140 Deutschland (Handel mit Mineralien nnd Salzen). burg, der Hamburg-Amerikanischen Pa- ketfahrtaktieugesellschaft verpflichtet, deut sche Kohle (westfalische) zu gebrauchen, die in jeder Beziehung der besten englischen gleichsteht. Die endliche Verdrängung der englischen Kohle vom deutschen Markt und die Erportfähigkeit der deutschen Kohle sind bedingt durch die Beschaffung billiger Wasserwege. Bisher ist die Zu nahme der Einfuhr fast ebenso stark ge wesen wie die Ausfuhr. Von 1862—77 stieg die erste unt 226,9 Proz., die zweite um 237,5 Proz. Der Handel mit Stein kohle betrug (in Millionen Tonnen) : Einfuhr 1862: 2,a 1872: 0,9 1875: 1,8 1878: 1,9 1880 : 2,o Ausfuhr 1862 : 2,1 1872: 5,8 1875: 4,5 1878: 5,8 1880: 7,8 Die Ausfuhr 1880 erfolgte mit 2,4 Mill. Ton. nach den Niederlanden, 1,9 Mill, nach Österreich, 1,2 Mill, nach Frankreich, dann nach der Schweiz, Belgien, Rußland, Bremen, Hamburg. Von Koks wurden 1880: 228,206 T. (meist aus Belgien) ein- und 348,804 T. (meist nach Frank reich) ansgeführt. Bei B r a u n k o h l e n ist der Export nicht von Belang, die geringwerticze deutsche Kohle kann die hohen Spesen eines weiten Transports nicht vertragen; dagegen ist die Einfuhr um so beträchtlicher, und zwar kommt fast der ganze Betrag aus Böhmen ; von den 1880 eingeführten 3,081,269 Ton. entfielen 3,060,546 T. auf das böhmische Produkt. Der Handel mit Braunkohle betrug (in Tausenden Tonnen): Einfuhr 1866 : 344,5 1870: 760,7 1874: 2011,5 1878: 2596,7 1880 : 3081,3 Ausfuhr 1866: 13,9 1870: 1,8 1874: 15,1 1878: 6,3 1880: 19,2 D. führte au Kohlen 1880 ein: 5 Mill., aus: 7,2 Mill. Ton. ; es ist hier also ein Überschuß von 2,2 Mill. T., der sicherlich ein bedeutend höherer wäre, könnten Was serwege ausgiebiger benutzt werden. Da bei ist der Handel durch das Sinken der Kohlenpreise seit 1874 empfindlich ge lähmt worden. Wie die Ausfuhr von Steinkohle, so ist auch die von Eisenerzen in den letzten Jahren bedeutend gestiegen (1873—80 von 104,500 auf 1,263,036 Ton.), was gerade nicht sehr günstig für die deutsche Hüttenindustrie spricht, die sicher vorgezo gen haben würde, diese Bodenschätze dem Ausland als Fabrikat znzuführen oder den einheimischen Bedarf damit zu decken. Diese Ausfuhr richtete sich fast ausschließ lich nach Belgien und Frankreich, stammt vermutlich zum größten Teil aus Luxem burg. Von den eingeführten Erzen (1880: 607,006 T.) kamen 235,626 T. aus Spa nien , 199,457 T. aus den Niederlanden, jedenfalls ausländische, in holländischen Häfen ausgeschiffte Bessemererze. Diese plwsphorsrcien, für die Herstellung von Bessemer-Roheisen geeigneten Erze kom men nämlich in D. in verhältnismäßig geringer Menge vor, und die deutschen Stahlwerke sind daher gezwungen, bis 40 und 50 Proz. ihres Bedarfs mit hohen Transportkosten aus Elba, Algerien, Spa nien, Schweden und Galizien herbeizu holen. Der auswärtige Handel mit Eisen erzen betrug (in Tausenden Tonnen): Einfuhr Ausfuhr 1862 : 35,5 1867: 157,8 1872: 382,5 1875 : 220,9 1878: 821,3 1880: 607,0 1862: 102,7 1867: 207,9 1872: 111,7 1875: 606,9 1878: 1141,0 1880: 1263,0 Während hier die Ausfuhr bedeutend überwiegt, ist D. dagegen genötigt, andre Erze, aü denen es ärmer ist, zu importic- reu. Der größte Teil der Blei-, Kupfer- und Zinkerze kommt über die Niederlande und Belgien, von überseeischen Plätzen, ans Spanien, Österreich. 1879 war (in Xouncn): Einfuhr Ausfuhr Blei- und Kupfererze. . 16442 2697 Zinkerze 15792 6300 Nickelerzc 687 16 Schließen wir hieran das Kapitel der E r d e n und Sk c i u e, mit denen D. einen sehr regen Handel treibt, der bei Kalk, roher Kreide', Porzellanerde, Graphit und Schie fer bedeutende Mehrimporte, starke Mehr- exporte in erster Linie bei Cement, auch bei Gips und rohen Steinen aufweist.