168 Urheber mißverstandenen Fundamentalsatz der „innern Har monie aller Interessen" durch die That in seine richtigen Konsequenzen geriickt, die weitern Irrthümer der sogenannten liberalen und liberalkonservativen Schule und desgleichen jene der Sozialdemokratie über Assoziation korrigirt zu haben, um in dieser Arbeit unbewußt schließlich mit jener wissenschaft lichen Schule zusammenzutreffen, welche Hitze und Andere repräsentiren. Ein zweites Geheimniß des Erfolges des Stickereiver bandes liegt darin, daß er es verstanden hat, bei gleichzeitiger Verkettung der Jnteressentengruppen ineinander jeder derselben ein gerütteltes Maß Freiheit zur Organisation der einzelnen Gruppen innert seinem Nahmen zu gewähren. Wenn der Verband vorbildlich für ähnliche Gründungen sein soll, so hat man — gleichviel ob sie der Initiative des Staates oder jener von Privaten entspringen — mit diesem Faktor wohl zu rechnen. Man ist im Stickereiverbande einmal der Ver suchung erlegen, ihn znm Hammer machen zu wollen, welcher die Fabriksticker-Organisation zertriimmern sollte. Man hat cs beim ersten, kläglich gescheiterten Versuche bewendet sein lassen. Diese Erfahrung gestaltet sich zur Lehre für jenen Theil der schweizerischen Arbeitgeberschaft, welcher an der Versammlung dès schweizerischen Arbeiterbundes vom Jahre 1890 in Olten Thesen für ein Berufsgenossenschafts-Gesetz einbrachte mit der ausgesprochenen Tendenz, einseitig ein Zaum zu sein für die Arbeiterorganisationen. Die Geschichte des Verbandes zeigt, daß er zur Bildung von Einzelorganisationen unbeschadet der Gesammtorganisation förmlich provozirte. Er rief den' Vereinigungen der Kaufmannschaft, der Fergger, der Fabri kanten, der Einzelsticker und der Fabriksticker unter sich. Sie haben dem Solidaritätsgedanken nicht nur nicht Abbruch ge than, sondern ihn eher zu einem abgeklärteren Bewußtsein gebracht. Sobald sie ein richtiges Einmündungsgebiet besitzen, enthalten diese Gruppcnorganisationcn wirthschaftlich nichts