach  S.  und  der  Streichungsrichtung  9—10  h.  Berücksichtigt ­
  man  dieses  Verflächeu,  so  ist  es  ganz  klar,  daß  man  in  der  Richtung
die  dem  Fallen  entgegengesetzt  ist,  ältere  Schichten  antreffen  muß.  Ta
aber  diese  Richtung  uns  zu  dem  Stzkower  Bergbau  hinüberführt,  wo  wir,
wie  bereits  oben  erwähnt,  auf  den  rothen  Thonen  die  Nummuliten-Schichten
fanden,  welche  das  Liegende  der  in  der  Rede  stehenden  Sandsteine  bilden,
so  ist  der  Schluß  ganz  richtig,  daß  die  letzteren  jünger  sind  als  der  Nummuliten-Sandstein.

Da  jedoch  der  Nummuliten-Sandstein  dem  unteren  Eocen  angehört,
wie  wir  es  im  zweiten  Theile  unserer  gegenwärtigen  Arbeit  beweisen
werden,  so  folgern  wir  daraus,  daß  das  ganze  System  der  Sandsteine,
Thone  und  Schieferthone,  welche  dem  Nummuliten-Sandsteiue  in  der
Gegend  bei  Ropica-ruska  und  Stzkowa  aufgelagert  sind,  —  ober  eocenes
Alter  haben.
Wir  müssen  hier  besonders  betonen,  daß  alle  eocenen  Sandsteine  bei
Verwitterung  den  in  den  Karpathen  wohl  bekannten  gelben  Lehm  geben.
Sie  unterliegen  den  atmosphärischen  Einflüssen  sehr  rasch,  so  daß  natürliche ­
  Aufschlüsse  oder  Steinbrüche  schon  nach  Verlauf  von  wenigen  Jahren
ganz  verwittert  sind.  Dieser  Umstand,  nämlich  die  einförmige,  gelblich
lehmige  Verwitterung,  ergänzt  oft  die  Beobachtung  an  Stellen,  wo  es  an
natürlichen  Entblößungen  mangelt.
Je  höher  man  hinauf  schreitet,  desto  mehr  findet  man  die  Sandsteine
verändert,  ihr  Korn  wird  größer,  das  Bindemittel  wird  kalkiger,  außer
Quarzkörnern  sieht  man  Stücke  (theilweise  verwittert)  von  Feldspath,  so
daß  wir  auf  der  Spitze  der  Gebirgs-Kette,  die  Ropica-ruska  von  Mecina
mala  trennt,  schon  ein  ganz  anderes  Gestein  vor  uns  haben.  Da  jedoch
dieser  Uebergang  sehr  allmählich  ist,  da  wir  ferner  gar  keinen  Grund  zur
Annahme  einer  Aenderung  des  Horizontes  haben,  so  wollen  wir  gerne  zu-
        <pb n="19" />
        13

geben,  daß  eine  sichere  Bestimmung  des  geologischen  Alters  dieser  Schichten
unmöglich  ist.
Wir  haben  dieselben  auf  unserer  geolog.  Karte  als  „Mühlstein  Oligocen?" ­
  ausgeschieden,  da  man  sich  doch  bei  der  Anfertigung  einer  geologischen ­
  Karte  für  etwas  entscheiden  muß.
Eine  nähere  petrographische  Gliederung  aller  dieser  Gesteine  durchzuführen, ­
  halten  wir  für  überflüssig,  da  dies  unserer  Ansicht  nach  gar  keinen,
weder  theoretischen  noch  praktischen  Werth  hat.  Dieses  obere  Eocen
gelangt  im  ganzen  Gebiete  der  Stzkowa-Thales  und  der  Nebengewässer  zur
großen  Entwickelung;  wir  sehen  dasselbe  vom  Anfange  der  schon  oft  erwähnten ­
  Schlucht,  bei  dem  Bergbau  des  Herrn  Tarasiewicz  am  rechten
Ufer  des  Flusses,  bis  hoch  hinauf  gegen  Matafióni  zu  entwickelt,  ebenso
auch  im  Gebiete  des  ganzen  Przegonina-Baches,  ferner  auf  der  linken
Seite  des  Thales  zwischen  Maìastów  und  Stzkowa,  wo  es  sich  nach  einiger,
durch  die  Ropianka-Schichten  bedingter  Unterbrechung,  bis  gegen  das  Dorf
Sokol  und  das  Thal  des  Ropaflusses  hinzieht.
Weiter  südlich,  hinter  der  Ortschaft  Matafióni,  an  der  Stelle,  wo  der
Weg  sich  in  Serpentinen  auf  die  Magura  matastowska  schlängelt,  haben
wir  höchst  wahrscheinlich  noch  jüngere  Schichten  vor  uns.  Wir  sehen  hier
nämlich  in  einer  beträchtlichen  Höhe,  über  den  oberen  eocenen  Schichten,
riesige  Bänke  eines  grobkörnigen,  gelblichgrauen  Sandsteines,  mit  thonigmergeligen
  Bindemittel,  welches  so  wenig  fest  ist,  daß  das  Gestein  sehr
leicht  verwittert  und  mit  losem  Schutte  das  Gehänge  bedeckt.  In  diesem
Sandsteine  fanden  wir  ein  Bruchstück  non  Pecten  sp.,  ferner  einige  Gasteropodensteinkerne,
  welche  leider  nicht  einmal  annähernd  generisch  bestimmbar ­
  waren.
Wir  haben  diesen  Sandstein  auf  Grund  seiner  stratigraphischen  Lage
und  der  petrographischen  Eigenschaften,  ferner  auf  Grund  seiner  Analogie
mit  dem  sogenannten  „Magurer  Sandstein"  als  Oligocen  auf  unserer
geologischen  Karte  ausgeschieden.  Wenn  wir  nun  in  einigen  Worten  den
geologischen  Bau  unseres  Thales  recapituliren,  so  stellt  sich  das  ganze  Bild
folgendermaßen  dar:
Am  rechten  Ufer  des  Flusses  in  Ropica,  auf  dem  linken  in  Stzkowa,
haben  wir  obere  und  untere  Ropianka-Schichten,  hierauf  folgen  die
rothen  Thone,  die  Nummuliten-Sandsteine  und  das  obere  Eocen.  In
Ptztna  zeigen  sich  die  oberen  Ropianka-Schichten,  auf  welche  die  rothen
Thone  und  das  obere  Eocen  folgen.  Am  Maiastower  Berge  und  auf  den
höchsten  Gipfeln  anderer  Bergrücken  haben  wir  das  Oligocen,  sonst  aber
nur  das  obere  Eocen.  Die  jüngeren  Bildungen  (Diluvium  und  Alluvium)
sind  unbedeutend  und  verdienen  keine  nähere  Erwähnung.
Ein  Theil  des  beigeschlossenen  Durchschnittes  (Nr.  1)  veranschau-
        <pb n="20" />
        14

licht  am  besten  das  oben  Gesagte.  Was  aber  den  technisch-praktischen
Theil,  ferner  unsere  Ansichten  in  Betreff  der  Gewinnung  von  Naphta  in
dieser  Gegend  anbelangt,  so  verweisen  wir  auf  den  zweiten  Theil  unserer
Abhandlung.
2.  Das  SiarKa-Thal.
(Durchschnitt  Nr.  1.)
Beinahe  parallel  mit  dem  oben  beschriebenen  Thale,  jedoch  etwas
mehr  gegen  Süden  gerückt,  zieht  sich  das  kurze  jedoch  wichtige  Thal  des
Siarka-Flusses.  Dieser  Fluß  oder  vielmehr  Bach  hat  seinen  Ursprung
am  Maìastówer  Berg  und  fließt  anfangs  im  allgemeinen  Streichen  der
Gebirgsketten  über  Rychwald,  und  erst  in  Siary  wendet  er  sich,  indem  er
gegen  N.  senkrecht  den  Gebirgs-Zug  verquert  und  später  unterhalb  Sekowa
in  den  S^kowka-Bach  mündet.
Auf  der  rechten  Seite  haben  wir  also  den  sogenannten  „Rychwalder-Gebirgszug"
  der  den  linken  Flügel  des  Stzkowa-Thales  bei  Ropica  und
Stzkowa  bildet,  auf  der  linken  aber  die  östlichen  Ausläufer  einer  mächtigen
Gebirgskette,  die  sich  zwischen  dem  Flusse  Ropa  und  Siarka  hinzieht.  Vor
Allem  nimmt  in  dem  zu  beschreibenden  Thale  die  Ortschaft  Siary  selbst
unsere  Aufmerksamkeit  in  Anspruch,  wo  sich  zu  beiden  Seiten  des  Flusses
(jedoch  mehr  auf  der  linken)  ein  weit  verzweigter,  großer,  wenn  auch  nicht
rationell  betriebener  Bergbau  entwickelt  hat.
Wir  müssen  gestehen,  daß  die  Orientirung  in  diesem  kleinem  Gebiete,
in  Folge  äußerst  complicirter  und  unregelmäßiger  Lagerungsverhältnisse
recht  schwierig  ist.  Der  leichteren  Uebersicht  halber  werden  wir  zuerst  den
Durchschnitt  linkerseits  des  Flusses,  senkrecht  auf  das  Thal  beschreiben,
nachher  den  Durchschnitt  längs  des  Flusses  bergauf  und  bergab.
Die  Thalsohle  genannt  „Kamieniec"  zeigt  unmittelbar  unter  einer
dünnen  Alluvial-Decke,  die  unteren  Ropianka-Schichten  mit  einem  steilen  Berflächen
  und  der  Streichungs-Richtung  8  h.  Hier  ist  eine  Dampfbohrung
des  Herrn  Dr.  Fedorowicz  nebst  einigen  abgeteuften  Schachten  angelegt,
die  in  der  Regel  gleich  in  geringer  Tiefe  die  Strzolka-Schichten  durchfahren,
nachher  ein  ganzes  System  verschiedenartiger  Schichten,  worunter  Schieferthone ­
  vorherrschen,  erreichen,  zuletzt  aber  die  Strzolka-Schichten  und  mit
ihnen  die  naphtaführenden  Sandsteine  antreffen,  -^ie  unteren  Ropianka-Schichten
  sind  hier  sehr  mächtig  entwickelt,  bestehen  aus  verschiedenartigen
Gesteinen,  worunter  jedoch  die  echte  Strzolka  stets  prävalirt.
Begiebt  man  sich  auf  die  Anhöhen  und  insbesonders  in  die  Schluchten,
so  sieht  man,  daß  das  geologische  Profil  sich  alle  Augenblicke  ändert.  Wir
wollen  unsere  Uebersicht  mit  dem  am  meisten  gegen  Süden  vorgerückten
Einschnitte,  der  das  ganze  Bergbau-Terrain  begrenzt,  beginnen.
        <pb n="21" />
        15

Das  Liegende  des  Ganzen  bilden  die  mächtig  entwickelten  Strzolka-Schichten,
  denen  die  rothen  Thone  mit  glasigen  Sandsteinen  aufliegen.
Darauf  folgt  ein  schiefriger  Sandstein,  der  mächtige  Platten  bildet  und
viel  Glimmer  enthält,  und  dessen  Alter  sich  aus  diesem  einzigen  Durchschnitte
  gar  nicht  bestimmen  ließe.
In  der  nächstfolgenden,  weiter  gegen  N.  gelegenen  Schlucht,  sieht
man  auf  der  echten  Strzolka  die  oberen  Ropianka-Schichten  in  Gestalt
jener  uns  bekannten,  dunklen,  plattigen  Sandsteine,  die  wieder  das  Liegende ­
  rother  Thone  bilden.  In  den  übrigen  Schluchten  wiederholt  sich
wieder  die  Strzolka  mit  den  rothen  Thonen  im  Hangenden.  Endlich  kommt
man  in  einem  Seitenbache  oberhalb  des  Wirtshauses,  in  dem  Punkte,
wo  die  nördlichste  Grenze  des  Bergbaues  sich  befindet,  auf  dünngeschichteten ­
  Sandstein  (denselben  den  wir  in  der  ersten  Schlucht  oberhalb  der
rothen  Thone  beobachteten)  dem  ein  dichter  eisenschüssiger  Thon  wechsellagernd ­
  mit  diesem  blätterigen  Sandsteine  ausruht.
Was  das  Streichen  und  Fallen  der  am  beschriebenen  Abhange  gelegenen ­
  Ropianka-Schichten  betrifft,  so  sind  wir  gar  nicht  in  der  Lage,
darüber  genaue  Taten  zu  geben,  da  dieselben  in  einem  und  demselben
Profil  oft  wechseln,  und  die  Enträthselung  der  Tektonik  wird  sogar  auf
kleinere  Erstreckungen  unmöglich.
Noch  auffälliger  wird  diese  Unregelmäßigkeit,  wenn  wir  uns  in  den
Bergbau  selbst  begeben  und  die  Profile  einzelner  Schächte  studiren.  Wir
verdanken  dem  Fleiße  des  Herrn  Verwalters  Brzozowski,  der  mit  großer
Gewissenhaftigkeit  die  Durchschnitte  der  Schächte  zusammenstellt,  und  dessen
Verdienste  in  dieser  Beziehung  wir  unsere  Anerkennung  zollen  «müssen,
sehr  interessante  Daten,  die  uns  gestatten  in  die  Lagerungsverhältnisse  des  Ha
Siar&amp;gt;'er  Bergbaues  Einsicht  zu  nehmen.  Aus  diesen  Zusammenstellungen
ergiebt  es  sich  vor  Allein,  daß  hier  sowohl  obere  wie  untere  Ropianka-Schichten
  entwickelt  sind,  daß  die  letzteren  eine  enorme  Mächtigkeit  erlangen ­
  und  aus  einem  ganzen  Systeme  von  Schiefern,  Thonen  und  Sandsteinen ­
  bestehen,  unter  denen  jedoch  die  Strzolka  stets  prävalirt.  Der
naphtaführeilde  Sandstein  wiederholt  sich  hier  einige  Male,  und  es  ist  daselbst ­
  Regel,  daß  die  Naphta  aus  mehreren  Horizonten  gewonnen  wird.
Aus  diesen  Zusammenstellungen  ergiebt  sich  ferner,  daß  in  vielen
Schächten  (natürlich  nur  scheinbar)  unsere  typischen,  glasigen  Sandsteine
und  die  rothen  Thone  mit  den  echten  unteren  Ropianka-Schichten,  diese
hingegen  mit  den  oberen,  ja  sogar  mit  Schichten,  welche  wir  gewohnt  sind
als  Eocen  allzusprechen,  alterniren.
Wir  waren  bestrebt  die  Ursachen  dieser  Erscheinung  zu  ergründen,
was  uns  auch  sehr  leicht  gelungen  ist.  Wir  erfuhren  sowohl  vom  Herrn
Brzozowski  als  auch  von  den  Arbeitern,  daß  alle  Schächte  dieser  Art  in
        <pb n="22" />
        16
wir,  soweit  es  möglich  war,  mehrere  V-rwersungen  zahle».  Sie  stehen
äale'und^biwen^auf^'ieseäÄe^e^^ttrsache^er'ttnregelinähig^lLageruttg
î^F-ststelluug  dieser  «erwiirse  ist  der  erste  und  wichtigste  SchŞ
»TÄrÄ  :,w:  L..-Ģ
        <pb n="23" />
        17

dünnplattigen  Sandsteinen  und  Eisensteinen,  welche  wir  schon  oberhalb  des
Bergwerkes  beobachtet  haben.  Wenn  wir  uns  in  die  entgegengesetzte  Richtung, ­
  nämlich  flußaufwärts  begeben,  erblicken  wir  einen  interessanten  Durchschnitt. ­
  Zuerst  erscheinen  große  Massen  rother  Thone  mit  den  glasigen
Sandsteinen  (Verflächen  5—6h)  und  in  höheren  Partieen  derselben  der
Nummuliten-Sandstein,  in  dem  wir  einige  ganz  wohl  erhaltene  Nummuliten
vorfanden.  Diese  Schichte  hat  auch  hier,  wie  sonst  überall,  geringe  kaum
einige  Decimeter  betragende  Mächtigkeit  und  zeichnet  sich  schon  dem  äußeren
Aussehen  nach  durch  ihre  charakteristische,  grünliche  Färbung  aus,  die  von
Beimengungen  von  Glaukonit-Körnern  herrührt.
Am  Wege  gegen  Rychwald  zu  begegnet  man  in  den  Durchschnitten,
die  längs  des  Baches  entblößt  sind,  einem  ganzen  System  von  plattigen
Sandsteinen.  Es  sind  das  dieselben,  die  oberhalb  des  Bergbaues  unmittelbar ­
  auf  den  rothen  Thonen  aufgelagert  sind,  und  welche  lim  unteren
Laufe  des  Baches  unterhalb  des  Wirtshauses  auftreten.
Unsere  Schlußfolgerung  wird  daher  gerechtfertigt,  wenn  wir  das
ganze  System  dieser  Sandsteine  zum  obere«  Eocen  stellen.  Daß  dieser
Nummuliten-Sandstein  nicht  überall  im  Thale  des  Siarka-Baches  auftritt,
ist  leicht  verständlich,  da  derselbe  bei  seiner  geringen  Mächtigkeit  leicht  zerstört, ­
  oder  auch  von  den  rothen  Thonen,  mit  denen  er  wechsellagert,  bedeckt
sein  kann.  In  der  Nähe  von  Rychwald  nehmen  die  Schichten  ein  umgekehrtes ­
  Verflächen  an,  so  daß  wir  unterhalb  dieses  Torfes  noch  einmal ­
  typische  untere  Ropianka-Schichten  mit  dem  Fallen  in  N.3h  antreffen.
Mitten  in  den  Strzolka-Schichten  fanden  wir  mächtig  entwickelte,  grobkörnige ­
  naphtaführende  Sandsteine  und  außerdem  im  Bache  szahlreiche
Naphta-Ausbisse.  Es  ist  ein  kleiner  Sattel,  der  mit  seinem  nördlichen  Flügel ­
  mit  den  Ropianka-Schichten  von  Siary  correspondirt,  und  der  gegen
S.  unter  die  eocenen  Schichten  verschwindet.  Die  letzteren  machen
weiter  im  S.  den  oligocenen  Schichten  der  Magura  Platz.
So  viel  vom  Siarka-Thale.
Ans  dem  oben  Gesagten  erhellt,  daß  die  ältesten  hier  aufbrechenden
d.  i.  die  unteren  Ropianka-Schichten  im  S.  mit  einem  Sattel  beginnen,
dessen  nördliche  Mulde  eine  Zeit  lang  im  Thale  unter  dem  Eocen  verschwindet. ­
  Erst  beim  Bergwerke  tauchen  die  strzolkaartigen  Gesteine  in
einer  mächtigen  Entwickelung  wieder  auf,  und  werden  im  Hangenden  von
den  oberen  Ropianka-Schichten,  beziehungsweise  von  den  rothen  Thonen
überlagert.  Sie  streichen  anfänglich  im  Sinne  der  allgemeinen  Streichungs-Richttmg,
  wenden  sich  nachher  plötzlich  gegen  NO.  —  welcher  Umstand  die
reichen  Verwerfungen  und  den  überaus  unregelmäßigen  tektonischen  Bau
in  den  älteren  Schichten  dieser  Gegend  bedingt.  Auf  den  Ropianka-Schichten
  liegen  die  rothen  Thone  mit  dem  Nummuliten-Sandstein,  darüber
2
Das  Petroleumgebiet.
        <pb n="24" />
        18

in  einer  mächtigen  Entwickelung  das  Ober-Eoc-n.  W  gegen  S.  dns  Lie
gende  der  oligocene,i  Sandsteine  bildet.  _  .  #
Es  ist  noch  hervorzuheben,  daß  in  Siary  nicht  nur  die  Roplm  ka^
Wüten,  fonbern  anü  baë  Gocen  bie  Şekoieumiaoer|tntte  hübet,  ^
bnß  hier  bnë  Dei  nnë  )toei  oeoíon#en  @ornmtionen  ßcioonnen  imrb
Diese  Erscheinung  ist  in  unserem  ganzen  Terrain  sehr  selten,  denn
übern«  im  Gebirge  nnfereê  %^^m^m§ßebteteg  ist  baö  Grbol  nnr  ^uf  uc
9#ianfa=Wüten  be^ränit,  loabrenb  baë  Gocen  ober  b,e  aRemt.t^ü'etei
selten  und  auch  danii  nur  unbedeilteiide  und  nicht  abbauwürdige  Mengen
Ln  %Wenni  engaiten.  mberëber^meë^^Ü1nitber^nbWatW#n
Gbene  in  ber  (Be^enb  bon  Sßojtoiba,  Sibu^a  etc.  too  ^  níteiui
e^i^ten  Qar  iii^t  @nin  Worein  (ominen,  nnb  bie  ßmütmofie  beëDel*
aus  dem  Eocen  herstammt.  .
Indem  wir  nun  dieses  Capitel  abschließen,  wollen  wir  noch  berner
ken,  daß  ein  erschöpfendes  und  detaillirtes  Studium  des  Siarver  Berg
Haues  eine  längere  Zeit  in  Anspruch  nehmen  würde,  so  das,  es  nur  von
den  Berghannnternehmern  selbst  ausgesiihrt  werden  könnte.  W,r  n,nuten
uns  mit  der  Feststellung  obiger  Daten  begnügen  und  verzichteten  aus  eingehendere ­
  Detail-Studien,  da  dieselbe»  nur  ans  Kosten  anderer  uns  ander-(Gebiete
  batten  ausaeführt  werden  können.

3.  Die  Gegend  des  Şmsra-Daches  Wischen  Macina  und  Lidussa.
(Durchschnitt  Nr.  1.)
Um  die  Uebersicht  des  östlichen  Theiles  unseres  Terrains  abzuschließen,
erübrigt  es  uns  noch  die  Gegend  zu  beschreiben,  die  nördlich  von  Ropiea
sich  gegen  Biecz  erstreckt.  Wir  befinden  uns  hier  am  Libusza  Bache,  der
in  Mtzcina  wielka  an  der  nördlichen  Abdachung  einer  kleinen  Gebirgskette
ê'Ģ^-^ser  Bach  fließt  von  Macina  angefangen  gegen  NNO.  in  einem
Querthale  und  verbleibt  kaum  etliche  Kilometer  im  eigentlichen  Gebirge,
indem  er  schon  in  Rozdziele  jenen  (im  Anfange  des  I.  Theiles  beschne
beimi)  Steilrand  durchbricht,  und  sich  auf  das  Tertiär-Hochplateau  in  u&amp;gt;
Gegend  von  Lipinki,  Wojtowa  u.  s.  w.  ergießt,  bis  er  endlich  unterhalb
Libusza  in  den  Ropa-Fluß  mündet.
Beginnen  wir  also  unsere  Uebersicht  im  S.  d.  i.  in  der  Gegen,
von  Macina  wielka.  Ueber  den  landschaftlichen  Charakter  dieses  Theiles
läßt  sich  nicht  viel  sagen.  Wir  haben  hier  einige  kleine,  niedrige  (der
höchste  Punkt  beträgt  700  m)  Gebirgszüge,  die  jedoch  nicht  immer  dem
allgemeinen  Streichen  folgen,  und  von  denen  wenige  zu  einander  parallel
siild.  Sobald  wir  von  dem  Gipfel  des  „Szczorby-Rückens"  an  dessen  süd
        <pb n="25" />
        19

westlichem  Abhange  die  Bergbaue  von  Ropica-ruska  gelegen  sind,  gegen
das  Thal  „l^aski"  heruntersteigen,  so  finden  wir  hier  fast  ganz  analoge
Verhältnisse,  wie  wir  sie  auf  der  entgegengesetzten  Seite  des  Gebirgszuges
beobachteten.
Vor  Allem  sehen  wir  auf  und  unter  dem  Gipfel  des  Bergrückens
einen  grobkörnigen,  dickbänkigen  Sandstein,  der  ein  wenig  an  den  Magura-Sandstein
  erinnert  und  eine  beträchtliche  Ausdehnung  am  Abhange  des
Berges  zeigt.  Darunter  dünngeschichtete,  gelblich  verwitternde,  eocene  Sandsteine, ­
  welche  in  Folge  der  mächtigen  Entwickelung  des  Liegenden  nur  eine
geringe  Mächtigkeit  erreichen,  und  endlich  die  Ropianka-Schichten.
Am  Abhange  des  Berges  im  Walde  bei  Klein-Mtzcina  befinden  sich
einige  verlassene  Schächte,  auf  deren  Halden  die  Gesteine  dieser  Gegend
studirt  werden  können.  Man  bemerkt  sofort,  daß  hier  nur  die  oberen
Ropianka-Schichten  entwickelt  sind,  während  die  echte,grünliche,  krummschalige
Strzolka  gar  nicht  zu  sehen  ist.  Es  liegen  hier  kleinere  und  größere
Bruchstücke  jenes  grauen,  plattigen  Sandsteines  mit  feinen  Glimmerblättchen,
mit  zahlreichen  Hieroglyphen  und  Fucoiden,  wechsellagernd  mit  dunklen
Thonen,  kurz  unsere  typischen  oberen  Ropianka-Schichten.  Erwähnenswerth
ist  der  Umstand,  daß  sowohl  hier,  als  auch  in  Szymbark  und  Ropa  in
den  Klüften  dieses  Sandsteines  oft  Ozokerit  oder  Erdwachs  angetroffen
wird.  Es  fällt  hier  besonders  die  mächtige  Entwickelung  der  dunklen,  beinahe ­
  plastischen  Thone  auf,  die  mit  Sandsteinen  wechsellagern;  übrigens
sieht  man  auch  hier  die  rothen  Thone,  obgleich  in  geringerer  Mächtigkeit.
Beachtenswerth  sind  die  starken  Gasentwickelungen  in  den  alten  verlassenen ­
  mit  Wasser  gefüllten  Schächten.
Es  scheint,  daß  noch  keiner  von  diesen  Schächten  die  eigentlichen
naphtaführenden  Schichten  d.  i.  die  Strzolka  erreicht  hat,  da  eben  die
oberen  Ropianka-Schichten  hier  zur  mächtigen  Entwickelung  gelangen.
Dieses  ganze  Terrain  besitzt  somit,  wie  es  die  äußeren  Merkmale  bezeugen,
keine  günstigen  Bedingungen  zur  Oel-Gewinnung,  insbesondere  da  das  steile
Einfallen  der  Schichten  keine  Aussicht  auf  die  baldige  Erreichung  des  Liegenden ­
  bietet.  Unten  am  Bache  in  der  Richtung  gegen  Groß-Mycina
liegen  „Daski"  wo  der  Bergbau  der  HH.  Dr.  Fedorowicz  und  Jankowski
gelegen  ist.  Die  älteren  Schichten  beschränken  sich  hier  blos  auf  die  tiefsten
Stellen  des  Thales,  da  die  Ufer  des  Baches  schon  in  einer  geringen  Höhe
jüngere  Schichten  aufiveisen,  nämlich  einen  dickbänkigen,  feinkörnigen,  hellen
Sandstein  mit  Kupfer-Ausscheidungen,  die  in  Gestalt  von  Drusen  das
Ģestein  ausfüllen.
Ter  größere  Theil  der  Schächte  durchteuft  die  rothen  Thone,  gelangt
nachher  in  ein  mächtiges  System  von  Schieferthonen,  plastischen  Thonen,
Plattigen  Sandsteinen,  kurz  gesagt  in  unsere  oberen  Ropianka-Schichten,
2*
        <pb n="26" />
        20

und  bewegt  sich  in  denselben  sehr  lange,  ohne  ans  Oellager  zu  stoßen.
Nur  wenige  kommen  in  das  Liegende  d.  i.  in  die  echte  Strzolka  und  das
mit  gutem  Erfolge,  wobei  zu  bemerken  ist,  daß  die  Erreichung  be?  Liegenden ­
  nicht  im  mindesten  von  der  Teufe  des  Schachtes,  sondern  lediglich  von
der  Lage  desselben  abhängt.  In  Folge  dieser  plastischen  wasserdichten
Thone  der  Ropianka-Schichten,  kämpft  der  größere  Theil  der  Schächte  nüt
großen  technischen  Hindernissen.  Seitendruck,  Verschiebung,  Wassereinbrüche
sind  hier  an  der  Tagesordnung.  In  der  Schlucht  am  Wege  von  ļ,a?ki
nach  Mecina  wielka,  so  wie  auch  bei  den  Schächten  fanden  wir  Jnoceramen.
Was  die  Streichungs-Richtung  und  das  Verflachen  der  Schichten
betrifft,  so  haben  wir  es  hier  im  Großen  und  Ganzen  wie  es  scheint  mit
einer  Aufbruchswelle  zu  thun,  obgleich  lvir  nicht  im  Stande  sind,  näheres
hierüber  anzugeben,  da  wie  gesagt,  die  Ropianka-Schichten  bloß  auf  die
Thalsohle  beschränkt  sind,  ohne  in  die  höheren  Schluchten  hinaufzusteigen.
In  den  Schächten  selbst  werden  derartige  Beobachtungen  seitens  der  Grubenverwalter ­
  nicht  angestellt.!
Im  Thale  selbst,  wo  der  Bergbau  gelegen  ist,  begegnen  wir  zum
ersten  male,  in  unserem  Terrain  einen  neuen  Horizont,  nämlich  die  Menilit-Schiefer.
  Es  sind  das  die  wohlbekannten  kaffeebraunen*)  oder  dunkelgrauen,
  dünngeschichteten  bituminösen  Schiefer  mit  g  elbe  n  Alaunbeschlägen
  an  der  Oberfläche  und  zahlreichen  Fischschuppen.  Sie  ckeilen  sich  in
Gestalt  einer  langen  Synklinale  von  geringem  Durchmesser  in  die  eocenen
resp.  Ropianka-Schichten  ein  und  enthalten  ein  wenig  Oel,  das  sich  in  den
dünnen,  zwischen  die  Schiefer  eingelagerten  Sandsteinen  ansammelt.  Man
darf  jedoch  nicht  glauben,  daß  dieselben  unmittelbar  den  rothen  Thonen
aufliegen;  ihr  Liegendes  wird  von  einem  Sandsteine  gebildet,  den  wir  von
unserem  oberen  Eocen  nicht  zu  unterscheiden  vermögen,  und  deren  Verhältnis ­
  zu  den  rothen  Thonen  unterhalb  des  Hauses  des  Herrn  Znamirvwski
sichtbar  ist.  Sie  bilden  nämlich  das  Liegende  der  letzt  erwähnten  Sandsteine, ­
  worunter  wiederum  die  Ropianka-Schichten  erscheinen.
Die  Schächte,  die  in  dem  Menilit-Schiefer  angelegt  sind,  liefern  eine
Zeit  lang  schweres,  dickes  Oel.  Nachher  folgen  thonige,  taube  Sandsteine,
dann  die  rothen  Thone  und  bitnííe  Schieferthone  auch  ohne  Naphta,
so  daß  in  der  Regel  ein  Schacht,  der  die  Menilit-Schiefer  ganz  durchgeteuft,
wenig  Aussichten  auf  baldigen  Erfolg  hat.
Somit  wäre  also  der  geologische  Bau  von  „ļmski"  klar  und
verständlich;  allein  es  kommen  Fälle  vor,  wo  ein  und  derselbe  schacht

*)  Die  dunklen  Schiefer  anderer  Horizonte  haben  oft  eine  dunkelgraue,  aber
keine  kaffeebraune  Farbe  und  keine  Alaunbeschläge  an  den  Verwitterungsflächen. ­
        <pb n="27" />
        oben  dieRopianka  -Schichten  durchteuft,  nachher  in  die  Menilit-Schiefer
und  endlich  wieder  in  die  Ropianka-Schichten  gelangt.  Um  diese  interessante ­
  tektonische  Erscheinung  verstehen  und  erklären  zu  können,  müssen
wir  uns  jetzt  nach  Mtzcina  wielka  begeben,  wo  die  Berhältnisse  so  klar
sind,  daß  die  Enträthselung  des  geologischen  Baues  keine  großen  Schwierigkeiten ­
  bietet.  Die  Mtzciner  Bergbaue  liegen  südöstlich  von  der  Ortschaft, ­
  am  Abhange  der  Bergkette,  welche  hier  durch  has  ausgewaschene
Querthal  durchbrochen  wird.
Unten,  unweit  vom  Dorfe,  bei  der  Brücke  am  Wege  nach  Rozdziele
sehen  wir  die  Ropianka-Schichten,  die  ganz  regelmäßig  von  den  rothen
Thonen  nachher  von  den  eocenen  Sandsteinen  überlagert  werden.  Tie
Streichungsrichtung  ist  10b.  Alle  Schächte,  welche  in  den  äußersten  d.  i.
östlichen  und  westlichen  Theilen  des  Bergbauterrains  angelegt  sind,
teufen  zuerst  die  rothen  Thone  durch,  gelangen  nachher  in  die  oberen
und  unteren  Ropianka-Schichten,  in  denen  Helle,  hochgrädige  Naphta  vorkommt. ­

Mitten  durch  den  Bergbau  zieht  sich  ein»Menilit-Schieferzug,  dessen
Streichen  von  dem  allgemeinen  NW.  nicht  im  geringsten  abweicht,  dessen
Fallen  jedoch  ziemlich  steil  und  östlich  ist.  In  der  Mitte  des
Bergbaues  mehr,  weniger  in  der  Linie  .bie!  senkrecht  auf  das  neuerbaute ­
  Haus  des  Herrn  Znamirowski  steht,  richten  sich  die  Schichten  des
Zuges  ganz  steil  auf  und  zeigen  gewisse  Unregelmäßigkeiten,  die  wir  gleich
näher  kennen  lernen  werden.
Es  unterliegt  keinem  Zweifel,  daß  wir  es  hier  mit  den  echten  typischen ­
  Menilit-Schiefer  zu!  thun  haben.  Die  Schiefer  sind  nämlich  dunkelbraun, ­
  dünngeschichtet,  bituminös,  zeigen  an  der  Oberfläche  zahlreiche
charakteristische  Schuppen  von  Meletta  crenata  (Golds.)  und  enthalten  in
den  eingelagerten,  dünnen,  zerklüfteten  Sandsteinen  eine  dicke,  dunkle,  harzige,
geringgrädige  Naphta,  was  zusammen  mit  den  angeführten  charakteristischen
Eigenschaften  die  Zugehörigkeit  dieser  Schiefer  zu  den  Menilit-Schiefern
am  besten  beweist.
Wenn  wir  uns  nun  von  der  Mittellinie  des  Bergbaues  senkrecht  auf
dieselbe  gegen  O.  oder  W.  begeben,  so  erhalten  wir  in  beiden  Richtungen ­
  ganz  genau  denselben  Durchschnitt,  nämlich  unmittelbar  unter  den
Menilit-Schiefer  unsere  wohlbekannten  eocenen  Sandsteine,  jedoch  in
geringer  Entwickelung,  nachher  die  rothen  Thone  mit  ihren  glasigen
Sandsteinen,  ferner  die  plattigen  oberen  Ropianka-Schichten,  mit  Fucoiden-Sandsteinen,
  dunklen  Thonen  und  Schieferthonen  und  endlich  die  echte
dunkelgrüne  Strzolka  mit  zahlreichen  Hieroglyphen  u.  s.  w.
Wir  finden  somit,  wie  gesagt,  in  beiden  entgegengesetzten  Richtungen
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        22

SS-âSSsSŞÏi
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        <pb n="29" />
        23

sich  dieser  Sattel,  in  Imski  selbst  ist  die  zweite  correspondirende  Mulde,
die  wir  bereits  kennen  gelernt  haben.  Im  NO.,  d.  i.  verquerend  auf  das
Streichen  des  ganzen  Zuges  sehen  wir  dagegen  folgendes:
Wir  befinden  uns  in  der  Nähe  der  Schlucht,  die  das  ganze  Bergbau-Terrain
  von  NO.  begrenzt.  Hier  haben  wir  diesen  Luftsattel,  der
sich  dadurch  kundgibt,  daß  die  jüngeren  Schichten  ganz  verschwinden
während  nur  ein  steil  aufgerichteter  Sattel  der  strzolkaartigen  Schichten,
zurückbleibt.  Derselbe  zeigt  in  Folge  eines  starken  Seitendruckes  große
Lagerungsunregelmäßigkeiten  und  ist  so  steil,  daß  schon  hinter  dem  Bache
die  Strzolka  verschwindet  (siehe  den  Durchschnitt)  und  jüngeren  d.  i.  eocenen
Schichten,  die  den  äußeren  Flügel  des  Sattels  bilden,  Platz  macht.  Jetzt
hört  auch  die  Störung  der  Schichtenlagerung  und  die  Zusammenschiebung
auf,  denn  die  nächstfolgende  Falte  ist  sehr  breit,  so  daß  die  letzten  Gebirgs
schichten  (gegen  NO.  von  Macina,  wo  das  Torf  Wapienna  liegt)  nur  die
eocenen  Sandsteine  aufweisen.  Erst  in  der  Gegend  von  Rozdziele,  am
äußersten  Abhange  des  Gebirges,  erscheinen  wiederum  die  rothen  Thone
und  ältere  Schichten.
Nebenbei  ist  zu  bemerken,  daß  in  Wapienna  eine  Schwefelquelle  vorhanden ­
  ist,  die  möglicherweise  den  Menilit-Schiefern  ihre  Entstehung  verdankt. ­
  Wenn  wir  nun  das  Terrain  von  Macina  verlassen  und  uns  mit
dem  Laufe  des  Flusses,  längs  des  Erosions-Thales,  das  quer  auf  das
Streichen  steht,  nach  Rozdziele  begeben,  so  sehen  wir  in  der  genannten
Ortschaft  zum  letzten  male  in  der  nördlichen  Richtung  die  Ropianka-Schichten
  und  die  rothen  Thone,  die  den  äußersten  Sattel  jenes  Faltensystemes
  von  Siary,  Ropica-ruska,  Imski  und  Macina  bilden.  Wir  verlassen ­
  hier  das  eigentliche  Gebirge  und  bemerken,  daß  die  Schichten  zuerst
steil  gegen  NW.  nachher  aber  gegen  SW.  einfallen.  In  Rozdziele,  gleich
oberhalb  der  Kirche,  sieht  man  dieses  NW.-Verflächen,  das  schon  unterhalb
der  Briicke  in  ein  constantes  SW.  übergeht.  Es  breitet  sich  nun  vor  uns
eine  weite,  an  Naphta-Vorkvmmnisscn  reiche  Hochebene  aus,  wo  die  berühmten ­
  Bergbaue  von  Lipinki,  Libusza  u.  a.  gelegen  sind.
Das  Verhältnis  der  Hochebene  zum  Gebirge  ist  sehr  merkwürdig.
In  Rozdziele  befinden  wir  uns  auf  der  Zmigroder  Chaussee,  längs  welcher
die  Karpathen  in  einem  steilen  Abhange  endigen  und  der  Ebene  Platz
machen.  Auch  in  geologischer  Beziehung  ändert  sich  die  Gegend  mit  einem
male,  und  wenn  nicht  die  Menilit-Schieferzüge  eine  Verbindung  zwischen
den  Karpathen  und  der  Ebene  herstellen  würden,  so  hätten  wir  ein  ganz
anderes  geologisches  Terrain  vor  uns.
Den  ausschließlichen  Charakter  dieser  Ebene  bedingen  dünngeschichtete
Sandsteine  mit  mergeligem,  thonreichem  Bindemittel,  infolge  dessen  das
Gestein  sehr  lose  und  leicht  zerreiblich  ist.  Stellenweise  haben  wir  hier
        <pb n="30" />
        24

auch  Sandsteine  mit  Fucoiden-Mergel,  sowie  hie  und  da  dichte,  glimmer
reiche  Sandsteine,  die  an  unser  Gebirgs-Eocen  erinnern.  Wir  halten  diese
Schichten  für  ein  Aeguivalent  des  Eocens  und  das,  wie  uns  dünkt,  mit
großer  Wahrscheinlichkeit,  denn  das  Erdöl  dieser  Schichten  ist  harzig,
geringgradig,  paraffinreich  und  hat  kurz  gesagt  ein  junges  Aussehen;
es  bilden  ferner  diese  Schichten,  wie  man  es  an  mehreren  Orten  deutlich
wahrnehmen  kann,  das  unmittelbare  Liegende  der  Menilit-Schiefer.
Die  rothen  Thone  sind  auch  hier,  namentlich  im  nördlichen  Theile,  bei
Wojtowa,  Libusza  u.  s.  w.  sehr  mächtig  entwickelt  und  alterniren  mit  eocenen
Sandsteinen.  Obgleich  sie  auch  eocenen  Alters  sind,  so  scheinen  sie  dennoch
einen  geologisch  etwas  höheren  Horizont  einzunehmen,  als  die  rothen  Thone
im  südlichen  Theile  unseres  Terrains.  Denn  Während  die  rothen  Thone
im  Gebirge  einerseits  mit  den  Nummuliten-Sandsteinen,  anderseits  aber
mit  den  echten  strzolkaartigen  Ropianka-Schichten  im  einigen  Connex  stehen,
so  daß  sie  gewissermaßen  den  Uebergang  von  einer  Formation  zu  der
anderen  vermitteln,  sieht  man  hier  auf  der  subkarpathischen  Ebene  in  ihrer
Gesellschaft  keine  Ropianka-Schichten.  Auch  ist  es  uns  nicht  gelungen,  hier
den  sonst  für  die  rothen  Thone  so  charakteristischen  Nummuliten-Sandstein
aufzufinden.  Es  unterliegt  somit  keinem  Zweifel,  daß  diese  Felsart  sich
in  mehreren  Horizonten  wiederholt.  Für  uns  sind  jedoch  nur  die  rothen
Thone  wichtig,  die  unmittelbar  auf  die  Ropianka-Schichten  aufruhen,  und
den  Nummuliten-Sandstein  enthalten.
Was  die  Lagerungsverhältnisse  betrifft,  so  müssen  luir  'gestehen,  daß
dieses  Terrain  sehr  wenig  Gelegenheit  zn  derartigen  Studien  darbietet.
Alle  Bäche  schneiden  sich  nur  sehr  seicht  ein,  und  was  die  Bergbaue  an
belangt,  so  fällt  es  den  meisten  Herren  technischen  Grubenverwaltern  gar
nicht  ein,  Beobachtungen  dieser  Art  anzustellen.  Die  unsererseits  von  den
Bergleuten  erhaltenen  Daten  sind  zu  unsicher,  als  daß  man  im  Stande
wäre,  sie  zu  verwerthen.  Aus  den  kleinen  Einschnitten  und  Furchen,  welche
wir  zu  besichtigen  Gelegenheit  hatten,  folgt,  daß  das  Eocen  sich  mit  einer
leicht  gehobenen  Falte  an  die  Karpathen  anschmiegt,  ohne  irgendwo  eine
größere  Unregelmäßigkeit  oder  Störung  zu  bilden.
Es  ist  erwähnenswerth,  daß  die  Sandsteine  in  diesem  Horizonte  oft
auf  sehr  kleinen  Erstreckungen  sich  auskeilen  oder  ausbauchen,  stellentveise
auch  kleinere  oder  größere  Nester  von  Schieferthonen  enthalten.  Dieser
Umstand  erklärt  die  sehr  verschiedenfache  Ergiebigkeit  der  oft  nahe  neben
einander  gelegenen  Schächte.
So  traf  die  Krakauer  Gesellschaft  z.  B.  in  ihrem  Terrain  auf  eine
mächtige  Schichte  von  Thonen,  während  dieselben  in  der  nächsten  Nähe
im  Libuszer  Bergbaue  wenig,  in  Lipinki  hingegen  sehr  unbedeutend  ent-
        <pb n="31" />
        25

wickelt  und  nur  durch  düuugeschichtete  Sandsteine  vertreten  sind;  dasselbe
Verhältnis  herrscht  in  Harklowa,  Wojtowa  und  Kryg.
In  dieser  Gegend  haben  wir  zwei  Menilit-Schieferzüge  als  Fortsetzung ­
  jener  beobachtet,  die  wir  schon  im  Gebirge  kennen  gelernt  haben,
und  die  wir  jetzt  etwas  näher  ins  Auge  fassen  wollen.
Beim  Torfe  Äryg,  einige  hundert  Meter  nördlich  von  der  Straße,
in  dem  Orte,  wo  der  neu  angelegte  Schacht  des  Herrn  Racieski  liegt,  sieht
man  in  einem  kleinen  Bach-Einschnitte  dunkle,  bituminöse  Schiefer  mit
Fischresten,  mit  echten  Menilit-Schiefern  und  Hornsteinen,  daneben  Alaunschiefer ­
  und  dünngeschichtete  Sandsteine.  Tie  Lagernngsverhältnisse  dieser
Schichten  sind  die  nämlichen  wie  in  Macina,  so  daß  wir  hier  die  regelrechte ­
  Fortsetzung  der  oben  beschriebenen  Meiner  Mulde  vor  uns  haben.
Zwischen  diesen  Schiefern  finden  wir  einen  porösen  Sandstein  mit  einem
mergeligen  Bindemittel,  der  durch  und  durch  mit  einer  dichten  harzigen
Naphta  getränkt  ist.  Auch  andere  eocene  Sandsteine,  welche  das  Liegende
der  Menilit-Schiefer  bilden,  sind  hier  reich  an  Naphta,  so  daß  diese  Gegend
in  bergmännischer  Beziehung  die  besten  Aussichten  hat.
Dieser  Menilit-Schieferzug  zieht  sich  sehr  regelmäßig  gegen  NW.
unterhalb  Kobylanka  und  tritt  ganz  deutlich  in  einem  Einschnitte  des
Baches,  der  mitten  durch  die  Parkanlage  des  Schlosses  von  Kobylanka
fließt,  zu  Tage.  Man  sieht  hier  dunkle,  bituminöse  Schiefer  mit  „Meletta"=Schuppen,
  Hornsteinen  und  Menilit-Knollen.  Weiter  erstreckt  sich  dieser
Zug  bis  zum  Ropa-Flusse,  überschreitet  denselben,  so  daß  der  Kobylankaer
Weg,  der  sich  von  der  Chaussee  abzweigt,  durch  steil  aufgerichtete  Menilit
Schichten  führt.  Dieselben  scheinen  hier  sehr  reich  an  Naphta  zu  sein,  da
wir  beobachteten,  wie  alle  Augenblicke  große  Oeltropfen  aus  dem  Flußbette
der  Rapa  hervortraten  und  die  Wasseroberfläche  mit  einem  schönen,  regenbogenfarbigen ­
  Ueberzuge  bedeckten.
Weiter  gegen  NW.  unterhalb  Zagürzanp  verliert  sich  endlich  dieser
Zng  in  einem  mächtig  entwickelten  Eocen-Schichtencomplepe.  Der  südliche
Menilit-L-chieferzug,  welcher  von  l^aski  gegen  NW.  streicht,  ist  unterhalb
Domiuikowice  anstehend  und  verliert  sich  analog  dem  ersteren  in  der  Gegend
de-  Magdalena-Berges  oberhalb  Gorlice.  Seine  Lagerungsweise  und
petrographischen  Verhältnisse  bilden  die  Wiederholung  des  Mtzcina-Kryg-Kobylanka-Zuges.

Was  das  Naphta-Terrain  von  Lipinki.  Wojtowa  und  Libusza  betrifft, ­
  so  haben  wir  darüber  nicht  viel  zu  sagen.  Der  geologische  Bau
desselben  ist  sehr  einfach,  es  wiederholen  sich  immer  jene  schon  erwähnten
mürben  Sandsteine,  die  mit  rothen  Thonen  wechsellagern.
-^ie  bilden  überall  große,  ziemlich  regelmäßige  Falten  und  nur  in
Ansnahmsfällen  (z.  B.  in  Wojtowa)  zeigen  sie  eine  größere  Störung  in
        <pb n="32" />
        26

Gestalt  kleiner  Verwerfungen.  In  Wojtowa,  gleich  oberhalb  der  Schächte,
liegen  über  den  rothen  Thonen  die  Menilit-Schiefer  und  auf  diesen  der
Magurer  Sandstein.
Es  wäre  sehr  erwünscht,  wenn  ein  jeder  Bergbau  dieser  Gegend  von
den  Herren  Grubenverwaltern  in  Bezug  auf  die  Lagerung  und  Reihenfolge ­
  der  Schichten  gründlich  stndirt  würde,  denn  nur  aus  diese  Weise
konnte  man  den  geologischen  Ban  der  Gegend  bis  in  die  Details,  auf  die
es  eben  hauptsächlich  ankommt,  kennen  lernen  und  somit  auch  die  Petroleumexploitation ­
  daselbst  rationell  betreiben.  In  Bezug  auf  die  jüngeren
Formationen  d.  i.  das  Diluvium,  ist  dieses  nördliche  Gebiet  unseres
Terrains  der  nordgalizischen  Tiefebene  einzureihen,  weil  wir  hier  bereits
nordische  Glacial  -  Erscheinungen  vor  uns  haben.  Auf  dem  Plateau
zwischen  Kobylanka  und  Libusza  sieht  man  zahlreiche  eratische  Blocke,  die
in  größeren  oder  kleineren  Trümmern  die  Oberfläche  bedecken.  Sie  bestehen ­
  hauptsächlich  aus  einem  Granit  mit  rothem  Feldspath,  aus  Syenit,
seltener  aus  Diorit  oder  Ouarzit.  Da  das  eingehendere  Studium  dieser
interessanten  Gebilde,  außer  dem  Bereiche  unserer  geologischen  Aufgabe
lag,  so  beschränken  wir  uns  hier  bloß  auf  diese  kurze  Mittheilung  und  beschließen ­
  hiemit  die  Beschreibung  der  Gegend  des  Libuszer  Baches.
4.  Die  Gegend  am  Ropa-Flusse  von  Ascie  ruskie  bis  Gorlice.
(Durchschnitt  Nr.  2.)
Wenn  wir  nun  gegen  den  südöstlichen  Theil  unseres  Aufnahmsgebietes ­
  uns  begeben,  so  gelangen  wir  in  die  Gegend  des  Ropa-Flusses.
Wir  haben  nicht  die  Absicht,  dieses  Terrain  in  geographischer  Hinsicht
detaillirt  zu  beschreiben  und  beschränken  uns  daher  auf  einige  Worte,  die
als  Grundlage  einer  geologischen  Skizze  unumgänglich  nöthig  sind.
Aehnlich  wie  in  dem  ganzen  östlichen  Theile  dieses  Terrains,  haben
wir  auch  hier  ein  System  kurzer,  nicht  sehr  hoher  Gebirgsketten  (der
höchste  Punkt  Helm  unterhalb  des  Dorfes  Ropa  erreicht  kaum  779  m),
die  dadurch  ausgezeichnet  sind,  daß  einige  von  ihnen  der  allgemeinen
Streichungs-Richtung  NW.—SO.  nicht  folgen,  sondern  bald  mehr,  bald
weniger  davon  abweichen  und  kurze,  isolirte  Bergrücken  in  Gestalt  von
Inseln  bilden.
Der  Ropa-Fluß  bewegt  sich  von  liscie  ruskie  bis  Klimköwka  regelmäßig ­
  im  allgemeinen  Streichen,  wendet  sich  nachher  hinter  Klimköwka  in
einer  plötzlichen  Biegung  gegen  O.  und  verquert  das  Gebirge  in  einem
Erosions-Thale,  das  „Ubocz"  genannt  wird.  Von  ļwsie  bis  zum  Dorfe
Ropa  kehrt  derselbe  in  seine  ursprüngliche,  also  mehr  oder  weniger
regelmäßige  Streichungs-Richtung  zurück,  biegt  sich  nachher  in  Ropa
gegen  NO.  um  und  behält  diesen  Lauf  bis  hinter  Gorlice.
        <pb n="33" />
        27

Ten  Schlüssel  zum  richtigen  Verständnisse  des  geologischen  Baues
dieser  ganzen  Gegend  bildet  die  Ortschaft  Ropa  selbst.  Um  den  sehr  komplicirten
  Bau  dieser  Gegend  kennen  zu  lernen,  wird  es  am  zweckmäßigsten
sein,  wenn  wir  einige  Durchschnitte  in  den  verschiedensten  Richtungen
durchstudiren  und  nachher  alle  gewonnenen  Taten  in  ein  Ganzes  zusammenstellen. ­

In  dem  Punkte  wo  die  Grybüw-Gorlicer  Straße  sich  dem  Flusse
nähert,  befinden  wir  uns  in  der  Thalsohle  am  s.  g.  „Blich"  wo  gegenwärtig ­
  zwei  Schächte  des  Herrn  Dr.  Fedorowicz  angelegt  sind.  Auf  der
ganzen  Strecke  zwischen  der  Mündung  des  Helm-Baches  und  der  Tampf-Brettsäge,
  finden  wir  an  allen  Thalwänden,  so  wie  auch  im  Flußbette
selbst  die  unteren  Ropianka-Schichten  anstehend.  Jene  typischen,  graugrünen,
krummschaligen,  schieferigen  Sandsteine  mit  weißen  Kalkspathadern,  bilden
hier  steile,  mehr  oder  weniger  in  9h  fallende  Schichten.
Schon  auf  diesem  kleinen  Raume  beobachtet  man  eine  große  Unregelmäßigkeit ­
  im  Schichtenbaue,  indem  dieselben  sich  einige  male  biegen,
das  Fallen  und  Streichen  oft  ändern,  und  sogar  einige  Verwerfungen  und
Verschiebungen  aufweisen.  Trotzdem  kann  man  doch  constatiren,  daß  das
allgemeine  prävalirende  Streichen  der  Schichten  ein  RWW.  ist.
Um  unsere  Beschreibung  dieser  Schichten  zu  ergänzen,  müssen  wir
noch  hinzufügen,  daß  wir  an  der  Oberfläche  der  strzolkaartigen  Gesteine,
sowohl  jetzt,  wie  schon  friiher  vor  einigen  Jahren  Jnoceramen-Bruchstücke
fanden.  Man  sieht  hier  außerdem  zahlreiche  Hieroglyphen,  Ll-Striche,
Abdrücke  von  Fucoiden  Blasentange,  ferner  s.  g.  Nermenteliten  u.  s.  w.
Nebst  der  typischen  Strzolka  sind  hier  noch  andere  Gesteine  vor  Allen
aber  dunkle,  mergelige  Schiefer  und  was  noch  wichtiger  ist,  dickbänkigc,
zerklüftete,  naphtaführcnde  Sandsteine,  in  Wechsellagcrung  mit  echter
Strzolka.
Wenn  wir  uns  eine  senkrechte  Linie  auf  den  Lauf  des  Flusses  denken,
und  wenn  wir  nun  den  Durchschnitt  längs  dieser  Linie  zu  beiden  Seiten
bo,-&amp;gt;  Flusses  studiren,  um  zu  erkennen,  zu  welcher  tektonischen  Form  die
unteren  Ropianka-iLchichten  am  Blich  und  der  Umgebung  derselben  zu  zählen
sind,  so  bemerken  wir  folgendes:
Alls  der  rechten  eeite  des  Ropa-Flusses  sehen  wir  am  Abhange  des
hysa-Berges  bis  zu  einer  beträchtlichen  Höhe  die  rothen  Thone  in  einer
mächtigen  Entwickelung  mit  dem  Fallen  gegen  NO.  An  der  Stelle,  die
ans  der  Generalstabskarte  mit  der  Höhencote  428  bezeichnet  ist,  zeigen  sich
mitten  in  den  rothen  Thonen  Nummnliten-Sandsteine  in  concordanter
Lagerung.  Ihre  Mächtigkeit  ist  verhältnißmäßig  gering;  sie  beträgt
stellenweise  höchstens  15  m.  Auf  dem  Nummuliten-Sandstein  erscheinen
wieder  die  rothen  Thone,  hernach  concordant  dickbänkige,  bald  grob  bald
        <pb n="34" />
        28

feinkörnige  Sandsteine,  die  auf  den  Gehängen  große  Blöcke  bilden.  Diese
Sandsteine  erstrecken  sich  beinahe  bis  zum  Gipfel  des  Berges  L,ysagora
und  in  den  höchsten  Partieen  gehen  sie  in  einen  plattigen  griffelartigen
Sandstein  mit  eisenschießigem  Beschläge  und  Glaukonit-Körnern  über.
Gehen  wir  auf  die  andere  Seite  des  Flusses  hinüber.  Indem  wir
die  bei  dem  Stege  befindliche  Wand  der  Ropianka-Schichten  verlassen  und
auf  die  zur  Chaussee  führende  Straße  gelangen,  finden  wir  eine  kleine  Wand,
die  fast  ganz  aus  unserem  grünlichen  Nummuliten  -  Sandsteine  besteht?)
Was  das  Fallen  und  Streichen  dieser  Schichten  anbelangt,  so  läßt
sich  diesbezüglich  nichts  Positives  sagen,  da  wir  es  hier  wahrscheinlich  mit
einer  Rutschung  zu  thun  haben,  die  in  Folge  der  Auswaschung  der  rothen
Thone  entstanden  ist.
Parallel  mit  dem  Landwege  der  zur  Chaussee  führt,  flieşit  der  sogenannte ­
  Heìm-Bach,  der  die  unteren  Ropianka-Schichten  in  ihrer  typischen
Entwickelung  aufdeckt.  Dieselben  erstrecken  sich  hinter  die  Chaussee-Brücke
bis  in  die  Schlucht,  an  der  die  Schächte  des  Herrn  ļwdzinski  liegen.^  In
diesen  Schichten  gelang  es  uns  einige,  theilweise  wohlerhaltene  Jnoceramen-Reste
  zu  finden.  Es  fallen  hier  insbesondere  die  mächtigen
Bänke  des  naphtaführenden  Sandsteines,  die  in  die  echte  ^-trzolka  eingelagert ­
  sind,  in  die  Augen.  Die  oberen  Partieen  der  Ropianka-Schichten
werden  durch  dunkle  mergelige  Schiefer  gebildet,  denen  die  rothen  Thone
mit  dem  glasigen  Sandsteine  aufliegen.  Das  Streichen  und  Falleil  ist
beinahe  ganz  dasselbe  wie  am  Blich,  und  die  Lagerung  ist  im  Allgemeinen
sehr  gestört.
Wir  wollen  uns  vorläufig  mit  dem  Gesagten  begnügen,  da  wir
nochmals  auf  dieses  Profil  zu  sprechen  kommen.  Wenn  wir  mm  jetzt
auf  den  Blich  zurückkehren  und  uns  die  Frage  auswerfen,  welche  tektonyche
Form  den  dortigen  Schichten  zukommt,  so  lautet  die  Antwort,  da);  wir  es  hier
mit  einem  aufgerichteten  Sattel  zu  thun  haben,  der  ziemlich  regelmäßig
gegen  NW.  streicht  und  mit  seinem  nördlichen  Flügel  gegen  NO.  fällt.
Die  ganze  Gegend  von  Blich  und  des  Herrn  Iwdziüski'schen  Bergbaues
liegt  eben  an  diesem  nördlichen  Flügel.
Da  der  Fluß  an  diesem  Orte  sich  gegen  NO.  wendet,  also  die  ganze
Aufbruchswelle  durchschneidet,  so  beobachten  wir  im  Flußthale  nur  die

')  Es  ist  das  dieselbe  Stelle,  die  von  H.  Uhlig  in  eurer  kurzen  Mittheilung ­
  (Verhand.  der  geol.  R.  Anstalt  1881)  beschrieben  wurde,  'Nachdem  nur  diese
wichtigeil  Schichten  entdeckt  hatten,  haben  wir  auch  Herrn  Bergrath  Paul  auf  He
aufmerksam  gemacht  und  ihm  diese  Stelle  gezeigt.  Herr  Paul  hat  nachher  seinerseits
  Herrn  Uhlig  zu  dieser  Wand  hingeführt,  und  der  letztere  hat  darüber
die  besagte  Notiz  veröffentlicht,  während  wir  unseren  Bericht  bereits  den:  Landesausschiffe
  von  Galizien  vorgelegt  hatten.
        <pb n="35" />
        29

unteren  Theile  des  nördlichen  Flügels  der  Antiklinale  in  Gestalt  aufgerichteter ­
  Schichtenköpfe,  während  alle  jüngeren  Schichten  denudirt  sind.
Die  nahe  gelegenen  Bergrücken,  die  das  Ropa-Thal  einschließen,  beweisen,
daß  die  Zusammensetzung  dieses  Sattels  ganz  regelrecht  ist,  nämlich:
Strzolka,  dunkle  Schieferthone,  rothe  Thone  mit  dem  Nummuliten-Sandstein,
  endlich  das  obere  Eocen.
Wenn  wir  den  südlichen  Flügel  der  Aufbruchswelle  näher  kennen
lernen  wollen,  müssen  wir  uns  flußaufwärts  begeben,  in  der  Richtung
gegen  das  Dorf  zu,  denn  unmittelbar  hinter  dem  Blich  werden  die  älteren
Schichten  durch  Alluvionen  bedeckt.  Bei  der  Destillirstube  sieht  man
am  Abhange  der  Lysa  g&amp;lt;'»ra  nur  dunkle  Schiefer  und  die  plattigen  Sandsteine, ­
  welche  zu  unseren  oberen  Ropianka-Schichten  gehören.
Hier  befinden  sich  einige  (jetzt  verlassene)  Schächte,  zumeist  in  den
oberen  Ropianka-Schichtcn  angelegt.  Darauf  kommen  in  der  regelmäßigen
Lagerung  die  rothen  Thone,  ferner  der  eocene  Sandstein,  der  ähnlich  wie
alle  andere  Schichten  dieses  Punktes  gegen  SW.  fällt,  und  der  beim  s.  g.
„Srebiti  Folwark"  (mittleren  Meierhofe)  eine  eigenthümliche  Facies  annimmt. ­
  Dieselbe  verdient  vollkommen  die  Bezeichnung  der  „oberen  Hieroglyphen-Schichten,
  denn  wir  haben  hier  dünngeschichtcte  Sandsteine  mit
zahlreichen  Hieroglyphen,  Fucoiden  und  braunen  Verwitterungsflächen.
Am  Gipfel  des  Berges  liegen,  ähnlich  wie  oberhalb  des  Blich,  Schichten ­
  eine».'  hellen,  sehr  grobkörnigen,  weichen  Sandsteines,  der  an  der  Oberflächc
  mächtige  Blöcke  bildet  und  weder  Fucoiden,  noch  andere  organische
Einschlüsse  enthält.  Sein  Alter  läßt  sich  nicht  genau  bestimmen,'  es  ist
möglich,  daß  er  jünger  ist  als  die  typischen  und  unzweifelhaften  eocenen
Schichten.
Wir  glauben  nun,  daß  die  geologischen  Verhältnisse  der  Gegend,  wo
baß  ^rf  Rom  ließt,  unb  mc%ë  mir  nun  f%irt  #cn,  ß„b,
baß  unsere  @rHöru„ß  bcë  Sc#tcnbaucë  biefeë  íterrainê  leicht  oerşiââîch
  wird,  nämlich:  Wir  haben  es  hier  mit  einer,  dem  allgemeinen
streichen  von  NW.  nach  SO.  folgenden  Aufbruchswelle  zu  thun,  deren
nördlicher  Flügel  nach  NO.,  der  südlicher  hingegen  nach  SW.  einfällt,
der  Scheitel  des  cattels  fällt  mehr  oder  weniger  unweit  von  Blich,  während
der  Büch  selbst  und  die  Schächte  am  nördlichen  Flügel  dieser  Antiklinale
ließen.  (%cßcn  60.  cnbißt  ber  Sattel,  eë  ist  also  naturi#,  baß  mir
w  Richtung  (bei  der  Dcstillirhütte)  auf  jüngere  Schichten  mit  einem
entgegengesetzten  Verflächen  kommen.  Wir  müssen  noch  hinzufügen,  daß
viele  Antiklinale  durch  den  Ropa-Fluß  durchschnitten  ist,  infolge  dessen
nn  Thalkessel  nur  die  ältesten  Schichten  sichtbar  sind,  während  die  jüngeren ­
  erst  auf  den  nächstgelegenen  Anhöhen  sichtbar  werden.  (Siehe  den
schematischen  Durchschnitt.)
        <pb n="36" />
        Verlassen  wir  nun  diesen  Durchschnitt  und  betrachten  einen  anderen,
nämlich  jenen  zwischen  Blich  und  dem  Heìm-Berg.  Das  Terrain  erhebt
sich  langsam,  stellenweise  sogar  terrassenförmig  stetig,  was  durch  die  Widerstandsfähigkeit ­
  einzelner  Gesteine  gegen  die  Erosion  bedingt  wird,  bis  es
endlich  im  Berge  Heim  (der  Helm)  dessen  Name  seiner  ungewöhnlichen
Form  ganz  entspricht,  bis  zur  Höhe  von  779  m  emporschießt.  Wir  begeben ­
  uns  jetzt  an  dem  Hetmuwka-Bache,  der  gegenüber  von  Blich  in
die  Ropa  mündet,  und  dessen  Mündung  wir  bereits  kennen  gelernt  haben.
Vor  Allem  treten  uns  hier  typische  untere  Ropianka-Schichten  d.  i.
die  strzolkaartigen,  kalk-  und  hieroglyphenreichen,  krummschaligen  Sandsteine ­
  entgegen,  denen  die  oberen  Ropianka-Schichten  d.  i.  die  dünkten
schiefer-  und  plattigen  glimmerreichen  Sandsteine  concordant  aufliegen.
Weiter  oben  gelangen  wir  in  eine  Schlucht,  die  in  einem  Wachholder  Gebüsch ­
  am  Fuße  des  Heim  liegt.  Hier  sehen  wir,  wie  die  Ropianka-Schich
ten  plötzlich  aufhören  und  den  Menilit-Schichten  Platz  machen,  die  im
Drggówka-Bache  zu  einer  mächtigen  Entwickelung  gelangen  und  von  Loste
herüber  streichen.  Sie  entwickeln  sich  hier,  ähnlich  wie  an  anderen  Orten
in  Gestalt  von  kaffeebraunen,  bituminösen  Schiefern,  und  sind  hier  durch
zahlreiche,  gebänderte  Hornsteine  ausgezeichnet.  Sie  sind  von  den  Ropianka-Schichten ­
  durch  eine  dünne  (eocene?)  Sandsteinpartie  getrennt.
Es  ist  auffallend,  daß  sowohl  das  Fallen  als  auch  das  Streichen
dieser  Menilit-Schiefer  weder  mit  dem  allgemeinen  Streichen  und  Verflächen,
noch  dem  des  Liegenden  übereinstimmt.  Sie  bilden  nämlich  eine  zusammengeschobene ­
  Mulde  und  streichen  hierbeinahe  gegenN.  (23h),  fallen
aber  sehr  nach  W.  Die  ganze  Synklinale  liegt  also  von  der  allgemeinen
Richtung  rechts  ab  und  verbleibt  ziemlich  lange  in  dieser  anormalen  Lagerung, ­
  wie  wir  dies  im  nachstehenden  Durchschnitte  noch  sehen  werden.
Bemerkenswerth  ist  der  Umstand,  daß  wir  weiter  gegen  den  Hehn  zu,
gleich  hinter  den  Menilit-Schiefern  wiederum  die  oberen  Ropianka-Schichten,
ans  welche  die  rothen  Thone  folgen,  begegnen.  Nachher  kommt  eine
kleine  Partie  unserer  gewöhnlichen  eocenen  Schichten  und  endlich  die
ganze  Masse  des  Helm-Berges  mit  einem  Schichtencomplexe  dessen  Alter
nicht  ganz  klar  ist,  da  man  dieses  zwischen  dem  oberen  Eocen  und  Oligocen
tvählen  könnte.
Es  sind  das  plattige  Sandsteine,  stellenweise  bis  1':)  m  mächtig,  feinkörnig ­
  mit  mergeligem  Bindemittel,  an  ihrer  Oberfläche  feine  serpulenartige
Hieroglyphen  enthaltend.  Das  Verwitterungsprodukt  des  Gesteines  ist
lehmig,  manganbraun,  die  Festigkeit  nicht  sehr  groß,  obwohl  dasselbe  im
frischen  Bruch  recht  hart  zu  sein  scheint.  Diese  Sandsteine  alterniren  mit
mergelig  thonigen  hellen  Schiefern,  die  braun  verwittern  und  von  geringer
Mächtigkeit  sind.  Ihr  Verflächen  ist  schwebend  5  h,  so  daß  sie  auf  den
        <pb n="37" />
        ersten  Blick  den  Eindruck  einer  Transgression  machen,  eine  Erscheinung,
welche  sich  oft  in  den  Westkarpathen  in  den  jüngeren  Schichten  wiederholt, ­
  und  welche,  wie  wir  glauben,  ihre  Erklärung  in  der  Erscheinung
findet,  daß  die  jüngsten  karpathischen  Schichten  in  Folge  ihrer  höchsten
Lage  nur  eine  geringe  Störung  ihrer  ursprünglich  horizontalen  Lage  erlitten ­
  haben.  Das  Streichen  dieser  Schichten  ist  ähnlich  den  Menilit
Schiefern  nach  11h,  was  sich  schon  in  der  äußeren  geographischen  Konsiguration
  kundgibt;  indem  —  wie  schon  oben  erwähnt  —  der  Gebirgszug ­
  Helm  von  dem  allgemeinen  Streichen  (8—9h)  abweicht.
Wir  glauben  daher  nicht  sehr  zu  irren,  wenn  wir  die  Sandsteine  des
Helm,  dem  Eocene  zuzählen.
Wenn  wir  nun  von  der  südöstlichen  Seite  des  Helm  längs  des  s.  g.
Górnikowski-Baches  in  die  Ebene  des  Ropa-Flusses  heruntersteigen  und
auf  solche  Weise  einen  parallelen  Durchschnitt  verfolgen,  so  kommen  wir
zuerst  unter  einem  Rücken,  der  uns  vom  Torfe  Wawrzka  trennt,  in  das
Gebiet  mächtig  entwickelter  rother  Thone.
Darunter  finden  wir  in  einer  kleinen  Wand  helle,  fucoidenreiche
Mergel,  die  in  das  Eocen  eingeschaltet  sind,  und  die  zusammen  mit  den
rothen  Thonen  das  Hangende  der  echten  Strzolka  bilden.  Dann  folgt
ein  breiter  Menilit-Schieferzug,  der  sich  bis  zum  Dorfe  hinzieht.  Es  ist
derselbe  Zug,  welchen  wir  bereits  beobachtet,  und  der  hier  noch  ganz
regelmäßig  in  einer  breiten  Mulde  gegen  NO.  streicht  und  erst  später  die
N.-Richtung  annimmt.  Die  Ropianka-Schichten  bilden  somit  unter  dem
Helm-Berg,  einen  zweiten  Sattel,  der  mit  der  Aufbruchswelle  von  Blickparallel
  läuft.
Kehren  wir  jedoch  nochmals  zum  Blich  zurück,  um  von  da  aus  in
der  nordöstlichen  Richtung  gegen  Grodek  zu,  zum  Zwecke  eines  besseren
Verständnisses  des  allgemeinen  Baues  dieser  Gegend,  noch  einen  Durch
schnitt  zumachen.  Wirsteigen  in  einer  Schlucht,  die  vom  „Rzemieniöwka"-Bache
  ausgewaschen  wurde  bergauf  und  passiren  zuerst  die  unteren  ro
pianta-  oder  strzolkaartigen  Schichten,  nachher  dunkle  mergelige  Schiefer,
die  höchst  wahrscheinlich  unsere  obere  Ropianka-Schichten  vertreten.  Auch
rothe  Thone  fehlen  in  diesem  Durchschnitte  nicht,  obgleich  dieselben  in  der
Schlucht  in  Folge  der  Auswaschung  weniger  entwickelt  sind,  als  auf  der  Anhöhe. ­
  Mehr  oder  weniger  an  dem  Orte,  wo  in  den  Rzemienwwka  Bach  ein
Nebenbächlein  mündet,  gelangen  wir  zu  einem  Zuge  dunkler  Schiefer,  in
denen  hie  und  da  wechsellagernd  weiche,  braune  Sandsteine  eingeschaltet
sind.  Diese  Schiefer  sind  den  Menilit-Schiefern  sehr  ähnlich  und'streichen
m  10—11h.
tocumt  haben  wir  diesen  Schieferzug  verquert,  so  gelangen  wir  wieder
nt  das  Gebiet  der  Ropianka-Schichten,  in  denen  einige  (jeļjt  verlassene)
        <pb n="38" />
        Schächte  sich  befinden.  Auf  der  Halde  dieser  Schächte  kann  man  beobachten, ­
  daß  die  Hauptmasse  der  Schichten  durch  die  oberen  Ropianka-Schichten
  gebildet  wird,  die  durch  große  Mengen  plattiger  Sandsteine  und
dunkler  Schiefer  ausgezeichnet  sind.  Auch  die  strzolkaartigen  Gesteine
scheinen  hier  nicht  zu  fehlen,  obwohl  sie  in  geringerer  Menge  und  größerer
Tiefe  vorkommen.
Das  Hangende  dieser  Schichten  bildet  ein  merkwürdiger,  dünnblätteriger, ­
  weicher  Sandstein  mit  Glaukonit-Kornern,  Bruchstücken  von  Cidariten
Stacheln  und  schönen  Bryozoen,  die  kleine  3—5  mm  im  Durchmesser
messende  Kolonien  im  Gesteine  bilden.  Leider  sind  diese  organischen  Reste
von  keinem  Werth  für  die  Stratigraphie,  da  die  Cidariten-Stacheln  unbestimmbar ­
  sind,  und  die  Bryozoen  bekanntlich  sich  zur  Altersbestimmung
der  Schichten  durchaus  nicht  eignen.  Deshalb  sind  wir  auch  nicht  im
Stande  anzugeben,  ob  diese  Sandsteine  den  Ropianka-  oder  jüngeren
Schichten  angehören,  und  wollen  nur  die  allgemeine  Aufmerksamkeit  auf  dieselben ­
  lenken,  da  möglicherweise  daselbst  sich  noch  andere  bessere  organische
Reste  finden  lassen.
Der  Bergrücken  an  dessen  Fuße  das  Dorf  Gr.'.dek  gelegen  ist,  zeigt
stellenweise  rothe  Thone,  allein  ihr  Verhältnis  zu  den  jetzt  oben  beschriebenen ­
  Bryozoen-Sandstein  ist  wegen  Mangel  an  Aufschlüssen  unklar.
Gleich  unterhalb  der  höchsten  Spitze  des  Grödkcr-Berges,  befindet ­
  sich  ein  großer  Steinbruch,  in  dem  mächtige  Schichten  eines  dickbänkigen
  Sandsteines  zu  sehen  sind.  Derselbe  ist  im  frischen  Bruche  grau,
verwittert  gelblich,  besitzt  ein  feines  Korn  mit  mergeligem  Bindemittel  und
zeigt  an  der  Oberfläche  spärliche  Hieroglyphen.  Die  großen,  hervorragenden ­
  Bänke  streichen  5—6h  und  fallen  nach  N.  Außerdem  sieht  man
hier  wcchsellagernde,  rostbraune  Schiefer,  die  reich  an  Eisenverbindungen
und  (wahrscheinlich  infolge  der  kieseligen  Beimengung)  recht  hart  sind..
Alle  diese  Schichten  im  Steinbruche  glauben  wir  wegen  ihrer  stratigraphischen ­
  Stellung  (auf  den  rothen  Thonen)  und  der  Analogie  zum
Hetm,  zu  dem  oberen  Eocen  zuzählen  zu  sollen.  Fm  S.,  gegen  die
Grybower  Chaussve  zu,  sehen  wir  die  Menilit-Schiefer  mit  ihrem  abweichenden ­
  N.-Streichen.
Endlich  gelangen  wir  in  der  Nähe  der  Chaussee  zu  der  uns  bekannten ­
  Schlucht,  wo  die  neuangelegten  Schächte  bes  Herrn  hodzinski  sich  befinden. ­
  Dieser  Theil  zeichnet  sich  durch  eine  mächtige  Entwickelung  der
dickbänkigen,  naphtaführenden  Sandsteine  aus,  die  in  die  echte  Strzolka
eingeschaltet  sind.  Die  Lagerungsweise  der  Schichten  ist  hier  sehr  gestört
und  durch  zahlreiche  Verwürfe  unterbrochen.
Die  Chaussée  von  Ropa  nach  Grybäw  fällt  mehr  oder  weniger  mit
der  Streichungs-Richtung  zusammen,  daher  ist  es  sehr  natürlich,  daß  wir
        <pb n="39" />
        33

hier  einmal  die  rochen  Thone,  ein  anderesmal  die  Ropianka  oder  obereocene-Schichten
  in  der  Nähe  der  Straße  erblicken,  je  nachdem  dieselbe
hinauf-  oder  heruntersteigt.  Ter  im  N.  von  Ropa  gelegene  Theil,
d.  i.  in  der  Richtung  gegen  Gorlice,  bietet  wenig  Interessantes  in  geologischer ­
  Beziehung  dar.  Anfangs  haben  wir  hier  den  äußeren  Theil  des
nördlichen  Flügels  der  Antiklinale  von  Blich.  So  sieht  man  knapp  neben
der  Chaussee  beim  Wirtshause  hinter  dem  Torfe  eine  kleine  Wand  mit
den  typischen  unteren  Ropianka-  d.  i.  strzolkaartigen  Schichten,  die  regelmäßig ­
  nach  NO.,  also  in  der  Richtung,  in  welcher  der  ganze  nördliche
Sattel  des  Blich  fällt,  verflächen.
Noch  weiter  gegen  Gorlice  zu  liegt  in  einer  Schlucht  auf  der  linken
Seite  des  Flusses  die  Attinenz  „Szklarki".  Es  ist  einleuchtend,  daß  wir
hier  in  dem  äußeren  Theile  des  nördlichen  Sattel-Flügels  die  älteren
Schichten  nicht  mehr  beobachten  können.  So  sehen  wir  in  der  That  im
tiefsten  Punkte  des  Szklarki-Baches  die  rothen  Thone  als  das  Liegende
aller  hier  sichtbaren  Schichten.  Darauf  kommen  die  großplattigen  Sandsteine ­
  von  ziemlicher  Mächtigkeit  mit  Serpulen  und  Hieroglyphen,  mit
Zwischenlagen  von  harten,  gelb  verwitterbaren,  braunen,  unter  den  Füßen
knisternden  Schieferthonen.  Dieses  System  von  Schichten  sind  wir  aus
oben  angeführten  Gründen  als  Eocen  zu  betrachten  gewohnt.
Aehnlich  verhält  es  sich  in  dem  noch  weiter  im  N.  gelegenen  Parallelbache ­
  im  Gebiete  der  sog.  „Kamionki"  gegenüber  von  Szymbark.  Unten
liegen  die  rothen  Thone  in  einer  noch  viel  geringeren  Mächtigkeit  als
in  der  letzten  Schlucht  und  darauf  die  großplattigen  eocenen  Sandsteine
mit  Schiefern.
Erwähnenswerth  ist  der  Umstand,  daß  wir  in  den  höheren  Partieen
des  Baches  abermals  auf  rothe  Thone  stoßen,  so  daß  dieselben  scheinbar
zu  wechsellagern  scheinen.*)
Der  Gipfel  des  Berges  oberhalb  Kamionka  und  Szklarki  besteht  aus
einem  grobkörnigen,  mächtig  gebänkten  Sandstein,  welcher  stellenweise  so
grobkörnig  wird,  daß  er  förmlich  in  ein  Conglomérat  übergeht.  Wir
fanden  in  ihm  weder  Fucoiden  noch  Hieroglyphen.  Er  trägt  im  Volksmunde ­
  den  Namen  „Mühlstein"  und  wurde  auf  unserer  Karte  als  Oligocen
ausgeschieden.
Indem,  wie  bereits  gesagt,  die  nächste  Aufbruchswclle  wenig  aufgerichtet ­
  ist,  so  begegnen  wir  weiter  gegen  Gorlice  und  hinter  Gorlice  nirgends ­
  mehr  den  Ropianka-Schichten.  Die  ältesten  Schichten,  die  hier  zu

*)  Wir  verweisen  in  dieser  Hinsicht  auf  unsere  Ansicht,  die  mir  bei  Besprechung ­
  der  Gegend  von  Wojtowa  ausgesprochen.
Das  Petrolcumgcbict.

3
        <pb n="40" />
        34

Tage  treten,  gehören  bent  Eocen  unb  zwar  ben  rothen  ¿borten  an,  bie
unterhalb  ber  Ortschaft  Szymbark  unmittelbar  am  Ropa-Flusse  noch  einmal
)n  %age  treten,  nnb  ans  $ßcifc  bie  gor#ung  ber  Siar^cr  9infbrnchswelle
  onbeutcn.
Das  ganze  sonstige  Gebiet  wirb  hier  von  eocenen  Sanbstemen  aufgebaut. ­
  .
Es  war  schon  früher  bie  Rebe  babón,  baß  hinter  Gorltee,  m  ber
Nähe  von  Kobylanka,  ber  Menilit-Schieferzug  vou  Kryg  unb  Dominikowiee
zu  Tage  tritt.
Jubem  wir  nun  nach  Ropa  zurückkehren,  müssen  wir  vor  Allem  betnerïen,
  baß  ancß  ba§  rechte  Ufer  beS  3iußeg  bie  bomotutnen^te  Bestätigung
un^erer  Borau^c^ungen  be)ûgïicŞ  beë  geologist,  Baueë  bt^er  %egenb
liefert.
Im  Dorfe  Szymbark,  bort,  wo  ein  Nebenbach  in  einem  tiefen  Einschnitt ­
  in  bett  Ropa-Fluß  niiinbet,  beobachten  wir  (abgesehen  von  großen
Schottermassen)  als  bas  Liegenbe  bie  rothen  Thone.  Weiter  oben  neben
ber  Kirche  zeigen  sich  mächtige  Bänke  eines  bnnklen,  feinkörnigen  Saubsteines,
  in  betn  bereits  vor  einigen  Jahren  (vgl.  bie  oben  citirte  Notiz  bes
Herrn  Szasnocha)  ein  Nummulit  unb  einige  Orbituliten  gefunben  würben.
Noch  höher  sinb  helle  Sanbsteine  anstehenb,  ähnlich  jenen,  bie  in  ber
Umgebung  von  Ropa  bie  höchsten  Gipfel  aufbauen.  Ans  berselben  Seite
bes  Flusses  in  ber  Richtung  nach  Ropa  gelangt  matt  zu  einer  steilen  malerischen ­
  Wanb,  bie  ganz  aus  bett  eocenen  Saubsteiuen  besteht.  Sie  fallen
gegen  NO.  nnb  bilben  ben  nützlichen  Flügel  ber  Antiklinale  von  Blich.
Hinter  bieser  Wanb  sieht  man  schon  von  weitem,  was  für  Schichten
jetzt  zu  Tage  treten,  ba  sich  bas  Ganze  als  ein  versumpftes  Rtttschterrain
barstellt.  Wir  besinben  uns  hier  in  betn  Horizont  ber  rothen  Thone,
bereu  Entwickelung  gegen  bie  Ortschaft  Ropa  zu  immer  an  Mächtigkeit  zunimmt, ­
  unb  bie  ganz  regelrecht  unter  jene  steile  malerische  eocene  Wanb
atn  Flusse  einfallen.  Noch  weiter  in  ber  Nähe  ber  Dampfsäge  begegnen
wir  ben  bnnklen  mergeligen  Schiefern  unb  Plattigen  Sanbsteinen,  ober  unsere
oberen  Ropianka-Schichten,  unb  so  sinb  wir  nun  auf  biefe  Weise  zum  Bltch

zurückgekehrt.  .
Hinter  betn  „mittleren  Meierhof",  weiter  gegen  Silben  tu  ber  Richtung ­
  gegen  Loste  zu,  sehen  wir  am  Felbe  einige  seichte  verlassene  Schächte,
bereu  Halben  ganz  unb  gar  aus  Meuilit-Schiefern  bestehen.  E?  ist  bas
berselbe  Zug,  bett  wir  unter  betn  Heim  kennen  gelernt  unb  bett  man  am
besten  an  einer  steilen  Wanb  am  liukett  Flttßttfer,  mehr  ober  weniger  gegenüber ­
  bett  Schächten  stnbiren  kann.
Wir  sehen  hier  eine  mächtige  Entwickelung  von  bnukelkaffeebrannen
Schiefern  mit  Meletta-Schnppen  unb  Hornstein-Knollen,  bazwischen  bünne
        <pb n="41" />
        35

Helle  Mergelschichten.  Erwähnenswerth  ist  hier  das  Vorkommen  großer
Nester  von  Thoneisenstein,  ähnlich  denen,  die  in  Weìdzirz  zur  Bereitung
des  Cementes  dienen  und  auch  dorten  mitten  in  den  Meniliten-Schieferu
eingelagert  sind.  Tie  Menilite  streichen  gegen  NW.  und  fallen  steil  nach
SW.;  sie  zeigen  hier  also  noch  keine  solche  Unregelmäßigkeit,  wie  es  in
ihrem  weiteren  Verlaufe  gegen  N.  am  Fuße  des  Helmberges  der  Fall  ist.
Südöstlich  davon  liegt  das  Torf  Lofie.  Der  leichteren  Uebersicht
halber  wollen  wir  von  vorne  herein  bemerken,  daß  wir  hier  eine  zweite
Antiklinale  vor  uns  haben,  die  parallel  mit  dem  Blich-Sattel  läuft.
In  der  Nähe  der  neuen  Brücke,  neben  der  Straße,  die  nach  Klimkówka
führt,  sieht  man  im  Flußbette  rothe  Thone  mit  Nummuliten-Sandsteiuen.
Nordöstlich  von  diesem  Orte  breiten  sich  einige  parallele  Bergketten  aus,
die  theils  durch  den  Ropa-Fluß  selbst,  theils  durch  das  Thal  eines  Seitenbaches ­
  durchgeschnitten  werden.
Eine  besondere  Aufmerksamkeit  verdient  der  erste  Bergrücken,  der
unmittelbar  den  erwähnten  rothen  Thonen  ausruht,  und  der  ein  sehrmalerisches,
  landschaftliches  Aussehen  hat.  Derselbe  besteht  aus  mächtigen
dickbänkigen  Schichten  eines  grobkörnigen  Sandsteines,  der  in  große  Blöcke
zerfällt  und  der  durch  seine  leichte  Verwitterung  eine  beträchtliche  Humusdecke, ­
  somit  auch  eine  üppige  Vegetation  bedingt.  Es  unterliegt  keinem
Zweifel,  daß  dieser  Sandstein,  der  seinem  petrographischen  Habitus  und
seinem  äußeren  Aussehen  nach,  sehr  an  den  sogenannten  „Jamna-Sandstein"
  der  Ostkarpathcn  erinnert,  der  Eocen-Formation  angehört,  da  er  das
Hangende  der  rothen  Thone  mit  Nummuliten-Schichten  bildet.  Wir  werden
noch  im  zweiten  Theile  unserer  Abhandlung  darauf  zurückkommen.
Die  anderen,  gegen  NO.  gelegenen  Ketten  sind  aus  demselben  großplattigen
  Sandstein  mit  knisternden  Schiefern  zusammengesetzt,  die  wir  bereits ­
  in  der  Gegend  von  Ropa  beobachtet  haben.
Oberhalb  des  Baches  am  Abhange  der  mehr  oder  weniger  mit  dem
Bache  parallelen  Bergkette  befinden  sich  einige  Schächte  des  Herrn  vr.Fedorowicz,
  darunter  einer  der  tiefsten  gegrabenen  (denn  über  214  m  tief),  der  vom
Landcsausschusse  subventionirt  ist.
Hier  richten  sich  die  Ropianka-Schichten  auf,  doch  sieht  man  schon  auf
den  ersten  Blick,  daß  wir  es  keineswegs  mit  der  echten  Strzolka,  sondern
lediglich  mit  dunklen  Thonen,  Schieferthonen  und  Sandsteinen,  kurz  gesagt
jenen  Schichten  zu  thun  haben,  die  wir  unter  dem  Namen  der  „oberen
Ropianka-Schichten"  zusamnlenfassen.  Es  läßt  sich  nicht  bestimmen,  wie
tief  darunter  die  unteren  Ropianka-Schichten  liegen,  da  in  der  Nähe  keine
Aufschlüsse  vorhanden  sind.  Es  ist  auffallend,  daß  einige  Schächte,  die
bedeutend  tiefer  in  der  Richtung  gegen  das  Dorf  zu  angelegt  sind,  schon
in  einer  geringen  Teufe  Naphta  lieferten;  es  ist  jedoch  nicht  bekannt  aus
3*
        <pb n="42" />
        36

Si
ZMM-E
in  erwähnten  Brücke  beginnt  ein  Onerthal,  das  bis  z»  der
■¡ebb
In  einem  landschaftlich  sehr  schönen  Seitenthale,  wo  dl-  Ortschaften
z„  sei»  Pflegen  -  auch  hier  stark  entwickelt  sind.
        <pb n="43" />
        37

Tas  obere  Gebiet  des  Ropa-Flusses  zwischen  Klimköwka  und  liscie,
das  bald  Ropianka-Schichten,  bald  die  rothen  Thone  oder  eocene  Landsteine
  zeigt,  veranlaßt  für  unseren  Zweck  zu  keiner  näheren  Beachtung.
Wenn  wir  uns  von  Klimkówka  in  der  Richtung  gegen  „Wola"  begeben ­
  und  dabei  einen  Bergrücken  beim  Meierhofe  überschreiten,  so  sehen
wir  anfangs  nur  die  rothen  Thone  mit  dem  obereocenen  Hangenden  und
erst  in  Wola  selbst  erscheinen  wieder  in  einem  tief  eingeschnittenen  Bachbette ­
  die  Ropianka-Schichten.
Es  fehlt  hier  jedoch  die  echte  Strzolka,  wir  haben  nur  die  oberen
Ropianka-Schichten  beobachtet,  in  denen  einige  (jetzt  verlassene)  Schächte
angelegt  sind.
Es  scheint,  daß  das  Oel  hier  in  dem  oberen  Ropianka-Horizonte
auftritt,  da  wir  in  der  Schlucht  am  Bache  Schichten  eines  grobkörnigen,
zerklüfteten  Sandsteines  beobachteten,  der  sehr  schöne  Naphta-Ausbisse  zeigte
und  der  den  plattigen,  dunklen  Schiefern  und  Sandsteinen,  also  unseren
oberen  Ropianka-Schichten  eingelagert  war.  Wir  glauben  jedoch,  daß  alle
vorhandenen  Schächte  diese  Sandsteine  zu  nahe  am  Ausgehenden  angefahren ­
  haben,  was  wohl  die  Ursache  des  Mißerfolges  derselben  gewesen
sein  mag.
Diese  Aufbruchswelle  zieht  sich  weiter  gegen  Wawrzka,  wo  ganz  analoge
Verhältnisse  herrschen,  mit  dem  Unterschiede  höchstens,  daß  der  Aufbruch  in
Wawrzka  energischer  ist,  so  daß  daselbst  die  unteren  Ropianka-Schichten  zu
Tage  treten  und  die  Grundlage  eines  wichtigen  Naphta-Bergbaues  bilden.
In  der  Richtung  von  Wawrzka  gegen  Ropa  zu  begegnen  wir  bald
dem  Menilit-Schieferzuge,  dessen  eine  Wand  wir  bereits  an  der  Mündung
des  Drggówka-Baches  in  den  Ropa-Fluß  beschrieben  haben.
Auf  diese  Art  haben  wir  den  Bau  der  ganzen  Gegend  von  Ropa
kennen  gelernt.  Wir  haben  hier  also  drei  parallele  Antiklinalen
älterer  Schichten  vor  uns,  die  in  Gestalt  großer  zusammengeschobener
Falten  von  SO.  gegen  9kW.  streichen.  Die  am  weitesten  gegen  S.  vorge
schobene  Falte  zieht  sich  über  Klimkówka,  Wola  nach  Wawrzka,  die  zweite
geht  über  Lofie  bis  zum  Helm,  die  dritte  endlich  nimmt  den  nördlichen
Theil  von  Ropa  ein,  d.  i.  die  Gegend  von  Blich.  Während  die  zwei  südlichen ­
  Falten  zusammengeschoben  und  von  geringem  Durchmesser  sind,
ist  die  Aufbruchswelle  des  Blich  im  Gegentheile  groß,  fällt  zu  beiden
Seiten  regelmäßig  und  erstreckt  sich  mit  ihrem  nördlichen  Flügel  bis  nach
Szymbark.  Alle  diese  Aufbrüche  reichen  bis  in  den  Horizont  der  unteren
Ropianka-Schichten  oder  die  eigentliche  Strzolka,  darauf  kommen  die  rothen
Thone  mit  den  Nummuliten-Sandsteinen,  endlich  das  obere  Eocen.  Die
höchsten  Theile  der  Sättel  gehören  wahrscheinlich  dem  Oligocen.
Wir  haben  ferner  beobachtet,  daß  mitten  in  diesen  Schichten  sich  ein
        <pb n="44" />
        38

Menilit-Schieferzug  einkeilt,  der  in  Löste  beginnt  und  anfangs,  bis  zur
Gegend  des  Hebn,  sich  regelmäßig  in  der  allgemeinen  Streichungsrichtung
hinzieht,  bis  er  in  der  Nähe  von  Helm  sich  plötzlich  gegen  N.  wendet.
Alle  diese  Aufbruchswellen  werden  durch  das  Ropa-Thal  durchschnitten, ­
  so  daß  in  der  Thalsohle  selbst  blos  die  unteren  Theile  des  aus-  »
gewaschenen  Sattels  sichtbar  sind,  während  die  naheliegenden  Berge  die
jüngeren  Schichten  zeigen.
Auf  diese  Weise  hätten  wir  die  Uebersicht  des  Flußgebietes  der  Ropa
und  damit  auch  des  östlichen  Theiles  unseres  Terrains  beendigt.
Wir  wenden  uns  jetzt  weiter  gegen  Westen  und  vor  Allem  in  das-Gebiet
  des  Biala-Flusses.

B.  Das  Flußgebiet  der  Biala.
1.  Die  Gegend  des  Mata-Thales  non  FloriMa  über  Okijbcm)  bis
hinter  Mbonm.
(Durchschnitt  Nr.  3.)
Die  orographische  Charakteristik,  welche  wir  für  das  östliche  Terrain
angegeben,  ist  auch  das  für  Flußgebiet  des  Biata-Thales  vollkommen  anwendbar, ­
  und  läßt  sich  mit  wenigen  Worten  folgendermaßen  schildern.
Alle  Gebirgszüge  sind  niedrig  (der  höchste  Punkt  „Jaworz"  südlich
von  Grybów  erhebt  sich  säum  882  m.)  kurz,  und  erstrecken  sich  entweder
inn  allgemeinen  Streichen  NW.—SO.,  oder  weichen  hievon  wenig  ab.  Die
Längsthäler  sind  eng,  unbedeutend,  hingegen  aber  die  Querthäler  stark
entwickelt  und  im  ganzen  Terrain  überwiegend.  Zu  den  letztereit  gehört
das  Biata-Thal,  das  von  Brunary  an  bis  an  die  Grenze  unseres  Terrains
immer  mehr  oder  weniger  in  der  nördlichcil  Richtung  fließt,  und  auf  diese
Weise  alle  Schichten  etwas  schief  vcrguert.
Gegen  Norden  senkt  sich  das  ganze  Terrain,  und  in  der  Gegend  von
Bobowa  befinden  wir  uns  auf  einer  Hochebene,  die  nichts  anderes  ist,  als
eben  die  Fortsetzung  jenes  Plateaus,  das  wir  bereits  kennen  gelernt,  und
auf  dem  Lipinki,  Wojtowa,  Kobylanka  u.  s.  w.  liegen.
Der  geologische  Bau  dieses  Terrains  hat  viel  Analogie  mit  dem
des  Ropa-Gebietes,  in  vielen  Fällen  wiederholt  sich  fast  ganz  genau  dasselbe. ­
  Dadurch  werden  unsere  bisherigen  Anschauungen  über  den  Bau
der  westgalizischen  Karpathen  ergänzt  und  aufgeklärt.
Den  ersten  wichtigen  und  interessanten  Punkt  des  ganzen  Terrains
bietet  die  Stadt  Grybów  selbst  mit  ihrer  Umgebung  dar.
        <pb n="45" />
        39

Wenn  wir  von  dem  Bahnhöfe  gegen  die  Stadt  zu  längs  des  Biata-Fluffes
  schreiten,  erblicken  wir  ungewöhnliche  Schichten  in  mächtiger  Entwickelung ­
  und  sehr  complicirter  Lagerung.  Angefangen  von  der  letzten
Häuserreihe  der  Stadt,  bis  zur  Brettsäge  passiren  wir  lauter  Schichtenköpfe, ­
  die  mit  steilem  Verflächen  gegen  SW.  einfallen.  Es  sind  das  dunkle,
thonig  mergelige,  dünngeschichtete  Schiefer  ohne  Versteinerungen  und  mit
einem  sehr  geringen  Kalkgehalt.  Außer  dem  steilen  Einfallen  zeigen  sie
auch  andere  Unregelmäßigkeiten  in  der  Lagerung,  so  daß  man  schon  auf
einer  Fläche  von  wenigen  Quadratmetern  zahlreiche  Knickungen,  Windungen
und  Verwerfungen  beobachten  kann,  wodurch  natürlicher  Weise  die  Constatirung
  des  Streichens  und  des  Fallens  wesentlich  erschwert  wird.
Man  muß  gestehen,  daß  auf  Grund  des  petrographischen  Charakters
allein  das  Alter  dieser  Schiefer  nicht  bestimmt  werden  könnte,  da  ähnliche
Gesteinsarten  ebenso  in  den  oberen  oder  in  den  unteren  Ropianka-Schichten,
als  auch  in  der  Menilit-Schiefergruppe  vorkommen.  Auch  die  Art  und
Weise  der  Lagerung  entscheidet  in  dieser  Hinsicht  gar  nichts,  indem  derartige
Unregelmäßigkeiten  sich  sowohl  in  der  Strzolka,  als  auch  in  den  Menilit-Schiefern
  zu  wiederholen  pflegen.
Das  Räthsel,  welches  die  Schichten  darbieten,  wird  jedoch  bald  gelöst,
wenn  wir  uns  einige  Schritte  längs  des  Flusses  bergauf  bis  zum  Eisenbahnviaduct
  begeben.  Hier  sehen  wir  ganz  deutlich,  wie  in  diese  mergeligen ­
  Schieferthone  sich  kaffeebraune  Schiefer  einschalten,  die  Schuppen
von  Moietta  erenata  (Golds.)  an  ihren  Schichtenflächen,  sowie  auch  gebänderte ­
  Hornsteine  in  den  Zwischenlagen  enthalten.
Roch  höher,  wo  der  Strzylawka-Bach  in  den  Biata-Fluß  mündet,
sammelten  wir  echte  Menilite.  Es  sind  das  also  zweifellos  echte  Menilit-Schiefer,
  die  mit  den  beschriebenen  räthselhaften  Schiefern  ^lterniren,  so
daß  unserer  Ansicht  nach  der  ganze  Theil  des  Biata-Thales  vom  Bahnhöfe ­
  an  bis  zum  Viaduct.der  Menilit-Schiefergruppe  angehört.  Auch  Thoneisensteine ­
  haben  wir  oberhalb  des  Viaductes  in  bedeutender  Mächtigkeit
angetroffen.  Die  Lagerungswcise  dieser  Schichten  ist  sehr  auffallend,  denn
während  wir  in  der  Nähe  der  Brettsäge  beim  Bahnhöfe  das  SW.-Verflächen
  beobachteten,  ist  dasselbe  oberhalb  des  Viaductes  ganz  bestimmt
gegen  NO.;  —  das  Streichen  in  beiden  Fällen  ziemlich  regelmäßig  nach  NW.
Das  Räthsel  ist  nun  gelöst;  ähnlich  wie  an  vielen  anderen  Orten
des  östlichen  Theiles  unseres  Terrains,  bildet  der  Menilit-Schieferzug  auch
hier  eine  zusammengeschobene  Mulde  die  sich  in  der  allgemeinen  Ltreichungsrichtung
  hinzieht  und  mit  ihren  Flügeln  senkrecht  auf  diese  Richtung
verflächt.  Die  Mitte  dieser  Synklinale  fällt  mehr  oder  weniger  in  die  Gegend
der  Brettsäge  und  dieser  Umstand  erklärt  uns  zur  Genüge,  sowohl  dcw
steile  Verflächen  der  Schichten,  sowie  ihre  große  Unregelmäßigkeit  au  diesem
        <pb n="46" />
        40

Punkte.  Es  ist  nämlich  ganz  natürlich,  daß  bei  einer  zusammengeschobenen ­
  Synklinale  die  größte  Unregelmäßigkeit  dort  entsteht,  wo  die  zwei
entgegengesetzten  Kräfte,  d.  i.  Druck  und  Gegendruck,  sich  begegnen,  und
dieser  Punkt  befindet  sich  eben  in  der  Mitte  der  Mulde.
Indem  wir  also  das  Vorhandensein  des  Menilit-Schieferzuges  festgestellt ­
  und  seine  Lagerung  betrachtet  haben,  wollen  wir  noch  sein  Liegendes ­
  und  somit  auch  sein  Verhältniß  zu  anderen  Schichten  kennen  lernen.
Zu  diesem  Zwecke  begeben  wir  uns  hinter  dem  Viaducte  in  eine
Schlucht,  die  gegen  Strzylawka  hinauffiihrt.  Anfangs  bewegen  wir  uns
noch  immer  in  dem  mächtig  entwickelten  System  des  Menilit-Schiefers,  der
hier  in  seiner  typischen  Ausbildung  zur  Entwickelung  gelangt.
Unterhalb  des  Bräuhauses  bei  der  Attinenz  Strzylawka  endigen  die
Menilit-Schiefer,  und  es  erscheint  in  ihrem  Liegenden  eine  kleine  Schicht  dünngebänkter
  Sandsteine,  die  wie  wir  es  gleich  sehen  werden  nur  Eocen  sein  können.
Vor  Allem  wollen  wir  hier  des  besseren  Verständnisses  des  Baues
dieser  Schlucht  halber  in  Erinnerung  bringen,  daß  in  dem  Orte,  wo  die
Mulde  aufhört,  zwei  Fälle  eintreten  können:  1.  entweder  erhebt  sich  das
ganze  Schichtensystem,  um  die  nächstfolgende  Antiklinale  zu  bilden,  oder
2.  verschwindet  der  obere  Theil  dieser  Antiklinale  und  bildet  auf  diese
Weise  einen  Lnftsattel.
Hier  tritt  eben  dieser  zweite  Fall  ein  (was  übrigens  bei  den  Me
nilit-Schiefern  oft  geschieht),  nämlich  die  Menilitschicfer  verschwinden  in
unserem  Profil.  An  ihrer  Stelle  beobachten  wir  in  ihrem  Liegenden  in
der  Nähe  des  Bräuhauses  unsere  rothen  Thone  in  einer  mächtigen  Entwickelung. ­
  Dieser  Punkt  ist  in  unserem  Durchschnitte  sehr  wichtig.  Denn
in  den  höheren  Partieen  der  rothen  Thone  zeigt  sich  hier  unser  Nummuliten-Sandsteiir,
  der  an  dieser  Stelle  seinen  Namen  im  vollen  Maße  verdient,
indem  er  ziemlich  gut  erhaltene  Exemplare  von  Niunmiilites  Lucasana
(Defr.),  Nummulites  irregularis  (d’Orb.)  und  andere  in  großer  Jndividuenanzahl
  führt.
Die  rothen  Thone  bilden  mit  dem  Nummuliten-Sandstein  das  Liegende ­
  des  bereits  erwähnten  dünnplattigen  Sandsteins  und  somit  auch  der
Menilit-Schiefer,  wir  haben  es  also  hier  noch  immer  mit  dem  südlichen
Flügel  der  Grybower  Mulde  zu  thun.
Noch  höher  treten  die  unteren  Ropianka-Schichten  in  Gestalt  echter
Strzolka  zu  Tage.  Hier  fanden  wir  noch  im  Vorjahre  ein  unbestimmbares ­
  Bruchstück  eines  Ammoniten.  Diese  Ropianka  Schichten,  die  zuerst
unter  die  rothen  Thone  concordant  einfallen,  zeigen  in  einiger  Ent
fernung  ein  entgegengesetztes  Verflächen,  welcher  Umstand  beweist,  daß
die  Grybower  Synklinale  hier  endigt  und  dem  nächstfolgenden  correspondirenden
  Sattel  Platz  macht.
        <pb n="47" />
        41

Außer  den  unteren  Ropianka-Schichten  erscheinen  hier  übrigens  im
Hangenden  und  alternirend  '  mit  ihnen  auch  die  oberen  in  Gestalt  von
dunklen  schieferigen  Mergeln  und  plattigen  Sandsteinen,  und  so  geht  es  bis
Cieniawa  fort,  wo  die  rothen  Thone  immer  mehr  und  mehr  an  Mächtigkeit ­
  zunehmen,  bis  sie  endlich  auf  einmal  unter  den  mächtig  entwickelten
eocenen  Sandsteinen  verschwinden.
Dasselbe  Profil  erhalten  wir,  tvenn  wir  von  Grybów  die  Eisenbahntrace
  verfolgen  oder  den  Bach  „Pajgka",  der  beinahe  parallel  mit  dem
Strzylawka-Bache  fließt,  hinaufgehen.
Besonders  interessante  Durchschnitte  sehen  wir  bei  den  Wächterhäuseru
Nr.  59  und  57.  Bei  Nr.  59  endigen  die  rothen  Thone,  jedoch  ist  da
keine  scharfe  Grenze  vorhanden,  im  Gegentheil  der  Uebergang  ist  ganz
allmählig,  so  daß  man  die  Wechsellagerung  der  Thone  mit  den  eocenen
Schiefern  und  Sandsteinen  beobachten  kann.  Nicht  weit  vom  Wächterhause ­
  Nr.  57  liegt  ein  Steinbruch,  in  dem  mächtige  Bänke  eines  Sandsteines ­
  mit  kleinen  Hieroglyphen  entblößt  sind.  In  den  Zwischenlagen
sieht  man  harte,  branngraue,  gelblich  verwitterbare  Schiefer.
Beim  Bahnhöfe  in  Ptaszkowa  erscheinen  zum  letzten  Male  die
rothen  Thone,  mit  den  glasigen  Sandsteinen,  ihr  Liegendes  d.  i.  die  Ro-Pianka-Schichten
  sind  erst  unten  im  Bache  zu  sehen,  während  längs  der
Trace  nur  ihr  Hangendes  d.  i.  eocene  Sandsteine  entwickelt  sind.  Der
mit  dem  Namen  „Gorki"  bezeichnete  Gipfel,  auf  den  die  Eisenbahn  in
einem  großen  Bogen  hinaufsteigt,  ist  aus  dünnplattigen  grobkörnigen  Sandsteinen, ­
  von  wahrscheinlich  obereocenem  Alter  aufgebaut.
Hinter  dem  Ptaszkowa-Bahnhofe  verschwinden  die  rothen  Thone
gänzlich,  und  an  ihrer  Stelle  erscheint  ein  äußerst  mächtiger  Zug  eoceuer
Sandsteine,  der  sich  bis  Neu-Sandec  in  das  Flußgebiet  des  Dunajec-Flusses
  hinzieht.  Unsere  Beschreibung  der  westlichen  und  südwestlichen
Umgebung  von  Grybów  wollen  wir  noch  dahin  ergänzen,  daß  die
höheren  Partieen  der  Gebirgszüge  fast  ausschließlich  aus  einem  harten
eocenen  Sandsteine  mit  Hieroglyphen  aufgebaut  sind.
Ta  die  ganze  Stadt  Grybów  auf  Menilit  Schiefern  ruht,  die  ein
wenig  Oel  enthalten  und  deshalb  stark  bituminös  sind,  so  äußert  sich  dieser
Umstand  in  einer  sehr  ungünstigen  Weise  ans  alle  Brunnen  in  Grybów,
indem  das  Trinkwasser  überall  mit  Naphta  verunreinigt  ist  und  einen  unangenehmen ­
  bituminösen  Geschmack  annimmt.  Diese  Schichten  sind,
ähnlich  wie  es  sonst  überall  der  Fall  ist,  sehr  reich  an  Gasen,  die  in  den
Brunnen  und  Schächten  stark  fühlbar  werden,  so  daß  sie  einmal  —,  beim
Abteufen  einer  Cisterne,  die  Veranlassung  zu  einer  gewaltigen  Explosion
waren,  die  sogar  einem  Arbeiter  das  Leben  kostete.
Auf  diese  Weise  haben  wir  den  ganzen  südwestlichen  Theil  der
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        42

großen  Grybower  Mulde  und  des  benachbarten  Sattels  kennen  gelernt.
Es  entsteht  nun  die  Frage,  wie  es  sich  mit  -dem  nördlichen  Flügel  dieser
Synklinale  verhält?  —  Um  darauf  antworten  zu  können,  müssen  wir
von  der  Brettsage  an  uns  mit  dein  Laufe  des  Flusses  nach  NO.  begeben.
Wir  sehen  eine  Zeit  lang  dieselben  Menilit-Schichten  mit  dem  Verflachen ­
  nach  SW.,  die  in  dem  Maße,  als  man  sich  vom  Mittelpunkte  der
Mulde  entfernt,  eine  mehr  regelmäßige  Lagerungsweise  aufweisen,  ähnlich
wie  es  an  dem  äußeren  Theil  des  südlichen  Flügels  der  Fall  ist.  Unweit
der  Attinenz  Bajorki  endigen  die  Menilit-Schiefer  ganz,  und  es  erscheinen
im  Liegenden  zuerst  eocene  Sandsteine,  nachher  die  rothen  Thone,  resp.
die  Ropianka-Schichten.
Es  ist  auffallend,  daß  sowohl  die  rothen  Thone,  als  auch  insbesondere
die  unter  ihnen  gelegenen  Ropianka-Schichten  sehr  schwach  entwickelt  sind,
so  daß  der  ganze  Aufbruch  sehr  schmal  ist.  Es  herrscht  hier  also  ein
ganz  entgegengesetztes  Verhältniß  als  im  südöstlichen  Flügel  der  Grybower
Mulde.  Dieser  Umstand  wird  uns  noch  mehr  auffallen,  wenn  wir  bedenken, ­
  daß  im  nahen  Bache  (rechte  Seite  des  Biata-Flusses)  oberhalb
der  Eisenbahnstation,  als  korrespondirend  mit  dem  Orte,  wo  wir  uns
gegenwärtig  befinden,  die  Ropianka-Schichten  und  die  rothen  Thone
mächtig  entwickelt  sind.  Wir  werden  später  die  Gelegenheit  haben,  auf
die  Erklärung  dieser  Erscheinung  zurückzukommen.  Uebrigens  ist  da  hervorzuheben, ­
  daß  alle  Schichten,  die  das  Liegende  der  Menilit-Schiefer
bilden,  fast  ganz  regelmäßig  gegen  SW.  verflächen,  so  daß  die  Synklinale, ­
  die  wir  für  das  Grybower  Thal  angenommen,  dadurch  einen  wichtigen
Beweis  erhält.
Noch  weiter  gegen  N.  verschwinden  die  Ropianka-Schichten  und  die
rotheil  Thone  gänzlich;  der  Aufbruch  ist  hier  sehr  schwach  und  das  ganze
Terrain  zeigt  nur  riesig  entwickelte  eocene  Sandsteine,  die  hinter  dem
äußeren  Flügel  der  Grybower  Synklinale  mit  einer  kleineil  sanften
Mulde  beginnen,  also  ganz  analog  zu  den  Verhältnissen  im  nördlichen
Theile  des  Flußgebietes  der  Ropa  hinter  Szymbark  gegen  Gorlice  zu.
Bevor  wir  zur  näheren  Betrachtung  dieser  Gegend  schreiten,  ist  es
angezeigt  früher  zum  oben  erwähnten  Bach  oberhalb  der  Eisenbahnstation
zurückzukehren,  der  von  dem  Bergrücken  zwischen  dem  Flußgebiet  der  Ropa
und  Biata  herunterfließt.
Anfangs,  bis  zu  dem  Orte,  wo  sich  der  Bach  mit  der  Gorlice-Grybower
  Chaussee  kreuzt,  sehen  wir  die  unteren  RopiankaSchichten  in  einer
überaus  schönen  Entwicklung.  Es  ist  das  die  typische  echte  Strzolka,  mit
ihrer  grünlichen  Färbung,  krummschaligen  Textur  und  zahlreichen  Hieroglyphen ­
  an  der  Schichtfläche.  Hier  ist  es  uns  gelungen,  einige  Bruchstücke
von  Jnoceramus  A.  Cripsii  zu  finden.
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        43

Beim  Studium  dieser  Schichte»  fällt  uns  der  Umstand  auf,  daß,
obwohl  wir  uns  in  diesem  Bache  in  der  Streichungsrichtung  bewegen,  wir
jedoch  das  Verflachen  der  Schichten  rechtsinnisch  gegen  uns  zu,  d.  i.  nordwestlich ­
  bemerken.  Um  unsere  Meinung  über  diese  Erscheinung  auszusprechen, ­
  wollen  wir  uns  hier  eines  bildlichen  Vergleiches  bedienen.
Denken  wir  uns  z.  B.  ein  zur  Hälfte  offenes  Buch  mit  den  Längsseiten ­
  des  Einbandes  auf  den  Tisch  gestellt.  Ein  Buch  in  dieser  Lage
wird  uns  einen  regelmäßigen  Sattel  darstellen,  dessen  Flügel  beiderseits
abfallen,  dessen  Rücken  aber  in  einer  horizontalen  Linie  liegt.  Heben
wir  nun  eine  Seite  in  die  Höhe,  so  daß  das  Buch  bloß  mit  zwei  Spitzen
auf  dem  Tische  ausruht,  so  haben  wir  zwar  dasselbe  Verflächen  der  Sattelflügel ­
  vor  uns,  aber  der  Rücken  wird  keine  horizontale,  sondern  eine  geneigte ­
  Linie  bilden.
So  einen  schiefen  Sattel  haben  wir  nun  in  der  erwähnten  Gegend
vor  uns,  derselbe  ist  nichts  anderes  als  die  Fortsetzung  des  Ropianka-Zuges,
  den  wir  schon  am  Blich  beobachteten  und  dessen  Aufbruch  hier
weniger  intensiv  wird,  so  daß  der  ganze  Rücken  sich  in  der  Strcichungsrichtung
  senkt.  Erst  jetzt  wird  uns  klar,  warum  die  Ropiauka-Schichten
in  dem  äußersten  Flügel  &amp;gt;der  Grybower  Synklinale  so  schwach  entwickelt
sind,  —  denn  dort  reducirt  sich  der  ganze  Aufbruch  zu  einem  Minimum.
Erwähneuswcrth  ist  noch  der  Umstand,  daß  gegenüber  diesem  Orte  am
linken  Biata-Ufer  Naphta-Ausbisse  sich  befinden.
Oberhalb  des  Punktes,  wo  unser  Bach  mit  der  Chauffée  kreuzt  und
von  wo  an  derselbe  beinahe  parallel  mit  der  Straße  fließt,  alterniren  die
unteren  Ropianka-Schichten  mit  den  oberen,  bis  sie  zuletzt  von  den  rothen
Thonen  überlagert  werden.  Es  ist  selbstverständlich,  daß  wir  noch  höher
oben  an  der  Wasserscheide  zwischen  dem  Biaka-  und  Ropa-Flusse  zu
unserem  Eocen  gelangen.  Da  die  Gesteine  dieselben  sind,  wie  in  der
ganzen  Grybower-Gegend,  so  wollen  wir  darüber  keine  Worte  verlieren
und  wenden  uns  gegen  N.,  indem  wir  dem  Laufe  des  Biaka-Flusses
folgen.  —  Wir  haben  bereits  oben  bemerkt,  daß  die  Gegend  nördlich  von
Grybüw  viele  Analogie  mit  jener  nördlich  von  Szymbark  im  Flußgebiete
der  Ropa  darbietet.
Diese  Aehulichkeit  wird  uns  noch  mehr  auffallen,  wenn  wir  uns  weiter
gegen  N.  in  die  Gegend  von  Bobowa  begeben.  Aehnlich  wie  bei  Wojtowa,
Libusza  u.  s.  w.  haben  wir  auch  hier  eine  wellige  Hochebene,  die  aus
sanften,  großen,  sich  an  das  südliche  Terrain  anschmiegenden  Falten  aufgebaut ­
  ist.
Die  vorwiegende  Felsart  bildet  ein  grobkörniger,  leicht  zerreiblicher
Sandstein  mit  einem  mergeligen  Bindemittel  ohne  organischer  Reste,  ohne
Hieroglyphen  und  Fucoideu.  Dem  Einflüsse  der  Atmosphäre  ausgesetzt,
        <pb n="50" />
        zerfällt  er  in  Sand  und  gelben  Lehm,  der  in  mächtigen  Massen  die  Abhänge ­
  der  Schluchten  und  Steinbrüche  bedeckt.
Außer  dem  Sandsteine  findet  man  hier  mergelige  Schiefer  überfüllt
mit  Quarzkörnern,  die  auch  so  leicht  verwittern  wie  das  erstere  Gestein.
An  vielen  Stellen  zeigen  diese  Schichten  schöne  Naphtaspuren,  theils  an
der  Oberfläche  des  Terrains  in  Gestalt  von  sogenannten  „ausgebrannten
Orten",  theils  im  Gesteine  selbst,  dessen  Handstücke  in  ein  ruhiges  Wasser
hineingelegt  Oeltropfen  ausscheiden.  Trotzdem  hat  sich  hier  kein  Naphta-Bergbau
  entwickelt,  nur  in  Strode  und  Szalowa  hat  man  in  dieser  Richtung ­
  kleine  Proben  angestellt.  —
Aehnlich  wie  im  Wojtowa-Libusza'er  Terrain  begegnen  wir  auch
hier  einem  Menilit-Schieferzug,  der  bei  Szalowa  unterhalb  Stà  erscheint, ­
  und  sich  weiter  nordwestlich  von  Bobowa  gänzlich  verliert.
Derselbe  besieht  hier  aus  kaffeebraunen  bituminösen,  naphtaführenden
Schiefern  mit  zahlreichen  Fischresten  und  gebänderten  Hornsteinen,  und
bildet  eine  schmale  Mulde.  Wir  waren  nicht  in  der  Lage  hier  jene
naphtaführenden  Sandsteine,  welche  gewissermaßen  die  Oelreservoire  bilden,
zu  beobachten,  es  ist  jedoch  möglich,  daß  dieselben  in  der  Teufe  vorhanden ­
  sind.
Erwähnenswerth  ist  hier  die  mächtige  Entwickelung  des  Berglehms,
der  an  den  Löß  erinnert  und  dessen  näheres  Studium  außer  dem  Bereiche
unserer  Aufgabe  war.  Wenn  wir  zu  dieser  Beschreibung  noch  den  Umstand ­
  hinzufügen,  daß  dieser  grobkörnige  und  dickbänkige  Sandstein  die
Tendenz  besitzt,  große  pittoreske  Felspartieen  zu  bilden  (so  z.  B.  in  der
Gegend  vonCchrckowice),die  an  ähnliche  Felsen  des  sogenannten  Jamna-Sandsteins
  in  der  Gegend  von  Bubniszcze,  Urycz  u.  s.  w.  im  östlichen  Galizien
erinnern,  so  sind  wir  mit  der  nördlichen  Umgebung  von  Grybäw  zu  Ende.
Das  Grybower  Thal  korrespondirt  durch  eine  große  Schlucht  mit
der  Gegend  von  Siottowa  nordwestlich  von  der  Stadt  selbst.  In  dieser
Schlucht  sehen  wir  anfangs  MenilitSchiefer,  ähnlich  entwickelt  wie  im  Biaļa-Thale
  mit  einem  regelmäßigen  Streichen  nach  NW.  und  SW.-Fallen,
mit  anderen  Worten  wir  stehen  hier  in  der  Fortsetzung  des  nördlichen
Muldenflügels  von  Gryböw.
Noch'  höher  dem  Bache  hinauf  gleich  unterhalb  des  Dorfes  kommen
wir  auf  das  Liegende  der  Mcnilit-Schiefer,  namentlich  zum  Eocen,
welcher  sich  hier  in  Gestalt  mächtig  gebänkter  Biotit  führender  Sandsteine
darstellt.
Noch  höher  sieht  man  den  glasigen  Sandstein,  Spuren  von  rothen
Thonen,  weiter  die  oberen  Ropianka-Schichten  und  endlich  echte  Strzolka
mit  ihren  Hieroglyphen,  Kalkspathadern  u.  s.  w.  Einige  (jetzt  verlassene)
Schächte  knapp  am  Bache  sind  unglücklich  angelegt,  nämlich  in  den  Eocen-
        <pb n="51" />
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schichten,  die  das  Liegende  der  Menilit-Schiefer  bilden.  Ta  diese  Schichten
sehr  steil  aufgerichtet  sind  und  keine  Naphta  enthalten,  so  ist  die  Anlage
von  Schächten  in  denselben  ein  großes  Wagniß,  und  das  um  so  mehr,  als
das  Liegende  derselben  hier  durch  die  rothen  Thone  gebildet  wird,  deren
Mächtigkeit  sehr  bedeutend  sein  kann.  Uebrigens  werden  wir  noch  einmal
die  Gelegenheit  haben  in  Betreff  unserer  Anschauungen  über  den  Naphta-Bergbau
  dieser  Gegend  darauf  zurückzukommen.
Die  höheren  Partieen  der  Berge  in  der  Umgebung  von  Siolkowa
bestehen  aus  dem  Eocen.
Es  erübrigt  uns  nur  noch  den  südlichen  Theil  der  Grybower  Gegend,
namentlich  das  obere  Gebiet  des  Biala-Thales  näher  zu  betrachten.  —
Dieses  Terrain  bietet  wenig  Interessantes  dar,  denn  es  wiederholt  sich  hier
mit  einer  großen  Einförmigkeit  dasselbe,  was  wir  bereits  im  O.  im
Flußgebiete  der  Ropa  beobachtet  haben.
Der  Menilit-Schieferzug  verschwindet  bald.  Schon  gleich  hinter  der
Stadt,  an  der  Straße,  die  nach  Biaļa  wyöna  führt,  erscheint  der  eocene
Sandstein  in  mächtiger  Entwickelung  und  bildet  große  Wände  längs  des
Flußufers.  Weiter  bei  Kgclowa  sehen  wir  die  Ropiauka  Schichten  und
die  rothen  Thone.  Es  ist  offenbar  derselbe  Zug,  der  von  Wawrzka  kommt
und  den  wir  in  einer  so  schönen  Entwickelung  am  Strzylawka-Bache  beobachteten. ­

Es  ist  aber  auffallend,  daß  der  Aufbruch  der  älteren  Schichten  hier
sehr  klein  wird,  während  doch  derselbe  Zug  einerseits  in  Wawrzka,
anderseits  bei  Strzytawka  so  stark  entwickelt  ist.  Es  ist  das  also  eine
Analogie  zu  jener  Erscheinung,  die  wir  in  der  nördlichen  Aufbruchswclle
der  Ropianka-Schichten  bei  Bajorki  bereits  beobachtet  haben.
Ueberdies  liegen  diese  beiden  Punkte  wo  der  Aufbruch  schwächer  wird,
—  uämlich  Bajorki  und  Kgclowa,  —  wie  ein  Blick  auf  die  geologische  Karte
zeigt,  in  derselben  Richtung,  so  daß  diese  Thatsache  mit  unserer  Anschauung
über  die  Tektonik  jener  Gegend  ganz  gut  übereinstimmt.
Weiter  oberhalb  Kgclowa  verschwinden  die  Ropianka-Schichten  und
an  ihrer  Stelle  entwickeln  sich  äußerst  mächtige  eocene  Schichten,  in  Gestalt ­
  massiger  Sandsteine,  die  das  malerische  Aussehen  der  Landschaft  bedingen ­
  und  an  den  Jamna-Sandstein  erinnern,  obwohl  dieselben  auf  Grund
ihrer  Lage  (im  Hangenden  der  rothen  Thone)  zweifellos  dem  Eocen  angehören. ­
  Es  sind  das  dieselben  Sandsteine,  die  wir  einerseits  zwischen
Löste  und  Klimküwka,  andererseits  aber  am  Ptaszkowa'er  Berge  beobachtet
haben.
Wenn  wir  uns  noch  weiter  nach  Süden,  in  die  Gegend  von  „Florynka,
Brunary  und  Snietnica"  begeben,  so  beobachten  wir,  daß  diese  ganze
Gegend  von  rothen  Thonen,  die  hier  in  einer  erstaunenswerthen  Mächtig-
        <pb n="52" />
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feit  entwickelt  sind,  aufgebaut  ist.  Zu  beiden  Seiten  des  Flusses  sehen
wir  auf  viele  Kilometer  langen  Strecken  nichts  als  Wände  von  rothen
Thonen  und  glasigen  Sandsteinen,  und  nur  hie  und  da  ragt  in  tieferem
Einschnitte  die  Strzolka  heraus.  Es  ist  dies  bis  nun  die  einzige  Erscheinung ­
  dieser  Art  in  unserem  Terrain.
Aehnliches  werden  wir  weiter  gegen  W.  in  der  Gegend  von  Pisarzowa
  und  Limanowa  kennen  lernen.  Was  die  Naphta-Ausbisse  anbelangt,
so  haben  wir  dieselben  nur  bei  Florynka  beobachtet.
Hiemit  schließen  wir  die  Beschreibung  des  Biaia-Thales  in  der  Gegend ­
  von  Gryböw  ab.  Mitten  durch  die  Stadt  geht  eine  Menilit-Schiefermulde,
  deren  Liegendes,  das  aus  dem  Eocen,  rothen  Thonen  und
Ropianka-Schichten  besteht,  sich  auf  beiden  Flügeln  dieser  Synklinale,  d.  r.
im  WO.  nnb  ©%).  3u  beiben  ©eiten  bet  Mbe  e^cben  ¡4  bie
älteren  Schichten,  und  bilden  correspondirende  Sättel.  —  Ties  ist  der
kurze  Inhalt  dieses  Abschnittes,  den  wir  hiemit  beenden  und  uns  weiter
gegen  W.  begeben.
2.  Oie  Gegend  des  Ģrittlonm-Oaches.
(Durchschnitt  Nr.  4.)
Gegen  W.  von  Gryböw  zieht  sich  in  der  allgemeinen  Streichungsrichtung ­
  ein  Gebirgszug,  „Rosochatka"  genannt  (der  höchste  Punkt  reicht
bis  750  m),  der  die  Wasserscheide  zwischen  den  Flußgebieten  der  Biala
und  des  Dunajec  bildet.
Auf  seiner  nördlichen  Abdachung,  wo  die  Ortschaften  Mogtlno,  Posadowa,
  Kru/ckowa  und  Stara-Wieä  liegen,  entspringeit  einige  Bäche,  die  in
tiefeingeschnittenen  Schluchten  fließen  und  sich  in  einem  größeren,  den  sogenannten ­
  Kruölowa-Bach  vereinigen.
Dieser  Hauptgebirgszug  Rosochatka  nimmt  den  bedeutendsten  4.  heil
des  ganzen  Terrains  ein,  denn  außer  ihm  haben  wir  in  dieser  Gegend
nur  noch  eine  kleine  parallele  Bergkette  im  Dorfe  Kru/lowa.  Den  ganzen
Raum  zwischen  dem  einen  und  anderen  Gebirgszuge  erfüllen  blos  die
Querrücken,  die  von  Rosochatka  auslaufen  und  die  eigentlich  nichts  anderes ­
  sind,  als  nur  die  Ausläufer  des  durch  tiefe  Schluchten  durchfurchten
Hauptzuges.
Diese  geographische  Eigenthümlichkeit  muß  man  stets  vor  Augen
haben,  wenn  man  den  geologischen  Bau  dieser  Gegend  verstehen  will.
Beginnen  wir  nun  unsere  Uebersicht  von  dem  zweiten  d.  i.  dem  am  meisten
gegen  N.  gelegenen  Seitenzuge.
Von  der  Ortschaft  Sioikowa,  die  wir  bereits  kennen,  gelangen  wir
auf  einem  Bergrücken  neben  dem  Meierhofe  in  das  Gebiet  der  eocenen
        <pb n="53" />
        47

Sandsteine,  die  keine  besondere  Beschreibung  benöthigen,  da  wir  dieselben
bereits  in  Siotkowa  und  anderen  Orten  der  Grybower  Gegend  kennen
gelernt  haben.
An  dem  Punkte,  wo  der  Weg  vom  Meierhofe  schon  gegen  KruAowa
zu  sich  in  das  Thal  senkt,  haben  wir  parallel  mit  der  Straße  einen
kleinen,  aber  sehr  instruktiven  Einschnitt,  auf  den  wir  besonders  hinweisen.
Zu  unterst  sieht  man  in  diesem  Einschnitt,  typische  untere  Ropianka-Schichten,
  in  denen  einige  Bruchstücke  von  Jnoceramus  gefunden  wurden,
unmittelbar  darauf  kommen  die  rothen  Thone  in  Wechsellagerung  mit
unserem  Nummuliten-Sandstein,  in  dem  wir  mehrere  sehr  schöne  und  recht
gut  erhaltene  Exemplare  von  Nummulites  Lucasana  (d’Orb)  u.  A.  ge
funden  haben.  Diese  Schichten  bilden  nun  das  Liegende  jener  großplattigen ­
  mächtigen  Sandsteine,  welche  wir  bei  Siotkowa  wie  auch  anderen
Orten  der  Umgebung  von  Grybów  beobachteten.
Aber  auch  in  diesem  Sandstein  selbst,  oberhalb  der  rothen  Thone,
fanden  wir  unzweifelhafte  Nummuliten,  so  daß  die  Zugehörigkeit  dieses
ganzen  Schichtencomplexes  zum  Eocen  keinem  Zweifel  unterliegt.
In  einem  und  demselben  kleinen  Durchschnitte  haben  wir  also  Jnoceramen
  und  Nummuliten;  die  rothen  Thone  bilden  das  Verbindungsglied ­
  zwischen  diesen  beiden  altersverschiedenen  Schichten.  Der  Uebergang
  ist  ganz  allmählig  und  so  klar,  daß  von  einer  Transgression  oder
einem  Beobachtungsfehler  gar  keine  Rede  sein  kann.
Indem  wir  nun  auf  diesen  interessanten  Durchschnitt,  auf  den  wir
nochmals  bei  unserer  allgemeinen  theoretischen  Betrachtung  zurückkehren
werden,  hinweisen,  gehen  wir  in  unserer  Betrachtung  um  einen  Schritt
weiter.
Ein  Blick  auf  die  geologische  Karte  zeigt  uns,  daß  wir  hier  denselben
Ropianka-Zug  vor  uns  haben,  den  wir  in  Siotkowa  in  Bajorki,  im  Biata-Thale,
  in  der  Schlucht  beim  Grybower  Bahnhöfe,  in  Ropa  am  Blich
u.  s.  w.  beobachtet  haben.
Wenn  wir  jetzt  den  beschriebenen  Gebirgszug  quer  durchschneiden,
und  uns  von  Ober-Kru/lowa  nach  Chodorówka  begeben,  so  erblicken  wir
in  regelmäßiger  Reihenfolge  dieselben  Verhältnisse  wie  in  dem  corresponbirenden
  Gebiete  des  Biata-Thales.
Schon  in  der  Nähe  von  Unter-Krmlowa  verschwindet  der  Aufbruch
der  Ropiauka-Schichten,  und  an  ihrer  Stelle  erscheinen  eocene  Sandsteine
und  zwar  die  nämlichen,  die  in  der  beschriebenen  Schlucht  über  den  Nummuliten-Schichten
  liegen.
Weiter  mit  dem  Laufe  des  Baches  gegen  N.  ändert  sich  das  Gestein, ­
  es  erscheinen  nämlich  massige  Sandsteine  mit  einem  mergeligen  Bindemittel, ­
  leicht  in  feinen  Sand  und  Lehm  verwitternd,  die  die  Tendenz
        <pb n="54" />
        48

besitzen  große  pittoreske  Felsen  zu  bilden.  Wir  nähern  uns  somit  dem
nördlichen  Terrain  der  Bobowa'er  Gegend,  die  wir  bereits  früher  können
gelernt.  Wenn  wir  noch  hinzufügen,  daß  der  ganze  Kru/lower  Zug  von
großen  Massen  gelben  Lehmes  bedeckt  wird,  so  sind  wir  mit  unserem
Profil  in  dieser  Richtung  zu  Ende.
Gegen  S.  von  Kru/lowa  liegt  am  Fuße  des  Rosochatka-Berges  das
Dorf  Stara  wies,  wo  ein  ziemlich  wichtiger  Bergbau  sich  zu  entwickeln
beginnt.  In  dem  Bach-Einschnitt,  an  dessen  Ufern  zahlreiche  Schächte
angelegt  sind,  kann  man  ganz  bequem  den  Bau  der  Gegend  studircn.
Wir  sehen  hier  die  oberen  Ropianka-Schichten  in  einer  mächtigen  Entmideiung,
  bie  ben  unteren  %%eü  beë  ^aleS  ein«^».  Sic  beste#
aus  dunklen  plattigen,  feinkörnigen,  glimmerreichen  Sandsteinen,  dunklen
G^eMomi  unb  mergcíigen  Mw#  Banötöten  bcë
Sandsteines  erinnern  sehr  mit  ihrer  krummschaligen  Textur  an  bie  echte
Strzolka,  lassen  sich  jedoch  von  ihr  durch  die  dunkle  Färbung,  dann
Mangel  oder  geringen  Gehalt  an  Kalk  und  endlich  durch  kleinere  und
seltenere  Hieroglyphen  unterscheiden.  Es  ist  sehr  merkwürdig,  daß
mitten  in  den  dunklen  Schiefern  und  Mergeln  dieser  oberen  Ropianka-Schichten
  Sphärosiderite  sehr  häufig  vorkommen.  Daneben  findet  man
ganze  Schichten  von  Thoneisensteinen  zwischen  die  Schichten  eingeschaltet.
Alle  diese  Schichten  haben  mehr  oder  weniger  ein  Streichen  nach  8  h
und  ein  Fallen  gegen  SW.
Auf  diesen  Schichten  lagern  die  rothen  Thone  mit  dem  Nummuliten-Sandstein.
  Als  eine  ungewöhnliche  Erscheinung  ist  hier  zu  bemerken,  daß
in  benSie9cnb#(%teu  bcë  ganzen  big  W  be#icbe„en
mäßige  0önfe  eincë  ^rôte,,,  groMörnigcn,  01##,,^,,  6m#emcë,  ber
die  Grundlage  des  Naphta  Bergbaues  hier  bildet,  beobachtet  wurden.
Man  kann  denselben  auf  allen  Halden  tiefer  Schächte  beobachten.
Er  ist  großbänkig,  dunkelbraun,  ganz  mit  Naphta  imprägnirt,  und  hie
und  da  an  den  Kluftflächen  mit  Ozokerit  belegt.  Man  könnte  also  annehmen, ­
  daß  in  Stara  wies,  die  oberen  Ropianka-Schichten  naphtaführend
sind,  jedoch  ist  dieser  Umstand  nicht  ganz  klar.  Denn  viele  Schächte  liefern
aus  der  bedeutenderen  Tiefe  echte  Strzolka,  es  ist  also  die  Möglichkeit,
daß  dieser  naphtaführende  Sandstein  einem  tieferen  Horizonte  angehört,
nicht  ausgeschlossen.  Anderseits  aber  scheint  es,  daß  diese  beiden  Gruppen,
nämlich  die  oberen  und  die  unteren  Ropianka  -  Schichten  mit  einander
alterniren»  wie  wir  überhaupt  diese  Eintheilung  vorläufig  als  petrogi  aphische
Facies,  keineswegs  aber  als  Horizonte  auffassen.  Es  ließen  sich  leider
keine  eingehendere  Studien  in  dieser  Richtung  in  Stara-wieä  durchführen,
indem  beinahe  die  meisten  (die  tieferen  alle)  Schächte  nur  als  Bohrlöcher
angelegt  sind.  Hervorzuheben  ist  noch  der  Umstand,  daß  die  ganze  Lage-
        <pb n="55" />
        49

rung  ber  Schichten  nicht  ganz  normal  ist,  es  ließen  sich  sogar  einige  Verwerfungen ­
  feststellen.
Schon  ein  Blick  auf  die  geologische  Karte  genügt  um  zu  erkennen,
baß  diese  alteren  Schichten  die  weitere  Fortsetzung  desselben  Zuges  bilden,
dessen  Sattel  südlich  von  Grybów  bei  Strzylawka,  Cieniawa  und  Ptaszkowa,
  sichtbar  ist.  Allein  zum  vollständigen  Verständnisse  und  zur  Erklärung ­
  der  Tektonik  dieses  nördlichen  Abhanges  der  Rosochatka,  genügt  das
Studium  der  Umgebung  von  Stara-wies  nicht.
Zu  diesem  Zwecke  ist  die  Beobachtung  einiger  parallelen  Durchschnitte,
die  senkrecht  auf  den  Rücken  des  Rosochatka-Berges  stehen,  unbedingt
nöthig,  was  durch  einige  tief  eingeschuittene  Bäche  sehr  erleichtert  wird.
Wenn  wir  uns  gegen  SW.  von  Kruxlowa  längs  eines  Baches,  an
dem  die  Schächte  der  Kruxlowaer  Gesellschaft  gelegen  sind,  begeben,  so
sehen  wir  zu  unterst  Ropianka-Schichten  mit  der  rothen  Thonen.  Darauf
erscheinen  bereits  in  der  Thalsohle  großplattige  eocene  Sandsteine,  so  daß  ~
alle  Schächte  dieses  ganze  System  von  tauben  Sandsteinen  durchfahren
müssen,  bevor  sie  zu  den  Ropianka-Schichten  gelangen.  Die  letzteren  enthalten ­
  naphtaführende  Sandsteine,  und  zeigen  hier  zahlreiche  Oelspuren,
  denn  an  vielen  Punkten  genügt  es  mit  dem  Stocke  in  dem  Bachbette ­
  zu  rühren,  um  die  Wasseroberfläche  mit  einer  Naphta-Schichte  zu
überziehen.  Das  Eocen  zeichnet  sich  durch  einen  großen  Wassergehalt
aus,  was  für  die  Bergbaue  sehr  lästig  ist.  Diese  Erscheinung  hat  ihren
Grund  in  dem  Umstande,  daß  die  eocenen  Schichten  auf  den  rothen  wasserdichten ­
  Thonen  liegen,  auf  denen  sich  somit  alle  Tagwässer  ansammeln.
Weiter  oben  sehen  wir,  daß  die  rothen  Thone,  bedeutende  Flächen
einnehmen  und  das  Hangende  der  oberen  Ropianka-Schichten  bilden,  wie
man  es  in  dem  Schacht  der  „KruLlowaer  Gesellschaft"  beobachten  kann.
Dieser  unglückliche  Schacht  bewegt  sich  in  den  flötzleeren  mergeligen  Schiefern, ­
  und  die  Hoffnung,  diese  Gesteine  bald  durchzuteufen,  ist  sehr  gering,
wenn  man  bedenkt,  daß  die  Schichten  hier  steil  aufgerichtet  sind.
Oberhalb  dieses  Schachtes  sieht  man  einen  mächtigen  Sandstein,  mit
schönen  Raphta-Spuren,  in  dem  ein  rationell  angelegter  Schacht  ziemliche ­
  Aussichten  auf  Erfolg  haben  dürfte.  Der  Schacht  der  Kruxlower
Gesellschaft  trifft  jedoch  diesen  Sandstein  nie,  indem  die  Schichten  widerfinnisch
  gegen  den  Berg  zu  einfallen.
Die  Feststellung  der  Mächtigkeit  der  oberen  Ropianka-Schichten  im
Schachte  der  Kruxlower  Gesellschaft,  würde  für  den  südlichen  Abhang
ber  Rosochatka  die  Frage  der  Schürfungen  auf  Naphta  endgiltig  lösen.
Etwas  höher  endigen  die  Ropianka-Schichten  und  die  rothen  Thone
und  an  ihre  Stelle  treten  eocene  nicht  sehr  mächtig  entwickelte  Sandsteine ­
  auf.  Bald  verschwinden  auch  diese,  und  es  erscheint  ein  Menilit-Das
  Petrolcumgrbict.  4
        <pb n="56" />
        Schieferzug  in  Gestalt  einer  engen  Mulde,  die  der  allgemeinen  Streichungsrichtung ­
  folgt.  Hier  gelaugt  also  der  Menilit-Schieferzug,  der  nichts
anderes  als  die  Fortsetzung  des  Grybomer-Zuges  ist,  bis  beinahe  unter
den  Gipfel  des  Bergrückens  Rosochatka.  An  der  südlichen^  Seite  dieses
Zuges  sieht  man  nur  das  Eocen,  wahrend  die  Ropianka-schichten  nicht
so  hoch  hinaufreichen,  was  auch  leicht  erklärlich  ist.  Jedes  andere  Profil
am  nördlichen  Abhange  der  Rosochatka,  das  mit  denn  jetzt  beschriebenen
parallel  liegt,  giebt  dasselbe  Bild  mit  sehr  geringen  Modificationen.  So
sehen  wir  z.  B.  weiter  im  O.,  in  dem  Orte,  wo  die  jüdischen  Schächte
gelegen  sind,  zuerst  die  unteren  Ropianka-Schichten,  nachher  die  rothen
Thone  überlagert  von  Eocen-Sandstein,  bis  endlich  weiter  oben  die  Menilit-Schiefer
  zum  Vorschein  kommen.
Der  Gipfel  des  Rosochatka-Berges  scheint,  wie  alle  höheren  Pickte
dieser  Gegend  schon  dem  Oligocen  zu  gehören;  es  ist  das  jener  Land-"
  stein,  der  die  Gehänge  mit  großen  Blöcken  bedeckt,  und  den  wir  schon
öfter  beobachtet  haben.
Indem  wir  uns  nun  gegen  W.,  über  die  Felder  von  Posadowa
noch  immer  an  der  Berglehne  der  Rosochatka  bis  zu  dem  Orte  begeben,
wo  ein  tiefes  Querthal  den  ganzen  Zug  schneidet,  gelangen  wir  zu  einer
isolirten  Bergkuppe,  auf  der  das  Dorf  Mogilno  gelegen  ist.
Wir  befinden  uns  noch  immer  in  der  Fortsetzung  des  Rosochatka-Rückens,
  deswegen  ist  es  auch  ganz  natürlich,  daß  wir  unterwegs  noch
immer  dieselbe  Reihenfolge  der  Schichten  antreffen.  Eocen,  Strzolka,
Menilite,  obere  Ropianka-Schichten,  alles  das  erscheint  vor  uns  je  nachdem ­
  wir  uns  höher  oder  tiefer  im  Niveau  befinden.
Da  die  Gegend  von  Mogilno  schon  zum  Flußgebiete  des  Dunajec
gehört,  so  werden  wir  dieselbe  erst  im  nächstfolgenden  Kapitel  bctrach
ten,  vorläufig  wollen  wir  noch  in  einigen  Worten  die  Tektonik  dieses
wichtigen  nördlichen  Abhanges  des  Rosochatka-Zuges  kurz  erklären.
Wir  haben  schon  oben  gesehen,  daß  die  Gegend  von  Grybüw  Haupt
sächlich  aus  einer  großen  Mulde  besteht,  die  im  Hangenden  die  Menilit-Schiefer,
  im  Liegenden  aber  ältere  Schichten  aufweist.  Die  letzteren  erheben ­
  sich  zu  beiden  Seiten  dieser  Mulde,  namentlich  im  N.  und  S.  zu
einem  Sattel,  während  die  Menilit-Schiefer  verschwinden,  ohne  in  fernerer
Richtung  an  dem  Baue  der  Gegend  theilzunehmen.  Wir  haben  weitem
erkannt,  daß  das  ganze  System  der  Schichten  ganz  regelmäßig  gegen
NW.  streicht,  darum  ist  cs  auch  ganz  natürlich,  wenn  wir  längs  des
ganzen  Rosochatka  Rückens  ganz  analoge  Schichten  in  ähnlicher  Reihenfolge ­
  vor  uns  haben.  Es  treten  hier  jedoch  einige  Modificationen  ein,
die  eine  nähere  Erörterung  verdienen.  Abgesehen  von  dem  geringfügigen
Umstaude,  daß  der  Durchmesser  dieses  Meuilit-Schieferzuges  am  Rosochatka-
        <pb n="57" />
        51

Abhange  kleiner  ist,  als  in  Grybów,  müssen  wir  doch  zugeben,  daß  die
hiesigen  Verhältnisse  nicht  ganz  dieselben  sind,  wie  in  Grybów.
Indem  wir  nämlich  in  Grybów  die  vollkommenste  Regelmäßigkeit
haben,  da  die  beiden  Muldenflügel  aus  immer  älteren  Schichten  bestehen,
sehen  wir  hier  diese  Mulde  mit  ihrem  südlichen  Flügel  sich  an  die  eocenen
und  noch  jüngeren  Gesteine  des  Rosochatka-Rückens  anlehnen.  Dieser  Umstand ­
  läßt  sich  übrigens  leicht  dadurch  erklären,  daß  der  Aufbruch  der
älteren  Schichten  auf  der  Stelle  nicht  so  intensiv  war,  um  diese  bedeutende
Niveauhöhe  erreichen  zu  können.
Als  Resultat  dieser  Erörterungen  folgt,  daß  die  beschriebene  Gegend
aus  einigen  parallel  laufenden  Aufbrüchen  älterer  Schichten  besteht,  in
die  gegen  Ş.  eine  Menilit-Schiefermulde  eingekeilt  ist.

C)  Das  Gebiet  des  Dunajec-Flnsses.
1.  Die  Gegend  auf  der  rechten  Seite  des  Ounajec  -  bluffes  von
Mogilno  über  Librantowa  bis  Wielogtowy  und  ìlbiad.
Ter  ganze  westliche  Theil  unseres  Terrains  dessen  Beschreibung  wir
diesen  Abschnitt  widmen,  ist  in  geologischer  Beziehung  anfangs  nichts
anderes,  als  die  unmittelbare  Fortsetzung  der  Verhältnisse  die  wir  im
Flußgebiete  der  Biata  beobachteten.
Das  Dorf  Mogilno  liegt  auf  einem  isolirten  Berge,  der  den  nördlichen ­
  Abhang  der  Rosochatka  von  W.  abschließt,  während  der
binka-Bach,  der  auf  dem  Mogilno-Berge  seinen  Ursprung  nimmt,  in  einem
tiefen  Erosions-Thale  den  ganzen  Rosochatka-Zug  südwärts  durchschneidet.
Wenn  wir  uns  von  Posadowa  auf  die  östlichen  Abhänge  des  Mogilnoer-Berges
  begeben,  erblicken  wir  an  der  Sohle  die  Ropianka-Schichten
in  einem  kleinen  Aufschluß,  darauf  die  rothen  Thone.  Die  ersteren
scheinen  hauptsächlich  aus  den  oberen  Ropianka-Schichten,  namentlich  aus
den  plattigen,  grauen,  glimmerreichen  Sandsteinen  und  dunklen  Schiefern
zu  bestehen.  Die  Lagerung  dieser  Schichten  unterscheidet  sich  vom  Baue
des  ganzen  nördlichen  Abhanges  der  Rosochatka  nur  insoferne,  daß  die
Schichten  etwas  mehr  gegen  W.  gerichtet  sind,  denn  ihr  Streichen  ist  WNW.
Wenn  wir  uns  einige  Schritte  bergauf  begeben,  so  begegnen  wir
demselben  Menilit-Schieferzug,  den  wir  am  Abhange  der  Rosochatka  verlassen ­
  haben.  Er  bildet  hier  eine  schmale  Synklinale  und  zeigt  ähnlich
den  Ropianka-Schichten  ein  geändertes  Streichen,  nämlich  gegen  WNW.
Das  Liegende  der  Menilit-Schiefer  d.  i.  das  Mittelglied  zwischen  den  rothen
Thonen  und  den  Menilit-Schiefern  ist  hier  wegen  Mangel  an  Aufschlüssen
4*
        <pb n="58" />
        52

nicht  sichtbar.  Daß  jedoch  seine  Mächtigkeit  nicht  sehr  groß  sein  kann,
beweist  der  Umstand,  daß  von  zwei  Schachten  des  Herrn  Gttzbocki,  die
hier  sehr  nahe  neben  einander  gelegen  sind,  einer  ganz  in  den  Ropianka-Schichten,
  der  andere  aber  in  den  Menilit-Schiefern  abgeteuft  ist.
Der  erste  Schacht  beweist  auch,  daß  die  oberen  Ropianka-Schichten
hier  ganz  schwach  entwickelt  sind,  indem  wir  auf  der  Halde  zumeist
strzolkaartigen  Gesteine  erblicken.
Was  die  tektonische  Form  dieses  Menilit-Schieferzuges  anbelangt,  so
kann  man  trotz  des  mangelhaften  Aufschlusses  erkennen,  daß  hier  ähnlich
wie  am  ganzen  Rosochatka-Berge  eine  schmale  Mulde  concordant  mit  den
älteren  Schichten  existirt.
Es  fällt  uns  jedoch  hier  ein  anderer  Umstand  auf.  Während  südlich ­
  von  KruLlowa,  Posadowa  u.  s.  w.  die  Ropianka-Schichten  im  Liegenden ­
  der  Menilit-Mulde  sich  nur  am  nördlichen  Flügel  zeigen,  sehen  wir
hier  dieselben  auch  am  südlichen  Flügel.  Dieser  Umstand  ist  leicht  erklärlich, ­
  da  der  isolirte  Berg  von  Mogilno,  nichts  anderes  ist,  als  eine  durch
die  Erosion  getrennte  Partie  der  Rosochatka  und  in  Folge  dieser  tiefgreifenden ­
  Auswaschung  wurden  die  Ropianka-Schichten  im  Liegenden  des
südlichen  Flügels  der  Menilit-Mulde  entblößt,  während  dieselben  weiter  in
der  Richtung  gegen  O.  unter  der  großen  Masse  des  Eocens  verschwinden. ­

Wir  haben  also  im  Bergbaugebiet  des  Herrn  Gebockt  folgende
Verhältnisse:  Eine  schmale  Menilit-Schiefer-  und  Eocen-Synklinale  streicht
nach  WNW.  im  Liegenden  erscheinen  die  Ropianka-Schichten  und  zwar
derart,  daß  ihr  Versuchen  in  der  Nähe  der  Menilite  steil  gegen  NON.
weiter  jedoch  unten  am  Lubinka-Bache  ganz  entgegengesetzt  gegen  SWS.
ist,  was  man  bei  der  ferneren  Entwickelung  des  Bergbaues  in  Mogilno
wohl  berücksichtigen  soll.
Dieser  Ropianka-Sattel  ist  sehr  eng,  denn  weiter  dem  Bache  abwärts
im  S.  beobachten  wir,  daß  derselbe  ganz  verschtvindet  während  nur  noch
die  rothen  Thone  sichtbar  sind.  Noch  weiter  unten  gelangen  wir  in  die
erwähnte  tiefe  Schlucht,  die  den  Rosochatka-Rücken  von  W.  schneidet,
und  sich  durch  ein  landschaftlich  schönes,  malerisches  Aussehen  auszeichnet.
Die  Wände  der  Schlucht  sind  ganz  aus  eocenen  Schichte»  aufgebaut.
Vom  Aufange  der  Schlucht  bis  zu  dem  Orte,  wo  unser  Bach,  parallel
mit  der  Chaussee,  sich  gegen  W.  nach  Neu-Sandez  wendet,  haben  wir  auf
der  ganzen  Strecke  lediglich  eocene  Sandsteine  und  Schiefer  in  mehrere
große,  sanfte  Falten  zusammengelegt,  die  sich  in  mächtigen  Zügen  längs
der  Dunajec-Ebene  weit  gegen  NW.  hinziehen.
Wir  gedenken  nicht  alle  Varietäten  der  Gesteinsarten,  die  hier
auftreten,  zu  beschreiben,  es  genügt,  wenn  wir  eonstatiren,  daß  die  groß-
        <pb n="59" />
        53

plattigen,  mächtigen,  feinkörnigen  Sandsteine,  mit  mergeligem  oder  kieseligen
Bindemittel,  die  im  frischen  Bruche  blau  und  bei  Verwitterung  gelblich
sind,  vorwiegen.  Als  Zwischenmittel  finden  wir  einen  harten  Sandstein ­
  mit  Hieroglyphen  und  nebstbei  braune,  harte,  unter  den  Füßen
knisternde  Schiefer.
Auf  die  Frage,  aus  welchem  Grunde  wir  diesen  riesenhaften  Zug,
dessen  einzelne  Glieder  eher  an  den  Jamna-Sandstein  erinnern,  dem  Eocen
zuzählen,  lautet  die  Antwort:  deshalb,  weil  die  Schichten  das  Hangende
der  rothen  Thone  mit  dem  Nummulitensandsteine  bilden,  und  zweitens,
weil  wir  in  den  unteren  Straten  desselben  Zuges  weiter  westlich  am
Dunajec-Flusse  in  Wieloglowy  Nummuliten  fanden,  was  natürlich  ganz
entscheidend  ist  und  worauf  wir  bald  zurückkommen  werden.
Der  Gipfel  des  Mogilno-Berges,  an  dem  das  Torf  selbst  gelegenist,
besteht  aus  Schichten,  welche  vielleicht  jünger  sind  als  Eocen.  In  der
Nähe  des  Meierhofes  befindet  sich  ein  Steinbruch,  in  dem  ein  sehr  grobkörniger ­
  ,  kalkreicher,  hellgelber  Sandstein  mit  einigen  unbestimmbaren
Schalenbruchstücken  entblößt  ist.  Wir  sind  nicht  gewohnt,  derartige  Sandsteine ­
  im  Eocen  anzutreffen,  darum  zählen  wir  sie,  ähnlich  wie  am  Makastower
  Berge  und  anderen  Orten  zum  Oligocen,  gestehen  jedoch,  daß
wir  außer  der  Lage  dieser  Sandsteine  im  Hangenden  des  zweifellosen
Eocens  und  ihres  ungewöhnlichen  petrographischen  Charakters,  nichts  mehr
zur  Begründung  unserer  Ansicht  anführen  können.
Wenn  wir  von  dem  Orte,  wo  der  Meierhof  liegt,  uns  auf  die  nördliche
  Abdachung  des  Berges  begeben  und  längs  des  gegen  Swi^gocin
fließendes  Baches  fortschreiten,  so  erblicken  wir  wieder  einen  Menilit-Schiefer
zug,  der  gegen  N.  sich  hinzieht.
Es  unterliegt  gar  keinem  Zweifel,  daß  das  echte  Menilit-Schiefer  sind,
denn  loir  haben  hier  kaffeebraune  oder  dunkle  feinblätterige  Schiefer  mit
Fischresten,  gebänderten  Hornsteinen  und  echten  Meniliten.  Ihre  Lagerung
ist  sehr  vcrlvorren,  ihre  Erstreckung  reicht  gegen  N.  beinahe  bis  unterhalb
Switzgocin,  worauf  wieder  das  Eocen  folgt.
Wir  haben  hier  also  ähnliche  Verhältnisse  wie  in  Ropa,  indem  ein
Theil  der  Menilite  von  der  allgemeinen  Streichungs-Richtung  abweicht
und  sich  gegen  N.  wendet.  Dieser  Swi^gociner  Menilit-Schieferzug  beginnt
schon  in  der  Nähe  von  Chodorowa  und  hat,  wie  wir  es  später  kennen
lernen  werden,  eine  weite  Erstreckung  nach  W.
Wir  glauben,  daß  wir  uns  nicht  irren,  wenn  wir  annehmen,  daß
dieser  nördliche  Zug  eine  zweite  Mulde  bildet,  die  mit  dem  ersten  korrespondirt.
  Wir  wissen,  daß  die  Menilit-Schiefer  stets  in  einen  Muldenflügel
endigen  und  nachher  in  dem  folgenden  Luftsattel  verschwinden,  wir  haben
jedoch  Fälle  (Mycina,  L-aski),  wo  nach  einem  Luftsattel  aberinals  die
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        54

Menilit-Schiefermulde  emportaucht.  Hier  wäre  also  der  nämliche  Fall,
mit  dem  Unterschiede,  daß  wir  nicht  einmal  zu  einem  Luftsattel  unsere
Zuflucht  nehmen  müssen,  indem  die  im  südwestlichen  Theile  dev  Mogilno-Berges
  sichtbare  Mulde,  unter  den  Schichten  des  Gipfels,  die  wir  dem
Oligocen  zuzählten,  verschwinden.
Es  ist  also  sehr  wahrscheinlich,  daß  die  Menilit-Schiefer  m  der  Mitte
des  Berges  sich  zu  einem  Sattel  erheben,  von  jüngeren  oligocenen  Schichten
überlagert  werden,  nachher  im  Orte,  wo  der  Switzgociner  Bach  sich  befindet, ­
  wieder  in  Gestalt  einer  korrespondirenden  Mulde  emportauchen.
S)ie2aQerun9ëmeife  ber^emItt=S^^icfer  %u  beibeit  Seite,  beëBergeë,  bie
Lagerung  der  Schichten  am  Gipfel,  wo  ein  Sattel  sichtbar  ist,  alles  das
fpn#  für  biefe  Srîiârung  ber  Seftonif.  Sie  8erücf#tiowi8  unserer
Anschauung  ist  für  die  Bergbauzwecke  dieser  Gegend  von  Wichtigkeit,  indem
aus  derselben  hervorgeht,  daß  der  Naphta-Bergbau  am  nördlichen  Abhange
des  Mogilno-Berges  keine  Aussichten  hat.
Einige  Schächte,  die  auf  dieser  Seite  angelegt  sind,  und  die  sich  in
den  Menilit-Schiefern  vertiefen,  müssen  wir  als  ganz  zwecklos  bezeichnen,
indem  von  einem  baldigen  Erreichen  der  älteren  uaphtaführenden  Schichten
keine  Rede  sein  kann,  während  die  Menilit-Schiefer  selbst  —  hier  keine
ölführendeii  abbauwürdigen  Schichten  enthalten.
Begeben  wir  uns  jetzt  weiter  gegen  W.  Wir  haben  an  der  südöstlichen ­
  Seite  von  Mogilno  gesehen,  daß  der  Posadowaer  Menilit  —  und
der  Ropianka-Zug  nach  WNW.  streichen.  Am  Wege  nach  Koniuszowa,
also  südwestlich  vom  Mogilno-Berge,  in  dem  Orte,  wo  die  jüdischen
Schächte  abgeteuft  sind,  sehen  wir  die  rothen  Thone  und  die  oberen  Ro-^ianfa^S(^ic^ten,
  bie  leyeren  ^^#14  in  (Bestatt  buntier  incrßciioen
Schiefer  vertreten.  _
Indem  wir  uns  hier  befinden,  haben  wir  den  Menillt-Zug  nn  ö.,
wir  stehen  also  im  nördlichen  Liegenden  jenes  Menilit-Muldenflügels,
der  auf  der  nordöstlichen  Seite  des  Mogilnocr-Berges  sichtbar  war.
Weiter  am  Ende  der  Ortschaft  Koniuszowa  erblickt  man  in  einem
Bacheinschnitt,  der  von  N.  kommt,  die  echte  Strzolka  und  mitten  in  derselben ­
  sehr  schön  entwickelte  naphtaführende  Sandsteine  mit  ausgezelchneten
Spuren.  Sie  bilden  hier  einen  sattelförmigen  Aufbruch,  welcher  in
derselben  Richtung  streicht  wie  der  ganze  Zug  und  mit  einem  nördlichen
Fallen  unter  den  cocenen  Schichten  verschwindet.
In  Koniuszowa  sieht  man  auf  der  rechten  ^eite  des  l^yküwka-Baches,
an  dem  Punkte,  der  theoretisch  der  Mulde  der  Ropianka-Schichten  entspricht, ­
  einige  abgeteufte  Schächte,  die  sich  wohl  ziellos  in  flötzleeren
Sandsteinen  bewegen  werden,  ohne  das  Liegende  d.  i.  die  Strzolka,  zu
erreichen.
        <pb n="61" />
        55

Unterhalb  im  Bache  begegnen  wir  dem  Menilit-Schieferzug.  Es  ist  das
derselbe  Zug,  der  sich  südlich  vom  Mogilno-Berge  hinzieht  und  die  Fortsetzung ­
  des  Rosochatka-Menilitzuges  bildet.  Hier  ist  er  steil  aufgerichtet,
was  beweist,  daß  die  Mulde  sehr  zusammengeschoben  ist.  Bemerkenswerth
ist  der  Umstand,  daß  derselbe  Naphta-Spuren  zeigt,  denn  wenn  man  z.  B.
im  Bache  die  Schichtenköpfe  mit  einer  Eisenstange  aufrührt,  so  treten  sehr
zahlreiche,  hellgrüne  Oeltropfen  an  die  Oberfläche,  die  den  Bach  mit  einem
irisirenden  Ueberzuge  bedecken.  Da  wir  nicht  weit  davon  im  Liegenden
des  Zuges  Ropianka-Schichten  haben,  so  ist  es  auch  möglich,  ja  sogar  sehr
wahrscheinlich,  daß  diese  Naphta  den  tieferen  Schichten  zukommt  und  in
den  Meniliten  blos  auf  secundärer  Lagerstätte  auftritt.
Auf  diese  Weise  gelangen  wir  nun  nach  Librantowa.  Aehnlich  wie
in  Koniuszowa,  haben  wir  auch  hier  einen  Bach,  der  fast  ganz  gegen  S.,
in  einer  tiefen  Schlucht  die  Schichten  verquert.  In  diesem  Bache  also,
in  dem  Orte  wo  der  Librantower  Bergbau  gelegen,  begegnen  wir  den
unteren  Ropianka-Schichten.  Ter  naphtaführende  Sandstein  hat  sich  hier
in  bedeutender  Mächtigkeit  entwickelt  und  alternirt  mehrere  Male  mit  den
echten  Strzolka-Schichten.
Längs  des  Baches  gegen  Klimkbwka  zu  sehen  wir,  daß  die  Strzolka
allmählig  den  oberen  Ropianka-Schichten  d.  i.  den  plattigen  Sandsteinen
und  dunklen  Schiefern,  und  zuletzt  den  rothen  Thonen  Platz  macht.  Die
oberen  Wände  der  Schlucht,  in  der  wir  uns  bewegen,  sind  durch  mächtige
eocene  Sandsteine  mit  dem  Verflächen  gegen  den  Bergbau  zu  d.  i.  gegen
SW.  eingenommen.  Ganz  analoge  Verhältnisse  sieht  man  auch  im  N.
des  Bergbauterrains.  Trotz  der  etwas  unregelmäßigen  Lagerung,  kann
man  doch  ziemlich  leicht  den  Bau  dieser  Gegend  enträthseln.  Am  Bache
neben  dem  Bergbaue  verflächen  alle  Schichten  ziemlich  steil  gegen  NO.,
inciter  gegen  Klimkówka  zu,  richten  sie  sich  auf  und  fallen  in  der  entgegengesetzten ­
  Richtung  d.  i.  nach  SW.,  was  sehr  deutlich  zu  sehen  ist.
Wenn  wir  aber  längs  des  Baches  gegen  Ş.  schreiten,  so  sehen  wir
eine  Zeit  lang  nur  die  Ropianka-Schichten,  die  erst  im  Walde,  wo  eine
schöne,  nach  Sandec  führende  Schlucht  beginnt,  endigen.  Darauf  kommen
die  rothen  Thone  mit  concordantem  SW.-Verflächen  und  bilden  im  Verein
mit  schwach  entwickelten  eocenen  Sandsteinen  das  Liegende  desselben  Menilit-Zuges,
  den  wir  im  S.  von  Koniuszowa  gesehen  haben.  Auf  der
anderen  Seite  dieser  Menilit  Mulde  sieht  man  nur  mächtige  eocene  Sandsteine, ­
  während  die  Ropianka-Schichten  sich  erst  weiter  im  W.  schon  nahe
am  Dunajcc-Thale  noch  einmal  aufrichten.
Aus  dem  Gesagten  erhellt,  daß  wir  in  Librantowa  einen  sattelförmigen ­
  Aufbruch  haben,  dessen  Rücken  mehr  oder  weniger  mit  dem
Hügel  südwestlich  von  der  Wohnung  des  Herrn  Schütte  zusammenfällt.
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        56

Der  Bergbau  selbst  liegt  auf  diese  Weise  in  der  nördlichen  Abdachung  des
Sattels,  also  beinahe  schon  in  der  Mulde,  so  daß  somit  der  Librantower-Bergbau
  sehr  unglücklich  angelegt  ist,  da  doch  bekanntlich  nur  die  Sattel
günstige  Bedingungen  für  den  Naphta-Bergbau  besitzen.
Gegen  N.  bilden  die  Ropianka-Schichten,  wie  wir  gesehen  haben,
einen  anderen  kleinen  Sattel  und  verschwinden  bald  unter  dem  mächtig
entwickelten  Eocen.
Noch  weiter  im  NW.  gegen  Wieloglowy  und  Ubiad  zu,  haben  wir
wieder  einen  Ropianka-Sattel,  der  stark  aufgerichtet  ist  und  sich  auf  einem
Bergrücken  zwischen  Librantowa  und  Wieloglowy  zeigt.  Der  letzte  Aufbruch ­
  dieser  Schichten,  diesseits  des  Dunajec-Thales  ist  Ubiad,  wo  auch
einige  zur  Naphta-Schürfung  angelegten  Schächte  vorhanden  sind.
Durch  den  Wieloglower-Wald,  schon  in  der  Nähe  der  Ortschaft
selbst,  geht  ein  mächtiger  Menilit-Schieferzug  durch.  Wir  beobachteten
hier  Halden  verlassener  Schächte,  glauben  jedoch  nicht,  daß  die  Menilit-Schiefer
  hier  naphtaführend  sind,  da  man  keine  ölführende  Gesteine  sieht.
Aehnlich  wie  in  Librantowa  ist  auch  hier  hinter  den  Menilit-Schiefern
  ein  mächtiger  eocener  Zug,  den  wir  iiberall  von  Rosochatka  verfolgten, ­
  vorhanden.  Dieser  Zug  verdient  einer  besonderen  Berücksichtigung,
da  wir  in  seinen  unteren  Particeli  hinter  Wielogkowy,  in  dem  Orte,  wo
der  Dunajec-Fluß  und  die  Chaussee  sich  an  den  Vorspruilg  „Kurowska-Berg"
  anlehnen,  gegenüber  der  Ueberfuhr  nach  Kltzczany,  schöne  Nnmmu
liten  gefunden  haben.  Das  Gestein  ist  ein  feinkörniger  Sandstein,  hell,
mit  mergeligem  Bindemittel,  in  dicke  Bänke  geschichtet.  Etwas  weiter
gegen  N.  sieht  man  auf  dem  Kurower-Berg  Menilite  und  rothe  Thone,
die  lvir  noch  im  folgenden  Capitel  näher  kennen  lernen  werden.
2.  Die  Umgebung  von  Neu-Sande;  auf  der  rechten  Seite  des
Dunajec-Flusses.
Verstärkt  durch  den  Poprad-  und  Kamienica-Fluß  lvendet  der  mächtige ­
  Dunajec-Strom  seinen  Lauf  gegen  N.,  indem  er  dabei  die  niedrigen
Ketten  der  Karpathen  verquert.
Zu  seinen  beiden  Seiten  breitet  sich  ein  großes,  sehr  fruchtbares  —
und  malerisches  Thal  aus,  —  das  weit  im  S.  durch  den  imposanten
Tatra-Zug  abgeschlossen  und  von  allen  übrigen  Seiten  durch  sanfte  Sandsteinberge ­
  begrenzt  wird.
Der  geologische  Bau  dieses  Thales  ist  sehr  einfach,  unter  einer  starken
Humusdecke  breiten  sich  alluviale  Schottermassen  ans,  deren  Liegendes
in  der  Mitte  des  Thales  nirgends  beobachtet  wurde.  In  den  Punkten,
die  näher  am  Gebirge  gelegen  sind,  sieht  man  auch  einen  gelben  Lehm,  der
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        57

mit  den  Schottermassen  alternirt,  so  daß  die  Grenze  zwischen  diesen
beiden  Bildungen  nirgends  schärfer  bestimmt  werden  kann.
Es  läßt  sich  nicht  viel  über  den  Schotter  sagen,  wir  finden  in  ihm
Geschiebe  aller  Felsarten,  deren  Gebiet  von  dem  Dunajecfluß  durchschnitten
wird,  also  neben  den  Graniten  des  Tatra-Gebirges  auch  Klippenkalke
und  Gesteine  der  Sandsteinzone.
Mehr  Interesse  würde  das  Studium  der  Schotterlagerung,  sein  Verhältniß ­
  zum  Lehm  und  andere  Erscheinungen  dieser  Art  darbieten,  da
jedoch  solche  Untersuchungen  außer  dem  Bereich  unserer  Aufgabe  lagen,
so  sind  wir  jetzt  genöthigt,  dieselben  mit  Stillschweigen  zu  übergehen.
Wenn  wir  nun  die  Stadt  Neu-Sandez,  die  auf  dieser  alluvialen  Ebene
gelegen  ist,  verlassen  und  uns  längs  der  Grybower  Chaussee  gegen  O.
wenden,  so  gelangen  wir  bald  zu  den  Gebirgszügen,  die  an  ihrem
äußeren  Abhange  große  Massen  von  Berglehm  aufweisen,  sonst  aber
ausschließlich  aus  einem  eocenen  Schichtencomplex  aufgebaut  sind.*)  Es
sind  das  großbänkige,  feinkörnige,  glimmerrciche  Sandsteine,  die  im
frischen  Bruch  bläulich,  in  der  Verwitterung  aber  gelblich  aussehen
und  die  mit  braunen,  stellenweise  sogar  mit  dunklen  Schieferthonen  alterniren.
  Ihr  Streichen  ist  7—8  h,  ihr  Fallen  SW.  (Vergl.  den  betreffenden ­
  Durchschnitt.)
In  allen  möglichen  Richtungen  von  dem  erwähnten  Orte,  finden  wir
überall  dieselben  Schichten  mit  nämlichem  Fallen,  und  wir  werden  uns
somit  leicht  überzeugen  können,  daß  wir  es  hier  mit  einem  mächtigen  eocenen
Zug  zu  thun  haben,  der  von  SO.  gegen  NW.  streicht.
Es  ist  das  derselbe  Zug,  den  wir  schon  mehrere  Male  erwähnt  und
in  dem  wir  auf  der  Kurowska-göra  Nummuliten  gefunden  haben,  sein
eocenes  Alter  unterliegt  somit  nicht  dem  mindesten  Zweifel.
Weiter  südlich  davon,  in  der  Gegend  von  Nawojowa,  ändern  sich  die
Verhältnisse  nur  insoferne,  daß  auf  die  Stelle  der  soeben  beschriebenen
auch  massige  Sandsteine  erscheinen,  die  anfangs  mit  den  ersteren  alterniren,
später  ausschließlich  das  ganze  Terrain  einnehmen,  so  daß  das  eocene  Alter
auch  dieser  Schichten  nicht  zweifelhaft  sein  kann.
Ein  schönes  Profil,  das  diesen  ganzen  eocenen  Zug  verquert,  finden
wir  längs  der  Eisenbahn  zwischen  Neu-Sandez  und  Ptaszkowa.
Einige  Kilometer  hinter  Neu-Sandez,  im  Thale  des  Kamionka-Baches,
erblicken  wir  prächtige  Durchschnitte  der  Sandsteine,  die  wir  soeben  kennen
gelernt  und  unter  denen  besonders  der  massige  Sandstein  durch  sein  schönes
landschaftliches  Aussehen  in  die  Augen  fällt.

')  Es  ist  übrigens  bereits  von  Paul  und  Tietze  constatirt  worden  (Stud,  in
der  S.  d.  Karp.),  daß  diese  Schichten  dem  Eocen  angehören.
        <pb n="64" />
        Weiter  bei  der  Ortschaft  Kamionka-Wielka  hört  der  massige  Sandstein ­
  auf  und  es  erscheinen  großplattige,  feinkörnige  Sandsteine  mit  braunen
Schiefern,  in  denen  ein  Tunnel  angelegt  ist.
So  gelangen  wir  nun  bis  nach  Ptaszkowa,  wo  wir  die  geologischen
Verhältnisse  bereits  früher  kennen  gelernt.  Wir  wissen,  daß  beim  Bahnhöfe ­
  die  rothen  Thone  mit  den  Sandsteinen  alterniren,  daß  sie  nachher
beim  Wächterhause  Nr.  59  ausschließlich  dominiren,  und  eine  Antiklinale
älterer  Schichten  anfangen.
Auf  solche  Weise  haben  wir  nun  die  Verbindung  mit  dem  O.  hergestellt ­
  und  erkennen  daraus,  daß  dieser  ganze  Sandsteinzug  zwischen  Neu-Sandez
  und  Ptaszkowa  eigentlich  auf  den  rothen  Thonen  aufruht.
Ueber  die  Tektonik  dieses  Zuges  läßt  sich  nicht  viel  sagen.  Wir  haben
da  mehrere  parallele  fast  ganz  regelmäßige  Falten,  die  an  der  Grenze  des
Dunajec-  Thales  mit  einer  Synklinale  endigen.  Wenn  auch  in  unserem
Profil  (Nr.  5)  sämmtliche  eocene  Schichten  bis  Bobköw  in  einer  und  derselben ­
  Richtung  fallen,  so  darf  man  nicht  glauben,  daß  dieselben  etwa  sammt
und  sonders  die  Hälfte  einer  einzigen  Falte  bilden,  —  im  Gegentheil  —
diese  Erscheinung  hat  ihren  Grund  in  der  schiefen  NO.-Neigung  der  Falten,
so  daß  dadurch  beide  Flügel  jeder  Falte  in  einer  und  derselben  Richtung
fallen.
Wenn  wir  uns  von  Neu-Sandez  mit  der  Poststraße  gegen  N.
in  der  Richtung  nach  Zbyszyce  begeben,  so  finden  wir  hinter  Zabctcze
folgendes.
Unweit  von  der  Ortschaft  Wielopole  sieht  man  in  einem  Quereinschnitt ­
  unmittelbar  hinter  und  unter  bcm  eocenen  Sandsteine  die  rothen
Thone,  weiter  die  strzolkaartigen  Gesteine  und  andere  Felsarten  der
Ropianka-Schichtcn  in  einer  ziemlich  schwachen  Entwicklung.  Es  ist  das
ein  kleiner  und  sehr  isolirtcr  Aufbruch  älterer  Schichten,  denn  dieselben
verschwinden  bald  unter  dem  eocenen  Sandstein.  Ihre  Lagerung  ist  sehr
complicirt  und  gestört  und  dabei  wegen  Mangel  an  Aufschlüssen  wenig
sichtbar.  Die  rothen  Thone  fallen  in  der  südlichen  Partie  concordant
unter  die  eocenen  Sandsteine  ein,  in  der  nördlichen  aber  gegen  NO.,  so  daß
wir  es  hier  wahrscheinlich  mit  einem  kleinen  Sattel  zu  thun  haben  (cf.
das  Profil).
Hinter  den  rothen  Thonen  erstreckt  sich  gegen  WNW.  eine  Menilit-Schiefermulde
  —  als  eine  Fortsetzung  des  Menilitschieferzuges:  Gryb«&amp;gt;w-Mogilno-Koniuszowa,
  —  endlich  der  große  Aufbruch  älterer  Schichten:
Stara-Wieä-Mogilno-Librantowa  rc.  Die  beiden  letzteren  Züge  sind  uns
bereits  zur  Genüge  bekannt.
Wir  wollen  noch  hinzufügen,  daß  der  Gryböwer  Menilit-Schieferzug
sich  bei  Wielopole  stark  erweitert,  so  daß  er  mit  seinem  südlichen  Theile
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        59

den  Aufbruch  der  Ropianka-Schichten  zu  umfassen  scheint.  Aus  diesem
Grunde  sehen  wir  in  dem  Wielopole-Bach  (von  unten  hinauf)  zuerst  Menilit-Schiefer,
  dann  rothe  Thone  und  die  Ropianka-Schichten,  hernach  wieder
die  Menilit-Schiefer,  so  daß  es  den  Anschein  hat  als  waren  hier
zwei  Menilitschieferzüge  vorhanden,  während  thatsächlich  nur  ein  einziger
existirt.
Dieser  Menilit-Schieferzug  wird  durch  das  Dunajec-Thal  abgeschnitten,
man  sieht  nur  noch  ein  kleines  Bruchstück  davon  auf  dem  erwähnten  Vorsprung ­
  Kurowska-góra.  Seine  weitere  Fortsetzung  werden  wir  bei  der
Beschreibung  der  Gegend  von  Kltzczany  kennen  lernen.
Noch  weiter  gegen  N.,  in  dem  Punkte  wo  die  Poststraße  bergauf
steigt,  erblicken  wir  unsere  eocenen  Sandsteine,  in  denen,  wie  bereits  mehrmals ­
  erwähnt,  Nummuliten  vorkommen,  hernach  verqueren  wir  den  Librantower
  Ropianka-Zug.  Sowohl  das  Eocen,  als  auch  die  Kreide  zeigen
hier  eine  große  Unregelmäßigkeit  in  der  Lagerung,  was  in  der  unmittelbaren ­
  Nachbarschaft  von  Menilit-Schiefcrn  und  der  Ropianka-Schichten
seinen  Grund  zu  haben  scheint,  denn  wir  wissen,  daß  das  Auftreten  dieser
beiden  Horizonte  mit  einer  großen  Unregelmäßigkeit  in  der  Lagerung  verbunden ­
  ist.
Endlich  verqueren  wir  bei  Zbyszyce  noch  einmal  das  Eocen,  später
den  Swihgociner  Menilit-Schieferzug  und  gelangen  zuletzt  in  das  große
eocene  Sandsteingebiet,  das  unsere  Gegend  von  N.  begrenzt.
3.  Die  Umgebung  von  Neu  Sande;  auf  der  linken  Seite  des
Dunafec-  Flusses.
Westlich  von'Neu-Sandez  verlassen  wir  bald  das  alluviale  Thal  und
gelangen  auf  der  Limanower  Poststraße  bei  Biczyce  in  das  Gebirge.
Während  wir  östlich  von  Neu-Sandez  nur  eocene  Sandsteine  beobachteten,
finden  wir  hier  einen  mächtigen  Aufbruch  älterer  Schichten.
In  der  ganzen  Umgebung  von  Biczyce  treten  große  Massen  rother
Thone  und  darunter  die  Ropianka-Schichten  zu  Tage.  Die  Wände  des
tiefen  Einschnittes  des  Pruska  Baches  sind  ganz  aus  diesen  Schichten  zusammengesetzt. ­
  Wie  überall  sonst  bei  den  älteren  Schichten,  so  ist  auch
hier  die  Lagerung  sehr  gestört,  doch  kann  man  im  Großen  und  Ganzen
ein  Streichen  9—10  h  und  einen  Sattel  constatiren.
Die  rothen  Thone  reichen  hoch  hinauf,  man  sieht  sie  auf  dem  Cietrzewina
  Berg  zu  beiden  Seiten  der  Limanower  Poststraße,  sie  ziehen  sich
ununterbrochen  in  einem  breiten  Zug  weit  gegen  W.,  während  das  Liegende
derselben,  d.  i.  die  Ropianka-Schichten  bald  verschwinden  und  erst  weiter
bei  Pryszowa  anstehend  sind.
        <pb n="66" />
        60

Ueber  die  petrographische  Beschaffenheit  dieser  Schichten  läßt  sich  nicht
viel  sagen,  es  sind  das  die  bekannten  krummschaligen  grünlichgrauen  Sandsteinschiefer.
  Auffallend  ist  da  der  Mangel  an  naphtaführenden  Sandsteinen, ­
  überhaupt  Naphtaspuren.  Die  rothen  Thone  enthalten  als
Zwischenlage  den  glasigen  Sandstein,  es  ist  uns  jedoch  nicht  gelungen,  die
nummulitenführenden  Schichten  hier  aufzufinden.
Zu  beiden  Seiten  dieses  Aufbruches  sieht  man  sowohl  auf  dem
Chekmecki-Berg,  als  auch  auf  der  sog.  Dgbrowa  den  plattigen  eocenen
Sandstein,  der  mit  seinem  Liegenden  concordant  gelagert  ist.  Wenn  wir
nun  mit  dem  Laufe  des  Dunajec-Flnffes  längs  des  Abhanges  des  Chekmecki-Berges
  gegen  Rdziostów  schreiten,  erhalten  wir  folgenden  Durchschnitt. ­

Hinter  Biczyce  hören  die  eocenen  Sandsteine  auf  und  es  erscheinen
als  das  Liegende  derselben  die  rothen  Thone  mit  dem  SW.-Fallen.
NO.  davon  erblicken  wir  unter  ihnen  eine  große  Wand  von  dünngeschichteten, ­
  gelblich-braunen,  schiefrigen,  glimmerreichen  Sandsteinen  mit
kleinen  Hieroglyphen  und  undeutlichen  Fucoiden.  Ihre  Lagerung  ist  mit
dem  des  Hangenden  d.  i.  der  rothen  Thone  ganz  concordant.
Noch  weiter  gegen  Rdziostów  finden  wir  in  einer  tiefen  Schlucht  die
echten  unteren  Ropianka-Schichten,  die  das  Liegende  der  soeben  erwähnten
gelblich-braunen  schiefrigen  Sandsteine  bilden.
Wenn  wir  aber  in  derselben  Richtung  das  Profil  weiter  verfolgen,
so  erblicken  wir  bald  dieselben  braunen  Sandsteine  mit  demselben  Streichen,
aber  mit  einem  entgegengesetzten  d.  i.  NO.-Fallen.
Es  ist  also  evident,  daß  wir  cs  hier  mit  einer  typischen  Antiklinale
zu  thun  haben.  Zuunterst  werden  die  strzolkaartigen  Gesteine  emporgepreßt, ­
  darauf  kommen  die  braunen  schiefrigen  Sandsteine  dachförmig  zu
liegen,  noch  höher  erscheinen  die  rothen  Thone,  bis  endlich  die  eocenen
Sandsteine  das  Hangende  der  ganzen  Antiklinale  bilden.
Wenn  wir  uns  noch  weiter  in  derselben  Richtung  bis  an  den  Dunajec-Fluß
  begeben,  so  bekommen  wir  die  Bestätigung  unserer  Ansicht,  wir  sehen
nämlich  die  rothen  Thone  mit  eocenen  Sandsteinen  als  den  äußersten  nördlichen ­
  Flügel  unserer  Antiklinale.
In  diesem  Profil  ist  der  Umstand  auffallend,  daß  die  braunen  schiefrigen ­
  Sandsteine  sich  hier  zwischen  die  rothen  Thone  und  die  strzolkaartigen
Gesteine  einschieben,  während  wir  sonst  überall  die  beiden  letzteren  Schicht
gruppen  in  einem  engen  und  unmittelbaren  Zusammenhange  beobachteten.
Es  scheint  jedoch,  daß  diese  Zwischenlage  nichts  anderes  ist,  als  eine
locale  Entwicklung  der  Ropianka-Schichten.
Diese  ganze  Aufbruchswelle  wendet  sich  gegen  NW.,  nach  Klyczanv,
Chomranice  u.  s.  w.,  worauf  wir  bald  zurückkommen.
        <pb n="67" />
        61

Hinter  Rdziostów  gelangen  wir  nach  den  eocenen  Sandsteinen  zu
Menilit-Schiefern,  die  in  einer  steilen  Wand  am  Dunajec-Fluß  anstehen
und  die  nichts  anderes  sind,  als  die  Fortsetzung  jenes  Zuges  von  Wielopole,
Wielogtowy  u.  s.  w.
4.  Die  ìlmgebung  von  fílçqamj.
Das  Terrain  vonKl^czany  ist  sowohl  bergmännisch  als  auch  geologisch
sehr  interessant,  denn  erstens  ist  der  hiesige  Naphtabergbau  der  westlichste
in  den  Karpathen,  und  zweitens  sind  die  Lagerungsverhältnisse  der  Schichten
äußerst  complicirt.
In  Folge  des  letzteren  Umstandes  halten  wir  es  für  angezeigt,  der
leichteren  Uebersicht  halber  zuerst  einzelne  Profile  in  verschiedenen  Richtungen ­
  darzustellen,  und  erst  später  unsere  Ansichten  über  den  Bau  der  ganzen
Gegend  klarzulegen.
a.  Das  Smolnik-Thal  zwischen  seiner  Mündung  und  dem  Khczaner
Meierhofe,  ferner  das  Thal  des  Bierzwicki-Baches  und  die  Profile
gegen  S.
Das  breite  Erosions-Thal  des  Tunajec-Flusses  vereinigt  sich  bei
Marcinkowice  mit  dem  Smolnik-Thale  und  zeigt  große  Schottcrmassen,
die  sich  einige  Kilometer  weit  in  das  letztere  Thal  —  überall  von  der  Erle
und  Weide  überwuchert  —  hineincrstrecken.
Zu  beiden  Seiten  dieses  Thales  erheben  sich  ziemlich  steile  Bergrücken,
die  in  ihren  unteren  Partieen  aus  Menilit-Schiefern  bestehen.
Wo  nur  eine  Schlucht  oder  eine  Wand  uns  den  Einblick  in  den  Bau
des  Gebirges  gestattet,  sieht  man  überall  kaffeebraune  Schiefer  mit  Fischresten
  und  Hornsteinen.  Ihre  Lagerung  ist  äußerst  gestört,  das  Streichen
und  das  Fallen  wechselt  alle  Augenblicke.
Oberhalb  der  Wohnung  des  Herrn  Fauk  am  Fuße  des  Rozdziele  Berges
befindet  sich  ein  Stollen,  in  dem  die  Menilit-Schiefer  zuerst  das  Streichen
9  h  bei  südlichen  später  aber  12  h  S.  bei  westlichen  Einfallen  zeigen.
Unweit  davon  befindet  sich  ein  Schacht,  der  schon  während  unserer
Anwesenheit  in  kaum  einiger  Meter  Tiefe,  dickflüssiges,  thceriges  Oel,  allerdings ­
  in  geringen  Quantitäten  lieferte.
Auf  der  Halde  des  Schachtes  und  des  Stollens  sieht  man  außer  den
Schiefern  auch  poröse  Sandsteine,  die  wahrscheinlich  die  Lagerstätte  des
Petroleums  bilden.
Außerdenl  sieht  man  auf  der  linken  Seite  des  Smolnik  Baches  auf  dem
Bergabhange  oberhalb  Kltzczany  einige  (jetzt  aufgelassene)  Schächte,  deren
Halden  ausschließlich  aus  den  Menilit-Schiefern  bestehen.  Erst  bei  Chomŗanice
  zeigen  sich  im  Bachthale  auch  die  rothen  Thone,  worauf  wir  bald
zu  sprechen  kommen.
        <pb n="68" />
        62

Aehnlich  sieht  man  auch  auf  der  rechten  Seite  des  Smolnikbaches  bis
zu  der  Mündung  des  Bierzwicki-Baches  nur  Menilit-Schiefer.
Wenn  wir  in  irgend  einem  Einschnitte  zwischen  Marcinkowice  und
Kleczany  (auf  der  rechten  Seite  des  Baches)  einen  Durchschnitt  gegen  S.
machen,  so  finden  wir  Folgendes.
Zuunterst  —  wie  gesagt  —  Menilit-Schiefer  mit  dem  Streichen  h  12
bei  westlichen  Einfallen  hernach  ändert  sich  die  Richtung  gegen  7  li.  Die
Menilit-Schiefer  reichen  sehr  hoch  hinauf,  man  sieht  im  Walde  auf  der
Flur:  „Pod  Drzykowg"  einige  Halden  alter  Schachte,  die  ganz  und  gar
ans  den  kaffeebraunen  Schiefern  bestehen.
Oberhalb  der  Menilite  erscheint  eine  kleine  Partie  von  Sandsteinen
(wahrscheinlich  Eocen),  und  unmittelbar  darauf  zeigen  sich  die  rothen  Thone,
so  daß  der  Uebergang  von  den  Meniliten  zum  letzteren  Horizonte  sehr  plötzlich ­
  ist.  Die  rothen  Thone  besitzen  eine  geringe  Mächtigkeit  und  fallen
gegen  NE.
Darauf  folgt  ein  ziemlich  breiter  Zug  von  Ropianka-Schichten.  Die
strzolkaartigen  Gesteine  sind  hier  selten,  dafür  sieht  man  mächtige  Bänke
eines  gelblichen,  grobkörnigen  zerklüfteten  Sandsteines,  der  schöne  Naphta-Ausbisse
  zeigt.
Es  genügt,  das  Bachbett  mit  einem  Stock  zu  beriihren,  um  große
Oeltropfen  auf  der  Wasseroberfläche  zu  bekommen.
Aehnlich  wie  die  Menilit-Schiefer  im  Smolnik-Thale  die  Fortsetzung
der  Menilite  von  Rdziostáw  bilden,  so  ist  auch  der  ganze  soeben  erwähnte
Ropianka-Zug  die  Fortsetzung  des  Aufbruches,  den  wir  auf  der  nördlichen
Seite  des  Chelmecki-Berges  kennen  gelernt  haben.  Wir  finden  hier  auch
ganz  analoge  Lagerungsverhältnisse,  nämlich  einen  breiten  Sattel.
Wir  können  nicht  umhin  die  Bergbauunternehmer  auf  diesen
Punkt  aufmerksam  zu  machen,  beim  wohl  die  mächtige  Entwickelung  des
ölführenden  Sandsteines,  als  auch  die  Anwesenheit  einer  Antiklinale
scheinen  die  Hoffnung  auf  günstige  Naphta-Exploation  zu  berechtigen.
Noch  höher  kommen  wir  auf  eocene  Sandsteine,  wobei  bemerkt
werden  muß,  daß  die  rothen  Thone,  die  den  llcbergang  herstellen,
sehr  schwach  entwickelt  sind.  Daß  auf  der  anderen  Seite  des  Cietrzewina-Berges
  abermals  die  rothen  Thone  und  die  Ropianka-Schichten  auftreten, ­
  ist  uns  bereits  bekannt.
Kehren  wir  jetzt  in  das  Smolnik-Thal  zurück,  und  betrachten  die
Verhältnisse  von  der  Mündung  des  Bierzwicki-Baches  bis  zu  dem  Punkte,
wo  der  Kltzczaner  Bergbau  gelegen  ist.
Sowohl  an  der  Mündung  dieses  Baches,  als  auch  überall  oberhalb
sieht  man  nur  Menilit-Schiefer,  die  jeden  Augenblick  ihr  Streichen  und
Fallen  ändern.
        <pb n="69" />
        63

Weiter  oben  erscheint  eine  Seitenschlucht,  längs  der  der  Naphta-Bergbau
  gelegen  ist.  Durch  diese  Schlucht  geht  die  Grenze  zwischen  den
Menilit-Schiefern  und  den  Ropianka-Schichten.  Ter  Uebergang  ist  so
plötzlich,  daß  die  Anwesenheit  einer  Verwerfung  sehr  wahrscheinlich  ist.
Längs  des  Baches,  der  das  Bergbauterrain  westlich  begrenzt,  kann
man  die  Ropianka-Schichten  weit  hinauf  verfolgen.  Am  Bierzwicki-Bache
hingegen  erscheinen  bald  hinter  der  Strzolka  große  Massen  von  rothen
Thonen,  die  sich  weit  bis  hinter  Krasne-potoke  hinziehen,  und  auf  diese
Weise  mit  dem  Cietrzewiner  Zuge  vereinigen.
Was  den  Bergbau  selbst  anbelangt,  so  liegt  derselbe  auf  der  Grenze
von  Menilit-Schiefern  und  Ropianka-Schichten.  Leider  kann  man  hier
keine  ausführlichen  Untersuchungen  anstellen,  da  hier  hauptsächlich  nicht
gegraben,  sondern  gebohrt  wird,  doch  läßt  sich  im  Großen  und  Ganzen
folgendes  constatiren.
Die  überwiegende  Mehrzahl  der  Bohrungen  befindet  sich  in  den
Menilit-Schiefern,  die  abgesehen  von  zahlreichen  Unregelmäßigkeiten
h  10  streichen  und  gegen  NON.  fallen.  Demzufolge  durchteufen  die
Bohrungen  in  verschiedener  Tiefe  (50—200  m)  die  Menilit-Schiefer  und
erreichen  das  Liegende  d.  i.  die  Ropianka-Schichten  (denn  die  rothen  Thone
und  das  übrige  Eocen  sind  hier,  wie  bereits  erwähnt,  nur  unbedeutend
entwickelt),  und  zwar  den  nördlichen  Flügel  ihrer  Antiklinale,  die  sich
bekanntermaßen  von  Rdziostów  über  Drzykowa  bis  zum  Bergbauterrain
erstreckt.
In  dem  Maße,  wie  oft  eine  Bohrung  in  diesen  Ropianka-Schichten
ölführende  Sandsteine  antrifft,  erhält  sie  ein  oder  mehrere  Male  Naphta.
Es  ist  selbstverständlich,  daß  der  Uebergang  einer  Formation  zu  der
andere»  nicht  überall  regelmäßig  ist,  so  daß  auf  diese  Weise  einige  Bohrungen
mehrere  hundert  Meter  nur  die  Menilit-Schiefer  durchteufen  ohne  das
Liegende  derselben  zu  erreichen.
Tie  beigegebene  schematische  Skizze  veranschaulicht  das  Gesagte.
        <pb n="70" />
        64

Daß  unsere  Ansicht  über  diese  Verhältnisse  sehr  wahrscheinlich  ist,
beweist  folgende  Auseinandersetzung.
In  dem  Bergbanterrain  zeigen  sowohl  die  Menilit-Schiefer  als
auch  die  Ropianka  -  Schichten  ein  Fallen  gegen  NON.  Unsere  letztere
Beobachtung  erhält  einen  höheren  Grad  von  Wahrscheinlichkeit,  wenn  wir
bedenken,  daß  wir  es  hier  mit  der  Fortsetzung  des  nördlichen  Flügels  des
Sattels  von  Rdziostów  zu  thun  haben,  wo  doch  das  Fallen  ganz  deutlich
sowohl  am  Dunajec-Flusse,  als  auch  im  Walde  bei  Trzykowa  nordwestlich ­
  war.
Unser  Profil  Nr.  6,  das  doch  die  unmittelbare  Fortsetzung  dieses
Zuges  durchschneidet,  zeigt  die  nämlichen  Verhältnisse,  d.  i.  das  Fallen  der
Ropianka-Schichten  gegen  NO.  unter  die  Menilit-Schiefer.
Sämmtliche  Bohrungen,  die  in  den  Menilit-Schiefern  angelegt  sind,
sind  sehr  reich  an  Gasexhalationen,  einige  sogar  in  solcher  Menge,  daß
von  Zeit  zu  Zeit  eine  förmliche  Eruption  eintritt,  indem  durch  die  Expansion ­
  der  Gase  die  ganze  Wassersäule  des  Bohrloches  mit  dem  Schlamme
herausgeschleudert  wird.  Dieser  Gasreichthum  beschränkt  sich  jedoch  in
unserem  Terrain  keineswegs  auf  die  Menilit-Schiefer  allein,  er  ist  allen
bituminösen  Schiefern  gemein.
Der  praktische  Rath,  den  ein  Geolog  diesem  Bergbau  ertheilen  kann,
ist,  daß  man  soviel  als  möglich  sich  von  den  Menilit-Schiefern  entfernen,
und  bergauf  in  das  Gebiet  der  Ropianka-Schichten  begeben  soll.  Es  ist
jedoch  keineswegs  rathsam  die  Menilit-Schiefer  ganz  zu  verlassen,  da  man
hernach  die  Ropianka-Schichten  zu  seicht  treffen  würde,  und  die  Erfahrung
lehrt,  daß  nur  dann  das  Resultat  günstiger  ist,  wenn  die  ölführenden
Schichten  ziemlich  tief  durchteuft  werden.  Anderseits  aber  ist  cs  sehr
gefährlich  sich  bergab  gegen  das  Smolnik-Thal  zu  begeben,  da  man  auf
diese  Weise  mit  einer  zu  großen  Mächtigkeit  der  Menilit-Schiefer,  die
keine  größeren  Oelmengen  enthalten,  kämpfen  müßte.
Wenn  wir  jetzt  den  Bergbau  verlassen,  und  uns  auf  die  andere
Seite  des  Bierzwicki-Baches  auf  den  sog.  Krasinski-Berg  oberhalb  der
Wola-marcinkowska  begeben,  so  erblicken  wir  im  Hangenden  der  rothen  Thone
weiche,  grobkörnige  Sandsteine,  die  stellenweise  zahlreiche,  jedoch  schlecht
erhaltene  Nummuliten  führen.  Es  ist  also  zweifellos,  daß  diese  Partie
dem  Eocen  angehört.  Dieser  ganze  Hügel  bildet  die  Fortsetzung  des
Chelmecki-Berges  und  ist  von  ihm  durch  den  Bierzwicki-Berg  getrennt,
so  daß  die  bei  den  eocenen  Massen  zwei  isolirte  Kuppen  bilden,  von
denen  die  zweite  d.  i.  jene  des  Krasinski-Berges  sich  weiter  westwärts
hinzieht,  und  von  unserem  Profil  Nr.  6  durchschnitten  wird.
Diese  Schichten  streichen  gegen  9  h  SE.,  so  daß  diese  Lagcrungsweise
  mit  der  der  rothen  Thone  im  Bachthale  übereinstimmt.  Aber  auch
        <pb n="71" />
        65

im  nördlichen  Theile  dieser  nummulitenführenden  Sandsteine  sieht  man
dasselbe  Fallen,  später  aber  einen  neuen  Aufbruch  der  rothen  Thone  und
der  Ropianka-Schichten,  die  wieder  gegen  NO.  fallen,  so  daß  die  älteren
Schichten  scheinbar  auf  den  jüngeren  zu  liegen  kommen.  Demzufolge
muß  man  annehmen,  daß  die  eoccnen  Schichten  hier  eine  Mulde  bilden,
die  concordant  der  unterirdischen  Synklinale  älterer  Schichten  ausruhen.
(Vgl.  das  Profil  Nr.  6.)
Ob  wir  hier  thatsächlich  nur  mit  einer  einzigen  Synklinale,  oder  mit
einer  Falte  oder  endlich  vielleicht  mit  einem  ganzen  System  von  kleinen
Falten  zu  thun  haben,  das  läßt  sich  nicht  entscheiden,  da  der  ganze  Zug
mit  einer  üppigen  Vegetation  bedeckt  ist  und  keine  Aufschlüsse  zeigt.
d)  Die  Gegend  nördlich  vom  Smolnik  -  Thale  und  westlich  von
Kltzczany.
Kehren  wir  jetzt  an  den  Dunajec-Fluß  zurück,  und  begeben  wir  uns
auf  der  linken  Seite  desselben  in  der  Richtung  nach  Bialowoda-polska
und  Tygoborze.  Wir  bewegen  uns  hier  in  einer  Verengung  des  ErosionsThales, ­
  das  die  Bergrücken  quer  durchschneidet.
Anfangs  sehen  wir  die  Fortsetzung  jener  Menilit-Schiefer,  die  wir
in  der  Nähe  der  Wohnung  des  Herrn  Fauck,  im  Stollen  u.  s.  w.  kennen
gelernt  haben.  Nördlich  davon  erlangen  jedoch  dieselben  eine  eigenthümliche ­
  petrographische  Facies,  die  wir  sonst  nirgends  in  unserem  ganzen
Terrain  beobachteten.
Es  sind  das  dunkle,  fast  schwarze  bituminöse  Schiefer,  und  ebensolche ­
  Sandsteine  mit  weißen  Kalkspathadern,  die  fast  an  die  strzolkaartigen
  Gesteine  erinnern.  Die  Zugehörigkeit  dieser  Schichten  zu  den  Meniliten
  scheint  außer  jedem  Zweifel  zu  sein,  da  dieselben  mit  echten  kaffeebraunen ­
  Menilit-Schiefern  alterniren,  welche  Meletta-Schuppen  enthalten.
Ihre  Lagerung  ist  sehr  gestört,  es  überwiegt  jedoch  im  Großen  und
Ganzen  Str.  12  h  F:  W.
Seitwärts  ergießt  sich  vom  Rozdziele  Berg  ein  kleiner  Bach,  der  in
einer  tiefen  Schlucht  fließt.  Man  beobachtet  hier  bis  zu  einer  beträchtlichen ­
  Höhe  nur  Menilit-Schiefer,  die  in  den  oberen  Lagen  ein  constantes
W.-Fallen-Streichen  in  hora  12  zeigen.
íciã  Hangende  derselben  bildet  ein  feinkörniger  glimmerreicher
Sandstein,  von  dem  wir  nicht  entscheiden  können,  ob  er  noch  zu  Oligocen
oder  vielleicht  zu  einem  noch  jüngeren  Horizonte  gehört.  Er  bildet
den  landschaftlich  schönen  Gipfel  von  Rozdziele,  und  zieht  sich  weiter  gegen
den  Helm-Berg  hin.
Am  Tunajec-Flusse,  in  der  Nähe  der  Ueberfuhr,  unweit  von  Bialowoda
  endigen  die  Menilit-Schiefer,  und  es  folgen  eocene  Sandsteine,  die
ähnlich  wie  die  ersteren  von  der  rechten  Seite  des  Flusses  herüberstreichen.
Das  Petroleumgcbiet.  5
        <pb n="72" />
        66

Wenn  mit  ima  nun  weft#  Gomm^aner  mielose  ben'6moínif
Bach  hinauf  gegen  Chomranice  bewegen,  so  finden  wir  sehr  mteressante
Ņ^Die  Menilit-Schiefer,  die  sich  mehr  nordwärts  wenden,  verlassen  die
bei  er  immer  das  Liegende  der  echten  Strzolka  bildet.
Wir  machen  auf  dieses  Vorkommen  aufmerksam,  da  wir  sonst  überall
in  unserem  Terrain  abgesehen  von  den  Klippenkalken  nur  die  strzolkaartiqen
  Gesteine  als  das  tiefste  Glied  aller  Formationen  ,n  den  Westkarpathrn
'ŞWZDMdung
  nicht  zulassen.  Es  ist  leicht  möglich,  daß  diese  Sandsteine  nur  um
ĢMMin  Sn.itn
(teine  in  ein«  mächtigen  Entwickelung,  in  denen  w,r  etntflc  J'weeramen
*sjs5  its»“«««.  »—
KÄtW.VÄ»“
—AzaL.........  ««*.■»  ».
echte  Strzolka  mit  dem  Streichen  12  h.  Ansang«  altermrt  sie  NN.
Gesteinen  de«  Liegenden,  zeigt  sich  jedoch  später  atta  ohne  dieselben,  b.«
sie  endlich  unter  die  rothen  Thone  einfallt.
Die  letzteren  steigen  sehr  hoch  hinauf  und  zeigen  sich  unter  dem
Gipfel  des  Rückens,  der  das  Smolnik-Thal  vom  Thale  der  Zawadka  trennt.
In  ihrem  Hangenden  erscheinen  eocene  Sandsteine,  jedoch  so  schwach
entwickelt,  daß  wir  sie  auf  unserer  geologischen  Karte  gar  nicht  berück-^
  Unmittelbar  hinter  denselben  kommt  der  Menilit-Schieferzug  zum
        <pb n="73" />
        67

Vorschein,  den  wir  im  Smolnik-Thale  bei  Kl^czany  verlassen  haben,
und  der  die  Spitze  des  Rückens  einnimmt.  Auffallend  ist  der  Umstand,
daß  derselbe  sich  hier  nordwärts  wendet,  eine  Tendenz,  die  merkwürdiger
Weise  sich  ziemlich  oft  bei  den  Menilit-Schiefern  unseres  Terrains
wiederholt.
Analog  zu  den  Verhältnissen  in  Rozdziele,  haben  wir  auch  hier  über  den
Meniliten  „jüngere  Sandsteine",  die  sich  noch  weiter  gegen  W.  erstrecken,
während  die  ersteren  bald  unter  denselben  verschwinden.
Auf  der  anderen  Seite  des  Bergrückens  finden  wir  Aehnliches,  doch
in  umgekehrter  Reihenfolge.
Nur  die  Menilit-Schiefer  allein  scheinen  hier  zu  fehlen,  denn  unmittelbar ­
  unter  den  jüngeren  Sandsteinen  erscheinen  die  rothen  Thone  mit
entgegengesetztem  Fallen  d.  i.  SW.
Da  sie  sich  unmittelbar  an  jüngere  Sandsteine  anlehnen,  so  scheint
es,  daß  wir  da  eine  Verwerfung  vor  uns  haben;  doch  läßt  es  sich  nicht
läugnen,  daß  auch  andere  Thatsachen,  wie  z.  B.  das  Auskeilen  der
Schichten  u.  s.  w.  diese  Erscheinung  bedingen  können.  (Val.  das
Profil  Nr.  6.)
Unter  den  rothen  Thonen  sind  strzolkaartige  Schichten  (Str.  3  h
g.  W.)  anstehend,  die  das  Liegende  der  eisenschüssigen  Sandsteine  bilden.
Letztere  nehmen  die  Thalsohle  ein  und  zeigen  eine  sehr  gestörte
Lagerung.
Wenn  wir  uns  weiter  nach  Ttzgoborze  begeben,  so  gelangen  wir  nochmals ­
  auf  die  rothen  Thone.  Es  ist  somit  sehr  wahrscheinlich,  daß  alle
Schichten  oberhalb  Zawadka  einen  Sattel  bilden,  der  möglicherweise  mit
der  Kltzczaner  Antiklinale  correspondirt.
Bei  Ttzgoborze  erscheinen  die  großplattigen  eocenen  Sandsteine,  die
wir  bei  Biakowoda  kennen  gelernt.
Um  unser  Gebiet  in  dieser  Richtung  abzuschließen,  müssen  wir  noch
weiter  nördlich  unser  Profil  fortsetzen.
An  der  Ehaussee  zwischen  Ttzgoborze  und  Jakubkowice  in  dem  Punkte,
wo  dieselbe  bergauf  steigt,  zeigen  sich  die  Menilit-Schiefer.  Es  ist  das
zweifellos  die  Fortsetzung  des  Switzgociner-Zuges,  wie  das  schon  ein  Blick
auf  die  geologische  Karte  bestätigt.  Er  erlangt  hier  eine  beträchtliche
Ausbildung  und  erscheint  besonders  schön  entwickelt  am  Lososina-Fluß,  wo
er  ganze  Wände  aufbaut  und  gegen  11  h  streicht.
Auffallend  ist  der  Umstand,  daß  hinter  diesem  Zug  unweit  der  Chauffee
die  rothen  Thone  zu  Tage  treten.  Sie  sind  jedoch  so  schwach  entwickelt,
daß  wir  dieses  Vorkommen  auf  der  geologischen  Karte  nicht  berücksichtigen
konnten.
Das  weitere  Gebiet  gehört  dem  Eocen  an,  das  dadurch  ausgezeichnet
5*
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        68

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        69

correspondirendeii  Richtung  der  anderen  Seite  in  der  Gegend  von  Kamionka,
  Nawojowa  rc.  weder  die  Ropianka-Schichten,  noch  die  rothen
Thone  zu  Tage  treten.
Man  könnte  wohl  annehmen,  daß  der  ganze  Aufbruch  erst  bei  Biczyce
  seinen  Anfang  nimmt,  doch  diese  Annahme  wird  sehr  unwahrscheinlich, ­
  wenn  wir  die  beträchtliche  Mächtigkeit  des  Aufbruches  gleich  in
seinem  vermeintlichen  Anfang  berücksichtigen.  Wir  sind  aber  gewohnt,
überall  in  den  Westkarpathen  zu  beobachten,  daß  der  Aufbruch  älterer
Schichten  mit  bescheidenen  Dimensionen  beginnt,  und  erst  weiter  in  der
Streichungsrichtung  mächtiger  wird.
Diese  Erscheinung  scheint  vielmehr  darauf  hinzuweisen,  daß  wir
«s  hier  mit  einer  localen  Störung  im  Gebirgsbaue  der  Karpathen  zu
thun  haben.

5.  Die  Umgebung  von  Limaiiowa.
Westlich  von  Kltzczany  wiederholt  sich  Alles  als  eine  unmittelbare
Fortsetzung  der  Verhältnisse,  die  wir  in  dem  unteren  Lauf  des  Smolnik-Baches
  beobachteten.
Am  Wege  nach  Macina  sieht  man  noch  immer  die  Ropianka-Schichten
und  die  rothen  Thone  in  der  Verlängerung  des  Klyczaner  Aufbruches.
Auch  die  Naphtaspuren  fehlen  hier  nicht,  sie  waren  Veranlassung  einiger
Probeschächte,  die  hier  angelegt  wurden,  so  z.  B.  in  Macina  auf  der
Flur  Dtzbina  am  Smolnik-Bache  230  m  tief,  in  Pisarzowa  am  Zadziele
fast  von  derselben  Tiefe,  —  jedoch  Alles  resultatlos.
In  Pisarzowa  sieht  man  an  der  Straße  Mcnilit-Schiefer,  die  hier
eine  sehr  unregelmäßige  Lagerung  aufweisen  und  eine  nördliche  Richtung
annehmen.  Sie  verschwinden  bald  unter  den  jüngeren  Sandsteinen  des
Satasz-  und  Ostra-Berges,  welche  Sandsteine  nichts  anderes  sind,  als  die
Fortsetzung  der  Schichten  vom  Rozdziele-  und  Cheim  Berg.
Um  den  Bau  dieser  ganzen  Gegend  zu  verstehen,  wird  es  sehr  zweckmäßig ­
  sein,  einige  Profile  in  verschiedenen  Punkten!  quer  auf  die  Streichungsrichtung ­
  darzustellen.
Im  östlichen  Theile  dieses  Terrains  eignet  sich  dazu  in  ausgezeichneter ­
  Weise  das  Thal  des  Siomka-Baches,  der  unter  dem  Kanina-Berg
entspringt,  und  hernach  südwärts  über  Pryszowa,  Zagorow,  Swidnik
Naszcowice  bis  in  die  Nähe  von  Alt-Sandez  fließt,  wo  er  sich  in  den
Dunajec-Fluß  ergießt.
Am  Fuße  des  Kanina-Rückens  in  der  Gegend  von  Pryszowa  sieht
man  überall  Ropianka-Schichtenl  und  die  rothen  Thone  in  einer  mächtigen
Entwickelung.  Das  Streichen  dieser  Schichten,  die  die  Fortsetzung  des
        <pb n="76" />
        70

Cietrzewina-Zuges  bilden,  ist  in  9  h,  das  Fallen  anfangs  NO.,  weiter  südlich
aber  SW.  (Vgl.  das  Profil  Nr.  6.)
Alle  Felsarten  sind  hier  ganz  typisch  entwickelt,  die  rothen  Thone
enthalten  den  glasigen,  stellenweise  sogar  den  grünlichen  breccienartigen
nummulitenführenden  Sandstein,  die  strzolkaartigen  schichten  alterniren
  mit  einem  dickbänkigen  grobkörnigen  Sandstein  mit  Naphtaspuren,
obwohl  hier  noch  keine  Schürfungen  in  dieser  Beziehung  unternommen
wurden.
Dieser  ältere  Aufbruch  uimmt  gegen  W.  sowohl  an  Mächtigkeit,  als
auch  an  Ausdehnung  zu,  —  wir  werden  noch  Gelegenheit  haben,  denselben ­
  bei  Limanowa  kennen  zu  lernen.
Südlich  von  Pryszowa  bei  der  Ortschaft  Zagurów  verschwinden  diese
@c#ten  90##,  an  i^er  Stelle  erlernt  baë  Gocen  in  ber  pestait
plattiger  oder  massiger  Sandsteine,  so  sieht  man  z.  B.  bei  Zagur"w  auf
der  linken  Seite  des  Baches  große  Blöcke  den  Bergabhang  bedecken.  Alle
diese  Schichten  gehören  zweifellos  dem  Eocen  an,  da  sie  gegen  SW.  fallen,
also  concordant  den  rothen  Thone  ausruhen.
Noch  weiter  bachabwärts  bei  Swidnick  nehmen  die  Schichten  ein
sanfteres  Verflachen  an,  so  daß  sie  zuletzt  fast  horizontal  liegen,  —  und
werden  hier  von  einem  sehr  interessantem  Schichtencomplexe  überlagert.
Bei  Naszaeowiee  im  Sìomka-Thale  sieht  man  dunkle  schiefer,  die
fast  an  die  Menilit-Schiefer  erinnern,  und  die  das  Liegende  eines  dünngeschichteten ­
  bläulichen  Sandsteines  bilden.  Der  letztere  übergeht  gegen
oben  zu  in  Helle  mergelige  Thonschiefer  nnb  fällt  zusammen  mit  ihnen  mit
einer  schwachen  Neigung  gegen  W.
In  Podegrodzie  am  Dunajec-Thale  schalten  fich  m  diese  Schichten  auch
dunkle  Thone  ein,  die  dünne  Lignit-Lagen,  und  kleine  Braunkohlenflötze  enthalten. ­
  Man  hat  schon  mehrere  Male  diese  Brennstoffe  abzubauen  versucht, ­
  doch  scheint  es,  daß  dieselben  wegen  ihrer  geringen  Entwickelung
nicht  abbauwürdig  sind.
Was  das  Alter  dieser  Schichten  anbelangt,  so  läßt  sich  dasselbe
wegen  vollständigen  Mangels  an  Versteinerungen  nicht  näher  bestimmen.
Jedenfalls  haben  wir  hier  eine  ziemlich  junge  Bildung  vor  uns,  da
die  zweifellos  eocenen  Schichten  das  Liegende  derselben  bilden.  Doch  läßt
er  sich  nicht  entscheiden,  ob  wir  es  hier  mit  einer  localen  Facies  der  Menilit-Schiefer, ­
  oder  aber  vielleicht  mit  einem  nach  jüngeren  Horizonte  zu
thun  haben.
Sehr  lehrreich  ist  das  Profil  weiter  im  W.  unseres  Terrains,  das
südwestlich  von  Limanowa  beginnt,  und  sich  senkrecht  auf  die  Streichungsrichtung ­
  bis  zum  Lososina-Fluß  hinzieht.  (Vgl.  den  Durchschnitt  Nr.  7.)
In  der  Umgebung  von  Limanowa  sehen  wir  die  rothen  Thone  eine
        <pb n="77" />
        71

ungeheure  Entwicklung  erlangen.  Wir  gebrauchen  hier  —  wie  überall
sonst  —  den  bezeichnenden  Namen  „rother  Thone",  obwohl  darunter
eigentlich  ein  ganzes  System  von  Schichten  zu  verstehen  ist.  So  sieht
man  z.  B.  bei  Limanowa  braune  Thonschiefer,  kirschrothe  und  blaue
Thone  u.  s.  w.,  die  mit  einander  alterniren,  und  die  gegen  NO.  fallen,
wobei  sie  ganz  regelmäßig  h  8—9  streichen.
Südlich  davon  bei  der  Ortschaft  2ród1owka  erscheinen  die  strzolkaartigen
  Ropianka-Schichten  mit  deutlichen  Naphtaspuren.  Ihre  Lagerung
ist  ziemlich  gestört,  doch  sieht  man,  daß  auf  dem  nördlichen  Flügel  alles
gegen  NON.,  auf  dem  nördlichen  aber  gerade  entgegengesetzt  fällt.  Es
scheint  also,  daß  diese  Schichten  einen  Sattel  bilden,  eine  Annahme,  die
noch  wahrscheinlicher  wird,  wenn  wir  hervorheben,  daß  weiter  im  S.  bei
Stara  wieä  wieder  die  rothen  Thone  mit  einem  SWS.-Fallen  erscheinen,
worauf  die  eocenen  Sandsteine  folgen.  Es  ist  das  nun  die  Fortsetzung
des  Aufbruches,  den  wir  bei  Pryszowa  beobachteten.
Die  Aufschlüsse  in  dieser  Gegend  eignen  sich  in  Folge  der  starken
Entwickelung  der  Schichten  sehr  gut  zum  Studium  des  Verhältnisses  zwischen
den  rothen  Thonen  und  den  Ropianka-Schichten.
So  sieht  man  z.  B.  bei  2ród1owka  ganz  deutlich,  daß  die  strzolkaartigen
  Ropianka-Schichten  in  ihrem  Hangenden  ganz  allmählig  in  die
rothen  Thone  übergeben,  so  daß  anfangs  beide  Felsarten  alterniren,  bis
endlich  die  letzteren  ganz  folgen.
Wir  machen  auf  diese  Thatsache  aufmerksam,  und  behalten  uns  vor,
in  unserem  Schlußworte  auf  dieselbe  zurückzukommen.
Nördlich  von  Limanàa  bemerkt  man  in  einem  Bacheinschnitt  an
der  Poststraße  die  rothen  Thone  mit  einem  steilen  nördlichen  Verflächen,
welcher  Umstand  unsere  Annahme  einer  großen  Antiklinale  für  diese  Gegend ­
  vollkommen  bestätigt.  (Vgl.  das  Profil  Nr.  7.)
Dieses  Vorkommen  von  rothen  Thonen  ist  auch  in  dieser  Beziehung
bemerkenswerth,  daß  in  denselben  unser  nummulitenführender  Sandstein
entwickelt  ist.
Darauf  folgt  der  gewöhnliche  eocene  Sandstein,  der  die  ganze  Gegend
von  ļwsosina  gürna  aufbaut.
Wenn  wir  uns  von  der  letztgenannten  Ortschaft  längs  des  Flusses,
der  denselben  Namen  führt,  gegen  O.  begeben,  so  kommen  wir  in  einem
Seitcnthale  (am  Zalupa-Bach)  auf  eine  mächtige  Entwickelung  der  Menilit-Schiefer.
  Ihr  Streichen  ist  zwischen  10—11  h,  das  Fallen  auf  einer
Seite  westlich,  auf  der  anderen  entgegengesetzt,  so  daß  das  Ganze  eine
Synklinale  zu  bilden  scheint,  und  zweifellos  die  Fortsetzung  jenes  Zuges
ist,  den  wir  bei  Pisarzowa  kennen  gelernt  haben.
Das  Hangende  der  Menilit-Schiefer  bildet  hier  der  schon  oft  erwähnte
„jüngere  Sandstein".
        <pb n="78" />
        72

tí.  Gin  àer-profil  von  Tymbark  über  Lamiemca  und  t^cko  nach
Szczawnica.
(Durchschnitt  Nr.  S.)
Von  der  Limanów-Tymbarker  Chaussee  íenft  unweit  von  der  ersten
Ortschaft,  eine  Landstraße  in  gerader  Richtung  gegen  S.  nach  Kamienica,
  Lgcfo  und  Szczawnica  ab.
Angefangen  von  Zamoscie  sehen  wir,  wie  überall  sonst  in  dieser
Gegend,  beträchtliche  Massen  rother  Thone,  die  zusammen  mit  den
glasigen  Sandsteinen  ganze  Wände  am  Bache  bilden,  die  Abhänge  der
Berge  bedecken  und  sogar,  wie  wir  es  bald  kennen  lernen  werden,  sich  bis
auf  die  Gipfel  größerer  Berge  erstrecken.
In  Sļopnice  wird  in  einem  Thalaufschluß  in  der  Nähe  des  Wirthshauses ­
  eine  kleine  Partie  der  unteren  Ropianka-Schichten,  und  namentlich
der  Strzoìka  mit  Hieroglyphen  und  Kalkspathadern  sichtbar.  Dieselben
scheinen  nach  SW.  zu  verflächen  es  läßt  sich  jedoch  aus  so  einem  kleinen
Aufschluß  nicht  zweifellos  constatiren,  wahrscheinlich  haben  wir  es  hier
mit  einem  kleinen  Aufbruche  zu  thun.  Bemerkenswcrth  ist  der  Umstand,
daß  wir  hier  mitten  in  der  Strzotta  naphtaführende  Sandsteine  mit  ziemlich ­
  bedeutenden  Naphta-Asbissen  fanden.
Südlich  davon  sind  nur  die  rothen  Thone  sichtbar.
Während  wir  bis  nun  uns  stets  im  Thalc  des  Sìopnicer  Baches
bewegten,  sehen  wir  nur  einige  Kilometer  südlich  von  Siopnica  einen
steilen  Gebirgszug  zwischen  Podgörze  und  Zalesie  sich  erheben,  auf  dessen
Rücken  sich  die  Landstraße  windet.
In  Podgürze  am  Fuße  dieses  Gebirgszuges  sieht  man  in  allen  Bach
einschnitten  die  unteren  Ropianka-Schichten  mit  dem  SW.-Fallen,  weiter
oben  die  rothen  Thone  mit  demselben  Verflächen,  endlich  einen  großplattigen ­
  Sandstein,  der  einkn  beträchtlichen  Theil  des  Berges  beinahe  bis
zum  Gipfel  einnimmt,  so  daß  der  größere  Theil  des  am  nördlichen  Abhange ­
  serpentinartig  sich  windenden  Weges  in  diesem  Sandsteine  ein
geschnitten  ist.  Sein  Verflächen  ist  anfangs  ebenso  wie  das  des  Liegenden
gegen  SW.,  später  aber  richten  sich  die  Schichten  ans  und  zeigen  einige
Unregelmäßigkeiten  in  ihrer  Lagerung.
Der  Gipfel  des  Berges  sowie  auch  sein  südlicher  Abhang  sind  ganz
von  riesigen  Massen  rother  Thone  angefüllt,  die  stets  mit  demselben
Verflächen  sich  bis  zum  Fuße  des  Berges  .in  Zalesie  erstrecken,  wo  sie
endlich  aufhören.
Ein  Blick  auf  den  beigeschlossenen  Durchschnitt  erklärt  uns  den  Bau
dieser  Gegend.  Der  ganze  nördliche  Theil  dieses  Rückens  stellt  uns  eine
riesige  gegen  NO.  geneigte  Mulde  dar,  deren  Mitte  durch  die  eocenen
        <pb n="79" />
        73

Sandsteine  ausgefüllt  ist.  Am  südlichen  Abhange  des  Berges  befindet
sich  der  südliche  Muldenflügel,  doch  reicht  hier  der  Aufbruch  nicht  bis  zu
den  Ropianka-Schichten.  Da  aber  die  beiden  Elemente  d.  i.  die  Mulde
und  der  Sattel  gegen  NO.  verflachen,  so  fallen  die  Schichten  überall  in
der  entgegengesetzten  Richtung  d.  i.  gegen  SW.
In  Zaleäie  bilden  die  rothen  Thone  das  Liegende  eines  Sandsteines,
der  sehr  an  jenen  von  tofie  oder  sogar  an  den  typischen  Jamna-Sandstein
  erinnert.  Er  ist  dickbänkig,  feinkörnig,  mit  mergelig-kieseligem  Bindemittel ­
  und  mit  kleinen  Einschlüssen  von  Steinkohlenbrocken.  Schon  das
äußere  landschaftliche  Aussehen  der  Gegend  verräth  ein  anderes  Gestein
und  erinnert  an  manche  Punkte  des  Stryj-  oder  Pruth-Flußgebietes,  wo
der  Jamna-Sandstein  entwickelt  ist.
Dieses  Gesteinscomplex  bildet  einen  mächtigen  Zug,  der  in  seiner
Querausdehnung  bis  nach  Zabtudzie  reicht  und  der  aus  den  rothen  Thonen
eine  regelmäßige  Mulde  bildet.  Auf  Grund  unserer  Erörterungen,  die
wir  schon  einige  Male  bei  analogen  Fällen  anzuführen  Gelegenheit  hatten,
zählen  wir  diesen  Sandstein  in  Folge  seiner  Lage  im  Hangenden  der
rothen  Thone  dem  Eocen  zu.  Erwähnenswerth  ist  der  Umstand,  daß  in
Walki  bei  tņcfo  aus  einem  indcntischen  Sandsteine  typische  Menilit-Schiefer
  aufliegen.
Hinter  Zbtudzie  gelangen  wir  zu  einer  neuen  Falte,  aus  der  in
Kamienica  schon  die  Ropianka-Schichten  emportauchen.  Die  letzteren
gehen  in  ihrem  Hangenden  in  kieselige  rhomboidal  zerfallende,  scharfkantige
Schiefer  über.  Es  scheinen  dies  die  oberen  Ropianka-Schichten  zu  sein,
indem  die  dunklen  Schieferthone  und  plattigen  Sandsteine  prävaliren.
Hinter  Kamienica  fallen  die  rothen  Thone  wieder  unter  den  massigen
Sandstein.  Noch  einmal  erhebt  sich  der  Aufbruch  der  rothen  Thone
mit  dem  glasigen  Sandsteine  in  Lgcko,  nachher  verschwindet  er  in  der
Tiefe,  so  daß  die  ferneren  Falten  zwischen  Zckrzecze  und  Kroäcienko  nur
aus  eocenen  Sandsteinen  bestehen.
Erst  in  Kroäcienko  bilden  die  Ropianka-Schichten  mit  den  rothen
Thonen  mehrere  Aufbrüche,  die  sich  bis  hinter  Szczawnica  erstrecken.
Da  die  Thatsache,  daß  mitten  aus  diesen  Schichten  die  Klippen  und
Trachite  emportauchen,  ferner  alle  übrigen  näheren  Details  allgemein  be
kannt  sind,  so  schließen  wir  somit  die  Beschreibung  des  Profils  ab.
D.  Anhang.
1.  Geologische  Grcurfionen  in  manche  Gegenden  der  Wellkarpathen.
Außer  der  Beschreibung  der  Terrains,  das  uns  zur  Aufnahme  bestimmt ­
  war,  untersuchten  wir  auch  manche  andere  Gegenden  der  West-
        <pb n="80" />
        74

karpathen,  um  auf  diese  Weise  unsere  Kenntniß  derselben  zu  erweitern.
Obwohl  diese  Untersuchungen  keineswegs  erschöpfend  sind,  so  geben
wir  dennoch  nachstehend  einen  kurzen  Bericht  über  dieselben;  denn  auf
diese  Weise  werden  wir  den  Nachweis  liefern  können,  daß  die  geologischen ­
  Verhältnisse  unseres  Aufnahmsterrains  keineswegs  ungewöhnlich
und  alleinstehend,  sondern  im  Gegentheile  für  das  ganze  große  Gebiet  der
Westkarpathen  charakteristisch  sind.
a)  Von  Tymbark  über  Saybusch  nach  Schlesien.
Westlich  von  Tymbark  bewegen  wir  uns  längs  der  Poststraße  noch
immer  in  dem  großen  Aufbruch  der  Ropianka-Schichten  und  der  rothen
Thone,  während  die  umstehenden  Bergrücken  aus  den  eocenen  Sandsteinen
aufgebaut  sind.
Zwischen  Dobra  und  Mszana  erhebt  sich  ein  eocener  Zug,  der  den
älteren  Aufbruch  quer  durchschneidet,  so  daß  derselbe  nach  einiger
Unterbrechung  erst  in  der  Gegend  von  Mszana  dolna  zu  Tage  tritt.  Obwohl ­
  die  Ropianka-Schichten  hier  eine  etwas  ungewöhnliche  petrographische
Ausbildung  erlangen,  so  fehlen  in  denselben  die  so  bezeichnenden  strzolkaartigen
  Gesteine  nie,  was  natürlich  die  geologische  Orientirung  wesentlich
erleichtert.  .,  .  ..  .
Zwischen  Mszana  dolna  und  der  Brücke  über  den  Raba-Fluß  lieht
man  nur  die  rothen  Thone  anstehen,  und  der  ganze  Bergrücken,  der  ans
der  Generalstabskarte  „Adamczykowa-g«ra"  bezeichnet  ist,  zeigt  m  seinen
unteren  Partieen  nur  die  rothen  Thone,  die  das  Liegende  der  eocenen
Sandsteine  bilden.  ,  c  _
Dem  entsprechend  verquert  die  Poststraße  je  nach  der  Höhe,  in  der  ļie
sich  bewegt,  verschiedene  Schichten;  so  sehen  wir  auf  der  Anhöhe  vor  der
Rabka-nitna  das  Eocen,  gegenüber  des  Meierhofes  in  Raba  die  rothen
Thone,  bis  wir  endlich  zu  den  Ropianka-Schichten  gelangen,  die  schöne
Naphtaspuren  zeigen.
In  dem  kleinen  Bacheinschnitt  gegenüber  dem  Meierhofe  steht  man,
daß  hier  der  Aufbruch  der  älteren  Schichten  sehr  local,  mantelförnug  ist.
Erwähnenswerth  ist  der  Umstand,  daß  zwischen  der  Strzolka^nnd  den
rothen  Thonen  plattige  dunkle  Sandsteine  (unsere  oberen  Ropianka-Schichten)
eingeschaltet  sind.
Einige  Kilometer  westlich  davon  in  Zaryle  (die.Schichten  ^tr.  9  h  F.  &amp;lt;3-)
ist  ein  schmutzig  blauer  Sandstein  anstehend,  der  an  ähnliche  schichten  im
Hangenden  der  Menilit-Schiefer  in  den  Ostkarpathen  erinnert.
'  Da  die  Schichten  hier  ein  regelmäßiges  Verflächen  aufweisen,  so  bewegen ­
  wir  uns  nach  Raba  fortwährend  in  den  erwähnten  Sandsteinen
        <pb n="81" />
        75

und  ähnlichen  Schiefern,  aus  denen  die  Salzquellen  entspringen  und  die
ähnlich  wie  die  ganze  Ausfüllung  des  oberen  Raba-  und  Skawa-Thales
sehr  jung  zu  sein  scheinen.
Erst  weiter  in  W.  bei  Jordanow  kommen  wir  auf  einen  anderen
Ropianka-Aufbruch,  dessen  Schichten  anfangs  in  h  1  streichen,  später  aber
bei  Osielce  sich  regelmäßig  gegen  h  8—9  wenden.
In  der  letztgenannten  Localität  ist  ein  massiger  Sandstein  entwickelt,
den  man  in  den  Ostkarpathen  ohne  Bedenken  als  Jamna-Sandstein  erklären
würde,  und  der  trotzdem  hier  zweifellos  dem  Eocen  angehört,  da  er  das
Hangende  der  rothen  Thone  mit  Nummuliten  bildet.
Weiter  bis  nach  Makow  und  Sucha  dominirt  im  ganzen  Terrain
der  einförmige  eocene  Sandstein,  und  erst  in  Kukow  sieht  man  eine  größere
Mannigfaltigkeit,  nämlich:  1.  Die  rothen  Thone  mit  glasigen  Sandstein,
darauf  2.  Menilit-Schiefer,  und  endlich  3.  grobkörnige  Sandsteine.  Dasselbe ­
  wiederholt  sich  fortwährend  bis  nach  Saybusch,  und  erst  auf  der
Chaussee  von  Saybusch  nach  Jstebna,  unweit  von  der  Ortschaft  Radziechowa,
  sieht  man  folgendes:
An  der  Stelle,  wo  sich  die  Straße  nach  Wtzgierska  gürka  wendet,  beobachtet ­
  man  (unweit  von  der  unteren  Brücke  über  den  Solafluß)  bläulichgraue ­
  Sandsteine,  die  in  große  Platten  gebrochen  werden.  Darunter
erscheinen  schmutziggraue  Thonschiefer  (F:  S.),  die  langsam  in  hornsteinreiche ­
  Menilit-Schiefer  übergehen,  worauf  Schiefer  mit  Hieroglyphensandsteinen ­
  folgen;  bis  endlich  die  rothen  Thone  mit  dem  nummulitenführeuden
  Sandstein  das  Liegende  des  ganzen  Schichtencomplexes  bilden.
Die  nummulitenführenden  Schichten  in  den  rothen  Thonen  sind  bei  der
Telegraphenstange  Nr.  721  (oder  der  Brücke  Nr.  66)  ausnehmend  schön
entwickelt.
Die  Fortsetzung  dieses  Durchschnittes  finden  wir  etwas  höher  in
einem  kleinen  Bach,  der  die  Chaussee  durchschneidet  und  in  den  Sola-Fluß
mündet.  Wir  sehen  hier  nämlich  unter  den  rothen  Thonen  und  Nummuliten-Schichten
  die  strzolkaartigen  Ropianka-Schichten,  die  hier  einige
Naphta-Spuren  zeigen  und  die  einen  kleinen  mantelförmigen  Aufbruch
bilden,  so  daß  das  Fallen  der  Schichten  zuerst  südlich,  weiter  aber  am
Walde  nördlich  ist.
Ca.  i/g  km  davon  zeigen  sich  hier  die  Teschnerkalke  vielfach  durch
Teschenite  durchbrochen.
Im  Sola-Flusse  sind  an  der  oberen  Brücke  bituminöse  Sandsteine
mit  Hieroglyphen  anstehend,  das  Hangende  derselben  bilden  die  Menilit-Schiefer,
  noch  höher  zeigt  sich  der  Magura-Sandstein.
In  Milöwka  nahe  an  der  Wendung  der  Straße  nach  Kamesznica
        <pb n="82" />
        76

bekommen  wir  ein  schönes  Profil,  das  unsere  Anschauungen  über  den  geologischen ­
  Bau  des  beschriebenen  Terrains  wesentlich  bestätigt.
An  dem  Bystra-Flusse  zeigen  sich  die  rothen  Thone  mit  dem  nummulitenführenden
  Sandstein,  dann  folgen  die  Menilit-Schiefer  in  einer
sehr  unregelmäßigen  Lagerung,  endlich  erscheint  längs  des  Weges,  der
sich  von  der  Chaussee  abzweigt,  der  massige  Sandstein,  der  durch  sein  landschaftliches ­
  Aussehen  sehr  an  den  Jamna-Sandstein  erinnert.  Wenn  wir
uns  seitwärts  in  den  Einschnitt  des  Baches,  der  von  Karolówka  kommt,
bergauf  begeben,  so  erblicken  wir  im  Liegenden  des  massigen  Sandsteins
die  rothen  Thone  mit  Str.  h  6,  F:  S.
Vor  der  Ortschaft  Goluszkow  wendet  sich  plötzlich  der  Bach  und  ver
quert  die  Schichten,  wodurch  wir  in  die  Lage  gesetzt  werden,  ihre  Reihenfolge ­
  zu  beobachten.
Unter  den  rothen  Thonen  finden  wir  die  echten  Ropianka-Schichten
typisch  ausgebildet  und  darunter  dickbänkige  helle  Sandsteine.
Nach  der  freundlichen  mündlichen  Mittheilung  des  Herrn  Schneider,
eines  von  den  Schülern  Hoheneggers,  ist  die  stratigraphische  Stellung  der
hiesigen  strzolkaartigen  Schichten  nicht  ganz  klar.  Man  betrachtet  sie  gewöhnlich ­
  als  ein  Aequivalent  der  oberen  Kreide,  während  der  Sandstein,
der  das  Liegende  derselben  bildet,  zweifellos  dem  oberen  Cenoman  angehören ­
  soll.
Unter  dem  Sandstein  breiten  sich  dunkle  Schiefer  aus,  die  mit  dünnen
Kalkbänken  und  Thoneisensteinen  wechsellagern  und  die  das  Hangende  der
untercenomanen  Sandsteine  endlich  der  Albien-Schiefer  bilden.
Längs  des  Bystra-Baches  in  der  Richtung  zur  Eisenhütte  erscheinen
wieder  die  rothen  Thone  resp.  die  Ropianka-Schichten  (mit  eingeschalteten
naphtaführenden  Sandsteinen),  die  über  dem  Cenoman  einen  breiten  Sattel ­
  bilden.
Südlich  von  Milöwka  entspringt  in  Sola  eine  Salzquelle  aus  den
Schichten,  die  von  Hohcnegger  &amp;amp;itm  Miocen  gestellt  werden.  Es  ist  das
wahrscheinlich  ein  Analogon  der  Rabka'er  Schichten.
Südlich  von  der  Chaussee  bildet  das  Eocen  leichte  Falten,  während
die  älteren  Schichten  nicht  mehr  zu  Tage  treten.
b.  Die  Umgebung  von  Krynica.
Wenn  wir  auf  der  Eisenbahn  von  Alt-Sandez  längs  des  Poprad-Thales
  schreiten,  so  haben  wir  vor  uns  (abgesehen  von  jenen  früher  erwähnten ­
  brannkohlenführenden  Schichten)  leichte  Falten  cocener  Sandsteine.
Zwischen  Piwniczna  und  /egiestüw  erscheinen  zum  ersten  Male  in  diesem
Profil  auch  die  rothen  Thone,  die  sich  hernach  im  Bache  zwischen  Zegiestow
und  Muszyna  wiederholen.
        <pb n="83" />
        77

Oberhalb  der  Ortschaft  Muszyna  sind  obere  Hieroglyphen-Schichten
anstehend,  sie  fallen  nordwärts,  wenden  sich  aber  gleich  nachher  bei  Powroènik
  gegen  S.  Statt  der  rothen,  sieht  man  hier  nur  graue  Thone  in
schwacher  Entwickelung.
Bis  nach  Powràik  erstrecken  sich  die  plattigen  Hieroglyphen-Sandsteine,
  und  erst  in  dem  Vereinigungspunkte  des  Muszynka-  mit  dem  Krynica-Bach
  weichen  sie  den  Conglomeraten  und  später  den  dunklen  Schiefern.
Auf  der  Grenze  von  Krynica  und  Powràik  neben  der  großen  Brücke
wird  die  Lagerungsweise  regelmäßig  9  h  F.  gegen  S.,  hier  sieht  man  auch
Exhalationen  der  Kohlensäure  aus  deu  Schichten.
Ueber  das  Alter  dieser  Schichten  läßt  sich  nichts  Positives  sagen,
wahrscheinlich  dürften  wir  da  eine  Vertretung  des  Oligocäns  vor  uns  haben.
Neben  dem  Hotel  Znamirowski  zeigt  sich  ein  kleiner  Aufbruch  der
Ropianka-Schichten,  die  hier  Naphtaspuren  zeigen.  Die  aus  ihnen  entspringende ­
  sog.  Apotheker-Quelle  zeigt  eine  chemische  Zusammensetzung,  die
von  der  anderer  Quellen  wesentlich  verschieden  ist.
Das  Hangende  derselben  d.  i.  die  rothen  Thone  zeigen  sich  in  einer
sehr  schonen  Entwickelung  am  kleinen  Fahrpfade,  der  in  den  Wald  führt.
Darauf  kommen  helle  glaukonitführende  Sandsteine,  die  den  ganzen
Berg  über  dem  Badhause  zusammensetzen.
Neben  der  Turnanstalt  finden  wir  schmutzig  graue  Thonschiefer  und
Thoneisensteine,  die  den  Cementeisensteinen  in  Wetdzirz  ähnlich  sind  und
die  wahrscheinlich  eine  locale  Vertretung  der  Menilit-Schiefer  darstellen.
Weiter  bei  der  Wehre  wiederholt  sich  dasselbe  Profil.  Wenn  wir  uns
aber  jetzt  von  der  Badeanstalt  längs  eines  Bächleins  nebendemHausedesHerrn
Dutkiewicz  hinauf  begeben,  so  erblicken  wir  zuerst  am  Kanal  einen  dickbänkigen,
zerklüfteten  Sandstein,  der  gelblich  verwittert  und  in  7  h  gegen  S.  fällt.
Erst  höher  ist  auch  die  echte  Strzolka  anstehend,  die  in  ihrem  Hangenden
conglomeratartigen  Sandstein  mit  verkohlten  Pflanzenresten  zeigt.  Die
Schichten  streichen  12h,  fallen  gegen  W.,  unweit  davon  aber  9  h  N.,  welcher
Umstand  auf  die  Anwesenheit  einer  steilen  Antiklinale  hinzuweisen  scheint.
Auf  dem  Wege  nach  Solotwina  entwickeln  sich  Thoneisensteine  mit
N.-Fallen,  in  der  Nähe  von  Sototwina  selbst  kommen  wir  auf  junge
Schichten,  aus  denen  Salzquellen  entspringen.
Diese  ganze  Gegend  ist  durch  zahlreiche  locale  Aufbrüche  ausgezeichnet;
die  Trachite  durchbrechen  vielfach  die  eocenen  Schichten.  Außer  zahlreichen ­
  Mineralquellen  haben  wir  hier  unweit  von  Tylicz  auch  Exhalationen ­
  von  Kohlensäure.  Wenn  wir  den  Umstand  berücksichtigen,  daß
dieses  ganze  Terrain  sehr  arm  an  Kalk  ist,  so  müssen  wir  zugeben,  daß
alle  diese  Quellen  und  Exhalationen  nicht  den  chemischen,  sondern  lediglich
den  vulkanischen  Kräften  ihre  Entstehung  verdanken.
        <pb n="84" />
        IL
Dic  Erklärung  der  geologischen  àrie.
Die  geologische  Karte  unseres  Aufnahmsgebietes  wurde  von  uns  auf
Grundlage  der  großen  Generalstabskarte  1:25,000  angefertigt.  Dieselbe
befindet  sich  im  Archiv  des  galizischcn  Landesausschusses  und  steht  Jedermann ­
  zur  Einsicht.  Auf  Verlangen  der  Parteien  werden  verkleinerte
Copien  dieser  Karte  im  Maßstabe  1:75,000  verabfolgt.
Die  nachstehenden  Capitel  sind  dazu  bestimmt,  um  einerseits  den
Gebrauch  unserer  geologischen  Karte  zu  erleichtern,  andererseits  aber  um
eine  allgemeine  Uebersicht  des  Terrains  zu  liefern,  die  sich  bei  der  speciellen ­
  Beschreibung  einzelner  Profile  nicht  erlangen  läßt.
*  *
*
1.  Bone  7.  Colonne  XXIV,  SO.
(Ušcic  ruskie,  Ropica  ruska,  Siary  rc.)
Auf  einem  Theile  der  Karte  fällt  uns  vor  Allem  die  ziemlich  starke
Entwickelung  der  Ropianka-Schichten  (blaue  Farbe)  ans.
Wir  haben  hier  mehrere  parallele  Ropianka-Züge,  die  ziemlich  regelmäßig ­
  SO.—NW.  streichen  und  in  ihrer  Gesellschaft  die  rothen  Thone
(rothe  Farbe),  die  immer  ihr  Hangendes  bilden  und  somit  auf  der  Karte
als  mehr  oder  weniger  breite  Ränder  der  ältesten  Schichten  erscheinen
müssen.  Wenn  wir  unsere  Uebersicht  von  NO.  beginnen,  so  haben  wir
folgende  Züge  der  älteren  Aufbrüche:
1.  Der  Ropianka-Zug  von  Mtzcina  wielka.  Derselbe  beginnt  im
SO.  von  Macina  und  verschwindet  bald  unter  dem  Eocen.
2.  Der  Ropianka-Zug  von  Przegonina  läuft  mit  dem  ersteren  parallel ­
  von  Barine  über  Przegonina  nach  Bodaki.
3.  Der  Zug  von  Macina  mala,  der  im  NW.  davon  beginnt,  scheint
die  Fortsetzung  des  Przegonina-Zuges  zu  sein.  Wir  konnten  jedoch  nicht
diese  beiden  Züge  mit  einander  verbinden,  da  dies  nur  eine  hypothetische
Annahme  wäre,  die  der  Wirklichkeit  nicht  entspricht.  Denn  der  Pstrrz/ne-Berg,
  der  die  beiden  Züge  von  einander  trennt,  besteht  ganz  aus  dem  Eocen.
        <pb n="85" />
        79

4.  Ter  Zug,  der  sich  über  Ropica  ruska,  Stzkowa,  Siary  u.  s.  w.
erstreckt,  ist  schon  genügend  aus  dem  ersten  Theile  unserer  Arbeit  bekannt.
Dasselbe  gilt  von  zwei  kleinen  Aufbrüchen:
5.  bei  Rychwald  und
6.  bei  Ptztna.
Bei  beiden  letzteren  Zügen  sind  die  rothen  Thone  nicht  sichtbar,
eine  Erscheinung,  die  sich  durch  die  Wirkung  der  Denudation  erklären  läßt.
.  7.  Ein  mächtiger  Aufbruch  zieht  sich  von  Przystop  über  Nowica,
Leszczyna,  Kunkowa  und  verschwindet  im  NW.  unter  dem  Eocen.
Wie  bereits  im  ersten  Theile  erwähnt,  scheinen  hier  die  naphtaführendcn
  Schichten  zu  fehlen,  weshalb  dieses  Terrain  zu  den  Naphta-Schürfungen
  nicht  empfohlen  werden  kann.
8.  Im  Streichen  des  letzten  Zuges  befindet  sich  in  ļwsie  ein  Aufbruch ­
  von  Ropianka-Schichten,  der  zweifellos  die  Fortsetzung  desselben
bildet.  Aber  auch  hier  konnten  wir  nicht  die  beiden  Vorkommnisse  mit
einander  verbinden,  da  der  Berg  über  tofie  nur  aus  dem  Eocen  besteht.
Nur  die  rothen  Thone,  die  das  Hangende  der  Ropianka-Schichten  bilden,
vermitteln  den  Uebergang  zwischen  den  beiden,  und  erreichen  bei  Bielanka
eine  starke  Entwickelung.  In  ihrer  weiteren  Richtung  gegen  Szymbark  zu
bedecken  sie  sich  mit  jüngeren  eocenen  Sandsteinen  und  erscheinen  dadurch
auf  der  Karte  in  zwei  Arme  gespalten,  von  denen  der  westliche  bis  auf
den  „Blich"  bei  Ropa  hinüberstreicht.
9.  Ter  Ropianka-Zug  von  Smerekowiec  und
10.  der  Kwiaton-Ußcie-Zug  streichen  regelmäßig  NW.  und  werden  durch
die  rothen  Thone  in  einem  Querthal  mit  einander  verbunden.  Der  erste
Zug  scheint  die  Fortsetzung  des  Zuges  „Przyslop-Leszczyna-Kunkowa"  zu
sein,  der  zweite  hingegen  geht  auf  das  Gebiet  des  nächstfolgenden  Kartenblattes ­
  nach  Wola,  Wawrzka  u.  s.  w.  über.
11.  Endlich  ist  da  zu  erwähnen,  daß  bei  Czarna  der  südlichste  Aufbruch ­
  dieses  Terrains  beginnt,  der  jedoch  erst  weiter  im  W.  eine  stärkere
Entwickelung  erlangt.
Das  Eocen  nimmt  (abgesehen  von  den  rothen  Thonen,  die  wir  bereits
besprochen)  den  größten  Theil  des  Terrains  ein  und  zeigt  sich  in  verschiedener ­
  petrographischer  Ausbildung.
Als  massiger  Sandstein  (grüne  Farbe  mit  rothen  Querstrichen)  bildet
es  drei  breite  Züge:
1.  Zwischen  Macina  und  Bartne,  2.  zwischen  Pstràe  und  Banica,
und  3.  der  größte  -zwischen  ļwsie  und  Kwiaton.
Alle  diese  Züge  sind  schon  durch  ihr  schönes  landschaftliches  Aus-  '
sehen  ausgezeichnet.
Die  Hauptmasse  des  Eocens  wird  durch  plattige  Sandsteine  (grüne
        <pb n="86" />
        80

Farbe)  gebildet.  Sie  nehmen  fast  die  Hälfte  der  Karte  ein  und  zeigen
sich  überall,  wo  die  anderen  Formationen  aufhören,  ohne  besondere  Züge
zu  bilden.
Die  Menilit-Schiefer  (gelbe  Farbe)  erscheinen  in  drei  Punkten:
1  und  2.  Zwei  parallele  Züge  in  Mtzcina  Wielka  und  Laski,  die,
wie  bereits  früher  erwähnt,  weiter  gegen  N.  in  die  Gegend  von  Kryg,
Kobylanka  u.  s.  w.  hinüberstreichen.
3.  In  Loste  beginnt  unterhalb  der  Schächte  des  Herrn  Dr.  Fedorowicz
  ein  Zug,  der  sich  nach  Ropa  unter  dem  Heimberg  weitererstreckt.
Außerdem  haben  wir  auf  dieser  Karte  die  jüngsten  Schichten  unseres
Terrains  (Indigo)  ausgeschieden,  die  dem  oberen  Oligocen  anzugehören
scheinen  und  die  bereits  aus  unserer  Beschreibung  bekannt  sind.  Sie
bilden  in  diesem  Theile  unseres  Terrains  zwei  Züge,  nämlich:
1.  Der  erste  erscheint  in  der  Gegend  von  Rychwald,  2.  der  zweite
erstreckt  sich  von  der  Magura  malastowska  und  Magura  Hajnowska.
Den  diluvialen  Lehm  haben  wir  auf  unserer  Karte  nicht  berücksichtigt,
da  derselbe  eine  unbedeutende  Rolle  spielt.
2.  Zone  7.  Colomte  XXIV,  SW.
(Ropa,  Florynka,  S.  von  Grybów  re.)
Wenn  wir  unsere  Uebersicht  von  den  ältesten  Formationen  beginnen,
so  erblicken  wir,  daß  die  Aufbrüche  der  Ropianka-Schichten  resp.  der  rothen
Thone  sich  nur  auf  den  NO.-Theil  der  Karte  beschränken,  während  sie  im
SW.  vollständig  fehlen.
Durch  die  Ortschaft  Ropa  zieht  sich  ein  großer  Zug  von  Ropianka-Schichten,
  der  zweifellos  nichts  anderes  ist  als  die  Fortsetzung  des  Ausbruches
  von  Loste.  Es  wäre  jedoch  ganz  falsch  und  ungerechtfertigt,
wenn  wir  in  Folge  dieser  theoretischen  Annahme  diese  beiden  Vorkommnisse
mit  einander  verbinden  wollten,  denn  in  der  Wirklichkeit  sieht  man  in  der
Gegend  des  sog.  „mittleren  Meierhoses"  eine  Unterbrechung  durch  die
eocenen  Sandsteine.
Aehnlich  kann  man  auch  in  Ropa  selbst  diesen  Zug  nicht  continuirlich
darstellen,  denn  derselbe  wird  vielfach  durch  die  jüngeren  Schichten  zerrissen.
So  keilt  sich  z.  B.  am  Flusse  ein  schmaler  Saum  von  eocenen  nummulitenführenden
  Schichten  in  die  Strzolka  ein,  welches  Vorkommen  wir  doch
nicht  außer  Acht  lassen  konnten.
Wir  sahen  uns  genöthigt,  auch  die  Alluvioueu  des  Flusses  zu  berücksichtigen, ­
  denn  obwohl  es  fast  ganz  sicher  ist,  daß  der  Zug  sich  unterirdisch
fortsetzt,  so  vermag  man  doch  nicht  die  Mächtigkeit  der  Flußschottermasse
zu  bestimmen.  Die  geologische  Karte,  die  auch  für  praktische  Zwecke  dienen
soll,  darf  die  Alluvionen  nicht  auslasten,  denn  es  könnte  sonst  Jemand  sich
        <pb n="87" />
        81

auf  Grund  solcher  theoretischen  Anschauung  mit  einer  Bohrung  endlos  in
den  Schottermassen  vertiefen,  wo  er  die  Ropianka-Schichten  zu  finden  hoffte.
Aus  diesem  Grunde  sehen  wir  hier  auf  der  Karte  3  Partieen  von
Ropianka-Schichten.
1.  Zwischen  dem  mittleren  Meierhofe  und  dem  Blich.
2.  Am  Rzemieniowka-Bach.
3.  Längs  des  Helm  Baches  durch  das  Bergbaugebiet  des  Herrn
Lodzinski  bis  zum  Kustra-Berg.
Die  letztere  Partie  grenzt  unmittelbar  an  die  Menilit-Schiefer  an,
von  denen  gleich  die  Rede  sein  wird.  Hier  haben  wir  es  wahrscheinlich
mit  einer  Verwerfung  zu  thun,  weil  der  Uebergang  zwischen  diesen  beiden
Formationen  so  plötzlich  ist,  daß  stellenweise  die  enge  Schlucht  desKustra-Baches
  die  ganze  Grenze  bildet.
Daß  die  rothen  Thone  das  Hangende  der  Ropianka-Schichten  bilden
und  dieselben  umsäumen,  und  daß  sie  den  Aufbruch  älterer  Schichten  in
der  Richtung  gegen  Gorlice  zu  beendigen,  darüber  war  schon  im  ersten
Theile  ausführlich  die  Rede.
Nördlich  von  Helmberg  beginnt  ein  neuer  Ropianka-Schichtenaufbruch,
der  im  NW.  parallel  mit  der  Chaussee  bis  nach  Bajorki  streicht.  An  seinem
Ausgangspunkte  liegen  mehrere  Halden  alter  Schächte.
Im  S.  sehen  wir  einen  mächtigen  Zug  von  Ropianka-Schichten
zwischen  Wola-Wawrzka  und  Kunkowa,  wo  er  unter  dem  Eocen  vollständig
verschwindet.
Als  der  südlichste  Aufbruch  dieser  Karte  erscheint  ein  großer  Zug,
der  von  Czarna  über  Brunary,  Florynka,  Ptaszkowa  bis  nach  Cieniawa
reicht,  bis  er  endlich  von  cocenen  Sandsteinen  bedeckt  wird.
Daß  dieser  Zug  in  der  Gegend  von  Brunary  und  Florynka  in  seinem
Liegenden  mächtige  rothe  Thonmassen  aufweist,  daß  ferner  die  letzteren  bei
Strzylawka  unter  die  Menilit-Schiefer  einfallen,  anderseits  aber  bei  dem
Ptaszkower  Bahnhof  in  eocene  Sandsteine  übergehen,  das  sind  Sachen,
die  bereits  aus  dem  ersten  Theil  unserer  Arbeit  bekannt  sind.
Was  die  jüngeren  Schichten  anbelangt,  so  haben  wir  für  zweckmäßig
erachtet,  vor  Allem  den  massigen  Sandstein  auszuscheiden.  Derselbe  bildet
einen  kleinen  Zug  südlich  von  Kyclowa  und  erlangt  bei  Nowawieä  und
Berest  eine  größere  Entwicklung.
Tie  eocencn  plattigen  Sandsteine  nehmen  hier  (wie  überall  sonst)
einen  großen  Raum  ein,  von  speciellen  Zügen  kann  hier  keine  Rede  sein
denn  die  Sandsteine  zeigen  sich  überall,  wo  nur  andere  Formationen  Platz
lassen  und  correspondiren  somit  in  allen  möglichen  Richtungen  mit  einander.
Die  Menilit-Schiefer  sind  auf  dieser  Karte  nur  auf  zwei  Züge  beschränkt, ­
  sie  zeigen  jedoch  eine  eigenthümliche  Ausbildungsweise.
Das  Petroleumgkbiel.  6
        <pb n="88" />
        Der  erste  Zug  nimmt  seinen  Anfang  in  Loste,  überschreitet  bei  dem
„mittleren  Meierhofe"  den  Ropa-Fluß  und  streicht  über  Drggówka,  Ropa,
unter  dem  Helm-Berg  regelmäßig  NW.,  bis  er  sich  plötzlich  gegen  N.
(h.  10—11)  wendet,  die  Chaussee  passirt,  um  bald  darauf  in  demKustra-Bache
  an  die  strzolkaartigen  Schichten  anzustoßen.  Noch  weiter  im  N.
verschwindet  er  im  Gebiet  der  eocenen  Sandsteine.
Diese  Unregelmäßigkeit  bedingt  eine  gewisse  Störung  im  geologischen
Baue  der  Gegend.
Schon  die  ganze  Masse  des  Helm-Berges  weicht  auffallend  nordwärts
ab,  möglicherweise  steht  auch  die  Zerreißung  des  Ropianka-Zuges  in  zwei
Partien  (nämlich  die  Antiklinale  auf  dem  Blich  und  der  Aufbruch  unter
dem  Helm-Berg)  mit  dieser  Erscheinung  in  Verbindung.
Ein  zweites  Auftreten  der  Menilit-Schiefer  haben  wir  in  der  großen
Synklinale  von  Grybów.  Sie  beginnt  in  einem  breiten  Durchmesser  in
Grybow  und  zieht  sich  dann  weiter  nach  WNW.  Man  darf  jedoch  nicht
dieselbe  auf  der  geologischen  Karte  mit  dem  Zug  von  Ropa  in  Verbindung
bringen,  weil  es  nur  hypothetisch,  keineswegs  aber  naturgemäß  wäre.
Endlich  haben  wir  die  jüngsten  karpathischen  Sandsteine  in  dem
Jaworz-Zuge  bei  Ptaszkowa  und  auf  dem  Kiczera-Berg  bei  Florynka  ausgeschieden. ­
  Ob  diese  Schichten  dem  Oligocen  oder  einem  anderen  Horizonte
angehören,  das  ist  eine  Frage,  die  sich  vorläufig  nicht  beantworten  läßt.
Den  Berglehm  haben  wir  auf  dieser  Karte  nicht  berücksichtigt,  da
dieser  eine  sehr  untergeordnete  Rolle  spielt  und  da  die  Ausscheidung  desselben ­
  das  richtige  Bild  des  Ganzen  sehr  stören  würde,  hingegen  haben
wir  die  Flußanschwemmungen  des  Ropa-  und  Biala-Flusses  durch  uncolorirte
  Stellen  auf  der  Karte  sichtbar  gemacht.
3.  Zone  7.  Colonne  XXIV,  MV.
(Grybüw,  Bobowa  u.  s.  w.)
Wir  werden  uns  schon  auf  den  ersten  Blick  auf  dieses  Kartenblatt
überzeugen  können,  daß  das  ganze  Terrain  desselben  in  zwei  Gebiete  zerfällt, ­
  nämlich  ein  nördliches  und  ein  südliches,  die  sich  bezüglich  des  geologischen ­
  Baues  wesentlich  von  einander  unterscheiden.
Denn  während  das  südliche  Gebiet  noch  in  das  Gebirge  fällt  und  die
einzelnen  Formationen  zonenweise  entwickelt  zeigt,  so  haben  wir  nördlich
davon  die  subkarpathische  Ebene,  die  vor  Allem  durch  besondere  starke
Entwicklung  des  dilluvialen  Lehmes  in  die  Augen  fällt.
Im  südlichen  Theile  der  Karte  erblicken  wir  in  der  Gegend  von  Grodek
die  Ropianka-Schichten  mit  den  rothen  Thonen  als  eine  unmittelbare
Fortsetzung  des  älteren  Aufbruches  in  Ropa,  die  aber  bald  unter  den
plattigen  eocenen  Sandsteinen  verschwinden.
        <pb n="89" />
        6*

83

Aehnlich  zeigen  sich  auch  bei  Bajorki  und  Kogutówka  strzolkaartige
Sandsteine  in  der  Verlängerung  des  Ropianka-Zuges  von  Helm.
Es  unterliegt  keinem  Zweifel,  daß  wir  es  hier  mit  demselben  Aufbruche ­
  zu  thun  haben,  der  sich  im  W.  davon  in  Siolkowa  zeigt,  doch  sind
die  beiden  Vorkommnisse  ganz  deutlich  durch  eocene  Sandsteine  in  der
Gegend  von  Grybow  von  einander  getrennt  und  zwar  in  der  Art  und
Weise,  wie  es  auf  der  Karte  dargestellt  wurde.
Dieser  letztere  Zug  zieht  sich  von  Siolkowa  über  Stara  mies,  Kruálowa,
  Posadowa  bis  auf  das  nachbarliche  Terrain  der  Gegend  von  Mogilno.
Er  ist  an  vielen  Punkten  reich  an  Oelvorkommnissen  und  zeigt  überall  in
seinem  Hangenden  die  rothen  Thone,  die  stellenweise  (so  z.  B.  bei  Kruölowa)
  nummulitenführende  Sandsteine  enthalten.  -
In  der  Gegend  von  Biesna  haben  wir  einen  kleinen  Ropianka-Zug,
der  nichts  anderes  ist,  als  die  Fortsetzung  des  Zuges  von  Siary  und  Ropica
  polska.
Im  L&amp;gt;.  zieht  sich  parallel  mit  den  Ropianka-Aufbrüchen  der  Grybower
Menilit-Zug,  der  hier  jedoch  nur  einen  verhältnißmäßig  kleinen  Durchmesser ­
  aufweist.
Da  die  Gesteine  am  Gipfel  des  Rosohatka-Rückens  auf  den  Menilit-Schiesern
  liegen,  so  haben  wir  dieselben  als  „jüngste  Karpathensandsteine"
ausgeschieden.  Aehnlich  haben  wir  auch  die  Masse  des  Jeleü-  und  des
McĢana-Berges  derselben  Stufe  zugezählt.
Ein  anderer  Menilit-Schieferzug  beginnt  in  der  Nähe  von  Anižloma
nižìtsl,  entwickelt  sich  stark  bei  Swchgocin  und  übergeht  dann  weiter  gegen
W.  auf  das  Gebiet  der  nächstfolgenden  Karte.
Der  am  meisten  gegen  N.  vorgeschobene  Zug  von  Menilit-Schiefern
und  der  letzte  in  dieser  Richtung  läuft  über  Szalowa,  Stràa,  Bobowa,
überschreitet  nachher  das  Brala-Thal,  wo  er  endlich  nach  einer  schwachen
Entwicklung  in  der  Gegend  von  Brzana  bald  gänzlich  verschwindet.
Wir  haben  bereits  im  ersten  Theile  erwähnt,  daß  bei  Ehodorowa  u.  s.  w.
ein  massiger,  grobkörniger,  leicht  verwitterbarer  Sandstein  vorkommt,  der
stellenweise,  so  z.  B.  bei  Ci^kowice,  malerische  Felspartieen  bildet.  Man
darf  jedoch  nicht  glauben,  daß  derselbe  mit  dem  massigen  Sandstein  identisch
ist,  den  wir  bei  Losie,  Kgclowa  u.  s.  w.  ausgeschieden  haben,  da  der  letztere ­
  sich  von  ihm  durch  seine  mehr  compacte  Natur  und  feineres  Korn
unterscheidet.
Dieser  Sandstein,  den  wir  als  „Citzökowicer  Sandsteine"  bezeichnen
wollen,  bilden  in  der  Gegend  von  Ehodorowa  einen  ziemlich  mächtigen  Zug.
Der  übrige  Theil  des  nördlichen  Gebietes  dieser  Karte  wird  durch
den  plattigen  eocenen  Sandstein  eingenommen.
Anders  verhält  es  sich  auf  dem  nördlichen  Gebiete.
        <pb n="90" />
        84

Analog  zu  den  Verhältnissen,  die  wir  im  I.  Theile  bei  Wojtowa,
Libusza  u.  s.  w.  kennen  gelernt  haben,  sieht  man  auch  hier  ein  ganzes
System  von  leicht  gewölbten  Falten,  die  aus  weichen  naphtaführenden
Sandsteinen,  Schiefern  u.  s.  w.  bestehen.  Nach  unserer  Ansicht  gehören
alle  die  Schichten  zu  der  Eocen-Formation,  doch  sind  sie  so  wesentlich  von
den  karpathischen  plattigen  Sandsteinen  (die  keine  Naphta  enthalten)  verschieden, ­
  daß  wir  für  nöthig  erachtet  haben,  dieselben  unter  dem  Namen
der  „Schichten  von  Libusza"  auf  unserer  Karte  auszuscheiden  (grüne  Farbe
blau  gestreift).
Die  Schichten  von  Libusza  zeigen  sich  überall  im  nördlichen  Theile
unseres  Aufnahmsgebietes,  mit  Ausnahme  jener  Gegenden,  die  durch  den
Citzzkowicer  Sandstein  eingenommen  werden.
Hier  finden  wir  auch  den  Berglehkn  mächtig  entwickelt.  (Orange.)
Er  unterscheidet  sich  wesentlich  durch  den  Mangel  an  Löß-Schnecken,  an
Kalkkonkretionen  u.  s.  w.  von  dem  typischen  Löß.  In  seinem  Liegenden,
manchmal  sogar  in  ihm  selbst,  sieht  man  Lagen  von  karpathischem  Schotter,
seltener  Sand.  Seine  starke  Mächtigkeit  ist  die  Ursache,  daß  die  Schichten
von  Libusza  nicht  überall  anstehend  sind,  und  nur  in  den  tiefen  ErosionsThälern ­
  der  Flüsse  und  Bäche  zu  Tage  treten.  Dieser  subkarpathische
Lehm  schmiegt  sich  in  seiner  Entwicklung  an  das  Gebirge  an,  so  daß  er
dem  allgemeinen  NW.-Streichen  folgt.
Wir  müssen  an  dieser  Stelle  den  Namen  des  „subkarpathischen
Lehms"  —  den  wir  diesem  Gebilde  gegeben  haben  —  rechtfertigen.
Die  beiden  Benennungen,  die  von  den  Karpathengeologen  hier  angewendet ­
  werden,  nämlich  „Berglehm  und  Blocklehm",  sind  unserer  Meinung
nach  unpassend.
Die  erste,  d.  i.  Berglehm,  würde  also  dieses  subkarpathische  Gebilde
mit  dem  Lehm  des  Gebirges  identificiren,  und  wir  haben  Gründe,  diese
beiden  Bildungen  von  einander  zu  unterscheiden.  Denn  —  während  der
Berglehm  lediglich  das  Product  localer  Verwitternng  ist,  —  verdankt  der
subkarpathische  Lehm  seine  Entstehung  der  Wirkung  verschiedener  Factoren,
so  z.  B.  des  fließenden  Wassers,  der  Winde,  manchmal  sogar,  wie  z.  B.
bei  Libusza,  der  Gletscher.
Was  aber  die  andere  Bezeichnung,  d.  i.  Blocklehm,  anbelangt,  so  ist
doch  allgemein  bekannt,  daß  dieselbe  in  der  Alpengeologie  für  etwas  ganz
anderes  gebraucht  wird.  Es  ist  also  rathsam,  diesen  Namen  bei  dem  subkarpathischen ­
  Lehm  nicht  in  Anwendung  zu  bringen  und  auf  diese  Weise
der  nomenclatorischen  Verwirrung  aus  dem  Wege  zu  gehen.
Schließlich  wollen  wir  erwähnen,  daß  wir  auf  dieser  Karte  sämmtliche ­
  größere  Alluvien  des  Biata-Flusses  und  mancher  wichtigeren  Bäche
ausgeschieden  haben.
        <pb n="91" />
        85

4.  Zone  7.  Colonne  XXIII  UO.
(Neu-Sandez,  Klyczany,  Librantowa  rc.)
Der  Ropianka  -  Schichtenaufbruch,  der  am  Fuße  des  Bergrückens
Rosochatka  über  Kruölowa,  Posadowa  u.  s.  w.  läuft,  kommt  auch  auf  dieses
Blatt  und  zwar  in  der  Gegend  von  Mogilno  herüber.  Hier  wird  derselbe ­
  zwischen  dem  Eocen  und  den  Menilit-Schiefern  eng  zusammengepreßt
und  der  Uebergang  von  einer  Formation  zu  der  anderen  ist  stellenweise  so
plötzlich,  daß  z.  B.  (wie  bereits  früher  erwähnt)  einer  von  den  zwei  Nachbarschächten ­
  in  Mogilno  sich  nur  in  den  strzolkaartigen  Gesteinen  vertieft,
während  der  andere  nur  Menilit-Schiefer  antrifft.
Erst  weiter  westlich  bei  Koniuszowa  und  Librantowa  erweitert  sich
dieser  ältere  Zug  und  streicht  dann  regelmäßig  nordwestlich.  Die  rothen
Thone  bilden  hier  überall  das  Hangende  und  führen  stellenweise  Nummuliten-Schichten.

Während  im  N.  dieser  ganze  Ropianka-Zug  mit  seinen  rothen  Thonen
unter  eocene  Sandsteine  einfällt,  grenzt  er  im  S.  unmittelbar  an  die  Menilit-Schiefer ­
  an.
Man  darf  zwar  nicht  glauben,  daß  die  eocencn  Sandsteine  hier  vollständig ­
  fehlen,  doch  sind  dieselben  so  schwach  entwickelt,  daß  wir  sie  auf
unserer  Karte  gar  nicht  berücksichtigen  konnten.
Der  Ropianka-Zug  erweitert  sich  bei  Klimkbwka  und  Ubiad,  nachher
wird  er  wieder  durch  die  eocencn  Sandsteine  eingeengt,  bis  er  endlich  durch
das  Dunajcc-Thal  abgeschnitten  wird.
Auf  der  linken  Seite  des  Dunajec-Flusses  sehen  wir  anfangs  nur
den  plattigen  eocenen  Sandstein  und  erst  weiter  bei  Bialowoda  erscheint
wieder  der  Aufbruch  älterer  Schichten,  wahrscheinlich  ist  das  die  Fortsetzung
der  Zuges  Mogilno-Librantowa-Klimkbwka  rc.
Sämmtliche  Einschnitte  bei  Zawadka  (wie  überhaupt  alle  am  nördlichen ­
  Fuße  des  Rozdziele  und  Chelín  Berges)  zeigen  strzolkaartige  Gesteine, ­
  während  die  rothen  Thone  ziemlich  hoch  hinaufreichen.
Wie  wir  es  bereits  im  ersten  Theile  erwähnt,  erscheinen  hinter  den
Wielopoler  Meniliten  die  Ropianka-Schichten  und  die  rothen  Thone  in
einem  kleinen  Aufbruch,  der  von  Wielopole  nach  Boguszowa  reicht.  Im
Gegensatz  zu  den  Verhältnissen,  die  wir  bei  den  nördlichen  Zug  beobachteten,
sieht  man  hier  die  Ropianka-Schichten  im  S.  unter  die  plattigen  Sandsteine ­
  einfallen,  im  N.  aber  knapp  an  den  Menilit-Schieferzug  angrenzen.
Diese  Erscheinung  entspricht  ganz  gut  unserer  theoretischen  Annahme,
daß  der  Menilit  Schieferzug  eine  Synklinale  bildet,  denn  in  diesem  Falle
gehören  die  beiden  ausgebrochenen  Sättel  der  Ropianka-Schichten  zusammen
und  correspondiren  unterirdisch  miteinander.
        <pb n="92" />
        86

Auf  der  linken  Seite  des  Flußthales  erscheinen  die  Ropianka-Schichten
S.  von  Rdziostów  und  erstrecken  sich  hernach  unweit  von  den  Menilit-Schiefern
  durch  den  südlichen  Theil  des  Bergbaues  von  Kltzczany,  unterhalb ­
  Wola-marcinkowska  über  das  Smolnik-Thal  und  noch  weiter  gegen
NW.  In  Chomranice  sieht  man  auch  die  rothen  Thone  in  ihrem  Hangenden ­
  stärker  entwickelt.
Weiter  im  S.  haben  wir  längs  des  Pruski-Baches  einen  anderen
Ropianka-Zug.  Hier  erreichen  die  rothen  Thone  eine  starke  Entwickelung,
sie  erstrecken  sich  hoch  hinauf  bis  zu  der  Sandez-Limanower  Poststraße,
und  nachher  auf  die  andere  Seite  des  Bergrückens  in  die  Gegend  des
Bierzewicki-Baches,  unweit  des  Khczaner  Bergbaues.  Von  der  südlichen
Seite  reichm  sie  bis  nach  Biczyce  an  das  Thal  des  Tunajec-Flusses.
Der  plattige  eocene  Sandstein  bildet  einen  breiten  Zug  im  SO.  des
Blattes  in  der  Gegend  von  Neu-Sandez  und  geht  hernach  über  Kurowskiberg
  u.  s.  w.  auf  die  andere  Thalseite  hinüber.  Wir  wollen  hier  an  die
Thatsache  erinnern,  daß  wir  in  diesem  Zuge  am  Kurowski-Berg  Nummuliten
  gefunden  haben.
Ein  anderer  Zug  eocener  plattiger  Sandsteine  zeigt  sich  nördlich  vom
Ropianka-Aufbruch  in  Mogilno,  Librantowa  u.  s.  w.
Der  Citzèkowicer  Sandstein  erscheint  als  Fortsetzung  des  Chodorower
Zuges  zwischen  L.yczana  und  Milkowa.
Der  nordwestliche  Theil  des  Blattes  wird  durch  die  Schichten  von
Libusza  ausgefüllt.
Die  Gruppe  der  Menilit-Schiefer  zeigt  hier  eine  sehr  interessante
Ausbreitungsweise.
Im  Allgemeinen  lassen  sich  hier  zwei  Menilit-Schieferzüge,  ein  nördlicher ­
  und  ein  südlicher  unterscheiden,  die  nahe  an  einander  und  parallel
angeordnet  sind.
Der  südliche  Zug  ist  nichts  anderes  als  die  Fortsetzung  der  Grybüwer
Synklinale.  Aehnlich  dem  Ropianka-Zug  verengt  er  sich  stark  bei  Mogilno,
läuft  dann  in  dieser  schmalen  Zone  unweit  von  Koniuszowa,  Librantowa
u.  s.  w.  überall  in  der  Nähe  der  Ropianka-Schichten  und  kommt  auf  solche
Weise  bis  nach  Wielogiowy,  wo  er  sich  stark  erweitert  und  schließlich  durch
das  Dunajec-Thal  unterbrochen  wird.  Auf  der  anderen  Seite  des  Flusses
sieht  man  ihn  im  N.  des  Rdziostüwer-Berges,  hernach  in  einer  mächtigen
Entwickelung  im  Thale  des  Smolnik  -  Baches  und  in  der  Gegend  von
Kl^czany,  wo  er  wie  bereits  früher  erwähnt,  unterhalb  des  Bergbaues  erscheint ­
  und  bis  unter  den  Gipfel  des  Chetm-Bergcs  reicht.
Aber  man  sieht  die  Menilit-Schiefer  auch  am  Dunajec-Flusse  zwischen
Kltzczany  und  Tygoborze,  ferner  in  der  Schlucht  des  Biakowodzki-Berges.
Diese  beiden  Vorkommnisse  gehören  offenbar  ein  und  demselben  Zuge  an,
        <pb n="93" />
        87

sind  aber  in  der  Mitte  durch  die  jüngere  Masse  des  Dtzbrowa  -  Berges
unterbrochen.
Der  zweite  Menilit-Zug  zieht  sich  von  Swchgocin  angefangen,  unterhalb ­
  des  nördlichen  Abhanges  des  Mogilno-Berges,  ferner  über  Stowikowa,
Ubiad  u.  s.  w.  Auch  dieser  Zug  setzt  sich  auf  der  anderen  Seite  des  Dunajec-Flusses
  fort.  Man  sieht  ihn  auf  dem  Berge  zwischen  Ttzgoborze  und  Jakubkowice,
  hernach  in  einer  schönen  Entwickelung  am  Iwsosina-Fluß  in  der
Nähe  der  Ortschaft  L,ososina-dolna.
Wir  haben  auf  dieser  Karte  den  Berglehm  nicht  berücksichtigt,  obwohl
es  sich  nicht  läugnen  läßt,  daß  derselbe  stellenweise,  insbesondere  an  der
Berglehne  gegen  das  Dunajec-Thal,  eine  starke  Entwickelung  erlangt.
Die  Ausscheidung  des  Berglehms  würde  jedoch  das  geologische  Bild
anderer  wichtigerer  Bildungen  wesentlich  gestört  haben.
Hingegen  haben  wir  die  riesigen  Alluvien  des  Tunajec-Flusses  und
einiger  Nebenflüsse  auf  diesem  Blatte  ersichtlich  gemacht.
5.  Zone  7.  Colonne  XXIII  SO.
(Alt-Sandez,  Nawojowa,  Kamionka  rc.)
Südlich  von  Neu-Sandez  sehen  wir  das  Eocen  eine  mächtige  Entwickelung ­
  erlangen.  Dasselbe  ist  hier  in  verschiedenen  Faciesausbildungen
vertreten,  obwohl  im  Großen  und  Ganzen  der  plattige  Sandstein  vorherrschend ­
  ist.  Aus  diesem  Grunde  ist  dieses  ganze  Blatt  durch  eine  große
Einförmigkeit  ausgezeichnet,  wozu  sich  noch  der  Umstand  gesellt,  daß  wir
hier  auch  große  alluviale  Schottermassen  vor  uns  haben,  indem  da  mehrere
bedeutende  Ströme,  wie  Dunajec,  Poprad,  Kamienica  rc.  zusammentreffen.
Alle  diese  Flüsse  führen  bedeutende  Schottermassen,  die  von  ihnen  in  den
Thälern  abgelagert  werden,  so  daß  ca.  */ 8  der  Karte  nur  Alluvionen  zeigt.
Nur  in  einem  Punkte,  nämlich  NW.  des  Blattes  bei  Niskowa,  sehen
wir  auch  die  Ropianka-Schichten  und  die  rothen  Thone,  die  den  Anfang
jenes  Zuges  bilden,  die  wir  weiter  NW.  am  Pruska-Bach  und  Eietrzewina-Berg
  beobachten  können.  Das  alluviale  Dunajec-Thal  schneidet  diesen  Zug
vollständig  ab,  denn  wir  sehen  auf  der  anderen  Seite  des  Flusses  in  der
correspondirenden  Richtung,  nämlich  in  der  Gegend  des  Kamienica-Flusses
keine  Spur  von  den  älteren  Schichten.  Tie  mögliche  Ursache  dieser  Erscheinung ­
  haben  wir  bereits  im  ersten  Theil  erörtert.
Zwischen  Neu-Sandez  und  Ptaszkowa  zeigt  sich  ein  mächtiger  Zug
von  großplattigen  eocenen  Sandsteinen,  dessen  Fortsetzung  bei  Ubiad,
Kurowska-góra  u.  s.  w.  wir  bereits  kennen.
Südlich  davon  sieht  man  einen  Vorsprung  zwischen  dem  Kamionkaund
  Kamieuica-Fluß,  in  dem  massiger  Sandstein  zu  Tage  tritt.  Derselbe
zieht  sich  auf  der  rechten  Seite  des  Kamienica-Flusses  über  Nawojowa,
        <pb n="94" />
        88

Frycowa  und  ist  nichts  anderes  als  die  Fortsetzung  des  massigen  eocenen
Sandsteines  von  Berest.
Wir  haben  ihn  besonders  auf  unserer  Karte  ausgeschieden  (grüne
Farbe,  roth  gestreift).
Noch  weiter  im  S.  finden  wir  eine  Zone  von  dünnplattigen  Sand
steinen,  Hellen  Mergeln,  dunklen  Schiefern  n.  s.  w.,  die  stellenweise  (bei
Naszacowice,  Podcgrodzie)  auch  braunkohlenführcnde  Schichten  enthalten.
Näheres  darüber  findet  man  im  ersten  Theile,  hier  wollen  wir  nur  er
wähnen,  daß  wir  diesen  ganzen  Zug  auf  unserer  Karte  ausgeschieden  haben
(grüne  Farbe,  gelb  gestreift).
Hiernach  kommen  wir  wieder  auf  eine  Zone  plattiger  eocener  Sand
steine,  die  im  S.  bis  nach  Kroscienko,  im  W.  nach  Lqcfo  reichen  und  in
diesen  beiden  Ortschaften  das  Hangende  rother  Thone  bilden.
Von  dem  Berglehm  sieht  man  größere  Massen  auf  dem  Bergrücken
zwischen  dem  Poprad-  und  dem  Kamienica-Fluß,  dann  längs  des  Abhanges, ­
  der  die  linke  Hälfte  des  Dunajec-Thales  abschließt.  Wir  haben
jedoch  diese  Bildung  aus  den  Gründen,  die  wir  schon  mehrere  Male  erörtert, ­
  nicht  ausgeschieden.
Ueber  die  großartigen  Fluß-Alluvionen  im  Gebiete  dieses  Blattes
haben  wir  bereits  am  Anfange  des  laufenden  Capitels  gesprochen.
6.  Zone  7.  Colonne  XXIII  Itti).
(Limanowa,  Pisarzowa  rc.)
Die  Formationen,  die  wir  bei  Neu-Sandez  und  Kl^czany  kennen  gelernt ­
  haben,  gehen  ganz  regelmäßig  im  W.  auf  das  Gebiet  des  angrenzenden ­
  Kartenblattes  hinüber.
Indem  wir  unsere  Uebersicht  im  N.  beginnen,  erblicken  wir  einen
kleinen  Aufbruch  älterer  Schichten  bei  Zawadka  und  Biaiowoda,  der  aber
bald  unter  den  eocenen  Sandsteinen  verschwindet.
Der  südlichere,  d.  i.  der  Kl^czaner  Aufbruch,  erreicht  hier  eine  ziemlich ­
  starke  Entwickelung.  Er  zieht  sich  über  Macina,  Kkodne  nach  Pisarzowa ­
  und  verschwindet  in  der  Gegend  der  letztgenannten  Ortschaft.  Wir
erinnern,  daß  wir  im  Liegenden  der  strzolkaartigen  Gesteine  dieses  Zuges
eisenschüssige  Sandsteine  beobachteten.
Südlich  davon  sehen  wir  einen  mächtigen  Ropianka-Zug,  zu  dessen
beiden  Seiten  die  rothen  Thone  eine  ungewöhnlich  starke  Entwickelung  erlangen. ­
  Wir  haben  bereis  früher  zwischen  Cietrzewina  und  Biczyce  ältere
Schichten  constatirt,  wo  besonders  die  rothen  Thone  stark  entwickelt  waren.
Dieselben  gelangen  über  Litacz  nach  Pryszowa  und  ziehen  sich  von  hier
angefangen  in  einer  breiten  Zone  gegen  NW.  In  der  Mitte  dieser  Zone
sind  auch  die  strzolkaartigen  Gesteine  sichtbar.
        <pb n="95" />
        89

Im  Großen  und  Ganzen  streicht  dieser  Zug  regelmäßig  9  h,  doch
weicht  er  stellenweise  von  dieser  Richtung  einmal  gegen  N.,  das  andere
Mal  gegen  W.  ab,  so  daß  er  dadurch  eine  schlangenförmige  Gestalt
bekommt.
Südlich  von  Slopnice-górne  haben  wir  den  Anfang  eines  neuen  Aufbruches ­
  älterer  Schichten.
Wir  sehen  hier  einen  Zug  von  Ropianka-Schichten,  der  sich  westwärts ­
  wendet  und  bedeutende  Massen  von  rothen  Thonen  in  seinen  Hangenden ­
  führt.
Auffallend  ist  der  Umstand,  daß  wir  auf  dem  Gipfel  des  Bergrückens
zwischen  Podgórze  und  Zalesie  (längs  der  Chaussee  nach  Lqcfo)  abermals
die  rothen  Thone  antreffen,  die  gegen  S.  unter  dem  massigen  Sandstein
von  Zalesie  einfallen.
Wie  überall  sonst  in  unserem  Aufnahmsgebiet,  so  nehmen  auch  hier
die  eocenen  plattigen  Sandsteine  einen  großen  Flächenraum  ein.  Sie
bilden  das  Hangende  der  rothen  Thone  und  bauen  stellenweise,  so  z.  B.
am  Cichon-  und  Ostra-Berg  die  höchsten  Gipfel  auf.
Zwischen  Podgórze  und  Zalesie  beginnt  auf  diesem  Blatte  der  mächtige ­
  Zug  massiger  Sandsteine,  die  wie  bereits  erwähnt  auf  den  rothen
Thonen  liegen  und  somit  zweifellos  dem  Eocen  angehören.
Wir  haben  hier  auch  einen  Menilit-Schieferzug,  der  durch  jüngere
Schichten  in  zwei  Theile  getrennt  wird.
Zwischen  Macina  und  Pisarzowa  erscheinen  die  Menilit-Schiefer,  die
in  h  10  gegen  den  Ostra-  und  Jaworz-Berg  streichen  und  unter  jüngeren
Gesteinen  der  geannten  Berggipfel  verschwinden.  Aber  auf  der  anderen
Seite  der  Bergkette  sieht  man  am  Lososina-Fluß  wieder  Menilit-Schiefer,
die  wahrscheinlich  die  Fortsetzung  jener  von  Pisarzowa  bilden.
Bezüglich  der  dilluvialen  und  alluvialen  Bildungen  läßt  sich  hier
nichts  bemerkenswerthes  angeben.

7.  Zone  7.  Colonne  XXIII.  SW.
(Kamieniöa,  Lijcfo,  Üadcza  u.  s.  w.)
Im  nördlichen  Theile  der  Karte  erblicken  wir  einen  kleinen  Zug  rother
Thone  als  Fortsetzung  des  Vorkommens  südlich  von  Podgorze.
Zwischen  Zblud/ic  und  Zalesie  zeigt  sich  der  bereits  im  letzten  Capitel
erwähnte  eocene  Zug  massiger  Sandsteine.  Er  nimmt  seinen  Anfang  bei
Czarny  potok  und  streicht  regelmäßig  gegen  NW.
Südlich  davon  sehen  wir  auch  ältere  Schichten,  nämlich  die  rothen
Thone,  die  von  ļşko  über  Kamienica  und  Zbludöa  auch  nordwestlich
streichen.  Im  nördlichen  Theile  dieses  Zuges  sieht  man  auch  strzolka-
        <pb n="96" />
        90

artige  Gesteine,  in  Gesellschaft  dunkler  Schiefer,  die  an  die  Menilit-Schiefer
erinnern,  obwohl  sie  zufolge  ihrer  Lage  unter  den  rothen  Thonen  zweifellos ­
  bedeutend  älter  sind.  Auf  der  anderen  Seite  des  Dunajec-Flusses
verschwindet  dieser  ältere  Aufbruch  und  es  erscheinen  eocene  Sandsteine,
die  einen  mächtigen  Zug  bilden.  Denn  erst  bei  Króscienko,  schon  im  Gebiete ­
  der  Kalkklippen,  zeigt  sich  ein  neuer  Aufbruch  der  Ropianka-Schichten.
Auf  dem  östlichen  Theile  des  Blattes  erscheinen  die  Mergel  und
braunkohlenführenden  Thone  von  Naszacowice,  die  aber  bald  verschwinden.
Anmerkung.  Die  beigegebene  geologische  Karte  stellt  den  wichtigsten
Theil  unseres  Äufnahmsgebietes  dar.  Sie  wurde  von  den  Originalkarten
auf  den  Maßstab  1:  75,000  übertragen.
Was  unsere  Profile  anbelangt,  so  haben  wir  uns  entschieden  nur
schematische  Durchschnitte  zu  geben,  da  die  naturgetreuen  viel  zu  complicirt
sind,  und  da  man  immer  eine  größere  Anzahl  derselben  zusammenstellen
müßte,  um  den  Aufbau  einer  Gegend  klar  zu  legen.  Tie  letzteren  stehen
übrigens  im  Archiv  des  galiz.  Landesausschusses  jedermann  zur  Einsicht.
        <pb n="97" />
        III.
&amp;amp;  d)  su  IL

1.  lieberļtdjt  der  ausgeschiedenen  ^ortjmtte.
Es  bleibt  uns  noch  übrig,  das  bis  jetzt  Gesagte  in  kurzen  Worten
zusammenzustellen,  um  auf  diese  Weise  eine  allgemeine  Uebersicht  zu  ermöglichen. ­

Wir  wollen  im  Vorhinein  bemerken,  daß  wir  uns  in  den  folgenden
Ausfiihrungen  nur  auf  das  Terrain  der  westgalizischen  Karpathen,  das
wir  aufgenommen,  beschränken.
Die  tiefsten  resp.  die  ältesten  Schichten  unseres  Aufnahmegebietes
sind  (abgesehen  von  den  Klippenkalken)  die  Ropianka-Schichten.  *)  Sie
bilden  das  Liegende  des  ganzen  Systems  von  Gesteinen,  die  die  galizischen
Westkarpathen  aufbauen  und  treten  überall  in  Gestalt  von  steilen,  manchmal ­
  schiefen  Aufbriichen  auf.  Es  unterliegt  nicht  dem  mindesten  Zweifel,
daß  diesen  Schichten  thatsächlich  der  Name  der  Ropianka-Schichten  zukommt,
d.  h.  daß  das  dieselben  sind,  die  in  den  Ostkarpathen  unter  dieser  Bezeichnung ­
  zusammengefaßt  werden.  Sowohl  die  petrographischen  und  die
stratigraphischen  Merkmale,  die  wir  bereits  im  ersten  Theil  ausführlich
besprochen  haben,  als  auch  die  spärlichen  organischen  Reste  derselben  lassen
hier  keinen  Zweifel  aufkommen.
Uebrigens  haben  wir  öfters  die  Gelegenheit  gehabt,  einzelne  Punkte
unseres  Terrains  mit  dem  Herrn  Bergrath  Paul  zu  besuchen  und  derselbe
hat  keinen  Anstand  genommen,  diese  Schichten  als  seine  typischen  Ropianka-Schichten
  zu  bezeichnen.
Was  das  geologische  Alter  derselben  anbelangt,  so  wollen  wir  vor
Allem  constatiren,  daß  wir  es  hier  zweifellos  mit  der  Kreideformation  zu
thun  haben.  Die  Bruchstücke  von  Ammoniten,  von  Jnoceramen  u.  s.  w.
scheinen  in  dieser  Beziehung  ganz  überzeugend  zu  sein.
')  Wie  bereits  früher  erwähnt,  ist  unsere  Eintheilung  in  die  oberen  und  unteren ­
  Ropianka-Schichten  nur  auf  petrographische  Merkmale  gegründet.  Die
ersteren  scheinen  mit  den  „plattigen  Sandsteinen",  die  von  den  Herren  Kreutz  und
Zuber  im  O.  ausgeschieden  wurden,  identisch  zu  sein.  Wir  haben  jedoch  keinen
triftigen  Grund,  dieselben  in  unserem  Terrsin  als  einen  selbständigen  Horizont
aufzufassen.
        <pb n="98" />
        92

■I
Schwieriger  wird  sich  die  Sache  gestalten,  wenn  wir  uns  die  Frage
aufstellen,  welchen  Horizont  der  Kreideformation  die  Ropianka-Schichten
in  den  westgalizischen  Karpathen  repräsentiren?
Allerdings  scheint  die  Antwort  nahe  zu  liegen,  daß  dieselben  analog
zu  dem  im  O.  gebrauchten  Vorgänge  zum  Neocom  zu  stellen  sind.
Aber  abgesehen  davon,  daß  nach  unserer  Ansicht  das  neocome  Alter
der  strzolkaartigen  Schichten  in  den  Ostkarpathen  rein  hypothetisch  ist,  da
gerade  die  wenigen  entscheidenden  Fossilien  (bei  Przemysl  n.  s.  w.)  nicht  in  den
petrographisch  typischen  Ropianka-Schichten  vorkommen,  so  haben  wir  auch
andere  Gründe,  die  uns  diese  Annahme  (wenigstens  für  unser  Aufnahmsgebiet) ­
  bedenklich  erscheinen  lassen.
Vor  Allem  wollen  wir  betonen,  daß  die  wenigen  palaeontologischen
Funde  hier  gar  nichts  beweisen.  Von  den  Jnoceramen,  die  wir  da  gefunden ­
  haben,  ließen  sich  folgende  annähernd  weiter  bestimmen:  Inoceramus
Cripsii  Maut.,  I.  cf.  concéntricas  Sow.,  I.  cf.  Haneri  Zugmayr.
Die  beiden  ersteren  kommen  bekanntlich  sowohl  in  der  unteren  als
auch  in  der  oberen  Kreide  vor,  was  aber  den  Inoceramus  Haneri  anbelangt, ­
  so  ist  keineswegs  eine  ausgemachte  Thatsache,  daß  die  Schichten,
in  denen  er  gefunden  wurde,  thatsächlich  dem  Neocom  entsprechen.
Der  Abdruck  von  angeblichem  Phylloceras,  der  von  Herrn  Szajnocha
in  unserem  Terrain  vor  einigen  Jahren  gefunden  wurde,  scheint  auch  nicht
viel  zu  beweisen,  denn  bekanntlich  geht  der  Phylloceres  bis  in  das  Cenomen
  hinauf.  Uebrigens  ist  das  Exemplar  so  unvollkommen,  daß  es  nach
unserer  Meinung  fraglich  ist,  ob  das  Stück  überhaupt  eine  Versteinerung
darstellt.
Da  uns  nun  die  Paläontologie  vollkommen  im  Stich  läßt,  so  wollen
wir  versuchen,  ob  nicht  vielleicht  das  Studium  der  stratigraphischen  Verhältnisse ­
  zur  Losung  dieser  Frage  beitragen  könnte.
Wir  haben  gesehen,  daß  überall  in  unserem  Terrain  die  rothen  Thone
das  unmittelbare  Hangende  der  Ropianka-Schichten  bilden.  In  den  rothen
Thonen  findet  man  jedoch,  wie  wir  das  bereits  im  I.  Theil  ausführlich
erörtert  haben,  einen  grünen,  breccienartigcn  Sandstein  mit  zahlreichen
Nummuliten,  von  denen  sich  folgende  bestimmen  ließen:  Nummulites  Lucasana
  Defr.,  N.  irregularis  Defr,  N.  cf.  granulosa  d’Arcli,  u.  s.  w.
Es  unterliegt  also  nicht  dem  mindesten  Zweifel,  daß  die  rothen  Thone
dem  Eocen,  und  zwar  (wie  das  aus  dem  genannten  Formen  hervorgeht)
dem  unteren  Eocen  angehören,  und  daß  somit  die  Ropianka-Schichten ­
  der  Westkarpathen  das  unmittelbare  Liegende  des  unteren
Eocens  bilden.
Wir  wollen  hier  erinnern,  daß  wir  diese  Thatsache  in  Stzkowa,
Siary,  Ropa,  Strzylawka  (oberhalb  Grybów)  Kru/lowa,  Radziechoìva
        <pb n="99" />
        93

(Schlesien)  u.  s.  w.  constatirt  haben.  In  allen  den  genannten  Localitäten  \
haben  wir  thatsächlich  in  einer  und  derselben  kaum  ein  paar  Meter  hoher
Wand  Jnoceramen  und  Nummuliten  gesammelt.
Die  rothen  Thone  bilden  somit  eine  ausgezeichnete  Leitschicht,  denn
obwohl  man  in  derselben  nicht  immer  die  nummulitenführende  Sandsteine
eingeschaltet  findet,  so  unterliegt  es  nicht  dem  mindesten  Zweifel,  daß  sie
überall  in  unserem  Gebiet  dieselben  d.  i.  von  eocenen  Alter  sind.  x )  Man
soll  sich  im  Gegentheil  wundern,  daß  wir  den  nummulitenführenden  Sandstein, ­
  der  doch  so  eine  geringe  Mächtigkeit  besitzt  (gewöhnlich  nur  einige
Decimeter)  in  so  vielen  Punkten  anstehend  fanden"),  denn  wie  leicht  könnte
derselbe  ausgewaschen,  oder  von  den  losen  Thonmassen  überschüttet  werden.
Es  steht  soweit  fest,  daß  das  untere  Eocen  das  unmittelbare  Hangende
der  Ropianka-Schichten  bildet.
Bei  der  Erklärung  dieser  Thatsache  drängt  sich  vor  Allem  die  Annahme ­
  auf,  daß  wir  es  hier  ähnlich  wie  stellenweise  in  Schlesien  mit  einer
großartigen  Transgression  zu  thun  haben,  vorausgesetzt  natürlich,  daß  wir
die  Ropianka-Schichten  als  Neocom  betrachten.  Diese  Annahme  scheint  uns
jedoch  wenig  plausibel  zu  sein,  indem  hier  keine  Transgressionserscheinungen
  sichtbar  sind.  Die  rothen  Thone  liegen  nicht  nur  ganz  concordant
auf  den  Ropianka-Schichten,'  sondern  sie  alterniren  sogar  in  den  unteren
Partieen  mit  den  letzteren,  so  daß  wir  uns  in  Folge  dessen  zu  der  Annahme ­
  gezwungen  sehen,  die  Ropianka-Schichten  in  unserem  Gebiete  als
obere  Kreide  zu  betrachten.
Wie  wir  in  unserem  Anhang  zum  ersten  Theile  ausführlich  besprochen
haben,  liegen  unsere  echten  strzolkaartigen  Gesteine  bei  Guloszków  unweit
von  Kamesznica  (Schlesien)  auf  dem  Cenoman,  so  daß  unsere  Annahme
durch  diese  Thatsache  wahrscheinlich  wird.
Wir  wollen  gerne  zugeben,  daß  es  nur  stratigraphische  Gründe  sind,
die  uns  zu  dieser  Ansicht  berechtigen.  Diese  ganze  Frage  ist  jedoch  rein
theoretischer  Natur,  und  ob  man  sich  nun  in  der  Zukunft  für  die  eine  oder
andere  Annahme  entscheidet,  so  werden  dadurch  weder  unsere  Karten  noch
unsere  Profile  in  irgend  einer  Weise  alterirt,  denn  eines  steht  fest  und
wird  sich  nie  bestreiten  lassen,  nämlich  die  Thatsache,  daß  in
')  Wir  bemerken  ausdrücklich,  daß  wir  nur  diese  rothen  Thone  für  einen  wichtigen ­
  geologischen  Horizont  betrachten,  die  unmittelbar  den  Ropianka-Schichten
ausruhen.  Denn  anderseits  läßt  es  sich  gar  nicht  läugnen,  daß  ähnliche  Thone
sich  in  höheren  Horizonten  wiederholen.
*)  Erwähnenswerth  ist  der  Umstand,  daß  wir  ganz  denselben  grünen  breccienartigen
  Sandstein  mit  Nummuliten  aus  Moinesti  (Rumänien)  erhalten  haben,
der  dort  in  den  rothen  Thonen  unterhalb  der  Menilite-Schiefer  liegt.  Es  scheint
somit,  daß  unsere  Schichten  eine  große  Verbreitung  in  den  Karpathen  besitzen,
und  wir  können  nicht  umhin  die  Geologen  darauf  aufmersam  zu  machen.  -s
        <pb n="100" />
        unserem  Gebiet  das  Eocen  das  unmittelbare  Hangende  der
Ropianka-Schichten  bildet,  und  das  somit  die  ganze  große
Schichtenabtheilung,  die  in  den  Ostkarpathen  zwischen  den
Ropianka-Schichten  und  dem  Eocen  liegt  und  die  als  mittlere
Gruppe  bezeichnet  wird  hier  in  den  Westkarpathen  vollständig
fehlt.  Allerdings  haben  wir  auch  in  unserem  Gebiet  Gesteine,  die  an
den  massigen  Jamna-Sandstein  erinnern  und  die  sogar  thatsächlich  von
H.  Szajnocha  (l.  c.)  zur  mittleren  Gruppe  gestellt  wurden,  die  aber  nichts
destoweniger  zweifellos  dem  Eocen  angehören,  weil  sie  auf  den  rothen
Thonen  mit  dem  Nummulitensandstein  ausruhen.
Von  einer  Storung  im  geologischen  Baue  von  Ueberkippungen  u.  s.  w.
kann  hier  keine  Rede  sein,  weil  in  unserem  Gebiet  nur  die  Ropianka-Schichten
  und  theilweise  auch  die  Menilit-Schiefer  eine  ziemlich  unregelmäßige ­
  Lagerung  aufweisen,  sonst  ist  aber  Alles  ganz  regelmäßig  und
bildet  leicht  gewölbte  Falten,  die  sich  immer  mit  einer  großen  Einförmigkeit ­
  wiederholen.
Daß  die  plattigen  Sandsteine  (wohl  zu  unterscheiden  von  den  plattigen
Sandsteinen  der  Herren  Kreutz  und  Zuber,  die  unseren  oberen  Ropianka-Schichten
  entsprechen),  die  auch  im  Hangende»  der  rothen  Thone  vorkommen, ­
  dem  Eocen  angehören,  das  wird  wohl  Niemand  bezweifeln  können.
Schwieriger  verhält  es  sich  mit  der  Altersbestimmung  jener  grobkörnigen ­
  Sandsteine  (Mühlsteine)  die  gewöhnlich  die  Gipfel  der  Berge
bilden.  Sie  liegen  auf  den  plattigen  Sandsteinen,  doch  haben  wir  gar
keinen  Anhaltspunct  zu  entscheiden,  ob  sie  noch  dem  Eocen  oder  etwa
einem  noch  jüngeren  Horizonte  angehören.
Ueber  die  Menilit-Schiefer  läßt  es  sich  nicht  viel  sagen.  Ihr  Auftreten ­
  in  unserem  Gebiet  ist  mit  dem  des  Ostens  ganz  identisch.  Es  wäre
hier  vielleicht  der  Umstand  hervorzuheben,  daß  sie  gewöhnlich  in  der  Gestalt ­
  von  Synklinalen  auftreten,  und  oft  von  der  allgemeinen  Streichungsrichtung ­
  abweichen.
Daß  die  Sandsteine,  die  daß  Hangende  der  Menilit-Schiefer  bilden
(Mogilno,  Chetm  u.  s.  w.)  und  die  von  uns  den  Namen  „jüngerer  Sandsteine" ­
  erhalten  haben,  thatsächlich  jünger  sind  als  die  Menilit-Schiefer,
scheint  klar  zu  sein.
Die  Stellung  der  braunkohlenführenden  Schichten  von  Podegrodzie,
Naszacowice  u.  s.  w.  ist  auch  nicht  bestimmt.  Jedenfalls  sind  dieselben
jünger  als  die  plattigen  eocenen  Sandsteine,  weil  sie  das  Hangende  derselben ­
  bilden.
Unsere  Ausscheidung  des  subkarpathischen  Lehms  im  Gegensatz  zum
Berglehm  haben  wir  bereits  im  3.  Capitel  des  zweiten  Theiles  begründet.
Ueber  die  Alluvien  läßt  sich  nichts  erwähnenswerthes  anführen.
        <pb n="101" />
        95

Die  Klippenkalke  und  die  Trachite  übergehen  wir  mit  Stillschweigen
da  dieselben  außerhalb  des  Bereiches  unserer  Aufgabe  lagen.
Nachstehende  Tafel  gibt  eine  Uebersicht  unserer  Ausscheidungen:

Obere  und  untere  (strzolkaartigen)  Ì  ^  ..
Ropianka-Schichten  j  C£&amp;gt;ere  Kreide.
Rothe  Thone  mit  nummuliten-  Ì  ,,  „
führenden  Schichten.  J  H"îeres  Eocän.
Citzèkowicer  Sandstein/)  i  ..
Schichten  von  Libusza,  |  Gocän
Plattiger  Sandstein,  |  _/•  Th-nur
Massiger  Sandstein.  &amp;gt;  Oberes  Eocen.
Menilit-Schiefer.  Unterer  Oligocen.)
Jüngere  Sandsteine,  I  Oberes  Oligocen
Mühlsteine,  _  (vielleicht  auch
Braunkohlenführende  Schichten.  ļ  jünger.)
Erratische  Blöcke  ļ  |  jüngeres
Berglehm  j  Diluvium.
Subkarpathischer  Lehm  |  älteres
Flußanschwemmungen  Alluvium.
*  *
*

Wenn  wir  nun  einen  Blick  auf  unser  ganzes  Aufnahmsgebiet  werfen,  so
bemerken  wir,  daß  der  geologische  Bau  desselben  im  Großen  und  Ganzen  eine
gewisse  Gesetzmäßigkeit  aufweist,  die  wir  jetzt  näher  betrachten  wollen.
Die  erste  Thatsache  die  vor  Allem  in  die  Augen  fällt  beruht  darin,
daß  sämmtliche  Formationen  im  Allgemeinen  regelmäßig  in  der  orographischen
  Richtung  der  Bergketten  also  SO.—NW.  streichen.
Die  Ausnahmen  von  dieser  Regel  sind  rein  localer  Natur,  und  wurden ­
  von  uns  bereits  früher  hervorgehoben.  Am  häufigsten  zeigen  sie  sich
bei  den  Menilit-Schieferzügen,  die  eine  eigenthümliche  Tendenz  haben,  von
der  regelmäßigen  Streichungsrichtung  nordwärts  abzulenken.  So  haben
wir  in  Kryg,  Ropa,  Kltzczany  u.  s.  w.  constatirt,  daß  die  Menilit-Schiefer
dora  10—11  manchmal  sogar  12  streichen.
Es  ist  schwer  für  diese  Erscheinung  eine  befriedigende  Hypothese  zu
finden.  Sie  wird  wahrscheinlich  ihren  Grund  in  der  Thatsache  haben,  daß
die  faltende  Kraft  der  Karapathen  in  verschiedenen  Perioden  und  Punkten
eine  verschiedene  Intensität  hatte.
Die  zweite  auffallende  Thatsache  ist  der  Umstand,  daß  unser  ganzes
Aufnahmsterrain  sich  ganz  gut  in  drei  verschiedene  Gebiete  eintheilen  läßt,
die  von  NO.  gegen  SW.  folgendermaßen  auf  einander  folgen:
')  Wir  müssen  gestehen,  daß  die  Stellung  des  Cic^kowicer  Sandsteines  uns
nicht  ganz  klar  ist.  Wir  haben  in  unserem  Terrain  keine  Gelegenheit  gehabt,
sein  Verhältniß  zu  anderen  Schichten  zu  studiren.
        <pb n="102" />
        96

1.  Das  Gebiet  der  Schichten  von  Libusza  und  des  subkarpathischen  Lehms.
2.  Das  Gebiet  älterer  Aufbrüche.
3.  Das  Gebiet  der  eocenen  Sandsteine.
Ad  1.  Wir  haben  mehrmals  auf  die  eigenthümliche  Entwicklung
des  Eocens  im  NO.  unseres  Terrains  hingewiesen.  Schon  das  äußere
Aussehen  dieser  Gegend  unterscheidet  sie  wesentlich  von  anderen  Gebieten:
wir  haben  hier  keine  bedeutenderen  Höhen,  keine  Schluchten,  und  die
Schichten  bilden  wenig  gestörte,  regelmäßige,  mäßig  gewölbte  Falten.
Auch  in  petrographischer  Beziehung  sind  die  Gesteine  dieses  Gebietes,
die  von  uns  den  Namen  der  „Schichten  von  Libusza"  erhalten  haben,
wesentlich  von  den  eocenen  Gesteinen  des  Gebirges  verschieden.  Ein
charakteristisches  Merkmal  für  dieses  Gebiet  ist  das  massenhafte  Vorkommen
von  subkarpathischen  Lehm  in  Verbindung  mit  glazialen  Erscheinungen.
Hieher  gehört  die  Gegend  von  Krhg,  Wojtowa,  Libusza,  ferner  dei  Norden
von  Gorlice,  Gryböw  u.  s.  w.
Ad  2.  Die  Aufbrüche  der  Ropianka-Schichten  und  ihres  Hangenden,
d.  i.  der  rothen  Thone  beschränken  sich  auf  die  Mitte  unseres  Gebietes.
Wenn  wir  von  den  zwei  entgegengesetzten  Ecken  unserer  Slarte  (d.  i.  NW.
gegen  SO.)  eine  Linie  ziehen,  so  wird  uns  diese  Linie  sowohl  die  Richtung ­
  als  auch  die  Lage  der  Aufbrüche  der  Ropianka-Schichten  bezeichnen.
Wir  können  somit  alle  Vorkommnisse  von  Ropianka-Schichten  in  unserem
Gebiet  als  einen  einzigen  großeil  Aufbruch  auffassen,  der  in  mehrere
Falten  zusammengelegt,  und  durch  jüngere  Schichten  öfters  unterbrochen  wird.
Wenn  wir  auf  unserer  Karte  die  einzelnen  Vorkommnisse  älterer
Schichten  mit  einander  verbinden,  ohne  die  jüngeren  schichten  zu  beriicksichtigen,
  so  erhalteil  wir  thatsächlich  einen  einzigen  Zug,  der  in  der  Mitte
unseres  Terrains  ganz  regelmäßig  SO.—NW-,  d.  i.  von  liscie  ruskie  bis
nach  Tymbark  streicht.
Ad  3.  Südlich  von  diesem  Aufbruch  gelangen  wir  in  das  Gebiet
mächtig  entwickelter  eocener  (stellenweise  auch  jüngerer)  Schichten.
Daß  noch  weiter  im  S.  hinter  diesem  letzteren  Gebiet  ein  zweiter
älterer  Aufbruch,  der  parallel  mit  dem  sub  2.  erwähnten  nördlichen  läuft,
das  wissen  wir  bereits  aus  dem  Früheren.
In  Bezug  auf  diese  3  Gebiete  lassen  sich  für  das  Vorkommen  einzelner ­
  Horizonte  folgende  Regeln  feststellen.
1.  Die  Ropianka-Schichten  sind  nur  auf  das  2.  Gebiet  beschränkt.
Diese  Regel  ist  so  bezeichnend,  —  daß  z.  B.  ein  kleiner  Ropianka  ^chichtenaufbruch
  in  Rozdziele  bei  Macina  der  sich  gegen  NW.  also  schon  das  1.  Gebiet
wendet,  an  der  Grenze  dieses  Gebietes  plötzlich  verschwindet,  so  daß  wie
bereits  früher  erwähnt  die  Linie  längs  der  Chaussee  Gorliceàigrüd  einer
Verwerfung  gleicht.
        <pb n="103" />
        2.  Die  rothen  Thone  zeigen  sich  hauptsächlich  im  1.  weniger  im
2.  Gebiete.
3.  Der  plattige  eocene  Sandstein  erscheint  nie  in  dem  1.,  ist  dafür
aber  im  2hauptsächlich  jedoch  im  3.  Gebiete  mächtig  entwickelt.
4.  Dasselbe  gilt  von  massigen  Sandsteinen.
5.  Der  Cchtkowicer  Sandstein  kommt  in  dem  1.,  außerdem  an  der
Grenze  des  1.  und  2.  Gebietes  vor.
6.  Die  Schichten  von  Libusza  sind  nur  auf  das  1.  Gebiet  beschränkt.
7.  Die  Menilit-Schiefer  sind  in  dem  1.  Gebiete  sehr  stark,  weniger
im  2.,  und  gar  nicht  im  3.  entwickelt.
8.  Die  jüngeren  Sandsteine  erscheinen  im  2.  und  3.  Gebiet.
9.  Der  subkarpathische  Lehm  kommt  nur  im  1.  Gebiete  vor.
10.  Die  Naphta  ist  nur  auf  das  1.  und  2.  Gebiet  beschränkt.
2.  Das  Vorkommet:  von  Erdöl  in  unserem  Äufnahmsgebiete.
Eine  der  Hauptaufgaben  unserer  Untersuchungen  war  das  Studium
der  Naphta-Borkommnisse  in  dem  Gebiete  der  galizischen  Westkarpathen.
Wir  haben  in  dieser  Beziehung  fleißig  alle  möglichen  geologischeil  Daten
gesammelt,  und  dieselben  im  ersten  Theile  unserer  Arbeit  aufgezeichnet.
Wir  wollen  hier  die  wichtigsten  von  denselben  in  Kürze  zusammenstellen.
Der  erste  und  jüngste  Naphta-Horizont  befindet  sich  in  den  Menilit-Schiefern.
  In  unteren  Partieen,  ja  beinahe  schon  im  Liegenden  derselben ­
  befindet  sich  ein  schmutzig  grauer  Sandstein,  dessen  Klüfte  und  Poren
mit  Naphta  ausgefüllt  sind.  Diese  Menilit-Naphta  ist  pechartig,  dunkelgrün ­
  oder  braun,  dickflüssig,  und  vor  Allem  geringgrädig,  so  daß  sie  40"  nie
übersteigt.
Diesen  Naphta-Horizont,  der  im  Großen  und  Ganzen  in  den  tvestgalizischen
  Karpathen  schwach  entlvickelt  ist,  haben  wir  in  unseren  Terrain
in  Harklowa,  Kryg  und  in  einigeir  Punkten  der  Gegend  von  Kltzczany.  so
z.  B.  in  der  Nähe  der  Meierhofes,  unweit  der  Wohnung  des  H.  Fauk  u.  s.  w.
Es  gilt  aber  als  Regel,  daß  die  Menilit-Naphta  in  diesem  Theile
der  Karpathen  selten  in  größeren  Quantitäten  vorkommt,  deßhalb  ist  auch
die  Anlage  von  Schächten  in  den  Mcnilit-Schiefern  nur  dann  zu  empfehlen, ­
  wenn  man  auf  größere  Tiefe  der  Schächte  gefaßt  ist.
Der  zweite  Horizont,  in  dem  die  Naphta  vorkommt  sind  die  Schichten
voir  Libusza.  Da  aber  dieselben  wie  bereits  früher  ertvähnt  nur  in  der
subkarpathische,,  Ebene  vorkommen,  so  ist  auch  das  eocene  Oel  nur  auf
dieses  Gebiet  beschränkt,  Währeild  man  in  dem  Eocen  des  Gebirges  selbst,
(mit  Ausnahme  von  Siary  und  Macina)  keine  Naphta  findet?)
i)  Man  wolle  nicht  vergessen,  daß  hier  ausschließlich  von  unserem  Aufnahmsgebiet
  die  Rede  ist,  denn  im  Osten  verhalten  sich  die  Verhältnisse  anders.
Das  Petrolcumgebiet.  7
        <pb n="104" />
        98

Was  nun  die  subkarpathische  Ebene  in  der  Gcgeird  von  Wojtowa,
Libusza,  u.  s.  w.  anbelangt,  so  wollen  wir  uns  in  die  Erörterungen  der
dortigen  Erdölverhältnisse  gar  nicht  einlassen,  da  dieses  Gebiet  s.  Z.  von
Herrn  Szajnocha  aufgenommen  wurde,  von  dem  auch  bereits  vor  mehreren
Jahren  eine  detaillirte  Monographie  darüber  in  Aussicht  gestellt  wurde.
Wir  werden  uns  somit  in  den  nächstfolgenden  Ausführungen  nur  auf
das  eigentliche  Gebirge  den  Westkarpathen  beschränken.
Der  dritte  und  wichtigste  Naphta-Horizont  des  westkarpathischen
dirges  liegt  unter  den  rothen  Thonen  in  den  Ropianka  Schichten.
Dieser  Horizont  zerfällt  in  mehre  Subhorizonte,  denn  die  naphtaführenden
  Schichten  wiederholen  sich  oft  einige  Male.  Das  Erdöl,  das
hier  vorkommt  ist  grünlich,  im  durchfallenden  Lichte  rubinroth,  paraffinreich, ­
  hochgrädig  (nie  unter  35 0  oft  aber  über  50".)
Somit  haben  wir  auch  die  erste  Bedingung  des  Naphta-Vorkommens
kennen  gelernt,  es  ist  das  die  Anwesenheit  von  Ropianka-Schichten.  Der
Bergbauunternehmer,  der  auf  seinem  Gebiete  keine  Ropianka-Schichten
besitzt,  hat  auch  fast  gar  keine  Aussichten  alls  Erfolg  seiner  Schürfungen.
Wie  man  diese  Schichten  erkennen,  und  auffinden  soll,  wo  sie  that
sächlich  vorkommen,  das  wurde  bereits  im  ersten  Theil  eingehend  besprochen,
und  auf  unserer  Karte  dargestellt.
Man  darf  jedoch  nicht  glauben,  daß  sämmtliche  Gesteine  der  Ropianka
Schichten  naphtaführend  sind,  im  Gegentheil  diese  Eigenschaft  ist  aus
einige  wenige  Felsarten,  vor  Allem  aber  auf  den  bereits  früher  erwähnten
grobkörnigen  Sandstein  beschränkt.  Außerdem  findet  man  das  Oel  in
Hellen,  grauen  Thonschiefern,  die  mit  andern  Schichten  alterniren.  Am
besten  ist  es,  wenn  diese  Schiefer  das  Liegende  des  naphtaführenden
Sandsteines  bilden,  denn  in  diesem  Falle  kann  man  sicher  auf  sehr
günstige  Resultate  rechnen.
Es  ist  eine  ausgemachte  Thatsache,  daß  so  lange  man  sich  mit  dem
Schacht  in  dem  Sandstein  selbst  befindet,  man  keinen  Naphta  Zufluß  erwarten
darf,  und  erst  im  untersten  Theile  des  Sandsteines,  nämlich  an  der
Grenze  der  Thonschiefer  erscheinen  die  ersten  Zuflüsse,  und  auf  diese  Weise
wird  jede  ölführende  Schichte  von  unten  abgezapft.
Die  zweite  Bedingung  zu  einer  rationellen  Naphta-Gewinnung  ist  somit ­
  die  Auffindung  dieser  Schichten.  Wir  machen  aber  darauf  aufmerksam,  daß
man  keineswegs  unmittelbar  dort  Schächte  anlegen  soll,  wo  Naphta-Spnren
vorkommen,  denn  dieselben  zeigen  sich  geivöhnlich  in  den  Punkten,  wo  die
Schichten  auf  die  Oberfläche  kommen,  und  es  läuft  somit  bei  solcher
Anlage  die  Gefahr,  daß  man  mit  seinem  Schacht  die  gewünschten  Schichten
verfehlt.
Man  soll  den  ganzen  geologischen  Bau  berücksichtigen,  und  dabei  vor
        <pb n="105" />
        Allem  die  Antiklinale  wählen,  da  erfahrungsgemäß  das  Naphta-Vorkommen
  sowohl  in  den  Ost--  als  auch  in  den  Westkarpathen  nur  auf  diese
tektonische  Form  beschränkt  ist.
Wenn  man  nun  auf  diese  Weise  mit  seinem  Schacht  die  naphtaführende
  Schichte  angetroffen  hat,  so  soll  man  die  übrigen  Schächte  theils
im  Vorstächen  der  Schichten,  theils  in  der  Richtung  der  Antiklinale  anlegen. ­
  Diese  Richtung  ist  leicht  zu  finden,  wir  haben  übrigens  in  unserer
Beschreibung  erschöpfende  Angaben  darüber  geliefert.
Wenn  wir  nun  gegenwärtig  sämmtliche  Lokalitäten  unseres  Terrains,
die  entweder  schon  jetzt  ausgedehnte  Naphta-Bergbaue,  oder  Bedingungen
dazu  besitzen,  einer  flüchtigen  Musterung  unterwerfen,  so  wird  sich  das
Ganze  folgendermaßen  darstellen:  In  Ropica  ruska  soll  man  die
Schächte  in  der  Richtung  des  M^cina-Baches  anlegen,  da  dort  die  naphtaführenden
  Sandsteine  in  einem  schönen  Ropianka-Sattcl  sichtbar  sind.
Richt  minder  schöne  Aussichten  hat  das  Terrain  des  H.  Tarasiewicz
oberhalb  der  Schlucht,  weil  durch  diese  Gegend  gerade  der  Rücken  der
Antiklinale  läuft.  *)
Es  ist  aber  nicht  rathsam  weit  hinauf  zu  steigen,  da  mau  sonst
mächtige  Massen  der  eocenen  Thone  und  Sandsteine  durchteufen  müßte.
S^kowa  hat  unserer  Ansicht  nach  eine  große  Zukunft,  besonders  in
der  Gegend  an  der  Schlucht  oberhalb  des  Wirthshauses.
Das  Bergwerk  von  Siary  ist  in  seiner  gegenwärtigen  Lage  ziemlich
erschöpft.  Es  wäre  aber  sehr  angezeigt  oberhalb  des  Bergbauterrains
gegen  SW.  Versuche  anzustellen,  da  hier  der  Hauptsattel  streicht.  Obwohl
man  hier  auch  einen  Theil  des  Eocens  durchteufen  müßte,  so  würde  sich
das  auf  jeden  Fall  lohnen,  da  hier  die  naphtaführenden  Schichten  mächtig
entwickelt  ftitb. i)  2 )
Ju  íidêfi  hat  man  keine  guten  Aussichten  auf  Erfolg,  und  wenn
man  überhaupt  hier  etwas  erwarten  soll,  so  kann  man  es  nur  durch  Tiefbohrungen
  erreichen,  wie  das  bereits  früher  auseinandergesetzt  wurde.
Dasselbe  gilt  von  Macina  mata.
Der  Bergbau  von  Macina  wielka  ist  sehr  erschöpft.
Es  bleibt  nur  noch  das  Terrain  längs  der  Schlucht,  die  die  östliche
Grenze  des  gegenwärtigen  Bergbaues  bildet,  wo  man  Proben  anstellen  könnte.

i)  Die  polnische  Ausgabe  der  gegenwärtigen  Arbeit  war  bereits  im  I.  18H1
fertig.  Seit  jener  Zeit  hat  sich  unsere  Annahme  bestätigt,  denn  der  H.  Bergwerksdirector
  Winiarski,  der  den  ganzen  Bergbau  mit  Sachkenntniß  leitet,  ist  hier
Ihatsächlich  zu  befriedigenden  Resultaten  gekommen.
Es  gereicht  uns  zur  großen  Genugthuung,  daß  unsere  theoretische  Annahme ­
  sich  praktisch  glänzend  bewährt  hat.  Die  Schächte,  die  in  der  von  uns
angezeigten  Richtung  angelegt  werden  liefern  bedeutende  Quantitäten  an  Naphta.
        <pb n="106" />
        100

In  Ropa  stellt  der  Blich  ferner  das  Gebiet  am  Bache,  wo  die
Schachte  des  H.  Lodzinski  liegen,  endlich  die  Ropianka-Aufbrüche  von
Rzcnlieniowka  und  unter  dem  Hetm-Berg,  die  einzigen  beachtenswcrthen
Punkte  dar.
In  Lo  si  e  sollte  man  die  Schächte  unten  am  Bach  anlegen,  da  man
auf  diese  Weise  eher  das  Liegende  jener  tauben  Sandsteine  erreichen
könnte,  in  denen  sich  der  subventionirte  Schacht  schon  240  m  ohne  Resultat
vertieft.^)
In  Wola  könnte  man  nordwestlich  von  den  alten  Schächten  eine
Probe  machen.  Man  würde  auf  diese  Weise  die  naphtaführenden  Schichten
antreffen,  die  wir  unten  im  Bach  beobachteten.
In  Grybów  bieten  nur  der  kleine  Aufbruch  vou  Bajorki  und  im
Bache  hinter  dem  Bahnhof,  ferner  die  Ropianka-Schichten  weiter  im  SW.  bei
dem  Bräuhause  von  Strzylawka  Bedingungen  zum  Naphta-Vorkommen  dar.
Aehnlich  machen  wir  auf  das  Vorkommen  der  naphtaführenden  Sandsteine ­
  in  Br  un  ary  und  Florynka  aufmerksam.
In  Ptaszkowa  scheint  die  Gegend  am  Bache  unterhalb  „Gorki"
beachtenswerth  zu  sein.
In  Kruxlvwa  sollte  man  die  Schächte  ganz  unten  am  Bache  anlegen, ­
  ferner  könnte  man  in  der  Partie,  wo  wir  Jnoceramen  gefunden,
Versuche  anstellen.
Was  den  S.  von  Kruèlowa,  ferner  das  Terrain  von  Stara  wies,
Posadotva,  Mogilno  n.  s.  w.  anbelangt,  so  soll  man  in  den  Schürfungen ­
  sich  genau  an  den  Ropianka-Zug  halten,  den  wir  ausgeschieden  und
früher  beschrieben  haben.
Aehnliches  gilt  von  Librantowa,  über  die  ohnehin  bereits  im  ersten
Theil  ausführlich  die  Rede  tvar.
Unsere  Rathschläge  bezüglich  der  Naphta  Gewinnung  in  Klyczany
haben  wir  im  4.  Capitel  ersten  Theiles  gründlich  erörtert.
Weiter  im  W.  sind  zwar  die  Aussichten  nicht  sehr  glänzend,  doch
wäre  es  angezeigt,  in  allen  diesen  Punkten,  wo  wir  Sättel  von  Ropianka-Schichten
  mit  Naphta-Spuren  constatirten,  einige  Versuche  anzustellen.
0  linier  Rath  ist  hier  befolgt  worden.  Man  hat  die  Arbeiten  in  dem  erwähnten ­
  Schacht  eingestellt,  und  dafür  unten  einen  neuen  angelegt.

Buchdruài  Julius  Äliukhardt,
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        3.  Durchschnitt  vom  Cieniawer  Berg  über  Grybow  nach  ßajorki
Strzytawkaer  Brauhaus 1  Grybow

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4  Durchschnitt  von  Rosohatka  über  Stara-Wies  nach  Kružlowa

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StaraWie  s

1:25,000

Kružlower  Berg

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8.  Durchschnitt  vonlymbark  uiber  Zalesie  nach  Kamienica

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2.  Durchschnitt  von  Helm-  Berg  über  Bopa  nach  Szymbark.

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1.  Durchschnitt  von  Siary  ui  ber  Sekowa,  Ropica-ruska.^Laski  und  Gross  Mecina

SWS  GcraKomarowa

Ropianka-Schichten

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5.  Durchschnitt  von  Neu-Sandec  uiber  Librantowa  nach  NO

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6.  Durchschnitt  von  Pryszowa  uiber  das  Smolnik-Thai  zum  Dunajec  -  Fluss

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1:26  000

7.  Durchschnitt  durch  die  Umgebung  von  Limanowa

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1:25,000

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