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        <title>Preußisches Landbuch</title>
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            <forname>Karl Friedrich</forname>
            <surname>Rauer</surname>
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        </author>
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preußisches  Lunîàch.

Hand-Notizen
über  die
im  Lande  bestehenden  Wohlthätigkeits  -  Anstalten,
milden  und  gemeinnützigen  Stiftungen,  Institute,
Gesellschaften,  Vereine  re.

Von

Ķ.  F.  tRaner,
Kauzlei-Rathe  im  Äönigll  Ministerium  des  Innern.

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Bibliothek

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Berlin,  1866.
Durch  den  Herausgeber  zu  beziehen.

Preis  4  ļhlr.
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        ti  o  r  tu  o  r  t.

ìas  Erscheinen  des  vorliegenden  Werkes  wird  einer  besonderen  Rechtfertigung ­
  nicht  bedürfen.  Es  schließt  sich  an  die  früheren  Schriften
des  Herausgebers,  ist  in  diesen  vorgesehen  und  bildet  zum  Theil  eine
Ergänzung  derselben.  '
Das  Buch  ist  den  auf  Kultur-  und  Wohlthätigkeits-Zwecke  gerichteten ­
  Bestrebungen  gewidmet  und  soll  einen  Umriß  liefern,  was  in
Preußen  in  dieser  Hinsicht  —  sei  es  durch  das  Königliche  Haus  und
die  Verwaltung,  sei  es  durch  Gesellschaften  und  Vereine  oder  durch
einzelne  Familien  und  Privat  -  Personen  —  geschehen  ist  und  geschieht.
Selbstredend  macht  es  keinen  Anspruch  darauf,  in  seinem  ersten  Entstehen ­
  vollständig  zu  sein:  die  zur  Erreichung  dieses  Ziels  erforderlichen ­
  Mittel  sind  zur  Zeit  nicht  vorhanden  und  der  Zukunft  muß  cs
vorbehalten  bleiben,  was  in  dieser  Beziehung  geschehen  kann.  Zu  bemerken ­
  ist  daher  nur,  daß  Gesellschaften  und  Vereine,  welche  ausschließlich ­
  den  Erwerb  und  Gewinn  oder  das  gesellige  Vergnügen  zum
GeZenstande  haben,  als  hieher  gehörig  nicht  zu  betrachten  gewesen  sind;
daß  Gesellschaften  und  Vereine,  welche  mehr  oder  weniger  mit  dem
politischen  Partei-Wesen  zusammenhängen,  eben  so  wenig  Aufnahme
fanden  und  daß  die  zu  einer  sicheren  Existenz  noch  nicht  gelangten  Konsum- ­
  und  ähnlichen  Vereine  der  Neuzeit  für  jetzt  weggeblieben  sind.
Anstalten,  welche  die  Uebung  der  gesetzlichen  Armenpflege  bezwecken,
haben  nur  unter  besonderen  Umständen  Aufnahme  finden  können.
Das  Buch  in  seiner  gegenwärtigen  Gestalt  ist  Anfang  und  Grundlage ­
  zu  einem  ächt  vaterländischen  Werke;  in  einer  Zeit,  wo  man
vielfach  es  sich  zum  Geschäft  macht,  Uebelstände  und  Schäden  aufzufinden ­
  und  aufzudecken,  mag  es  löblich  erscheinen,  sich  auch  des  Guten
bewußt  zu  werden,  und  dies  kann  nur  geschehen,  wenn  man  das  ver-
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        I

IV

cinzelte  Gute  aufsucht  und  zum  Ganzen  in  Beziehung  bringt.  Indem
ein  dahin  zielendes  Werk  die  Bestrebungen  sammelt  und  zusammenfaßt,
welche  auf  Kultur-  und  Wohlthätigkeits-Zwecke  gerichtet  sind,  mithin
ganz  speciell  das  materielle  und  sittliche  Wohl  hier  der  Gesammtheit, ­
  dort  eines  mehr  oder  weniger  großen  Bruchtheils  derselben  zum
Gegenstände  haben,  wird  es  für  die  Gesammtheit  thatsächlich  ein  Landbuch,
  für  die  Familien  und  die  Einzelnen,  die  als  Schöpfer  des  Guten
zu  betrachten  und  zum  Theil  vielleicht  längst  dahin  gegangen  sind,  ein
Gedenkbuch,  wie  die  Pietät  es  ihnen  schuldig  ist,  für  diejenigen,  die
nach  allen  Richtungen  hin  auf  die  fremde  Unterstützung  angewiesen  sind,
ein  Noth-  und  Hülfsbuch,  für  die  lebenden  Bemittelten  aber  eine
Anregung,  ihren  Namen  in  gleicher  Weise  auf  die  Nachwelt  zu  bringen.
Der  Herausgeber  hat  gegeben,  was  er  selbst  hatte  und  was  ihm
aus  geschriebenen  und  gedruckten  Quellen  zur  Verfügung  stand.  Er
beschränkte  sich  dabei  für  jetzt,  um  eine  zu  große  Ausdehnung  des  Werkes ­
  zu  vermeiden,  wesentlich  auf  das  Nothwendige,  namentlich  auf  bloße
Notizen  über  Dasein  und  Zweck  einzelner  Stiftungen:  ausgedehntere
Mittheilungen  müßen  vorbehalten  bleiben  und  der  Herausgeber  wird
authentische  Beiträge,  die  ihm  in  Bezug  hierauf  zugehen,  gern  entgegen
nehmen  und  benutzen.
Berlin,  im  Februar  1866.

Der  Herausgeber.
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        d  f)!fu(iu/ļ»&amp;amp;  ai  mm  dnn  liba  sfao  ^ļuĢ  rUrşi»
«imi  tbitmroļ  tfstywidstflj®  ,id  bisa,k,ft  m#od  m
îfbYnP'  jfnirfß,  ^tfsîghn^îJ^oäS  &amp;lt;fnn  -  rmluft  suo  rchko
■ìjìîÌ  ìfagg  5^nUlì^  &amp;lt;fnu  alJjiïîinm  Sod  llsmqs  ¿HM
Jisjjaig  ntziurm  ndo  r^rm  San»  liad  ,tb
chñ^y^r  ihflimmxif'A)  @id  ?ôļ  s,  diim  v ujdc(i  sduosimgr^
ïdi  ^  «rio  aid  ,H3nl3¿ni v j  »d  dun  nriliraoH  lid  xûļ  ,ch  u
jgsfi  bisad  îïgnäl  Ibdï  mag  dnu  artchovtid  v
i^i  Si  îôbiSP  «&amp;lt;j  sim  ^ndlirjds*

iH  MuL

Aachener  Arbeiter-Pensions-Kaffe,
seit  1852  von  dem  dortigen  Verein  zur  Beförderung  der  Arbeitsamkeit
errichtet,  damit  Arbeiter  gegen  Zahlung  jährlicher  Einlagen  sich  Pensionen ­
  für  das  spätere  Alter  sichern  können.  Ende  1862  betrugen
sämmtliche  Einzahlungen  13774,  die  erworbenen  Pensionen  3047,  die
wirklich  gezahlten  Pensionen  1276  Thaler.  Der  Pensions-Fonds  belief
sich  Ende  August  1862  auf  17409  Thaler.
şş"  *iwgmn]nc?n»in5slqf  Emg,  orni  niàT  non  nssUorr
cv  ,  f on r  Aachener  FeuerversicherimgS-Gesellschaft,
un  Jahre  1825  als  solche  errichtet,  später  als  „Aachen  und  Münchener
K-ucr°-rsich-rm,gS-&amp;lt;H°ftllschaft"  f°rtg-sahrļ;'  jctzig-s  W-n-K°pi,°&amp;gt;
3  Millionen  Thaler;  Versicherungs-Summe  1862  im  Inlande  524,
im  Auslande  425  Mill.  Thaler.  Die  Hälfte  des  -reinen  Gewinns,
welcher  auf  die  Aktionaire  fallen  würde,  ist  statutenmäßig  zu  wohlthätigen ­
  und  g  cincin  nütz  igelt  Zwecken  bestimmt,  linter  die  hieher  gehörigen
zahlreichen  Verwendungen  (vgl.  Kinderbcwahr-Anstalten,  Speise-Anstalt, ­
  Polytechnische  Schule)  gehört  auch  ein  bei  der  Rheinischen  Fricdrich-Wilhelms-Universität
  fundirles  Stipendien-Kapital,  das  im  Jahre  1862
sich  auf  2150  Thaler  belief.

Aachener  Verein  zur  Beförderung  der  Arbeitsamkeit,
von  der  Aachener  Feuerversicherungs-Gesellschaft  1834  begründet,  bezweckt ­
  derselbe,  durch  Beförderung  der  Arbeitsamkeit  unter  der  ärmeren
Volksklasse  und  durch  Herbeiführung  von  Gelegenheiten  zur  Erwerbung
ihres  Unterhalts  eine  Ouelle  der  Armuth  zu  verstopfen,  Bettelei  und
Hülfsbedürftigkeit  in  Abnahme  zu  bringen,  die  Kinder  der  geringeren
Volksklaffe,  bei  moralischer  Erziehung,  zur  Arbeit  anzuhalten,  ihnen
Nebe  zu  derselben  beizubringen  und  sie  dadurch  geschickt  und  geneigt
zu  machen,  sich  ihr  Brot  aus  ehrliche  Weise  zu  erwerben.  Mitglieder
des  Vereins  sind  a)  alle  im  Regierungsbezirk  Aachen  wohnenden  Aktionaire ­
  der  Feuerversicherungs-Gesellschaft,  1,)  alle  Bewohner  des  Regierungsbezirks, ­
  welche  bei  dieser  Gesellschaft  mindestens  den  Kapitalwerth
  von  12000  Thlr.  versichert  haben,  c)  alle  im  Regierungsbezirk
Wohnende,  welche  wenigstens  4  Thlr.  Beitrag  jährlich  zahlen,  ck)  die
Ehren-Mitglieder.  Die  Fonds  der  Gesellschaft  bestehen  außer  diesen
Beiträgen,  etwaigen  Schenkungen,  Vermächtnissen  rc.  hauptsächlich  in  dem
Preuß.  Landbu».  1
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        2

8

Antheil  ani  Gewinn  der  Feuerversicherungs-Gesellschaft,  welche  letztere
auch  den  Vorstand  zu  ernennen  hat.  Zu  den  Schöpfungen  des  Vereins
gehören  1)  die  Spar-  und  Prämien-Kassen  (1834—1836  errichtet). ­
  Das  Minimum  der  Einlage  ist  }  Thlr.,  resp.  25  Thlr.,  das
Maximum  200,  resp.  2000  Thlr.  Die  Kasse  gewährt  5,  4  u.  31  pCt.
Zinsen  und  erhält  von  den  ausgeliehenen  Kapitalien  durchschnittlich
4j  pCt.  Am  Schluffe  1864  betrug  das  Guthaben  der  Sparer  bei
sämmtlichen  Vereinskassen  2,325,000  Thlr.,  das  der  Einleger  bei  den
Sparkassen  5,192,000  Thlr.  2)  Die  Hansemann-Stiftung,  im
Jahre  1859  bei  Gelegenheit  der  Feier  des  25  jährigen  Bestehens  des
Vereins  mit  5000  Thlr.  errichtet.  Die  Zinsen  à  5  pEt.  werden,  so
lange  eine  Einberufung  der  Reserve  oder  der  Landwehr  nicht  erfolgt,
angesammelt  und  beim  Eintritt  der  Kriegsbereitschaft  oder  der  Mobilmachung ­
  zur  möglichst  nachhaltigen  und  gleichmäßigeu  Unterstützung  der
hülfsbedürftigen  Familien  von  zur  Fahne  einberufenen  Reservisten  und
Landwehrmännern  des  Regierungsbezirks  Aachen  verwendet.  3)  Die
Pastor-Stiftung,  in  Anerkennung  der  Verdienste  des  langjährigen
Vorsitzenden  des  Vereins,  Kaufmanns  Pastor  zu  Burtscheid  1859  mit
5000  Thlr.  gegründet.  Die  Zinsen  à  5  pCt.  werden  dem  Rational-Dank
  zur  Vertheilung  an  hülfsbcdürftige  Veteranen  und  invalide  Krieger, ­
  welche  im  Regierungsbezirk  Aachen  wohnen  und  dem  Arbeiter-  oder
Dienstboten-Stande  angehören  oder  angehört  haben,  überwiesen.
Abeggsche  Familien-Stiftung,
von  dem  Geh.  Justizrath  Prof.  Dr.  Abegg  in  Breslau  und  seinem
Bruder,  dem  Commerzien-und  Admiralitäts-Rath  Ab  eg  g  in  Königsberg
errichtet,  indem  sie  im  Jahre  1854  ein  Kapital  von  600  Thlrn.  dazu
bestimmten.  Falls  bedürftige  Faniilienglieder  nicht  vorhanden  sind,
sollen  auch  Fremde  zum  Stipendien-Genusse  behufs  Unterstützung  in
der  Vorbereitung  zu  einer  wissenschaftlichen  oder  einer  dem  praktischen
Leben  zugewendeten  Laufbahn  gelangen.  Rach  dem  Tode  der  beiderseitigen ­
  Stifter  sollte  die  Stiftung  unter  Administration  des  Magistrats
zu  Königsberg  gestellt  werden.  Die  Oberaufsicht  steht  der  Regierung
in  Königsberg  zu.
Abssche  Stiftung,
s.  Klee  bergsche  Erwerb-Schule  zu  Königsberg.
Abt  Vincenz  'Fonds  zu  Strehlen,
zur  Ausstattung  unbescholtener  und  sittlicher  Brautpaare  aus  dem  Bürger-Stande. ­
  Er  besteht  aus  2100  Thlr.,  und  es  wurde  im  Jahr  1862
ein  Brautpaar  mit  25  Thlr.  unterstützt.  Der  Zinsen-Ueberschuß  fließt
zur  Armenkasse.
Herzogin  v.  Acerenza-Pignatelli,
s.  Johanna-Stiftung.
Achardsches  Bermüchtniß.
Die  Wittwe  des  Konsistorialraths  Achard  zu  Berlin,  geb.  d'Horgvelin,
  vermachte  im  vorigen  Jahrhundert  die  Häuser  Französische
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        3

Straße  40.  41.  in  Berlin  der  dortigen  französischen  Gemeinde  unter
der  Bedingung,  daß,  was  seit  1784  geschehen,  aus  deren  Erträgen  alle
Zeit  verschämte  Arme  unterstützt  werden  sollten.  Die  Häuser  liefern
einen  Mieths-Ertrag  von  mehr  als  2000  Thlr.  und  er  hat  sich  nach  dem
im  Jahre  1864  erfolgten  Umbau  der  Häuser  bedeutend  vergrößert.
Ackerbau-Schule  zu  Annaberg.
Auf  der  Domaine  Annaberg  bei  Bonn  —  einem  Gute  von  600  Morgen ­
  Fläche  —  errichtet  und  am  15.  März  1861  eröffnet,  hat  dieses
Staats-Institut  den  Zweck,  junge  Leute  aus  dem  Stande  der  kleinen
Ackerwirthe  zu  tüchtigen  bäuerlichen  Wirthen  oder  zu  umsichtigen  Wirthschafts-Aufsehern
  heranzubilden.  Lehrzeit  1  Jahr.  Unterricht,  Wohnung, ­
  Licht,  Heizung,  Wäsche  und  Kost  wird  den  12  Zöglingen  unentgeltlich ­
  gewährt,  wogegen  sie  bei  sämmtlichen  in  der  Wirthschaft  vorkommenden ­
  Arbeiten  ohne  Anspruch  auf  Vergütung  Hand  anlegen  müffen.
Die  Anstalt  steht  unter  Leitung  des  Direktors  der  landwirthschaftlichen
Akademie  Poppelsdorf.
Ackerbau  Schule  zu  Badersleben,
im  Jahre  1846  von  dem  Landrathe  v.  Gustedt  (Oschersleben)  gegründet, ­
  um  Söhne  bäuerlichen  Standes  zu  tüchtigen  Landwirthen  auszubilden. ­
  Sie  nimmt  50  Zöglinge  auf,  von  denen  Inländer  100,
Ausländer  130  Thlr.  Pension  zahlen.  Kursus  2  Jahre.  Für  bedürftige ­
  und  würdige  Schüler  sind  seitens  des  Kreises  im  Jahre  1856
zwei  halbe  Freistellen  gegründet.
Ackerbau-Schule  zu  Cbrostowo  (Ehodziesen),
von  dem  Gutsbesitzer  Gustav  Arndt  begründet  und  am  1.  Januar
1857  eröffnet.  Zweijähriger  Kursus.  Die  Anstalt  hat  sechs  Freistellen. ­

Ackerbau-Schule  zu  Denklingen  (Waldbröl),
auf  Auorduung  des  Ministeriums  für  landwirthschastliche  Angelegenheiten ­
  auf  dem  260  Morgen  umfassenden  Renteigute  begründet  und
am  1.  Juli  1852  eröffnet.  Sie  nimmt  16  Zöglinge  auf.  Einjähriger
Kursus;  Pension  100  Thaler,  wofür  Unterricht,  Kost,  Logis,  Heizung
und  Licht  gewährt  wird.  Fünf  Zöglinge  aus  den  Kreisen  Gummersbach, ­
  Wipperfürth  und  Waldbröl  zahlen  nur  50  Thlr.
Ackerbau-Schule  zu  Diesdorf,
s.  Rcttungshaus  zu  Diesdorf.
Ackerbau-Schule  zu  Glichow  (Wau),
ein  von  dem  Major  Freiherrn  v.  Patow  im  Jahre  1845  begründetes,
vom  Staate  subventionirtcs  Institut.  Kursus  3  Jahre.  Freistellen  12.
Ackerbau-Schule  zu  Hasenfelde  (Lebus).
Ein  Privat  -  Institut  des  Gutsbesitzers  Kielmann,  1847  eröffnet.
Der  Staat  zahlt  einen  Zuschuß,  wofür  9  Zöglinge  freie  Aufnahme  finden.
Ackerbau-Lchulé  zu  Polko.
Im  Jahre  1853  zu  Julienhof  bei  Hohenstein  begründet,  1863  nach
1*
        <pb n="11" />
        4

Polkow  bei  Gilgenburg  (Guts-Pächter  v.  Ziegler)  verlegt.  Sie
nimmt  6  Zöglinge  ganz  unentgeltlich  und  4  gegen  eine  jährliche  Pension ­
  von  25  Thlr.  auf.  Kurator  ist  der  Landrath.
Ackerbau-Schule  zu  Poppelau  (Rybnik),
vor  1861  in  Bikultau.  Die  Anstalt  ressortirt  von  dem  landwirthschaftlichen
  Central-Berein  für  Schlesien  und  hat  13  Freistellen.  Die
übrigen  Zöglinge  zahlen  80  bis  100  Thlr.  jährlich.  Kursus  3  Jahre.
Ackerbau-Schule  zu  Reifenstein  (Worbis),
im  Jahre  1847  auf  dem  Gute  der  verw.  Oberamtmann  Kni  pp  in  g
begründet.  Der  Staat  zahlt  einen  Zuschuß,  wofür  10  ganze  und  5
halbe  Freistellen  bestehen.
Ackerbau-Schule  zu  Riesenrodt  (Altena).
Sie  besteht  seit  dem  1.  Januar  1845,  ist  das  älteste  der  in  Preußen
bestehenden  Institute  dieser  Art  und  nimmt  18  Schüler  auf.  Pension
140  Thlr.  Acht  halbe  Freistellen.
Ackerbau-Schule  zu  Schellin  (Greifenberg),
im  Jahre  1845  von  dem  Gutsbesitzer  v.  Schmidt  begründet  und
vom  Staate  snbventionirt.  Kursus  3  auch  2  Jahre.  Es  werden  15
bi#  18  Leute  im  Alter  von  wenigstens  17  Jahr  frei  aufgenommen.
Ackerbau-Schule  zu  Siebenhufen  (Görlitz),
im  Jahre  1856  begründet  von  dem  Bercin  zur  Besserung  sittlich  verwahrloster ­
  Kinder  in  der  Oberlausitz.  Die  Anstalt  enthält  10—12
bereits  konfirmirte  Zöglinge,  welche  aus  einem  Grundstück  von  80  Morgen ­
  in  der  Landwirthschaft  unterrichtet  werden.  Die  Kosten  des  Instituts ­
  belaufen  sich  auf  4400  Thlr.  jährlich.
Ackerbauschule  zu  Spitzings  (Königsberg),
ein  Institut  der  v.  Kowalskischen  Stiftung  (s.  d.)  seit  1852  bestehend. ­
  Die  Anstalt  nimmt  zu  einem  mäßigen  Satze  18  Schüler  auf,
unter  ihnen  sind  13  Freischüler.  Kursus  3  Jahre.
Ackerbau-Schule  zu  Wielowies  (Krotoschin),
ein  von  dem  Rittergutsbesitzer  Rein  hold  im  Jahr  1857  mit  Staats-Unterstützung
  begründetes  Institut.  Kursus  3  Jahr.  Die  Anstalt  hat
12  Freistellen.
Ackerbau-Schule  zu  Wtelno  (Bromberg),
im  Jahre  1857  von  dem  Gutsbesitzer  Beck  begründet.  Kursus  2
Jahre.  Der  Staat  zahlt  einen  Zuschuß,  wofür  6  Zöglinge  frei  aufgenommen ­
  werden.
Ackerbau-Schule  zu  Zobel  (Görlitz),
ein  seit  1853  bestehendes  Privat-Jnstitut  des  Rittergutsbesitzers  Meuder.
  3  jähriger  Kursus.  6  Freistellen.
Adam,
Kanonikus  und  Pfarrer  von  Altkirch  (f  zu  Sagan  1858),  vermachte
        <pb n="12" />
        5

unter  Anderem  1)  der  Schule  in  Altkirch  ein  Kapital  von  1000  Thlr.,
dessen  Zinsen  theilweise  der  Lehrer  und  10  arme  Kinder  erhalten,  theilweisc
  kapitalisirt  werden  sollen,  um  bei  Schulbaulichkeiten  verwendet
oder  zur  Besoldung  des  Lehrers  benutzt  werden  zu  können;  2)  der
Kirche  in  Altkirch  ein  Kapital  von  500  Thlr.,  von.  dessen  Zinsen  die
Vertrage  der  katholischen  Gemeindegliedcr  bei  Kirchenbaulichkeitcn  und
werben  Mc»;  3)  250  3#.  für  bie
6tab#irr;,r4e  m  Gogon  aü  jfunbation  *ur  Unter^Hung  barmber.
Ziger  Schwestern  für  ambulante  Krankenpflege.
A  dänisches  Legat,
bei  der  Barfütz-r-Kirch-  zu  Erfurt;  Thlr.  Zins-N  w-rd-u  zur  B-.
kleibung  armer  Konfirmanden  verwendet.

Franz  Joseph  Adam,
Pfarrer  zu  Paderborn  (f  1846),  setzte  die  dortige  Blinden  -  Anstalt
und  die  Taubstummen-Anstalten  in  Soest  und  Büren  zu  Erben  ein
und  bestimmte  mehrere  ansehnliche  Legate  zu  milden  Zwecken,  darunter
für  die  Klcin-Kinder-Bewahr-Anstalt  zu  Paderborn  ein  Kapital  von
150O  Thlr.  Der  reine  Nachlaß,  welcher  den  Erben  nach  Abzug  der
Legate  zufiel,  wurde  auf  13,000  Thlr.  geschätzt.
Adlersche  Schul-Stiftung,
von  dem  Kaufmann  Friedrich  August  Adler  zu  Königsberg  im  Jahre
1830  begründet  zur  Anlegung  neuer,  Erweiterung  schon  bestehender
evangelischen  Volksschulen,  Besoldung  der  Lehrer  an  derartigen  Schulen ­
  in  den  Regierungsbezirken  Königsberg  und  Gumbinnen  und  in  dem
ehemals  Ostpreußischen  Marienwerdcrschen  Kreise.  Die  Stiftung  steht
unter  Verwaltung  der  Regierung  zu  Königsberg  und  es  werden  aus
derselben  jährlich  an  5000  Thlr.  zur  Unterstützung  unvermögender
Schulgemeinden  verwendet.
Adler  scher  Stipendien-Fonds.
Er  rührt  aus  einem  dem  Joachimsthalschen  Gymnasium  zu  Berlin  gewordenen ­
  Vermächtnisse  des  Kaufmanns  Adler  von  1801  her  und  besieht ­
  in  13,000  Thlr.  Bon  den  Zinsen  wird  der  zehnte  Theil  kapitalisirt; ­
  der  Rest  dient  zu  Stipendien  à  100  und  à  50  Thlr.,  welche
an  Juristen  auf  3  Jahre  gezahlt  werden.
Adlersches  Bermächtniß.
Der  am  14.  Januar  1849  in  Groß-Zöllnig  (Kreis  Oels)  verstorbene
katholische  Erzpriester  und  Pfarrer  Joseph  Emanuel  Adler  vermachte
sein  Vermögen  (etwa  1650  Thlr.)  letztwillig  zu  einer  unzertrennlichen
Fundation  a)  für  die  drei  Kirchen  der  dortigen  Parochic,  nämlich  die
Kirche  zu  Groß-Zöllnig,  Klein-Zöllnig  und  Sadewitz;  b)  für  die  Armen ­
  dieser  Parochic  mit  Ausschluß  der  Kinder,  und  c)  für  die  hülfsbedürftigen
  Schulkinder  der  Parochic.  Die  Zinsen  des  StiftungsFonds ­
  sollen  jährlich  zu  ş  auf  Dekorationen  der  gedachten  drei  Kirchen;
zu  j  für  die  Armen  und  zu  |  für  hülfsbedürftige  Schnlknaben  der
Parochic  verwendet,  die  Art  der  Verwendung  nach  diesen  allgemeinen
        <pb n="13" />
        6

Bestimmungen  dem  jedesmaligen  Pfarrer  von  Groß-Zöllnig  überlassen
und  die  Verwaltung  von  dem  Fürstbischöflichen  General-Vikariat  in
Breslau  geführt  werden.
v.  Aemingascher  Stipendien  Fonds,
von  dem  Konsistorial-Direktor  von  Ae  minga  zu  Greifswald  im  Jahre
1769  gestiftet;  das  Kapital  beträgt  8500  Thlr.  Die  zum  Genuß  befähigten ­
  Stipendiaten  sind  Landeskinder,  auch  Mecklenburger;  Söhne
der  Professoren  und  Stadtkinder  bleiben  ausgeschloffen.  'Wenigstens
die  Hälfte  ber  zehn  Stipendiaten  muß  Jura  studiren,  alle  müssen  zwei
Jahre  die  Universität  Greifswald  besuchen,  und  vor  der  zweiten  Hebung ­
  öffentlich  disputiren.  Die  Stipendien  werden  auf  drei  Jahre
verliehen  und  vom  Rektor  und  Senat  konferirt.  —  Ein  zweiter  von
dem  Magister  v.  Aeminga  begründeter  Stipendien-Fonds  hat  350
Thlr.,  dessen  Zinsen  einem  Studircnden  der  Theologie,  welcher  an  die
Universität  Greifswald  nicht  gebunden  ist,  auf  3  Jahre  verliehen  werden. ­
  Die  Kollation  gebührt  dem  Rektor  und  Senat.
Aerztliche  Nnterstützungs-Kasse,
s.  Berliner  ärztliche  Uuterstützungs-Kaffe,  Hufelandsche  Stiftung  rc.
Agnes  -  Stiftung,
ein  seit  1828  in  Wesel  bestehender,  1838  durch  den  Ober-Präsidenten
genehmigter  Jungfrauen-Verein  zum  Zweck  der  Erziehung  und  Ausbildung ­
  verwahrlosetcr  Mädchen  für  häusliche  Geschäfte.  Der  Verein
erhielt  unterm  29.  Dezember  1847  beschränkte  Corporations-Rechte.
Die  im  Jahre  1846  verstorbene  Rentnerin  Christiane  Jeannette  Mora ­
  w  ska  vermachte  der  Anstalt  ein  Legat  von  2000  Thlr.,  im  Jahr
1861  belief  sich  das  Vermögen  auf  3500  Thlr.  und  der  Betrag  der
auf  24  Zöglinge  verwendeten  Kosten  400  Thlr.
Ague  ten-  Schale  zu  Köln,
ein  Privat-Jnstitut  auf  dem  Aposteln-Kloster,  in  welchem  70—80  Kinder ­
  armer  Eltern  bis  zum  Empfange  der  Kommunion  aus  den  Mitteln
eines  Vereins  unterrichtet  und  zum  Theil  auch  bekleidet  werden.
Akademie  der  Künste  zu  Berlin,
ein  Königliches  Institut,  1699  vom  Kurfürsten  Friedrich  III.  gestiftet, ­
  1786  dem  Wesen  und  Zwecke  nach  verändert,  1790  wiederum  reorganisirt
  und  1833  zum  Zwecke  der  Bildung  junger  Musiker  für  das
Fach  der  Composition  durch  eine  musikalische  Sektion  erweitert.  Die
ausgebildeten  jungen  Künstler  werden,  wenn  sie  sich  bei  Konkurrenzen
hervorgethan,  nach  Italien  gesendet  und  bleiben  als  Stipendiaten  der
Akademie  noch  zwei  bis  drei  Jahre  unter  deren  Aufsicht.  Ein  Mitglied ­
  der  Akademie  befindet  sich  zu  dem  Zweck  in  Rom  mit  dem  Aufträge, ­
  den  Stipendiaten  künstlerischen  Rath  zu  ertheilen.  Vgl.  Buchhorn, ­
  Guhl,  Meyerbeer,  Institut  zur  Beförderung  der  Künste
und  Handwerke  unter  den  Juden  rc.
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        7

Akademie  der  Wissenschaften.
Auf  Veranlassung  der  Kurfürstin  Sophie  Charlotte  nach  Leibnitzens
  Plan  am  10.  Juli  1700  unter  dem  Namen:  Societät  der
Wiffenschaften  gegründet,  1743  hergestellt  und  mit  dem  jetzigen  Namen
belegt.  Es  bestehen  bei  der  Akademie  mehrere  Stiftungen  für  Preisbewerbungen:
  vgl.  Eller,  Cothenius,  v.  Miloszewki,  Steiner;
außerdem  ist  die  Akademie  mit  Mitteln  versehen,  Preisfragen  zu  stellen
und  außerordentliche  Remunerationen  für  besondere  Leistungen  zu  gewähren. ­
  Die  Zuerkennung  der  Preise  erfolgt  in  der  jährlich  stattfindenden ­
  Sitzung  zum  Gedächtnisse  von  Leibnitz.  S.  auch  Humboldt-Stiftung
  für  Naturforschung  und  Reisen.
Akademie  für  Militair-Aerzte,
s.  medicinisch-chirurgische  Akademie  für  Militair-Aerzte.
Akademie  zu  Eldena,
s.  Staats-  und  landwirthschaftliche  Akademie  zu  Eldena.
Akademie  zu  Münster,
ein  Königliches  Institut,  katholisch,  aus  einer  theologischen  und  einer
philosophischen  Fakultät  bestehend,  hat  sie  200  —  300  Studirende  und
als  akademisches  Institut  das  philologische  Seminar,  die  Paulinische
Bibliothek,  das  physikalische  Kabinct,  das  naturhistorische  Museum  und
westphälische  National-Herbarium,  den  botanischen  Garten,  das  chemische
Laboratorium  und  den  mathematisch-astronomischen  Apparat.  Die  Zuschüße ­
  aus  beni  Studicn-Fonds  betragen  15,000  Thlr.  Für  die  Mitglieder ­
  des  philologischen  Seminars  bestehen  300  Thlr.  an  Stipendien,
auch  sind  bei  jeder  Fakultät  100  Thlr.  zu  Preis-Aufgaben  bestimmt.
Zu  den  sonst  für  Rector  und  Senat  verfügbaren  Mitteln  gehört  auch  der
Ertrag  der  jährlichen  Kirchen-Äollekte  für  Studirende  mit  etwa  400  Thlr.
AkklimatisationS  -  Verein  zu  Berlin,
im  Jahr  1856  begründet  und  1863  mit  dem  L  osso  loschen  Central-Institut
  für  Akklimatisation  vereinigt.  Er  zählte  im  Jahre  1864
346  Mitglieder,  darunter  die  Königl.  landwirthschaftliche  Akademie  und
75  landwirthschaftliche  und  Gartenbau-Vereine.  Das  Versuchsfeld  des
Vereins  bei  Moabit  war  mit  514  verschiedenen  ausländischen  Gemüsen
und  Nutzpflanzen  bebaut.  Vorsitzender  Geh.  Ober-Reg.-Rath  Oppermann. ­
  General-Sekretair  de  Buvry.
Albertus-Universität  zu  Königsberg,
im  Jahr  1544  vom  Markgrafen  Albrecht  als  Collegium  Albertinum
begründet,  seit  1862  durch  die  Munisicenz  König  Friedrich  Wilhelm  IV.
mit  einem  neuen  Gebäude  versehen.  Sie  hatte  im  Jahre  1859  Einnahme ­
  85,560  Thlr.,  darunter  aus  Staats-Fonds  81,161  Thlr.,  aus
Stiftungen  und  anderen  Fonds  40,  an  Zinsen,  Revcnüen  rc.  362%
Thlr.,  auS  eigenem  Erwerbe  731  Thlr.  —  Im  Jahre  1838  betrugen
die  Königlichen  Stipendien  2000,  die  Einnahmen  des  Konviktoriums
2845,  die  Einnahmen  aus  Privat-Stiftungen  8470  Thlr.  Seit  1863
besteht  ein  Konvikt  der  Studirenden,  welche  aus  der  „litthauischen
        <pb n="15" />
        Stipendien-Stiftung"  (s.  d.  A.)  unterstützt  werden.  Bei  Gelegenheit  der
Einweihung  des  neuen  Universitäts-Gebäudes  im  Jahr  1864  ist  von
dem  Comite  ehemaliger  Universitäts-Genossen  ein  Prämien-Fonds  gegründet, ­
  welcher  Prämien  à  100  Thlr.  für  Preis-Aufgaben  vertheilt
—  Professoren-Wittwen-  und  Waisen-Versorgungs-Anstalt  mit  einer
jährlichen  Einnahme  von  2500  Thlr.
Albrecht,
Kriegs-  und  Domänen-Rath  zu  Berlin,  vermachte  (1777)  ein  Kapital
von  8000  Thlr.  zur  Unterstützung  von  Wittwen  und  Müttern  von
Kindern  werblichen  Geschlechts,  welche  ein  Alter  von  7  —  8  Jahren  errctd)
 t ,  das  14  te  Jahr  aber  noch  nicht  vollendet  haben.  Die  Kinder
müssen  ans  dem  Civilstande,  in  der  lutherischen  Kirche  erzogen  und  vorzugsweise ­
  solche  sein,  deren  Väter  Staatsdiener  waren,  oder  ohne  ihre
schuld  verunglückte  Kaufleute.  Für  jedes  Kind  werden  jährlich  40  Thlr.
gezahlt.  Wenn  ein  aus  der  Stiftung  unterstütztes  Mädchen  heirathet,
so  soll  sie  100  Thlr.  zur  Aussteuer  ans  den  Revenüen  des  Fonds,  sofern ­
  solche  zureichen,  oder  nach  Proportion  des  Ueberschusscs  dieserRevenüen
  erhalten,  jedoch  nur,  wenn  sie  einen  Civilisten  heirathet  Das
Kapital  wird  bei  der  städtischen  Haupt-Stiftungs-Kasse  verwaltet.
Albrechtscheö  Legat  zu  Memel,
für  Armcn-Unterstützung,  im  Betrage  von  500  Thlr.  Vom  Magistrat
verwaltet.  "  '
Karl  Albrecht,
Oberamtmann,  auf  dem  Landhause  Albrcchtshöhe  in  der  Parochie  der
Altstädtischen  Kirche  zu  Königsberg,  am  3.  November  1840  verstorben,
vermachte  seinen  gesammtcn  auf  30,648  Thlr.  invcntarisirten  Nachlaß  der
Altstädtischen  Kirche  daselbst.  Nach  seiner  Bestimmung  sollen  die  Zinsen
  des  Nachlasses  so  lange  zum  Kapital  geschlagen  werden,  bis  dieses
die  Höhe  von  100,000  Thlr.  erreicht  hat.  Alsdann  sollen  aus  den
Zinsen  verwendet  werden:  a)  1000  Thlr.  jährlich  zur  Stiftung  eines
Hospitals  für  arme  gebrechliche  Personen;  b)  400  Thlr.  zur  Vertheilung
  an  acht  arme  Wittwen  mit  vorzugsweiser  Berücksichtigung  des  Königsberger ­
  Orchester-Personals;  c)  400  Thaler  zur  Ausstattung  für  zwei
arme  tugendhafte  Mädchen,  deren  Verheirathung  jedes  Jahr  an  dem
Sterbetage  des  Testators  vollzogen  werden  soll;  d)  200  Thlr.  zur
jährlichen  Unterstützung  für  zwei  arme  studirende  Jünglinge,  vorzugsweise ­
  unter  den  Anverwandten  des  Testators;  e)  200  Thlr.  zu  einer
musikalischen  Festlichkeit,  und  zur  Aufmunterung  ausgezeichneter  dabei
thätigen  Künstler;  f)  100  Thlr.  zur  Verthcilung  an  zehn  Knechte  oder
Mägde,  welche  bei  ihrer  Herrschaft  ununterbrochen  tren,  fleißig  und
gehorsam  gedient  haben;  g)  200  Thlr.  für  einen  Doktor  der  Medicin
und  Chirurgie,  welcher  sich  eine  gründliche  Kenntniß  der  homöopathischen
Heilmethode  erworben  hat  und  solche  praktisch  ausübt,  und  der  sich  verpflichtet, ­
  die  armen  Kranken  der  Altstädtischen  Kirchengemeinde,  und
vor  allen  Dingen  die  des  Hospitals  vorzugsweise  nach  den  Grundsätzen
dieser  neuen  Heilmethode  zu  behandeln,  auch  die  nöthigen  Heilmittel,
        <pb n="16" />
        9

„alle,  obgleich  einfach  nnd  wohlfeil,  dennoch  wichtige  Zwecke  erreichend
und  bereits  in  vielen  Ländern  mit  glücklichem  Erfolge  eingeführt,"
gratis  herzugeben,  nnd  mit  der  des  Endes  hier  so  hoch  gestellten  Remuneration ­
  zufrieden  zn  sein;  h)  250  Thlr.  zur  jährlichen  Besoldung
des  curatoris  massae;  i)  200  Thlr.  zur  Besoldung  des  Rendanten
der  Stiftskaste;  k)  50  Thlr.  zur  jährlichen  Besoldung  des  Pfarrers,
für  die  Aufsicht  über  die  Ruhestätte  des  Testators;  1)  1000  Thlr.  zur
Deckung  von  Ausfällen  und  zur  Bildung  eines  zweiten  Stamm-Kapitals ­
  von  100,000  Thlr.  —  Ist  ein  zweites  derartiges  Stamm-Kapital
aufgespart,  so  sollen  desten  Zinsen  in  ähnlicher  Weise,  wie  die  des
ersten  Stamm-Kapitals  verwendet  werden  und  ferner  mit  der  Bildung
eines  dritten,  vierten  und  fünften  Stamm-Kapitals  fortgeschritten  werden. ­
  Erst  wenn  das  Kapital  die  Höhe  einer  halben  Million  erreicht
hat,  soll  mit  desten  fernerer  Vermehrung  innegehalten  werden.  —  Die
Verwaltung  des  Vermögens  ist  einem  besonders  zu  formirenden  Stifts-Kollegium,
  bestehend  aus  dem  Prediger,  zwei  Deputirten  und  einem  Kurator' ­
  der  Maste  unter  Aussicht  der  Regierung  zu  übertragen.  Die
angeordneten  Spenden  sollen,  um  ähnliche  wohlthätige  Vermächtniste  zu
erwecken,  so  öffentlich  und  feierlich  wie  möglich  verabreicht  werden,  auch
die  Veröffentlichung  des  Testaments  in  seinem  Haupt-Inhalte  und  des
Kasten-Abschlusses  jährlich  erfolgen.  An  den  Wohlthaten  der  Stiftung
sollen  zunächst  die  Altstädtische  Kirchengemeinde,  demnächst  die  bedürftigen
benachbarten  Kirchengemeinden  Theil  nehmen.
Peter  Albrecht,
Schuhmachermeister  zu  Glatz  (t  30.  Novbr.  1839)  bestimmte  letztwillig ­
  die  Zinsen  a)  eines  Kapitals  von  1000  Thlr.  zu  5  pCt.  zur
Ausstattung  einer  bürgerlichen  Schuhmacher-Tochter  aus  der  Zunft  in
Glatz,  event,  einer  andern  Bürgers-Tochter;  b)  eines  Kapitals  von
400  Thlr.  à  5  pCt.  zur  jährlichen  Bekleidung  von  drei  armen  katholischen ­
  bürgerlichen  Schulkindern  daselbst;  c)  eines  Kapitals  von  200
Thlr.  à  5  pCt.  zur  jährlichen  Beschaffung  von  Holz  und  anderen  nothwendigen ­
  Bedürfnissen  für  zwei  arnie  Bürger-Wittwen.  Die  Verwaltung ­
  der  Kapitalien  und  die  Vcrthcilung  der  Zinsen,  resp.  der  dafür
angeschafften  Gegenstände,  steht  dem  Magistrat  zu.
Alefsche  Stiftung,
für  die  Armen  zu  Holzweiler,  Leimersdorf,  Birresdorf  und  Nierendorf,
bei  der  Armenkasse  zu  Gclsdorf  (Kreis  Ahrweiler)  verwaltet.  Kapital
1122  Thlr.
Isaak  Alexander,
Banquier  zu  Berlin  (+  14.  Februar  1848)  und  deste»  Ehefrau  Mine
geb.  Bernsdorf  (f  11.  Novbr.  1854)  legirten  a)  10,000  Thlr.  Die
Zinsen  von  2500  Thlr.  sollen  zur  Unterstützung  armer  Studenten
jüdischer  und  christlicher  Religion,  die  Zinsen  von  7500  Thlr.  zur
Unterstützung  armer  Personen  jüdischen.  Glaubens,  vorzugswelse  aus
der  Verwandtschaft  der  Erblasser,  verwendet  werden;  b)  der  Altcrversorgungs-Anstalt
  der  jüdischen  Gemeinde  5000  Thlr.  ».  s.  w.
        <pb n="17" />
        Moses  Alexandersche  Stiftung,
begründet  von  dem  am  25.  März  1840  verstorbenen  jüdischen  Gutsbesitzer ­
  Moses  Alexander,  welcher  der  Jndcngemcinde  zu  Neustadt
a.  W.  ein  Kapital  von  2000  Thlr.  mit  der  Bestimmung  hinterließ,  daß
die  Zinsen  desselben  zu  dem  jedesmaligen  Rabbiner  der  Gemeinde
als  eine  Verbesserung  seines  Einkommens  zufließen,  zu  zur  Ausstattung ­
  armer  jüdischer  Mädchen  in  Neustadt  und  Miloslaw  verwendet
werden  sollten.
Alexandra  -  Stiftung.
Die  Statuten  derselben  erhielten  am  31.  Oktober  1856  die  landesherrliche
  Bestätigung.  Kaiser  Nikolaus  von  Rußland  übermittelte  am
13.  Juli  1852  dem  damaligen  Protektor  der  „Berliner  gemeinnützigen
Ballgesellschaft"  (s.  d.  A.)  Prinzen  von  Preußen  für  diese  Gesellschaft
em  Geschenk  von  1000  Dukaten,  mit  dem  Hinzufügen,  daß  dieses  Kapital ­
  zu  Ehren  dieses  Tages,  als  des  Geburtstages  der  Kaiserin
Alexandra  von  Rußland,  gebornen  Prinzessin  von  Preußen,  den  Namen: ­
  „Alexandra-Stiftung"  führen  und  die  Bestimmung  erhalten  solle,
welche  der  durchlauchtigste  Protektor  demselben  geben  wolle.  Durch
anderweite,  theils  von  Mitgliedern  der  Königlichen  Familie,  theils  von
Privaten  ber  Stiftungs-Summe  hinzugefügten  Geschenke,  so  wie  durch
die  aufgelaufenen  Zinsen  erreichte  das  Kapital  die  Hohe  von  10,500
îļ)ļr.  und  die  Stiftung  sollte  ins  Leben  treten.  Der  Zweck  derselben
war,  in  verschiedenen  Stadttheilen  Berlins  oder  vor  dessen  Thoren  gesunde ­
  und  zweckmäßig  eingerichtete  Wohnungen  für  Arbeiter,  Handwerker ­
  und  andere,  den  weniger  bemittelten  Klassen  angehörige  Einwohner ­
  Berlins  von  ordentlicher  und  sittlicher  Führung  zu  erwerben  oder
herzustellen  und  an  diese  zu  vermiethen.  Um  für  den  genannten  Zweck
in  möglichst  großem  Umfange  wirken  zu  können,  war  eine  „Aktien-Baugesellschaft
  Alexandra-Stiftung"  zusammengetreten  und  das  Grundkapital
derselben  auf  200,000  Thlr.  in  2000  Aktien  à  100  Thlr.  auf  jeden
Inhaber  lautend,  festgesetzt.  Bon  den  reinen  Rrvenüen  der  Stiftung
wird  ^  in  Abzug  gebracht  und  dem  Ausschüsse  behufs  Berwcndung  im
Interesse  der  Miether  zur  unbeschränkten  Verfügung  gestellt;  ^  ’&amp;amp;j cu t
zur  Amortisation  der  Aktien,  und  der  Rest,  welchem  auch  das"-à  in
dem  Falle  zuwächst,  wenn  der  Ausschuß  dasselbe  nicht  für  die  Miether
verwendet,  wird  als  Dividende  vertheilt.  Die  Alexandra-Stiftung  erhält ­
  so  viele  Dividenden,  wie  sie  volle  100  Thlr.  in  die  Gemeinschaft
eingeschossen  hat.  Die  statutenmäßig  zur  Amortisation  gelangenden
Aktien  werden  durch  das  Loos  bestimmt.  —  Das  Vermögen  der  Stiftung
erhielt  einen  ansehnlichen  Zuwachs  durch  das  Vermächtniß  eines  Ungenannten ­
  von  27,000  Thlr.  in  zinstragenden  Papieren.  Nach  dem  Jahresbericht ­
  von  1864  war  ein  neues  Grundstück  für  18,000  Thlr.  erworben; ­
  in  vier  Häusern  befanden  sich  103  Wohnungen  und  460  Personen. ­
  Aktien  kursirten  521  im  Betrage  von  52,100  Thlr.  Kassenbestand
  32,400  Thlr.
        <pb n="18" />
        11
Nl-xandrinen-HauS  zu  Attendorf  (Fraustadt»,
eine  Anstalt  zur  Rettung  verwahrlofeter  cvang.  Knaben,  von  dem  Grafen ­
  zu  Egloffstein  auf  Schwufcn  (Glogau)  nicht  blos  für  seine  in  den
Kreisen  Glogau,  Fraustadt  und  Guhrau  belegcnen  Güter,  sondern  für
diese  drei  Kreise  gleichzeitig  gegründet  und  am  2.  Januar  1856  eröffnet. ­
  Die  Knaben  finden  theils  ganz  unentgeltlich,  theils  gegen  billige
Preise  Aufnahme.  Im  Jahr  1859  zählte  das  Haus  14  Knaben,  die
ihren  Unterricht  durch  einen  besonderen  Lehrer  erhielten.
Alexianer-Anstalt  zu  Neuß,
inl  Jahr  1490  als  Kloster  gegründet,  jetzt  eine  Privat  -  Anstalt  der
Alexianer-Brüder,  deren  Ordenszweck  in  Ausübung  von  Werken  der
Barmherzigkeit,  Krankenpflege,  Verwahrung  und  Pflege  unheilbarer
Irren  besteht.  Die  Anstalt  ist  mit  einem  von  der  erzbischöflichen  Behörde ­
  am  1.  Januar  1829  verliehenen  Statut  versehen  und  nimmt
Irre  männlichen  Geschlechts  ohne  Unterschied  der  Konfession  auf,
welche  theils  aus  Heil-Anstalten  als  unheilbar  entlasten  sind,  theils
der  Aufnahme  in  eine  Heil-Anstalt  entgegensehen.  Es  werden  jährlich
etwa  35  solche  Unglückliche  aufgenommen.  Die  Pflegegelder,  welche
für  dieselben  gezahlt  werden  (etwa  150  Thlr.  pro  Jahr  und  Kopf),
bilden  die  Haupt-Einnahme  des  Instituts.
Alexianer-Kloster  zu  Aachen.
Die  Anstalt,  etwa  16  Alexianer-Brüdcr  und  4  Novizen  enthaltend,  beschäftigt ­
  sich  mit  Aufnahme  und  Verpflegung  unheilbarer  männlicher
Irren  gegen  Entschädigung  und  zählt  deren  etwa  40.  Auch  außerhalb
des  Hauses  widmen  die  Brüder  sich  der  Krankenpflege  und  leisten  bei
Beerdigungen  Dienste.
Alexianer  Kloster  zu  Gladbach,
eine  Pflege-Anstalt  für  unheilbare  Irren  männlichen  Geschlechts,  von
den  Alexianer-Brüdern,  deren  Nicdcrlastung  im  Jahr  1857  genehmigt
wurde,  1859  begründet  und  damals  auf  14  Pfleglinge  berechnet.  Sie
hat  die  ministerielle  Konzession  als  Jrren-Pflege-Anstalt  von  dem  Minister ­
  der  geistlichen  rc.  Angelegenheiten  unter  dem  14.  Januar  1863
erhalten.  Hausarzt  ist  der  Kreis-Physikus.  '
Allgemeine  Unteisttttznngs  Anstalt  für  evangelische  (katholische)  Elementar-êchullehrer-Wittwen
  nnd  Waisen  in  der  Provinz  Schlesien,
s.  evang.  (kathol.)  Schullehrer-Wittwen-  und  Waisen-Unterstützungs-Kaste.

Allgemeine  Wittwen-Verpflegungs-Anstalt  zu  Berlin,
im  Jahre  1775  gestiftet  und  durch  das  Gesetz  vom  17.  Mai  1856
neu  organisirt.  Darnach  finden  Aufnahme:  a)  diejenigen  im  unmittelbaren ­
  Staatsdienste  angestellten  Eivil  -  Beamten,  welche  nach  dem  Pensions-Reglement ­
  vom  30.  April  1825  pcnsionSberechtigt  sind  und  daher
zum  Pensions-Fonds  beitragen,  jedoch  mit  der  Maßgabe,  daß  diejenigen
unter  ihnen,  deren  fixirtes  Dienst-Einkommen  die  Summe  von  lährlich
250  Thlr.  nicht  übersteigt,  höchstens  eine  Wittwen  -  Pension  von
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        m

L2

50  Thlr.  versichern  dürfen;  b)  die  Assessoren  bei  den  Regierungen,  den
Obergerichtcn  und  den  Rheinischen  Landgerichten,  auch  wenn  sie  weder
Gehalt  noch  Diäten  beziehen,  so  wie  die  bei  den  Auseinandersetzungs-Behörden ­
  als  Spezial-Kommiffarien  dauernd  beschäftigten  Oekonomie-Kommissarien,
  noch  ehe  sie  in  den  Genuß  eines  Pcnsionsberechtiqten
Einkommens  treten,  jedoch  alle  diese  unter  b.  angeführten  Beamten
nur  mrt  der  Versicherung  einer  Wittwen  -  Pension  von  höchstens  100
Thlr  vorbehaltlich  einer  künftigen  Erhöhung  derselben  für  den  Fall,
daß  ihnen  später  die  Pensions-Berechtigung  beigelegt  werden  sollte;
c )  rin  eigentlichen  Seelsorger-Amte,  sowohl  unter  Königlichen,  als
unter  Pnvat-Patronaten  angestellten  Geistlichen;  d)  die  an  Gymnasien
und  diesen  gleich  zu  achtenden  Anstalten,  an  Schullehrer-Seminarien,
so  wie  an  höheren  und  an  allgemeinen  Stadtschulen  angestellten  wirklichen ­
  Lehrer;  nicht  aber  auch  die  Hülfslehrer  solcher  Anstalten  und  die
Lehrer  an  solchen  Klassen  derselben,  welche  als  eigentliche  Elementarklasien
  nur  die  Stelle  der  mit  jenen  höheren  Unterrichts-Anstalten  verbundenen ­
  Elementarschulen  ersetzen;  e)  die  Professoren  bei  den  Universalen, ­
  wenn  sie  mit  einer  fixirten  Besoldung  angestellt  sind;  f)  die
rettenden  Feldjäger.  .  Außerdem  sind  zwar  noch  einige  andere  Beamtenklassen,
  als  die  Hofdiener  u.  s.  w.,  beitrittsfähig.  Zu  zahlen  sind  bei
erner  Versicherungs-Summe  von  100  Thlr.  Wenn  der  Mann  und  die
gmu  21  a(t^Hb,  ja#*  12  19  ®gr.;  tocnn  bet  Wann
unb  b,e  ^«31  3^,  ait  finb,  15  3#.  26@gr.;  wenn  ber
Mann  und  die  Frau  41  Jahr  alt  sind,  jährlich  19  Thlr.  20  Sqr.
u.  s.  s.  Der  stallt  zahlt  einen  Zuschuß  von  jährlich  etwa  650,000  Thlr
zu  den  Bedürfnissen  der  Anstalt.  S.  auch  Berliner  allgem.  Wittwen-Pensions-
  und  Unterstützungs-Kasse;  Wittwen-Verpflegungs-Anstalt
für  Berliner  städtische  Beamte  und  Lehrer  u.  s.  w.
Aloysius  -  Stiftung,
bei  dem  katholischen  Gymnasium  zu  Münster  im  Jahre  1858  von
einem  Ungenannten  mit  1000  Thlr.  begründet;  die  davon  aufkommenden ­
  40  Thlr.  Zinsen  werden  an  zwei  Schüler  der  I.  oder  II.  Klaffe
zu  Weihnachten  und  am  Aloysinsfeste  mit  je  10  Thlr.  gegeben.
Alsleben,
Oberlandesgerichts-Chef-Präsident  a.  D.  und  Ehrenbürger  von  Berlin
und  Charlottenburg,  schenkte  der  Schul-Deputation  zu  Berlin  im  salire
1853  ein  Kapital  von  1000  Thlr.  zu  dem  Zwecke,  um  aus  den  Revenüen
  desselben  einen  tüchtigen  Lehrer  zu  rcmuncriren,  welcher  Knaben
armer  Eltern  nach  den  Nachmittags-Lehrstunden  in  specielle  Aufsicht  zu
nehme»,  dieselben  ihre  Schul-Arbeitcn  unter  seiner  Controle  anfertigen
zu  lassen,  auch  nach  beendigten  Schul-Arbeiten  zur  Erholung  mit  ihnen
Spaziergänge  zu  machen  hätte.  Die  Zinsen  betragen  37  Thlr.  und
es  befanden  Ende  1860  sich  9  Knaben  unter  Aufsicht  des  Lehrers  Zembritzky
  von  der  7.  Kommunal-Schule.  Alsleben  begründete  ferner
die  Kleinkinderbewahr-Anstalt  Nr.  29.,  erhielt  sie  ans  eigenen  Mitteln
und  sorgte  durch  Ueberweisung  eines  Kapitals  von  4000  Thlr.,  daß
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        13

sie  auch  nach  seinem  Ableben  gesichert  sei.  Die  4000  Thlr.  werden
bei  dem  „  Central-Fonds  der  Kleinkinderbewahr-Anstalten"  (s.  d.)  verwaltet. ­

Alter-Verpflegungs-Anstalt  zu  Kösfeld.
Zum  Zweck  der  Errichtung  einer  solchen  schenkten  zwei  Ungenannte  der
Stadt  (1862)  die  Summe  von  15,000  Thlr.
Alterversorgungö-Anstalt  der  jttdischen  Gemeinde  zu  Berlin,
im  Jahre  1829  in  der  Oranienburger  Straße  Nr.  6.  als  eine  Armenresp.
  Versorgungs-Anstalt  zu  dem  Zweck  begründet,  daß  darin  freundliche ­
  Aufnahme  und  angemesiene  Verpflegung  solche  unvermögenden
Individuen  der  jüdischen  Gemeinde  finden  sollten,  welche  wegen  Altersschwäche ­
  und  Gebrechlichkeit  außer  Stande  sind,  ihren  Unterhalt  weiter
zu  erwerben.  Im  Jahre  1840  wurde  für  die  Anstalt  ein  neues  Gebäude ­
  in  der  Großen  Hamburger-Straße  Nr.  26.  hergestellt  und  eingerichtet ­
  und  sie  erhielt  mittelst  Statuts  vom  15.  Juli  1844  die  Bestimmung, ­
  einzelne  Individuen  auch  gegen  ein  Einkaufsgeld  aufzunehmen. ­
  In  dieser  Beziehung  sind  der  Anstalt  mittelst  Kabinets  -  Ordre
vom  13.  Oktober  1855  Korporations-Rechte  insoweit  verliehen,  als
solche  zur  Erwerbung  von  Grundstücken  rc.  erforderlich  sind.  Die  Anstalt, ­
  welche  im  Jahre  1844  ein  Vermögen  von  7500  Thlr.  hatte  und
17  Personen  verpflegte,  erhielt  im  Laufe  der  Zeit  von  Alexander,
Beschütz,  Leo,  Rieß,  Salheim  u.  Anderen  ansehnliche  Zuwendungen. ­

Altmärkische  Hlllfskaffe  zu  Stendal,
ein  kommunalständisches  Darlehns-Institut,  von  König  Friedrich  Wilhelm ­
  IV.  mit  30,000  Thlr.  dotirt.  Statut  vom  11.  Oktober  1852
(Rauer,  Neuere  ständische  Gesetzgebung  S.  411.).  Ein  Theil  der
Zinsen  wird  zur  Vermehrung  des  Stamm-Kapitals,  ein  Theil  zur  Prämiirung
  von  Sparkassen-Jntcresseuten,  der  Rest  zu  gemeinnützigen  Anlagen ­
  verwendet.  Das  Stamm-Kapital  betrug  Ende  1863  bereits
37,430  Thlr.
Altmärkischer  Verein  für  vaterländische  Geschichte  und  Industrie,
im  Jahr  1836  zu  Salzwcdel  begründet,  zählt  51  Mitglieder  und  hat
eine  Sammlung  historisch  merkwürdiger  Gegenstände,  eine  Bibliothek
und  einen  Fonds  von  500  Thlr.
Altmärkisches  (Stendalsches)  Stipendium,
im  Betrage  von  etwa  40  Thlr.  bei  der  Universität  Frankfurt,  jetzt
Breslau  begründet.  Nach  der  Observanz  kommen  vorzugsweise  die
Söhne  der  ordentlichen  Profesioren,  und  sodann  die  der  außerordentlichen ­
  Profesioren  zum  Genuß.  In  Ermangelung  solcher  Berechtigten
fällt  die  Einnahme  zunächst  an  die  unbesoldeten  Professoren,  und  wenn
solche  nicht  vorhanden  sind,  an  die  Universitätskasse.  Die  Kollation
des  Stipend«  und  die  Verwaltung  des  Fonds  steht  der  Universität  zu.
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        14

Altstädtisches  Gymnasium  zu  Königsberg.
Eine  evangelische  städtische  Anstalt,  aus  der  altstädtischen  Parochial-Schule,
  welche  schon  1376  als  lateinische  Schule  bestand,  hervor  gegangen. ­
  Sie  hat  einen  Unterstützungs-Fonds  sür  hülfsbedürftige  Gymnasiasten, ­
  der  aus  freiwilligen  Beiträgen  gebildet  wurde.
Altstädtisches  Stipendium  zu  Brandenburg.
Das  Stipendium  beträgt  jährlich  60  Thlr.,  und  wird  an  in  Brandenburg ­
  geborne  ^tubircitbe  auf  ihre  Studienzeit  vergeben,  wenn  sie  ihre
Bedürftigkeit  und  Würdigkeit  nachweisen.  Die  Kollation  gebührt  dem
Magistrat  zu  Brandenburg.
Altstädtisches  Wittwen-  und  Waisenstift  zu  Königsberg,
eine  alte  Stiftung  für  Wittwen  und  Waisen  von  Kaufleuten.  Die
Verwaltung  hat  das  Vorsteher-Amt  der  Kaufmannschaft.'
Altwein-Blankenbach  sche  Stiftung.
Von  der  Wittwe  Altwein,  Barbara  Sophie  geb.  Lüdccke  (t  1758)
zu  Magdeburg  begründet,  und  von  dem  Bürgermeister  Johann  Friedrich
Blankenbach  (1790)  vermehrt,  bestand  der  Kapital-Fonds  im  Jahre
1861  aus  350  Thlr.  in  Gold  und  3250  Thlr.  Kourant;  die  Zinsen
sind  zur  Unterstützung  von  Wittwen  und  Waisen  bessern  Herkommens
bestimmt  und  werden  jährlich  am  3.  August  (dem  Namenstage  des
Altwein)  und  am  4.  December  (dem  Nanienstage  seiner  Wittwe)  in
Portionen  von  wenigstens  5  Thlr.  vertheilt.  Die  Verwaltung  steht  der
Armen-Deputation  in  Magdeburg  zu.
A  lt  w  e  i  n  sche  Stipendien-Stiftnng,
Frau  Barbara  Sophie  Altwein  (s.  o.)  setzte  außer  einigen  andern  Legaten
zu  wohlthätigen  Zwecken  eine  Summe  von  300  Thlr.  aus,  welche'dermalen ­
  in  4}  Proc.  Magdeburger  Stadtobligationcn  belegt  sind,  und  wovon
die  Zinsen  mit  13'  Thlr.  alljährlich  zu  Ostern  zur  Unterstützung  eines
auf  die  Universität  übergehenden  einheimischen  Schülers  der  Gymnasien
zu  Magdeburg  verwendet  werden.
August  Franz  v.  Alv  eu  Sieben,
Ritter  des  Johanniter-Ordens,  bestimmte  (1814)  die  Zinsen  eines
Kapitals  von  2000  Thlr.  zur  jährlichen  Bertheilung  an  seinem  Sterbetage ­
  (11.  Juli)  unter  Haus-Arme,  Wittwen  und  Waisen  der  Stadt
Berlin.  Das  Kapital,  bei  der  städtischen  Haupt-Stiftungs-Kasse  verwaltet, ­
  betrug  im  Jahr  1845  (Lisco  S.  82.)  nur  noch  1900  Thlr.
Amalie,  Prinzessin  von  Preußen,
hinterließ  der  Dom-Kirche  zu  Berlin  ein  Legat,  dessen  jährliche  Einnahme ­
  (Lisco  S.  113.)  1300  Thlr.  gewährt  und  vorzugsweise  bestimmt
ist,  den  Armen  Unterstützungen  zu  Holz  und  Miethe  zukommen  zu
lassen.
Am  ali  en-Stift  zu  Ratibor,
im  Jahre  1837  von  dem  Stadt-Aeltesten  und  vormaligen  Apotheker ­
  Franke  durch  Ueberweisung  zweier  Häuser  im  Werthe  von
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        15

2200  und  185  Thlr.  und  eines  Beitrages  von  jährlich  100  Thlr.  zur
Unterhaltung  an  die  Kommune  gegründet.  Die  Anstalt  ist  bestimmt,
Waisen  christlicher  Religion  des  Orts  ohne  Unterschied  der  Konfession
aufzunehmen.  Die  Stiftung  erhielt  unter  dem  6.  Juli  1837  die  landesherrliche ­
  Genehmigung  und  wurde  von  dem  Franke  zwei  Jahre
später  noch  dadurch  erweitert,  daß  er  der  Kommune  statt  des  nur  für
die  Dauer  seiner  Lebenszeit  verheißenen  jährlichen  Beitrages  von  100
Thlr.  Aktiv-Kapitalien  von  mehr  als  2000  Thlr.  überwies.-  Der
die  Summe  von  2000  Thlr.  übersteigende  Betrag  sollte  kapitalistrt
und  zur  Begründung  eines  Aussteuer-Fonds  für  im  Institut  erzogene ­
  Mädchen  verwendet  werden.
A  mali  en-Stiftung,
von  dem  Banquier  Louis  Rieß  zu  Berlin  im  Jahre  1863  zur  Erinnerung ­
  an  seine  verstorbene  Mutter  Amalie  Rieß  geb.  Meyer
(f  1834)  mit  einem  Kapital  von  1000  Thlr.  im  Anschluß  an  die
„Henrietten-Stiftung"  (s.  d.  A.)  begründet.  Die  statutarischen  Bestimmungen ­
  der  letzteren  finden  auf  die  Am  a  li  en-Stiftung  mit  der  Maßgabe ­
  Anwendung,  daß  die  Aussteuer  innerhalb  der  durch  jene  Bestimmungen ­
  gezogenen  Grenzen  gleichzeitig  aus  beiden  Stiftungen  entnommen ­
  werden  darf.  Die  Berwaltung  steht  dem  Kuratorium  der  „Moses
Mendelsohnschen  Waisen-Erzichungs-Anstalt"  (s.  d.  A.),  die  Aufsicht ­
  dem  Magistrat  zu.  Die  Stiftung  hat  unter  dem  27.  Mai  1863
die  landesherrliche  Genehmigung  erhalten.
Ambergersche  Stiftung  zu  Solingen.
Sie  ist  im  Jahre  1833  von  dem  Bürger  und  Buchhändler  Friedrich
Gerhard  Amberger  begründet,  besteht  aus  einem  zur  Aufnahme  von
3  —  4  Waisen  aus  der  kleineren  evang.  Gemeinde  bestimmten  Gebäude ­
  mit  Garten  und  hat  2350  Thlr.  Kapital.  Die  Kinder  werden
zur  Zeit  im  Familien  untergebracht  und  aus  den  Einkünften  der  Stiftung ­
  unterhalten.
v.  Ammon,
s.  Gräfin  v.  Schwerin.  —  Kindcr-Warteschule  zu  Kleve.
v.  Ampachsche  Dieustbotcu-Prämien-Stiftung  zu  Naumburg  a.  S.,
Es  werden  jährlich  an  zwei  langgcdiente  Dienstboten  Prämien  à  20
Thlr.  gezahlt.  Die  Stiftung  hat  ein  Vermögen  von  1000  Thlr.
Amploniauische  Stiftung  (Collegium  Amplonianum).
Eine  mit  der  aufgehobenen  Universität  Erfurt  verbunden  gewesene  Stiftung, ­
  bestehend  in  einem  Konvikte,  welchen  der  Dr.  Amplonius  Rattin
  g  er,  auch  2lmplonius  v.  Bergka  genannt,  1412  aus  seinem  Vermögen ­
  für  14  Schüler  und  Studirende  errichtet  hatte.  Nach  Aufhebung ­
  der  Universität  wurden  die  Alumnen-Stellen  in  Stipendien
verwandelt  und  nach  Inhalt  des  Statuts  vom  Jahr  1822  können  die
Städte  Rheinbcrg  8,  Erfurt  2,  Erpel  2,  Soest  1,  Herford  1  einfache
Stipendien  (zur  Zeit  von  je  60  Thlr.)  verleihen.  Das  Vermögen
der  Stiftung,  welches  rm  Jahr  1818  650  Thlr.,  im  Jahr  1859
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        16

1049  Thlr.  betrug,  wird  von  der  Königl.  Regierung  zu  Erfurt  verwaltet. ­

Amtsländischer  Spritzenverband  zu  Wittenberg,
eine  aus  dem  vorigen  Jahrhundert  her  stammende,  auf  der  Sächsischen
Dorf-Feuer-Ordnung  vom  18.  Februar  1775  beruhende  Societät
welche  bezweckt,  durch  gemeinschaftliche,  nach  Besitz-  und  Klassen-Verhaltnisien
  normirte  Beiträge  allmählig  für  jede  Ortschaft  eine  gute
Dorf-Feuer-Spritze  anzuschaffen  und  zu  unterhalten,  auch  den  Spritzenmeistern ­
  neben  Erstattung  der  kleinen  Ausgabebedürfnisie  an  Schmiere
und  Erleuchtung  eine  kleine  Remuneration  zu  gewähren.  Der  Hüfner
zahlt  20,  der  Halbhüfner  15,  der  Kossäth  10,  der  Häusler  5,  der
Hausgenosse  2'  Sgr.  u.  s.  w.  Im  Jahre  1860  kamen  auf  696  Thlr.:
ausgegeben  wurden  285  Thlr.
Andermann,
s.  Hospital  St.  Georg  zu  Frankenstein.  —  Kloster  der  barmherzigen
Brüder  zu  Frankenstein.
Ande  rösches  Vermächtniß.
Die  im  Jahr  1831  zu  Hohenfriedcberg  verstorbene  Wittwe  des  Chirurgus
  Anders  bestimmte  letztwillig  ihr  aus  einer  Stube  und  zwei  Kammern ­
  bestehendes  massives  Haus  zu  einem  Armenhause  für  Wittwen
evang.  Konfession.
Anders  leb  scher  Stipendien-Fonds,
eine  in  Kindelbrück  bestehende  Stiftung,  welche  ein  jährliches  Stipendium ­
  von  20  Gulden  zahlt.
Andreäsche  Lcgatenkasse,
eine  Stiftung  von  Maria  Margaretha  Audreä,  Schwester  des  ehemaligen ­
  Hof-  und  Dompredigers  Andreä,  im  Jahre  1738  bei  der
Domkirche  zu  Berlin  für  Prediger-Wittwen,  Waisen  und  Hansarme  gegründet. ­
  Es  werden  aus  der  Lcgaten-Kassc  jährlich  150  Thlr.  Pensionen ­
  an  vier  reformirte  Prediger-Wittwen  von  auswärts,  150  Thlr.
zur  Erziehung  von  vier  Waisen,  zwei  Knaben  und  zwei  Mädchen,  und
300  Thlr.  Pensionen  an  Hülfsbcdürftige  der  Domgemeinde  gezahlt.
(Lisco  S.  113.)
Christian  Jacob  Andreä,
Kaufmann  in  Berlin  (f  1767)  setzte  1000  Thlr.  Gold  für  das  Berlinische
Gymnasium  zum  grauen  Kloster  aus  und  cs  werden  die  Zinsen  des
allmählig  durch  kleine  Ersparnisse  vermehrten  Kapitals,  im  Betrage  von
52  Thlr.  zur  Anschaffung  von  Büchern  und  Kleidungsstücken  für  arme
Schüler  verwendet.  Die  Verleihung  gebührt  dem  Direktor  des  Gymnasiums. ­

Anna-Stiftung  zu  Tropplowitz  (Leobschütz),
eine  katholische  Mädchenschule,  begründet  mittelst  Stiftungs-Urkunde
vom  2.  Mai  1861  und  Nachträge  zu  derselben  vom  6.  Juli  1862
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        17

durch  die  verw.  Freun  v.  Herzogenberg  geb.  Gräfin  v.  Götzen
zu  Wien  nuttelst  Zuwendung  von  8500  Gulden  östreichischer  Währung.
Annen-Hospital,
s.  Hospital  zu  St.  Annen.
St.  Annen-Hospital  (Clus)  zu  Dardesheim,
für  8  Stadt-Arme,  1435  vom  Dompropst  Friedrich  Hake  zu  Halberstadt
  gcstlftet  und  1438  vom  Dompropst  Busse  bestätigt.  (Hermes ­
  11-  -rIO.)
St.  Annen-Hospital  zu  Hopsten,
in  neuerer  Zeit  aus  milden  Gaben  hergestellt  und  auf  16  Betten  eingerichtet. ­
  Barmherzige  Schwestern  aus  dem  Klemens-Hospital  zu  Münster ­
  haben  die  Pflege  der  Kranken.  Die  Anstalt  hat  einen  Kapital-Fonds
2670  Thlr.

Şt.  Anne  n  -  Hospital  zu  Quedlinburg,
im  Jahre  1433  von  der  Gewandschncider-Jnnung  gestiftet  und  vom
Magistrat  verwaltet.  Dasselbe  ist  vorzugsweise  zur  Aufnahme  von
nicht  bemittelten  alteren  Personen  aus  dem  höheren  und  mittleren  Bürgerstande
  bestimmt.  Das  Haus  enthielt  im  Jahre  1840  20  Wohnungen ­
  für  d'e  -prabendarien,  wovon  5  frei  gewährt,  die  andern  aber
zu  einem  feststehenden  Preise  verkauft  wurden.  Die  Zahl  der  Präbenden ­
  betrug  13,  das  Bermögen  des  Hospitals  aber  bestand  in  einigen
Kapitalien  und  m  220  Morgen  Land.  (Hermes  II.  239.)
£t.  A  un  en-Kloster  zu  Stendal,
im  Jahr  1240  als  Minoriten-Nonnen-Kloster  gegründet,  seit  1500  Annen-Kloster;
  jetzt  em  i  mngllches  Hospital  für  arme,  gebrechliche  Jungfrauen ­
  der  Altmark,  besonders  der  Stadt  Stendal,  mit  6  Stellen  und
einem  Vermögen  von  o,000  Thlr.  Die  Bezüge  der  Domina  betragen ­
  etwa  100  Thlr.,  die  einer  Konventualin  80  Thlr.  Statutengeld
150  Thlr.  Gold;  die  Verleihung  ber  Stellen  steht  der  Königl.  Negierung ­
  in  Magdeburg  zu.

Annen  -  Stiftung,
begründet  bei  dem  Friedrich-Wilhelms-Hospital  zu  Berlin  (s.  d.)  im
Jahre  1848  durch  ein  Geschenk  von  3000  Thlr.,  welches  Rentier  Max
o  er  ctadt  machte.  (5s  sollten  damit  zwei  Freistellen  in
dotirt  werden""^  erbauten,  seit  1849  aber  eröffneten  Hospital

Annunciaten-Haus  zu  Aachen,
'"«à"'''  9 °- ]o °  P--'-»-"
_  J**™  für .  ñ'"del-  und  verlaffene  Kinder  zu  Aachen.

Prcuß.  Landbuch.

2
        <pb n="25" />
        Anstalt  zur  Rettung  gefallener  Personen  und  zur  Erziehung  verwahrloseter
Kinder  weiblichen  Geschlechts  in  St.  Mauritz  bei  Münster,
im  Jahre  1850  in  der  Bauerschaft  Kemper  begründet  und  unter  Leitung ­
  einer  Genossenschaft  des  Ordens  unserer  lieben  Frau  vom  guten
Hirten  (s.  d.)  stehend.  Die  aufgenommenen  Frauenzimmer  sollen  an
ein  sittliches  und  arbeitsames  Leben  gewöhnt  und  dadurch  in  den  Stand
gesetzt  werden,  später  ihr  Brot  auf  eine  anständige  Weise  zu  verdienen.
Die  Anstalt  nimmt  sich  ihrer  auch  noch  nach  der  Entlassung  an,  indem ­
  sie  ihnen  nöthigen  Falls  behülflich  ist,  ein  angemessenes  Unterkommen ­
  zu  finden.  Die  Anstalt  hat  unterm  16.  September  1853  die  beschränkten ­
  Eorporations  -  Rechte  und  im  Jahre  1859  von  der  verw.
verstorbenen  Frau  Kaufmann  Lucia  Müller  geb.  Fryc  Zuwendungen
im  Werthe  von  8000  Thlr.  erhalten,  in  Folge  dessen  und  unter  Verwendung ­
  eines  Königlichen  Geschenks  von  1000  Thlr.  die  Erweiterung
und  die  Verlegung  der  Anstalt  auf  ein  anderes  Grundstück  stattgefunden ­
  hat.  Seit  1864  hat  das  Haus  eine  Kirche.
Anstalt  zur  Unterstützung  verschämter  Armen  (Haspokath  Ebjonim),
fi»  Armen-Institut  der  jüdischen  Gemeinde  zu  Berlin,  welches  den
Zweck  hat,  verschämte  Arme  der  Gemeinde  mit  Brot  und  Holz  zu
unterstützen.  Die  Verwaltung  wird  von  Vorstehern  und  Afiessorcn  geführt. ­
  Das  Institut  hatte  im  Jahre  1852  ein  Vermögen  von  etwa
37,000  Thlr.  Dazu  kam  u.  A.  ein  Legat  von  Samuel  Hirsch  im
Betrage  von  1350  Thlr.
Anstalt  zur  Verpflegung  und  Wartung  unheilbarer  Kranken  in  Köln,
Filial  der  Genossenschaft  der  Ordens-Schwestern  zum  h.  Karl  Borromäus
  in  Nancy  und  Trier.  Die  Anstalt  wurde  von  der  Wittwe  de
Noel  geb.  v.  Haupt,  gegründet,  welche  das  Haus  ankaufte,  einrichtete ­
  und  mit  einem  bedeutenden  Legate  der  Armen-Verwaltung  übergeben ­
  hat.  Vgl.  Marien-Hospital.
Anton,
Professor,  Dr.  theol.  und  cmeritirter  Gymnasial-Direktor  zu  Görlitz,
überwies  im  Jahre  1860,  in  Erfüllung  der  Wünsche  seiner  verstorbenen
Tochter,  der  dasigcn  Armenkasse  ein  Kapital  von  100  Thlrn.,  dessen
Zinsen  alljährlich  am  24.  Dezember  an  eine  verschämte  arine  unbescholtene ­
  ältere  Jungfrau  gegeben  werden  sollen.
St.  Antonius-Hospital  zn  Kleve,
ein  katholisches  Institut,  das  Kranke  anderer  Konfessionen  nicht  ausschließt ­
  und  Arme  unentgeltlich  aufnimmt.  Verpflegt  werden  jährlich
2—300  Personen;  die  Leitung  der  Anstalt,  welche  Korporations-Rechte
und  18,000  Thlr.  Kapital-Vermögen  besitzt,  ist  barmherzigen  Schwestern ­
  übertragen.
St.  Antonius-Hospital  zu  Schöppingen  (Ahaus).
In  den  Jahren  1854  und  1855  hauptsächlich  durch  die  Bemühungen
eines  der  Ortsgeistlichcn  mit  einem  Kostenanfwandc  von  7000  Thlr.,
welche  gänzlich  durch  freiwillige  Gaben  beschafft  wurden,  hergestellt.
        <pb n="26" />
        19

2«

Die  Anstalt  kann  30  Kranke  aufnehmen  und  ist  Eigenthum  der  Pfarrkirche; ­
  die  Krankenpflege  wird  durch  Schwestern  aus  dem  Mutterhausc
zmn  h.  Franziskus  in  St.  Mauritz  besorgt.  '  Neben  den  sonstigen
Einkünften  sind  dem  Hospital  die  Einkünfte  der  Wiggenhornschen
Armen-Stistung  mit  jährlich  40  Thlr.,  und  widerruflich  die  des  Gräflich ­
  Merveldtschen  Armenhauses  zum  Betrage  vou  30  —  40  Thlr.
überwiesen.  Aktiva  1000  Thlr.
Apitzsch,
s.  Maricn-Stiftung  zu  Görlitz.
Apotheker-Verein,
s.  Norddeutscher  Apotheker-Verein.
Apotheker-Verein  zu  Breslau.
Derselbe  besteht  seit  dem  18.  Januar  1864  und  hat  seine  Wirksamkeit
damit  eröffnet,  daß  er  ein  Stipendium  in  Höhe  von  100  Thlr.  für
unbemittelte  Candidatcn  der  Pharmacie,  welche  das  Staats-Examen  in
Breslau  machen  wollen,  gründete.

Archäologisches  Institut,
1829  durch  den  (nachherigen)  König  Friedrich  Wilhelm  IV.  in  Nom
begründet,  was  demnächst  zur  Bildung  der  „archäologischen  Gesellschaft"
in  Berlin  führte.  Die  in  Berlin  bestehende  Eentral-Direktion  des
archäologischen  Instituts  ist  in  den  Stand  gesetzt,  zwei  Staats-Stipendien ­
  à  600  Thlr.  zu  verleihen.  Zweck  derselben  ist  Belebung  archäologischer ­
  Studien,  Verbreitung  archäologischer  Kenntniß  des  klassischen
Alterthums  und  insbesondere  Heranbildung  leitender  Kräfte  zur  archäologischen ­
  Korrespondenz  für  das  römische  Institut  und  von  Lehrern
der  Archäologie  für  die  vaterländischen  Universitäten.  Die  Bewerber
müssen  auf  einer  preußischen  Hochschule  die  philosophische  Doktorwürde
erworben  oder  das  examen  pro  facúltate  docendi  bestanden  und  die
Berechtigung  zur  Ertheilung  des  Unterrichts  in  den  alten  Sprachen  auf
den  obersten  Gymnasialklassen  erlangt  haben.  Zwischen  diesem  Zeitpunkt ­
  und  dem  seiner  Bewerbung  dürfen  höchstens  drei  Jahre  verflossen
seln,  in  der  Regel  erfolgt  die  Verleihung  auf  ein  Jahr.  Gesuche  sind
vor  dem  15.  Mai  jeden  Jahres  an  die  Central-Direktion  des  archaoogischen
  Institutes  in  Berlin  zu  richten,  die  Auszahlung  erfolgt  auf
s!!+&amp;gt; ma  iw  .  Stöber  an  der  Generalkaffe  des  Ministeriums  der  geist-Untemd)M,
  unb  Wcb#aí^Macícgcn^citcn.
.  ArchenholdscheS  Vermächtniß.
şşe  1851  verstorbene  Wittwe  Israel  Archenhold  geb.
©cmcu.bc  ««  gwjrt  *«t»t«I  mH  ber  Bestimm»»,.  dast  die  Zinsen
l-.inel.ch  a»  verschämte  tzaus-Anne  der  beiden  Gemeinden  vertheilt,  jebï|,h
 N  bCt  ® toM  °°r°b  i-de».  3  Thlr.  gezahlt  wer-
        <pb n="27" />
        Archipresbyterats-Waisen-Stiftung  zu  Neumarkt,
im  Jahre  1844  begründet  und  durch  ein  Legat  des  Erzpriesters  Elsn  er
besonders  unterhalten.  Sie  steht  unter  Verwaltung  des  katholischen
Stadtpfarrers,  bringt  eine  Anzahl  Waisen  in  Familien  unter  und  zahlt
dafür  Erziehungsgeld.  Vermögen  2300  Thlr.
Architckteu-Verein  zu  Berlin,
im  Jahre  1824  unter  Schinkels  Auspicien  gegründet  zum  Zweck  der
Förderung  aller  bauwissenschaftlichen  Kenntnisse.  König  Friedrich  Wilhelm ­
  IV.  setzte  mittelst  Ordre  vom  18.  Februar  1856  zum  Zweck
und  unter  Beding  einer  Kunst-,  beziehungsweise  bauwistenschaftlichen
Reise  zwei  Preise  von  je  100  Stück  Frd'or  für  die  besten  Lösungen
der  von  dem  Verein  seinen  Mitgliedern  zum  Geburtstage  Schinkels
(13.  März)  zu  stellenden  Preis-Aufgaben  aus.  Die  Zahl  der  Mitglieder ­
  des  Vereins  belief  sich  1864  auf  265.
Arletius,
s.  Gymnasium  zu  St.  Elisabeth  in  Breslau.
Armen-  Beschäftigungs-Anstalt  zu  Görlitz.
Rentier  Schrickel  vermachte  der  Stadt  zur  Errichtung  einer  solchen
behufs  Abstellung  der  Bettelei  ein  Kapital  von  5000  Thlr.  Die  Stiftung ­
  erhielt  unter  dem  18.  November  1835  die  landesherrliche  Genehmigung. ­

Armen-Biirger-Fonds  zu  Rawicz.
Aus  den  Zinsen  eines  Kapitals  von  6000  Thlr.  werden  16  alte  arme
Bürger  aus  dem  Handwerker-Stande  wöchentlich  mit  10  Sgr.  unterstützt. ­
  Dem  Fonds  fließt  ein  Theil  der  Bürgcrrechtsgeldcr  zur'  Vermehrung ­
  zu.
Armen-Erziehungs-Justitutö-Fonds  zu  Memel.
Derselbe  steht  unter  Verwaltung  des  Magistrats  und  beträgt  33,000  Thlr.
Die  Hälfte  der  Zinsen  wird  zum  Kapital  geschlagen,  mit  der  andern
Hälfte  werden  mehrere  Zöglinge  der  Rettungs-Anstalt  unterhalten.
Arme-Frauenhaus  zu  Goch.
Eine  katholische  Stiftung  mit  selbstständiger  Verwaltung.  Die  Anstalt
nimmt  10  alte  Frauen  auf,  hat  Korporations-Rechte  und  jährlich  etwa
2400  Thlr.  Einkünfte,  die  zugleich  zur  Unterstützung  katholischer  Armen
in  der  Stadt  verwendet  werden.  S.  Armen-Männerhaus.
Armen  Freischule  zu  Köln,
s.  Ev.  Armen-Freischule.
Armenhaus  zu  Engelskirch  (Wipperfürth),
von  dem  Pfarrer  Rem  bold  aus  eigenen  Mitteln  erbaut  und  eingerichtet. ­
  In  der  Anstalt  wohnen  drei  zur  Krankenpflege  in  der  Pfarre
bestimmte  barmherzige  Schwestern.
Armenhaus  zu  Greifswald.
Im  Jahre  1842  in  Vereinigung  mit  den  damals  bestehenden  älteren
        <pb n="28" />
        Instituten  (dem  grauen  Kloster,  dem  Engelbrechtschen  und  Schwarzschen
Konvent)  begründet.  Senator  Karl  Friedrich  Pogge  legirte  der  neuen
Anstalt  3000  Thlr.  zum  Unterhalt  der  darin  aufzunehmenden  alten
armen  oder  kranken  Personen.
Armenhaus  zu  Kessenich  (Bonn).
Eine  Stiftung  des  Rentier  Fudikas  aus  dem  Jahr  1861.
Armenhaus  zu  Kerpen  (Bergheim),
von  zwei  Wohlthätern  der  Kirchen-Fabrik  geschenkt.  Sechs  barmherzige
Schwestern  vom  heiligen  Franziskus  nach  der  3.  Ordens-Regel  aus
dem  Kloster  in  Heythuyzen  besorgen  die  Pflege  armer  Kranken  und
unterhalten  eine  Kinderbewahr-Anstalt.
Armenhaus  zu  Kleve,
s.  Münze.
Armenhaus  zu  Mülheim  a.  Rhein,
ein  städtisches  Institut,  welches  in  der  Art  benutzt  wird,  daß  eine  Familie, ­
  welche  darin  freie  Wohnung  hat,  gegen  einen  bestimmten  Pflcge-Satz
  die  untergebrachten  Kranken,  verwaiscten  Kinder  und  sonstigen
arbeitsunfähigen  Personen  verpsicgt.  Arme  Leute  erhalten  außerdem
freie  Wohnung.
Armenhaus  zu  Kinderhaus  in  Münster,
ein  altes,  außerhalb  der  Stadt  liegendes  Institut  für  30  arme  Männer
und  Frauen,  mit  einer  Kapelle.  Die  Anstalt  hat  mehrere  Grundstücke
und  ein  Kapital-Vermögen  von  50,000  Thlr.
Armenhaus  Zumbusch  und  Ueding  in  Münster.
Im  Jahre  1337  von  der  Wittwe  Zumbusch  gestiftet,  1799  von  Elisabeth ­
  Ueding  vcrbcstert.  Die  Anstalt  nimmt  17  arme  weibliche  Personen ­
  katholischer  Konfession  auf,  gewährt  ihnen  freie  Wohnung,  Feuerung,
Licht,  Verpflegung  in  Krankheits-Fällen  und  monatlich  eine  Geld-Unterstütznng
  von  2ş  Thlr.  Kapital-Vermögen  28,000  Thlr.  Aus  dem
Ueberschussc  der  Einnahmen  werden  jährlich  250  Thlr.  zur  Unterstützung
der  Krankenpflege  in  der  Hülflosen-Anstalt  gezahlt.
Armenhaus  zur  Aa  und  Bischoping  in  Münster.
Ein  altes  Institut,  das  20  katholische  Arme  weiblichen  Geschlechts  aufund
  außer  freier  Wohnung  rc.  mit  monatlich  2j  Thlr.  unter»
tufct.  Kapital-Vermögen  24,000  Thlr.  Aus  den  Uebcrschüsseu  der
Einnahme  werden  200  Thlr.  zur  Hülflosen-Anstalt  (s.  d.)  gezahlt.
Armenhaus  zu  Paderborn.
Für  alte  arme  Einwohner  der  Stadt  bestimmt,  hat  cs  etwa  33  Häuslmge
  belderler  Geschlechts.  Es  steht  unter  Aufsicht  der  Armen-Kom-Mlsston,
  zur  Pflege  sind  barmherzige  Schwestern  bestellt.
Armenhaus  zu  Staßfurt,
s.  Benneckesche  Armen-Stiftung.
        <pb n="29" />
        Armenhaus  zu  Wewer  (Paderborn).
Von  dem  Tischler  Hartmann  in  neuester  Zeit  gestiftet  und  mit
Grundstücken  und  Einnahmen  ausgestattet.
Arinenhaus  und  Armenbeschäftigungs-Anstalt  zu  Wadersloh  (Beckum),
angelegt  mit  Hülfe  eines  Vermächtnisses  der  Maria  Christine  Berteli,
welches  dieselbe  im  Werthe  von  100  Thlr.  für  verschämte  Arme  ausgesetzt ­
  und  unter  Verwaltung  des  Pastors  und  des  Vikarius  zu  St.  Nicolai ­
  gestellt  hat  (1843).
Armen-Holzversorgungö-Gesellschaft  zu  Magdeburg,
1785  von  dem  Prediger  Berkhan  und  Andern  errichtet  und  landesherrlich ­
  bestätigt.  Ihr  Zweck  war,  alle  städtischen  Armen  ohne  Unterschied ­
  der  Religion  während  des  Winters  mit  dem  nöthigsten  Feuerungs-Material
  zu  versorgen.  In  dem  am  17.  September  1855  bestätigten
Statut  wird  der  Zweck  der  Gesellschaft  jedoch  dahin  angegeben:  die
verschämten  Armen  der  Stadt  im  Winter  mit  Holz  oder  anderem
Feuerungs-Material  zu  unterstützen;  andere  Arme  sollen  nur  aus  besonderen ­
  triftigen  Gründen  Berücksichtigung  finden  können.  Kapital
7500  Thlr.;  jährliche  Einnahme  1000—1100  Thlr.
Armen-Hospital  zu  Heilsberg.
Dasselbe  steht  unter  Aufsicht  des  bischöflichen  General-Vikariats  in  Frauenburg ­
  und  hat  ein  Kapital-Vermögen  von  12,000  Thlr.  Aus  den
Zinsen  desselben  und  dem  Ertrage  einiger  Grundstücke  wird  der  Unterhalt ­
  von  etwa  25  Hospitaliten  bestritten,  auch  eine  Unterstützung  an
nicht  aufgenommene  Arme  gezahlt.
Armen-Hospital  zu  Klein-Oels.
Dasselbe  ist  1723  von  dem  Grafen  v.  Dietrich  stein  fundirt  und
durch  den  Feldmarschall  Grafen  v.  Wartenburg  mit  10,000
Thlr.  Kapital-Vermögen  auf  16  Stellen  erweitert.
Armen-Hospital  zu  Niezamyöl  (Schroda),
von  dem  früheren  Besitzer  der  Herrschaft  Santomysl,  Kastellan  v.  Jaraczewski
  für  Arme  dieser  Herrschaft  mit  einem  Kapital  von  10,000
Gulden  polnisch  und  22  kulmischen  Morgen  Land  begründet.  Die  Stiftung ­
  hat  im  Jahr  1816  die  landesherrliche  Genehmigung  erhalten  und
kaun  14  Personen  aufnehmen.
Armen-Kasse  zu  Brumby  (Kalbe  a.  Ş.),
von  dem  Oberamtmann  Franz  Andreas  Weber  (t  1835),  durch  ein
Legat  von  200  Thlr.  begründet.  Die  jährlich  aufkommenden  Zinsen
sollen  zur  Unterstützung  der  Gemeinde-Armen  verwendet  werden.
Armen-Kasse  der  Burgkirchen-Gemeinde  zu  Königsberg.
Sie  ist  aus  milden  Gaben  der  Gemeinde,  aus  Legaten  des  Kommerzien-Raths
  Fischer,  des  Zimmermeisters  Bannwerth  rc.  entstanden  und
hat  ein  Kapital  von  60,000  Thlr.,  dessen  Zinsen  an  reformirte
Arme  gezahlt  werden.  Zu  derselben  fließt  auch  die  Einnahme  des  der
        <pb n="30" />
        23

Kirche  verliehenen  Privilegiums,  einen  Leichenwagen  zu  halten,  mit  etwa
600  Thlr.ģ  jährlich.
Armenkinder-Schule  zu  Bergen,
eine  Rettungs-Anstalt  für  verwahrlosete  Kinder,  im  Jahre  1846  von
einem  Vereine,  an  dessen  Spitze  angesehene  Frauen  und  Jungfrauen
standen,  errichtet.  Die  Anstalt  hat  ein  eigenes  Haus,  Korporations-Rechte
  und  nimmt  etwa  10—12  Mädchen  auf,  welchen  sie,  neben  Unterhalt, ­
  eine  religiös  sittliche  Erziehung  und  Unterricht  gewährt  und
nach  der  Einsegnung  einen  Dienst  verschafft.
Armen-Kranken-Anstalt  zu  Guhrau.
Sie  hat  den  Zweck,  Gesellen  und  Dienstboten  in  Krankheitsfällen  aufzunehmen ­
  und  freie  Kost,  Arznei  und  ärztliche  Behandlung  zu  gewähren.
Behufs  Ausbringung  der  dazu  erforderlichen  Mittel  hat  nach  der  Stiftungs-Urkunde ­
  von  1825  jeder  am  Ort  sich  befindende  Geselle  und
Dienstbote  monatlich  einen  Beitrag  von  i\  Sgr.  zu  entrichten.
Armen-Krankenhaus  zu  Ahrweiler,
im  Jahre  1855  von  einem  Privat-Verein  gegründet  und  unter  die  Leitung ­
  der  barmherzigen  Schwester  vom  Orden  des  h.  Karl  Borromäus
aus  dem  Mutterhause  zu  Trier  gestellt.  Seit  18(tl  Eigenthum  der
katholischen  Kirchen-Fabrik.  Zweck  der  Anstalt  ist  die  Aufnahme  armer
Kranken  der  Pfarrei  Ahrweiler  und,  nach  Maßgabe  der  Mittel,  auch
anderer  Gemeinden  ohne  Unterschied  des  Geschlechts  und  der  Religion.
Die  Aufnahme  erfolgt  nach  Umständen  unentgeltlich  und  hat  der  Kirchcn-Rath
  darüber  zu  entscheiden.  Zum  Hause  gehört  eine  Bewahr-Anstalt
  für  Kinder  der  arbeitenden  Klaffe.  Waisenkinder  erhalten  gegen
entsprechende  Vergütung  vollständige  Pflege  und  Erziehung.  Vermächtnlß
  des  Weingutsbesitzers  Julius  Joseph  Kreuzberg  von  700  Thlr.

Armen-Krankenhaus  zu  Hüls  (Kempen).
Der  Beigeordnete  und  Gutsbesitzer  Johann  Heinrich  Fischers  zu
Benrad  (t  12.  Novbr.  1845)  setzte  die  kath.  Armen-Verwaltung  in
zur  Universal-Erbin  seines  gesammten  Vermögens  ein,  mit  der
erpflichtunc;,  den  nach  Auszahlung  einiger  Legate  verbleibenden  Rest
n  u  •  o  •  7472  îur  Begründung  einer  Armen-Kranken-Anstalt
,,,  ^  .  Şltung  und  Verwaltung  barmherziger  Schwestern  aus  Münster
J?“ 1  îüe  Anstalt  steht  in  Verbindung  mit  dem  Armen-  und
/.  iQrL U v  ^sehnliche  Vermächtnisse  des  Rentners  Joh.  Stieger
ver  Frau  Rentner  Gäter  (t  1856),  des  Rentner  Diepers
  1850)  und  von  Hanners  (t  1859).
Armen-Krankenhaus  zu  Viersen,
auf  Anregung  des  jetzigen  Freiherrn  v.  Diergardt  durch  freiwillige ­
  Sammlungen  lm  Betrage  von  7500  Thlr.  begründet.
Armen-Kranken-  und  Waisenhaus  zu  Kettwig,
eine  Anstalt  der  ev.  Gemeinde,  von  ihr  im  Jahre  1858  durch  milde
        <pb n="31" />
        24

Beiträge  und  Geschenke  der  Gemeindeglieder  erbaut.  Es  dient  hauptsächtich
  ats  Krankenhaus,  doch  siuden  eine  Anzahl  altersschwache  arme
Leute  darin  Aufnahme.  Der  Bedarf  beträgt  jährlich  etwa  1500  Thlr
Die  Krankenpflege  liegt  den  Diakonissen  aus  Kaiserswerth  ob.
Armen-Mägde-Stiftung  zu  Wesel
Sie  bezweckt,  armen  ehrbaren  Töchtern  von  Bürgern  und  Bürgerinnen
der  ^tadt  ber  ihrer  Berheirathung  eine  Ausstattung  zu  geben.  Ber-«1091»
  m  OrnnbWcn  1700  in  ßapiW  3500  3)i(  a#
b«  Unterstufen  Betväjt  bis  jetzt  -tw°  62,  der  B-traq  der  gewährte»
Ausstattungen  2200  Thlr.

Armen-Männerhans  zu  Goch.
Eine  katholische  Stiftung  zur  Aufnahme  von  10  alten  Männern.  Sie
hat  korporativns-Nechtc,  eine  selbstständige  Verwaltung  und  jährlich
etwa  2è)00  Thlr.  Einkünfte,  von  welchen  Unterstützungen  auch  außerhalb ­
  des  Hauses  verabreicht  werden.  S.  Armen-Frauenhaus.

Armenîpital  (iNap-Haus)  zu  Düren.
Ein  Asyl  für  alte  arme  Leute,  die  hier  Unterkommen,  Brot-und  Geldspenden, ­
  auch  wohl  Kleidungsstücke  erhalten.  Das  Haus  hat  Kapital-Vermogen
  und  die  jährlichen  Zinsen  betragen  etwa  600  Thlr.  Zu  den
letztwilligcn  Zuwendungen,  welche  die  Anstalt  erhielt,  gehört  die  der
mme^eWten  ^0»^»  (+  1831),  n,cW)c  kn,  in  k,„
sie  gegen  Bezahlung  Aufnahme  gefunden,  5000  Fr.  mit  der  Bedingung
%%%!  pir.  «bgefeßt  nnb  bie  ginsen  biefe,  Snnunc
"ut  40  Thlr.  als  Zuschuß  zu  der  Besoldung  des  Priesters  der  Spitalkirche ­
  verwendet  würden.

Armen-Speisungs-Anstalt  zu  Berlin.

Sie  besteht  seit  1801  und  hat  den  Zweck,  aus  milden  Beiträgen  arme
nothlcidende  Einwohner  in  den  Wintermonaten  aus  mehreren  in  der
Stadt  vertheilten  Küchen  täglich  mit  warmer  Suppe  zu  versehen;  cs
werden  in  den  Winternronaten  täglich  etwa  4000  Portionen  Suppe  vertheilt. ­
  Nach  dem  Statut  vom  16.  Novbr.  1842,  bestätigt  vom  Ober-Präsidenten
  der  Provinz  Brandenburg  unterm  18.  Oktober  1843,  bildet
die  Anstalt  ein  von  der  Kommunal-Armen-Verwaltung  getrenntes  und
für  sich  bestehendes  Institut,  das  nur  dem  landesherrlichen  Ober-Aufsichtsrccht
  unterworfen  ist  und  über  Einnahme  und  Ausaabe  iäbrlick
öffentliche  Bekanntmachung  erläßt.  Der  die  Anstalt  leitende  Verein
besteht  unter  der  Benennung  „Direktion  der  Armen-Sveisunasanstalt"
aus  10  Mitgliedern,  welche  die  Geschäfte  unter  sich  vertheilen  Die
Anstalt  hatte  im  Jahre  1863  ein  Kapital-Vermögen  von  15  200  Thlr
aus  den  Zinsen  deffelben  und  aus  freiwilligen  Beiträgen  werden  die
Ausgaben  im  Betrage  von  etwa  12,700  Thlr.  jährlich  bestritten.  Vorsitzender ­
  der  Direktion  Oberbürgermeister  a.  D.  Wirkt.  Geh.  OberMegierungs-Rath
  Krausn  ick.
Armenstift  der  jungen  Kaufmannschaft  zu  Königsberg,
s.  Verein  junger  Kaufleute.
        <pb n="32" />
        Armenstift  zu  Riesenburg,
mit  zwei  Wohnungen,  eine  Stiftung  des  Bürgermeisters  Ben  tonn
von  1744.  Nach  dem  Willen  des  Stifters  sollen  darin  eine  weibliche
oder  eine  männliche  Person  freie  Wohnung  haben  und  jährlich  44  Fl.
20  Gr.  zum  Unterhalt  und  zu  Holz  bekommen.  Es  ist  ein  Vermögeu
von  1400  Thlr.  angesammelt.

Armen-Stiftung  zu  Fremersdorf  (Saarlouis),
durch  Barbara  Schmitt,  verw.  v.  Galhau  im  Jahre  1787  begründet. ­
  Das  Kapital  besteht  in  440^  Thlr.  und  werden  die  Zinsen  zur
Unterstützung  der  Orts-Armen  verwendet.

Armen-Stiftung  zu  Gerlfangen  (Saarlouiö).
durch  die  Fran  Barbara  Schmitt  geb.  v.  G  al  hau  begründet  1787.
Kapital  362  Thlr.

Armen-Stiftung  zu  Höhscbeid  (Solingen).
Im  Jahre  1834  aus  kleinen  freiwilligen  Beiträgen  erwachsen,  ist  ihr  durch
Beschluß  der  Stadtverordneten  der  Bürgermeisterei  vom  28.  Nov.  1856
das  von  neu  anziehenden  Personen  zu  erhebende  Einzngsgeld  überwiesen. ­
  Seitdem  ist  zufolge  des  vom  Ober-Präsidenten  am  11.  Mai
1859  bestätigten  Statuts  vom  7.  Mär;  destelben  Jahres  die  Stiftung
mit  ihrem  damaligen  und  zukünftigen  Vermögen  unter  Direktion  des
Bürgermeisters  eine  unter  Oberaufsicht  der  Gemeinde-Vertretung  abgesondert ­
  verwaltete  und  in  jeder  Beziehung  Nachahmung  verdienende,
die  bedenkliche  Steigerung  der  Kommunal-Steuern  für  Armenzwcckc
verhindernde  Gemeinde-Anstalt.  Aus  den  Zinsen  des  von  den  Einzugsgeldern,
  freiwilligen  Gaben,  Schenkungen  rc.  anzusammelnden  Kapitals ­
  sollen  dereinst  die  sämmtlichen  Kosten  der  Armenpflege,  so  weit  sic
unverschuldete  Arme  betrifft,  bestritten  werden.  Sobald  die  Zinsen
I ,ro  anno  500  Thlr.  betragen,  können  200  Thlr.  davon  zur  Armenpflege ­
  abgegeben  und  300  Thlr.  zur  Vermehrung  des  Kapitals  angelegt
  werden,  bis  dieselben  1000  Thlr.  betragen.  Dann  können  die
^-nder  Armen-Verwaltung  überwiesen,  die  einjährigen  Zinsen  von
00  Thlr.  sollen  jedoch  vorab  weggenommen  und  zur  Gründung  einer
!l ciui ‘  Pistung  für  Schul-Zwecke  als  Stamm-Fonds  angelegt  werden,
arm  If  re  war  das  Vermögen  der  Anstalt  auf  4000  Thlr.  hcrancv

  .  Armen  Stiftung  zu  Prüm,
Sie  M  ein  bcm  Dechanten  des  Kollegial-Stiftes  gegründet.
P°rs°mn7i.  W^°Lh&amp;gt;r°°"  7000  »**  °«°°  20
'àmen  Stiftung  zu  Telgte  (Münster).
Im  Jahre  1857  von  dem  f  Vikar  Pröbsting  gegründet.  Er  widmete ­
  derselben  ein  Haus,  32  Morgen  in  Grundstücken  und  1200  Kapltal.
  Vgl.  We  st  ermann,  Schräder  rc.
        <pb n="33" />
        26

Armen-  und  Arbeitshaus  zu  Magdeburg.
Daşşclbe.ist  bestimmt  a)  zur  Aufnahme  erwerbsunfähiger  Einwohner,
welche  nicht  m  eme  andere  Versorgungs-Anstalt  des  Orts  aufgenommen
können;  b)  zur  vorübergehenden  Unterbringung  verwaiseter  oder
Hulfloscr  Kmder;  e)  zur  einstweiligen  Unterbringung  obdachs-  und  arbeltsloser,
  arbeitsscheuer  Personen.  Die  Aufgenommenen  werden  nach
ihren  Ķrasten  theils  in  der  Anstalt,  theils  außerhalb  derselben  beschäftigt ­
  mit  Mahlen  und  Stoßen  von  Kaufmannswaaren,  Federreißen,  Kleinmachen ­
  von  Holz,  Straßenreinigung  rc.  Von  dem  Arbeits-Verdienste,
S;!“  Tarife  berechnet  und  eingezogen  wird,  erhalten  die
J  l,l i CU  ,^ cr f oncn  einen  Theil  als  Nebenverdienst;  6)  zur  Aufnahme
von  Irrsinnigen  und  Geistesschwachen.  Die  Unterhaltung  der  Anstalt
se  ka)illch  zwischen  10—11,000  Thlr.,  wozu  die  Armen-Verwal-6—7000
  Thlr.  zuschießt.  —  Vermächtniß  der  Wittwe  des  Par-'ļulier
  Schulze;  das  Kapital  beträgt  662z  Thlr.  und  sind  die  Zinbestimmt
  ^ra-  Speisung  der  in  das  Armenhaus  Aufgenommenen

Armen-  und  Krankenhaus  zu  Porst  (Kempen),
^r  Gemeinde  mit  Hülfe  von  Schenkungen  und  Vermächtnissen
hergestellt.  Die  Eröffnung  desselben  im  Jahre  1860  ist  dadurch  crmog
  lcht,  daß  die  Geschwister  Anna  Elisabeth  und  Gottfried  Genneper,
:íi r  Ķcmpen  der  Gemeinde  zu  Vorst  mittelst  Schenkungs-Akte
ï  rt  Ehrliche  Rente  von  50  Thlr.,  zum  Kapital-Werthe
  von  12jO  Thlr.,  und  die  Gebrüder  Ackerwirth  Heinrich  und
Peter  Gehr,  sowie  ihre  Schwäger  Heinrich  Gerrctz  und  Joseph
Şîeves  mittelst  Schenkungs-Akt  von  demselben  Tage  ein  Kapital  von
2000  Thlr.  unter  der  Bedingung  schenkten,  daß  die  Armen-  und  Krankenanstalt ­
  in  dem  damals  bereits  erbauten,  jedoch  aus  Mangel  an  Fonds
zur  Einrichtung  zu  110  Thlr.  vermietheten  Hause  längstens  bis  zum
1.  Juli  1860  ins  Leben  gerufen  und  zwei  barmherzige  Schwestern
für  die  Pflege  und  Aufwartung  der  Kranken  nicht  nur  darin  aufgenommen, ­
  sondern  auch  thätig  darin  wirken  würden.

Armen--  nnd  Waisenhaus  der  deutsch-reformirten  Gemeinde  zu  Magdeburg.
Dasselbe  befindet  sich  in  einem  von  König  Friedrich  Wilhelm  II  int
Zahre  1788  geschenkten  Hause  und  hat  den  Zweck,  zur  Aufnahme  und
Verpflegung  alter  abgelebter  und  dürftiger  Gemeindeglieder  und  zur
Erziehung  von  Waisenkindern  zu  dienen.  Die  jährliche  Einnahme  aus
Kapital-Vermögen  und  Mieths-Erträgen  beläuft  sich  auf  3000  Thlr.
Armen-  und  Waisenhaus  der  französisch-reformirten  Gemeinde  zu  Magdeburg,
1710  gestiftet.  Aus  den  Fonds  desielben  werden  eine  Anzahl  Pensionaire
  und  Arme  theils  in  dem  Hause  selbst  unterhalten,  theils  außerhalb ­
  desselben  unterstützt.

Armen-  nnd  Waisenhaus  der  wallonisch  -reformirten  Gemeinde  zu  Magdeburg,
seit  1786  abgesondert  bestehend  und  ans  den  kirchlichen  Armen-Fonds
unterhalten.  Kapital-Vermögen  21,000  Thlr.
        <pb n="34" />
        27

Armen-Unterstützungs-Verein  zu  Gumbinnen,
int  Jahre  1847  zur  Verhütung  der  Bettelei  begründet.  Er  hat  188
Mitglieder,  besitzt  ein  Arbeitshaus,  unterstützt  aber  hauptsächlich  die  bedürftigen ­
  Einwohner  der  Stadt  durch  Bertheilung  von  Naturalien.  Die
jährlichen  Einnahmen  und  Ausgaben  betragen  etwa  650  Thlr.
Armen-UnterstützungS-  und  Erziehungs-Verein  zu  Tilsit.
Der  Verein,  welcher  mit  dem  15.  Mai  1855  die  Bestätigung  des
Ober-Präsidenten  erhielt,  bezweckt  die  Unterstützung  städtischer,  arbeitsunfähiger ­
  Armen  mit  Lebensmitteln,  die  Beschaffung  von  Arbeit  für
arbeitsfähige  Arme,  die  Fürsorge  für  die  der  Verwahrlosung  preisgegebene ­
  Jugend  und  die  Linderung  der  Noth,  und  hat  in  einem  eigenen
Hause  mit  Garten  eine  hierzu  geeignete  Anstalt  gegründet.  In  derselben ­
  sind  36  obdachslose  Arme  beschäftigt  und  zum  Theil  ernährt,
auch  40  Knaben  aufgenommen.  Die  vcrw.  Apotheker  Amalie  Maurach
  geb.  Schulz  schenkte  dem  Verein  im  Jahre  1856  zur  Unterstützung ­
  armer  Kinder  5000  Thlr.,  der  Kaufmann  Joseph  Daniel
Jantz  on  (t  1856)  vermachte  demselben  1600  Thlr.  Der  Verein
hatte  im  Jahre  1857  400  Mitglieder  mit  einer  jährlichen  Beitrags-Summe
  von  2500  Thlr.
Armen-Verein  zu  Rawicz.
Ein  Privat-Verein,  welcher  seine  Geldmittel  durch  monatliche  Beiträge
wohlthätig  gesinnter  Einwohner  in  Höhe  von  jährlich  600  Thlr.  beschafft ­
  und  damit  verschämten  Armen,  armen  Kranken  in  Familien  und
solchen  Armen,  die  aus  Gemeinde-Mitteln  nicht  genügend  unterstützt
werden  können,  Unterstützungen  gewährt.
Armen-Verein  zu  Salzwedel.
Derselbe  bezweckt,  die  bürgerliche  Armenpflege  zu  ergänzen,  die  Armen
nicht  nur  in  Pflege,  sondern  auch  in  Zucht  zu  nehmen,  die  Bettelei
jeder  Art  zu  unterdrücken,  die  Armen  wo  möglich  auf  eigene  Thätigkeit
und  Selbsthülfe  hinzuweisen.  Er  giebt  theils  Geld-,  theils  Natural-Uttterstützungen,
  verabreicht  im  Winter  Suppen  rc.  Die  Geld-Unterstützungen ­
  betragen  monatlich  10  Sgr.  Der  Verein  besteht  aus  etwa
¿  &amp;gt;0  Mitglieder,  welche  freiwillige  Beiträge  zahlen.
Armen-Verein  zu  Wallerfangen,
)Ulii  Zweck  der  Unterstützung  der  Armen  des  Pfarrdete
  er  Durch  mehrfache  Schenkungen  begünstigt,  begrün-Ş.-S
  s  »  sä?  s
s)  "f  ^
stub.  Me  Einnahmen  des  Vereins  im  Jahre  1861  betrugen  3000  Thlr.
Ņrndtsche  Konfirmanden-Stiftung.
Bei  Gelegenheit  des  im  Juli  1858  gefeierten  25jährigcn  Amts-Jubiläums ­
  des  Prcdìgers  Arndt  an  der'Parochialkirchc  zu  Berlm,  wurde
        <pb n="35" />
        28

von  Gemeinde-Mitgliedern  und  von  Freunden  und  Verehrern  des  beliebten ­
  Kanzelreducrs  zur  Anschaffung  einer  neuen  Kanzel-  und  Altarbekleidung ­
  die  Summe  von  500  Thlrn.  aufgebracht.  Da  von  diesem
Betrage  noch  ein  Theil  übrig  geblieben,  so  ist  derselbe  als  Grundkapital
zu  einer  „Friedrich  Arndt'schen  Konfirmanden-Stiftung"  angelegt  und
es  sollen  von  den  Zinsen  des  sich  vermehrenden  Kapitals  arme  Konfirmanden ­
  mit  Kleidungsstücken  rc.  versehen  werden.
v.  Arnimsche  Familien-Stiftnng.
Nachdem  der  Familie  v.  Arnim  das  Präsentations-Recht  zum  Herrenhause ­
  verliehen  worden  ist,  bestimmte  das  über  die  Ausübung  dieses
Rechts  vereinbarte  Statut  vom  28.  Oktober  1856,  landesherrlich  bestätigt ­
  23.  März  1857,  daß  der  Familientag  befugt  sein  soll,  von  jedem
Familiengliede,  welches  zur  Wahl  zum  Herrenhause  berechtigt  ist,  einen
jährlichen  Beitrag  zu  Familicnzwecken  bis  zur  Hohe  von  25  Thlr.  auszuschreiben ­
  und  durch  den  Familien-Borstand  einziehen  zu  laßen.  Die
Zinsen  des  zu  sammelnden  Kapitals  sollen  später  dazu  verwendet  werden, ­
  unbemittelte  Familienglieder  behufs  des  Eintritts  in  eine  Laufbahn
zu  unterstützen.  Vorsitzender  des  Familien-Vorstandes  ist  zur  Zeit
Graf  v.  Arnim-Boytzenburg.
v.  Arnimsche  Stiftung  zu  Berlin.
Fräulein  Auguste  Wilhelmine  v.  Arnim  (t  4811)  setzte  letztwillig  ein
Kapital  von  2000  Thlr.  aus,  von  dessen  Zinsen  armen  Mädchen  zu  je
25  Thlr.  jährlich  Erzichungsgeldcr  gegeben  werden  sollen.  Die  Verwaltung ­
  der  Stiftung  ist  der  Schindlerschen  Legaten-Kaffe  (s.  d.)
übertragen.
v.  Arnimsche  Stiftung  zu  Schwedt.
Aus  den  Zinsen  eines  Kapitals  von  50  Thlr.  sollen  mittellose  Knaben,
welche  die  höhere  Bürgerschule  iu  Schwedt  besuchen  und  sich  durch
Regelmäßigkeit  des  Schulbesuchs,  Reinlichkeit,  Sittsamkeit  und  Fleiß
auszeichnen,  durch  Verabreichung  der  nöthigen  Bücher,  Schreib  -  und
Zeichnen-Materialien  unterstützt  werden.
Israel  Aronsche  Familien«Stiftung,
im  Jahre  1788  zu  Ottweiler  von  dem  aus  Illingen  stammenden  Israel
Aron  mit  3500  Gulden  begründet.  Dieses  rentbar  anzulegende  Kapital ­
  soll  den  Zweck  haben,  in  der  Folge^  armen  Töchtern  aus  der
Familie  des  Erblassers  oder  seiner  Frau  Heiraths-  Ausstattungen  im
Betrage  von  300  Gulden  zu  gewähren.  Die  Verwaltung  der  Stiftung ­
  steht  Mitgliedern  der  jüdischen  Gemeinde  zu  Ottweiler  unter  dem
Vorsitze  des  Bürgermeisters  zu.
Kaspar  Arnstein,
Kaufmann  zu  Berlin  (t  1849)  vermachte  einen  Theil  seines  Vermögens,
angeblich  62,550  Thlr.  zu  einer  Familien-Stiftung,  die  aber  nach  20
oder  25  Jahren  eine  gemischte  Stiftung  werden  soll,  je  nachdem  dann
die  Testaments-Exekutoren  über  die  Ausführung  des  letzten  Willens
        <pb n="36" />
        29

des  Erblassers,  der  auf  die  Unterstützung  armer  jüdischer  Kinder  gerichtet ­
  war,  sich  weiter  vereinigen  werden.
Ascher,
Regierungsrath  a.  D.  zu  Potsdam,  Besitzer  des  Ritterguts  Kerzcndorf
bei  Zossen,  schenkte  (1859)  der  dortigen  Schule  bei  seinem  Abgang
einen  Westpreußischen  Pfandbrief  über  100  Thlr.  zu  Schnlzweckcn  für
die  Tagelöhner  daselbst  mit  der  Bestimmung,  daß  aus  den  Zinsen  jährlich ­
  die  üblichen  Schulbücher,  auch  Prämien  beschafft  werden.
v.  d.  Ass  eburg,
s.  Hospital  zu  Schermke.
A  s  h  e  lm  sche  Familien-Stiftung.
Seit  dem  Jahre  1559  beim  Magistrate  zu  Breslau  von  dem  Rathmann
Dr.  Simon  Aßhelm  gegründet  und  von  einem  seiner  Nachkommen,
George  Aßhelm,  vergrößert,  seit  dem  Jahre  1863  aber  bei  dem  dortigen ­
  Stadtgericht  verwaltet.
Asyl  für  entlassene  weibliche  Gefangene  zu  Brandenburg.
Ein  Provinzial-Jnstitut,  1864  begründet,  Vorsteher  des  Komitös  Prediger ­
  Keßler.  Zweck  des  Asyls  ist,  aus  dem  Zuchthause  oder  sonst
entlassenen  weiblichen  Gefangenen  ev.  Konfession,  welche  das  Verlangen
nach  Rettung  bekunden,  aber  in  Ermangelung  eines  geeigneten  Unterkommens ­
  der  Gefahr  des  Rückfalles  in  das  Verbrechen  und  Sünden-Elend
  ausgesetzt  sind,  eine  Stätte  zu  bieten,  wo  sie  vor  Versuchung
leichter  bewahrt  bleiben  und  sich  befestigen  können  in  christlichen  Grundsätzen, ­
  um  dann  je  nach  Umständen  in  ein  angemessenes  Verhältniß,
vorzugsweise  in  Dienst  bei  christlichen  Herrschaften  zu  treten.
Asyl  für  entlassene  weibliche  Gefangene  zu  Kaiserswerth.
Ein  evang.  Institut,  1833  von  dem  jetzt  verstorbenen  Pastor  Fliedner
errichtet.  S.  Diakonissen-Anstalt  zu  Kaiserswerth.
Asyl  für  verarmte  Kaufleute  in  Berlin,
s.  Friedrich  Wilhelm-Viktoria-Stiftung  der  Kaufmannschaft.
Auerbachsche  Waisen-Erziehungö-Anstalt  für  jüdische  Knaben.
Dieses  Institut  ist  am  30.  April  1832  von  Baruch  Auerbach  (+  22.
àuar  1864)  zu  Berlin  gestiftet  worden,  steht  unter  Aufsicht  des
Kontgl  Schul-Kollcgiums  und  genießt  die  Rechte  einer  tnoralischen  Pcrson.
  Der  Zweck  desselben  istWaisenkinder  männlichen  Geschlechts,
zunächst  aus  der  jüdischen  Gemeinde  des  Orts  unentgeltlich  zu  verpstegen,
  zu  crzrehen,  allen  ihren  leiblichen  und  geistigen  Bedürfnissen
abzuhelfen,  die  verlorenen  Eltern  ihnen  zu  ersetzen,  oder  den  Verlust
McWcn  #cn  so  *^9  M  nw^n.  Dieses^'
senhaus  Jetzt  Oranicnburgerstr.  Nr.  38.),  von  dem  Stifter  ohne  alle
Geldmittel  und  nur  im  Vertrauen  auf  Gott  gegründet  und  mit  4  Warsenknaben
  eröffnet,  zählt  jetzt  30  Waisenknaben.  Die  Ausgabe  vom
1.  April  1863—1864  betrug  5968  Thlr.,  der  Kapitalbcftand  84,600
Thlr.  in  Staatspapiercn  und  baar,  außerdem  waren  4296  Thlr.  als
        <pb n="37" />
        30

Eigenthum  der  30  Waisenknaben  vorhanden.  Die  Anstalt  erhielt  viele
und  bedeutende  Vermächtnisse,  auch  bestehen  bei  derselben  einige  Stiftungen ­
  zu  besonderen  Zwecken.  Vgl.  Hellborn,  Joras,  Liebmann ­
  rc.  Direktor  Dr.  Auerbach.

wiche  àiseii-Erziehungs-Anstalt  für  jüdische  Mädchen.

Auch  diese  Anstalt  ist  am  30.  April  1842  von  Baruch  Auerbach  qcstlftct
  und  am  13.  November  1843,  dem  Geburtstage  der  Königin
Elisabeth,  eröffnet  worden  und  genießt  die  Rechte  einer  moralischen  Person.
  Zweck  derselben  ist:  Waisenkinder  weiblichen  Geschlechts,  zunächst
aus  der  jüdischen  Gemeinde  des  Orts  unentgeltlich  zu  verpflegen,  zu
erziehen,  allen  ^  ihren  leiblichen  und  geistigen  Bedürfnissen  abzuhelfen
und  für  den  Verlust  der  Eltern  ihnen  einen  möglichst  genügenden  Er-ZU
  gewähren.  Die  Zahl  der  zu  erziehenden  Waisen  (zur  Zeit  14)
richtet  sich  nach  dem  Bedürfniß  und  den  Kräften  der  Anstalt.  Die
Mädchen  werden  zu  ihrer  Ausbildung  in  einer  der  Schulen  in  den
nöthigen  Elementar-Kenntnifsen  unterrichtet,  zur  Besorgung  häuslicher
Geschäfte  wird  ihnen  eine  sorgfältige  Anleitung  gegeben^  so'  daß  sie  bei
ihrer  Entlassung  zur  Führung  eines  Hausstandes'  vollständig  befähigt
M  0cfo„berg  foHc»  auf  einer  ^eren  mciNidA
Bildungs-Anstalt  unterrichtet  werden.  Da  die  Anstalt  die  Stelle  der
Eltern  soviel  als  möglich  ersetzen  soll,  so  bleibt  jedes  Waisenmädchen
a.uch  nach  seiner  Entlastung  bis  zur  Verheirathung  Gegenstand  der  elterlichen ­
  Fürsorge  derselben.  Jedes  von  ihnen,  welches  sich  tugendhaft
und  makellos  beträgt,  erhält  bei  der  Verheirathung,  wenn  es  eine  ihm
zusagende  und  nach  dem  Urtheile  des  Vorstandes  und  der  Ehrenmütter
angemessene  Verbindung  eingehen  kann,  eine  Mitgabe  von  600  Thlrn.,
und  zwar  400  Thlr.  als  Brautschatz  und  200  Thlr.  zur  Aussteuer;
eine  Einrichtung,  wodurch  sich  diese  Anstalt  vor  vielen  anderen  Anstalten ­
  auszeichnet.  Die  Ausgabe  vom  1.  April  1863  bis  1864  betrug
1976  Thlr.,  der  Kapitalbestand  25,881  Thlr.  in  Staatöpapieren  und
baar;  außerdem  waren  4541  Thlr.  als  Eigcnthnm  der  Waisenmädchen
nach  besonderer  Bestimmung  vorhanden.  Die  Anstalt  befindet  sich  Oranienburgerstraße
  38.  und  hat  im  Laufe  der  Zeit  ansehnliche  Vermächtnisse ­
  erhalten.  Schon  zur  ersten  Begründung  gab  ein  damals  ungenannter ­
  Wohlthäter,  ein  einfacher  Handwerker,  Bernhard  Wolffenstein
  5000  Thlr.  her.  Vgl.  die  Citate  bei  dem  vorigen  Artikel.
Aufsichts-Verein  für  Haltekinder  zu  Berlin.

Durch  Kabinets-Ordre  vom  30.  Juni  1840  wurde  angeordnet  daß
innerhalb  des  engeren  Polizei-Bezirks  von  Berlin  die  entgeltliche  Annahme ­
  von  Pflege-Kindern  unter  4  Jahren  von  polizeilicher  Genehmigung ­
  abhängig  sein  soll.  Zugleich  war  zur  besonderen  Fürsorge  für
solche  Kinder  ein  Verein  zusammengetreten  und  bestätigt,  welcher  die
Verpflegung  derselben  beaufsichtigt  und  zu  dem  Ende  in  jedem  Polizei-Revier
  einen  Abtheilungs-Vorsitzenden  hat.  Um  die  Kontrolle  dieses
Vereins  zu  sichern,  bestimmt  eine  polizeiliche  Verordnung  vom  8.  März
1847:  „Personen,  welche  für  Geld  fremde,  noch  nicht  4  Jahre  alte
        <pb n="38" />
        31

Kinder  in  Pflege  nehmen  wollen,  müssen  dazu  polizeiliche  Erlaubniß
nachsuchen.  Diese  wird  nur  solchen  verheirathcten  oder  ledigen  Frauen
ertheilt,  von  welchen  nach  ihren  persönlichen  Verhältnissen  und  nach  der
Beschaffenheit  ihrer  Wohnungen  eine  Verwahrlosung  des  Pflegekindes
nicht  zu  besorgen  ist.  Die  Erlaubniß  muß  vor  einem  etwaigen  Wohnungswechsel ­
  aufs  Neue  nachgesucht  werden  und  wird  im  Falle  einer
üblen  Behandlung  des  Kindes,  oder  bei  einer,  demselben  nachtheiligcn
Veränderung  der  Umstände,  zurückgenommen.  Zur  Begutachtung  der
5ff',!""J'- r ®. rtaub '"8  S" r  Annahme  von  Pflegekindern  bedien»  sich
Jnhred  I8«4  waren  302«  P7rs°n-»'°îonz-sfl°à  aSTâ'Tinb«
unter  Aufsicht  des  Verems.

Augen-Hcilanstalt  zu  Breslau,
s.  Schlesischer  Verein  zur  Heilung  armer  Augcnkrankc.
Augcii-Heilanstalt  zu  Erfurt,
im  Jahre  1802  begründet.  Die  Aufnahme  in  dieselbe  erfolgt  auf
vorangegangene  Anmeldung  bei  dem  Arzte  (l)r.  Schröll),  die
Kosten  der  Verpflegung  so  wie  der  nothwendigsten  Heilmittel  werden ­
  auf  das  billigste  berechnet,  wahrend  die  ärztliche  und  wundärztliche
Behandlung  unentgeltlich  geleistet  wird;  unheilbar  Blinde  können  jedoch
m  die  Anstalt  nicht  ausgenommen  werden.  In  den  Fällen,  wo  Ortßarme
  solchen  Gemeinden  angehören,  welche  selbst  die  geringen  Vcrpflegungskosten
  aufzubringen  nicht  vermögen,  findet  ein  Erlaß  '  bcrfcíbcn
stà  Das  Institut  steht  unter  Aufsicht  der  Regierung.
Augusten-Hospital  zu  Breslau,
im  Jahre  1837  von  einem  Verein  hergestellt  unter  Protektion  der  Frau
Fürstin  von  ^iegnitz.  Es  nimmt  kranke  Kinder  armer  Eltern  auf  und
satte  im  Jahre  1862  an  Immobilien  und  baarein  Gelde  ein  Vermögen
von  8400  Thlr.  An  lctztwilligen  Zuwendungen  erhielt  die  Anstalt
r?w\  ^??àin  Gerstenbcrg  1000  Thlr.,  von  dem  Res.  Schröter
0  Thlr.,  Kaufmann  Liebig  400  Thlr.  u.  s.  w.  S.  auch  G  rundmannsche
  Stiftung.

Augusten-Stiftung,
à-»  Sr-imaunru  am  N.JuniĢû,  d-m  Tag»  d-r  sil
maurirn^König«  Wilhelm  I.  gigründkt,  um  würdig»,»  grei
tóS-WÄ*-  ÂT-ÍÃ
Maurer  eine  Uuteà  ''^"rftigen  Wittwen  und  Waisen  verdiente
"slutzung  zu  vermitteln.
.  Augusten-Stiftung  zu  Görlitz.
        <pb n="39" />
        32

St.  Augustinus-Stiftung  zu  Breslau.
Eine  von  der  Oberin  der  armen  Schulschwestern  mit  Hülfe  von  Wohlthätern ­
  im  Jahre  1864  gegründete  Unterrichts-  und  WohlthätigkeitsAnstalt ­
  der  katholischen  Kirche,  mit  einem  Kapital  von  10,000  Thlr.
und  einigen  Grundstücken  botivi.  Ihr  Zweck  ist  a)  Unterricht  und  Bildung ­
  von  Kandidatinnen  der  Lehrämter,  welche  zu  der  Prüfung  als
Lehrerinnen  oder  Erzieherinnen  vor  der  staatlichen  Prüfungs-Kommission
sich  privatim  vorzubereiten  wünschen,  gegen  Zahlung  eines  den  baaren
Auslagen  entsprechenden  Honorars;  b)  Deckung  der  Vorbereitungskosten
  für  solche  Lehramts-Kandidatinnen,  welche  wegen  Armuth  nicht  selbst
die  Kosten  zu  bestreiteu  vernlögen  uud  in  die  „Genossenschaft  der  armen
Schulschwestern"  (s.  d.)  einzutreten  beabsichtigen;  c)  Aufnahme  von
Mädchen,  welche'  gegen  Zahlung  eines  jährlichen  Honorars  sich  in  wissenschaftlicher ­
  Hinsicht  weiter  auszubilden,  oder  in  Hand-Arbeit  und
Führung  des  Haushalts  sich  unterweisen  lassen  wollen;  d)  Verpflegung
erkrankter  oder  unfähig  gewordener  Schulschwestern  der  Diöcese  Breslau. ­
  Die  vom  Fürstbischof  ernannte  Oberin  der  armen  Schulschwestern
entscheidet  über  Aufnahme  und  Entlassung,  auch  wird  aus  ihren  Vorschlag ­
  der  Kurator  der  Stiftung  ernannt.
Aumann,
Lederhändler  und  Gemeinde-Vorsteher  zu  Wigandsthal,  Kreis  Laudan,
vermachte  (1862)  der  dortigen  Armenkasse  200  Thlr.  mit  der  Maßgvbe,
  daß  von  den  Zinsen  die  eine  Hälfte  à  5  Thlr.  an  arme  Schulkinder, ­
  die  andere  Hälfte  an  bedürftige  und  würdige  Wittwen  und  alte
Jungfrauen  in  Wigandsthal  am  1.  August  jeden  Jahres  ausgezahlt
werden  soll.
Aussteuer-Kasse  für  arme  Landmädchcn  zu  Oels.
Im  Jahre  1822  von  einem  ungenannten  Kreis-Stande  in  Oels  zur
Verbesserung  der  Sitten  unter  den  Landleuten  mit  einem  Kapital  von
20,000  Thlr.  in  Staatsschuldschcincn  (nach  dem  Nominal-Werthe)  begründet. ­
  Die  Stiftung,  aus  welcher  jährlich  20  tugeudhafte  arme
christliche  Landmädchen,  jede  mit  40  Thlr.  ausgestattet  werden  sollen
(um  sich  davon  ein  Federbett  und  eine  Nutzkuh  anzuschaffen),  steht  unter
Verwaltung  des  Herzog!.  Braunschweig-Oelsschen  Fürstenthumsgerichts
(jetzigen  Kreisgerichts)  zu  Oels.  Nach  der  Stiftungs-Urkunde  vom
21.  August  1821  beschränkt  sich  die  Stiftung  auf  das  Fürstenthum
*Oels,  und  zwar  auf  den  Oels-Bernstadtschen  und  Trebnitzer  Kreis  und
das  Weichbild  Konstadt.  Die  Zinsen  betragen  800  Thlr.  Die  Bewerberinnen ­
  müssen  natürlichen  Verstand  haben  und  nicht  blödsinnig  sein;
sie  sollen  arm  sein,  sich  aber  reinlich  gekleidet  halten;  sie  dürfen  nicht
in  Städten  und  Branntweinhäusern  gedient  haben;  sie  müssen  vom
Pfarrer  und  dem  Ortsgerichte  das  Zeugniß  eines  stillen  gesitteten  Wandels ­
  beibringen.  Die  Anwartschaft  auf  die  Aussteuer  kann  schon  nach
der  Konfirmation  ertheilt  werden  und  das  Zeichen  der  Ertheilung  besteht ­
  in  einer  Ehrenschleife.  Hat  sich  im  Alter  von  20  Jahren  noch
keine  angemeffene  Heirath  effektuiren  lasten,  so  kann  der  Bewerberin
        <pb n="40" />
        33

immer  die  vorschriftsmäßige  Führung  vorausgesetzt,  das  Dotirungs-Kapital
  sicher  gestellt  und  zinsbar  angelegt  werden.  Die  Auszahlung
selbst  erfolgt  erst  nach  der  Hochzeit  und  nach  Beibringung  der  oben  gedachten ­
  Zeugnisse.  Ist  die  Kompetentin  50  Jahr  alt  geworden,  ohne
sich  zu  verheirathen,  und  hat  sie  sich  entsprechend  geführt,  so  können
'hr  Kapital  und  Zinsen  vollständig  ausgezahlt  werden;  sie  ist  jedoch
verpflichtet,  sich  der  Gemeinde  durch  Dienste,  namentlich  auch  durch
Krankenpflege,  nützlich  zu  machen.  Die  GhrmffW.;;,,  ihr

Wallung  des  jedesmaligen  Orts-Pfarrers  zu  stellenden  Fnndation  für
Haus-Arme  ein  Kapital  von  100  Thlr.  Die  Wahl  der  Armen,  die
Höhe  der  an  sie  zu  zahlenden  Unterstützung  und  die  Zeit  derselben  steht
dem  Pfarrer  zu.  Die  Stiftung  ist  dem  Aufsichtsrechte  des  Staats
unterworfen  und  hat  unter  dem  24.  August  I860  die  landesherrliche
Genehmigung  erhalten.

f.  Hedwigs-Krankenhaus  zu  Löwenberg.

B  abbai-Hart  ui  annsche  Arnien-Stistung  zu  Königsberg.
Sie  hat  ein  Grund-  und  Kapital-Vermögen  von  etwa  4000  Thlr.
Bachem-Herzig-Steinscher  Fonds  zu  Neuwied.
Kapital  1100  Thlr.  Die  Zinsen  sind  für  Arme  der  Familie  des  Stifters ­
  bestimmt.

Die  verw.  Schôttşärber  B  a  cbm  aun.  ñntibie  Cfhrtftìnm*  npfì  AfSnrrpv

Austsche  Armen-Stiftung.

A  u  st  sches  Krankenhaus,

3
        <pb n="41" />
        34

zu  Stipendien  für  studirende  Söhne  armer  Bürger  verwendet  werden.
Die  Verwaltung  der  Stiftung  ist  in  die  Hände  der  Verwandten  des
Stifters  gelegt.  Im  Uebrigen  steht  dieselbe  unter  Aufsicht  des  Magistrats. ­

Badingsche  Stiftung  zu  Berlin.
Der  Getrcidehändler  Christian  Friedrich  Bad  in  g  schenkte  durch  Notariats-Urkunde ­
  vom  18.  März  1837  der  Hauptarmen-Direktion  1000
Thlr.  unter  der  Bedingung  1)  daß  dieses  Kapital  für  immer  als  Badingsche ­
  Stiftung  bezeichnet  und  von  der  Armen-Direktion  unter  Aufsicht ­
  des  Magistrats  abgesondert  verwaltet  werde;  2)  daß  von  den
Zinsen,  so  lange  als  der  entsprechende  Zweck  nicht  ein  Anderes  erheischt,
jährlich  20  Thlr.  zum  Kapital  geschlagen,  der  Rest  zur  Hanptarmenkaffe
  zu  deren  gewöhnlichen  Ausgaben  gezogen  würde;  3)  daß  die  Zinsen ­
  zunächst  für  etwanige  hülfsbedürftige  Kinder  und  Descendenten  des
Stifters  bis  zuni  fünften  Grade  einschließlich  verwendet;  4)  nach  deren
Aussterben  zwei  armen  christlichen  Bürger-Wittwen  zu  Theil  werden.
Badingsches  Vermächtniß  zu  Kremmen.
Von  dem  Rentier,  frühern  Schneidermeister  Bad  in  g  (ş  zu  Berlin  14.
Dezember  1848)  begründet.  Der  Zinsen-Ertrag  des  Kapitals  soll  an
arme  hülfsbedürftige  Bürger  und  Bürgerfamilien  ans  Kremmen,  vorzüglich ­
  aus  des  Erblassers  Verwandtschaft  bis  ins  vierte  Glied  vertheilt
werden.
Jakob  Bäcker,
Armenvater  zu  Breslau  (t  1864)  setzte  dem  Armen-Hospital  der  Hofkirche
  daselbst  100  Thlr.  aus.  Die  Zinsen  sollen  an  seinem  Todestage ­
  an  die  Armen  ausgezahlt  werden.
Bäcker-Begräbnißkasse  zu  Nordhausen.
Sie  hat  2000  Mitglieder  und  nimmt  an  Beiträgen  7000  Thlr.  ein;
Kapital-Vermögen  10,000  Thlr.  Jedes  Mitglied  zahlt  wöchentlich
‘¿Y  Sgr.,  und,  wenn  cs  13  Jahre  gesteuert  hat,  2  Sgr.  Sechs  vom
Hundert  der  Mitglieder  sind  steuerfrei.  Die  Aussteuer  beträgt  im
ersten  Jahre  der  Versicherung  20  Thlr.,  im  zweiten  30,  im  dritten  40,
nach  Ablauf  des  vierten  50,  nach  Ablauf  des  dreizehnten  80  Thlr.
Henriette  Bärensprung,
unverehelicht,  legirte  (1860)  200  Thlr.,  deren  Zinsen  alle  Jahre  an
zwei  arme  Wittwen  der  Stadt  Wangerin  vertheilt  werden  sollen.
Bärmaunsches  Legat,
von  1500  Thlr.  Gold.  Die  Zinsen  von  1000  Thlr.  werden  zur  Bekleidung ­
  armer  Konfirmanden  und  zur  Bestreitung  der  Konfirmationskosten; ­
  die  Zinsen  von  500  Thlr.  zu  Holz-  und  Schulgeld  für  arme
Kinder  der  Gemeinde  Gollma,  Kreis  Delitzsch,  verwendet.
Bahlkesches  Legat  zu  Freienwalde  a.  O.,
von  dem  Rathmann  Bahlkc  (t  1.  Dezember  1843)  herrührend.  Er
vermachte  zum  Besten  der  Stadtarmen  ein  Kapital  von  2000  Thlr.,
        <pb n="42" />
        35

das  vom  Magistrat  verwaltet  und  desien  Zinsen  alljährlich  zu  Weihnachten ­
  an  die  bedürftigsten  und  zugleich  würdigsten  Armen  ohne  Unterschied ­
  der  Religion  vertheilt  werden  sollen.

Baildonsche  Stiftung  zu  Gleiwitz.
Die  verw.  Rittergutsbesitzer  Helene  Baildon  geb.  Galli  (ş  N.Dezember ­
  1859)  wendete  der  Stadtgemeinde  Gleiwitz  3000  Thlr  mit  der
Bestimmung  zu,  dasi  aus  den  Zinsen  dieses  Kapitals  kranke  Haus-Arme
  christlicher  Religion  unterstützt  würden,  dergestalt,  dasi  jeder  derselben ­
  halbjährlich^  mindestens  5  Thlr.  erhalte.'  Die  Aufsicht  über
b"  entMcibung  über  bie  %uaiei(,unq  W  Kapital*
und  bie  Auswahl  der  zu  unterstützenden  Haus-Armen,  sollte  dem  Sohne
der  Stlfterin,  Lieutenant  Arthur  Baildon  auf  Ober-Lubin,  die  eigentliche ­
  Verwaltung  der  Stiftung  aber  dem  Magistrat  zustehen.
B  a  l  d  a  m  u  s,

Wittwe  des  Privatgelehrtcn  Baldamus  zu  Wien,  vermachte  1859
der  Landesschule  Pforta  6500  Fl.  mit  der  Bedingung,  daß  die  jährlichen ­
  Zinsen  davon  einem  fleißigen,  wohlgesinnten  und  der  Unterstützung
bedürftigen  Schüler  zu  Theil  werden  sollen.  Das  Testament  bezeichnet
dieses  Legat  als  eine  Dankerstattung  für  das  viele  Gute,  das  der  verstorbene ­
  Baldamus  während  seiner  Schulzeit  in  Pforta  genossen  und
defsen  er  sich  ftets  mit  großer  Dankbarkeit  erinnert  habe.  (Karl  Friedr.
Baldamus,  ans  Roßla  gebürtig,  wurde  am  21.  Juni  1798  in  Pforta
aufgenommen  und  am  15.  Oktober  1803  zur  Universität  entlassen.  Das
Pförtner-Album  von  Bittcher  macht  bei  seinem  Namen  die  Bemerkung,
daß  ş  ct  im  Jahr  1826  in  Leipzig  zur  katholischen  Kirche  übergetre-Chr.
  Ballermann
und  Frau  zu  (Elbing  stifteten  1793  bei  der  Marienkirche  daselbst  ein
Ltgat  von  500  Thlr.,  aus  dessen  Zinsen  das  Schulgeld  für  arme  Kinder ­
  bezahlt  werden  soll.  (Wiese  S.  75.)
Baltischer  landwirthschaftlicher  Eentral-Verein.
Im  3al)vc  1838  gegründet,  erstreckt  er  seine  Wirksamkeit  auf  die  Pronz
  Neu-Bor-Pommern,  und  hat  seinen  Sitz  zu  Eldena.

Bandausche  Stiftung  zu  Wolmirstedt.
beüià^alige  Bürgermeister  Peter  Bandan  (t  3.  November  1834)
stürfcn  '""  vermögen  von  11,000  Thlr.  in  Kapitalien  und  Grund-U»lJlilL2%'
  Di-  Kapital!-»  (7000  Thlr.)  sollt-»  -in
lw2Mi  Ä
MLZZUZW
aber  rin  N  ^  verpachtenden  Aeckern  aufkommenden  Pachtgelder
z  Bezahlung  von  Schulgeld  für  arme  Kinder  verwendet  wer-3*
        <pb n="43" />
        ben.  Die  Revenüen  beider  Fonds  sollen  niemals  zusammengeworfen
oder  zu  einem  andern  Zwecke  als  dem  bestimmten  benutzt,  und  eben  so
wenig  mit  irgend  einer  anderen  städtischen  Schul-  oder  Gemeinde-Stiftung
  vereinigt  werden.  Die  Stiftung  wird  unter  Aufsicht  des
Kreisgerichts  von  zwei  Bürgern  (Tcstaments-Exekutoren)  verwaltet,
v.  Bandemersche  Stiftung,
begründet  von  Fräulein  Marie  Friederike  Henriette  v.  Bandemer
(t  20.  Juni  1854).  Sie  setzte  letztwillig  die  Ehegattin  des  Kaufmanns
S.  in  Berlin  zur  Universal-Erbin  ein,  ernannte  den  Rechtsanwalt
Justizrath  Gall  zum  Testaments-Exekutor,  und  errichtete  —  vorbehaltlich ­
  des  lebenslänglichen  Nießbrauchs  der  S.  mit  dem  zu  dem  Nachlasse ­
  gehörigen  Grund-Vermögen  (den  ansehnlichen  Gütern  Diedersdorf
und  Birkholz),  den  Kapitalien  und  Brillanten,  im  Ganzen  mehr  als
200,000  Thlr.,  eine  Stiftung  zu  dem  Zwecke,  um  unverheiratheten
Töchtern  aus  der  Familie  v.  Bandemer,  event,  von  Preußischen  Offizieren ­
  und  in  Ermangelung  der  letzteren  auch  sonst  unvermögenden  Jungfrauen ­
  Aufnahme  und  Unterstützung  zu  gewähren.  Die  Stiftung  hat
unterm  7.  November  1857  die  landesherrliche  Genehmigung  erhalten,
ist  aber  noch  nicht  ins  Leben  getreten.
Bannwarthsche  Stipendien-Kasse  zu  Königsberg,
gestiftet  von  dem  Zimmermeister  Bannwarth  für  Theologen  reformirter
  Konfession.  Sie  wird  von  dem  rcformirten  Kirchen-Kollcgium
verwaltet  und  hat  ein  Kapital  von  8800  Thlr.,  von  dessen  Zinsen  4
reformirte  Studenten  jährlich  je  93}  Thlr.  erhalten.  Vgl.  Reformirte
Prediger  Wittwen-Kasse  zu  Königsberg.
Banzersches  Stipendium.
Eine  alte  Stiftung  bei  der  Universität  Halle-Wittenberg.  Profestor
Banz  er  in  Wittenberg  vermachte  500  mfl.  (437}  Thlr.),  wovon  die
Zinsen  einem  armen  Studirenden  der  Medizin,  welcher  das  zwei  und
zwanzigste  Jahr  erreicht  hat,  auf  drei  Jahre  verabreicht  werden  sollen.
(Koch  I.  444.)
Ferdinand  Barbar  zu  Altenberge  (Stcinfurt),
(t  8.  Januar  1840)  setzte  die  Armen  der  dasigen  Pfarrgemcinde  zu
seinen  Erben  dergestalt  ein,  daß  der  zeitliche  Orts-Pfarrer  die  Zinsen
der  unter  Autorisation  der  bischöflichen  Behörde  anzulegenden  Kapitalien ­
  (letztere  im  Betrage  von  über  1000  Thlr.)  nach  seinem  gewissenhaften ­
  Ermesten  unter  die  Armen  vertheilen  soll.
St.  Barbara-Bruderschaft  zu  Ottweiler,
1856  von  dem  katholischen  Pfarrer  Hansen  gestiftet.  Sie  besteht  aus
Bergleuten  und  hat  den  Zweck  wechselseitiger  Unterstützung  und  Fördcrullg
  der  Sittlichkeit  und  Religion.  Mitglieder  148.  Zweig-Vereine
bestehen  in  Schiffweiler,  Neunkirchen  und  Tholey.
Barbysches  Stipendium,
Es  beträgt  jährlich  35  Thlr.  und  ist  für  Studireude  der  Stadt  Barby
bestimmt.  Die  Verleihung  steht  dem  Staate  zu.  (Hermes  II.  46.)
        <pb n="44" />
        37

Barmherzige  Bruderschaft,
s.  Vincentius-Vcreitt  zu  Münster.
Barnbecksche  milde  Stiftung.
Der  im  Jahre  1850  zu  Wackersleben  (Kr.  Wanzleben)  verstorbene  Altier, ­
  Müller  Joh.  Andreas  Basel  bestimmte  ein  Kapital  von  500
Thlr.  zu  einer  Stiftung,  welche  den  Namen  „Barnbecksche  milde  Stiftung" ­
  (als  ein  Andenken  an  seinen  f  Enkel  Andreas  Barnbeck,  wel-Zbk.
  »e^acbt  maire»)  tra^e»  »»b  be»  ^rned  babe»
M,  aaia#4  ani  Zobegtage  beg  @»Icíg,  12  %n»e  beg  3)oefcg
® ÌC  Mt  à  Mit.

v.  Barnersche  Stiftung.
Der  im  Jahre  1847  verstorbene  pensionirte  Major  Karl  Friedrich  Gottfried ­
  v.  Barner  aus  dem  Hanse  Großen-Weltzien  in  Mecklenburg-Schwerin
  (t  1847)  setzte  die  Armcn-Direktion  in  Berlin  zur  Universal-Erbin
  seines  etwa  10,000  Thlr.  betragenden  Nachlasses  ein,  und  bestimmte, ­
  daß  daraus  eine  Stiftung  zur  Unterstützung  armer  erwerbsunfähiger ­
  Männer  und  Frauen  Berlins  und  der  Umgegend  der  Stadt
gebildet  werde.  Die  Unterstützungen  sollten  jedoch  erst  dann  verabreicht ­
  werden,  wenn  die  Hinterlassenschaft  mit  Zuschlag  der  Zinsen  zum
Kapital,  nach  Abzug  aller  Legate  und  sonstigen  Ausgaben  ein  Kapital
von  12,000  Thlr.  konstituiren  würde.  Dies  ist  seit  längerer  Zeit  der
Fall  und  cs  wurden  im  Jahre  1864  an  14  arme,  erwerbsunfähige
Männer  und  Frauen  Berlins  und  besten  Umgebungen  439  Thlr.  verausgabt. ­


Barnick  esche  Stiftung.
Die  zu  Liebenwalde  in  der  Kurmark  1857  verstorbene  Wittwe  des  Todtengräbcrs
  Bar  nicke,  Karoline  Wilhelminc  geb.  Meyer,  setzte  ein  an
den  Magistrat  zahlbares  Kapital  von  2300  Thlr.  mit  der  Bestimmung
aus,  daß  von  den  Zinsen  destelben  arbeitsunfähigen  Männern  und
Frauen  des  Orts  eine  monatliche  Unterstützung  von  2  Thlr.  für  jeden
mzelnen  nach  dem  Erachten  des  Magistrats  verabreicht  werden,  und
lc ' c  Stiftung  den  Namen  „Barnickesche  Stiftung"  führen  solle.

.  ^ ane  v  Barte  nSleben-Wolfsburg  sehe  Fundation,
der  Unterstützung  von  gebrechlichen  blinden  und  lahmen  Armen
Rcvenücn  in  K^be  begründet.  Vermögen  1000  Thlr.,  jährliche
^ernten  10  Thlr.  Zchn  Personen  erhalten  je  1  Thlr.

im  Jabre  IRSQ  Darthsche  Stiftung,
errirfitrt  T  '  dunsten  der  cv.  Einwohner  der  Stadt  Gütersloh
"

(t  29.  März  1857)  setzte
Vermögen  61,200  Thlr.  zu  frommen
        <pb n="45" />
        eines  Armen-  und  Krankenhauses;  6000  Thlr.  zur  Begründung  eines
Prediger-Wittwenfonds;  4000  Thlr.  zur  Begründung  eines  Schullehrer-Wittwcnfonds;
  3000  Thlr.  zur  besseren  Dotation  des  evangelischen
Pfarrfonds;  1000  Thlr.  zur  Unterhaltung  der  Näh-  und  Strickschule
für  arme  Kinder;  10,000  Thlr.  zum  Bau  eines  Nathhauses;  4000  Thlr.
als  Zuschuß  zur  Beschaffung  eines  steinernen  Gewölbes  in  der  neuen
evangelischen  Kirche.  Die  Geschäfte  der  Stiftung  werden  durch  einen
Verwaltungs-Rath,  an  desten  Spitze  der  Bürgermeister  steht,  besorgt.
Barthele  my,
Stadtrath,  Mitglied  der  Armen-Direktion  zu  Berlin,  legirte  (1823)
500  Thlr.,  wovon  die  Zinsen  jährlich  zu  Weihnachten  in  Raten  von
5  Thlr.  an  Nothleidende  vertheilt  werden  sollen.  Das  Legat  wird  bei
der  städtischen  Haupt-Stiftungs-Kasse  verwaltet.
Gottfr.  Bartsch,
geb.  in  Gersdorf  bei  Zittau  1730,  in  Berlin  Bürger-  und  Kattun-Fabrikant,
  stiftete  in  Berlin  die  Kranken-  und  Sterbekaste  der  sächsischen
Kolonie  (die  älteste  derartige  Kasse  in  Berlin)  zum  Zweck,  den  Armen
in  Krankheits-Fällen  eine  Unterstützung  und  ein  anständiges  Begräbniß
zu  gewähren.  Er  vermachte  der  Kaste  4000  Thlr.,  aus  deren  Zinsen
für  eine  große  Anzahl  armer  Mitglieder  der  Kasse  die  Beiträge  entrichtet ­
  werden.  S.  auch  Wag  euer.
Barthsche  Armen-Stiftung  zu  Striegau,
von  dem  Leder-Fabrikanten  Fr.  Bartsch  (1864)  begründet,  hat  sie  die
staatliche  Genehmigung  erhalten.
Base  lösche  Erziehungs-Anstalt  zu  Kempen  (Düsteldorf).
Ein  der  Armcn-Verwaltung  untergeordnetes,  und  mit  deren  Beihülfe
von  dem  t  Weltgeistlichcn  Basels  unter  dem  24.  März  1824  gegründetes ­
  Institut  zur  Erziehung  armer  und  verwaiscter  Kinder.  Thomas ­
  Joseph  Wäger,  Kaplan  zu  Süchteln,  schenkte  4000  Thlr.  mit
der  Bestimmung,  daß  der  Geistliche,  welchem  die  Leitung  jener  Anstalt
und  die  Beaufsichtigung  der  darin  befindlichen  Kinder  anvertraut  ist,
aus  den  Revenüen  dieses  Kapitals  salarirt  werde,  wogegen  derselbe
gehalten  sein  soll,  jede  Woche  fünf  Messen  für  die  f  Mitglieder  der  zu
Kempen  früher  wohnhaft  gewesenen  Familie  Loers  zu  lesen.
Bau-Akademie  zu  Berlin.
Im  Jahre  1798  als  Königliche  allgemeine  Bauschule  begründet,  1836
unter  dem  gegenwärtigen  Namen  rcorganisirt,  ist  sie  bestimmt,  Baukunst-Beflissene ­
  für  den  Staatsdienst  im  Baufachc,  Bauhandwerker  aber
zu  Privat-Baumeistern  auszubilden.  Die  Anstalt  hat  Studircndc  und
Hospitanten,  jene,  wenn  sie  bedürftig  sind,  haben  sich  eines  theilweisen
Erlasses  der  Honorare  zu  erfreuen.  Die  bei  der  Bauführer-Prüfung
am  bewährtesten  gefundenen  Zöglinge  erhalten  Prämien  à  300  Thlr.
zum  Zweck  von  Studien-Reiscn.  S.  E  y  telw  crusche  Stiftung.
        <pb n="46" />
        39

Bauersches  Stipendium  zu  Potsdam,
zu  Ehren  des  Ober-Predigers  in  Kyritz  und  ehemaligen  Konrektors  am
Gymnasium  zu  Potsdam,  Dr.  Heinrich  Bauer,  bei  desien  fünfzigjährigem ­
  Jubiläum  von  seinen  Schülern  am  1.  Mai  1845  gestiftet.
Das  Stammkapital  erreichte  incl.  eines  Königl.  Gnadengeschenks  von
300  Thlr.  die  Summe  von  1400  Thlr.  und  das  jährliche  Stipendium
den  Betrag  von  40  bis  120  Thlr.;  der  zehnte  Theil  der  Einnahme
wird  zum  Kapital  geschlagen.  Es  ist  für  bedürftige,  wohlbcfähigte
und  würdige  Jünglinge  ohne  Unterschied  der  Religion  und  des  künftigen ­
  wissenschaftlichen,  künstlerischen  oder  gewerblichen  Berufs  zur
Bollendnng  ihrer  Ausbildung  nicht  vor  deren  vollendetem  sechszehnten
und  nicht  länger  als  bis  zum  vollendeten  vier  und  zwanzigsten  Lebensjahre, ­
  in  der  Regel  nur  auf  drei  Jahre  bestimmt.  Den  Vorzug  haben
a)  die  männlichen  Nachkommen  des  rc.  Bauer;  b)  die  männlichen  Nachkommen ­
  der  Gründer  der  Stiftung;  c)  die  Söhne  solcher  Orts-Einwohner, ­
  welche  dort  drei  Jahre  hindurch  ihren  festen  Wohnsitz  haben,
oder  bis  zu  ihrem  Ableben  gehabt  haben.  Auch  können  d)  die  in  Potsdam ­
  geborenen  Söhne  solcher  Eltern  berücksichtigt  werden,  welche  daselbst
mindestens  drei  Jahre  ihren  festen  Wohnsitz  gehabt  und  diesen  erst  in
den  letzten  drei  Jahren  aufgegeben  haben.  Kollatoren  sind  der  Ober-Bürgermeister,
  der  Gymnasial-Direktor  und  der  Stadtverordncten-Vorsteher
  zu  Potsdam.
Joh.  Karl  Gottlob  Baumert,
emeritirtcr  Pastor  in  Löwenberg  (t  29.  November  1863)  hinterließ
ï»cï  evang.  Schule  in  Nieder-Görisseiffcn  städtisch  und  in  Sirgwitz  zur
Verbesserung  der  Lehrer-Stellen  ein  Legat  von  je  50  Thlr.  ;  denl  Verein
zur  Gründung  des  Rettungshauses  in  Löwcnberg  vermachte  er  ebenfalls ­
  50  Thlr.  und  der  evang.  Schule  in  Rabishau  100  ThlL.,  deren
zur  Anschaffung  von  Lehrmitteln  für  arme  Schulkinder  verwendet ­
  werden  sollen.

Baumgart,
Kaufmann  zu  Liegnitz  (+  1864)  vermachte  u.  A.  der  Kirche  zur  Unserer
Kleben  Frauen  daselbst  1000  Thlr.  und  der  Handwerker-Fortbilduugsàî
  100  Thlr.,  dem  Nikolai-Stift  200  Thlr.,  der  Armen-Anstalt
Thlr.,  dem  Bürger-Rettungs-Verein  500  Thlr.

rŗ  Baumgartensche  Stiftung,
beà!^  Quandt,  Ulrike  Charlotte  Auguste  geb.  Baumgarten,
ihrn-  shrein  Testamente  vom  6.  Jan.  1839,  um  das  Andenken
(7  mrnr r 7*  verstorbenen  Geh.  Ober-Justizrathes  Baum  garten
cr  3 cn&amp;lt;  Zweck  dieser  Stiftung  ist  die  Unterstützung  unbemttteltSšaSHStšKC
        <pb n="47" />
        40

lcgenheiten  der  Stiftung  bearbeitende  Mitglied  des  Kollegiums  erhält
dafür  ein  jährliches  Honorar  von  300  Thlr.  Von  den  Revenuen  der
Stiftung,  deren  Grund-Kapital  in  225,000  Thlr.  bestand,  sollen  Renten ­
  von  je  200  Thlr.  an  Damen  der  obenbczeichneten  Art,  die  das
Kollegium  nach  Stimmen-Mehrheit  auszuwählen  hat,  in  halbjährlichen
Raten  praenumerando  gezahlt  werden.  Personen,  die  das  60ste  Jahr
zurückgelegt  haben,  können  auch  300  Thlr.  erhalten.  Bei  Auswahl
der  Personen  ist  vorzüglich  auf  solche  Rücksicht  zu  nehmen,  die  im  Wohlstand ­
  gelebt  haben  nnd  ohne  eigene  Schuld  verarmt  sind.  Finden  sich
bei  gleichen  Ansprüchen  Personen,  die  blind  oder  mit  Blindheit  bedroht
sind,  so  soll  diesen  der  Borzug  gegeben  werden.  Im  Jahre  1860
wurden  an  50  Damen  9300  Thlr.  vertheilt;  das  Kapital-Vermögen
betrug  16,050  Thlr.  Gold  nnd  224,356  Thlr.  Konrant,  auch  war  ein
seit  1839  gebildeter  Reserve-Fonds  von  247  Thlr.  Gold  und  2268
Thlr.  Konrant  vorhanden.
Baumgartenscheö  Stipendium,
von  der  vcrw.  Frau  Ober-Consist.-Räthin  Baum  g  arten,  geb.  v.  Paulo ­
  w  ska  (1774)  bei  dem  luth.  Ministerium  derFriedrichs-Werdcrschen  und
Dorotheenstädtischen  Kirche  zu  Berlin  mit  460  Thlr.  begründet.  Das
Stipendium  ist  für  Söhne  der  beiden  lutherischen  Prediger  bestimmt,
und  zwar  während  der  Universitäts-Studien;  jedoch  darf  das  Stipendium
nicht  unter  zwei  getheilt  werden,  sondern  die  Aspiranten  folgen  einander ­
  im  Genusse.  Da  viele  Jahre  hindurch  das  Stipendium  von  keinem
Berechtigten  genossen  wurde,  so  hatte  sich  durch  Zins  auf  Zins  das
Kapital  im  Jahr  1845  (Lisco  301.)  schon  auf  1825  Thlr.  erhöht.
Baumhanersches  Slipendiunl.
Eine  äljere  Stiftung  von  jährlich  20  Thlr.  für  bedürftige  Studirendc.
Die  Verleihung  steht  dem  Magistrat  in  Groß-Salze  zu.  (Hermes
II.  51.)
v.  Bavierfche  Anstalt  zur  Pflege  junger  mutterloser  Kinder.
Von  der  verw.  Frau  Majorin  Julie  v.  B  a  vi  er  zu  Berlin  im  Jahre
1849  gegründet,  nimmt  diese  Privat-Anstalt  (Breite-Straße  26.)
gegen  ein  Kostgeld  Kinder  auf,  welche  der  mütterlichen  Pflege  beraubt
sind,  und  erzieht  dieselben  bis  zu  den  Schuljahren.  Einzelne  Kinder
werden  unentgeltlich  aufgenommen  und  ans  nrilden  Beiträgen  von  Menschenfreunden ­
  verpflegt.  Die  jährlichen  Einnahmen  des  Instituts  betrugen ­
  im  Jahre  1859  2100,  die  Ausgaben  jedoch  2300  Thlr.
Beamten-Spar-  und  Hülfskassen-Berein  zu  Posen.
Im  Jahre  1862  begründet.  Der  Verein  hat  den  Zweck,  Beamte  durch
Gewährung  von  Darlehnen  vor  dem  Ruin  durch  Wncherzinsen  zu  bewahren, ­
  freiwillige  Spar-Einlagen  anzunehmen  und  mit  31  pEt.  zu
verzinsen,  vom  Gewinn  auch  eine  Dividende  zu  gewähren.  Er  zählte
im  Jahre  1864  an  400  Mitglieder.
Beamten-Wittweu-Unterstiitzungs-Fouds  zu  Berlin,
eine  Stiftung  der  ehemaligen  Immédiat-Kommission  zur  Vcrtheilung
        <pb n="48" />
        von  Prämien  auf  Staats  -  Schuldscheine,  aus  dem  Jahre  1839.  Das
Kapital  betrug  5000  Thlr.,  hat  sich  aber  später  vermehrt;  die  Zinsen
werden  zur  Unterstützung  unbemittelter  Beamten-Wittwen  verwendet.
Verwaltet  bei  der  städtischen  Haupt-Stiftungskasse  zu  Berlin  (Lisco
S.  83).  Vgl.  Wittwen-Vcrpflegungs-Anstalt  für  die  Berliner  städtischen ­
  Beamten  und  Lehrer.
Fr.  Bogislaw  Beck,
Holzhändler,  hinterließ  (1770)  der  Friedrichs-Wcrdcrschcn  Kirche  zu
Berlin  3000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  i  der  Zinsen  zur  Erziehung ­
  von  Waisen  aus  seiner  Familie  und  aus'der  Familie  des  Hofraths ­
  und  Land-Rentmeisters  Buchholz  verwendet,  j  an  die  Armen
vertheilt  werden  sollten.  (Lisco  S.  118.)
Beckendorfsches  Legat,
zur  Unterstützung  der  Armen  in  der  Gemeinde  Holtrup  (Minden).
Kapital  1000  Thlr.
Beckersches  Legat  für  Tischler,
von  dem  Tischlermeister  Becker  zu  Magdeburg  herrührend.  Er  hinterließ ­
  der  dortigen  Armen-Verwaltung  200  Thlr.,  deren  Zinsen  eine
arme  Tischler-Fainilie  erhalten  soll.
Christoph  Becker,
Hofrath  und  Geheimer  Sekretair  zu  Berlin,  schenkte  (1769)  7000  Thl.
zum  Besten  des  Armenwesens,  nach  eigenem  Gutbesinden  und  Gefallen
des  damaligen  Königlichen  Armen-Direktorii.  Demselben  ist  völlige
Freiheit  gegeben,  in  Fällen,  wo  verarmten  Familien  und  sonst  unglücklichen ­
  Personen,  die  des  Mitleids  vor  Anderen  würdig  sind,  mit  einer
ihren  Umständen  proportionirten  milden  Hülfe  zu  ihrem  Retablisiement
gedient  werden  kann,  das  Erforderliche  vom  Kapital  zu  nehmen,  auch
wenn  es  auf  einmal  mehr  als  100  Thlr.  wären.  Das  Kapital  hat
sich  bis  1845  ans  8500  Thlr.  vermehrt.  (Lisco  S.  85.)
Eberhard  Philipp  Becker,
med.  (f  3.  August  1840  zn  Berlin)  lcgirte  a)  der  Haupt-Armenķ"şşe
  daselbst  40,000  Thlr.,  welche  als  ein  Grund-Kapital  betrachtet
"nd  nicht  vermindert  werden  sollten.  Die  Zinsen  sollen  zur  Pflege  der
Armen  verwendet,  namentlich  unter  solche  Nothleidende  vertheilt  werļ'
 cn '  welche  nach  dem  Gutbefinden  der  Armenbehörde  eine  monatlicke
Unterstützung  von  2  bis  5  Thlr.  bedürften;  b)  dem  Bürger-Rcttungsàstltut
  20,000  Thlr.,  aus  deren  Zinsen  hiesige,  durch  unverschuldetes
Unglück  zurückgekommener  Familien  untcrsiützt  werden  sollen;  c)  dem
^"în  esser  schcn  Waisenhause  4000  Thlr.;  d)  dem  großen  FriedrichS-Wmsenhanse
  4000  Thlr.;  e)  den  neuen  Erwerbschulen  4000  Thlr.;
.-den:  Wadzeck  -  Institut  4000  Thlr.;  g)  dem  Gertrauden  -  Hospital
Ņ.Thlr.  —  Für  seinen  Geburtsort  Magdeburg  lcgirte  er  a )
Ma  rgen  Armcn-Erziehungs-Anftalt  4000  Thlr.,  später  durch  Zahlung
r  .  1000  Thlr.  an  die  Armen-Verwaltung  abgelöset;  b)  den  Walsenlnbcrn
  der  evang.  reformirten  Gemeinde  4000  Thlr.  nnt  der  BestlM-
        <pb n="49" />
        42

mung,  daß  die  Zinsen  davon  zum  Nutzen  der  Waisen  verwendet  werden ­
  sollten;  c)  der  Funk  scheu  Stiftung  für  die  Dvmschule  4000  Thlr.
Fr.  Wilh.  Becker,
Partikulier  zu  Schweidnitz  (f  30.  September  1861)  setzte  in  seinem
Testamente  5OOO  Thlr.  ans,  deren  Zinsen  den  Bürgcr-Hospitaliten  des
Orts  zu  Gute  kommen,  und  1000  Thlr.,  von  deren  jährlichen  Zinsen
je  4  dortige  'bedürftige  Gymnasiasten  unterstützt  werden  sollen.
Hans  Jakob  Becker,
Schultheiß  aus  Bleichcrode,  begründete  im  Jahre  1731  einen  Stipendlen-Fonds
  für  Studirende  der  Theologie,  Medicin  und  Rechtswissenschaft ­
  aus  Nordhausen.  Das  Stiftungs-Vermögen  besteht  in  Feld-Grundstücken,
  welche  zur  Zeit  für  854  Thlr.  verpachtet  sind  und  in
6300  Thlr.  Kapital.  In  den  Jahren  18“"  erhielten  10  Studirende
Stipendien  6  à  100,  4  à  50  Thlr.  Die  Verwaltung  des  Fonds
steht  dem  Magistrat  in  Nordhausen  zu.
L.  A.  Becker,
Rentier  zu  Königsberg  (f  18.  März  1865)  vermachte  der  dortigen
Universität  2000  Thlr.  zu  einem  Stipendium  für  arme  Studirende
mosaischen  Glaubens,  oder  in  Ermangelung  eines  solchen  für  einen
Studirenden  evang.  Konfession.  Die  Verleihung  steht  dem  akademischen
Senate  zu.
Gottfr.  Beersche  Stiftung.
Der  ant  23.  Januar  1849  zu  Schönau  verstorbene  Rentier  Gottfr.
Beer  vermachte  1)  10,000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  eine  mit
seinem  Namen  zu  bezeichnende  Stiftung  zum  Besten  der  dortigen  Armen ­
  gegründet  werde;  2)  1800  Thlr.  der  ev.  Kirche.  Die'  Zinsen
von  1000  Thlr.  sollen  nach  Abzug  der  dem  Pastor,  dem  Kairtor  und
der  Kirchenkasse  zugedachten  Beträge  jährlich,  so  weit  es  erforderlich,
zur  Unterhaltung  des  Glockenstuhls  und  deö  Geläutes  verwendet,  der
hiernach  nicht  verbrauchte  Betrag  aber  zum  Kapital  geschlagen,  auch
jährlich  das  Andenken  an  seinen  (des  Stifters)  unb  seines  Sohnes
Todestag  durch  Läuten  mit  allen  Glocken  und  durch  Absingnng  eines
Chorals  in  der  Kirche  gefeiert  werden;  3)  2000  Thlr.  der  ev.  Schule.
Die  Zinsen  sollen  zur  Anschaffung  von  Kleidungsstücken,  Büchern  und
Schreibmaterialien  für  arme  Schulkinder  und  zur  Zahlung  des  Schulgeldes ­
  für  dieselben  verausgabt  werden.
H.  Beersche  Jnbiläums-Stiftung  zu  Liegnitz.
Der  m  Licgnitz  wohnhafte  Kaufmann  H.  Beer  übergab  (1860)  der
dortigen  Armen-Kaste  in  Hypotheken-Instrumenten  die  Summe  von
500  Thlr.,  Behufs  Gründung  einer  „Beerschen  Jnbiläums-Stiftung".
Die  Zinsen  sind  (16.  Juni)  zur  Vcrthcilung  an  sechs  verschämte
Arme  jüdischer  Religion  bestimmt.  Desgleichen  soll  der  jüdische  Gemeindediener ­
  mit  einer  kleinen  Remuneration  bedacht  werden.
        <pb n="50" />
        43

Michael  Beersche  Stiftung.
Der  zu  München  am  22.  März  1833  verstorbene  dramatische  Schriftsteiler
  Michael  Beer  aus  Berlin  setzte  durch  letztwilliae  Verfügung  ein
Kapital  von  10,000  Thlr.  zu  einer  Stiftung  aus,  um  unbemittelten
Malern  und  Bildhauern  jüdischer  Religion  in  Italien  zur  Ausbildung ­
  m  ihrer  Kunst  durch  Gewährung  eines  Stipendiums  dieselbe
zu  erleichtern,  welches  dem  Zieger  in  einer  jährlichen  Preisbcwerbung
bic  ßömgi.  %!abcmie  ber
Uliwmm
in  500  Thlrn.  aus  cm  Jahr  zu  einer  Studien-Reise  nach  Italien
Der  Stiftung  selbst  steht  ein  Kuratorium  vor,  welches  aus  einem  Mitgliede
  der  Königl.  Akademie  der  Künste  und  zwei  Mitgliedern  der
Becrschen  Familie  gebildet  ist,  die  Aufsicht  führt  das  Ministerium.—
Nachdem  das  Kapital  der  Stiftung  durch  Ersparnisse  bis  auf  den  Nominal-Betrag ­
  von  28,000  Thlr.,  der  jährliche  Zinsen-Ertrag  auf
1170^  Thlr.  angewachsen,  haben  die  Mitglieder  der  Beerschen  Familie
mittelst  eines  neuen  Statuts  (landesherrlich  bestätigt  6.  Novbr.  1861)
in  Rücksicht  auf  die  gegen  frühere  Zeiten  eingetretene  Vertheucrung
aller  Lebensbedürfnisse  in  Italien  zur  Förderung  der  gemeinnützigen
Absicht  des  Stifters  das  Stipendium  auf  750  Thlr.  erhöht  und  den
Zinsen-Rest  zur  Gründung  eines  zweiten  Stipendiums  von  Michaelis
18()J  ab  gewidmet,  welches  für  Maler,  Bildhauer,  Kupferstecher
und  Musiker  bestimmt  ist  und  ohne  Rücksicht  auf  die  Religion  der
Konkurrenten  verliehen  wird.  Als  Bewerber  sollen  in  dem  einen  Jahre
Kupferstecher,  im  zweiten  Musiker,  im  dritten  Maler,  im  vierten  Bildhauer ­
  zugelassen  werden;  sie  müsien  22  Jahre  alt,  Zöglinge  einer  deutschen ­
  Kunst-Akademie  sein  und  sich  über  ihre  künstlerischen  Anlagen
"nd  Tüchtigkeit,  wie  über  ihre  sittliche  Führung  durch  glaubhafte  Zeuguifse
  ausweisen  können.  Das  Stipendinnl,  welches  gleichfalls  zu  einer
eise  nach  Rom  verliehen  wird,  beträgt  750  Thlr.,  wird  erst  dann,
lw""h^  Ņ^ìîîel  es  gestatten,  alljährlich,  bis  dahin  nur  alle2Jahrc

Beerdigungs-Anstalt  zu  Berlin.
le  Vereinigung  des  Leichcnfuhrwescns  zu  Berlin  in  der  Hand  eines
Sehmers  gründet  sich  auf  ein  schon  vor  dem  Jahre  1710  ertheilf«
  esherrliches  Privilegium.  Der  Zweck  dieser  Anordnung  war,
ŗ  y  ,  le  Leichenwagen  und  das  gcsammte  Begräbnißwesen  eine  gcmcin-"C'
  ven  Geboten  der  Pietät  und  des  Anstandes  entsprechende  Ordc\
  y)  ausrecht  zu  erhalten.  Nur  der  französischen  Koloriie  und  der
engen,einde  blieb  es  überlassen,  für  ihre  Begräbnisie  auf  eigene  Weise
».  insten;  alle  übrigen  Kirchcngemcinen  Berlins  mußten  sich  der  geein".
  T n  Ördl'llng  unterwerfen.  Seit  1722  zahlte  der  Unternehmer
anon  für  die  ihm  ertheilte  ausschließliche  Berechtigung,  welche
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        44

allmälig  bis  1830  auf  mehr  als  8000  Thlr.  jährlich  gestiegen  ist.
Bis  zum  Jahre  1801  floß  dieser  Kanon  in  die  Kasse  der  Akademie
der  Wissenschaften,  von  1801  ab  bis  1839  wurde  derselbe  bei  dem
Polizei-Präsidium  für  dessen  etatsmäßigc  Bedürfnisse  verwendet.  Durch
zwei  Königliche  Ordern  vom  18.  Decbr.  1836  und  vom  31.  Decbr.
1838  wilrde  festgesetzt,  daß  der  aufkommende  Kanon  in  Zukunft
in  einer  Weise  verwendet  werden  solle,  welche  der  Stadt  und  namentlich ­
  den  ärmeren  Einwohnern  derselben  zum  Besten  gereiche.  Als
eine  dahinzielende  Verwendung  wurde  die  Einrichtung  von  Leichenhausern ­
  und  die  Erleichterung  der  ärmeren  Einwohner-Klaffen  bei  Bezahlung ­
  des  Preises  der  Grabstellen  und  der  kirchlichen  Bcgräbnißgebühien
  angeordnet.  Auf  Grund  dieser  Königlichen  Bestimmungen  ist
die  Leichenfuhrpacht  vom  Januar  1839  ab  zur  Stadt-Haupt-Kaffe  gezahlt ­
  und  bei  derselben  als  ein  besonderer  Fonds  verwaltet  und  in
Papieren  belegt  worden.  Im  Jahre  1860  belief  sich  der  Fonds  auf
155,843  Thlr.  in  Dokumenten  und  2000  Thlr.  baar.  Es  werden
aus  demselben  den  ärmeren  hiesigen  Einwohnern  Beihülfen  zur  Bezahlung ­
  des  Preises  der  Grabstellen,  sowie  der  kirchlichen  Bcgräbnißgebühren
  gewährt.  Außerdem  zahlt  der  Fonds  Beihülfen  zur  Erbauung
und  Unterhaltung  von  Leichenhäusern.  Das  Beerdigungs-Wesen  selbst
soll  eine  andere  Einrichtung  erhalten.
Beerdigungs-Anstalt  der  jüdischen  Gemeinde  zu  Berlin.
Sie  besteht  seit  1673  und  hat  den  Zweck,  dafür  zu  sorgen,  daß  den
verstorbenen  Gcmeindegliedcrn  die  letzten  Liebesdienste  in  Gottesfurcht
und  Barmherzigkeit  erwiesen,  und  die  Kosten  der  Beerdigung  armer
Genossen  für  Rechnung  der  Gemeinde  bestritten  werden.  Sie  hat  12
Vorsteher,  6  für  die  Beerdigungen  und  6  für  die  Leichenbegängnisse,
und  die  jährliche  Einnahme  beträgt  etwa  4000  Thlr.
Aug.  Wilh.  Beggerow,
Rentier  zur  Kolberg,  schenkte  in  den  Jahren  1845  und  1846  dem  dortigen ­
  städtischen  Waisenhanse  ein  Kapital  von  1000  Thlr.  unter  der
Bedingung,  daß  die  Zinsen  desselben  dem  Kapital  zugeschlagen  und  nur
die  Zinsen  der  Zinsen  zum  Zwecke  des  Waisenhauses  verwendet  werden ­
  sollten.  Die  Zuschlagung  der  Zinsen  zum  Kapitale  solle  aber
wegfallen,  sobald  letzteres  die  Höhe  von  100,000  Thlr.  erreicht  haben
werde,  von  wo  ab  (also  bei  einem  Zinsfuß  von  4  pCt.  nach  2475
Jahren)  alsdann  sämmtliche  Zinsen  zur  Verausgabung  kommen  sollen.
Joachim  Beggerowsches  Legat,
ans  dem  Jahre  1724.  Die  Stiftung  wird  bei  dem  Magistrat  zu  Treptow ­
  a.  R.  verwaltet  und  der  jährliche  Ertrag  besteht  zur  Zeit  in
82  Thlr.  27  Sgr.  Davon  erhalten  eine  arme'Wittwe  (Familienglied)
30  Thlr.,  von  deni  Reste  sind  30  Thlr.  zu  Schulgeld  für  arme  Kinder ­
  und  15  Thlr.  zn  Büchern  für  arme  Kinder  bestimmt.
Begräbniß-Fraternität  zn  Görlitz.
Ein  alter  Verein,  welcher  im  Jahre  1861  1531  Tbeilnehmer  zählte
und  20,306  Thlr.  Vermögen  hatte.
        <pb n="52" />
        45

Begräbniß-Kafse  zu  Neuhaldensleben,
für  einheimische  und  auswärtige  Personen  beiderlei  Geschlechts,  seit
1768  bestehend.  Sie  hat  in  Klasse  I.  321,  in  Klaffe  II.  250,  in
Klaffe  111.  455  Mitglieder;  der  jährliche  Beitrag  beträgt  3,  2  und
1  Thlr.,  das  Sterbegeld  60,  40,  20  Thlr.  Die  Kaffe  hat  ein  Vermögen ­
  von  8600  Thlr.

Begräbniß-Kafse  zu  Weißensee,
fik  «rieset  aus  bett  Freiheitskriegen,  Landwehrleute  tc.  des  Kreise»,
g."::ì=  %
BegräbnißkaffeN'Gesellschaft  zu  Althaldensleben,

mit  537  Mitgliedern,  welche  bei  jedem  Sterbcfallc  2  Sgr.  zahlen.  Die
Gesellschaft  hat  einen  Kapital-Fonds  von  3327  Thlr.

Begräbnißkasien-Gesellschaft  zu  Eisleben,
mit  396  Mitgliedern,  welche  bei  jedem  Sterbefalle  1  Sgr.  zahlen.  Die
Gesellschaft  hat  ein  Vermögen  von  4390  Thlr.
Begräbnißkassen-Gesellschaft  zu  Langensalza.
Die  erste  zählt  1948  Mitglieder  und  hat  ein  Vermögen  von  19,440
Thlr.  —  die  zweite  zählt  511  Mitglieder  und  besitzt  einen  Reserve-Fonds
  von  8900  Thlr.

Begräbnißkaffen-Gesellschaft  zu  Petersdorf  am  Kynast.
Şie  hatte  Ende  December  1861  4493  Mitglieder  mit  einer  Prämie
von  147,950  Thlr.  und  einem  Beitrage  von  708  Thlr.,  welcher  letztere
für  gewöhnlich  9mal  zur  Erhebung  kommt,  versichert.  Einnahme  war
in  jenem  Jahre  10,334  Thlr.,  Ausgabe  7056  Thlr.,  Bestand  3278  Thlr.
Der  letztere  trat  zu  dem  Vermögens-Bestände  der  Gesellschaft,  welcher
beim  Begräbniß-Fonds  11,000,  beim  Sicherheit  -  Fonds  7600  Thlr.
boar  und  in  Pfandbriefen  betrug.
Begräbniß  kaffen  Verein  zu  Glogau.
ttui  das  Jahr  1840  begründet,  hatte  er  1864  Ausgaben  2850  Thlr.
und  ein  Vermögen  von  11,000  Thlr.
Begräbnißkaffen-Verein  zu  Guhrau.
r  besteht  seit  1845  und  zahlt  den  Hinterbliebenen  der  Mitglieder
NneBeihülf-  von  50  Thlr.  zu  den  Kosten  des  Begräbnisses.  Die
Zahl  der  Mitglieder  ist  auf  600  beschränkt;  Personen,  welche  beitreten
werden  so  lange  als  Exspektanten  geführt,  bis  eine  Vakanz  in
er  Mltglieder-Zahl  eintritt.  Bei  jedem  Sterbefalle  zahlen  die  Mitļļ
 C  C M C  2,  ^9 r -  Sterbefällc  kamen  vor  I860  15,  1861  11,  1862
-  '  ,  ^ cv  Rendant  erhält  eine  Remuneration  von  30  Thlr.  Der  Ver-"u
  befftzt  ein  Vermögen  von  900  Thlr.
        <pb n="53" />
        Begräbiiißlade  zu  Neukirchen  (Mörs),
1809  errichtet,  1837  staatlich  genehmigt.  Monatlicher  Beitrag  1  Sgr.
Sie  hat  200  Mitglieder  und  zahlt  10—20  Thlr.  Sterbegeld.  Vermögen ­
  1930  Thlr.
Begräbniß-Sorge-Gesellschaft  zu  Görlitz.
Dieselbe  zählte  im  Jahre  1861  1956  Theilnehmer  und  hatte  ein  Ver
mögen  von  15,837  Thlr.
v.  BeguelinscheS  VermLchtniß  zu  Swinemünde,
von  Fräulein  Luise  v.  Beguclin  zu  Beuthcu  a.  O.  (+  1840)  herrührend.
  Sie  setzte  den  Armen  zu  Swinemünde  ein  Legat  von  2000
Thlr.  aus  und  überließ  dem  Magistrat  die  Verwendung  desselben,  nach
dessen  bester  Einsicht.
Christoph  Be  hm,
Gerichtsverwandler  zu  Königsberg  und  seine  Gattin  Anna,  geb.
Grube,  vermachten  im  Jahr  1620  für  zwei  hülfsbedürstige  Studirende
5000  Mark  ober  3333  Fl.  10  Gr.  Die  eine  Hälfte  des  Kapitals
besitzt  der  akademische  Fonds,  die  andere  Hälfte  steht  bei  dem  Magistrat
zu  Königsberg.  Das  akademische  Stipendium  soll  einem  tüchtigen  und
gelehrten  Studirenden  der  Theologie  lutherischer  Religion,  der  nicht
unter  22  Jahr  alt  sein  darf,  vergeben  werden.  Die  Blutsfreunde  der
Stifter  und  die  Familien  des  Dr.  Joh.  Beh  mer,  des  Peter  Schönfeld,
  des  Christoph  Grube,  Friedrich  Grube  und  Aegidi  Grube,
Friedrich  Behm,  Hans  Fed  aran,  George  Fetzelb  haben  bei  der
Verleihung  den  Vorzug.  In  deren  Ermangelung  können  andere  qualifizirte
  Jünglinge  aus  Königsberg,  event,  aus  Preußen,  insonderheit
die  Söhne  von  Pastoren,  zum  Genuß  gelangen.  Der  Kapitalfonds
betrug  im  Jahre  1838  525  Thlr.,  das  akademische  Stipendium  jährlich ­
  20  Thlr.  (Koch  II.  549).
Be  hu  is  ch  sches  Legat  zu  Oels.
Die  jährlichen  Zinsen  werden  mit  45  Thlr.  an  die  Armen  der  Stadt
Oels  vertheilt.
v.  Behr,
Major  a.  D.,  auf  Lützow  bei  Schwerin  in  Mecklenburg  überwies  dem
jetzigen  Ostpreußischen  Ulanen-Regiment  Nr.  8.  bei  der  am  29.  März
1865  in  Elbing  stattgefundenen  Feier  seiner  50  jährigen  Stiftung
1000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  davon  aufkommenden  Zinsen
der  Mannschaft  zu  nützlichen  Zwecken  zu  gute  konnncn  sollen.
Friedrich  Behr,
der  Aeltere,  Erbherr  auf  Schlack,  und  dessen  Gattin  Emerentia  Benigna, ­
  geb.  v.  Schwerin,  widmeten  am  24.  Juni  1641  zum  Zweck
eines  Stipendi!  für  zwei  Studirende  eine  Hypothek  auf  das  nahe  bei
Königsberg  gelegene  kölmische  Gut  Rotenau,  so  daß  die  eine  Hälfte
einem  Professorcn-Sohnc,  die  andere  einem  gebornen  Kurländer  zufallen, ­
  die  Kollation  der  erstem  der  Universität,  der  andern  der  Familie
        <pb n="54" />
        47

zustehen  sollte.  Das  Gut  wurde  verkauft  und  der  Fonds  betrug  im
Jahr  1838  (Koch  II.  549.)  768*2*1*.  Kapital  mit  33*  2*b.  Zinsen.
Davon  erhielten  der  Rektor  6  Thlr.  und  jeder  der  Stipendiaten  11  Thlr.
jährlich;  der  Rest  wurde  zur  Vermehrung  des  Fonds  kapitalisirt.
George  Fr.  Behrend,
früher  Kaufmann  und  Stadtraths-Präscs  in  Zirke,  nachher  Rentier  in
Berlin  (f  18(51)  vermachte  der  Schule  zu  Möckow  (Kreises  Sternberg)
500  Thlr.  Die  Zinsen  sollen  vorzugsweise  zur  Ertheilung  freien
Schul-Untcrrichts  an  Kinder  unbemittelter  Eltern  oder  zur  Anschaffung
nützlicher  Schulbücher  verwendet  werden.

Behrendt,
Guts-Pächter  zu  Clementelvitz,  Kreises  Rügen,  (f  1842)  setzte  zur
Gründung  einer  Armen-Anstalt  für  die  Armenpflege  des  Kirchspiels
Sagard  ein  Legat  von  610  Thlr.  mit  der  Bestimmung  aus,  daß
dasselbe  durch  20jährigen  Zinsenzuschlag  vermehrt  und  dann  zur  Herstellung ­
  eines  Armenhauses  verwendet  werde.

Behrenssche  Armen-Stiftnng.
Sie  ist  von  den  Freunden  des  Bürgermeisters,  Geh.  Regier.-Raths
Behrens  zu  Magdeburg,  welcher  von  1833—1860  das  Armen-Wesen
der  Stadt  mit  großer  Umsicht  und  rastlosem  Eifer  geleitet  hat,  zum
Andenken  desselben  gegründet,  und  hatte  im  Jahre  1861  600  Thlr.
Kapital.  Die  Zinsen  sollen  alljährlich  am  11.  Decbr.  (dem  Geburtslage ­
  des  Behrens)  in  Raten  von  5  —  25  Thlr.  an  solche  Familien
vertheilt  werden,  welche  keine  laufende  Unterstützung  aus  der  Armenkasse ­
  erhalten  und  durch  unverschuldete  Unglücksfälle  zurückgekommen ­
  sind.

Behrens  sche  Stiftung  zu  Jerichow.
Friedrich  Behrens,  Bäckermeister  zu  Jerichow,  schenkte  mittelst  gerichtlicher ­
  Verhandlung  vom  29.  Decbr.  1860  den  dortigen  Armen
100  Thlr.  zu  einer  „Behrensscheu  Stiftung",  indem  er  bestimmte,
daß  die  Zinsen  dieses  von  dem  Magistrat  zu  verwaltenden  Kapitals
don  5  zu  5  Jahren,  vom  9.  September  1860  an  gerechnet,  angesam-*V'i¿
  ^ņinächst  aber  zur  einen  Hälfte  zu  Kapital  geschlagen,  zur  andern
nr°  \  mT  0-  September  des  jedesmaligen  fünften  Jahres  an  ver-Tvn
  Kärger  der  Stadt  Jerichow  bei  Magdeburg,  welche  weder  durch
ocvnthrc'  v 0d)  durch  andere  hervorstechende  Leidenschaften,  in  Armuth
bcbmfiM,  i  '  ş°ànl  wegen  Alter  und  Schwäche  der  Unterstützung
der  StnV  ,  dergleichen  Personen  fehlen,  unter  verschämte  Arme
^lwcck.'  w  .  "lì  werden  sollen.  Die  Schenkung  zum  angegebenen
erhalten  ^  ^  ^m  20.  Fcbr.  1861  die  landesherrliche  Genehmigung

acb  ® rä ^ n  Tl'erese  Beissel  v.  Gymnich,
        <pb n="55" />
        vcnüen  dazu  verwendet  werde,  der  weiblichen  Jugend  im  Stricken,
Nähen,  Flicken  und  Spinnen  Unterricht  geben  zu  lassen.
Bekleidungs-Stift  (Malbisch  Arumim).
Ein  bei  der  jüdischen  Gemeinde  zu  Berlin  bestehender  sehr  alter,  seit
1827  reorganisier  Verein  zur  Versorgung  Armer  mit  Kleidern.  Seine
Einkünfte  bestehen  in  dem  siebenten  Theile  der  milden  Gaben,  welche
am  Grabe  eines  verstorbenen  Glaubensgenossen  der  jüdischen  Gemeinde
gespendet  werden,  in  einzelnen  wiederkehrenden  Geldbeiträgen  von  Gemeinde-Gliedern, ­
  in  Zinsen,  in  -den  der  Anstalt  übergebenen  Kleidungsstücken ­
  rc.  Die  Vorsteher  werden  von  den  Aeltesten  der  Judenschaft  von
3  zu  3  Jahren  aus  der  Mitte  der  Gemeinde  gewählt,  vertheilen  die  Geschäfte ­
  (Ankauf  des  rohen  Materials,  Anfertigung  der  Kleider  rc)  unter
sich  und  besorgen  gemeinschaftlich  die  Austheilung  der  Kleidungsstücke,
welche  jährlich  zwei  Mal,  im  März  und  September  geschieht;  außer
dieser  Zeit  werden  nur  die  Bitten  kranker  Individuen  und  armer  Kinder ­
  berücksichtigt,  welchen  letzteren  man  auch  die  Ansbefferung  der  Kleidungsstücke ­
  besorgt.  Das  Institut  hat  in  neuerer  Zeit  mehrere  Vermächtnisse ­
  erhalten.
B  e  l  l  e  r  m  a  u  n  sche  Konfirmauden-Stiftung.
Seit  dem  8.  Januar  1836  bei  der  St.  Pauls-Kirche  zu  Berlin  bestehend, ­
  ist  sie  von  dem  Prediger  Beller  mann  durch  Herausgabe
und  Verkauf  seiner.  Antrittöpredigt  gegründet.
B  el  ler  m  annsche  Stiftung,
am  8.  März  1865  bei  Gelegenheit  der  Feier  des  70  sten  Geburtstages ­
  des  Dr.  Bellermann,  Direktors  des  Berlinischen  Gymnasiums
zum  grauen  Kloster  zu  Berlin  (s.  d.),  von  Freunden  und  Verehrern
desselben  mit  ppr.  550  Thlr.  begründet.
Belziger  Kämmerei-Stipendium.
Es  rührt  aus  einer  alten  Stiftung  her,  betragt  17{  Thlr.  und  wird
von  dem  Magistrat  unter  Zuziehung  des  Pastors  vergeben.
Belziger  Kirchen-Stipendium.
Dasselbe  beträgt  40  Thlr.  uud  ist  für  Söhne  der  Geistlichen,  Lehrer
und  übrigen  Einwohner  der  Stadt  Belzig,  welche  inländische  Schulen
besucht  haben  und  Zeugnisse  ihres  Fleißes  und  Wohlverhaltens  beibringen, ­
  bestimmt.  Zur  Perception  gelangen  zuerst  die  Söhne  des
Superintendenten,  dann  die  des  Bürgermeisters,  demnächst  der  Rathsherren ­
  und  Lehrer.  Es  wird  auf  höchstens  5  Jahre  vergeben.  Dem
jedesmaligen  Superintendenten  und  dem  Magistrat  zu  Belzig  steht  die
Kollation  zu.
B  e  n  d  e  m  a  u  n  scheö  Stipendium,
gestiftet  unter  dem  20.  Januar  1827  von  den  Gebrüdern  Anton  und
Heinrich  Bendemann  zu  Berlin,  landesherrlich  bestätigt  26.  Februar
1827.  Das  Kapital  beträgt  2500  Thlr.  in  Staatsschuldscheinen,  von
deren  Zinsen  halbjährlich  2  Stipendien  zu  20  und  eins  zu  10  Thlr.
        <pb n="56" />
        49

on  Studenten  ohne  Unterschied  der  Religion  und  Fakultät  vertheilt
werden;  das  Stipendium  kann  von  demselben  Beneficiaten  mehrere  Jahre
£t e "'r!!üü bCt  ņşş°û  “'Ä™;  Ersparte  Zinsen  sollen  nicht  ,°pit°.
Dî-  «à--St-
  Benediktus-Kranken-Verein  zu  Deutz
.  Benekesches  Vermächtnis;.
?Ş8N8
-y.-LLrs^Lvrir'-.s-r--mm

u ^t  sofort  ihrem  ganzen  Umfange  nach  realisirt  werden.
sjr  Venu  eckesche  Armeni  tiftnug  zu  Staßfurt.
¿eft«  I  M C " tt,tf ï  6 'J imra,c  btu  gr°s»°»  Theil  in  Reise,  und  Tagemenhause
  ? n  I  !  \ e *  Ķapltals  soll  zur  Winterszeit  eine  Stube  im  Ariern ­
  auch  diļ-^ii,  t?î  ^ŗden,  daşi  nicht  allein  die  im  Armenhanse,  sondie
  Kälte  und  Witter^^^.  ^^enden  Armen  dort  einen  Schutz  gegen
sen  eines  Kavità  ^^""ewltz  m  Drosten  herrührend.  Aus  den  Zinschulden
  hcruntcraek»«"  ^^0  Thlr.  werden  dortige,  ohne  ihr  Ver-Tuchmacher
  unterstütz""'"'^  Bürger  und  Handwerker,  namentsrüher
  Bananier  i\u,  ,  Äavi  Bennewitz,
ffrÀļ  Äst  %
r  Bestimmung,  von  den  Zinsen  alljährlich  am  10.  Oktober  alten
Landbuch.  A
        <pb n="57" />
        50

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würdigen  Ehepaaren  aus  dortiger  Stadt  eine  Unterstützung  von  mindestens
5  Thlr.  zu  verabreichen.
Bensberg-Solinger  Knappschafts  Verein.
Er  hatte  1861  1048  und  1871  unständige  Mitglieder,  wovon  die
ersteren  71  bis  25  Sgr.  die  andern  2.1-  bis  6  Sgr.  beitragen;  die
Hälfte  wird  von  den  Arbeitsgebern  gezahlt.  Im  Jahre  1861  kamen  auf
an  Beiträgen  15,660  Thlr.;  ausgegeben  wurden  15,700  Thlr.;  Vermögen ­
  war  vorhanden  10,000  Thlr.  Der  Verein  unterstützt  seine  Mitglieder ­
  in  Kraukhcits  -  und  Sterbefällen,  gewährt  auch  Unterstützungen
an  Invaliden,  Wittwen  und  Waisen.
B  e  n  z  e  n  b  e  r  g  sche  Stiftung.
Der  im  Jahre  1846  verstorbene  Professor  Johann^Friedrich  Benzenberg
  hinterließ  bei  seinem  Ableben  der  Stadt  Düsseldorf  seine  zu  Bilk
gelegene  Sternwarte  nebst  Garten  und  Gärtner-Wohnung,  die  in  berselben
  befindliche  Bibliothek,  astronomischen  Instrumente  und  Uhren,
und  7300  Thlr.  in  Kapitalien  mit  der  ausdrücklichen  Bestimmung,  daß
aus  den  Revenüen  dieses  Legats  ein  Sternwart  angenommen  und  honorirt
  'und  die  bisherige  Bestimmung  der  Sternwarte  nicht  geändert
werde.
Hecquet  de  BcreugerscheS  Bermächtniß.
Die  Rentnerin,  Wittwe  Hecquet  de  Ber  en  g  er,  geb.  Reinhard
(t  1837  zu  Brüssel)  vermachte  den  Armen  zu  Kleve,  an  welchem  Orte
sie  eine  Zeitlang  gewohnt,  5000  Fr.  Das  Kapital  soll  nicht  unter
4  pCt.  rcntbar  angelegt  und  der  Zinsen-Ertrag  jährlich  zum  Besten  der
gedachten  Armen  verwendet  werden.
Berg-Akademie  zu  Berlin.
Ein  seit  I860  bestehendes  Königliches  Institut,  um  jungen  Leuten,
welche  sich  im  Berg-,  Hütten-  und  Saliucn-Wesen  ausbilden  wollen,
Gelegenheit  zur  Erwerbung  der  erforderlichen  Fachlenntnisse  zu  geben.
Die  Direktion  ist  dem  Handels-Minister  untergeordnet;  das  neueste
Reglement  ist  vom  28.  September  1863.  Darnach  sind  zum  Besuche
der  Akademie  berechtigt  die  Berg-,  Hütten-  und  Salinen-Beflissenen,
welche  sich  dem  Preußischen  Staatsdienste  widmen  wollen,  die  immatrikulirten
  Studirendcn  der  Berliner  Universität  und  die  immatriknlirten
Studirenden  des  König!.  Gewerbe-Instituts.  Außerdem  kann  der  Direktor ­
  andern  Personen  den  Besuch  einzelner  Vorlesungen  gestatten.
Der  Minister  bewilligt  Reise-Stipendien  à  200  und  100  Thlr.  an
solche  Zöglinge,  welche  die  besten  Ausarbeitungen  über  Gegenstände  der
Berg-,  Hütten-  und  Salinen-Technik  oder  der  dazu  gehörigen  Zweige
des  Maschinenwesens  einliefern.
Bergban-Hülfskasse  für  den  Niedersächsisch-Thüringenschen  Distrikt.
Das  Kapital  besteht  in  etwa  20,000  Thlr.
v.  Berg  eschen  Stipendien-Stiftnng,
begründet  1577  von  dem  Kaiserl.  Rathe  Joachim  v.  Berge  auf  Brieg,
Herrndorf  und  Kladcn  im  Fürstenthum  Glogau  und  auf  die  genannten
        <pb n="58" />
        51

4*

Ģûtcr  fundirt.  Die  Stipendien  sind  für  Eingeborene  einzelner  Orte
bestunmt  und  das  Kapital  besteht  zur  Zeit  aus  37,245  Thlr.
Aug-  Heinr.  Reib.  Bergemann,
Rötger  zum  Bergen
E'plíSHsTKÍ
Mm  °l«  Sttp°ndimn  jährlich  3  Thlr.  g-z-hlļ,  und  d°r  u-b-rr-st
zur  Verstärkung  des  Kapitals  angelegt  wurden.
Berge  rsche  Aussteuer-Stiftung  z»  Steinan.
U?*  e ‘ nc,t  ^onds  von  1333  Thlr.  Die  Zinsen  werden  an  einen
unbescholtenen  wetbltchen  Dienstboten  zur  Ausstattung  bei  der  Berheirathung
  vergeben.
Bergerscheö  Legat  zu  Steinau.
500  bcrtn  3ii "™  - fanf
Berger  sches  Stipendium.
W^ina  Berger  lcgirte  im  Jahre  1571  ein  Kapital  von  500  mfl.
V 7  Aļr.)  zu  entern  Stipendium  für  einen  Studiosus  theologiae,
!, bcr  Ņrt'  ba| * ?  bic  Mitglieder  der  Familie  der  Stifterin  den  Vorzug
Dle  Einnahme  aus  dieser  Stiftung,  welche  jetzt  bei  der  Unianş
  ^.^?e-W.ttcnbcrg  verwaltet  wird,  belief  sich  im  Jahre  1838
aus  43}  Thlr.  (Koch  1.  443.)

Sie  Bergfelts-Smits-Eluitö-Armen-Stiftung  zu  Emmerich.
Kapital  ,'^ u j cr  è uc  Unterbringung  von  Armen  und  2500  Thlr.
werden'  Zinsen  allgemeine  Armen-Unterstützungen  verabreicht
krden  jährlich  120  Thlr.  verwendet.
Er  besteht  «  ^"gischer  Schul-Fonds  zu  Düsseldorf,
geistlichen  Ztorv  ^  Ü . tCttt  ""d  Einkünften,  welche  mit  der  Aufhebung  der
Disposition  desNationen,  denen  dieselben  früherhin  angehörten,  der
S.  1127)  stebt  ^^udesherrn  anheintgcfalleu  waren  (Kam.  Zeit  1844.
        <pb n="59" />
        Gottlob  Bergmann,
Gedinge-Häusler  zu  Wendisch-Ossig  (Görlitz)  vermachte  (1861)  der
dortigen  Armenkasse  175  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen
von  50  Thlr.  zum  Ankauf  von  Holzpantoffeln  verwendet  werden  sollen,
welche  zu  Weihnachten  an  die  ärmsten  Schulkinder  zu  vertheilen  sind.
Die  Zinsen  voll  125  Thlr.  aber  sollen  nach  Abzug  der  Verwaltung«!
kosten  von  1  Thlr.  alljährlich  zu  Weihnachten  an  bedürftige  Gemeindeglieder
  vertheilt  werden.
Joseph  Bergmann,
Hofrath  a.  D.  und  fürstbischöflicher  Rath  zu  Breslau  (t  1862)  legirte
der  dortigen  Filial-Kranken-An  statt  der  Elifabethinerinuen  2400  Thlr.
und  dem  fürstbischöflichen  Knaben-Semiuar  2000  Thlr.
Berg-Schule  zu  Düren.
Eine  Fach-Schule,  1857  auf  Anregung  der  Bergbehörde  durch  einen
Vertrag  zwischen  dieser  und  den  Bergwerks-Jnteresicntcn  des  früheren
Bergamts  Düren  gestiftet,  um  junge  Bergleute  zu  tüchtigen  Grnbenbeamten
  (Steigern,  Ober-Steigern)  und  Markscheidern  auszubilden.
Die  Schule  hat  2  Klaffen  und  der  Unterricht  dauert  3  Jahre.  In
den  Sommer-Monaten  kehren  die  Zöglinge  zu  den  praktischen  Arbeiten
zurück.  Die  Zahl  der  Zöglinge  beträgt  über  30  und  die  Kosten  des
Instituts,  welche  zur  Hälfte  von  der  Staatskasse,  zur  Hälfte  von  den
Bergwerksbesitzern  getragen  werden,  belaufen  sich  auf  6500  Thlr.  Aus
dem  dabei  befindlichen  Stipendien-Fonds  werden  jährlich  1384  Thlr.
gezahlt.
Berg-Schule  zu  Eisleben,
s.  Kamsdorfer  Bergbau-Hülfskasse.
Marg.  Kath.  Berkenkamp,
geb.  Gaule,  Wittwe  in  Bielefeld  (t  1861)  vermachte  der  Stadt
Bielefeld  1)  1000  Thlr.  Gold  für  die  städtische  Armen  Verwaltung  zur
Begründung  einer  Stiftung  Behufs  Anschaffung  von  Kleidern  für  drei
alte  Männer  aus  den  Zinsen,  jährlich  am  11.  August;  2)  2500  Thlr.
für  das  städtische  Krankenhaus;  3)  2500  Thlr.  für  die  städtische  Kinder-Bewahr-Anstalt.

BerkhofföschcS  Stift,
eine  Stettiner  städtische  Stiftung,  von  bein  Bürgermeister  Herrmann
Berkhoff  mittelst  Testaments  vom  21.  Mai  1633  begründet.  Es
sollen  darin  8  Bürger,  Mann  und  Frau,  die  einen  guten  Namen  haben, ­
  sich  wohl  verhalten  und  bedürftig  sind,  vorzüglich  alle  Nothleidende
aus  seiner  Verwandtschaft  aufgenommen  werden.
v.  Berlepschsche  Vikarie  St.  Viti  zu  Seebach  (Langensalza).
Ihr  Zweck  ist  Besoldungen  in  Geld  und  Naturalien  zu  gewähren  an  die
Pfarre  zu  Seebach  (Kreis  Langensalza)  und  die  beiden  Schulen;
4  Hospitalité»  zu  erhalten  und  2  Stipendien  an  arme  Studirende  zu
zahlen.  Die  Stiftung  hat  an  2000  Thlr.  Kapital,  ein  Haus  und
ein  Grundstück.
        <pb n="60" />
        53

Berliner  ärztliche  Unterstützung^  Kasse.
Seit  10  Jahren  bestehend,  hat  sie  186  Mitglieder,  welche  einen  Jahresbeitrag
  von  wenigstens  2  Thlr.  zahlen.  Im  Jahre  1861  gingen  an
Vertragen  ein  414  Thlr.  15  Sgr.,  an  Zinsen  16  Thlr.,  an  Ueberschuß
  aus  den  Einnahmen  eines  Balles  76  Thlr.,  im  Ganzen  490  Thlr.
,  mürben  2  Sieste,  2  ennbSntc,  10  SBÜmett
U".  ŅN'-N.und  Wundärzten.  Vorsitz-,,d-r  d-ê  Kuratoriums  ist  d-r
E)eh.  Sanrtatsrath  Dr.  Sternthal.
»  „  Wi»w-n.P°oşi°„o.  und  Uu.-rMtzm,g».,-st-.
lisiüil
der  Mitglieder  resp.  den  Verwandten  weiblichen  Geschlechts  eine  lebenslängliche ­
  Pension  von  20  Thlr.  bis  600  Thlr.  jährlich  und  ein  Begräbnißgeld
  zurrt  4.  Theil  des  jährlichen  Pcnsionsbetragcs.  Der  Zutritt ­
  steht  jedem  im  deutschen  Bundesstaat  wohnenden  Manne,  insbesondere ­
  aber  den  Preußischen  Beamten  frei,  welche  vermöge  ihrer
Stellung  nicht  bei  der  „Allgemeinen  Wittwen-Verpflegungs-Anstalt"
(s.  \  A.)  zur  Aufnahme  geeignet  sind.  Die  Anstalt  tratte*  Ende  1862
nit  Vermögen  von  675,000  Thlr.  ;  versichert  waren  1201  Personen
¡mt  130,160  Thlr.  Pension,  32,540  Thlr.  Begräbnißgeld  und  22,058
£  )lr.  habjährigen  Beiträgen;  404  Wittwen  bezogen  an  Pensionen  halblahrltch
  22,820  Thlr.
Berliner  Biirger-Schlttzengilde.
Diese  Gilde  bestand  schon  unter  Joachim  I.,  Privilegium  von  1548,
Ņebrief  des  Raths  zu  Berlin  von  1570.  Aufgelöst  1727,  wo
ünebrid)  Wilhelm  I.  alle  Königs-Scheibenschießen  verbot,  wiederhergestellt ­
  1748.  Die  Konfirmations  Urkunde  vom  31.  August  1786  spricht
toon  bem  ļoberrswerthcn  Eifer,  welchen  die  Bürgerschaft  bei  den  im
hin  qm  ff  eingetretenen  Kricgsverhältniffen  an  den  Tag  gelegt  und
hin  ^^ŗhôchst  bestätigten  Statuten  vorn  6.  Oktober  1837  erkennen
«m.  pV e  etite  Korporation  an.  Im  Jahre  1857  zählte  sie  275
stanh  !,  V ‘i  Haupikaffe  der  Gilde  hatte  im  Jahre  1857  einen  Be--befindliüi"
  Ģ.Thlr.  in  Staatsschuldscheinen.  Zu  den  bei  der  Gilde
Kasse-  ^'şi"ngcn  gehören  1)  citte  Lebens-Versicherungsvon
  2^  Sar  ^cichengefolge-Kasse.  Sic  ist  aus  Beiträgen
v  erstarb  e  nnv  ß t0  Quartal  entstanden  und  hat  den  Zweck,  bei  Beerdigung
gliedern  i»  i  J' ,tc ? a kctt  die  Wagen  für  eine  Deputation  von  24  Mitstasis

•  ^ìlut  le  (&amp;gt;4  wurden  Unterstützungen  von  10  und  J  Dhlr.  an
        <pb n="61" />
        54

8  Veteranen  der  Jahre  1813—15,  an  zwei  Wittwen  und  einen  Invaliden ­
  aus  dem  Jahre  1864  vertheilt.
Berliner  gemeinnützige  Ban  Gesellschaft.
Eine  Aktien-Gesellschaft,  1848  zusammengetreten.  Sie  hatte  im  Jahr
1860  20  Häuser  mit  219  Wohnungen  und  31  Werkstätten:  in  den
Wohnungen  befanden  sich  197  Männer,  207  Frauen,  544  Kinder,
48  Dienstboten  und  Lehrlinge,  152  Einlieger,  zusammen  1148  Personen. ­
  Das  Anlage-Kapital  der  Grundstücke  belief  sich  auf  224,000
Thlr.,  Passiva  waren  195,000  Thlr.,  Reserve-Fonds  29,000  Thlr.  Vgl.
Alexandra-Stiftung.
Berliner  Gesellschaft  für  ev.  Mission  unter  den  Deutschen  in  Amerika.
Um  das  Jahr  1855  begründet,  bezweckt  diese  Gesellschaft  nicht,  Heiden
oder  Andersgläubige  zu  Christen  zu  machen,  sondern  Glieder  der  deutschen ­
  ev.  Kirche  dieser  und  dem  deutschen  Volke  als  Christen  und
als  Deutsche  zu  erhalten.  Sie  sendet  den  durch  einen  Reise-Prediger ­
  gesammelten  deutschen  Gemeinden  auf  ihren  Wunsch  Geistliche
und  Lehrer  hinüber  und  gewährt  ihnen  freie.Reise,  während  mit  der
Ankunft  die  Gemeinde  die  Erhaltung  übernimmt.  Im  Jahre  1865
waren  angeblich  bereits  14  Prediger  und  eine  Anzahl  Lehrer  von  Berlin ­
  ans  entsandt.  Auch  werden  im  Westen  deutsche  Bibliotheken  begründet. ­
  Die  Beiträge  der  Mitglieder  der  Gesellschaft  (Direktor-Sattler)
  beliefen  sich  I860  auf  230  Thlr.
Berliner  Handwerker  Verein.
Der  größere  der  in  Berlin  bestehenden  Vereine  dieser  Art  (Vorsitzender
Fr.  D  un  cker).  Er  besitzt  seit  1864  ein  eigenes  Haus  (Sophicnstr.  15.),
dessen  Herstellung  70,000  Thlr.  erfordert  hat  und  das  mit  33,000  Thlr.
Hypotheken  belastet  ist.  Der  Verein  läßt  Vorträge  halten  und  Unterricht ­
  ertheilen  im  Schön-  und  Rechtschreibcn,  in  der  deutschen  Sprache,
Literatur,  Rechnen,  Algebra,  Buchführung,  Wechselkunde,  Musterausnehmen, ­
  Französisch,  Englisch,  Gesang,  Turnen,  Stenographie;  außerdem ­
  ist  eine  Baugewerk-Schnle  eröffnet,  in  welcher  in  3  Kursen  Mathematik ­
  Bankonstrnktionslchre,  Projektionszeichnen,  Freihand-  und
Bmneichnen  und  Modelliren  in  Thon  gelehrt  wird.  Die  Bibliothek
des  Vereins  enthält  mehr  als  2500  Bände,  an  Zeitschriften  besitzt  er
68.  In  der  Mitte  des  Vereins  besteht  eine  Konsum  -  Genossenschaft,
sowie  eine  Sterbe-  und  Lebensversichcrungskasse.  In  der  erstern  betrug ­
  der  Umsatz  vom  1.  Jan.  1864  bis  1.  Jan.  1865  1693  Thlr.,
cs  blieb  ein  Nettogewinn  am  Jahresschluß  von  238  Thlr.,  wodurch  es
möglich  wurde,  jedem  der  ältesten  Mitglieder  bei  einer  Einzahlung  von
5  Sgr.  wöchentlich  am  Jahresschluß  21  Thlr.  3  Sgr.  5  Pf.  gut  zu
schreiben.
Berliner  Jmmobilien-Gesellschaft.
Sie  ist  im  Jahre  1864  zusammengetreten  und  hat  zum  Zweck,  Bauwerke ­
  aller  Art  in  Berlin  und  Umgegend  auszuführen,  sowie  Straßen,
Plätze,  Kanäle  und  sonstige  Anlagen,  welche  für  den  Verkehr,  den  Ge-
        <pb n="62" />
        55

sundheilszustand  ober  bie  Verschönerung  ber  Stabt  unb  Umgegend  bienlich
  smb,  herzustellen.  Zu  biesem  Behufe  ist  bie  Gesellschaft  berechtigt,
Grund-Eigenthum  aller  Art  zu  erwerben  unb  zu  veräußern,  sowie  Bau-,
Kauf-,  Pacht-,  Mieths-  unb  Lieferungs-Verträge  abzuschließen.  Fernerist
  sie  berechtigt,  Darlehen  aufzunehmen,  unb  zu  bem  Zweck  auf  ihren
Grunbbesitz  Hypothek  zu  bewilligen.  Grunbstücke,  welche  ben  Mitgliebern
  bes  Anfsichts-Rathes  unb  Vorstanbes  ber  Gesellschaft  ober
deren  Firmen  ganz  ober  teilweise  gehören,  básen  für  bie  Gesellfd)oft
  nid)t  tiorbe»  merben.  2  mUioncn  Z^ier.
Vorsitzende  G.  Bleichrober,  A.  Hansemann  rc.

Berliner  Jubel-Stipendium  bei  der  Universität  Breslau.
Im  Jahre  1861  bei  Gelegenheit  ber  50jährigen  Jubelfeier  ber  Universität ­
  Breslau  von  ehemaligen  Breslauer  Kommilitonen  zu  Berlin
mit  1010  Thlr.  gestiftet.  Die  Zinsen  erhält  ein  auf  ber  Universität
Breslau  Stubirenber  am  3.  August  jeden  Jahres  auf  1  Jahr  verliehen ­
  und  es  kommt  babei  lediglich  auf  die  Würdigkeit,  nicht  auf  religiöses ­
  Bekenntniß  und  Fakultät  an.  Die  Verleihung  steht  bem  aka-.
demischen  Senate  zu.

Berliner  Parochial-Schullehrer-Wittwenkasse.
Jnl  Jahre  1763  errichtet,  1794  reorganisirt  und  unter  bem  5.  Januar
1797^  bestätigt,  gehören  ihr  reglementsmäßig  ein  Theil  ber  Lehrer  an
den  Hecker  scheu  Stiftungen  (ber  Realschule,  Elisabeth-  und  Vorschule)
an.  Die  Mitglieder  zahlen  3  Thlr.  Antritt-geld  und  jährlich  6  Thlr.
Beiträge.  Eine  weitere  Einnahme  ist  der  Anstalt  durch  das  Köhlersche
Vermächtniß  (jährlich  450  Thlr.)  zugelassen.  Im  Jahre  1862  gingen
an  Beiträgen  342  Thlr.  ein;  21  Pensionen  à  36  Thlr.  wurden  gezahlt, ­
  von  diesen  aber  5  aus  den  Mitteln  ber  Hansieinschen  Stiftung ­
  (s.  b.  A.)  auf  60  Thlr.  erhöht.
Berliner  Spezial-Jubelfest-Stiftung,
s.  Nationalbank.

Berliner  Wasserwerk-Kompagnie  (Berlin  Waterwork-Company).
Eine  Aktien-GeseÜschaft;  in  London  begründet,  hat  sie  eine  Zweigniedernhn
  ^  Berlin.  Die  Bestätigung  deö  mit  ber  Preußischen  Regierung
«--tt-g-S  ist  durch  Erlaß  «°m  &amp;lt;1  Ollader  1858
Ul-  18.J.),  Ş.  237.)  erfolgt.  Zweck  ber  Gesellschaft  ist  Versorgt ­
  Berlin  und  Umgegend  mit  fließendem  Wasser.  Das
beträgt  zur  Zeit  470,000  Pfund  Sterling,  in  47,000

Aktien

ein  10  Pfund  Sterling.  Die  Gesellschaft  wird  durch
lin  f  -şi  en  -ntgliedern  bestehendes  Direktorium  vertreten;  in  Berw.T"
  sl  Ö  Unlieber  Vikt.  v.  Magnus  und  Friebr.  Gelpcke.
Abschluß  für  das  erste  Semester  1864  ergab  einen
" 0n  w.4Ui)  Psund  Sterlina;  3&amp;lt;&amp;gt;33  Häuser  waren
öcm  Rohren-^ystem  ber  Gesellschaft  in  Verbindung.
        <pb n="63" />
        56

Berlinersche  Armen  Stiftung.
Der  im  Jahre  1840  zu  Lüben  verstorbene  Kaufmann  Mendel  Hirsch
Berliner  begründete  letztwillig  für  die  dortigen  Armen,  ohne  Unterschied ­
  der  Religion,  mit  100  Thlr.  eine  milde  Stiftung,  deren  Verwaltung ­
  dem  Magistrat  mit  der  Bestimmung  überlasten  blieb,  daß  die
Zinsen  alljährlich  am  Sterbetage  des  Erblassers  auf  Brot  unter  die
Armen  vertheilt  werden  sollten.  Die  Stiftung  hat  unter  dem  2.  Juni
1841  die  landesherrliche  Genehmigung  erhalten.
Berlinische  Friedrichs-Werdersche  Gewerbeschule.
Im  Jahre  1824  gegründet,  ist  sie  nach  dem  Statut-Entwurf  von  1865  dazu
bestimmt,  für  den  bürgerlichen  Beruf  und  das  gewerbliche  Leben  eine
zweckmäßige  Vorbereitung  zu  geben.  Sie  ist  nicht  Fachschule,  sondern
Bildungsanstalt,  die  das  geistige  Vermögen  ihrer  Schüler  zu  derjenigen
Entwickelung  bringen  soll,  welche  die  nothwendige  Voraussetzung  ist
zu  einem  mehr  als  mechanischen,  freien  und  selbstständigen  Betriebe
eines  Gewerbes.  Die  Gewerbeschule  besteht  aus  einer  Vorschule  und
der  eigentlichen  Gewerbeschule.  Die  eigentliche  Gewerbeschule  umfaßt
8  Klassen;  die  Klassen  von  Ober-Tertia  an  abwärts  haben  einen  halbjährigen, ­
  die  beiden  oberen  Klassen  einen  zweijährigen  Kursus.  Für
die  Vorschule  wird  ein  dreijähriger  Kursus  angenommen.  Das  Schulgeld ­
  beträgt  in  allen  Klassen  25  Thlr.  jährlich  mit  1  Thlr.  Turngeld;
außerdem  hat  jeder  in  die  Gewerbeschule  neu  eintretende  Schüler  ein
Einschreibegeld  von  3  Thlr.  zu  zahlen.  Ans  verschiedenen  Schenkungen
und  ans  Ueberschüssen  bei  den  Jnscriptionsgeldern  ist  bei  der  Anstalt
ein  Fonds  entstanden,  welcher,  obgleich  ans  seinen  Erträgen  mancherlei
Unterstützungen  an  würdige  und  bedürftige  Schüler,  theilweise  über  die
Schulzeit  hinaus,  gewährt  worden  sind,  neben  einem  Grundbesitz  von
101  Morg.  Wiesen  auf  ein  Kapitalvermögen  von  9000  Thlr.  angewachsen
ist.  —  Die  Gemeindebehörden  haben  unterm  8.  März  1864  aus  diesem
Fonds  2  Stipendien  von  je  200  Thlr.  jährlich  gegründet.  Dieselben
sind  für  junge  Männer  bestimmt,  welche  bei  der  Gewerbeschule  die
Abiturienten-Prüfung  gut  bestanden  haben,  und  auf  einer  höheren  technischen ­
  Lehranstalt  sich  weiteren  wissenschaftlich-technischen  Studien  widmen; ­
  sie  werden  in  der  Regel  ans  3  Jahre,  resp.  auf  die  normale
Studienzeit  gewährt;  cs  steht  der  Patronatsbehörde  auch  zu,  in  geeigneten ­
  Fällen  ein  Stipendium  in  2  gleiche  Theile  zu  theilen.  —  Stipendiaten, ­
  welche  sich  während  ihrer  Studienzeit  besonders  ausgezeichnet
haben,  kann  nach  Ablauf  derselben  zu  ihrer  weiteren  Ausbildung  ein
Reise-Stipendium  in  einer  nach  den  besonderen  Umständen  zu  bemesscnden
  Höbe  gewährt  worden.  Legat  des  im  Jahre  1848  verstorbenen
Bildhauer  Eben  von  8250  Thlr.  Eine  zweite  (die  Lonisenstädtische)
Gewerbe-Schule  besteht  seit  Ostern  1865.
Berlinisches  Gymnasium  zum  granen  Kloster.
Die  älteste  städtische  Anstalt  dieser  Art  in  Berlin,  hatte  sie  schon  im
Jahre  1846  ein  Vermögen  von  250,000  Thlr.,  bedurfte  aber  noch  im
Jahre  1861  eines  Kommunal-Zuschusscs  von  4600  Thlr.  Sie  hat  die
        <pb n="64" />
        57

herkömmlichen  Freistetten  (10  pCt.  der  Schülerzahl,  im  Uebrigen  wie
bei  der  Königsstädtischen  Real-Schule),  eine  Wohn-Kommunität,  (getrennt ­
  von  der  Streitschen  und  der  Schindlerschen  Kommunität),
in  welcher  eine  Anzahl  Schüler  freie  Wohnung,  Heizung  und  Beleuchtung ­
  erhalten,  und  Freitische,  deren  Verleihung  dem  Direktor  zusteht.
—  Lehrer-Wittwen-  und  Waisen-Unterstützungs-Kassc.
'S"  »ft  1&amp;lt;04  begründet,  erhielt  3000  Thlr.  von  Streit  und  500
»ş:»  Ä“'  I:
MN  SSKWäät.äi'»  S
300  Thlr.  Bcrhältnlßmäßig  gleiche  Unterstützungen  beziehen  die  zurückgebliebenen ­
  Kinder,  namentlich  werden  unverhcirathetc  elternlose  Töchter
mit  160  Thlr.  Unterstützung  und  die  Hinterbliebenen  einer  Wittwe  mit
50  Thlr.  Sterbegeld  bedacht.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  steht  dem
Lehrer-Personal,  die  Ober-Aufsicht  dem  Provinzial-Schul-Kollcgio  zu.
Vgl.  Schindlersche  Legatcn-Kaffe,  Schindlcrsches  Waisenhaus,
Strcitsche  Stiftung,  v.  Rcgemann,  Schaffer  rc.  rc.

Bern  hard  t  sche  Stiftung,
seit  1864  bei  der  Synagogen-Gemeinde  zu  Breslau  bestehend.  Der
zu  Dresden  verstorbene  Partikulier  Alexander  Bernhardt  hinterließ
der  Gemeinde  zur  Gründung  einer  „Bernhardtschcn  Stiftung"  behufs
Unterstützung  der  Wittwen  und  Waisen  von  verschämten  Armen,  so
wie  von  israelitischen  Gymnasiasten  und  Seminaristen  ein  Kapital  von
20,000  Thir.
Beruh  ei  msches  Legat,
von  5000  Thlr.,  1858  von  dem  jüdischen  Rentier  Heinrich  Bernheim
  der  israelitischen  Gemeinde  zu  Halle  a.  S.  vermacht  mit  der
Auflage,  die  Zinsen  im  Verlauf  der  nächsten  25  Jahre  zur  Erhaltung
und  Verschönerung  des  Begräbniß-Platzes  der  jüdischen  Gemeinde  zu
verwenden.
Bernödorfscheö  Legat.
Der  in  Pracheuan  verstorbene  Häusler  Bernödorf  legirte  (1859)
ber  evangelischen  Schule  zu  Melaune  (Görlitz)  50  Thlr.,  deren  jährliche ­
  Zinsen  zur  Unterstützung  armer  Schulkinder  aus  Prachcnau  zu
verwenden  sind.
Christian  Bertram,
Bierbrauer  zu  Burtscheid  (f  1851)  vermachte  a)  den  katholischen  Arwen
  der  Pfarre  znm  h.  Michael;  b)  den  katholischen  Armen  der  Abtei-Pfarre
  eine  jährliche  Rente  von  je  200  Thlr.,  die  sich  später  noch
uw  je  100  Thlr.  vermehren  sollte.  Die  Bertheilung  der  für  die  Arwen
  bestimmten  Renten  haben  die  betreffenden  Pfarrer  zu  bewlrkcu.
Beschästignngö  Anstalt  für  Arme  zu  Potsdam.
Auf  Anregung  des  Ober-Pfarrers  Rauh  im  Jahre  1861  %»"»»»#  f»"
weibliche  Arme  begründet,  um  ihneu  angemestenc  Arbeit  und  die  Ve-
        <pb n="65" />
        58

wißheit  lohnenden  Erwerbes  zu  geben  und  sie  vom  Betteln  abzuhalten.
Sie  fertigen  Leib-  und  Bettwäsche  rc.  an  und  wohlthätige  Einwohner
zeichnen  monatliche  Beiträge,  wofür  sie  gegen  einen  billigeren,  als  den
gewöhnlichen  Ladenpreis  in  offenen  Geschäften  die  ihnen,  sei  es  zum
Gebrauch  fürs  eigene  Gesinde,  sei  es  zn  Geschenken  oder  zu  billigerer
Erwerbung  für  würdige  arme  Familien  gefälligen  Artikel  zum  Betrage
der  eingezahlten  Summe  entnehmen  können.  Für  fleißige  Arbeiterinnen,
die  bei  großer  Familie  durch  ihrer  Hände  Arbeit  das  Erforderliche
nicht  beschaffen  können,  sotten  Prämien  gewährt  werden.  Seit  1802
ist  die  Beschäftigung  auch  auf  Männer  ausgedehnt,  welche  mit  Stroüflechten
  beschäftigt  werden.
Siegfried  Beschütz,
Kaufmann,  und  dessen  Ehefrau  Philippine  geb.  Brandenburg  begründeten ­
  bei  der  Alterversorgungs-Anstalt  der  jüdischen  Gemeinde  zu
Berlin  (s.  d.)  eine  Special-Stiftnng  für  zwei  Hospitaliten.  Nach  der
Urkunde  vom  6.  Februar  1855  soll  das  Stiftungs-Kapital  so  viel  betragen, ­
  daß  die  Zinsen  jährlich  216  Thlr.  ergeben.
B  es  tausche  Stiftung.
Dr.  Matthäus  Be  skan  zu  Torgau  legirte  200  mfl.  zu  einem  Stipendium ­
  bei  der  damalige»  Universität  Wittenberg  (jetzt  Halle-Wittcnberg)
  im  Betrage  von  jährlich  etwa  32  Thlr.  Das  Denominationsrecht
  steht  den  Verwandten  des  ehemaligen  Propstes  in  Kemberg,  M.
Matthäus  Blochin  g  er,  und  des  Rathsmitgliedcs  zu  Torgau,  Bartholomäus ­
  Fuhrmann,  zu,  so  daß  diese  Familien  wechselsweisc  alle  vier
Jahre  einen  Perzipienten  aus  ihrer  Mitte  zu  ernennen  haben,  welcher
jedoch,  wenn  er  nicht  mit  einem  Zeugnisse  der  Tüchtigkeit  schon  versehen ­
  ist,  sich  vor  Erlangung  des  Benefizi!  einer  Prüfung  zu  unterwerfen ­
  hat.  (Koch  II.  443.)
Besseruugs-  und  Bewahr-Anstalt  zu  St.  Paulin.
Von  dem  Bischof  Arnaldi  zu  Trier  im  Jahre  1857  aus  ihm  gemachten ­
  Schenkungen  für  die  Diöces  Trier  gegründet  und  von  barmherzigen ­
  Schwestern  des  Ordens  vom  guten  Hirten  geleitet.  Das  Institut ­
  hat  gleich  andern  in  der  Rhcinprovinz  und  Westphalen  bestehenden ­
  Besserungs-  und  Bewahr-Anstalten  für  weibliche  Personen  den
Zweck,  solchen  Individuen  eine  Zufluchtsstätte  zu  gewähren,  welche  entweder ­
  schon  sittlich  gesunken  sind  oder  in  Gefahr  schweben,  einem  leichtsinnigen ­
  Leben  anheimzufallen,  mit  durch  zweckmäßige  Beschäftigung  und
religiöse  Uebungen  auf  deren  Besserung  einzuwirken  und  dieselben  zu
nützlichen  Mitgliedern  der  Gesellschaft  zu  machen.  Auch  verwahrloste
Kinder  finden  Aufnahme  zum  Zweck  der  Erziehung  und  werden  dieselben ­
  von  jenen  Personen  völlig  getrennt.  Nur  solche  werden  aufgenommen,-welche ­
  entweder  von  freien  Stücken  darum  bitten,  oder  von
deren  Eltern  respektive  Stellvertretern  oder  von  der  gesetzlichen  Obrigkeit ­
  der  Anstalt  übergeben  werden.  Wünscht  eine  solche  Person  nach
ihrer  Aufnahme  wieder  auszutreten  und  bleibt  ungeachtet  aller  liebe-
        <pb n="66" />
        59

vollen  Ermahnungen  auf  dem  Entschlüsse  bestehen,  so  soll  sie  entlaffen
oder  ihren  Verwandten,  welche  sic  gebracht,  zurückgegeben  werden.  Nur
die  von  der  gesetzlichen  Obrigkeit  überwiesenen  müssen  die  bestimmte
Strafe  m  der  für  sie  anberanmten  Abtheilung  aushalten.  Solche  dagegen, ­
  welche  während  ihres  Aufenthaltes  in  der  Anstalt  das  geregelte
^cben  llebgewonncn  haben  und  derselben  darum  für  immer  anzugehören
wünschen  können  wegen  des  guten  Beispiels  für  die  übrigen'  Häuslinge,
  besonders  wenn  sie  arm  sind,  in  derselben  verbleiben  ,  wenn  sie
sich  der  Anstalt  nützlich  machen,  mögen  sic  freiwillig  oder  gezwungen
eingetreten  sein.  Für  die  Beaufsichtigung  und  Verpflegung  der  Häuslinge
  wird  eine  mäßige  Vergütung  gezahlt  und  können'nur  ganz  mittellose ­
  unentgeltlich  Aufnahme  finden.  Diese  geringen  Pensionen  sollen
durch  die  Erträge  der  von  denselben  anzufertigenden  Handarbeiten  erhöht ­
  werden;  denn  zum  Zwecke  der  Besierung,  den  die  Anstalt  anstrebt, ­
  sott  überall  eine  rege,  den  Kräften  der  einzelnen  Individuen
entsprechende  Thätigkeit,  welche  für  Leib  und  Seele  sehr  heilsam  ist,
herrschen  und  soll  jedes  Mitglied  zur  Förderung  des  Ganzen  beitragen,
da  es  Keincnl  zusteht,  auf  Kosten  des  Ganzen  sich  erhalten  zu  lassen.
Wer  nicht  arbeitet,  soll  auch  nicht  effen.  Das  Institut  steht  unter
Ober-Aufsicht  des  Bischofs  und  des  Staats.
Bethanien,  Diakonissen-Haus  zu  Berlin.
Eine  Stiftung  Friedrich  Wilhelms  IV.  und  am  10.  Oktober  1847
eröffnet.  Protektorin  ist  die  Königin  Elisabeth,  Oberin  Gräfin  Anna
zu  Stolberg-Wernigerode,  Geistlicher,  Pastor  Schultz.  Mutterhaus
für  Diakonissen  im  Sinne  der  apostolischen  Kirche  für  Krankenpstege
und  andere  Dienste  christlicher  Barmherzigkeit,  enthält  eö  eine  auf
250  Kranke  berechnete  Heil-Anstalt.  —  Dienstherrschaften,  welche  einen
"wnatlichen  Beitrag  von  5  Sgr.  zahlen,  erhalten  für  einen  Dienstboten ­
  im  Erkrankungs-Falle  freie  Kur,  Verpflegung  und  Wartung  in
ber  Anstalt.  Die  letztere  hat  im  Laufe  der  Zeit  einige  Vermächtnisic
erhalten:  z.  B.  1856  das  des  Kaufmanns  Ludwig  Philipsborn  von
O),000  Thlr.,  das  der  Frau  Hof-Wnndarzt  Rudolph  geb.  Wagner
von  1000  Thlr.  Hof-Buchbinder  Schöning  stiftete  (1862)  mit
-500  Thlr.  ein  Freibett  für  die  Buchbindcr-Gescllenschaft.  Siehe  auch
Johanniter-Orden.
Bethanien,  ev.  Diakonissen  Anstalt  zu  Breslau.
Eine  selbstständige  Stiftung  mit  Korporations-Rechten.  Sie  besteht  seit
1850  und  hat  mehrere  auswärtige  Filial-Anstaltcn.  Eine  Anzahl
-letten  der  Männer-Station  werden  durch  Zuschüsse  der  Schlesischen
Genossenschaft  des  Johanniter-Ordens  unterhalten.  Gräfin  Agnes
v-  Pückler  stiftete  1861  ein  Krankenbett  auf  der  Männer-Station
..^d)  Zuwendung  eines  Kapitals  von  2000  Thlr.  Die  Anstalt  nimmt
Ehrlich  (;  —  700  Kranke  auf  und  hatte  im  Jahre  1861  an  laufenden
'oeiträgcn,  Sammlungen,  Geschenken  rc.  9800  Thlr.  Einnahme./i-'mn
)pt[Ugc  Zuwendungen  erhielt  sie  von  Lieutenant  Reinhard  (W,000
Thlr.),  Kaufmann  Kneifchowski  (10,000  Thlr.),  Frau  v.  sterri-
        <pb n="67" />
        60

WWķķTWLK
Bethanien.  Johanniter-Krankenhaus  zu  Erdmannsdorf
WMMKL-à
.-j  durch  Zahlung  eines  Kapitals  von  6500  Thlr.  und  14  durch
»fÄ£Ä
^enoffeiifdŞcift  des  Johanniter-Ordens,  freiwillige  Gaben  und  Kranken-Verpflegungsgelder.
  Jährliche  Einnahme  und  Ausgabe  etwa  3000  Tblr
Im  Jahr  1864  wurden  287  Kranke  verpflegt.
Bethanien,  Krankenhaus  zu  Mörs.
WMMW
Ķ'  Äsr-f  ÄSÄ  8  airé:
Pflcgm,gs-S°tz  für  Privat-Kranke  10  ® 9 r„  für  Kranle,  wrlchc  v°»
dcn  Gnncmd-n  verpflkgt  wcrd-u  müffcn  0  ® 9 r.  Dcr  Dims,  wird
von  zwei  Drakonissen  aus  Kaiserswerth  geleitet.
Bethanien,  Krankenhaus  zu  Polzin.
Ftlial  des  Krankenhauses  Bethanien  zu  Berlin,  eröffnet  1855.  Berwaltet
  durch  ein  Kuratorium.  Die  Anstalt  hat  mehrere  Freibetten.
Bethanien.  Johanniter  Krankenhans  zu  Reick,enbach  (Schlesien)
pf:  fts.»  »?  ÄÄrss
BetheSda.  ev.  Krankenhaus  zn  Gladbach,
im  Jahre  1856  durch  Schenkung  ansehnlicher  Summen  Seitens  des
mzw.schen  verstorbenen)  Kommerzrenraths  Quirin  Kroon  gegründet,
IM  eröffnet  und  von  Drakomssen  geleitet.  Die  Realitäten  der  Anstalt ­
  haben  ernen  Werth  von  10,000  Thlr.,  der  rentbar  angelegte  Stiftungs-Fonds ­
  beträgt  2900  Thlr.  Verbunden  mit  dem  Institut  ist  ein
Waisenhaus.
        <pb n="68" />
        61

Ņethà,  Klnder-Rettungshans  zu  Allenburg
.  m ,  Ņ°ļh-Sd°,  M-dchm-W-iftnÄ«,,  zu
ş^«pn--Ş  m  Oft-«etŞeêba,

  ,u
mmm
Die  ut  m,  ..  ,  ^"hgesche  Stiftungen,
räthin  B  M  s,  i'"  ?  2.  April  1861  verstorbene  verw.  Geheime  Hof
deren  bereit*  /  ^!? anne  ^nederike  Philippine  geb.  Mathias  unt
ļo"e  Mathilde  m"  ?}'  ^ezbr.  1854  verstorbene  Tochter,  Frl.  Charteten
  ŒrhlZ  ^^l  l)g  e,  bestimmten  durch  einen,  im  Jahre  1851  crrich-Nachlasse*
  "  ì'og  größten  Theil  ihres  338,000  Thlr.  betragenden
Arnien-Dt^ŗ  "indung  oder  Erweiterung  frommer  Stiftungen.  Der
Überwi-s.  ìcNtm  witrde  die  Bcrwaltnng  mehrerer  dieser  Stiftungen
Halit.-  s11  ?Friedrich-Wilhelmö-Hospital  (zu  j  der  einen
bou  ir  C Z  ^achlaß-Bernkögens  eingesetzt)  erhielt  behufs  der  Gründung
&amp;gt;  stellen  in  dieser  Anstalt  zur  Ausnahme  von  armen,  nnheil-
        <pb n="69" />
        baren  Personen  weiblichen  Geschlechts  27,000  Thlr.  Der  letztwilligen
Bestimmung  gemäß  hat  die  Bildung  einer  besonderen  Abtheilung  für
diese  16  Stellen  im  Hospitale  mit  der  Inschrift:  „Mathilden-Stistung"
  stattgefunden,  welche  Benennung  und  Bezeichnung  dieser  Stiftung ­
  für  ewige  Zeiten  verbleiben  soll.  2)  Abgesondert  von  den  übrigen ­
  Arme«fonds  wird  bei  der  städtischen  Haupt-Stiftungs-Kasse  unter
der  Benennung  „Bet  hg  esche  Stiftung"  mit  einem  Kapital-Vermögen
von  24,100  Thlr.  (j  der  einen  Hälfte  des  Nachlasses)  eine  Stiftung
verwaltet,  deren  Revenüen  zur  Unterstützung  bedürftiger,  kränklicher  und
nnverheiratheter  Beamten-Töchter,  welche  einen  moralisch  guten  Wandel
geführt  haben,  auch  der  hiesigen  Stadtgemeinde  angehören,  zu  verwenden ­
  sind.  Jede  Unterstützungs-Rate  ist  auf  100  Thlr.  jährlich,  monatsweise ­
  zahlbar,  festgesetzt  worden.  Ferner  ist  3)  der  Haupt-Stiftungs-Kasse
  ein  Fonds  mit  einem  Kapital-Vermögen  von  18,700  Thlr.
(f  der  einen  Hälfte  des  Nachlasses)  überwiesen,  dessen  Zinsen  zur  Unterstützung ­
  wirklich  verschämter  Armen  verwendet  werden  sollen.  End
lich  wird  4)  zur  Sicherstellung  der  lebenslänglichen  Renten  für  bestimmte ­
  Personen  ein  Kapital  von  8800  Thlr.  gleichfalls  bei  der  Haupt-Stiftungs-Kasse
  in  einer)!  besonderen  Fonds  geführt,  um  aus  den  Zinsen ­
  zu  4  pEt.  die  jetzt  (1862)  noch  zu  zahlenden  Renten  mit  jährlich
352  Thlr.  zu  entnehmen.  Die  durch  Auöstcrben  von  Renten-Empsängern
  disponible  gewordenen  6250  Thlr.  an  Kapital  sind,  der  letztwilligen
  Anordnung  gemäß,  jeder  der  Stiftungen  zu  1.  und  2.  zugeschlagen ­
  worden,  was  mit  den  noch  vorhandenen  8800  Thlr.,  wie
solche  nach  und  nach  disponible  werden,  ebenfalls  geschehen  wird.  Die
Universität  Berlin  erhielt  5)  10,260  Thlr.  überwiesen,  aus  deren  Zinsen ­
  9  Studirende  freien  Tisch  mit  Ausnahme  der  Ferienzeit  erhalten
sollen;  8)  das  Nikolaus-Bürgcr-Hospital  8000  Thlr.  zur  Begründung
neuer  Stellen;  7)  die  Wilhelminen-Amalien-Stiftung  6500  Thlr.;
8)  der  Verein  zur  Erziehung  sittlich  verwahrloscter  Kinder  14,000
Thlr.  u.  s.  w.  In  der  Stadt  Eharlottcnbnrg,  wo  die  Erblasserin  den
Sommer  zuzubringen  pflegte,  vermachte  sie  a)  dem  Waisenhause  3830
Thlr.  ;  b)  dem  Krankenhause  und  dem  damit  verbundenen  Hospitale
3830  Thlr.  ;  c)  der  Stadtschule  3830  Thlr.  ;  d)  der  Erwerbschule
3830  2#.
Beth  ha  Midrasch.
In  Berlin  bestehen  ttlilde  Stiftungen  a)  des  Beth  ha  Midrasch-Vereins. ­
  Sie  ist  eine  für  die  Erforschung  und  das  Studium  der  Quellen
der  jüdischen  Religion  bestimmte  gemeinnützige  Anstalt  (Lehrhaus,
Seminar,  Gymnasium),  welche  unbemittelte  jüdische  Gelehrte  unterstützt ­
  und  in  den  Stand  setzt,  die  rabbinischen  Werke  selbst  zu  studiren.
Sie  besteht  ohne  ausdrückliche  Sanktion  des  Staats  seit  länger  als
hundert  Jahren,  ist  eine  Gemeinde-Anstalt  und  unterliegt  der  Aufsicht
der  Aeltesten  der  Judcnschaft  und  der  städtischen  Schul-Deputation.
Die  Statuten  des  Beth  ha  Midrasch-Vereins  sind  von  1768.  Das
Vermögen  der  Anstalt  belief  sich  im  Jahre  1846  auf  7000  Thlr.  und
ist  seitdem  durch  Vermächtnisse  von  Goldschmidt  und  Ruben  Marcus
        <pb n="70" />
        63

HH
welche  sich  dieserhalb  an  chn  wendeten,  über  die  Bedeutung  der  Rilualgesetze
  Belehrung  und  Rath  ertheilte.  Der  Sohn  des  Stifters,  Hof-Juwelier
  Ephraim  Beitel  (s.  Beitel)  vergrößerte  in  seinem  Testaineute
  vorn  6.  Februar  1799  die  Mittel  des  Instituts  und  dehnte  die
Wirksamkeit  desselben  dahin  aus,  daß  die  Talmudschüler  auch  in  andern
nützlichen  Wisienschafteu,  die  auf  ihr  Haupt-Studium  Einfluß  haben,
unterrichtet  werden  sollten.  Die  Erfüllung  dieser  Zwecke  wurde  fociter,
  —  indem  die  sämmtlichen  Fiduciarien,  in  deren  Hände  das  In-Mut
  gegeben  war,  zur  christlichen  Religion  übergingen  —  zweifelhaft
uitb  die  veränderten  Umstände  ließen  cs  nöthig  erscheinen,  der  Stiftung
cinc  andere  Tendenz  zu  geben.  Die  im  Hause  des  Stifters  (Spandauerstr.
  30.)  befindlich  gewesene  jüdische  Lehranstalt  ging  ein.  In
dem  seit  1855  anderwärts  untergebrachten  Institute  werden  die  tal-Niudischen
  Schriften  im  modernen  wissenschaftlichen  Sinne,  das  Aramäische ­
  und  besonders  das  Arabische,  sowie  die  Literaturgeschichte  behandelt. ­
  Die  Borlcsungcn  sind  gratis  und  cS  können  sich  an  denselben
Inden  wie  Christen  betheilige,r.  Das  Lehrer-Personal  besteht  aus  den
OD.  Haarbrttckcr,  Lcbrecht,  Steinschneider  und  Zunz.  Zugleich ­
  wird  in  der  Anstalt  den  Kindern  unbemitteltcr  jüdischer  Eltern
unentgeltlicher  Unterricht  in  der  Religion  ertheilt,  auch  bestehen  Fonds,
nm  mehreren  jüdischen  Seminaristen  Stipendien  zu  verleihen.  Die
-Verleihung  steht  den  Fiduciarien,  die  Aussicht  dem  Provinzial-Schulrtollegium
  zu;  e)  von  Zacharias  Beitel  Ephraim  (+  1779)  welcher  ein
apltal  von  30,000  Thlr.  und  mehrere  Bergwerks  -  Antheile  mit  der
Bestimmung  hinterließ,  daß  von  den  Einkünften  jährlich  415  Thlr.  für
den  Lehrer  jener  Anstalt,  158  Thlr.  zu  Stipendien  für  die  Schüler
verwendet  werden  sollen.  Bon  beni  Reste  sind  50  Thlr.  für  zehn  arme
^  ìnule,  welche  am  Sterbetage  des  Stifters  Gebete  zu  verrichten  haben,
as  Uebrige  zur  Unterstützung  armer  Personen  aus  der  Familie  des
Stifters  und  seiner  Gattin  bestimmt.

s.  L

Leib  ha  Midrasch  zu  Breslau,

elpziger.
        <pb n="71" />
        64

Bethlehem,
s.  Rettungshaus  zu  Nowawes,  Haus  Bethlehem  rc.
Be  us  dahlscher  Konvent  zn  Aachen,
eine  Stiftung,  nach  welcher  8  alten  dürftigen  und  arbeitsunfähigen  Dienstboten ­
  weiblichen  Geschlechts  freie  Wohnung  gewährt  wird.  Die  Ber
Wallung  ist  der  Armen-Kommission  anvertraut.
v.  Beustsche  Stiftung.
Fräulein  Theodore  v.  Beust  übergab  dem  Magistrat  in  Potsdam
mittelst  Schreibens  born  24.  September  1864  20,000  Thlr.  in  Köln-Mindener-Eisenbahn-Prioritäts-Aktien
  mit  der  Bestimmung,  daß  dieselben ­
  von  der  Stadtgemeinde  Potsdam  zur  Gründung  einer  Stiftung
für  mittellose  bürgerliche  Jungfrauen  über  40  Jahr  benutzt  würden,
denen,  nachdem  sie  mindestens  5  Jahr  dort  wohnhaft,  daraus  laufende
Unterstützungen  bis  zur  Höhe  von  60  Thlr.  jährlich  zufließen  sollen.
Die  Verwaltung  leitet  der  Magistrat,  dessen  Dirigent  an  der  Spitze
des  Kuratorii  steht.
Beuthsche  Stiftungen.
Fräulein  Elisabeth  Beuth  (ş  24.  Juni  1858)  errichtete  unter  dem
5.  Mai  1854  ein  Testament,  in  welchem  sie  unter  dem  Namen  der
„Beuthscheu  Stipendien"  zwei  Stipendien  stiftete  und  die  Verwaltung ­
  dem  Senate'der  Universität  Berlin  übertrug.  Jedes  derselben
soll  jährlich  400  Thlr.  betragen  und  etwanige  Ersparnisse  sollen  zur
Gründung  weiterer  Stipendien  verwendet  werden.  Bereits  im  Jahre
1864  ist  ein  drittes  Stipendium  begründet  worden.  Die  Verleihung
erfolgt  auf  5  Jahre.  Die  Bewerber,  würdige  Studirende,  müssen  einer
der  vier  Fakultäten  oder  der  Bau-Akademie  angehören.  Bei  der  Verleihung ­
  ist  durch  das  Testament  den  Nachkommen  mehrerer  in  demselben ­
  bezeichneten  Familien  unbedingtes  Vorzugsrecht  gegeben,  und  in
zweiter  Linie  soll  den  Eingeborenen  der  Vaterstadt  der  Erblasserin,
Kleve,  ein  Vorzugsrecht  zustehen.  Der  Inhaber  des  Stipendii  ist
verpflichtet,  mindestens  ein  Jahr  auf  der  Universität  Berlin  zn  studiren,
die  übrige  Zeit  kann  er  sich  dem  Studium  auf  einer  anderen  deutschen
Universität  widmen,  und  das  Stipendium  auch  nach  beendigten  Studien
in  der  Zeit  fortbeziehen,  die  er  zu  seiner  weiteren  Ausbildung  verwendet, ­
  bevor  er  in  eine  selbstständige,  mit  einem  Einkommen  verbundene
Berufsthätigkeit  eintritt.  Das  Stiftungs-Kapital  beträgt  29,265  Thlr.
—  Die  Stifterin  vermachte  ferner  der  Armen-Verwaltung  ihrer  Vaterstadt ­
  Kleve  ein  Kapital  von  4000  Thlr.  unter  der  Bedingung,  daß  die
Zinsen  davon  in  monatlichen  Raten  zur  dauernden  und  lebenslänglichen ­
  Unterstützung  von  sechs  armen  Wittwen  oder  nnverheiratheten
Frauen  verwendet  würden.
Abt  v.  Bcyersche  Stiftung  zu  Hamborn  (Duisburg).
Sie  besteht  aus  Legaten,  welche  der  katholischen  Kirche  und  den  Armen
zu  Hamborn  von  dem  in  Köln  f  Dom-Propste  Adalbert  v.  Beyer
im  Jahre  1842  zugewendet  worden  sind.  Kapital  etwa  1600  Thlr.
        <pb n="72" />
        65

Beyer,

'  Beyersche  Armen-Stiftung.
¡¡■■11
Beyersche  Stiftung  zu  Soest.
mm»
Beyersche«  BermLchtniß  zu  Löwenberg.
KMWGZW
iunärhl  n"  ^"ä)machcr-^ehrlittgen  bei  ihrer  Freisprechung  verwendet,
f?^StÄ?SS
qcfn,„  UU ?  10 ^ t9 L  Verwendung  des  Geldes  ist  an  den  Magistrat
di.-  õer  Zur  Annahme  desselben  unter  dem  22.  November  1852
landesherrliche  Genehmigung  erhalten  hat.
.  ..  Bibel-Gesellschaft  zu  Buchwald  (Hirschberg),
^  bcm  1815.  Gic  ^#0
^»n^'î6ļ"der^zum  Theil  aus  den  höheren  Ständen,  und  besitzt  einen
»onds  von  1500  Thlr.
cvt  •  .  Bibelgesellschaft  zu  Magdeburg.
^yre  Einnahme  auS  Kollekten  rc.  beträgt  etwa  2700  Thlr.  jährlich,
oarunter  die  Zinsen  aus  der  v.  K  le  veno  loschen  Stiftung.
Preuß.  Landbuch.  n
        <pb n="73" />
        66

Bielefeldsche  Stiftung  zu  Hamm,
von  dem  pensionirten  Landrath  Bielefeld  (f  1.  März  1848  in  Koblenz) ­
  begründet.  Er  bestimmte  letztwillig,  daß  sein  ganzes  Vermögen
(etwa  12,000  Thlr.)  nach  dem  Tode  seiner  Ehegattin,  der  Nutznießerin,
dem  Magistrat  zu  Hamm  behufs  Errichtung  einer  Stiftung  zur  Unterstützung ­
  unverschuldet  in  Noth  oder  Dürftigkeit  gerathener  der  Stadt
bereits  längere  Zeit  angehörigen  Handwerker  zur  Verwaltung  übergeben
werden  solle.
Wilh.  Ludw.  Sigism.  Biclitz,
Domkapitels-Verwalter  und  Rendant,  Kirchenrath  zu  Berlin  (gest.
14.  Mai  1831)  legirte  der  Domkirche  daselbst  50,000  Thlr.  Die
Zinsen  werden  in  Pensionen  zu  50  Thlr.  an  12  Jungfrauen  und  eben
so  viele  Bürger  vertheilt.
Bier,
Rentier  zu  Berlin,  schenkte  im  1.1854  der  dortigen  ArbeitsHans-Schule
100  Thlr.,  welche  nach  seiner  Bestimmung  zinsbar  untergebracht  sind.
Die  Zinsen  dienen  zum  Ankauf  von  Bibeln  und  Gesangbüchern  für
Kinder,  welche  in  der  Anstalt  eingesegnet  werden,  fleißig  gewesen  sind
und  sich  gut  geführt  haben.
Bierwolffsches  Stipendium,
von  dem  Rcchtsverwandten  Martin  Bierwolff  für  studirende  Descendenten ­
  seiner  Brüder  und  Schwestern  gestiftet  und  in  deren  Ermangelung ­
  auch  an  fremde  Studirckldc  zu  vergeben.  Die  Verwaltung
steht  dem  Magistrat  in  Königsberg  zu.
Bießsches  Vermächtniß.
Frau  Rittergutsbesitzer  Bicß  resp.  deren  Kinder  zu  Ossig  (Lüben)
legirten  der  dortigen  evang.  Schule  50  resp.  25  Thlr.  Die  Zinsen  ,
sollen  zu  Prämien  bei  der  Schulprüfung,  bestehend  in  2  Bibeln  für
das  fleißigste  und  sittsamste  Mädchen  und  den  fleißigsten  und  gesittetsten
Knaben  bei  ihrem  Abgänge  von  der  Schule,  der  etwaige  Ueberschuß
aber  zu  Schreibmaterialien  für  arme  Kinder  verwendet  werden.
Bildungs-Anstalt  für  ev.  Gouvernanten  zu  Dreyßig.
Die  Hauptaufgabe  dieser  von  dem  Herrn  Fürsten  von  Schönburg-Waldeuburg
  im  Anschluß  an  das  Lehrerinnen-Seminar  zu  Droyßig  (s-  d.)
errichteten  Anstalt  ist,  für  den  höheren  Lehrerinnen-Beruf  geeignete
evang.  Jungfrauen  in  christlicher  Wahrheit  und  in  christlichem  Leben
zu  begründen  und  sie  theoretisch  und  praktisch  mit  einer  guten  einfachen
Unterrichts-  und  Erziehungökunst  bekamlt  zu  machen,  in  welcher  Beziehung ­
  sie  in  dem  mit  dem  Institut  in  enger  Verbindung  stehenden
Pensionat  für  Töchter  höherer  Stände  (s.  d.)  lehrend  und  erziehend  mit
beschäftigt  werden.  Ein  besonderes  Gewicht  wird  auf  die  Ausbildung
in  der  französischen  und  englischen  Sprache,  sowie  in  der  Musik  gelegt. ­
  Geborene  Engländerinnen  und  Französinnen  leiten  namentlich  die
Konversation  in  den  genannten  Sprachen.  Der  Unterricht  in  Geschichte,
        <pb n="74" />
        b.  Billerbecļsche  Stiftung,

Der  Stadt  Gorlttz  vermachte  btc  Erblasserin  2000  Thlr.  mit  de/  Bestlmmung,
  die  Zinsen  davon  alljährlich  an  ihrem  Sterbetage  an  bejahrte
vorzugsweise  kranke  Ortsarme  der  Stadt  zu  vertheilen.
Bindeinannsches  Legat,
alt-  Stiftung  uns  Ackerstückin  und  Kapital  destchcnd,  deren  Eritag
  an  Predigcr-Wlttwen  der  Stadt  Gard-l-gin  vertheilt  wird.
Birckenstock,
Wfmami  )u  köiu  (+  1835)  »erma#  unter  tuberem
500  Zbir.  ;ur  Wrüubung  einer  3nöu|
  ue^djuie  nu  Warsenhause,  300  Thlr.  dem  Waisenhause  und  200
lichu  ö^selben  zur  Ausstattung  eines  Waisenmädchens  bei  der  Verehe-Gottfr.

  Birck  eustock,
zu  Köln  (ş  3.  Jan.  1841)  vermachte  letztwillig  unter  Anderem:
A  V o X  ^ lr *  der  Armen  Verwaltung  behufs  Gründung  einer  Juw-
  s^'Şchule  im  dortigen  Waisenhause.  Die  Zinsen  sind  zur  theil-&amp;gt;en
  Bestreitung  der  Gehälter  der  Meister  zu  verwenden;  b)  300
^  'Ur  das  Bürger-Hospital.  Aus  den  Zinsen  sollen  Särge  für
t  un  Hospital  sterbenden  Armen  angeschafft  werden;  der  Rest  ist  zum
Urtheil  der  Krankenbetten  zu  verwenden;  c)  3000  Thlr.  zur  Grünung ­
  der  Taubstuulmen-Anstalt;  die  Zinsen  sind  nach  der  Bestimmung
oeö  Ober-Bürgermeisters  zn  verwenden;  d)  1000  Thlr.  baar  und  345
\  inAn  î/.^àthen  der  Pfarrkirche  St.  Maria  in  ì!yskirchen  zu  Köln;
'i  ^000  Thlr.  der  höheren  Bürgerschule  als  neue  Stiftung.  Die
Zinsen  sollen  zur  Anschaffung  der  nöthigen  Bücher  und  Schreibstoffe
für  einen  Knaben,  der  dort  in  Folge  einer  früheren  Stiftung  des  Erbauers ­
  freien  Unterricht  genießt,  und  der  Rest  zu  Gunsten  des  Naturallen-Kabinetö
  der  Anstalt  verwendet  werden.
Bi  r  kn  er  scher  Stipendien-Fonds.
^ie  Zinsen  von  5350  Thlr.  werden  an  zwei  unbemittelte  Studirende
        <pb n="75" />
        68

der  Theologie  zu  Erfurt  verliehen.  Die  Kollatur  steht  der  Verwaltung ­
  der  dortigen  ev.  milden  Stiftungen  zu.
BischoffscheS  Legat.
Die  Wittwe  des  Kaufmanns  Bischofs,  Johanne  Eleonore  geb.  Harrer ­
  (t  1837)  zu  kanban  setzte  letztwillig  4000  Thlr.  aus,  deren  Zinsen ­
  sie  theils  zur  Begründung  von  Freistellen  in  der  dortigen  ev.  Elementar-Schule, ­
  theils  zur  Unterstützung  für  vaterlose  arme  Bürger-Söhne,
  theils  endlich  zur  Verkeilung  an  hülfsbedürftige,  vorzüglich  an
verschämte  Haus-Arme  bestimmte.  Die  Verwaltung  dieser  Stiftung
steht  dem  Magistrat  zu.
v.  Biömarcksches  Hospital  Lt.  Gertraud  zu  Stendal.
Im  13.  Jahrhundert  begründet,  bezweckt  cs  Aufnahme  und  Unterstützung
unvcrheiratheter  bedürftiger  Personen  weiblichen  Geschlechts.  Es  enthält ­
  5  Stellen  mit  Wohnung,  Garten  und  55  Thlr.,  5  Stellen  ohne
Wohnung  und  Garten  mit  60  Thlr.  Vermögen  27,000  Thlr.
Friedr.  Wilh.  Bis  mark,
pensionirter  Land-  und  Stadtgerichts-Direktor  (t  1856)  setzte  für  die
Armen  zu  Nordhausen  ein  Kapital  von  2000  Thlr.  mit  der  Bestimmung ­
  aus,  daß  die  Zinsen  in  halbjährlichen  Raten  an  zehn  der  bedürftigsten ­
  und  würdigsten  Armen  vertheilt,  das  Kapital  selbst  aber,
unter  Verwaltung  des  Magistrats,  als  eiserner  Stamm  erhalten  werde.
Ludwig  Bittner,
Bäckermeister  zu  Glatz  (t  1843)  vermachte  a)  der  Stadt-Armenkaffe
2000  Thlr.,  wovon  die  Zinsen  an  zehn  arme  Wittwen  vertheilt  werden
sollen;  b)  der  katholischen  Elementar-Schule  1600  Thlr.,  deren  Zinsen
zur  Bekleidung  von  12  armen  Schülern  verwendet  werden  sollen;
c)  für  die  Zwecke  des  Waisenhauses  1000  Thlr.
David  Bläsing,
Profcffor  der  Mathematik  zu  Königsberg  widmete  am  3.  Mai  1716
zu  einem  Stipendium  1000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  von  den
Zinsen  einem  Studirenden  der  Mathematik  30  Thlr.  jährlich  auf  vier
Jahre,  6  Thlr.  60  Gr.  dem  Rektor  gereicht  und  der  Ueberschuß  zu
einem  neuen  Stipendium  gesammelt  werden  sollte.  Das  Kapital  belief
sich  1838  (Koch  II.  556.)  auf  1078}  Thlr.  ;  aus  den  gesammelten
Ueberschüffen  war  ein  Fonds  von  485  Thlr.  zu  einem  zweiten  Stipendium ­
  vorhanden.
Blancksche  Konfirmanden-Stiftung.
Freunde  und  Verehrer  des  im  Jahre  1853  im  besten  Mannesalter  verstorbenen ­
  Archidiakonus  Blanck  zu  Berlin  veranstalteten,  um  dessen
Andenken  zu  bewahren,  eine  Sammlung  und  begründeten  aus  dem  Ertrage ­
  derselben,  welcher  sich  auf  750  Thlr.  belief,  eine  „Stiftung  zum
Andenken  des  Archidiakonus  Blanck  für  arme  Konfirmanden  der  St.
Petri-Gemeinde".  Das  Stiftungs-Kapital  wird  von  der  St.  Petri-Kirchen-Kaffe
  verwaltet.  Die  aufkommenden  Zinsen  werden  halbjährlich
        <pb n="76" />
        gcqen  Ostern  und  Michaelis  an  arme  Konfirmanden  behufs  deren  Beklerdung
  vertherlt  und  zwar  durch  ben  jedesmaligen  Archidiakonus  resp.
zweiten  Diakonus  der  St.  Petri-Kirche.

Blancksche  Stiftung  zu  Kolberg.

stMZWZ
Gerichts  zu  M.-Friedland  aufbewahrt  und  die  Zinsen  davon  an  die
vorerwähnten  Armen  vertheilt,  auch  resp.  zu  andern,  das  allgemeine
Beste  befördernden  Zwecken  verwendet  werden.

Blanthus-Hospital.
Ein  seit  1580  zu  Trier  bestehendes  bischöfliches,  jetzt  mit  dem  dortigen
Rnaben-Seminar  (s.  d.)  verbundenes  Seminar  zum  heiligen  Banthus,
auch  Banthus-Spitälchen  oder  Chorales-Spitälchen  genannt.  Sechs
Benesiciaten  haben  Wohnung,  Kost,  Unterricht  rc.,  außerdem  aber  Stunden
m  Gesang  und  Musik,  wogegen  sie  verpflichtet  sind,  an  Sonn-  und
Festtagen  sich  am  Chorgesange  bei  der  Kathedral-Kirche  zu  betheiligen.
Blcchsche  Stiftung  zu  Danzig.
Die  im  Jahre  1858  verstorbene  Prediger-Wittwe  Blech  geb.  Heuochs ­
  dors  widmete  ein  Kapital  von  4000  Thlr.  zur  Gründung  einer
Stiftung  für  hülfsbedürftige  evangelisch-lutherische  Frauen  und  Jungfrauen ­
  und  zur  Unterhaltung  eines  Erbbegräbniffes.  Die  Verwaltung
wird  unter  Ober-Aufsicht  der  städtischen  Armen-Direktion  von  zwei
Berwaltern,  deren  einer  der  jedesmalige  Pastor  der  St.  Katharinenurche
  sein  soll,  geführt;  von  den  Zinsen  des  Stiftungs-Vermögens
sollen  12  Wittwen  und  Jungfrauen,  letztere  über  45  Jahr  alt,  sämmtlich
  evang.-lutherischer  Konfession,  jede  eine  halbjährliche  Unterstützung
von  a  Thlr.,  die  beiden  Verwalter  aber  ein  jährliches  Honorar  von  je
15  Thlr.  empfangen.  Die  Stiftung  hat  unter  dem  6.  Juni  1859  die
landesherrliche  Genehmigung  erhalten.

Blechensche  Stiftung.
Die  Professor-Wittwe  Blechen  geb.  Boldt  überwies  im  Jahre  1852
durch  letztwillige  Verfügung  dem  Senate  der  Akademie  der  Künste  eine
Anzahl  von  Oel-Gemälden,  Oel-Skizzen,  Sepia-Zeichnungen  re.  aus
dem  Nachlaß  und  von  der  Hand  ihres  vorangegangenen  Ehegatten,  des
Landschafts-Malers  Profesior  Karl  Blechen,  mit  dem  Aufträge,  dieselben ­
  zu  verkaufen  und  aus  dem  Erlöse,  nach  dem  Wunsche  des  Verewigten, ­
  ein  Reise-Stipendium  zu  bilden  für  einen  unbemittelten  jungen
        <pb n="77" />
        70

Künstler  zu  einer  Studien-Reise  nach  Italien,  dessen  Wahl  dem  akademischen ­
  Senate  allein  zustehen  soll.
Bleifußsche  Stiftung  für  Geisteskranke.
Sic  besteht  zu  Erfurt  und  hat  einen  Fonds  von  1,300  Thlr.;  die
Zinsen  werden  für  arme  Geisteskranke  verwendet.
Stiftung  Bleiten  und  Zur  li  nd  en  in  Münster.
Sic  datirt  aus  dem  16.  Jahrhundert  und  bezweckt  die  Ausstattung  einer
Magd,  die  Ausstattung  eines  Gesellen  zum  Meister  und  die  Unterstützung ­
  eines  Studircnden.  Kapital  8,400  Thlr.
Blinden-Anstalt  zu  Barby.
Aus  milden  Beiträgen  entstanden  und  am  1.  Januar  1856  für  die
Provinz  Sachsen  eröffnet,  an  Stelle  des  früheren  seit  1833  bestandenen
Krause  schen  Privat-Justituts  zu  Halle.  Das  Institut  ist  ein  ständisches,
und  steht  mit  dem  Schullehrer-Seminar  in  Verbindung.  Sechs  Königliche
Freistellen,  vergeben  durch  das  Provinzial-Schnl-Kollegium  zu  Merseburg. ­
  Vgl.  Ehrlich,  Flamary  rc.
Blinden-Anstalt  zu  Berlin.
Sie  ward  1806  von  ihrem  früheren  Direktor,  Dr.  Zeune,  gestiftet  und
befindet  sich  zur  Zeit  Wilhelmsstr.  139.  In  diesem  jetzt  Königlichen
Institut  werden  zur  Zeit  zwölf  blinde  Kinder  auf  Kosten  des  Staats
und  '  zwölf  aus  der  Stiftung  des  verstorbenen  Rittmeisters  und  Dom-Dechanten
  Friedrich  Ernst  v.  Rothenburg,  welcher  im  Jahre  1838
sein  ganzes  Vermögen  im  Betrage  von  etwa  88,000  Thlr.  schenkte,
unterhalten  und  erzogen.  Diese  Kinder,  sowohl  Knaben  als  Mädchen,
erhalten  nicht  nur  einen  möglichst  umfassenden  Schulunterricht  in  den
Lehrgegenständen  einer  besseren  Stadtschule,  sondern  auch  in  der  Musik
und  in  verschiedenen  Handarbeiten;  dabei  haben  dieselben  Alles  frei,
mit  Ausnahme  der  Bekleidung  und  des  Bettes.  Außer  den  24  Frei-Zöglingen
  können  noch  12  blinde  Kinder  aus  der  Stadt  namentlich
durch  Vermittelung  der  Armen-Direktion  und  des  Provinzial-Schulkollegii
  an  dem  Unterrichte  Theil  nehmen,  wie  denn  auch  dem  Direktor
der  Anstalt  das  Recht  zusteht,  4  bis  6  Pensionaire  anzunehmen.  Das
geeignetste  Alter  zur  Aufnahme  ist  das  vom  12.  bis  zum  15.  Jahre
und  währt  die  Bildungszeit  3  bis  5  Jahre.  Die  Anstalt  steht  unter
der  Aussicht  des  Königl.  Schul-Kollegii  der  Provinz  Brandenburg,  an
welches  alle  auf  die  Aufnahme  bezüglichen  Anträge  zu  richten  sind.
Außer  der  Schenkung  des  Freih.  v.  Rothenburg  hat  die  Anstalt
noch  mancherlei  Vermächtnisse  rc.  erhalten:  aus  dem  Nachlaß  der  Frau
Jonas  geb.  v.  Halle  empfing  sie  4500  Thlr.,  aus  deren  Zinsen
arnie,  christliche  und  sittliche  Zöglinge  nach  ihrem  Austritt  unterstützt
werden  sollen;  eine  Einwohnerin  der  Stadt  Perleberg  schenkte  50  Thlr.
zu  gleichen!  Zweck.  Direktor  Dr.  Ullrich.
Blinden  Anstalt  zn  Breslau.
Im  Jahre  1819  durch  einen  Verein  begründet,  erfreut  sie  sich  seit  1851
der  Unterstützung  der  Stände,  welche  iin  Jahre  1862  die  Zahl  der  von
        <pb n="78" />
        tljncn  gestifteten  Freistellen  auf  20  vermehrten  und  jede  mit  127  Thaler
dotrrten.  áben  diesen  Freistellen  bestehen  6  Königliche,  1  v.  Reiners  -
s n 01 'llf'.J  L  induersche,  1  Zahnsche.  Die  Anstalt  hat  mehrere
àmachtnlffe  und  viele  andere  Zuwendungen  erhalten,  besaß  im  Jahre
¡¡■¡ÜB
Oberamtmann  Luc  as  geb.  Förster  zu  Breslau  setzte  (18641  das
Institut  zum  Erben  ihres  Nachlasses  (12920  Thlr.)  mit  der  Bestimmung
cm,  daß  die  Erbschaft  unter  dem  Namen  „Christian  und  Johanna
Forster"  verzeichnet,  das  Kapital  konservirt  und  der  Zins-Ertrag  für
solche  Unglückliche  verwendet  werden  soll,  deren  größere  Hülfsbedürftigkelt
  einen  verlängerten  Aufenthalt  in  der  Anstalt  oder  sonstige  Unterstützung ­
  erfordert.  Die  Anstalt  führt  jetzt  den  Namen  „Schlesische
ánden-Unterrichts-Anstalt"  und  wird  nach  der  landesherrlich  bestätigten ­
  Verfassung  vom  21.  Nov.  1853  verwaltet.

s.  Elisabeth-Stiftung.

Blinden-Anstalt  zu  Düren.

Blinden-Anstalt  zu  Königsberg.
sie  besteht  seit  1846  und  ist  durch  einen  Provinzial  -  Verein  unter
Belrath  des  in  Breslau  ausgebildeten  Blindenlehrers  Fricbe  begründet. ­
  König  Friedrich  Wilhelm  IV.  unterstützte  sie  (bis  1858)
durch  einen  Zuschuß  aus  dem  Preußischen  LandeS-Unterstützungs-Fonds,
dre  übrigen  Bedürfnisse  wurden  durch  milde  Gaben  und  Collekten  beşş!'
  .Şeit  1859  zahlen  die  Stände  aus  den  Zins-Ueberschüssen  der
provinzial-Hülfskasse  jährlich  2000  Thlr.  Vermächtnisse,  Geschenke
rc.  machten  die  Erweiterung  der  Anstalt  möglich,  welche  1858  die  be-1
  v  àņļîeu  Korporations-Rechte  erhielt.  Aufgenonunen  waren  im  Jahre
I8(&amp;gt;3  38  Zöglinge;  Einnahme  13,500  Thlr.  Es  giebt  mehrere  Frei-Blinden-Anstalt

  zu  Stettin.
s.  Pommerschc  Blinden-Anstalt  für  Knaben.  Viktoria-Stiftung  für  erblindete ­
  Mädchen.

Blinden-Anstalt  zu  Wittstock.
Lie  bildet  eine  Ltation  des  dortigen  Land-Armenhauses  und  nimmt
blinde  Knaben  nach  vollendetenl  8.  Lebens  -  Jahre  zur  Ausbildung  auf.
Die  Kosten  des  Aufenthalts  der  Zöglinge  in  der  Anstalt  trägt  der
Land-Armenfonds  der  Kurmark.
        <pb n="79" />
        72

Blinden-Anstalt  zu  Wollstein.
Ein  Privat-Institut,  diente  die  Anstalt  bis  1862  zur  Aufnahme  von
14  blinden  Kindern,  welchen  Schul-,  Musik-  und  Unterricht  in  Handarbeiten ­
  ertheilt  wurde.  Die  Mittel  zur  Unterhaltung  der  Anstalt  bestanden: ­
  1)  aus  Sammlungen  und  freiwilligen  Beiträgen,  2)  aus  dem
Ertrage  der  von  den  Blinden  gefertigten  und  verloosten  Arbeits-Gegenstände, ­
  3)  aus  den  Zinsen  von  den  bereits  angesammelten  und  untergebrachten ­
  Kapitalien,  4)  aus  einem  Zuschüsse  von  jährlich  400  Thlr.
mg  Geit  bcm  1.  3uK  1864  iß,  nad,  bcm  ^
'chasse  des  Provinzial-Landtagcs  von  1862,  die  Anstalt  in  eine  „Provtnztal-Blmden-Untcrrichts-
  und  Erziehungs-Anstalt"  zunächst  fürKnaben.
mit  15  Freistellen  umgewandelt.
Thekla  v.  Blociszewska,
fühere  Besitzerin  von  Przeclaw  (Kr.  Obornik),  vermachte  den  dortigen
Armen  ein  Legat,  dessen  Zinsen  mit  jährlich  18  Thlr.  vertheilt  werden.
Blocksche  Stiftung.
Kaufmann  Johann  Christoph  Block,  Mitglied  des  Kirchen-Kolleqiums
zu  St.  Ulrich  und  Levin  in  Magdeburg,  setzte  (1703)  ein  Kapital  zu
einer  Stiftung  ans:  die  Zinsen  von  100  Thlr.  sollen  der  Kirche,  die
^00  Thlrn.  dem  administrirenden  Vorsteher  derselben,  die  von
500  Thlr.  hülfsbedürftigen  Verwandten  des  Stifters,  oder  in  deren
Ermangelung  andern,  in  der  St.  Ulrichs-Pfarre  wohnenden  Hausarmen
zukommen.  Die  Verwaltung  und  Vertheilung  ist  dem  Kirchen-Kolleglnm
  zu  St.  Ulrich  und  Levin  übertragen.  Das  Stiftungskapital  ist
auf  1045  Thlr.  angewachsen;  von  den  Zinsen  werden  jährlich  33  Thlr.
ln  Beträgen  von  15  Sgr.  und  1  Thlr.  an  Hausarme  in  der  gedachten
Gemeinde  vertheilt.
v.  Blücherscher  Stipendienfonds.
Ventz  und  Anna  v.  Blücher,  Sohn  und  Tochter  des  Ulrich  v.  Blü  cher
ans  Daberkow,  schenkten  im  Jahre  1603  zu  gleichen  Theilen  1000  Gulden, ­
  deren  Zinsen  an  zwei  bedürftige  Studircnde  der  Universität  Greifswald, ­
  „welche  hernach  im  Predigtamte  oder  weltlichen  Regimenté  dienen
mögen",  vertheilt  werden  sollen.  Die  Familie  hat  das  Kollationsrecht, ­
  der  Fonds  bestand  in  Jahre  1838  (Koch  II.  355)  aus  590  Thlr.
Kapital.
Marie  Blumberger,
Wittwe  zu  Andernach  (f  1838)  vermachte  2000  Thlr.  mit  der  Bestimmung, ­
  daß  die  Zinsen  zur  Bezahlung  des  Schulgeldes  für  Kinder
armer  Aeltern  verwendet,  zuvor  aber  4  Thlr.  jährlich  zur  Abhaltung
einer  Lesemeffe  in  Abzug  gebracht  werden  sollen.  Die  Verwaltung  des
Vernlächtnisses  steht  dem  Hospital  in  Andernach  zu.
Blume  sche  Konfirmanden-Stiftung,
begründet  mit  dem  Ertrage  der  Antrittspredigt,  welche  Prediger  Blume
am  5.  Juli  1835  bei  der  Einweihung  der  Nazareth-Kirche  in  Berlin
hielt  und  drucken  ließ;  der  Fonds  belief  sich  damals  auf  125  Thlr.
        <pb n="80" />
        73

Dte  Statuten  der  Stiftung  sind  von  König  Friedrich  Wilhelm  III.
Öktbr.  1836  bestätigt.  Nach  denselben  sollen  Bibeln  und
?"  solche  Mitglieder  der  Nazareth-Gemeinde,  welche  ein

Blumenbachsches  Stipendium.
8AMLM
dann,  wenn  die  Zinsen  des  Kapitals  von  5000  Thlr.  auf  600  Tblr
nt  Gold  angewachsen  sind.
v.  Blumenth  assches  Vermächtniß,
aus  dem  vorigen  Jahrhundert,  von  500  Thlr.,  welche  zu  ewigen  Zeilen
au  dem  Gute  Falkenwalde  (Kreis  Saatzig)  à  5  pCt.  stehen  bleiben
^Utcn.  Von  den  Zinsen  sollten  4  Theile  an  die  vier  ältesten  ärmsten
?°ŗfleute,  der  fünfte  Theil  armen  Schulkindern  halbjährlich  von  dem
şiedlger  ausgezahlt  werden.
.  BlumenthalscheS  Stipendium,
MWWM

Blume-Schulze«  Waisenkinder-Süftung,

von  300  Tblr  íihvnÀ  U  imn W n  davon  dtc  Zttsien  bls  auf  Höh
schuß  aber  ber  hernach  verbleibende  Zins-Ueber

Haus  erworben  wà?  30  3sli,rc  5Ínôbav  bcícflt  unb  dann  ein
und  des  Dombcà  welchem  hülfsbedürftige  Waisen  der  Stadt
WSßSSSi
        <pb n="81" />
        Mendel  Boas,
Kaufmann  zu  Schwerin  a.  W.  (f  13.  Nov.  1856)  und  dcffcn  Ehefrau
Dore  geb.  Heymann  legirten  4000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  dast
die  Zinsen  davon  an  den  Sterbetagen  beider  unter  jüdische  und  christliche ­
  Ortsarme  und  resp.  Anverwandte  der  Testatoren  als  Unterstützung
vertheilt  werden  sollten.  Die  Verwaltung  des  Legats  und  die  Verthcilung
  der  Zinsen  ist  den  Verwandten  der  Stifter  und  in  subsidium  dein
Synagogen-Vorstande  in  Gemeinschaft  mit  den  Magistrat  übertragen.
Sophie  v.  Bocholtsche  Stiftung  zu  Rees.
Sic  unterstützt  Studirendc  geistlichen  Standes,  stattet  zwei  Mägde  bei
der  Verheirathung  aus  und  vertheilt  Brot  unter  50—60  Arme.  Vermögen ­
  in  Grundstücken  11,500  und  in  Fonds  350  Thlr.
I.  $&amp;gt;.  Bock,
Posament-Lieferant  zu  Berlin,  legirte  unter  dem  24.  Septbr.  1793
dem  Schindlerschen  Waisenhause  6000  Thlr.  unter  der  Bedingung,  daß
die  Zahl  der  Zöglinge  um  Einen  vermehrt  werde.
Bocksche  Spezialstiftung.
Der  Hof-Musikhändlcr  Bock  (f  1862)  zu  Berlin,  offerirle  im  Jahre
1854  den  Reinertrag,  welcher  sich  innerhalb  der  preußischen  Armee  aus
der  von  ihm  veranstalteten  Herausgabe  der  Preis-Märsche  ergeben  hatte,
und  noch  ergeben  werde,  zu  einer  Spezial-Stiftung  zur  Unterstützung
der  invaliden  Militair  -  Musiker  und  Spielleute,  und  zahlte  zunächst ­
  ein  voll  ihm  aus  eigenen  Mitteln  auf  die  Summe  von  200
Thlr.  erhöhtes  Kapital  ein.  Die  Verwaltung  dieser  Stiftung,  welche
als  „die  Hof-Musikhändler  Bocksche  Spezial-Stiftung  zur  Unterstützung ­
  invalider  Militair  -  Musiker  '  und  Spielleute,  wie  deren
Wittwen  und  Waisen"  bezeichnet  werden  soll,  erfolgt  beim  National-Dank.
  In  den  Jahren  1854  —1861  waren  eingenommen  durch  Conzerte
  '3,145  Thlr.,  für  Preismärsche  393  Thlr.,  für  Schenkungen
412  Thlr.,  im  Ganzen  3950  Thlr.,  ausgegeben  an  fortlaufenden  Unterstützungen ­
  548  Thlr.,  einmaligen  Unterstützungen  353  Thlr.,  extraordinair
  61  Thlr.,  an  Honorar  für  Preis-Märsche  425  Thlr.,  im
Ganzen  1387  Thlr.  Kapitalbestand  am  1.  Januar  1861  in  Staatspapieren ­
  und  Dokumenten  3950  Thlr.,  überhaupt  3969  Thlr.
B  od  esche  Stiftungen  zu  Wernigerode,
vom  Hofrath  Bod  e  (t  1823)  mit  12000  Thlr.  zum  Besten  des
Gymnasiums  zu  Wernigerode  begründet.  Er  setzte  ferner  für  zwei
durch  Krankheit  und  Alter  invalide  gewordene  Dienstboten  (einen
männlichen  und  einen  weiblichen)  zu  Wohnung  und  Holz  jährlich  je  25  Thlr.
aus;  auch  kann  damit  der  Einkauf  in  ein  Hospital  bestritten  werden.
Noch  legirte  Bo  de  60  Thlr.,  um  damit  eine  arme  gesunde  Dienstmagd ­
  bei  ihrer  Verheirathung  auszustatten.  Auch  erhält  aus  der
Bodeschen  Stiftung  der  Armenarzt  jährlich  150,  der  Armen-Wundarzt
  50  Thlr.  Gold.
        <pb n="82" />
        75

Bodelschwingh-Stiftung.
Im  Monat  Mai  1854,  nach  dem  Tode  des  Staatsministcrs  und
wtm
Stadt  verwendet  werden  soll.  H
Bodemersche  Stiftung.
? e Ä iib£st * Cr  un ^  Stadtverordnete  Jakob  Bod  eme  r  zu  Eilenburg
«  , ,® c £ r ‘  1^58),  ein  um  das  Wohl  der  dortigen  Stadt  vielfach
verdrenter  Mann  vermachte  der  Armenkasse  daselbst  Ì)  ein  Hausgrund-Ş»

Joh.  Peter  Bodenheim,
(1°  4  °Jull  18à^"şiļì^Er,  spater  Pfarrer  zu  Vettweist  (Düren)
ÄZLAşşELL
stützung  der  verschämten  ì  verwaisete  Schulkinder,  sodann  zur  Untersonstigen ­
  Armen  nmü  '^"s-Armen  und  zuletzt  zur  Untcrftützung  der
Zins--  st°h.  bm  Ps°«'^ndär  d!°Psarr°  fu'  ber
^tgut  aus  Dankbarkeit  für  dem  Prediger  Schramm,
        <pb n="83" />
        76

bei  welchem  Boehl  in  seiner  Jugend  in  Pension  gewesen,  und  wodurch ­
  ihm  der  Ort  sehr  werth  geworden  war;  b)  in  2200  Thlr.,  welche
zur  Gründung  einer  besonderen  Stiftung  zur  jährlichen  Unterstützung
von  Hülssbedürstigen  jeden  Standes  oder  von  Hospitaliten  der  Stadt
Ueckermünde  verwendet  werden  sollen;  c)  in  1000  Thlr.,  deren  Zinsen
zu  Schulgeld  für  arme  Kinder  der  Stadt  Ueckermünde  bestimmt  sind;
d)  in  2200  Thlr.,  welche  der  Armenkaffe  zu  Straßburg  U.  M.  behufs ­
  Gründung  einer  besonderen  Stiftung  zur  jährlichen  Unterstützung
von  Hülssbedürstigen  jedes  Standes  oder  von  Hospitaliten  vermacht
sind.  Die  Legate  b.  c.  d.  waren  1864  noch  mit  einem  Nießbrauch
behaftet.
Böhlendorffsche  Stipendien.
Der  verstorbene  Wirkl.  Geh.  Ober-Finanz-Rath  und  Provinzial-Steuer-Direktor
  Böhlendorfs  zu  Stettin  begründete  Stipendien  für  zwei  junge
Leute,  welche  sich  dem  höhern  Gewerbe  widmen  und  zu  dem  Ende  die
dortige  Gewerbeschule  besuchen  wollen.  Stiftungsmäßig  soll  das  Stipendium ­
  immer  nur  für  die  Dauer  des  Zeitraums  gewährt  werden,
der  zur  Ausbildung  in  gedachter  Schule  grundsätzlich  angenommen  wird.
Von  den  sich  darum  Bewerbenden  sollen  bei  gehöriger  Qualifikation
dazu  diejenigen  den  Vorzug  haben,  deren  Väter  bei  der  indirekten
Steuer-Verwaltung  in  Pommern  angestellt  sind,  oder  angestellt  waren
und  gestorben  sind.  Die  Kuratel  über  die  Stiftung  und  die  Vergebung
der  Stipendien  ist  der  Königl.  Regierung  übertragen.  Die  Stipendien
werden  zum  Jahrcsbetrage  von  je  150  Thlr.  für  die  höheren  Hauptklassen ­
  wenigstens  auf  2  Jahre  bewilligt  und  die  Entscheidung  über  die
Bewilligung  erfolgt  nach  Abhaltung  der  Aufnahme-Prüfung.
v.  Böhm«Bezing,
Rittergutsbesitzer  in  Berlin,  schenkte  (1864)  ein  Kapital  von  100  Thlr.,
dessen  Zinsen  eine  würdige  und  bedürftige  Person  in  Schweinitz,
Kreis  Grünberg,  beziehen  soll.
B  ö  h  m  s  ch  e  Fundation.
Der  Kaufmann  Johann  Gottfried  Böhm  in  Bolkenhain  setzte  bei  Gelegenheit ­
  der  Feier  seines  fünfzigjährigen  Bürger-Jubiläums  am  27.
Septbr.  1861  100  Thlr.  mit  der  Bestimmung  aus,  daß  die  Stiftung
den  Namen  „Kaufmann  I.  G.  Böhm  schc  Fundation"  erhalte  und  die
Zinsen  derselben  alljährlich  am  27.  September  an  Bürger  der  Stadt
Bolkenhain,  welche  ihr  fünfzigjähriges  Bûrger-Jubiläumşş  bereits  erlebt
haben  und  in  dürftigen  Verhältnissen  sich  befinden,  vertheilt  werden.
BOhmsches  Legat.
Der  ehemalige  Stadt-Syndikus  Johann  David  Böhm  (zn  Kletschkau
t  1840)  legirte  8000  Thlr.  für  verschämte  Arme  und  andere  nothleidendc
  Personen,  besonders  ohne  ihre  Schuld  herunter  gekommene
Familien  der  Stadt  Schweidnitz,  sie  mögen  im  Besitz  eines  Grundstückes ­
  sein  oder  nicht  und  ohne  allen  Unterschied  der  Religion  in  der
Art,  daß  die  Zinsen  des  Kapitals  à  4  pCt.  in  10  Raten  von  je  12
        <pb n="84" />
        77

^  r-  alliahrlrch  zur  Bertheilung  gelangen  sollen.  Die  Verleihung  steht
dem  Klrchen-Kollegmm  zu;  die  eine  Rate  soll  jedoch  an  die  Sch'ützengrlde
  gezahlt  und  von  dieser  nach  ihrem  Belieben  entweder  einem  noch
kbenden  durch  Unglücksfälle  oder  hohes  Alter  hülfsbedürftig  gewordenen
Altstadt  Böhmsches  Stipendium
-WZZxķ'-Knelphof
  (Bartel)  Böhmsches  Stipendium,
von  der  Frau  Hofgerichtsräthin  Böhm  in  Königsberg  für  studirende
  Verwandte  oder  anderer  armer  Leute  Kinder,  die  studireu,  begründet. ­
  Die  Verleihung  des  Stipendiums  steht  dem  Magistrat  in
Königsberg  zu.
Joh.  Samuel  Böhm,
Ņ"""^uszûglcr  zu  Ledcrose  (Striegau)  hinterließ  1864  der  cuarto,
papille  daselbst  60  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  jährlichen  Zinsen ­
  davon  dem  ärmsten  und  im  Konfirmanden-Unterrichte  fleißigsten
Ktnde  aus  der  Gemeinde  Ledcrose  auf  Bekleidung  am  Tage  der  Konstrmatlon
  zu  Gute  kommen  sollen.
£&amp;gt;.  F.  Böhme,
Untier,  legirte  1863  an  die  école  de  Charité  (s.  d.)  2000  Thlr.  zur
Forderung  ihrer  allgemeinen  Zwecke  und  10,000  Thlr.  zur  Verwendung ­
  der  Zinsen  im  persönlichen  Jntereffc  solcher  männlichen  Zöglinge
höre  durch  ihre  Väter  der  französischen  Gemeinde  ange-I.

  «.  Böhme,
o?ŗş^ņermeister  zu  Görlitz  setzte  (1850)  der  dortigen  Armenkaffe  zwei
von  je  500  Thlr.  mit  der  Bestimmung  aus,  daß  die  Zinsen  des
wob«  ^"lahrllch  unter  zwei  arme,  würdige,  über  60  Jahre  alte  Einam
  .Ģärlitz,  zu  gleichen  Theilen,  die  Zinsen  des  andern  aber
wäckte^  Gilgen  Weihnachtsabende  an  die  in  Görlitz  angestellten  Nachtspäter ­
  in  Nv  »?  werden  sollen.  Die  letztgedachte  Stiftung  wird  erst
Wirksamkeit  treten.
Ņ  .  Böhmesche  Kirchen-Stiftung.
bat"si  Kaufmann  Gottlob  Böhme  zu  Lauban  (1862)  begründet,
I  J C ,  Hauptzweck,  das  dortige  evangelische  Kirchensystcm  mit
çm.,.  der  Baulichkeiten  in  künftigen  Zeiten  ausschließlich  durch  die
^ er  Stiftung  zu  erhalten.  Im  Uebrigen  ist  die  Tendenz  der
s  ?  -!'g  "ncrseits,  den  drei  ev.  Kirchen  des  Orts  ihren  evangelischlulyerischen
  Charakter  zu  sichern,  andererseits  die  Gehälter  der  dortigen
k  angeüschen  Geistlichen  zu  verbessern,  sowie,  wenn  auch  in  späterer
        <pb n="85" />
        Zeit,  die  evangelische  Kirchengemeinde  zu  Laudan  von  der  Leistung  der
Stolgebühren  ganz  oder  theilweise  zu  befreien.  Zur  Erreichung  dieser
Zwecke  bestimmt  Böhme  20,000  Thlr.,  von  denen  10,000  Thlr.  am
Schlüsse  des  Jahres,  in  welchem  die  landesherrliche  Bestätigung  der
Stiftung  erfolgt,  die  anderen  10,000  Thlr.  spätestens  ein  Jahr  darnach
zahlbar  sind.  Bon  den  Zinsen  dieses  Kapitals  erhalten  die  drei  evangelischen ­
  Geistlichen  jeder  jährlich  100  Thlr.  Die  übrigen  Zinsen  sind
,zum  Kapital  zu  schlagen.  Sobald  das  Kapital  die  Höhe  von  100,000
jtijlr.  erreicht,  werden  die  schon  bestehenden  geistlichen  Aemter  jedes  mit
10,000  Thlr.  aus  den  Einnahmen  der  Stiftung  fipirt  und  es  tritt
dann  eine  gänzliche  oder  doch  theilweise  Aufhebung  der  von  den  Gliedern ­
  der  evangelischen  Kirchengemeinde  zu  leistenden  Stolgebühren  ein.
Die  noch  übrigen  Zinsen  der  100,000  Thlr.  sollen  theils  zur  Bestreitung ­
  der  Bedürfnisse  des  Gottesdienstes  und  des  Kultus  überhaupt,
theils  zur  Sammlung  eines  Reservefonds  dienen.  Die  Art  und  das
Maaß  der  gänzlichen  oder  theilweiscn  Aufhebung  der  Stolgebühren
regelt  das  Kirchen-Rcgiment.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  ist.  einem
Verwaltungs-Rathe  anvertraut.  Derselbe  besteht  aus  den  an  der  Stiftung ­
  theilnehmenden  Geistliche»,  dem  Bürgermeister  und  dem  Stadtverordneten-Vorsteher,
  sofern  diese  evangelisch  sind,  sowie  einem  angesehenen ­
  Bürger,  welcher  ven  den  Geistlichen  durch  Stimmenmehrheit
erwählt  wird.  Die  Stelle  des  aus  den  Bürgern  zu  wählenden  Mitgliedes ­
  hat  sich  der  Stifter  ans  Lebenszeit  vorbehalten.  Den  Vorsitz
im  Verwaltungsrathe  führt  der  erste  Geistliche  des  Orts,  die  landesherrliche ­
  Bestätigung  der  Stiftung  aber  ist  am  3.  März  1862  erfolgt.
Martha  Regina  Böhring,
Wittwe  (t  1773)  stiftete  bei  dem  Dom-Gymnasium  zu  Merseburg
(s.  d.)  drei  Stipendien.  Kapital  2500  Thlr.
Pastor  Bökamp  sche  Armen-Stiftung  zu  Wiedenbrück.
Zur  Bekleidung  arnier  Kinder  in  der  Grafschaft  Rictberg  mit  Ausschluß
der  Stadt  Rietberg  und  des  Kirchspiels  Mastholte.  Kapital  6556  Thlr.
'  Levin  v.  Börstel,
Landrath,  stiftete  ein  Stipendium,  das  zunächst  für  Familienglieder  zuin
Besuch  von  Schulen  unb  Universitäten  bestimmt  ist,  auch  zu  Reisen  gegeben ­
  werden  kann.  Das  Kapital  beträgt  (Liseo  S.  319.)  8000  Thlr.
und  die  Verleihung  stand  i.  I.  1845  dem  Pupillen-Kollegium  in  Berlin  zu.
Freiherr  Karl  v.  Bö  se  lager,
schenkte  der  Armen-Verwaltung  zu  Bonn  im  Jahre  1837  ein  Kapital
von  4000  Thlr.  zur  Beförderung  der  sittlichen  und  religiösen  Kultur
mit  der  näheren  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  des  Kapitals  zur  Besoldung ­
  eines  von  dem  Erzbischöfe  zu  Köln  zu  ernennenden  ReligionsLehrers ­
  für  die  Kinder  der  Armcn-Freischule  und  für  die  Gefangenen
im  Arresthause  verwendet  werden  sollen;  der  Geistliche  sollte  in  dem
Gebäude  der  Armen-Freischule  wohnen.  Im  Jahr  1856  vermachte  er
u.  A.  dem  katholischen  Waisenhause  in  Bonn  4000  Thlr.  und  eine
        <pb n="86" />
        gleiche  Summe  dem  Bürger-Hospital  zum  h.  Johannes  dem  Täufer
daselbst.
Tobias  Büffel,
Stadtverordneter  und  Hospital-Vorsteher,  begründete  in  der  ersten  Hälfte
des  vorigen  Jahrhunderts  ein  Stipendium  für  Studirende  ans  seiner
Familie,  demnächst  für  solche  aus  Acken  an  der  Elbe,  und  wenn  auch
solche  nicht  vorbanden  sind,  für  arme  Studirende  aus  Berlin.  Die
Stipendiaten  sollen  in  Halle  studiren  und  das  Stipendium  ein  Jahr
genießen.  Es  wird  vom  Magistrat  zu  Berlin  verliehen  und  beträgt
100  Thlr.
B  b  tt  gersche  Stiftung  zu  Hcttstedt.
Bon  dem  Stadtgerichts-Sekretär  Johann  Friedrich  Bvttgcr  (+  23.
Januar  1860)  begründet.  Er  legirte  der  Stadt  1500  Thlr.  mit  der
Bestimmung,  daß  die  Zinsen  davon  zur  Unterstützung  von  sechs  armen
Handwerkern,  welche  in  gutem  Rufe  stehen,  thätig  sind  und  als  Familienväter ­
  ihre  Pflichten  treulich  erfüllen,  durch  unverschuldete  Unglücksfälle ­
  aber  in  Noth  gerathen  sind,  alljährlich  an  seinem  Sterbetage  vertheilt ­
  werden  sollen.
B  oh  lius,
Ilr.  nied.  und  Professor  zu  Königsberg  bestimmte  (1782)  ein  Kapital
Don  6(&amp;gt;6f  Thlr.,  dessen  Zinsen  so  lange  gesammelt  werden  sollten,  bis
davon  eine  Stelle  im  Hab  erbe  rg  scheu  Stifte  füe  Wittwen  aus  der
Familie  des  Stifters  und  anderer  Königsberger  Professoren  angekauft
werden  könne.  Durch  Kabinets-Ordre  vom  30.  Januar  1828  ist  angeordnet, ­
  daß  bis  zur  Anschaffung  einer  Stiftsstelle  sich  Gelegenheit
finde,  60  Thlr.  jährlich  einer  stiftungsmäßig  berechtigten  Wittwe  oder
Waise  gezahlt  werden  sollen.  Das  Vermögen  betrug  damals  (Koch  II.
546.)  2500  Thlr.
Boleniuösche  Vermächtnisse,
von  dem  zu  Barmen  verstorbenen  Rentner  Joh.  Fricdr.  Christ.  Boten ­
  ins  (1860)  herrührend.  Es  erhielten  von  ihm  das  städtische  Krankenhaus ­
  zu  Barmen  500  Thlr.;  die  Rheinische  Missions-Gesellschaft
200  Thlr.;  die  Lehrer-Wittwen-Kasie  zu  Barmen  200  Thlr.;  die  ev.
luth.  Gemeinde  zu  Wupprrfeld  1)  zur  Vertheilung  der  Zinsen  an
Gemeinde-Arme  IMO  Thlr.;  2)  die  Kirchenkasse  1500  und  500  Thlr.;
4  die  Prediger  Wittwenkasse  300  Thlr.
Bollen  sche  Stiftung  zn  Neuendorf.
Die  im  Jahre  1850  zu  Barlowin  im  Kreise  Neustadt,  Reg.-Bezirk
Danzig  ş  Amtsräthin  Bollen,  Johanne  Ernestine  geb.  Hackebcck
begründete  dieselbe  mittelst  Stiftungs-Urkunde  vom  24.  September  1837
und  Testaments  vom  5.  Juni  1841,  indem  sie  dazu  ein  Kapital  von
1000  Thlr.  und  ein  in  Neuendorf  gelegenes  Wohnhaus  mit  estallgebäude
  überwies.  Die  Stiftung  bezweckt  die  Aufnahme  von  fünf  unverheiratheten,
  über  50  Jahr  alten  kinderlosen  Frauenzimmern  cv.  Konfession, ­
  die  10  Jahre  ununterbrochen  bei  einer  Herrschaft  gedient  haben,
        <pb n="87" />
        80

und  wird  unter  Aufsicht  der  Regierung  zu  Köslin  von  dem  jedesmaligen
Pfarrer  in  Neuendorf  (Kreis  Lauenburg)  als  Kurator  verwaltet.
Joh.  Gottfr.  Boltze,
Kommerzienrath  zu  Salzmünde  im  Mansfelder  See-Kreise  begründete
durch  Stiftungs-Urkunde  vom  9.  September  1858  eine  Stiftung,  bestehend ­
  in  einer  Elementarschule  nebst  Betsaal  und  einer  Kleinkinder-Bewahranstalt,
  in  einem  Armen-,  in  einem  Krankenhause  und  in  einem
neuen  Gottesacker  rc.
Vater  v.  BombelleSscheö  Armen-  und  Krankenhaus  zn  Oppersdorf.
Der  kathol.  Pfarrer  Kaspar  Bönisch,  Begründer  mehrer  milden  Stiftungen, ­
  errichtete  eine  solche  noch  bei  Lebzeiten  für  die  Armen  und
Kranken  des  Oppcrsdorfer  Kirchsprengels,  indem  er  derselben  „in  dankbarer ­
  Erinnerung  an  seinen  Amtsvorfahren  und  Wohlthäter/'  den  als
Bischof  zu  Amiens  t  Grafen  v.  Bombelles,  den  Namen  „Bater
v.  Bomb  cllessches  Armen-und  Krankenhaus"  beilegte.  Er  überwies
der  Anstalt  mehrere  Grundstücke  und  fügte  mehrere  Kapitalien  im  Gesammtbetragc
  von  3741^  Thlr.  (wozu  die  drei  Grafen  v.  Bombelles, ­
  Söhne  des  t  Bischofs,  300  Thlr.  in  Pfandbriefen  beigetragen
hatten)  bei.  Nach  der  Bestimmung  des  Stifters  sollen  in  die  Anstalt
zunächst  bedürftige  Personen  aus  seiner  Verwandtschaft  und  in  deren
Ermangelung  aus  Oppersdorf  und  Ritterswalde  (Neisse)  aufgenommen,
und  danlit  zugleich  eine  Aufbewahrungs-Anstalt  für  kleine  Kinder  unter
7  Jahren  verbunden  werden.  Die  Stiftung  erhielt  die  Königl.  Genehmigung ­
  unter  dem  1.  Juni  1839.
v  Bomsdorffsches  Vermächtnis;,
von  Frau  v.  Bomsdorff  geb.  v.  Zehmann-Braun  herrührend.
Die  Zinsen  von  200  Thlr.  werden  au  die  Armen  zu  Klein-Rädlitz
(Kreis  Steinau)  vertheilt.
Bongardsches  Bermächtniß,
von  den  am  20.  Dezbr.  1857  in  Düsseldorf  +  Geh.  Sanitäts-  und
Hofrath  vr.  Bongard  herrührend.  Es  beträgt  5000  Thlr.  und  sollen
die  Zinsen  nach  Abzug  der  auf  die  Erhaltung  der  Grabstätten  des
Testators  und  seiner  Familie  auf  dem  Erkrather  Friedhöfe  zu  verwendenden ­
  Kosten  in  die  Armenkaste  der  bürgerlichen  Gemeinde  stießen.
BonifaciuS-Berein.
Auf  der  General-Versammlung  der  kathol.  Vereine  Deutschlands  zu
Regensburg  im  Oktober  1849  wurde  beschloßen,  einen  Verein  zu  bilden, ­
  welcher  analog  dem  evangelischen  Gustav-Adolph-Verein  (s.  d.)  auf
seinem  Gebiete  den  verlassenen  katholischen  Glaubensbrüdern  in  verschiedenen ­
  Gegenden  Deutschlands  die  Mittel  zur  Seelsorge  beschaffen
sollte.  Dieser  Verein  wurde  unter  den  Schutz  des  heil.  Bonifacius,
des  Apostels  der  Deutschen,  gestellt,  Präsident  desselben  ist  seit  1859
der  Bischof  von  Paderborn,  in  besten  Diöcese  derselbe  entstanden  ist,
erster  Vorsitzender  war  der  Graf  Joseph  zu  Stolberg.  Im  Jahre  1858
belief  sich  die  Einnahme  des  Vereins  auf  80,200  Thlr.,  wovon  9968
        <pb n="88" />
        Thlr.  direkt  beim  General-Vorstande  in  Paderborn,  und  70,232  Thlr.
(incl.  22,485  Thlr.  Jubiläums  -  Almosen)  durch  27  Diöcesan-Komitss
eingegangen  waren,  darunter  aus  der  Erzdiöcese  Köln  20,083  Thlr.
und  aus  der  Diöcese  Paderborn  15,795  Thlr.  Bis  zum  Schlüsse  des
Jahres  1858  hatte  der  Verein  überhaupt  verausgabt  247,082  Thlr.
v.  Bonln-Britniiowsche  Armem  Stiftung.
Die  im  Oktober  1K30  zu  Wulslatzke  (Neu-Stettin)  verstorbene  verw.
Fran  v.  Bonin  geb.  v.  Brünn  ow  setzte  ein  Kapital  von  1000  Thlr.
zu  dem  Zwecke  aus,  das;  die  Zinsen  davon  alljährlich  durch  den  jedesmalrgen
  Gutsherrn  v.  Wulflatzke  und  den  Orts-Pfarrer  als  Kuratoren
der  Stiftung  an  kranke  und  bedürftige  bejahrte  Personen  deö  genannten ­
  Orts,  oder,  wenn  solche  nicht  vorhanden,  an  Arme  ebendaselbst  vertheilt ­
  werden  sollen.
B  onnsches  Bermächtniß,
von  dem  im  Jahre  1847  zu  Ober-Dollendorf  im  Siegkreise  verstorbenen
Gastwirth  Joseph  Bonn  herrührend.  Er  legirte  der  Armcn-Verwal
tung  des  Orts  2000  Thlr.,  deren  Zinsen  alljährlich  unter  die  dortigen
Armen  vertheilt  werden  sollen.
Bonner  gemeinnützige  Aktien  Ban-Gesellschaft.
Im  Jahre  1864  mit  einem  Grund-Kapital  von  vorläufig  28,000  Thlr.
unter  staatlicher  Genehmigung  auf  die  Dauer  von  50  Jahren  begründet. ­
  Ihr  Zweck  ist  Erbauung  gesunder  und  zweckmäßig  eingerichteter
Wohnungen  zur  Bcrmiethnng  an  Handwerker,  Arbeiter  nnd  andere  der
weniger  bemittelten  Klasse  ungehörige  Einwohner,  welche  in  gutem
Rufe  stehen,  ihr  eigenes  Mobiliar  besitzen  und  einen  ausreichenden
Brot-Erwerb  nachzuweisen  vermögen.  Die  Statuten  sind  unter  dem
4.  Juli  1864  landesherrlich  bestätigt.
Bonnickesche  Stiftungen.
Von  dem  im  Jahre  1846  zu  Hopsten  im  Kreise  Tecklenburg  verstorbenen
katholischen  Pfarrer  Joh.  Heinr.  Joseph  Bonnicke  ausgegangen.  Er
begründete  a)  eine  Stiftung  zur  Verbesserung  des  Einkommens  dürftig
dotirter  katholischer  Kaplancicn-  und  Vikarie-Stellen  im  Kreise  Tecklenburg, ­
  mit  37,650  Thlr.  Kapital.  Die  Verwaltung  steht  dem  Bischof
in  Münster  zu.  Er  vermachte  b)  ein  Kapital  von  6000  Thlr.  zur
Dotation  der  Stelle  eines  Supcrnumerars  oder  Kreis-Vikars  für  den
Kreis  Tecklenburg.  Seine  Bestimmung  geht  dahin,  auf  Anordnung  des
Ordinariats  an  solchen  Orten  des  Kreises  in  der  Seelsorge  Aushülse  zu
Listen,  wo  sich  in  Erkrankuugs-  und  ähnlichen  Fällen  momentan  ein
Bedürfniß  dazu  herausstellen  möchte.  Das  Kapital  soll  zinsbar  belegt
Werden  und  der  Supernumerar  verbunden  sein,  für  die  Zinsen  von
jeden  25  Thlr.  ad  intentionem  testatoris  jährlich  eine  Messe  zu  lesen.
Die  Verwaltung  der  Stiftung  steht  der  bischöflichen  Behörde  zu.  Er
bermachte  c)  ein  Kapital  von  2000  Thlr.  zur  Begründung  eines  Instituts, ­
  welches  den  Zweck  hat,  ärmeren  Gymnasiasten  katholischer
Konfession,  die  sich  später  dem  Priesterstande  zu  widmen  beabsichtigen,
Prkuß.  Landduch.  6
        <pb n="89" />
        82

freie  Kost,  Wohnung  und  sonstige  Studien-Mittel  in  einem  gemeinschaftlichen ­
  Lokal  unter  der  erziehenden  Leitung  eines  Geistlichen  (Inspektors) ­
  zu  gewahren  (vgl.  Collegium  Ludgerianum).  Endlich  lcgirte
er  d)  für  den  Armen-Fonds  zu  Hopsten  2000  Thlr.;  für  die  Küsterei
300  Thlr.;  für  die  Hauptschule  der  Knaben  300  Thlr.;  für  die  Haupt-Mädchenschule
  250  Thlr.  ;  für  den  Organisten-Fonds  500  Thlr.
Aline  Bonzel,
unverehelicht,  schenkte  (1804)  dem  bischöflichen  Stuhl  zu  Paderborn
mehrere  in  der  Steuergemeinde  Olpe  gelegene  Grundstücke  nebst  den
darauf  befindlichen  Gebäuden  im  Gesammtwerthe  von  etwa  10,000  Thlr.
Die  freie  und  unentgeltliche  Bcnntzung  dieser  Grundstücke  rc.  soll  der
Genossenschaft  der  armen  Franziskanerinnen  daselbst  zum  Zweck  der
Erziehung  armer  verlassener  oder  verwahrloseter  Kinder  in  der  Stadt
Olpe  verbleiben.
Adrian  v.  Borcke,
kaiserlicher  Kammergerichts-Assessor  zu  Spcicr,  begründete  im  Jahre
1004  die  v.  Borcke-  Regcnwaldeschen  Stiftungen,  welche  zur  Zeit  ein
Kapital-Vermögen  von  34,000  Thlr.  haben.  Sie  bezwecken,  dem  Pfarrern ­
  auf  bestimmten  Stellen  die  Ausbildung  ihrer  Söhne  durch  Stipendien ­
  zu  ermöglichen.  Theilweise  gewähren  sie  armen  Einwohnern
der  alt  v.  Borcke  scheu  Güter  Unterstützungen  nlld  treuen  Dienstboten ­
  Prämien.  Rendant  der  Stiftungen  ist  der  jcdeslnalige  erste  Prediger ­
  in  Regenwalde;  Kollator  ist  zur  Zeit  der  Hauptmann  v.  Borcke
auf  Reselkow.
Hans  Albrecht  v.  Borcke,
Obermarschall  zu  Königsberg,  bestimmte  5000  Mark  für  fünf  Knaben,
welche  tüchtige  ingenia  zum  Studiren  hätten,  und  zwar  aus  des  Stifters ­
  Einsassen  und  für  Prediger-Söhne  mit  einem  Genus;  auf  vier
Jahre,  dergestalt,  das;  die  Kollation  der  Universität  und  dem  altstädtischen ­
  Magistrat  gemeinschaftlich  zustehen  sollte.  Später  wurden  die  Antheile ­
  getheilt.  Die  Universität  verwaltet  für  sich  666  Thlr.  60  Gr.,
deren  Zinsen  unter  3  Studirende  zu  gleichen  Theilen  vertheilt  werden,
das  klebrige  des  Fonds  ist  dem  Magistrat  zugefallen.  In  Ermangelung ­
  solcher  Individuen,  welche  ans  den  v.  Borckeschen  Gütern  geboren, ­
  werden  die  drei  Stipendien  nach  dem  Rezeß  vom  7.  Januar  1628
an  Söhne  von  Professoren,  dann  an  Kinder  der  Rechtsverwandten  oder
der  Prediger  aus  Königsberg  und  endlich  an  andere  Einzöglinge  konferirt.
  Das  bei  der  Universität  verwaltete  Kapital-Vermögen  bestand
1338  (Koch  II.  549)  in  6031  Thlr.;  von  den  Zinsen  wurden  zwei
Stipendien  zu  12  Thlr.  vergeben,  der  Rest  zur  Verstärkung  des  Fonds
kapitalisirt.
Sophie  Henriette  v.  Borcke,
Fräulein,  setzte  im  Jahr  1783  ein  Kapital  von  100  Thlr.  ans,  dessen
Zinsen  mit  5  Thlr.  jährlich  zu  Schulgeld  und  zur  Anschaffung  der
nöthigen  Schulbücher  für  arme  Kinder  der  Stadt  Wangerin  und  des
Dorfes  Polchow  verwendet  werden  sollen.
        <pb n="90" />
        83

Borghardtsche  Stiftung.
Borghardtschen  Eheleute  zu  Neiffe  setzten  in  ihrem
am  21.  Ouh  1834  eröffneten  Testamente  die  katholische  Haus-Armuth
überhaupt  und  d.e  zu  Neiffe  insbesondere  zu  Erben  ein.  Nach  den
getroffenen  Bestrmmungen  sollen  die  Zinsen  1)  von  4000  Thlr
mm
setzten  die  Testatoren  folgende  Vermächtnifle  aus:  8)  zu  Messen  und
Annlversanen,  sowie  zur  Verabreichung  eines  Almosens  an  die  armen
Hospitalkranlen  die  Zinsen  von  resp.  600,  1000  und  400  Thlr.;  9)  für
die  Begräbnißkirche  und  den  Todtengräbcr  als  Entschädigung  für  die
tabstellen  und  die  Beaussichtignng  der  Gräber  der  Erblasser  die  Zinsen
  von  200  Thlr.;  10)  an  die  Brüderschaft  der  Verkündigung  der
)eülgen  Mutter  Gottes  Maria  für  die  Abhaltung  von  Andachten  100
¿IU.  und  11)  zur  Bestreitung  der  durch  die  Verwaltung  aller  dieser
1000  21;%.  m  bi#
«¿'™  Ñundatlonen,  welche  als  ein  Ganzes  unter  dem  diamen
à  Hedwlge  und  Joseph  Karl  Borghardtsche  Stiftung"
missin,/  i",  '  îşt  Allgemeinen  der  fürstbischöslichen  Verwaltungs-Komiic
  ehin&amp;gt;,  f mi í be  Stiftungen  in  Neiffe  übertragen,  im  Speziellen  soll
L  '  bcfoubcvê  zu  bestellenden  Prokurator,  der  zugleich  Mitglied  der
aliod?  ^Haltungs-Kommission  sein  muß,  ferner  einem  andern  Mit-C
  ^letzteren  und  einem  Mitgliede  des  Magistrats  in  Neiffe  obt
 J n :u ;.  ì'ņ-ct)  Kabinets-Ordre  vom  30.  Dezbr.  1838  erhielt  die  Stiftung ­
  die  Rechte  einer  moralischen  Person.
p.  Bormann,
bcrmm  Tl  şitzîe  letztwillig  ein  Kapital  aus,  welches  zur  Beför-Ansomnit,,
  '  \Ģottcs  verwendet  werden  sollte,  wenn  es  durch
des  Ve,-siÄ  stufen  eine  bestimmte  Höhe  erreicht  habe.  Die  Söhne
Bor  mann  C ļ m \  Provinzial-Schulrath  Bormann  und  Kaufmann
Ģ  B  orr  man  lische  Stiftung  zu  Gießinanödorf  (Bunzlau).
3on  emcm  Ģeschenļ  des  Gedingebauers  Gottlob  Borrmann  (f  1841)
6*
        <pb n="91" />
        herrührend,  betrügt  der  Fonds  20  Thlr.  Die  Zinsen  à  5  pCt.  sollen
einer  oder  zwei  der  Unterstützung  bedürftigen  armen  Personen  des  Orts,
gleichviel  von  welchem  Geschlecht  und  welcher  Konfession,  die  das  70ste
Lebensjahr  überschritten  haben,  zu  Theil  werden.  Die  Verwaltung
führt  der  Ortsgeistliche  unter  Assistenz  der  Ortsgerichte.
Borrmann  sch  e  Stiftung  zn  Goldberg.
Die  Wittwe  des  Kommerzien-Raths  Borrmann  geb.  Pfennig  er  in
Goldberg  vermachte  (I860)  der  dortigen  evang.  Kirche  500  Thlr.  mit
der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  des  Kapitals  jährlich  an  dem  Geburts-
  und  Todestage  ihres  verstorbenen  Gatten  an  12  verarmte  würdige ­
  Goldberger  Bürger  oder  Bürgerinnen  in  gedachter  Kirche  durch
den  Pastor  zn  gleichen  Theilen  vertheilt  werden  sollen.  Ein  gleiches
Capital  erhielt  das  dortige  Rettungshaus  für  verwahrlose  Kinder,  mit
der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  davon  zum  Besten  dieser  Anstalt  verwendet ­
  werden  und  daß,  wenn  die  Verwaltung  dieser  Kinderbcssernngs-Anstalt
  beschließen  sollte,  ihre  Wirksamkeit  niederzulegen,  dieses  Kapital
ungeschmälert  dem  Hospital  in  Goldberg  zur  Speisung  der  Bewohner
zufallen  soll.
Borrmannsches  Legat  filr  Taubstumme.
Das  Kapital  besteht  in  000  Thlr.  und  werden  die  Zinsen  zur  Bekleidung ­
  armer  Taubstummen  der  Stadt  Erfurt  verwendet.
Kart  Borromäus-Stiftung  zn  Warendorf.
Ein  gegen  Ende  1857  begründetes  Institut  zum  Zweck  der  Erziehung
armer  verlassener  Kinder  katholischer  Konfession.  Die  Anzahl  der  ans
Kosten  der  Stiftung  in  der  Anstalt  versorgten  Kinder  belief  sich  im
Jahre  1859  auf  10.
Karl  Borromäus  -Verein.
Im  Jahre  1844  zu  Bonn  gestiftet  und  demnächst  in  die  katholischen
Provinzen  des  Staats  verzweigt,  ist  der  Zweck  dcö  Vereins  Belebung
christlicher  Gesinnung  und  Anregung  zu  einer  derselben  entsprechenden
Werkthätigkeit.  Das  nächste  Ziel  ist  das  Streben,  dem  verderblichen
Einflüsse,  den  die  schlechte  Literatur  auf  alle  Klassen  der  bürgerlichen
Gesellschaft  ausübt,  durch  Begünstigung  und  Verbreitung  guter  Schriften, ­
  Gründung  und  Vermehrung  katholischer  Volks-Bibliotheken  rc.  entgegen ­
  zn  wirken.  Im  Jahre  1863  bestand  die  Einnahme  in  56,260
Thlr.;  Schlesien  zählte  8  Bezirksvereine:  Berlin,  Goldberg,  Frankenstein, ­
  Breslau,  Leobschütz,  Oppeln,  Groß-Glogau,  Langenbielau,  denen
wiederum  105  Hilfsvereine  untergeordnet  waren.  Die  Diöces  Breslau ­
  lieferte  zur  Gesammt-Einnahme  die  Summe  von  5660  Thlr.  und
Zwar  an  Jahresbeiträgen  3045  Thlr.,  für  bestellte  Bücher  2617  Thlr.
Wilhelm  Helander  van  Borsselnsche  Stiftung,
zur  Unterstützung  der  Armen  der  Stadt  Kleve.  Kapital  7000  Gulden,
wovon  2000  auf  die  katholischen,  4000  auf  die  evangelischen,  500  auf
die  mennonitischen  und  500  auf  die  jüdischen  Armen  fallen.
        <pb n="92" />
        85
v.  Borwitzsches  Legat.
Johanne  Juliane  Friederike  v.  Borwitz  hinterließ  460  Thlr.,  deren
Zinsen  an  3  der  bedürftigsten  Armen  zu  Przybor  (Kreis  Steinau)
vertheilt  werden.
Boss  a  rdschc  Familien-Stiftnng,
von  dim  Bürgermeister  Joh.  Th.  Bosfard  z»  Ahrweiler  im  Jahre
I7...I  begründet  Es  bestehen  4  Stipendien  für  stndircnde  Verwandte,
darnnter  I  snr  b.c  DeS--ndet,t-n  der  Familie  Markenhener  n»d  je
iülUps
B  othmannsches  Legat,
für  Kirchen-,  Schul-  und  Armen-Zwecke  der  Stadt  Sanacrbauscn
Das  Kapital  beträgt  8000  Thlr.  a  v  '  '
Margarethe  Bouillê  zu  Bisten  (Saarlouis),
vermachte  (1828)  Grundstücke  im  Werthe  von  400  Thlr.  theils  zu
Anniversarien,  theils  zur  Unterstützung  der  Orts-Armen.
Brachvogelsches  Stipendium.
Stifter  war  Johann  Brachvogel  zu  Liegnitz,  beider  Rechte  Kandidat
und  Politico-Practicus.  Die  Stiftungs-Urkunde  datirt  von  Liegnitz
18.  Oktober  1646.  Das  Officiam  académicam  zu  Frankfurt  a.  O.
(jetzt  rn  Breslau)  verwaltet  den  Fonds  und  die  Dekane  der  drei  oberen
Fakultäten  (der  theologischen,  juristischen  und  medizinischen)  vergeben
re  S  lpendten.  Das  Kapital  beträgt  5150  Thlr.  Zur  Perzeption
^!!"î-0en  Zinsen  zur  Hebung  gelangenden  drei  Stipendien  sind  zuna
  ss  le  aus  der  Stadt  Liegnitz  gebürtigen,  dann  die  aus  dem  Für-1
  en  hume  gleiches  Rumens,  endlich  geborene  Schlesier  berufen.
Brandsche  Schul-Stiftniig  zu  Weißensee.
m  Jahre  1855.bei  der  dortigen  Kirche  von  den  Brandschen  Ehect
  oer  Feier  ihrer  goldenen  Hochzeit  mit  vier  Friedrichsd'or  beni ­
  nbà^ou  deren  Zinsen  alljährlich  Bibeln  für  arme,  fleißige  und
wohlgesittete  Kinder  angekauft  werden  sollen.
Q  r  Hirsch  Jakob  Brandeuburg,
von  8000  A  Berlin  (f  1844)  bestimmte  letztwillig,  daß  die  Zinsen
St:  ï«;»'  Ä"  lr  Ä.“?.™;:  s
und  die  Zinsen  auf  gleiche  Weise  an  solche  Arme  zur  Unterstützung
gegeben  würden.  -t.  ie  drei  Exekutoren  und  Kuratoren  des  Testamentcs
  ergänzen  sich  und  stehen  unter  Ober-Aufsicht  des  Polizei-Präsidiums.
        <pb n="93" />
        86

SS8WM
Brauersche  Stiftung,
„Kaufmann  Brau  erşchen  Stiftung".
Braunsche  Armenkasse  zu  Schivelbein,
von  dem  Stadtgerichts-Assessor  und  Stadt-Aeltesten  Johann  Braun
un  Jahre  1806  mit  1000  Thlr.  Kapital  gegründet.  Aus  den  Zinsen
werden  den  Geistlichen  und  Lehrern  der  Stadt  bestimmte  Gràtisika-%n#r
  ^  ^  ^cft  fließt  in  bic
Dr.  Heinr.  Braun  sche  Stipendien.  Stistilng.
Olts  dem  BnÄnischen  Gymnasium  °„m  ¡'»ÎÄÏ  *7.“fcí,ie"‘Â!
btldung  und  Borbereltung  für  die  Universität  erhalten  hatte,  der  mit  dem
mnuiafinrn  öabnnbcncn  ptrcitfd)cn  Stift.,uß  bk  (Su.uu.c  uau
12,500  Fl.  von  deren  Zlnsen  alljährlich  am  Todestage  des  Dr.  rned.
Hemrlch  Braun  (12.  November)  einem  mit  dem  Zeugniß  der  Reife
abgegangenen  Zögling  der  Anstalt,  der  Medizin  ode?  Naturwissenscha  -
ten  stttdirt,  em  Stipendium  zu  gewähren  ist.  Die  Lcrlcihunq  erfolat
aus  ein  Jahr,  kann  aber  von  Jahr  zu  Jahr,  bis  zum  Ablauf  des  vierten ­
  Studten-Jahres  wieder  erneut  werden.  Die  Stistuna  soll  nnrfi
SWorbenen  bic  %e;ci#,n9  „Dr.  Wmd)  ^rnnufZ
Stiftung"  führen.  '  1  ;
Braun  sche  Studien-Stistung  zu  Bonn
SS£i£!S'i
Brannsches  Legat,
°°n  30  Thlr  söchs.  Wal,rung  h-rrllhr-nd  von  Anna  Sabina  Brau»,
um  von  den  Zuiftn  Schulbücher  sur  anni  Kinder  in  Stranhfurlh  -ü
beschaffen.  1  a
Braun  sches  Bermachtniß  zu  Glatz.
Der  am  17.  Februar  1853  zu  Glatz  verstorbene  Kaufmann  Julius
Braun  vermachte  der  Stadt  5000  Thlr.,  von  deren  Zinsen  Waisen-
        <pb n="94" />
        87

kinder  erzogen  werden  sollen,  und  der  städtischen  Kranken-Anstalt  200  Thlr.
zur  Verpflegung  armer  Dienstboten.
Braun  scheS  Bermächtniß  zu  Köslin,
von  dem  zu  Köslin  am  19.  September  1859  verstorbenen  Bürgermeister
a.  D.  Geh.  Regicr.-Rath  Braun  und  dessen  Ehegattin  Luise  geb.
A  schock  herrührend.  Sie  setzten  der  Stadt  behufs  einer  milden
Stiftung  ein  Legat  von  6000  Thlr.  aus.
v.  Braunschweig  Bö  ttchersche  Stiftung  zu  Kolberg,
begründet  1612.  Im  Jahre  1800  bestand  das  Vermögen  in  2600  Thlr.
Kapital  und  mehreren  Aeckern.  Die  Zinsen  wurden  an  Arme  aus  der
Familie,  an  fremde  Haus-Arme,  an  dürftige  Prediger  und  Schulbcdiente,
und  an  Studircnde  aus  der  Familie  vertbeilt.  Die  Verwaltung  führte
der  Aelteste  der  Familie  v.  Braunschweig.
Braunschweigsche  Vermächtnisse.
Die  Geschwister  Sophie  Eleonore  und  Luise  Dorothee  Braunschweig
zu  Köslin  legirten  in  ihrem  am  30.  Oktbr.  1835  publizirten  Testamente ­
  5400Thlr.,  und  zwar  a)  zu  Gunsten  unbemittelter  Studirenden
2000  Thlr.,  deren  Zinsen  durch  das  dortige  Scholarchat  zu  zwei  Stipendien ­
  verwendet  werden  sollen;  b)  zur  Unterstützung  hilfsbedürftiger
Personen  weiblichen  Geschlechts  aus  den  höheren  Ständen  2000  Thlr.
und  zwar  mit  der  Maßgabe,  daß  der  jährliche  Zins-Ertrag  in  Raten
von  25  Thlr.  an  eine  Person  der  vorgedachten  Kategorie,  so  lange  ihre
Hülfsbedürftigkeit  dauert,  gezahlt  werden  sollen;  c)  der  Stadt-Armen»
ķasse  200  Thlr.;  &amp;lt;1)  dem  Unterstütznngs  -  Fonds  für  hülfsbedürftige
Schüler  daselbst  200  Thlr.;  e)  der  Marienkirche  mit  der  Verpflichtung
zur  baulichen  Unterhaltung  des  Braunschweigsche  Erb-Begräbnisses
in  Grundstücken  circa  1000  Thlr.
Levin  BraunSdorf,
Magister,  Diakonus  zu  St.  Ulrich  in  Magdeburg,  (t  1608)  legirte
1000  Gulden  zu  einem  Universitäts-Stipendium.  Dieses  Stipendium
darf  nur  an  dortige  Bürgerskinder  evang.  Konfession  verliehen  werden, ­
  unter  diesen  haben  Glieder  der  Schreckschcn  Familie  das  Vorzugsrecht. ­
  Kollatoren  sind  die  drei  Familien-Aeltcstcn  der  Schrecken ­
  Familie.  Das  Kapital  von  750  Thlr.  ist  mit  2  pCt.  verzinslich.
^  spendimi,  beträgt  demnach  jährlich  15  Thlr.
-,  .  „  BranöscheS  Bermächtniß.
Der  un  Januar  1&amp;amp;
Johannes  Sohn,  v
Gemarkt  letztwillig
nach  Abzug  zweier
Thlr.  jährlich,  zur
wenden.
v.  Bredowsche  Familien-Stiftung.
Sie  ist  durch  die  Glieder  der  Familie  v.  Bred  ow  gestiftet,  welche  zur

*  zu  Barmen  t  Rentner  Joh.  Abraham  Braus,
machte  den  Armen  der  reformirten  Gemeinde  zu
0,000  Thlr.  Die  Zinsen  dieses  Kapitals  sind
benslänglichen  Renten  an  arme  Verwandte  à  60
-Unterhaltung  der  Armen  im  Armenhause  zu  ver-
        <pb n="95" />
        88

Präsentation  eine«  Mitgliedes  für  das  Herrenhaus  berechtigt  sind
Rach  den,  Statut  vom  15.  Mai  I860  soll  -in  g-n,cinsan,-r  Familien
Fond«  zum  Wohl  und  zur  Erhaltung  der  Familie  begründet  werde,-.
Jedes  m  die  Famillen-Versammlung  wirklich  recipirte  Mitglied  ist  verpstlchtet,
  zu  diesem  Fonds  jährlich  einen  Beitrag  von  100  Thlr.  zu
^  angesammelte  Kapital  durch  Zinsenzuschlag  die  Höhe
von  5000  Th  r.  erreicht  haben  wird,  ist  über  Verwendung  der  eingehenden ­
  jährlichen  Beitrage  im  Sinne  der  Stiftung  Bestimmung  ru
tressen.  Das  weiter  anzusammelnde  Kapital  der  10,000  Thlr.  selbst
darf  als  Grundstock  der  Stiftung  niemals  angegriffen  werden.  Vorsitzender ­
  des  Familien-Nalhs  Major  v.  Bredow  auf  Briefen.
v.  Bredowsches  Legat  zu  Krossen.
SM  3#.  derben  a»  atme  geute  bet
Stadt  Kroffen  vertheilt.
v.  Bredowsches  Stipendium  zu  Friesack.
Es  besteht  in  60  Thlr.,  die  ein  Studirender  auf  ein  oder  mehrere  Jahre
bezieht,  der  seinen  Aufenthalt  auf  einer  inländischen  Universität  nach-Frau
  v.  Bredow,
Wilhelm  Brefeld,
Ķ  August  1849)  vermachte  zur  Gründung  einer  barmherzigen
Schwestern-Anstalt  für  Dorf  und  Kirchspiel  Epe  (Ahaus)  2000  Thlr  -
säte  dieses  Kapital  zur  Begründung  des  Instituts  nicht  ausreichen  so
ist  solches  so  lange  verzinslich  anzulegen,  bis  daö  Institut  ins  Leben
treten  kann.
Breidtsche  Stiftung,
WZZWMMD
waltung  der  Stiftung  steht  der  Hospitien-Kommission  in  Trier  zu.
Breithersches  Legat.
Krcis-Schulen-Jiispektor  S^/BreU^s-tzte  'z°?ftin-^u"i!-rsol^
Erbcii  ein  a)  die  Reinerzer  arme  Schul-Jngend  mit  Inbegriff  der
atme,,  bet  m,0  be,  g„t  ba%„  etabtfduiic  qe^íagemn  ¿aab^
gemeuibcit,  „ui  der  Bestimmung,  das;  nach  dem  jedesmaligen  gemein-
        <pb n="96" />
        89

samen  Beschlusse  des  Stadt-Pfarrers  und  der  Ortsbehörde  die  bedürftigen ­
  Schullinder  sowohl  aus  der  Stadt  als  vom  Lande,  von  den
Zinsen  des  ihnen  zufallenden  Erbthcils  mit  nöthigen  Schuhen,  Strümpfen
und  Schulbüchern  unterstützt  werden  sollten;  b)  die  Neinerzer  frommen,
rechtschaffenen  und  sehr  bedürftigen  Stadt-Armen,  sie  mögen  einzelne
Personen  oder  Familien  sein.  Die  Universal-Erben  participiren  zu
glelchen  Theilen.  Der  Nachlaß  betrug  gegen  9000  Thlr.

Brend  elsches  Bermächtniß.
a*£ÄSS?äfss!cs
davon  1000  Thlr.  zur  Errichtung  einer  Kranken-Anstalt  und  die  Zinsen
von  den  andern  1000  Thlr.  zu  einem  Stipendium  für  arme  katholische
Studirende  der  Theologie  aus  Kosel  verwendet  würden.  '

Brettschnei  bersche  Stiftung  in  Naumburg  a.  B.
Der  katholische  Pfarrer  Brettschneider  begründete  im  Jahre  1828
auf  einem  vom  Staat  dazu  überwiesenen  Grundstücke  eine  Anstalt  zur
Aufnahme  alter  und  armer  Personen  katholischer  Religion,  deren  6  in
der  Anstalt  freie  Wohnung,  Heizung,  Licht  und  außerdem  jeder  monatlich ­
  1  Thlr.  baar  erhalten  sollten.  Ein  Kapital  von  3000  Thlr.  sollte
zur  Deckung  der  Kosten  der  Unterhaltung  der  Stiftung  dienen.

Karl  Fr.  v.  Brietzke,
Major,  bestimmte  mittest  Testaments  vom  14.  Februar  1803  nnd
Kodizill  vom  15.  März  nnd  20.  April  1805,  daß  auf  dem  Rittergute
  Bronko  bei  Kalau  ein  unablösbares  Kapital  von  (&amp;gt;000  Thlr.
Gold  gegen  vier  Procent  Zinsen  radicirt,  der  Zinsbetrag  aber  jährlich
zu  Stipendien  für  adliche  lehnsfähige  studirende  oder  sich  dem  Militärstande
  widmende  v.  Brietzkesche  Familienglieder  aus  den  Häusern
Ķ  u  ob  l  auch  und  Behnsdorf  mitRosenth  al  verwendet;  der  Ueberschnß
endlich  dem  Kapital  zugeschlagen  werden  solle.  Da  letzteres  hierdurch
auf  mehr  als  25,000  Thlr.  angewachsen  ist,  so  sind  unter  den  zur
Zeit  bekannten  Mitgliedern  der  v.  Brietzke  scheu  Familie  Berhandungen
  im  Gange,  wonach  das  gcsammte  Stiftungskapital  unter  die
.  ¡  ^ķb  -  Kn  oblauchsche  und  v.  Brietzke-B  ehn  sdorf-Ro  senìnfiviJrî
  vertheilt,  der  Zinsgcwinn  innerhalb  beider  Linien
©citfttUvv,  spendier,  für  Söhne  der  Familienglieder,  event,  ihrer
kapitale  'uaà"'  .^"wendet,  der  etwanigc  Ueberschnß  dem  Stiftungsdie
  and^^  .^ñen,  letzteres  aber  beim  Ausstcrben  der  einen  Linie  auf
gericht  zu  Lübbes"  ® ic  ruständige  Gerichtsbehörde  ist  das  Kreisln- ­

  frX  nx  ,  Adolph  v.  Brockhansen,
oefîen  âttjfc«  zum  Unterhalte  der  Alten  und  Kranken  in  Rützcnhag
unb  Partim  Dcmcnbct  mcTbcn  foücn.  DcT  ifbcgmoHgc  b
Drts  hat  die  Verwaltung  des  Kapitals
        <pb n="97" />
        90

George  Wilhelm  Brössel,
Brau  er-Innungs-Meister  zu  Magdeburg,  stiftete  1752  ein  Kapital  von
100()  Thlr,  dessen  Zinsen  alle  Jahre  am  Wilhelmstage,  28.  Mai,  in
Portionen  von  2  Thlr.  an  dortige  Haus-Arme,  Bürger  und  Bürger-Wittwen,
  dle  sonst  keine  andere  Legate  bekommen,  vertheilt  werden.  Die
zur  Bertheilung  gelangenden  Zinsen  betragen  zur  Zeit  40  Thlr.
Maria  Brössel  (geb.  Häseler),
Ģattin  des  Vorigen,  vermachte  der  Brauerei  -  Innung  ein  Legat  von
1100  Thlr.  Die  Zinsen  sollen  alle  Jahre  am  25.  März  (Mariä  Ver-"
  ņolgung)  an  Haus-Arme  des  Orts  und  zwar  an  verarmte  Bürger
und  Bürger-Wittwen  vertheilt  werden.  Die  Verwaltung  des  Kapitals,
das  zur  Hälfte  verloren  gegangen  ist  und  nur  noch  aus  675  Thlr.
besteht,  liegt  zur  Zeit  der  Armcn-Verwaltung  in  Magdeburg  ob.
Wittwe  Br  oh
in  Tschirnau  (Guhrau)  begründete  dort  eine  Stiftung  für  Arme,  deren
Fonds  420  Thlr.  beträgt.
Kaufmann  Broschysches  Armen-Stift  ZN  Königsberg,
Die  in  demselben  vorhandenen  Stellen  (von  100  Thlr.  jährlich)  sind  für
verarmte  Kaufleute,  deren  Wittwen  und  Waisen  bestimmt.  Letztere
haben  jedoch  nur  dalin  eilt  Anrecht,  wenn  sic  unter  14  oder  über  50
Iahte  alt  sind.  Die  Anstalt  steht  unter  Verwaltung  des  Vorsteher-Amts
der  Kaufmannschaft.
Broudlet-Startz  sche  Stiftung.
Sie  steht  unter  Verwaltung  der  Armenbehörde  zu  Aachen  und  hat
eine  jährliche  Einnahme  etwa  3600  Thlr.  Aus  dieser  werden  jährlich
zunächst  2190  Thlr.  testamentarisch  feststehende  Renten  gezahlt,  dann
erhalten  8  Knaben  eine  Rente  von  100  Thlr  pro  Jahr  zur  Bestreitung ­
  der  Kosten  ihrer  Ausbildirng,  ititi)  4  Mädchen  zu  demselben  Zweck
eine  Rente  von  je  60  Thlr.;  außerdem  werden  noch  einige  Unterstützungen ­
  verabreicht.
Bruderschaft  vom  h.  Erzengel  Michael  zu  Köln.
1860  begründet,  vom  Papste  bestätigt  und  über  die  ganze  Erzdiözese
verbreitet.  Sie  bezweckt  die  Unterstützung  des  apostolischen  Stuhles  in
deren  Regierung  der  Kirche  durch  Gebet  und  Almosen.  Jedes  Mitglied
betet  täglich  für  die  Anliegen  der  katholischen  Kirche  ein  „Vater  Ùnser
und  Ave  Maria"  und  opfert  wöchentlich  wenigstens  Einen  Pfennig  als
Peterspfennig.
Bruderschaft  zur  schmerzhaften  Mutter  Gottes  in  Bonn.
Eine  feit  1794  bestehende  Privat-Gesellschaft  zur  gegenseitigen  Unterstützung ­
  und  zur  Beförderung  der  Religiosität.  Der  Verein  hat  120
Mitglieder  und  110  Thlr.  Fonds.
BrnderschaftS-Armen-Stiftung  zu  Rees.
Sie  unterstützt  die  städtischen  Armen  ohne  Rücksicht  auf  die  Konfession,
        <pb n="98" />
        í)stt  ein  Kapital  von  12,000  Thlr.  und  bekommt  die  erforderlichen  Zuschüsse ­
  aus  der  Gemeinde-Kasse.
Brück  he  cosche  Arme-Studenten-Stiftung  zu  Emmrich.
Sre  hat  eine  jährliche  Einnahme  von  440  Thlr.,  welche  zu  Stipendien
sur  arme  Studirende  katholischer  Konfession  verwendet  wird.

Fr.  Brückmann,
Porzellanfabrik-Besitzer  zu  Deutz  schenkte  der  Stadt  im  Jahre  1853
r  ®  ::
2000  fnr  bie  liniere  @lnn(^tlmg  be^ibeH.  beWeit  #  Mbei
gegen  eme  jährliche  Vergnügung  von  130  Thlr.  die  Verfügung  über
eln  Zunmer  nnt  zwei  Betten  vor.  Vgl.  Hospital  zu  Deutz.  '
BrttcknerscheS  Stipendium.

Von  dem  Kaufmann  Johann  Samuel  Brückner  zu  Breslau  durch
Schenkung  von  500  Thlr.  im  Jahre  1818  begründet  und  für  einen  in
Breslau  studirenden  hülfsbedürftigen  jungen  Mann  bestimmt.

Brttderschafts-Sterbe-Lade  zu  Essen.
besteht  seit  1800,  hat  340  Mitglieder  und  2350  Thlr.  Vermögen.
Brüder-Berein  in  Berlin  zu  gegenseitiger  Unterstützung
Ein  im  Jahre  1814  von  etwa  32  jungen,  aber  fremden  jüdischen  Kaufleuten ­
  zu  gegenseitigem  Schutze  und  zu  theilnehmender  Fürsorge  in
jcoU)  und  Krankheit  gebildeter  Verein,  welcher  1843  Korporationö-Jiecí)te
  erhielt,  und  dessen  Vorsitzender  zur  Zeit  Leonor  Reichenheim
'st-  ,2&amp;gt;n  Jahr  1820  entstand  ans  der  Mitte  des  Vereins  eine  selbstständig ­
  in  ihren  Fonds  verwaltete  „Wittwen-  und  Waisen-Unterstützungs-Anstalt,"
  und  spater  ein  aus  deu  Frauen  der  Mitglieder  hervorgegangener
  „Frauen-Hülfs-Verein."  Der  Verein  schließt  keinen  Stand  itub
feinen  Glauben  ans;  er  hat  zahlreiche  Mitglieder  und  ein  Vermögen
von  60,300  Thlr.  Lesser  Joras  (t  1864)  legirtc  ihm  10,000  Thlr.
.  freiwilligen  Zeichnungen  znm  Betrage  von  32,000  Thlr.  soll
Cln  eignes  Grundstück  erworben  werden.  (Die  Versammlungen  werden
^ur  Zeit  im  Lokal  der  Gesellschaft  der  Freunde  gehalten).
Brninssche  Stiftung  zu  Emmerich,
l"r  arme  studirende  katholischer  Konfession  und  zur  Unterstützung
armer  Personen.  Jährliche  Einnahme  293  Thlr.
Frau  Brum  bey,
ñeb.  Horch,  Wittwe  (ş  1795)  des  Dr.  Brum  bey,  legirte  a)  dem
i»  î.Is-Werderschen  Gymnasium  zu  Berlin  ein  Kapital,  welches  sich
tiw  1  ^  1850  auf  25,330  Thlr.  belief;  die  Zinsen  werden  zu  Freistļ
  ' c î l  0' r  Äoglinge  des  Gymnasiums  verwendet;  b)  der  Nikolai-  und
Tj^len-Kirche  ein  Kapital,  dessen  Zinsen  an  verschämte  Arme  in
lerteljahrlichen  Raten,  nicht  unter  5  Thlr.  vertheilt  werden  sollen.  Im
        <pb n="99" />
        3«I)vc  1845  betrug  das  Kapital  1750  3#.,  die  Verwaltung  steht  dem
Propste  zu.  3
Brunnertsches  Legat  zu  Tangenniinde-Es
  datlrt  von  1624  und  rührt  von  dem  Bürgermeister  Jakob  Brun  ert
her.  Jährliche  Elnnahme  168  Thlr.,  die  in  drei  Portionen  zur  Verbesserung ­
  des  Elnkonlmcns  der  Geistlichen  verwendet  wird.
Buchpo  rusche  Stiftung.
Buchhorn  zu  Berlin  (+  1856)  vermachte  seiner  Vaterstadt
  Halberstadt  4000  Thlr.  als  eisernes  Kapital  mit  der  Bestimmung
dast  die  Zinsen  davon  für  einen  in  Halbcrstadt  geborenen,  auf  der
Akademie  der  Künste  in  Berlin  sich  der  Malerei,  Bildhauerei,  Architektur
  oder  Knpserstecherei  widmenden  jungen  Mann  verwendet  werden
pcmoaunß  bcg  imb  bic  ^críe^^m^g  be0  @6Knbim,,0
steht  dem  Magistrat  zu.
v.  Buchs  sches  Legat.
Bon  der  &amp;lt;1863)  in  Arm-nruh  vetstotbeuen  Fräulein  v.  Buchs  bei
8"  H»rp-rsd°rf  und  bet  Schule  zu  Armeuruh  mit  50  test.
lÄft  str  ÄÄÄ  Se/'  *"
ö.  Buchs  sches  Waisenhaus  zu  Hirschberg.
uņ"  5^*  Ehrlich  etwa  10  Waiseukiudet  Bettelei
»  5*0?  lU ' b  )slt  aU fe r  bcnt  Ģebaudc  und  Gartengrundstück  ein
Kapt  al-Letuwgeu  vau  10,600  Thlr.  Es  steht  nutet  Abmiuisttalwu
des  Rittergutsbesitzers  v.  Ucchtritz.
Bnddesche  Stiftung  zu  Mellrich  (Lippstadt).
Von  dem  im  Jahre  1852  verstorbenen  Dr.  med.  Bti  dde  herrührend.
¡f r  setzte  die  Kirche  und  Schule  seines  Geburtsorts  Mellrich  zii
Erben  seines  Nachlasses  ein  und  bestimmte,  dast  das  Vermögen  zilr
Creirnng  einer  Lehrerin-Stelle  für  weibliche  Jugend  und  zur  Errichtung
eines  Pensionats  für  junge  Mädchen,  um  in  allen  weiblichen  Haus-Arbeiten
  unterrichtet  zu  werden,  verwendet  werden  solle.  Für  die
Verwaltung  ist  ein  besonderes  Kuratorium  ernannt  und  der  Staat
führt  über  dieses  die  Aufsicht.  Der  Fonds  (zur  Zeit  4200  Thlr  )
soll  durch  Zuschlag  der  Zinsen-Ueberschüffe  auf  6000  Thlr.  gebracht
werden.  0  '
Bnd  ersche  Stiftung.
®er  «boote  Johann  Michael  Bubet  zu  Obet-Gutl  im  sächsischen
Amte  Slolpen  setzte  m  semen,  am  4.  Juli  1767  ettichteten  Testamente
dlc  „Eendische  Armuth  in  der  damals  zum  Kurfürstenthum  Sachsen
gehörigen  Lausitz  zum  Nnivcrsal-Erben  seines  Nachlasses  ein.  Die  Religion ­
  der  armen  Wenden  sollte  hierbei  keinen  Unterschied  machen;  die
Ortsgeistlichen  sollten  ein  richtiges  Verzeichniß  aller  wahrhaft  elenden
und  hülflosen  wendischen  Eingepfarrten  oder  derer  die  sich  sonst  freiwillig ­
  zur  wendischen  Kirche  hielten,  anfertigen  und  darin  nur  solche
        <pb n="100" />
        93

Ņîne,  Verlaffene,  Greise,  Waisen,  Gebrechliche  und  Kranke  aufnehmen,
,  [  I e  r  0  1  ^  verschulden  in  Dürftigkeit  leben  und  einen  überall
î^bllosen  Lebenswandel  führen,  auch  ihren  Unterhalt  weder  selbst  ver-—

im  Augnst  1828,  durch  die  inzwischen  eingegangenen  Zinsen  vermehrt
die  Legierung  zu  Frankfurt  27,095  Thlr.,  die  zu  9iegnitz  23,220  Thlr
m
nicht  durch  etatisirte  titelt  e  Antheil  wird,  soweit  derselbe
zum  Genusse  der  Stiftung  ^  wnbcbingt  vorzugsweise
boti  ßurlostci  für  bie  %  e  pcitbcii,  ober  burd)  Sa^mig
armen  Wenden  sich  verkm-.  ^^ankcnhause  zu  Ntesky  untergebrachten
, u  ,  wüchset.  Stiftung.
15.'  z  'isìitu
        <pb n="101" />
        94

Fonds  für  bedürftige  Schüler,  welche  in  einer  der  beiden  Kirchen  der
Parochie  eingesegnet  werden.  Es  wurde  dabei  gewünscht,  daß  „dieses
Samenkorn"  B  üch  sel-Stiftung  genannt  werde.  Der  General-Superintendent ­
  gali  hierzu  die  Genehmigung  und  vermehrte  das  Kapital  um
15  Thlr-  Man  will  den  Betrag  soweit  anwachsen  lassen,  daß  davon
erne  Freistelle  errichtet  werden  kann.  Am  Schluffe  des  Jahres  1864
belief  sich  das  Kapital  bereits  auf  187)  Thlr.
v.  Bülow  sche  Stiftung,
für  die  Armen  zu  Sarmsheim  (Kreuznach),  um  das  Jahr  1790  von
deni  Knrmainzschen  General  v.  Bülow  errichtet.  Kapital  2OOO  Gulden,
-verwaltet  von  dem  kathol.  Kirchcn-Rath  in  Münster  b.  B.
v  Biilowsches  Stipendium.
Von  der  Wittwe  des  Heinrich  v.  Bülow  geb.  Eulalia  v.  Veltheim
rm  -&amp;gt;ahrc  1648  mit  einem  Kapital  von  2000  Thlr.  Gold  gestiftet.
Dre  Hälfte  (40  Thlr.  Gold)  hat  ein  Studirender  der  Theologie,  die
Hälfte  ein  Studirender  der  Rechtswissenschaft  aus  der  Stadt  und  dem
Regierungs-Bezirk  Magdeburg  zu  genießen.  Die  Verleihung  steht  der
Rcgiernng  zu.  °
v.  Bll  low  sches  Vermächtuiß,
aus  dem  vorigen  Jahrhundert.  Kapital  3000  Thlr.  Die  Kinsen
werden  am  2(&amp;gt;.  Mal  jeden  Jahres  an  die  Armen  der  Stadt  Pasewalk

Gros  Billow  v.  Dennewitzsche  BlinbewllnterstützungS-Anstalt  zu  Königsberg
1819c#m,kncn@mf  0111010  b.  ^c,ulcloiufchc^,
0imk,i'l%iitem#,%,ißoit  im  3«^  1837  1)^0180^11^11,  bmWt
stc  die  Unterstützniig  der  erblindeten  Invaliden  aus  Ostpreußen  und
und  ihrer  Kinder.  Der  Fonds  besaß  im  Jahre  I860
41,.Ho  Thlr.  Kapitalien  in  Pfandbriefen  und  anderen  Effekten.  Gezahlt ­
  wurden  an  Geld-Unterstützungen  für  ganz  erblindete  Krieger  und
deren  Kinder  362  Thlr.,  an  dergl.  für  halb  erblindete  Krieger  881  Thlr.
Büngersche  Armen-Stiftung.
D-r  -mcritirt-  Pr-dig-r  August  Bļļugcrzu  Parcha,,  (Kreis  Jericho,o
schuiltc  1801  bet  dart,gru  Ar,,,,»  -,»  Hypothekeu-Kapital  vau  300  arili,
l&amp;gt;«j,n«B4  j«  4  PCI.  Dir  Zinsen  salle»  au  bk  Ortsarme»  in  bc»
erste,,  «  Tage»  e,»es  jebe»  Jahres  vertheilt  werbe»  aber,  wem,  bies
9t9c6tn  ^

v.  Büren,
s-  Central-Armen-Stiftung  für  die  ehemalige  Herrschaft  Büren.
Bürger-Grenadier-Bataillon  zu  Kolberg.
Schon  seit  Anfang  des  vorigen  Jahrhunderts  mußte  Jeder,  welcher
hier  das  Bürgerrecht  erwarb,  in  das  „Bürgcrgarde-Grenadier-Bataillon"
eintreten,  mit  einem  ihm  eigends  #öi%i,  Ober-  und  Untcr-Gewehr
vor  einem  Magistrats  -Depntirten  den  Eid  der  Treue  für  König  und
        <pb n="102" />
        95

Festung  ableisten  und  im  Frieden,  wie  bei  Kriegsgefahr  nöthigenfalls
Dienste  leisten.  Das  Bataillon,  bei  welchem  das  Reglement  für  die
Berliner  Bürgergarde  vom  31.  Oktober  1810  in  Anwendung  kommt,
X- 1 "  c . u  Zähren  1851  1856  reorganisier  und  hat  einen  Ehrenrath.
Ş  J"  " lcv  Belagerungen  bewährte  Haltung  des  zur  Zeit  aus  800  Mann
M  b “ ê  "'à'  'Ş-Ģ  B°ķ
Bürger-Hospital  zu  Bernstadt
WMM-Mñ
nähme  in  das  Hospital  auf  Vorschlag  des  Hospital-Vorsteher-Amts.
Bürger  Hospital  zu  Bitburg,
ein  altes  Institut  zur  Pflege  und  Heilung  alter  kranker  Bürger.  Es
nimmt  keine  Bürger  auf,  zahlt  aber  ans  seinen  Einkünften  Unterstützungen
  in  baar,  in  Naturalien  und  in  Kleidungsstücken.  Vermögen
12000  Thlr.  und  mehrere  Ländereien.  Jährliche  Ģesammt-Einnalime
etwa  3000  Thlr.
Bürger-HoSpital  zu  Brieg.
In  demselben  werden  50—60  verarmte  Bürger  und  Bürger-Wittwen
un  Alter  von  über  50  Jahren,  im  klebrigen  ohne  Unterschied  der  Konsesjlon
  aufgenommen  und  verpflegt.  Die  Anstalt  hatte  Ende  1861
vermögen  von  31,200  Thlr.  Legat  der  Fräulein  v.  Berville
It  1863)  von  200  Thlr.
Bürger-HoSpital  in  Delitzsch,
zm  Aufnahme  von  28—30  alten  verarmten  Bürgersleuten  beiderlei  Geschtechts
  und  verbunden  mit  einer  Kleinkinder  -  Bewahranstalt.  Jährliche ­
  Einnahme  2100  Thlr.
Bürger-Hospital  zu  Gumbinnen,
50  ^stsf C * V  i*5 tutition  öora  Dktbr.  1784  verwaltet.  Es  finden  darin
Anstalt  V qooo  §5, ûuen  à  Wittwen  Aufnahme  und  Pflege.  Die
320  Thlr  Zuschuşi^^ì'  Kapital-Vermögen  und  erhält  von  der  Stadt
Frübcr  im  Bürger-Hospital  zu  Killn.
eröffnete  ^800%'^âcilien-Klostcr,  vereinigt  diese  im  Jahre  1847

ihn
        <pb n="103" />
        96

stehendes  Haus  im  Werthe  von  mehr  als  3000  Thlr.  unter  der  Bedingung, ­
  daß  die  (spater  zur  Hebung  gelangten)  Einkünfte  dieses  Legats
zur  Pflege  der  Kranken  verwendet  werden  sollten.  Die  Oekonomic
und  Krankenpflege  wird  durch  29  barmherzige  Schwestern,  welche
Ordensgelübde  abgelegt  haben  und  eine  Klostergemeinde  bilden,  besorgt.
Die  Abtheilung  der  armen  Invaliden  nimmt  auch  Pensionaire  auf:
die  Pensionaire  der  ersten  Klasse  erhalten  den  ersten  Tisch  nach  dem
bestehenden  Speise-Regulativ  und  eine  Stube  für  sich  allein;  die  der
zweiten  Klasse  erhalten  den  zweiten  Tisch  und  werden  zu  drei  oder
vier  ans  einer  Stube  untergebracht;  die  der  dritten  Klasse  erhalten  den
dritten  Tisch  und  Wohnung  auf  den  allgemeinen  Sälen.  Besondere
Stiftungen  für  arme  Verwandte  in  dieser  Abtheilung  sind  die  des
Kaufmanns  Johann  Heinrich  Claren  (s.  d.)  und  die  des  Rentiers
Johann  Martin  Thaddäus  Rev  en  (t  1857).  Letzterer  vermachte  der
Arme»-Verwaltung  3000  Thlr.  behufs  Stiftung  einer  Freistelle  für
einen  Pensionair  2.  Klasse:  der  Aeltcste  der  Familie  hat  den  jedesmaligen ­
  Nutznießer  zu  ernennen.
Bürger  Hospital  zu  Münster,
s.  Magdalenen-Hospital.
Bürger  Hospital  zu  Neuerburg  (Bitburg).
Ein  altes  Institut,  welches  arme  Leute  mit  Geld-  und  anderen  Unter
stützungen  versieht.  Kapital  12,000  Thlr.  und  einige  Grundstücke.
Bürger-Hospital  (Gasthaus)  zu  Neust,
seit  1844  unter  Leitung  von  barmherzigen  Schwestern,  früher  ein
Nonnenkloster  zum  heiligen  Grabe,  auch  Sepulchriner-Klostcr  genannt.
Es  bezweckt  die  Aufnahme  und  Verpflegung  altersschwacher  und  znm
Selbstttnterhalte  unfähig  gewordener  Bürger  der  Stadt,  demnächst  auch
als  Krankenhaus  die  Verpflegung  von  Kranken  beiderlei  Geschlechts
ohne  Unterschied  der  Konfession.  Das  Hans  zählt  jährlich  etwa  180
Kranke  und  die  Unterhaltungskosten  des  Einzelnen  betragen  70  bis
80  Thlr.  Jährliche  Einnahme  14,000  Thlr.  worunter  1600  Thlr.
Zinsen  vom  Kapital-Vermögen.
Bürger-Hospital  (zu  St.  Johann)  in  Schweidnitz,
für  30  Personen.  Jährliche  Ausgabe  2600  Thlr.  Zur  stiftnngömäßigen
  Vertheilung  an  die  Inquilinen  c.  200  Thlr.  Zinsen  von  Stiftungs-Kapitalien. ­
  Vermächtnis  des  Partikulier  Becker  (1863)  von
5000  Thlr.  Vgl.  Scheil.
Bürger-Hoöpital  zum  h.  Geist  in  Lteinan.
Es  verpflegt  jährlich  etwa  12  Personen.  Das  Vermögen  der  Anstalt
besteht  in  5200,  die  jährliche  Einnahme  in  340  Thlr.
Bürger-Hospital  zu  Wehlan.
Es  nimmt  18  alte  und  verarmte  Bürger  auf,  und  gewährt  ihnen  freie
Wohnung,  Brenn  -  Material  und  sonstige  Unterstützungen.  Vermögen
1000  Thlr.
        <pb n="104" />
        Bürger-Krankenhaus  auf  der  Aue  zu  Elberfeld.
SSSMŞ
»  •»  la .  “ nb  ,u  essen.
*mnS 9 ™  äUia """ C "  9rtn,t "'  114  Mitglieder  und  1270  Thlr.
t  BNr,er.Reļļ»»gs.A„staI&amp;gt;  ,u  Breal.u.
ŞşşiWSS
ÄÄ j  airee  ìä”  r  ir
Bürgerversorgnngs-Anstalt,  Darlehns-Kasse,  Krullsche  Fundation  rc.  '
Bürger-Rettungs-Anstalt  zu  Raumburg  a.  S.
Uní n . tCr .  °şş'""ich°r  Berwaltung  und  hat  8000  Thlr.  B-rm-g-n.
Ni^.?  şi"ut  ñlebt  an  hleftge,  unverschuldet  in  ihren  Erwerbs-Berhälttrage
  van  15-200  T°hà"""°^"  unverzinsliche  Darlehne  im  Be-_
  f  Bürger-Rettungs-Jnstitut  zu  Berlin.
MV
hatte  das  Institut  8«,  u  ,&amp;gt;0 °  ^^)lr.  u.  s.  w.  Im  Jahre  1861
Familien  mit  12  861  "Agende  Mitglieder;  unterstützt  wurden  72
l5osmar,  Becker  '(S^c  '  ^gl.  Hache,  v.  Kirch  eisen,  Nicolai,  Kagel,
ßsSZZM
Preuß.  Landbuch.  _
        <pb n="105" />
        98

'

Bllrger-Nettungs-Jnstitut  zu  Hirschberg.
Es  besteht  seit  1835  und  hatte  Ende  1864  ein  Vermögen  von  4676
Thalern.  Sein  Zweck  ist,  in  Roth  gerathenen  Handwerkern  zinsfreie
Darlehne  von  10—50  Thlr.,  welche  m  monatlichen  Raten  zurückzu-  ;
zahlen  sind,  zu  gewähren.  Im  Jahr  1864  wurden  61  Handwerker
mit  Darlehnen  im  Gesammtbetrage  von  2495  Thlr.  versehen.
Bürger  Rcltiings  Institut  zu  Magdeburg.
Es  ist  1825  in  Wirksamkeit  getreten  und  besitzt  in  Folge  ansehnlicher  Vermächtnisse ­
  von  Morgenstern,  Kricheldorf,  Jäckel  rc.  ein  Vermögen ­
  von  12,000  Thlr.  Handwerker  bleiben  so  lange  ausgeschlossen,
als  für  sie  der  „Kredit-Verein  für  Handwerker"  am  Orte  besteht.  Im
Jahr  1861  belief  sich  die  Einnahme  an  Zinsen  und  freiwilligen  Beiträgen ­
  auf  1927  Thlr.
Bllrger-RettungS-Jnstitut  zu  Löwenberg.
1842  von  dem  dortigen  Gewerbe-Verein  begründet.  Im  Jahre  1864
waren  Einnahmen  3040,  Ausgaben  2950  Thlr.;  an  132  Bürger
wurden  zinsfreie  Vorschüsse  von  5  —  30  Thlr.  gegeben.  Kapital-Vermögen ­
  1140  Thlr.,  wozu  hauptsächlich  die  von  jedem  neu  anziehenden
Bürger  mit  je  2  Thlr.  zu  entrichtenden  Gaben  beitragen.
Bürger-Rettungs  Institut  zu  Potsdam.
Gestiftet  von  der  philharmonischen  Gesellschaft  und  dem  Rechnungsrath
Pittclko,  ist  dieses  Institut  durch  Kabinets-Ordre  vom  23.  Juli  1835
bestätigt,  und  sind  demselben  die  Rechte  einer  moralischen  Person  beigelegt. ­
  Der  Fonds,  welcher  durch  Geschenke  und  Beiträge  gebildet  und
vermehrt  wird,  unterstützt,  nach  erfolgter  sorgfältiger  Prüfung  durch
eine  aus  12  Bürgern  und  Einwohnern  bestehende  Prüfungs-Kommission,
auf  zweierlei  Art:  a)  durch  Unterstützungen,  welche  nach  Bedürfniß  von
den  Mitgliedern  verwendet  werden;  b)  durch  zinsfreie  Darlehen.  Die
Mitgliedschaft  erwirbt  man  durch  ein  Geschenk  von  50  Tblr.  oder
durch  einen  jährlichen  Beitrag  von  2  Thlr.  Am  22.  März  1864  wurden ­
  11  Unterstützungen  in.  Betrage  von  zusammen  520  Thlr.  bewilligt.
Bürger-Rettungs-Institut  in  Sonneuburg.
Aus  den  Fonds  desselben  werden  jährlich  30  Thlr.  an  einen  verarmten
Handwerker  zur  Wiederbelebung  seines  Geschäfts  gezahlt.
Bürger-Rettungö-Jnstitut  zu  Templiu.
Es  kommt  seinen  Mitgliedern  in  Geldverlegenheiten  durch  Darlehue
zu  Hülfe.  Mitglied  ist,  wer  ein  für  allemal  2  Thlr.  scheukt,  oder  monatlich ­
  2 r 1  Sgr.  zahlt,  oder  ein  einmaliges  Darlehen  von  5  Thlr.  oder
fortlaufende  Darlehue  von  vierteljährlich  7  '  Sgr.  zur  Vereins-Kasse
macht.  Der  Verein  hat  800  Thlr.  Kapital-Vermögen.
Bürger-Rettungs-  und  Untcrstützungs  Anstalt  zu  Pleschen.
Im  Jahre  1855  von  einem  Verein  begründet,  hat  sic  nach  bem  von
der  Königl.  Regierung  bestätigten  Statut  vom  7.  Januar  1857  den
Zweck,  in  Roth  gerathene  Bürger  durch  Darlehen  zu  unterstützen.  In
        <pb n="106" />
        99

7*

à.9^7"  1864  wurden  324  Darlehne  zurückgezahlt,  ohne
daß  die  Burgen  rc.  hatten  in  Anspruch  genommen  werden  dürfen.  Jährliche ­
  Einnahme  und  Ausgabe  etwa  2000  Thlr.
Bürger-Stift  zu  Potsdam.
MZMŞ
Bürger-Stipendium  zu  Neu-Ruppin
Iti::  Wì  te  ::!  L  í
liehm"^"  Ņurgersohn  aus  Ncu-Ruppin  vom  dortigen  Magistrat  ver
Bürger  Unterstiitzungs-Fonds  zu  Glogan.
Ein  städtischer  Fonds,  desien  Ausgaben  sich  ans  jährlich  3—400  Thlr
belaufen.  v
Bürger  UnterstittznngS  und  Rettungs-Anstalt  zu  Bunzlau.
«î'.àl  Fonds  von  3»  Thlr.  begründet,  hatte  sie  bis  End-  1864
j  in  der  «esanimi.Summe  von  136,681
Bürgcr-Untersttttzungs-Berein  zu  .Halle.
WZSķs
SŞZKM
^  Darlehen  von  zusammen  2773  Thlr.  verabreicht.
für  G-werbtràeà"à"^"?'?à  *"* W&amp;lt;lļi '
1862  an  197  Darlelm  «: ba *.. 3sl ^ r  1850  begründet,  hatte  er  im  Jahre
Ganzen  2494  Thlr.  ausgàhm"  ^ cträstc  ü0lt  ' c  5  faiö  45  Thlr.,  in,
chtf  (Wnf  sifx  *  ,,  Burger  Bercin  zu  Barmen,
        <pb n="107" />
        100

Bürger-Verein  zu  Wesel,
zum  Zweck  der  Unterstützung  in  Krankheits-  und  Todesfällen.  Er  hatte
im  Jahre  1861  117  Mitglieder,  welche  unter  25  Jahren  5  Sgr.,
über  25  Jahren  2  Thlr.  Eintrittsgeld  und  monatlich  5  Sgr.  Beiträge
zahlten.  Kassenbestand  440  Thlr.
Bürger-Verein  zur  Eintracht  in  Bonn.
Im  Jahre  1852  unter  dem  Vorsitz  des  Geh.  Raths  Sell  gegründet,
besteht  er  in  150  Mitgliedern,  hält  gesellige  Zusammenkünfte,  und  das
ev.  Hospital  (s.  Friedrich-Wilhelms-Stiftung)  und  die  in  diesem  bestehenden ­
  Freibetten  verdanken  ihm  hauptsächlich  das  Dasein.  Jedes
Mitglied  zahlt  wöchentlich  1  Sgr.
Bürger-Versorgungs  Anstalt  zu  Breslau.
Im  Jahre  1845  von  einem  Verein  begründet,  um  fleißigen  und  unbescholtenen, ­
  ohne  ihr  Verschulden  verarmten,  oder  durch  Altersschwäche
und  Krankheit  erwerbsunfähig  gewordenen  Bürgern  der  Stadt  ohne
Unterschied  der  Religion  im  Alter  ein  unentgeltliches  Unterkommen  zu
verschaffen.  Rach  dem  Statut  vom  26.  Juli  1844  kaun  Jeder,  Frauen
nicht  ausgenommen,  Mitglied  des  Vereins  werden,  der  einen  beliebigen
jährlichen  Geldbeitrag  zur  Bereinskasse  entrichtet.  Die  in  die  Anstalt
Aufzunehmenden  müffen  mindestens  55  Jahr  alt,  unbescholten,  20  Jahre
Bürger  von  Breslau,  unverschuldet  in  hülfsbedürftige  Lage  gekommen,
zur  Erwerbung  ihres  Unterhalts  nicht  mehr  fähig  sein  und  keine  vermögende, ­
  zu  ihrer  Verpstegung  gesetzlich  verpstichtctc  Verwandte  haben.
Ist  der  Aufzunehmende  verheirathet,  so  wird  ihm  auch  wohl  gestattet,
seine  Ehefrau,  w"nn  sie  das  50ste  Lebensjahr  zurückgelegt  hat  und  den
obigen  Erfordernissen  entspricht,  mit  zu  bringen;  Kinder  werden  nicht
aufgenommen.  Auch  Bürgerinnen  sind  aufnahmefähig,  wenn  sic  das
55ste  Jahr  vollendet  haben,  wenn  sie  entweder  selbstständig,  oder  als
Ehefrauen  oder  Wittwen,  einschließlich  der  Bürgerrechtszeit  des  verstorbenen ­
  Mannes,  20  Jahre  das  Orts-Bürgerrecht  besessen  haben  und
den  obigen  Erfordernissen  entsprechen.  Bürger,  welche  der  Religion
wegen  (Israeliten)  oder  wegen  Ekel  erregenden  Gebrechen  und  chronischen ­
  Krankheiten  nicht  aufgenommen  werden  können,  obwohl  sie  sonst
sich  zur  Ausnahme  eignen  würden,  erhalten  jährlich  10  Thlr.  Wohunttgsgeld
  und  die  den  Aufgenommenen  zustehende  Kompetenz.  Die
Anstalt  hat  Korporationsrechtc,  Sportel-  und  Stempelfreiheit,  steht  unter
Aufsicht  des  Magistrats  und  wird  von  einem  Vorstande  verwaltet,  der
aus  einem  Dirigenten  und  fünf  Mitgliedern  besteht.  Im  Jahre  1862
hatte  die  Anstalt  ein  Vermögen  von  71,000  Thlr.  in  Effekten  und
13,700  Thlr.  baar;  Anstaltsgcnossen  waren  50.
Bürger-Waisenhauö  zu  Münster.
Ein  altes  Institut  zur  Erziehung  verwaiseter  katholischer  Bürger-Kinder
der  Stadt.  Es  finden  darin  etwa  40  Knaben  und  Mädchen  Aufnahme.
Die  Anstalt  hat  einige  Grundstücke  und  117,000  Thlr.  Kapital-Vermögen. ­
  Von  ihren  Ueberschüsien  werden  arme  Waisen  auch  außerhalb
        <pb n="108" />
        101

àş?.  "Uterstützt  und  200  Thlr.  jährlich  ber  dortigen  katholischen
Klemkinderbewahr-Anstalt  gezahlt.
Bürger-WittwenhauS  zu  OelS
Bltrger  Zeche  zu  Steinau.
WLSMK-'SLş
Bllrknersche  Familien-Stiftung.
^EtlweBürkner,  Friederike  geb.  Eckert  zu  Berlin  (+  1844)  leairte
12,500  Thlr.,  wovon  der  Sohn  Johann  Ludwig  Bürkner,  so  lange
er  lebt,  die  Zinsen  zu  erheben  hat.  Nach  seinem  Tode  fallen  die  Zinsen ­
  an  seiiw  Kinder  oder  Kindeskinder  den  Stämmen  nach  zu  gleichen
Theilen.  .  Sobald  eines  der  Kinder  das  30fte  Jahr  zurückgelegt  hat,
erhält  dasselbe  von  dem  Kapital  so  viel,  als  wovon  es  zuletzt  die  Re'
venüen  zn  erhalten  hatte,  zum  freien  unbeschränkten  Eigenthum,  nimmt
aber  sur  sich  und  seine  Descendenten  an  den  Revenuen  des  Rest-Ka-3»biefer^c^c^irbfo[mefort9efo^reH,

jungte  fttnb  des  Johann  Ludwig  Bürkner  das  30ste  Jahr
zurückgelegt  hat.  An  die  Stelle  derjenigen,  welche  vor  dem  30  sten
e  enìja)re  verstoiben,  treten  immer  seine  Descendenten  den  Stämmen
(LiSeo  163)  "Haltung  des  Fonds  ist  dem  Stadtgericht  übertragen.
iu  58  r  h  Ş-  L.  Bütow,
SSiaHicsttrs.  rr  s  ss
m  x .  Büttn  er,
*  9et  ru  Groß-Schwechten  bei  Stendal  schenkte  (1863)  zum  An-
        <pb n="109" />
        102

i

denken  an  seine,  zu  Wusterhausen  a.  D.  verstorbenen  Eltern  der  Kirche
an  letzterem  Orte  eine  Niederschlesisch-Märkische  Eisenbahn-Obligation
über  100  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  dast  aus  den  jährlichen  Zinsen
dürftigen  unbescholtenen  Brautpaaren  am  Tage  der  Trauung  ein  Gebetbuch ­
  geschenkt  werde.
Biittnersches  Schul-Stipendium  zu  Potsdam,
von  jährlich  7  Thlr.,  die  ein  für  alle  Mal  an  einen  Gymnasiasten
verliehen  werden.
Bulle-Günthersches  Stipendium  zu  Nauen.
Der  Bürgermeister  Bulle  vermachte  ums  Jahr  1604  500  Thlr.  und
der  Zlcsemeister  Günther  300  Thlr.  zu  einem  Stipendium.  Der
,ronds  beträgt  jetzt  an  4000  Thlr.  und  das  Stipendium  wird  an  Söhne
besoldeter  Magistratspersonen,  Geistlichen  und  Lehrer,  event,  an  Bürger-Söhne ­
  aus  Nauen  auf  1  Jahr  von  dem  dortigen  Magistrat  unter
Zuziehung  des  Ober-Predigers  vergeben.
Benny  B  n  r  ch  a  r  d  t,
Kaufmann  zu  Landsberg  a.  W.  und  seine  Gattin  begründeten  im  Jahr
1858  ein  Stipendium  für  junge  Gewerbebeflissene  und  Techniker.  Au
der  Spitze  des  Kuratorii  steht  der  Bürgermeister  von  Landsberg  a.  W.
Dre  Verleihung  erfolgt  auf  3  Jahre  an  Söhne  solcher  Personen,  welche
wenigstens  3  Jahre  ins  Landsberg  ihren  Wohnsitz  gehabt  haben  und
zum  Besuch  einer  Preußischen  Gewerbeschule  oder  des  Gewerbe-Instituts ­
  genügend  vorbereitet  sind.  Die  Stiftung  hat  die  Rechte  einer
juristischen  Person  und  1000  Kapital.  Neben  derselben  ist  eine  Stiftung ­
  von  4000  Thlr.  mit  der  Bestimmung  gegründet,  daß  von  denl
K.  Ministerium  für  Handel,  Gewerbe  und'  öffentliche  Arbeiten  aus  den
Zinsen  an  Zöglinge  des  Gewerbe-Instituts  jüdischen  Glaubens  ein
Stipendium  verliehen  werden  soll.  Die  Berleihnng  erfolgt  am  25.  Januar ­
  von  dem  Ministerium  auf  den  Borschlag  des  Direktors  des  Gewerbe-Instituts ­
  der  Art,  daß  der  Genuß  desselben  mit  dem  1.  Oktober
des  vorhergehenden  Jahres  beginnt.  Bei  der  Bewerbung  haben  diejenigen ­
  den  Vorzug,  welche  mit  dem  Stifter  oder  dessen  Ehefrau  dem
Grade  nach  am  nächsten  verwandt  sind.  Bei  dem  Mangel  an  verwandten ­
  Bewerbern  haben  diejenigen  den  Vorzug,  welche  zur  Zeit
der  Bewerbung  ihren  Wohnsitz  in  Landsberg  a.  W.  und  falls  auch
solche  nicht  vorhanden  sind,  diejenigen,  welche  in  Sonnenburg  ihren
Wohnsitz  haben.  Fehlt  es  an  solchen  Bewerbern,  so  entscheidet  die
größere  Bedürftigkeit  sowie  die  bessere  Qualifikation  und  moralische
Führung.  Auch  dieser  Stiftung  ist  die  landesherrliche  Genehmigung  ertheilt, ­
  und  sind  ihr  die  Rechte  einer  juristischen  Person  verliehen'.  Noch
schenkte  Benny  Burchardt  der  Stadt  Sonnenburg  zu  einer  Armen-Stiftnng
  400  Thlr.,  deren  Zinsen  alljährlich  an  Bedürftige  vertheilt
werden  sollen.
Burghardtsche  Anssteuer  Stiftung.
Beate  Burg  Hardt  geb.  Löwe  (f  1844  zu  Breslau)  legirte  der  Judengemeinde ­
  daselbst  2500  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen
        <pb n="110" />
        103

einer  armen  Waise  jüdischen  Glaubens  von  unbescholtenem  Rufe  bei
ihrer  Verehelichung  als  Mitgift  verabreicht  werden  sollten.
Gräflich  Burghanft-Badewitzer  Stiftung.
Die  Gräfin  Sophie  v.  Burg  häuft  (f  29.  Juli  1846)  errichtete  mit
den  Rittergütern  Badewltz  und  Neudorf  (Kreis  Leobschütz)  und  einigen
dozn  gehörigen  Rnstlkal-Grnndstücken  eine  Stiftung  für  immerwährende
Z°&amp;gt;t°n  iuc  ab«  ersi  später  ms  Scheu  getreten  ist.  Zweck  der  Stiftung
WŞMZM
zu  gewahre».  Die  Benestelatui  hat  beim  Antritt  der  Stiftung  l(X)  Thlr.
nnd  von  da  ab  alljährlich  noch  aus  den  Revenüen  200  Thlr.  zur  Bildung ­
  eines  Fonds  für  die  zukünftige  Verbesserung  der  Stiftung,  namentlich ­
  auch  zur  Ausführung  von  Hauptbauten  gerichtlich  zu  deponireu
und  25  Thlr.  jährlich  zur  Armenpflege  zu  verwenden.  Der  Betrag
des  Genusses  belief  sich  im  Jahre  1847  auf  etwa  600  Thlr.  Die
Stiftung  führt  den  Namen  „Gräfin  Sophie  Konradine  v.  Burghauß-Badewitzer
  Stiftung"  und  steht  unter  Aufsicht  der  Regierung  zu
Appeln.
Esther  Burgheim,
geb.  Müller  zu  Glogau  (+  am  22.  Mai  1823),  setzte  1200  Thlr.
in  Schles.  Pfandbr.  aus,  deren  Zinsen  theilweise  zur  Abhaltung  gewipei
  Zellgläser  Andachten  und  zur  Entschädigung  für  den  Testaments-Exekutor,
  theilweise  aber  auch  und  zwar  a)  mit  12  Thlr.  für  die  Arliti'v
  IL  oßoucr  Judengemeinde,  nach  dem  Absterben  der  principajüdische
  Ģelehrke,  die°ÄLn7gàşi^ri.e^n;"L  R:
v  Ax r  uuter  indische  Arme  am  Sterbetage  der  Erblasierin
Testaments-Exekutor  verwendet  werden  sollen.  —  Ferner
%  1 lc  800  Thlr.  m  achtes.  Pfandbr.,  deren  Zinsen  alljährlich  durch
runàlk^l'l^^ckutor  zur  Stärkung  der  schon  im  Wege  der  Besieli.-li.p.
  *  m  h $ en  ormen  sanken  der  Juden-Gemeinde  zu  Glogau  be-Ueblg
  verwendet  werden  sollen.
%  Burg-Kirche  zu  Königsberg,
SM«
Burg.Schule  zu  Königsberg,
von  dem  großen  Kurfürsten  im  Jahre  1664  im  Interesse  der  deutschreformlrten
  Gemeludm  des  damaligen  Herzogthnms  Preußen  begründet, ­
  seit  18j9  Real-Schule  erster  Ordnung.  Die  Anstalt  hat  einen
        <pb n="111" />
        104

eigenen  Pensions-Fonds  mit  einem  Vermögen  von  3300  Thlr.  Val.
Johann  Konrad  Fischer.
Burkardsche  Stiftung.
von  dem  Pfarrer  Burkard  zu  Ulmen  (Kochern)  herrührend.  Kapital
1000  Thlr.  Die  Zinsen  sind  zur  handwerksmäßigen  Ausbildung  junger
Leute  bestimmt.
Bursa-  M  out  is  -  Stiftung  zu  Wesel.
Eine  alte  Stiftung-  für  deren  Rechnung  die  Stadt  jährlich  16}  Thlr.
in  zwei  Raten  an  einen  bedürftigen  studirendcn  katholischen  Jüngling
als  Stipendium  zu  zahlen  hat.
von  dem  Busschesches  Stipendium,
für  studirende  junge  Leute  aus  Halberstadt.  Es  besteht  in  jährlich
5O  Thlr.  Gold  und  wird  von  der  Regierung  zu  Magdeburg  vergeben.
Bus  fesches  Vermächtniß,
von  2O0  Thlr.,  von  den  Oekouomie-Inspektor  David  Busse  am
26.  Novbr.  1785  gestiftet.  Die  Zinsen  sollen  zu  Schulgeld  für  arme
Kinder  in  Daber  (Kreis  Randow)  verwendet  werden.
Buthsches  Vermächtniß.
Die  Ehefrau  des  Eigcnthümers  Buth,  Marie  Elisabeth  geb.  Borchardt,
  setzte  ihren  Mann  zum  Erben  ihres  Vermögens  unter  der  Bedingung ­
  ein,  daß  er  aus  seinem  Nachlasse  dereinst  ein  Kapital  von
4000  Thlr.  zur  Unterstützung  der  Armen  und  der  armen  Schulkinder
in  der  Dorfschaft  Hagen  anweisen  und  auszahlen  lasse.  Buth  starb
im  Jahre  1834,  das  Legat  ist  im  Jahre  1840  zur  Hebung  gekommen.
Ein  aus  dem  Pfarrer  der  Nikolaikirchc  in  Mollin,  aus  dem  Pfarrer
der  St.  Georgenkirche  daselbst  und  aus  drei  rechtlichen  unbescholtenen,
christlich  gesinnten  Eigenthümern  der  Dorfschaft,  welche  von  sämmtlichen
Eigenthümern  aus  ihrer  Mitte  zu  erwählen,  bestehender  Verwaltungs-Rath
  beschließt  über  die  Angelegenheiten  der  Stiftung  unter  Aufsicht
der  Regierung  zu  Stettin.  In  der  Regel  sollen  nur  die  zur  Zeit  der
Stiftung  schon  vorhanden  gewesenen  Armen  berücksichtigt  werden.
Joachim  Buth  e  ni  ns,
widmete  2000  fl.  Poln.  für  zwei  arme  Pommersche,  insbesondere  ans
Stettin  gebürtige  Studirende,  damit  sie  bei  der  Universität  Königsberg
die  Kommunität  genießen  könnten.  Das  Stipendium  wird  auf  zwei
Jahre  verliehen;  das  Kapital  betrug  1838  (Koch  II.  550.)  791}  Thlr.,
die  zu  den  beiden  Stipendien  zu  verwendende  Summe  jährlich  35}  Thlr.
Buvrettescheö  Legat,
bei  der  französischen  Gemeinde  zu  Berlin.  Kapital  23,475  Thlr.,  aus
dessen  Zinsen  Unterstützungen  zu  50  Thlr.,  theils  au  französische  und
theils  an  deutsche  verschämte  Arme  gezahlt  werden.
        <pb n="112" />
        v.  Byla,
Rittergutsbesitzer  und  Lieutenant  zu  Nordhausen,  schenkte  (1856)  der
Gemeinde  Uthleben  in  der  Grafschaft  Stolberg-Stolberg  1000  Thlr.
mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  dieses  Kapitals  akljährlich  an
20  Arme  vertheilt  werden  sollen.

Labane  ssche  Vermächtnisse.
Fräulein  Katharine  «  Cabanes  (ş  1843)  s-tzi-  di-  Armen  der  Ge-Anse"
  a  4  pCt.  zur  Unterstützung  von  vier  armen  Jünglingen,  welche
sich  dem  katholisch-gelstlichen  Stande  zu  widmen  gedenken,  verwendet
werden  sollen.  Zn  Kollatoren  dieser  Studien-Stif'tung  sind  die  beiden
kath.  Pfarrer  zu  Straelen  und  Wachtendonk,  zum  Verwalter  des  Stiftungs-Fonds ­
  der  Armen-Rendant  in  Straelen,  zum  Genusie  der  Stipendien ­
  Studirende  der  Theologie  aus  den  Gemeinden  Straelen  und
Wachtendonk,  in  deren  Ermangelung  aber  auch  ans  den  übrigen  Ortschaften ­
  des  Landkreises  Geldern  berufen,  l»)  10,000  Thlr.,  deren
Zinsen  à  4  pCt.  zum  vierten  Theile  zur  Unterstützung  armer  verwaiseter
  oder  verwahrloseter  Kinder  aus  der  Gemeinde  Wachtendonk  zu
verwenden  sind,  c)  8500  Thlr.,  von  deren  Zinsen  à  140  Thlr.  die
àchc  zu  Wachtendonk  40,  die  Armen  daselbst  100  Thlr.  erhalten  sollen.
2..!'ĶThlr.  für  die  Kirche  in  Straelen.  Bon  den  Zinsen  ist  die
Halste  jährlich  ans  Anweisung  des  Orts-Pfarrers  zur  innern  Verzierung
  der  Kirche  zu  verwenden,  c)  2000  Thlr.  an  das  Kloster  zu
Esten,  genannt  In  congregation!  de  notre  Dame.
Salan  iÄalai,)skbes  Stipendium  zu  Königsberg.
Í?  w. ÖOn :  dem  K.  Rath  und  Ober-Sekretair  Daniel'Ealau  (Kaşelnc
  şiudlrenden  Descendenten  und  in  Ermangelung  solcher
ür  Wlttwen  und  Waisen  seiner  Verwandtschaft  gestiftet.  Verwaltet
wird  dre  Stiftung  bei  dem  Stadtgericht.
,  Calenbergschl-  Stiftung  zu  Münstereifel,
sur  den  Unterricht  armer  Kinder.  Einkommen  400  Thlr.
q,  ^"wpesches  Wittwenhans  zu  Halberstadt,
siebt  bem  ormcn  Wittwen  bestimmt.  Die  Berwallung
.  %  Tansteinsche  Bibel-Anstalt.
BibĶusSà'ÄzukŞ.  à'/  A.şi
54  700^Thlr  °"  1 0,000  Xtļlr.  ein  und  hat  ein  Vermöge»  von
        <pb n="113" />
        König!.  Baurath  und  Stadt-Aeltcster  zu  Berlin,  schenkte  im  Jahre  1932
der  dortigen  Armen-Schul-Verwaltung  121  Thlr.  und  bestimmte  im
Jahre  1940,  daft  die  Zinsen  dieses  Kapitals  alljährlich  zuni  Ankauf
von  Bibeln,  Gesangbüchern  und  andern  kleinen  Geschenken  für  5  arme
Schulkinder  verwendet  werden  sollten.  Das  Kapital  hatte  sich  im  Jahre
1960  bis  ans  200  Thlr.  in  Stadt-Obligationen  vermehrt,  und  die
Zinsen  betrugen  7  Thlr.
Gustav  Carganico,
Kaufmann  zu  Fricdebcrg  a.  Q.  (f  5.  Dccbr.  1962)  hinterliess  den
i'oitiqcn  Ortsarmcn  einen  schlesischen  Pfandbrief  von  500  Thlr.  mit
der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  alljährlich  am  5.  December  an  unbescholtene ­
  Arme  beider  Konsessionen  in  Friedeberg  a.  Q.  vertheilt  werden ­
  sollen.
v.  Carnitzsche  Stiftung
Der  Kämmerer  und  St.  Johanniter-Ordens-Kanzler  Adolph  Graf
v.  Carnitz  (+  1909)  bestimmte  ein  Hypotheken-Kapital  von  50,000
Thlr.  zu  einer  Familien-Stiftung  unter  dem  Namen  der  v.  Carnitzschen,
  mit  der  Maßgabe,  daß  die  eine  Hälfte  der  Zinsen  jährlich  mit
1000  Thlr.  dem  ursprünglichen  Kapital-Fonds  zu  ewigen  Zeiten  zuwachsen, ­
  die  andere  Hälfte  aber  nebst  den  Zinsen  des  sich  jährlich  um
1000  Thlr.  vermehrenden  Zuwachses  von  den  Söhnen  der  t  Schwester
des  Stifters,  der  verehelicht  gewesenen  Freiin  v.  Haxthausen  und
den  männlichen  Nachkommen  dieser  v.  Haxthanscnschen  Söhne,  und
zwar  in  einer  bestimmten  Folge-Ordnung,  wenn  aber  diese  von  dem
Stifter  angegebene  Folge-Ordnung  aufhört,  nach  dem  Rechte  eines
männlichen  Familien-Majorats  erhoben  und  genosien  werden  solle.  Bedingung ­
  der  Erbfolge  in  die  Stiftung  ist,  daß  der  jedesmalige  Inhaber
derselben  seinem  Namen,  den  Namen  v.  Carnitz,  und  seinem  Wappen
das  alte  adelige,  nicht  das  neu  vermehrte  Grästich  v.  Carnitzsche
Wappen  hinzu  fügt.  Für  den  Fall,  daß  die  männliche  Nachkommenschaft ­
  der  v.  Haxthanscnschen  Söhne  ganz  anssterbcn  möchte,  sollen
die  jedesmaligen  Einkünfte  nach  Abzug  der  dem  Kapitale  zuzulegenden
1000  Thlr.  zur  Hälfte  zur  Unterstützung  unbemittelter  adeliger  Töchter, ­
  und  zur  Hälfte  zur  Unterstützung  von  Kindern  armer  Eltern,  welche
sich  Handwerken  oder  Künsten  widmen,  während  ihrer  Lehrjahre  verwendet ­
  werden.  Die  Aufsicht  führt  das  Appcllationsgcricht  in  Stettin.
Die  landesherrliche  Bestätigung  ist  der  Stiftung  unter  dem  29.  Sept.
1910  mit  der  Bestimmung  ertheilt,  daß  die  geordnete  jährliche  Bcrmehrung
  des  Kapitals  um  1000  Thlr.  auf  '  200  Jahre  beschränkt
sein  soll.
Caroscbe  Stiftung.
Der  Kaufmann  Moritz  Isaak  Caro  zu  Breslau  begründete  durch  Vertrag ­
  mit  den  Vorstehern  der  "dortigen  Synagogen-Gemeinde  voin  26.
Juli  1959  eine  Stiftung  zur  Beschaffung  von  Wohnungen  für  unbemittelte ­
  Personen  jüdischen  Glaubens,  die  das  50ftc  Lebensjahr  bereits
        <pb n="114" />
        107

überschritten  haben,  und  zwar  zunächst  für  einen  geringen  Miethszins,
spater  unentgeltlich.  Die  Synagogcn-Gemeinde  überließ  der  Stiftung
die  ausschließliche  Benutzung  des  ehemaligen  Hospitals,  Wallstraße  19.,
gegen  Zahlung  von  6000  Thlr.  Caro  richtete  das  Gebäude  für  den
^tļftungszweck  ein,  überwies  der  Synagogen-Gemeinde  ein  Kapital
=;=.%  LLL&amp;gt;:7c
ptt-l  g-schkg-,,  Baben  sollten  b«  dnff-lb-  di-  Höh-  v°„  3000  Thlr.
UMZUM
von  loOO  Thlr.  mit  der  Bestttnmung  aus,  daß  das  Dokument  bei  der
israelitischen  Gemeinde  deponirt  bleibe  und  von  den  Zinsen  jährlich
5  Thlr.  an  das  Blinden-Jnstitut,  5  Thlr.  an  das  Taubstummen-Jnstitut,
  10  Thlr  an  die  jüdische  Industrie-Schule  gezahlt  werden;  der
Rest  war  für  religiöse  Zwecke  bestimmt.
Casper,
Geh.  Ober-Medicinal-Rath,  Physikus  und  Professor  zu  Berlin  (7  1864)
setzte  m  seinem  letzten  Willen  die  Königl.  Friedrich-Wilhclms-Univcrsität
unter  der  Beschränkung  zur  Erbin  ein,  daß  seine  Kinder  oder  seine
weitere  eheliche  Descendenz  lebenslänglich  den  Nießbrauch  seines  gelammten ­
  Nachlaßes  haben,  und  mit  der  Bestimmung,  daß  von  den  Ge-.vàîlikuttften
  des  Vermögens,  wenn  es  der  Universität  zugefallen,
'S  â  5  °ì?t.ipendien  von  nicht  über  150  Thlr.  für  würdige
nilles  und  y? C  ^î.àrende  aus  allen  Fakultäten,  die  evang.  Bekennt-Attesi,;:'
  œ  L
&amp;lt;rl2i  l ^_^ ortl gett  Armen-Direktion  für  ^ine  städtische  „Dr.  Casserin-,
  â)  ^Şt'ştung"  überwiesen  werden.  Dr.  Casper  vermachte
MMWUW
.  .  Holzversorgungs-Gesellschaft  zu  Magdeburg,
ÜfSSSSS
        <pb n="115" />
        108

Casselsches  Stipendium.
Der  Domherr  Joachim  Cassel  zu  Brandenburg  legirte  1556  ein
Kapital  von  500  Gulden,  dessen  Zinsen  mit  14^  Thlr.  an  bedürftige
und  würdige  Stndirende  vom  Domkapitel  zu  Brandenburg  auf  3  Jahre
vergeben  werden.  v
Ernst  Ludwig  Castnersches  Legat,
mittelst  Testaments  vom  3.  Juni  1718  mit  650  fl.  (433^-ThlrJ  ausgesetzt, ­
  wovon  300  fl.  für  10  Arme  der  Stadt  Treptow  a.  R.,  150
fur  das  geistliche  Ministerium,  150  für  die  Schnl-Kollegcn  (jetzt  des
mmirnfiumg),  50  für  bic  @f.  bofe#  beßinmt  fi„b.
-aë  légat  ist  in  Grundstücken  angelegt  und  bringt  jährlich  118  Thlr.
wovon  ans  die  10  Armen  50  Thlr.  kommen.  Die  Empfänger  wcrnamtt°ņ
  bCr  Fàlie,  und  da  diese  ausgcstorben,  vom  Magistrat  er-C
  ans  se  scher  Preis-  und  Stipendien  Fonds.
Der  Stifter  dieses  bei  der  Universität  Breslau  verwalteten  Fonds
Profestor  der  Theologie  Johann  Isaak  Ludwig  Causse,  (ş  zu  Franka
 -  ^  ^pril  1302)  hinterließ  sein  Vermögen  zu  zwei  wohlthätigen ­
  Stiftungen,einer  Familicn-Stiftung  und  einer  akademischenPreisimb
  S#cnb,cn=e,fhinq.  (Die  einnoWc,  o»  800  ^ir.  ¡óbríich,  soll
J u  ,  für  drei  Familien-  und  zu  ş  für  zwei  akademische  Stipendien
umurmbt  Serben.  ;n  ben  eraren  flub  biqemqcH,  niddic
Mn  bm  Mürbemi  o.  %onceig,  iberni  o,,f
Wlttigswalde  tu  Ostpreußen,  oder  von  dem  verstorbenen  Prediger  der
französischen  Kirche  Couderc,  oder  von  besten  Bruder,  dem  gewesenen
Prediger  Couderc  zu  Kassel,  abstammen  und  einer  Unterstützung  bedürftig ­
  sind;  zu  den  letzteren  gelangen  Stndirende  der  evangel.  Theologie. ­
  Neben  den  Stipendien  bestehen  2  Preise  -,  100  Thlr.  für  diclenigen,
  die  am  besten  ein  hebräisches  Kapitel  and  dem  alten  Testament
und  ein  Kapitel  aus  dem  neuen  Testament  analysirt  und  erklärt  haben.
Cauti  us  de  Beyii  esches  Prediger-  und  ñchullehrer-WittwenhauS  zu  Berlin.
Der  Kurfürstliche  Ober-Einnehmer  Canti  ns  erbaute  in  der  Dorotheenstraße ­
  ein  Haus  mit  4  Wohnungen,  und  bestimmte  mit  feiner
Gattin  geb.  Crcllius  dasselbe  durch  Urkunde  vom  1  Januar  1686
lieutenant  de  Bey  ne  bedachte  die  Stiftung  mit  mehreren  Kapitalien
imb  H.  ,cß  beg  «ite»  .^1#  bog  feßiqe  qröfterc  (Do
rotheenstr.  24.)  erbauen.  Es  wohnen  fünf  Wittwen  im  Hanse,  zwei
außer  demselben.  Jede  Wittwe  hat  50  Thlr.  Pension  und  bic  in.
Hause  wohnenden  nach  außerdem  5  Thlr.  Kanon.  Die  sechste  und
siebente  Wittwe  erhalten,  wenn  sie  in  Berlin  wohnen,  40  Thlr,  wenn
sie  in  der  Provinz  wohnen  und  dort  keine  freie  Wohnung  geniesten
20  Thlr.  Mieths'Entschädigung.  Beim  Eintritt  zahlt  jede  Wittwe
        <pb n="116" />
        30  Thlr.,  und  kauft  dadurch  der  Stiftung  das  Recht  ab,  sie  dereinst
zu  beerben.  Eine  aufgenommene  Wittwe  kann  höchstens  3  eigene  Kinder
  bel  sich  un  Wittwenhause  haben,  Knaben  nur  bis  zum  zurückgelegten ­
  zwölften  Jahre.  Das  erste  Anrecht  zur  Aufnahme  steht  den  Prediger-, ­
  dann  den  Schullehrer-Wittwen  zu.  Die  verstorbenen  Ehemänner
  müssen  aber  reformirter  Konfession  gewesen  sein,  und  die  Lehrer
«sai

•  Celliten-Kloster  zu  Düren,
eine  Kongregation  von  14  Konventualinen,  deren  Berilf  dahin  geht,
die  Krankenpflege  in  den  Häusern  der  Kranken  gegen  ein  Geringes  zu
übernehmen.  Die  Kongregation  bestreitet  ihre  Bedürfnisse  zum  Theil
durch  Einsammlung  milder  Beiträge,  hat  ein  Haus  und  eine  Kirche
und  lieht  als  kirchliche  Anstalt  unter  der  Aufsicht  des  erzbischöflichen
Stuhls  zu  Köln.

Central-Armen-Stiftung  für  die  ehemalige  Herrschaft  Büren.
Sie  enthält  sechs  verschiedene  Fonds,  an  denen  die  fünf  Kirchspiels-Gemeinden
  nach  der  Kopfzahl  Theil  nehmen:  a)  die  Bergerin  gsche
Stiftung  mit  4211  Thlr.  Kapital,  aus  welcher  zunächst  das  Lehrgeld
mrt  20  Thlr.  für  einen  armen  Lehrling  aus  jedem  Kirchspiele  zur  Erlernung ­
  eines  Handwerks  bestritten  wird;  l&amp;gt;)  die  Stiftung  der  Familie
v.  Büren,  zur  Zeit  bestehend  in  einer  Geldrente  von  317  Thlr.
lahrlich  aus  dem  „Haus  Bürenschen  Stiftungs-Fonds"  (s.  d.),  zunächst
Brot-Entschädigungen  für  die  Bewohner  des  Armenhauses  bestimmt;
/  .  Wels  chh  o  fsche  Stiftung  mit  600  Thlr.  Kapital;  ck)  die
7lD^!"/"usche  mit  345  Thlr.  Kapital;  e)  extraordinaire  Fonds
tofípnit  V  ^^l'ìîal;  c.  d.  e.  zur  Unterstützung,  Bekleidung  und  Bcr-Arn,p»^.-c
  Ņrmen  und  Kranken  bestimmt;  t)  die  Schultcnsche
Erben  x^.-'şîu^g  zu  Sittinghansen  mit  233  Thlr.  Kapital  für  die
kser  Stiftung.  Jährliche  Gesammt-Einnahmc  556  Thlr.

£,  .  ^enttal-Anöschuß  für  innere  Mission,
ŞŞ8M
verwaln  lnñ  ihre  Armen  und  Kranken  aus  Herz  legen,  die
„.Aŗloste  Äugend  »n  Rettungs-  und  Waisenhäusern  zur  Gottesfurcht
SfJ'  ^urch  Stlftung  von  Jünglings-  und  Gesellcn-Beremen  den
chìlstUchen  Smn  unter  dem  Handwerker-Stande  neu  beleben,  die  Ge-
        <pb n="117" />
        110

faugeuen  von  den  Banden  der  Şûude  wieder  frei  wachen,  die  aus  dem
Gefängniß  Entlassenen  vor  Rückfall  bewahren;  sie  will  der  Trunksucht ­
  und  Prostitution  steuern,  christliches  Leben  und  christliche  Sitte  in
die  Familie  zurückführen  und  pflanzen  u.  s.  w.  Der  Central-Ausschuß
(Michern,  v.  Bethmann-Holl  weg,  Hoffmann,  Pertzrc.)hat
seinen  Sitz  in  Berlin,  wo  zugleich  ein  lokaler  Hülfs-Bercin  desselben
(v.  Sommerfeld,  Gamet  rc.)  sich  gebildet  hat.  Mitglied'  deö
letzter»  ist  Jeder,  der  einen  jährlichen  Beitrag  zahlt.
Central-Fonds  für  die  .Kleiiikinder-Bcwahranstalten  zu  Berlin.
Derselbe  hat  die  Bestimmung,  diejenigen  Kleinkinder-Bcwahranstalten
der  Stadt  Berlin,  welche  sich  durch  eigene  Bemühungen  ihrer  Borstände
nicht  mehr  erhalten  können,  auf  Nachweisung  des  Bedürfnisses  zu  unterstützen ­
  und  die  Erhaltung  der  Anstalten  in  Zeiten  der  Noth  zu  sichern.
Das  Vermögen  des  Fonds,  welcher  1838  begründet  ist  und  die  Rechte
einer  moralischen  Person  erhalten  hat,  belief  sich  Ende  1864  auf
16,525  Thlr.  in  zinstragenden  Papieren.  Vorsitzender  der  Kommission
zur  Verwaltung  desselben  Stadtrath  Harn  eck  er.
Central-Hospital  zu  Görlitz.
Mit  einem  Kosten-Aufwande  von  etwa  60,000  Thlr  in  neuerer  Zeit
erbaut  und  zur  Aufnahme  von  250  Hospitanten  eingerichtet,  vereinigt
die  Anstalt  die  drei  Hospitäler  der  Stadt,  deren  Kapital-Verniöqen  sich
auf  273,210  Thlr.  beläuft.
Central  Turn-Anstalt  zu  Berlin.
Ein  Königliches  Institut,  in  welchem  zum  sechsmonatlichen  Kursus  außer
solchen  Schulmännern,  denen  der  Turn-Unterricht  au  Gymnasien,  Realuud
  höheren  Bürgerschulen  und  an  Schullehrer-Scminaricn  übertragen
werden  soll,  auch  solche  Elemeutarlehrer  zugelassen  werden,  welche  geeignet ­
  sind,  für  die  Ausbreitung  des  Turnens  in  weiteren  Kreisen
thätig  zu  sein.  Der  gesummte  Unterricht  wird  unentgeltlich  ertheilt,
und  können  dazu  in  geeigneten  Fällen  auch  einzelnen  Eleven  Unterstützungen ­
  gewährt  werden.  Die  Anmeldungen  zum  Eintritt  sind  an
die  betreffenden  Königlichen  Provinzial-Schul-Kollegien,  resp.  Regierungen ­
  vor  dem  1.  August  zu  richten,  und  ist  denselben  ein  ärztliches
Zeugniß  beizufügen,  daß  der  Körperzuftand  und  die  Gesundheitsbeschaffenheit ­
  des  Bewerbers  die  Ausbildung  im  Turnen  gestatten.
Central-Verein  zur  Unterstützung  hülfsbedürftiger  Familien  derjenigen,  deren
Ernährer  unter  die  Fahnen  gerufen  sind.
Im  Jahre  1859  in  Veranlassung  der  damaligen  Mobilmachung  begründet. ­
  Er  bildet  den  Mittelpunkt  der  für  denselben  Zweck  zusamincngetretenen
  Provinzial-  und  Lokal-Vereine,  und  sammelte  ein  Kapital
von  8420  Thlr.,  welches  zur  Zeit  bei  der  Seehandlung  zur  künftigen
Verwendung  zinsbar  angelegt  ist.  An  der  Spitze  des  Vorstandes  Frau
v.  Wraugel  und  Präsident  Gamet.
v.  Chalkowski,
Geh.  Rath,  schenkte  1703  eine  Summe  zur  Begründung  eines  Frauen-
        <pb n="118" />
        zimmer-Stifts  bei  den  Frankcschen  Stiftungen  in  Halle.  Jetzt  eine
Stiftung,  aus  welcher  Wittwen  und  unverhciratheten  Töchtern  namentlich
verdienter  Beamten  Präbcnden  gezahlt  werden.
Charis  Krankenhaus.
Im  Jahn  NIU  »°n  König  Friedrich  I.  zur  Anfnahmc  v°n  Pistil ­
  !"  "I  B-rim  gegründet  und  von  seine»,  Ruchfoiqer  1726  ,n  einer
Imassa
freien  Benutzung  de,selben  ist  aber  durch  Kab.  Ordre  vom  6  Juli
1835  auf  jährlich  100,000  Tage  (  =  300  kostenfreien  Betten)  beschränkt. ­
  Im  Jahre  1850  einer  Reorganisation  unterworfen,  wurde
das  Institut  so  eingerichtet,  daß  es  als  die  größte  Heil-  und  Lehr-Anstalt
  des  Landes  1258  Kranke  aufnehmen  konnte.  Heilbare  Gemüthskranke ­
  finden  ebenfalls  Aufnahme.  Zur  Unterhaltung  der  Anstalt
waren  für  das  Jahr  1858  148,260  Thlr.,  (13,863  Thlr.  zu  Berwaltungökosten,
  21,494  Thlr.  zu  Besoldungen  und  Löhnen  und  112,903
Thlr.  zu  sächlichen  Ausgaben)  erforderlich,  dazu  gab  der  Staat  64,440
Thlr.,  da  die  eigenen  Einnahmen  des  Instituts  nur  79,819  Thlr.
betrugen.  Bon  den  letzteren  flössen  16,981  Thlr.  an  Zinsen  rc.  aus
eigenem  Vermögen,  59,252  Thlr.  aus  den  Kur-  und"  Wegegeldern
der  Kranken,  3586  Thlr.  aus  verschiedenen  sonstigen  Einnahmequellen.
Auch  außerhalb  Berlin  wohnende  Kranke  können,  soweit  es  der  Raum
gestattet  und  die  Kosten  gedeckt  sind,  Aufnahme  finden.  Die  Kur-  und
Berpflcgungskostensätze  betragen  12}  Sgr.  in  der  dritten  und  15Sgr.
Pro  Kopf  und  Tag  in  der  zweiten  Krankcnklasse.
v.  Ehartronsche  Stiftung.
Die  im  Jahre  1851  zu  Potsdam  f  Wittwe  des  vorher  auf  seinem
,  à  Wahrlang  verstorbenen  Majors  v.  Eh  art  ron,  Charlotte  geb.
-Schöning  hatte  ein  Kapital  von  4000  Thlr.  zu  einer  milden
l,  „  bestimmt,  um  armen  Kindern  und  alten  ohne  ihre  Schuld
Neu!ñt^-lnmenen  Einwohnern  der  Gemeinde  Wahrlang  im  Kreise
25  IO  "'şiûtzungcn  zu  gewähren.  Die  Stiftung  hat  unter  dem
M  18u2  die  landesherrliche  Bestätigung  erhalten.
g.  .  .  ^bedrath  Mohaliin  (Bercin  der  Mohalim).
»  i'ïiir-'äSÄ'Äi*  s
şïÄÌìSlflrwISHHt
besoldete  der  Bercin  Aminen  mit  einem  Kostcn-Aufwande  von
40  Eblr.  Borsttzender  ist  Banquier  A.  H.  Hey  mann.
        <pb n="119" />
        112

Christenser  Kloster  zu  Aachen.
Es  gehören  zu  demselben  etwa  10  geistliche  Schwestern,  welche  sich
der  Krankenpflege  außerhalb  der  Anstalt  gegen  mäßige  Entschädigung
widmen.
Elisabeth  Christine,
Gemahlin  Friedrichs  des  Großen,  zahlte  jährlich  600  Thlr.  an  das  damals ­
  bestehende  Berliner  Armen-Direktorium  zur  Erledigung  der  demselben
überwiesenen  Bittschriften.  Nach  dem  Tode  der  Königin  wies  König
Friedrich  Wilhelm  111.  die  Fortzahlung  auf  die  Hof-Staatskasse  an,
und  es  wird  diese  Summe  seit  Uebernahme  des  Arnienwesens  durch
die  Kommune  bei  dem  aus  Königl.  Kassen  fixirten  Zuschuß  mit  angerechnet. ­
  Nach  einem  Kommunalbeschluß  vom  21.  Juli  1821  werden
diese  600  Thlr.  zu  monatlichen  Unterstützungen  verwendet.  (Lisco  Ş.  86).
Christliche  Herberge  zur  Heiinath  in  Bonn,
eine  von  dem  Jünglings-Verein  in  Bonn  mit  Unterstützung  Königs
Friedrich  Wilhelm  IV.  gegründetes  Haus  für  durchreisende  Gesellen.
Es  steht  unter  Aufsicht  des  Prof.  Clemens  Perthes.
Christlich  konservativer  Lehrerbnnd.
Ein  im  Jahre  1864  zu  Neusalz  entstandene  freie  Vereinigung  von
Lehrern,  welche  den  Zweck  verfolgt,  christliches  Leben  und  patriotischen
Sinn  zunächst  unter  den  Lehrern  der  Volksschule  und  sodann  auch  in
weiteren  Kreisen  zu  nähren.  Jährlicher  Beitrag  des  Einzelnen  mindestens ­
  5  Sgr.  Christlich  patriotische  Männer  auch  außerhalb  des  Lehrerstandcs
  können  Ehren-Mitglieder  des  Bundes  werden.  Organ  des
Bundes  ist  der  „Wächter  für  Zeit  und  Ewigkeit."
Christliche  Waisen-Stiftung  zu  Schmiegel.
Sie  bezwectt  die  Erziehung,  Verpflegung  und  Bekleidung  der  Waisenkinder ­
  der  Stadt,  unterstützt  in  der  Regel  3  Waisen  und  hat  ein  Vermögen ­
  von  1350  Thlr.
Christlicher  Begräbniß-Berein  zu  Hohen-Budberg  (Mörö),
begründet  1833.  Er  hat  200  Mitglieder  und  zahlt  ein  Sterbegeld
von  20  Thlr.  Eintrittsgeld  5  Sgr.,  Beiträge  monatlich  11  Sqr.
Vermögen  200  Thlr.
Christlicher  Männerkranken-Verein  zu  Berlin.
Derselbe  besteht  seit  9.  September  1833,  besitzt  Korporationsrechte  und
hat  den  Zweck,  hülfsbcdürftige  männliche  Kranke,  ohne  Rücksicht,  ob
sie  zum  Verein  gehören  oder  nicht,  in  ihrer  Wohnung  zu  unterstützen,  ihnen
zu  ihrer  Genesung  nach  Kräften  beizustehen  und  ihre  Seelen  zu  Gott  zu
führen.  Mitglied  des  Vereins  ist  Jeder,  welcher  sich  zu  bestimmten  Geldbeiträgen ­
  versteht,  oder  auch  nur  Nachtwachen  übernimmt.  Durch  Geschenke ­
  oder  einmaligen  Beitrag  wird  man  Wohlthäter  des  Vereins.
Die  Statuten  sind  vom  8.  Juli  1842.  Die  Nachtwachen  werden  von
einem  Verein  junger  Leute  (dem  Nachtwachen-Vercin)  geleistet,  die  Lie-
        <pb n="120" />
        113

fcrung  von  Wäsche,  Kleidungsstücken,  Decken  durch  einen  Frauen-  und
Ņh-.ich-  Einnahm-Civil
  Hospital  zu  Saarlouis,
»»«

Civil-KrankcnhauS  zu  Paderborn.
Ein  unter  Berwaltung  der  Armen-Kommiffion  stehendes  Institut;  die
Kranken-Pflege  wird  von  barmherzigen  Schwestern  geleitet.  Es  nimmt
Kranke  nicht  nur  aus  der  Stadt,  sondern  auch  aus  der  Provinz  auf
S  Junfermann.

Civil-Waisenhaus  zu  Potsdam.
Diese  Anstalt  verdankt  ihr  Dasein  dem  Regierungsrath  v.Türck  (t  1846).
ist  1821  eröffnet  und  soll  vaterlosen  Kindern  solcher  Beamten  des
Staats  und  der  Kommunen,  desgleichen  der  mit  akademischen  Würden
bekleideten  Aerzte,  Apotheker  und  solcher  ausgezeichneten  Künstler,
welche  ln  einem  öffentlichen  Kchramte  gestanden  haben  und  die  zu  ihrer
Wirksamkeit  einer  sorgfältigen  Borbildung  bedurften,  unentgeltlichen  Unterhalt
  und  eine  möglichst  sorgfältige  Erziehung  gewähren;  sic  beschränkt
yre  Wirksamkeit  zwar  auf  die  Grenzen  des  Regierungsbezirks  Potsund
  der  davon  umschlossenen  Stadt  Berlin,  doch  bleiben  Kinder
ş  ätern,  welche  außer  diesem  Bezirke  verstorben  sind,  aber  zur
ş7^îî"ugs-Bcrsammlung  gehören,  und  den  dazu  erforderlichen  Beitrag
ftalt  &amp;lt;2  ^ben,  auch  ferner  aufnahmefähig.  Jeder,  welcher  der  Antobst-5 ­
  y  oöcr  auf  Lebenszeit  einen  jährlichen  Beitrag  von  5  Thlr.
in  gL-u  i  b^ìdurch  Mitglied  der  Stiftungs-Versammlung,  kann  Zöglinge
dürftiakert  "e?àgen,  und  bei  seinem  Tode  gebührt,  bei  gleicher  Bedürftigkeit ­

  s..  ^u,  uno  bel  seinem  Tode  gebührt,  be,  gleicher
Beamten  C [ nctt  verwaisten  Kindern  der  Vorzug  vor  den  Kindern
waren  avsJ«,' 11 "'  kit  nicht  Mitglieder  der  Stiftungs-Versammlung

von

waren.  Tw  V  '  otc  ulcht  Mitglieder  der  tzstlstungs-Versammlung
31.  Oktober  ^undstein  zu  dem  jetzigen  Gebäude  der  Anstalt  ist  am
Aufnahme  aewäbr!  bis  dahin  hatte  die  Anstalt  167  Waisen
Kapitals  von  4$oo  herstellen  werden  zur  Zelt  mit  Einzahlung  eines
-  0  Thlr.  gestiftet.  Die  Anstalt  hat  jetzt  37  dergleichen

heilen  r"r” ,v '  ÜUU  dem  Ministerium  der  geistlichen
'I  der  v.  Reußschrn  Stiftung,  1  von  dem  Kreisgencht  und

Preuß.  Landdlich.
        <pb n="121" />
        114

1  von  dem  klassischen  Gesang-Berein  zu  Potsdam:  12  Stellen  hat  das
Civil-Waisenhaus  aus  seinen  Mitteln  botivi.
Claassensche  Stiftungen.
Der  ant  22.  August  1845  in  Breslau  verstorbene  Partikulier  Johann
Heinrich  Theodor  Claassen  setzte  a)  zum  Universal-Erben  seines  Nachlasses ­
  ein  dort  neu  zu  begründendes  und  für  ewige  Zeiten  unter  des
Magistrats  und  der  Stadtverordneten  Verwaltung  zu  stellendes  Siechhaus ­
  für  altersschwache  und  sieche  Einwohner  der  Stadt  ein,  welches
den  Namen  „Johann  Heinrich  Theodor  Claassensches  Siechhaus"
führen  soll.  Diese  Anstalt  hatte  im  Jahre  1862  sechszig  Inquilinen;
Einnahme  war6125Thlr.,  Kapital-Vermögen  118,000Thlr.  Claassen
vermachte  ferner  b)  dem  Hospital  zu  Allerheiligen  12,000  Thlr;
c)  deni  Blinden-Institut  2000  Thlr.,  d)  der  Armen  -  Verwaltung
20,000  Thlr.,  welche  als  „Johann  Heinrich  Theodor  Claassensches
Vermächtniß"  besonders  verwaltet  und  von  deren  Zinsen  vorzugsweise
seine  Geschwister  und  Halbgeschwister  und  deren  Kinder  unterstützt
werden  sollen;  e)  dem  Elemcntar-Schnlcn-Fonds  der  Stadt  5000  Thlr.;
f)  der  höheren  Bürgerschule  zur  besseren  Dotirung  zweier  Lehrer,  zum
Besten  des  Schul-Apparats  und  zur  Fundirung  von  wenigstens  fünf
Freistellen  für  Söhne  von  Bürgern  und  Beamten  der  Stadt  10,000
Thlr.;  g)  zum  Bau  einer  neuen  höheren  Bürgerschule  oder  deren  Erweiterung ­
  15,000  Thlr.;  h)  dem  Verein  für  Äleinkiliderbewahr  Anstalten ­
  5000  Thlr.;  i)  dem  reformirten  Armenhause  2000  Thlr.;
k)  der  Bürger-Versorgungs-Anstalt  10,000  Thlr.  Das  Claassen  sche
Siechenhans  erhielt  mehrere  Zuwendungen.
Joh.  Hein.  Claren,
Kaufmann  zu  Köln  (t  25.  Juli  1856)  vermachte  dem  dortigen  Bürger-Hospital
  105  Morgen  Grundstücke  im  Werthe  von  etwa  10,500  Thlr.
zur  Errichtung  einer  Stiftung  für  bedürftige  Mitglieder  seiner  Familie
väterlicher  und  mütterlicher  Seite  oder  in  deren  Ermangelung  für  nicht
verwandte  Bedürftige  im  Bürger-Hospital.  Die  Armen-Vcrwaltung
zu  Köln  ist  gehalten,  aus  den  Einkünften  des  Stiftungs-Fonds  jährlich
am  Sterbetage  des  Stifters  einige  religiöse  Handlungen  vornehmen
und  unter  die  denselben  beiwohnenden  Armen  ein  Malter  Korn  oder
dessen  Werth  vertheilen  zu  lassen.  Noch  setzte  Clären  mehrere  andere ­
  Vermächtnisse  aus:  so  z.  B.  vermachte  er  dem  Fonds  der  katholischen ­
  Armen-Schulen  ein  Kapital  von  2400  Thlr.,  um  die  Zinsen
davon  nach  dem  Bedürfnisse  der  einzelnen  Schulen  zu  verwenden.
Cla  sen  sche  Stiftung.
von  dem  Rittergutsbesitzer  Christian  Friedrich  Cla  sen  in  Warnsdorf
bei  Wittstock  1847  begründet.  Kapital  2000  Thlr.  Von  den  Zinsen
dient:  a)  die  eine  Hälfte  zur  Deckung  deS  Schulgeldes  und  Anschaffung
der  erforderlichen  Schulbücher  sowie  der  nöthigen  Bekleidung  für  arme
Kinder  aus  den  Ortschaften  Gross-  und  Klein-Wegenitz  und  Klein-Beuster
  und  allen  zum  Schulverbande  von  Klein-Beufter  (Osterburg)
        <pb n="122" />
        115

re-  re  .  «-  El'w-N«  Milwitzschr«  Winwnch-uķ.
E,n  zu  Erfurt  b-sļ-h-ud-s  Institut  für  arm-  Wi,ļw-U
».  «'»mau.sch»  Sch«,-k.i»-udlum  ļ»  N°».R„p»i.
LNNWķ
v-  Clostersche  Familien-Stiftung.
Armen»Stiftung  Cohans  zu  Münster.
aed  w-'",  'f mcul,a ' ,ft  d°r  Wittwe  Ca  ha  us,  Elisabeth
^d.  Wwterkamp,  b-grüud-t;  Provisoren  sind  die  «erwaudteu  der
“ uu  Haus  mnimi  5  alte  Dienstboten  oder  Wittwen  auf.
hal!e?7i.ì"°à»  der  Stiftung  &amp;lt;zur  Zeit  jährlich  82t  Thlr.»  er.
»ertheilt  ^usgcnonlinenen  y,  das  Uebrigc  wird  au  arme  Familien
Sie  heft  -  Anssteuer  Stiftung  zu  Berlin.
Bräute"  ^on  der  „Gesellschaft  zur  Ausstattung  der
und  dann  rur  gr  '  ŗ U  ^îņf^.ņ  Kapitals  werden  5  Jahre  gesammelt
Aron  Cobnsüt  "^llattung  einer  Braut  aus  der  Verwandtschaft  der
l  etwa  11  fJL  ^cicute  verwandt.  Das  Kapital  betrug  im  Jahre

1844
1)  für  arme  Familien-Stiftung.
Kapital  6000  Tblr^^^es  Stifters  Hirsch  David  Cohn  zu  Berlin,
Godel  ,6irf  dies  ff  ni/'  ^  für  arme  weibliche  Verwandte  der  Wittwe
-  ¿¡im  iWttfMSi  KL  «"à
D-,-  rtw  ® 0  6  n  fc^e  Rabbinats-Stiftung.
J  logan  verstorbene  Kaufmann  Isaac  Zaller  Cohn  vermachte
        <pb n="123" />
        116

in  seinem  Testament  vom  15.  April  1845  10,000  Thlr.  nnd  zwei  daselbst ­
  belegene  Hänser  znr  Unterhaltnng  eines  besonderen,  bei  der  indischen ­
  Gemeinde  anzustellenden  Rabbiners,  sowie  theilweise  zur  Unterstützung ­
  armer  jüdischer  Wittwen.  Ferner  setzte  er  10,000  Thlr.  ans,
deren  Zinsen  a)  mit  100  Thlr.  znr  Ansftener  einer  armen  jüdischen
Brant;  b)  mit  5O  Thlr.  znr  Unterstützung  eines  armen  jüdischen  Jünao)
  mit  60  Thlr.  für  die  am  Sterbetage  des  Stifters  nnd
seiner  Ehefrau  abzuhaltenden  üblichen  Gebete;  6)  mit  140  Thlr.  zu
verschiedenen,  von  ihm  bezeichneten  wohlthätigen  Zwecken  verwendet
werden  sollen.
C  o  h  n  sche  Stiftung  zu  Königsberg  N.  M.
Banquier  Benjamin  David  Cohn  zu  Berlin  bestimmte  1836  die
Şnnnne  von  600  Thlr.  zu  einer  milden  Stiftung:  die  Zinsen  sollen
zunächst  an  die  Wittwen  und  demnächst  an  die  Kinder  eines  seiner
Beuvandten  zu  Königsberg  gezahlt,  nach  deren  Ableben  aber,  je  nach
dem  Zinsen-Ertrage  6  oder  7  Thlr.  jährlich  an  die  städtische  Ármenoste ­
  daselbst,  4  Thlr.  an  den  Rabbiner,  der  Rest  an  vier  arme  jüdische
Familien  daselbst  vertheilt  werden.

Co  hustä  d  t  scheS  Legat  zu  Steinau.
Das  Kapital  besteht  in  50  Thlr.,  deren  Zinsen  einem  Orts-Armen
gegeben  werden.
Colbergsche  Stiftungen  und  Vermächtnisse.
Der  im  Jahre  1839  zu  Stralsund  verstorbene  Rathsverwandte  Co  lb
  erg  vermachte  beinahe  sein  ganzes  Bermögen  zu  wohlthätigen  Zwecken.
Er  setzte  ans  _  1)  dem  Lazareth  der  Stadt  3000  Thlr.,  deren  Zinsen
zur  beiseren  Berpflegnng  der  Kranken  verwendet  werden  sollten;  2)  dem
Waisenhause  der  Stadt  3000  Thlr.,  von  deren  Zinsen  Schlaf-Matratzen
angeschafft  und  unterhalten  werden  sollen;  3)  dem  städtischen  Kloster
(Hospital)  St.  Johannis,  in  welchem  armen  Leuten  gegen  ein  billiges
Einkaufsgeld,  freie  Wohilnng  ans  Lebenszeit  und  in  einem  Borhause
Schlafstelle  gewährt  werden  2000  Thlr.,  von  deren  Zinsen  die  Speisung ­
  der  Bewohner  des  Vorhauses  bewirkt  werden  soll.  Zur  innern
Ansziernng  der  zum  Kloster  gehörigen  Kirche  1000  Thlr.-  4)  dem
städtischen  Kloster  (Hospital)  zum  h.  Geist,  in  dem  sich  —  außer  dem
Hanse  für  Prövcner,  welche  für  ein  zu  erlegendes  Eiukaufsgeld  freie
Wohnung  und  andere  Bedürfniste  empfangen  —  noch  ein  großes  Haus
N?  o#  eine  gemein,
WI#  6tnbc  bem^en,  gegen  eine  gelinge  9%%%  onfqenommcn
werben  nnb  W  sogenannte  mit  18  Gonfia,n,nein
zur  unentgeltlichen  Aufnahme  armer  gebrechlicher  Leute  befinden  2000
Thlr.,  von  deren  Zinsen  die  Bewohner  des  großen  und  des  Elendenwarmer
  @up¡,e  gereist  werben  sollen;  5)  ;ur  %ef#fnng
eine*  Wonbeg  in,t  Boijnnngcn  für  12  arme  ^igei  feiten
Grades,  zu  welchen  hier  verfassungsmäßig  die  Zuuftgeuossen  der  sogenannten ­
  Bier-Gewerke  (Festbäcker,  Schuster,  Schneider,  Schmiede)
sowie  der  meisten  übrigen  Handwerke,  auch  die  Schiffer,  Notarien
        <pb n="124" />
        117

SS&amp;amp;i  L'ķSSLM

iiiiilül
nrd)ot  des  hiesigen  städtischen  Gymnasii  2000  Thlr.,  von  deren  Linien
Bücher  für  arme  Schüler  und  event,  für  die  Gymnasial  -  Bibliothek
angeschafft  werden  sollen;  12)  zur  Beihülfe  Behufs  Gewinnuna
des  Meister-Rechts  die  Zinsen  von  3000  Thlr.;  13)  zu  Bor^
schüssen  für  Handwerks-Materialien  die  Zinsen  von  4000  Thlr.-  14)
für  Wittwen  und  unversorgte  Töchter  von  Raths-Mitgliedern  die
Zinsen  von  5000  Thlr.;  15)  zur  Unterstützung  dürftiger  Personen  des
ersten  bürgerlichen  Standes,  wozu  hier  Kaufleute,  Doktoren,  Advokaten,
Brauer,  Mülzer,  Apotheker,  Gastwirthe  und  Rentiers  gehören,  die
?‘ n i cn  Ş0  Thlr  ;  16)  zur  Unterstützung  dürftiger  Personen
gmtw  etmiW  b,c  amfcu  uw,  3000  17)  gu  eipcnbic»  für
)t°, ,uc  von  Raths  -  Mitgliedern  die  Zinsen  von  5000  Thlr.  ;  18)  zu
^Opendlen  an  Kaufmanns-Söhne  im  technisch-landwirthschaftlichen  oder
^anfache  3000  Thlr.;  18)  zu  Stipendien  an  Handwerker-Söhne  für
technische  Fächer  3000  Thlr.;  20)  dem  jedesmaligen  Arzte  der  hiesiaen
àn-Anstalt  für  unentgeltliche  Behandlung  der  zu  14.  15.  16.  be-H
 n l tCn  klonen  die  Zinsen  von  1000  Thlr.  ;  21)  für  milde  Zwecke
wai  der  Bestimmung  des  Magistrats  die  Zinsen  von  5000  Thlr.;
dir  2’ U f  0"^rstützung  unverschuldet  in  Dürftigkeit  gerathener  Personen
°'c  Zinsen  von  3000  Thlr.

re .  Collegium  Borromaeum  zu  Münster.
) l °  ogisches  bischöfliches  Konvikt.

Familien-Stîştn^î^ļ'şchen)  Gymnasium  zu  Münster  bestehende  alte
nasium  (die  Klaffen  ^^şier  12  junge  Leute,  die  das  dortige  Gym-Collegium

  Heede,.

-I.)  besuchen,  aufgenommen  werden.
Í.  Sn«ben»®eml(iat  *
f-  V-r-m  christlich«  U^ZT m
.  Şilh.  „nd  Karl  Col  Smanii,
'  ansleute  zu  Langenbcrg  (Elberfeld)  schenkten  1847  der  dortigen  refor-
        <pb n="125" />
        118

mirlen  Gemeinde  ein  Haus  im  Werthe  von  6000  Thlr.  und  ein  Kapital ­
  von  3000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  dieses  Haus  zunächst
zur  Aufnahme  und  Verpflegung  von  Armen  der  reformirten  Gemeinde
dienen  solle.  Dem  Ermessen  des  Presbyteriums  ist  es  anheimgestellt,
auch  die  Armen  anderer  Konfessionen  in  der  Gemeinde  aufzunehmen.
Frau  de  Combles,
geb.  Mourn  hinterließ  der  französischen  Gemeinde  zu  Berlin  (1775)
ein  Kapital  von  1000  Thlr.,  deren  Zinsen  jährlich  an  10  arme  Personen ­
  weiblichen  Geschlechts  gezahlt  werden.
Sophie  Cono,
unverehelicht  (f  1782)  vermachte  dem  Halleschen  Waisenhause  ein  Kapital ­
  von  2000  Thlr.,  dessen  Zinsen  jährlich  mit  100  Thlr.  an  die
beiden  Ministerien  der  St.  Nicolai-  und  St.  Marien-Kirche  zu  Berlin
gezahlt  werden.  Beide  Ministerien  verleihen  alternirend  jede  erledigte
Rate,  deren  vier  à  25  Thlr.  sind.  Die  Unterstützungen  werden  lebenslänglich ­
  an  kränkliche  Frauenzimmer  verliehen  und  von  den  Predigern
dieser  Kirchen  ausgezahlt.
Cono  w  scheö  Bermüchtniß.
Kapital  1000  Thlr.  in  Frd'or.  Eine  alte  Stiftung;'die  Verwendung
der  Zinsen  für  würdige  Arme  und  Nothleidende  zu  Stettin  steht  den
Geistlichen  bei  der  dortigen  Jakobikirche  zu.
Conradsches  Legat,
bei  der  Jerusalems-  und  Nenen-Kirche  in  Berlin.  Kapital  800  Thlr.,
dessen  Zinsen  zur  Beschaffung  von  Kleidungsstücken  für  arme,  fleißige,
die  Schule  noch  besuchende  Mädchen  bestimmt  sind.  (Lisco  S.  119.)
Ernst  Conrad,
Kaufmann  in  Landeshut  vermachte  (1861)  der  dortigen  evangelischen
Gnadenkirche  zur  Ablösung  der  städtischen  Kirchensteuer  3000  Thlr.,
dem  Armenfonds  zur  Verwendung  der  Zinsen  an  2  verarmte  redliche
Bürger,  einen  katholischen  und  einen  evangelischen,  700  Thlr.;  der
evang.  Schule  1000  Thlr.,  deren  Zinsen  von  dem  städtischen  Schul-Kottcginm
  nach  bestem  Wissen  und  Gewissen  resp.  zur  Erleichterung
der  Stadt-Kämmerei  hinsichtlich  der  Zuschüsse  verwendet  werden  sollen;
der  katholischen  Schule  300  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  befferen  Salarirung
  der  Lehrer  zu  gleichen  Theilen  Bestimmung  haben;  der  evang.
Schule  in  Zie  der  200  Thlr.,  deren  Zinsen  halb  zur  Verbesierung  des
Lehrer-Gehaltes,  halb  als  Schulgeld  für  arme  Kinder  dienen  sollen.
Marie  Amalie  Conrad,
unverehelicht,  (t  1.  Februar  1861)  zu  Dentsch-Ossig  (Görlitz)  vermachte
der  evang.  Schulkasse  daselbst  ein  Legat  von  100  Thlr.,  dessen  Zinsen
zur  Anschaffung  wärmerer  Fußbekleidung  oder  zur  Anschaffung  von
Schulbüchern  oder  anderer  Schulbedürsnisse  für  arnie  Schulkinder  alljährlich ­
  zu  Anfang  des  Wiilters  verwendet  werden  sollen.  Der  Orts-Armenkasse
  lcgirtc  sie  100  Thlr.  mit  der  Maßgabe,  daß  von  den  Zinsen ­
  alljährlich  Arme  von  Deutsch-Ossig  unterstützt  werden  sollen.
        <pb n="126" />
        119

Freiherr  v.  Eonradi,
(ş  zu  Danzig  1798)  vermachte  seine  Rittergüter  Jenkau,  Bankau  uud
mehrere  Borwerke  uu  damaligen  Werthe  von  200,000  Thlr.  zur  Bemm


v.  Conr  adische  Stiftung.
Im  Jahre  1800  von  der  verw.  Freiin  v.  Conradi,  geb.  v.  Graia ­
  th,  später  wieder  vermählten  Etats-Minister  v.  Sch  rotier  mit
16,000  Gulden  Danziger  Kouraut  (4000  Thlr.  Preuß.  Kourant)  für
arme  Wittwen  und  Waisen  begründet.  Bon  den  Zinsen  sollen  zweimal
im  Jahre  an  zehn  Wittwen  oder  Waisen,  die  einen  frommen  Lebenswandel ­
  führen  und  ihrer  Armuth  wegen  eine  Unterstützung  bedürfen
Portionen  von  je  30  Gulden  vertheilt  werden.  Die  Empfänger  müssen
vorzugsweise  der  evangelischen  resp.  reformirten  Konfession  angehören.
Die  Verwaltung  der  Stiftung  steht  der  v.  Gralathschcn  Familie  zu.
Joh.  Jakob  Convent,
Kaufmann  in  Elbing  (f  1813)  vermachte  1000  Thlr.  zum  Ankauf  von
Schulbüchern  für  arme  Kinder  (Convent-Schul-Stiftung);  ferner
M00  Thlr.,  deren  Zinsen  einem  Bedürftigen  während  der'  Schulzeit
und  der  Universitäts-Studien  zu  gute  kommen  sollen  (Convent-Knaben-Stiftung).


Co  opall  en-Armen«  Lüftung  zu  Emmerich,
dastehend  in  einem  Hause,  in  welchem  Arme  Wohnung  und  Berpstequng
luden  und  einem  Fonds  von  2500  Thlr.

.  ..  Joseph  Coppelberg,
ber\  ..urrer  zu  Olpe  (Wipperfürth)  (f  18.  Februar  1853)  vermachte
£hsr° l |  Cu  kath.  Pfarrkirche,  deren  Kapital-Vermögen  damals  2400
Forti'i^Ñ,  ein  Legat  von  1150  Thlr.,  in  welchem  25  Thlr.  zur
ļf^ un 9  der  „Bruderschaft  des  heil.  Rosenkranzes"  Gegriffen  waren.
ein  Armen-FondS,  damals  im  Betrage  von  450  Thlr.,  wendete
f c  Cln  ^upital  von  1100  Thlr.  mit  der  Bestimmung  zu,  daß  die  Zindie
  2-"r^00  Thlr.  zum  Besten  kathol.  Einwohner  der  Pfarrgemeinde,
B-tļvon  500  Thlr.  zur  Auschaffung  von  Schuhen  und  sonstigen
ied  à  .gdstücken  für  arme  Schulkinder  —  nach  der  Bestimmung  des
k  Maligen  Pfarrers  —  verwendet  werden  sollten.
        <pb n="127" />
        120

Copy  en  rathsche  Armen-Stiftung,
von  dem  Gutsbesitzer  Joseph  Heinrich  Coppenrath  zu  St.  Mauritz
bei  Münster  1853  für  solche  weibliche  Personen  errichtet,  welche  wegen
geistiger  oder  körperlicher  Gebrechen  nicht  im  Stande  sind,  sich  selbst
zu  ernähren.  Mitglieder  der  Familie  des  Stifters  sollen  besonders
berücksichtigt  werden.  Der  Stiftungs-Fonds  wird  durch  eine  30  Jahre
fortgesetzte  Zahlung  von  400  Thlr.  jährlich  gebildet:  die  eine  Hälfte  davon ­
  soll  sofort  zu  dem  bestimmten  Zwecke  verwendet,  die  andere  Hälfte
jedoch  nebst  den  von  ihr  aufkommenden  Zinsen  als  Kapital  angelegt
werden.  Sobald  der  Fonds  eine  Höhe  von  10,000  Thlr.  erreicht  hat,
sind  jährlich  nur  100  Thlr.,  und  sobald  ein  Kapitalstock  von  15,000
Thlr.  angesammelt  ist,  jährlich  nur  noch  50  Thlr.  zur  Vermehrung  des
Kapitals  anzulegen,  alle  übrigen  Einkünfte  aber  der  obigen  Vorschrift
entsprechend  zu  verwenden.  Die  Verwaltung  des  Stifts  ist  der  Armenfonds-Verwaltung
  des  Kirchspiels  St.  Mauritz  und  die  Kuratel
dem  zeitigen  Pastor  daselbst  und  dem  jeweiligen  ältesten  Mitgliede  der
Familie  Coppenrath  unter  Ober-Aufsicht  der  geistlichen  Behörde
übertragen.
Coquische  Stiftung.
Ein  Hospital  für  unbemittelte,  alte  und  würdige  Einwohner  beiderlei
Geschlechts  zu  Buckau  bei  Magdeburg,  von  der  verw.  Bürgermeister
E  ogni  geb.  Dürking  im  Jahre  1858  unter  dem  Namen  „Bürgermeister ­
  Johann  Kaspar  Co  gu  ische  Stiftung"  durch  Ueberwcisnng  eines
Wohnhauses  nebst  Zubehör  und  einem  zum  Gartenbau  bestimmten  Acker
begründet  und  mit  einem  Kapital  von  8000  Thlr.  dotirt.
Correnssche  kegate.
Die  Wittwe  Corre  ns,  Anna  Maria  geb.  Zaun  (t  5.  Jan.  1859
zu  Sittarderhof)  legirte  a)  der  bürgerlichen  Armen-Berwaltung  zu  Höningen ­
  (Kreis  Grevenbroich)  1800  Thlr.:  aus  den  Zinsen  sollen  der
Kirchen-Verwaltung  für  neun  Anniversarien  jährlich  18  Thlr.  gezahlt
werden,  der  Nest  ist  zur  Vcrtheilnng  an  arme  Wittwen  und  Waisen
und  zur  Bekleidung  armer  Schulkinder  bestimmt;  b)  der  Eivil-Armen-Berwaltung
  in  Straberg  (Kreis  Nenß)  1800  Thlr.  Von  den  Zinsen
sollen  50  Thlr.  jährlich  für  Seclen-Messen  an  die  Kirche  gezahlt,  der
Rest  für  arme  Wittwen  und  Waisen  und  zur  Bekleidung  armer  Schulkinder ­
  verwendet  werden.
Cosmarsche  Stiftungen.
Konsistorialrath  und  Prediger  Cosmar  (t  1844  zu  Berlin)  verordnete ­
  letztwillig,  daß  sein  Haupterbe  die  von  ihnl  errichtete  „Prediger
Cosmarsche  Familien-Stiftung"  sein  solle,  welche  zunächst  zur  Unterstützung ­
  vaterloser,  nnvcrheirathet  gebliebener  Töchter  der  6  Geschwister
des  Erblassers  und  vorzugsweise  für  solche,  die  den  Namen  Cosmar
und  Niem  führen,  in  deren  Ermangelung  aber  auch  für  andere  arme
Mädchen  aus  dem  Mittelstände  im  Älter  von  40  Jahren  errichtet  worden ­
  ist.  Die  Zahl  der  Stipendien  soll  wenigstens  12  sein  und  das
Stipendium  100  Thlr.  betragen.  Um  die  Zahl  zu  vermehren,  erhalten
        <pb n="128" />
        121

»&amp;gt;
dem  Kuratorium  des  Schindlerschcn  Waisenhauses  -u,
auch  verwaltet  dieses  schon  jetzt  die  Spezial-Stiftung  der  2500  Thlr
^àlieh  ferner  dem  Vürger-Rcttungs-Jnstitut  000  Thlr.
GL&amp;gt;
OBR
Zöglinge  bei  fciiicm  C J?? mmun 8'  die  Zmscn  einem  gut  eingeschlagenen
steuer  r«r  Anstatt  Abgänge  zu  einer  höheren  Lehranstalt  als  Bci-Zinsen
  betraaen  17"^^  *^ m  "vthigen  Lehrmittel  zu  verleihen.  Die
^  **  Íí)ír.  —  Vgl.  auch  (5ivil-Waisenhans.
Christian  Andreas  v.  Cothenius,

Ģeh  ^  tl  Andreas  v.  C  0  then  &amp;gt;  nS,
legirte  der  des  Dbcr^Collegii  medici,  (ş  5.  Jan.  1780)
Bon  den  2int  ^  Wissenschaften  ein  Kapital  von  1000  Thlr.
ber  alle  zwei  Jahre  eine  Prämie  demjenigen  Bewcrwerden
  ° bcr  btC  Glieder  der  Akademie  nicht  gehören)  gegeben

Werden  wu  .  .  ^ltcôcr  der  Akademie  nicht  gehören)  gegebci
kalisch/  in  di?  A  bev  physikalischen  Klaffe  aufzugebende  physi
,  n  die  Haushaltung,  den  Ackerbau  oder  die  Gartnerkunst  ein
        <pb n="129" />
        schlagende  Frage  am  besten  beantwortet.  —  Noch  stiftete  v.  Cothenitts
  für  die  damals  Römisch-Kaiscrl.  Reichs-Akademie  der  Naturforscher ­
  (jetzt  Leopoldinisch-Karolinische  Akademie  der  Naturforscher  genannt), ­
  deren  Director  ephemeridum  er  seiner  Zeit  war,  einen  alle
zwei  Jahre  zu  Verth  eilenden,  ans  einer  goldenen  Münze  mit  seinem
Bildnisse  im  Werthe  von  60  Thlr.  bestehenden  Preis,  der  die  beste  Beantwortung ­
  einer  aus  bent  Gebiete  der  praktischen  Medizin  zu  wählenden ­
  Frage  belohnen  sollte.  Zur  Fundirung  vermachte  er  der  genannten
Akademie  ein  Kapital  von  1000  Thlr.  Gold.
Co  th  e  niu  S  scheS  Stipendium,
von  dem  Lieutenant  Co  th  en  ins  mittelst  Testaments  vom  23.  Dczbr.
1795  mit  300  Thlr.  begründet,  ein  Fonds,  welcher  im  Jahre  1848
auf  475  Thlr.  angewachsen  war.  Das  Stipendium  wird  mit  15  Thlr.
jährlich  an  bedürftige  Studirende  der  Theologie  oder  der  Jurisprudenz
aus  Potsdam  auf  3  Jahre  von  dem  Magistrat  verliehen.
Conard,
Prediger  an  der  Kirche  St.  Georg  zu  Berlin,  erhielt  in  Veranlassung
seines  Amts-Jnbiläums  im  Jahre  1863  eine  Geldsumme  für  wohlthätige ­
  Zwecke  zum  Geschenk.  Nachdem  sie  durch  vorgenommene  Sammlungen ­
  ans  500  Thlr.  erhöht  worden,  übernahm  der  Magistrat  auf  den
Wunsch  des  Jubilars  die  Verwaltung.  Sobald  das  Kapital  soweit
angewachsen  ist,  daß  die  Zinsen  50  Thlr.  betragen,  sollen  dieselben  ein
„Couard  sches  Stipendium  für  ev.  Theologie-Studirende"  bilden.
Cram  erscheö  Legat,
von  der  am  4.  Januar  1843  zu  Landshut  verstorbenen  Kaufmanns-Frau
  Cramer,  Johanne  Christiane  Friederike  geb.  Rad  icke  herrührend. ­
  Sie  vermachte  der  dortigen  Armen-Kasse  2000  Thlr.  :  von  den
Zinsen  sollen  8  hülfsbedürftige  Frauens-Personcn,  nnverheirathct  oder
Wittwen,  unterstützt  werden.
Friedrich  Christoph  Cramer,
Kaufmann  zu  Berlin,  (+  1770)  verordnete,  daß  jährlich  aus  seinem
Nachlasse  400  Thlr.  an  die  Armen  vertheilt  werden  sollten.  Die  Ansspendung
  soll  am  5.  März  und  18.  Dezember  geschehen,  und  durch
den  jüngsten  Prediger  der  Nikolai-Kirche,  der  dafür  eine  Remuneration
bezieht,  bewirkt,  auch  soll  sie  in  Gegenwart  eines  der  nachkonuncndcn
Anverwandten  seiner  Universal-Erbin  geschehen,  der  nach  seinem  Gefallen ­
  Arme  zum  Genuß  dieses  Geldes  vorschlagen  darf  und  für  seine
Bemühungen  jedesmal  20  Thlr.  erhält.  Das  Stiftungs-Kapital  von
8000  Thlr.  ist  zu  Gunsten  der  Nikolaikirchen-Gemrinde  in  das  Hypothekenbuch ­
  eingetragen,  die  Auswahl  der  Annen  ist  hauptsächlich  dem
gedachten  Prediger  überlassen  und  es  sind  dabei  vorzugsweise,  jedoch
nicht  ausschließlich,  die  Armen  der  Nikolai-Parochie  berücksichtigt  worden.
Aufsichtsbehörde  der  Stiftung  ist  das  Konsistorium  der  Provinz  Brandenburg. ­
        <pb n="130" />
        CrullscheS  Dermächtmşi.
SÆ  Lķ"L  ï&amp;amp;’ftï  Si..,::
îlnna  Marie  Cruse  (geb.  S  cbm  i  h)
8KW8ZW
Cru  s  esche  Schul-Stiftung
SiFSSèaS
Cunowsches  BermLchtniß.
f st r(  Heinrich  Cunow,  Rentier  in  Bernau  (f  1804)  vermachte  der
borgen  Aommmic  1000  3#.  Die  Binse»  folien  aH¡^riid)  ;n  %eibnachten
  an  bic  nothbedürftigsten  Armen  vertheilt  werden.
Franz  Cunradi.
Kanolukns  zu  Breslau,  begründete  im  Jahre  1504  ein  Universitäts-¡SPSS

Curthsche  Crben  Stiftung.
ücaws
IWÄSrtŗtsssrrjári
Griinbs"«,^"  Zwecken  der  Anstalt  soll  nach  den  darüber  bestehenden
Anscbnn?^  du-  Berwaltung  in  eben  der  Art  geschehen,  welche  in
Di!  9  vaL  n9en  Ņermogensstûcke  der  Wadzeck-Auftalt  stattfindet.
Ä  LMtZZr'  m.mm,  g-,chätz,  baninlö  ab.,  nach
o  .  .  Curtins.
Dauiî  .^uîon,  Kaufmann  zu  Duisburg  und  seine  Gattin  Agnes  geb.
rj.  Czernikowsches  Stipendium.
air?ñ  mecl.  Gregorius  Czernikow  aus  Frankfurt  a.  d.  O.,  le-8
  e  tu  feinem  Testament  d.  d.  Augsburg,  9.  Juli  1611,  zur  Grün-
        <pb n="131" />
        124

dung  zweier  Stipendien  an  dortiger  Universität  (jetzt  der  Universität
zu  Breslau),  ein  Kapital  von  2000  Thlr.  und  übertrug  die  Verwaltung ­
  und  Kollation  dem  Rektor  der  Universität  und  einem  Mitgliedc
des  Magistrats  zu  Frankfurt  a.  d.  O.  Es  werden  ans  den  Zinsen
jährlich  zwei  Stipendien  von  je  40  Thlr.  verliehen.

Damenstift  zu  Barschau,
für  adelige  Damen,  1789  von  der  Gräfin  Campanini  sür  10  ev.
und  10  iati).  Damen  begründet.  Die  aufzunehmenden  Fräulein  dürfen
nicht  über  4000  Thlr.  eigenes  Vermögen  besitzen;  nur  eine  kleine  Zahl
wohnt  im  Stift,  die  übrigen  beziehen  außerhalb  eine  Pension  von
150  Thlr.  Sie  können  sich  verheirathen,  in  welchem  Falle  sie  ausscheiden. ­
  Das  Stift  steht  unter  Ober-Aufsicht  des  Ober-Präsidenten
von  Schlesien;  der  ständische  Administrator  führt  den  Titel  Propst.
Damen-Stift  zu  Barth.
Eine  alte  Stiftung  der  ehemaligen  Landesherren  von  Rügen,  vom
Staat  unterstützt.  Die  Verwaltung  steht  hauptsächlich  dem  Neu-Vorpommerschcn
  Adel  zu;  aufnahmefähig  sind  Töchter  aus  adeligen  Familien, ­
  welche  im  ehemaligen  Schwedisch-Pommern  Lchngesesien  sind,  oder
auch  Gesammthand  an  Schwcdisch-Pommcrschen  Lehngütern  haben;  die
Aufnahme  geschieht  nach  der  Reihenfolge  der  Anmeldung  und  Erlegung
der  Receptionsgebührcn.  Das  Patronat  steht  dem  Könige  zu  und  wird
von  der  Regierung  zu  Stralsund  verwaltet.  Die  Stiftung  hatte  int
Jahre  1857  außer  der  Priorin  und  den  10  Konventualinnen,  4  Exspektantinnen ­
  mit  halber  Hebung,  4  Participienlinnen  des  v.  Th  un  sehen
Legates,  und  sonstige  Exspektantinnen  ohne  Hebung  73.
Damen  Stift  zu  Bergen.
Eine  alte  landesherrliche  Stiftung,  durch  Staats-Zuschüsse  unterstützt.
Die  Stiftsstellen  kommen  den  Töchtern  Rügenfcher  Edelleute,  welche
ein  Lehngut  auf  der  Insel  Rügen  besitzen  oder  doch  agnatischc  Rechte
daran  haben,  nach  der  Reihenfolge  der  Anmeldung  und  der  darüber
gegen  Erlegung  des  rcglementsmäßigen  Einkanfsgeldes  ertheilten  Exspcktanzbriefe
  zu.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  hat  hauptsächlich
der  Neu-Vorpommersche  Adel,  das  Patronat  steht  dem  Könige  zu
und  wird  von  der  Regierung  zu  Stralsund  verwaltet.  Die  Stiftung
hatte  im  Jahre  1857  außer  der  Priorin  und  12  Kanonissinnen,  6  Exspektantinnen
  mit  halber  Hebung  und  2  Exspcktantinnen  des  v.  Thunscheu
  Legats.  Exspektantinnen  ohne  Hebung  waren  56  vorhanden.
Damen-Stift  zu  Eammin.
Ein  Königliches  Stift  oder  Jnngfrauen-Klostcr,  aus  dem  Jahre  1691
stammend.  Fünf  Konventualinnen  werden  vom  Könige  auf  den  Vorschlag ­
  des  Ministers  deö  Innern  ans  den  unverehelichten  bedürftigen
Töchtern  adeliger  Familien  des  evang.  Glaubensbekenntnisses  ernannt,
für  die  sechste,  von  Hans  Heinrich  v.  Flemming  im  Jahre  1696  gestiftete ­
  und  dotirtc  Stelle  wird  von  der  Familie  v.  Flemming  ein
        <pb n="132" />
        adeliges  Fräulein  gewählt,  der  Regierung  in  Stettin  in  Vorschlag  gebracht, ­
  diese  Wahl  auch  demnächst  ebenfalls  vom  Könige  bestätigt.  Bei
der  Ausnahme  sind  beni  Herkommen  gemäß  Acceßgelder  (100  Thlr.),
Jnscriptionsgelder  (16f  Thlr.)  zur  Stiftskaffe,  und  Officialgebühren
(12  Thlr.)  zu  entrichten.  Die  Konventualinnen  erhalten  freie  Wohnung, ­
  sind  aber  nicht  verbunden,  im  Stifte  Residenz  zu  halten;  die  sonstigen ­
  Hebungen  (200—120  Thlr.)  bestehen  in  b  a  arem  Gelde  und  in
Naturalien.  Bon  dem  Nachlasse  einer  Konventualin  erhält  das  Stift
Aufsichtsbehörde  des  Stifts  ist  die  Regierung  zu  Stettin.
Damen-Stift  zu  Drübeck  (Wernigerode).
877  von  der  Gräfin  Adelb  rin  und  von  deren  Brüdern  Theti  und
Wikker  als  Benediktiner-Nonnenkloster  gestiftet.  Später  mit  dem  Kloster ­
  Waffcrleben  vereinigt,  enthält  das  Stift  eine  Acbtissin  (in  der  Regel ­
  aus  dem  gräflichen  Hause)  und  fünf  adelige  oder  bürgerliche  Chanoineffen,
  deren  jede  jährlich  50  Thlr.,  freie  Wohnung,  Garten  und
Holz  erhalten.  Die  Verleihung  der  Stellen  steht  dem  regierenden
Grafen  zu.
Damen-Stift  zu  Gesecke  Keppel.
Eine  Versorgungs-Anstalt  für  unvermögende  Jungfrauen  jeder  Konfession ­
  adeligen  und  bürgerlichen  Standes.  Sie  zählte  1861  54  Stellen, ­
  welche  in  der  Weise  dotirt  waren,  daß  9  Chanoineffen  je  200,
o  dcrgl.  176  —  186,  20  bergt,  je  150,  20  bergt,  je  120  Thlr.  zu
beziehen  hatten.
Damen-Stift  (Kloster)  Heiligengrabe,
für  Jungfrauen  adeligen  Standes  und  ev.  Konfession.  Ein  Königliches ­
  Stift,  ist  daffelbe  unter  König  Friedrich  Wilhelm  IV.  reorganisirt
und  mit  einer  Erziehungs-  und  Schul-Anstalt  verbunden  worden,  bei
welcher  die  in  das  Stift  neu  aufzunehinenden  Damen  rnitzuwirken  verpflichtet ­
  sind.  In  der  Erziehungs-Anstalt  werden  vorzugsweise  Töchter
unbemittelter  adeliger  Familien  aufgenommen  und  erhalten  freie  Station ­
  und  freien  Unterricht.  Das  Statut  vom  11.  Oktbr.  1853  bestimmt:
  Die  Präbendatinnen  des  Klosters  find  verpflichtet,  int  Dienste
t&amp;gt;er  Kirche  in  Werken  christlicher  ì!iebc  nach  der  Ordnung  des  Klosters
thätig  zu  sein.  Exspektanzen  auf  Stiftsstellen  sollen  in  Zukunft  nur
unter  der  Bedingung  ertheilt  werden,  daß  bei  dem  derrinstigen  Eintritt
in  das  Stift  die  Exspektantin  sich  zur  Theilnahme  an  der  Liebesthätigkeit
  desselben  verpflichtet.  Für  alle  Exspcktantinnen  findet  ein  Probelahr ­
  statt.  Wird  eine  Exspektantin  nach  vollendeteni  Probejahre  zum
Eintritt  in  das  Stift  und  zur  Theilnahme  an  der  Thätigkeit  deffelben
geeignet  gefunden,  so  tritt  sie  mit  Residenz  in  das  Stift  ein,  sofern  sie
Theilnahme  an  den  Arbeiten  im  Stifte  ausdrücklich  verpflichtet.
Die  Aufsicht  über  die  Anstalt  ist  dem  evang.  Ober-Kirchenrathe  überragen. ­
  Die  Zahl  der  Stellen  beträgt  31,  darunter  1  für  die  Acbtissin
Mit  je  800,  eine  für  die  Priori»  mit  400,  21  für  Konventualinnen
Mit  je  390.  4  für  Konventualinnen  mit  je  300  und  4  für  Minorinnen
mit  je  60  Thlr.  Einkünften  in  baarem  Gelde  und  in  Naturalien.
        <pb n="133" />
        126

Damen-Ştift  Joachimsstein.
Bon  dem  Königl.  Sachs.  Kammerherrn  v.  Ziegler  und  Klipphausen
gegründet  und  1744  landesherrlich  bestätigt.  Ein  reich  dotirtes  altadeliges
  Fräulein-Stift,  dessen  Hauptgebäude  bei  der  Grenz-Regulirung
im  Jahre  1818  auf  Sächsischem  Gebiet  geblieben  sind,  während  die
dazu  gehörigen  Rittergüter  Niecha,  Nadmeritz  und  Tauchritz  und  ein
Wald  von  864  Morgen  zu  Markersdorf  auf  Preußischem  Gebiete  liegen. ­
  Das  Stift  wird  nach  der  Konvention  mit  Sachsen  vom  2.  Juni
1828  verwaltet,  hat  1  Oberhofmeisterin,  12  adelige  evang.  Fräulein
und  steht  unter  einem  Stifts-Berweser,  der  abwechselnd  von  den  Sächsischen ­
  und  von  den  Preußischen  Ständen  gewählt  wird.  Aus  den  Revenüen-Ueberschüfsen
  des  Stifts  sind  eine  Anzahl  von  Stipendien  für
Fräulein  begründet,  welche  theils  von  der  stiftsberechtigten  Ritterschaft
des  Königl.'  Sächs.  Markgrafthums  Ober-Lausitz,  theils  von  den  stistsberechtigten
  Ständen  der  Preußischen  Ober-Lausitz  auf  dem  Kommunal-Landtage
  zu  Görlitz  verliehen  werden.  Diese  Stipendien  werden  nur
an  hülfsbedürftige  Fräulein  von  altem  Adel  verliehen.  Verwandte  des
Stifters  schließen,  insoweit  sie  bedürftig  sind,  alle  übrigen  Bewerberinnen ­
  aus,  und  entscheidet  unter  ihnen  selbst  die  Nähe  des  Grades  der
Verwandtschaft.  Oberlausitzische  Fräulein  schließen  Bewerberinnen  ans
Schlesien,  dem  Meißnischen  und  der  Niederlausitz  aus.
Dameu-Stift  zu  Kapsdorf,
von  dem  Freiherrn  Heinrich  v.  Zedlitz  im  Jahre  1825  für  adelige
Schlesische  Fräulein  ev.  Konfession  mit  einer  Dotation  von  100,000
Thlr.  begründet.  Es  ist  eine,  unter  Aufsicht  des  Appellationsgerichts
in  Breslau  stehende  Familien  -  Stiftung  und  vorzugsweise  zum
Besten  der  Familien  v.  Zedlitz-Leipe,  v.  Zedlitz-Neukirch,
v.  Schick  fus  und  v.  Pacz  enski  und  für  alle  diejenigen  Familien,  welche
mit  den  genannten  vier  Familien  verschwägert  werden,  und  zwar  durch
vier  Grade  absteigender  Linie  in  jedem  Verschwägerungs-Falle.  Das
Stift  hat  eine  Aebtissin,  einen  Stifts-Propst  (Freiherr«  v.  Zedlitz-Leipe
  auf  Käulchen),  einen  Ehren-Kurator  (den  jcdesmaligen  Gcneral-Landschafts-Direktor
  von  Schlesien).  Verbunden  damit  ist  eine  Stipendien-Stiftung
  für  die  Familien  v.  Zedlitz-Leipe  und  Zedlitz-Neukirch;
  mit  dem  Aussterben  dieser  Familien  erlischt  sie  und  der
Fonds  wächst  dem  Fräulein-Stist  zu.
Damen-Stist  zu  Kolberg.
Im  16.  Jahrhundert  gestiftet.  Nach  dem  Statut  vom  24.  Juli  1829
steht  die  Ernennung  der  Konventualinnen  der  Krone  auf  den  Vorschlag
des  Ministers  des  Innern  zu.  7  Stellen  sind  für  adelige,  9  für  bürgerliche ­
  Personen  bestimmt*  von  den  letzteren  fallen  6  an  Eingeborne
der  Stadt  Kolberg,  (nach  einer  Kabincts-Ordre  vom  23.  December
1807  zunächst  an  solche  eingeborne  Kolbergerinnen,  deren  Väter  oder
Familien  bei  der  Belagerung  von  Kolberg  in  den  Jahren  1806  u.  1807
sich  verdienstlich  ausgezeichnet  haben),  3  an  Eingeborne  der  Stadt
Köslin.  Sämmtliche  Stellen  werden  mit  unverehelichten  Töchtern  dürf-
        <pb n="134" />
        tigcv  Familien  besetzt,  welche  sich  zum  ev.  Ģlauben  bekennen  und  mindestens ­
  15  Jahr  alt  sind.  Als  Aufseher  und  Geschäftsführer  fungiren  zwei
Klostervater,  deren  erster  adelig  ist,  von  den  Konventualinnen  gewählt
und  der  Regierung  zur  Bestätigung  vorgeschlagen  wird;  als  zweiter
fungivt  der  jedesmalige  Bürgermeister  von  Solberg.  Die  Aufaenom-^beii
  bei  bem  GWriM  ^ceßgeiber  gu  besace»,  gemeßeH  freie
Wohnung,  einige  Hebungen  in  Geld  und  Naturalien  (190—114  Thlr  )
mb  miiffcii  ili  ber  Megeí  im  Stift  reflbiren;  |  i^eß  %a(^laffeß  Den
fallt  dem  Stifte.

Damen-Stift  zu  Lindow,
für  adelige  Jungfrauen  ev.  Konfession  im  ehenlaligen  von  den  Grafen
v.  Lindow  gestifteten  adeligen  Jungfrauen-Kloster  Lindow,  Kreises
Neu-Ruppin,  eingerichtet,  jetzt  Königlich.  Es  hat  fünf  Stellen:  eine
Domina  mit  850,  drei  Konventualinnen  mit  je  425,  und  eine  jüngste
Konventualin  mit  410  Thlr.  Einkünften  in  Geld  und  Naturalien.  Das
Stift  steht  unter  Aufsicht  der  Regierung  zu  Potsdam.  Die  Domina
wird  von  den  Konventualinnen  aus  ihrer  Mitte  erwählt  und  von  dem
Könige  bestätigt;  die  Stifts-Fräulein  ernennt  ber  König.

Damen-Stift  zu  Lippstadt.
Ein  zwischen  Preußen  und  Lippe-Detmold  gemeinschaftliches  Institut
zm  Ausnahme  und  Unterstützung  von  Jungfrauen  ev.  Konfession,  welche
der  Regel  nach  Töchter  solcher  Offiziere  und  Beamten  sind,  die  sich
Beidienste  erworben  haben.  Die  Anstalt  ist  mit  einem  Grund-Bermogen
  von  330  Morgen  und  mit  31,000  Thlr.  Kapital  dotirt,  steht
unter  Oberaufsicht  der  Königl.  Negierung  zu  Arnsberg  und  der  Fürstlich ­
  Lippeschen  Regierung  zu  Detmold  und  die  jährlichen  Einnahmen
belaufen  sich  auf  6000  Thlr.,  wovon  4500  Thlr.  zu  Präbenden  ausgegeben ­
  werden.  Zur  Zeit  befinden  sich  eine  Vorsteherin  (Aebtissin)
und  16  Stiftsdamen  im  Genusse  des  Benefieiums,  welches  bei  der
Aebtissin  in  500,  bei  zwei  Konventualinnen  in  250,  bei  15  in  212
Thlr.  besteht.

Dameu-Stist  Marienfließ  (a.  d-  Stepenitz).
Ein  Königl.  Stift  in  der  Ostpriegnitz  für  adelige  Jungfrauen  evaug.
Konfession,  1230  als  Eisterzienser  Jungfrauen-Kloster,  von  dem  ältern
Johann  Gans  Edlen  Herrn  zu  Putlitz  gegründet,  1548  in  ein  weltliches ­
  -wtift  für  Jungfrauen  adeligen  Standes  verwandelt.  Dasselbe
hat  9  Stellen,  1  für  die  Domina  mit  530,  6  für  Konventualinnen
»nt  je  260,  und  2  für  Minorinnen  mit  je  120  Thlr.  Einkünften  an
Geld  und  Naturalien.
Damen-Stift  Marieufließ  (in  Pommern).
Von  dem  Herzoge  Barnim  1.  und  einigen  Gliedern  der  Ritterschaft  im
Jahre  1248  begründet,  jetzt  ein  Königl.  Institut.  Rach  dem  Statut
0vn  18¿U  ist  das  Stift  zur  Aufnahme  unverehelichter  bedürftiger  Töchtern ­
  adeliger  Familien  des  ev.  Glaubensbekenntnisses  nach  der  Wahl
oer  Krone  bestimmt,  welcher  bei  jedesmaliger  Erledigung  von  Stellen
        <pb n="135" />
        128

durch  deu  Minister  des  Innern  die  entsprechenden  Vorschläge  zu  machen ­
  sind.  Das  Stift  besteht  ans  einer  Priori»,  15  Konventualinnen
und  11  Exspektantinnen  (Minorinnen).  Zwei  Kloster-Väter  (der  Landrath ­
  des  Kreises  Saatzig  und  ein  auf  dem  Kommunal-Landtage  zu  erwählender ­
  Deputirter  der  Ritterschaft)  bilden  die  Vorgesetzten  des  Stifts
und  verwalten  unter  Aufsicht  der  Regierung  die  Angelegenheiten  desselben. ­
  Bei  dem  ersten  Eintritt  in  die  Stelle  einer  Konventualin  sind
Acceßgelder  zn  zahlen.  Die  Hebungen  der  Stifts-Mitglieder  bestehen
in  baarem  Gelde,  Naturalien  und  freier  Wohnung,  die  Priorin  bezieht
240,  eine  Konventualin  etwa  150,  eine  Minorin  96  Thlr.  Zum  Residenzhalten ­
  ist  nur  die  Priorin  verpflichtet.  Von  dem  Nachlasse  jeder
Konventualin  gehört  j  dem  Stifte.  Acceßgelder  und  Nachlaßstücke
werden  aufgesammelt  und  vermehrt  und  die  Zinsen,  soweit  sie  nicht  zur
Bestreitung  baarer  Auslagen  in  Angelegenheiten  des  Stifts  nöthig
sind,  von  Zeit  zu  Zeit  gleichmäßig  unter  sämmtliche  Konventualinnen
vertheilt.
Damen-Stift  zu  Nottuln,
für  Jungfrauen  kath.  Konfession.  Ein  von  König  Friedr.  Wilhelm  IV.
projetâtes,  noch  in  der  Ausführung  begriffenes  Institut.
Damen-Stift  zu  Rietschütz,
von  der  Gräfin  v.  Schwerin  geb.  Freiin  v.  Schmettan  1782  für
fünf  ev.  Fräulein  begründet.  Die  Fideikommißgüter  Rietschütz,  Schabitzen
  und  Jlgowitz  gewähren  die  dazu  erforderlichen  Mittel.
Damen-Stift  Runow,
von  dem  Feldmarschall  Joachim  Ernst  v.  Gru  mb  ko  w  am  3.  März
1690  für  12  Jungfrauen  (event.  Wittwen)  gegründet.  Von  den  aufzunehmenden ­
  Jungfrauen  sollen  8  bürgerlichen  Standes  sein.  Zur  Unterhaltung ­
  derselben  sind  jährlich  240  Thlr.  und  gewisse  Naturalleistungen ­
  ausgesetzt  und  auf  die  Güter  Groß-Runow,  Varzmin  A.,  Zechliu,
Darsin,  Vangerske,  Poltangow,  Lupow,  Malzkow  und  Sorkow  eingetragen. ­
  Die  Konventualinnen  leben  auswärts  und  erhalten  seit  1853
die  Wohnung  mit  je  6  Thlr.  vergütigt.  Das  Einkommen  einer  adeligen ­
  Konventualin  beträgt  seitdem  ppr.  38  Thlr.,  das  einer  bürgerlichen ­
  23  Thlr.  Die  Verleihung  der  Stiftsstellen  steht  dem  Stiftsherrn ­
  und  Patron  (z.  Z.  General-Lieutenant  v.  Bonin  auf  Runow),
die  Verwaltung  einem  Kuratorium,  die  Aufsicht  der  Regierung  in  Köslin ­
  zu.
Damen-Stift  zu  Soest.
Eine  Stiftung,  die  nach  dem  Plane  König  Friedrich  Wilhelm  IV.  in
Wiederherstellung  des  ehemaligen  Walpurgis-Stifts  zu  Soest  dort  begründet ­
  werden  sollte,  auch  war  im  Jahre  1862  Wohnnngsraum  für
4  Damen  neu  hergestellt.  Den  öffentlichen  Nachrichten  zn  Folge  hatte
der  König  (1857)  in  dem  Stifte  vorläufig  zwei  Stellen,  die  einer  Aebissin
  (400  Thlr.)  und  einer  Stiftsdame  (200  Thlr.)  einzurichten  befohlen, ­
  auch  angeordnet,  daß  mit  dem  Stifte  die  in  den  Gebäuden  dessel-
        <pb n="136" />
        ben  bereits  bestehenden  Rettungs-Anstalt  (s.  d.)  in  Verbindung  gebracht
werde.

Damen-Stift  zu  Stendal,
s.  Katharinen  -  Kloster.
Damen  Stift  zu  Stolp.
şşàd-ļ-  Instituí  befielt  einer  Priorin
ài,cher  Fam,t.en,  welche  ei»  stedensalter  von  mindestens
IS  Jahren  errercht  haben,  bestimmt.  Unter  den  Bstrgertiichtern  ist  eine
aus  der  Stadt  Stolp.  Eine  zehnte,  die  Buch  holz  sche  Stelle  ist  für
die  weibliche  Nachkommenschaft  des  Bürgermeisters  Arnold  in  Stolp
event,  für  Töchter  unbemittelter  bürgerlicher  Osficianten  in  Stolp  oder
überhaupt  in  Hinter-Pommern  bestimmt.  Als  Aufseher  und  Geschäftsführer ­
  (Klosterväter)  fungiren  der  Landrath  des  Kreises  und  der  Bürgermeister ­
  von  Stolp.  Bei  der  Aufnahme  in  das  Stift  sind  Acceßgelder
  zu  zahlen;  die  Genüsse  bestehen  in  freier  Wohnung,  baarem
Gelde  und  Naturalien.  Es  haben  zu  beziehen  die  Priorin  214,  drei
selige  Konventnalittnen  je  168,  drei  dergleichen  je  138,  eine  bürgcr-1
  ao  ^anventualin  168,  eine  dergleichen  138,  die  Buchholzsche  Stelle
132  Thlr.  an  Einkünften.  Die  Konventualinncn  müssen  in  der  Regel
tnt  Stifte  wohnen;  auch  gehört  dem  letzteren  der  dritte  Theil  ihres
Nachlasses.
Damen-Stift  zu  Tschirnau,
s.  v.  Lestwitzsche  Stiftungen.

Damen-Stift  zu  Zehdenick.
Ein  Königliches  Stift  für  adelige  Jungfrauen  ev.  Konfession.  Dasselbe
hat  7  Stellen:  eine  Domina  mit  560,  eine  älteste  Konventualin  mit
336,  und  fünf  Kvuvcntualinnen  mit  333  Thlr.  Einnahme  in  Geld
und  Naturalien.

Stiftung  Danket  manu  zu  Münster,
Kapital  2500  Thlr.  Die  Zinsen  sind  für  verschämte  Arme,  Vorzugswelse ­
  aus  der  Fanlilie  des  Stifters  bestimmt.
Maria  Elise  Damm,
geb.  Reim  kart  en,  Wittwe  zu  Berlin  (t  1829)  vermachte  der  St.
Georgenknche  daselbst  1000  Thlr.;  die  Zinsen  sollen  von  den  Predigern ­
  nach  deren  Ermessen  an  die  Armen  des  Sprengels  gezahlt  werden.
Dämmers,
zu  Paderborn  (f  1845)  legirte  sein  Vermögen  zu  wohlthätigen
Zwecken.  Er  begrülldete  1)  eine  Stiftung  zur  Anschaffung  von  Katecylsmen
  und  anderen  religiösen  Büchern  für  arme  Schulkinder  des  Fürftenthunls
  Paderborn,  welche  auf  dem  Lande  wohnen;  dotirte  dieselbe
"nt  emer  Reute  voll  jährlich  50  Thlr.  und  überwies  die  Verwaltung
P«uß.  Landbuch.  9
        <pb n="137" />
        130

und  Kollation  dem  jedesmaligen  bischöflichen  General-Vikar;  2)  dem
Marianen-Hause  zu  Paderborn  vermachte  er  eine  Rente  von  50  Thlr.
zur  Begründung  eines  von  dem  jedesmaligen  Präses  des  Priester-Seminars ­
  zu  vergebenden  Stipendiums;  3)  begründete  er  mit  einem  Kapital ­
  von  600  Thlr.  eine  Stipendien-Stiftung.  Die  Zinsen  sollen  zur
Unterstützung  eines  Studircnden  der  kath.  Theologie  und  Philosophie
aus  der  Diöcese  Paderborn,  welchen  der  jedesmalige  Regens  des  Priester-Seminars ­
  zu  bestimmen  hat,  verwendet  werden;  4)  dem  bischöflichen ­
  Seminar  vermachte  er  eine  jährliche  Rente  von  50  Thlr.  zur  Ausstattung ­
  eines  dürftigen  Seminar-Priesters  bei  seiner  Anstellung  als
Kaplan  oder  Pfarrer;  5)  bestimmte  er  eine  jährliche  Rente  von  5O  Thlr.
zur  Unterstützung  kath.  Pfarrgeistlichen  und  Schullehrer.  Die  Vermallung
  und  Kollation  steht  dem  bischöflichen  General-Vikar  zu.  Noch
legirte  er  der  Pfarre  Büsdorf  mehrere  Kapitalien;  dem  kath.  Waisenhause ­
  zu  Paderborn  eine  Rente  von  50  Thlr.  ;  der  Mädchen-Frcischule
  daselbst  einen  Theil  des  Erlöses  seiner  Kupferstich-Sammlung
und  mehrere  Kapitalien;  der  kath.  Knaben-Freischulc  eine  Rente  von
50  Thlr.  ;  dem  Institut  der  barmherzigen  Schwestern  zu  Paderborn
Grundstücke  und  Kapitalien;  zur  Herstellung  eines  Knaben  Seminars
mehrere  Summen  u.  s.  w.
Darlehnskasse  zu  Breslau.
Im  Jahre  1848  von  einem  Verein  mit  Zustimmung  der  Stadtverordneten ­
  aus  Geschenken  und  Darlehnen  gegründet,  um  Gewerbtreibenden
der  Stadt  behufs  Beschäftigung  brotloser  Arbeiter  zum  Fortbctriebe  des
Gewerbes  Darlehne  zu  geben  und  Arbeit  zu  vermitteln.  1851  aufgelöst, ­
  sind  (1864)  die  Bestände  von  3000  Thlr.  der  Bürgerrettungs-Anstalt
  (s.  d.)  unter  der  Bedingung  überwiesen,  bei  Darlehnsbewilligungen ­
  aus  diesem  Fonds  von  der  statutenmäßigen  Bedingung  5jährigcn
  Bürgerrechts  des  Schuldners  abzusehen.
Darlehns-Kasse  zu  Hirschberg.
Ein  Privat-Institut,  welches  nach  dem  Abschlüsse  von  1862  162  Darlehne ­
  à  3  bis  30  Thlr.,  int  Ganzen  23391  Thlr.  ausgegeben  hat.
Ende  Dezember  1862  hatte  die  Kaffe  ausstehen  1016,  baar  vorräthig
50,  in  Staatsschuldscheiuen  400  Thlr.,  im  Ganzen  1466  Thlr.
Darlehnskaffe  zu  Mettlach  (Merzig),
von  den  Gemeinden  der  dortigen  Bürgermeisterei  mit  5400  Thlr.  unter
staatlicher  Genehmigung  begründet.  Es  werden  daraus  den  Einwohnern
Darlehne  gegen  Handschrift  mit  kurzen  Zahlungsfristen  zu  5  pEt.  Zinsen ­
  gegeben.
Darlehus-Bereiu  zu  St.  Theobald  (Wernigerode),
1855  vom  Prof.  Huber  gegründet.  Mitglied  ist,  wer  ein  für  allemal
10  Thlr.  einzahlt,  ober  jährlich  1  Thlr.  beiträgt  nder  ein  unverzinsliches ­
  Darlehn  von  mindestens  25  Thlr.  für  die  Zwecke  des  Vereins
offerirt.  Bis  Ende  1861  waren  350  Darlehne  im  Betrage  von  zusammen ­
  47,000  Thlr.  gegeben  worden.
        <pb n="138" />
        Frau  Daum,
-Şittroe  eines  Kaufmanns  in  Potsdam,  lcgirte  im  Jahre  1770  ein  Kagital
  von  1000  Thlr.,  dessen  Zinsen  mit  jährlich  40  Thlr.  auf  1  bis
6  Jahre  nach  Belieben  des  Direktoriums  der  Streitschen  Stiftunq
auf  bei  Worfd)(ag  W  Direitos  beg  ÜMhm-  @#Mafiu»,g  grauen
Mloftcr  an  Studirende  verliehen  werden.
Christian  Da  ume.
,u  Frommstrd,  »reife«  Weißen,»  lļgir,-  (1850)  1200  THIr.,  deren
B"  en  »«  Unlerstatzung  armer  Schnttinder  bestimmt  find.  Die  »er
waltung  steht  der  Kirche  zu.
D  a  v  e  l  l  sches  Stipendium,
zunächst  für  ev.  Verwandte,  die  Theologie  studiren,  in  deren  Ermangelung ­
  aber  für  Theologie  studirende  arme  Zintenfchc  Stadtkinder,  event,
^öbenichtfche  Stadtkinder  gestiftet.  Die  Verwaltung  hat  der  Magistrat
zu  Königsberg.
Leffmaml  David,
Mäkler  zu  Berlin  (t  1820)  fetzte  letztwillig  für  hülfsbedürftige,  in  den
Feldzügen  von  1813—15  blind  gewordene  Krieger  ein  ^egat  von  jährlich ­
  200  Thlr.  aus  seiner  Nachlaß-Masse,  so  lange  solche  dauern  wird,
aus.  Bisher  ist  dieses  ^egat  zur  Zahlung  gelangt,  und  es  sind  daon
  .)U  erblindete  Invaliden  von  dem  Kriegs-Ministerium  mit  dem
Betrage  von  je  4  Thlr.  bedacht  worden.
v.  Debschjttzsche  Stiftung,
für  Arme  und  Schulkinder  zu  Rackschütz  (Neumarkt).  Kapital  2100  Thlr.
Ņ  .  D  eg  esche  Stiftung,
dessen  ^^ļîfchen  Ehirurgus  De  g  e  bei  dem  Waisenhause  in  Halle,
rvv..  Degensche  Stipendien.
tion  nui  9  cv  Stipendium  beträgt  etwas  über  100  Thlr.  Die  Kollabürnn-rL
  6  ^f^rc  gebührt  dem  ältesten  Präsidenten  und  dem  ältesten
beni  TiV Cn  ^îâth  des  König!.  Kammcrgcrichts.  Stipendiat  muß  auS
şität  ftubh VtCmCUÍ  Ģerichtes  fein  und  auf  der  Berliner  Univergy
  Degensche  Stiftungen.
v  , U  ioo« lac ^ erntc *ft w  D  egenschen  Eheleute  zu  Neu-Ruppin  bcgrün-&amp;gt;
  /ìî  t'  'j‘  Mehrere  milde  Stiftungen.  Sie  bestimmten  a)  1300  Thlr.
a ä«,  bstfj  Do»  den  Zinsen  am  18.  Mai  jeden  Jahres  ein  armes  Bürger-Mädchen ­
  der  Stadt  ausgestattet  werden  solle;  1»)  das  dem  Ehemann
^gkhvrig  gewesene  massive  Wohnung  im  Werthe  von  350  Thlr.  giebst
Zubehör  zu  einem  Hospital  für  8  unverheirathete  arme  Bürger  deS  Orts,
        <pb n="139" />
        132

setzten  dieses  Hospital  auch  zum  Erben  des  Nestes  ihres  Nachlasses
(4  —  5000  Thlr.)  ein.  Die  Verwaltung  des  Kapitals  zu  a.  und  die
Ober-Aufsicht  über  die  Verwaltung  der  Stiftung  zu  b.,  deren  Kapital
jetzt  8000  Thlr.  beträgt,  ist  dem  Magistrat  und  den  Stadtverordneten
übertragen;  c)  500  Thlr.  zur  Unterstützung  armer  Wöchnerinnen.
Karl  Degenkolb,
Kommerzienrath  zu  Eilenbnrg  (t  1862)  vermachte  der  dortigen  ^tadtgemeinde
  sein  Haus  und  Garten-Grundstück  und  20,000  Thlr.  zur
Gründung  einer  Stiftung  unter  dem  Namen  „Emilien-Versorgungs-Anstalt".'
  In  dieser  Anstalt  soll  10  invaliden  Fabrik-Arbeitern  oder
Fabrikarbeiter-Wittwen  unter  Bevorzugung  derjenigen  aus  der  ^chloßfabrik
  in  Eilenburg  Ausnahme,  und  aus  den  Kapitals-Zinsen  und
Grundstücks-Erträgen  Unterstützung,  außerdem  noch  20  verlassenen  oder
verwahrloseten  Kindern  Pflege  und  Aufsicht  in  der  Art  gewährt  werden,
daß  je  zwei  von  ihnen  in  die  Obhut  eines  der  zur  ersten  Kategorie
gehörigen  Aufgenommenen  gegeben  werden.  Sollte  die  Aufnahme  von
Kindern  Seitens  der  zur  Verwaltung  der  Stiftung  berufenen  städtischen
Behörden  nicht  für  ersprießlich  erachtet  werden,  so  sollen  statt  dessen
20  Arbeitsunfähige  erster  Kategorie  ausgenommen  und  jedem  derselben
jährlich  40  Thlr.  Unterstützung  gezahlt  werden.
Johann  Fr.  Deh  mel,
Fabrik-  und  Gasthofbcsitzer  in  Quaritz  (Glogau)  (t  1864)  überwies
der  dortigen  Armenkasse  ein  Kapital  von  1000  Thlr.,  von  welchem  die
Zinsen  zur  Unterstützung  hilfsbedürftiger  Einwohner  daselbst  verwendet
werden  sollen.  —  Der  Schule  in  Dalkau  hinterließ  er  50  Thlr.,  deren
Zinsen  zur  Beschaffung  von  christlichen  Schulbüä)ern  für  arme  fleißige
Kinder  bestimmt  sind.
Frau  De  mi  ani,
Wittwe  des  Oberbürgermeisters  Demiani  zu  Görlitz,  geb.  Meißner
überwies  1863  dem  Magistrat  daselbst  500  Thlr.  mit  der  Bestimmung,
daß  die  Zinsen  dieses  Kapitals  am  Todestage  ihres  Mannes  (5.  Juli
jeden  Jahres)  an  zwei  arme  alte  Bürger  der  Stadt  vertheilt  werden
De  nnewitz-Stiftung.
Sie  ist  am  6.  September  1849  unter  dem  Protektorate  der  Königin
Elisabeth  zu  Jüterbog  ins  Leben  getreten,  und  der  Erziehung  und  Unterstützung ­
  armer  Söhne  und  Töchter  verstorbener  Vaterlandsvertheidiger ­
  des  preußischen  Heeres  gewidmet.  Die  Stiftung  verpflegt  20
bis  30  Waisen  und  hat  ein  Vermögen  von  18,000  Thlr.  Die  Kinder
befinden  sich  theils  in  Pflege  ihrer  noch  lebenden  Mütter,  theils  sind
sie  bei  ehrbaren  Familien  im  Jüterbog-Luckcnwalder  Kreise  unter  Aufsicht ­
  der  Kuratoren  untergebracht.
Departemental-Jrren  Anstalt  zu  Düsseldorf.
Nach  dem  Statut  vom  30.  Juli  1864  zur  Aufbewahrung  unheilbarer
Irren  beiderlei  Geschlechts  aus  dem  Regierungsbezirk  Düsseldorf  bc-
        <pb n="140" />
        133

stimmt.  Eine  mit  Korporationsrechten  begabte  Wohlthätigkeits-Anftalt,
ist  sie  ursprünglich  mit  einem  noch  aus  den  Zeiten  der  Fremdherrschaft
namentlich  aus  Tanzmusik-  und  Polizei-Strafgeldern  aufgesammelten
Kapltale  fundlrt;  diejenigen  Gemeinden,  welche  an  jenem  Kapitale  cm*
°Ģch  kemen  Theil  hatten,  haben  später  durch  Einzahlung  eines  veräSSSSSI

b.  Derfflingersche  Stipendien.
Kreise.  Aus  dem  Ertrag  dieser  Güter  hat  das  Pädagogium  in  Lüttichau ­
  2  Stipendien  à  50  Thlr.  an  zwei  lutherische  Studirendc  der
Theologie,  welche  Schüler  des  Züllichauer  Waisenhauses  gewesen  sind,
zu  verabfolgen.  Den  beiden  Pröpsten  zu  Berlin  gebührt  das  Kollationsrecht ­
  abwechselnd.
Detloffsches  Legat,
von  dem  Platzmajor  Gustav  Benjamin  Detloff  zu  Berlin,  (t  1792)
herrührend.  Er  vermachte  2725  Thlr.,  von  deren  Zinsen  würdige,
den  Predigern  bekannte  Haus-Arme  der  Marien-Kirchc  mit  3  bü  4
ş.,  mit  mehr,  unterstützt  werden  sollen.  Die  Verwaltung
des  Kapitals  liegt  den  Predigern  der  Marien-Kirchc  ob.
Denth-Edzardi  Stiftung  zu  Anklam,
IfŞpKlsss
ssmmsmm
g.  qn  's  c  deutsche-  Haus  zu  Merseburg.
ÄÌâlllÌ» 5
„„  k  Ş-m-nļ-r.Ord-nķftisļ  ,»  »raschnch
°7nŅŅ.°°mà:
tunm  zu  erziehen,  soweit  es  ihr  körperlicher  und  Geisteszustand  ge-
        <pb n="141" />
        134

stattet,  zu  unterrichten,  und  sie  wo  möglich  zu  nützlichen  Mitgliedern  der
bürgerlichen  Gesellschaft  heranzubilden.

Dent  sch  man  n  sche  Stiftung,
bei  der  Universität  Halle-Wittenberg.  Archidiakonus  M.  Jeremias
Deutsch  mann  zn  Wittenberg  vermachte  300  mst.  (262t  Thlr)  zu
einem  Stipendium  für  einen  Studirenden  aus  seiner  Freundschaft,  oder
einen  Bürgers-Sohn  aus  Jüterbog  auf  2  Jahre  (Koch  I.  446).
Diakonen-KrankenhauS  zn  Duisburg.
Ein  der  Rheinisch-Westphölischen  Pastoral-Gehülfen-Anstalt  gehöriges
Institut,  dessen  Einnahmen  (jährlich  etwa  2400  Thlr.)  durch  die  Pflegetosten ­
  gedeckt  werden;  das  Fehlende  wird  dnrch  die  Korporation  aus
milden  Gaben  bestritten.

Diakonissen-Anstalt  zu  Kaiserswerth.
Mutterhaus  der  in  Preußen  bestehenden  Anstalten  dieser  Art,  vom
Pastor  F  li  ebner  (t  1864)  gegründet,  von  dessen  Schwiegersohn
Disselhof  fortgeführt.  Die  damit  in  Berbindung  stehenden  Anstalten
sind  a)  ein  Krankenhaus,  tu  welchem  Kranke  aller  Konfessionen  für  einen
sehr  geringen  Pflegesatz,  Unvermögende  unentgeltlich  aufgenommen  und
die  Pflege-Schwestern  zn  ihrem  Berufe  vorgebildet  werden;  l»)  daö
ev  Asyl  für  entlassene  weibliche  Gefangene  und  das  Magdalenen-Stift
im  Jahre  1833  gegründet;  c)  das  Waisen  -  Stift  zur  Aufnahme  von
Mädchen  unter  12  Jahren,  welche  hier  zu  Schwestern  und  Lehrerinnen  ausgebildet ­
  werden.  Ein  Filial-Waisenhaus  besteht  in  Salem  bei  Ralingen, ­
  wo  die  ältern  Kinder  im  Sommer  einen  ökonomischen  Kursus
durchmachen;  d)  das  Seminar  für  Kleinkinder-,  Elementar-  und  Industrie-Lehrerinnen ­
  an  höheren  Töchterschulen  und  für  Gouvernanten;
e)  die  Heil-Anstalt  für  ev.  weibliche  Gemüthskranke  u.  f.  w.  Die
Anstalt  hat  eine  Menge  auswärtige  Stationen,  auch  im  Orient.  Die
Anstalt  erfreute  sich  der  besonderen  Unterstützung  Königs  Friedrich
Wilhelm  IV.,  wird  thcilweise  ans  dem  Polizei-Strasgelder-Fonds  (s.
d.)  bedacht  und  hat  auch  sonst  eine  Menge  Zuwendungen  erhalten,  so
im  Jahre  1864  4000  Gulden  von  der  verstorbenen  Diakonissin  Schepler
in  Frankfurt  a.  M.
Diakonissen-Kasse  zu  Aachen,

bei  der  ev.  Gemeinde;  sie  hatte  im  Jahre  1862  50,000  Thlr.  Kapital.

Diakonissen  Lehrhans  zn  Hilden  bei  Düsseldorf.
Ein  mit  der  Diakonisten-Anstalt  zu  Kaiserswerth  (s.  d.)  in  Berbindung
stehendes  Institut.  Es  umfaßt  ein  Pensionat  für  Töchter  gebildeter
Stände  und  eine  höhere  Töchterschule,  und  soll  das  große  Bedürfniß
befriedigen  helfen,  eine  christliche  Erziehnngs-Anstatt  für  diese  Töchter
darzubieten,  worin  sie  sowohl  in  Wissenschaften,  Sprachen  und  Fertigkeiten ­
  alle  nöthigen  Kenntnisse  erhalten,  als  auch  für  das  praktische,
häusliche  Leben  gebildet  und  ihrem  Heilande  zugeführt  werden.  Der
im  Jahre  1864  ans  einem  Grundstück  von  17  Morgen  aufgeführte
Bau  soll  die  Familien  -  Erziehung  der  Pensionärinnen  fördern,  die
        <pb n="142" />
        135

kascrnenartige  Aufeinanderhäufung  vieler  Töchter  verhüten  und  die  beständige ­
  Beaufsichtigung  jeder  einzelnen  möglich  machen.
Mendel  Meyer  Diamautsches  Legat,

SÄ;  ( ** W * V

Dieckmannsche  Stiftung  zu  Königsberg.
awfÄSStsi  ssy
SSSSSHHiâSSîš
lief  sich  auf  1560  Thlr.;  behufs  Vermehrung  dcffelbcu  werden  die
Zinsen  einstweilen  noch  zum  Kapital  geschlagen.
v.  Di  epenbrock^cheS  Vermächtnis;.
Es  wird  von  dem  Presbyterium  der  reformirten  Hofkirche  in  Halberstadt ­
  an  studirrnde  Halberstädter  verliehen  und  beträgt  40  Thlr.
v.  Diergardts  Fortbildungs-Stiftung  zu  Gladbach,
von  dem  Frh.  v.  Diergardt  in  Viersen  zum  Zwecke  der  Beförderung
der  Ausbildung  im  Gewcrbefache  insbesondere  zur  Unterstützung
jugendlicher  ^alente  aus  unbemittelten  Ständen  behufs  weiterer  Ausik6n"^â"î)^îwilligen
  Beiträgen  rc.  gegründet.  Die  Stiftung  erhielt
SSsHSs-s»
Dretschsche  Legaten  Kasse  zu  Puritz.
%  Ä  ÎÏ'ÄCÏÏr  ķr  fete
Diettrichsches  Stipendium,

Heinr.  Fr.  v.  Dietz,

Ist  Sä  f.  »  M  Ä

Sts™

r„  .  Dill  sch  Neid  er  sche  Armen-Stiftung,
4C)0  Thlr  VmCn  'ö""ftadt,  Kreises  Merzig,  mit  einem  Fonds  von
Ņ  kilter-Verein  zu  Königsberg.
fin^n  ^  "à^r-Schulen,  in  welchen  etwa  400  Kinder  Aufnahme
Tuiuii.  Die  Mitglieder  zahlen  jährlich  etwa  500  Thlr.  Beiträge;  aus
        <pb n="143" />
        136

ber  Tamnauschen  Stiftung  (s.  b.)  fließen  138  Thlr.  :  Vermögen
1700  Thlr.
Christian  v.  Distelmeyer,
Kurfürstlicher  Kanzler  zu  Berlin,  legirte  (1616)  3000  Thlr.  zu  Stipenbien
  für  brci  Stubirenbe  vom  Abel  aus  ben  v.  Diste  lmey  erschen
unb  v.  Lüberitzschen  Familien,  bemnächst  für  Söhne  Berliner  Einwohner, ­
  vornehmlich  solcher,  bie  im  Dienste  ber  Kirche  unb  ber  Schule
stehen  unb  ber  lutherisch-augsburgischen  Konfession  zugethan  sinb,  auch
für  Söhne  ber  Prebiger  zu  Mahlsborf  unb  Rebensleben.  Die  Stipenbien
  können  auf  brei  Jahre  unb  länger  verliehen  werben.  Das
Kapital  wirb  vom  Magistrat  verwaltet,  unb  von  bicfcm  auch  bas  erste
unb  zweite  Stipenbinm  vergeben.  Collator  bes  brüten  Stipenbii  ist
ber  Stanbesherr  Graf  Lyn  ar  zu  Lübbenau  als  v.  Distelmeyerscher
Descenbent.  Betrag  eines  Stipenbiums  47  Thlr.
Dittrich  sche  Stiftungen  zn  Fürstenau,
begrünbet  von  bem  im  Jahre  1840  bort  verstorbenen  Pfarrer  Ignatz
Dittrich.  Er  wenbete  ben  auf  ben  Gütern  Fürstenau,  Beilau
unb  Ocklitz  (Neumarkt)  lebenben  Armen  katholischer  Konfession  sein
in  Grnnbstttcken  unb  Gelbern  bestehendes  Vermögen  im  Betrage  von
9560  Thlr.  mit  ber  Bestimmung  zu,  baß  {  ber  Revenüen  ben  erwachsenen ­
  Armen  in  monatlichen  Raten,  f  ben  Schulkinbern  zu  Theil
werben  solle.  Von  einem  aufznsammelnben  Kapital  von  500  Thlr.
sollten  bie  Zinsen  einem  armen  katholischen  Schüler  aus  Fürstenau,
welcher  auf  bem  Gymnasium  in  Breslau  sich  bcfmbct;  von  einem  andern ­
  aufzusammelnbenKapital  von  1500  Thlr.  bieZinsen  an  zwei  Alumnen
verabreicht  werben.
Dodendorfer  Stipendium,
à  45  Thlr.  aus  ber  frühern  Kloster  Ber  g  eschen  Verwaltung  herrührenb.
  Die  Verleihung  steht  ber  Regierung  in  Magbeburg  zu.
Döhnhoff,
Rentier  zu  Berlin,  legirte  1849  ber  Stabt  Templin  300  Thlr.,  bereu
Zinsen  alljährlich  an  zwei  Arme  gezahlt  werben  sollen.
Döringscheö  Legat  zn  Weissensee.
Es  besteht  in  200  Thlr.  unb  sinb  bie  Zinsen  zur  Vertheilnng  an  bie
Konventualen  (s.  Konvent  zn  Weiffensee)  bestimmt.
Dörtsche  Stiftung,
von  bem  Kanzlei-Rath  Dört  zu  Brieg  mit  100  Thlr.  zum  Besten  alter
Krieger  begrünbet.
Wilhelm  D  oh  rend  usch,
Rentier  zu  Viersen  (+  1838),  vermachte  im  Jahre  1803  ben  Armen
ber  bortigen  Gemeinbe  ein  Legat  von  21000  Franks,  besten  Zinsen
zu  ihrer  Unterstützung  auf  immer  bienen  sollen.  Später  (1807)  vermachte ­
  er  ben  bortigen  Armen  noch  1018  Thlr.
        <pb n="144" />
        137

Dombau-Verein  zu  Köln.
(5r  entstand  im  Jahre  1^40,  um  zur  Wiederherstellung  wie  zur  Vollendung ­
  des  Doms  Mittel  zu  beschaffen,  und  hat  einschließlich  der  Zweig-V
  er  cm  e  an  gesammelten  Spenden  etwa  50,000  Thlr.  jährlich  beigesteuert. ­

Dom-Eleemosyne  zu  Münster
Dom-Gymnasium  zu  Halberstadt.
-US  liner  sehr  Olten  Schule  l,er«°rgeg&amp;lt;mgen.  1674  neu  »rgnnisirt,  (eit
LL«  «Tetras
40—20  Thlr.  (Wiese  S.  240).  Vgl.  Gleimsche  Familien-Stiftung.
Dom-Gymnasium  zu  Magdeburg,
1674  von  dem  Dom-Kapitel  begründet,  jetzt  unter  landesherrlicher
Verwaltung,  und  nebst  Alumnat  aus  dem  bei  dem  Provinzial-Schul-Kollegium
  verwalteten  „Fonds  des  Klosters  Unserer  lieben  Frauen"
unterhalten.  Aus  der  „Klosterbergischen  Stiftung"  (s.  d.)  werden  ge-^4
  !,Stipendien  à  50  Thlr.,  auch  hat  der  Direktor  eine
stelle  ^.Magdeburger  Freitisches  in  Halle  zu  vergeben.  Vgl.  Funksche
Stlftung  und  Morgenstern.
Dom-Gymnasium  zu  Merseburg,
SPII
Dom  Gymnasium  zu  Naumburg  a.  S.
neum  "ein^  Verwaltung  des  Dom-Kapitels,  hat  ein  Alum-ŠipisHI

dium  à  20  Thlr  und  ,  5 ,  r -'  1  *'  AmpachscheS  Fre.t.sch-Sttpen-KWÄRMLXL

.  Dom-Hospital  zu  Berlin.
Sek!"“Sdli'oufiem
ge  vou  Kollekten  für  arme  Frauen  der  L-ber-Pfarr-  und  Dom-
        <pb n="145" />
        138

Gemeinde  gestiftet.  Die  Aufgenommenen,  an  Zahl  42,  erhalten  freie
Wohnung,  Holz,  Licht  und  je  nach  dem  Mer  36  Tblr.;  ur
ihre  Beköstigung  müssen  sie  selbst  sorgen,  -l  te  Anstalt  befindet  stch
Georqenstr.  22,  hat  auch  einen  Eingang  in  der  Dorotheenstr.  23,  und
besitzt  ein  Kapital-Vermögen,  das  sich  bereits  un  Jahre  184a  ant
85,000  Thlr.  belief.  Verbunden  mit  dem  Hospital  ist  em  Krankenhaus, ­
  in  welchem  die  Kranken  freie  ärztliche  Hülfe  genießen.
Dom-Kandidaten-Stift  zu  Berlin.
König  Friedrich  Wilhelm  I.  stiftete  im  Jahre  1714  ein  Alumnat  für
sechs  reformirte  Kandidaten,  deren  jeder  ein  Jahrgehalt  von  2a  &amp;amp;  )  r.
unb  ein  ^e^^e=Stipenbinnl  bon  600  Slßr.  (»oib  &amp;amp;n  einer  anbcr^U,;
jährigen  Reise  erhalten  sollte  und  welchen  auch  wohl  eine  außerordentliche ­
  Gratifikation  bewilligt  wurde.  Die  Zahlungen  erfolgten  aus  der
vom  Kurfürsten  Friedrich  111.  im  Jahre  160a  gestifteten  Kaste  wem  is
pietatis.  (Seit  1853  iß  in  Steile  btefeß  ^,1*19  imb  mit  %er=Wendung
  der  Mittel  desselben  bei  der  Dom-Kirche  ein  Konvik^  von
Kandidaten  der  Theologie  unter  dem  Namen  „Dom-Kandidaten-^tift
errichtet.  Der  Zweck  besselbcn  ist  nach  dem  Statut  vom  22.  November
1853:  a)  seelsorgerische  Thätigkeit  der  Mitglieder  als  Pastoralgehulfen
durch  häusliche  Seelsorge,  Besuch  der  geistlich  Nothleidenden,  der  Kranken
und  Sterbenden,  durch  Armenpflege,  verbunden  mit  Besuch,  Ermahnung
und  Predigt;  l&amp;gt;)  möglichstes  Eingreifen  in  die  Wirksamkeit  der  inneren
Mission,  mit  geeignetem  Anschluß  an  die  bestehenden  christlichen  Vereine;
c)  Bildung  eines  Pastoral-Seminars  für  wissenschaftliche  sowohl  als
für  praktische  Theologie,  besonders  in  Anknüpfung  an  die  Erfahrungen
welche  die  Konviktualen  bei  der  zu  a  und  l&amp;gt;  bezeichneten  ThaÜgkeit
machen;  d)  Erlangung  einer  praktischen  kirchlichen  Anschauung  durch
Reisen.  Die  Mitglieder  des  Stifts  empfangen  von  der  Anstalt  unent-"i-
  fot;;."  »4
ist  der  Aufsicht  des  Ministeriums  der  geistl.  re.  Angelegenheiten,  sowie ­
  des  Evangel.  Ober-Kirchenraths  unterworfen.  Für  die  von  den
Konviktualen  zu  unternehmenden  wissenschaftlichen  Reisen  wird  Plan  und
Route  vorgeschrieben  und  werden  dem  Reisenden  die  zu  verfolgenden
Fragen  mitgegeben.  Die  von  ihnen  erstatteten  Berichte  werden  dem
Evangelischen  Ober-Kirchenrathe  mitgetheilt.
Dom-Leibrentenhaus  zu  Berlin.
Das  Haus  (Dorotheenstr.  23),  früher  der  rothe  Hof  genannt,  wurde
1750  von  dem  Armenfonds  der  Dom-Kirche  erworben  und  1&amp;lt;77  erweitert. ­
  Es  gewährt  weiblichen  Mitgliedern  der  Dom-Gemeinde  oder
brauen  und  Jungfrauen  reformirter  Konfession  gegen  ein  Einkaufs
aeld  von  3—800  Thlr.  freie  Wohnung  und  verzinset  ihnen  das  gezahlte ­
  Kapital.  Etwanige  Zuschüsse  zahlt  die  Tom-Almosenkapc.
        <pb n="146" />
        139

D  onathsches  Stipendium.
Eine  alte  Stiftung  bei  der  Universität  Halle-Wittenberg.  Das  von
der  vcrw.  Donath,  geb.  Leyser,  mit  1000  Thlr.  gestiftete  StiftSSKSi

Dorotheen-Hospital  zu  Berlin
DGşi-ÄM-«
Freien  starben.  Das  Haus  diente  zuletzt  24  armen  Bürger-Wittwen
znm  Asyl  die  hier  freie  Wohnung  und  Holz,  monatlich  Thlr.,
^'ftl'che  Hülse  und  Arznei  erhielten  und  noch  sonst  einige  kleine  Spenu’H
  genossen.  Hospitalitcn,  welche  ein  Eintrittsgeld  zahlen,  beziehen
die  Zinsen  davon  bis  an  ihr  Lebens-Ende.  Das  Vermögen  der  An-Ş"
  'Ģ  *&amp;lt;*&amp;gt;  Mi.  d-m
St.  Dorotheen-Hospital  zu  Sagan.
isälü
D°r°theen  Spbillen-Stiftnnq  zu  Brieg.
mm
situile  der  Handschrift  d.-r^!  deren  Zinsen  btc  nnt  einem  Facmmmm
        <pb n="147" />
        140

Dorstadtsches  Stipendium.
Es  besteht  in  jährlich  80  Thlr.  und  wird  vom  Magistrat  zu  Halberstadt
  an  zwei  dortige  arme  Stndircndc  der  Theologie  verliehen.
Maria  Anna  Doutrelepont,
unverehelicht,  zu  Malmedy,  schenkte  1843  dem  dortigen  Wohlthätigkcits-Amte
  ein  Haus  mit  Garten  und  Wiese  im  Werthe  von  1800  Thlr.,
ferner  200  Thlr.,  um  das  Haus  zu  einer  Krankcn-Anstalt  einzurichten
"ud  1000  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  künftigen  Unterhaltung  von  barmherzigen
  Schwestern  des  Ordens  vom  h.  Karl  Borromäus,  welchen  die
Geschenkgeberin  hier  eingeführt  zu  sehen  wünschte,  verwendet  werden
sollten.
Drasdo-Stiftung  in  Torgau,
feit  1848  bestehend,  mit  einem  Vermögen  von  21,000  Thlr.  Die
Zinsen  sind  theils  zu  einem  Universitäts-Stipendium  von  120  Thlr.
jährlich,  theils  zu  wohlthätigen  Anstalten  (wie  Kleinkinder-Bewahr-Anstalten)
  theils  zu  Unterstützungen  verschämter  Armen  und  zu  ähnlichen
Zwecken  bestimmt.
Christoph  Dreier,
Inn.,  Dr.  der  Theologie  und  Professor  zu  Königsberg  widmete  1000
Ģulden  zu  einem  Stipendium  auf  3  Jahre  für  seiner  Freunde  (Dr.
Pauli,  Dr  Sepncr,  Dr.  Gruben,  Dr.  Döschcr,  Dr.  Hartwan
  n  )  Kinder  in  der  angegebenen  Folge.  Nach  einem  Vergleich  von
1718  sollen  sowohl  weibliche  als  männliche  Descendenten,  wenn  sie
Studia  académica  betreiben,  perzeptionsfähig  sein,  und  wenn  cs  an
Gliedern  der  genannten  Familien  weiter  fehlt,  kann  der  im  Genuß  sich
besindende  Stipendiat  länger  als  3  Jahre  im  Genuß  bleiben.  Der
Fonds  bestand  1838  (Koch  II.  550)  in  291*  Thlr.  Kapital.
Dr  eissigsches  Legat.
Eine  alte  Stiftung  bei  der  Universität  Halle.  Hofrath  Dr  ei  fs  i  g
widmete  100  Thlr.,  deren  Zinsen  an  arme  Studircnde  ansgezahlt  werden
sollen.  Der  Fonds  war  bis  1838  ans  180  Thlr.  vermehrt,  und  die
Verleihung  des  Stipcndii  steht  der  theologischen  Fakultät  zu  (Koch  I.
441.)
Dresdesche  Stiftung.
Die  zu  Naumburg  a.  S.  geborene  unverehelichte  Ernestine  Dresde
(t  1853)  vermachte  5000  Thlr.,  welches  Kapital  für  die  Lebenszeit
der  Univcrsal-Erbin  mit  einer  jährlichen  Rente  von  225  Thlr.  behaftet
war.  Die  Zinsen  sollten  nach  dem  Erlöschen  dieser  Rente  als  eine
lebenslängliche  Unterstützung  an  unverhcirathet  bleibende  mittellose  Mädchen ­
  ans  gebildeten  Ständen,  und  zwar  zunächst  an  Familien  -  Angehörige ­
  der  Stiftcrin  gezahlt  werden.  Die  Verwaltung  und  Kollatur
ist  dem  Magistrate  übertragen.  Jedes  arme  Mädchen,  gleichviel  wo
es  wohnhaft  oder  ob  es  noch  in  des  Vaters  oder  der  Mutter  Hause
lebt,  soll,  sobald  es  das  dreißigste  Jahr  ihres  Lebensalters  überschritten
und  unverheiratet  geblieben  ist,  50  Thlr.  jährlich  bis  an  ihr  Lebensende ­
  beziehen.
        <pb n="148" />
        141

v.  Dreskysche  Armen-Stiftung.
Ņà'î  Dŗ^ķy  auf  Tschammendorf  (t  1859)  bestimmte
1000  ït,  V.  zur  Fundirung  einer  Armen-Stiftung  in  Tschammendorf
«  :  sssa  ÄÄ
Joh.  Christian  Dressier
ltd)  zu  Neujahr  unter  die  arnisten  und  nothleidendsten  Mitglieder  und
zwar  an  wirkliche  Sachsen  aus  der  Ober-Lausitz  oder  an  Abkömmlinae
?^şàn,  die  Weber  oder  Spuler  sind,  vertheilt  werden  soll:  die
städtische  Armcn-Direktion  100  Thlr.  um  davon  vorzüglich  alte  Weber
¡“Ä 1 “  unterstützen.  Der  Uederschnst  der  Zinsen  soll  °n
ÄÄS  %
auch  di°Verw°lln°ng  d°7  Stiftn^"  ük.-^'  à  «»tzniester
Marie  Ehristtnc  Dressier,
Pimi
.  (  Drewkesches  Bermächtniß.
MKR8Z8
UMMNW
        <pb n="149" />
        142

strats  ebenfalls  alle  2  Jahre  am  Sterbetage  des  Testators  Unterstützungen
à  10  Thlr.,  unter  Ermahnung  zum  christlichen  Verbrauch  von  Seiten
des  Geistlichen,  erhalten.  Falls  sich  nach  20jähriger  Dauer  der  ersteren
Stiftung  (a)  deren  Zweck  bewahrt  hat,  soll  auch  die  zweite  (b)  nach
denselben  Grundsätzen  zu  einer  ähnlichen  Aufmunterungs-  und  Belohnungs-Anstalt ­
  erhoben  werden,  mit  Prämien  zu  20  Thlr.  Das
Stiftungs-Kapital  ist  bei  der  Königl.  Regierung  zn  Köslin  niedergelegt ­
  und  die  Stiftung  zu  Lanenburg  seit  1857  ins  Leben  getreten.
Drey  se  sch  e  Stiftung.
zur  Unterstützung  schuldlos  verarmter  Arbeiter  der  Gewehr-Fabrik  zu
Sömmerda  und  ihrer  Angehörigen.  Jnl  Jahre  1858  von  dem  Besitzer
der  Fabrik,  Geh.  Kommissionsrath  Drey  se  durch  Ueberwcisung  von
8000  Thlr.  an  die  Stadtverwaltung  begründet.  Ende  1861  hatte  sich
das  Kapital  durch  Ersparnisse  rc.  auf  9530  Thlr.  vermehrt.
'Diarie  Drig  alski,
geb.  Kurczinna,  stiftete  am  16.  Januar  1755  und  26.  August  1763
bei  der  Universität  Königsberg  ein  Stipendium  mit  1100  Thlr.  Dasselbe ­
  ist  für  Studirende  zunächst  ans  ihrer  Familie  zu  4  jährigem  Genuß ­
  bestimmt.  Der  Fonds  war  im  Jahre  1838  (Koch  II.  555)  aus
27611  Thlr.  angewachsen.  Von  den  Zinsen  erhielt  der  Stipendiat
103  Thlr.
Joh.  Conrad  Drttke,
Ackerwirth  von  Dahl  (+  in  Paderborn  1848)  hinterließ  der  Gemeinde
Alfen  2000  Thlr.  zur  Errichtung  eines  Armen-Fonds;  der  katholische
Pfarrer  zu  Borchen  nebst  zwei  Mitgliedern  der  Gemeinde  Alfen  sollen
die  Zinsen  nach  Abzug  einiger  Auslagen  für  geistliche  Handlungen  an
dürftige  Einwohner  der  Gemeinde  vertheilen.
D  ü  b  e  l  l  sches  Bermächtiiiß,
zu  Schulgeld  für  arme  Kinder  der  Stadt  Bahn  bestimmt.  Nach  der
Stiftungs-Urkunde  vom  2.  Oktober  1790  bestand  das  Vermächtnis  in
Grundstücken  im  Werthe  von  450  Thlr.,  die  aber  in  Kapital  verwandelt
werden  sollten.  Die  Aufsicht  steht  dem  Schmiedegewerk  in  Bahn  zu.
Dürer  -  Stiftung.
Eine  deü  Preußischen  Staat  mittelbar  berührende  Schöpfung  der
„deutschen  Künstlcr-Vcrsammlnng",  bezweckt  sie  die  Unterstützung  hilfsbedürftiger ­
  Künstler  und  deren  Hinterbliebenen.  Die  Stiftung  soll  am
Geburtstage  Albrecht  Dürcr's  (den  20.  Mai)  1869  ins  Leben  treten,
ihre  Wirksamkeit  aber  erst  beginnen,  wenn  sie  wenigstens  ein  Kapital
von  10,000  Thlr.  besitzt.
Maria  Elisabeth  v.  Dürham,
geb.  Wülfing,  Kriegs-  und  Domainen-Räthin  zu  Kleve  (t  1771)
legirte  zur  Unterstützung  der  dortigen  Armen  und  des  dürftigsten  Lehrers
ant  Gymnasium  ein  Kapital  in  Höhe  von  4500  Thlr.
        <pb n="150" />
        143

v.  Düringshofen.
vermachte  (1836)  ,  ein  Kapital  von  2000  Thlr.,  dessen  Zinsen  durch
den  ältesten  Prediger  der  Jerusalems-Kirche  zu  Berlin  au  zehn  verschämte ­
  Arme  in  größeren  Raten  vertheilt  werden  sollen  (ViSco  S.  119).
Dürresche  Waisen-Stiftung  zu  Kanth.
wmsMism
George  Düsters  Legat
8WKMM
Du  lasche  Armen  Stiftung.
Michael  Dula,  lathol.  Pfarrer  zu  AltTarnowitz  (f  1840)  setzte  zu
fernen  Universal-Erben  die  Armen  der  dortigen  Parochie  in  der  Art
em  daß  die  auflommenden  Zinsen  sowohl  zur  nöthigen  Bekleidung  der
S&amp;gt;chul-Jugend,  alö  zur  Unterstütznng  der  ganz  alten  hülflosen  armen
1  J cr  şirochle  verwendet  werden  sollten.  Kapital  2246  Thlr.
Dnnckersche  Legate  zu  Berlin.
Mi
__  .  Geschwister  Dunckersches  Legat,
schlechts  oder  Wittwen  "nverehellchte  Personen  weiblichen  Ge-Duuckcrsches
  Bermächtniß  zu  Neviges.
Zu  Neviges  (Elberfeld)  verstorbene  Gerber-Wittw
^  ä cl) *  Ķroll  vermachte  den  katholischen  Armen  der  dortiger
        <pb n="151" />
        144

Pfarrkirche  Chausscebau-  Aktien  im  Nominalbeträge  von  1250  Thlr.
mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  davon  jährlich  an  die  gedachten
Armen,  besanders  an  arme  Wöchnerinnen  und  Erkrankte  verabreicht
werden,  die  Vertheilung  aber  durch  den  katholischen  Pfarrer  und  die
Provisoren  erfolgen  soll.
Fräulein  v.  DziembowSka,
Besitzerin  der  Herrschaft  Rietz  (t  1.  Juli  1861)  vermachte  letztwillig
der  Armenkasse  und  der  Kirchenkasie  zu  Groß-Rietz  (Becskow)  je
2000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  des  ersten  Legats
zur  Unterstützung  aller  arbeitsunfähigen  Leute  von  den  ihr  zugehörig  gewesenen ­
  fünf  Rittergütern  Groß-  und  Klein-Rietz,  Drahndorf,  Raßmansdorf
  und  Birkholz,  mit  Bevorzugung  der  Bedürftigen  des  Tagelöhner-Standes, ­
  event,  zur  Einkleidung  armer  Konfirmanden  oder  zur
Bezahlung  des  Schulgeldes  für  Tagelöhner-Kinder  aus  den  genannten
Ortschaften  in  Familien,  in  denen  mehr  als  zwei  schulpfiichtige  Kinder
vorhanden,  verwendet  werden.  Die  jedesmaligen  Besitzer  von  Groß-Rietz
  und  Birkholz  und  der  jedesmalige  Prediger  des  erstern  Orts  bestimmen. ­
  Die  Zinsen  der  andern  2000  Thlr.  soll  der  jedesmalige  Pre
diger  zu  Groß-Rietz  erhalten,  insofern  er  darauf  Verzicht  geleistet  hat,
von  den  zu  Groß-  und  Klein-Rietz  und  Birkholz  wohnenden  Tagelöhnern ­
  die  üblichen  Gebühren  für  Einsegnungen,  Trauungen,  Taufen
und  Begräbnisse  zu  nehmen;  andernfalls  soll  auch  dieses  Legat  der
Armenkasse  nach  den  in  Betreff  der  ersteren  2000  Thlr.  getroffenen
Bestimmungen  zufallen.

Joh.  Martin  Christian  Eckard,
Iustizrath  und  Kammergerichts-Sckretair  zu  Berlin  (t  1811)  bestimmte
die  Zinsen  von  400  Thlr.  zur  beständigen  Unterstützung  einiger  blindgeborenen ­
  oder  blindgewordenen  Armen  bürgerlichen  Standes.  Das
Kapital  wird  bei  der  städtischen  Haupt-Stiftungskasse  in  Berlin  verwaltet ­
  und  war  im  Jahre  1845  (Lisca  S.  82)  bis  auf  550  Thlr.
herangewachsen.
Eckardtsches  Stipendium.
Es  beträgt  jährlich  70  Thlr.  und  ist  für  würdige  und  bedürftige
Studirendc  aus  der  Stadt  Burg  bestimmt.  Die  Verleihung  steht  dem
Magistrat  zu.
EckardtShauS.
Eine  Erziehungs-Anstalt  für  vcrwahrlosete  Kinder  zu  Eckartsberga  die
zum  Theil  auf  Kosten  der  Provinzial-Stände  erhalten  wird.
Freiin  v.  Eckardtstein,
Amalie,  geb.  Seng  er  auf  Schloß  Drehna  (Luckau)  überwies  (1861)
1000  Thlr.  zum  Besten  der  Ortsarmen  in  Drehna.  Das  Kapital  soll
von  dem  Orts-Pfarrer  verwaltet  und  der  Zins-Ertrag  theils  zur  Erziehung ­
  von  armen  verwahrlosten  Kindern,  Theils  zur  Unterstützung
        <pb n="152" />
        145

bon  sittlichen,  arbeitsunfähigen  Personen  im  Dorfe  Drehna  verwendet
werden.
Ecole  de  charité  zu  Berlin.
^Şut.  der  französischen  Gemeinde,  wesentlich  durch  die  Thätigeit
  des  Predigers,  nachherigen  Ober-Kousistorial-Raths  d'Auières  de
Editha-Berein  zu  Stendal.
Ehrensteiner  Fonds,

für  fünf  Arme  der  Bürgermeisterei  Asbach  (Kreis  Neuwied)  und  zur
Gründung  eines  katholischen  Waisenhauses.  Kapital  5000  Thlr.

Ebrhardtsche  Stiftung  zu  Greiffenhagen,
von  dem  Zimmermeister  Ehrhardt  (f  1860)  begründet.  Die  Zinsen
werden  an  ohne  Schuld  verarmte  Bürger  der  Stadt  gezahlt.
Ehrlichsche  Stiftung  zu  Halle,
»cm  d-m  Tuchmacher  Ehrlich  (+  1854)  begründet,  indem  er  die  Stadt
zmn  Erben  seines  Nachlasses  (ppr.  48,000  Thlr,)  einsetzte.  Die  Reve.
s«  Li
Albrecht  v.  Eichicht,
Eichlersche  Stiftung  zu  Stendal,

di-Zinsen  jut  Unter.

mi«  cv  ^^'lhmannsche  Stiftung  zu  Kolberg,
WàUMWM

&amp;amp;  Sam.  Ei  ffler,
Prķuşi.  Landbukk.

10
        <pb n="153" />
        146

v.  Einsied  elsches  Stipendium
Bei  der  Universität  Halle-Wittenberg  von  Abraham  v.  Einsiedel  auf
Grandstein  (Sachsen)  mit  500  Thlr.  für  zwei  arme  Studirende  evang.-luth.
  Konfession  begründet.  (Koch  I.  446.)
Eisen  bardische  Heilanstalt  zu  Potsdam.
Im  November  1848  eröffnet,  verdankt  die  Anstalt  ihre  Entstehung  den,
Stadtältestcn  Eisenhardt,  welcher  zu  diesem  Behuf  der  Stadt
80.000  Thlr.  vermachte  und  zugleich  bestimmte,  Personen  aus  den  gebildeten ­
  Ständen  der  Stadt,  ferner  dort  konditionirenden  Handlungsund ­
  Handwerks-Gehülfcn,  sowie  auch  dortigen  gesitteten  Dienstboten  im
Erkrankungsfall  ein  freundliches  Unterkommen,  sorgfältige  Wartung  und
ärztliche  Behandlung  und  Pflege  bis  zu  ihrer  Genesung  zu  gewähren.
Die  Verwaltung  steht  unter  Aussicht  des  Magistrats.
Karl  Friedr.  Eisfeld,
Oberamtmann  zu  Stanowitz,  (t  1847)  widmete  2000  Thlr.  zur  Erbauung ­
  eines  Hospitals  für  di»  Armen  der  Dorfschaften  Schalkau  und
Rommenau  (Breslau),  und  1000  Thlr.  behufs  Verthcilung  der  Zinsen
unter  die  Armen  beider  Dorfschaften.
Elberfelder  Stiftung  zum  Gedächtniß  Königs  Friedrich  Wilhelm  Hl,
zur  Anschaffung  von  Prämien-Büchern  und  Vermehrung  der  Bibliotheken
der  Elententar-Schulcn.  Jährliche  Einnahme  280  Thlr.
Elberfelder  Unterstützungsfonds  für  invalide  Krieger.
Ju  Veranlassung  des  dänischen  Krieges  durch  eine  von  dem  Oberbürgermeister ­
  Lischke  angeregte  Sammlung  begründet.  Das  Kapital  von
14.000  Thlr.  und  der  Betrag  einiger  nachträglichen  Gaben  mit  448
Thlr.  15  Sgr.  wird  beim  Kriegs-Ministerium  im  Anschluß  an  die
Kronprinz-Stiftung  (s.  d.)  verwaltet.
Elberfelder  Verein  zur  Beschaffung  billiger  und  zweckmäßiger  Arbeiter,  und
Handwerker-Wohnungen.
Er  ist  1858  ins  Leben  getreten  und  hatte  im  Jahr  1861  zwei  und
sechszig  Wohnungen  in  11  Häusern  mit  dem  bis  dahin  zusammengebrachten ­
  Kapitale'  von  etwa  43,000  Thlr.  hergestellt.
Elementar-Schul  Unterstützungs-Fonds  für  den  Regierungö-Bezirk  Breslau.
Er  besteht  seit  1834,  ist  aus  Ueberschüssen  des  Hebammen-Unterstützungs-Fonds ­
  gebildet  und  hat  jährlich  770  Thlr.  Einnahme,  die
zu  Unterstützungen  für  hülfsbedürftige  Schullehrer  verweudet  werden.
Elenden-Stistung  zu  Münster.
Ursprünglich  in  vier  einzelnen  Elcnden-Stiftnngen  (Kirchspiels-Krankenhäusern) ­
  bestehend,  im  vorigen  Jahrhundert  zu  einer  einzigen  Armen-Stiftung
  vereinigt,  ist  der  Zweck  auf  Krankenpflege  der  Stadt-Armen
gerichtet.  Die  Anstalt  hat  Grundstücke  und  109,000  Thlr.  Kapital;
aus  ihren  Einkünften  giebt  sie  1500  Thlr.  an  das  Klemens-Hospital
und  andere  Beträge  zu  dem  General-Armen-Fonds  ab.
        <pb n="154" />
        10*

Königin  Elisabeth  Central-Stiftung.
Şi«'  ist  bei  Gelegenheit  der  Feier  der  silbernen  Hochzeit  Königs  Friedr.
Wilhelm  IV  und  der  Königin  Elisabeth  im  November  1848  gegründet.
WÊÊ
der  Kreisbehorde  genau  angegeben  werden,  in  welcher  Sprache  das
Andachts-Buch  gewünscht  wird.  Rücksichtlich  des  Gnadengeschenks  von
10  Thlr.  muß  von  der  Krcisbehörde  bescheinigt  werden,  daß  das  Ehe
Paar  sich  in  hülssbedürftiger  Yoge  befindet  und  Kinder,  nächste  Anverwandte ­
  rc.  nicht  vorhanden  resp.  nicht  im  Stande  sind,  die  festliche  Begk)nng
  des  Jubel-Hochzeitstages  zu  ermöglichen,  da  das  Geldgeschenk
nur  zu  letzterein  Zwecke  verwendet  werden  soll.
Elisabeth-Anstalt  zu  Mühlhausen.
Sie  bezweckt  die  Erziehung  und  Unterstützung  armer  verwahrloseter
Elisabethen-Berein  zu  Eupen,
«r°,^74'A.-şi"""'  1861  meist  in  Berth.ilnng  non
~  Elisabeth.FrauemBcrein  zu  Burg.
DMMZŞ
Er  befaßt  sick,  ^'^eth-Frauen-Bereiu  zu  Köln.
hält  die  erforderlichen str,ncr  Wittwen  und  Familien  und  er-Bereins-Mitglicder
  "durch  fortlaufende  milde  Beiträge  der
Ein  „T+,a  cv  m,  ,  .  ^ļ'şabeth  Hospital  zu  Elbing.
ZZMZZŞ
        <pb n="155" />
        Elisabeth-Hospital  zu  Ibbenbüren.
In  neuerer  Zeit  aus  milden  Gaben  entstanden,  mit  Korporationsrechten
  versehen  und  von  Schwestern  des  Ordens  vom  heil.  Franziskus
geleitet.  Kapital-Vermögen  7000  Thlr.
Elisabeth-Kinderbewahr-Anstalt  zu  Nenhaldensleben,
1845  gegründet  und  im  Jahre  von  etwa  80  Kindern  meist  unentgeltlich ­
  besucht.  Die  Stadt  zahlt  50  Thlr.  Zuschuß.  Die  Anstalt  hat  ein
Haus  und  150  Thlr.  Kapital.
Elisabeth-Kinder-Hospital  zu  Berlin.
Dasselbe  ist  am  1.  April  1843  in  der  Pionier-Straße  7  a.  durch  den
Verein  zur  Beförderung  der  Kleinkinderbewahr-Anstalten  gegründet,  nimmt
arme  und  kranke  Kinder  vom  zurückgelegten  7  bis  9  Jahre  ohne  Rücksicht ­
  auf  die  kirchliche  oder  bürgerliche  Gemeinde,  zu  der  sie  gehören,
auf,  und  gewährt  ihnen  freien  Unterhalt,  ärztliche  Behandlung  und
Pflege.  Zum  Erwerbe  des  Grundstücks  schenkte  König  Friedrich  Wilhelm ­
  IV.  1000  Thlr.  ;  die  Königin  Elisabeth  übernahm  die  Protektion
der  Anstalt,  welche  1859  neue  Statuten  und  beschränkte  Korporationsrechte ­
  erhielt.  Sie  ist  ursprünglich  auf  60  Betten  eingerichtet.  Vereine, ­
  Kirchen-Gemeinden  und  Familien,  welche  die  Aufnahme  eines
Kindes  für  ihre  Rechnung  wünschen,  zahlen  jährlich  60  Thlr.  pro  Bett
praenumerando.  Im  Jahre  1863  wurden  27  Knaben  und  27  Mädchen ­
  in  die  Anstalt  aufgenommen;  Einnahme  und  Ausgabe  4900  Thlr.
Freiin  v.  d.  Recke,  geb.  v.  Planitz  stiftete  1859  durch  Einzahlung
eines  Kapitals  von  1000  Thlr.  ein  Krankenbett.  Vgl.  Paul  Mende ­
  lss  ohn-Bartholdy.
Elisabeth-Krankenhaus  zu  Berlin,
s.  Frauen-Kranken-Verein.
St.  Elisabeth-Krankenhaus  zu  Dorsten,
im  Jahre  1851  aus  milden  Beiträgen  erbaut  und  zur  Aufnahme  von
20  Krankenbetten  eingerichtet.  Die  Kosten  der  Unterhaltung  werden
durch  milde  Beiträge  und  durch  einen  Zuschuß  der  Stadt  von  100  Thlr.
bestritten;  die  Pflege  der  Kranken  ist  den  Schwestern  vom  dritten  Orden ­
  des  heil.  Franziskus  anvertraut.
Elisabeth-Siechenhaus  zu  Berlin.
Mit  Beihülfe  eines  Zuschusses  der  Genossenschaft  des  Johanniter-Ordens ­
  voit  300  Thlr.  1856  errichtet,  seit  1858  Schönhauser  Allee  144.
Die  Anstalt  nimmt  10—20  arme  weibliche  Sieche  aller  Bekenntnisse
auf  und  hat  Korporations-Rechte.  Protektorin  ist  die  Königin  Elisabeth.
Die  Pflege  der  Siechen  liegt  Diakonissen  ob.
Elisabeth-Stift  zu  Anklam.
Dasselbe  begreift  die  Rettungshäuser  zu  Görcke  und  zu  Demmin  (s.  d.)
in  sich.
Elisabeth-Stift  zu  Brieq,
s.  Pfeiffersche  Stiftung.
        <pb n="156" />
        149

Elisabeth-Stift  zu  Pankow.
Eine  Privat--Stiftung,  1826  von  der  Frau  Prediger  Weisse  bei
Berlin  begründet;  den  Namen  hat  sie  von  der  Prinzessin  Elisabeth,
mmm
Ellsabeth-Stift  zu  Potsdam.
Am  13  Nov  1840  von  dem  Wohlthätigkeits-Verein  (s.  d.)  begründet
bezweckt  dasselbe.  Tochter  von  Bürgern  und  Einwohnern  der  Stadt'
die  entweder  beide  Eltern,  oder  den  Vater  oder  die  Mutter  durch  den
Tod  v-rloren  haben,  sowie  auch  Töchtern  von  Eltern,  die  zwar  noch
am  "eben,  aber  entweder  durch  längere  lebensgefährliche  Krankheit  oder
Versunkenheit  in  grobe  Laster,  oder  als  gefänglich  Eingezogene  zur  Erzlkhung
  ihrer  Kinder  unfähig  sind,  aufzunehmen,  zu  verpflegen  und  sie
ben  Stand  der  Dienstboten  und  für  den  Fall  der  Verheiratung
süips
ÇVJ  ..  .  Elisabeth-Stift  zu  Zachan.
»M»
stir  Wittwen  und
Gemeinsinn  durch  weni^  ""besoldeter  Kommunalbeamtcn,  welche  ihren
nicht  in  ununterbrochener  Li  sechSthrigen  unentgeltlichen,  wenn  auch
währt  haben.  Die  Wf*  °  9C  flcle, f tetc "  guten  Kommunaldienst  be-IIS*
        <pb n="157" />
        150

848  Thlr.  1858  wurden  schon  1586  Thlr.  ausgegeben.  1859  bewilligten ­
  Magistrat  und  Stadtverordnete  der  Stiftung  statt  des  bisherigen ­
  jährlichen  Zuschusses  von  200  Thlr.  einen  solchen  von  1000  Thlr.
auf  fünfzig  Jahre  mit  der  Maßgabe,  daß  es  der  Verwaltung  der  Stiftung ­
  überlassen  bleiben  soll,  denjenigen  Theil  dieses  Zuschusses,  welcher
für  die  laufenden  Bedürfnisse  nicht  erforderlich  sein  wird,  zu  kapitalisiren.
  Im  Jahre  1863  wurden  an  Unterstützungen  2250  Thlr.  verausgabt, ­
  das  Vermögen  belief  sich  auf  6600  Thlr.
Elisabeth-Stiftung  zu  Düren.
für  Blinden-Unterricht  in  der  Rhein-Provinz,  unter  dem  Protektorate
der  Königin  Elisabeth  stehend,  aus  freiwilligen  Beiträgen  gegründet  und
durch  ein  Geschenk  von  Rudolph  Schenkel  und  seiner  Ehefrau  Katharina ­
  geb.  Sch  öl  ler  mit  Grundeigentum  ausgestattet,  auch  durch
Ordre  vom  15.  Januar  1844  mit  Korporations-Rechten  und  Statuten
beliehen.  Seit  1863  ein  provinzialständischcs  Institut,  das  zur  Aufgabe ­
  hat,  die  bildungsfähigen  Blinden  der  Rhein-Provinz  zu  erziehen
und  durch  Schul-Unterricht  sowie  durch  Aneignung  von  Geschicklichkeiten
zu  nützlichen  Gliedern  des  Staates  zu  bilden.  Der  Verwaltungsrath
besteht  aus  4  von  dem  Provinzial-Landtage  erwählten  Kommissarien,
von  welchen  zwei  der  kathol.  und  zwei  der  evang.  Konfcss.on  angehören, ­
  sowie  aus  den  vier  Mitgliedern  der  Bcrwaltungs-Kommission.
Die  Ober-Aufsicht  über  die  Anstalt  führt  das  Königl.  Provinzial-Schul-Kolleginm.
  In  der  Regel  sollen  Kinder  vor  zurückgelegtem  9.  Lebensjahre ­
  nicht  aufgenommen  werden.  Bemittelte  Zöglinge  zahlen  eine  jährliche ­
  Pension;  für  die  weniger  bemittelten  und  die  ganz  unbemittelten
Zöglinge  sind  halbe  und  ganze  Freistellen  gebildet.  Durch  Schenkung
eines  Kapitals  von  2000  Thlr.  oder  Leistung  eines  Jahresbeitrages
von  der  Höhe  des  etatsmäßigen  Pensionsbetrages  auf  die  Dauer  von
5  Jahren  kann  das  Recht  zur  Vergebung  besonderer  Freistellen  erworben ­
  werden.  Dieses  Recht  ist  im  ersten  Falle  bleibend,  dauert  dagegen ­
  im  anderen  Falle  nur  so  lange,  als  der  Beitrag  geleistet  wird.
Die  Zinsen  dieser  Stiftungs-Kapitalien  kommen  der  Anstalt  zu  Gute,
auch  wenn  von  dem  Verleihungs-Recht  kein  Gebrauch  gemacht  wird.
Zur  Zeit  bestehen  17  Freistellen  und  2  von  dem  Herzoge  von  Arenberg
  gestiftete.
Elisabeth  Stiftung  zu  Kieckow  (Belgard).
Ein  Rettungshaus  für  verwahrlose  Kinder.  In  Folge  eines  Aufrufs,
welchen  der  damalige  Laudrath  v.  Kleift-Retzow  bei  Gelegenheit  der
Feier  der  silbernen  Hochzeit  Königs  Friedrich  Wilhclnt  IV.  gegründet
und  int  Jahr  1851  eröffnet.  Der  König  überwies  einen  auf  Staatskosten ­
  ausgebildeten  Zögling  des  Rauhen  Hauses  als  Hausvater.
Elisabeth-Stiftung  zu  Posen,
ein  seit  1842  bestehender  Franen-Berein  rur  Unterstützung  hülfsbedürftiger
  ehrbarer  Wöchnerinnen.  "
        <pb n="158" />
        151

St.  Elisabeth-Verein  zu  Breölau.
Die  grauen  Schwestern  bilden  in  der  Diöcese  Breslau  unter  dem  Titel
des  „St.  Elisabeth-  Vereins  “  eine  kirchlich  appro  birle  Kongregation
oder  eine  Genossenschaft  von  christlichen  Jungfrauen,  welche  unter  Abegung
  der  einfachen  Gelübde  der  Armuth,  der  Keuschheit  und  des  Gehorjams
  m„  dm  zu  drei  J-hr-ii  sich  drr  ambulante»  Kraulcnpflcjs«
MMWWW
bulante  Krankenpflege  dagegen  wird  von  den  Vereinsschwestern  durchaus ­
  unentgeltllch  oder  doch  nur  gegen  freiwillige,  milde  Opferspenden,
aus  denen  die  einfachen  Kosten  ihrer  Unterhaltung  und  die  übrigen  Unterstützungen ­
  an  Kleidung  und  Speise  für  die  Armen  bestritten  werden,
geleistet,  bei  Tag  und  Nacht.  Der  Verein  wurde  im  Jahre  1842  zu
Neiste  durch  die  aus  diesem  Orte  gebürtige  jetzige  General-Oberin  desselbert,
  Frau  Maria  Merkert,  ius  Leben  gerufen  und  steht  derselbe
mit  Genehmigung  des  Fürstbischofs  von  Breslau  unter  der  Aufsicht
rmd  Leitung  des  Wcihbischofs  Wlodarski.  Die  Zahl  der  Bereins-Schwestern
  im  Jahre  1861  war  99,  (51  Professen,  45  Novizinnen,
'  ?àdatlnneu),  sämmtlich  gebornc  Schlesierinnen.  Das  Mutterhaus
mt  der  General-Oberin  ist  in  Neiste  und  zählte  1861  bereits  18  Fi-WÊ

(Sin  Verein  ï  th  Elisabeth-Verein  zu  Düren.
Armen.  "  '  ^ xaucn  zum  Zweck  der  Unterstützung  von  Haus-(j
  ,  .  Königin  Elisabeth  -  Verein  zu  Görlitz.
ŞâŞZW
        <pb n="159" />
        152

mildern  und  die  Sittlichkeit  in  den  Familien  zu  heben.  Er  läßt  in
einer  von  ihm  errichteten  Nähschule  Töchtern  unvermögender  Ellern
unentgeltlichen  Unterricht  im  Nähen  ertheilen.  1861  wurde  dieser  Unterricht ­
  an  50  Mädchen  ertheilt;  es  wurden  ferner  30}  Klaftern  Holz
und  270  Thlr.  baar  an  Arme  vertheilt  und  für  75  Thlr.  versetzte
Kleidungsstücke  verschämter  Armen  eingelöst.  S.  Maricn-Stiftung  zu
Görlitz.
Elisabeth-Verein  zu  Minden.
Derselbe  leitet  die  Kleinkinder-Bewahranstalt,  in  welcher  etwa  90  noch
nicht  schulpflichtige  Kinder,  meist  armer  Eltern,  Aufnahme,  geistige  und
leibliche  Pflege  finden.  Vermögen  900  Thlr.
Elisabeth-Verein  zu  Naumburg  a.  S.,
zur  Unterstützung  unbescholtener  Armen.  Er  erhält  seine  Mittel  durch
Beiträge  und  Geschenke  und  hat  ein  Vermögen  von  300  Thlr.
Ellersche  Stiftung,
von  Joh.  Th.  Eller,  Königl.  Geheimen  Rath  und  Leib-Medikus  zu
Berlin,  1760  bei  der  Akademie  der  Wissenschaften  letztwillig  begründet.
Kapital  1000  Thlr.;  von  den  Zinsen  werden  Preise  für  Lösung  eines
physikalischen  Problems,  den  Landbau,  Gartenbau  betreffend,  ertheilt.
EllerbeckscheS  Armen-Legat.
Ursula  Ellerbeck  (ş  zu  Linnich  (Jülich)  1836)  vermachte  den  dortigen ­
  katholischen  Armen  160  und  1000  Thlr.  Die  Zinsen  sollen  alljährlich ­
  theils  zur  Spendung  von  Brot  und  sonstigen  Naturalien  verwendet, ­
  theils  in  Gelde  vertheilt  werden.
v.  Elsnersche  Stiftung,
für  Arme  zu  Zieserwitz  (Neumarkt).  Kapital  1000  Thlr.
Emeriten-Fonds  für  die  ev.  Geistlichen  der  Provinz  Preußen.
Das  darüber  erlassene,  durch  Kabinets-Ordre  vom  24.  August  1864
genehmigte  Reglement  bestimmt,  daß  der  Fonds  am  1.  Januar  1865
ln  Wirksamkeit  tritt  und  die  Rechte  einer  juristischen  Person  hat.
Zweck  desselben  ist,  den  Geistlichen  der  Provinz  Preußen  im  Fall  ihrer
ehrenvollen  Emeritirung,  wenn  sie  nach  tndelloser  Amtsführung  Alters-,
Krankheils-  oder  Schwachheitshalber  mit  hinreichendem,  von  der  Aufsichtsbehörde ­
  anerkannten  Grunde  in  den  Ruhestand  versetzt  werden,
einen  lebenslänglichen  Zuschuß  zu  dem  ihnen  gesetzlich  aus  dem  Einkommen ­
  ihrer  Pfarrstelle  zustehenden  Emeritengehalte  zu  gewähren.  Zur
Theilnahme  an  dem  Emeritenfonds  sind  berechtigt:  alle  in  der  Provinz
Preußen  in  der  pfarramtlichcn  Seelsorge  unwiderruflich  angestellten
Geistlichen  der  evangelischen  Landeskirche,  einschließlich  der  fest  angestellten ­
  Hülfsgeistlichen,  ohne  Unterschied,  ob  mit  ihrer  geistlichen  Stelle
noch  ein  Schul-  oder  anderes  Nebenamt  verbunden  ist,  oder  nicht.  Verpflichtet ­
  zur  Theilnahme  an  dem  Fonds  sind  alle  nach  Publikation  des
Reglements  in  eine  Stelle  dieser  Kategorie  berufenen  Geistlichen.  Nicht
berechtigt  zur  Theilnahme  an  dem  Fonds  sind  alle  nur  vorübergehend
        <pb n="160" />
        angestellten  Pfarrgehülfen  und  Hülfsgeistlichen,  denen  nicht  ein  bestimmtes ­
  Einkommen  aus  einer  fest  fnndirten  Stelle  angewiesen  ist.
Divisions-  und  selbstständige  Garnison-Prediger,  und  diejenigen  Geistlichen ­
  an  Straf-,  Irren-,  Äranken-Anstalten  u.  s.  w.,  welche  im  Falle
einer  ehrenvollen  Emcritirung  aus  anderen  Fonds  eine  Pension  bezlehen
  können  das  Anrecht  auf  einen  Zuschuß  aus  dem  Emeritenfonds
sur  sich  -rwà.  Win»  si-  ,hr-n  SBeitritt  -rkl-r-n  und  ben  -n&amp;gt;spr-ch-n-14#
  betagt,  menn  ber  Gmtntt  m  ben  %n^estonb
knbung  des  ersten  Jahres  nach  geschehenem  Beitritt  40,  nach  Vollendung ­
  des  zweiten  80,  nach  Vollendung  des  dritten  120,  nach  Vollendung
des  vierten  160,  nach  Vollendung  des  fünften  Jahres  200Thlr.  Jeder
Theilnehmer  hat  Ein  Prozent  seines  festgesetzten  Diensteinkommens  als
jährlichen  Beitrag  zum  Emeritenfonds  zu  entrichten.  Bei  Vakanzen
und  während  der  Gnadenzeit  werden  die  Beiträge  aus  den  Einkünften
der  Stelle  gezahlt.  Wenn  gleichzeitig  zwei  Geistliche  gemeinschaftlich
die  Einkünfte  einer  Stelle  genießen,  so  haben  beide  (Senior  und  Subşiîìui
  oder  Emeritus  und  Adjunkt)  nach  Verhältniß  ihres  Antheils  an
den  Einkünften  den  festgesetzten  Beitrag  zu  zahlen.
Eineriten-Fonds  für  die  ev.  Geistlichen  der  Provinz  Sachsen.
Er  ist  zufolge  Kabinets-Ordre  vom  24.  August  1864  mit  dem  1.  Januar
  865  ms  Leben  getreten,  hat  die  Rechte  einer  juristischen  Person
wasm
..  .  „  ^îņser  Armen-Bade  Anstalt,
n  Wohnung,  5toft,  Behandlung,  Arzneien^  Bäder,  Wartung  und
        <pb n="161" />
        154

Pflege.  Sie  ist  allmählig  so  erweitert,  daß  sie  (1864)  40  Betten  in
12  Krankenzimmern  besitzt,  und  im  Erdgeschosse  des  Hauses  zwei  eigene
Trinkquellen  hat.
Karl  Heinrich  Endelt,
zu  Hcrischdorf  Kr.  Hirschberg,  (t  29.  Januar  1864)  hinterließ  der  dortigen ­
  Schule  200  Thlr.,  von  deren  Zinsen  arme  Kinder  Unterricht  und
Bücher  erhalten  sollen.
v.  Endensches  Hospital  zu  Gr.  Rosenburg  (Ealbe  a.  Ş.),
in  welchem  6  Hülfsbedürstige  aus  den  Ortschaften  Gr.  u.  Kl.-Rosenburg
und  Sachsendorf  Aufnahme  und  Berpflegung,  außerdem  aber  die  Armen ­
  in  diesen  Gemeinden  aus  den  Einkünften  des  Hospitals,  die  sich
jährlich  auf  3—400  Thlr.  belaufen,  einige  Unterstützungen  erhalten.
(Hermes  II.  62.)
E  lig  elbrecht  scher  Stipendienfonds  zu  Tilsit
Er  hatte  im  Jahr  1864  an  ausstehenden  Kapitalien  2400  Thlr.  Die
Verwaltung  führt  der  Magistrat.
Engelhardscher  Armenhof  zu  Rees.
Aus  dem  Vermögen  des  verstorbenen  Dechanten  Engelhard  für  sechs
arme  alte  Personen,  Männer  und  Frauen  kathol.  Glaubensbckenntniffes,
gestiftet,  welche  neben  freier  Wohnung  im  Stiftshause,  wöchentlich  Unterstützungen ­
  in  Geld  und  Naturalien  erhalten.  Vikar  Lo  yen  (f  1838)
vermachte  dem  Institut  Grundstücke  im  Werthe  von  2630  Thlr.,
und  die  Zahl  der  Unterstützten  beträgt  jetzt  12.  Kapital-Vermögen
6900  Thlr.
Gottlob  Engert,
Apotheker  zu  Allenstein  bestimmte  (1856)  ein  nach  8  Jahren  zahlbares
Kapital  von  1000  Thlr.  zur  Begründung  eines  Hospitals  für  zwei
arme  Wittwen  der  Gemeinde.
Friedrich  Englerth,
Rentier  zu  Eschweiler  (f  1848)  setzte  den  Armen  der  dortigen  Pfarrei
ein  Legat  von  4000  Thlr.  ans.  Die  jährlichen  Einkünfte  sollen  nnter
die  dortigen  Armen  vertheilt  werden.
Enthaltsamkeits-Gasthaus  zu  Groß-Rosen  (Striegau).
Von  dem  Freiherrn  v.  Richthofen  in  einem  ehemaligen  Tanzlokal
hergestellt  und  im  Jahre  1859  in  öffentlicher  gottesdienstlicher  Versammlung ­
  als  eine  christliche,  im  Dienst  der  Kirche  stehende  Herberge  dem
Pfarrer  des  Orts  zur  besonderen  Aufsicht  und  Pflege  übergebend  Sie
wird  durch  einen  Hausvater  verwaltet.  Mit  der  Anstalt  sind  mehrere
Gastzimmer  und  eine  Bäckerei  verbunden.
Ephraimsche  Stiftung.
Die  Wittwe  des  Heymann  Zacharias  Beitel  Ephraim,  Reitzsche  geb.
Ephraim,  errichtete  (Lisco  396)  nach  Verordnung  des  vor  ihr  ş  Ehemannes ­
  (Sohnes  des  Zacharias  Beitel  Ephraim,  +  1779),  im  Jahre
        <pb n="162" />
        155

1802  eine  Stiftung  von  20,000  Thlr.  Am  Zinserträge  participiren
die  Verwandten  der  iLtifterin  und  ihres  Ehemannes;  arme,  unbescholtene ­
  Familienglieder  erhalten  Unterstützung,  und  bedürftige  Bräute  wer-Die
  Stiftung  wird  von  zwei  Kuratoren  verwaltet.
Geschwister  Epsteinsche  Stiftung
8888
Religion  sein  soll,  verwendet  werden.  Diese  Stiftung  soll  den  Namen
„Geschwister  Epsteinsche  Stiftung"  führen  und  vom  Magistrat  verwaltet ­
  werden.  —  Ferner  vermachte  Johanna  Epstein  a)  der  Stadt
^hlr.  in  schlesischen  Pfandbriefen;  die  Zinsen  soll  der  Magistrat
nach  freiem  Ermessen  zu  milden  Zwecken  verwenden;  b)  der  jüdischen
Krankenverpflegungs-  und  Beerdigungs-Gesellschaft  500  Thlr.
Erfurter  Universität«.Fonds,
ans  d-n  Einlünst-n  der  1392  gestiste,en.  181Ñ  ausgelöseten  Universi,-,
il,,-icnd  und  von  der  Regierung  ,n  Erfurt  vermal,-,.  Er  wird  »ach
lililí
.  Erklinia,
Swax««
Dr.  Erlcr  Pallor^Ģ'  Ņlbel.Stiftung  zu  Magdeburg.
Superintendent  liest  J u  Magdeburg  und  nachheriger
si»
*,  i  .  Erste  Preußische  Hypotheken  Aktien  Gesellschaft.
a.««.,  *-£■  «««„  ts*
        <pb n="163" />
        156

Handelsgeschäfte.  Die  hypothekarischen  Darlehne  sollen  vorzugsweise
unkündbar  und  durch  allmälige  Amortisation  tilgbar  sein,  die  dazu  erforderlichen ­
  Mittel  aber  durch  Ausgabe  von  Hypothekenbriefen  beschafft
werden.  Im  Geldvcrkehr  hat  sich  die  Gesellschaft  der  Spekulationsgeschäfte ­
  zu  enthalten,  und  sich  auf  solche  Transaktionen  zu  beschränken,
welche  geeignet  sind,  den  Hypothekcnverkehr  zu  erleichtern  und  zu  fördern, ­
  ohne  dessen  Sicherheit  zu  gefährden.  Sie  darf  Gelder  verzinslich ­
  annehmen:  a)  wenn  das  Geld  zu  dem  bestimmten  Zweck  eingezahlt
wird,  um  dafür  die  Erwerbung  einer  Hypothek  zu  vermitteln  oder  Hypothekenbriefe ­
  auszuhändigen;  b)  wenn  für  die  Rückzahlung  eine  wcnigsteus
  sechsmonatliche  Kündigungsfrist  festgesetzt  wird,  und  die  Gesammtsumme
  derartiger  Depositen  nicht  mehr  als  den  fünften  Theil  des  baar
eingezahlten  Grundkapitals  beträgt.  Jederzeit  rückzahlbare  Gelder  dürfen ­
  nur  unverzinslich  angenommen  werden.  Die  disponiblen  Gelder
der  Gesellschaft  können  —  vorbehaltlich  bestimmter  Ausnahmen  —  rentbar
  gemacht  werden  durch  Diskontirung,  Kauf  oder  Beleihung  von
Wechseln  und  durch  Erwerb  oder  Beleihung  von  Werthpapieren,  unter
Beobachtung  der  Grundsätze  der  Preußischen  Bank;  durch  Beleihung
von  Hypothekcn-Jnstrumcnten,  welche  die  Gesellschaft  zu  dem  Ende  sich
cediren  lassen  kann,  so  wie  durch  Guthaben  bei  Bankhäusern  und  Bank-Instituten.
  Grundkapital  vorläufig  1  Million  Thlr.  Verpflichtungen
für  die  Gesellschaft  sind  nur  dann  gültig  eingegangen,  wenn  dies  durch
Unterschrift  von  wenigstens  zwei  Vorstands-Mitgliedern  geschieht.  Präsident ­
  des  Verwaltungs-Raths  (1865)  A.  H  anse  mann.
Erwerb-Schulen  zu  Berlin.
Der  Zweck  dieser  Anstalten  —  deren  erste  im  Jahre  1793  von  einem
damals  zusammengetretenen  Verein,  die  neunte  und  letzte  im  Jahre  1829
angelegt  worden  ist  —  geht  dahin,  Töchter  bedürftiger  Eltern  in  der
ev.  Religion,  den  nöthigen  Eleinentar-Schulkeuntnisscn  und  den  für  den
weiblichen  Berns  unentbehrlichsten  Hand-Arbeiten  zu  unterweisen.  Aufnahmefähig ­
  sind  nur  Mädchen,  deren  Eltern  oder  Angehörige  hier  ansässig ­
  und  zu  bedürftig  sind,  um  das  in  den  Privat-Schulen  zu  entrichtende ­
  höhere  Schulgeld  für  ihre  Kinder  aufzubringen,  dagegen  zur
Leistung  eines  monatlichen  Beitrages  von  7}  Sgr.  für  das  aufzunehmende ­
  Kind  sich  verpflichten;  die  Kinder  selbst  dürfen  nicht  unter  7  und
nicht  über  11  Jahr  alt,  auch  nicht  sittlich  verwahrloset  sein.  Jede
Schule  hat  einen  Lehrer  und  eine  Lehrerin  und  nimmt  80—90  Schülerinnen ­
  auf.  Ober-Vorsteherin  der  Anstalten  ist  die  Königin  Elisabeth;
der  jährliche  Kostenbedarf  von  8000  Thlr.  wird  theils  durch  eine
von  König  Friedrich  Wilhelm  III.  bewilligte  Staats-Unterstützung  von
2500  Thlr.,  theils  durch  die  Zinsen  des  Kapital-Vermögens  von'  jährlich ­
  1900  Thlr.,  theils  durch  die  Beiträge  der  Schülerinnen  von  2000
Thlr.;  die  noch  fehlenden  1600  Thlr.  aber  werden  durch  freiwillige
Jahresbeiträge  aufgebracht.  Das  in  40,000  Thlr.  bestehende  Kapital-Vermögen
  der  Anstalten  rührt  von  Schenkungen  und  Vermächtnissen
her,  siche  z.  B.  Becker,  Ficker,  Reichert,  CoSmar.
        <pb n="164" />
        Erziehungs-Anstalt  D  in  a-Nauen  sche  Stiftung  zu  Berlin.
Am  4.  März  1779  durch  letztwillige  Verfügung  der  Dina,  geb.  Zaduck
  9iauen,  verw.  Jakob  (5ohn,  für  Knaben  gestiftet.  Den  Bestimmungen ­
  der  Stifterin  gemäß  erhallen  6  arme  jüdische  Knaben  von
8  —Jahren  aus  der  beiderseitigen  Verwandtschaft  der  Stifterin
¡unsi
9iai)biner  oder  Vice-Ober-Rabbmer  ist  als  Kurator  eingesetzt,  die  Rechte
dieser  3  Anstalten  wahrzunehmen;  ihm  zur  Seite  stehen  zwei  Disponenten, ­
  aus  der  Familie  der  Erblasserin  und  aus  der  ihres  Gatten.  Das
Institut  Talmud  Thora  ist  gehalten,  jährlich  mit  100  Thlr.  einige
Spglinge  des  Instituts  zu  unterstützen;  von  einem  Theile  der  übrigen
Zinsen  werden  arme  Verwandte  der  Erblasserin  und  ihres  Mannes  unterstützt, ­
  eben  so  mich  von  den  Jahreszinsen  der  Kapitale,  welche  die
beiden  andern  Institute  bekommen  haben.  Das  Institut  Talmud  Thora
erhielt  übrigens  2  Synagogenstände  auf  ewige  Zeiten,  die  es  zu  fei*
huh  festen  vermuthet,  und  ein  Hintergebäude  in  dem  Hause  Spandauerftraße
  48.,  in  welchem  der  Lehrer  jenes  Instituts  mit  einigen
Rnh/ 11 * 111  a  w-  Ņohnung  und  ein  besonderes  Lchrzimmcr  hat;  die
%%=  s  ”  ■«wafts.-*  -
^  Erziehungs  Anstalt  für  jugendliche  Korrigenden  zu  Stein,eld.
VMM
SSSsäSSSS
«V,-  ,  J  q  Oeeglerung  zu  Aachen.
Sie  bellebt^r  'îî?  verlassene  und  verwilderte  cv.  Knaben  zu  Berlin.
ÜHifl
1tst lt  besteht,  lst  erworben  mit  einem  von  König  Friedrich  Wilhelm  IV.
        <pb n="165" />
        158

zinsfrei  vorgeliehenem  Kapital  von  5000  Thlrn.,  zur  Erweiterung  hat
die  Stadt  6000  und  4000  Thlr.  aus  dem  Leichenfuhr-Pachtsonds  dargeliehen. ­
  Die  Kommune  unterhält  darin  mehrere  Kinder  und  zahlt  je
3—4  Thlr.  monatlich  für  jedes.  Die  Leitung  der  Anstalt  befindet
sich  in  den  Händen  des  Kanzlei-Borstehers  Schmidt  (Mohrenstr.  59).
Seit  1864  hat  das  Haus  eine  Kapelle.
Erziehungs-Anstalt  ftir  verwahrlosete  Kinder  zu  Magdeburg.
Im  Jahre  1838  übereigneten  die  Geschwister  Johanna  Elisabeth  Mag-  !
balene  und  Marie  Dorothee  Christiane  Wagner  dem  Magistrat  in
Magdeburg  (vorbehaltlich  einer  lebenslänglichen  Leibrente)  12,000  Thlr.
zur  Gründung  einer  Stiftung  behufs  Erziehung  armer  verwahrloseter,
der  Stadt  angehörigcn  Kinder.  1855  erwarb  die  Stadt  für  415O  Thlr.
ein  Grundstück,  und  ließ  cs  zur  Aufnahme  von  30  Kindern,  Knaben  und
Mädchen,  einrichten.  Im  Jahre  1857  vermachte  die  Johanna  Elisabeth ­
  Magdalene  Wagner  für  den  Zweck  der  Anstalt  noch  6O0OTHlr.
und  gleichzeitig  lcgirte  Kaufmann  Peter  Cogni  1000  Thlr.  Die
Anstalt  hat  hiernach  ein  Kapital-Vermögen  von  19,OO0Thlr;  die  erforderlichen ­
  Zuschüsse  erhält  sic  aus  der  Armen-Kassc.
Erziehungs-Anstalt  für  verwahrlosete  Kinder  zu  Quedlinburg.
Seit  1825  errichtet,  zählt  sie  durchschnittlich  70  Kinder,  steht  unter
Oberaufsicht  des  Staats  und  wird  von  einem  aus  fünf  Personen  bestehenden ­
  Directorium  geleitet.
Erziehungs-Anstalt  für  verwaisete  und  verwahrlosete  Kinder  zu  Neuß.
Eine  im  früheren  Kloster  Marienberg  angelegte  Privat-Anstalt,  mit
Korporations-Rechten.  Ihr  Zweck  ist  die'  Aufnahme,  Pflege,  Unterrichtung
  und  Erziehung  katholischer  vcrwaisetcr  und  verwahrloseter
Kinder.  Die  Anstalt  verdankt  ihr  Entstehen  dem  frommen  Sinne  und
der  Opferwilligkcit  der  Bürgerschaft,  die  durch  freiwillige  Gaben  und
Geschenke  die  Mittel  zur  Erwerbung  des  Anstalts  Gebäudes  und  zur
ersten  Einrichtung  desselben  aufgebracht  hat.  Die  Verwaltung  hat  ein
Vorstand,  die  innere  Leitung,  die  Erziehung  und  der  Unterricht  sind
den  Schwestern  vom  armen  Kinde  Jesu  übertragen,  welche  außer  den
eigentlichen  Pfleglingen  der  Anstalt  auch  die  im  Hause  untergebrachte
zwciklassige  höhere  Töchterschule,  fünf  Elementar-Schulen  und  eine  Nähschule ­
  leiten.
ErziehnngS  Anstalt  zu  Hall,
bei  Gcscher  im  Kreise  Kocsfcld,  im  Jahre  1855  mittelst  Urkunde  vom
14.  August  von  dem  Bischöfe  von  Münster  für  verwahrlosete  Knaben
katholischer  Konfession,  welche  bis  dahin  im  Arbeits-  und  Land-Armenhause ­
  zu  Benninghausen  untergebracht  werden  mußten,  gestiftet.  Die
Anstalt  nimmt  30  Kinder  auf,  für  welche  der  Provinzial-Landtag  ein
Pflegcgeld  zahlt.  Die  Leitung  des  mit  beschränkten  Korporations-Rechten
ausgestatteten  Instituts  ist  der  unter  Aufsicht  des  Bischofs  stehenden
Kongregation  zu  Kevelaer  anvertraut.
        <pb n="166" />
        159

Erziehungs-Anstalt  zu  Hasserode
für  schwach-  und  blödsinnige  Mädchen.  1861  von  Menschenfreunden
gegründet,  und  zur  Aufnahme  von  Mädchen  aus  der  Provinz  Sachsen
das  füAiÍZf""'  Anhalt-Bcrnburg  bestimmt.  Sic  besteht  durch
kiŞWZZM-  «
Erziehungs-Anstalt  für  verwahrloste  Mädchen  zu  Koesfeld
•Kcci)tc  erhalten.  Drc  Berwaltung  der  Anstalt  ist  einem  Kuratorium
Erztehung  und  Unterricht  der  Kinder  einem  geistlichen  Direktor  und
Zwei  „  ehrermncn  anvertraut.
Erziehungs-Anstalt  für  verwaisete  Mädchen  zu  Neiße
tisessi
-s  ^rziehungs-Aiistalt  zu  Şt.  Marti»  (Boppard).
şşDķķ.TLL
SS.WfAÂ  SSL
'  şirwig  lcg,r,r  ihr  3000  Thlr.
Bon  Klara  Key  ?" b  Ş»-»«'«  &amp;gt;u  «a*«.
Damen  int  Jahre  1847  ,  ^ tar fc'  Wilhelmine  Jstas  und  anderen
Unterrichtung  der  MWif*  und  boti«  zur  Pflege,  Erziehung,
insbesondere  solcher  Vil"  örn,cn  tt)Clblid ) cn  fugend  überhaupt,  und
mmsm
        <pb n="167" />
        160

mit  landesherrlicher  Genehmigung  den  Namen  „Schwesterschaft  vom
armen  Kinde  Jesu"  angenommen.  Joh.  Joseph  Thelen,  cmeritirter
katholischer  Pfarrer  zu  Aachen  (f  1857)  vermachte  der  Genossenschaft
8000  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Erziehung  armer  kleiner  Kinder  verwendet ­
  werden  sollen.
Erziehungs-  und  Unterrichts-Anstalt  zu  Mülheim  a.  d.  Möhn,
im  Kreise  Arnsberg,  von  dem  Gutsbesitzer  Nückel  zu  Winkhausen
(1864)  für  Mädchen  katholischer  Konfession  gegründet,  indem  er  der
Anstalt  das,  ehemals  dem  deutschen  Orden  gehörige  Schloß  zu  Mülheim ­
  mit  Wohngebäuden  und  Gärten  zum  vollen  Eigenthum  überwies.
Erziehungs-Verein  zu  Neukirchen  (MVrS).
1845  von  dem  Pfarrer  Bräm  gestiftet,  bezweckt  er,  armer,  verlassener
und  verwahrloseter  Kinder  sich  anzunehmen  und  für  Unterbringung  derselben ­
  im  Schoße  christlicher  Familien  zu  sorgen,  damit  sie  zu  Gliedern
der  evang.  Kirche  und,  was  ihren  äußeren  Lebensbcruf  betrifft,  vornehmlich ­
  zu  brauchbaren  Dienstboten  und  Handwerkern  erzogen  werden.
Das  „Bereinshaus"  nimmt  die  dem  Perein  übergebenen  Kinder  so
lange  auf,  bis  passende  Familien  für  sie  gefunden  sind.  1859  erhielt
der  Verein  Korporations-Rechte;  bis  Ende  1858  hatte  er  255  Kinder
aus  den  Regierungsbezirken  Düsseldorf,  Coblenz  und  Cöln,  darunter
3  aus  der  Provinz  Wcstphalen  und  2  vom  Auslande  aufgenommen.
Jährliche  Einnahme  und  Ausgabe  5—6000  Thlr.
Erziehuugs  Verein  zu  Solingen.
Um  das  Jahr  1853  für  den  Umfang  der  Kreis-Synode  Solingen  begründet, ­
  bezweckt  er,  vcrwahrlosetc  Kinder  in  Familien  unterzubringen.
Die  Zahl  der  in  dieser  Weise  versorgten  Kinder  beträgt  durchschnittlich  22.
Die  Einnahmen  bestehen  in  freiwilligen  Gaben,  welche  sich  einschließlich ­
  der  für  einzelne  Kinder  von  den  Armcn-Vcrwaltungen  gewährten
Zuschüsse  auf  etwa  900  Thlr.  jährlich  belaufen.
Essener  gemeinnützige  Aktien-Gesellschaft.
Im  Jahre  1865  mit  einem  Grund-Kapital  von  30,000  Thlrn.  in  600
Aktien  à  50  Thlr.  gebildet,  hat  sie  den  Zweck,  in  der  Stadt  Esten  und
deren  Umgebung  Anlagen  zu  machen,  welche  für  die  Belehrung,  Erholung ­
  und  Annehmlichkeit  sowie  für  die  Gesundheit  der  Bevölkerung
nützlich  sind,  zunächst  aber  einen  botanischen  Zier-  und  Lustgarten  nebst
Gebäude  anzulegen,  insbesondere  auch  den  An-  und  Verkauf,  sowie  den
Austausch  von  Pflanzen,  Blumen  und  Sämereien  und  aller  in  dieses
Gebiet  fallenden  Naturalien  zu  vermitteln  und  die  Benutzung  des  Gartens ­
  nebst  Gebäude  als  Versauunlungs-  und  Vergnügungsort,  die  Abhaltung ­
  von  Festen,  Blumen-,  Früchte-  und  Pflanzcn-Ausstelluugen
zu  gestatten.  Die  Gesellschaft  wird  zur  Erreichung  ihrer  Zwecke  Grundstücke ­
  erwerben  und  die  ausgeführten  Anlagen  unter  steter  Berücksichtigung ­
  der  Gemeinnützigkeit  derselben  nutzbar  verwalten.
Essen-Werdeiische  Berg  Gewerkschafts-Kaste,
auf  Grund  des  Gesetzes  vom  5.  Juni  1863  mit  den  Rechten  einer
        <pb n="168" />
        161

Ş»  Wà„à  Berg  Ech,à  Eff-N
UMZZMMs-Eulsche
  Armen-Stiftung  zu  Düren.
ÊŞfeTÄS
.  Evangelische  Arme  Bruderschaft  zu  Graudenz,
MM«
18¿r  .  Evangelische  Armen-Freischule  zu  Köln.
sie  blos  den  freien  nü.  "'!^en  Wohlthätern  verpflegt,  theils  genießen
beiten  nützlich  l,.-s^  ..""tlcht.  Knaben  und  Mädchen  werden  mit  Ar-Ģeschenke
  und  Bermîş',  ^  ^^hre  1835  hatte  die  Anstalt  durch
erlangt.  "machtnlsie  schon  einen  Kapitalfonds  von  1830  Thlr.
Ei»  mit  -n,-hn,ich«,  Di-'°»i-  ,»
aus  dessen  Einkünfti-n^^àgôfonds  ausgestattetes  kirchliches  Institut,
500  Thlr.  an  anfierneÄ*  ÍÍ  ctn,st  Thlr.  an  gewöhnlichen  und
«  °l)ttllchen  Unterstützungen  verabreicht  werden.
Durch  i»
1847  gegründeten  ßL:,| Cr  0011  der  Kreis-Synode  Paderborn  im  Jahre
dem  (nun  au  sgelo  st  clO  ^"^'^ustalt  für  evang.  Kinder  und  einer  von
%ettnnQg,%n&amp;amp;  '  «r  ,  für  im,ere  Mission  in  ßöfter  gegifteten
^'erwahrlosete  Kinder  entstanden,  hat  sie  den
r  rcufi.  Loiļdbuch.  ^  ,
        <pb n="169" />
        I

162

Zweck,  solchen  Kindern  des  Regierungsbezirks  Minden,  welche  sonst
eine  christliche  Erziehung  evang.  Konfession  entbehren  müßten,  diese  zu
gewähren.  Die  Anstalt  hat  die  Rechte  einer  moralischen  Person  und
wird  von  dem  Vorstande  und  einer  Kommission  der  Kreis-Synode
Paderborn  geleitet.  Die  Kinder  werden  in  der  Regel  nicht  vor  dem
9ten  Jahre  aufgenonlmen  und  bleiben  bis  zu  ihrer  Confirmation;  ob
für  die  Erziehung  eine  Bergütigung  zu  zahlen,  bleibt  den  Umständen
und  dem  Abkommen  vorbehalten.  Die  Anstalt  hat  einen  geringen  Fonds
und  wird  im  Uebrigen  durch  Collekten  und  milde  Beiträge  erhalten.
Evangelische  Herberge  für  Dienstmädchen  zu  Breslau.
Von  einem  Frauen-Verein  begründet  und  am  1.  Januar  1864  eröffnet, ­
  bezweckt  dieses  Institut,  denjenigen  Mädchen,  welche  ohne  besondere
Vergehen  ihres  Dienstes  verlustig  geworden  sind,  und  augenblicklich
keinen  andern  finden  können,  für  kürzere  Zeit  gegen  eine  geringe  Entschädigung, ­
  in  Nothfällen  auch  unentgeltlich,  Logis  und  Kost  zu  gewähren, ­
  und  ihnen,  da  zugleich  ein  Gcsinde-Vermicthungs-Burean  damit
verbunden  ist,  zur  Erlangung  passender  Stellen  behttlflich  zu  sein.  Die
Anstalt  soll  aber  nicht  blos  eine  Zufluchts-  sondern  auch  eine  Bildungsstätte ­
  werden,  wo  die  Mädchen  unter  der  Aufsicht  einer  Vorsteherin
(Diakonissin)  in  allen  Arbeiten,  welche  ihnen  ihr  Beruf  auferlegt,
Unterweisung  empfangen  und  zu  tüchtigen  brauchbaren  Dienstboten  gebildet ­
  werden  sollen.
Evangelische  Johannes-Stiftung  zu  Berlin.
Eine  aus  einer  ersten  Schenkung  des  Grafen  v.  Bismarck-Bohlen
und  aus  ferneren  Liebesgaben  gebildete  und  anwachsende  milde  Stiftung, ­
  welche  den  Zweck  hat,  mit  Vorbehalt  weiterer  Ausdehnung  ihrer
Wirksamkeit  zunächst  in  Berlin  unter  dem  Namen  „Evangelisches
Johannes-Stift  in  Berlin"  ein  Brüderhaus  im  Geist  und  in
der  Tendenz  des  im  Rauhen  Hause  zu  Horn  bei  Hamburg  befindlichen ­
  zn  gründen  und  zu  erhalten.  Die  Stiftung  erhielt  1858
die  beschränkten  Korporations-Rechte:  sie  vertritt,  alö  moralische  Person, ­
  das  Johannes-Stift  und  ähnliche  künftig  von  ihr  gegründete
Anstalten  an  anderen  Orten  in  allen  Rechtsgeschäften.  Die  Verwaltung ­
  der  Stiftung  führt  ein  Kuratorium  (Vv.  Wichcrn  rc.).
Nächste  Aufgabe  des  Stifts  ist  die  Aufstellung  von  befähigten  Männern ­
  für  den  höheren  und  niederen  Dienst  der  Annen-,  Kranken-,
Kinder-,  Gefangenen-,  Diaspora-  oder  verwandten  Pstcge  und  deren
Entsendung  in  Gemeinden,  öffentliche,  staatliche,  kirchliche,  Kommunaloder ­
  Privat-Anstaltcn  und  Privat-Vercine,  oder  wo  sonst  wie  z.  B.
auf  Schlachtfeldern  derartige  Hülfe  nachgesucht  oder  nöthig  wird.
Das  Stift  übcrniiumt  in  besonderen  Fälleu  gegen  Vergütung  auch  die
Vorbereitung  solcher  Individuen,  über  deren  spätere  Verwendung  Andere
als  das  Stift  selbst  zu  verfügen  berechtigt  sind.  Es  unterhält  die
entsprechenden  Einrichtungen  zur  Erziehung  von  Kindern,  zur  Pstege  von
männlichen  Kranken,  zum  Dienst  von  Gefangenen  und  entlassenen  Sträflingen, ­
  zur  Hülfeleistung  bei  der  Armenpflege  theils  innerhalb,  theils
außerhalb  des  Stifts  rc.  In  Gemäßheil  dessen  ist  am  23.  März  1880
        <pb n="170" />
        163

eine  aus  den  Mitteln  der  Stiftung  be-Brüder
  de/Ä,""^"  Ņnstalt  mit  7  Knaben  eröffnet  worden.  —  Die
»
Evangelische  Mägde-Bildnngsschnle  und  Herberge  &amp;lt;MatthaS-Hof)  in  Berlin.
18;»4,  wird  diese  Anstalt  sowohl  von  Seiten  dienstloser  Mäd-?
 t °?  Herrschaften  benutzt,  die  sich  an  die  Borfteherin  mit
ü * n  s*  m  männ ‘
Evangelische  Pastoral  HltlfSgcsellschaft  zn  Berlin.
mÜru,,^?'  bci '  fid)  im  Gefühle  des  großen  Bcdürfniffcs  nach  Vcr-Ueberrenà
  "  Ñktstllchen  Thätigkeit  in  der  cvang.  Kirche  und  in  der
handenenÄiş??"  der  Unzulänglichkeit  der  zur  Abhülfe  desselben  vorbruar
  ^bildet  hat.  Er  will  nach  dem  Statut  vom  19.  Felich
  aber  hl  àmehrung  der  kirchlichen  Anstalten  und  Mittel,  vorzügder
  evana  \  ,öclcl)e  “  dem  Geiste  und  nach  der  Berfassuug
bestimmtģsind  "  2!"che  das  Reich  Gottes  in  ihrer  Mitte  zu  fördern
solchen  Pfarrern  "Gesellschaft  will  es  sich  daher  angelegen  sein  lassen,
Kandidaten  bea  qr  ""deskirche,  welche  deshalb  an  sie  sich  wenden,
unter  gewisse,,  .,  ^dlgtamtes,  mit  Genehmigung  der  Königl.  Oberen,
Ñungen  zuzuweisen  „  l m ,  "nzelnen  Falle  näher  festzustellenden,  Bedin-ZU
  tragen.  Sie  mñ-h"Í!  einen  Theil  des  Unterhalts  derselben  Sorge
stellt  worden  sind  „h*.  1Uo  Ģehûlfcn  mit  ihrer  Unterstützung  angedr'irfniß
  danach  hcranaln?  M  sonst  nachweislich  ein  entschiedenes  Bestimmung ­
  des  Psarror«  i,  l-doch  immer  nur  unter  ausdrücklicher  Zu-Iftli

B  !lch  danach  herausstellt,  hinwirken.  Die  geistlichen  Müll* ­
        <pb n="171" />
        ir,4

.qlieder  der  Gesellschaft  bilden  eine  permanente  Kommission,  welcher  die
Prüfung  und  Beaufsichtigung  der  anzustellenden  Kandidaten  obliegt.
Die  Gesellschaft  hatte  sich  einiger  Zuwendungen  zu  erfreuen:  so  in
neuerer  Zeit  von  dem  Mitbegründer  Grafen  v.  Voß  (1000  Thlr.)
nnd  von  einer  ungenannten  Dame  4000  Thlr.
Ev.  Schullehrer-Wittwen-  und  Waisen-Unterstützuugs-Kasse  für  Schlesien.
Das  Reglement  derselben  ist  durch  Kabinets-Ordre  vom  29.  Juli  1825
unter  Verleihung  der  Rechte  einer  moralischen  Person  bestätigt  und  mit
dem  1.  Januar  1826  ins  Leben  getreten.  Sie  hatte  Ende  1861  2500
Mitglieder  und  500  pensionsberechtigte  Familien,  deren  Bezug  sich  auf
9460  Thlr.  belief.  Die  Anstalt  hatte  155,000  Thlr.  Vermögen.  Der
zu  Peterswaldau  (1861)  f  Kaufmann  W  agenknecht  vermachte  ihr
eine  jährliche  Rente  von  300  Thlr.  Vgl.  auch  Elementar-Schul-Unterstützungs-Fonds,
  Gerstenberg,  Fiebig  u.  s.  w.
Evang.  Stiftung  St.  Martin  zu  Koblenz.
Eine  Stiftung  neuerer  Zeit,  aus  einem  Waisenhause,  einer  Kranken-Anstalt
  und  einer  Herberge  für  arbeitsuchende  weibliche  Dienstboten,
einer  Konfirmanden-Abtheilung  und  einem  Pensionat  für  Kinder  auswärtiger ­
  Eltern,  welche  die  höheren  Bildungs-Anstalten  des  Orts  besuchen, ­
  bestehend.  Sie  erhält  ihre  Bedürfnisse  durch  Haus-Kollekten
und  andere  milde  Gaben.
Evang.  Waisen-Anstalt  zu  Altdorf  (Pleß).
Im  Jahre  1848  von  dem  Grafen  zu  Stolberg-Wernigerode  begründet
und  durch  Privat-Wohlthätigkeit  und  aus  Mitteln  des  Stifters  unterhalten. ­
  Es  befinden  sich  darin  61  Kinder,  theils  Ganz-,  theils  Halb-Waisen,
  welche  von  5  Diakonissen  erzogen  werden.  Vgl.  katholisches
Waisenhaus  zu  Altdorf.
Evang.  Franeu-Verein  zu  Münster.
Er  unterhält,  lediglich  durch  milde  Beiträge  und  den  Ertrag  von  Konzerten ­
  ein  Armenhaus,  in  welchem  er  etwa  10  Frauen  beherbergt  und
eine  Bewahr-Anstalt  für  80—90  Kinder  errichtet  hat.  Die  Aufsicht
ist  Diakonissinnen  anvertraut.
Evang.  Frauen-verein  zu  Mülheim  a.  Rhein.
Er  zählt  50  Mitglieder,  unterhält  eine  Nähschule  und  unterstützt  verschämte ­
  Arme  mit  Kleidungsstücken.  Jährliche  Ausgabe  zwischen  3—
400  Thlr.
Evang.  Frauen-Dereiu  zu  Wesel.
Er  bezweckt,  arme  Kranke  und  Wöchnerinnen  mit  Suppe,  Brot,  Kleidungsstücken ­
  rc.  zu  unterstützen.  Der  Mitglieder  sind  320,  das  Vermögen ­
  beläuft  sich  auf  600  Thlr.
Evang.  Krankenpflege-Verein  zu  Schweidnitz.
Am  15.  Oktober  1861  von  dem  Diakonus  Rolffs  u.  A.  gegründet,
unterhält  er  3  Diakonissen,  welche  im  Dienst  der  ambulanten  Krankenpflege ­
  thätig  sind.
        <pb n="172" />
        165

.  Evang.  Lehrburschen-Verein  zu  Berlin.
L-MZMè»
Evang.  Schul-Fonds  zu  Rheda
ŞsSrÄÌ®*-U.
  Şchnlļehttr.Stmi„ari-n.z°nbS  btt  Sostati  S-ckschm  8°mUi-n.Stistnug.
4N«"Ñá°1?"  Regierung  ,u  ķiegni?  verwultet  und  Hut  jährlich
cv  rv  Evang.  Schul^Verein  zu  Breslau,
brücke  î?  gründet,  besitzt  er  ein  eigenes  Grundstück  (Schuhund
  3—sich  eme  Mädchen-Mittelschule  mit  4  Klassen
Die  grimi  Schülerinnen  (darunter  143  Freischülerinnen)  befinden,
canile  hat  einen  Rektor,  drei  Lehrer  und  fünf  Lehrerinnen.
J,n  A  GoanQ.  Verein  für  kirchliche  Zwecke.
hat  ®". Iin  sà  Zweck-  dir  inu-rrn  Mission  brgründet,
m  f.  .  (r  î  ti  rtn  fi  mt»  Vìa*»  KAAA  ;

yat  er  eine  ïáhrìiA*  rc*  I  luuclul  aniļjipn  Degninoci,
Verbindung  ļ  7  von  etwa  5000  Thlr.  Er  steht  in
Ostern  1850  den  "'  .àchsplels-Vereinen  der  Stadt,  begründete  zu
jährliche  Einnabmo"."^sichen  Anzeiger"  als  Vereins-Organ,  das  eine
aus  der  an  die  Dhlrn.  abwirft,  legte  eine  Bibliothek  an,
„Jünglings-Verein"^  Bücher  verliehen  werden,  stiftete  1851  den
träge",  welche  einen'  i«^anstaltete  seit  1852  die  „wissenschaftlichen  Vorerwarb ­
  ein  Haus  mL  -  Gewinn  von  etwa  700  Thlr.  ergeben,
in  demselben  die  ^6)  für  47,000  Thlr.  und  errichtete
Hebung  des  Gesellenn  Héberge  zur  Heimat",  im  Jnteresie  der
wandernde  Geselll-n  m,f  ?ie  nimmt  jährlich.  etwa  500  durch

wandernde  Gesellen  «,.e  \  ® ,c  nimmt  jährlich.  etwa  500  durch-Betten
  sind  von  dem  sļiL? nb  h«"e  1864  bereits  68  Betten.  Fünf
        <pb n="173" />
        166

bemittelte  Gäste.  Im  Vereins-Hause  selbst  wohnen  34  Gesellen,  welche
monatlich  für  Benutzung  der  Schlafstelle  11  bis  2  Thlr.  bezahlen.
Das  Hospiz  enthält  eine  Anzahl  Gaststuben  mit  Betten.  Die  Zinsen
der  auf  dem  Hause  haftenden  Schulden  werden  durch  die  Verwaltuna
desselben  gedeckt.
Evang.  Verein  zu  Brandenburg.
Derselbe  besitzt  seit  1863  ein  eigenes  Haus,  welches  die  „Herberge  zur
Heimat"  mit  23  Betten,  einen  Saal  zur  Aufnahme  von  400  Personen,
den  Saal  des  Jünglings-Vereins  rc.  enthält.
Evang.  Verein  zu  Braunsberg.
Er  besteht  aus  104  Mitgliedern  und  bezweckt  die  Unterstützung  armer
Personen  evang.  Confession,  die  sittliche  Besserung  entlassener  Sträflinge ­
  und  jugendlicher  Verbrecher.  Er  bringt  jährlich  etwa  250  Thlr.
auf  und  unterstützte  im  Jahre  1861  55  Personen.
Evang.  Waisen-RettungS-Vercin  zu  Rawicz
Ekn  Privat-Vcrcin,  dessen  Mitglieder  jährlich  etwa  80  Thlr.  aufbringen, ­
  um  damit  16  Waisen  mit  Kleidung  und  Wäsche  zu  versehen.  Die
Kosten  der  Verpflegung  (bei  Pflege-Eltern)  trägt  die  Gemeindeļaffc.
Evang.  Gymnasium  zu  Glogau.
Ans  einer  alten  evang.  Pfarr-Schule  hervorgegangen,  seit  1812  Gymnasium. ­
  Kapital-Vermögen  23,000  Thlr.  und  mehrere  Stiftungen  zum
Besten  armer  Schüler,  insbesondere  die  von  Palm,  Strahl,  Dietrich ­
  6500,  2000  und  1000  Thlr.  (WieseS.  186.)  Neubau  1864.
Evang.  Hospital  zu  Braunsberg.
1862  aus  freiwilligen  Beiträgen  erbaut,  um  verarmte  Personen  evang.
Konsesfion  aufzunehmen  und  zu  verpflegen.  Die  Anstalt  enthält  acht
Personen  und  wird  von  dem  evang.  Pfarrer  und  5  Gliedern  der  evang.
Gemeinde  verwaltet.
Evang.  Hospital  zu  Meseritz
Zur  Aufnahme  von  14  Personen  eingerichtet.  Jährliche  Einnahme
674  Thlr.  Verwaltet  durch  den  Oberpfarrer  und  zwei  Vorsteher  unter
Oberaufsicht  des  Magistrats.  Vermächtnisse  des  Schönfärber  S  ch  röd  c  r
(1835)  von  1000  Thlrn.,  des  Kaufmanns  Volmer  (s.  d.)  von  1836
im  Betrage  van  4000  und  2000  Thlr.
Evang.  Hospital  zu  Wollstein.
Es  unterhält  8  alte  Frauen  und  gewährt  Unterstützungen  an  74  Gemeindeglieder. ­
  Die  Anstalt  hat  2050  Thlr.  Kapital  nebst  einem
Grundstück  und  bezicht  200  Thlr.  aus  dem  v.  Ko  t'tw  itz  schen  Uuterstützungs-Fonds.

Evang.  Knaben-Rettungs-Waisenhaus  zu  Rogasen.
Es  finden  darin  etwa  25  Knaben  Aufnahme;  die  Anstalt  hat  zwei
Grundstücke  und  jährlich  800  Thlr.  Einnahme.
Evang.Krankenhaus  „Huyfsens  Stiftung"  zu  Essen,
von  dem  vormaligen  Bürgermeister  Heinrich  Arnold  Hu  y  fs  en  aus
        <pb n="174" />
        eigenen  Mitteln  erbaut  und  mit  dazu  gehörigen  Grundstücken  der  ev.
Ģķà  1853,als  freies  unbestrittenes  Eigenthum  geschenkt.  König
Aàich  Wilhelm  IV.  schenkte  2500  Thlr.  zur  Unterhaltung  eines
R88ZZW
Evangel.  Krankenhaus  zu  Erfurt
Evangel.  Krankenhaus  zu  Mülheim  a.  Ruhr.
Ein  selbstständiges,  mit  Korporations-Rechten  versehenes  Institut  mit
11,100  Thlr.  Vermögen.  Ein  Theil  der  Bedürfnisse  wird  aus  milden
Gaben  bestritten.

Evangel.  Krankenhaus  zu  Münster.
Ş"t  1863  ans  milden  Gaben  der  Bevölkerung  und  mit  Unterstützung
es  Königs  ^Wilhelm,  der  Königin  Elisabeth  und  des  Johanniter-Erdens
  m  St.  Mauritz  hergestellt.  Vgl.  Klemens-Hospital.
Evangel.  Mädchen-Waisenhaus  zu  Wartenburg.
Es  unterhält  12—17  Zöglinge,  hat  Korporations-Rechte  und  besteht
großtenthells  durch  milde  Beiträge,  welche  etwa  900  Thlr.  jährlich
ergeben.  ^
Evangel.  Rettungühaus  zu  Pieschen,
für  die  Kreise  Pleschen,  Adelnau,  Schildberg,  Krotoschin  und  Kröbcn.
jährliche  Einnahme  und  Ausgabe  etwa  2000  Thlr.  Das  Hans  zahlt
etwa  45  Kinder.  Zehn  Freistellen,  deren  Unterhalt  à  30  Thlr.  pro
der  v.  Kottwitzsche  Fonds  trägt.  Vermächtnisse  von  Beate
^°ube  100,  Hauptmann  v.  S  tiegler  200,  Joanne  in  Malinie
100  Thlr.
Evangelisches  Säkular-Stipendium.
Dasselbe  ist  von  der  Kommune  Berlin  zum  Gedächtniß  der  Einführung
kr  Kirchen-Rcformation  in  der  Stadt  gestiftet  und  wird  auf  2  Jahre
lt  300  Thlr.  jährlich  an  einen  gebornen  Berliner,  event,  an  einen
sonst  im  preußischen  Staate  geborenen  oder  zur  Zeit  seiner  Bewerbung
emselben  angehörigen  Kandidaten  der  Theologie  verliehen,  der  das
men,lion,  abfolvirt  und  die  Universität  nicht  feit  länger  als  2  Jahren
verlassen  hat.  Derselbe  muß  neben  einer  gründlichen  philosophischen
und  humanistischen  Bildung  eine  vorzügliche  theologische  Ausbildung  erworben ­
  haben,  und  letztere  durch  ein  Zeugniß  über  bestandene  Prüfung
P™  licentia  concionandi  oder  durch  ein  Zeugniß  der  evangelisch-Iheologischen
  Fakultät  einer  preußischen  Universität,  erstere  aber  durch
        <pb n="175" />
        168

Erlangung  des  Doktorgrades  in  der  Philosophie  bei  der  philosophischen
Fakultät  einer  Universität  nachzuweisen  vermögen.  Hat  der  Kandidat
die  philosophische  Doktorwürde  noch  nicht  erlangt,  und  sollte  es  beabsichtigt ­
  werden,  ihm  das  Stipendium  zu  verleihen,  so  ist  derselbe  gehalten, ­
  zuvor  die  Promotion  bei  einer  preußischen  philosophischen  Fakultät ­
  nachzusuchen,  und  haben  die  philosophischen  Fakultäten  der  Universitäten ­
  zu  Berlin,  Breslau,  Greifswald  und  Königsberg  sich  bereit
erklärt,  diesem  Kandidaten,  wenn  şie  ihn  der  Prüfung  würdig  befunden,
die  Promotionsgebühren  unter  den  int  Statut  angegebenen  Bedingungen
zu  erlaßen.  Der  Stipendiat  ist  verpflichtet,  tut  Lause  der  Stipendien-Iahre
  den  Licentiaten-Grad  in  der  Theologie  bei  einer  Preußischen
evangelisch-theologischen  Fakultät  zu  erlangen,  und  haben  sich  die  cvangensch-theologischen
  Fakultäten  der  genannten  Universitäten  bereit  erklärt, ­
  denselben  ebenfalls  kostenfrei  zu  ertheilen.  Die  Verwaltung  des
Stipendiums  hat  der  Magistrat.
Evangelisches  Versorgungöhans  zu  Mülheim  a.  Ruhr.
Ein  selbstständiges  Institut  mit  etwa  10,000  Thlr.  Vermögen.  Die
Anstalt  hat  Korporations-Rechte.
Evangelisches  Waisenhaus  zu  Emmerich.
Daffclbe  hat  ein  Vermögen  von  nahe  an  100,000  Thlr.,  dessen  Zinsen
un  Betrage  von  3900  Thlr.  zur  Verpflegung  von  Waisen,  und?  wenn
dergleichen  nicht  vorhanden  sind,  ganz  oder  theilweise  an  arme  Wittwen
Halb-Waisen  vertheilt  und  zu  Schulgeld  für  arme  Kinder  verwendet
werden.
Evangelisches  Waisenhaus  zu  Erfurt.
Eine  selbstständig  verwaltete  Anstalt,  die  nur  Kinder  aus  der  Stadt
(Halbwaisen  nur  gegen  Pflegegeld)  aufnimmt.  Jährliche  Einnahme
3160  Thlr.  Dr.  Zieglerscheö  Legat  von  25O0  Thlr.  Kapital.
Die  Zinsen  sind  theils  zur  Besoldung  des  Lehrers  an  der  Anstalt,
theils  zur  Ausstattung  von  Waisenmädchen  bei  ihrer  Verheirathunq  bestimnit.

Evangelisches  Waisenhaus  zu  Essen,
eine  alte  Stiftung,  hauptsächlich  begründet  durch  Vermächtnisse  und
Schenkungen.  Sie  nimmt  etwa  20  Kinder  beiderlei  Geschlechts  auf  Kavital-  '
Vermögen  22,500  Thlr.;  die  Grundstücke  liefern  eine  jährliche  Einnahme
von  700  Thlr.
Evangelisches  Waisenhaus  zu  Neuzelle.
Dasselbe  hat  30  Stellen  und  steht  unter  Ober-Aufsicht  des  Staats
Zur  Unterhaltung  desselben  erfolgen  jährlich  aus  dem  Fonds  der  Instituten-Kasse ­
  zu  Frankfurt  a.  O.  1952  Thlr.  und  979  Thlr.  aus
ständischen  Fonds  des  Markgrafthums  Niederlansitz.  Vermögen  der
Anstalt  300  Thlr.  in  Effekten.
Evangelisches  Waisenhaus  zu  Rheydt  (Gladbach),
von  eine  Anzahl  Bürger  der  Stadt  begründet  und  zur  Zeit  (1861)
        <pb n="176" />
        169

nod)  in  einem  gemietheten  Volai  untergebracht.  Die  Anstalt  hat  einen
Fonds  von  1250  Thlr.
Evangelisches  Waisenhaus  zu  Wesel
b-şitz.  ln
f.  aBaií,nkue  ,u
Baise,,1a,,«.Semin,V  «,nig,derg.
MMDMUM
bilben  ben  liturgischen  Sanger-Chor  an  demselben.  S.  Waisenhaus  u
Dleckmannsche  Stiftung.

Aug.  Gottlieb  Evers,
Şemor  und  Pastor  an  ber  St.  Ulrichskirche  zu  Magdeburg  (t  1799)
legirtc  300  Thlr.  Gold  für  die  Prediger-Wittwen  an  jener  Kirche,
mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  davon  den  vorhandenen  Wittwen
gleichmäßig  zu  Gute  kommen,  in  deren  Ermangelung  aber  zum  Kapital
geschlagen  werden  sollen.  Letzteres  beträgt  jetzt  1395  Thlr.
Ex-Jesuiten-Fonds  zu  Erfurt.
Er  besteht  aus  Einkünften  des  im  Jahre  1772  aufgelösten  Erfurter
Jesuiteu-Kollegiums,  wird  von  der  Regierung  in  Erfurt  verwaltet  und
dient  zu  katholischen  Kirchen-  nnd  Schulzweckeii  für  deren  Bezirk.  Jährliche ­
  Einnahme  6000  Thlr.

Ex.Jesuiten-Fonds  zu  Heiligenstadt.
Er  steht  unter  Verwaltung  der  Regierung  zu  Erfurt  und  der  Ertrag
vou  jährlich  2300  Thlr.  wird  für  katholische  kirchliche  und  Schulzwecke ­
  verwendet.
Ey  telw  einsche  Stiftung,
von  den  Kommunal-Baubeamten  des  Staates  bei  dem  50jährigen
Dienst-Jubiläum  des  Ober-Laud-Baudirektors  E  y  telw  e  in  1829  begründet. ­
  Das  Kuratorium  der  Stiftung,  das  aus  den  technischen
âgliedern  der  Königl.  Ober-Bau-Deputation  besteht,  hat  die  Bergung ­
  des  Stipendiums,  welches  jährlich  100  Thlr.  beträgt.  Es  ist
Mr  den  Sohn  eines  Baumeisters  während  des  Besuches  der  Königl.
Dan-Akademie  bestimmt,  und  wird  jährlich  neu  bewilligt.

Faber,
Konnnissionsrath  zu  Magdeburg  (-j-  1823)  setzte  der  dortigen  Kirche
s»  heil.  Geist  2000  Thlr.  aus.  Der  Betrag  von  1200  Thlr.  Gold
soll  einen  Fonds  bilden,  desien  Zinsen  an  bedürftige  Prediger-Wittwen
        <pb n="177" />
        170

dieser  Kirche  zu  vertheilen  sind.  Die  Zinsen  von  800  Thlr.  erhält  -der
Organist  als  Gehaltszulage.  Der  Wittwenfonds  hat  sich  im  i'ciufe  der
Zeit  auf  6444  Thlr.  erhöht.  Noch  besteht  bei  der  Armen-Direktion
in  Magdeburg  ein  Fabersches  Legat  von  1000  Thlr.  Gold,  von
dessen  Zinsen  jährlich  30  Thlr.  zur  Extra-Speisung  der  im  Armenhause ­
  befindlichen  Personen  verwendet  werden,  und  bei  der  Kirche  zum
h.  Geist  ein  Partikulier  Fabersches  Vermächtniß  von  2055  Thlr.,
dessen  Zinsen  zur  Kirchenkasse  fließen.
F  a  b  e  r  sche  Stipendien-Stiftnng.
1703  von  dem  Pastor  in  Waxweiler  (Prüm)  gegründet,  indem  er  bestimmte, ­
  daß  aus  den  Zinsen  seines  Nachlasses  5  Jünglinge  aus  der
Nachkommenschaft  seiner  5  Geschwister,  welche  zum  Studiren  am  geeignetsten, ­
  eine  Unterstützung  von  jährlich  30  Thlr.  und  während  des
Studiums  der  Theologie  jährlich  36  Thlr.  erhalten  sollten.  .Der
Stiftungs-Fonds  hat  sich  seitdem  vergrößert,  und  somit  auch  der  Betrag ­
  der  Stipendien.
Fabian-Stiftung,
ein  Stipendien-Fonds  für  tüchtige  und  hülfsbedürftige  zur  Universität
entlasienc  Schüler  des  Gymnasiums  zu  Tilsit.  Das  Kapital  von
2178  Thlr.  entstand  (1864)  aus  den  von  dein  Gymnasial-Dircktor
Fabian  gesammelten  milden  Gaben.
Fab  rie  ins,
früher  Kreis-Chirurgus  in  Ronsdorf,  Kreises  Lennep  (+  1840)  hinterließ ­
  den  vier  kirchlichen  Gemeinden  zu  Hagen  (der  lutherischen,  reformirten,
  katholischen  und  jüdischen)  zusammen  3000  Thlr.,  deren  Zinsen
zur  Beschaffung  wollener  Kleidungsstücke  für  arme  Kinder  und  Frauen
verwendet  werden  sollen.
Fabriei  nö  -  Stiftung  zu  Greifswald,
von  der  Frau  Syndikus  Schwarz,  geb.  F  a  bri  ci  u  S  zu  Greifswald
begründet  (1848),  indem  sie  ein  vorläufig  aus  5  Wohnungen  bestehendes
Hans  erbauen  ließ,  in  welchem  mittellose  Frauenzimmer,  namentlich
unverheirathet  gebliebene  Mädchen  höheren  Standes  freie  Wohnung
finden,  auch  hülfsbedürftige  Wittwen,  wenn  sic  kinderlos  sind  oder  nur
eine  Tochter  bei  sich  haben,  aufgenommen  werden  sollen.  Zur  Aufnahme ­
  ist  ein  Alter  von  40  Jahren  und  ein  sittlicher  Lebenswandel
erforderlich;  Einkaufsgeld  100  Thlr.  Die  Aufgenommenen  erhalten
freie  Wohnung  und  jährlich  25  Thlr.  und  können  zeitweise  ihren
Aufenthalt  außerhalb  nehmen.  Die  Stiftung  erhielt  von  der  Stifterin
(t  1854)  noch  ein  Legat  von  4500  Thlr.
Fabrik-Arbeiter  Kranken  und  Unterstlitznugs-Kasse  zu  Nenstadt  (Magdeburg),
1856  begründet.  Wöchentlicher  Beitrag  des  Arbeiters  1  Sgr.  und
50  pCt.  Zuschuß  Seitens  der  Arbeitsgeber.  Vermögen  der  Kaste
5000  Thlr.;  sobald  dasielbe  auf  10,000  Thlr.  gestiegen,  soll  eine  Versorgungs-Kaste ­
  für  alle  arbeitsunfähigen  Fabrik-Arbeiter  errichtet  werden.
        <pb n="178" />
        171

Fabrik-Arbeiter-Unterstlltznngs-Kasse  zu  Barmen.
Sic  hatte  im  Jahre  1862  700  Äèitglieder  und  ein  Vermögen  von  0500Thlr.
Fabrik-Ärbeiter-Unterstützungs-Kasie  zu  Werden  (Essen),
Fachgruberscher  Stipendien  Fonds.

Fahrenheid  sches  Armen  Stift  zn  Königsberg.
Am  10.  Oktober  1764  übergab  der  Kommerzien-  und  Stadtrath
Fahrenheid  dem  Magistrat  zu  Königsberg  einen  Plan  zur  Errichtung ­
  eines  Armenhauses,  zn  welchem  Zwecke  er  50,000  Fl.  (Gulden)
zu  schenken  versprach,  wenn  der  Magistrat  gewisse,  auf  dem  Hinter-Roßgarten
  belegene  Kämmcreiplätze  zur  Erbauung  dieses  Hauses  hergeben ­
  würde.  Dies  geschah.  Der  Aufbau  des  Hauses  (ein  Theil  des
gegenwärtigen  städtischen  Krankenhauses),  verzögert  durch  die  am
11.  November  1764  ausgebrochene  Feucrsbruust,  wurde  1771  beendigt,
und  der  Stifter  übernahm  die  auf  20,000  Fl.  sich  belaufenden  Baukosten ­
  noch  außer  dem  Fundationskapital.  Der  Sohn  des  Stifters,
Kriegsrath  v.  Fahr  e  uh  e  id,  vermehrte  die  durch  seinen  Vater  ins
^eben  gerufene  Stiftung  durch  Schenkung  von  10,000  Fl.  baar,  so
ioic  cinc^im  Kneiphofe  und  zweier  auf  dem  Sackhcim  belegenen  Grundstücke. ­
  So  gelangte  die  Stadt  in  den  Besitz  einer  Wohlthätigkcits-Anstalt,
  die  einer  großen  Anzahl  armer,  arbeitsunfähiger  Personen  (117
"lten  Frauen)  Wohnung,  Wärme  und  Licht,  der  größeren  Hälfte  derselben ­
  (66)  auch  eine  baare  Geldeinnahme  (1  Sgr.  täglich)  gewährt.
Als  die  Stadt  im  Jahre  1831  in  die  Lage  kam,  für  Ausdehnung  ihrer
Krankenanstalt  sorgen  zu  müssen,  wurde  mit  Bewilligung  der  v.  Fahrende ­
  idschen  Familie  das  Gebäude  der  Armcustiftung  der  Stadt  zur  Erweiterung ­
  ihrer  Krankenanstalt  abgetreten,  und  das  v.  Fahr  en  h  eidfche
Armenhaus  nach  einem  städtischen  Grundstück  (Şackhcimer  Hinterstr.  25)
Erlegt.  Die  Anstalt  hat  ein  Kapital-Vermögen  von  74,800  Thlr.;
5 lc  Ştadt  zahlt  zur  Unterhaltung  derselben  einen  Zuschuß  von  jährlich
1600  Thlr.

Georg  Fah  renhold,
Bürgermeister  in  Osterode,  schenkte  1654  der  Universität  Königsberg
&amp;lt;2000  Mark,  deren  Zinsen  Studirende  drei  Jahre  hinter  einander  gehießen ­
  sollen.  Den  Vorzug  haben  die  aus  Osterode  gebürtigen  und
'nsbesonderc  Mitglieder  der  Familien  Fahrcnhold,  Kurzfleisch
und  St  er  ling  er.  In  Ermangelung  dieser  Bevorzugten  kommen
auch  Preußen  zum  Genuß.  Das  Kapital  bestand  1838  (Koch  11.  550)
in  425,  und  das  Stipendium  in  15  Thlr.
        <pb n="179" />
        172

Fahrlandsches  Stipendium,
von  der  Familie  v.  Stechow  gegründet.  Die  Revenüen,  etwas  über
200  Thlr.  betragend,  werden  unter  drei  dürftige  und  würdige  Studirende
  getheilt  und  jedes  Stipendium  ans  1  bis  3  Jahre  verliehen.
Die  Kollation  steht  der  Konigl.  Regierung  in  Potsdam  zu.
Gotthilf  Samuel  Falbe,
^chulrath  und  Gymnasial-Dircktor  zu  Stargard  in  Pommern  (+  1849)
Icgktc  1)  dem  dortigen  Gymnasium  10,000  Thlr.  zur  Begründung
emcr  Wittwcnkasse  für  die  Wittwen  der  Oberlehrer,  zu  Stipendien
und  Schüler-Prämien.  Er  legirte  2)  dem  Friedrichs  Werderschen
Gymnasium  zu  Berlin,  auf  welchem  er  nach  seiner  Angabe  als  Hülsas"' ­
  verlassener  Schüler  Unterstützung  erhalten,  1000  Thlr.,  deren
Insert  mit  48  Thlr.  jährlich  an  einen  oder  mehrere  Schüler  der  oberen
Klassen  jener  Anstalt,  die  einer  Unterstützung  bedürftig  und  würdig  sind,
ausgezahlt  werden  sollen.  Er  vermachte  3)  der  Schule  seiner  Geburtsstadt ­
  Woldenberg  1000  Thlr.,  deren  jährliche  Zinsen  durch  den  Ober-Prediger
  und  den  Rektor  mit  Zuziehung  eines  dortigen  Verwandten
des  Erblassers  zur  Unterstützung  armer  Schüler  an  Büchern  und  Schulgeld ­
  verwendet  werden  sollen.
Michaelis  Falcksche  Familien-Stiftung.
Falck,  Rentier  zu  Berlin,  setzte  1773  letztwillig  6000  Thlr.  aus,
von  deren  Zinsen  jährlich  Renten  an  einen  männlichen  und  einen  weiblichen ­
  Desccdentcn,  wobei  die  Nähe  des  Verwandtschaftsgrades  entscheidet, ­
  verliehen  werden.  Das  Kapital  hat  sich  im  Laufe  der  Zeit
erheblich  vermehrt  und  die  jährlichen  Renten  betragen  je  150  Thlr.
Aufsichtsbehörde  ist  das  Kammergericht,  Kurator  Rechtsanwalt  M  u  n  ck  e  l.
Falksches  Stipendium,
von  der  Frau  Pfarrer  Falk  geb.  Hagweis  für  Studirende  aus  ihrer
und  ihres  Mannes  des  Pfarrers  Falk  ans  Medenau,  Familie,  und
in  deren  Ermangelung  für  andere  dürftige  Studirende  gestiftet.  Die
Verwaltung  hat  der  Magistrat  zu  Königsberg.

yamuienyamer  zu  ^cagvevurg,

ein  städtisches  Etabliffement,  in  welchem  205  Wohnungen  an  Arme
für  eine  Miethe  von  6—36  Thlr.  überlassen  sind.

Fan  ny-Stiftung,
begründet  von  dem  Banquier  Fr.  Martin  v.  Magnus  zu  Berlin
welcher  dem  dortigen  Magistrat  1844  ein  Kapital  von  20,000  Thlr'
überwies.  Die  von  dem  Stifter  als  ein  Denkmal  seiner  verstorbenen
Gattin  Fanny  errichtete  Stiftung  ist  für  8  Männer  und  8  Frauen
bestimmt  und  bildet  einen  Theil  des  Friedrich  -  Wilhelms-Hospitals.
Aufnahmefähig  sind  solche  der  Stadt  augehörige  Personen,  welche
zur  Ausnahme  in  das  Hospital  überhaupt  geeignet  sind;  die  Anfgenommenen
  erhalten  (mehrere  zusammen)  besondere  Lokalitäten,  bekommen
Unterhalt  und  Verpflegung  gleich  den  übrigen  Hospitaliten;  die  An-
        <pb n="180" />
        173

st«"  hat  aber  kein  Erbrecht  an  ihren  Nachlaß.  Das  Borschlagsrccht
steht  dem  Stifter  oder  seinem  Stellvertreter,  event,  dem  Senior  der
Famà  zu,  die  Bewilligung  der  Aufnahme  erfolgt  durch  die  ArmensisSS
 5 “»

Fauchersche  Stiftung  zu  Stendal

Faulwassersche  Stiftung,
von  dem  Kaufmann  Faul  was  ser  (f  1855)  für  die  Beruburaer  und
Schloß-Vorstadt  zu  Kalbe  a.  S.  begründet.  Er  vermachte  341  Morgen
Ackerland,  welches  beide  Vorstädte  jede  zur  Hälfte,  als  Gemeingut
besitzen  sollen,  und  wovon  das  Einkommen  an  die  Armen  in  diesen
Vorstädten  als  Almosen,  wenn  die  städtische  Behörde  und  das  Almosen-Kollegium
  es  für  gut  befinden,  vertheilt  werden  soll.

Favre,
Rentier  zu  Berlin  (t  1837)  vermachte  unter  Anderm  dem  „französischen
Waiscnhause"  und  der  «enle  6e  eliarit«  ein  Kapital  von  je  1333^  Thlr.,
dessen  Zinsen  er  zur  Ausstattung  eines  Zöglings  dieser  Anstalten  bestimmte.
^)ie  werden  alle  fünf  Jahre  gezahlt.  Aus  einem  andern  v.  Fa  Vreschen
Legate  werden  jährlich  100  Thlr.  durch  die  Prediger  der  französischen
Kirchen  zu  Weihnachten  in  Raten  von  5—6  Thlr.  vertheilt.

Joseph  Fechner,
Kaplan  zu  Würben  (Schweidnitz)  (+  1834)  legirte  der  Orts-Armenkasse ­
  100  Thlr.,  bestimmte  zugleich  800  Thlr.  zur  Gründung  eines
Gehalts  für  einen  auf  den  Würbencr  Gütern  sich  etablirenden  Wundarzt ­
  und  vermachte  dem  geistlichen  Alumnat  in  Breslau  800  Thlr.  zur
Gründung  eines  Stipendiums.

Martha  Sabina  F  ehr,
geb.  Sch  a  per,  legirte  1738  die  Summe  von  500  Thlr.,  deren  Zinsen
der  Profestor  juris  primarius  zu  Königsberg  einem  Studirenden  konseriren
  mag.  Bedürftige  Descendenten  der  Stiftcrin,  Söhne  des  Tribunalsraths ­
  Dr.  Sahm  en  und  Söhne  der  Profestoren,  welche  jura
studiren,  haben  den  Vorzug.  Der  Fonds  bestand  1838  (Koch  II.  551)
ìņ  250  Thlr.,  von  deren  Zinsen  der  Stipendiat  6  Thlr  erhielt.
Fehrbellinschcs  Schul-Stipendium,
von  dem  Mühlenschrcibcr  Wolf  herrührend.  Er  legirte  im  Jahre  1763
200  Thlr.  Gold,  deren  Zinsen  für  arme  Kinder  der  Stadtschule  bestimmt
sind.  Der  Magistrat  hat  die  Verwaltung;  Kollatoren  sind  das  Amt
und  der  Ober-Prediger.
Fei  stet  sches  Legat.
Ein  Schul-Kapital  im  Betrage  von  400  Thlr.  )  der  Zinsen  bezieht
        <pb n="181" />
        174

der  Lehrer  zu  Schmarse  (Oels),  j  wird  zur  Anschaffung  von  Büchern
für  arme  Kinder  benutzt.
Prinz  Ferdinand  von  Preußen,
vermachte  der  Stadt  Sonnenburg  ein  Kapital  von  1000  Thlr.,  bessert
Zinsen  unter  die  Armen  der  Stadt  vertheilt  werden.
Gottlob  Samuel  Ficker,
Medizinalrath  und  Stadt-Physik«-  zu  Liegnitz  (f  1828),  legirte
1000  Thlr.  zu  einem  Stipendium.  Die  nächste  Anwartschaft  auf  dasselbe ­
  haben  die  Mitglieder  und  Abkömmlinge  seiner  Familie;  event,
soll  ein  armer  Studiosus  medicinae  ans  Liegnitz  oder  aus  dem  Kreise
Liegnitz,  endlich  ein  Nieder-Schlesier,  wenn  er  und  so  lange  er  in
Breslau  studirt,  doch  nie  über  drei  Jahre  dasselbe  genießen.
Joh.  Eleonore  Ficker,
Demoiselle  (t  zu  Berlin  am  14.  November  1834)  setzte  das  dortige
Friedrichs-Waisenhaus  zum  Universal-Erben  ein.  Die  legirten  Kapitalien ­
  sollen  getrennt  bewahrt  und  verwaltet  werden.  Die  Erbschaft
betrug  49,850  Thlr.  incl.  4000  Thlr.  Gold.  Die  Zinsen  sollen  verwendet ­
  werden,  1)  daß  zwei  der  tüchtigsten  Lehrer  und  zwei  Lehrerinnen
eine  jährliche  Zulage  von  je  50  Thlr.,  und  allenfalls  noch  besondere ­
  Gratifikationen  bis  jährlich  100  Thlr.  erhalten;  2)  sollen
jährlich  100  Thlr.  zu  Prämien  für  die  besten  Kinder  beiderlei  Geschlechts ­
  verwendet  werden;  3)  sollen  800  Thlr.  für  Kinder  beiderlei
Geschlechts  verwendet  werden,  um  ihnen  bei  ihrer  Entlastung  aus  dem
Waisenhausc  zu  einem  besseren,  weiteren  Fortkommen  eine  Unterstützung
zu  gewähren;  schwächliche  Kinder  sind  besonders  zu  berücksichtigen;
4)  der  noch  bleibende  Ueberschuß  soll  zur  Berpflegung  und  zum  Unterhalt ­
  solcher  kleinen  Kinder  verwendet  werden,  die  nach  der  Lokalität  in
dem  sogenannten  kleinen  Institut  nicht  mehr  Platz  finden;  sie  sind  bei
guten  Leuten  unterzubringen,  (auch  bloß  mutterlose  Kinder),  und  für
jedes  Kind  können  monatlich  4  Thlr.  gezahlt  werden;  cs  ist  eine  Aufseherin ­
  zu  ernennen,  die  diese  Kinder  monatlich  wenigstens  ein  Mal  besucht ­
  und  dafür  eine  jährliche  Remuneration  von  50  Thlr.  erhält.
Demoiselle  Ficker  errichtete  ferner  bei  dem  Schindlerschen  Waisenhause ­
  zwei  Stiftungen,  nach  welchen  1)  Vater-  und  mutterlose  Waisen
weiblichen  Geschlechts  aus  dem  mittleren  Bürgerstandc,  die  das  20.
Lebensjahr  noch  nicht  überschritten  haben,  und  kein  eigenes  Vermögen
über  500  Thlr.  besitzen,  bei  fortwährend  guter  Aufführung  bis  zum
zurückgelegten  20.  Lebensjahre  eine  jährliche  Unterstützung  von  25  Thlr.
in  Friedrichsd'or  erhalten  sollen;  2)  vatcr-  und  mutterlose  Knaben
aus  dem  mittleren  Bürgerstandc,  die  das  8.  Lebensjahr  bereits  erreicht,
das  11.  Lebensjahr  aber  noch  nicht  überschritten  haben,  und  kein  eigenes
Vermögen  über  500  Thlr.  besitzen,  zu  ihrer  Ernährung,  Erziehung  und
Ausbildung  in  dem  gedachten  Waisenhause  aufgenommen  werden  sollen.
Die  Auswahl  der  aufzunehmenden  Knaben  und  Mädchen  beschränkt  sich
nicht  auf  Berlin,  sondern  erstreckt  sich  auf  die  ganze  Monarchie.  Endlich
        <pb n="182" />
        175

erhielten  die  Erwerbschulen  5200  Thlr.  und  die  Loge  zu  den  drei
Weltkugeln  8000  Thlr.,  deren  Zinsen  zu  milden  Zwecken  verwendet
werden,  das  Bürgcr-Rcttungs-Jnstitut  40O0  Thlr.  rc.
Samuel  Gottlob  Fiebig,
Kaufmann  zu  Breslau  (+  18.  Juni  1801)  vermachte  den  größten  Theil
seines  Nachlasses  zn  wohlthätigen  Zwecken.  Er  hinterließ  der  Bürger-Bersorgungs-Anstalt
  3000,  der  evang.  Kranken-Anstalt  Bethanien  3000,
dem  Elaassenschen  Siechhause  3(100,  dem  Hospitale  für  hilflose  Dienstboten ­
  500,  dem  Hospitale  zu  St.  Bernhardin  500,  dem  Hospitale  zu
Eilftausend  Jungfrauen  500,  dem  AugustenHospitalc  für  kranke  Kinder ­
  armer  Eltern  400,  der  Wunsterschen  Jubiläums-Stiftung  500,
der  schlesischen  evang.  Schullehrer-Wittwen-  und  Waisen-Anstalt  50(1
Thaler  rc.,  und  ist  die  diesfällige  testamentarische  Bestimmung  landesherrlich ­
  genehmigt  worden.
FinkscheS  Stipendium.
Albrecht  Fink  znm  Seewalde,  Landrichter  von  Hohenstein,  lcgirte  1562
bei  der  Universität  Königsberg  5000  Mark  (1111  ^  Thlr.).  Ist  keiner
aus  der  Familie  des  Stifters  vorhanden,  so  werden  die  Zinsen  unter
vier  aus  Preußen  gebürtige  Studirende  vertheilt.  Das  Kapital  betrug
1838  (Koch  II.  551)  1335  Thlr.
Gräflich  v.  Finckensteinsche  DarlehnS-Kasie.
^ie  ist  im  Jahre  1856  durch  den  General-Major  a.  D.  Grafeu  Wilhelm ­
  von  Finck  enstein  und  dem  Kammerherru  Grafen  Karl  von
F  inck  enstein  auf  Trebichow  begründet  und  hat  zum  Zweck  die  Wiederbelebung, ­
  Erhaltung  oder  Verbesserung  des  Nahrungszustandes  und
Gewerbebetriebs  kleiner  Fabrikanten  und  Handwerker  christlichen  Glaubens ­
  in  den  Städten  des  Crosicner  Kreises,  vermittelst  billiger  Darlehue.
  Dergleichen  Darlehnc  könneu  bis  zur  Höhe  von  50  Thalern,
jedoch  nur  an  solche  Personen  gewährt  werden,  welche  in  den  Städten
innerhalb  des  Crosicner  Kreises  ihren  Wohnsitz  haben,  einen  eigenen
Hausstaud  bilden  und  verhcirathet,  oder  doch  Familienväter  oder  Familicnmütter
  aus  einer  früheren  Ehe  sind.  Die  Darlehne  werden  mit
8  pCt.  verzinset,  das  Darlehu  selbst  muß  in  wöchentlichen  Abschlagszahlungen ­
  von  mindestens  1  Sgr.  für  jeden  Thaler,  also  längstens
innerhalb  dreißig  Wochen  an  die  Kasse  der  Stiftung  zurückgezahlt  sein.
Die  Abschlagszahlung  beginnt  in  der  siebenten  Woche  nach  Empfang
beö  Darlchns.  Das  von  den  Stiftern  gegebene  Kapital  beträgt  50Ò
Dhaler.  Die  Zinsen  nach  Abzug  der  zu  bestreitenden  baaren  Auslagen
werden  dem  Kapital  zugeschlagen.  Die  Stiftung  hat  unter  dem  28.  März
1857  die  Rechte  der  juristischen  Person  erhalten.
Fischbach,
ñustizrath,  begründete  zu  Tschirnau  (Kreis  Guhrau)  eine  Stiftung  für
Anne,  deren  Fonds  100  Thlr.  beträgt  und  die  Kinderbewahr-Anstalt
daselbst.
        <pb n="183" />
        176

Heinrich  Christoph  Gottlieb  Fischer,
Feldjäger  (t  1842  zu  Rössel),  vermachte  1)  ben  Stadtarmen  seiner
Heimat  Acken  a.  E.  ein  Kapital  von  2000  Thlrn.,  dessen  Verwaltung
deni  Magistrat  übertragen  ist.  An  dem  Zinsengenusse  sind  die  Armen
ohne  Rücksicht  auf  die  Confession  betheiligt,  hülfsbedürftige  Verwandte
des  Erblassers  aber  vorzugsweise  zu  berücksichtigen;  2)  den  Armen  der
Stadt  Rössel  hinterließ  er  in  gleicher  Weise  1500  Thlr.
Joh.  Gottfried  Fischer,
Kommerzienrath  zu  Greiffenberg  in  Schlesien  (t  22.  December  1859)
übernnes  der  dortigen  Stadt-Kommune  400  Thlr.  mit  der  Bestimmung,
daß  die  Zinsen  zur  Bekleidung,  Erziehung  rc.  einer  vater-  und  mutterlosen ­
  Waise  verwendet  werden  sollen.
Joh.  Julie  Fischer,
verw.  Züchnermeistcr,  geb.  Gebauer  zu  Löwenbcrg,  vermachte
(1864)  der  dortigen  Stadt-Kommune  500  Thlr.  Die  Zinsen  von  200
Thalern  sollen  alljährlich  an  2  Wittwen  oder  Jungfrauen,  die  Zinsen
von  200  Thlrn.  an  2  arme  unbescholtene  Bürger  und  die  Zinsen  von
100  Thlrn.  an  einen  über  60  Jahr  alten  armen  Bürger  vertheilt
werden.
M.  Joh.  Gottlieb  Fischer.
Diakonus  zu  Fischhauscn  (+  1796),  begründete  bei  der  Universität
Komgsberg  mit  660  Thlrn.  60  Groschen  ein  Benefiz:  a)  für  Söhne
des  Diakonus  in  Fischhansen;  b)  der  Fischhausenschcn  Schul-Collcgen;
e)  der  Stadt-  und  Bürgerkinder  daselbst,  wenn  sie  Theologie  studiren,
auf  3  oder  6  Jahre,  wenn  keine  andern  dergestalt  Berechtigten  vorhanden ­
  sind.  Ist  gar  kein  Percipient  auf  der  Universität,  so  komnien
Schüler  der  ersten  Klasse,  aus  Fischhauscn  gebürtig,  die  sich  der  Theologie ­
  widmen  und  auf  den  Gymnasien  zu  Königsberg  sich  vorbereiten;
nächst  diesen  kommen  die  beiden  Schul-Collcgen  znm  Genuß,  der  aber
von  Stund  an  aufhört,  sobald  sich  ein  Competent  aus  Fischhausen
meldet.  Im  Jahre  1838  betrug  (Koch  II.  552)  das  Kapital  490  Thlr.
—  In  Fischhausen  besteht  noch  ein  Magister  Fischcr'schcs  Lcgaten'
Kapital  von  4440  Thlrn.,  dessen  Revenüen  zu  Schulzweckeu,  nanleiltlich
zu  Lehrerbesoldungen  verwendet  werden.
Joh.  Konrad  Fischer,
Geh.  Kommerzienrath  zu  Königsberg,  vermachte  1821  der  dortigen
Burg-Schule  (s.  d.)  40,000  Glllden.  Die  Ziusell  sollen  zum  Besten
der  Lehrer  und  armer  Schüler  verwendet  werden.
Joh.  Peter  Fischer,
Pfarrer  der  St.  Jakobi-  Pfarr  -Gemeinde  %i(  Köln  (+  1848)  legirte
u.  A.  3000  Thlr.  zum  Vortheile  der  armen  und  unbemittelten  Kinder
der  Gemeinde.  Von  den  Zinsen  sollen  Kindern,  welche  die  St.  Jakobi-Schule
  besuchen,  Kleidungsstücke  angekauft  werden.  Vgl.  Waisenhaus
zu  Köln.
        <pb n="184" />
        177

aiiaa
Ñ'schersá  Legaten-Kasse  zu  Königsberg.
(Ücfiiftei  non  ber  W,  kriegërgtWn  %ijd,er  für  gßittmen  ber  refor-'"'"en
  Hofpredtger  in  Königsberg.  Sie  hat  6000  Thlr.  Kapital
dessen  Zinsen  an  bärtige  Hofprebiger-Wittwen  gleichmäßig  vertheilt

Fischersches  Legat
von  1000  Thlr.  Die  Zinsen  werben  in  Pretzsch  halb  zu  Schulqelb
für  arme  Kinder,  halb  für  Armen-llnterstütznng  verwenbet.
Fischersches  Stipendium,
ans  letztwilligen  Bestimmnngen  bes  Kriegsraths  Fischer  (1776—
1785)  herrührend,  ber  sein  Vermögen  dem  akademischen  Senat  in  Königsberg ­
  zu  einem  abgesonderten  Stipendien-Fonds  für  Studirende
aller  Facnltäten  vermachte.  Die  Stipendien  sollten  jedes  200  Thlr.
jährlich  betragen.  Das  Kapital  belief  sich  (Koch  11.  551)  1838  ans
¿0,j00  Thlr.
Fixemersche  Stiftung
bei  der  katholischen  Kirche  zn  Spiesen  (Ottweiler),  1840  durch  ben
Şrrer  F»xemer  begründet.  Sie  hat  jetzt  300  Thlr.  Kapital.  Die
Zinsen  werden  durch  den  Kirchen  -  Vorstand  zu  Schulgeld  für  arme
Kinder  oder  zur  Rcniuiieratiou  vou  Lehrern  oder  Lehrerinnen  verwendet. ­

Ivh.  Paul  Flachshaar,
Kaufmann  in  Danzig  und  seine  Gattin,  Marie  geb.  Lesse  legirten  ein
1836  znr  Hcbnng  gekommenes  Kapital  von  20,000  Gulden  in  Danziger
  Kourant  (5000  Thlr.)  als  Grundfonds  einer  Stiftung  zur  Unterstützung ­
  von  20  armen  und  hülflosen  Wittwen.  Außerdem  vermachten
sie  dem  städtischen  Lazareth  3000,  dem  Spendhanse  3000,  dem  Kinderhause ­
  3000,  dem  neuen  Armen-Justitut  3000  Gulden.
Flachs-Spinn-Anstalt  zu  Tschirnau,
für  Schulkinder,  1823  errichtet  und  von  60—80  Kindern  besucht.  Sie
hat  ein  Kapital  von  1000  Thlrn.,  dessen  Zinsen  und  etwa  70  Thlr.
jährlich  an  freiwilligen  Beiträgen  zur  Unterhaltung  verwendet  werden.
S.  v.  Lestwitzsche  Stiftungen.
Flama  ry  sche  Stiftung,
zur  Ullterstützulig  armer  Blinden,  begründet  in  dem  Testament  des
Orts-Einnehmers  Flamary  zu  Halle  a.  S.  Sie  steht  unter  Aufsicht
Previ.  Landbuch.  12
        <pb n="185" />
        178

der  Regierung,  zahlt  Pensionen  à  50  Thlr.,  besaß  1852  ein  Kapital
von  12,300  Thlr.  und  hat  die  Rechte  einer  moralischen  Person.
Flecksche  Stiftung,
von  dem  Freischulzen  Fleck  und  seiner  Ehegattin  zu  Baumgarth  bei
Christburg  1859  bei  der  dortigen  Schule  begründet.  Kapital  2000
Thaler.  Die  Zinsen  sollen  zur  Unterstützung  armer  Schulkinder  mit
Kleidungsstücken  und  Lernmitteln  und  zur  Förderung  des  Unterrichts  in
weiblichen  Handarbeiten  verwendet  werden.
Fleschesches  Stipendium  zu  Potsdam.
Vom  Polizei-Direktor  Flesch  e  1821  mit  ursprünglich  1000  Thlr.  gestiftet; ­
  int  Laufe  der  Zeit  ist  das  Kapital  durch  Ersparnisse  so  weit
vergrößert,  daß  —  statt  des  einen  —  zwei  Stipendien  int  Betrage
von  50  und  25  Thlr.  an  dürftige  und  würdige  Studirende,  deren
Eltertl  mindestens  10  Jahr  in  Potsdam  domizilirt  haben  müssen,  vergeben ­
  werden  können.  Collator  ist  der  Magistrat.
Flincksche  Armen'Stiftung,
von  den  Tagelöhner  Flinckschen  Eheleuten  zu  Borken  1816  durch
letziwillig  vermachte  Grundstücke  begründet.  Jährliche  Einnahme  20  Thlr.
Der  katholische  Pfarrer  des  Orts  ist  Verwalter  der  Stiftung.
Flora,  Aktien  Gesellschaft  zn  Köln,
1863  errichtet  und  landesherrlich  genehmigt  (Kapital  100,000  Thlr.),
bezweckt  sie  die  Anlegung  eines  botanischen  Zier-  und  Lustgartens  bei
Köln,  die  Errichtung  von  Treibhäusern  und  Wintergärten,  die  Förderung ­
  und  Erleichterung  des  Studiums  der  Botanik,  die  Ausbildung  in
der  Gartenkunst  )C.
Flottwellschcr  Stipendien  FondS  zu  Tilsit.
Er  steht  unter  Verwaltung  des  Magistrats  und  hat  ein  Vermögen  von
1900  Thlr.
Flügel-Ha  senclev  ersche  Stiftungen.
Die  1838  zu  Sasterhauseu  (Striegau)  verstorbene  Frau  Sophie
Flügel-Hasenclever,  geb.  Stüber  vermachte  1)  zu  einem  Familien-Stipendium
  4000  Thlr.;  2)  zu  einem  Stipendicn-Fonds  für  zwei
arme  auf  Preußischen  Universitäten  immatrikulirte  Studirende  aus  Landeshut ­
  oder  dem  Landeshuter  Kreise  gebürtig,  oder  von  darin  wohnenden ­
  Eltern  erzeugt,  2000  Thlr.;  3)  zu  einem  Stipendien-Fonds  für
zwei  arme  auf  Schlesischen  Gymnasien  befindliche  junge  Leute  aus  Landeshut ­
  oder  dem  Landeshuter  Kreise  gebürtig,  oder  von  darin  wohnenden ­
  Eltern  erzeugt,  2000  Thlr.  Sic  setzte  aus  4)  8000  Thlr.,  von
deren  Zinsen  jährlich  zwei  Töchter  armer  oder  verarmter  Kaufleute  in
Landeshut  bei  ihrer  Berheirathung  ausgestattet  werden  sollen.  Sind
dergleichen  qualificirte  Töchter  nicht  vorhanden,  so  treten  Töchter  von
königlichen  oder  städtischen  Beamten  oder  von  Geistlichen  und  Schullehrern ­
  in  den  Genuß  des  Beneficii;  5)  4000  Thlr.,  von  deren  Zinsen ­
  jährlich  vier  arme  unbescholtene  Handwerker-Töchter  aus  Landeshut
        <pb n="186" />
        179

12*

ausgestattet  »erben  foi«.;  6)  2000  Thlr.  zu  cintra  Pensions-Fonbs
fuc  jrac,  «túrrate  Sauficulc  ,„  gnnbesb.t;  7)  2000  Thlr.  ,n  einen,
lung  Bearaten-Wittwen;  8)  2000  StJlt"**''etera  Pensi°ns-F°nbs"R
şi'  «trae  unoetl,e,rotl)ete  Konsraanns.TSchter,  ober  Tochler  ora,  Bean,ten
„nb  ©e.ļtt'eben.  See  leg.rte  ferne,  9)  ber  Armen-K-ff-  1000  Thlr.
:
angekauft  und  alljährlich  zu  Weihnachten  in  Portionen  von  2  Scheffeln
an  Arme  des  Orts  vertheilt  werden  sollen.  Noch  bestimmte  sie  11)
Zum  Pensions-Fonds  der  evangelischen  Schullehrer-Wittwen  in  &amp;lt;'andeshut
  500,  12)  zur  Auslernung  von  drei  Professionisten-Söhnen  400
13)  für  das  Hospital  zu  Landeshut  400,  14)  für  die  katholische  Schule
m  Landeshut  200,  15)  zu  Gehalts  -  Zulagen  für  die  Lehrer  dieser
Schule  400,  16)  für  die  katholische  Kirche  100,  17)  für  die  evana.
Kirche  500  und  als  Gruftlegat  100,  18)  zur  Vermehrung  des  evanm
Prediger-Wittwcn-Fonds  500,  19)  für  evang.  Kirchen-Ünterbeamten-Wittwcn
  400,  20)  zur  Vermehrung  der  schon  bestehenden  Flügel-Hasen
  clc  ve  rschen  Armcn-Stiftung  1000  Thlr.
Förstersche  Stiftung,
von  dem  Assessor  Förster  (+  1796)  mit  1200  Thlr.  begründet.  Von
den  Zinsen  sollen  jährlich  eine  arme  verlassene  (würdige  und  bedürftige)
Vrailt,  abwechselnd  in  Frankenstein  und  Wartha  ausgestattet  werden.
Verwaiset  braucht  die  Empfängerin  nicht  zu  sein.  Die  Verleihung
steht  den  Magistraten  beider  Städte  zu.
FörsterscheS  evang.  Waisenhaus  zu  Wollstein.
Dasselbe  erzieht  12  Knaben,  hat  ein  Grundstück  im  Werthe  von  2500
Thalern  und  bezicht  500  Thlr.  Unterstützung  aus  dem  v.  Kottwitzschen
  Fonds.
Joh.  Ehrenfried  With.  Förster,
Müllrrmeister  zu  Gichren  (Löwenbcrg)  legirte  (  1863)  u.  A.  den  Gemeinden ­
  Giehrcn  und  Greiffenthal  200,  der  Gemeinde  Oucrbach  200,
den  Gemeinden  Krobsdorf,  Rcgcnsbcrg  und  Steine  160  Thlr.  Die
jährlichen  Zinsen  sind  zur  Unterstützung  unbescholtener  armer  Brautpaare ­
  bei  ihrer  Vcrheirathung  zu  verwenden.
Saniuel  Förster,
Lederhändlcr  (+  1844),  vermachte  der  Armen-Kasse  zu  Ober-Görissciffcn
(Löwenbcrg),  nnt  Inbegriff  der  königl.  Anltsgemeiilde,  letztwillig  1100
Thaler.  Die  Zinsen  sollen  unter  die  Armen  beider  Gemeinden  jährlich ­
  vertheilt  werden.
Fonds  des  aufgehobenen  Zisterzienser-Kloster-  Koronowo.
Er  hat  eine  jährliche  Einnahme  von  3890  Thlr.,  die  für  katholische
Schulen  im  Reg.-Beznk  Bromberg  verwendet  wird.
Fonds  des  Sliftsanit  Bricg.
Derselbe  steht  unter  Aufsicht  der  Regierung  zu  Breslau  und  hat  jähr-
        <pb n="187" />
        180

lich  6680  Thlr.  Einnahme,  die  für  Unterrichtszwecke  verwendet  wird.
An  Stipendien  für  Studirendc  werden  290  Thlr.  gezahlt.
Fonds  zur  Unterstützung  dürftiger  und  würdiger  Einwohner  zu  Dudeldorf
«Bitbnrg),
aus  früheren  Staatsgeldern  herrührend.  Er  hat  ein  Kapital  von
1000  Thlr.  und  Unterstützungen  erhalten  nur  Lente,  die  sich  der  Thürbettelei ­
  nicht  schuldig  machen.
Fonds  zur  Unterstützung  armer  evang.  Orts  Einwohner  zu  Wiebelskirchen
(Ottweiler).
Er  beträgt  225  Thlr.
Fonds  zur  Verbesserung  der  Volksschulen  im  Erinlande  und  für  dürftige  kathol.
Weltgeistliche  in  Ostpreußen  und  Litthauen.
Er  steht  unter  Verwaltung  der  Regierung  zu  Königsberg  und  hat  eine
jährliche  Einnahme  von  1190  Thlr.
Fons  cantatis  zu  Berlin,
ein  1838  gegründeterVerein  zur  Unterstützung  hülfsbedürftigerElcmentar-Lehrer
  jeder  Religion  und  Konfession.  Die  Stadt  Berlin  zahlte  bisher ­
  einen  Zuschuß  von  jährlich  25  Thlr.,  1859  war  Einnahme  187,
Ausgabe  214  Thlr.
v.  F  oread  esches  Vermachtniß,
von  2000  Thlr.  aus  dem  vorigen  Jahrhundert.  Das  Kapital  soll  zu  ewigen
Zeiten  à  5  pCt.  auf  den  Gütern  Barskewitz  und  Gallin  (Saatzig)  stehen
bleiben;  von  demselben  sind  der  Kirche  zu  Gollin  500,  der  Kirche  zu
Barskewitz  500,  den  Schulen  beider  Dörfer  500,  den  Armen  und
Hülfsbedürftigen  500  Thlr.  vermacht,  welche  davon  die  Zinsen  zu  beziehen ­
  haben.
Christian  Philipp  Forst,
Kaplan  zu  Köln  (+  1834),  übereignete  der  dortigen  Armen-Verwaltung
eine  Forderung  von  2225  Thlrn.  als  Geschenk  für  das  Waisenhaus.
Aus  dem  Ertrage  sollen  -  den  aus  der  Anstalt  tretenden  Zöglingen  gute
katholische  Erbauungsbüchcr  und  den  Waisenkindern  beim  Empfange  der
ersten  Kommunion  Gebetbücher,  auch  bei  der  jährlichen  Prüfung  Bücher
als  Belohnung  angeschafft  werden.
Forst-Lehr-Anstalt  zu  Neustadt  E./W.
Ein  k.  Institut  mit  2  jährigem  Cursus  und  60  Zöglingen.  Die  Aufzunehmenden ­
  müssen  das  25  sie  Lebensjahr  noch  nicht  überschritten  haben,
mit  dem  Zeugniß  der  Reife  von  einem  einheimischen  Gymnasium  oder
einer  Real-Schule  1  st  er  Ordnung,  und  in  diesem  Zeugnisse  mit  einer
unbedingt  genügenden  Censur  in  der  Mathematik  versehen  sein,  auch
die  Forst-Eleven-Prüfung  bestanden  haben.  Meldungen  erfolgen  im
Laufe  des  Februar  und  August  jeden  Jahres  bei  dem  Direktor.  Inscriptions-Gebühren ­
  5  Thlr.,  halbjähriges  Honorar  25  Thlr.  Die
zur  Theilnahme  am  Unterricht  kommandirten  Mitglieder  des  reitenden
Feldjäger-Corps  und  der  Jäger-Bataillone  (innerhalb  der  Zahl  von
        <pb n="188" />
        181

12  für  jenes  und  10  für  diese),  sowie  die  im  Genuffe  des  v.  Ladenber
  gschcn  Stipendiums  sich  befindenden  Forst-Eleven  sind  von  beiden
Zahlungen  befreit.  Sonstige  Befreiungen  oder  Erleichterungen  können
ausnahmsweise  nur  vom  Finanz-Minister  bewilligt  werden.  Vgl.  von
Ladenberg,  v.  R  e  u  ß  -  Stiftung.
Fortbildungs-Anstalten  zu  Berlin.
Ein  städtisches  Institut,  mit  dem  Friedrichs-Gymnasium,  der  Königsstädtischcn
  und  der  Louifenstädtifchen  Real-Schule  verbunden.  Sic  sollen
den  bereits  aus  der  Schule  in  das  Gewerks-  und  Gefchäftsleben  eingetretenen ­
  jungen  Leuten  Gelegenheit  geben,  theils  die  Lücken  auszufüllen, ­
  welche  ein  früher  vernachlässigter  Schul-Unterricht  in  ihrer  Bildung ­
  gelüsten  hat,  theils  die  in  der  Schule  gewonnenen  Kenntnisse  und
Fertigkeiten  zu  befestigen  und  zu  erweitern,  theils  endlich  einen  höheren
Grad  wissenschaftlicher  Bildung  zu  erwerben,  wenn  der  Lebensberuf  oder
ein  inneres  Bedürfniß  das  Verlangen  danach  erweckt.  Die  FortbildungsAnstalten ­
  berücksichtigen  daher  nicht  nur  die  früheren  Schüler  der  Elementar-Schule ­
  (im  Allgemeinen  den  Handwerkerstand),  sondern  auch
die  früheren  Zöglinge  der  höheren  Bürgerschule  (den  Kaufmanns-  und
Gcwerbcstand).  Handwerks-Lehrlinge  haben  die  Sonntagsschulcn
zu  besuchen  und  werden  in  die  Fortbildungs-Anstalten  nur  aufgenommen, ­
  wenn  sie  die  dazu  erforderlichen  Kenntnisse  nachweisen.  Die  Zöglinge ­
  der  Fortbildungs-Anstalten  benutzen  die  Volksbibliotheken  (f.  d.)
und  zahlen  vierteljährlich  15  Sgr.  Schulgeld,  wovon  indeß  Handwerks-Lehrlinge
  befreit  sind.  Vgl.  We  bersche  Stiftung.
Joh  Fr.  Frägersches  Waisen-Jnstitnt  zu  Rer'chenbach  in  Schlesien,
von  dem  Partikulier  Fräger  1836  begründet  und  später  vergrößert,
so  daß  das  Institut  im  Jahre  1859  ein  Vermögen  von  135,300  Thlr.
hatte  und  ein  neu  erbautes  Haus  bezog.  Der  Stifter  machte  sich  um
die  Stadt  noch  anderweit  verdient.  Da  das  Waisen-Institut  nur  Kinder ­
  evangelischer  Konfession  aufnimmt,  so  bestimmte  Fräger  besonders
noch  ein  Kapital  von  mehr  als  4000  Thlrn.  zur  Unterstützung  von
Rcichcnbacher  Waisenknaben  katholischen  Glaubens.  Durch  die  Zinsen
eines  Vermächtnisses  von  6000  Thlrn.  sollen  verschämte  Arme  unterstützt ­
  werden.  Seit  der  Stiftung  des  Waiseu-Institutes  waren  bis
1859  darin  90  Knaben  und  47  Mädchen  erzogen  worden.
Elias  Hirschel  Frankel
zu  Berlin,  bestimmte  in  letztwilligen  Verordnungen  von  1789  und  1790
ein  Kapital  von  30,000  Thlrn.  zu  milden  Zwecken,  in  der  Art,  daß
die  Zinsen  zur  Unterstützung  armer  Familienglieder,  zur  Ausstattung
von  Bräuten  in  der  Familie  und  zur  Unterstützung  für  die  des  Alten
Testaincnts  Beflissenen  verwandt  werden.  Das  Kapital  sollte  bis  auf
den  Betrag  von  20,000  Thlrn.  redncirt,  und  daher  eine  Summe  von
10,000  Thlrn.  zu  gedachten  Zwecken  verwendet  werden  können.  Die
Stiftung  steht  unter  Aufsicht  des  k.  Polizei  Präsidii.
        <pb n="189" />
        182

Heymann  Joseph  Frankel,
(1-  1824  zu  Berlin)  vermachte  45,000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß
an  seinem  Todestage  von  den  Zinsen  10  arme  jüdische  Wittwer  mit
je  5  Thlr.  unterstützt,  an  die  Armen-Direktion  100  Thlr.,  an  die
jüdische  Kranken-Verpflegungs-Anstalt  250  Thlr.  gezahlt  werden  sollen.
Der  Rest  soll  nach  dem  Ermessen  der  Kuratoren  an  Verwandte  des
Erblassers  gezahlt  werden,  dem  Einzelnen  nicht  unter  50,  und  nicht
über  250  Thlr.  Sechs  Kuratoren,  die  Vorsteher  der  jüdischen  Kranken-Berpflegungs-Anstalt,
  verwalten  das  Vermögen  und  erhalten  dafür  jährlich ­
  100  Thlr.
Fraukelsche  Stiftungen  zn  Breslau.
Der  1846  zu  Breslau  verstoebene  Kommerzienrath  Jonas  Frankel
hatte  in  seinem  Testamente  eine  Summe  von  6  —  700,000  Thlr.  zu
milden  Stiftungen  ausgesetzt.  Es  sind  errichtet  a)  ein  Institut  zur
Beförderung  der  Künste  und  Handwerke  unter  den  Juden;  b)  das
Frankelsche  israelitische  Hospital;  c)  ein  Zufluchtshaus  für  unverschuldet ­
  herabgekommene  Familien  jüdischen  Glaubens;  d)  ein  Institut
zur  Abwehrung  der  Armuth  unter  jüdischen  Familienvätern;  e)  ein
Fränkelsches  israelitisches  Hospital;  f)  eine  milde  Stiftung  für  Personen ­
  aller  Glaubensbekenntnisse;  g)  ein  jüdisches  theologisches  Seminaras. ­
  die  einzelnen  Artikel).  Unter  den  sonstigen  Vermächtnissen  finden
sich  15,000  Thlr.  für  die  jüdische  Krauken-Anstalt;  11,000  Thlr.,  von
deren  Zinsen  drei  Knaben  und  zwei  Mädchen  als  Fränkelsche  Waisen
in  die  jüdische  Waisen  -  Verpflegungs  -  Anstalt  aufgenommen  werden
sollen;  endlich  10,000  Thlr.,  welche  aus  dem  Nachlasse  an  die  Stadt
Breslau  zur  Errichtung  einer  zweiten  höheren  Töchterschule  gezahlt
wurden.
Fränkelsches  israelitisches  Hospital  zu  Breslau,
von  Jonas  Fränkel  (s.  v.)  für  sich  und  seinen  t  Bruder  David
hergestellt.  Es  besteht  in  drei  Häusern  der  Antonien-Straße,  welche
Jonas  Fränkel  für  30,000  Thlr.,  die  er  ans  dem  Nachlasse  seines
Bruders  entnahm,  ankaufte,  einrichtete  und  unter  dem  Namen  „  F  r  ä  nkelschcs
  israelitisches  Hospital"  dem  Vorsteher  der  jüdischen  Kranken-Anstalt
  als  Eigenthum  der  letzteren  (die  sonst  von  der  Anstalt  benutzten
Grundstücke  gehören  der  Synagogen-Gemeinde)  zu  deren  Erweiterung
(1841)  überwies.
Franz  Heinrich  Nicolaus  Franck,
Rentier  zu  Köln  (t  1857)  verwendete  einen  großen  Theil  feines  Vermögens ­
  zu  wohlthätigen  Zwecken.  Er  schenkte  80,000  Thlr.  zum
Neubau  der  Pfarrkirche  zu  St.  Mauritius,  setzte  die  Kirche  zu  St.
Maria  im  Kapitol  zur  Universal-Erbin  ein  (10,000  Thlr.)  ;  vermachte
der  Tanbstttmmen-Anstalt  2000  Thlr.,  dem  Gesellen-Hospitium  2000
Thlr.,  der  Pfarrkirche  zu  Rodenkirchen  20,000  Thlr.  rc.  Sein  Mobiliar-Vermögen ­
  überließ  er  den  Schwestern  vom  armen  Kinde  Jesu  in
Aachen  zur  Verwendung  für  die  in  Eöln  bestehende  Filiale  dieses  Ordens.
        <pb n="190" />
        183

Franckesche  Stiftungen  zu  Halle.
von  dem  Pastor  August  Hermann  Fraucke  zu  Glauchau  vor  Halle
(t  1797)  nach  dem  Grundsätze  des  Psalmisten:  „Unsere  Hülfe  steht
im  Namen  des  Herrn,  der  Himmel  und  Erde  gemacht  hat",  begonnen
und  theilweise  von  Andern  fortgesetzt.  Dieselben  bestehen  zur  Zeit  aus
neun  Schulen:  dem  Pädagogium,  der  lateinischen  Hauptschule  der
Real-Schule,  der  Bürger-,  der  Parallel-,  der  höheren  Tochter-'  der
Bürgertöchtcr-Schule,  der  Knaben-,  der  Mädchen-Freischule,  und  aus
drei  Erziehungs-Anstalten:  dem  Waisenhause,  dem  Pensionat  des  Pädagogiums ­
  und  der  für  die  lateinische  Hauptschule  und  die  Real-Schule
gemeinsam  bestehenden  Pensions-Anstalt.  Die  Frank  eschen  Stiftungen
haben  ein  Vermögen  von  138,000  Thlr.  Kapitalien  und  beziehen  von
Grund-Eigenthum  jährlich  an  15,000  Thlr.;  andere  Einnahme-Quellen
sind  die  mit  der  Anstalt  verbundene  Apotheke,  Buchhandlung,  Erziehungs-Anstalten, ­
  Pensionate  rc.  Die  zur  Anstalt  gehörigen  Gebäude
haben  einen  Werth  von  mehr  als  300,000  Thlr.  und  es  wohnen  in
ihnen  an  700  Personen.  Bei  der  lateinischen  Hauptschule  das  Diecksche
9egat  von  4000  Thlr.  zu  Universitäts-Stipendien,  und  die  vom  Rektor
Jänichen  1711  gegründete  Wittwenkaffe,  zur  Zeit  mit  einem  Vermögen ­
  von  14,000  Thlr.  S.  Waisenhaus  zu  Halle,  Eaufteinsche
Bibel-Anstalt  rc.
Franksche  Stiftung  zu  Potsdam
Der  Hof-Apotheker  Joh.  Ferd.  Frank  (+  1830)  vermachte  zur  Stiftung ­
  vou  Sonntags-Schulen  7700  Thlr.  Das  Kapital  vergrößerte
sich  in  der  Folge  und  da  die  Sonntags-Schulen  sich  in  Potsdam  nicht
bewährten,  so  legte  man  eine  Anstalt  für  sittlich  v  erw  a  hrlo  se  te
Kinder  an,  zu  welcher  die  Stadtverordnete«  aus  Kommunal-Mitteln
2000  Thlr.  bewilligten.  —  Im  Laufe  der  Zeit  vergrößerte  sich  der
Fonds  durch  allerlei  Zuwendungen  und  1842  betrug  er  24,000  Thlr.;
die  Anstalt  erhielt  ein  Statut  und  die  beschränkten  Korporations-Rechte!
Nach  dem  Statute  ist  der  Zweck  der  Anstalt  1)  Aufnahme  und  Erziehung ­
  von  Vater-  oder  mutterlosen  Waisen  oder  auch  solchen  Kindern,
deren  Eltern  zwar  noch  am  Leben,  die  aber  wegen  längerer  und  ge-'
fährlicher  Krankheit,  oder  wegen  Versunkenheit  in  grobe  Laster,  oder
als  Verhaftete  ganz  ungeeignet  sind,  den  Zweck  der  Erziehung'ihrer
Kinder  zu  erreichen;  2)  Aufuahmc  jugendlicher  Verbrecher  unter  14
fahren  zur  Korrektion.  Die  Stiftung  wird  von  einem  besonderen  Kuratorium ­
  unter  dem  Vorsitz  beb  Oberbürgermeisters  verwaltet.  Einen
weiteren  Zuwachs  erhielt  das  Vermögen  derselben  im  Jahre  1841
durch  ein  Lermachtillß  vo,i  2000  Thlr.  der  Rentier  Richterschcn
Eheleute.  3m  3a  ire  (&amp;gt;2  betrug  bei  einem  Kapitalstock  von  31,000
Thlr.  die  eigene  Einnahme  der  Anstalt  etwa  1900  Thlr.,  die  Ausgabe
3500  Thlr.,  so  daß  es  eines  Kommunal-Zuschuffes  von  1400  Thlr.
bedurfte.  Die  Zahl  ia  Zöglinge  betrug  47,  welche  in  3  Sitten-Klaffen
  getheilt  warn,.
        <pb n="191" />
        184

Regine  Frank,
geb.  Wegner,  verw.  Hofgerichts-Räthin  zu  Königsberg,  legirte  1720
2000  sí.,  deren  Zinsen  zn  4  einer  bedürftigen  Schloßprediger-Wittwc  zu
Königsberg,  zu  -}  der  armen  Wittwe  eines  Professors  der  Philosoph.  Fakultät ­
  dortiger  Universität  verliehen  werden  sollen.  Das  Kapital  betrug ­
  1838  728j  Thlr.  und  es  erhielten  zwei  Wittwen  jede  15}  Thlr.
Frankesche  Familien-Stiftung,
von  Joh.  Friedrich  Franke  zu  Mollin  begründet,  bestehend  in  einem
Stipendium  von  50  Thlr.  für  männliche  Nachkommen  gewiffer  bestimmter ­
  Familien,  (Rektor  Ukeley  in  Treptow  a.  N.,  Superintendent
Backe  in  Wollin,  Kämmerer  Gadcbusch  zu  Treptow,  a.  R.,  Stadt-Chirurgus
  Nebe  in  Greifenberg,  Apotheker  Nebe  in  Schivelbein,
Justizrath  Backe).  Im  Mangel  berechtigter  Familienglieder  können
auch  tugendhafte  Töchter  aus  den  genannten  sechs  Familien  einen  Brautschatz ­
  von  40  Thlrn.  erhalten.
Heinrich  Franke,
ehemaliger  Landschafts-Direktor  (t  1850)  setzte  im  Wege  fideikommissarischer ­
  Substitution  die  Ncisse-Grottkausche  Fürstenthums-Landschaft  in
den  Besitz  eines  Legats  von  6000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  dass  die
jährlichen  Zinsen  davon  zur  Unterstützung  verarmter  Gutsbesitzer-Töchter ­
  bürgerlichen  Standes  verwendet  werden  sollten.
v.  Frankenberg.Lndwigsdorffsche  Stiftung.
Sie  bezweckt  den  Unterricht  von  Mädchen  in  weiblichen  Handarbeiten
und  die  Unterstützung  der  Orts-Armen  zu  Niedcr-Schüttlau  (Guhrau).
Ende  1862  mit  einem  Kapital  von  533  Thlr.  begründet.
Frantzkesche  Stiftungen.
Der  Pfarrer  Andreas  Frantzke  zu  Schönau  (Leobschütz)  begründete
1755  mit  3000  Thlr.  Schlesisch  eine  Haus-Armen-Fundation  zum
Besten  der  Haus-Armen  von  Schönau;  ferner  mit  1000  Thlr.  Schlesisch ­
  eine  Stipendien-Fundation  für  junge  Leute  ans  Schönau,  die  sich
dem  Studium  oder  einem  Dorf-Handwerk  widmen,  event,  zur  Ausstattung ­
  für  unbescholtene  Mädchen  in  Schönau.  Die  Verwandten  des
Stifters  haben  überall  den  Vorzug.  Die  Stiftung  steht  unter  Verwaltung ­
  des  Ortsgeistlichen,  welcher  die  Dorfgerichte  zuzuziehen  hat.
—  Der  Neffe  des  Stifters,  Pfarrer  Johannes  Frantzke  in  Schönau
setzte  1811  500  Thlr.  zur  Verbesserung  des  oben  gedachten  Stipendiums ­
  aus.
Frau  Renate  Helene  Franz,
geb.  Ketzler,  Kaufmanns-Wittwe  zu  Hirschberg,  errichtete  am  25.  Juli
1810  in  Folge  lctztwilligen  Auftrages  ihres  früher  verstorbenen  Ehegatten ­
  Johann  Kornelius  Franz  eine  Stiftung  im  Betrage  von
41,000  Thlr.  zn  milden  Zwecken  für  Kirche,  Schule,  Geistliche,  Wittwen, ­
  Kranke  und  Arme.  Sie  bestimmte  namentlich  1)  zur  Errichtung ­
  und  Unterhaltung  einer  Kranken-Anstalt  12,000  Thlr.;  2)  der
ev.  Kirche  zum  Kreuze  Christi  1000  Thlr.,  deren  Zinsen  nanientlich
        <pb n="192" />
        185

zur  Verbesserung  der  Besoldungen  der  Kirchen-  und  Schul-Officiantcn
dienen  sollten;  1000  Thlr.  zur  sofortigen  Verwendung  behufs  Anschaffung ­
  von  Scigcrschalkn;  2000  Thlr.,  deren  Zinsen  den  vier  Mitgliedern ­
  des  ev.  luth.  Ministerii  zu  gute  kommen  sollen;  3000  Thlr.,
deren  Zinsen  für  die  Lehrer  des  Lyceums  mit  Einschluß  des  Kantors  und
Organisten  verwendet  werden  sollen;  500  Thlr.  für  die  Prediger-Wittwen; ­
  500  Thlr.  für  die  Schullehrer-Wittwen;  3)  8000  Thlr  resp.
1450  Thlr.,  deren  Zinsen  den  zum  dortigen  Kirchen-System  gehörigen
deutschen  Schulen  der  Stadt,  Vorstadt  und  der  Kämmcrcidörfer  Gruñan, ­
  Kunersdorf,  Stranpitz,  Hartau  und  Schwarzbach  zu  gute  kommen
sollten;  rin  Theil  der  Zinsen  war  zu  Schuhen,  Strümpfen  und  der
nothdürftigsten  Kleidung  armer  Kinder  bestimmt.  Der  Schule  in
Södrich  wurden  in  gleicher  Weise  250  Thlr.  ausgesetzt;  4)  für  arme
Schulkinder  kath.  Konfession  500  Thlr.  zum  Genusse  des  freien  Unterrichts ­
  ;  5)  2000  Thlr.  für  unbemittelte  Studircnde  zu  Stipendien
à  25—30  Thlr.;  6)  1000  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Ausstattung  tugendhafter ­
  Mädchen  zu  verwenden  sind;  7)  500  Thlr.,  deren  Zinsen
an  arme  oder  unverschuldet  verarmte,  aber  geschickte  Künstler  und
Handwerker  zur  Unterstützung  in  ihrem  Gewerbe;  ebenso  500  Thlr.,
deren  Zinsen  an  verarmte  Personen  aus  dem  Kaufmannsstande,  1000
Thlr.,  deren  Zinsen  für  arme  Lehrburschen  zu  den  Kosten  ihrer  Aufnahme ­
  verwendet  werden  sollten  und  2500  Thlr.  für  die  Industrie-Schule;
  8)  500  Thlr.  deren  Zinsen  für  Arme,  sowohl  Erwachsene  als
Kinder,  die  jedoch  keine  Schulkinder  sein  dürfen,  zur  Bekleidung  verwendet ­
  werden  sollten;  800  Thlr.  für  verschämte  Arme;  1000'Thlr.
zur  Anlegung  eines  besonderen  Magazins  von  Spinn-Materialien
für  Arme,  die  noch  arbeiten  können;  500  Thlr.  für  Erwachsene  und
Kinder  zur  Aufnahme  in  das  Armenhaus  (Eintrittsgeld);  0000  Thlr.
wurden  der  Stadt-Armen-Anstalt  vermacht;  0)  die  beiden  Hospitäler
zum  heiligen  Geist  erhielten  500  Thlr.  Mit  Hülfe  dieser  Mittel  besteht ­
  A.  die  Franzsche  Stiftung  unter  einem  aus  fünf  Personen  bestehenden ­
  Kuratorium  und  unter  unniittelbarer  Aufsicht  der  Regierung.
Das  Vermögen  dieser  Stiftung  belief  sich  Ende  1862  auf  34,500  Thlr.
und  die  mit  1350  Thlr.  eingehenden  Zinsen  werden  im  Sinne  der  Bestimmungen ­
  der  Erblasserin  verwendet.  K.  Die  Franzsche  Mädchcn-Jndustrie-şchnlc,
  in  welcher  etwa  45  Mädchen  unentgeltlichen  Unterricht ­
  in  weiblichen  Handarbeiten  erhielten.  Schülerinnen,  welche  bereits
eine  bestimmte  Fertigkeit  in  ihren  Arbeiten  erlangt  haben,  erhalten  von
ihren  der  Anstalt  gelieferten  Arbeiten  j  des  Arbeitslohns,  -  verbleibt
der  Schulkape  a  Zuschuß  für  beschaffte  Arbeits-Materialien.  Vermögen ­
  hatte  das  institut  un  Jahre  1862  in  Grundstücken  2200,  in
Kapital  3615  Thlr.  U  Das  Franzsche  Kranken-Jnstitut.  Es  wird
von  einem  in  4  peisonen  bestehenden  Kuratorium  unter  Aufsicht  der
Regierung  verwaltet  und  besitzt  (1862)  ein  Vermögen  von  25,000  Thlr.,
dessen  Zinseir  theils  zur  Erbauung  eines  Krankenhauses  angesammelt,
theils  zur  unentgeltlichen  ärztlichen  Behandlung  verschämter  armer  Kranken ­
  in  ihren  Behausungen  verwendet  werden.  '
        <pb n="193" />
        186

Franzsche  Stiftung  zu  Frankenstein.
Juliane  Franz,  geb.  Strauch  auf  Ober-Schwedeldorf  bei  Glatz
(t  1857)  setzte  2000  Thlr.  aus,  deren  Zinsen  jährlich  unter  6  bis  8
arme  lath.  Bürger-Wittwen  in  Frankenstein  vertheilt  werden  sollen.
Franzsche  Stiftung  zn  Schmiedeberg.
Sie  bezweckt,  armen,  alten  und  kranken  ^Dienstboten  eine  bessere  Pflege
zu  verschaffen.  Das  Vermögen  besteht  in  300  Thlr.  und  einem  vollständigen ­
  Bett,  welches  letztere  dem  Krankenhause  überwiesen  ist.
Franz-Hospital  zu  Dülmen  (Koeöfeld).
Ein  seit  1846  mit  Hülfe  milder  Beiträge  hergestelltes  unter  Oberaufsicht ­
  des  Bischofs  stehendes  Krankenhaus,  in  welchem  zunächst  einheimische ­
  arme  Kranke  ohne  Unterschied  der  Konfession  aufgenommen  werden. ­
  Die  Anstalt  ist  selbstständig,  nimmt  38  Personen  auf  und  verdankt ­
  die  Mittel  zu  ihrem  Bestehen  theilweise  der  Privat-Wohlthätigkeit.
  Die  Oekonomie  ist  barmherzigen  Schwestern  anvertraut.
Franziskanerinnen-Kloster  Noimenwerth  (Ahrweiler),
Erziehungs-Anstalt  für  die  weibliche  Jugend.  Das  Kloster  ans  der
Insel  Nonnenwerth  wurde  Anfangs  des  12.  Jahrhunderts  erbaut  und
war  bis  zur  Aufhebung  der  Klöster  ein  Bcnediktincr-Franenklostcr.  Seitdem ­
  dienten  die  Gebäude  zum  Betriebe  einer  Gastwirthschaft  und  zu
ökonomischen  Zwecken.  In  den  Jahren  1851,  1852  wurde  die  jetzt
bestehende  Erziehungs-Anstalt  darin  errichtet.  Das  Kloster  hat  20  geistliche ­
  Schwestern,  die  Erziehungs-Anstalt  (Pensionspreis  120  Thlr.)
hat  sich  dieselben  Ausgaben  gesetzt,  wie  die  ans  den  Kalvarienberge.
Die  aus  etwa  50  Morgen  bestehenden  Ackerländereien  der  Insel  werden ­
  von  der  Anstalt  bebaut.
FranziskaiieriimemKlostcr  zn  Köln,
ein  ans  16  Schwestern  bestehendes  Tochter  ^Institut  des  gleichnamigen
Klosters  zu  Aachen.  Zweck  ist  die  Unterstützung  der  Armen  durch  Lebensmittel ­
  und  der  Kranken  und  Wöchnerinnen  jeder  Konfession  durch
unentgeltliche  Aufwartung;  ferner  Aufnahme  weiblicher  Dienstboten,
welche  durch  irgend  eine  Veranlassung  aus  Abwege  gerathen  sind,  behufs ­
  deren  Besserung.  Die  Kosten  werden  durch  freiwillige  Beiträge
aufgebracht;  etwa  30  Personen  werden  täglich  mit  warmer  Speise  versehen. ­
  Die  Schwestern  versehen  auch  bei  Kranken  und  Wöchnerinnen
in  der  Stadt  Wärterdienste  und  versorgen  dieselben  auch  mit  warmen
Speisen.
FranziSkanerinnen-Kloster  zn  Mülheim  a.  Rh.,
Filial  des  Klosters  der  Schwestern  zum  heil.  Franziskus  in  Aachen.
Es  hat  11  Mitglieder,  die  sich  mit  Verpflegung  armer  Kranken,  Verwahrung ­
  und  Unterstützung  armer  Kinder  beschäftigen  und  sich  von  milden ­
  Beitragen  ernähren.
Franziskanerinnen-Kloster  zn  Linz  (Neuwied).
Ein  Tochter-Institut  des  Klosters  zu  Heidhausen  in  Holland,  befassen
        <pb n="194" />
        187

die  darin  befindlichen  sechs  Nonnen  sich  mit  Erziehung  von  Waisenkindern. ­


Franziska,lerimiemÄlosier  zn  Trier.
Eine  geistliche  Schwesterschaft,  welche  außer  der  Anstalt  zu  Trier  eine
größere  Anstalt  zu  Karthausc  —  eine  höhere  Bildungs-Anstalt  für  Mädchen ­
  und  eine  Waisen-Anstalt  —  besitzt.
Franziskanerinnen-Kloster  zu  Zons  (Neuß),
ein  Unterrichts-Institut,  besten  Leiterinnen  ein  Pensionat  für  junge
Mädchen  haben  und  außerdem  an  der  Elementar-Mädchenschule  unterrichten. ­
  —  Kleinkinder-Bewahr-Anstalt  mit  etwa  40  Kindern.

Französisches  Gymnasium  zu  Berlin.

Früher  Collège  royal  français,  am  1.  Dezember  1689  eröffnet,  zu
Anfang  des  vorigen  Jahrhunderts  mit  ferneren  Königl.  Unterstützungen
aus  der  Stralauer  Straße  nach  dem  jetzigen  Lokale  (Niederlagstraße  2.)
verlegt,  und  seitdem  fortwährend  erweitert.  In  den  drei  untern  Klaffen
ist  die  französische  Sprache  Untcrrichtsgegenstand,  in  den  drei  oberen
Unterrichts-Sprache.  Die  Anstalt  hat  50,000  Thlr.  Kapital-Vermögen
und  bezicht  an  6000  Thlr.  Zuschuß  aus  Staats-Fonds.  Zur  Ausbildung ­
  der  Lehrer  im  Französischen  bestehen  zwei  Reise-Stipendien
a  600  Thlr.;  die  damit  Beliehenen  sind  verpflichtet,  im  Gymnasium
wöchentlich  12  Lehrstunden  zu  ertheilen  (Wiese  S.  100.).  Noch  hat
die  Anstalt  eine  Anzahl  Freistellen  (10  pEt.),  einige  Stipendien  für
Gymnasiasten,  s.  Monod,  Oe  lrichs,  und  vertheilt  jährlich  70  Thlr.
Prämien;  ferner  besteht  seit  1842  eine  Lehrer-Wittwen-  und  Waisen-Kaste.

Französisches  Seminar  zn  Berlin.

Ein  Institut  der  französischen  Gemeinde  (Niederlagsstraße  1.)  1770
eröffnet.  Es  hat  die  Bestimmung,  für  die  französische  Gemeinde  Prediger ­
  heranzubilden  und  erhält  Zuschüße  aus  den  Fonds  des  französischen ­
  Konsistorii.  Die  Zöglinge,  welche  daS  12.  Jahr  zurückgelegt  und
sich  dem  geistlichen  Stande  gewidmet  haben,  vollenden  ihr  Triennium
auf  der  Universität  in  Berlin,  oder  auch  in  Genf.  Unentgeltlich  Ausgebildete ­
  müssen  bei  ihrer  Anstellung  den  Landeskirchen  den  Vorzug
geben.  Die  Anstalt  hat  vermöge  Königl.  Munisicen;  jährlich  250  Thlr.
Stipendiengelder  für  französische  Kandidaten  der  Theologie  auf  der
Universität  zu  I  crim;  die  Verleihung  steht  dem  französischen  Konsistornnn
  zu.
Französisches  Waisenhaus  (Maison  «les  Orphelins)  zu  Berlin.
Wendung  von  IOŞ  Thlr.  erhielt  die  Anstalt  1761  von  der  Wittwe
du  Bois.  Dada  alscii  -ans  nur  für  Kinder,  die  von  wirklichen  réfugiés
abstammen,  bestimmt  war  so  vermachte  Barthélémy  (1784)  dem
Institut  1500  Thlr.,  mint  auch  solche  Kinder  französischer  Abkunft
aufgenommen  werden  mochen,  deren  Vater  ein  Deutscher  ist.  Im  Jahre
        <pb n="195" />
        188

1843  betrug  (Lisco  S.  353)  das  Kapital-Vermögen  des  Waisenhauses
150,000  Thlr.
Französisch-reformirte  Kirche  zu  Königsberg.
Jährliche  Einnahme  4600  Thlr.,  die  fast  ganz  ans  dem  Kirchen-Vermögen
  fließt.  Es  wird  daraus  ein  Wittwen-  und  Jungfrauen-Stift
unterhalten,  welches  13  Stellen  hat.
Frauen-Armen-Stiftung  zu  Warendorf,
mit  Hülfe  eines  Vernlächtnisses  der  Franziska  E  ratz  von  4000  Thlr.
und  einigen  Grundstücken  (1844)  begründet.
Frauengabe.
Die  Stiftung  bezweckt,  solchen  Personen,  welche  der  Königl.  Marine
angehören,  oder  deren  Hinterbliebenen  im  Falle  der  Bedürftigkeit  und
Würdigkeit  Unterstützungen  zu  gewähren,  und  zwar  1)  den  zur  Marine
gehörigen  Personen  selbst,  a)  wenn  dieselben  während  ihrer  Dienstzeit
besondere  Unglücksfälle  treffen,  b)  wenn  sie  für  den  Fall  ihres  Ausscheidens ­
  aus  dem  Dienste  für  ihre  Person  der  Unterstützung  bedürftig
werden;  2)  für  den  Fall  des  Ablebens  der  zur  Marine  gehörigen  Personen ­
  deren  Wittwen  und  Kindern.  Das  Stamm-Kapital  wurde  durch
die  derselben  von  dem  zur  Erwerbung  eines  vaterländischen  Kriegsfahrzcuges
  und  demnächst  zur  Ullterstützung  hülfsbedürftigcr  Personen  der
Königl.  Marine  zusammengetretenen  Franeu-Verein  überwiesenen  25,000
Thlr.  nebst  den  davon  bis  1.  Nov.  1859  aufgelaufenen  Zinsen  gebildet. ­
  Der  Sitz  der  Stiftung  ist  Berlin.  Der  Vorstand  besteht  aus
zwei  See-Offizieren,  aus  dem  Justitiarius  der  Admiralität,  aus  dem
ersten  Bürgermeister,  aus  dem  Propste  zu  St.  Nikolai  von  Berlin  u.  A.
Die  zu  gewährende  Jahres-Unterstützung  darf  für  die  in  der  Marine
gedient  habenden  Personen  und  für  ihre  Wittwen  nicht  über  100  Thlr.,
für  Kinder  derselben  nicht  über  50  Thlr.  für  jedes  betragen.  Den
Wittwen  darf  auch  neben  den  Kindern  eine  Unterstützung  gewährt  werden. ­
  Die  Jahrcs-Untcrsttttznngen  werden  nur  ans  einen  bestimmten
Zeitraum  bewilligt,  können  aber  nach  Ablauf  der  Bewilligungöfrist  wieder ­
  erneuert  werden.  Personen,  welche  im  Dienst  auf  dem  vom  Fraurn-Vereiu
  mit  einem  Fonds  von  28,000  Thlr.  hergestellten  und  der  K.
Marine  überwiesenen  KriegSschooner  „Frauenlob"  durch  Unglücksfälle
betroffen  werden,  so  wie  deren  Hinterbliebene  haben  in  Konkurrenzfällrn
mit  anderen  Bewerbern  den  Vorzug.  Wenn  die  zur  Marine  gehörenden ­
  Personen  ohne  eigenes  Verschulden  in  Gefangenschaft  gerathen,
oder  dergestalt  verschlagen  werden,  daß  ihr  Aufenthalt  unbekannt  ist,
so  können  ihre  Ehefrauen  und  Kinder  in  gleichem  Maße  unterstützt
werden,  als  wenn  sie  verstorben  wären.  Die  dem  Staate  gebührende
Oberaufsicht  über  die  mit  den  Rechten  einer  juristischen  Person  ausgestattete ­
  Stiftung,  deren  Statut  vom  30.  Juli  1859  datirt,  beruht  bei
dem  Chef  der  Marine-Verwaltung.
Frauen  Groschen  Verein  zu  Berlin.
Er  entstand  1849,  wird  durch  Beiträge  erhalten  und  verwendet  solche
        <pb n="196" />
        189

Zur  Unterstützung  armer  Familien.  Die  Geber  haben  vorzugsweise  das
Recht,  ihre  Armen  dem  Vereine  zu  empfehlen.  Rendant  Ferd.  Jacques. ­
  Um  die  Mittel  zum  Wohlthun  zu  vermehren,  findet  alle  2  Jahre
eine  Ausstellung  statt,  die  aus  Geschenken  verschiedener  Kunst-  und  Gebrauchsgegcnstände
  besteht  und  zu  angemessenen  billigen  Preisen  verkauft
werden.
Frauenhaus  zu  Köln,
ein  Asyl  für  alte  Frauen  und  Jungfrauen  rv.  Konfession.  Privat-Jnstitnt,
  besteht  es  durch  milde  Gaben,  Pensionsbeirräge,  Zuschüste  der
städtischen  Armen  -  Verwaltung  und  aus  dem  Ertrage  gefertigter  Arbeiten. ­
  Im  Jahre  1861  wohnten  hier  23  Personen  und  außerdem  3
Diakoniffen,  von  welchen  eine  als  Gemeinde-Diakonissin  die  Armen  und
Kranken  in  der  Stadt  besuchte  und  ihnen  täglich  Mittags  Suppe  verabreichte, ­
  die  zweite  das  Hauswesen  besorgte,  und  die  dritte,  von  einer
Gehülfin  unterstützt,  einer  Kleinkindcr-Bewahrschulc  vorstand.

Frauen-Kranken.Verein  zu  Berlin.

Er  besteht  seit  1833,  ist  von  Goßner  gestiftet  und  besitzt  (Potsdamerstraße ­
  31.)  ein  eigenes  (Elisabeth-)  Krankenhaus,  worin  verlassene
und  elende  Kranke  weiblichen  Geschlechts  gepflegt  und  mit  religiösem
Trost  gestärkt  werden.  Außerdem  unterhält  der  Verein  eine  Kinder-Station
  und  12  Krankenbetten  für  Brustleidende;  ein  Räh-Verein
von  Frauen  und  Jungfrauen  besorgt  die  Herstellung  der  Wäsche  rc.
Abonnement  von  jährlich  2  Thlr.  für  kranke  weibliche  Dienstboten.
Jährliche  Einnahme  10—11,000  Thlr.  Die  dem  Verein  in  älterer ­
  Zeit  gewordenen  Zuwendungen  s.  bei  Lisco  (S.  188.  438):  in
netterer  Zeit  widmeten  Fräulein  Tismar  (1857)  10,000,  Gräfin  Pcrponcher
  (1860)  1000,  Justizräthin  Dnncker  (1862)  3000  Thlr.  rc.
Gemeinschaftlich  mit  dem  Go  ßncrschen  Missions-Verein  wird  jetzt  ein
neues  Haus  für  die  Zwecke  beider  Stiftungen  erbaut.
Frauen  Missions-Verein  für  China.

Derselbe  besteht  in  Berlin  seit  1849,  männlicher  Vorstand  Pastor
Knak.  Der  Verein  hatte  1858  einen  Fonds  von  5000  Thlr.  Einnahme ­
  war  18L?  einschließlich  des  Bestandes  aus  vorigem  Jahre  7865
Thlr.,  Ausgabe  7123  Thlr.  Zn  seinen  Schöpfungen  gehört  (I860—
1863)  em  FlndelhauS  auf  Hongkong,  dessen  Herstellung  etwa  20,000
Thlr.  gekostet  hat;  cs  ist  bestimmt,  Rettungshaus  für  kleine  Chinesen-Mädchen
  zu  fern  und  wird  von  Diakonissen  verwaltet.
Frauen,  und  Jungfrauen-Verein  zu  Delitzsch.
Derselbe  bezweckt  dK  Bekleidung  von  weiblichen  Konfirmanden  und  die
Ertheiluttg  von  ^ah,-Unterricht.  Er  zählt  96  Mitglieder,  hat  600  Thlr.
Vermögen  und  beaufsichtigt  die  Kleinkinder-Bewahr-Anstalt.  :
strane»'  und  Iungfrauen-Näh-Verein  zu  Essen,
aus  etwa  80  Mitgliedern  cv.  Konfession  bestehend,  die  alle  8  oder  14
Tage  zur  gemeinsamen  rbett  in  dem  Lokale  der  Töchter-Schule  zusammenkommen. ­
  Er  lirsnt  armen  Wöchnerinnen  die  Bekleidung  für
        <pb n="197" />
        190

die  Kinder  und  beschenkt  arme  Kinder  der  Bewahr-Anftalt  zu  Weihnachten ­
  mit  Kleidungsstücken.  Damit  in  Verbindung  steht  ein  Suppen-Verein,
  der  aus  einzelnen  Häusern  Snppe  an  Kranke  und  Wöchnerinnen ­
  vertheilt.
Frauen-Verein  für  Armeupflcge  zu  Magdeburg,
1848  begründet.  Die  Mitglieder  verpflichten  sich  zu  Persönlichen  Besuchen ­
  der  Armen,  um  ihnen  so  viel  wie  möglich  geistig  und  leiblich
aufzuhelfen.  Der  Bercin  läßt  Näh-  und  Strick-Arbeiten  gegen  Lohn
anfertigen,  um  sie  alsdann  zn  verkaufen,  oder  auch  an  andere  Arme
zu  verschenken;  seit  1856  hat  er  eine  kleine  Sparkasse  für  seine  Armen
und  eine  Flickschule  für  die  größer«  Mädchen  eingerichtet.  Die  Mittel
Merden  durch  freiwillige  Beiträge  und  Geschenke  ausgebracht;  der  Ertrag ­
  derselben  beläuft  sich  auf  etwa  1000  bis  1200  Thlr.  Durchschnittlich ­
  sind  es  60—70  Familien  jährlich,  denen  der  Verein  seine
Fürsorge  zuwendet.
Frauen  Bercin  für  arme  verheirathete  Wöchnerinnen  zu  Magdeburg.
1826  begründet,  hat  er  den  Zweck,  arme  verheirathete  Wöchnerinnen
vont  Civil  oder  Militair  mit  den  für  ihren  Zustand  erforderlichen
Hülfsmitteln  zu  versehen.  Die  Wöchnerinnen  erhalten,  nach  dem  Bedürfnisse, ­
  ein  Lager  und  Kleidung  für  sich  und  das  Kind,  das  beuöthigte
  Brennmaterial  und  eine  für  ihren  Zustand  passende  Suppe;  für
den  Beistand  einer  Hebamme  und  die  etwa  nöthige  ärztliche  Pflege
sorgt  die  Armen-Verwaltung.  1861  wurden  91  arme  Wöchnerinnen
aus  den  Mitteln  des  Vereins  unterstützt;  die  Einnahme  an  Beiträgen
und  Geschenken  belief  sich  ans  584  Thlr.,  das  Kapital-Vermögen  auf
3748  Thlr.
Frauen  Verein  für  Armen  und  Krankenpflege  zu  Halle.
Zunächst  für  die  Cholera-Waisen  von  1849  und  1850  begründet,  hat
er  seine  Wirksamkeit  auf  die  Unterstützungen  von  verarmten  Kranken
gerichtet.  Er  gewinnt  seine  Mittel  durch  Privat-Wohlthätigkcit  und
hatte  bis  1853  ein  Vermögen  von  etwa  5400  Thlr.,  hauptsächlich  in
einem  Hause  bestehend,  erworben;  1853  erhielt  er  die  Rechte  einer
moralischen  Person.  Mehrere  Zuwendungen  z.  B.  von  der  unverehelichten ­
  Keil,  von  Joh.  Fr.  Schmidt  (s.  d.)  u.  A.
Frauen  Verein  für  arme  Wöchnerinnen  zu  Halle.
Erhält  seine  Mittel  durch  Privat-Mildthätigkeit  und  hatte  1853  ein
Kapital  von  300  Thlr.  in  zinstragenden  Papieren.
Frauen  Verein  für  christliche  Bildung  des  weiblichen  Geschlechts  im  Morgeulaude.
Er  entstand  zu  Berlin  1842  und  hat  den  Zweck,  Jungfrauen  oder
junge  Wittwen  aufzufinden,  welche  willig  und  tüchtig  sind,  als  Lehrerinnen ­
  und  Missionsgchülsinnen  nach  Ostindien  und  Syrien  zu  gehen
und  dort  nach  Anordnung  eines  Missionars  das  Evangelium  zu  verbreiten, ­
  um  in  dieser  Weise  den  Zustand  des  tief  erniedrigten  weiblichen
Geschlechts  zu  verbessern  und  dasselbe  einer  würdigeren  Stellung  in  der
bürgerlichen  Gesellschaft  entgegenzuführen.  Der  Verein  hält  seine  Ver-
        <pb n="198" />
        191

sammluttgen  im  Missionshause  in  der  Sebastiansstraße  und  zählte  1858
vierzig  Zwetg-Vereme  w  den  Provinzen.  Einnahme  war  2160,  Ausgabe ­
  1465  Thlr.
Frauen  Verein  für  Kranken-  und  Armenpflege  zu  Danzig.
1849  begründet.  Er  errichtete  ein  Kinder-Krankenhaus,  in  welchem
arme  kranke  Kinder  von  ev.  Diakonissen  gepflegt  und  von  einem  Arzte
behandelt  werden.  Der  Anstalt,  durch  Beiträge  und  durch  die  für  auf
genommene  Kinder  zu  zahlenden  Berpflegungsgelder  erhalten  sind  1858
beschränkte  Korporations-Rechte  verliehen.
Frauen^Verein  fslr  Speisung  und  Bekleidung  der  Armen  zu  Breslau.
Er  besteht  seit  einer  Reihe  von  Jahren,  um  den  ärmsten  unter  den  Armen, ­
  insbesondere  alten  arbeitsunfähigen  Leuten  und  den  Kindern  in
den  Bewahr-Anstalten  während  der  Winter-Monate  täglich  warmes
Mittagsesscn  und,  nach  Maßgabe  der  vorhandenen  Mittel,  auch  warme
Kleidungsstücke  zu  verabreichen.  Er  hatte  im  Winter  18f¿  eine  Einnahme ­
  von  1200  Thlr.  und  besitzt  einen  Fonds  von  900  Thlr.,  der
im  Magistratö-Depositorium  verwahrlich  niedergelegt  ist.

Franen-Verein  ftir  Waisenpflege  zn  Halle.
Er  widmet  sich  der  Unterbringung,  Erziehung  und  Beaufsichtigung
armer  verwaiseter  Kinder  und  bewirkt  durch  freiwillige  Beiträge  die
Bekleidung  derselben.  1853  besaß  derselbe  ein  Kapital  von  17621  Thlr.
Frauen  Verein  von  18.13,
zum  Besten  israelitischer  Waisen-Mädchen  zu  Berlin,  von  der  Frau
Co  ß  mann  Meyer  :  (f  1863)  gestiftet,  jetzt  eine  Special-Armenstiftnng
  der  Berliner  jüdischen  Gemeinde,  zur  Berpflcgung  und  Erziehung
armer  Waisenmadchen,  bic  von  Krankheiten  geheilt,  aber  der  Stärkung
bedürftig  sind.  In  der  Regel  werden  vier  Mädchen  unterstützt  und
zu  nützlichen  Mitgliedern  der  Gesellschaft  erzogen.  Die  Fonds  des
Bcrcins  werden  hauptsächlich  durch  milde  Beiträge,  Ausstellungen  re.
gewonnen;  im  Jahre  1859  war  ein  Kapital-Berm'ögcn  von  4000  Thlr.
in  Staats-Papieren  vorhanden,  zn  welchem  in  dem  genannten  Jahre
ein  Antheil  an  dem  Bermächtniß  von  Rieß  (f.  b.)  mit  1440  Thlr.  trat.

Frauen-Lerein  zu  St.  Peter  in  Köln,
zur  Wartung  und  Pflege  noch  nicht  schulpflichtiger  katholischer  Kinde,
Das  von  »hm  gegründete  Privat-Jnstitut  wird  durch  Beiträge  der  Ber
eļnS-Mltglleder  erhalten  und  nimmt  etwa  60  Kinder  auf.
Franen-Verein  zur  Abhülfe  der  Noth  unter  den  kleinen  Fabrikanten  in  Berlin
MŞŞ

Frauen-Vereui  zur  Unterstützung  verschämter  Armen  in  Berlin.
Er  ist  1846  begründet,  hat  beschränkte  Korporations-Rechte  und  steht
        <pb n="199" />
        unter  Protektion  der  Königin  Elisabeth.  Seine  jährlichen  Einnahmen
und  Ausgaben  betragen  mehr  als  3000  Thlr.  Das  Kapital  betrug  im
Jahre  1864  9600  Thlr.  in  Effekten.  Die  sonstigen  Einnahmen  fließen
aus  laufenden  Beiträgen  und  Geschenken,  Weihnachtsvcrkaufs-Ausstellungen,
  Lotterien  rc.  Die  Unterstützungen  werden  theils  direkt  durch  die
Kaffe,  theils  durch  15  Bezirksvorstände  verabfolgt.  Einigen  wird  durch
Zulagen  zum  üblichen  Lohne  für  Handarbeiten  anfgeholfen,  Anderen
durch  Berichtigung  rückständiger  Miethszinsen  und  durch  Anschaffung
von  Lebensrnitteln  oder  Kleidungsstücken,  noch  Andern  durch  Darreichung ­
  materieller  Hülfe  in  Krankheitsfällen  zu  Hülfe  gekommen.
Frauen  Verein  zn  Brandenburg,
begründet  1830  zur  Minderung  der  Noth  armer  Bewohner.  Er  verwendet ­
  über  400  Thlr.  zu  wohlthätigen  Zwecken  und  erhielt  1839  die
beschränkten  Korporations-Ncchte.  Legat  des  Rentier  Jerichow  von
500  Thlr.  (1838).
FraueN'Berein  zu  Lupen,
unterstützt  vorzugsweise  arme  Wöchnerinnen  und  hat  KorporationsRechte. ­

Frauen  Verein  zu  Koblenz.
Nach  den  Statuten  vom  16.  Juni  1826  hat  er  zum  Zweck  a)  die  Erziehung ­
  und  den  Unterricht  armer  Kinder  weiblichen  Geschlechts  in  einer
Armen-Schule,  in  welcher  diese  Kinder  zu  der  Bestimmung  vorbereitet
werden,  demnächst  als  wackere  Dienstboten  ihr  Unterkommen  zu  finden;
b)  die  Mitobsorge  und  Mitaufsicht  über  die  Erziehung  aller  verlaffenen
Kinder,  welche  auf  Kosten  des  städtischen  Armen-Fonds  untergebracht
und  unterhalten  werden;  c)  sonstige  Unterstützungen  dürftiger  Personen,
so  weit  sie  innerhalb  der  Grenzen  weiblicher  Sorgfalt  und  der  Hülfsmittel ­
  des  Vereins  liegen,  und  wohin  namentlich  die  Fürsorge  für  arme
und  kranke  Wöchnerinnen  zu  rechnen  ist.  Damit  in  Verbindung  steht
die  „Waiscn-Erziehungs-Anstalt"  für  Töchter  verstorbener  kath.  Eltern,
von  dem  Frauen-Verein  mittelst  eines  ihm  von  ungenannten  Wohlthätern ­
  1833  gemachten  Geschenks  von  8400  Thlr.  gegründet.  Diese
Anstalt  hat  sich  noch  anderer  Zuwendungen  zn  erfreuen  gehabt,  so  von
Franziska  Raitz  v.  Frentz  2000  Thlr.,  vom  Rentier  Franz  Weisscnb
  er  g  3000  Thlr.  u.  s.  w.
Frauen-Berein  zu  Löwenberg.
Derselbe  vertheilt  an  Kranke  Suppen,  unterstützt  Arme  mit  Geld,  Lebensmitteln ­
  und  Brenn-Material  und  unterhält  eine  Kinderbewahr-  und  Beschäftigungs-Anstalt. ­
  Mitglieder  waren  1862  109,  deren  jedes  einen
monatlichen  Beitrag  zahlt;  Einnahme  750,  Ausgabe  550  Thlr.
Frauen-Verein  zu  Ohlau.
Er  zählt  etwa  100  Mitglieder,  läßt  Kinder  armer  Eltern  in  weiblichen
Hand-Arbeiten  unterrichten  und  verschenkt  die  angefertigten  Kleidungsstücke ­
  zu  Weihnachten  an  Arme.
        <pb n="200" />
        193

Fraueu-Perein  zu  Saarbrücken  und  St.  Johann
Hü
Frauen-Berein  zu  Salzwedel
KWWWWA
F  reih  arische  Stiftung.
Hi
LşşŞķ
^ ûtI  8 r -  Freitag,
şitikuU-r  ju  N»&amp;gt;h°ld«.«l-b-n,  sch»,,,  1B50  der  Gemeinde  B-rlebe»
Ş  Thlr  u»t-r  d-m  N-mrn  «Freiing.  Ei,  g  e  Ische«  Stisimig«.jinpitlil
  mit  der  Jicifjiļtil'c,  dnß  die  Zinsen  zur  Berpstegiiiig  mid  rum
Ultimici)!  Oliili  iterici  (Tener  »luder  in  ber  Gemeinde  und  demnächst
Prkiiß.  Landt&amp;gt;»ch.  ļg
        <pb n="201" />
        194

zur  Unterstützung  bedürftiger  Haus-Armen  daselbst  verwendet  werden
sollen.
Freud  e  m  annsche  Stiftung,
zu  Tangcrntünde.  Ein  altes,  von  dem  Bürgermeister  David  Freudemann
  (1621)  ausgegangenes  Vermächtniß  zur  Verbesserung  des  Einkommens ­
  der  Geistlichen.  Jährliche  Einnahme  30  Thlr.,  die  in  drei
Partien  vertheilt  wird.
Frey  tag  sches  Stipendium.
Es  wird  von  dem  Magistrat  zu  Königsberg  verwaltet  und  ist  für  Sst
Preußen,  zunächst  aus  Friedland  und  der  Altstadt  Königsberg,  welche
in  Leipzig  studiren,  bestimmt.
Wilh.  Zachariaö  Friede,
Bankier  zu  Berlin  (t  1840),  überwies  der  Armen-Direktion  10,000
Thlr.  zu  einer  Stiftung,  von  deren  Zinsen  jährlich  am  2.  Juni,  seinem ­
  Geburtstage,  an  Bürger  und  Bürger-Wittwen  Berlins,  welche
durch  Krankheit  oder  Altersschwäche  in  Noth  gerathen  sind,  und  wobei
diejenigen,  welche  bis  dahin  nicht  Almosen  empfangen,  den  Vorzug  haben, ­
  eine  in  monatlichen  Raten  zu  zahlende  Unterstützung  von  30  bis
50  Thlr.  für  das  laufende  Jahr  bewilligt  und  ausgezahlt  werden
soll.
Fri  edelsche  Familien-Stiftung.
Der  in  Breslau  1840  +  Partikulier  Adolf  Moritz  Friedet  bestimmte
letztwillig  ein  auf  4185  Thlr.  festgestelltes  Kapital  zu  einer  Familien-Stiftung,
  mit  der  Anordnung,  daß  die  Zinsen  immer  bis  zum  Betrage
von  300  Thlr.  aufgesammelt  und  alsdann  einem  Mädchen  aus  seiner
Verwandtschaft  zur  Ausstattung,  oder  in  Ermangelung  einer  solchen
Bewerberin,  einem  jungen  Manne  aus  seiner  Verwandtschaft  zum  Beginn ­
  eines  bürgerliches  Geschäftes  zugewendet  werden.  Die  Verwaltung ­
  der  Stiftung  ist  dem  Rabbinats-Vorstände  der  Synagogen-Gemeinde ­
  in  Breslau  übertragen.
Fricdensgesellschaft  für  Litthauen  zu  Gumbinnen,
am  Friedens-  und  Krönungsfeste  den  18.  Januar  1816  zur  Unterstützung
hülfsbedürftiger  junger  Leute,  die  eine  vorzügliche  Befähigung  und
eine  entschiedene  Neigung  für  Studium,  Kunst  oder  höheres  Gewerbe
kundgeben,  gestiftet.  König  Friedrich  Wilhelm  III.  ertheilte  ihr  Kor-Poraìious-Rechte,
  schenkte  9900  Thlr.  znm  Stiftungs-Fonds  und  der
Präsident  der  Regierung  zu  Gumbinnen  ist  deshalb  Staats-Kommissarius
  bei  der  Stiftung.  Die  letzten  Statuten  erhielten  unterm  23.  April
1847  die  Königliche  Bestätigung.  Die  Gesellschaft  hatte  1861  150
Mitglieder,  12,770  Thlr.  Vermögen  und  jährlich  900  Thlr.  Einnahme.
Sie  verlieh  20  Stipendien  und  zahlte  außerdem  noch  Unterstützungen.
Friedensgesellschaft  für  Westpreußen  zu  Danzig,
am  3.  August  1816  von  einein  Vereine  wohlgesinnter  Männer  zur
Uuterstützuug  ausgezeichneter  Talente  gestiftet  und  nach  der  in  Gum-
        <pb n="202" />
        195

Fnedensgesellschaft  zu  Potsdam
itub  bat  ein  mäßiges  Ķapital-Bcrmôgen.
Friedenökirche  zu  Potsdam.
8W8KW
î-hnUch°?B-ià'7r°à.à  "«mäch.-iß  durch  -iu.u
Schai  Hirsch  Friedenthal.
Kaufmann  in  ^rünberg  (+  1865),  Wntcriic^  ber  Stabt  200  3#.  mit
bei  -Bestimmung,  daß  die  Zinsen  davon  alljährlich  an  seinem  Todesíf*u
 ICniíC ! 1  gezahlt  werden  sollen,  ben  ber  Magistrat  für  ben  Be.
dürftigsten  und  Würdigsten  erachtet.
Friedericisches  Legat,
"»«  Thallwitz  h-rrllhr-ud.  Di-  Zinftn  °°n
...  —  .  .  ^  .  Ñriedlandersches  Stipendium,
N-DSB-WL-kk
.,  Ķbnig  Friedrich  II.
selenite  unterm  2.  Dezember  1785  der  Stadt  Berlin  10,000  Thlr.,
13*
        <pb n="203" />
        196

deren  Zinsen  vornehmlich  so  verwendet  werden  sollen,  daß  davon  alten
und  armen  Wittwen,  auch  andern  kränklichen  Personen,  die  kümmerlich ­
  leben,  dabei  ungesund  sind,  besonders  auch  invaliden  bleffirtcn,
Soldaten  soviel  als  möglich  Unterstützung  und  Hülfe  zu  leisten  ist.
Das  Kapital  wird  bei  der  städtischen  Haupt-Stiftungökasse  verwaltet
und  hat  sich  bis  1845  (Lisco  S.  81)  auf  12,325  Thlr.  vermehrt.
Friedrich-Gustav-Stiftung  zu  Vluyn  (Mörs).
Ein  Institut  zur  Erziehung  von  Waisenkindern.  Vermächtniß  der  Freiin
v.  d.  Leyen-Blömersheim  geb.  v.  Haynan  von  100  Thlr.  (1864).
Andreas  Ferd.  Friedrich,
Kaufmann  zu  Königsberg  (f  1836),  bestimmte  sein  Haus  und  ein
Kapital  von  4333}  Thlr.  zu  einer  Stiftung  für  verarmte  Verwandte.
In  dem  Hause  sollten  zwei  Stifts-Personen  Wohnung  finden,  und  in
Ermangelung  von  Familiengliedern  auch  hülssbedürftige  Fremde  vom
Handelsstande  berücksichtigt  werden.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  hat
das  Vorsteher-Amt  der  Kaufmannschaft,  unter  Aufsicht  der  Regierung.
Friedrichs  Gewerbe-Stipendium.
Im  Jahre  1840  bei  der  Erinnerungsfeier  des  Tages,  an  welchem
Friedrich  11.  vor  100  Jahren  den  Thron  bestieg,  beschlossen  Magistrat
und  Stadtverordnete  zu  Berlin  ein  Denkmal  zu  stiften  durch  ein  Stipendium ­
  von  jährlich  600  Thlr.,  welches  in  Summen  von  50  Thlr.
jungen,  aus  Berlin  gebürtigen,  zünftigen  Handwerkern,  die  in  ihrer
Lehrzeit  Fleiß  und  Tüchtigkeit  bewiesen  haben,  nach  überstandenen  Lehrjahren ­
  zu  ihrer  ferneren  Ausbildung  gezahlt  und  allenfalls  auf  2  Jahr
gewährt  werden  soll.  Das  Kuratorium  der  Stiftung  besteht,  unter
dem  Vorsitze  des  zweiten  Bürgermeisters,  aus  den  Assessoren  der  Gewerke ­
  und  einigen  Stadtverordneten.
Friedrichs-Gymnasium  zu  Berlin.
Eine  städtische  Anstalt,  am  11.  April  1850  alö  höhere  Lehranstalt  eröffnet, ­
  seit  1856  zu  Ehren  Friedrichs  des  Großen  „Friedrichs-Gymnasium"
  genannt;  verbunden  mit  einer  Realschule  1.  Ordnung  und
einem  Institut  zur  Ausbildung  von  Lehrern  für  neuere  Sprachen.  Die
zehnte  Stelle  ist  eine  Freistelle.  Es  besteht  seit  1858  ein  Stipendium
des  Stadtbezirks  74  a.,  bei  der  Auflösung  eines  Darlchns-Vcrcins  begründet; ­
  auch  wird  aus  dem  Ertrage  musikalischer  Abend-Unterhaltungen
ein  Gesangs-Stipendium  hergestellt.
Friedrichs-Gyiunasium  zu  Breölau.
Ein  Königliches  (ev.  reformirtcs)  Institut,  1765  als  Real-Schule  aus
milden  Gaben  gegründet,  seit  1812  Friedrichs-Gymnasium.  Eichb
  ornsches  Stipendium  für  einen  Theologen  rcformirter  Konfession;
auch  ist  1817  ein  Schüler  -  Stipendium  gegründet,  dessen  Kapital  zur
Zeit  2000  Thlr.  beträgt  (Wiese  S.  169).
Friedrichs-Gyiniiasium  zu  Frankfurt  Ñ.  O.,
in  seiner  jetzigen  Gestalt  seit  1813  bestehend.  Mit  einem  aus  alter
        <pb n="204" />
        197

Friedrichs  Gymnasium  zu  Gumbinnen
Fnedr.chs-Gymnasium  zn  Herford.
Hsi
Friedrichs  Hospital  zu  Memel,
oder  Koni  gl.  Amts-Hospital,  ein  altes,  unter  Aufsicht  der  Köniql.  Resustituí,
  dessen  ursprünglicher  Stiftungs-Fonds
inrhsU  ,7  á"Ñ  und  in  welchem  nach  der  Stiftungs-Urkunde  hauptg
  Friedrichs-Kollegium  zu  Königsberg.
nach  dem'Ä^'  °us  einer  von  dem  Holzkämmercr  Th.  Gehr  1698
Sw,.,.  .  áster  der  Franckcschen  Stiftungen  in  Halle  errichteten  Privatdie
  l"vorgegangen,  1708  als  Collegium  Friderieianum  unter
I).-  («  *7?  ?â)ulen  aufgenommen,  1810  als  Gymnasium  reorganisiert.
200  Tblr  î^"?'cn  von  1650  Thlr.;  Schurichsche  Stiftung  von
von  f&amp;amp;  InÄrar  Ģ°..h°.d  (t  1858)
18H7  •;  V  .  ^  Friedrichsstift  zu  Berlin.
dos  ķ  «ìUkck  der  Anstalt  ist,  den  Hinterbliebenen  der  für
%  ļ  bm'Cfá
ìxï'E  Ä  ?n"v¿rj,srs
mth  tv  !  ķàşilgcn  Fortkommen  im  bürgerlichen  Leben  als  Handwerker
salirò  1?  î"  "forderlich  ist.  Die  Aufnahme  geschieht  vom  achten
^ lC  Ķuaben  verbleiben  bis  zu  ihrem  15.  Lebensjahre,  die
£  5  '  bls  zum  vollendeten  16.  und  17.  Jahre  im  Stifte.  Das
rat  der  Anstalt  führt  die  Frau  Fürstin  von  Liegnitz.  An  der
        <pb n="205" />
        198

Spitze  der  Direktion  steht  Präsident  Gamet.  Vgl.  Mendelssohn-Bartholdy.

Friedrichs-Stiftung,
für  arme  Wirthe  zu  Groß-Peterwitz,  Koslau,  Zaugwitz  (Ncumarkt),
sowie  für  fünf  arme  Schulkinder.  Kapital  1000  Fl.
Friedrichs-Stiftung  zu  Bromberg.
Von  dem  Komitó  eines  am  31.  Mai  1862  zu  Okollo  stattgefnndencn
Volksfestes  wurde  ein  Einnahme  -  Ueberschuß  vvn  100  Thlr.  zu  dieser
Stiftung  bestimmt.  Die  Zinsen  sollen  zunächst  angesammelt  werden,
demnächst  aber  den  Hospitaliten  zu  gute  kommen.
Vereinte  Friedrichs-Universität  Halle-Wittenberg.
Die  Universität  Wittenberg,  von  Kurfürst  Friedrich  dem  Weisen  von
Sachsen  am  18.  Oktober  1502  gestiftet,  wurde  mit  der  von  Kurfürst
Friedrich  III.  von  Brandenburg  1694  gestifteten  Universität  Halle  im
Jahre  1817  vereinigt.  Der  Etat  des  Instituts  belief  sich  1859  auf
90,000  Thlr.  worunter  55,600  Thlr.  Staats-Zuschuß  und  30,600  Thlr.
aus  Stiftungs-  rc.  Fonds.  An  Stipendien  und  Unterstützungen  für
Studirende  werden  jährlich  ca.  8000  Thlr.  verabreicht.  —  Akademischer
Freitisch-Fonds.  —  Akademische  Wittwen-  und  Waisenversorgungs-Anstalt;
  sie  hatte  im  Jahre  1838  (Koch  I.  438)  ein  Vermögen  von
68,600  Thlr.  Vgl.  Voigtelsche  Stiftung.
Friedrichs-Waisenhaus  zu  Berlin.
Die  Bestimmung  dieser  seit  1727  bestehenden  Anstalt  ist,  sowohl  vaterund
  mutterlose  arme  Waisen,  als  auch  solche  halbverwaiste  arme  Kinder,
deren  Väter  oder  Mütter  durch  Krankheit,  Gefangenschaft  oder  Versunkenheit ­
  in  grobe  Laster  zur  Erziehung  ihrer  Kinder  unfähig  sind,
aufzunehmen.  Die  Kinder  werden  entweder  bei  Pflege-Eltern  innerhalb ­
  oder  außerhalb  Berlins  gegen  Zahlung  eines  Kostgeldes  untergebracht ­
  oder  in  der  aus  Kominunalmitteln  mit  einem  Kosten-Aufwande
von  313,000Thlr.  hergestellten,  am  19.  Oktober  1859  eröffneten  Waisenanstalt ­
  zu  Rummelsburg  (dem  „  Friedrichs  -  Waisenhaus  der  Stadt
Berlin")  erzogen.  Das  alte  Waisenhaus  (Stralauerstr.  58)  ist  der
Sitz  der  General-Administration  und  werden  in  das  dort  befindliche
Depot  die  der  Fürsorge  der  Kommune  anheimfallenden  Kinder  vorläufig
aufgenommen,  bis  sie,  falls  ihre  Rückgabe  an  Verwandte  nicht  alsbald
erfolgen  kann,  in  Kost  ausgegeben  oder  der  Erziehungs-Anstalt  überwiesen ­
  werden.  Die  für  die  Zwecke  der  Waisen-Verwaltung  in  dem
alten  Waisenhause  nicht  mehr  erforderlichen  Räume  sind  zur  Aufnahme
der  Hospitaliten  des  Arbeitshauses  bestimmt.  Das  Vermögen  der  Anstalt ­
  belief  sich  Ende  1861  auf  111,443  Thlr.;  Ausgaben  waren
94,830  Thlr.;  Kommunal-Zuschuß  59,442.  —  Mit  dem  Waiscnhausc
verbunden  ist  eine  „Institut  für  kleine  Kinder"  und  ein  „Lazareth-Fouds;"
  die  Kapitalien  betragen  etwa  3150  Thlr.  und  die  Zinsen
sollen  zur  Verabreichung  aller,  zur  Labung  und  Stärkung  kranker  und
kleiner  Kinder  dienlichen  Verpflegungs-Bedürfnisse  verwendet  werden.
        <pb n="206" />
        199

Zu  diesen  Stiftungen  trat  1849  ein  Legat  des  Rentier  Hübner
von  1000  Thlr.,  dessen  Zinsen  zur  Unterstützung  der  aus  dem  Waisenhause ­
  entlassenen  Kinder,  behufs  ihres  bessern  Fortkommens  dienen.
Noch  ist  mit  dem  Waisenhausc  verbunden  das  „Bürger-Waisen-Jnstitut".
Dieses  bezweckt  die  Erziehung  von  drei  ehelich  gcborncn  Waisenknaben,
deren  Vater  Bürger  gewesen  sind,  und  die  demnach  auch  ein  mit  der
Bezeichnung  „Bürger-Waisen-Institut"  versehenes  Schild  am  Arme
3W  3.#ut  ist  Mt  1810  mit  bem  8nebri4*,%BaWaufe
veremlgt  und  hatte  lm  Jahre  1860  ein  Kapital  von  4k  00  Thlr.
FriedrichS-WerdersckeS  Gvklmasium  zu  Berlin.
Ein  städtisches  Institut,  1681  begründet  und  1791  in  das  Fürstenhaus
(Werderschcn  Markt  7)  verlegt.  10  pCt.  Freistellen,  Zahlungen  aus
der  Kommunitäts-Kaste  zu  Freitischen  (190  Thlr.  jährlich).  —  Wittwenkasie,
  im  Jahre  1714  mit  Hülfe  eines  Bermächtnisies  von  200  Thlr.
begründet,  welches  der  Geh.-Rath  v.  Flemming  für  diesen  Zweck
ausgesetzt  hatte.  Die  Kaste  hat  den  Zweck,  den  Hinterbliebenen  der
Theilnehmer  (des  Direktors  und  der  ordentlichen  Lehrer)  sogleich  nach
deren  Tode  eine  einmalige  und  demnächst  auch  fortwährende  Unterstützung ­
  zu  sichern.  Wittwen  sollen  in  der  Regel  an  fortlaufenden
Unterstützungen  jährlich  100  Thlr.  erhalten,  doch  kann  dieser  Satz  erhöht ­
  werden.  Eintrittsgeld  16  Thlr.,  jährlicher  Beitrag  4  Thlr.  Die
Verwaltung  der  Kaste,  welche  bereits  im  Jahre  1850  ein  Vermögen
von  18,500  Thlr.  hatte,  wechselt  unter  den  Teilnehmern,  die  Aufsicht
hat  der  Magistrat,  die  Oberaufsicht  das  Provinzial-Schulkollegium.  —
^gi.  Brumbey,  Pülz,  Wackenrodcr,  Witte,  Jonas,  Bethge,  Falbe  rc.

Friedrich-WilhelmS-Anstalt  für  Arbeitsame  zu  Berlin,
begründet  im  Jahre  1840,  verdankt  sie  ihre  Entstehung  der  verewigten
Kaiserin  Alexandra  von  Rußland,  welche  40,000  Thlr.,  die  sie  aus
dem  Nachlaß  ihres  Vaters,  Königs  Friedrich  Wilhelm  HI.,  erbte,
dazu  schenkte  und  zugleich  bestimmte:  Leuten,  die  durch  Unglücksfälle,
Krankheit,  auch  wohl  verbüßte  Vergehen  arbeitslos  geworden  sind,  nach
Maßgabe  ihrer  Fähigkeiten,  Kräfte  und  ihrer  Arbeitswilligkeit  Beschäf-Ugung
  zu  geben.  Die  Stiftung  wird  als  eine  Anstalt  der  Stadt
Berlin  durch  ein  Kuratorium  unter  Oberaufsicht  des  Magistrats  verwaltet. ­
  Die  Rückzahlung  der  gewährten  Darlehne  ist  auf  monatlich
2  ^&amp;gt;gr.  pro  Thaler  der  Darlehn-Summe  normirt.  Stamm-Vermögen
Ende  1860  48,250  Thlr.  Bis  zum  1.  Januar  1861  waren  überhaupt ­
  89,165  Thlr.  Darlchnc  an  3062  Personen  gegeben  worden,
durchschnittlich  also  30  Thlr.  an  jede  Person.  Hierauf  waren  bis  zum
I.  Januar  1861  66  pEt.  zurückgezahlt,  19  pCt.,  als  uneiuzichbar  anzusehen, ­
  und  15  pCt.,  noch  einzuziehen.  Unter  den  Darlehns-Empfängern
  stehen  der  Zahl  nach  die  Schneider  oben  an  (359)  ;  von  den
Schuhmachern  sind  349  berücksichtigt,  von  den  Tischlern  227,  von  den
Gebern  102.  Der  im  Jahre  1864  +  Rentier  Papenguth  setzte
der  Anstalt  ein  Legat  von  200  Thlr.  aus.
        <pb n="207" />
        200

Friedrich-  Wilhelms  -Elisabeth-Stiftung  zu  Königsberg.
Verhindert,  der  sechsten  Säknlar-Feier  der  Stadt  Königsberg  in  Person
beizuwohnen,  bestimmten  König  Friedrich  Wilhelm  IV.  und  die  Königin
Elisabeth  mittelst  Erlasses  vom  15.  September  1855  ein  Kapital  von
4000  Thlr.  zn  einer  wohlthätigen  Stiftung,  welche  das  Gedächtniß
der  Feier  bleibend  erhalten  sollte.  Es  wurde  genehmigt,  daß  eine
Stiftung  zur  Unterstützung  und  Versorgung  arbeitsunfähiger  und  hülfsbedürftiger
  der  Stadt  angehörigen  Handwerker  begründet  werde.  Nach
den  Statuten  besteht  die  Unterstützung  (welche  auch  Juden  und  Wittwen,
insofern  die  letzter»  nach  dem  Tode  des  Mannes  das  Gewerbe  selbstständig ­
  fortsetzen,  zu  Theil  werden  kann)  in  einer  freien  Wohnung  und
in  einer  Geld-Unterstützung  von  monatlich  4  Thlr,  für  Männer  und
3  Thlr.  für  Frauen.  Außerdem  erhält  jede  Stiftsperson  alljährlich  an
dem  Tage,  an  welchem  das  Stadt-Jubiläum  gefeiert  worden  (2.  Septbr.)
2  Thlr.  Bis  dahin,  daß  die  Stiftung  in  die  Lage  kommt,  ein  eigenes
Gebäude  zu  erwerben  und  in  demselben  freie  Wohnung  anzuweisen,
wird  nur  die  Geld-Unterstützung  gewährt.  Die  aufzunehmenden  Personen ­
  müssen  ein  Eintrittsgeld  von  25.  Thlr.  (Frauen  18  Thlr.)  erlegen. ­
  Zahlt  eine  Innung  so  viel,  als  das  Eintrittsgeld  beträgt,  so
erlangt  sie  dadurch  das  Recht,  einen  geeigneten  Gewerbsgcnossen  resp.
dessen  Wittwe  zu  einer  Stiftsstelle  in  Vorschlag  zu  bringen,  und  der
Eintretende  hat  dann  weiter  kein  Eintrittsgeld  zu  entrichten.  Um  das
Vermögen  der  Stiftung,  welche  bis  auf  50  Stellen  gebracht  werden
soll,  zu  vergrößern,  sollen  einstweilen  um  ş  der  nach  Abzug  der
Verwaltungskostcn  übrigbleibenden  Revcnüen  verwendet  werden.  Das
Vorsteher-Amt  der  Stiftung  besteht  aus  Handwerkern,  die  nächste  Aufsicht ­
  führen  die  Jnnungs-Aeltesten  unter  Hinzutritt  eines  Magistrats-Mitgliedes
  ,  die  Oberaufsicht  der  Magistrat.  Die  Stiftung  hat  beschränkte ­
  Korporations-Rechte.
Friedrich-WilhelmS-FondS,
bei  der  jüdischen  Armcn-Kommission  zu  Berlin  auS  einem  Legate  Königs
Friedrich  Wilhelm  III.  von  500  Thlr.  gebildet.  Die  Zinsen  werden
alljährlich  zu  gleichen  Theilen  an  zwei  jüdische  unbescholtene  Bürger
vertheilt,  denen  die  Verrichtung  eines  Seelengebcts  in  der  Synagoge
am  Sterbetage  des  Königs  obliegt.
Friedrich-WilhelmS-Gymnasium  zu  Berlin.
In  seinem  ersten  Entstehen  ein  Theil  der  Real-Schule,  führte  cs  den
Namen  Pädagogiuni,  wurde  1797  für  eine  selbstständige  Anstalt  erklärt
und  erhielt  den  Namen  von  Friedrich  Wilhelm  II.,  der  ihr  einen  Zuschuß ­
  von  4000  Thlr.  gewährte.  Friedrich  Wilhelm  HI.  ließ  (1808)
das  heutige  Gymnasium  erbauen.  Für  Schüler  bedürftiger  Eltern  giebt
es  Freistellen:  auch  hat  die  Anstalt  ein  Legat  von  OclrichS  (s.  d.),  und
seit  1830  einen  „Königlichen  Fonds",  welcher  das  Provinzial-Schul-Kollcgium
  in  den  Stand  setzt,  jährlich  500  Thlr.  an  Universitäts-Stipendien  zu
verleihen.  Ferner  besteht  ein  Vermächtnis  der  Tochter  des  Ober-Konsistorialraths
  Nolle  (1846)  von  2000  Thlr.  zu  Stipendien  und  ein  Fonds  zu
        <pb n="208" />
        201

Schul-Stipendicn  von  2100  Thlr.  An  arme  Kinder  werden  Bibeln
vertheilt,  welche  aus  dem  bei  den  sonntäglichen  Kinderqottesdicnsten  ge-SZMMM

Friedrich-Wilhelms-Gymnasium  zu  Kottbus,
SZáárEWñL
Friedrich-Wilhelms-Gvmnasium  zu  Neu-Rnppin.
Aus  -m-r  -ltrn  lat-inifchm  Schul-  hervargegauge»,  1787  abgebrannt
und  von  Friedrich  Wilhelm  11.  neu  aufgebaut,  hat  die  Anstalt  seitdem
den  jetzigen  Namen  und  feierte  im  Jahr  1865  das  500  jährige  Jubiäuln
  als  gelehrte  Schule.  Sic  ist  evangelisch,  städtisch  und  Königlichen ­
  Mlt-Patronats.  Die  Anstalt  hat  496  Thlr.  Zinsen  von  Kap'i-Pltalicn
  und  mehrere  Stipendien;  im  Jahre  1865  wurde  die  Starcke-Vtlstung
  zu  Ehren  des  Direktors  begründet.
Friedrich-Wilhelms-Gymnasium  zu  Posen,
ynstilut,  Don  Friedrich  Wilhelm  III.  gestiftet  (1834).  qahlunb
  "uig-  Heinere  Stiftungen.  Vgl.  Marien-Gym-Friedrich.Wilhelms-Hospital
  zu  Berlin.
Zur  Aufnahme  von  600  Personen  eingerichtet,  ist  es  auf  Kosten  der
omTanguJ  I«7s7r°fsne4°  Ausnahme  fSÄ?'ti*»?  h7nfoaigc,
  unheilbare  und  arbeit-unfähige  Leute,  die  nicht  im  Stande  sind,
sich  zu  ernähren  oder  dei  einer  Geld  -Unt-rstütznng  zu  bestehen,  die
r  t  d°ben,  welche  gesetzlich  vertzsiichtet  und  de«
Vermögen«  sind,  sie  ,n  unterhalten.  Dergleichen,  bei  sonstiger  Würdig.
Oit  anfgenannnene  Leute  werden  hier  mit  allem  ,„n,  Lebensunterhalt
Friedrich.Wilhelms-Institut  zu  Glogau.
Die  Kommunalbehörden  fundirte»  am  15.  Oktober  1840,  dem  Tage
ein  î"«.  Frîêdrich  Wilhelm  IV.,  aus  dem  Stadtvermögcn
bis  hi  "'  Tu  aus  desten  Zinsen  zu  4  pCt.  die
Errikbn.îņ«  îq»  lehr  beschrankter  Weise  dort  bestandene  „Waisenkinder-...
  ^  ic  ."Üö-Anstalt  unter  beut  Namen  „  Friedrich  -  Wilhelms  -  Institut
^ŗzlchnng  verwaiseter  oder  sonst  hülfsbedürftigcr  Kinder  in  Glogau"
e  m  nach  und  nach  erweitert  und  begründet  werden  sollte,  daß
        <pb n="209" />
        202

dereinst  für  immerwährende  Zeiten  50  Kinder  von  6—14  Jahren  auf
genommen,  ernährt,  bekleidet  und  erzogen  werden  könnten.

Friedrich-Wilhelm-.Prämien-Stiftuiia  für  Elementar  Schullehrer  des  Regierung--Bezirks
  Trier.
Die  18 5 -r  bei  der  Anwesenheit  Königs  Friedrich  Wilhelm  IV  im
ÄcQicru,t88  =  Mrs  Inet  füt  chtcß  Gnmicnmag  ^  Icnh
mals  (Königs-Warte  auf  dem  Hochwalde)  gesammelten  Beitrage  wur  ­
den,  nachdem  das  Unternehmen  auf  Schwierigkeiten  gestoben,  zu  eurer
Prämien-Stistttnq  für  die  Elcmeutar-Schullehrer  des  Regierungsbezirks
Trier  bestimmt,  in  der  Art,  daß  der  Reinertrag  des  rentbar  anzulegenden ­
  Stiftungsfonds  nach  Abzug  eines  für  Deckung  und  Augmentaron
zu  reservirenden  }  alljährlich  zu  Prämien  im  Betrage  von  ļc  J)  Jverwendet
  und  aktiven  Elementar-Schullchrern  des  Regierung  '  ezr
zuerkannt  werden  soll,  welche  25  oder  mehr  Fahre  rn  i)rem^  crnfe
thätig  gewesen  sind,  und  neben  würdiger  Führung  rn  und  au^er  dem
Dienste  sich  durch  Pflichttreue,  Eifer  und  gedeihlichen  Erfolg  um  das
Unterrichts-  und  Erziehungs-Wesen  verdient  gemacht  haben.  Elementar^
Schullehrerinnen  des  Bezirks  konkurrlren  mit  gleichen  Unspruchcu  und
unter  gleichen  Voraussetzungen.  Das  Vermögen  der  Stiftung  steht
unter  Aufsicht  der  Regierung  zu  Trier  und  bei  Zuerkennung  der  Prämien ­
  sollen  folgende  Grundsätze  leitend  sein:  a)  Konfessionelle  Rück^
sichten  treten  nur  insofern  ein,  als  darauf  zu  achten  ist,  das;  te  Bh
Wendung-,,  in,  Ganzen  dem  B-rhältnisie  -ntspr-ch-n.  ,„  welchen,  b.c
Summe  der  zur  Priimiirnng  geeigneten  Lehrer  einer  Kaufe  sian  zu  der
Gesammtzahl  der  geeigneten  Lehrer  des  ganzen  Bezirk«  stet  .  )
warn
àr  auf  überwiegende  bedürftige  Umstände  zu  stlitzen.  D»c  Znerken
nunas-Dckrete  der  Regierung  werden  alljährlich  am  15.  Oktober  erlaßen,
Erinnerungszeichen  an  die  Veranlassung  des  Instituts.

Friedrich-  Wilhelms  -Stiftung  zu  Berlin,
n  im  31  sten  Stadtbezirk.  Zum  Andenken  an  die  silberne  Hochzeit-HM!
        <pb n="210" />
        203

Conrad  zu  Berlin  unter  sich  eine  Summe  von  1000  Thlr.  und
überwiesen  dieselbe  der  Armen-Direktion.  Die  Zinsen  dieses  Kapitals
sind  in  Raten  von  10  Thlr.  jährlich  am  25.  Januar  jeden  Jahres
an  würdige  und  bedürftige  Männer  und  Wittwen,  unter  welchen  ehemalige ­
  Brauer  und  Braucrknechte  und  deren  Wittwen  den  Vorzug  haben
sollen,  zu  vertheilen;  etwamge  Ucberschüsie  über  je  10  Thlr.  sollen  so
SÆT""  *  ^  io
Friednch-Wilhelms-Stiftung  zu  Bonn
EHSfSSïS
Schlesische  Pn»;  Friedrich-Wilhelms  Stiftung  zu  Breslau.
1857  von  einem  Komitá  zum  Andenken  an  die  Vermählung  des  Prinzen
Friedrich  Wilhelm  von  Preußen  begründet.  Zweck  der  demnächst  am
18.  Januar  1858  ins  Leben  getretenen  Stiftung  ist  die  Unterstützung
junger  Leute,  welche  ihre  Ausbildung  auf  höheren  landwirthschaftlichen
Lehranstalten,  oder  auf  Ackerbau-Schulen,  auf  höheren  oder  niederen
gewerblichen  Instituten  oder  auf  Handels-Schulen  suchen,  oder  ein  Handwerk ­
  erlernen,  oder  sich  in  demselben  vervollkommnen  wollen,  endlich  auch
einzelne  Zweige  und  Nebenzweige  der  Landwirthschaft  zu  fördern.  Es
werden  verliehen  a)  Stipendien  von  100  Thlr.  zum  Besuch  einer  höheren
landwirthschaftlichen  Lehranstalt  oder  eines  höheren  gewerblichen  Instituts;
&amp;gt;)  Etlpelldien  von  80  Thlr.  zum  Besuch  von  Äckerbau-Schulen  oder
Handels-Schulen  und  gewerblichen  Lehranstalten;  e)  Unterstützungen
Behufs  Erlernung  eines  Handwerks  oder  zur  Vervollkommnung  in  demselben. ­
  Der  Stiftungs-Fonds  wurde  durch  freiwillige  Beiträge,  welche
lnfangs  18jU  lwreits  auf  26,000  Thlr.  sich  beliefen,  zusammen  gerächt; ­
  aus  den  Zinsen  destelbcn  sollen  die  Unterstützungen  bestritten
und  das  Kapital  allmälig  bis  auf  100,000  Thlr.  gebracht  werden.
Protektor  der  Stiftung,  welche  1859  die  Rechte  einer  juristischen  Perón ­
  erhalten  hat,  ist  der  Kronprinz.  An  der  Spitze  deö  Kuratoriums
stehen  der  Ober-Präsident  und  Graf  Burghaus  auf  Laasan.
Friedrich-Wilhelms.  Stiftung  zii  Erfurt.
Êjc  W  cinen  ion  1160  Thlr.,  dessen  Zinsen  jährlich  am
J'  ÍSLÍ“:?  b i e .  Verwaltung  der  evang.  milden  Stiftungen  an
alte  hülfsbedürftige  Einwohner  vertheilt  werden.
Friedrich-Wilhelms-Stiftung  zu  Görlitz,
vom  à.ģîşiŗat  und  den  Stadtverordneten  am  Huldigungsfestc,  15.  Otk°r
  1?40,  begründet.  Sie  ist  mit  5000  Thlr.  dotirt,  deren  Zinsen
für  höhere  Real-  und  gewerbliche  Ausbildung  darch  Stipendien  und
n  erstützung  deö  Unterrichts  verwendet  werden.  Kommerzienrath  Ge-100
  Thlr  à  bCr  Şî'şiung  500  Thlr.,  Bürgermeister  Demiani
        <pb n="211" />
        204

Friedrick&amp;gt;-WilhelmS-Sti  stung  zu  Krenzburg.
Ein  achtbarer  Anonymus  widmete  1840  200  Tylr.  mit  der  Bcstimmung,
  daß  die  Zinsen  davon  auf  Medicin  für  arme  Kranke  in  der
Stadt  und  deren  Vorstädten  (Bürger  oder  Schutzverwandte),  ohne  Unterschied ­
  des  Glaubensbekenntnisses  verwendet  werden  sollten.  Die  Würdigkeit ­
  zur  Theilnahme  an  dieser  Wohlthat  sollte  der  jedesmalige
Präses  der  Armen-Deputation  bestimmen.  Die  Stiftung  hat  nach  dem
Wunsche  des  unbekannten  Wohlthäters  zum  Andenken  an  König  Friedrich
Wilhelm  III.  den  Namen  Friedrich-Wilhelms-Stiftung  erhalten.
Friedrich-Wilhelms-Stiftung  zu  Marienbad.
Ein  noch  im  Entstehen  begriffenes,  von  einem  Berliner  Verein  projcktirtes
  Kranken-Pensionat,  welches  nach  der  Bekanntmachung  vonl  10.  Mai
1864  auf  einer  für  5000  Gulden  bereits  erworbenen  geräumigen  Baustelle ­
  erbaut  werden  und  außer  einigen  für  das  Bedürfniß  des  Bethauses ­
  nöthigen  Wohnungsräumen,  16  zur  Aufnahme  von  männlichen
Kranken  aller  christlichen  Konfessionen  bestimmte  Wohnzimmer  enthalten
soll.  Als  Beitrag  zur  ersten  Begründung  waren  von  König  Wilhelm  I.
1000  Thlr.  in  Aussicht  gestellt.  Außerdem  war  gestattet,  daß  die
Stiftung  zum  Gedächtniß  au  König  Friedrich  Wilhelm  IV.,  der  selbst
mehrere  Male  an  der  Heilquelle  Marienbads  Erholung  suchte  und  fand,
den  Namen  „Friedrich  Wilhelms-Stiftung"  führen  dürfe.  Ein  Theil
der  64  Stellen  ist  für  Oesterreicher  bestimmt.
Friedrich-Wilhelms-Universität  zu  Berlin.
1810  begründet,  seit  1828  Friedrich-Wilhelms-Universität  genannt,
hatte  sic'1859  eine  Einnahme  von  196,055  Thlr.,  darunter  eigene
7510,  aus  Staatsfonds  161,500  Thlr.  Stipendien  und  Unterstützungen
an  Studirende  werden  jährlich  im  Betrage  von  11,000  Thlr.  verabreicht; ­
  Preise  für  die  besten  Preis-Schriften  erfolgen  bei  den  einzelnen
Fakultäten  aus  königlichen  und  aus  städtischen  Fonds.  Akademischer
Kranken-Berein;  1830  begründet,  besteht  er  aus  den  Mitgltedcrn
der  Universität,  Docenten  und  Studirendcn,  welche  sich,  mindestens
für  die  Dauer  eines  Semesters,  zu  einem  regelmäßigen  Geldbeiträge
verpflichten.  Bon  diesen  Beiträgen  bildet  sich  eine  allgemeine  Krankenkasse, ­
  aus  welcher  erkrankte  Studirende  unentgeltlich  ärztliche  und
wundärztliche  Behandlung  und  sonstige  nöthige  Pflege  einschließlich  der
Heilmittel  erhalten.  Die  Leitung  der  Angelegenheiten  des  Vereins  ist
einer  Kommission  von  Professoren  und  einem  von  den  Studirendcn  gewählten ­
  Vorstande  übertragen.  „Professoren-Wittwen-  und  Waiscn-Versorgnngs-Anstalt".
  Sie  bildet  sich  durch  die  Beiträge  der  Interessenten ­
  und  durch  Zuschüsse  ans  Staatsfonds.  Nach  dem  Statut  vom
11.  Sept.  1816  beträgt  die  Normal-Pension  einer  Wittwe  240  Thlr.,
für  ein  Kind  werden  60,  für  zwei  Kinder  100  Thlr.,  für  drei  und
mehr  120  Thlr.,  für  Sohne  bis  zum  vollendeten  20sten,  für  Töchter
bis  zum  vollendeten  18  ten  Jahre  gezahlt.
Friedrich-Wilhelins-Bermählnngs-Stiftung  zu  Hohen-Landin.
Rittergutsbesitzer  v.  Warburg  auf  Hohen-Landin  (Angermünde)  be-
        <pb n="212" />
        205

.  Friednch-Wilhelms  Veteranen  Stiftung  «t
Friedrich-Wilhelms-Viktoria-Kaffe
Friedrich-Wilhelm  Biktoriaşandes-Stiftung
WimaiT,Dicnß,3»6iiöumg^ö„igg
Ş
Fr,edrich-Wilhelm-Biktor,«-Stiftung  der  Kaufniannschast  von  Berlin.
#####
::  iL'à  Ä  äs  š: 9 s  mxïï
fl  Zugeschlagen,  welches  demnach  auf  #3,411  Thlr.  21  Sgr.
        <pb n="213" />
        206

2  Pf.  festgestellt  war.  Um  die  Zwecke  der  Stiftung  zu  erreichen,  ist
das  Grundkapital  derselben  in  zwei  Fonds  a)  den  Unterstützungsfonds,
b)  den  Asylfonds  getheilt.  Zum  Unterstützungsfonds  sind  gewidmet
a)  20,000  Thlr.  von  dem  Grundkapitale,  b)  die  ferner  etwa  eingehenden ­
  Beiträge,  Schenkungen,  Vermächtnisse  oder  sonstigen  Zuwendungen,
insofern  die  Geber  ausdrücklich  erklären,  daß  sie  dieselben  dem  Unterstntzungssonds
  zugeschlagen  wissen  wollen.  Zum  Asylfonds  sind  gewidmet ­
  a)  der  nach  Abzug  von  20,000  Thlr.  verbleibende  Theil  des
Grundkapitals;  b)  alle  für  die  Stiftungen  eingehenden  Beiträge,
Schenkungen,  Vermächtnisse,  oder  sonstigen  Zuwendungen,  rücksichtlich
deren  die  Geber  nicht  ausdrücklich  bestimmt  haben,  daß  sie  dem  Unterstützungssonds
  zufließen  sollen,  c)  die  in  einem  oder  dem  anderen  Jahre
etwa  nicht  verwandten  Zinsen  des  Untcrstützungsfonds,  so  wie  die  eigenen ­
  Zinsen  des  Asylfonds.  Die  Kapitalsbcstände  beider  Fonds  werden
im  Depositorio  der  kaufmännischen  Korporation  asservirt.  Die  Verwaltung ­
  des  Stiftullgsfonds  ist  drei  Kuratoren  übertragen,  welche  alljährlich' ­
  von  den  Aeltesten  der  Kaufmannschaft  aus  ihrer  Mitte  gewählt
werden.  Die  Beneficien  werden  in  der  Regel  ans  Lebenszeit  verliehen,
jedoch  mit  dem  Vorbehalte,  daß  sie  zurückgezogen  werden  können,  wenn
die  Vermögensumstättde  des  Beneficiaten  sich  verbeffern  oder  wenn  die
Benesiciateu  sich  durch  ihr  Verhalten  der  ihnen  verliehenen  Beneficien
unwürdig  zeigen.  Das  noch  zu  begründende  Asyl  hat  die  Bestimmung, ­
  Kaufleuten  von  unbescholtenem  Ruf,  die  durch  unverschuldete
Unglücksfälle  in  eine  hülfsbedürftige  Lage  gerathen  und  bei  vorgerücktem
Alter  nicht  im  Stande  sind,  sich  selbst  zu  ernähren,  eine  sorgenfreie
Existenz  zu  gewähren.  Außer  den  Kaufleuten  selbst  können  auch  ihre
Ehefrauen  unter  den  angegebenen  Voraussetzungen  in  das  Asyl  aufgenommen ­
  werden.  Die  aufzunehmenden  Beneficiaten  erhalten  freie
Wohnung,  Feuerung  und  Licht,  Beköstigung  und  nötigenfalls  eine
Unterstützung  in  baarem  Gelde.  Im  Jahre  1864  zählte  die  Stiftung
10  Beneficiaten  und  hatte  ein  Vermögen  von  41,000  Thlr.  Die
Stiftung  hat  unterm  28.  Mai  1859  die  landesherrliche  Genehmigung
erhalten.  S.  Scheel,  Viktoria-  und  Friedrich-Wilhelm-Stiftung.
Friedrich-Wilhelm  Viktoria  Stiftung  zu  Königsberg.
Zweck  dieser  für  die  Provinz  Preußen  begründeten  Stiftung  ist  a)  alljährlich ­
  an  dem  Jahrestage  der  Vermählung  des  Kronprinzen  Friedrich
Wilhelm  arme  und  würdige  Brautpaare,  sowohl  vom  Militair-  als
Civilstaude,  ohne  Unterschied  der  Religion,  mit  je  100  resp.  50  Thlr.
auszustatten.  Mitglieder  der  Stiftung  sind  diejenigen  Personen,  welche
einen  einmaligen  Beitrag  von  25  Thlr.  oder  einen  Jahresbeitrag  von
mindestens  2  Thlr.  zur  Stistungskasse  zahlen.  Die  Stiftung  ist  1863
ins  Leben  getreten  und  stattete  1864  2  Brautpaare,  ein  christliches
und  ein  jüdisches  aus.
Friedrich-Wilhelm-Biktoria-Stiftung  zu  Heiligeubeil.
Zur  Feier  der  Vermählung  des  Prinzen  Friedrich  Wilhelin  und  der
Prinzessin  Viktoria  (1858)  von  den  Einwohnern  der  Stadt  gegründet,
        <pb n="214" />
        207

ftràch-W,lbelm-Biktoria-Stiftu.ig  zu  Jnsterbura
MŞS
einc  «„i.»  ..  i» mm .
ää;H1KH3k
Bei  r  V  c  ^ŗ'esesche  Snftuug  zu  Magdeburg.
WKWNMM
p ntth  Karl  Melchior  Friese,
        <pb n="215" />
        208

Fritschsche  Stiftung.
Von  der  1857  zu  Berlin  t  Rentiere  Frits  ch,  geb.  Wach  smut  h
herrührend;  Kapital  1500  Thlr.  Die  Zinsen  sollen  an  einen  armen,
aber  fleißigen  und  redlich  strebenden  Mann  bei  seiner  Etablirnng  aus
5  bis  10  Jahre  geliehen  werden.  Wenn  das  Kapital  durch  die  Rückzahlung ­
  der  vorgeliehenen  Zinsen  auf  2000  Thlr.  angewachsen  sein
wird,  so  sollen  die  Zinsen  davon  alljährlich  an  zwei  Männer,  welche
die  oben  bezeichneten  Eigenschaften  besitzen,  geschenkweise  vertheilt  werden.
Die  Stiftung  steht  unter  Aufsicht  des  Polizei-Präsidii.
Andreas  Fritze,
Kirchen-Vorstehcr,  legirte  im  Jahre  1772  der  St.  Ulrichskirche  zu  Magdcburg
  für  ihre  Prediger-Wittwen  500  Thlr.  Die  Zinsen  sollen  unter
die  Wittwen  vertheilt  und  in  Vacanzfällcn  dem  Kirchen-Aerar  zu  Gute
kommen.  Das  Kapital  beträgt  jetzt  566;  Thlr.
Joh.  Nikolaus  Fritze.
Bei  Gelegenheit  der  am  14.  Juni  1823  stattgefundenen  50jährigen
Dienst-Jubelfeier  des  damaligen  Pastors  an  der  St.  Ulrichökirche  zu
Magdeburg,  Subseniors  Fritze,  stiftete  das  Kirchen-Kollegium  ein
Prediger-Witthum  für  diese  Kirche.  Bürgermeister  Oppermann
verstärkte  den  Fonds  mit  100  Thlr.  aus  dem  Ertrage  einer  Schrift.
Die  Zinsen  werden  so  lange  zum  Kapital  geschlagen,  bis  dieses  die
Summe  von  500  Thlr.  erreicht  hat.  Alsdann  soll,  wenn  eine  Prediger-Wittwe ­
  vorhanden  ist,  diese  die  Zinsen  beziehen;  sind  zwei  Wittwen
  vorhanden,  so  theilen  sie  sich  darein.  Sollte  cs  aber  an  einer
Wittwe  fehlen,  so  sollen  die  Zinsen  dem  bei  der  Kirche  verwalteten
OpPermannschen  Stipendium  (s.  d.)  zur  Vergrößerung  seines  Kapitalfonds ­
  zufließen.  Am  Schlüsse  des  Jahres  1861  betrug  das  Kapital ­
  393  Thlr.
Fröbelsche  Kindergärten  zu  Berlin.
Seit  3  Jahren  von  einem  Frauen-Verein  in  verschiedenen  Gegelidetl
der  Stadt  begründet,  nehmen  die  zur  Zeit  bestehenden  Gärten  etwa
300  Kinder  im  Alter  von  3—6  Jahren  auf.  Der  Verein,  welcher  auch
eine  Bildungs-Anstalt  für  Kindergärtnerinnen  und  eine  Anstalt  zur
Ausbildung  von  Kinderpflegerinnen  und  Kindermädchen  errichtete,  hatte
1864  eine  Einnahme  von  5464  Thlr.,  Ausgabe  4627  Thlr.
Severin  Fröfesche  Stiftung  zu  Königsberg.
Die  Verwaltung  steht  dem  Magistrat  zu.  Das  Kapital  beträgt  etwa
2000  Thlr.  und  der  Stifter  bestimmte,  daß  die  Zinsen  zur  Unterstützung ­
  zweier  verarniten  Garnmäkler  zu  verwenden  seien.
Armen-Stiftung  Frye-Bendt  zu  Münster,
begründet  1755  von  dem  Bürgermeister  Heinrich  Ven  dt  und  dem
Liccntiaten  Heinrich  Frye.  Der  Kapital-Fonds  beträgt  zur  Zeit
102,000  Thlr.  Ein  mit  der  Stiftung  verbundenes  Armenhaus  nimmt
36  Pfründner  auf;  außerdem  erhalten  städtische  Arme  Unterstützungen.
Die  Verwaltung  der  Stiftung  und  die  Verleihung  der  Stellen  steht
        <pb n="216" />
        209

der  Aegidiiâchàà"^"  bCl  ^""datoren  mit  den  beiden  Provisoren
_  3(ratI  Ş-l°uwa  zar»,chi  etiftnna.
för  fio  qrk  -  X  Türstbischöfliches  Hospital  zu  Neisse,
SUZKSLsL
Eine  alte  Stiftung  'für^Ar,'^'^  *“  0ttma ^ au -
l-ÄS*;r" :  ~Sä”ÄRü
HB
"'cht  blos  aus  Breslau  fn„x  Hli&amp;gt;en -  werden  katholische  Waisen
NñLLttvrñ  p  r
»'.-.  -.à»  '  d-r  Anstatt  ist  d-u  arm-n  Schul.
14
        <pb n="217" />
        210

fèto  estent  übertragen.  Auch  in  neuerer  Zelt  erhtelt  das  Institut  mancherlei ­
  Zuwendungen.  Dom-Kapitular  Anton  Herntsch  (t  1843)
fette  es  rum  Universalerben  seines  Vermögens  (5500  Thlr.)  ein.  Tte
unverehelichte  Parch  oto  ska  (t  1861)  legirte  2190  Thlr.  Vergi,
v.  Kranichst  edt.
v.  Fiirstenauscbeß  BermLchtniß.
Bon  Kaspar  v.  Fürstenau  aus  Dobschütz  (Görlitz)  herrührend  (1638).
Nach  dem  Reeeß  von  1681  sind  4000  Gulden  meistmsch  auf  die
Güter  Dobschütz,  Lissa,  Ullersdorf  und  Kodersdors  radicirt,  von  welchen ­
  'bie  Zinsen  an  arme  und  preßhafte  Leute,  so  ihr  Brot  nicht  erwerben ­
  können,  aus  den  dortigen  Gütern  vertheilt  werden  sollen.  Aus
einem  nicht  rechtzeitig  eingegangenen  oder  verwendeten  Theile  der  Zinsen ­
  entstand  später  ein  besonderer  Fonds  von  2000  Thlr.  fachslsch,
welcher  seit  1833  zugleich  mit  dem  obigen  Legat  von  der  k.  sächsischen
Regierung  an  die  Instituten-  und  Kommunal-Kasse  der  Regierung  zu
Liegnitz  überging,  und  seit  1840  seiner  ursprünglichen  Bestimmung  gemäß ­
  verwendet  wird.
Gras  v.  Fürsteilstein,
Kammerherr  und  Landrath  a.  D.  aus  Ullersdorf  (Rothenburg)  überwies
am  2.  Oltober  1862  den  Gemeinden  Kodersdors,  Alt-Sarichen,  Neu-Säricheu,
  Ullersdorf  und  Baarsdorf  je  100  Thlr.  mit  der  Bestimmung,
die  Zinsen  davon  alljährlich  am  2.  Oktober  unter  die  Armen  genannter
Ortschaften  zu  vertheilen.
Daniel  Gottfried  Fuhrm  a  n  n,
&amp;amp;u  Min  (t  1856),  ocniia#  bet  Stabt  Min
—  da  seine  Familie  dieser  ihren  Wohlstand  zu  verdanken  habe  —  zu
Sweden  bet  %nneu,0ettoaitunß:  1)  bag  in  bet  41  be,
leqene  schuldenfreie  Grundstück  (im  Werthe  von  16,900  Thlr.)  unter
der  Bedingung,  daß  dasselbe  für  ewige  Zeiten  schuldenfrei  un  4  esttz
bet  netbleibet,,  )t,  Sweden  betWnuen^ettoaltuuA  »eitoenbet
werde  und  auf  der  Front  in  lateinischen  Lettern  die  Inschrift:  „Gottes
Segen.  Stiftung  der  Gebr.  Daniel  Gottfried  und  Friedrich  Dämel
Fuhrmann"  erhalte.  Zum  Aus-  und  Umbau  der  Gebäude  legirte
er  10,000  Thlr.,  fügte  auch  zu  den  Zwecken  der  Stiftung  noch  200
Tblr.  von  seinen  ausstehenden  Buchforderungen  hinzu.  Er  vermachte
ferner  2)  der  Armen-Direktion  10,000  Thlr.,  deren  Zinsen  alljährlich
am  17.  März,  dem  Geburtstage  des  Testators,  an  arme  Bürger-Wittwen
  unter  Hinweisung  auf  den  Verstorbenen  vertheilt  werden
sollen.  Das  Haus  ist  in  den  Jahren  1857  59  mit  einem  Kostenauf-Wanbe
  von  63,259  Thlr.  umgebaut  worden  und  enthält  jetzt  ein  herrschaftliches ­
  Wohngebäude  mit  zwei  Seitenflügeln,  worin  für  die  16te
Ärr,  ÄÄÄÄ
es  gestatten,  vorzugsweise  den  in  den  nächsten  Stadttheilen  wohnenden
Kindern  ganz  armer  Eltern  ohne  Schulgeldbeitrag,  unb  nut  in  bent
Falle,  daß  durch  die  Aufnahme  solcher  Kinder  die  aus  uOO  Ustl69tzt
        <pb n="218" />
        211

ber  @íL  angemeßetn'^g^^Zg^!#?"'"
Funksche  Stiftung,
WMM-LLZ
~  ot  r  Sunisce  Stiftung  zu  Thiergardt.
liSfS

^  Kaspar  Fr.  G.bebusch,

Schüler  verwendet.

MMZM-L
mit  kin-m  à,?"""  tu  Emm-Nch.
von  dem  Maurer  (%«  *  Ģaepelsche  Stiftung,
gründet,  und  bei  dem  mT  V"  Ģreifswald  1756  mit  800  Thlr.  be-SÏH**£'~Ş«-
  &amp;gt;=»"&amp;gt;  ~«SÆ:
*  -brigcu  S«L  ÏÄ.ZM,?"Ä“Sr
14*
        <pb n="219" />
        212

1000  Thlr.  einem  Geistlichen  für  den  in  Rohnau  abzuhaltenden  evang.
Gottesdienst,  ferner  die  Zinsen  von  1000  Thlr.  dem  dortigen  evang.
Lehrer  für  die  bei  dem  Gottesdienst  von  ihm  zu  besorgenden  Kantorgeschäfte
  und  als  Verbesserung  der  Lehrerstelle,  und  endlich  die  Zinsen
der  letzten  1000  Thlr.  zur  Hälfte  der  Armen-,  zur  Hälfte  der  Schulkasse
  znr  Bezahlung  des  Schulgeldes  für  arme  Kinder  bestimmt  werden.
Gärtner-Lehranstalt  zu  Potsdam.
Sie  hat  2  Klaffen;  die  regelmäßige  Zahl  der  aufzunehmenden  Zöglinge
ist  auf  12  bestimmt.  Die  Zöglinge  erhalten  den  Unterricht  in  der
Anstalt,  bei  ihren  Lehrherren  aber  Wohnung,  Heizung  und  Licht.  Für
ihre  übrigen  Bedürfnisse  müssen  sie  selbst  sorgen.  Für  den  Unterricht
zahlt  jeder  Zögling  jährlich  24  Thlr.  Inhaber  von  Freistellen  haben
kein  Honorar  zu  bezahlen,  erhalten  vielmehr  ein  Kostgeld  von  4  Thlr.
5  Sgr.  monatlich  und  es  werden  ihnen  ein  Bett  mit  dem  nöthigen
Bettzeug,  Handtücher  und  Waschgeräthe  unentgeltlich  gehalten.  Solcher
Freistellen  giebt  es  für  beide  Klassen  vier,  und  wenn  es  die  bereiten
Mittel  gestatten,  sechs.  Die  Freistellen  verleiht  das  Kuratorium  der
Anstalt  auf  die  Vorschläge  des  Direktors  nach  Maßgabe  der  Würdigkeit ­
  und  Bedürftigkeit  der  Kompetenten.  Der  ganze  oder  theilweise
Erlaß  des  von  den  übrigen  Zöglingen  zu  zahlenden  Honorars  ist  nur
bei  spezieller  Zustimmung  des  Ministeriums  für  laudwirthschaftliche  Angelegenheiten ­
  zulässig.  Die  k.  Hofgärtner  erhalten  für  jeden,  ihrem
resp.  Reviere  nach  dem  Garteu-Jntendantur-Etat  zuständigen  Zögling
jährlich  eine  Remuneration  von  40  Thlr.  aus  der  Garten-Intendantur-Kasse;
  außerdem  erhebt  die  Gärtner-Lehraustalts-Kasse  aus  der  Garten-Juteudautur-Kasse
  so  viel  mal  32  Thlr.,  als  Zöglinge  der  Anstalt  vorhanden ­
  sind.  Zur  Uebereinstimmung  mit  dem  Etat  der  Intendantur  der
königlichen  Gärten  darf  hierdurch  die  Sumule  von  036  Thlr.  jährlich
nicht  überschritten  werden.  Vgl.  Ludolfs.
GaffronscheS  Stipendium.
Der  Geh.  Regierungsrath  Gaffron  zu  Berlin  stiftete  1785  sechs
Stipendien  von  je  100  Thlr.  für  junge  Leute  bürgerlichen  Standes,  welche
auf  einer  inländischen  Akademie  die  Rechtswissenschaft,  Arzneikunde,
Kameral-  oder  philosophischen  Wissenschaften  studireu.  Die  Verwandten
des  Stifters  haben  das  vorzüglichste  Allrecht  und  nur  in  deren  Ermangelung ­
  gelangen  Fremde,  wovon  die  Hälfte  Pommern  und  die  Hälfte
Märker  sein  müssen,  znm  Genusse  des  Stipendiums,  welches  auf  drei
Jahre  verliehen  wird.  Die  Pommern  haben  den  Vorzug  vor  den
Märkern.  Die  General-Landschafts-Direktion  von  Pommern  hat  zwei
Stipendien,  die  andern  das  Schul-Kollegium  der  Provinz  Brandenburg
zu  vergeben.
v.  G  ais  b  e  rg-B  ehm  -Breitung  sches  Prediger.  Witthum  zu  Magdeburg.
Zum  Besten  der  Prediger-Wittwen  der  St.  Jakobikirche  legirte  1765
Frau  v.  Ga  isberg,  geb.  v.  Wepler  300  Thlr.  Gold;  1820  die
verw.  Rathmann  Behm  100  Thlr.  Gold  und  die  verw.  Pastor-Brei
  tun  g  200  Thlr.  Gold.  Seit  1845  sind  die  drei  Legate  zu
        <pb n="220" />
        213

»•-».i,...

btfTt "  K°Pi.°lbàg  sich  bi-  °uş
v.  Galenscher  adeliger  Konvikt  in  Münster
v-  Galhausche  Stiftung.
Laurenz  Gälisch.
Spät
bri  íM  r  u  Ģâmpersche  Waisen-Stiftung  in  Markliffa,
smmmsi
k«MWS
8SÑMZ
P  "d'en  zu  40,  1  zu  26,  13  zu  20  Thlr^
M-  «nfWt  ist  ans  bZltM'
        <pb n="221" />
        214

an  Feldzügen  theilgenommen  oder  den  Anspruch  auf  Civil-Versorgung
erworben  haben.  Sie  zählt  an  1200  Schüler  und  Schülerinnen,  und
ist  so  botivi,  daß  nicht  allein  der  Unterricht  völlig  frei  ertheilt  wird,
sondern  die  Kinder  auch  die  Lehrmittel  und  die  Materialien  für  die
Industrie-Schule,  Wolle,  Leinwand  und  dergl.  zur  Anfertigung  von
Bckleidungsgegenständen,  worin  sic  von  den  Lehrerinnen  und  einem
Schneidermeister  unterrichtet  werden,  frei  geliefert  erhalten.  Selbst  die
Mittel  zu  den  jährlichen  Schulfesten  sind  durch  Königliche  Munifice»;
bewilligt.
Gartzsche  Armen-Stiftung,
von  dem  Pastor  Gartz  zu  Gladbach  (Düren)  1641  für  Arme  aus
der  Familie  Gartz  und  Brodesserund  aus  dem  Orte  Widdig  (Bonn)
begründet.  Kapital  1538  Thlr.
Gassersche  Stiftung,
von  dem  1834  in  Neustadt  Magdeburg  +  Apotheker  Gasser  und  desien
Wittwe,  geb.  Preitz  errichtet.  Sie  ist  1847  ins  Leben  getreten  und
hat  ein  Kapital  von  ungefähr  13,000  Thlr.,  dessen  Zinsen  zur  Unterstützung ­
  der  Armen  und  Hülfsbedürftigen  der  Neustadt  bestimmt  sind.
Die  Verwaltung  steht  dem  Magistrat  zu  und  cs  werden  zur  Zeit  15
Präbenden  à  20  Thlr.,  80  Thlr.  zu  Holz-Unterstützungen  und  60  Thlr.
zu  einem  Universitäts-Stipendium  vergeben.
Gasthaus  zu  Orsoy  (MörS),
eine  alte  Anstalt  zur  Aufnahme  von  zwei  evangelischen  und  zwei  katholischen ­
  Armen.  Die  Einkünfte  betragen  jährlich  etwa  66  Thlr.
Gasthaus  zu  Recklinghausen.
Ein  Armenhaus  uralter  Stiftung  mit  jährlich  725  Thlr.  Einkünften.
Das  Haus  nimmt  12  alte  hülflose  Frauen  auf.
Gasthaus  zu  Rheinberg  ('Mtörö),
eine  selbstständige  katholische  Stiftung,  welche  täglich  etwa  14  Personen
verpflegt,  19,000  Thlr.  und  einiges  Grund-Eigenthum  besitzt  und  von
ihren  Einkünften  (jährlich  1226  Thlr.)  an  die  bürgerliche  Armen-Verwaltung
  700  Thlr.  abgiebt.
Gasthaus  zu  Vreden  (Ahaus).
Eine  alte  Stiftung,  deren  Vermögen  in  Grundstücken  und  Kapitalien
etwa  36,000  Thlr.  beträgt.
Gasthaus-Armen-Stiftung  zu  Emmerich.
Sie  hat  den  Zweck,  Arme  und  Reisende,  besonders  Geistliche  zu  bewirthen, ­
  die  Arzneikosten  für  arme  Kranke  zu  bestreiten  rc.  Vermögen
in  Grundstücken  22,500,  in  Kapital  12,500  Thlr.  1861  wurden
1250  Thlr.  Unterstützungen  gegeben.  Die  Ueberschüsse  fließen  zur  allgemeinen ­
  Armenkasse.
Gasthaus-Fonds  zu  Duisburg.
Ein  städtischer  Fonds  zur  Uuterstützung  der  Armen  und  zur  Unterhaltung ­
  des  städtischen  Krankenhauses.  Vermögen  etwa  90,000  Thlr.
        <pb n="222" />
        215

August  Gebet,
Gefängniß.Verein  zu  Königsberg.
SMS
Frau  Gehrinann,
(14  Thlr.)  alljährlich  ait  dortige,  von  den  beiden  Geistlichen  der  Kircke
zu  bestimmende  Arme  vertheilt  werden.
3akob  G  ehr  winscbe  Jnvalidenkasse  zu  Danzig,
dem  «ausmann  3oIob  Gehrwin  zu  Danzig  begründet.
UM
Z8MMZM
und  den  kath.  Lehrer  des^ä  die  Zinsen  an  den  cv.
u—errichteten  armen  Äin»es  °er.J  w.à"î°ûm  °°"  ìş"'°"
ilSli
        <pb n="223" />
        216

Christian  Gottlieb  Geisler,
Freibauergutsbesitzer  zu  Johnsdorf  (Schönau)  und  dessen  Ehefrau  geb.
Scholz  vermachten  (1862)  der  Kirche  zu  Schönwaldau  500  Thlr.,
und  der  ev.  Schule  in  Johnsdorf  zur  Bestreitung  des  Schulgeldes  für
arme  Kinder  100  Thlr.  Die  Wittwe  G  eis  ler  legirtc  der  Schulkafse
in  Johusdorf  noch  500  Thlr.,  deren  Zinsen  so  lange  zum  Kapital  geschlagen ­
  werden  sollen,  bis  aus  diesen  ein  eignes  Schulgebäude  hergestellt ­
  werden  kann.
Geißlingersche  Stiftung,
zur  Bekleidung  armer  Waisen  in  Wanzleben,  welche  die  Stadt-Schule
besuchen.  Kapital-Fonds  2500  Thlr.  Gold.
Gelpische  Stiftung,
begründet  von  Barbara  Babette  Gölpi  zu  Breslau  (t  1856),  welche
3200  Thlr.  mit  der  Bestimmung  aussetzte,  daß  die  Zinsen  davon  jährlich ­
  an  vier  arme  katholische  Kaufmanns-Töchter,  oder,  wenn  solche
nicht  vorhanden,  Bürger-Töchter  vertheilt  werden  sollen.  Die  Verwaltnng
  der  Stiftung  steht  dem  Fürstbischöfe  von  Breslau  zu.  Auch  vermachte ­
  die  Gelpi  dem  Krankenhause  der  Elisabethincrinnen  2000  Thlr.
zur  Fundirung  eines  Krankenbettes.
General-Armenfonds  zn  Münster.
Er  ist  ans  der  Vereinigung  vieler  kleinen  Stiftungen  entstanden,  hat
mancherlei  Zuflüsse  und  leistet  sowohl  die  stiftungsmäßigcn  Unterstützungen, ­
  wie  die  Ausgabe  für  die  gewöhnliche  Armenpflege  der  Stadt.
Er  hat  175,000  Thlr.  Kapital-Vermögen,  empfängt  9000  Thlr.  Zuschüsse ­
  ans  anderen  Stiftungen  und  hat  eine  jährliche  Einnahme  von
20,000  Thlr.
General-Büchsenkasse,
ein  seit  Mitte  des  vorigen  Jahrhunderts  in  Wernigerode  bestehendes
gräfliches  Institut,  um'  den  in  herrschaftlichen  Diensten  stehenden  Arbeitern ­
  bei  Unglücks-,  Krankheits-  und  Sterbefällcn  eine  Beihülfe  zu
gewähren.  Seit  1842  ist  der  Beitritt  geboten,  an  Beiträgen  werden
5  —  6Şf.  vom  Thaler  2ohn  gezahlt;  die  Herrschaft  zahlt  Zuschüße.
Die  Kasse  hat  etwa  1000  Mitglieder,  von  denen  600  bei  der  Forst-Verwaltung,
  320  bei  der  Berg  -  und  Hütten-Verwaltung,  50  bei  der
Ehaussce-Verwaltnng  beschäftigt  sind.  Jährliche  Einnahme  17  —1800
Thaler,  Kapital-Vermögen  5700  Thlr.
Genossenschaft  barmherziger  Schwestern  zn  Harff  (Bergheim).
Die  4  Nonnen  ans  dem  Kloster  Dernbach  üben  die  Krankenpflege  ani
Ort  und  in  der  Umgegend  unentgeltlich  aus;  sie  werden  von  der  Fran
Gräfin  v.  Mirbach  unterhalten.
Genossenschaft  barmherziger  Schwestern  zu  Paffendorf  (Bergheiin).
Die  drei  Schwestern  aus  dem  Kloster  Dernbach  üben  die  Krankenpflege
und  werden  von  der  v.  Bon  g  arischen  Familie  unterhalten.
        <pb n="224" />
        217

Genossenschaft  ber  armen  Dienstmägde  Jesu  Christi  zu  Merl  (Zell),
œ-SPiwa
S.j,  1R5 ,  tZtlT  T onn,n
LbŞLNŞ
G.nşnschas,  d-,  M,-b..hşn-àn  ,u  «à

Genossenschaft  Unserer  lieben  Frau  vom  guten  Hirten  auf  St.  Maurin  bei
,  .  *  Münster.

'  Münster.
B§p#i
RWZKà«
©t.  Georgu-Bruderschaft  zu  Braunsbera.
inffnnXiAß

@  P  r  rf  »  n  frfi»  «K  ^

G.°-g°  m, xtn  ClmVr^
•™»Ä:

»Ott  bei.,  Syndikus
Schulen  und  Universitäten  3"  Magdeburg  1607  für
Tochter  aus  der  Familie  bcstinm"?^,^°h"c  und  zur  AuSstattunj

Töchter  aus  der  Familie  k&amp;gt;.f!^^en  Söhne  unt  ^  ,  ,
Stiftungs-Vermögen  20  950  3?*'  •  Um  ba *  3slI,r  1840  bctruf
"nigen  Naturalien.  Di!  Berma  I'  ^"^ließlich  0400  Thlr.  Gol!

einigen  Naturalien.  Die'  Xertìu'  ^"schließlich  0400  Thlr.  Gol
î"ng  und  zwei  Familianten  geführt  ****  bc "  ^ attWI  Uv
        <pb n="225" />
        -—--218



to.  Gerhardtsches  Stipendium,
von  der  verw.  Hauptmann  v.  Gerhardt,  geb.  Massen  bach,  für
unbemittelte  Studirende  ihrer  Verwandtschaft  fundirt.  Verwaltet  vom
Magistrat  zu  Königsberg.
Geritzsche  Stiftungen,
von  dem  Domherrn  Geritz  zu  Frauenburg  begründet.  Er  schenkte
1)  1827  ein  Kapital  von  2600  Thlr.,  dessen  Zinsen  zu  Unterstützungen
für  hülfsbedürftige  invalide  Soldaten  des  Bisthums  Ermland  verwendet ­
  werden  sollen.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  steht  unter  Ansticht
der  Regierung  zu  Königsberg.  Er  überwies  2)  dein  Magistrat  zu
Seeburg  (Rössel)  1836  ein  Kapital  von  3000  Thlr.  zur  Ausstattung
zweier  Bürgermädchen  aus  der  dortigen  Stadt  und  zu  Unterstützungen
theils  für  Jünglinge  auf  höheren  Lehr-Anstalten,  theils  für  arme  Schulkinder; ­
  ferner  300O  Thlr.  zur  Unterstützung  armer  Wittwen  und  armer
kranker  Personen  katholischer  Konfession  daselbst.  Die  Verwaltung  der
Stiftungen  steht  dem  Magistrat  in  Gemeinschaft  mit  dem  katholischen
Pfarrer',  die  Aufsicht  der  bischöflichen  Behörde  von  Ermland  zu.  Er
schenkte  3)  dem  Magistrat  zu  Guttstadt  (Heilsberg)  1836  ein  Kapital
von  3000  Thlr.,  dessen  Zinsen  zur  Unterstützung  armer  Wittwen  bürgerlichen ­
  Standes  und  anderer  kranken  Personen  aus  der  dortigen  Stadt
und  dem  Kirchspiel  Glottau  verwendet  werden  sollen.  S.  auch  St.
Jo  sep  hi-Stift.
to.  G  erlachsche  Kranken-Stiftniig,
von  dem  im  Januar  1861  t  General-Adjutanten  v.  Gcrlach  1858
durch  Ueberweisung  eines  Kapitals  von  240O  Thlr.  in  Pfandbriefen
für  die  Ortschaften  Rohrbeck  und  Nordhausen  (Königsberg  in  der  Neumark) ­
  begründet.
Gerl  ach  sche  Stiftung  zu  Lichtenberg  (Girlitz).
Der  Bauergutsbesitzer  Gottlob  Gerl  ach  (+  1852)  setzte  die  Gemeinde
Lichtenberg  (Görlitz)  zur  Uuiversal-Erbin  seines  Nachlasies  im  Werthe
von  etwa'3000  Thlr.  mit  der  Bestimmung  ein,  dast  davon  eine  „Bauer
Gottlob  G  erlachsche  Stiftung  zur  Gemeinde-Hülse"  gebildet  und  aus
den  Zinsen  %)  jährlich  am  Sonntage  8  Tage  nach  Pfingsten  an  jedes
Schulkind  1  Sgr.  und  an  hülfsbedürftige  Arme  2  Thlr.  gezahlt  und
b)  die  übrigen  Zinsen  hauptsächlich  zum  öffentlichen  Wohl  der  Gemeinde, ­
  insbesondere  zu  öffentlichen  Anlagen,  Bauten  u.  dgl.,  event,
zur  Armenpflege  verwendet  werden  sollen.
Germersches  Legat.
Eine  alte  Stiftung  der  Stadt  Osterwieck  zur  Unterstützung  bedürftiger
Familienglieder.  Kapital  325  und  111  Thlr.
Ger  sch  el  sche  Stiftung  zu  Bromberg,
für  arme  Bürger.  1835  von  dem  jüdischen  Kaufmann  Moritz  Gerschel
  mit  einem  Legat  von  200  Thlr.  begründet.
        <pb n="226" />
        219

v-  Gersdorffsche  Fortbildung«  Anstalt  zn  Görlitz.
Eine  Mädchen-Erziehungs-Anstalt,  die  zur  Zeit  eine  Klaffe  der  höheren ­
  Tochter-Schule  bildet.  Schulgeld  20  Thlr.  jährlich.  Die  Stif-L7nLm^G°°r.L"Ķ°ŗ'ş
  °«ch  S.ipmdim  bei  dem
v-  Gersdorffsche  Stipendien.
mm
fcibcn  FamlUcn;  3)  vier  Stipendien  für  arme  Fräulein  aus  oberlausttzlschen
  adeligen  Familien,  vorzugsweise  ans  dem  v.  G  ers  dor  ffschen
Geschlecht.
G  er  st  en  bergscher  Stipendien  Fond«  zu  Erfurt.
Er  hat  .)043  Thlr.  Kapital;  die  Zinsen  werden  an  vier  Studirende
*  °  r-VÏ Clti)Cllt '  ® ie  ^krleihung  steht  der  Verwaltung  der
cv.  nnlden  Stlftungen  zu.
Christiane  Friederike  Gerstenberger,
SKm,  X  et  Gerstgarbesche  Armen-Stiftung.
Ş8WM
Ein  Waifenb»  «  Ģertrndi«.Stiftung  zn  Dill,neu.
ÄtSr“  **K"w  »s;  «
ausgestattet.  ®  "„gerichteten  Hause  nnd  8000  Thlr.  Kapital
Itti  salire  klassische  Musik  zu  Potsdam.
MàMWDZZ
        <pb n="227" />
        220

Stiftung  Gescher  zu  Mkinster.
Im  Jahr  1740  begründet,  bezweckt  sie  die  Unterstützung  heimlich  nothleidender
  Menschen  und  arbeitsunfähiger  Bürger,  welche  bürgerliche
Lasten  getragen  haben.  Kapital  11,300  Thlr.
Geschkesches  Stipendium  zu  Zossen,
von  der  Wittwe  Geschke  geb.  Reineke  (1828)  mit  1000  Thlr.  Gold
für  unvermögende  Stadtkinder,  welche  sich  auf  Universitäten  befinden,
event,  für  solche,  welche  sich  einer  Kunst  oder  einem  Handwerke  widmen, ­
  begründet.  Es  wird  vom  Magistrat  verliehen.
Gesecussche  Stiftung,
von  dem  1810  zu  Königsberg  +  Justiz-Kommissarius  Gesec  ns  dem
Aeltern  mittelst  Testaments  vom  3.  August  1802  errichtet,  mit  dem
1.  Januar  1850  ins  Leben  getreten.  Nach  dem  Willen  des  Stifters
und  den  darnach  getroffenen  Bestimmungen  des  Statuts  vom  12.  Mai
1849  sollen  im  Jnteresie  der  Stadt  Königsberg  jährliche  Prämien
ausgesetzt  und  gezahlt  werden;  1)  von  100  Thlr.  demjenigen  Landwirth
in  und  außerhalb  Dorfschaften  im  Umkreise  von  8  Meilen  um  K  önigsberg, ­
  der  durch  Zeugnisse  der  Obrigkeit,  des  Predigers  oder  des  Schulzen ­
  nachweiset,  daß  er  nicht  nur  die  Grenzen  und  Wege  seines  Besitzthums, ­
  sondern  überall  jeden  dazu  geeigneten  und  nicht  zur  landwirthschaftlichen
  Kultur  und  Benutzung  qualificirten  Theil  desselben  mit  Weiden ­
  oder  irgend  einer  andern  schnell  wachsenden  und  nutzbaren  Holzgattung ­
  bepflanzt  hat,  in  der  Art,  daß  dadurch  für  ihn  eine  erhebliche
Holznutzung  bereits  entsteht  oder  doch  in  Zukunft  entstehen  kann.  Die
Besitzung  soll  nicht  unter  zwei  und  nicht  über  zehn  Hufen  groß  sein.
Die  Zahl  der  gepflanzten  Stämme  muß  mindestens  500  betragen,  auch
müssen  dieselben  wenigstens  lj  Jahre  vorher  gepflanzt  und  gut  fortgegangen ­
  sein.  Der  Königsberger  landwirtschaftliche  Verein  prüft  die
eingegangenen  Bewerbungen  und  schlägt  drei  Konkurrenten  zur  Berücksichtigung ­
  vor;  2)  von  100  Thlr.  für  denjenigen  Landwirth  oder  diejenige ­
  Landwirthin  in  und  außerhalb  Dorfschaften  oder  Besitzer  eines
adlichen  Guts,  das  nicht  über  10  kulm.  Hufen  groß  ist,  im  Umkreise
von  8  Meilen  um  Königsberg,  der  nachweiset,  daö  meiste  und  beste
Federvieh  ans  seiner  eigenen  Besitzung  oder  Pachtung  erzogen  zu  haben.
Die  nach  Königsberg  verkaufte  Menge  selbst  erzogenen  Federviehs  muß
als  selbst  erzogen  durch  Zeugnisse  der  Obrigkeit,  des  Predigers  oder
des  Schulzen,  und  die  Zahl  des  nach  Königsberg  verkauften  Federviehs
durch  Bescheinigungen  der  Käufer  nachgewiesen  werden.  Der  landwirthschaftliche ­
  Verein  prüft  die  eingegangenen  Bewerbungen  und  schlägt
drei  Konkurrenten  zur  Berücksichtigung  vor.  Es  erhält  ferner  3)  100
Thlr.  derjenige  Landwirth  auf  nnadligen  Grundstücken  oder  auf  adligen ­
  Gütern,  die  nicht  mehr  als  10  kulmische  Hufen  groß  sind,  innerhalb ­
  8  Meilen  um  Königsberg,  der  durch  ein  Zeugniß  der  Obrigkeit,
des  Predigers,  oder  dcS  Schulzen  nachweiset,  in  seiner  Wirthschaft  die
Sommer-Stallfütteruttg  des  Nutz-  und  Betriebsviehes  mit  Ausschluß
der  Schafe  in  der  Art  ein-  und  durchgeführt  zu  haben,  daß  die  reich-
        <pb n="228" />
        221

"nd  gute  Ernährung  des  Viehes  mit  selbsterbautem  Grünfutter
(Klee,  Gras,  Rüben)  dadurch  insoweit  bewirkt  werden  konnte,  daß  nur
die  Nach  werde  auf  den  Wiesen  und  Stoppelfeldern  benutzt  zu  werden
ÜB
fàuste  um  Bienenzucht  müssen  durch  Zeugnisse  der  Obrigkeit,  des
Predigers  oder  des  Schulzen,  und  dre  Größe  des  verkauften  Honiaquautums
  durch  Bescheinigung  der  Käufer  nachgewiesen  werden.  Der
landwrrthschaftliche  Verein  prüft  die  eingegangenen  Bewerbungen  und
riÌfjļ“ 1  Konkurrenten  zur  Berücksichtigung  vor.  5)  Fünf  Prämien
LlfL  x  Jïïï  bleienigen  fünf  Fischer  des  frischen  und  kurischen
frhllL 0 ?  t  Pregett  vom  Soli  ember  Baum  ab  nach  dem  Hasi  hin
weisen"'  «*  bUri|  "?  3  t,tft  btä  b"nftenden  Oder-NschmeiflerS  nach-■i

buchs  in  der  Iw  x  r  ? Äeö  p  °p  "  lairen  medicinischen  Handïii'dic
  ohn-  ’ļ 1  ^ cu  şoļgeuden  Jahren  ein  Exemplar  jede  Landpostfrei ­
  d"  Kirche  einer  kleinen  Stadt  und  zwar
seUt  werden  verloren  gegangene  Exemplare  er-Bücker
  f.!ss  C  "ut.  der  Zeit  ein  Vorrath  von  über  100  Thlr.  dieser
tu,  io  wird  vorläufig  kein  größerer  angeschafft,  sondern  ist
        <pb n="229" />
        222

nur  darauf  zu  halten,  daß  stets  für  100  Thlr.  dieser  Bücher  zum
Weggeben  bereit  liegen.  Die  Auswahl  des  zur  Bertheilung  anzuschaffenden ­
  Werkes  erfolgt  nach  dem  jedesmaligen  Bedürfniß  der  Zeit
durch  die  Stifts-Administration  unter  Genehmigung  der  Regierung;
8)  jährlich  100  Thlr.,  welche  die  Regierung  nach  eigenem  Ermessen
zur  Pocken-Jmpfung  zu  verwenden  hat;  9)  jährlich  100  Thlr.,  welche
ohne  weitere  Bestimmung  an  die  Stadt-Armenkasse  abzugeben;  10)  jährlich ­
  100  Thlr.,  welche  dem  Gouvernement  für  Söhne  der  Unteroffiziere
und  Soldaten  der  Garnison  zu  Königsberg  zu  überweisen  sind.  Die
nach  Berichtigung  der  Verwaltungskosten,  der  Honorare  der  Administration ­
  rc.  verbleibenden  Ueberschüsse  werden  in  sechs  Theile  getheilt.
Davon  gehen  11)  *  ber  städtischen  Armenkasse  für  städtische  Arme  nach
dem  Gutbcfinden  des  Magistrats;  12)  dem  Gouvernement  zur  beliebigen ­
  Verwendung  für  Söhne  von  Unteroffizieren  und  Soldaten  der
Garnison  in  Königsberg  zu;  13)  von  den  übrigen  f  erhalten  zunächst
jährlich  20  Entdecker  solcher  Diebe,  die  zur  Nachtzeit  oder  im  Dunkeln
in  Königsberg  einsteigen,  stehlen,  oder  gar  rauben,  oder  auf  den
Straßen  im  Dunkeln  „gewaltigen",  ein  jeder  10  Thlr.  zur  Belohnung.
Den  Rest  erhält  die  Regierung,  um  ihn  zu  Prämien,  die  jedoch  nicht
100  Thlr.  übersteigen  dürfen,  zum  Besten  Königsbergs  zu  verwenden
und  auszubieten.  Der  Zweck  dieser  Prämien  ist  hauptsächlich  die  Beförderung ­
  der  Wohlfeilheit  des  Holzes,  der  Biktualien  und  der  Leinwand, ­
  der  Wollarbeiten  (jedoch  beides  nicht  in  Fabriken),  des  Hopfenbaues ­
  oder  was  sonst  der  Königl.  Regierung  zum  Nutzen  der  Stadt
an  Prämien  auszumieten  dienlich  erscheint.  14)  Was  bei  dem  Jnslebentreten
  der  Stiftung  über  74,000  Thlr.  hinaus  vorhanden  ist,  wird  zu
gemeinnützigen  Zwecken  für  die  Stadt  verwendet.  Die  Verwaltung  der
Stiftung  besteht  aus  einem  bout  Magistrat  zu  wählenden  Administrator ­
  und  aus  einem  Jnspicienten  (älteren  Rechtsanwalt),  von  welchen ­
  jener  100,  dieser  50  Thlr.  Honorar  bezieht,  und  aus  dem  erforderlichen ­
  Unter-Personal.  Im  Jahre  1853  waren  außer  dem  Kapitalstock ­
  von  74,000  Thlr.  bereits  32,000  Thlr.  vorhanden,  welche  der
Magistrat  zur  Herstellung  einer  neuen  fahrbaren  Brücke  über  den
Schloßteich  zu  verwenden  gedachte.  Im  Jahre  1860  hatte  der  Ueberschuß-Fonds
  ein  Vermögen  von  69,153  Thlr.  Administratoren  Stadtrath ­
  Moser  und  Justizrath  Stellt  er.
Gesellschaft  der  Freunde  zu  Berlin,
1792  von  jüdischen  Glaubensgenossen  zur  Unterstützung  verarmter,  zur
Pflege  erkrankter  und  zur  Bestattung  verstorbener  Mitglieder  mit  staatlicher ­
  Genehmigung  begründet.  Die  Aufnahme  in  den  Verein  wurde
weder  von  einem  bestimmten  Lebensalter,  oder  von  dem  Wohnsitze,  oder
von  dem  religiösen  Bekenntnisse  der  Mitglieder  abhängig  gemacht,  noch
war  die  Mitgliedcrzahl  begrenzt;  vielmehr  sollte  nach  den  Statuten
von  1792  die  Erwerbung  der  Mitgliedschaft,  bei  Entrichtung  bestimmter ­
  Beiträge  und  persönlicher  Unscholtcnheit  nur  dadurch  bedingt  sein,
daß  der  Beitretende  nicht  ausschließlich  von  fremder  Unterstützung  lebe.
        <pb n="230" />
        223

Repräsentirt  wird  der  Verein  nach  außen  hin  durch  einen  aus  9  Mitgliedern ­
  bestehenden  engern  Ausschuß.  Der  Verein  hat  ein  ansehnliches
mma

SV:  %'wT
Unterstützung  nicht  zulassen,  oder  die  gewährte  nicht  ausreicht  den
Stamm-Verein  zu  ergänzen;  sein  Fonds  bestand  1854  in  etwa  2506
'  /¿LP"  "gesellige  Verein  der  Gesellschaft  der  Freunde."  Im
^ahre  1820  znm  Zwecke  festerer  Begründung  eines  freundschaftlichen
ZKLZWWM
-,  Gesellschaft  der  Gartenfreunde.
mm
Ein  Privat  -  V-  '  "belichten  Bürger  zur  Maria  Reinigung  rn  Bonn.
Beförderung  der  erkrankter  Mitglieder  und  zur
mit  mm,  17m  ^
ßi»  Verein  V  ^  ^  t ® t,,bium  ^ 01 '  neuern  Sprachen  in  Berlin.
rv  a  I  ,  1Q  ş  schaft  für  deutsche  Sprache  in  Berlin.
1  U  ()  ll^şilftet,  bezweckt  sie  die  wiffenschaftliche  Erforschung
        <pb n="231" />
        224

der  deutschen  Sprache  und  des  deutschen  Schriftthums,  beschäftigt  sich
auch  mit  deutsche  Literatur.  Sie  hat  eine  ansehnliche  Bücher-Sammlung
  und  der  jährliche  Beitrag  des  einzelnen  Mitgliedes  beträgt
5  Thlr.  Zeitiger  Direktor  Dr.  Augu  st.
Gesellschaft  für  Erdkunde  zn  Berlin.
Der  Zweck  dieser  seit  1828  bestehenden  Gesellschaft  ist  Beförderung  der  genannten ­
  Wissenschaft  im  weitesten  Sinne  des  Worts,  durch  freie  mündliche
oder  schriftliche  Mittheilung.  Jeder,  von  dem  bekannt  ist,  daß  er  die  ganze
Erdkunde  oder  einen  Zweig  derselben  zu  seinem  wissenschaftlichen  Studium ­
  gemacht  hat,  desgleichen  Künstler,  die  durch  ihre  Geschicklichkeit  das
Studium  derselben  befördern,  so  wie  Alle,  welche  durch  Mittheilung
von  Materialien  dem  Zwecke  der  Gesellschaft  nützlich  werden  können,
sind  fähig,  noch  stattgefundener  Ballotage  als  Mitglieder  ausgenommen
zu  werden.  Die  Gesellschaft  (zeitiger  Borsitzender  Prof.  Dove)  hatte
im  Jahre  1859  ein  Vermögen  von  9100  Thlr.
Gesellschaft  jüdischer  Handwerker  und  Künstler  zur  gegenseitigen  Unterstützung
in  Krankheitsfällen.
Ein  seit  1846  bestehender  Berliner  Lokal  -  Bercin  zum  Zweck:  die
etablirten  Handwerker  und  Künstler  in  Erkrankungsfällcn  mit  ärztlicher
Behandlung,  Medikamenten,  Bädern  rc.  und  baarem  Gelde  (21  Thlr.
wöchentlich)  zu  unterstützen.  Die  Mitglieder  zahlen  einen  Beitrag  von
2  Thlr.  jährlich.  Die  Einnahme  1863  betrug  1435,  die  Ausgabe
1414  Thlr.,  und  es  wurden  von  den  Gesellschafts  -  Aerzten  219
Mitglieder  behandelt.  —  Der  Fonds  besteht  zur  Zeit  in  3500  Thlr.
Verbunden  mit  dem  Unternehmen  ist  eine  „Hülss-Anstalt  für  Wittwen
und  Waisen",  welche  1862  einen  Fonds  von  3025  Thlr.  besaß  und
eine  Einnahme  von  445  Thlr.  hatte.
Gesellschaft  naturforschcuder  Freunde  zu  Berlin.
1773  errichtet,  1784  erueuert,  1791  durch  eine  mit  Königl.  Bestätigung
versehene  Akte  bestätigt.  Sie  hat  ein  eigenes  vom  Könige  ihr  geschenktes ­
  Hans  (Französischestr.  29),  ein  Naturalien-Kabinct  und  eine
ansehnliche  Bibliothek.
Gesellschaft  Schomcr  la  Huker.
Eine  alte  Berliner,  im  Jahre  1861  neu  organisirte  und  mit  einem
Statut  versehene  Gesellschaft,  verfolgt  sie  neben  ihrer  rituellen  allgemeinen
  Tendenz  (alltägliche  besondere  Andachtsübungen  vor  Beginn  des
Frühgottesdieustes  in  der  Synagoge)  noch  den  besondern  Zweck  der
„Unterstützung  von  Leidtragenden".  Es  darf  nach  jüdischem  Ritualgesetze
der  Leidtragende  während  der  ersten  sieben  Trauertage  seinem  Geschäfte
nicht  nachgehen  und  werden  deshalb  allen  Leidtragenden,  ohne  Ausnahme, ­
  während  dieser  Zeit  von  der  Gesellschaft  verschlossene  Büchsen
mit  eingcsicgelten  Schlüsseln  dazu  zugesendet,  um,  wenn  sie  wohlhabend
sind,  darein  eine  Wohlthätigkeitsspcnde  zu  legen,  ober,  wenn  sic  der
Unterstützung  bedürftig  sein  sollten,  dieselbe  sich  daraus  nach  eigenem
Ermessen  zu  nehmen.  Die  Einrichtung  hierzu  ist  angeblich  so  künstlich
        <pb n="232" />
        225

und  so  delikat  getroffen,  daß  außer  dem  Betres
nicht  crmnal  die  Vorstandsmitglieder,  erfahrt
nommen  worden.  ş
Gesellschaft  Schutzwehren  der  Freiing  ,  mag,ne  Ķ è .n»  ,  «  »
(####
ş^ânkte  Korporatlons  -  Rechte  erhalten  hat.  Ende  1844  betrug  das
vermögen  nahe  an  12000  Thlr.,  das  jährliche  Bedürfniß  etwa  700  Thlr.
e ( ä tuten  "hielt  die  Gesellschaft  nnter  dem  29.  Juli  1856  und
Di.s.  ,%79,'  T' Mmt  btt  * täU,t  (H“—-«h-K.U.).
ŞK
hat  jedes  Mitglied  fü v  1  ^".spruch  aus  eine  Ausstattung  von  250  Thlr.
ihm  dieselbe  nicht  bn-frJf  1lct)  verheirathcnde  Tochter;  und  es  darf
ein  Eintritts-Kapital  ^enn  es  12  Jahre,  oder  falls  es
8  Jahre  Mitglied  ist  -  ;  Jahresbeitrages  gezahlt  hat,  wenn  es
sprochene  Mitgift  nicht  1 b,c  bcv  ® rftut  im  Ehevcrtrage  verwfà
  WÄt
mächtniß  der  Frau  hr  ^ocentigen  Fonds,  wozu  em  Ver-Ñ-
  -  u.  u  v°n  lOlll»  Th.i.  w:
Preuß.  Landbuch.  ^
        <pb n="233" />
        226

Bräute  jährlich  1800  bis  2000  Thlr.  Nach  dem  Jahresbericht  für  1861  63
hatte  die  Gesellschaft  527  Mitglieder,  darunter  35  perpétuelle  (deren
Todestag  mit  den  üblichen  religiösen  Verrichtungen  begangen  wird).
Ausgestattet  wurden  in  diesen  3  Jahren  119  Bräute  mit  7305  Thlr.
Vorsitzender  A.  H.  Heymann.
Gesellschaft  zur  Beförderung  der  evangelischen  Missionen  unter  den  Heiden.
Eine  im  Jahre  1824  zu  Berlin  gegründete  Gesellschaft,  die  seit  1830
(Sebastianssir.  25.)  ein  eigenes  Missions-Seminar  unterhält  und
selbstständig  Missionare  aussendet.  Ihre  Wirksamkeit  ist  ans  Süd-Afrika
  beschränkt,  wo  auf  17  verschiedenen  Stationen  30  Missionare
nebst  einigen  National-Gehülfen  in  ihrem  Dienste  thätig  sind.  Nach
dem  (40.)  Jahres-Bericht  zählt  die  Gesellschaft  252  Hülss-Vereine  und
hatte  1863  eine  Jahres-Einnahme  von  52,016  Thlr.  Im  MissionsSeminar ­
  werden  Zöglinge  zu  Missionaren  ausgebildet  und  in  dem
damit  verbundenen  Missions-Saale  werden  Missions-Vorträge  gehalten.
Die  Gesellschaft  hat  Korporations-Rechte;  im  Konnt«'-  G  ötze,  Büchscl,
Bachman  n  rc.
Gesellschaft  zur  Beförderung  des  Christenthums  unter  den  Juden,
1822  in  Berlin  zusammengetreten,  mit  die  Juden  (nicht  durch  irdische
Vortheile,  sondern  durch  Belehrung)  für  das  Christenthum  zu  gewinnen.
Sie  hat  Hülss-Vereine  in  Posen,  Stettin  und  Danzig,  unterhält  zur
Zeit  2  Missionare  und  hatte  im  Jahre  1862  3600  Thlr.  Einnahme.
Sie  bezieht  aus  der  Feilnersche  Stiftung  jährlich  '2\  Thlr.  und  hat
einen  Hitzigschcn  Legaten-Fonds  von  1500  Thlr.  An  der  Spitze
des  Konnte  Geh.  Justizrath  F  ocke.
Gesellschaft  zur  Verbreitung  der  Handwerke  und  des  Ackerbaues  unter  den
Juden.
1813  von  Joseph  Mendelssohn  u.  A.  in  Berlin  gegründet,  1843  reorganisirt.
  Sie  erhielt  Legate  von  A.M.  E  sch  we  12,175  Thlr.;  von  M.
Bielfcld  2000;  von  Normann  600  Thlr.;  1854  entstand  mit  einer
Zuwendung  von  5000  Thlr.  die  Sara  Levysche  Stiftung,  deren
Zweck  darauf  gerichtet  ist,  jüdische  Handwerker  bei  ihrer  Niederlassung
zu  unterstützen.  Die  jährlichen  Gesammt-Ausgaben  der  Gesellschaft
betragen  ca.  5000,  das  Vermögen  23,000  Thlr.  Vorsitzender  A.
Mendelssohn.
Gesellschaft  zur  Versorgung  der  deutschen  Hausarmen  in  Berlin  mit  freier
Feuerung.
Sie  besteht  seit  1779  und  und  besitzt  die  Rechte  einer  moralischen
Person.  König  Friedrich  II.  schenkte  ihr  6000  und  3000  Thlr.
zum  Kapitalfonds.  Die  Gesellschaft  bezweckt,  vcrschäinte  Arme,  namentlich ­
  Wittwen  höherer  Stände,  durch  Krankheit  und  Unglück  zurückgekommene ­
  Gewerbtreibende  und  andere  derartige  Familien  ohne  Rücksicht ­
  auf  Glaubensbekenntnis;  durch  Vertheilnng  von  Brennmaterial
gegen  die  strenge  Kälte  zu  schützen.  Jährliche  Einnahme  8—9000  Thlr.,
        <pb n="234" />
        227

fri.  41,000  ÎWr '  Ņ°rsiķ-»d-r  KrauSuick.  R-ud°nt  Hoff.
Gesellschaft  ,ur  B..s°r,uu,  !--»--«»  Ha««.,-mm  in  Berlin  mi.  freier
und  «tanti'*cm59C» ,C Bo# t 47 t 6w*ffî a ^ t  "'i'  /orporations-Rechten
Friedrich  II.  6000  und  300Ó  Tblr  br|, ' n '  Lrgrüuduug  schon
5600  Thlr.  Rendon,  B  i  erma  un  jährliche  Ausgab.
Gesindebelohnungs-  und  Unterstützungs-Fonds  zu  Berlin
W
I860  Mi.  bedeutendem  Hospital  IN  Berlin.
F.auf  80  weibliche  h  : ?}? K ^. stnb f  erbaut,  1861  eingeweiht.  Es
Aufnahme  geeignet  sind  ■  "bauliche  Personen  eingerichtet.  Zur
Zustandes  wegen  invaliden  '^mgen  ihres  Alters  oder  Gcsundheitslahr
  überschritten  baden  i«n|tfaotcn,  welche,  wenn  sie  das  60.  Lebensalter ­
  von  55  bis  60  Sühv  ,Ven ^  ** cv  letzten  10  Jahre,  wenn  sie  im
und  wenn  sie  das  55.  Lebens!  ?A)en,  während  der  letzten  15  Jahre,
letzten  20  Jahre  vor  ihr.  Î  Uod)  vollendet  haben,  während
*Ws*wäSì£lBSS
15*
        <pb n="235" />
        228

stützungen  aus  dem  Gesinde-Belohnungs-  und  Unterstützungs-Fonds.
(s.  d.)
Gesinde-Prämien-Verein  zu  Königsberg,
1847  von  dem  Sekretair  Bernhard!  begründet.  Gegen  einen  Jahresbeitrag ­
  von  1?z  Sgr.  erhalten  Dienstboten,  welche  mindestens  4  Jahre  bei
einer  und  derselben  Herrschaft  gedient  haben,  Prämien  von  5  Thlr.
ab,  welche  sich  je  nach  der  längeren  Dienstzeit  wiederholen  und  bis  zm
Darreichung  einer  lebenslänglichen  Unterstützung  steigern.  Der  Vcrem
hat  Korporations-Rechte,  von  1849—1862  wurden  123.1  Prämien  un
Betrage  von  6115  Thlr.  vertheilt  und  daneben  ein  Kapital  von
6120'Thlr.  gesammelt,  aus  dessen  Zinsen  23  dienstunfähige  Dienstboten ­
  eine  jährliche  Unterstützung  von  je  12  Thlr.  erhalten.
Gesterdingsches  Bermächtniß.
Die  verw.  Bürgermeister  G  e  st  er  ding,  geb.  v.Vahl,  (t  1838)  setzte
2500  Thlr.  zu  dem  Zwecke  aus,  daß  von  den  Zinsen  desselben  arme
Wittwen  und  Waisen  der  Stadt  Greifswald,  insbesondere  die  zur
Klasse  der  verschänlten  Armen  gehörigen,  unterstützt  werden  sollen.  Dle
Verwaltung  der  Stiftung  hat  der  Magistrat.
Gev  ers,
Kommerziell-  und  Stadtrath  zu  Görlitz  (t  1849)  vermachte  letztwillig
a)  1000  Thlr.  den  dortigen  vier  Volksschulen.  Die  Zinsen  sollen  denjenigen ­
  beiden  Lehrern  an  diesen  Schulen  jährlich  als  Belohnung  zu
Theil  werden,  welche  sich  nach  dem  Zeugnisse  der  ^chul-Jnspektion  im
Laufe  des  Jahres  durch  sorgsamen  und  zweckmäßigen  Unterricht  der
ihnen  anvertrauten  Jugend  besonders  ausgezeichnet  haben;  1&amp;gt;)  2000  Thlr.
dem  Tuchmacher-Mittel,  für  vier  der  hülfsbcdürftigsten  Meister,  denen
die  Zinsen  jährlich  nach  der  Stimmenmehrheit  der  Aeltcsten  und  des
Ausschusses  des  Tuchmacher-Mittels  alljährlich  ausgezahlt  werden  sollen;
c)  1000  Thlr.  der  Kirche  St.  Petri  und  Pauli,  zur  Salarirung  des
Organisten  für  die  ihm  zur  Pflicht  zu  machende  Orgelbcglcitung  m  dem
jedesmaligen  Frühgottesdienste;  d)  1000  Thlr.  dem  Waisenhause;
e)  1000  Thlr.  der  Armen-Anstalt;  f)  1000  Thlr.  für  arme  Lehrlinge.
Von  den  Zinsen  sind  die  Aufnahmekosten  und  sonstigen  Bedürfnisse  von
4  armen  Lehrlingen,  welche  sich  durch  Fleiß  und  sittliches  Betragen  auszeichnen, ­
  zu  bestreiten;  g)  500  Thlr.  der  Kleinkindcr-Bewahranstalt;
h)  2000  Thlr.,  wovon  die  Zinsen  zur  Hälfte  im  Winter  zur  Holzvertheilung,
  die  andere  Hälfte  der  Suppen-  oder  Speisevcrtheilungs-Anstalt
  für  die  Armen  überwiesen  werden  sollen;  i)  dem  Blinden-Jnstitut
  zu  Breslau  1000  Thlr.  und  k)  der  Jrren-Heil-Anstalt  zu  Plagwitz ­
  (jetzt  Leubus)  1000  Thlr.  Die  Zinsen  zu  i,  k.  sollen  vorzüglich
den  aufzunehmenden  Unglücklichen  aus  Görlitz,  denmächst  aus  dem
Regierungsbezirk  Licgnitz  zu  Gute  kommen.
Gewerbehaus  zu  Brieg.
Fabrikant  Robert  Schärff  schenkte  1864  der  Stadt  Brieg  12,000  Thlr.
zum  Zwecke  der  Beförderung  des  Gewerbesteißes  und  zur  Verbreitung
        <pb n="236" />
        229

■
GFm,  s-  -  m  Gewerbe-Institut  zu  Berlin.
aus  der  Bui
Stipendium.
1863  gì  X  '  s  "  •  Gewerbeschule  zu  Barmen
Kursus,  ein  abgegrenrte«  'ut  ^  Zwei  Klaffen  mit  je  einjährigem
die  Gewerbe,  theils  für  x- Cl !v m  und  bereitet  theils  unmittelbar  für
hat  zwei  Klaffen  mit  ie  .  Here  Gewerbeschule  vor.  Die  letztere
Kursus.  Sie  bezweckt  ein»  -  und  eineSelekta  mit  halbjährigem
höheren  technischen  Berufsar^""^^^^  Borbereitung  einer  Seits  für  die
Wkrbe-Jnstitut  und  bi'  ^  ^  ®“‘
^  b°-w-ckt  bl'  V-rm°h7u7g°  u^-"iràgà°7»  d'm  G-w»b°w.s-n
        <pb n="237" />
        230

K.

nützlichen  Kenntnisse  und  hat  450  Mitglieder.  Sie  zahlen  ein  Antrittsgeld ­
  von  1  Thlr.  und  einen  jährlichen  Beitrag  von  2  Thlr.  Der
Verein  besitzt  ein  Vermögen  von  2000  Thlr.  und  eine  ansehnliche
Bibliothek.
Gewerbliche  UiiterstittzniigS-Kassen  zu  Berlin.
Im  Jahre  1864  gab  cs  79  Unterstützungs-Kaffen  für  Fabrikarbeiter
und  Gesellen  und  64  für  Meister.-  Die  ersteren  hatten  ein  Gcsammt-Vermögcu
  von  226,795  Thlr.,  die  andern  von  304,979  Thlr.,  sowie
zwei  Häuser  im  Fcucrkaffcnwcrth  von  zusammen  47,000  Thlr.,  endlich
auch  64  Morgen  Land.  Die  durchschnittliche  Zahl  der  Mitglieder  betrug ­
  bei  den  Gcsellen-Kassen  76,365,  bei  den  Meister-Kaffen  19,623.
Bei  den  Gesellen-Kaffen  beträgt  der  jährliche  Gesammt-Beitrag  der  an
der  Kasse  teilnehmenden  Mitglieder  238,863  Thlr.  und  der  Arbeitgeber ­
  27,658  Thlr.  15  Sgr.  4  Pf.,  bei  den  Meister-Kassen  der  Beitrag ­
  der  Mitglieder  34,278  Thlr.  24  Sgr.  8  Pf.  Eine  der  Gesellen-Kaffen
  (die  Seidenwirker-Gesellen-Kranken-  und  Sterbe-Kasse)  besitzt
noch  eine  Frauen-Sterbekasse  mit  390  Mitgliedern.
Gewerk  AuSstellungS-Fonds  von  1840.
Eine  Berliner  Lokal-Stiftung.  Der  Fonds  wurde  aus  den  Einnahmen
einer  Ausstellung  der  Gewerks-Insignien,  welche  bei  der  Rückkehr
Königs  Friedrich  Wilhelm  IV.  und  der  Königin  am  21.  September
1840  im  Gebrauch  gewesen,  im  November  1840  gegründet  und  ist
dazu  bestimmt,  jährlich  Prämien  von  je  20  Thlr.  an  inländische  zünftige ­
  Gesellen,  welche  sich  besonders  gut  geführt  und  mindestens  zwei
Jahre  lang  als  Gesellen  in  hiesigen  Werkstätten  gearbeitet  haben,  zur
Unterstützung  und  ferneren  Ausbildung  zu  ertheilen.  Das  Kapital
dieser  Stiftung  hat  sich  seit  1840,  wo  es  6175  Thlr.  betrug,  durch
Belegung  erübrigter  Zinsen-Einnahmen  vermehrt.  Die  Vorschläge  zu
Unterstützungen  erfolgen  wie  beim  Friedrichs-Gewerbe-Stipendium
(s.  d.)  durch  die  Jnnungs-Borständc  und  die  Auswahl  der  würdigsten
Vorgeschlagenen  durch  das  aus  Magistrats-Personen,  Gewerks-Assessoren
und  Altmeistern  bestehende  Kuratorium  der  Stiftung.  Prämien  erhalten ­
  10—12  Gesellen.
Gewerks  Kranken-Berein  zu  Berlin.
Ein  Berliner  Lokal-Verein,  ist  er  im  Jahre  1846  gegründet  und  steht
unter  Aufsicht  des  Magistrats.  1862  umfaßte  er  73  Gesellen-  und
Fabrik-Kassen  mit  62,868  Mitgliedern;  von  34  bei  dem  Verein  beschäftigten ­
  Aerzten  wurden  49,414  Kranke  behandelt.  Die  Ausgaben
betrugen  35,711  Thlr.,  also  für  jeden  Kranken  noch  nicht  22  Sgr.
Das  Vermögen  sämmtlicher  Kassen  belief  sich  auf  86,000  Thlr.
v.  Geyersches  Stipendium,
Es  besteht  in  150  Thlr.  jährlich  und  ist  für  studirende  Familienglieder
und  in  deren  Ermangelung  für  andere  bedürftige  Studirende  bestimmt.
Die  Verleihung  hat  der  Magistrat  in  Gr.  Salze.
        <pb n="238" />
        231

Franziska  Gläser,
mm###
or  ,  _  Glas  ser-Stiftung.
ŞMWUZM

Ģ
Er  wird  bei  der  Reaiernn^.  ^  ^  Stipendien-Fonds.
2200  Thlr.  Einnahme.  ^  Bromberg  verwaltet  und  hat  jährlich
Pension  irter  Lehrer  (t  zu  D^'lSK^Hiüttrließ  der  Iati,.  Kirche  und
        <pb n="239" />
        Gemeinde  zu  Leichlingen  (Solingen)  mehrere  Vermächtnisse.  Darunter
1000  Thlr.  zur  Ausbildung  eines  armen  kath.  Knaben;  600  Thlr.  zur
Erlernung  eines  Handwerks;  800  Thlr.  zur  Bertheilung  an  katbolische
Haus-Arme  im  Winter;  600  Thlr.  zur  Anschaffung  guter  Schriften
für  arme  Schulkinder.
Goedeckesche  Ltiftnng,
ein  auf  dem  Rittergute  Döllnitz  (Halle)  eingetragenes  Vermächtniß  bfr
vcrw.  Goed  eck  e,  geb.  Schwarz  (t  1855)  von  2000  Thlr.  Die
Zinsen  sollen  alljährlich  mit  5  pCt.  für  die  Armen  und  Kranken  der
Gemeinde  Döllnitz  verwendet  werden.
Goedenfche  Stiftung.
Dr.  Hcnnig  Goeden,  Propst  der  Schloßkirche  in  Wittenberg,  legirte
(1529)  1000  Msi.  zu  vier  Stipendien,  je  für  eine  Fakultät  der  lamaligen
  Universität.  Studirende  aus  der  Familie  des  Stifters  haben
den  Vorzug;  die  Kollation  sieht  der  Verwaltung  der  Wittenbercer
Stiftungen  bei  der  jetzigen  Universität  Halle-Wittenberg  zu.  (Kcch
G.  443.)
Göhligsche  PosteritätS-Schnlen  und  Arm  en-Stiftung,
zur  Unterstützung  armer  Bürger  und  Bürgerinnen  und  zur  Anschaffung
von  Kleidungsstücken  für  20  arme  Schulkinder,  katholischer  und  evang.
Konfession,  1816  von  dem  Kaufmann  und  Stadtältesten  Johann  Gottlieb ­
  Göhlig  zu  Reichenbach  in  Schlesien  mit  2400  Thlr.  begründet.
Im  Jahre  1831  betrug  der  Fonds  durch  Zinsenvermehrung  und  weitere ­
  Zuschüße  bereits  4400  Thlr.,  1837  wurde  er  von  der  Ehegattin  des
Stifters  letztwillig  um  1000  Thlr.  vermehrt,  deren  Zinsen  zur  Anschaffung ­
  von  Feuerungs-Material  für  20  arme  alte  Personen  verwendet ­
  werden  sollen;  1838  wendete  G  öhlig  der  Stiftung  wiederum
2800  Thlr.  und  1000  Thlr.,  sowie  3000  Thlr.  in  Pfandbriefen  zu;
die  Zinsen  der  letzteren  sollten  znr  Hälfte  an  jene  20  armen  alten
Personen,  zur  Hälfte  an  3  arme  70  jährige  Bürger,  welche  durch  Redlichkeit ­
  und  Berufsthätigkeit  sich  ausgezeichnet,  ohne  Unterschied  der  Konfession ­
  vertheilt  werden.  Das  Vermögen  der  Stiftung  betrug  jetzt
14,565  Thlr.  Im  Jahre  1840  vergrößerte  Göhlig  daffelbc  abermals ­
  mit  3000  Thlr.  in  Pfandbriefen,  indem  er  bestimmte,  daß  bis
zu  seinem  Tode  die  Zinsen  davon  dem  Stiftungs-Vermögen  zuwachsen,
dann  aber  \  der  Zinsen  dieses  Kapitals  jedesmal  am  2.  November  zu
gleichen  Raten  an  20  arine  alte  Personen  vertheilt,  ;  zur  besseren
Anschaffung  nothwendiger  Kleidungsstücke  für  die  Schulkinder,  1-  zur
Gehalts-Erhöhung  des  Ober-Vorstehers  und  Rendanten  der  Stiftung
und  zur  Deckung  unvorhergesehener  Ausgaben  verwendet  werden  sollten.
Mit  dieser  Stiftung  in  Verbindung  steht  ;i)  die  Göhligschc  Fu  «dation ­
  für  arme  dienende,  tugendhafte  christliche  Bürgermädchen  der
Stadtqemeittde  Ncichenbach,  1825  von  der  Gattin  des  Vorigen,  geb.
Keller,  mit  1000  Thlr.  begründet,  und  1837  um  1200  Thlr.  vermehrt, ­
  indem  sie  bestimmte,  daß  die  Beneficien  ohne  Rücksicht  auf  Konfession ­
  vertheilt  werden  sollten.  Jetzt  werden  jährlich  drei  Dienst-
        <pb n="240" />
        233

Mädchen,  welche  mindestens  3  Jahre  bei  einer  Herrschaft  zur  Zufriedenheit ­
  gedient,  haben,  Prämiirt;  Bürger-Töchter  aus  der  Stadt  erhalten
»«»
Go  eli  cke'sches  Stipendium.
Milten-Ltipendlum,  das  andere  für  einen  Studiosus  der  ev.  Theologie.
Die  Kollation  steht  der  Universität  Breslau  zu.
Müller  G  örck  esches  Stift  zu  Grünhof  (Pillan),
zur  Aufnahme  einiger  alten  Leute  bestimmt.  Die  Verwaltung  steht
dem  Pfarrer  in  Pobcthcn  zu.  Vermögen  200  Thlr.
Goeringsche  Stiftung.
6  «n  .  s  Goering-Ttriezsche  Stiftung.
MYMWW
WWHWWM
Geschwister  des  Erblasse«  Z»"sen  erst  nach  dem  Ableben  der
Urs  an  die  Stiftung  fallen  sollten.
L'  Ģ.  à.
        <pb n="241" />
        234

liche  Führung  in  gutem  Rufe  stehen,  eigenes  Mobiliar  besitzen  und
einen  bestimmten  Broderwerb  nachweisen  können.
Gör  li  her  Stiftung  zur  Gewährung  von  Darlehnen  für  Gewerbetreibende.
Von  dem  î  Kommerzienrath  Ferdinand  Schmidt  begründet,  besteht  sie
seit  1852  und  hatte  bis  Ende  1861  1761  Darlehne  im  Betrage  von
56,624  Thlr.  bewilligt.  Das  Vermögen  betrug  Ende  1861  4335
Thaler.
v.  Görnesche  Stipendien-Stiftung,
von  Fräulein  Marie  v.  Görnc  (1777)  herrührend.  Sic  besteht  bei
dem  Gymnasium  und  der  Real-Schule  zu  Brandenburg.  Die  Stiftungs-Urkunde ­
  bestimmt,  daß  der  Saldernschen  Schule  ein  Kapital  von
1400  Thlr.  verbleiben  soll,  von  deren  Zinsen  eine  vaterlose  Waise,  die
Studirens  halber  die  Schule  besucht,  jährlich  40  Thlr.  zu  beziehen  hat,
auf  ein  Jahr;  Predigersöhne,  einheimische  oder  auswärtige  haben  dabei
den  Vorzug.  Kollator  ist  der  Magistrat.
Haus  Ludwig  v.  Görtzke
zu  Berlin,  schenkte  1726  (Lisco  S.  106)  1140  Thlr.  Von  den
Zinsen  sollen  Unterstützungen  erhalten  nothleidendc  und  bedürftige  Personen, ­
  so  sich  zur  evangelisch-lutherischen  Lehre  bekennen,  und  sonderlich ­
  diejenigen,  die  etwa  blind,  lahm  und  Alters  halber  nicht  mehr  arbeiten ­
  und  ihr  Brot  verdienen  können,  dabei  sich  jedoch  im  Leben  und
Wandel  christlich  aufführen;  die  Verwaltung  liegt  den  beiden  ordentlichen ­
  Predigern  von  St.  Marien  und  dem  Kirchen-Vorstande  ob.
Göschkefchcs  Stipendium  zu  Spandau,
von  der  vcrw.  Justiz-Amtmann  Göschke  geb.  Runicle  (1828)  mit
1500  Thlr.  Gold  gestiftet.  Es  wird  an  einen  oder  zwei  arme  und
würdige  Studirende  aus  Spandau,  event,  an  bedürftige  und  tüchtige
Künstler  und  Handwerker  eben  daher,  auf  3  Jahr  vergeben.  Kollator
ist  der  Magistrat.
ñrau  v.  Götze,
geb.  v.  Saldern,  Oberhofmeisterin  zu  Berlin,  legirte  1678  600
Thlr.  und  zwei  Buden  hinter  ihrem  Hause  ans  dem  Werder  zum  Unterhalt ­
  und  zur  Wohnung  für  vier  nothleidendc  vertriebene  Wittwen  reformirter
  Religion.  Im  Laufe  der  Zeit  ist  an  die  Stelle  der  Buden  ein
massives  Haus  (Kaiserstraßc  19)  getreten;  1858  erweitert,  gewährt
dasselbe  20  freie  Wohnungen  an  Wittwen  und  nnverehelichtc  weibliche
Arme  der  Dom-Gemeinde.  Die  Verwaltung  steht  dem  Dom-Kirchen-Kollegium
  zu.
Götze,
Kaufmann  zu  Berlin,  errichtete  eine  Stiftung  zu  dem  Zweck,  daß  den
Kindern,  welche  das  dortige  Friedrichs-Waisenhaus  verlassen,  von  den
Zinsen  des  Kapitals  eine  Bibel  mitgegeben  wird,  in  welche  der  Name
Götze  eingeschrieben  ist.
        <pb n="242" />
        235

Graf  v.  Götzen.
IS1$£€S
Gogolsche  Stiftung.
WZŞSMM
Goldfänger  -  Stiftung.
Baer  Philipp  Goldschmidt.
MW
ober  noch  zu  errichtende  v.f  &amp;gt;1«-  ober  Auslandes  bereits  bestehende
mastlg  vertheilt  werden.  N  .^.^  ^stalten  (Hetli  lia  Midrasch)  gleich
Mehrbetrag  zu  gleichen  aíL!*  "gebendem  ZinS-Ueberschusfe  soll  der
selben  Bedingung  vertheil,  .  an  noc *)  mehrere  Städte  unter  derdes ­
  Stadt-Gerichts.  erden.  Die  Stiftung  steht  unter  Aufsicht
beni  Mmschm  R-°l°Gàà&amp;gt;''  *""" 8 ”" M '
Stadtraths  Better  erhielt  La  íÜ Un  * u  Berlin.  Durch  Vermittlung  des  f
von  500  Thlr.,  das  unter  dnn'".nasium  1829  als  Geschenk  ein  Kapital
oblgen  Namen  bei  der  Gymnasial-Kasse
        <pb n="243" />
        236

verwaltet  wird,  und  durch  Ansammlung  der  Zinsen  bis  ans  3000  Thlr.
vermehrt  werden  soll,  woraus  dann  die  Zinsen  als  Beihülfe  für  die
Lehrer  des  Kölnischen  Gymnasiums  zu  ihrer  Wohnungsmicthc  verwendet ­
  werden  sollen.  (Lisco  Ş.  284.)
Gommersdorfer  Fonds,
für  Arme  der  Stadt  Neuwied  und  der  Gemeinde  Hcddesdorf.  Kapital ­
  9500  Thlr.
Gräfin  Gorczenska,  geb.  v.  SkorzewSka,
ehemalige  Besitzerin  von  Dobrzyca,  hinterließ  (1801)  der  Gemeinde
Klonowo  (Krotofchin)  ein  Legat  zur  Unterhaltung  einer  Kirche  und  zum
Ankauf  einer  Halbhüfner-Stellc.  Der  Fonds  beträgt  zur  Zeit  2000
Thlr.,  wird  noch  weiter  vergrößert,  und  von  einem  Kuratorium  unter
Aufsicht  des  Landraths  verwaltet.
Konstantia  v.  Gorzenska,
geb.  Soltyk  legirte  im  Jahre  1818  166ş  Thlr.,  deren  Zinsen  an
Arme  des  Orts  Witaszyce  vertheilt  werden  sollen.  Das  Kapital  ist
durch  Ersparnisse  verdoppelt.
G  o  rga  S  sche  Stiftung.
Die  1855  zu  Berlin  f  Wittwe  des  Dr.  med.  Medicus,  geb.
Gorg  as,  vernlachte  der  Armen-Direktion  eine  Summe  von  etwas
über  1000  Thlr.  :  ans  den  Zinsen  soll  hülfsbedürftigen  Wittwen,
die  durch  Kränklet,  oder  durch  ein  organisches  Leiden  am  Erwerbe  ihres
Unterhalts  verhindert  sind,  eine  angemessene  Unterstützung  gewährt
werden.
G  orges  sche  Stiftung  zu  Danzig,
von  dem  1830  t  Kaufmann  Wilhelm  Gorges  herrührend.  bestimmte ­
  JY  Theile  seines  Vermögens  zu  einer  „Testaments-Stiftung
der  Geschwister  Gorges  zum  Besten  nothleidcnder  Menschen"  mit
dem  Zwecke,  daß  die  Zinsen  davon  an  bejahrte,  ohne  ihr  Verschulden
verarmte,  erwerbsunfähige  Personen  beiderlei  Geschlechts  aus  dein
Kaufmannsstande,  ohne  Unterschied  der  Religion,  desgleichen  an  die
in  Danzig  geborenen  erblindeten  oder  blindgeborenen  hülfsbedürftigen
Personen,  letztere  ohne  Unterschied  des  Standes  vertheilt  werden  sollten. ­
  Die  Verwaltung  ist  drei  zur  lutherischen  Kirche  gehörigen  rechtschaffenen ­
  und  begüterten  Männern  aus  dem  Kaufmannsstande  übertragen ­
  ,  die  Oberaufsicht  führt  die  Regierung.  Das  Vermögen  der
Stiftung  betrug  im  Jahre  1836  262,576  Thlr.,  von  deren  Zinsen
etwa  340  blinde  und  nothleidcnde  Personen  unterstützt  wurden.  Die
einzelnen  Spenden  sollen  halbjährlich  nicht  unter  18  Thlr.  sein.  Die
Stiftung  erhielt  1840  Korporations-Rechte.
v.  Gose-Bachin  annsche  ErziehnngS  Anstalt.
Die  Landräthin  v.  Gose,  geb.  v.  Loschkull  (+  1799)  verordnete
lctztwillig,  daß  auf  ihrem  adeligen  Gute  Bachmann  (Memel)  ein  Erziehungs-Institut ­
  für  Knaben  errichtet  werden  und  die  Revenüen  der
        <pb n="244" />
        237

Hü
f  g  Goßners  Haus.
'•  "  àji-hung  verlassener  «uba  weiblichm  G-schl-cht«.
Gotteshütte,
8M8N8
WWMFM
aus  dem  Kreis  -Landrathe  Zu  Magdeburg  geleitet,  welche  ein
Mit  der  näheren  Bcauşsieļişi  Ephorus  gebildetes  Kuratorium
beauftragt.  Damit  in  Administrators  und  Rendanten
pendien",  jedes  von  ^""àng  stehen  die  drei  „Stolberqschen  Sti-Anna
  v.  Stolbera  bei  1,11  ^ahre  1572  von  der  Aebtissm
steht  der  Regierung  zu.  Ģotteskasten  fundixt.  Die  Verleihung
Gymnasial-Direktor  zu  Köiüasb'  ,^°"hold.
Kollegium  daselbst  9000  (t  1858)  vermachte  dem  Friedrichsösfentlichen
  Akten  verlieben  i  ^  Stipendien  und  Prämien,  welche  in
werden  sollen;  seine  Bücher-Sammlung
        <pb n="245" />
        238

hinterließ  er  der  königlichen  Bibliothek,  in  welcher  sie  eine  eigene  Abtheilung ­
  bildet.
G  ottsch  alkscheS  Legat,
bei  der  St.  Andreas-Kirche  zn  Erfurt;  Zinsen  jährlich  64  Thlr.,  die
an  Arme  vertheilt  werden.  Ein  gleiches  Legat  zu  gleichem  Zweck  besteht ­
  bei  der  St.  Johannis  (Augustiner-)  Kirche  daselbst;  Zinsen  54  Thlr.
Joh.  Gottsmann  sche  Stiftungen.
Sie  sind  von  dem  am  24.  März  1847  zu  Nikolai  verstorbenem  fürstlichen ­
  Kammer-Kommissarius  Johann  Gottsmann  errichtet;  die  erste
ist  a)  zur  Gründung  eines  Waisenhauses  für  die  Hinterbliebenen  Kinder ­
  fürstlich  Pleßscher  Unterbeamtcn  bestimmt.  Das  fürstliche  Dominium ­
  Pleß  hat  die  Verwaltung.  Das  Bernlögen  belief  sich  Ende  1861
auf  9500  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Unterstützung  von  Waisen  verwendet
werden.  l&amp;gt;)  Das  Vermögen  der  zweiteil  bestand  Ende  1861  in  Grundstücken ­
  im  Werthe  von  1900  Thlr.  und  in  1520  Thlr.  Kapital.  Von
dem  Ertrage  der  Grundstücke  und  den  Zinsen  (jährlich  etwa  312  Thlr.)
werden  stiftungsmäßig  eine  Anzahl  Waisen  des  Ortö  ohne  Unterschied
der  Religion  unterstützt  und  gekleidet.  Die  Verwaltung  des  Fonds
steht  deut  Magistrat  zu.  Noch  setzte  Gottsmann  ein  Kapital  von
4000  Thlr.  aus,  aus  welchem,  nachdem  dasselbe  durch  Verzinsung  bis
ans  6000  Thlr.  herangewachsen,  alljährlich  zwei  elternlose,  in  Diensten
stehende  Bürgertöchter  aus  der  Stadt  Pleß  ohne  Unterschied  der  Religion ­
  bei  ihrer  Verheirathung  durch  Auszahlung  der  jährlichen  Zinsen,
jede  mit  150  Thlr.  ausgestattet  werden  solleil.  Er  bestimmte  ferner
ein  Kapital  von  4026§  Thlr.  für  die  Stadt  Pleß,  um,  nachdem  solches ­
  noch  27  Jahre  (bis  zum  100sten  Geburtstage  des  Erblassers)
verzinset  und  der  Zins-Ertrag  dem  Kapital  zugeschlagen  sein  werde,
die  Zinsen  zu  wohlthätigen  Zwecken  zu  verwenden.  Beide  Stiftungen
haben  1847  die  staatliche  Genehmigung  unter  Verleihung  der  Korporations
  -  Rechte  erhalten.  —  Mit  seinem  übrigen  Vermögen  errichtete
rc.  Gottsmann  ein  „Geld-Fideikonuniß"  für  seine  Seitenverwandten
mit  der  Bestimmung,  daß  der  Nießbrauch  dieses  Vcrmögensbcstandes
nur  20  Jahre  lang  den  Seitenverwandten  zustehen,  dann  aber  daö  Kapital ­
  dem  von  ihm  gestifteten  Fonds  zur  Ausstattung  armer  Bürger-Töchter
  zufallen  solle.  In  Gemäßheit  dieser  letztwilligen  Anordnungen
bestehen  (Ende  1861)  drei  Gottsmann  sche  Wohlthätigkeits-Fonds,
der  erste  von  6000  Thlr.,  dessen  Zinsen  an  zwei  verwaisete  Bürger-Töchter,
  der  dienenden  Klasse  angehörig,  als  Braut-Ausstattung  mit  je
150  Thlr.  gegeben  werden.  Der  zweite  mit  einem  Vermögen  von
6820  Thlr.,  dessen  Zinsen  bis  zum  17.  März  1874  angesammelt  werden ­
  und  über  deren  Verwendung  zu  wohlthätigen  Zwecken  demnächst
der  Magistrat  und  das  fürstliche  Dominium  Pleß  Bestimmung  zu  treffen
haben.  Der  dritte  mit  einem  Vermögen  von  6895  Thlr.,  dessen  Zinsen ­
  jährlich  drei  der  ältesten  Descendenten  der  Seitenverwandten  des
Stifters  erhalten  sollen,  jedoch  nur  20  Jahre  lang,  von  dem  Tode  des
Stifters  an  gerechnet.  Vom  17.  März  1867  ab  wird  dieser  dritte
        <pb n="246" />
        239

Wogíhíf  Xiìn.  Safim  imrü6,r  *"
Grabsches  Legat.
100  Thlr.,  un  ^eren^Zj^/  ^/h'rlich^  ^ mann  (+  1836 )  ie 9 irte
Wlttwcn  unterstützt  werden  Die  ""bescholtene  Soldaten-Magistrat
  zu  Gr°!ff-.,b.rg  j'ņ  Schl°si7n  """»  ñ°"ds  ha.  d-r
Ģraffsches  Legat,
êSSŞW
'  Ģrajewskische  Stiftung  zu  Rasteiiburg.
^  ÄÄ
G  ram  schon  sciies  Legat,
'°"  ""b
ÌSliPsil

Kapital,  besten  Zinsen

Rechtsanwalt  (f  1857)  h^V'  Gregory.
s 0  .-  die  Zinsen  sollen  lali  ^'^Stadt  Schniiedcbcrg  in  Schlesien
u  cvang.  Arme,  Alte  und  Kran,^^°^nni  und  halb  zu  Weihnachten
^  '^nļe  des  OrtS  vertheilt  werden.
-  -  %  -«o,  .Mit-
        <pb n="247" />
        240

qlied  des  damaligen  K.  Armen-Direktorii  zu  Berlin)  herrührend.  Es
wird  bei  der  städtischen  Hanpt-Stiftungs-Kasse  verwaltet,  und  betrug
1000  Thlr.  Bürgerliche  Kranke,  welche  in  ihren  Häusern  bleiben,
sollen  von  den  Zinsen  höhere  Almosen  erhalten.
Kornelius  de  Greifs,
Rentier  zu  Krefeld  (+  1863)  vermachte  458,000  Thlr.  zu  gemeinnützigen ­
  und  wohlthätigen  Zwecken.  Er  legirte  l)  120,000  Tblr.  für
das  städtische  Krankenhaus  mit  der  Bestimmung,  daß  von  dieser  Summe
20,000  Thlr.  nach  Bedarf  zu  baulichen  Vergrößerungen,  die  Zmsen
der  übrigen  100,000  Thlr.  zur  Bestreitung  der  laufenden  Bedürfnisse
verwendet  werden  sollten;  2)  50,000  Thlr.  zur  Einrichtung  eines
Berpflequnqshauses  für  dürftige  arbeitsunfähige  Männer,  welche  das
Alter  von  65  Jahren  überschritten  haben  ;  3)  50,000  Thlr.  ebenso  für
dürftige  Frauen  in  gleichem  Alter;  4)  50,000  JÜ)lr.  für  das  evang.
Waisenhaus;  5)  50,000  Thlr.  für  das  kath.  Waisenhaus;  6)  50,000
Thlr.  zur  Verpflegung  von  Geisteskranken,  Blinden  und  Taubstummen
aus  den  Zinsen;  7)  50,000  Thlr.  zur  Unterstützung  von  50  dürftigen
braven  Familien,  namentlich  solchen,  welche  viele  Kinder  zu  ernähren
haben,  aus  den  jährlichen  Zinsen;  8)  8000  Thlr.  zum  Bau  eines
geräumigen  Leichenhaufes  auf  dkm  Gottesacker  zur  .hbhaltnng  dec
Grabreden;  9)  4000  Thlr.  zur  Erweiterung  und  Verschönerung  des
Kirchhofes;  10)  20,000  Thlr.  zur  Errichtung  einer  städtischen  Fleischhalle;
  11)  6,000  Thlr.  zur  Errichtung  einer  städtischen  Kornhalle;
12)  für  die  Armen  zu  Kirnt  8000  Thlr.  zu  Brot  und  FeuerungsMaterial ­
  rc.  ^
Griesstedter  Stiftungs-Fonds,
auch  deutscher  Ordens-Fonds.  Die  Verwaltung  steht  der  Regierung
in  Erfurt  zu  und  es  werden  namentlich  Stipendien  an  hülfsbedürftige
Stndirendc  der  Universität  Halle  und  an  Zöglinge  der  Landes-Schule
Pforta  gewährt.  Das  Stiftungsgut  Griefstedt  (Weiße,lsce)  hat  2157
Morgen  Land  und  gewährt  einen  Ertrag  von  jährlich  15,000  Thlr.
Davon  bekommt  die  Universität  Halle  7700  Thlr.  und  1000  Thlr.
werden  zu  Unterstützungen  und  Stipendien  für  Studirende  evang.  und
kath.  Konfession,  welche  aus  den  vormals  K.  Sächsischen  Landestheileu
gebürtig  sind  und  in  Halle  studiren,  verwendet.
Jakob  G  roch,
Stadtrichter,  stiftete  1584  zu  Berlin  mit  500  Thlr.  ein  Stipendium
von  25  Thlr.,  das  ein  Studirender  zunächst  aus  der  Verwandtschaft
des  Stifters,  in  Ermangelung  eines  solchen  ein  in  Berlin  geborner
Studirender  beziehen  soll.  Die  Verleihung  hat  der  Magistrat.
Christian  Gröbe,
Halbspänner  (t  10.  November  1842),  vermachte  den  Armen  zu  Niemberg ­
  bei  Halle  eine  hypothekarische  Rente  von  100  Thlr.:  sie  soll  zu
Weihnachten  jeden  Jahres  an  den  Prediger  des  Orts-  zur  Vertherlung
an  blinde,  lahme,  taube,  kranke  und  unverschuldete  Arme  nach  eigene
Auswahl  gezahlt  werden.
        <pb n="248" />
        v.  d.  Groebensche  Stipendien-Stiftung.
IHlrl
Wb  l  *  b 'x  Ģŗoebeņ-Schônwiefe'sche  »lein*  und  Wittwen  Stiftung.
Bm
"""  ®d)um»bcr  lèrWt  Ml»
eine  von  dem  Büra^rmII^/  ’" 8 ^chaînent,
nicrn  und  seiner  Ebefrm»  Ņeter  Gröning  zu  Stargard  in  Pom-Testamente
  vom  7.  I,,..:  â??eîhe  Friedrichs  in  ihrem  (ersten)
Stiftung.  Bon  den  (6  hßn  a-” 1 '*  ^00  Gulden  begründete  milde
se  30  Gulden  jährlich  kÍL  à  -o lu Ņ  sollten  zwei  studirenden  Knaben
im  Examen  wohl  bestanden  } n  der  lateinischen  Stadtschule,  die
den  Lehrern  der  Stn^e/^licheu  Büchern  und  Papier  30  Gul-Şchiiler
  zur  Kleidung  30  öl“  '  30  Ģulden,  für  arme  Kurrende-'^0
  Gulden,  den  drei  Brcdin....  "V  den  rechten  wahren  Hausarmen
Vu»#,  ganbbu*  9  bei  ber  Şt.  Marien-Kirche  30  Gulden,
16
        <pb n="249" />
        242

beit  beiden  Predigern  bei  der  St.  Johanniskirchc  30  Gulden  und  dem
&amp;lt;L&amp;gt;tadt-Syndikus  6  Gulden  gegeben  werden,  welcher  dafür  den  Verwandten
  der  Stifter  —  denen  mit  Zuziehung  des  Rade-  und  Stellmacher-Amts ­
  die  Mitaufsicht  über  die  Stiftung  übertragen  ist  —  zu
ihrem  Konsulenten  und  Beistände  angewiesen  wurde.  Vgl.  Gymnasium
zu  Stargard.

Franz  Grö  sch,
Hausbesitzer,  wendete  1855  den  Armen  der  Stadt  Münsterberg  einen
Th-'l  s-m°-  Nachlasses  (ppr.  1000  Thlr.)  mit  der  Bestimmung  zu,
daß  der  Magistrat  für  die  Zinsen  jährlich  im  Winter  Holz  ankaufen
und  dieses  unter  die  Armen  des  Orts  vertheilen  solle.
Dr  Grollmuö,
ÜinnVu  Şagan  (ş  1830)  überwies  der  dortigen  Armen-Direktion
f  l  r.  * n  Pşandbriefen:  die  Zinsen  davon  sollen  halbjährlich  an
4  katholische  und  4  evang.  Anne  vertheilt  werden.
Gr  onausches  Legat,
Eine  milde  Stiftung  zum  Besten  der  Kinder  der  Habcrberqschcn  Schule
zn  Königsberg.
Groneberg  sche  Stiftung  zu  Gesecke.
Kapital  3575  Thlr.,  von  dessen  Zinsen  jährlich  160  Thlr.  zu  Stipendlen
  für  Studirende  verwendet  werden.  Die  Verwaltung  steht  dem
Bürgerin  elfter  und  dem  Pfarrer  der  Kirche  zu  St.  Peter  zu.
v.  Grootesche  Stipendien-Stiftung,
von  Jakob  v.  Gr  vote  1655  gegründet,  später  durch  andere  Zuwenwcndungen
  vermehrt,  in  neuerer  Zeit  rckonstituirt.  Der  Fonds  "beträgt
über  70,000  Thlr.,  besitzt  das  Rittergut  Dransdorf  und  wird  von
dent  Berwaltuugsrathc  der  Kölner  Stndien-Stiftungen  verwaltet.  Die
erneuerte  Stiftung  tritt  erst  von  1870  an  allmählig  ins  Leben  und
dient  zur  Beförderung  höherer  Studien  mit  vorzüglicher  Berücksichtigung ­
  der  Familienglieder.

vVOÿ.  donneo  r  o  ļ  ļ  e,

Kaufmann  zu  Breslau  (+  1840),  vermachte  den  dort  bestehenden  milbMKptifhmAen
  150,000  3)^01,  eliche,  baß  ß^btifc^cÃfmtf»1,
HosPltal  40,000  Thlr.,  das  Kloster  der  barmherzigen  Brüder  8000
bic
30,000  Thlr.,  voll  deren  Zinsen  arnie  Wittwen  und  Waisen  christlicher
Kaufleute  des  ^  Us  nach  dem  Vorschlage  der  Kaufmanns-Aeltesten
unterstützt  werden  sollen;  das  Bllnden-Justitnt  4000  Thlr.,  daö  Taubstuinliien-Jnftitut
  4000  Thlr.,  das  Handlnngsdiener-Jnstitut  5000  Thlr.
das  Elisabethinerinnen  -  Krankenhaus  3000  Thlr.,  die  drei  Kindcr-Hospitäler
  je  2000  Thlr.

Große  Almosen-Stiftung  zu  Emmerich.
Sic  hat  Vermögen  in  Grundstücken  37,500  Thlr.  und  in  Kapital
12,500  Thlr.  Die  Revenüen  fließen  in  die  allgemeine  Armenkasse  und
        <pb n="250" />
        243

vcrweà?E^  Ehrlich  etwa  1650  Thlr.  zu  Armen  -  Unterstützungen

wie

©rofje  Berlinische  Prediger-  und  Schullehrer-Wittwen-Kafse.
■ÜB
©rosie  Vereins-Sterbekasse  zu  Berlin.
°°"  begrünbet,  zahlt  sie  Sterbegelder  von  25  bi«
ŞŞM?
,  Ait _  u  _  .  r  großes  Almosen  zu  Ottweiler.
%Dk.,  a,,g  be^rain^uZ^^L
cv  .  Ģrotzes  Armenhaus  zu  Münster.
Ş
Das  gesainlntc  ‘j?  barmhcrztgcn  Schwestern  anvertraut,
stücken  in  111  ono  ^°A en  ^ cö  Armenhauses  besteht  außer  den  Grund-'
 vuu  ^ytr.  Kapital.
Bei  ber  am  2
dem  jVreibeitÄt«  \s :  01  ,  ®  —  slm  25  sten  Jahrestage  der  ersten  in
Schlackt  ^  »,  îņpfe  auf  den  Feldern  von  Groß-Görschen  stattgehabten
18^ş  011  C ^ C . r  ^âhl  Vaterlands  -  Vertheidiger  aus  den  Jahren
jährlich  am  ® nnnerun 9*f«‘e*  gebildet.  Zweck  ist,  durch  ein  all-2.
  Jim  zu  begehendes  Fest  die  Ereignisse  jener  Zeit  der
16*
        <pb n="251" />
        zu»

V'

V  r  •

'  -  .

244

31

Verqessenheit  zu  entziehen  und  die  kameradschaftliche  Verbindung  neu
zu  beleben.  Erwachsene  Söhne  der  Vereins-Mitglieder  können  am
Feste  Theil  nehmen;  die  Mitglieder  selbst  zahlen  einen  monatlichen
Beitrag  von  2~  Sgr.,  der  theils  zur  Bestreitung  der  Nebenkosten  der
Tagesfeier,  theils  zur  Unterstützung  für  in  Bedrängniß  lebende  Vaterlan'ds-Vertheidiger
  oder  deren  Hinterbliebene,  vorzugsweise  aber  für
künftig  der  Hülfe  bedürfende  Mitglieder  des  Vereins  und  deren  Hinterlassene ­
  verwendet  werden  soll.
v.  Grottowökische  Waisen-Erziebungs-Anstalt.
Der  1814  zu  Lublinitz  +  Justizrath  und  Besitzer  der  Herrschaft  Lublinitz,
Franz  v.  Grottowski,  hatte  bestimmt,  daß  dieRevenüenseines  Nachlaßes
zu  einer  Erziehungs-Anstalt  verwendet  werden  sollten.  Durch  Zinsenzuschlag ­
  war  das  disponible  Kapital  1841  bis  aus  180,800  -^hlr.
gebracht;  1848  betrug  es  (nachdem  zur  Herstellung  und  Einrichtung
des  Jnstitutsgebäudes  etwa  70,000Thlr.  verwendet  worden),  an  150,000
Thlr.  Seine  Vermehrung  wurde  auch  ferner  in  Aussicht  genommen.
Das  ini  Jahre  1848  publicirte  Statut  der  mit  Korporations-Rechten
versehenen  Stiftung  bestimmt:  die  Anstalt  soll  gesitteten,  körperlich  und
geistig  bildungsfähigen  Knaben  und  Mädchen  christlichen  Glaubens  von
dem  Oten  bis  zum  löten  Lebensjahre  ohne  Unterschied  des  Ranges  und
des  Standes  aus  der  Provinz  Schlesien  freien  Unterhalt  und  angemessene ­
  Erziehung  unentgeltlich  gewähren.  Kinder,  welche  sittlich  verwahrlost, ­
  oder  gebrechlich  und  bildungsunfähig  sind,  oder  die  Mittel
zur  Erziehung  und  zum  Unterhalt  selbst  besitzen  oder  anderweit  erlangen ­
  können,  bleiben  von  der  Aufnahme  ausgeschlossen.  Die  etatsmäßigen ­
  Stellen  werden  von  den  drei  Regierungen  der  Provinz  möglichst'gleich ­
  vertheilt,  besetzt;  die  Aufnahme  neuer  Zöglinge  erfolgt  nach
Ostern.  Ueber  den  Vorzug  zur  Aufnahme  entscheidet  der  erfolgte  Tod
des  ehelichen  Vaters  und  dessen  Verdienstlichkeit,  auch  die  Bedürftigkeit
des  Kindes,  bei  völlig  gleichen  Umständen  aber  die  Reihenfolge  der  Bewerbung, ­
  ohne  Berücksichtigung  des  vorgerückten  Lebensalters  des  Kindes. ­
  Die  Zöglinge  werden  anfänglich  nur  zur  Probe  auf  6  Monate
aufgenommen;  böse  und  lasterhafte  Neigungen,  unheilbare  Körperoder
  Geistcsgebrechen  begründen  die  Entlassung.  Die  Aufgenommenen
erhalten  alle  Bedürfnisse  des  Lebens  und  des  Unterrichts  unentgeltlich.
Wohlgerathenen  Zöglingen  wird  die  Anstalt  auch  nach  ihrem  im  Alter
von  16  Jahren  erfolgenden  Ausscheiden  durch  Rath  und  Verwendung
gern  beistehen;  eine  Verbindlichkeit  zur  anderweitcn  Unterbringung
sind  Versorgung  aber  kann  sie  nicht  übernehmen.  Die  Zuwendung
eines  Kapitals  von  wenigstens  1000  Thlr.  oder  einer  diesem  Betrage
entsprechenden  Rente  begründet  das  Recht,  auf  immerwährende  Zeiten
eine  Zöglingsstelle  zu  besetzen.  Soweit  der  Raum  und  die  sonstigen
Verhältnisse  der  Anstalt  es  gestatten,  können  auch  Pensionaire  aufgenommen ­
  werden;  dem  Direktor  und  den  Beamten  für  eigene  Rechnung
ist  dies  nicht  gestattet.  Die  Ober-Aufsicht  steht  dein  Ober-Präsidenten,
in  höherer  Instanz  dem  Kultus-Minister  zu;  die  Verwaltung  leitet  die
        <pb n="252" />
        245

Regierung  zu  Oppeln.  Am  Schluffe  1861  befanden  sich  in  der  Anstalt ­
  34  Knaben  und  32  Mädchen.

Grubensche  Armen-Fundation
zu  Scherfede  (Warburg).  Sie  hat  ein  Kapital  von  655  Thlr.
Gründ  erg  sches  Stipendium.
Eine  alte  Stiftung  bei  der  Universität  Frankfurt  a.  O.,  jetzt  Breslau
nnt  etwa  600  Thlr.  Kapital.  Das  Stipendium  wird  von  der  evang.-theologlschen
  Fakultät  an  einen  bedürftigen  Studirenden  der  evangelischen
Theologie  vergeben.  0
Grün  esche  Stiftung.
Der  Geh.  Kricgsrath  Johann  George  Grüne  zu  Berlin  (t  1786)
vermachte  seinen  Nachlaß,  zu  welchem  das  in  der  Kleinen  Wallstraße,
jetzigen  Schadowstraße  Nr.  12  belegenc,  1836  von  der  Kommune  für
13,205  Thlr.  veräußerte  Grundstück  gehörte,  für  öffentliche  Zwecke,
doch  sind  die  Absichten  des  Stifters  erst  seit  1806  zur  Ausführung  gekommen. ­
  Die  Hälfte  des  Bermögens  mit  17,925  Thlr.  fiel  au  das
große  Friedrichs-Waisenhaus;  aus  den  Zinsen  sollen  Waisen,  welche
bei  guter  Führung,  Anlage  für  bestimmte  Gewerbe,  Künste  oder  wiffenschaftliche
  Ausbildung  zeigen,  unterstützt  werden.  Die  andere  Hälfte
war  zur  Verbesserung  der  Gehälter  von  armen  Elcmentar-Schullehrern
bestiinmt  und  ist  dem  Armen-Schul-Fonds  zugetheilt  worden.  Im
Durchschnitt  werden  jährlich  19  Waisenhaus-Zöglinge  bedacht  und  56
Ļehrer  mit  6401  Thlr.  unterstützt.  Die  Revenüen  werden  jährlich
vertheilt.

Ģrllnesches  Legat.
Bon  dem  Rentier  Grüne  in  Sorau  (Niederlausitz)  (+  1862)  herrül
an  die  Armen  der  genannten  Ortschaften  vertheilt  werden  sollen.
Grünes  Haus,
BeAin  '^""Ñs-Anstalt  für  verlaffene  und  verwilderte  evang.  Knaben  ;
Joh.  Gottlieb  Grunausche  Stiftung,
ŞŞM

GrundinS,

Joh

»  Ş'  ï«a»

QQk)l  sw*  A  ,  ,  ~  QljllulU  loua  JL
00¿ i  -şşr.  Ķapìtal;  von  den  Zinsen  erhielt  der  Stipendiat  10  Thlr.
        <pb n="253" />
        240

Gr  un  dmannsche  Stiftung.
Der  zu  Breslau  1859  ş  Kaufmann  Karl  Friedrich  Grundmann  errichtete ­
  mit  einem  Kapital  von  3000  Thlr.  eine  unter  die  Bcrwaltung
des  Magistrats  gestellte  Stiftung  und  bestimmte,  daß  aus  den  Zinsen
des  Kapitals  folgenden  Anstalten:  1)  dem  Hospital  für  alte  hülflose
Dienstboten;  2)  dem  evangelischen  Schulverein;  3)  der  Bewahr-Austalt
für  evangelische  kleine  Kinder;  4)  der  Anstalt  für  kranke  Kinder  armer
Eltern  (Augusten-Hospital);  5)  der  Diakonissen-Anstalt  Bethanien;
6)  dem  Zweigvereine  der  Gustav-Adolph-Stiftung  zu  Breslau;  7)  der
Bürger-Versorgungs-Anstalt,  alle  5  Jahre  je  5  Thlr.  verabreicht,  der
Rest  der  Zinsen  aber  zum  Kapital  geschlagen  werden  solle,  bis  dieses
die  Hohe  von  25,000  Thlr.  erreicht  habe.  Dann  sollen  nur  j  der
Zinsen  zum  Kapital  geschlagen,  die  übrigen  j  aber  jährlich  dergestalt
vertheilt  werden,  daß  davon  die  zu  1  —  7  genannten  Anstalten  je  {  erhalten, ­
  an  dem  letzten  \  aber  die  Bürgerversorgungs-Anstalt  (7)  zu  ļ
und  die  Path  esche  Stiftung  zu  ş  betheiligt  sein  sollen.
G  run;  scher  Stipendien  Fonds  zn  Greiffenberg  in  Pommern.
Die  jährlichen  Einkünfte  für  Stndicn-Zwceke  belaufen  sich  auf  158  Thlr.
Es  können  so  viel  Studirende  (zunächst  Söhne  von  Bürgern  des  Orts)
Theil  nehmen,  als  vorhanden  und  berechtigt  sind,  auch  kann  das  ganze
Stipendium  Einem  verliehen  werden.  Die  Kollatnr  hat  der  Magistrat.
Joh.  Jakob  Gülcher,
Rentner  zu  Eupcn,  schenkte  im  Jahr  1858  ein  Kapital  von  2400  Thlr.,
dessen  Zinsen  zur  Bekleidung  armer  Schulkinder  in  Eupcn  dienen  sollen.
Günnersdorfer  KnappschaftS-Berein  zu  Kommern.
Er  umfaßt  die  Berg-Arbeiter  in  den  Blei-Bergwerken  des  Kreises
Schleiden  und  bei  Kammern  sowie  die  dem  Kreise  Euskirchen  angehörigcn
beschäftigten  Berg-Arbeiter  und  wurde  1859  begründet.  Die  Zahl  der
Interessenten  ist  1471  und  die  Beiträge  derselben  belaufen  sich  auf
1900  Thlr.  An  Beiträgen  der  Gewerke  gehen  934  Thlr.  und  an  Zinsen ­
  258  Thlr.  ein.
v.  Güntersb  e  rgscheö  Bermächtniß  zu  Stettin.
Die  jährlichen  Zinsen  von  200  Thlr.  sollen  an  den  Pastor  bei  der
St.  Marienstiftskirche  gezahlt  werden,  welcher  sie  am  Sophien-Tage
unter  die  wahren  Armen  und  Nothleidenden  der  Stadt  Stettin  auszutheilen ­
  hat.
Barbara  v.  Güntersbergsches  Stipendium.
Eine  alte  Stiftung  der  ^&amp;gt;tadt  Stolp.  Anfangs  dieses  Jahrhundert«
war  ein  Kapital  von  1220  Thlr.  vorhanden.
Christian  Jakob  Günther,
Lehrer  am  Lyceum  zu  Lauban,  begründete  mehrere  wohlthätige  Stiftungen, ­
  darunter  eine  Lehrer-Wittwenkasse  für  die  genannte  Anstalt
(jetzt  Gymnasium).  Kapital  1200  Thlr.
        <pb n="254" />
        247

GüntherscheS  Legat,
zur  Unterstützung  der  in  den  Feldzügen  1813—1815  invalide  gewordenen ­
  Krieger,  welche  geborene  Schlesier  sind,  von  der  in  Breslau
+  vcriv.  Bäckermeister  Günther  geb.  Roßbach  gestiftet.  Es  werden
  ans  demselben  am  Todestage  der  Stifterin  (23.  Dezember)  alljährlich ­
  Unterstützungen  zu  4  Thlr.  im  Gesammt-Betrage  von  50—60  Thlr.
vertheilt.  4.ic  Verwaltung  des  Fonds  steht  der  Regierung  in  Breslau ­
  zu.
Gottlob  Giißler,
Gastwirth  zu  Älettenberg  (Nordhausen)  vermachte  (1860)  der  Schule
dalclbst  200  Thlr.:  von  den  Zinsen  sollen  Bücher,  Papier  und  Schreibmaterlalien ­
  angeschafft  und  am  Geburtstage  des  Legatars  an  bedürftige
fleißige  Kinder  vertheilt  werden.
Guhl  scheö  Legat.
Der  Prof.  Dr.  Guhl,  Sekretair  der  Akademie  der  Künste  zu  Berlin
(+  1862)  legirte  diesem  Institut  6000  Thlr.  Die  Zinsen,  welche  vorerst
einigen  seiner  Verwandten  auf  deren  Lebenszeit  zufließen,  sollen  demnächst ­
  zur  Unterstützung  hülfsbedürftigcr  Künstler  oder  deren  Hinterbliebenen ­
  verwendet  werden.

Guitti  ennesche  Stiftung.
1811  von  dem  Pfarrer  zu  Fremersdorf  mit  einem  Legat  von  580  Thlr.
begründet,  das  er  der  Sekundär-Schule  (jetzigen  höheren  Lehr-Anstalt)  in
^aarlouis  zur  Prämiirung  zweier  Schüler  vermachte.
Gum  per  tz  sche  Vermächtnisse,
Ä  Thlr.  auf  Anregung  des  im  Jahre  1800  zu  Berlin  +
/-ļQK n n  ì.Ģìîmpertz  von  seinem  Sohne  Ruben  S.  Gumpertz
stnit  X  -JJ\H n  à  Zinsen  erhält  die  Krankenverpflegungs-An-"sch-"
  G-M.tnd-  «  Thlr.,  der  R°st  wird  15  °°m  jü.
f ,™ mnbCi -ßorftanbe  auszuwählende  Personen  gegen  Verrichtung ­
  gcwisier  gottesdienstlicher  Handlungen  vertheilt;  b)  von  2500  Thlr.
LinbtrTf  •T  &amp;amp; cbc ÿ tcn  Ruben  S.  Gumpertz  in  Erfüllung  eines
(üfLT  ?^°ßvaters  mütterlicher  Seils  Joachim  Ben  dix  ge-_
  Ģurck  scheö  Vermächtniß.
(Ut  800  Thlr."  dlgö.um!  bÌC  Ņ"'°"«nluu,  -in-«  K°pi,°l.«-st°nd--,
  v-  Guretz  lische  Stiftung,
Mundet  (1829)  von  dem  Profesior  Dr.  juris  v.  Lan  cizalle  als
^tven  des  Hauptmann  a.  D.  v.  Guretzki  (f  1828).  Im  Jahre  1841
        <pb n="255" />
        248

-bestand  (Lisca  S.  266)  das  Kapital  aus  2100  Thlr.,  von  bereit  Zinsen ­
  f  zur  Anschaffung  von  theologischen  Büchern,  die  an  Theologen
geschenkt  oder  zu  ermäßigten  Preisen  abgelassen  werden  und  j  zu  andern ­
  Unterstützungen  für  Theologie  Stndirende  verwendet  werden.
Gursch'scheö  Gestift  in  Frankfurt  a.  O.
Eine  Anstalt  zur  Erziehung  armer  verwaiseter  und  verwahrloseter  Kinder, ­
  seit  1825  bestehend,  von  der  t  Kriegsräthin  Gursch  mit  Zuwendung ­
  von  10,000  Thlr.  begründet.  In  einer  Vorschule  werden  Kinder ­
  unter  10  Jahren  erzogen.  Die  Anstalt  kann  64  Knaben  und  40
Mädchen  aufnehmen  und  bedarf  jährlich  4000  Thlr.  Bäckermeister
Sternberg  (1835)  schenkte  dem  Institut  1000  Thlr.
Gnse  nsche  Stiftung.
Charlotte  Wilhelmine  Wittichow  (t  1857)  legirte  zu  einer  Stiftung,
welche  nach  ihrer  t  Mutter,  der  Wittwe  G  usen,  benannt  werden  sollte,
2000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  davon  unter  3  hülfsbedürftige
  Wittwen  und  3  hülfsbedürftige  Jungfrauen  der  Stadt  Stargard
  in  Pommern  zu  gleichen  Theilen  nach  Auswahl  der  beiden  Prediger ­
  an  der  St.  Marienkirche  vertheilt  werden  sollen.
Gustav-Adolphs  Verein  zu  Berlin.
Im  Jahre  1843  zu  dem  Zwecke  zusammengetreten,  bedrängten  Glaubensgenoffen ­
  der  evangelischen  Kirche,  welche  unter  nichtevangelischen
Christen  ihren  Wohnsitz  haben,  in  Betreff  ihrer  kirchlichen  Zustände,
auch  zur  Stiftung  und  Befestigung  von  Kirchensystemen,  vorzugsweise
in  Ländern  deutscher  Zunge,  nach  allen  Kräften  zu  helfen,  sowohl  durch
Geldmittel,  als  durch  geistlichen  Zuspruch  und  durch  geeignete  Fürsprache ­
  bei  Privatleuten  und  Behörden.  Zweig-Verein  des  „Brandenburgschen
  Haupt-Vereins  der  ev.  Gustav-Adolphs-Stiftung"  schließt
er  sich  mit  diesem  gleich  allen  ähnlichen  Provinzial-Vereinen  an  einen
gemeinschaftlichen  Mittelpunkt,  den  „Central-Vorstand  der  ev.  Gustav-Adolphs-Vereine"
  in  Leipzig.  Mitglied  wird,  wer  sich  zu  einem  jährlichen ­
  Beitrage  von  wenigstens  10  Sgr.  verbindlich  macht.  König
Friedrich  Wilhelm  IV.  unterstützte  den  Verein,  sicherte  ihm  einen  jährlichen ­
  Beitrag  von  1000  Thlr.  zu  und  gründete  einen  Gnaden-Fonds
von  12,000  Thlr.  Kapital-Vermögen  hat  der  Verein  11,700  Thlr.
18ff  war  Einnahme  4500  Thlr.,  darunter  1837  Thlr.  Beiträge  der
Mitglieder;  zur  Vertheilung  gelangten  4071  Thlr.  Der  Verein  wird
von  einem  Frau  en-V  crein  unterstützt,  deffen  I.  Abtheilung  dem
Verein  namentlich  durch  musikalische  Aufführungen  zu  nützen  sucht  und
dessen  in  560  Mitgliedern  bestehende  11.  Abtheilung  durch  Einsammln ­
  n  g  von  Beiträgen,  Halten  von  Vorträgen,  wirksam  wird,  auch  durch
eigene  Thätigkeit  die  Zurichtung  von  Anzügen  und  Wäsche  für  die  auswärtigen ­
  Konfirmanden-Häuser  bewerkstelligte.  Vorsitzender  des  Vereins ­
  ist  Gymn.-Direktor  Krech.  Vgl.  Jonas-Stiftung.
Friederike  Gnttentag,
geb.  G  u  1t  ent  a  g  (t  1857  zu  Breslau)  Wittwe  eines  Banquiers,  le-
        <pb n="256" />
        249

girte  der  dortigen  israelitischen  WaisenverpflegungS-Anstalt  für  Mädchen
ein  (später  auszuzahlendes)  Kapital  von  1000  Thlr.:  von  den  Zinsen
sollen  hülflose,  die  Anstalt  verlassende  Mädchen  unterstützt,  und  unter
Aufsicht  einer  ehrbaren  Hausfrau  zu  praktischer  Thätigkeit  angeleitet
werden.  Der  jüdischen  Gemeinde  vermachte  sie  500  Thlr.,  deren
Ziusen  alljährlich  an  einem  bestimmten  Tage  zu  }  für  jüdische  und
zu  —  sur  christliche  Arme  zum  Ankauf  von  Brennmaterial  verwendet
werden  sollten.
Gymnasium  zu  Anklam,
mn  15.  Oktober  1847  eröffnet.  Es  ist  städtischen  Patronats  und  erhält
aus  der  Marien-Stiftskasie  zu  Stettin  jährlich  600  Thlr.  Hwei
v.  Stade-Schultzsche  Stipendien  für  unbemittelte,  vom  Gymnasium
abgegangene  Studircnde  mit  je  50  Thlr.;  Blocksdorffschcs  fcgat,
dessen  Zinsen  mit  20  Thlr.  zur  Judika-Feier  und  zu  Prämien  für
fleißige  Schüler  verwendet  werden;  Wiesenausches  Legat,  deffeu  Zinsen ­
  mit  12  Thlr.  zu  Geld  -  Prämien  für  arme  Schüler  bestimmt  sind;
v.  Littwitzsches  Legat,  desien  Zinsen  mit  10  Thlr.  zum  Ankauf  von
Schulbüchern  für  arme  Kinder  verwendet  und  ein  Legat  der  Stadt
Anklam  von  650  Thlr.,  aus  dem  Verkauf  des  Rechenmeister-Hauses,
dessen  Zinsen  à  32-1-  Thlr.  an  ein  Magistrats-Mitglied  zur  Aushändigung
  an  bedürftige  und  würdige  Schüler  gezahlt  werden.

Gymnasium  zu  Arnsberg.
Aus  alter  Stiftung  des  Grafen  Heinrich  I.  von  Arnsberg  (1170;
hervorgegangen,  (Gymnasium  Laurentianum  genannt,  erhielt  es  1821
e V! e  ņ&amp;gt;0entliche  Verbesserung  seiner  Dotation  durch  Ucberweisung  det
Bonner  Universitäts-Fonds.  Die  Anstalt  hat  37,000  Thlr^  Ka
Gymnasium  zu  Bielefeld.
wn&amp;amp;f  ^* cv i c  stm  3uli  1858  ihr  dreihunderljähriges  Stif
"ehemaliger  Schüler  Ernst  Delius  zu  Broadfor!
sendet  hatte  ^  ^  ^  r *  Ģrundlage  eines  Stipendien-Fonds  cinge

Gymnasium  zu  Bonn,
nisckes  Gv,nn7ñ  (2í)rcn  beíí  Kurfürsten  Klemens  August  Element
noia  (1831)  und  dem  Prof.  vr.  Breidenstein  (1842)  (Wiese  350

,  Gymnasium  zu  Brandenburg.
Durch  die  Bereinigung  der  Lyceen  der  Alt-  und  Neustadt  entstanden,
sUYrt  die  Anstalt  den  jetzigen  Namen  seit  1797.  Die  verw.  Rektor
rudecke  setzte  (1777)  zum  Besten  der  Wittwe  des  Rektors  und  des
Prorektors  400  Thlr.  aus,  ein  Kapital,  das  sich  seitdem  auf  2500
LYlr.  vermehrt  hat.  Musikdirektor  Lucius  hinterließ  (1841)  ein  Legat
        <pb n="257" />
        250

zum  Besten  der  Konrektor-Stelle,  Bürgermeister  Wcisse  (1800)  und
Stadt-Aeltestcr  L  emcke  (1836)  ein  solches  für  bedürftige  und  fleißige
Schüler.  (Wiese  S.  115.)
Gymnasium  zu  BrannSberg,
von  dem  Kardinal  und  Bischof  Stanislaus  HosiuS  im  Jahre  1565
als  eine  von  Jesuiten  zu  leitende  Bildungs-Anstalt  begründet,  1781
akademisches  Gymnasium,  1818  in  seiner  jetzigen  Gestalt  hergestellt  und
botivi.  Ein  Theil  der  Kosten  des  Unterhalts  wird  aus  katholischen
Stifts-Fonds  gedeckt.  Konvikt  für  etwa  30  bedürftige  Schüler,  welche
sich  dem  Studium  der  katholischen  Theologie  widmen;  bemittelte  Gymnasiasten ­
  können  als  Pensionaire  zugelassen  werden.  Die  Zöglinge  des
Konvikts  müssen  am  Gymuasial-Unterricht  im  Polnischen  Theil  nehmen.
Das  Gymnasium  hat  eine  jährliche  Einnahme  von  10,600  Thlr.  und
ein  Vermögen  von  18,000  Thlr.  Drei  Stipendien.  (Wiese  S.  58.)
Gymnasium  zu  St.  Elisabeth  in  BreSlan.
Eine  städtische  Anstalt  ev.  Konfession,  aus  dem  Jahre  1293  stammend,
Gymnasium  seit  1562,  das  Haus  ist  1836  mit  einem  Kosten-Aufwande
  von  46,000  Thlr.  neu  erbaut.  Stiftungen  von  dem  Rektor  Arletius
  (1753)  zum  Zweck  der  Ausstattung  von  Lehrer-Töchtern,  für
emeritirte  Lehrer,  für  Lehrer-Wittwen,  für  einen  Hebraisten,  Kapital
27,300  Thlr.;  Vincenz-Stipendien  für  Lehrer-Söhne,  Kapital  2500
Thlr.  Unter  den  zahlreichen  Freistellen  sind  10  aus  der  Arletiusschen
  Fundatiou  (Wiese  S.  166.).  Bei  der  Jubelfeier  am  29.  Januar
1862  bewilligten  die  städtischen  Behörden  200  Thlr.,  deren  Zinsen
mit  10  Thlr.  jährlich  als  Prämie  an  einen  würdigen  und  fleißigen
Schüler  der  beiden  oberen  Klaffen  verausgabt  werden  sollen.  Banquier
Joseph  Prinz  überwies  (1858)  der  Verwaltung  des  Gymnasii  150
Thlr.,  deren  Zinsen  als  Unterstützung  an  unbemittelte  Schüler  jüdischen
Glaubens  vertheilt  werden  sollen.  Vgl.  Hirt,  Katholisches  Gymnasium ­
  zu  Breslau.
Gymnasium  zu  St.  Maria-Magdalena  in  Breslau.
Eine  städtische  lutherische  Anstalt,  1293  gestiftet,  seit  1643  Gymnasium. ­
  Kapital-Vermögen  49,000  Thlr.  (Wiese  S.  168).  Unter  den
Zuwendungen  neuerer  Zeit  finden  sich  50  Thlr.,  die  im  Jahre  1862
ein  angesehener,  ungenannt  sein  wollender  Einwohner  Breslaus  mit  der
Bestimmung  schenkte,  daß  die  Zinsen  am  18.  März  jeden  Jahres  einem
wackern  und  würdigen  Schüler,  möglichst  dem  Sohne  einer  Wittwe
oder  einem  Elternlosen,  als  eine  Gabe  der  Ermunterung  zeugenlos
zugestellt  werden  sollen.
Gymnasium  zu  Brieg.
Eine  evang.  Anstalt,  1564  gestiftet,  jetzt  Königlich.  Vermögen  10,000
Thlr.  Mehrere,  namentlich  Herzogliche  Stipendien  aus  alter  Zeit.
(Wiese  S.  176.)
Gymnasium  zu  Brilon,
1820  mit  Hilfe  einer  Zuwendung  des  Vikars  Bernhard  Brükeler
        <pb n="258" />
        251

toon  18,000  (Gulden  als  höhere  Lehr-Anstalt  (Pro-Gymnasium)  eröffnct,
  später  erweitert  und  1858  als  (kath.)  Ghmnaşimn  (Gymnasium
Petrinum)  stncriaunt.  Die  Anstalt  hat  eine  Anzahl  Freistellen,  15,000
Lhlr.  Kapital,  znm  Thctl  ans  Legaten  herrührend  (Wiese  S.  320).
Gymnasium  zu  Bromberg.
WMMDMZ
stth!nd"'ļWich  'S.’220). ,mCm  9n ' mm  Db!r  Vimil * C "  ma,íikr  b “
Gymnasium  zu  Burgsteinfurt,
von  dem  Grafen  Arnold  IV.,  Besitzer  der  Grafschaften  Bentheim,
Tecklenburg  und  Steinfurt  (+  1606)  gegründet  und  dotirt.  Steht  seit
1850  als  evangelisches  und  Fürstlich  Bcntheimschcs  Gymnasium  Arnnldinum
  unter  dem  Patronat  des  Staats  und  hat  62,000  Thlr.  Ka-Pltal-Bermogen.
  Mit  einer  Real-Schule  2ter  Ordnung  (Wiese  303).
Gymnasium  zu  Danzig,,
ursprünglich  eine  gelehrte  Schule,  von  der  Stadt  1558  hauptsächlich
aus  frelwllllgen  Gaben  begründet,  1817  rcorganisirt  und  1837  in  ein
n
Gymnasium  zu  Dortmund,
LLĶZMZZW
Ans  ein?  r’fs  Gymnasium  zu'Dļļsseldorf.
aus  den?Iaht^l  5'Äz  V*  ^^Zogs  Wilhelm  IV.  von  Jülich-Kleve-Berg
Stipendien  m  a  l  ^rvorgcgangeu.  Kapital-Bcrmögcn  10,000  Thlr.
An  3°nb 8  ,d  Semina,
Dg«  n&amp;gt;  ..  Gymnasium  zu  Duisburg,
hcltef  nT U i°Q£M  Gymnasiums  in  Grund-Eigenthum  und  Kapitalien
qcblC  ^^,854  bamntct  bog  ber  auf,
sium  lUÖ i r  l - tat f  mit  *9,564  Thlr.,  dessen  Nutzung  dem  Gymuannd
  T.  ¿.K  Ñretttsch-FoudS,  Anua  Wey  ersches  Stipendium,  Tack-1
  )  sche  Fundatiou,  Hugteubrucksche  Stipendium  re.  In  Ber-
        <pb n="259" />
        252

biildung  mit  dem  Gymnasium  eine  Real-Schule  1  ster  Klasse,  deren
Bedürfnisse  nächst  dein  Schulgelde  ans  städtischen  Fonds  bestritten
werden.
Gymnasium  zu  Eiöleben,
eine  alte  Stiftung  der  Grafen  von  Mansfeld  ans  Luthers  Zeit.  Zur
Unterstützung  armer  Schüler  und  zu  Stipendien  werden  jährlich  6  —
700  Thlr.  verwendet  (Wiese  S.  265).
Gymnasium  zu  Elberfeld,
frühere  Rektorat-Schule,  seit  1822  als  (ev.)  Gymnasium  anerkannt.
Lehrer-Pcnsions-,  Wittwen-  und  Waisen-Stiftung,  seit  1855  aus  milden ­
  Gaben  begründet,  Kapital  14,000  Thlr.
Gymnasium  zu  Elbing,
die  älteste  Anstalt  dieser  Art  in  Westpreußen,  1536  gegründet,  evangelisch. ­
  Sie  bezieht  aus  den  Einkünften  der  Pott-Eowleschen  Stiftung ­
  die  Zinsen  von  30,000  Thlr.  zu  Lehrer-Gehältern.  Die  Zinsen
eines  Legats  der  Prof.  Fuchsschen  Ehegatten  von  1000  Thlr.  sind
für  die  älteste  Wittwe  der  ordentlichen  Lehrer  des  Gymnasiums  bestimmt. ­

Gymnasium  zu  Emnierich,
katholisch,  seit  1832  rcorganisirt.  Mit  einem  Konvikt  (s.  Hop  pesche
Armen-Stiftung).  Kapital-Vermögen  108,500  Thlr.  Mehrere  Stipendien. ­

Gymnasium  zu  Erfurt,
ein  Königliches  Institut,  1820  an  die  Stelle  des  früheren  Raths-Gymnasiums
  getreten  und  im  ehemaligen  Jesuiten-Kollegium  untergebracht. ­
  Der  zehnte  Theil  der  Schüler  sann  Freistellen  erhalten.  Heilt ­
  e  man  n  scher  Stipendien-Fonds;  die  Zinsen  von  522  Thlr.  werden
zu  Schulbcdürfuissen  des  Gyrunasinnis,  namentlich  für  Gymnasiasten
des  Orts  verwendet;  Thilo  v.  Ziegler  sche  Stipendien-Stiftung.
Gymnasium  zu  Essen,
eine  alte  Anstalt,  seit  1819  Simnltan-Gymnasinm.  Stadt  und  Staat
zahlen  Zuschuß  zur  Unterhaltung  der  Anstalt.  Bitting  Hoffsche  Stiftung ­
  zur  Unterstützung  armer  Schüler  durch  Schulbücher  (jährlich  13  (
Thlr.).  1861  schenkte  ein  Ungenannter  500  Thlr.  in  Stadt-Obligationen ­
  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  à  5  pEt.  alljährlich  an
zwei  fleißige,  talentvolle  und  arme  Schüler  von  Tertia  aufwärts  zur
Unterstützung  in  ihren  Studien  zu  gleichen  Theilen  verwendet  werden
sollen.
Gymnasium  zu  Glatz,
eine  katholische  Anstalt,  von  den  Jesuiten  1597  gestiftet,  jetzt  Königlich.
Konviktorinm  mit  34  Fundatistrn-Stetten,  deren  Inhaber  verpflegt  und
bekleidet  werden.  Stipendien  für  Studircnde  der  kath.  Theologie,  von
dem  Prof.  Bach  (+  1845)  begründet  (Wiese  S.  178).
        <pb n="260" />
        253

Gymnasium  zu  Gleiwitz,
an  Stelle  der  lateinischen  Schulen  zu  Randen  und  Himmelwitz  gegründet ­
  und  1816  eröffnet.  Eine  königliche  (kath.)  Anstalt,  welche  jährlich
1000  Thlr.  an  Königl.  Stipendien  in  halbjährigen  Raten  von  5  —
20  £l)lr.  aus  kath.  Fonds  für  Schüler  bezieht  und  6  fürstbischöfliche
Stipendien  à  90  Thlr.  für  utraquistische  Schüler  kathol.  Confession
hat.  Krankenkaffe  mit  1300  Thlr.  Fonds.  K  abath-Fonds,  1863
von  ehemaligen  Schülern  der  Anstalt  zu  Ehren  des  f  Direktors  Kabath
  gegründet,  um  dre  Zinsen  zu  Stipendien  für  hülfsbedürftiqe
GlMnasiasten  zu  verwenden.  Babkasches  Vermächtniß  (1863)  von
600  Thlr.,  deffen  Zinsen  zur  Uiiterstützung  armer  fleißiger  Schüler
kath.  Konfession  verwendet  werden  sollen.  Prälat  Galbiersches  und
v.  Raczeksches  Legat,  Prof.  Wolffsche  Prämien-Stiftung  für  die
Sekunda,  Pfarrer  Schaffraneksche  für  die  Prima.
Gymnasium  zu  Görlitz,
aus  einer  alten  lateinischen  Schule  hervorgegangen  seit  1816  Gymnasium, ­
  Vermögen  46,000  Thlr.  Stiftungen  v.  Silv  erstai  n  (1715),
Frau  Luise  v.  Oersdorfs  (1774),  Oberlehrer  Prätor  (1848)  rc.;
Kapitalien  2500,  4200  und  2650  Thlr.  (Wiese  194).  Vgl.  Gersdorf ­
  f,  Stipendicn-Stiftungcn  zu  Görlitz  rc.
Gymnasium  zu  Guben.
Eine  ev.  Anstalt,  die  theils  aus  eigner  Einnahme,  theils  aus  Zuschüssen
dis  jistus  und  bet  Stadt  sich  erhält.  Sie  hat  12,000  Thlr.  Bermageu,
  darunter  6300  Thlr.  leglrte  Kapitalien.  An  Stipendien  für
4°"Tr.  b0i  "■  Ņ"-"sche  mit
Gymnasium  zu  Gütersloh.
UUWMW
Ralä
9  800  Thlr.  und  besitzt  dafür  3  Freistellen  (Wiese  S.  313).
Gymnasium  zu  Hamm,
Ñ°,,b»  "  ģ'  î'"  ĶĶsiirsten  begründet.  Kapital-Bermagen  58,000  Thlr.
t&amp;gt;erļn,,/'!-?'^?  Thlr.  sür  Wittwen  und  Waisen  der  Vehrer;  ein  item,
V«,^Ä'ņ'lleu-Stipkudium  für  ev.  Theologen  mit  einem  Kapital
von  4800  Thlr.  (Wiese  S.  316).
        <pb n="261" />
        254

Gymnasium  zu  Heiligenstadt.
Eine  katholische  Anstalt,  ans  der  Vereinigung  des  ursprünglich  katholischen, ­
  dann  Simultan-Gymnasiunls  zu  Heiligenstadt  mit  dem  kathol.
Pro-Gymnasium  zu  Erfurt  hervorgegangen  (1834).  Schenkung  des
Kammer-Assessors  Boner  aus  dem  Jahre  1592  (Kapital  4000  Thlr.)
und  einige  Stipendien  (Wiese  S.  780).  Vgl.  Knaben-Seminar  zu
Heiligenstadt.
Gymnasium  zu  Hirschberg,
ans  einer  alten  lutherischen  Schule,  1709  auf  Kosten  des  v.  Mohreuthal
  auf  Peterswaldau  erbaut,  hervorgegangen,  und  soweit  die  Anstalt
Knabenschule  war,  zum  Lyceum  entwickelt;  seit  1813  Gymnasium.
Mehrere  Universitäts-Stipendien  und  Lehrer-Wittwcnkasse  (Wiese  198).
Gymnasium  zu  Hohenstein.
Eine  Königliche  Anstalt,  1845  als  Pro-Gymnasium  eröffnet,  seit  1857
Gymnasium.  Zwei  kleine  Stiftungen  für  ev.  Schüler  (Wiese  S.  61).
Gymnasium  zu  Insterburg,
ans  der  im  Jahre  1837  begründeten  höheren  Bürgerschule  hervorgegangen.
Ein  städtisches  Institut  mit  Königlichem  Kompatronal,  evangelisch,  verbunden ­
  mit  einer  Real-Schule  1  stcr  Ordnung.  Die  Anstalt  hat  aus
bent  vorigen  Jahrhundert  ein  von  dem  Rathsverwandtcn  Borb  st  à  dt
gestiftetes  Stipendium,  besitzt  einen  eigenen  Pensions-Fonds  und  einen
Unterstützungs-Fonds  für  hülfsbedürftige  Schüler  (Wiese  S.  63).
Gymnasium  zu  Koblenz,
satt).  Konfession.  Kapital-Vermögen  115,000  Thlr.  Vermächtniß  des
Rentners  Rudolph  Schaaffhausen  (1829):  die  Zinsen  werden  zur
Hälfte  zu  Schulbüchern  für  arme  Knaben  verwendet.
Gymnasium  zu  Kocsseld,
als  solches  1828  vollständig  hergestellt;  kathol.  und  Königl.  Patronats.
Zum  Theil  botivi  aus  den  Einkünften  der  früheren  Jesuitcngüter;  Kapital-Vermögen ­
  31,000  Thlr.  Legate  der  Fräulein  Gertrude  Möller
von  1843  und  des  I)r.  Teipel  zur  Unterstützung  armer  Schüler
(Wiese  S.  305).
Gymnasium  zu  Köslin,
in  seiner  gegenwärtigen  Verfassung  als  „Königliches  und  Stadt-Gymnasium" ­
  seit  1821  bestehend.  Stipendien  -  Stiftung  der  Geschwister
Braunschweig  (s.  d.)  für  zwei  Studirende;  Unterstützungs-Fonds
für  bedürftige  Schüler,  seit  1823  begründet.  Legat  zu  Bücher-Prämien ­
  aus  derKauffmannschen  Stiftung  „Gallenstein"  (s.d.)  seit  1838.
Gymnasium  zu  Kolberg,
vor  1858  Realschule,  seitdem  Gymnasium  mit  einer  Realschule  2  ter
Ordnung.  Stipendien,  von  der  Wittwe  Ero  low  1709  begründet.
Stipendium  des  Vereins  zur  Stiftung  und  Erhaltung  des  (daselbst  am
25.  Februar  gebornen)  Prof.  Ra  mler.  Verein  zur  Unterstützung  armer
Gyinnasiastkn  und  Real-Schüler  (Wiese  S.  150).
        <pb n="262" />
        255

Gymnasium  zu  Könitz,
^us  b'm  1620  errichteten  Iesttiten-Kloster  hervorgegangen,  1815  als
(WW  (üqmnaftum  eröffnet,  ifönigl.  ^ntronntß.  áoHDÌÌtorium,  in  mei,
S'S  %  l at *  ®^ üier  bev  bcibcu  °beren  Klaffen  freie  Wohnung,
m
Gymnasium  zu  Kreuznacb,
ŗeorganisirt  1819.  Fuchsschc  Universitäts-Stipendien-Stiftunq  von
1888,  5tapltal  4000  Thlr.  Fritschsche  Stiftung  für  arme  Schüler.
Gymnasium  zu  Kulm.
iotl J-  Anstalt,  1882  für  die  Distrikte  polnischer  Zunge  begründet,
!.  au I  T: 0 f tcn  bcs  Staats  hergerichtet  und  am  3.  August  1837  erof
  net  Stiftungen  von  Kutowski  und  v.  Radziecki'(s.  d.),  Kran-(Wiese
  £  Id™  Şâ)ûler  und  Lehrer  -  Wittwen  -  Unterstützungs  -  Verein
Gymnasium  zu  Landsberg  a.  W.,
rķZMZķŞN
Gymnasium  zu  Lauban,
.  Gymnasium  zu  Leobschtttz.
P.  -  .  Gymnasium  zu  Liegnitz.
LMWHBiñÑLM
Stişt  n [. a  •  ïl J tv -  îc '  (Şiesc  (©.  181).  Seit  1865  mit  dem  Johannis,
some  k  niedergesetzt,  welches  40,000  Thlr.  Abfindung  zahlte,  und,
'  "  "othlg,  von  der  Kommune  Liegnitz  unterhalten.
        <pb n="263" />
        256

Gymnasium  zu  Lissa.
aus  einer  von  dem  Grafen  Raphael  IV.  Lcszczynski  1555  für  die
aus  Böhmen  und  Mähren  nach  Groß-Polen  eingewanderten  Husiiten
gestifteten  und  dotirten  Schule  entstanden.  Seit  1821  in  Berbindung
mit  der  lutherischen  Stadtschule  Königliches  Gymnasium.  Die  Anstalt
hat  mehrere  Stipendien  und  Freistellen  (Wiese  Ş.  216).
Gymnasium  zu  Luckan,
vor  1820  Lyceum.  Damit  verbunden  das  von  Katharina  Reuß  1642
gestiftete  Konviktorium,  welches  6  Chor-Schülern  Freitische  gewährt.  Die
Gräfin  v.  Promnitz  stiftete  (1761)  einen  siebenten  Freitisch.  (Wiese
S.  135.)  Vgl.  v.  Rcphun.
Gymnasium  zu  Lyck,
Eine  vonl  Markgrafen  George  Friedrich  von  Anspach  im  Jahre  1587
für  die  Polen  in  Masuren  gegründete  Anstalt,  später  „Fürstenschule"
genannt,  1812  als  Gymnasium  (evangelisch,  königlich)  eingerichtet.
Zum  Andenken  an  die  im  Jahre  1859  erfolgte  Einweihung  eines  neuen
Schulgebäudes  wurde  ein  Stipendium  Masovianum  gestiftet,  auch  besteht ­
  ein  Fonds  zu  Büchern  für  arme  Schüler.  (Wiese  S.  75.)
Gymnasium  zu  Marienburg.
Ein  evangel,  städtisches  Institut,  von  dem  Hochmeister  Winrich  v.
Kniprode  als  lateinische  Schule  begründet,  später  höhere  Bürgerschule, ­
  seit  I860  Gymnasium.  4  Königliche  Schul-Stipendien  à  60  Thlr.
aus  dem  Jahre  1816,  welche  durch  die  König!.  Regierung  gezahlt
werden  (Wiese  S.  67).
Gymnasium  zu  Marienwerder,
aus  einem  alten  Institut,  der  Domschule  entstanden,  1812  als  Gymnasium ­
  anerkannt,  evangelisch,  seit  1829  Königlichen  Patronats.  Prämien-Fonds,
  1803  und  1804  von  einer  Ressonrccn-Gesellschaft  überwiesen, ­
  jetzt  mit  1200  Thl.  Kapital;  Stiftung  der  I.  H.  Mü  l  l  crschcn
Eheleute  von  1809  und  1824  zum  Besten  zweier  Lehrer-Stellen,
Kapital  2333  Thlr.;  Stiftung  des  Amtsraths  Stürmer  (s.  d.),
welcher  das  Dorf  Stürmersberg  mit  Ziegelei  dem  Gymnasium  zu  wohlthätigen ­
  Zwecken,  insbesondere  auch  ^zur  Unterstützung  der  Lehrer  und
ihrer  Wittwen  vermachte  (Wiese  S.  77).
Gymnasium  zu  Memel,
ein  evangel,  städtisches  Institut,  in  älterer  Zeit  eine  lateinische  Schule,
1859  Real-Schule  2.  Ordnung,  1860  Gymnasium.  Unter  den  Einkünften ­
  500  Thlr.  aus  den  Stiftungs-Fonds  des  M.  Schulz  von
1786.  (Wiese  S.  56.)
Gymnasium  zu  Minden,
evangelisch,  mit  einer  Real-Schule  1.  Ordnung.  Kapital-Vermögen
12,000  Thlr.  Brockmannsche  Stiftung  für  Lehrer  mit  500  Thlr.,
Hüttemannschcs  Schüler-Stipendium  mit  1000  Thlr.  Kapital,  dazu
die  bei  Gelegenheit  des  Jubiläums  im  Jahre  1830  von  dem  damaligen
        <pb n="264" />
        257

06cr  -  Präsidenten  v.  Vincke  mit  500  Thlr.  gegründeten  Säkularf
  ífi!'  şà  cincn  Şchûler  des  Gymnasiums  und  einen
der  Real-Schule.  (Wiese  S.  309.)
Gymnasium  zu  Mühlhausen
Gymnasium  (Paulinum)  zu  Münster
ZşişşŅMŅ
Stlftung,  Collegium  Heerde,  v.Galenscher  adeliger  Konvikt,  Knaben-Seminar
  rc.
Gymnasium  zu  Münstereifel,
in  älterer  Zeit  Jesuiten-Anstalt,  seit  1831  reorganisirt.  Sie  hat
273  Morgen  Grundstücke  und  24,500  Thlr.  Kapital-Vermögen.  Sti
pendlen-Fouds  724  Thlr.  (Wiese  S.  351).  S.  Knaben-Seminar.
Gymnasium  zu  Neustadt  i.  Westpr.
MWW
«ms»
bkgrllude,  (asiese  ®.  152).
Eine  alte  Schule  17-,7  Ģ»nu&amp;gt;°şinm  O-,-.
BAUME-.  »  Ķir
die  Anstalt  16^^??°"  Braunschweig  und  der  Stadt  Oels  stehend,  hat
Präsident  '  0Thlr.Vermögen.  Hahnsches  Stipendium  von  16Thlr.,
l' rf u8.  kandbucd.  j-
        <pb n="265" />
        258

Herzoglichen  Kammer  verwaltetes  Kapital  von  3075  Thlr.  und  die
Zinsen  von  dem  Gräflich  Kospothschen  Kapital.
Gymnasium  zu  Oppeln,
aus  dem  ehemaligen  dortigen  Iesuiten-Seminarium  und  der  katholischen
Stadtschule  hervorgegangen.  Jetzt  eine  Königliche  (katholische)  Anstalt,
welche  unter  ihren  Einnahmen  5146  Thlr.  aus  Stiftungs-und  ähnlichen
Fonds  bezieht.  5  vom  Kardinal  v.  DieP  en  brock  gestiftete  fürstbischöfliche ­
  Stipendien  für  utraquistische  Gymnasiasten  katholischer  Konfession; ­
  Stiftung  der  Gesellschaft  der  Freunde  für  jüdische  Schüler.
Alkersche  Prämien-Stiftung.  (Wiese  S.  200.)
Gymnasium  zu  Paderborn.
Aus  einer  alten  Dom-Schule  hervorgegaugen,  seit  1614  von  Jesuiten
geleitet  und  nach  dem  damaligen  Fürstbischof  Theodor  v.  Für  stenberg
„Gymnasium  Theodorianum"  genannt,  seit  Aufhebung  des  Jesuiten-Ordens
  zum  Theil  aus  den  Einkünften  desselben  (dem  jetzigen  Paderborner
  Studicn-Fonds)  unterhalten.  17  Stipendien  bischöflicher  Verleihung
bon  30—50  Thlr.  für  arme  Schüler,  1  Stipendium  aus  dem  Gymnastal-Fonds.
  (Wiese  S.  316.)  S.  Knaben  -  Seminar,  Freih.  v.
L  edebu  r-Wichcln  rc.
Gymnasium  zu  Potsdam,
aus  einer  alten,  von  König  Friedrich  Wilhelm  I.  1738  erweiterten
lateinischen  Schule  hervorgegangen;  Gymnasium  seit  1812.  Mehrere
Stipendien  für  Studircnde;  Büttnersches  Vermächtnis;  für  arme
Schüler,  und  seit  1827  eine  Lehrer-Wittwen-  und  Waisen-Kasse  mit
4000  Thlr.  Kapital  (Wiese  S.  110).  Städtische  Freistellen  bestehen
5  pCt.  der  ganzen  Frequenz,  aus  den  Fonds  der  Eiseuhardtschen
Stiftung  sind  7j  begründet.  Vgl.  v.  Nohdich.
Gymnasium  zu  Prenzlau.
Aus  einer  alten,  1543  gegründeten  Schule  hervorgegangen  und  mit
Real-Klassen  versehen.  Gymnasium  seit  1812.  Mit  27  städtischen
Freistellen  und  2,  welche  von  den  Kreis-Stauden  verliehen  werden.
(Wiese  S.  139.)  Vgl.  v.  Winterfeldt.  Pensions-Fonds  mit  3700  Thlr.
Kapital.
Gymnasium  zu  Quedlinburg.
Von  der  Aebtiffin  Anna  II.,  Gräfin  zu  Stolberg  1540  als  eine  lutherische ­
  Schule  gestiftet.  Die  Anstalt  hat  17000  Thlr.  Kapital  und
mehrere  Schul-Stipendien  aus  der  Kloster  Bergeschen  Stiftung,  aus
einem  Vermächtniß  des  Reg.-Raths  Volk  von  1000  Thlr.  und  aus
einer  1855  zu  Ehren  des  Prof.  Dr.  Jhlefeld  gegründeten  Stiftung
mit  2700  Thlr.  Kapital  (Wiese  S.  300).  Ja  cobisches  Stipendium
(1811)  von  jährlich  40  Thlr.
Gymnasium  zu  Rasteuburg.
Um  das  Jahr  1546  gestiftet,  seit  1817  in  der  jetzigen  Gestalt  bestehend ­
  und  König!.  Patronats.  Aus  den  Mitteln  der  Anstalt  werden
        <pb n="266" />
        259

1M  ķ  ŞA/^îen-  Stiftung  Königs  Friedrich  Wilhelm  III.  vou
»làpis
Gymnasium  zu  Ratibor.
IBS
Gymnasium  zu  Recklinghausen,
SSSiy  Ä»
.  Gymnasium  zu  Saarbrücken.
irüüp,  o.  r  .  Ģymnasium  zu  Salzwedel,

Gymnasium  zu  Schleusingen.

«us  Stiftungs-  und  älmii^  »  ^lunahinen  befinden  sich  14(&amp;gt;1  T
Kaffe,  im  vorigen  Jabrbnn^".  ^ 0nM ;  Lehrer-Wittwen-  und  Wais
stiftet,  mit  7500  Thlr.  (Wiese  unbekannten  Wohlthäter
®Ä"' I&amp;gt; ito $ Ärenb c “°? 9 î, ä ”" l,t A  ^ 1 " 7  «»nnusi.mn  P-h-st
S.  »24).  Vgl.  Ampiànssch^«;-S°hn°.  ,855  b-gr»nd-.  (®
*“  °'""  à  «—STSîr  1853  a,s  P

17
        <pb n="267" />
        260

Gymnasium,  1862  als  Gymnasium  anerkannt  (städtisch,  evangel.).
Freistellen  im  Gymnasium  wie  in  der  damit  verbundenen  Bor-  und
Bürgerschule  giebt  es  für  Einheimische  20  pCt.;  Prämien-Fonds;  die
Stipendien,  welche  der  Magistrat  und  die  St.  Nikolai-Kirche  lahrlich
an  Studirende  vertheilen,  belaufen  sich  aus  700  Thlr.  (Wiese  126).
Gymnasium  Stargard  in  Pommern,
aus  der  Verbindung  der  alten  Raths-Schule  und  des  1631  von  beni
Bürgermeister  Peter  Gröning  mit  20,000  Gulden  gestifteten  Kolle
aiums  mit  der  1759  von  beni  Kriegsrath  VaNgerow  gestifteten  Real-Schule
  hervorgegangen  und  „Königliches  und  Gröningsches  Gymnasium
genannt.  Die  Anstalt  bezieht  einen  Theil  ihrer  Bedürfnisse  aus  den
Gröning  scheu  Testaments-Stiftungen  und  erhielt  Zuwendungen  von
dem  Bürgermeister  Movi  ns  und  dem  Direktor  Falbe.  (Wiese  S.
145)  Vgl.  Falbe.
Gymnasium  zu  Stendal,
eine  alte  Anstalt,  seit  1820  unter  dem  jetzigen  Namen.  Stipendien
für  Schüler  jährlich  200  Thlr.  ans  dem  Kloster  B  erg  e  schen-^tiftnngs
Fonds.  Vgl.  Eichlcr,  Haacke,  Schönebeck.
Gymnasium  zu  Stettin.
Eine  aus  zwei  älteren  Instituten  zusammengesetzte  Anstalt,  königlich  und
städtisch.  König  Friedrich  Wilhelm  III.  begründete  1817  das  Reformations ­
  -Stipendium  für  Studirende;  das  Maricn-Stist  verleiht  L)
Freistellen.  Verbunden  mit  dem  Gymnasium  ist  das  im  14.  Jahrhundert ­
  von  dem  Stettiner  Bürgermeister  Otto  Jageteuffel  gegründete ­
  Kollegium  (Alumnat),  in  welchem  24  junge  Leute  in  Allem
frei  gehalten  werden  und  den  nöthigen  Unterricht  genießen  sollen.  Die
Lehrer-Wittwen-Kasse  hat  ein  Vermögen  von  12000  Thlr.  (Wiese
S.  140).

Gymnasium  zu  Stolp,
aus  dem  früheren  Lyceum  hervorgegangen,  1833  höhere  Bürgerschule,
1854  Real-Schule,  1858  Gymnasium  mit  einer  höheren  Bürgerschule.
Sechs  Stipendien  für  Studirende  (jährlich  314  Thlr.),  und  einige
letztwillige  Zuwendungen  für  Lehrer.  (Wiese  S.  154.)
Gymnasium  zu  Stralsund,
ein  städtisches  Institut,  gestiftet  20.  April  1560.  Bei  Gelegenheit^  der
im  Jahre  1860  stattgefundeneu  dritten  Säkularfcier  wurden  sechs  Freistellen ­
  für  unbemittelte  Schüler  eingerichtet.  Vgl.  Eolbergfche  Stiftungen. ­


Gymnasium  zu  Thorn.
Ein  evangel.  Institut,  königlichen  und  städtischen  Patronats  mit  einer
Real-Schiile  1.  Ordnung.  Die  Anstalt  hat  schon  in  früheren  Jahrhunderten ­
  viele  Zuwendungen  erhalten.  Bürgermeister  Stroband
stiftete  (1594)  ein  Haus  zur  Aufnahme  armer  Schüler  (die  O  ekonoune),
Bürgermeister  Krieves  (+  1639)  vermachte  ihr  10,000  und  der
        <pb n="268" />
        261

Gymnasium  zu  Tilsit
¡¡¡asai
Gymnasium  zu  Torgau,
msmm
'  Gymnasium  (Bugenhtnianum)  zu  Treptow  a.  R.
D-ŞZMZ
seit  lau  Gymnasium  zu  Trier.
MHWZZMD
°°rzüglich?SchuI.r  °°"  2000  ( 18fi0 &amp;gt;  fÄr
aus  einem  °°n  Michael?"»"Tr,eme«,n°.
Alumnat  fite  12  Salme  &amp;gt;i„?°Smaw»Ii  im  Jahre  1773  ļļefdfteten
verbundenen  Sctinle  hm  m ^ cr  Adels-Faniilicn  und  einer  damit
Königlichen  und  12  ?  ^gegangen,  18X3  Pro-Gymnasium  mit  30
1863  aufgehoben  ^  osn.owskischen  Stellen,  1844  Gymnasium,
1540  h  c  _  Gymnasium  zu  Wernigerode.
em  oin  -  Dechanten  Heinrich  Horn  in  Halbcrstadt  als
        <pb n="269" />
        262

Lyceum  gestiftet,  später  mit  Hülfe  vieler  Legate  und  sonstiger  Zuwendungen ­
  erweitert,  1825  als  Pro-Gymnasium,  1862  in  seiner  jetzigen
Eigenschaft  hergestellt.  Seit  1743  besteht  bei  der  Anstalt  eine  Kon«
Viktorienkasse,  ans  welcher  fleißige  und  wohlgesittete  Schüler  der  oberen
Klassen  Unterstützungen  erhalten.  Bgl.  Bode,  Keßler  rc.
Gymnasium  zu  Wesel.
Ein  evangel.  Institut.  Kapital-Vermögen  47,000  Thlr.,  wozu  noch
Zeitpächte  und  Kanons  im  Kapital-Werthe  von  15,000  Thlr.  kommen.
Gymnasium  zu  Wittenberg.
Als  solches  seit  1827  bestehend,  bezicht  es  ano  dem  Universitäts-Fonds
300  Thlr.  als  Königliche  Stipendien  für  Schüler  der  beiden  oberen
Klassen  in  Raten  oon  40,  30,  20  Thlr.;  aus  Stiftungen  von  Privat-Personen
  hat  die  Anstalt  jährlich  23  Thlr.  Prämien  zu  vergeben.  Dem
Magistrat  steht  die  Verleihung  mehrerer  Stipendien  zu,  die  aus  Legaten
von  Privat-Personen  herrühren  und  für  arme  Studircnde,  die  das
hiesige  Gymnasium  besucht  haben,  bestimmt  sind.  Pensions-Fonds  mit
8300  Thlr.  Kapital.

H  a  a  cf  e  *  Stiftung  zu  Stendal,
besteht  seit  1853.  Ans  den  Zinsen  von  700  Thlr.  sollen  die  Wittwen
von  Gymnasiallehrern  mit  je  24  Thlr.  unterstützt  werden.
HaakscheS  Legat.
Peter  Haak  zu  Berlin  vermachte  (1736)  der  Parochial-Kirche  daselbst
1500  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Unterstützung  der  Gemeinde-Armen  verwendet ­
  werden.  (Lisco  114.)
Wittwe  Haak,
geb.  Drewitz,  legirte  1823  zu  einem  Stipendium  für  würdige  Abiturienten ­
  des  Berlinischen  Gymnasiums  zutu  grauen  Kloster  1000  Thlr.
Das  Kapital  wird  vom  Magistrat  verwaltet  und  das  Stipendium  von
dem  Direktor  und  den  beiden  ältesten  Lehrern  unter  Genehmigung  des
Magistrats  mit  jährlich  48  Thlr.  verliehen.
Wenzel  Haakmanu,
kath.  Pfarrer  zu  Ibbenbüren  (+  1837),  setzte  die  dortigen  kath.  Armen
zu  seinen  Erben  ein  (5000  Thlr.).  Der  kath.  Pfarrer  soll  die  Revenücn
  vorzugsweise  für  unvermögende  Kranke,  verlaffene  Kinder  und
dürftige  Schulkinder  verwenden.
Hachesche  Stiftung.
Der  im  Dezember  1849  zu  Berlin  verstorbene  Rendant  Hache  setzte
das  dortige  Bürger-Rettungs-Jnstitut  (s.  d.)  zum  Universal-Erben  seines
Nachlasses  mit  der  Bestimmung  ein,  daß  dieser  Nachlaß  als  eine  besondere ­
  Stiftung  verwaltet  und  der  Zins-Ertrag  desselben  zur  Unterstützung ­
  dortiger  unbemittelter,  hnlfsbedürstiger  Personen  männlichen
und  weiblichen  Geschlechts  verwendet  werden  soll.  Das  Vermögen  be-
        <pb n="270" />
        263

trita  33  000  Thlr  war  aber  schon  im  December  1856  auf  57,000
WZMSZMN
v.  Hackemannscher  Fonds.
mmmsi
Rosalie  Marie  Häckert
rvr
Hädrichsche  Stiftung.
Bon  dem  zu  Leipe  bei  Grottkau  (1847)  verstorbenen  Erzpricfter  H  äs
  îâ)  zu  Gunsten  der  Ortsarmcn  von  Lehn-  und  Deutsch-Leipe,  Guhau,
  Serfsersdorf,  Offeg,  Märzdorf  und  Tiefcnsee,  sämmtlich  im  Grottkauer
  Kreise,  errichtet.  Das  Kapital  von  6670  Thlr.  wird  bei  der
megierung  zu  Oppeln  verwaltet.
H  a  g  e  d  o  r  n  sche  Armen-Stiftung.
affisiti
mit  183  Köpfen  bcwohnt^"î  es  wurden  die  letztern  von  40  Familien
Frau  Hip
°°ngn&amp;gt;  J°hrhu„d(
.  Thlr.  beträgt  und
v.  d.  Hagen  v&amp;gt;
*° mm '  "'H°k"n"undì
        <pb n="271" />
        264

Stande  widmen.  Bon  4  Stipendien  sollen  zwei  an  Verwandte  des
Stifters,  zwei  an  sonstige  arme  Studirende  gegeben  werden.
Elisabeth  Hagen,
Tochter  eines  Rektors  zu  Königsberg,  widnlcte  1620  für  Studircndc
der  Theologie  lutherischer  Konfession,  insbesondere  für  solche  aus  ihrer
Faniilie  666  Thlr.  60  Gr.  Im  Jahre  1838  (Koch  II.  553)  bestand
das  Kapital  in  591;  Thlr.,  von  dessen  Zinsen  der  Stipendiat  19  Thlr.
erhielt.
Halbcrstadt  Qnedlinbnrgsche  General-Schilllehrer-Wittwen  und  Waisenkasse,
1753  für  das  Fürstenthum  Halbcrstadt  gegründet,  1773  reorganisirt,
1834  auf  die  Lehrer  des  ehemaligen  Stifts  Quedlinburg  ausgedehnt.
Die  Association  hat  Korporations-Rechte.  Die  Pension  für  Wittwen
und  Kinder  beträgt  30,  das  Begräbnißgeld  der  Mitglieder  25  Thlr.
Das  Institut  steht  unter  Oberaufsicht  der  Regierung  zu  Magdeburg.
Gräflich  Matthias  Hallbergsche  Stiftung,
von  dem  Grafen  Matthias  v.  Hall  b  erg  auf  Haus  Pesch  (+  1849)
herrührend.  Ein  Kapital  von  5000  Thlr.  soll  durch  Zinsenzuwachs
bis  auf  10,000  Thlr.  vermehrt  und  daun  für  die  Bürgermeisterei  Lank
(Krefeld)  ein  Armenhaus  erbaut  werden.
Hallmannsche  Stiftung  zu  Danzig,
für  nothleidende  Wittwen.  Bon  der  1846  verstorbenen  Wittwe  Juliane ­
  Henriette  Hallmann  mit  753  Thlr.  errichtet.  Die  Zinsen
dieses  Kapitals  sollen  jährlich  an  10  arme  Wittwen  vertheilt  werden.
Hamannsches  Legat,
von  200  Thlr.  an  die  ev.  Schule  zu  Klein-Tinz  (Liegnitz)  zur  Anschaffung
von  Schuhen  und  Büchern  für  arme  Schulkinder.  Letztwillig  vermacht  von
den  Bauergutsbesitzer  Christian  Hamannschen  Eheleuten  (1861).
Handarbeiter-Leichenkasse  zu  Wittenberg,
zur  Unterstützung  der  Hinterbliebenen  verstorbener  Mitglieder  bei  Beerdigungen. ­
  Einkaufsgeld  2—4  Thlr.,  monatlicher  Beitrag  2-1-  Sgr.
Sterbegelder  14  Thlr.  In  Krankheitsfällen  können  den  Mitgliedern
Unterstützungen  bis  zu  2  Thlr.  gewährt  werden.  Der  Bercin  hat  einen
Fonds  von  1020  Thlr.  '
Handlungsdiener-Justitnt  zu  Breslau.
Ein  seit  1773  bestehender  „privilegirter  Verein",  der  die  Unterstützung
hülfsbedürftiger  und  arbeitsunfähiger  Handlnngsdiener  bezweckt,  demnächst ­
  aber  auch  Handlungs-Lehrlingen  Unterricht  ertheilen  und  wissenschaftliche ­
  Vorträge  halten  lässt.  Der  Verein  konnte  im  Jahre  1862
auf  Pension  5  lebenslänglich  zu  verpflegender  Mitglieder  nächst  freier
Wohnung  und  Beheizung  522  Thlr.,  auf  Unterstützung  zeitweise  außer
Kondition  befindlicher  Mitglieder  125  Thlr.,  au  durchreisende  hülfsbedürftige
  Kollegen  232  Thlr.  verwenden,  außerdem  für  Kur  und  Verpflegung ­
  erkrankter  Mitglieder  442  Thlr.,  für  Unterricht  sowohl  an
Mitglieder  in  Buchhalterci  und  fremden  Sprachen  als  an  Lehrlinge
        <pb n="272" />
        265

m.  Ät 53 ' 210 ^ (t -
Handlungödiener.Jnstitut  zu  Hirschberg
ZNLMWS2
Handwerker  Lade  zu  Wesel
Handwerker-Wittwenkasse  zu  Magdeburg.
'"è  Ļeben  getreten.  Sie  hat  den  Zweck,  durch  Beiträge  die
Mittel  zu  beschaffen,  um  den  Hinterbliebenen  Wittwen  der  Mitglieder
eine  regelmäßige  Pension  zu  gewähren  und  besteht  aus  den  freiwillig
beigetrctenen  Genoffen  aller  dortigen  Innungen.  Monatlicher  Beitrag
E?  as  si
Hannesscheö  Vermächtmß.
°°n  bet  ;„rrr.  à"Ş»  '»  ļķ&amp;gt;ei&amp;gt;i,enşi.d&amp;gt;&amp;gt;.
Haustein  (ş  1857s  hpnrTT^  ì'On  H  an  stein,  Minette  geb.  von
hausen  1200  Tblr  „nt-  U v nï)ct ‘  überwies  der  Gemeinde  Werleszum
  Besten  armer  Kranke»  ?'^àgung,  daß  die  Zinsen  à  4  pCt.
dct  würden,  welche  für  íç  t V? ,e  « ur  Bestreitung  der  Kosten  vcrwenarme
  Mädchen  des  Orts  tft  1)011  Näh-  und  Strick-Unterricht  an

-  s
        <pb n="273" />
        266

Wittwe  Harkort,
Christiane  geb.  Wille  zu  Schede  (+  1858)  vermachte  der  Gemeinde
Wetter  (Hagen)  1030  Thlr.  in  Rentenbriefen  zur  Unterhaltung  der
dortigen  Kleinkinder-Schule.
v.  Harrassowitzsche  Stiftung,
von  dem  in  Brieg  (1847)  +  Rittmeister  a.  D.  v.  Harrossowitz
mit  etwa  1330  Thlr.  begründet.  Die  aufkommenden  Zinsen  sollen  zur
Unterstützung  armer  Leute  und  Kinder  in  dem  Dorfe  Pohlsdorf  nach
dem  Gutfinden  des  Besitzers  des  Guts  Pohlsdorf  verwendet  werden.
Harskampsehe  Stiftung.
Sie  hat  etwa  9000  Thlr.  jährliche  Einnahme  und  wird  von  der
Armen-Berwaltung  zu  Aachen  administrirt.  Es  erhalten  etwa  14
Knaben  ein  Stipendium  von  je  500  Frs.  und  14  Mädchen  ein  dergleichen ­
  von  je  300  Frs.  pro  Jahr;  außerdem  werden  noch  Unterstützungen ­
  an  etwa  130  Personen  gegeben.
Harteufelssches  Legat,
von  dem  im  Jahre  1854  zu  Hamburg  verstorbenen  Peter  Ernst  Hartenfels ­
  der  Gemeinde  Kesselhcim  (Landkreises  Koblenz)  für  Armenzwecke
  vermacht.  Kapital  1000  Thlr.
Hartliebs  Stiftung  zu  Hitburg.
Von  dem  1852  ş  Steuer-Einnehmer  Anton  Hartlieb  zu  dem  Zwecke
begründet,  daß  aus  den  Zinsen  von  1600  Thlr.  die  Kosten  der  Erlernung ­
  von  Handwerken  für  Kinder  von  rechtlichen  aber  dürftigen
Angehörigen  der  Gemeinde  Bitburg  bestritten  werden  sollen.  Die  Verwaltung ­
  und  Leitung  der  Stiftung  ist  zweien  Stiftungs-Exekutoren
übertragen.
Dr.  Hartmannsche  Armen  Stiftung.
Aus  derselben  beziehen  die  Stadt  Warburg  und  fünf  andere  Gemeinden
je  60  Thlr.  jährlich  zur  Bertheilung  an  Arme.
Hartman  u  scheS  Familien-Legat.
Eine  in  Erfurt  bestehende  Stiftung;  das  Kapital  beträgt  325  Thlr.,
deren  Zinsen  an  die  bedürftigsten  Glieder  der  Familie  vertheilt  werden.
Hartmann-  Maulsche  Stipendien-Stiftung,
1709  von  Hartmann-Maul  zu  Danzig  für  arme  Studirende  begründet. ­
  Das  Kapital  beträgt  2000  polnische  Gulden  (500  Thlr.)
und  wird  vom  Magistrat  verwaltet.  Auch  verleiht  derselbe  mit  Zuziehung ­
  der  Verwandten  des  Stifters  die  Stipendien.
Hartmaun-Weiskesche  Stiftung  zu  Görlitz,
von  der  Wittwe  Weiske  in  Leipzig  zum  Andenken  an  ihren  Vater,  den
in  Görlitz  +  Bürgermeister  H  artma  n  u  und  an  ihren  Ehegatten,  den
in  Leipzig  +  Prof.  Weiske,  1836  gegründet.  Kapital  4500  Thlr.
Die  Zinsen  von  2500  Thlr.  sind  nach  dem  Ermessen  des  Magistrats
für  das  Gymnasium  in  Görlitz,  die  Zinsen  von  2000  Thlr.  zu  einem
        <pb n="274" />
        267

3ob.  With.  Th.  Har  tuna
«SHSS’»  «
-r a XĢtng  Clausthalsche  Fundation,
###
HasescheS  Legat,
8ŞMŞĶ
SUMZŞ
Die  Sinsen  \L  %  .  !toer ^ e  Stiftung  jit  Schmiedeberg.
&amp;amp;gt;%
vorzugsweise  für  Berwm,d^^^  Stipendium,
men  des  Klempnermeişt^à^  «  w  ^^ifters  und  demnächst  für  Nachkam-Kollalor
  ist  der  akademische  Eduard  Kalk  zu  Königsberg,
^rif  Max  ^cr  Universität  Königsberg.
LkZr
Ņ'°"»  u»d
        <pb n="275" />
        268

I

Herrn  resp.  der  Regierung  in  Koblenz  zu.  Die  Zinsen  des  Kapitals
sollen  an  20  der  ärmsten  Familien  der  Herrschaft  Wildenburg-Schönstein
  in  gleichen  Raten  ausgetheilt  und  cs  soll  dabei  ans  avute  Wittwen
und  Waisen  vorzüglich  Rücksicht  genommen  werden.
Gräfin  Mariane  v.  Hatzfeldt-Gleichen,
bestimmte  1725  eine  Summe  von  1000  Gulden  zu  dem  Zweck,  daß
armen  Bürgern  zu  Tracheuberg  und  Prausnitz  Darlehne  von  60—100
Thlr.  auf  3  bis  5  Jahre  ohne  Zinsen  gegen  sichere  Hypothek  vorgcliehen
  werden  sollen.  Die  Verleihung  ist  dem  Pfarrer  des  Orts  aufgetragen. ­
  Die  Stiftung  steht  unter  Aufsicht  der  Regierung.
Hausche  Stiftung  zu  Pfalzel  (Trier),
zur  Unterstützung  dürftiger  Verwandten  des  Stifters  und  der  Armen
zu  Pfalzel.  Kapital  2300  Thlr.
Georg  Gustav  Philipp  Hauck,
Geh.  Hofrath,  legirte  der  Armen-Direktion  in  Berlin  100  Thlr.  zur
Bildung  eines  Ünterstützungs-Fonds  für  alte,  kranke,  verarmte,  unglückliche ­
  und  dennoch  sittliche  Hebammen.  Der  Testator  war  dazu
besonders  durch  den  Umstand  bewogen  worden,  daß  es  so  vieler  Fundationen
  für  Arme  und  Unglückliche  ungeachtet  an  einem  Unterstützungs-Fonds
  für  die  von  ihm  bezeichneten  Personen  fehlt,  wobei  er  die
Hoffnung  hegt,  daß  vielleicht  seiner  Stiftung  noch  mehrere  Gleichgesinnte ­
  sich  anreihen  dürften,  bis  die  Zinsen  einen  jährlichen  Ertrag
von  20  Thlr.  geben,  um  damit  diejenige  Hebamme  alljährlich  bis  zu
ihrem  Tode  zu  unterstützen,  welche  durch  ihre  Lage  und  moralische
Aufführung  die  meisten  Ansprüche  daran  hat.  Im  Jahre  1864  hatte
das  ursprüngliche  Stiftungs-Kapital  sich  bis  ans  den  Betrag  von  376
Thlr.  incl.  350  Thlr.  in  Berliner  Stadt-Obligationen,  vermehrt,
und  demnach  noch  lange  nicht  die  vom  Stifter  beabsichtigte  Hohe
erreicht.
HauptamtS-Hospital  zu  Rastenburg.
Angeblich  1361  fundirt,  stellt  es  ein  selbstständiges  Institut  dar,  in
welchem  seit  1814  alte  Frauen  von  45  Jahren  ab  gegen  ein  Einkaufsgeld ­
  von  60  —  20  Thlr.  aufgenommen  werden  können.  Die  Anstalt
hat  ausgedehnten  Grundbesitz  und  ein  Kapital-Vermögen  von  18,000
Thalern.
Haupt  Studien-Fonds  zu  Münster.
Er  besteht  aus  den  Ueberschüsscn  der  Studien-Fonds  der  Rentei
Münster,  der  Rentei  Geist,  der  Münsterschen  Studien-Fonds  rc.  und
der  jährliche  Ertrag  von  30,000  Thlr.  wird  für  kath.  Unterrichts-Zwecke
  verwendet.
Haupt  Bercin  für  christliche  Erbauungsschriften  zu  Berlin.
Im  Jahre  1814  für  die  Preußischen  Staaten  begründet,  erhielt  er
1832  die  Rechte  einer  moralischen  Person.  Er  verbreitet  religiöse
Schriften,  welche  auf  die  Bibel  gegründet,  rein  evangelisch  abgefaßt
        <pb n="276" />
        269

werden,  unb  jitmr  werben  nicht  blos  beutsche  Erbauungsschriften,  fonbern
  dergleichen  auch  in  böhmischer,  litthauischcr,  polnischer  unb  wenblscher
  Sprache  ausgegeben.  Vorsitzenber  Prediger  Dr.  Arndt.
Hans-Armen  Medicinal-Jnstitut  zu  Breslau
mm
Haus-Armen-Stiftung  zn  Emmerich.
Sie  zahlt  die  Gehälter  der  katholischen  Lehrer  der  Freischule,  bestreitet
sonstige  ^chulbedürfmffe  und  gewährt  Unterstützungen  an  verschämte
Haus  Bethlehem  zu  Herford.
■m
Ts:  f  Häns  Bürenscher  Stiftungs-Fonds.
ss  sHsSS?ä'ä
Ausbildung  der  Ju?enb^-?^!"'  "  -  Intereffe  der  wisienschaftUchen
dessen  Au  shed  un  a  ber  "  ^Multen-Orden  übertragen,  verblieb  nach
und  ist  darin  bis  .^lmmung  zu  geistlichen  und  Unterrichtszwecken
Einnahme  11  660  Tw"  Mutige  Zeit  erhalten  worden.  Jährliche
werden.  '  lr,/  welche  für  Unterrichts-Zwecke  verwendet
In  denis  &amp;gt;lli  -  r  Barmherzigkeit  zu  Wartenburg.
        <pb n="277" />
        270

Haus  der  Barmherzigkeit  und  Liebe  zu  Fischhausen.
Ju  demselben  werden  durchschnittlich  jährlich  4  Waisenkinder  unterhalten. ­

Hauö  Nazareth  zu  Höxter.
Eiue  kathol.  Erziehungs-Anstalt,  deren  Unterhaltungsmittel  aus  milden
Gaben  und  Haus-Kollekten  fließen.
Haus  zum  guten  Hirten  in  Charlotteuburg.
Ein  am  14.  August  1861  eingeweihtes  Rettuugshaus  für  verwahrlosete
  katholische  Mädchen.  Die  Leitung  ist  in  die  Hände  von  Ordens
Frauen  gelegt.  Das  Haus  hat  eine  Kapelle.
Haus  zur  heiligen  Elisabeth  in  Dortmund.
Ein  wesentlich  durch  die  Fürsorge  und  die  Bemühungen  von  Fanny
Schiffer  in  Dortniund  zu  Stande  gekommenes,  am  19.  Nov.  1857
eingeweihtes  Rettuugshaus  für  verwahrlosete  lath.  Kinder,  nebst  Kinderbewahr-Schule.
  Den  Namen  trägt  es  zu  Ehren  der  h.  Elisabeth  und
der  Königin  Elisabeth  von  Preußen.
Hauodorfsche  Stiftung.
Die  Kaufmanns-Wittwe  Elisabeth  Hausdorf  geb.  Magnus  zu  Breslau ­
  (t  1845)  vermachte  10,000  Thlr.  zu  dem  Zwecke,  damit  die  dortige ­
  Armen-Direktion  die  Zinsen  davon  zur  Unterstützung  solcher  Bürger ­
  Breslaus  verwende,  welche  durch  unverschuldetes  Unglück,  Krankheit ­
  u.  dgl.  in  Gefahr  sind  zu  verarmen,  durch  Unterstützung  aber  in
ihrem  Nahrungsstandc  erhalten  werden  können.
v.  Ha  us  en  scher  Legaten-Fonds.
Die  Zinsen  werden  jährlich  an  zwei  bestimmten  Tagen  an  zwei  Ortsarme
  zu  Lützcn-Sömmeru  (Kr.  Wcissensee)  vertheilt.  Kapital  100  Thlr.
v.  Haxthausensche  Stiftung  zu  Liegnitz,
von  der  1853  ii»  Breslau  f  Gattill  des  Reg.-Präsidenten  v.  Kottwitz,
  früher  verehel.  Sack,  geb.  v.  Haxthausen  begründet.  Sie
hinterließ  ein  Kapital  von  1000  Thlr.,  dessen  Zinsen  der  Wittwe  oder
den  Waisen  eines  Regierungsraths,  event,  in  deren  Ermangelung  zweien
Wittwen  von  Negierungs-Subalternen  in  Liegllitz  zu  Theil  werden
sollen.  Die  Stiftung  führt  den  Namen  „Haxt  hausensche  Stiftung"
und  wird  von  der  Regierung  verwaltet.  Bgl.  v.  Kottwitzsche  Stiftung ­
  zu  Breslau.
Hayne,
Professor  (ş  1832)  und  seine  Ehegattin,  geb.  Fischer,  bestimmten  letztwillig,
  daß  die  Jahreszinsen  eines  damals  noch  mit  einem  Nießbrauch
behafteten  Kapitales  im  Betrage  von  100  Thlr.  jährlich  zum  Besten
bedürftiger  Töchter  verstorbener  Professoren  der  Universität  Berlin  verwendet ­
  werden  sollten.  Die  Königl.  Genehmigung  dieser  Fischer-Hayneschen
  Stiftung  ist  am  27.  Febr.  1833  erfolgt.
        <pb n="278" />
        271

Hebammen-Jnstitut  zu  Berlin.
Hebammen-Jnstitut  zu  Danzig
Hebammen  Institut  zu  Erfurt,
ŞOM
Der  1840  +  ^  /^chtsche  Stiftung  zu  Halberstadt.
"»er,  vom  Maaistra^^^ñericht-rath  Hecht  bestimmte  500  Thlr.  zu
sen  alljährlich  einer  ^"  verwaltenden  milden  Stiftung,  deren  Zinzurückgekommenen
  Kamin-  ^^sta?t  gehörigen,  ohne  ihr  Verschulden
oder  Wittwe  gezahlt  werden  sollen.
Di-  Frau  ©encrais»'^®tift«n fl .
(t  31.  Dezember  185HÏ  î* cm  anu '  geb.  Adelheid  v.  Humboldt
Burg-Ocrner  und  Siersled.'n^^  letztwillig,  daß  auf  ihre  Rittergüter
von  Burg-Oerner  verwendet  werden  ^lfsbedürfttger  Einwohner
        <pb n="279" />
        272

St.  Hedwigs-Frauen-Bereiu  zu  Berlin.
Er  bezweckt  die  Erziehung  armer  Waisen  der  kath.  Gemeinde,  begründete ­
  das  „katholische  Waisen-Jnstitut"  und  erhielt  1841  die  beschränkten ­
  Korporations-Rechte.  Das  Vermögen  des  Vereins  belief  sich  1863
auf  70,000  Thlr.,  einschließlich  der  Stiftungen  und  Grundstücke;  die
Jahresbeiträge  der  Mitglieder  ergeben  jährlich  1200  Thlr.  An  der
Spitze  des  Vorstandes  der  Propst  zu  St.  Hedwig.
St.  Hedwigs'Franen-Verein  zu  Breslau.
Er  wirkt  für  Wohlthätigkeit  und  Armenpflege  unter  der  dortigen  katholischen ­
  Bevölkerung  und  begründete  namentlich  das  Hans  zur  heiligen
Hedwig,  dessen  Zweck  nach  dem  Statut  vom  29.  März  1856  auf
a)  Aufnahme  und  Erziehung  verwahrloseter  und  verlassener  Kinder;
b)  Aufnahme  und  Rettung  junger,  in  sittlicher  Beziehung  in  Gefahr
schwebenden  Frauenspersonen;  c)  Fürsorge  für  arme  alte  Kranke  und
Verlassene  in  und  außer  dem  Hause  gerichtet  ist.  Der  Verein  erhielt
zur  ersten  Begründung  der  Anstalt  Zuwendungen  von  Sidonic
v.  Ts  chis  ch  Witz  u.  A.;  später  wurden  ihm  Vermächtnisse  zum  Theil
vom  Konsistorialrath  Gottwald  (t  1856)  mit  13,970  Thlr.,  von  dem
Erbscholtiseibesitzer  Sonncck  (f  1858)  mit  20,000  Thlr.,  vom  Kaufmann ­
  M  öcke  (t  1859)  mit  38,320  Thlr.  rc.  Die  mit  den  Rechten
der  moralischen  Person  versehene  Anstalt  ist  in  Folge  dessen  erweitert
und  beherbergte  1864  120  Kinder,  die  von  12  Schwestern  und  5  Kandidatinnen ­
  erzogen  und  beaufsichtigt  wurden.
St.  HedwigS-Krankeiihauö  zu  Berlin.
Aus  milden  Beiträgen  hergestellt,  1854  eingeweiht,  zählt  es  in  drei
Klassen  250  Krankenbetten.  Es  nimmt  Kranke  ohne  Unterschied  der
Religion  auf,  wird  von  barmherzigen  Schwestern  vom  Orden  des  h.
Karl  Borrouläus  geleitet  und  steht  unter  Verwaltung  des  Kirchen-Kollegiums
  zu  St.  Hedwig.
St.  HedwigS-KraukeuhauS  zu  Schloß  Falkeubcrg  in  Oberschlesien.
1860  durch  die  Munificenz  des  Grafen  Praschma  ins  Leben  gerufen
und  der  Leitung  von  drei  grauen  Schwestern  anvertraut.  Verpflegung,
ärztliche  Behandlung  und  Medikamente  werden  unentgeltlich  auf  Kosten
des  Stifters  gewährt.
St.  Hedwigs  Kranken-  und  Waisenhaus  zu  Löweuberg.
1860  durch  den  Pfarrer  Aust  im  ehemaligen  Maltefer-Kommende-Gebäude
  für  Krankenpflege  und  Waisen-Erziehung  begründet.  Die  Anstalt ­
  wird  von  einem  Kuratorium  verwaltet,  die  innern  Angelegenheiten
stehen  unter  Leitung  des  Pfarrers  Aust.  Die  Krankenpflege  haben
5  barmherzige  Schwestern  vom  Orden  des  heil.  Borromäus.  Vermögen ­
  der  Anstalt  8000  Thlr.  ;  die  Kreis-Kommune  unterhält  zwei  Betten
mit  jährlich  120  Thlr.  —  Waisen  befanden  sich  1862  im  Hause  24,
darunter  11,  für  welche  das  große  Militair-WaiseuhauS  in  Potsdam
die  Pflegcgclder  zahlt.  1863  erhielt  das  Waisenhaus  Bermächtnisst
zutu  Betrage  von  820  Thlr.
        <pb n="280" />
        273

Hedwigs-Stiftung  zu  Warmbrunn.
MU&amp;gt;
mmmmm
$eerfc^e  Armen-Stiftung  zu  Repten.
WWW
WWW^WßW
b "  B-rl-,h«ng  st-ht  bcm  Mugistru,  zu.
°°n  2000  Thlr.  Aus
ln  Kostrzyn  lSclirnd^.'»  "  -olnfen  werden  jährlich  durch  den  Geistlichen
Bürger  je  20  Thlr  ge^h'lt  ^  °^ ue  *^ v  verschulden  herabgekommene
Zinnqiesrer  ru  ^  »c  ÏMbwÌ9  ^^deurelch,
mögen  zur  Stiftung  ä-  d.  O.  (+  17(52)  legirte  sein  halbes  Ver-Universität
  lient  Stipendien,  und  übertrug  die  Kollation  der
LMWMLWL
U"d  °«m  auch,,,  Ä°Ät«Ä 9 *oÄS;
i&amp;gt;r«ug.  Landbuch.
        <pb n="281" />
        274

welche  Theologie  studiren,  und  wenn  diese  nicht  vorhanden,  an  Stadtkinder ­
  aus  Frankfurt  a.  d.  O.,  welche  die  Rechte  oder  Medizin  studiren,
verliehen.
Hei  de  urei  ch  sches  Legat.
Der  Ertrag  von  jährlich  10  Thlr.  dient  zur  Anschaffung  von  Lehrmitteln ­
  für  arme  Kinder  der  Stadt  Weißensce.
Heidfeldsches  Armenhaus  zu  Quedlinburg.
1668  von  dem  Bürgermeister  Heidfeld  für  6  arme  alte  und  schwache
Personen  gestiftet,  die  außer  freier  Wohnung  und  Heizung  86  Thlr.
jährlich  Legatengeldcr  beziehen.  Die  Verwaltung  führt  der  Magistrat.
Heilbrunn,
ein  Knaben-Rettungshaus  im  Kreise  Neu-Ruppin,  1856  von  einem
Verein  unter  Vorsitz  des  Freiherrn  v.  Romberg  auf  Brunn  errichtet.
Heiligendörffer  -  Stiftung.
Eine  Stipcndien-Stiftnng,  1859  bei  dem  Gymnasium  zu  Königsberg  in
der  Neumark  zur  Erinnerung  an  den  Oberlehrer  Heiligendörffer
begründet.
Heiliger  Stift  zu  Glogan.
Ein  älterer  Armen-Krankcn-Verpflegungs-  und  Beerdigungs-Verein  für
jüdische  Glaubensgenossen.  Das  Institut  erhielt  1830  beschränkte  Korporations-Rechte; ­
  1845  schenkten  Bangnicr  H.  L.  Bamberg,  Kaufmann ­
  I.  Z.  Cohn  und  Bangnicr  W.  Lchfeldt  je  1000  Thlr.  zur
Beschaffung  eines  eigenen  Lokals  zur  Aufnahme  armer  Kranken;  1858
vermachte  H.  L.  Bamberg  der  Anstalt  für  ihr  Zwecke  fernere
8000  Thlr.
H  e  i  l  m  a  n  n,
Justizrath,  Kammergerichts-Sekrctair  (t  1831)  begründete  eine  Stiftung ­
  für  acht  sittlich  unbescholtene  und  würdige  Töchter  von  Beamten
des  Kammcrgerichts.  Aus  den  Zinsen  eines  Kapitals  von  10,000  Thlr.
sollen  dieselben  Unterstützungen  von  50  Thlr».  ein  für  alle  Mal  erhalten; ­
  vcrheirathen  sich  solche  Töchter,  so  erhalten  sie  als  Beihülfe
zur  Aussteuer  200  Thlr.,  die  ihnen  am  Tage  nach  der  Trauung  ausgezahlt ­
  werden;  in  diesem  Falle  können  in  solchem  Jahre  nur  noch  vier
Portionen  à  50  Thlr.  vertheilt  werden.  Das  Kammergericht  hat  die
Verwaltung  dieser  Stiftung;  die  Räthe  des  Kollegiums  haben  zum
Besten  der  Töchter  von  Subalternen  des  Kammergerichts  auf  das  Recht
der  Theilnahme  an  dem  Benefiz  verzichtet.  —  Heilmann  bestimmte
ferner  4000  Thlr.  dazu,  daß  in  der  Stadt  Falkenberg  (Ober-Schlesien)
von  den  jährlichen  Zinsen  zu  4  pCt.  die  Schullehrer  der  niedern
Klassen  für  den  Unterricht  armer  Kinder  100  Thlr.  erhalten,  40  Thlr.
einer  armen  Bürgers-  oder  Ofsizianten-Tochtcr  am  Tage  nach  ihrer
Trauung  gezahlt  und  20  Thlr.  zu  einem  Kinderfeste  am  Todestage
des  Testators  (28.  August)  für  die  Schul-Jugend  verwendet  werden
sollen.  Die  Stiftung  wird  vom  Magistrat  verwaltet.
        <pb n="282" />
        275

18*

Gottlob  Heilmann.
IWMŞZ
Albert  Heinen.
şşDMLL-sNWZS
dre  Armen  den  Ueberrest  erhallen.
,  Prinz  Heinrich  von  Preußen.
***  *"  ^rchĢ
Ms
"achten  unter  die  Ai-,»-.  \  ^  ^ļ)lr.,  deren  Zinsen  ebenfalls  zu  Weihl
  der  drei  Gemeinden  vertheilt  werden  sollen.
geb.  Ros  cubera  (Wà.  ,ÇT n ? einîr
Z"  einem  Prediner-Witiļ„?,  '  1S ’^ 9 )  bestimmte  letztwillig  400  Thlr.
das  Kircheàllegium  son  ?"  St.  Pctrikirchc  zu  Magdeburg:
nächsten  25  Jahren  dnrck  tf«s£ï 90t  unb  b ^M  iu  bc "
Wenn  alsdann  (1864)  rin,'rot? 9  bcr  Z'nsen  vermehrt  werden,
vorhanden  ist,  so  soll  sic  di.-  ^?'ger-Wittwe  bei  der  St.  Petrikirche
tionskosten  genießen  Im  -ļ.  «  ?"  mi &amp;gt;  'lbzug  etwaiger  Administra--
  «--&amp;gt;  i-  ä-  ..L..L.r-
        <pb n="283" />
        276

mehrere  Wittwen  vorhanden,  so  theilen  sich  dieselben  oder  ihre  Kinder
in  die  Zinsen,  und  wenn  kein  Empfangsberechtigter  vorhanden  ist,  so
werden  die  Zinsen  zum  Kapital  geschlagen.  1861  betrug  das  Kapital
835  Thlr.
Freiherr  Joseph  v.  Heister  zu  Düsseldorf,
schenkte  am  25.  Jan.  1858,  am  Tage  der  Vermählung  des  Prinzen
Friedrich  Wilhelm  von  Preußen  dem  kath.  Waisenverein  in  Düsseldorf
zu  einer  v.  Heister  scheu  Stiftung  1000  Thlr.  —  Frau  Franziska
v.  Heister  geb.  Freun  v.  Pelser-Berenöberg  begründete  1862  bei
dem  Nationaldank  eine  Spezial-Stiftung  mit  2000  Thlr.  unter  der
Benennung  „v.  Heistersche  Stiftung  für  hülfsbedürstige  Veteranen".
Letztwillig'  wendete  sie  dem  in  Düsseldorf  bestehenden  Verein  für  Erziehung ­
  und  Pflege  armer  kath.  Waisenmädchen  3000  Thlr.  zu.
Helffscher  Armen-Fonds  zu  Vallendar  (Koblenz).
Jährliche  Einnahme  an  Zinsen  etwa  800  Thlr.  Es  werden  unterstützt
zunächst  arme  Anverwandte  des  Stifters,  der  Rest  kommt  den  Armen
in  Vallendar  mit  ¡,  zu  Nieder-Werth  mit  £  und  zu  Mallendar  mit  ļ
zu  gute.  Die  Verwaltung  ist  bei  der  Kirche.
Hellborusche  Waisen-Stiftungen.
Bertha  Hellborn  geb.  Hey  mann  (t  1840),  Ehrenmutter  des  Auerbachschen
  Waisenhauses,  und  ihr  Gatte  Philipp  Hellborn  widmeten
dem  Knaben-Jnstitut  jährlich  50  Thlr.,  welche  zinsbar  belegt  und  später ­
  einem  der  Knaben  bei  seinem  Etablissement  oder  bei  der  Promotion
ausgehändigt  werden  sollen.  1864  belief  sich  der  Fonds  auf  1400
Thlr.  und  cs  waren  bis  dahin  27  Knaben  mit  je  50  Thlr.  bedacht.
Eine  gleiche  Stiftung  besteht  bei  dem  Mädchen-Institut;  Kapital  2000
Thaler.  Sie  hat  zum  Zweck,  jährlich  ein  Waiscn-Mädchcn  mit  50  Thlr.
auszustatten,  die  ihr  mit  Zinsen  und  Zinseszinsen  bei  ihrer  Verheirathung
  oder  selbstständigen  Einrichtung  ausgezahlt  werden.  Neben  dieser
Stiftung  ist  ein  Vermächtnis;  von  Philipp  Hellvorn  voll  2000  Thlr.
vorhanden;  von  den  Zinsen  sollen  jährlich  einem  Waisenmädchen  50  Thlr.
zuerkannt  werden.  Der  Ueberschuß  soll  aufgespart  werden  und  wenn
wieder  50  Thlr.  angesammelt  sind,  dieser  Betrag  einem  zweiten  Waisenmädchen ­
  (neben  demjenigen,  welches  jährlich  zu  dotiren  ist)  ausgesetzt ­
  werden.
Hellen,
Notar  in  Xanten  (t  1836)  vermachte  sein  Vermögen  im  Betrage  von
14—15,000  Thlr.  der  Stadt  Köln,  bei  deren  Municipal-Verwaltung
er  bis  zum  Jahre  1804  angestellt  gewesen  war,  zur  Stiftung  einer
Stadt-Bibliothek,  zur  Unterstützung  armer  Schulkinder  durch  Zahlung
des  Schulgeldes,  Anschaffung  der  Schulbücher,  und  zur  Stiftung  dreier
Jahresgedächtnisse  für  seine  Eltern  und  für  sich.
Hel  leu  do  rusche  Stiftung,
für  die  Ortschaften  Griethausen  und  Wistel  im  Kreise  Kleve.  In  der
        <pb n="284" />
        277

3=  sw  Z  »  -
ßMMZZD-^
  Helmsches  Vermächtuiß  zu  Danna
Maar  btftimm *’  »E-.  °°n  '766  u.d  kWg.
Hemden-Verein  zu  Wollstein
Ģraf  Hcnckelsche  Armen-Stiftung.
giraiii

S=S3ŠšŠ=Sr5

•s'SÄÄiWHSH:
Ģraf  Hcnckelsche  Familien-Stiftnng,
b  .  ,  Heudrichscher  Fonds,
Stadt-Arltest  .  3ofe ^  § eufe '
Stuhl  in  Breslau  ^"skretscham  setzte  (1864)  den  fürstbischöflich
Waisenhaises  uut^  ^ lDeif  cinci!  * n  Peiskretscham  zu  errichtend
Erben  ein  ffw  l*“ 110  barmherziger  Schwestern  zum  Univers,
'  -Werth  der  Zuwendung  betrug  15,390  Thlr.
Loşratll  X  .  Joachim  Fr.  Henkel,
dessen  AM,.,,  Agirte  1778  ein  Kapital  von  1000  Thlr.  Go
sein  und  x!.  L n,V  , i'  ş°  ^nge  Mitglieder  seiner  Familie  Vorhand
kein  würdig  ^  A!'^ķ""de  sich  widmen  würden,  an  diese,  im  Falle  at
Ä;f  ,^'t  tó,Â  ä"&amp;amp;,  L
'önicfictat  soll  das  Stipendium  à  50  Thlr.  zwei  Jahre  in  B,
        <pb n="285" />
        lin  genießen,  muß  aber  Medicin  oder  Chirurgie  studiren.  Die  Verleihung
  erfolgt  durch  das  Kultus-Ministerium  (Lisco  S.  322).
Hennigsches  Stipendium,
von  dem  Kürschnermeister  Henni  g  in  Memel  beim  dortigen  Magistrat
1864  begründet.  Kapital  2650  Thlr.  Die  Zinsen  sollen  zu  Gunsten
von  Kindern  der  Stadt  Memel,  welche  von  dem  dortigen  Gymnasium
zur  Universität  abgehen,  verwendet  werden.
Henningsche  Stiftung.
Landrichter  Hen  ni  g  (t  1857)  legirte  1000  Thlr.  behufs  Gründung
einer  Stiftung  zur  Unterstützung  arbeitsunfähiger  Tagelöhner  und
Dienstleute  in  Schwelliu  (Köslin).'  Das  Kapital  wird  bei  der  Kirchenkasse ­
  Deiroaitct;  die  Bestimmung  über  die  aus  dem  Legate  zu  gewährenden ­
  Unterstützungen  haben  der  jedesmalige  Besitzer  Doit,  şchwellin,  der
Geistliche,  der  Schulze  und  ein  Tagelöhner  gemeinschaftlich.
Henning-Oppermannscheö  Legat,
gestiftet  1660  durch  den  damaligen  Bürgermeister  Henning-Oppcriitstint
  zu  Stolberg  am  Harz.  Die  Zinsen  von  1000  Thlr.  werden
durch  den  Magistrat  als  Stipendiuni  an  einen  Studircndcn  auf  3  Jahre
verliehen.
Henrietten-Stiftung  zu  Berlin.
Alex.  Mendelssohn,  Geh.  Kommerzienrath  zu  Berlin  und  dessen
Bruder,  Prof.  Dr.  Georg  Benjamin  Mendelssohn  in  Bonn  bestimntten
  4000  Thlr.  für  eine  unter  dem  obigen  Namen  zum  Andenken
ihrer  verstorbenen  Mutter,  Frau  Henriette  geb.  Meyer  zu  errichtenden ­
  Stiftung.  Dieselbe  soll  von  dem  Knratorinm  der  „M.  Mend  elfo ­
  huschen  Waisen-Erziehungs-Anstalt"  verwaltet  und  der  Zins-Ertrag
zur  Aussteuer  von  Mädchen,  welche  Zöglinge  dieser  Anstalt  gewesen
sind,  verwaltet  werden.  Der  Betrag  der  Aussteuer  ist  für  jeden  einzelnen ­
  Fall  auf  200  bis  500,  ausnahmsweise  bis  800  Thlr.  normirt.
Der  Magistrat,  welcher  über  di-  gedachte  Anstatt  die  Aufsicht  führt,
hat  dieselbe  auch  über  die  hier  gedachte  Stiftung.  —  Gleichzeitig  überwiesen ­
  die  Gebrüder  Mendelssohn  der  Stadt  Berlin  1000  Thlr.
unter  der  Bedingung,  daß  damit  eine  Stiftung  zu  dem  Zweck  gegründet ­
  werde,  um  hiesigen  Einwohnern  oder  deren  Wittwen,  welche  wegen
Schulden,  namentlich  Miethsschnlden  verfolgt  werden,  aufzuhelfen.
Henrietten-Stiftung  zu  Münster.
Bon  der  am  29.  Januar  1865  +  Vorsteherin  der  Seminar-Töchterschule ­
  Henriette  Bnchholz  ins  Leben  gerufen  und  nach  ihr  benannt.
Bei  Gelegenheit  der  begangenen  Feier  ihres  fünfzigjährigen  Amtsjubilättms
  bestimmte  sie  das  ihr  vom  Staate  verliehene  Ehrengeschenk  von
100  Thlr.  zum  Grundkapital  eines  Unterstützungs-Vereins  von  Lehrerinnen. ­
  Ein  Verein  von  Lehrerinnen  trat  zusammen  und  zu  Ansang
des  Jahres  1864  waren  2680  Thlr.  angesammelt;  durch  die  letztwilligc
Anordnung  der  Stifterin,  welche  ihren  ganzen  Nachlaß  nach  Abzug
einiger  Legate  für  die  Zwecke  des  Vereins  bestimmte,  erlangte  der  Fonds
        <pb n="286" />
        279

■
(j  ,  Henschelsche  Legate.
WWZMà«!
Zu  Brcslar  bestanden  hat"'  "^rosun,  bei  der  medicinischen  Fakultät
von  der  Wittni  x  Hentschelsches  Armen-Legat.
Dies.-  n  ;  ^  ^ungs  und  Pflege-Anstalt  für  blödsinnige  Kinder  zu  Gladbach.
»vSrwSrSH
        <pb n="287" />
        280

40,000  Thlr.  gegründet  worden.  Sie  ist  zunächst  evangelisch,  schließt
aber  die  Kinder  anderer  Konfessionen  nicht  aus,  sofern  die  sonstige  Besetzung ­
  der  Stellen  es  gestattet.  Die  Anstalt  erhielt  1861  unter
gleichzeitiger  Bewilligung  eines  Konigl.  Geschenks  von  2000  Thlr.  die
Rechte  der  juristischen  Person.  Die  Verwaltung  erfolgt  nach  einem
Statut  von  1861  durch  einen  geschäftsführenden  Ausschuß,  in  welchem
auch  der  Vorsteher  und  der  Arzt  Sitz  und  Stimme  haben.  Der
Johanniter-Orden  hat  mit  einem  Kapital  von  1450  Thlr.  eine  Freistelle ­
  begründet;  ein  Theil  der  Bedürfnisse  wird  durch  freiwillige  Gaben
und  Unterstützungen  aus  dem  Polizei-Strafgelder-Fonds  (s.  d.)  gedeckt.
Herbrttggensche  Stiftung.
Von  dem  1850  zu  Essen  f  kathol.  Pfarrer  der  St.  Johannes-Kirche
Johann  Heinrich  Herbrüggen  herrührend.  Er  setzte  die  Armen  der
Gemeinden  Altendorf,  Frohnhausen,  Holsterhausen  und  Schöiebeck  in
der  Pfarrei  Borbeck,  der  Gemeinde  Katernberg  in  der  Pfarrei  Schoppenberg ­
  und  der  beiden  katholischen  Pfarreien  in  Esten  zu  seinen  Uiüversal-Erben
  (5000  Thlr.)  ein.  Von  dem  jährlichen  Zinsen-Ertrage  sollten
vorläufig  nur  25  Thlr.  jährlich  für  bestimmte  religiöse  Handlungen
und  zur  Vcrtheilung  an  wahre  würdige  und  heimliche  Armen,  w:lche  aus
keinem  öffentlichen  Fonds  etwas  beziehen  und  jenen  Handlungen  beiwohnen,
  verwendet,  der  Rest  dem  Fonds  zugeschlagen  wcrdea.  Sobald ­
  dereinst  die  jährlichen  Zinsen  200  oder  300  Thlr.  bctrazcn,  soll
einem  sich  zum  geistlichen  Stande  vorbereitenden  Jüngling  aus  der  Familie ­
  des  Stifters  ein  Stipendium,  auch  kann  zur  Erlernung  eines
Handwerks  Einiges  gegeben  werden;  der  Rest  ist  noch  weiter  für  geistliche ­
  Handlungen  und  zur  Vcrtheilung  an  die  Armen,  zumchst  aus
der  Familie  des  Stifters  zu  verwenden.
H  errfort  hsche  Familien  Stiftung,
von  Hirsch  Philipp  Herr  forth  zu  Berlin  für  Familieng  ieder  zur
Unterstützung  und  zur  Ausstattung  bestimmt.  Kapital  5400  Thlr.
(Lisco  S.  387.)
Herrmanns'Stiftung  zn  Wernigerode,
nach  dem  Tode  des  Erbgrafen  Herrmann  begründet.  In  dankbarer
Erinnerung  an  ihn  brachten  die  Einsasten  der  Grafschaft  2550  Thlr.
auf  und  stellten  das  Kapital  zur  Verfügung  der  Wittwe,  welche  die
Zinsen  alljährlich  am  Todestage  ihres  Gemahls  (24.  O'tober)  an
würdige  und  bedürftige  Frauen  aus  der  Grafschaft,  die  im  Laufe  des
letzten  Jahres  in  den  Wittwenstand  getreten  sind,  vertheilte.  Es  erhalten ­
  jährlich  10  bis  14  Wittwen  je  5  Thlr.
Herrschaftliche  Bedienten-Wittwenkaste  zu  Wernigerode.
1759  begründet.  Die  Mitglieder  zerfallen  nach  den  Beiträzen  in  fünf
Klassen;  darnach  sind  (zur  Zeit)  die  Beiträge  auf  jährlich  2f  5,  7{,  10
und  15  Thlr.,  die  Pensionen  auf  15—20,  30—40,  45—6),  60—80,
90—120  Thlr.  abgemessen.  Die  Zahl  der  Thcilnehmer  belief  sich  1861
auf  45,  40,  30,  20,  15.
        <pb n="288" />
        281

Hertelsche  Stiftung.
Der  1841  in  Görlitz  f  Rittergutsbesitzer  Hertel  zu  Danbitz  vermachte ­
  der  Schulkasse  in  Görlitz  1000  Thlr.;  dem  Waisenhause  100  Thlr.,
der  Stadt-Armen  50  und  der  Kirche  zu  Ober-Bellmannsdors  200  Thlr.
Demnächst  begründete  er,  mit  je  1000  Thlr.  Kapital,  zwei  Stipendien
für  otitbtrcubc,  angehende  Kaufleute  rc.  vorzugsweise  aus  seiner  Verwandtschaft, ­
  ferner  setzte  er  32,270  Thlr.  zu  einem  Untcrstützunqsfonds
aus,  besten  Zinsen  zunächst  ebenfalls  feinen  Verwandten  zu  Theil
werden,  sobald  diese  bis  zum  fünften  Grade  einschließlich  abgegangen
sein  würden,  zu  nnlden  Zwecken  der  Stadt  Görlitz  nach  der  Verfügung
des  Magistrats  verwendet  werden  sollen.  Ein  Theil  der  Zinsen  soll
aber  auch  schon  vorher  der  Armenkasse  der  Stadt  Görlitz  zufallen.
Karl  Ed.  Hertel,
Partikulier  zu  Berlin  (t  1846)  setzte,  vorbehaltlich  des  Nießbrauchs
seiner  Wittwe,  die  jüdische  Gemeinde  daselbst  zur  Erbin  seines  Kapital-Vermögens
  (15,900  Thlr.)  ein.

Herterscher  Prämien-Fonds.
Bei  Gelegenheit  des  50jährigen  Amts-Jubiläums  des  9and-Rentmeisters ­
  Her  ter  zu  Potsdam  1864  gestiftet.  H  ert  er  war  langjähriger
Geschäftsführer  des  Civil-Waiscnhauses  und  hatte,  auf  das  ihm  zuerkannte
Honorar  von  100  Thlr.  jährlich  zu  Gunsten  eines  Fonds  für  ausgeschledene
  Zöglinge  verzichtend,  damit  eine  Summe  von  1000  Thlr.
angesammelt.
Hertzbachsche  Stipendien-  und  Aussteuer-Stiftung.
■■
n-  cv  1  H^wartzsche  Stiftung  zu  Aachen.

Her  ;  ber  gsches  Stipendium  zu  Mittenwalde,
Tv  ^  Bürgermeister  Andreas  Herzbcrg  in  Naturalien  begründet,
rr  Luo8  von  12  Schfst.  Roggen  wird  an  einen  Studirenden  auch
        <pb n="289" />
        282

noch  nach  beendigten  Studien  (wenn  er  den  Grad  eines  Magisters  oder
Doktors  erlangen  will),  verliehen.  Der  Stipendiat  muß  aus  der  Familie
des  Stifters  oder  wenigstens  in  Mittenwalde  geboren  sein.  DieKollation
steht  dem  Magistrat  und  dem  Kirchen-Ministerinm  in  Mittcnwaldc  zu.
Herzigsche  Stiftung  zu  Masselwitz  (Breslau),
von  dem  Brauer  Herzig  in  Klein-Masselwitz  (t  1850)  begründet.
Er  vermachte  den  Orts-Armen  von  Klein-  und  Groß-Masselwitz  200
Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  der  Zins-Ertrag  alljährlich  in  der
Weihnachts-Woche  gewissenhaft  von  den  Schulzen  vertheilt  werde.
Heßsche  Legate  zu  Landsbut.
Der  Kaufinanns-Aelteste  Johann  Daniel  Heß  (ch  1854)  vermachte  der  Stadt
Landshut  a)  1150  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Unterstützung  armer  Handwerker ­
  und  armer  Handarbeiter,  und  b)  900  Thlr.,  deren  Zinsen  zur
Unterstützung  von  sechs  gutgesitteten  fähigen  armen  Knaben,  welche  ein
Handwerk  erlernen  wollen,  verwendet  werden  sollen.
Hetzer,
Hofrath  und  Stadtrichter,  legirte  (1792)  4000  Thlr.  in  Fricdrichsd'or
zur  Unterstützung  von  Berliner  Bürgern  und  deren  Wittwen,  vornehmlich  der
Friedrichsstadt,  der  Neustadt  und  des  Friedrichs-Werders,  die  sich  in
der  äußersten  Bedürfniß,  cs  sei  welcher  Art,  ohne  menschliche  Hülfe  befinden. ­
  Die  Unterstützungen  sollen  zu  Weihnachten  in  Raten  nicht  unter
10  Thlr.,  jedoch  ein  für  alle  Mal  gewährt  werden.  Die  Stadtverordneten ­
  der  genannten  Stadttheile,  und  zwar  aus  jedem  der  älteste,
sollen  entscheiden.  Die  Unterstützung  darf  den  Empfängern  auf  die
ihnen  sonst  als  Arme  zu  ertheilenden  Wohlthaten  nicht  angerechnet
werden.  Das  Kapital  wird  bei  der  städtischen  Haupt-Stiftungskassc
verwaltet.
Hewerer,
Kammer-Lakai  und  dessen  Ehefrau  (t  1823)  vermachten  3000  Thlr.  mit
der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  zur  Unterstützung  verschämter  Armen
in  Berlin  verwendet  werden  sollten.  Verwaltet  wird  das  Legat  bei
der  städtischen  Haupt-Stiftungskafse.  (Lisco  S.  83.)
v.  Heydebraudtsche  Familien-  und  Armen-Stiftung.
Bon  dem  Rittmeister  Ernst  v.  Hey  de  brau  dt  1826  errichtet,  um
Unglücklichen  der  Familie,  andern  Leidenden  ohne  Unterschied  der  Person
oder  Religion,  Arbeit--  und  Verpflegungs-Anstalten  jeder  Art,  bedrängten ­
  Freunden,  Musikbekannten,  insbesondere  auch  seinen  gewesenen
guten  Dienstboten,  wenn  sie  die  Noth  ergriffen  hat,  Unterstützungen  zuzuwenden. ­
  Die  Stiftung  steht  unter  Aufsicht  des  Kreisgerichts  zu
Oels.
v.  d.  Hey  bensche  und  v.  Schütz  sche  Armen-Stiftung
von  dem  Freih.  Klemens  Wenzeslas  v.  d.  Heyden  (+  1840  in  Trier)
begründet.  Derselbe  bestimmte  einen  großen  Theil  seines  (etwa
50,000  Thlr.  betragenden)  Nachlasses,  entweder  zur  Erquickung  be-
        <pb n="290" />
        283

drängter  Armen  des  Kreises  Bitburg  oder  zu  Anstalt  und  Nutzen  der
Jugend  -  Erziehung  nach  dem  Erachten  des  ifandraths  und  des  Kreis-Dechanten.
  gitili  Nachlasse  gehörten  ein  Ģnt  in  Niederweis  im  Umfange ­
  von  etwa  700  Morgen,  mehrere  auswärts  gelegene  Vändereieu
"«d  em  mtt  dem  Freih.  v.  schütz  zu  Eamberg  (einem  Verwandten
des  Erblassers)  spater  bezüglich  auf  das  mütterliche  Erbtheil  des  Testatoi'g
  Don  ctmo  40,000  Wbcn.  3.
Walsenhaus  zu  Brtburg.
Bernhard  Heyder,
Baueranszügler  zu  Zadel  (Frankenstein)  hinterließ  (1862)  der  Tchulkasse
  und  der  Ortsarmenkasse  daselbst  ein  Kapital  von  je  100  Thlr
unter  der  Bedingung,  daß  von  den  Zinsen  des  ersteren  Kapitals  Kleider
angeschafft,  und  am  24.  Dezember  jeden  Jahres  unter  arme  Schulkinder ­
  ,  die  Zinsen  des  letzteren  Kapitals  alljährlich  an  seinem  Sterbetage ­
  unter  die  hülfsbedürftigsten  Ortsarmen  vertheilt  werden  sollen.

v.  Heykingsche  Stiftung  zu  Königsberg.
Sic  wird  vom  akademischen  Senat  der  Universität  verwaltet  und  zahlt
jährliche  Beneficien  à  120  Thlr.  Zunächst  berechtigt  sind  a)  die  ehelichen
werblichen  Descendenten  des  Oberstlieutenants  a.  D.  August  Alexander
Venedlkt  Baron  v.  H  e  y  k  i  n  g  ;  b)  die  ehelichen  weiblichen  Descendenten  des
5"st  Adolph  Moritz  v.  Heyking,  welche  unverehelicht  oder  vert
  wer  sind,  sich  gut  geführt  und  das  14.  Lebensjahr  vollendet  haben
ins*«-* 11  Ñ"ingerem  Lebensalter  vaterlos  sind;  c)  in  Ermangelung
öäter  w sln ^ C, 'tJ lU i  ^îe  weiblichen  Descendenten  der  genannten  Stamnr-Bcnefiziums
 C 9 tCm  14 l  Lebensjahre  zum  Genusse  des  Stiftsr

  .  1U i  Heymannscbe  Fundation  zu  Ģlogau.
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«  ,  ,  """*'9«™  ÍÇoiib«  gtrailgttrj.
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        <pb n="291" />
        284

Waisen,  namentlich  auch  zur  Ausstattung  armer  Mädchen  verwendet
werden  sollen.
Heyse-Bnrchard-Btthringsche  Stiftung  zu  Kolberg,
begründet  1744.  Kuratoren  sind  der  Bürgermeister,  der  Propst  und
der  Acltcste  des  Seglerhauses.  Im  Jahre  1800  hatte  die  Stiftung
4000  Thlr.  Kapital,  deren  Zinsen  zu  2  Stipendien  für  Studirende,
ferner  für  arme  Kaufmauns-Wittwen  und  Töchter,  zu  Schulgeld  für
14  arme  Kinder  und  für  Schullehrcr-Wittwen  verwendet  wurden.
Hispenilings  MägdehauS-Stistung  zu  Emmerich.
Zweck  derselben  ist,  fünf  gottesfürchtigen  Mägden  über  30  Jahre  oder
so  vielen  frommen,  kinderlosen  Wittwen  freie  Wohnung  und  Geld-Unterstützung ­
  zu  gewähren.  Vermögen  in  Grundstücken  500,  in  Kapital
700  Thlr.
Hildebrandsche  Stiftung  zu  Äemberg,
von  dem  Kaufmann  Hildebrand  in  Magdeburg  (t  1853)  herrührend,
welcher  der  Armenkasse  seiner  Vaterstadt  Kemberg  2000  Thlr.  unter
der  Bedingung  vermachte,  daß  die  Zinsen  zur  Bezahlung  des  Schulgeldes ­
  und  zur  Anschaffung  der  nöthigen  Bücher  für  arme  Kinder  verwendet ­
  würden.
Bernhard  Hillebrand  genannt  Kleinenbel,
ì!andwirth  zu  Höingen  hinterließ  (1860)  dem  Armenfonds  zu  Bremen
(Soest)  300  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Bekleidung  armer  Konfirmanden
verwendet  werden  sollen.
Wilh.  Hiller.
Kaufmann  und  Beigeordneter  zu  Trebnitz,  setzte  (1864)  der  dortigen
Kommune  100,  200  und  50  Thlr.  zur  jährlichen  Vertheilung  der
Zinsen  an  Ortsarmc,  arme  Konfirmanden,  und  zu  Holz-Unterstützungen ­
  letztwillig  aus.
v.  Hinckeldev-Stiftung  zn  Berlin.
Sic  datirt  aus  der  Zeit  des  Polizei-Präsidenten  v.  Hinckcldey  und
es  wurden  am  29.  Januar  1864  159  Thlr.  an  11  Personen  aus  dem
Gewerbestandc,  bei  denen  zu  erwarten,  daß  ihnen  dadurch  eine  nachhaltige ­
  Aufhülfe  geworden  und  sie  vor  gänzlichem  Verfall  geschützt
werden,  in  Höhe  von  5  bis  25  Thlr.  vertheilt.  Die  Vertheilung  erfolgt ­
  durch  einen  Deputirten  der  Armen-Direktion.
St.  Hiobs-Berg-Kalvarien-Stiftung  zu  Wesel.
Sie  unterstützt  zunächst  verarmte  Familien-Mitglieder  und  in  deren  Ermangelung ­
  andere  dürftige  Personen.  Auch  Stipendien  an  Theologie
studirende  Familienglieder  werden  verabreicht.  Im  Jahre  1861  wurden
23  Personen  mit  527  Thlr.  unterstützt.  Die  Stiftung  hat  in  Grundstücken ­
  3500,  in  Fonds  11,678  Thlr.
v.  Hippelsches  Stipendium,
von  dem  Geh.  Kriegsrath  v.  Hippel  zu  Königsberg  fundirt.  Ansprüche
        <pb n="292" />
        285

auf  dasselbe  haben  diejenigen  aus  der  Familie,  welche  dem  Stifter  am
nächsten  verwandt  sind,  seinen  Namen  führen,  das  12.  Lebensjahr  berettö
  zurückgelegt  haben  und  entweder  studiren,  odersich  dem  Militairdienste
widmen;  m  deren  Ermangelung  können  auch  jüngere  Mitglieder  der
icMm:  cä  9tniètn -  ® ie
Samuel  Hirsch,
1350
s¿.a^! , aasra?vg  *
Unterstützung  verschämter  Armen,  8000  Thlr.  für  den  Unterricht  der
armen  Jugend  u.  s.  w.  '
Hirschelsche«  Bermächtniß,
bei  dem  Magistrat  zu  Glogau  von  dem  (1862)  daselbst  f  Kaufmann
Ņaruch  Burg  heim  Hirsch  el  Behufs  Vertheilung  der  Zinsen  an  dortige
Arme  und  Kinder  lctztwillig  mit  500  Thlr.  in  Pfandbriefen  gestiftet.'
Hirtsches  Stipendium.
Buchhändler  Hirt  in  Breslau  begründete  dasselbe  bei  Gelegenheit  der
Jubel  sner  der  dortigen  Universität  in  August  1861  mit  500  Thlr.
^echtlgt  zum  Genusse  sind  arme  Studirende,  welche  sich  dem  höheren
“píÇHSsi
m  .  _*•  H°ä)bergscher  Emeriten  Fonds.
Pfarrer  von  Waldstein  Stiftung  ist  dem  kathol.
Dechanten  übertragen  Ģememschast  mit  dem  betreffenden  Landbonnnsmr
  r-.-r,  .  ^ eIlcita8  Gräfin  v.  H  ochsteden,
T&amp;amp;StPsp*  ÄTÄÄ’
ş  Freih.  v.  Hock.
        <pb n="293" />
        286

vom  jedesmaligen  Besitzer  mit  4  pCt.  verzinset  werden  sollen.  Von
den  Zinsen  soll  dem  evangel.  Schulhalter  das  reglementsmäßige  Schulgeld ­
  für  die  jederzeitigen  (armen)  schulpflichtigen  Kinder  der  Einsassen
bezahlt,  und  den  armen  Kranken  in  der  Gemeinde  geholfen,  der  ctwanige
Ueberschuß  aber  au  die  Armen  vertheilt  werden.  Gleiche  mit  je  1000
Thlr.  dotirte  Stiftungen  bestehen  in  Nieder-Schüttlau,  Konradswaldau
und  Schabenau.
Höffichensches  Stipendium.
Bon  dem  Konsistorial-Sckrctair  Höffichen  (1821)  für  Studirende  der
Rechtswissenschaft  aus  Magdeburg  m  zwei  Raten  à  50  Thlr.  begründet. ­
  Die  Verleihung  steht  dem  Eonsistorium  in  Magdeburg  zu.
Höhere  Bürgerschule  zu  Gladbach,
evangelischer  Konfession,  seit  1844  als  Gemeinde-Anstalt  bestehend  und
durch  freiwillige  Beiträge  erhalten.  Sie  hat  niehrere  Legate.  Kommerzienrath
  Fr.  Wolff  vermachte  1000  Thlr.  zur  Verbesserung  der  Lehrer-Gehälter,
  Kommerzienrath  Ero  on  1500  Thlr.  zur  Deckung  des
Schulgeldes  unbemittelter  Schüler  u.  s.  w.  Auch  ist  ein  Lehrer-Peusions-Fonds
  begründet.
Höhere  Bürgerschule  zu  Kulm,
früher  Akademie.  Die  Akademie  wurde  durch  ein  Privilegium  Papst
Urban  VI.  vom  Jahre  1386  bestätigt  und  durch  Papst  Jnuocenz  VII.
mit  den  Vorrechten  der  Universität  zu  Bologna,  namentlich  mit  dem
Recht,  in  allen  vier  Fakultäten  Doktores  zu  krcircn,  ausgestattet,  hat
aber  niemals  eine  besondere  Berühmtheit  erreicht  und  ist  nach  mancherlei
Wandlungen  seit  1825  eine  höhere  Bürgerschule.  Es  gehören  der
ehemaligen  Akadeillie  vermöge  einer  Schenkung  aus  dem  Jahre  1518
die  Ortschaften  Vorwerk  Gogolin,  Steinwage  und  Zaki-Mühlc  mit
1053  Morgen  Fläche;  sie  stehen  unter  Verwaltung  des  Landraths  und
die  Einkünfte  fließen  zur  Schulkaffe,  v.  Chappuiösche  Stiftung  aus
dem  Jahre  1835  für  arme  Schüler  zur  Beschaffung  von  Kleidungsstücken ­
  und  Schulbüchern.
Höhere  Bürgerschule  zu  Potsdam.
Seitens  der  Stadt  werden  zur  Zeit  37  halbe  und  13  ganze  Freistellen
gewährt,  10  ganze  haben  außerdem  Lehrerkinder  inue,  5  die  vierten
einer  Familie  angehörenden  Kinder,  4  besetzt  die  Königl.  Regierung
und  18  halbe  und  6  ganze  Freistellen  werden  durch  die  Stiftung,
welche  der  Stadtälteste  Eisenhardt  testamentarisch  begründete,  besetzt.
Höhere  Bürger  Schule  (Rektorat  Schule)  zu  Steele  (Werden),
auf  Stiftungen  des  Vikarius  Hertiger  von  1607  und  des  Pastor
Oh  len  von  1781  beruhend  und  1855  eröffnet.
Höhere  Töchterschule  zu  Münstereifel,
klösterliche  Anstalt  in  dem  ehemaligen  Karmeliteffcn-Kloster,  verbunden  mit
eineul  Pensionat.  Die  8  Klosterfrauen  ertheilen  zugleich  den  Unterricht
an  der  Elementar-Schule.  Das  Pensionat  hat  etwa  60  Zöglinge.
        <pb n="294" />
        287

Lñs.r.-r-sL  wsttusvar  -
Höhere  Wcbeschule  zu  Elberfeld
MLLSS
Höhere  Webeschule  zu  Mülheim  a.  Rh.
MWWUWr?-,
  Höttermannsches  Legat  zu  Ober  BSsa  (Weißensee),
von  dem  Schulzen  Höttermann  und  deffen  Ehefrau  begründet,  um
,"hà"  ZK.  «Ü  V'"'  şi"  Şchu'-Mädchen  ,u  b«.
&amp;amp;  ,  Hipper,
«»««
Kaufmann  Friedrich  Hoffbauer,
Gelegenes  Hau0  .beslimnitc  letztwillig,  daß  sein  dort
stücke  mit  einem  l ’ 0n  u  ^  ^ r -  und  verschiedene  Grund-Geschwister
  und  deren  i,,«?'  r?”  Thlr.  nach  dem  Ableben  seiner
äußerndes  Vermöcbtnis-  x  Descendenten  als  ein  nicht  zu  verlcgirtc
  er  der  Stadt  lOOoVft?* 0 **  fi W tslbt  Zufallen  sollten.  Noch
S:  ST»  »
ÄMÄSE  ÄSääSCÖ
        <pb n="295" />
        288

Tage  on  orme  bürgerliche  Wittwen  à  5  Thlr.  zu  Holz  ausgezahlt
werden  sollen.  Das  Kapital  wird  bei  der  städtischen  HauptstiftungsKasse ­
  verwaltet  und  betrug  1845  (LiSco  S.  81)  nur  noch  900  Thlr.
H  o  f  f  m  a  n  u,
katholischer  Stadt-Pfarrer  zu  Grottkau,  setzte  (1864)  die  Fundations-Kasse
  bei  der  dortigen  Stadt-Pfarrkirche  zu  seinem  Universal-Erben
ein:  das  nach  Berichtigung  von  Legaten  und  sonstigen  Zahlungen  übrig
bleibende  Vermögen  von  etwa  16,997  Thlr.  soll  zur  Errichtung  und
Unterhaltung  eines  katholischen  Waisenhauses  in  Grottkau  verwendet
werden.
Joh.  Gottlieb  Hoffmann,
Häusler  in  Lautersseiffen  (Löwenbcrg)  vermachte  (1847)  dem  Armen-Fonds
  des  Ortes  200  Thlr.,  deren  Zinsen  alljährlich  an  die  ärmsten
und  bedürftigsten  Ortseinwohner  vertheilt  werden  sollen;  200  Thlr.
erhielt  die  Schule  zum  Besten  armer  Schulkinder.
Frau  Hoffman»,
Joh.  geb.  Pieschel,  Wittwe  des  Predigers  Hoffmann  (+  1795)
zu  Magdeburg,  verzichtete  auf  die  ihr  zustehenden  Zinsen  von  jährlich  30
Thlr.  Gold  aus  dem  Schinagerscheu  Legate  mit  der  Maßgabe,  daß  diese
Zinsen  zur  Bildung  eines  eigenen  Predigcr-Wittwenfonds  bei  der  heil.
Geistkirche  gesammelt  werden  möchten.  Sie  starb  1842  und  eö  hatte
sich  bis  dahin  ein  Kapital  von  623  Thlr.  angesammelt.  Gegenwärtig
ist  dasielbe  auf  1273}  Thlr.  herangewachsen.
Frau  Hoffmann,
geb.  Richter,  Wittwe  eines  Kaufmanns  zu  Lüben  (t  1862)  vermachte
den  dortigen  Wittwen  und  Armen  ein  Legat  von  1000  Thlr.  Am
22.  September  jeden  Jahres,  ihrem  Geburtstage,  sollen  die  Zinsen
von  600  Thlr.  an  arme  Wittwen  in  Raten  von  2  Thlr.  und  die
Zinsen  von  400  Thlr.  an  verschämte  Arme  in  Lüben  ohne  Rücksicht
auf  Stand  und  Geschlecht  in  Raten  von  5  Thlr.  vertheilt  werden.
Frau  H  offmann,
geb.  Rüffer,  verw.  Mühlenwagemeister  Hoffmann  zu  Schweidnitz
(f  1847)  vermachte  der  Laubeschen  Waisen-  und  Wohlthätigkeits-Anstalt
daselbst  800  Thlr.  in  Schlesischen  Pfandbriefen  mit  der  Bestimmung,
daß  die  Zinsen  an  die  im  Institut  wohnenden  Wittwen  gleichmäßig
ausgezahlt  würden;  gleichzeitig  setzte  sic  2600  Thlr.  in  Pfandbriefen
zur  Gründung  zweier  neuen  Waisenstellen,  2000  Thlr.  zur  Berbesserung
  der  am  geringsten  dotirteu  Lehrerstellen  an  der  evang.  Stadtschule,
3000  Thlr.  zur  Vermehrung  der  damals  monatlich  nur  1  Thlr.  10  Sgr.
betragenden  Spenden  an  die  Bewohner  des  Hospitals,  und  etwa  8000
Thlr.  Behufs  Gründung  einer  Stiftung  für  evangelische  Bürger-Wittwen
  aus.
H  off  mann  sche  Fundation  zu  Alt-Lomnitz  (Habelschwert),
von  der  1854  si  Magdalene  Hoffmann  begründet;  sic  vermachte
        <pb n="296" />
        289

äHşsïssgs
Wilhelmine  Hoffmannsche  Stiftung
MLŞs-Hoffmannsches
  Legat  zu  Gebesee,
zur  Beschaffung  von  Schulbüchern  für  arme  fleißige  Kinder  der  Stadt
Gulden'Kapita^'^  Artigen  Kirche  verwaltet  und  hat  600
Hoffmanusches  Legat  zu  Halle.
Ilflpi
Hoffmannsche«  Stift
M,  bMsl&amp;amp;JtaÄ"*  «"bliche  P-rs-n-n.  E-  -ŗistir.
Im  &amp;lt;\ fí hr  17ûtf  "şş!"  a ""Waisenhaus  zu  Leobfchlttz.
«°pit°l.Bļrmi-ņ°L8,'ov(&amp;gt;à"'  "  "  »»à  und  14  Mädchen  °n,.
Eine  alte  Berl^  ^'st  er  sches  Stipendium.
Thlr.  und  wird'vom  Magistrat  Jf/*  ^Pendini»  beträgt  jährlich  11
»u  Berlin,  unv-r-hà"!şŅ^,«°'h.  V-Nm-d--.
von  der  Armen-Direktwn  leglrte  1000  Thlr.,  deren  Zinsen
kranker  oder  verstümmelter  zur  Unterstützung  hülfSbedürftiger,
***"  Greise  und  .rnn.er  LeÜ°«1r7L.^d^,°à^"'n"°
«i»  l-i.  .«2d  fat  3m  Gerichte.,
'i'reuíi.  Landbuch.  0  a  ^
        <pb n="297" />
        Es  verpflegt  jährlich  etwa  75  arme  Männer  und  Frauen  und  verwendet
für  diesen  Zweck  mehr  als  7000  Thlr.  Vermögen  in  Grundstücken
44,000,  in  Kapital  53,000  Thlr.
Gräflich  Hohenthalfche  Stiftung
von  6000  Thlr.  Die  Zinsen  dienen  zur  Ausstattung  unbescholtener
Jungfrauen  mit  je  50  Thlr.  in  den  Polizei-Bezirken  der  Gräflichen
Güter  Hohenprießnitz,  Grnna  mit  Laussig,  Pristäblich  und  Nieder-Glaucha.

Fürst  Hohenzolleru  sche  Stiftung  zu  Düsseldorf,
1859  ans  Veranlassung  des  Todes  der  Prinzessin  Stephanie,  vermählten ­
  Königin  von  Portugal,  überwiesen  der  Fürst  Karl  Anton  und
seine  Gemahlin,  die  Fürstin  Josephine  zu  Hohenzollern  der  Stadt
Düsseldorf  1000  Thlr.  Es  ist  damit  eine  Stiftung  gegründet,  deren
Jahres-Ertrag  die  Armen-Verwaltung  am  Todestage  der  Königin
Stephanie  einer  dürftigen  Wittwe  ohne  Unterschied  der  Konfession  als
Unterstützung  verabreichen  läßt.  Im  Jahre  1864  schenkte  der  Fürst
500  Thlr.  Gold,  deren  Zinsen  an  arme  Wöchnerinnen  vertheilt  werden.
Hohes  Thor  zu  Heilsberg.
Eine  Wohlthätigkeit--Anstalt,  in  welcher  20  Arme  freie  Wohnung  erhalten. ­

Hohmannfches  Arinen-Legat  zu  Krottorf,
von  dem  ehemaligen  Kantor  und  Schullehrer  Höh  mann  (t  1849)
herrührend:  er  vermachte  Grundstücke  im  Werthe  von  1250  Thlr.  mit
der  Bestimmung,  daß  davon  *  den  armen  Schulkindern  und  *  den
Ortsarmcn  in  Krottorf  (Oscherslcbcn)  zufallen  sollten.
Holitzkische  Stiftung,
von  dem  Bischof  Holitzki  herrührend.  Es  werden  aus  derselben  50
Thlr.  an  die  katholischen  Armen  der  Parochie  Schroda  durch  den  Propst
vertheilt.
Hol  ken-Stift  zu  Kolberg,
Ein  altes,  von  dem  Protonsul  Holk  (1421)  und  der  vom  ihm  abstammenden
  Familie  Kunde  »reich  (1748)  begründetes  Institut  für
Familien-Arme  und  in  deren  Erniangelung  für  „andere  geringe  Leute
von  Tagelöhnern  und  dergleichen  Wittwen."  Das  Vermögell  deö
Stifts  betrug  im  Jahre  1842  17,700  Thlr.  '  Damit  in  Verbindung
stehen  1)  das  Ga  sthaus,  ein  zu  der  K  undenreichschen  Stiftung
gehöriges  Hospital  mit  4  Zellen,  Kapital-Vermögen  (1842)  1000  Thlr.;
2)  die  Kunde  nre  ichschen  Legate  und  Beneficien  für  Prediger,  Schullehrer ­
  und  Arme.  Die  jährlich  zu  verwendende  Einnahme  betrug
1843  die  Summe  von  273  Thlr.  1846  sind  die  Hospitalgcbäude,
sowie  das  Legaten-  und  das  Wittwenhaus  umgebaut  und  neu  hergestellt. ­

Holländifche  See-Armen-Kasse  zu  Pillan,
bei  der  resorinirten  Gemeinde  mit  einer  jährlichen  Einnahme  von  130
        <pb n="298" />
        291

„  H  oll  esches  Stipendium.
«Sn.  9 '  *  m,b  '° itb  °°"'  Magistrat  »u  Halb-rstad.
,2-2  .  stļ  Holzkampffches  Stipendium.
ŞLSW
Holzmeffer-Sterbekaffen-Şocietàt  zu  Königsberg
H  olzwerdersches  Stipendium,
5,  ftftiks;
^  H  o  niphäus  (Tabernakel«)  Stiftung  zu  Emmerich,
»°Pi°7u  Ş'àfg-  Ģşà  stOrifCfs,0U -  Sit  *  1300  TV-.
Damian  v.  Hontheim.
MZÑ-LUMZ
Durck  T  H°ppesche  Almosen  Stiftung.
nämlich  der  Reinertroa^  ^şp-  Erweltrrnng  erhalten,  indem
40,000  Thlr.  wie  hiah  "  ^  p  P  ^  sehen  Immobilien  im  Betrage  von
deö  Emniericher  Gnun,^  Stipendien  für  arme  katholische  Schüler
talien  und  dem  verwendet  werden  soll,  aus  den  l»iapi'
viktoriuin  in  Eminerick  I  x"'selben  (etwa  22,000  Thlr.)  aber  ein  Äonstlick
  für  katholische  SdiliL^T  bic  Stiftung  angekauften  Grund-Eintritt
  in  dieses  Ķonniti«  Ģymnasiums  errichtet  ist.  Für  den
Freistellen  ertheilt:  die  "erden  Ññnze,  halbe  und  Bicrtelministration
  der  Stiftung  zu  richten"  Aufnahme  sind  an  die  Ad-W,S**
  IW*
19*
        <pb n="299" />
        292

und  es  werden  daraus  etwa  200  arme  Personen  mit  Brennholz
unterstützt.
Horn  sches  Stipendium,
von  dem  Studiosus  Simon  Horn  zunächst  für  seine  Verwandten,  in
deren  Ermangelung  für  Königsberger  Löbenichtsche  Stadtkinder,  die
stndiren,  gestiftet.  Die  Verwaltung  hat  der  Magistrat.
H  ornsches  Stipendium,
eine  Quedlinburger  Stiftung,  Betrag  jährlich  17j  Thlr.  Die  Verleihung ­
  steht  abwechselnd  den  Magistraten  zu  Quedlinburg  und  Aschersleben ­
  zu.
Franz  Hornsche  Stiftung,
begründet  von  der  Wittwe  des  Doktors  der  Philosophie  Horn,  geb.
Ged  icke,  welche  im  Jahre  1858  nach  dem  Willen  ihres  verstorbenen
Ehegatten  ein  Kapital  von  5000  Thlr.  der  Universität  zu  Berlin  überwies. ­
  Es  soll  einen  Fonds  zur  Unterstützung  und  Pflege  armer
und  kranker  Studirender  bilden,  und  zu  diesem  Zweck  sicher  zinsbar  belegt ­
  und  verwaltet,  und  unverkürzt  für  alle  Zukunft  erhalten  werden.
Hornsche  Stiftung  zu  Düsseldorf,
von  der  Wittwe  Horn  (1784)  begründet.  Von  den  Zinsen  des  Kapitals, ­
  welches  1831  sich  auf  1740  Thlr.  belief,  und  bis  1842  durch
die  davon  aufgelaufenen  Zinsen  vermehrt  worden  ist,  sollen  theils  den
nächsten  Verwandten  der  Stifterin,  theils  den  Lehrern  armer  jüdischer
Kinder  Unterstützungen  zu  Theil  werden.  Die  Verwaltung  steht  den
Vorstehern  der  jüdischen  Gemeinde,  unter  Zuziehung  der  Anverwandten
der  «Stiften»  zu.
H  o  rn  ösches  Bcrmächtniß.
Von  der  Wittwe  Horns,  geb.  Riegels  herrührend.  Sic  überwies
(1862)  letztwillig  der  ev.  Kirchengemeinde  zu  Heiligcnhaus  (Mettmana)
1000  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Verthciluttg  an  Hausarllle  der  Gemeinde
bestimmt  sind.
Horn  st  edtschcS  Legat.
Ein  in  Erfurt  bestehendes  Vermächtniß,  Kapital  1051  Thlr.;  die  Zinsen ­
  werden  einem  der  Familie  angehörenden  armen  Sohne  re.  zugewendet.
H  orti  g  sches  Familien-Stipendinm,
1609  für  studircndc  Familianten  und  .in  deren  Ermangelung  für  studirende
  Bürgersöhnc  der  Stadt  Aken  a.  E.  gestiftet.  Das  ursprünglich
kleine  Stiftungs-Kapital  ist  durch  gute  Verwaltung  so  angewachsen,
daß  im  Jahre  1818  an  Stipendien  290  Thlr.  gezahlt  werden  konnten
(Hermes  II.  45.)
Stiftung  Ho  sins  zu  Münster.
Ein  von  dem  bischöflichen  General  -  Vikariat-Amt  verwalteter  kirchlicher ­
  Fonds,  dessen  Einnahme  den  katholischen  Pfarrern  der  Stadt  zur
Zahlung  von  Hausmicthe  für  die  Armen  überwiesen  wird.
        <pb n="300" />
        293

£ofritaí  ber  barmherzigen  Schwestern  zu  Ahrweiler,
mî'h  armer  Kranken,  1855  als  Privat-Anstalt  begründet
MW
Hospital  zum  h.  Geist  in  Angermitnde.
Absteht  feit  mehreren  Jahrhunderten  ;  Kurfürst  Friedrich  III.  Itesi  dazu
lß98  eme  Krrche  erbauen.  Die  ans  mehreren  Grundstücken  fließenden
Einkünfte  der  Anstalt  werden  zur  Unterstützung  hülfsbedürftiqer  Einwohner ­
  verwendet.
Hospital  zu  Arneburg.
ffisjSKtsaÿîÂrt
Hospital  St.  Georg  zu  Barby,
WMUZZZW
,  Hostal  der  h.  Elisabeth  zu  Beckum.
PiUS

Ei»  altes  städtische«  jï",""  *  ® iif &amp;gt;
tert.  Es  werden  "  ut  neuerer  Zeit  rcorganisirt  und  crwel-Alter
  von  50  Jahre«"  'î"*?  '1°  Hospilaliten  beiderlei  Geschlechts  (im

Unterstützung  van  5  Td"r  J?"?  "i)°&amp;gt;Un  dann  eine  monatliche
ÜSÜ
        <pb n="301" />
        294

freiwilligem  Austritt  oder  Verzichtleistung  ouf  die  Beneficien  werden
die  bis  dahin  verwendeten  Kosten  ans  dem  Vermögen  oder  dem  Nachlaß ­
  als  Schuld  zurückgefordert,  jedoch  ohne  Abzug  des  Einzugsgeldeö,
welches  außerdem  verfällt.  Eheleute  werden  nur  aufgenommen,  wenn
gleichzeitig  zwei  Stellen  erledigt  sind.  Eine  längere  als  sechsmonatliche
Abwesenheit  wird  als  Verzichtlcistung  auf  die  Beneficien  betrachtet.  Im
Jahre  I860  betrug  das  Kapital-Vernlögcn  des  Hospitals  21,400  Thlr.;
ausgenommen  waren  in  demselben  und  in  dem  Hospital  zu  St.  Georg
69  Personen.  Vgl.  Otto,  Rudel  rc.
Hospital  zu  St.  Georg  in  Berlin.
Ein  altes  Institut,  das  mit  dem  Hospital  zum  h.  Geist  gleiche  Bestiinttlung
  hat  und  in  der  Verwaltung  verbunden  ist.  In  der  neueren  Zeit,
namentlich  durch  Aufwendungen  des  Stadtraths  Hollmann  vergrößert.
Hospital  zu  St.  Gertraud  in  Berlin.
um  1405  begründet,  1839  aus  der  Erbschaft  von  Hansson  (s.  d.)
neu  hergestellt.  Die  Zahl  der  Hospitaliten  beträgt  zur  Zeit  64,
wovon  34  im  Hause  und  30  außer  dem  Hause  verpflegt  werden.
Aufnahme  finden  unter  ähnlichen  Bedingungen  wie  bei  dem  Hospital
zum  h.  Geist,  Männer  und  Frauen  evang.  Konfession.  1860  hatte
die  Anstalt  außer  dem  im  Jahre  1841  neu  erbauten  Hospitalgcbändc
105,200  Thlr.  Kapitalien.
Hospital  der  Parochial  Kirche  zu  Berlin.
In  seinem  gegenwärtigen  Zustande  1768  erbaut,  zunächst  aus  einem
Vermächtuiß  des  Predigers  Dr.  Jakob  Elsucr  (f  1750)  im  Betrage
vou  8251  Thlr.  Es  enthält  15  Stuben,  eben  so  viele  Kammern,
Küchen  und  Kellerverschläge.  Zur  Aufnahme  haben  die  armen  Mitglieder ­
  der  Parochial-Gemeinde  ein  Vorzugsrecht;  doch  werden  auch
alte  Personen  aus  anderen  Gemeinden  aufgenommen,  sobald  sie  sich
mit  einer  gewissen  Summe  (2—300  Thlr.)  einlaufen  können.  Alle
werden,  wenn  nicht  ganz  verpflegt,  doch  mit  freier  Feuerung,  Erleuchtung, ­
  Krankenpflege,  und  jeder  mit  jährlich  44,  die  fünf  ältesten  mit
56  Thlr.  versehen.  Kaufmann  Papenguth  (1797)  und  die  Landräthiu
  v.  Selch  ow  (1801)  bedachten  das  Haus  mit  Legaten,  aus  denen
die  Hospitaliten  jährlich  besondere  Geschenke  empfangen.
Hospital  zu  Boronow  (Lublinitz).
Nach  einer  Urkunde  vom  25.  März  1686  vermöge  Testaments  der  Frau
Hedwig  Salomen  Freiin  v.  Kottulin,  geb.  Dzierzano  wska,  in  der
Nähe  der  dortigen  Kapelle  erbaut  und  mit  1200  Fl.  botivi.  Es  werden ­
  darin  5  Arme  unterhalten,  und  die  Gutsherrschaft  hat  über  die
Aufnahme  zu  bestimmcu.
Hospital  St.  Andreas  zu  BramiSberg.
Eine  alte,  aus  Stiftungs-Fonds  entstandene  Anstalt,  welche  vom  Magistrat ­
  unter  Oberaufsicht  der  bischöflichen  Behörde  in  Frauenburg  verwaltet ­
  wird  und  jährlich  im  Durchschnitt  42  Hospitaliten  zählt.  Sie
hat  Ländereien  und  ein  Kapital-Vermögen  von  24,300  Thlr.  ;  jährliche
        <pb n="302" />
        295

Einnahme  aus  Pachtgefällen  und  Beneficien  1320  Thlr.  Bal.  Evang.
Hospital  zu  Braunsberg.
Hospital  für  hülflose  Dienstboten  zu  Breslau.
Privat-Bercine  für  30  Fundatisten  errichtet.  Auf-MMSM


Hospital  zum  heil.  Geist  zu  Breslau.
Die  älteste  Anstalt  dieser  Art  in  Schlesien,  1214  von  Herzog  Heinrich
dem  Bärtigen  begründet  und  dotirt.  Es  nimmt  46  alte  evangelische
Bürger  und  Bürgerfraucn  auf.  Vgl.  Knorrsche  Stiftungen,  Eckhardt ­
  rc.

Hospital  zur  h.  Elisabeth  (St.  Mathias  Stift)  zu  Breslau.
1253  von  den  Herzogen  Heinrich  und  Wladislaus  von  Schlesien  zu
Ehren  der  heil.  Elisabeth  für  hülflose  Kranke  des  Landes  gestiftet  und
dotirt,  und  den  damals  durch  Krankenpflege  sich  auszeichnenden  aus
Prag  ins  Land  berufenen  Kreuzhcrren  zum  rothen  Stern  zur  Verwaltung
  übergeben.  Nach  der  Säkularisation  dcö  von  diesen  Krenzherren
gebildeten  Mathias-Stifts  unter  dem  ursprünglichen  Namen  „St.
trUfabeth-Hospital"  als  ein  königliches  Institut  beibehalten,  bezichungswelse
  reorganisirt  und  in  das  sogenannte  Weinhaus  verlegt.  Die  Zahl
I er ,  ™ ri »  «»fsuitÿmcitbcn,  der  Provinz  Schlesien  angehörenden,  zur
Arbeit  unfahlgen  Personen  von  unbescholtenem  Wandel  ohne  Unterschied
des  Glaubensbekenntnisses  der  christlichen  Religion  ist  durch  Kab.-Ördre
  vom  16.  August  1820  auf  30  festgesetzt.  '

g.  .  Hospital  zu  Et.  Anna  in  Breslau.
da°s"¿-'"i/^olzhäildler  A.  F.  Weist  und  zehn  andern  Bürgern
ssst  ::  isv 1 ».«  «
mögen  von  142  "nd  hatte  im  Jahre  1862  ent  Kapital-B
nicht  nur  deckten  bc ^ cn  Zinsen  die  Bedürfnisse  der  Ans
verwendet  werden  kn.  !  "l-llweise  zur  Bergrösterung'des  Kapltalst.
iiiiiSB
        <pb n="303" />
        296

(1862)  100  Thlr.  als  „Fürstbischof  Dr.  F  örstersches  Legat"  mit
der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  alljährlich  am  11.  April  an  eine
dürftige  Person  gezahlt  würden;  —  ferner  (1863)  300  Thlr.,  deren
Zinsen  an  einen,  einer  besonderen  Unterstützung  bedürftigen  Hospitaliten
  mit  monatlich  1  Thlr.  verabfolgt  werden  sollen.
Hospital  St.  Georgii  zu  Büßleben  (Erfurt),
ein  altes  Institut  mit  12  Hospitaliten.  Die  Verwaltung  steht  unter
Aufsicht  des  Staats.
Hospital  zu  Deutz.
Int  Jahre  1862  neu  erbaut  aus  den  Fonds  der  Stiftung  des  Bürgermeisters ­
  Neuhöffer  (s.  d.)  und  dem  Zuschüsse  des  Fabrikanten
Brückmann  (s.  d.)
'  Hospital  St.  Georg  zu  Dramburg.
Eine  selbstständige  Anstalt  mit  einer  jährlichen  Einnahme  von  etwa
1000  Thlr.  Sie  verpflegt  16  Hospitaliten  und  unterstützt  60  andere
Einwohner  der  Stadt.
Hospital  zu  St.  Hubertus  in  Düsseldorf,
zur  Aufnahme  verarmter  alter  und  erwerbsunfähiger  Frauen  und  Jungfrauen ­
  aus  dem  Bürgerstande.  In  neuerer  Zeit  wurden  Stellen  errichtet ­
  von  Custodis  (+  1837)  mit  1200,  von  Platzbecker  (+  1842)
mit  9000,  von  Kegeljan  (+  1843)  mit  1250  Thlr.  rc.
Hospital  zu  Ehrenbreitstein.
Ein  selbstständiges  Institut,  seit  1850,  hauptsächlich  durch  die  Fürsorge
des  Pfarrers  Geschwind  aus  milden  Beiträgen  hergestellt,  zur  Aufnahme ­
  und  Versorgung  der  Altersschwachen,  Kranken,  Waisen  imb  Unstützung ­
  bedürftigen,  welche  Seitens  der  Stadt  oder  der  auswärtigen
Gemeinden  gegen  bestimmte  Sätze  überwiesen  werden.  Die  Anstalt
wird  von  barmherzigen  Schwestern  vom  h.  Karl  Borromäus  zu  Nancy
geleitet.  Vgl.  Seitzsche  Stiftung.
Hospital  St.  Georg  zu  Elbing.
Dasselbe  gewährt  40  bedürftigen  Personen  freie  Wohnnng  und  einige
Beneficien.  Es  empfing  einen  Antheil  von  5000  Thlr.  aus  der  Pott-Cowle-Stiftung
  (f.  d.)  und  erhielt  von  Joseph  Welte  (+  1858)  ein
Legat  von  6000  Thlr.,  dessen  Zinsen  halbjährig  an  die  Hospitaliten
vertheilt  werden  sollen.
Hospital  zu  Erfurt.
Das  große  Hospital  dient  zur  Aufnahme  ev.  Einwohner  ehrbarer  bürgerlicher ­
  Lcbcnsverhältnisse,  welche  nach  einem  rechtschaffenen  Lebenswandel ­
  wegen  Alter  und  Abnahme  der  Körperkräfte  oder  großer  Gebrechlichkeit ­
  nicht  mehr  im  Stande  sind,  sich  ohne  Aufopferung  des  letzten ­
  Restes  ihres  kleinen  Vermögens  zu  ernähren.  Sic  zahlen  in  der  Regel ­
  Einzugsgeld  und  theilen  sich  in  Pfründner  und  sogenannte  Steinhäusler.
  Das  kleine  und  das  Armen-Hospital  sind  Pflege-Anstalten
für  die  übrigen  altersschwachen  und  gebrechlichen,  ausnahmsweise  auch
        <pb n="304" />
        297

NZZŞILM
Hosp'tal  zum  h.  Geist  in  Essen
MMZWUßM
Hospital  St.  Georg  z«  Frankenstein
MMsW-K
Hospital  zu  Gerdanen.
Hospital  zum  h.  Geist  in  Glogan.
¡■Ml
,  H°sp'îal  zu  Greiffenberg  in  Schlesien.
miÂtm5 9 « b bíXi
alte  Aşiķ.,..  V  '^ 0 í pitaí  St.  Andrea  zu  Großen-Gottern.
Pfarrer  und  den  Leln-p,..^  ^  *  Exspektanten  auf,  gewährt  auch  dem
ş.  eilten  Theil  ihrer  Emolumente.
mmmss.
        <pb n="305" />
        298

Hospital  St.  Nikolai  zu  Guhrau.
Ein  altes  Institut,  das  19  armen  alten  Bürgern  und  Bürgerinnen  freie
Wohnung  und  Lebens-Unterhalt  gewährt,  auch  eine  Geld-Unterstützung
zahlt.  Die  Anstalt  hat  einige  Grundstücke  und  ein  Kapital-Vermögen
von  13,800  Thlr.
Hospital  der  Salzburger  Kolonie  zu  Gumbinnen.
Der  Fonds  dieses  Armen-Instituts  (jährliche  Erträge  an  Zinsen  rc.
etwa  7000  Thlr.)  ist  zum  größten  Theil  aus  Sammlungen  zusammen
gebracht,  die  in  Deutschland  und  Dänemark  für  die  aus  ihrem  Vaterlande ­
  vertriebenen  Salzburger  veranstaltet  waren,  und  aus  35,000  Kaisergulden ­
  bestanden,  die  1756  von  dem  Erzbischof  zu  Salzburg  als
Entschädigung  für  zurückbehaltenes  Eigenthum  dieser  Vertriebenen  eingezahlt ­
  worden  sind.  Diese  Gelder  wurden  nicht  vertheilt,  sondern  zu
einem  von  König  Friedrich  Wilhelm!.  1732  gestifteten  UnterstützungsFonds ­
  von  2000  Thlr.  Kapital  geschlagen.  Im  Jahre  1815  ist  der
Anstalt  auch  ein  v.  Melbccksches  Legat  von  1000  Thlr.  zugefallen.
Die  Verwaltung  und  Verwendung  der  Einkünfte  erfolgt  durch  die  von
3  zu  3  Jahren  zu  wählenden  Vorsteher  und  Abgeordneten  der  Salzburger ­
  Kolonisten  unter  Aufsicht  der  Regierung.  Im  Jahre  1861  betrug
das  Aktiv  -  Vermögen  der  Anstalt  124,836  Thlr.  ausschließlich  des
Werths  der  Grund  -  und  Ackcrstücke  von  22,910  Thlr.  Die  Anstalt
hat  Korporations-Rechte  und  es  wurden  in  derselben  im  Jahr  1861
150  Personen  von  Salzburger  Abstammung  im  Alter  von  60  bis  über
80  Jahre  mit  lj  bis  2}  Thlr.  monatlich  je  nach  ihrer  Hülfsbcdürftigkeit
  und  Würdigkeit  verpflegt.  Außerhalb  des  Hospitals  hatten  168
Personen  in  demselben  Alter  laufende  Unterstützungen  von  monatlich
10  Sgr.  bis  2  Thlr.;  von  diesen  Unterstützten  gehörten  140  dem  Rcg.-Bezirk
  Gumbinnen,  28  dem  Reg.-Bezirk  Königsberg  an.
Hospital  St.  Spiritus  zu  Guttstadt.
Dasselbe  gewährt  18  alten  Leuten  freie  Wohnung  und  vollständigen
Unterhalt.  Es  besitzt  mehrere  Ländereien  und  ein  Kapital  von  9200  Thlr.
Hospital  St.  Spiritus  zu  Heringen.
Im  15.  Jahrhundert  begründet,  nimmt  es  alte  ehrbare  unbemittelte  Einwohner ­
  der  Stadt  und  in  deren  Ermangelung  aus  dem  Anite  gegen
ein  Eintrittsgeld  auf.  Die  Anstalt  steht  unter  Verwaltung  des  Magistrats ­
  und  unter  Oberaufsicht  der  Regierung  zu  Merseburg.  Vermögen ­
  8100  Thlr.
Hospital  ml  St.  Corpus  divisti  zu  Hirschberg.
Dasselbe  verpflegt  durchschnittlich  jährlich  6  Personen  männlichen  und
weiblichen  Geschlechts,  und  zwar  vorzugsweise  verarmte  Bürger  und
Bürger-Wittwen.  Die  damit  verbundene  Kranken-Anstalt  ist  zu  24
Betten  eingerichtet.  Einnahme  und  Ausgabe  jährlich  etwa  1500  Thlr.;
Vermögen  war  1861  in  Grundstücken  20,000  Thlr.,  in  Kapitalien
15,300  Thlr.
        <pb n="306" />
        299

Ospitai  zum  b.  Geist  und  zu  Aller  Seelen  in  Hirschberg.
«■*
Hospital  m  Hundisburg
!»  ;=Trc::Z',
Hospital  zu  Jedlec  (Pleschen).
Durch  die  ş  Frau  v.  Niemojewska,  geb.  v.  Pru  ska  waren  2000  Tblr
zur  Gründung  desselben  ausgesetzt  worden.  Leopold  v.  Niemoicwski
erfüllte^  den  Willen  der  Erblasserin  durch  Hergäbe  eines  Gebäudes
sechs  Stuben  enthaltend  und  für  sechs  Hospitaliter:  nebst  ihren  Ebelrauen ­
  cmgerichtet,  so  wie  durch  Bewilligung  von  Lebensmitteln,  freiem
-vrennholze  und  einer  jährlichen  baaren  Unterstützung  von  24  Thlr.
Hospital  zu  Jwno  (Schroda),
»Lü'L'ÄL  D"^,d-us»-hm°  °°n  s
Hospital  zu  Kalbe  a.  M..
i “ 9tl ’ Sti9:  '* finbcn  borin
.  .  Hospital  St.  Elisabeth  zu  Kelbra  (Rosila).
Hospital  zu  Kochein.

Ģjņ  n,  î  '  i»  .uon)ein.

zur  Bett  «escullid,  tîuTgl®'  ,®'" 4 Şg«»»g.
seln  schenkte  1329  ben  su  .  '"en-Anstalt.  Hochmeister  Werner  v.  O
stadt  Königsberg,  um  daselbst'  *"L  m r cW ) cm  das  Hans  steht,  der  A
mma
        <pb n="307" />
        300

ten  erhalten  Wohnung,  Brennholz,  Lebensrnittel,  baares  Geld  je  nach
der  Einkaufs-Summe.  Dem  Hospital  einverleibt  sind  mehrere  andere
Stiftungen,  z.  B.  die  von  Lindenan,  Höpfer,  Straube,  Winkelmann, ­
  Gramatzki  u.  A.  Dasselbe  hat  eine  eigene  Kapelle  mit
einem  Fonds  von  1000  Thlr.,  aus  einem  Geschenk  von  Fräulein
Wiebe  herrührend  und  zur  Verschönerung  der  Kirche  bestimmt.  Werth
der  Grundstücke  des  Hospitals  70,000  Thlr.,  Kapital-Fonds  98,000
Thlr.,  jährlicher  Bedarf  4000  Thlr.
Hospital  zu  Koschentin.
Dasselbe  nimmt  8  Personen  auf,  welche  Seitens  des  Dominii  untcrhalten
  werden.
Hospital  zu  Krangen  (bei  Schlawe  in  Pommern).
Dasselbe  gewährt  12  armen  Personen  aus  den  früher  v.  Podewilsscheu
  Gütern  freie  Wohnung  und  jährlich  15  Thlr.  Geld.  Vermögen
6400  Thlr.
Hospital  zu  Kreuznach.
Die  Anstalt  hat  eine  Einnahme  von  durchschnittlich  jährlich  9000  Thlr.
Hospital  zu  Krossen.
1380  vom  Presbyter  Peter  von  Krakau  gegründet,  zur  Unterstützung
altersschwacher,  nicht  mehr  arbeitsfähiger  Bürger,  deren  zur  Zeit  47
vorhanden  sind.  Vermögen  30,000  Thlr.  und  einige  Ländereien.  Zoller ­
  sches  Legat  von  500  Thlr.,  dessen  Zinsen  an  die  Hospitalité»  vertheilt ­
  werden.
Hospital  zu  Liihn.
Eine  Anstalt,  die  jährlich  16  armen  Bürgern  Wohnung,  Beheizung
und  Beleuchtung  gewährt.  Vermögen  etwa  1000  Thlr.  und  einige
Grundstücke.
Hospital  St  Ģangolph  (Siechenhof)  zu,  Langensalza,
eine  städtische  Anstalt  zur  Aufnahme  alter  schwacher  Personen  beiderlei
Geschlechts  ohne  Eintrittsgeld.  Zahl  der  Aufgenommenen  50.  Vermögen ­
  6000  Thlr.  Kapital  und  einige  Ländereien.
Hospital  St.  Georgii  zu  Langensalza.
Es  nimmt  einige  alte  arme  Leute  gegen  Zahlung  von  33;  Thlr.  Einkaufsgeld ­
  auf.  Vermögen  4000  Thlr.  und  einige  Grundstücke.
Hospital  St.  Wendelin  zu  Langensalza,
32  Personen  enthaltend,  die  ein  Einkaufsgeld  von  je  100  Thlr.  zahlen.
Vermögen  18,000  Thlr.  Kapital,  verschiedene  Grundstücke  und  Ländereien. ­

Hospital  zu  Langheim.
Im  18.  Jahrhundert  durch  v.  Gröben  zur  Unterbringung  hülfsbedürftiger
  Gutsleute  gegründet  und  ans  den  Langheimer  Gütern  unterhalten. ­
  S.  v.  d.  Gröben-Langheimsche  Familien-Stiftung.
        <pb n="308" />
        Hospital  zu  Leitzkau,
für  12  Hospitalité»,  welche  von  den  beiden  Rittergütern  Althaus  und
KK'CZ'Æ"  zu  »**.  h°..  G-.
Hospital  zu  Leubus,
Hospital  zu  Liebenthal.
In  demselben  finden  12  alte  arme  Personen  Obdach,  Licht  und  Beheizung ­
  und  monatliche  Unterstützungen  bis  zu  2  Thlr.  Das  in  Stiftungen ­
  bestehende  Bermogen  der  Anstalt  beträgt  3600  Thlr.
Hospital  zu  Löwen.
Entstanden  aus  einer  Stiftung  des  Freiherrn  Biktorin  v.  Besr  auf
Löwen  im  Jahre  1602,  hat  eö  8  Stellen,  welche  zur  Hälfte  von  der
Herrschaft,  zur  Hälfte  von  dem  Magistrat  besetzt  werden.
Hospital  St.  Georg  zu  Lycheu.
Ein  altes  Institut,  das  einige  Grundstücke  und  41,000  Thlr.  Kapitalvermögen ­
  besitzt.  Aus  den  Zinsen  dieses  Kapitals  werden  15  Hospitaliten
  unterhalten  und  sämmtliche  Armenbedürfnisse  des  Orts  bestritten.
ß.  Hospital  St.  Annen  zu  Magdeburg.
SÄ  Stiftung;  sie  hat  den  Zweck,  alten  wenigstens  50jährigen
Ä°  4  rl“  î'îìvohnern  beiderlei  Geschlechts  gegen  ein  Einkaufsgcld
â"Sllche  Löhnung  und  einen  Beitrag  zum  Lebensunterhalte  zu
5Ì..Ä;ia«2iS“ft
ÄraÄrssÄÄs
f  ä  h  i  n  r  X  0  hust  übe,  und  etite  besondere  Schlafkammer.  Receptionsin
  der  Ä?°?^.athcte  und  unverheirathete  Personen;  Eheleute  müssen
        <pb n="309" />
        302

und  16  Unter-Präbendaten,  jene  erhielten  eine  Geld-Präbende  von  je
68,  diese  von  54  Thlr.  Die  Einnahme  der  Anstalt  betrug  1861
6146,  die  Ausgabe  5325,  das  Permögen  120,800  Thlr.,  darunter  an
Kapitalien  65,000  Thlr.
Hospital  St.  Georgii  zu  Magdeburg.
Eine  aus  der  Mitte  des  13.  Jahrhunderts  herrührende,  vorzugsweise
zu  einem  Siechenhanse  bestimmt  gewesene  Stiftung,  um  unbemittelten
alten  Einwohnern  der  Stadt  beider  Konfessionen  und  Geschlechter  gegen
Einkanfsgeld  Wohnung  und  einen  Beitrag  zum  Lebensunterhalte  zu
gewähren.  Die  Präbenden  zerfallen  in  Ober-  und  Unter-Präbenden.
Mit  den  ersteren  ist  für  den  Inhaber  eine  besondere  Wohnuilg  von
Stube  ititi)  Kammer  und  eine  größere  Geld-Präbende  (jetzt  100  Thlr.)
verknüpft;  sie  eignen  sich  besonders  für  Personen  des  höheren  Bürgerstandes ­
  (Kaufleute)  ;  mit  den  Unter-Präbcndcn,  welche  für  Personen  des
niedern  Bürgerstandes,  Handwerker,  treue  Dienstboten  rc.  sich  eignen,
ist  nur  das  Anrecht  auf  eine  gemeinschaftliche  Wohnstube,  jedoch  auf
eine  besondere  Schlaftammer,  und  auf  eine  geringere  Geld-Präbcnde
(jetzt  60  Thlr.)  verbunden.  Ober-  und  Unter-Präbendaten  mit  nicht
voller  Hebung  sind  diejenigen,  denen  nur  die  Geld-Präbendc,  eine  Wohnung ­
  aber  entweder  gar  nicht  oder  nur  gegen  eine  zu  zahlende  Miethe
gewährt  wird.  Jeder  Neuaufgenommenc  erhält  zunächst  eine  solche  Präbende ­
  neuer  Stiftung  ohne  Wohnung;  bei  dem  Abgänge  älterer  Präbendaten
  kann  er  demnächst  eine  Präbende  neuer  Stiftung  erhalten,  mit
der  eine  gegen  billige  Miethe  zu  beziehende  Wohnung  auf  dem  Hospitale ­
  verknüpft  ist.  Die  Aufzunehmenden  müssen  50  Jahr  alt  sein:
zum  Eintritt  als  Ober-Präbendat  ist  ein  Einkanfsgeld  von  550  Thlr.,
als  Unter-Präbendat  ein  solches  von  320  Thlr.  Gold  erforderlich;  in
Fällen  besonderer  Dürftigkeit  und  Würdigkeit  kann  ein  Erlaß  von
100  resp.  50  Thlr.  stattfinden.  Die  Präbenden  werden  abwechselnd
von  den  Aeltesten  der  Kaufmannschaft  und  von  dem  Hospital-Vorstandc
verliehen;  der  Magistrat  bestätigt  die  Verleihung.  Int  Jahre  1861
wurden  54  Ober-  und  60  Unter-Präbenden  gezahlt;  61  Wohnungen
waren  in  den  Hospital-Gebäuden  vorhanden.  Mit  dem  Hospital  verbunden ­
  ist  a)  ein  Fonds,  ans  welchem  fortlaufende  jährliche  Unterstützungen ­
  (Armen-Präbendcn)  von  12—36  Thlr.  an  bedürftige  Personen ­
  des  Bürgerstandes  gegeben  werden  können;  l&amp;gt;)  ein  Fonds  zu
kleinen  augenblicklichen  Unterstützungen  im  Betrage  von  1  bis  5  Thlr.;
e)  ein  Fonds,  aus  welchem  jährlich  6  Stipendien  verliehen  werden.
Ferner  giebt  das  Hospital,  so  lange  die  Umstände  es  gestatten  6)  jährlich ­
  500  Thlr.  zur  städtischen  Armenkasic,  200  Thlr.  zur  städtischen
Schulkassc,  150  Thlr.  znm  Bürger-Rcttungs-Jnstitnte,  40  Thlr.  der
Armcn-Holzvcrsorgnttgs-Gesellschaft,  40  Thlr.  dem  Frauen-Vercin  für
Wöchnerinnen  rc.  Der  Vorstand  des  Hospitals  besteht  ans  zwei  Magistrats-Mitgliedern
  und  zwei  von  den  Aeltesten  der  Kaufmannschaft  auf  6  Jahre
gewählten  Bürgern.  Das  Vermögen  der  Anstalt  belief  sich  im  Jahre
1861  auf  274,545  Thlr.;  der  Ertrag  der  Kapitalien  war  4668  Thlr.
        <pb n="310" />
        303

Hospital  zu  Memel.
Ģ^./'B.rmô,-n"»°n'z350^Thļrşî"^""'^'"  ° uf “ immt  uni  îin
Hospital  St.  Nikolai  zu  Möckern.
SSSStaswüsw
Hospital  zu  Nauinburg  a  S
:gSí'.rí* &amp;amp;TÍ
Hospital  St.  Crucis  zu  Naumburg  a  Ş
Hospital  St.  Lorenz  zu  Naumburg  a.  S.
»"Vît""  "*  '*  *w»  «»"-&amp;gt;
Hospital  zum  h.  Geist  in  Neuhaldenöleben,
88MWM
g in&amp;gt;  Hospltal  St.  Georg  zu  Neu-Ruppin.
U73  vor  ^ 0fpitai  Şchartau  zu  Neustadt  (Magdeburg),
wen  begründ^  ?, d)avtslu  f ör  arme  Bürger  und  Bürgcr-Wittwovon'l?
  lohrltchc  Einnahme  beträgt  etwa  1000  Thlr.,
'pospitallten  erhalten  werden.
1471  t, 0H  nz  Hospital  Schwie  sau  zu  Neustadt  (Magdeburg).
men  gestiftet  ""sold  Schwiesan  für  arme  Bürger  und  Bürger-Wittverpflegt
  -  3«  n  .?'^Z"'sen.  In  der  Anstalt  werden  40  Bedürftige
20  Tlilr  sir  îîer-Prabendaten  erhalten  eine  jährliche  Unterstützung  von  je
kaffe  einen  Uebcrschüffen  des  Hospitals  erhält  die  Orts-Armen-
        <pb n="311" />
        Hospital  in  Neu-Zelle.
Ein  stiftischeS  Institut,  in  welchem  12  Personen  untergebracht  werden,
die  auch  vont  Stifte  Unterstützung  erhalten.  Außerdem  gewährt  das
Stift  noch  12  armen  Personen  laufende  Unterstützungen  aus  dem  für
Unterhaltung  der  Hospitaliten  ausgesetzten  Fonds,  welcher  in  baarem  Gelde
574'  Thlr.  beträgt.  Holz  und  ärztliche  Behandlung  wird  unentgeltlich ­
  gewährt.
Hospital  zu  Nordhansen.
Es  ist  für  40—50  altersschwache  nnd  gebrechliche  Arme  bestimmt,  die
dort  Lebensunterhalt  und  Wohnung  finden.
Hospital  St.  Lorenz  zu  Oelö.
Diese  Anstalt  nimmt  10  weibliche  Personen  auf,  welche  hier  freie  Wohnung, ­
  Heizung  und  eine  Unterstützung  von  je  lj  Thlr.  monatlich  erhalten. ­
  Vermögen  11,580  Thlr.
Hospital  St.  Nikolaus  zu  Oels.
Es  enthält  14  Hospitaliten  und  hat  ein  Vermögen  von  21,100  Thlr.
Die  Aufgenommenen  erhalten  freie  Wohnung,  Heizung  und  nionatlich
1}  Thlr.  baar.
Hospital  St.  Georgi!  zn  Oschersleben.
Es  nimmt  6  Männer  und  26  Frauen  auf.  Die  Hospitaliten  zahlen
ein  Einzngsgeld  von  31^  Thlr.
Hospital  zu  Osterode,
besteht  seit  1525  und  hat,  größtcnthcils  aus  Legaten  herstammend,  ein
Vermögen  von  14,500  Thlr.  Es  nimmt  etatömäßig  3  Personen  aus
der  Stadt  und  3  vom  Lande  auf.
Hospital  zu  Pawlowa  (Wougrowitz),
für  4  bis  6  arme  Personen  aus  den  Pawlower  Gütern,  gestiftet  von
dem  Gutsbesitzer  Urbanowski  und  dessen  Ehefrau  geb.  Trzcinska
um  das  Jahr  1830  mit  verschiedenen  Zuwendungen  im  Werthe  von
mehr  als  1000  Thlr.
Hospital  St.  Georg  zu  Perver  (Salzwedel).
Ein  selbstständiges  Institut,  bestand  es  schon  1241.  Es  gewährt  18
alten  oder  verkrüppelten  Personen  beiderlei  Geschlechts  theils  freie
Wohnung,  theils  Speisegelder,  Holzgelder  und  Naturalien,  hat  eine  Jahres-Einnahme
  von  etwa  917  Thlr.  und  17,160  Thlr.  Vermögen.
Fürstliches  Hospital  zu  Pleß.
Aus  den  Zinsen  des  Fundations-Kapitals  von  10,000  Thlr.  werden
24—26  alte  hülfsbedürftige  Frauen  fortlaufend  unterstützt,  8—10
Hospitaliten  aber  fortdauernd  unterhalten.  Das  Hospital  verdankt  sein
Dasein  einer  Stiftung  des  Bischofs  Balthasar  von  Promnitz  vom  Jahre
1561  und  wird  von  dem  fürstlichen  Rentanlte  verwaltet.
Hospital  zn  Pogrzybow  (Ädeluau),
1803  von  dem  damaligen  Besitzer  der  Herrschaft  Pogrzybow,  Sylvester
        <pb n="312" />
        305
8  Morgen"Land'und  Ņ  ” 6  mit
Hospital  St.  Georg  zu  Polzin
ZâZîS-ķM-Hospital
  zum  h.  Geist  in  Pyritz.
WWM-ZW
ilpü
Hospltal  zu  St.  Georg  in  Quedlinburg.
SffiPSü
zum  Martinshofe  in  Quedlinburg.
1675  üoi  R  Hospital  zum  Xobtenfopf  in  Quedlinburg,
Stadtrichter  Kr^n'  ndreutcr  gegründet  und  später  durch  den
'840  18  Wnhnnngèn  kür^  ^'.und  cin 9«'4)t«._  Enthielt  itn  Jahre
o  i  r  Hojpttallten  und  gewährte  12  Präbenden.
Eine  städtische  Anstalt  *“  9îafìenbur San
  Vermögen  und  Leaat?.,  Personen  aufnimmt  und  5575  Thlr.
aus  den  Einkaufsaeldern  ..  !?'  der  Einnahme  bildet  sich
betragen,  «gl.  H°np,am.«!°H^,°°"  ^  3°»«»  •»  ^-10  Thlr.
t§ģ  ist  von  der  1  •  T"“'  ? U  Ģr.°Rauden  (Rybnik).
Preufi.  Landbuch.  r  '
        <pb n="313" />
        306

Hospital  zu  Reichenbach  (Oberlausitz).
Dasselbe  gehört  der  Majorats-Herrschaft  und  nimmt  9  Hospitalité»
aus  der  Stadt  Reichenbach  und  dem  Dorfe  Ober-Reichenbach  auf,  wie
es  denn  auch  zur  Unterstützung  hülfsbedürftiger  Personen  aus  diesen
Orten  bestimmt  ist.  Vermögen  (1861)  11,674  Thlr.
Hospital  St.  Georg  zu  Rügenwalde.
Eine  selbstständige  Stiftung  aus  dem  Jahre  1504  mit  6500  Thlr.
Kapital  und  140  Morgen  in  Grundstücken.  Sie  gewährt  25  Personen
freie  Wohnung  und  einige  Beneficien.
Hospital  St.  Elisabeth  zu  Salzwedel,
um  das  Jahr  1427  begründet,  ein  selbstständiges  Institut.  Es  nimmt
15  alte  und  gebrechliche  Personen  beiderlei  Geschlechts,  Hülfsbedürftige
ohne  Einkaufsgeld  auf  und  gewährt  freie  Wohnung,  Heizung  und
Wartung.  Jährliche  Einnahme  und  Ausgabe  957,  Vermögen  an
Kapitalien  8000  Thlr.
Hospital  zu  Schermke  (Wanzlebeu),
für  dürftige  Gcmeindcglicder,  im  17.  Jahrhundert  von  zwei  Fräulein
v.  d.  Asse  bürg  gestiftet.  Die  Prediger  und  der  Schulze  führen  die
Aufsicht  darüber.
Hospital  zu  Schimmerau  (Trebnitz).
Der  katholischen  Kirche  gehörig,  gewährt  es  4  Wittwen  Wohnung  und
an  Geld-Unterstützung  die  Zinsen  von  200  Thlr.  Fundations-Kapital.
Hospital  St.  Georg  zu  Schlawe  (Pommern).
Eine  selbstständige  Stiftung  mit  17,000  Thlr.  Kapital  und  ansehnlichem
Grundbesitz.  Die  Anstalt  nimmt  32  Personen  auf  und  hat  jährlich
2000  Thlr.  Einnahme  und  Ausgabe.
Hospital  zu  Siegburg,
in  dem  ehemaligen  Klauscn-Gebäude,  ein  der  Armen-Verwaltung  von
Siegburg  und  Wolsdorf  gehöriges  Institut  zur  Aufnahme  armer  Kranken, ­
  Altersschwachen  und  Krüppel.  Die  Leitung  der  Anstalt  ist  8
Schwestern  des  Ordens  des  h.  Franziskus  in  Aachen  anvertraut.
Hospital  in  Soimenburg.
Ein  königliches  Institut,  im  17.  Jahrhundert  von  dem  Ordcns-Heermeister
  Johann  Moritz  von  Nassau  erbaut.  Seine  Bestimmung  ist,
6  alte  in  Armuth  und  Dürftigkeit  lebende,  zum  eigenen  Brod-Erwerb
unfähige  Leute  (3  Männer  und  3  Frauen)  von  unbescholtenem  Ruf  und
tadellosen  Sitten  ohne  Unterschied  des  Standes  darin  aufzunehmen  und
zu  verpflegen.  Vermögen  5700  Thlr.  Aus  einem  Legat  von  100
Thlr.  der  Frau  v.  Kleist  werden  die  Zinsen  zu  Michaeli  und  Martini ­
  jedes  Jahres  an  die  Armen  des  Hospitals  vertheilt.
Hospital  zu  Stadtlohn  (Ahaus),
um  das  Jahr  I860  mit  einem  Kostcn-Aufwaude  von  20,000  Thlr.  hergestellt ­
  und  auf  30—40  Kranke  berechnet.  Die  Beschaffung  des  Fonds
        <pb n="314" />
        307

20*

jolļrigcii  un°-n7üd!îchm°B-mühdg7„  b«  'Ctt^Ã“!“ 6 '  '°""'
'Z  St,i"," b  »•  W-rd-n«-und
  h°,  -in-  jährlich-  Einnahm-\
  «K  IO!  ru  Stendal.
mm
.  r,  ,  Şt.  Georg»  z»,  Stolberg  am  Harz,
ÄÄ  rU 8 ÄSJÄÄ
...  Hospital  St.  Georg  zu  Strebleu
ZMŞUM-ķ-Dasselb
  -,  Ş^'  Nikolaus  zu  Striegau.
^ÌiÌfSBSs
Die  Fonds  beffpsfi  &amp;gt;  t  Hospital  zu  Stroppen.
mehrere  alte  belaufen  sich  auf  3200  Thlr.,  von  deren  Zinsen
Ģehôrt  der  darti  ,  cn  îheils  unterhalten,  theils  unterstützt  werden.
"'9"t  cvang.  Kirche.
Eine  stöbt  irfi  o  -  H°şp"al  zu  Trebnitz.
Ģeschlecbter-  n'ļ"î^ļî  ^  Personen  beider  Konfessionen  und  beider
MÄuTtî  ÄÄi-'Ii?  Ä  Zs.  L
        <pb n="315" />
        308

Hospital  St.  Spiritus,  Georg  und  Gertrud  zu  Treptow  a.  R.
Drei  selbstständige  Anstalten,  seit  1839  neu  hergestellt  und  vereinigt.
Patron  der  Magistrat.  Es  werden  darin  12,  15  und  12  Voll-Prövener
  gegen  Zahlung  von  431,  50  und  4*  Thlr.  aufgenommen.  In
den  Hospitalen  St.  Spiritus  und  St.  Georg  befindet  sich  eine  Gollyn'sche
  Frei-Pröwe  zunächst  für  Familienglieder;  sie  wird  (jetzt)  auf
den  Vorschlag  der  Familie  Parch  am  verliehen.  Aufgenommen  werden
in  die  Hospitäler  Männer  von  60  und  Frauen  von  50  Jahren.
Die  Anstalten  besitzen  Grundstücke  mit  einem  Ertrage  von  jährlich
1520  Thlr.  und  ein  Kapital-Vermögen  von  6350  Thlr.
Hospital  St  Laurentius  zu  Uedem  (Düsseldorf),
1859  mittelst  Schenkung  des  Pfarrers  v.  d.  Kamp  und  Anderen  im
Werthe  von  1300  Thlr.  gegründet.
Hospital  zu  Vallendar  (Koblenz),
1854  von  ungenannten  Wohlthätern  begründet.  Eine  selbstständige,
vom  katholischen  Kirchen-Vorstande  verwaltete  und  von  barmherzigen
Schwestern  geleitete  Anstalt,  in  der  die  städtischen  Kranken  gegen  einen
bestimmten  Verpflegungs-Satz  aufgenommen  werden.  Vermächtniffe
der  Familie  d'Ester  von  2000,  der  zu  Boppard  -s  Jungfrau  Mi  chels
von  9000  Thlr.  rc.  Aus  den  Zinsen  eines  früher  vorhanden  gewesenen, ­
  2980  Thlr.  betragenden  Kommunal-Armen-Fonds  (der  sogen.
Welterschen  Stiftung)  werden  4  Waisenkinder  unterhalten.
Hospital  zu  Wansen.
Es  steht  unter  katholisch  kirchlicher  Verwaltung  und  ist  zur  Aufnahnlc
von  8  Personen  bestimmt.
Hospital  zu  Margen  (Fischhausen).
Von  den  Besitzern  des  Fideikommißgutcs  Goldschmiede  erbaut,  und
hinsichtlich  der  Gebäude  unterhalten,  gewährt  es  vier  Personen  freie
Wohnung.
Hospital  zu  Warschowitz  (Pleß),
1771  erbaut,  verdankt  es  sein  Dasein  einer  Stiftung  des  Pfarrers
Schalast  vom  Jahre  1746.  Kapital  1330  Thlr.,  von  desien  Zinsen
3  hülfsbedürftige  alte  Frauen  unterhalten  werden.  Dem  Ortspfarrer
steht  die  Verwaltung  des  Hospitals  zu.
Hospital  Ludwigsbau  zu  Wenden.
Gestiftet  von  der  Gräfin  Dönhoff  1845  zum  Andenken  an  den
Grafen  Ludwig  v.  Schwerin  (f  1827).  Das  Haus  nimmt  20  Personen ­
  auf  und  ist  mit  Grundstücken,  Naturalbezügen  und  einem  Fonds
von  3500  Thlr.  dotirt.—  Mit  demselben  ist  eine  Vieh-Sterbekasse
verbunden,  aus  welcher  jeder  Knecht,  welcher  5  Jahre  lang  treu  und
ehrlich  der  Herrschaft  in  der  Wehlackschcn  Bcgüterung  gedient  hat,  bei
seiner  Ansetzung  als  Jnstmann  eine  Kuh  oder  den  Werth  derselben
erhalten  und  jedem  Jnstmann,  welchem  ohne  eigne  grobe  Verschuldung
        <pb n="316" />
        309

obtr  °àkn  g-dt.  dļ-f-lb-  in  Natur  »der  baar  -rfttz,
Hospital  St.  Georg  zu  Wernigerode,
iPiiSS
Hospital  zu  Gr.  Wolfsdorf  (Rastenburg).
MMMZDZM
Hospital  St.  Georgii  und  St.  Spiritus  zu  Wormditt
tSIPttsií
Hospital  zu  Zielenzig.
88NM
Hospital  zu  Ziesar.
Aufnahm,  und  B-rpfl.guug
Eine  selbstst"  v  * u  Z'rkwitz  (Trebnitz).
nimmt  und  ZTÄbg^on  4300^Thlr^h^t^  6  ^  ^ 0 ”'"  ûui '
zur  Unt-rstützuu,  ïtÏllïT*/“  à
früher  vorhanden  acw^" [ T^bcburfticjcn.  Besteht  auS  dem  Erlöse  deS
zwei  Grundstücke.  Die  N  "  Hospitals,  hat  145O  Thlr.  Kapital  und
Verwaltung  steht  der  Armen-Kommission  zu.
Ein  städtischer  ^  h«  ^"^"al.Fonds  zu  Pleß.
j"ÄîïÄ;èSSî Ä
        <pb n="317" />
        Hospital-Fonds  zu  Sobernheim  (Kreuznach).
Er  besteht  zur  Zeit  cms  7177  Thlr.,  wird  von  der  Armen-Kommisston
verwaltet  und  der  Zinsen-Ertrag  zu  Unterstützungen  der  Hülfsbedürftigen
  des  Orts  verwendet.
Hospiz  zu  Malmedy.
1)  für  alte  Männer,  16  Personen.  Kapital-Vermögen  6576  Thlr.,
jährliche  Einnahme  1000  Thlr.;  2)  für  alte  Frauen,  18  an  der  Zahl,
Kapital-Vermögen  7652  Thlr.,  jährliche  Einnahme  1070  Thlr.
Hospiz  zu  Warmbrunn,
eine  gräfliche  Anstalt,  die  während  der  Badezeit  einer  großen  Anzahl
hülfsbedürftiger  Personen,  welche  die  dortigen  Quellen  gebrauchen,
freies  Bad,  Obdach  und  zum  Theil  Unterhalt  gewährt.
Hotel  de  refuge  zu  Berlin.
Eine  Armen-Anstalt,  1699  für  die  zuerst  nach  der  Schweiz  ausgewanderten, ­
  sodann  von  dort,  namentlich  aus  dem  Kanton  Bern  vertriebenen ­
  französisch-reformirten  Familien,  hauptsächlich  aus  dem  Ertrag
einer  Kollekte  gegründet  und  pom  Kurfürsten  mit  Ländereien  beschenkt. ­
  Die  Hospitalité»  erhalten  freie  Wohnung,  Holz  und  monatlich ­
  5  Thlr.  Ein  Anrecht  auf  Unterstützungen  haben  die  erweislichen
Nachkommen  der  Schweizer  Refügws,  die  sich  hier,  in  Neu-Haldenslcben
  und  zerstreut  an  anderen  Orten  aufhalten.  Falls  die  Schweizer
aussterben,  sind  ihnen  statutenmäßig  die  Armen  der  französischen  Kolonie ­
  zu  Berlin  und  diesen  die  Stadtarmen  reformirter  Konfession  substituirt.
  Die  Ueberschüsse  der  Einnahme  werden  schon  seit  vielen  Jahren ­
  an  Bedürftige  französischer  Abkunft  außerhalb  Berlin  verabreicht.
Verwaltet  wird  die  Anstalt  durch  eine  eigene  Direktion,  bestehend  aus
Familienvätern  der  französischen  Gemeinde,  worunter  zwei  Deputirtc
des  französischen  Konsistoriums.  (Lisco  S.  349.)
van  Hoven,
pastor  emerit.  zu  Groß  Burlo  (Borken)  (t  1849)  vermachte  den  Armen ­
  der  dortigen  Gemeinde  ģ  seines  (in  5380  Thlr.  bestehenden)
Nachlasses.  Die  Vertheilung  der  Einkünfte  dieses  Vcrmächtniffes  steht
dem  Ortspfarrcr  zu.
H  ov  erd  en-P  len  keusches  Stipendium  zu  Warburg.
Das  Kapital  beträgt  3750  Thlr.,  die  Zinsen  werden  unter  fünf  Studirende
  aus  der  Familie  des  Stifters  vertheilt.
Hübnersche  Fundationen,
Der  pensionirte  Domvogteiamts-Registrator  Hübner  (ş  zu  Breslau
1834)  vermachte  1)  dem  dortigen  Hospital  zu  St.  Anna  500  Thlr.,  den
katholischen  Armen  des  Dom-  und  Hinter-Dombezirkes  1000  Thlr.,
fitr  arme  Schüler  des  kathol.  Gymnasiums  oder  arme  Studenten  der
Universität  Breslau  1000  Thlr.,  dem  Blinden-  und  dem  Taubstummen-Jnstitute
  je  500  Thlr.  und  dem  Institut  für  arme  Dienstboten  500
Thlr.;  er  lcgirte  2)  den  katholischen  Armen  zu  Friedcberg  a.  Q.
        <pb n="318" />
        311

2000  Thlr.;  3)  ben  Armen  ber  katholischen  Stabtgemeinbe  in  Liebenthal ­
  „zu  einer  immerwährenden  Armen-Fundation"  2000  Thlr.
mit  der  Bestimmung,  baß  bie  Zinsen  ben  Armen  ber  Gemeinbe  in
jährlichen  Antheilen  von  12,  24  unb  48  Thlr.  in  monatlichen  Raten
ausgezahlt  werben  sollten.  Seine  Schwester,  Maria  Theresia  Hübner
  (+  zu  Breslau  1846)  vermachte  ebenfalls  2000  Thlr.  „ben  Arinen
  in  Lrebenthal  zu  einer  immerwährenden  Armen-  unb  Familiengunbotion
  beg  m#icig  00^^964  ber  Stobtoemeinbe"  0eibe
bur*  %norbnuņ9  ber  %c.  ^übncr  mit  einanbcr  bereinigten  eiftnngë,
Fonds  sollen  die  Bezelchnung:  „Dom-Kapitular-Vogteiamts-Reqistrator
Ignatz  unb  Maria  Theresia  Hübnersche  Armen-  und  Familien-Funbatlon
  (für  Liebenthal)"  führen.  Die  Verwaltung  ber  Stiftung  hat
der  katholische  Pfarrer  daselbst  und  die  Oberaufsicht  das  fürstbischöfliche ­
  General-Vikariatamt.  Noch  vermachte  Maria  Theresia  Hübner
dem  Hospital  in  Liebenthal  1200  Thlr.  und  setzte  demnächst  die  Armen
des  katholischen  Kirchspiels  in  Kanth  zu  Universalerben  ein,  indem  sie
bestimmte,  daß  vom  Nachlasse  zum  Andenken  an  ihren  in  Kanth  verstorbenen ­
  Vater  und  ihren  zu  Breslau  verstorbenen  Bruder  eine  besondere ­
  Stiftung  unter  dem  Namen  „Domkapitular-Amts-Registrator
Karl  Emanuel  und  Johann  Karl  Hübnersche  Armen-Fundation"  errichtet ­
  und  ans  den  aufkommenden  Zinsen  die  Armen  unterstützt  werden ­
  sollten.  Der  Werth  des  Vermächtnisses  betrug  4700  Thlr.  Die
Verwaltung  desselben  ist  dem  katholischen  Pfarrer  in  Kanth  und  die
Oberaufsicht  bein  Vikariatamte  in  Breslau  übertragen.
Anton  Hübner,
Weinkaufmann  zu  Breslau  (f  1860)  hinterließ  ben  Armen  seiner  Geburtsstadt
  ìewln  500  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  davon ­
  alljährlich  am  24.  Dezember  an  würdig  befundene  Stadtarme  vom
Magistrat  vertheilt  werden  sollen.

Hückelsche  Stiftung.
Fahre  1853  zu  Frankfurt  a.  O.  t  Amtmann  Hückel  setzte
Try  _şşr.  aus,  deren  Zinsen  an  arme  Verwandte  der  t  Eltern  des
"E*  ş^ļsit  werden  sollen.  Falls  solche  Verwandte  sich  nicht
wa»dtcn"snN  vermögen,  ober  nach  beni  Tode  dieser  Bers.

  Großes  Armenhaus

Hülflosen-Anstalt  zu  Münster,
        <pb n="319" />
        312

Hülfs  Fonds  zur  Unterstützung  bedrängter  Handwerker  in  Langensalza.
Er  besteht  in  500  Thlr.  ;  wird  von  den  Kommunal-Behörden  und  dem
Gewerbe-Verein  verwaltet  und  gewährt  Vorschüße  bis  zur  Höhe  von
50  Thlr.  Wöchentlich  ist  1  Sgr.  vom  Thaler  zurückzuzahlen.
Hülfskasse  der  Niederlansitz  zu  Lübben.
Ein  1852  gegründetes  kommunalständischcs  Darlchns-Institut,  von
König  Friedrich  Wilhelm  IV.  mit  39,000  Thlr.  dotirt  und  nach  dem
Reglement  vom  4.  Oktbr.  1852  (Rauer,  Neuere  ständische  Gesetzgebung
S.  354.)  verwaltet.  Ein  Theil  der  Zinsen  dient  zur  Vermehrung  des
Stamm-Fonds,  die  übrigen,  einschließlich  der  früher  zur  Prämiirung
von  Sparkassen-Jnteressenten  verwendeten  Antheile  sind  dem  Kommunal-Landtage
  zu  öffentlichen  Zwecken,  namentlich  zur  Begründung  und  Unterstützung ­
  von  Rettungshäusern  überwiesen.  Der  Kapital-Fonds  war
Ende  1863  auf  42,056  Thlr.  herangewachsen.
Hülfskasse  der  Oberlausitz  zu  Görlitz.
Ein  kommunalständischcs  Darlehns-Jnstitut,  1852  mit  einem  aus  Staats-Fonds
  bewilligten  Dotations-Fonds  von  25,000  Thlr.  begründet  und
nach  dem  Statut  vom  24.  Mai  1853  (Rauer,  Neuere  ständische  Gesetzgebung ­
  S.  383)  verwaltet.  Ein  Theil  der  Zinsen  wird  zur  Verstärkung ­
  des  Fonds,  ein  anderer  zu  öffentlichen  Zwecken  und  zur  Belohnung ­
  treuer  Dienstboten  verwendet.  Vgl.  Provinzial-Hülfskafse  zu
Breslau.
Hülfs-  und  UnterstützungS-Berein  zu  Kapellen  (MörS),
für  Dienstboten,  Handwerker  und  Tagelöhner.  Er  ist  1862  in  Wirksamkeit ­
  getreten  und  die  Mitglieder  zahlen  jährlich  1  Thlr.  Der  Verein ­
  bezweckt  die  Unterstützung  und  freie  ärztliche  Behandlung  der  Mitglieder ­
  in  Krankheitsfällen,  sowie  die  Zahlung  eines  Beitrages  zu  den
Beerdigungskosten.
Hülss-Verein  der  ev.  Gemeinde  zu  Odenkirchen  (Gladbach).
Er  besteht  seit  1836,  hat  138  Mitglieder  und  einen  Fonds  von
600  Thlr.
HülfS-Verein  des  14.  Stadtbezirks  zu  Magdeburg,
1850  zur  Aufhülfe  und  Unterstützung  bedürftiger  Mitglieder  gegründet.
Die  Zahl  dieser  Mitglieder  betragt  143,  die  jährlich  verabreichten  Unterstützungen ­
  belaufen  sich  auf  etwa  190  Thlr.  und  es  ist  ein  Kapital-Vermögen
  von  1200  Thlr.  vorhanden.
Hülfs-Verein  für  jüdische  Studirende  zu  Berlin.
Er  besteht  seit  1841,  erhielt  1859  beschränkte  Korporations-Rechte  und
hat  den  Zweck,  arme  jüdische  Jünglinge  vom  Handel  abzuhalten  und
einer  wissenschaftlichen  Bildung  zuzuführen.  Die  Unterstützungen  werden ­
  nicht  als  Almosen,  sondern  unter  der  Bedingung  der  Rückerstattung
gegeben.  Bis  zur  Mitte  1858  hatte  der  Verein  191  Studenten  monatliche ­
  Unterstützungen  mit  überhaupt  76581  Thlr.  gewährt,  und  außer-
        <pb n="320" />
        313

»

bem,  um  Promotionen  und  Staats-Examina  möglich  zu  machen,  37401
Thlr.  verausgabt.  Vgl.  v.  Humboldt-Stiftung.
HülfsBerein  für  Märkisch-Friedland
iPtSSSl
gncbUmb  un  b.c  G-«Shruu„  Mitteln  an  iuuqk-ui-
  zur  Erlernung  iin-S  Hanbwerls,  ber  ïanbn&amp;gt;ittbf*aft,  eine«  Ge.
Werkes,  allenfalls  auch  einer  Kunst  oder  zum  Studium  bis  zur  Begründung ­
  einer  selbstständigen  Existenz  bezweckt.  Im  Jahr  1861  halte
der  Verein  ein  Vermögen  von  11,000  Thlr.;  Vorsitzender  N.  B.  Marckland,
  Sekretair  N.  Silber.  Nach  dem  im  Januar  1863  erstatteten
Jahresbericht  wurden  7  junge  Leute  zur  Ausbildung  für  ihren  künftigen ­
  Lebensberuf  und  5  würdige  Personen  durch  den  Verein  gänzllch
  unterhalten.  Der  Verein  selbst  zählte  280  Mitglieder,  von  denen
vlele  außerhalb  Europas  ansässig  sind.  Vermächtniß  von  I.  Lieberwann
  von  4000  Thlr.  (1861).

Hülss-Verein  für  städtische  Armen-Pflege  zu  Königsberg.
Er  unterhält  die  S.  159  gedachte  Erziehungs-Anstalt,  in  welcher  35
minder  Unterricht  empfangen.  Vermächtniß  von  L.  A.  Becker  (1865)
von  500  Thlr.

Hülssches  Stipendium,
von  Anne  de  Hüls  1754  begründet.  Kapital  1000  Thlr.;  das  Stipendtum
  ist  für  einen  Theologie  Studirenden  reformirter  Konfession  bestimmt,
und  wird  auf  3  Jahre  von  dem  Domkirchen-Kollegium  zu  Berlin  vergeben. ­

Hüls  esche  Aussteuer-Stiftung.
1858  von  den  Eheleuten  Israel  und  Friederike  Hülse  zu  Bunzlau
herstammend  aus  Glogau,  mit  4000  Thlr.  begründet.  Die  Verwaltung ­
  steht  dem  Vorstande  der  Synagogen-Gemeinde  in  Glogau  und
zweien  Kuratoren  zu.  Die  Zinsen  werden,  sobald  sie  den  Betrag  von
400  Thlr.  erreicht  haben,  an  eine  unbescholtene,  sittliche,  arme  Jungfrau ­
  jüdischen  Glaubens  an  ihrem  Heirathstage  ausgezahlt.  Verwandte
der  Stifter  werden  zunächst  berücksichtigt,  dann  Jungfrauen  der  Stadt
Glogau,  und  endlich  solche  aus  dem  Kreise  Glogau.  Die  Stiftung
hat  (1858)  die  Rechte  einer  juristischen  Person  erhalten.  —  Den
städtischen  Behörden  in  Bunzlau  überwies  Israel  Hülse  bei  Gelegenheit ­
  seines  50jährigen  Bürger-JubiläumS  am  17.  Februar  1862
W00  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  die  Zinsen  davon  alljährlich  am  17.
ncbruslr  an  verschämte  arme  Bürger  oder  deren  Wittwen  ohne  Untersâ)îed
  der  Konfession  zur  Aushilfe  in  ihrer  Thätigkeit  resp.  in  ihrem
Gewerbe  zu  vertheilen.
        <pb n="321" />
        314

Joh.  Th.  Hllsgen,
Gutsbesitzer  zu  Ähren  (t  1856)  vermachte  den  katholischen  Armen
zu  Giesenkirchen  (Gladbach)  4100  Thlr.  Die  jährlichen  Zinsen  von
2000  Thlr.  sollen  mit  |  zur  Anschaffung  von  Kohlen  in  der  Winterzeit,
  mit  I  zur  Beschaffung  von  Brod  für  die  Armen  verwendet  werden.
Hnfelandsche  medizinisch-chirurgische  Gesellschaft.
Gestiftet  1810  und  1833  als  Korporation  bestätigt.  Ihr  Zweck  ist,
Beförderung  der  Wissenschaft  unter  den  Aerzten,  zunächst  Berlins,  aber
durch  allgemeine  Berbindung  auch  des  Auslandes,  kollegialische  Vereinigung ­
  und  Einigkeit,  Beobachtung  der  herrschenden  Konstitutionen
und  Krankheiten  und  deren  zweckmäßigste  Behandlung  und  gegenseitige
Berathung  in  schwierigen  Fällen.  Sie  hört  wissenschaftliche  und  praktische ­
  Vorträge  und  stellt  Preis-Aufgaben  ans  dem  Gebiete  der  Medicin. ­
  Vorsitzender  Housselle.
Hnfelandsche  Stiftung,
1830  begründet.  Sie  hat  den  Zweck,  Aerzten,  welche  schuldlos  durch
Alter,  Krankheit  oder  andere  Unglücksfälle  in  Noth  gerathen,  entweder
durch  fortlaufende  Pensionen  oder  durch  zeitweilige  Unterstützungen  zu
Hülfe  zu  kommen  und  sammelt  dazu  Beiträge  bei  den  Aerzten  der
Monarchie.  Die  Verwaltung  geschieht  durch  das  Direktorium  in  Berlin ­
  und  durch  die  Regierungs-Medizinal-Räthe  in  den  Provinzen.  Kapital-Fonds ­
  circa  76,000  Thlr.  Im  Jahre  1861  wurden  36  nothleidende
  Aerzte  mit  1705  Thlr.  unterstützt,  im  Jahre  1864  an  Pensionen ­
  und  Unterstützungen  2315  Thlr.  gezahlt.  Seit  1837  ist  mit
der  Stiftung  eine  Wittwen-Unterstützungs-Kasse  verbunden,  aus  welcher
dürftige  Wittwen'  von  Mitgliedern  des  Vereins  unterstützt  werden.  Die
Pension  der  einzelnen  Wittwen  ist  auf  den  Ertrag  der  Zinsen  eines
Kapitals  von  1000  Thlr.  jährlich  festgestellt;  im  Jahre  1864  wurden
1985  Thlr.  für  bedürftige  Wittwen  ausgegeben.  Die  Einnahme  des
Instituts  bilden  die  Beiträge  der  Mitglieder,  wovon  j  kapitalisirt,  und
I  zu  außerordentlichen  Unterstützungen  benutzt  werden.  Kaffenbestand
26,000  Thlr.
Huldigungs-Stiftung,
ein  von  der  Stadtgemcindc  Zielenzig  zur  Erinnerung  an  die  Huldigung
im  Jahre  1840  gegründetes  Institut  zur  Unterstützung  hülfsbedürftiger
Bürger.  Der  Fonds  beträgt  200  Thlr.  und  die  Zinsen  werden  jährlich ­
  an  zwei  von  der  städtischen  Armen-Kommission  vorzuschlagende  würdige ­
  Bürger  der  Stadt  verliehen.
Alexander  v.  Humboldt-Stiftung,
bei  dem  „Hülss-Verein  für  jüdische  Studirende"  (s.  d.  A.);  sie  ist  1859
von  Adolph  Reichenheim  mit  5000  Thlr.  zu  dem  Zwecke  begründet, ­
  daß  die  Zinsen  jährlich  zur  Unterstützung  zweier  jüdischer  Studirenden
  bei  deren  Promotion  verwendet  werden  sollen.
Humboldt-Stiftung  stir  Ratursorschung  und  Reisen.
1859  von  einem  Verein  von  Männern  durch  Sammlungen  gegründet,
        <pb n="322" />
        315

ist  sie  nach  dem  Statut  vom  4.  Februar  1861  bestimmt,  hervorragenden ­
  Talenten,  wo  sie  sich  finden  mögen,  ohne  Rücksicht  auf  Nationalität ­
  oder  Konfession  in  allen  den  Richtungen,  in  welchen  Humboldt
seine  Thätigkeit  entfaltete,  namentlich  zu  naturwissenschaftlichen  Arbeiten
'  und  größeren  Reisen  Unterstützungen  zu  gewähren.  Das  Vermögen
wird  durch  ein  Kuratorium  verwaltet,  an  deffen  Spitze  der  Minister
der  geistlichen  Angelegenheiten  oder  ein  von  ihm  dcsignirter  Rath  seines
Ministcrii  steht.  Die  Stiftung  hat  Korporations-Rechte.  Die  Wahl
der  zu  unterstützenden  Unternehmungen  sowie  der  für  ihre  Ausführung
geeigneten  Personen  steht  der  Akademie  der  Wiffenschaftcn  zu.  Das
Stiftungs-Vermögen  belief  sich  Ende  1864  auf  52,400  Thlr.,  darunter
10,000  Thlr.,  welche  König  Wilhelm  bewilligt  hatte.  Die  im  Jahre
1864  verwendbaren  2150  Thlr.  waren  dem  Reisenden  Reinhold  Hcnsel
  in  Brasilien  überwiesen  worden.
v.  Humboldtsches  Legat  zu  Falkenberg,
von  Frau  v.  Humboldt  (der  Mutter  der  Gebr.  v.  Humboldt)
1795  gestiftet.  Sie  baute  zu  Falkenberg  (Nieder-Barnimschcn  Kreises)
bei  der  Kirche  den  Thurm  und  ein  Erbbegräbnis  und  schenkte  zur  Unterhaltung ­
  beider  500  Thlr.,  welche  zu  4  pCt.  auf  dîm  Rittcrgute  zur
ersten  Hypothek  eingetragen  stehen.  Durch  Zinscnzuwachs  sollte  das
Kapital  auf  1000  Thlr.  gebracht  werden;  die  Zinsen  eines  weiteren
Zuwachses  von  500  Thlr.  sollten  dem  Lehrer  des  Orts  als  jährliche
Gehalts-Zulage  ausgezahlt  werden.  Noch  weitere  Ersparniffc  sollen
zu  Schulzwecken  verwendet  werden.  1852  belief  sich  die  Stiftung,
außer  dem  Kapital  der  500  Thlr.  an  angesammelten  Zinsen  auf  1300
Thaler.  Der  Orts-Prediger  ist  Rendant,  die  Aufsicht  steht  der  Regierung ­
  in  Potsdam  zu.
Karl  Wilh.  Hnndrich,
Kaufmann  in  Burg,  errichtete  1858  letztwillig  eine  Stiftung  für  würdige ­
  und  dürftige  in  Burg  wohnhafte  Leute  beiderlei  Geschlechts.  Kapital ­
  6000  Thlr.
v.  Hundt  scheö  Legat.
Von  der  vcrw.  Majorin  v.  Hundt  (+  1855)  herrührend.  Sie  hinterließ ­
  den  Armen  zu  Tragarth  (Merseburg)  ein  Legat  von  200  Thlr.,
besten  Zinsen  jährlich  unter  die  Bedürftigsten  vertheilt  werden.
Hypotheken-Kredit-Berein  zu  LeubuS.
Er  trat  1862  ins  Leben  und  bezweckt,  dem  Hypotheken-Wucher  Einhalt
zu  thun  und  den  Boden-Kredit  zu  erweitern.  Er  bestand  im  März
1863  aus  85  Mitgliedern,  die  einen  Grundbesitz  im  Werthe  von  263,000
Thlr.  und  140,000  Thlr.  Hypothekenschulden  hatten;  für  die  letzteren
ist  Seitens  des  Vereins  die  Solidar-Haft  übernommen.  Neue  hypothekarische ­
  Darlehne  wurden  an  73  Mitglieder  im  Betrage  von  35,000
Thlr.  gewährt  und  pari  ausgezahlt;  in  7  Fällen  wurde  die  bereits
verhängte  Subhastation  durch  Gewährung  von  Darlehnen  rückgängig
gemacht.
        <pb n="323" />
        Jacobi.  Stiftung,
bei  der  Lundesschule  Pforta,  1856  als  Andenken  an  den  Prof.  Dr.  Andreas ­
  Jacobi  zum  Besten  der  Alumnen  begründet.
Jacobysche  Stiftung  zu  Königsberg  i.  d.  Neum.
Kaufmann  Abraham  Jacoby  (t  1851)  vermachte  den  Armen  der  Stadt
ohne  Unterschied  der  Religion  8000  Thlr.  Von  den  Zinsen  soll  der
Magistrats-Dirigent  20  Thlr.  vorweg  erhalten,  die  übrigen  Zinsen  sollen
zweien  Schwestern  des  Erblassers  zustießen  und  nach  deren  Tode  noch
20  Jahre  lang  zur  Ausstattung  von  1  oder  2  armen  Mädchen  aus  der
Verwandtschaft  Jaco  by  s,  oder  in  deren  Ermangelung  anderer  armer
jüdischer  Mädchen,  zunächst  aus  Königsberg  und  event,  ans  Greiffenhagen,
  oder,  wenn  auch  dergleichen  sich  nicht  finden  sollten,  1  oder  2
armer  Mädchen  christlicher  Religion  aus  Königsberg  verwendet,  20  Jahre
nach  dem  Tode  der  lctztlebendcn  Schwester  aber  alljährlich  (25.  Juni)
an  die  Ortsarmen  in  Königsberg,  nach  der  Wahl  des  Magistrats  und
unter  Zuziehung  des  Vorstehers  der  jüdischen  Gemeinde  vertheilt  werden.
Jacobysche  Stiftung  zu  Neu-Stettin.
Ein  1846  begründetes  Armenhaus,  das  außer  einem  Garten-  und
Wiesengrundstück  'kein  Vermögen  besitzt.  Es  finden  darin  23  Personen
unentgeltliche  Aufnahme  und  Unterstützung  in  Naturalien  und  Geld.
In  Bezug  auf  ihre  Beschäftigung  sind  sie  keiner  Beschränkung  unterworfen. ­
  Den  Namen  erhielt  das  Institut  von  denr  Banquier  Stanislaus ­
  Jacoby  in  Warschau,  welcher  theils  zu  Lebzeiten,  theils  lctztwillig
2000  Thlr.  dazu  hergegeben  hatte.
Joh.  Andreas  Jäckel,
Kaufmann  zu  Magdeburg  (f  1836)  bestimmte  ein  Kapital  von  10,000
Thlr.  zu  einer  Stiftung  für  treue  Dienstboten,  welche  von  der  Armenbehörde ­
  verwaltet,  und  von  deren  Zinsen  jährlich  am  Todestage  des
Stifters  (25.  Dccbr.)  an  treue  Dienstboten  250  Thlr.  vertheilt  werden ­
  sollen.  Der  Rest  wird  dem  Kapital  zugeschlagen,  um  dieses  allmählig
  bis  auf  30,000  Thlr.  zu  bringen,  wonächst  die  vollen  Zinsen
zur  Vcrtheilung  gelangen.  Zur  Theilnahme  berechtigt  sind  treue  Dienstboten, ­
  welche  10,  20,  30  und  mehr  Jahre  (angeblich)  vorzüglich  gut
gedient  haben;  sie  erhalten  10—20  Thlr.  theils  an  einmaliger,  theils
an  fortlaufender  Unterstützung.  Unter  Hinzufügung  einer  Summe  von
106  Thlr.,  welche  von  dem  +  Bürgermeister  Oppermann  für  einen
gleichen  Zweck  bestimmt  worden,  war  das  Stiftungs-Kapital  im  Jahre
1861  auf  14,127  Thlr.  angewachsen.
Jacke  lsche  Armen-Fundation  zu  Bolkenhain.
Sie  ist  unter  diesem  Namen  von  dem  Lederfabrikanten  Jäckel  1857
begründet,  indem  er  der  Stadt  ein  Kapital  von  800  Thlr.  überwies.
Iahn,
Distrikts-Direktor  und  besten  Ehefrau  geb.  Mahler  hinterließen(1826)
der  Armen-Verwaltung  zu  Berlin  200  Thlr.,  deren  Zinsen  in  monat-
        <pb n="324" />
        317

lichen  Raten  an  einen  Armen  gezahlt  werden  sollen.  Der  Empfänger
muß  in  der  Ierusalemerstraße  1  —  15  oder  36  —  66,  in  der  Lindeustraße,
  der  Husarenstraße,  der  Feldstraße  1—8,  am  Belle-Allianceplatz,
an  der  Kommunikation,  in  der  Markgrafenstraße  1—19  oder  80—108,
und  in  der  Friedrichsstraße  1—42  oder  210—251  wohnen.  (Lisco  82.)
Ja  husche  Stiftung.
bei  der  Universität  Halle-Wittenberg,  von  dem  Hosmedikus  Iahn  und
dem  Kaufmann  Gregori  zu  Dresden,  zu  besserer  Betreibung  des
Studiums  der  Anatomie  mit  700  Thlr.  fundirt.  (Koch  I.  450.)
Jakobisches  Stipendium  zu  Spandau,
von  dem  Rektor  Jakobi  1737  gestiftet.  Der  Fonds  beträgt  4300
Thlr.;  die  Kollation  hat  das  Nikolaikirchen-Ministeriuin.
Jakobs-Hospital  zu  Berlin.
Ein  altes  Hospital  der  Petri-Gemeinde  (Oranienstraße  80),  seit  1863
für  den  Preis  von  8000  Thlr.  auf  die  Stadt  übergegangen.  Es  finden ­
  dariu  24  alte  arme  Bürgerfrauen  Ausnahme;  sie  haben  eine  eigne
Stube,  freies  Brennholz  und  monatlich  eine  Geld-Unterstützung.  Verbunden ­
  damit  ist  eine  Stiftung  des  Bischofs  vr.  Neand  er  zum  Besten
von  Wittwen  der  Unterbeamten  der  Petrikirche;  sie  hatte  1850  einen
Fonds  von  700  Thlr.  Das  Vermögen  des  Hospitals  belief  sich  1860
auf  19,000  Thlr.
Jakobs-Stift  zu  Löwenberg,
Ein  1498  gegründetes  Hospital,  das  zwar  ein  Vermögen  von  13,000  Thlr.
aber  kein  Gebäude  mehr  hat.  Die  Einnahmen  werden  bei  dem  Mathias-Hospital
  theilweise  mit  verwendet;  nach  dem  aufgestellten  Statut  gelangen ­
  sic  hauptsächlich  an  hülfsbedürftigc  Schuhmacher,  Schuhmacher-Wittwen
  und  Waisen,  aber  an  auch  andere  Einwohner.  Für  Hospitalitcn
  werden  Kur-  und  Vcrpflegungskostcn  aus  der  Stiftung  bestritten. ­
  Im  Jahre  1861  wurden  22  Personen  mit  283  Thlr.  daraus
unterstützt.
Jakobs-Stiftung  zu  Geilenkirchen.
Sie  besteht  in  1400  Thlr.,  deren  Zinsen  der  Klostergcistliche  bei  den
Ursulanerinncn  bezieht.
Jantzonscher  Stiftungs-Fonds.
Kaufmann  Jantzon  zu  Tilsit  (t  1856)  vemachtc  der  Stadt  3000
Thlr.  zur  Gründung  oder  Erweiterung  oder  besseren  Dotirung  einer
Armen-Anstalt.  Der  Fonds,  welcher  zur  Errichtung  einer  Beschäftigungs-Anstalt ­
  für  arbeitsscheue  Personen  dienen  soll,  wird  einstweilen
durch  Zinsenzuschlag  vermehrt.
..  Aloys  Ib  els,
Rentier  zu  Aachen,  hinterließ  (1862)  der  dortigen  Armen-Berwaltung
65,000,  dem  Waisenhause  5000,  dem  Vincenz-Spitale  10,000,  der
Taubstummen-Anstalt  1000,  dem  Marianen-Jnstitut  1000,  der  Marien-Kirche
  4300  Thlr.
        <pb n="325" />
        318

Ida-Stiftung.
Fürst  von  Pleß,  Graf  von  Höchberg  (t  1855)  begründete  in  Erinnerung ­
  an  seine  verstorbene  erste  Gemahlin  unter  dem  Namen  „Jda-Stiftung"
  eine  Armen-Sriftung  in  der  Art,  daß  aus  seinem  Allodial-Vermögen
  ein  Revenüen-Betrag  von  jährlich  100  Thlr.  zur  Anschaffung ­
  von  Kleidungsstücken  für  arnie  Kinder  in  den  zur  freien  Standes-Herrschaft
  Fürstenstein  gehörigen  Dörfern  verwendet  werden  soll.
Jdioten-Anstalt  zu  Berlin.
Ein  Privat-Jnstitut,  von  Bösch  (Schönhauser  Allee  135)  begründet
ititi)  (1858)  mit  8  Zöglingen  eröffnet.  Im  Jahre  1861  zählte  das  Haus
37  Zöglinge,  davon  waren  6  konfirmirt,  10  erlernten  Handwerke,  12  standen ­
  auf  der  Stufe  einer  mittleren  Elementar-Klasse.  Im  Jahre  1861
unterhielten  in  der  Anstalt  der  König  einen  Zögling,  der  Staat  2,
Staatszuschuß  empfingen  3,  die  Kommunal-Behörden  Berlins  zahlten
für  11  Zöglinge;  die  letztere  den  Satz  von  120  Thlr.  jährlich  für
Unterricht  und  Verpflegung.  Dem  Geschlecht  nach  waren  cs  22  Knaben ­
  und  15  Mädchen.im  Alter  von  4  bis  25  Jahren.  Sie  stammten ­
  ans  allen  Theilen  Deutschlands,  aus  Dänemark,  Rußland,  den
Donaufürstenthümcrn  und  aus  England.
Jdioten-Anstalt  zu  Neustadt-Eberöwalde.
Ein  Privat-Jnstitut  des  Dr.  Hetzer,  mit  einigen  Freistellen.
Idioten  Anstalt  zu  Nastendurg.
Die  erste  derartige  Anstalt  in  der  Provinz  Preußen,  am  15.  Mai  1865
eröffnet.  Sic  ist  von  einem  Verein  begründet,  und  der  Provinzial-Landtag
  hat  12  Freistellen  auf  vorläufig  6  Jahre  dotirt.
Jechc,
Zinngießer  und  Kirchen-Vorstcher  zu  Bunzlau  (+  1832)  vermachte  600
Thlr.  Die  Zinsen  a)  von  200  Thlr.  sollen  zu  Unterstützungen  von
2,  1.1  und  1  Thlr.  verwendet  und  diese  an  seinem  Sterbetage  (6.  Dezember) ­
  an  Erblindete,  hülflose  Kranke  und  Hausarme  beider  Konfessionen ­
  vertheilt;  b)  von  100  Thlr.  zum  Ankauf  von  Büchern,  als
Prüfungs-Prämien  für  fleißige  Schulkinder;  c)  von  300  Thlr.  zu
Unterstützungen  à  1  Thlr.  für  verarmte  Bürger  und  ihre  Wittwen  verausgabt ­
  werden.
Jentschsche  Stiftungen.
Rittergutsbesitzer  Jcntsch  zu  Seichau  legirte  (1855)  dem  Kreise  Inner
zum  Besten  des  Krciskrankenhauscs  300  Thlr.  Die  Wittwe  des  Verstorbenen ­
  zahlte  diese  Summe  und  soll  sic  nach  dem  Beschlusse  der
Kreisstände  als  ein  besonderer  Fonds  unter  der  Bezeichnung:  „Jentschsche
Stiftung"  mit  den  übrigen  Fonds  der  Anstalt  verwaltet  werden.  Die
später  ebenfalls  +  Wittwe  geb.  Otto  vermachte  der  evang.  Friedens-Kirche
  zu  Jauer  6000  Thlr.  resp.  400  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß
davon  eine  Stiftung  für  unbescholtene  und  unbemittelte  Jungfrauen
aus  den  gebildeten  Ständen  gegründet  werde.
        <pb n="326" />
        Jerusalems-Hospital  zu  Berlin,

von  dem  kurfürstlichen  Rathe  v.  Marti  tz  1671  begründet,  seit  1722
unter  Verwaltung  des  Magistrats.  Das  Haus  (Jerusalemerstr.  57.)
ist  später  erweitert  und  nimmt  zur  Zeit  16  arme  bejahrte  Frauen  auf,
von  welchen  je  3  eine  Stube,  Kammer  und  Küche  erhalten.  Die  Aufgenommenen ­
  haben  freies  Holz,  ärztliche  Behandlung  und  monatlich
4  Thlr.  Das  Kapital-Vermögen  der  Anstalt  belief  sich  I860  auf
33,680  Thlr.  Vorsitzender  des  Kuratoriums  ist  Stadtrath  Gilow.
Erhard  Lhristian  Jester,
Pfarrer  vom  Sackheim  zu  Königsberg,  stiftete  im  vorigen  Jahrhundert
bei  dortiger  Universität  ein  Stipendium  mit  2000  Thlr.  Berechtigt
zum  Genuß  sind:  die  Enkel  und  männlichen  Descendenten  des  Stifters, ­
  demnächst  die  Nachkommen  der  übrigen  Verwandten  und  event.

Predigersöhne.

Jinmobilien-Aktien  Gesellschaft,

s.  Berliner  Jnunobilien-Aktien-Gesellschaft.
Industrie-Hans  zn  Elbing,
eine  Waisen-Attstalt  mit  28  Kindern.  Vgl.  Pott-Eowlesche  Stiftung.
Industrie-Schule  für  arme  israelitische  Mädchen  zn  Breslau.
Zu  Anfang  dieses  Jahrhunderts  von  einem  Verein  gestiftet.  Das  Institut ­
  soll  eine  gute  Mädchen-Elementar-Schule  darstellen,  der  Ausbildung ­
  der  Zöglinge  in  nützlichen  weiblichen  Handarbeiten  aber  eine  vorzugsweise ­
  Aufmerksamkeit  zugewendet  werden.  Die  Anstalt  hatte  1861
einen  Fonds  von  3700  Thlr.,  das  am  Bedürfniß  Fehlende  wurde
durch  den  Synagogcn-Vorstand  und  den  Magistrat  zugeschosien.
Industrie-Schule  zu  Illingen  (Ottweiler).
Von  dem  Knappschafts-Verein  für  die  Töchter  der  ständigen  Bergleute
begründet.
Industrie-Schule  zu  Jnimerath  (Erkelenz).
Ein  mit  4  Morgen  Ackerland  und  106  Thlr.  Kapital  dotirteS  Institut.
Industrie-Schule  zu  Köln,
f.  Waisenhaus  zu  Köln.
Industrie-Schule  zu  Pleß.
Eine  für  sich  bestehende  Anstalt,  in  welcher  30  arme  Schulkinder  weiblichen ­
  Geschlechts  in  Handarbeiten  unterrichtet  werden.
Institut  der  barmherzigen  Schwestern  zn  Gr.  Marienau.
Es  steht  unter  der  obern  Leitung  eines  Geistlichen  aus  Marienwerder
und  eines  Vereins,  ist  1859  errichtet  und  wird  durch  milde  Beiträge
und  den  Ertrag  vorr  Kollekten  unterhalten.  Sogenannte  Novizen  nehmen ­
  die  Kranken  und  Pfleglinge  nicht  allein  in  das  dazu  erbaute  Haus
auf,  sondern  besuchen  dieselben  auch  in  ihren  Wohnungen  und  bemühen
sich  im  Aufträge  des  Vereins,  ihrer  Noth  durch  Geld  und  auf  andere
Weise  Abhilfe  'zu  verschaffen.
        <pb n="327" />
        320

Institut  der  barmherzigen  Schwestern  zu  Mettlach  (Merzig).
Die  vier  Schwestern  beschäftigen  sich  mit  Pflege  armer  Kranken,  Elementar- ­
  und  Näh-Unterricht.
Institut  der  barmherzigen  Schwestern  zu  Münster.
Eine  Privat-Familien-Stiftung,  von  der  t  Gräfin  Sophie  Charlotte
Eleonore  zu  Stolbcrg-Stolberg  geb.  Gräfin  v.  Redern  1839
errichtet  und  dotirt.  Die  Oberaufsicht  über  die  Stiftung  wurde  den
männlichen  Abkömmlingen  übertragen.  Die  innere  Leitung  der  Anstalt
führt  ein  Direktor,  dem  die  Annahme  und  die  Entlassung  der  barmherzigen ­
  Schwestern,  die  Wahl  der  Oberin,  überhaupt  die  Entscheidung
in  allen  Angelegenheiten  zusteht,  welche  sich  auf  die  Leitung  und  Disciplin ­
  der  Anstalt  in  geistlicher  Hinsicht  beziehen.  Die  Verwaltung
des  Vermögens  ist  einem  Kuratorium  übertragen,  welches  außer
dem  gedachten  Direktor  aus  dem  jedesmaligen  Stammhalter  der  Gräflich ­
  Drost  eschen  Familie  zu  Münster  und  aus  dem  jedesmalige«
Pfarrer  zu  St.  Ludger  bestehen  soll.
Institut  der  barmherzigen  Schwestern  zu  Paderborn.
1841  von  dem  Bischöfe  Frhrn.  v.  L  edebur-Wicheln  (s.  d.)  begründet
und  mit  einer  Rente  dotirt.  Bgl.  Dämmers.
Institut  für  Kirchen-Musik.
Im  Jahre  1822  zu  Berlin  begründet,  bezweckt  diese  Anstalt  die  musikalische ­
  Ausbildung  junger  Leute  zu  Organisten  und  Musiklehrern  an
Gymnasien  und  Seminarien.  Unterrichts-Gegenstände  sind:  Orgelund
  Klavierspiel,  Theorie  der  Musik,  Gesang-Unterricht,  Geschichte  der
Musik  und  der  Orgel,  und  Vokal-  und  Instrumental-Uebungen  zur
Ausführung  klassischer  Musikwerke.  Der  Kursus  währt  ein  Jahr,  wird
aber  zweckmäßig  auf  2  Jahre  verlängert,  um  sowohl  im  Orgel-  und
Klavierspiel,  als  in  der  Komposition  die  möglichste  Ausbildung  zu  erreichen. ­
  Zahl  der  ordentlichen  Zöglinge  20;  außerdem  können  bis
6  Hospites  dem  theoretischen  Unterrichte  beiwohnen.  Um  aufgenommen
zu  werden,  muß  man  entweder  ein  Gymnasium  bis  Secunda  besucht
oder  das  Wahlfähigkcitszcugniß  bei  dem  Abgänge  von  einem  Seminar
erhalten  haben.  Der  Aspirant  darf  nicht  unter  17  Jahren  alt  sein;
man  setzt  bei  ihm  eine  solide  Fertigkeit  im  Klavierspiel  voraus,  und
daß  er  seinen  Beruf  für  die  Musik  durch  Zeugnisse  darthun  kann.
Das  Gesuch  um  Aufnahme  ist  bei  den  Königl.  Regierungen  anzubringen. ­
  Der  Unterricht  wird  unentgeltlich  ertheilt;  für  Wohnung  und
Unterhalt  sorgt  jeder  selbst.  Die  Anstalt  (Direktor  und  erster  Lehrer
Prof.  Bach)  steht  in  Verbindung  mit  der  Akademie  der  Künste.  Nach
dem  Reglement  vom  4.  Septbr.  1834  erhalten  talentvolle  Zöglinge
monatliche  Remunerationen  von  3—5  Thlr.
Institut  zur  Abwehrung  der  Armuth  unter  jüdischen  Familienvätern  in  Breslau.
Die  Errichtung  desselben  wurde  von  Jonas  Fränkel  (s.  d.)  letztwillig
angeordnet,  damit  achtbare,  der  Unterstützung  würdige  Familienväter
israelitischen  Glaubens  gegen  2  pCt.  Zinsen  pro  anno  ein  Darlehn
        <pb n="328" />
        321

Zur  Aushülfe  ihres  Gewerbes  erhalten  sollten.  Die  der  Aufsicht  des
Staates  untergeordnete  Stiftung  ist  unter  dem  31.  August  1847  mit
gleichzeitiger  Beilegung  der  beschränkten  Korporations-Rechte  genehmigt,
und  hat  1853  Statuten  erhalten.  Verwaltet  von  dem  Kuratorium  der
Frankel  scheu  Stiftungen.
Institut  zur  Beförderung  der  Künste  und  Handwerke  unter  den  Juden
.  in  Breslan.
Die  Errichtung  desselben  wurde  von  Jonas  Frankel  (s.  d.)  in  seinem
Testamente  mit  der  Bestimmung  angeordnet,  daß  das  Institut  nach
Umständen  ans  die  Provinz  Schlesien  auszudehnen  sei.  Die  der  Ober-Aussicht
  des  Staates  unterworfene  Stiftung  ist  unter  dem  31.  August
1847  unter  gleichzeitiger  Beilegung  der  beschränkten  Korporations-Rechte
  genehmigt.  Sie  vergiebt  Stipendien  von  200  Thlr.  zum  Besuch ­
  des  Königl.  Gewerbe-Instituts;  von  200  Thlr.  zum  Besuch  der
Königl.  Bau-Akademie  zu  Berlin;  von  200  Thlr.  zur  höheren  Ausbildung ­
  in  der  Maschincn-Baukunst;  von  250  Thlr.  zum  Besuch  der
Königl.  Akademie  der  Künste  zu  Berlin.  Zur  Konkurrenz  werden  qualificirte
  Bewerber  jüdischer  Religion  aus  der  Provinz  Schlesien  zugelassen. ­
  Auch  hat  die  Kunst-  und  Baugewerks-Schule  in  Breslau  mehrere ­
  Fränkelsche  Freistellen  und  Stipendien.  Die  Anträge  sind  an
das  Kuratorium  der  Fränkelschen  Stiftungen  zu  richten.
Jnvalidenhaus  zu  Berlin.
Bon  König  Friedrich  1.  1705  errichtet,  von  Friedrich  If.  1745—1748
in  seiner  jetzigen  Gestalt  hergestellt.  Eine  ev.  und  eine  kath.  Kirche.
Jnvaliden-Kasse  der  MaschinenbamArbeiter  zu  Berlin.
1858  begründet;  1863  wurden  Seitens  der  Arbeitgeber  9960  Thlr.
eingezahlt  (wöchentlich  für  jeden  beschäftigten  Arbeiter  6  Pf.),  an
Zinsen  eingenommen  2649  Thlr.,  an  Unterstützungen  verausgabt  6624
Thlr.  Vermögen  57,100  Thlr.
Jnvaliden-PensionS-FondS.
Das  Pensions-Wesen  der  Militär-Invaliden  ist  durch  das  Gesetz  vom
6.  Juli  1865  regulirt.  Danach  steht  den  aus  den  Kriegen  von  18^
hcrstammeuden  anerkannten  Invaliden,  welche  bis  dahin  die  Pension
I.  Klasse  ihrer  Charge  mit  resp.  8  Thlr.  (Feldwebel  re.),  6  Thlr.
(Sergeanten),  5  Thlr.  (Unteroffiziere),  31  Thlr.  (Gemeine)  bezogen,
vom  1.  August  1865  ab  die  höhere  Pension  von  resp.  10  Thlr.  (Feldwebel), ­
  8  Thlr.  (Sergeanten),  7  Thlr.  (Unteroffiziere)  und  6  Thlr.
(Gemeine)  zu.  D,e  ans  den  kriegerischen  Ereignissen  von  18^  hcrstammenden
  Invaliden  erhalten  statt  der  bezogenen  geringeren  die  höhere
Pension,  je  nach  ihrer  Charge  und  nach  der  Pensions-Klasse,  für  welche
sie  bisher  anerkannt  Ovaren.  Dasselbe  gilt  von  den  Invaliden  des  dänischen ­
  Krieges,  welche  statt  der  nach  dem  Gesetze  vom  4.  Juni  1851
gewährten  Pensionen  jetzt  zum  Empfange  der  höheren  Pensionen  berechtigt ­
  sind.  Alle  Invaliden,  welche,  ohne  einen  Krieg  mitgemacht
zu  haben,  nach  den  älteren  gesetzlichen  Bestimmungen  zu  einer  Pension
Pre»-.  L&amp;gt;,ndbm1-.  21
        <pb n="329" />
        322

anerkannt  worden  sind,  haben  jetzt  und  künftig  keinen  Anspruch  auf
Erhöhung  ihrer  Pensionen.  Nur  diejenigen,  welche  während  des  aktiven
Militärdienstes  an  der  kontagiösen  Augenkrankheit  gelitten  haben,  und
durch  eine  Bcrschlinimerung  dieses  Leidens  in  höherem  Grade  erwerbungsunfähig ­
  sind,  als  sie  es  bei  ihrer  früheren  Anerkennung  als
Invalide  waren,  können,  wenn  sie  nicht  etwa  bereits  die  Blindcn-Zulage
beziehen,  zu  den  ihren  Verhältnissen  entsprechenden  Pensionen  und  Zu
lagen  anerkannt  werden.  Es  ist  hierbei  darauf  aufmerksam  gemacht,  daß
überhaupt  auf  Jnvaliden-Pensionen  nur  diejenigen  ehemaligen  Soldaten
Anspruch  haben,  welche  als  versorgungsbercchtigte  Invaliden  anerkannt
worden  sind.  Das  Gesetz  vom  6.  Juli  1865  hat  hierin  nichts  geändert ­
  und  es  können  daher  nach  wie  vor  ehemalige  Soldaten  aus  heimathlichen ­
  Verhältnissen  her  nur  dann  als  Invaliden  anerkannt  werden ­
  und  zu  einer  Pension  gelangen:  a)  wenn  sie  im  Besitze  eines
im  Kriege  erworbenen  preußischen  Militär-Ehrenzeichens  (eisernes  Kreuz
1.  und  2.  Klasse,  Militär-Verdienstkreuz,  Militär-Ehrenzeichen  1.  und
2.  Klasse);  b)  wenn  sie  vor  dem  Feinde  verwundet  sind;  c)  wenn  sie
während  des  aktiven  Dienstes  an  der  kontagiösen  Augenkrankheit  gelitten ­
  haben;  6)  wenn  sie  bei  Ausübung  des  Dienstes  beschädigt
worden  sind.  Im  Frieden  erlittene  Dienstbeschädigungcn  müssen,  wenn
sie  einen  Anspruch  auf  Versorgung  als  Invalide  begründen  sollen,  vorder ­
  Entlassung  ans  dem  aktiven  Dienste  festgestellt  und  innerhalb  der
Frist  von  sechs  Monaten  nach  der  Entlassung  ans  demselben  geltend
gemacht  werden.  Für  Veteranen  der  Feldzüge  18şş,  welche  nach  den
vorstehend  in  der  Kürze  angegebenen  Bestimmungen  zu  einer  Invaliden-Pensión
  nicht  anerkannt  werden  können,  besteht  nach  der  Ordre  vom
11.  August  1852  und  dem  Gesetze  vom  10.  März  1863  der  „Vetcranen-Unterstützungs-Fonds."
  Dieser  Fonds  wird  beim  Ministerium
des  Innern  verwaltet,  und  Eingaben  sind  an  die  Landräthe  zu  richten, ­
  während  die  in  der  Heimath  lebenden  ehemaligen  Soldaten  ihre
Eingaben  zunächst  an  das  Landwehr-Bataillon,  in  dcffen  Bezirk  der
Invalide  wohnt,  zu  richten  haben.  Die  Eingaben,  die  Bescheide  in
Jnvaliden-Sachen  sind  portofrei.  Die  Eingaben  müssen  jedoch  zu  diesem ­
  Zweck  mit  der  Bezeichnung:  „Jnvaliden-Versorgungs-Sachc"  und
mit  dem  Namen  des  Absenders  auf  dem  Kouvert  versehen  sein.
Invaliden-Unterstiitzungs-FondS  zu  Ohlau.
Ein  Bestandtheil  des  Kreisvermögens.  Er  besteht  in  850  Thlr.  und
die  Zinsen  desselben  werden  mit  andern,  zu  diesem  Zwecke  jährlich  aufgebrachten ­
  Mitteln  zur  Unterstützung  der  Kreis-Veteranen  verwendet.
Joachimsches  Stipendium  zu  Spandau.
Vom  Kaufmann  Joachim  1796  mit  4000  Thlr.  gestiftet.  Die  Zinsen
werden  in  5  Portionen  an  Studirende  aus  Spandau  vergeben.  Kollator
  ist  der  Magistrat.
JoachimSthalsches  Gymnasium  zu  Berlin.
1607  von  dem  Kurfürsten  Joachim  Friedrich  auf  dem  Jagdschlösse
        <pb n="330" />
        323

21*

Joachimsthal  bet  Ncustadt-Ebcrswalde  für  120  Zöglinge  gestiftet  und
dotirt,  16«&amp;gt;7  nach  Berlin  verlegt,  1714  von  König  Friedrich  I.  weiter
dotirt.  Die  zehnte  Stelle  ist  eine  Freistelle.  Das  Vermögen  der  Anstalt ­
  belauft  sich  auf  360,000  Thlr.  in  Kapitalien;  die  Pacht  von
Landgütern  und  die  Miethe  geben  20,000  Thlr.  jährlich.  Zu  Stipendien ­
  werden  1300  Thlr.,  zu  Schüler-Prämien  125  Thlr.,  zur  Kommunitäts-Speisung ­
  10,000  Thlr.  verwendet.  Pensions-Fonds  mit
22,600  Thlr.  Kapital.  Lehrer-Wittwen-  und  Waisenkasse.  zu  der  feit
1824  die  Lehrer  keinen  Beitrag  mehr  zu  zahlen  brauchen,'weil  sie  ein
Vermögen  von  50,000  Thlr.  besitzt.  Die  Wittwen  erhalten  250  Thlr.
Pension  und  100  Thlr.  Sterbegeld  (Wiese  S.  95).  In  dem  mit  dem
Gymnasium  verbundenen  Alumnat  bestehen  stiftungsmäßig  120  Stellen
25  für  die  dritte,  75  für  die  zweite  (halbfreie),  20  für  die  erste  (ganz
freie)  Alnmnats-Klasie.  Zur  Aufnahme  können  nur  in  der  Kur-  ober
Neumark  gehonte  cv.  Inländer,  aus  andern  Provinzen  nur  die  evang.
Söhne  der  geistlichen  und  weltlichen  Militair-  und  Civil-Staatsdiener
gelangen;  6  Stellen  sind  für  junge  Leute  aus  dem  ehemaligen  Polen,
welche  sich  dem  Studium  der  cv.  Theol.  widmen.  Vgl.  Adler,  Oelrichs  rc.
Jocardsches  Stipendium  zu  Beelitz.
Von  dem  Bürgermeister  Jakob  Jocard  zu  Beelitz  mit  100  Thlr.  ge
stiftet,  für  arme  und  würdige  Studirendc,  Söhne  von  Geistlichen  oder
Lehrern  und  Bürgern  zu  Beelitz.  Kollator  ist  der  Magistrat  zu  Beelitz. ­
  Der  Fonds  hat  sich  um  das  Fünffache  vermehrt.
Jöllenbeck,
Wittwe  zu  Herford  (+  1864)  fetzte  die  dortige  Petri-Kirchengemeinde
zu  ihrer  Univerfal-Erbin  ein,  mit  der  Bestimmung,  daß  von  den  Revenüen
  des  in  zwei  Kapitalien  von  350  Thlr.  und  120  Thlr.  bestehenden ­
  Nachlaßes  nach  der  Wahl  des  Presbyteriums  ein  oder  zwei  Wittwen ­
  unterstützt  werden  sollen.
Johanna-Stiftung  zu  Lippstadt,
f.  Hoffbauer.
Jo  han  na-Stiftung  zu  Schmiegel.
Sie  bezweckt  die  Verpflegung  und  Bekleidung  armer  Kinder  aller  Konfessionen. ­
  Die  Einnahme  (jährlich  130  Thlr.)  besteht  aus  dem  von
der  Herzogin  v.  Acercnza-Pignotelli  geb.  Prinzessin  von  Kurland
als  Dominium  der  &amp;gt;L&amp;gt;tadt  geschenkten  Ertrage  an  Jahrmarkts-Standgeld
von  zwei  Jahrmärkten.
Johannes-Hospital  und  Krankenhaus  zu  Leobschütz.
Eine  alte  Stiftung,  in  welcher  12  arme  Bürger  und  12  Frauen  verpflegt ­
  werden.  Das  Hnuö  hat  ein  Kapital-Vermögen  von  39,000  Thlr.
Johannes-Hospital  zu  Bonn.
Eine  katholische  Stiftung,  deren  Unterhaltungskosten  aus  den  eingehenhenden
  Pflegegeldern,  einzelnen  Zuwendungen  und  Kollekten  bestritten
werden.  Die  Verpflegung  der  Kranken  wird  von  Schwestern  des  h.
        <pb n="331" />
        324

Karl  Borromäus  besorgt.  Jährlicher  Bedarf  10,000  Thlr.  ;  Kapital-Vermögen
  5000  Thlr.
St.  Johanniö-Stift  zu  Paderborn.
Ein  Institut  zur  Aufnahme  alter  hülfloser  Personen  aus  der  ev.  Diöcese
  Paderborn.
Johannis-Hospital  zu  Wernigerode,
seit  1583  bestehend,  jetzt  znr  Aufnahme  armer  Leute  bestimmt.  Es  finden ­
  darin  20  Konventualen  freie  Wohnung,  Feuerung  und  beziehen
118  Thlr.  zu  gleichen  Theilen;  7  Exspektanten  erhalten  Wohnung  und
Feuerung;  Einkaufsgeld  10}  Thlr.  Das  Spital  darf  in  der  Lta  t
und  auf  dem  Lande  Geld  und  Naturalien  sammeln,  die  unter  sämmtliche ­
  Insassen  vertheilt  werden.  Vermögen  4500  Thlr.  Kapital  und
einige  Grundstücke.
Johannishof  zu  Ohra  (Danzig).
eine  Rettungs-Anstalt  für  (zur  Zeit  10)  verwahrlosete  Kinder.
St.  Johannis-Kirche  zu  Moabit  (Berlin),
v°»  König  Friedrich  Wilhelm  III.  &amp;lt;1835)  erbaut,  unter  Friedrich  Wil-Helm
  IV.  mit  Thurm,  Pfarre  und  Schulhaus  versehen.  Konfirmanden-Stiftnng,
  1860  bei  dem  25  jährigen  Jubiläum  der  Kirche  Mit
100  Thlr.  für  arme  Konfirmanden  begründet.
Johanniter-Orden,
Der  ursprüngliche  Gründer  des  Johanniter-Ordens  in  dem  heutigen
Preußen  war  Albrecht  der  Bär,  welcher  1158  mit  den  Hospitalité»
am  heiligen  Grabe  in  Verbindung  getreten  war.  1327  wurde  tue  Battei
Brandenburg  errichtet  und  von  den  Rittern  ein  eigner  Herrenmelster  nt
der  Mark  gewählt;  im  westfälischen  Frieden  erhielt  der  Rechtsbestand
der  Ballei  eine  weitere  staatsrechttiche  Bestätigung;  während  der  französischen ­
  Occupation  wurden  (1810)  die  reichen  Besitzungen  der  Baller
vom  Staate  eingezogen,  1811  die  letztere  selbst  ausgelost,  dagegen  181-zum
  Andenken  an  dieselbe  der  k.  preußische  Johanniter-Orden  geslislel,
der,  wie  alle  übrigen  Orden,  für  Verdienste  und  Gnadenzerchen  verliehen ­
  wurde.  König  Friedrich  Wilhelm  IV.  erließ  am  15.  Oktober
1852  eine  Kabincts  -Ordre,  welche  den  Orden  wieder  aufrichtete  und
ihn  einer  seiner  ursprünglichen  Stiftung  entsprechenden  gemeinnützigen
Bestimmung  wieder  zuführen  sollte.  Die  Ballei  Brandenburg  wurde
neu  hergestellt,  die  Statuten  derselben  bestätigt,  Prinz  Karl  als  Herrenmeister
  an  die  Spitze  der  Korporation  gestellt  und  ihm  Kommendatoren
(Komthure),  Ehren-Kommelldatoren  und  sonstige  Würdenträger  zur
Seite  gegeben;  übrigens  sollte  der  Orden  satzungsmäßig  aus  zwei
Klassen  von  Rittern  bestehen:  Rechtsrittern  und  Ehrenrittern,  welche
beide  vereint  nach  Ländern  und  Provinzen  eigene  Genossenschaften  (in
Preußen  mit  Korporations-Rechten  versehen)  bilden.  Jeder  Rechts-  _
ritter  muß  erst  Ehrenrittcr  gewesen  sein  und  erhält  btc  neue  U'm'öc
persönlich  durch  den  Ritterschlag  vom  Herrenmeister.  Ehrenrittcr  kann
jeder  evangelische  Edelmann  werden,  der  sich  dell  Ordens-Regeln  unter-
        <pb n="332" />
        325

wirft;  er  nmß  um  seine  Ernennung  zu  der  begehrten  Würde  bei  dem
Könige  oder  dem  Hcrrcnmcister  nachsuchen  und  dabei  zugleich  nachweisen, ­
  alten  Adel,  völlige  Unbescholtenheit  und  bekannte  Rechtlichkeit  nebst
ritterlichem  und  religiösem  Sinn,  sowie  Wohlhabenheit  und  standesmäßige ­
  Stellung.  Die  Prüfung  der  Kandidaten  geschieht,  wo  dies
möglich,  dnrch  die  Ausschüsse  oder  Konvente  der  Genossenschaften  der
Ritter  selbst;  über  Ausländer,  in  deren  Hcimath  keine  Genossenschaften
bestehen,  wird  die  nöthige  Auskunft  durch  die  preußische  Gesandtschaft
oder  durch  einzelne  Ritter  eingezogen.  Nachdem  dies  geschehen,  wird
der  Kandidat  vom  Ordens-Kapitel  nochmals  geprüft  und  im  günstigen
Falle  vom  Hcrrcnmcister  dem  Könige  zur  Ernennung  als  Ehrcn-Ritter
vorgeschlagen;  andern  Falls  wird,  ohne  daß  der  Betreffende  eine  Mittheilung ­
  erhält,  die  Sache  mit  Stillschweigen  übergangen.  Sämmtliche
Mitglieder  des  Ordens  sind  dem  Ehrengerichte  desselben  unterworfen,
welches  jeden  sich  unwerth  zeigenden  Ritter  ausschließen  kann.  Der
Orden  ist  nicht  ein  Verdienst-Orden  oder  ein  bloßes  Gnadenzcichen,
sondern  das  Abzeichen  einer  Kongregation  des  deutschen  Adels,  deren
Aufgabe  darin  besteht,  christliche  Krankenpflege  durch  Erbauung  von
Kranken-  und  Siechhäusern  zu  fördern  und  in  Ausführung  zu  bringen,
—  eine  Aufgabe,  welche  auch  jedes  einzelne  Mitglied  für  sich  nach
Kräften  erfüllen  soll.  Darum  zahlt  jeder  Ritter  beim  Eintritt  ein  für
allemal  300  Thlr.  zur  Erfüllung  der  wohlthätigen  Zwecke  des  Ordens
und  außerdem  noch  jährlich  12  Thlr.  Beitrag  an  die  Genossenschaft,
welcher  er  sich  anschließt.  Die  Annahme,  daß  der  Eintritt  durch  Geld
erkauft  werden  könne,  beruht  auf  einer  unrichtigen  Auffassung  der  vorerwähnten ­
  Bestimmungen.  Im  Jahre  1864  besaß  der  Orden  18  Kran^
kcn-  und  Siechhäuser,  welche  meist  von  ihm  neu  erbaut,  theils  ihm  als
Eigenthum  zur  Unterhaltung  übergeben  worden  sind,  mit  etwa  500
Krankenbetten;  ferner  das  Krankenhaus  zu  Beirut  in  Syrien,  welches
im  Februar  1861  durch  die  Grafen  v.  Bismark-Bohlcn  und  Pcrponcher
  gegründet  wurde,  ein  Hospiz  in  Jerusalem,  die  Heil-  und  Pflege-Anstalt
  Hephata  in  München-Gladbach,  auch  waren  in  Berlin  mehrere
mit  seiner  Hilfe  gegründete  Sicchenhäuser  vorhanden.  Außerdem  unterhalten ­
  die  mecklenburgische,  die  hessen-darmstädtische,  die  sächsische  und
die  württembergischc  Genossenschaft  eine  Anzahl  Betten  in  verschiedenen
Krankenhäusern.
Jonassche  Familien-Stiftung.
Kaufmann  Joh.  Heinr.  Jo  nas,  (ş  zu  Berlin  1827)  bestimmte  letztwillig, ­
  daß  der  jährliche  Zinsen-Ertrag  von  4000  Thlr.  zur  Unterstützung ­
  armer  Mitglieder  der  Familie,  zur  Berhcirathung  derselben,
gleichviel,  ob  sic  Descendenten  der  rechten  oder  Stiefgeschwister  sind,
verwendet,  und  in  Ermangelung  dieser  an  andere  wirklich  Bedürftige
vertheilt  werden  (2isco  S.  400).
Jonas  -  Stiftung,
von  der  Gnstav-Adolph-Stiftung  in  Berlin  zum  Andenken  ihres  Vorsitzenden, ­
  des  Prediger  Jonas  (f  1859)  aus  Beiträgen  seiner  Freunde
        <pb n="333" />
        326

begründet  und  1864,  wo  das  Kapital  die  Höhe  von  5000  Thlr.  erreichte, ­
  in  Wirksamkeit  getreten,  ş  der  Zinsen  werden  zur  Unterstützung
bedürftiger  evangelischer  Geistlichen  und  Lehrer  in  der  Diaspora,  der  Rest
der  Zinsen  jedoch  wie  anderweitig  eingehende  Geschenke  und  Vermächtnisse ­
  zur  Erhöhung  des  Kapitalsstocks  verwandt.  Die  Verwaltung  steht
dem  Berliner  Ortsvercin  der  Gustav-Adolph-Stiftung  zu.
Frau  Jonas,
geb.  van  Halle  zu  Berlin  (ş  1841)  setzte  letztwillig  eine  Menge  Vermächtnisse ­
  aus,  welche  durch  einen  Vergleich  mit  der  Erbin,  Frau  Wittwe
Ella  Kaspar  geb.  van  Halle  verdoppelt  wurden.  Es  erhielten
a)  das  Berlinische  Gymnasium  zum  grauen  Kloster  8000  Thlr.  in
Staatsschuldscheinen  nach  dem  Nennwerthe,  deren  Zinsen  zu  Universitäts-Stipendien ­
  für  unbemittelte  steißige  Studirende  verwendet  werden
sollen.  Es  werden  davon  zwei  Stipendien  à  100  Thlr.  und  eins
à  80  Thlr.  jedesmal  auf  die  Dauer  von  drei  Jahren  durch  den  Magistrat ­
  verliehen;  b)  das  Friedrich-Werdersche  Gymnasium  8000  Thlr.
zu  demselben  Zweck;  c)  das  Bürgerrcttungs  -  Institut  3000  Thlr.;
d)  die  Armen-Schulen  3000  Thlr.  Die  Zinsen  werden,  wie  die  des
Legats  von  Grüne  (s.  d.)  zur  Unterstützung  hülfsbedürftigcr  Kommnnal-Armen-Schullehrer
  verwendet;  e)  der  vaterländische  Verein  zur
Verpflegung  hülfloser  Krieger  der  Berliner  Garnison  aus  den  Feldzügen
  von  18}y  1500  Thlr.;  f)  das  Friedrichs-Waisenhaus  1500Thlr.;
g)  die  Anstalt  zur  Erziehung  sittlich  verwahrloseter  Kinder  1500  Thlr.  ;
h)  die  Berliner  Anstalt  zur  Verpflegung  jüdischer  Kranken  3000  Thlr.;
i)  das  Schindlcrsche  Waisenhaus  1500  Thlr.;  k)  die  Anstalt  zur  Bekleidung ­
  jüdischer  Armen  3000  Thlr.;  1)  die  jüdische  Armen-Anstalt  des
Seelen-Audenkens  3000  Thlr.;  m)  die  Lchr-Anstalt  der  jüdischen  Jugend ­
  3000  Thlr.;  n)  die  Anstalt  zur  Versorgung  jüdischer  Armen
3000  Thlr.  ;  o)  die  Stiftung  für  verschämte  jüdische  Arme  Haapokath
Ebjonim  3000  Thlr.  ;  p)  das  französische  Waisenhaus  1500  Thlr.  ;
q)  die  Blinden-Anstalt  4500  Thlr.
Lesser  Joras,
Rentier  zu  Berlin  (t  1864),  ohne  eigene  Kinder  und  nähere  Verwandte, ­
  hatte  schon  bei  Lebzeiten  den  Anerbachschen  Waisen-Anstalten
  (s.  d.)  16,000  und  0000  —  25,000  Thlr.  zugewendet,  ohne
die  Veröffentlichung  seines  Namens  zu  gestatten.  Bei  seinem  Tode
instituirte  er  die  gedachten  Institute  zu  Universal-Erben  seines  Vermögens ­
  im  Betrage  von  etwa  128,292  Thlr  und  setzte  dadurch  diese
Anstalten  nicht  nur  in  den  Stand,  die  Zahl  der  Waisenstellcn  zu  erhöhen, ­
  sondern  auch  den  aus  den  Anstalten  in  das  öffentliche  Leben
tretenden  Waisen,  welche  sich  der  empfangenen  Wohlthaten  fortgesetzt
würdig  zeigen,  in  Krankheitsfällen,  bei  etwaigen  Stndicn,  bei  der
Etablirung,  bei  der  Verheirathnng  der  Mädchen  weitere  Unterstützung
zu  gewähren.  Von  dem  gedachten  Vermächtnisse  erhielt  die  Anstalt  für
Knaben  85,529,  die  Anstalt  für  Mädchen  42,763  Thlr.  Von  den
obengedachten  16,000  Thlr.  ist  in  den  Au  erb  ach  schm  Anstalten  eine
        <pb n="334" />
        327

Jorassche  Familien-Stiftung  begründet,  zufolge  deren  zwei  arme  Waisenkinder ­
  von  seinen  Verwandten  in  die  Anstalten  aufgenommen  werden
sollen.  S.  Brüder-Verein.
St.  Josephi  Stift  zu  Heilsberg.
Eine  katholische  Waisen-  und  Kranken-Anstalt  für  die  Diöces  Ermland,
1859  mit  30  Waisen  eröffnet.  Sie  ist  von  dem  Bischof  Dr.  Geritz
zur  Pflege,  zur  Erziehung  und  zum  Unterricht  katholischer  Waisen  beiderlei ­
  Geschlechts  aus  der  Diöcese  Ermland,  imgleichen  zur  Pflege  und
Heilung  von  Kranken  ohne  Unterschied  des  Religionsbekenntnisses,  Geschlechts ­
  und  Herkommens,  in  dem  bischöflichen  Schlosse  zu  Heilsbcrg
als  eine  katholisch-kirchliche  Anstalt  errichtet  und  mit  35,000  Thlr.  dotirt.
  Sie  steht  unter  der  Oberleitung  des  Bischofs,  welcher  aus  seinem
Dom-Kapitel  zwei  Kuratoren  ernennt;  zur  Leitung  der  Geschäfte  und
Vertretung  des  Hauses  ist  ein  Verwaltungs-Rath  unter  dem  Vorsitz
des  Erz-Priesters  thätig.  Fünf  barmherzige  Schwestern  aus  dem  Orden ­
  des  h.  Vincenz  von  Paula  leiten  die  Anstalt  und  den  Haushalt;
das  Vermögen  der  Anstalt  hatte  sich  bis  Ende  1861  auf  40,000  Thlr.,
die  Zahl  der  Kinder  auf  62  erhöht.  Für  jedes  Kind  muß,  gleichviel,
ob  von  Kommunen,  Korporationen  oder  Privaten  ein  jährlicher  Pensions-Zuschuß ­
  von  15  Thlr.  gezahlt  werden.
Josephinen-Stift  zu  Düsseldorf.
Eine  Unterrichts-  und  Näh-Lehranstalt  für  Mädchen  aus  dürftigen
Familien.  Protektorin  ist  die  Frau  Fürstin  zu  Hohcnzollern-Sigmaringcn.

Josephinische  Kevelaersche  Gesellschaft  zu  Bonn.
Ein  seit  1700  bestehender  Privat-Bercin  zur  gegenseitigen  Unterstützung
und  zur  Beförderung  der  Religiosität.  Er  hat  130  Mitglieder  und
1100  Thlr.  Fonds.
Josephinischeö  Institut  zu  Aachen.
Eine  Anstalt  zur  Aufnahme  von  altersgebrechlichen  und  zum  Brod-Erwerb ­
  unfähigen  Leuten,  zu  Anfang  dieses  Jahrhunderts  begründet.  Es
wurden  damals  die  ersten  Fonds  zur  Errichtung  einer  AufbewahrungsAnstalt ­
  für  alte  und  gebrechliche  arme  Leute  aus  freiwilligen  Gaben
von  Wohlthätern  gesammelt  und  mit  dem  Ertrage  einiger  älteren  Fonds,
welche  bis  dahin  abgesondert  verwaltet  worden  waren,  verbunden.  1804
schenkte  Kaiser  Napoleon  bei  seiner  Anwesenheit  in  Aachen  der  Stadt
zur  Errichtung  von  Armen-Anstalten  zwei  durch  die  französische  Gesetzgebung ­
  Staatsgut  gewordene  Klostergebäude,  (die  des  ehemaligen
Thcrcsianer-  und  die  des  Annunciatcn-Klosters),  die  Kaiserin  Josephine
fügte  dazu  ein  Geldgeschenk  von  16,000  Fr.  Die  Gebäulichkeiten  des
Theresiancr-Klosters  wurden  alsdann  zur  Errichtung  jener  Versorgungs-Anstalt
  für  alte  und  gebrechliche  Leute  verwendet,  und  die  16,000  Fr.,
sowie  die  früher  angesammelten  Fonds  theils  zu  den  Einrichtungskosten,
theils  zur  Dotirung  des  Instituts  bestimmt.  Letzteres  bekam  von  den
gedachten  Umständen  einen  doppelten  Namen:  eS  hieß  „JoscphinischcS
        <pb n="335" />
        328

Institut"  wegen  der  Schenkung  der  Kaiserin  Josephine,  und  „Theresianisches
  Institut"  wegen  der  Errichtung  desselben  in  den  Gebäuden
des  ehemaligen  Theresianer-Klosttrs.  Die  Anstalt  steht  unter  Administration ­
  der  Armen-Verwaltung  und  wird  von  Schwestern  vom  Orden
des  h.  Karl  Borromaus  geleitet.  Im  Jahre  1861  waren  113  alte
arme  Männer  und  112  alte  arme  Frauen  in  der  Anstalt  untergebracht.
Vgl.  Koch,  Stomps,  THelen  rc.
St.  Josephs-Bruderschaft  zu  St.  Gangolph  (Merzig),
ein  Verein  zur  gegenseitigen  Unterstützung  der  Arbeiter,  besteht  seit  1856
unter  staatlicher  Genehmigung,  hat  100  Mitglieder  und  einen  Fonds
von  120  Thlr.  .
St.  Josephs-Hospital  (Schindlersches  Armenhaus)  zu  Leobschiitz.
Es  nimmt  6  arme  Bürger  auf.  Kapital-Vermögen  14,670  Thlr.
Irren-Anstalt  zu  Köln.
Der  Geh.  Kommerzicnrath  Richartz  vermachte  mittelst  notariellen  Aktes ­
  vom  18.  April  1861  der  Armen-Verwaltung  in  Köln  zur  Gründung ­
  einer  städtischen  Irren-Anstalt  für  Kölnische  Leute  100,000  Thlr.
mit  der  Bedingung,  daß  diese  Anstalt  unter  weltliche  Administration
kommen  und  stets  darunter  verbleiben,  und  unter  der  Verpflichtung  der
Armen-Verwaltung,  die  Zinsen  dieses  Kapitals  zu  5  pCt.  von  seinem
Todestage  ab  10  Jahre  lang  der  Stadt  Köln  zu  dem  Zwecke  zu  überweisen, ­
  damit  dieselbe  aus  den  Zinsen  jedes  Jahr  eines  oder  mehrere
Oelgemälde  der  älteren  oder  der  neueren  Schule,  jedes  nicht  unter  dem
Preise  von  1000  Thlr.  anschaffe  und  mit  denselben  einen  zu  diesem
Ende  besonders  anzuweisenden  Saal  in  dem  von  ihm  erbauten  kölnischen ­
  Museum  ausschmücke.  S.  Museum  Wallraf-Richartz.
Irren-Anstalt  zu  Sorau.
Zweck  dieser  im  Jahr  1812  gegründeten  ständischen  Anstalt  ist  die  Kur
und  Aufbewahrung  geisteskranker  Landarmen,  so  wie  Ortsarmen,  für
welche  die  Kosten  von  der  betreffenden  Kommune  gezahlt  werden.  Zur
Unterhaltung  ist  der  Landarmen-Verband  der  Niederlausitz  verpflichtet.
Die  Anstalt  nimmt  auch  arme  Geisteskranke  des  Neumärkischen  Landarmen-Verbandes
  und  des  Land-  und  Ortsarmen-Vcrbandes  der  Stadt
Frankfurt  a.  O.  gegen  Kosten-Ersatz  auf.
Irren  Aufbewahrungs-Anstalt  zu  St.  Thomas  (bei  Andernach),
zur  Aufnahme  unheilbarer  Irren.  Die  generellen  Unterhaltungskosten
der  Anstalt  werden  von  den  Kreisen  resp.  Gemeinden  des  Landarmen-Verbandes
  des  Regierungsbezirks  Koblenz  aufgebracht;  die  speziellen
Verpflegungskostcn  der  Kranken  werden,  sofern  deren  Familien  zur  Aufbringung ­
  nicht  im  Stande  sind,  von  den  Kreisen  und  Gemeinden  getragen. ­
  '  Die  specielle  Verwaltung  wird  unter  Aufsicht  der  Negierung
zu  Koblenz  von  einer  Kommission  geführt,  welche  aus  drei  von  den
Kreis-Ständen  der  Kreise  Koblenz,  Mayen  und  Neuwied  gewählten
Abgeordneten  unter  Vorsitz  eines  von  der  Regierung  zu  ernennenden
        <pb n="336" />
        329

Mitgliedes  besteht.  Im  Jahre  1859  betrug  die  Zahl  der  verpflegten
Irren  überhaupt  217.
Irren-Bewahranstalt  zu  Greifswald,
ein  ständisches  Provinzial-Jnstitut  für  Neu-Vorpommern  und  Rügen,  in
welchem  die  Regierung  zu  Stralsund  jährlich  zwei  Freistellen  zu  vergeben
hat.  Ausnahmsweise  können  auch  Kranke  aus  Pommern  jenseits  der
Peene  aufgenommen  werden.  Die  Verwaltung  steht  dem  Kommunal-Landtage
  zu.
Jrren-Bewahr-Anstalt  zu  Brieg,
Ein  ständisches  Institut  zur  Aufnahme  von  173  Pfleglingen  beiderlei
Geschlechts.
Irren-Heil-  und  Pflege  Anstalt  in  Allenberg  (bei  Wehlau).
Die  1853  eröffnete  ständische  Anstalt  besteht  für  Geisteskranke  beiderlei ­
  Geschlechts  aus  den  Regierungsbezirken  Königsberg  und  Gumbinnen
zur  Herstellung  der  Heilbaren  (Kranken)  und  zur  Besicrung  und  Verwahrung ­
  der  gefährlichen  Unheilbaren  (Pfleglinge).  —  Normalzahl  der
Aufzunehmenden  250,  worunter  höchstens  150  Pfleglinge  sein  dürfen.
Land-  und  ortsarme  Geisteskranke  ans  Ostpreußen  genießen  in  der  Anstalt ­
  (Freistellen)  unentgeltliche  Abwartung  und  Verpflegung.  Für  gemüthskranke
  Militairs  aus  dem  Stande  der  Unteroffiziere  und  Gemeinen ­
  bestehen  zwei  Freistellen.  Die  Anstalt  hatte  1859  ein  Vermögen
von  22,600  Thlr.
Irren-Heil-  und  Pflege-Anstalt  zu  Schwetz.
Ein  am  1.  April  1855  eröffnetes  ständisches  Provinzial  -  Institut  für
Geisteskranke  beiderlei  Geschlechts  aus  den  Regierungsbezirken  Danzig
und  Marienwcrdcr  zur  Herstellung  der  Heilbaren  (Kranken)  und  zur
Bcfferung  und  Verwahrung  der  gefährlichen  Unheilbaren  (Pfleglinge).
Die  Normalzahl  der  Aufzunehmenden  ist  250.  Land-  und  ortsarme
Geisteskranke  genießen  unentgeltliche  Abwartung  und  Verpflegung  (Freistellen). ­
  Für  gemüthskrankc  Militairs  aus  dem  Stande  der  Unteroffiziere ­
  und  Gemeinen  sind  zwei  Freistellen  gegründet.
Irren  Pflege-Anstalt  zu  Buuzlau,
ein  im  Jahre  1824  zu  Plagwitz  begründetes,  1863  hierher  verlegtes
ständisches  Provinzial-Jnstitut  für  unheilbare  und  tobsüchtige  Gcmüthskranke.
  Die  Verwaltung  ist  durch  das  Reglement  vom  20.  Oktober
1863  geregelt.
Irren-Pflege-Anstalt  St.  Joseph  zu  dienst.
Ein  1858  von  der  geistl.  Genossenschaft  der  barmherzigen  Schwestern
daselbst  gegründetes  und  seitdem  geleitetes  Privat-Jnstitut  (ohne  Korporations-Rechte) ­
  zur  Aufnahme  und  Verpflegung  unheilbarer  weiblicher
Irren.  Das  Haus  enthält  32  Räume  für  die  Pfleglinge,  darunter
9  Zellen  für  Jsolirnng  der  tobsüchtigen  und  ihrer  Umgebung  gefährlichen ­
  Individuen.  Die  Wegegelder  bilden  die  Einnahme  des  Instituts.
Sie  betragen  für  Unbemittelte  120  Thlr.  jährlich.
        <pb n="337" />
        330

Irren-Pflege-  und  Heil-Anstalt  zn  Riigenwalde.
Ein  ständisches  Provinzial-Jnstitut  zunächst  für  Alt-Pommern  zur  Aufbewahrung ­
  und  Heilung  von  Geisteskranken  beiderlei  Geschlechts.  Es
werden  ausgenommen  unheilbare  unbemittelte  Kranke,  welche  gemeingefährlich ­
  oder  gänzlich  hülflos  sind;  ferner  heilbare  unbemittelte  Kranke,
bei  denen  die  Krankheit  in  der  Regel  nicht  länger  als  sechs  Monate
gedauert  hat.  Die  Anstalt  hat  120  Stellen,  welche  von  den  Regierungen ­
  zu  Stettin  und  Köslin  besetzt  werden  und  4  Militair-Freistellen.
Irren-  und  Siechen-Anstalt  zu  Stralsund,
ein  ständisches  Institut,  dessen  hauptsächliche  Bestimmung  nach  dem
Reglement  vom  20.  April  1861  dahin  geht,  solchen  Personen  aus  der
ärmeren  Klasse  der  Einwohner  von  Neu-Vorpommern  und  Rügen,
welche  entweder  an  Geistes-Zerrüttung  leiden,  und  des  freien  Gebrauchs
ihrer  Verstandskräfte  dergestalt  beraubt  sind,  daß  ihr  Zustand  für  unheilbar ­
  zu  achten  ist  und  zugleich  zur  Sicherheit  des  Publikums  gegen  Gefahr ­
  oder  Belästigung  ihre  stete  Beaufsichtigung  nöthig  macht  oder
auch  mit  einer  unheilbaren  Krankheit  behaftet  sind,  ein  Asyl  zu  gewähren, ­
  in  welchem  ihnen  gegen  Zahlung  eines  Kostgeldes  angemesienc
Verpflegung,  Wartung  und  Aufsicht  zu  Theil  wird.  Wohlhabende
können  gegen  Zahlung  eines  höheren  Kostgeldes  ebenfalls  Aufnahinc
finden  und  erhalten  die  entsprechende  bcsierc  Wohnung  und  Beköstigung.
—  „Gräflich  v.  Bohlen-Karlsburger  Stiftung",  eine  Freistelle,  von
der  Gräfin  v.  Bohlen  geb.  v.  Walsleben  ans  Niederhof  im  Jahre
1854  mit  einem  Kapital  von  1500  Thlr.  begründet.  Das  Besetzungsrccht
  steht  der  Stifterin,  resp.  ihrer  Tochter,  der  Gräfin  v.  Bismarck-Bohlen
  auf  Karlsburg  und  deren  im  Besitz  von  Karlsburg  befindlichen ­
  Erben  und  Nachkommen  zu.  —  „v.  Thun-Schlemminer  Stiftung", ­
  eine  Freistelle,  im  Jahre  1854  von  dem  General-Lieut.  a.  D.
v.  Thun  auf  Schlemmin  mit  einem  Kapital  von  1500  Thlr.  begründet. ­
  Die  Verleihung  der  Stelle  steht  dem  jedesmaligen  Besitzer  der
Schlemminer  Güter  zu.  Vgl.  Colbcrgsche  Stiftungen.
Jrren-VerpflegungS-Anstalt  zu  Berlin.
Ein  feit  1862  abgesondert  bestehendes  Institut  (Wallstraßc  55.)  znr
Unterbringung  unheilbarer  Irren.  Es  ist  im  Werke,  eine  eigene  städtische
Irren-Heilanstalt  für  350  bis  400  Irre  herzurichten,  gleichzeitig  aber
auch  ein  Jrren-Siechenhaus  für  350—400  Köpfe  zu  begründen.
Moses  Isaak,
zu  Berlin  (t  1776)  legirte  50,000  Thlr.  zur  Unterhaltung  einer  Synagoge ­
  und  einer  Anzahl  der  dieselbe  Besuchenden,  zur  Unterstützung
armer  Verwandten,  zur  Erziehung  armer  Kinder  und  zur  Ausstattung
bedürftiger  Bräute  in  der  Familie  (Lisco  S.  398).
Jseuburger  Schul-Fonds,
für  arme  Kinder  zn  Isenburg  (Kreis  Neuwied).  Kapital  2100  Thlr.
        <pb n="338" />
        331

JsingscheS  Stipendium.
von  dem  Diakonus  Ising  zu  Königsberg  für  Theologie  studircnde
Söhne  der  Diakonen  der  dortigen  Domkirche  fundirt.  Die  Verleihung
steht  dem  Magistrat  zu.
JSlairsche  Familien-Stiftung.
begründet  von  dem  Kommissionair  Joseph  J  slair  zu  Berlin  (f-1830).
Die  Zinsen  von  7400  Thlr.  sollen  an  bedürftige  Verwandte  gezahlt
werden.  Die  Stiftung  steht  unter  Aufsicht  des  Polizei-Präsidii  zu
Berlin.
Jsmerscbes  Legat,
von  der  zu  Posen  verstorbenen  Wittwe  Alma  Pauline  Is  mer,  geb.
Brückner  herrührend.  Sie  vermachte  (1859)  der  Unterstützungskasic
für  bedürftige  Leidende  in  Obcr-Salzbrnnn  1500  Thlr.
Israelitischer  Jungfrauen  Verein  zu  Pirschen.
Er  bezweckt  die  Ausstattung  von  Brauten  und  die  Beschaffung  von
Wiuterklcidung  für  arme  Kinder,  und  hat  einen  Fonds  von  200  Thlr.
Israelitischer  Verein  für  Krankenpflege  und  Beerdigung  zu  Königsberg.
Er  hat  ein  Vermögen  von  etwa  4000  Thlr.  und  reffortirt,  was  das
Begräbttiß-Wescn  betrifft,  von  dem  Vorstande  der  jüdischen  Gemeinde.
Israelitischer  Verein  zu  BraunSberg.
Sein  Zweck  ist  Pflege  und  Unterstützung  erkrankter  Mitglieder  der  jüdischen ­
  Gemeinde  und  die  rituelle  Beerdigung  Verstorbener.  Der  Verein ­
  hat  16  Mitglieder  und  einen  Fonds  von  155  Thlr.
Israelitisches  Handlungsdiener-Jnstitut  zu  Breslau,
eine  feit  1834  bestehende  Vereinigung  für  kaufmännische  Ausbildung,
Unterstützung  bedürftiger  Mitglieder  rc.  Vereins-Vermögen  3750  Thlr.
in  Effekten.
Israelitisches  Stift  zu  Königsberg,
1851  mit  Korporations-Rechten  begründet.  Es  bezweckt  die  Unterstützung
verarmter  Personen  jüdischen  Glaubens,  welche  früher  in  bcsieren  Perhältttissen
  gelebt  haben  und  durch  unverschuldete  Unglücksfälle  außer
Stand  gerathen  sind,  für  ihre  Existenz  zu  sorgen.  Die  Aufzunehmenden ­
  (4  Männer  und  2  Frauen)  müssen  50  Jahre  alt,  10  Jahre  am
Ort  ansässig  und  ^2ahre  Mitglieder  der  Stadtgcmeiudc  gewesen,  auch
unbescholten  sein.  Sie  erhalten  eine  heizbare  Stube  ohne  Möbel,  eine
Kammer  mit  einem  Hccrd  oder  einer  Vorrichtung  zum  Kochen,  ferner
Brennmaterial  und  einen  Antheil  (bis  zu  100  Thlr.)  an  den  Einkünften ­
  des  Stifts.  Verheirathete  Männer  können  nach  Umständen  ihre
Frauen  in  die  Wohnung  mit  aufnehmen.  Das  Institut  besaß  1862
einschließlich  der  Gebäude  ein  Vermögen  von  etwa  12,500  Thlr.  Damit ­
  in  Verbindung  steht  die  Sachs  sche  Stiftung  von  dem  1854  zu
Königsberg  f  Salomon  Wolfs  Sachs  begründet.  Er  hatte  dem  Stift
15,000  Thlr.  unter  der  Bedingung  zugewendet,  daß  in  demselben  eine
eigne  Abtheilung  unter  dem  Namen  „Salomon  Wolff  Sachs  und  Jo-
        <pb n="339" />
        332

Hanna  Sachs  geb.  Assur  Lewy"  gebildet  nnd  in  derselben  sechs  Stellen
mit  einem  jährlichen  Einkommen  von  je  100  Thlr.  kreirt  würden.
AsraelitischeS  Waisenhaus  zu  Königsberg.
Im  Jahre  1862  durch  freiwillige  Beiträge  und  ein  Bermächtniß  von
1000  Thlr.  begründet,  und  noch  im  Entstehen  begriffen.  Vermögen
6500  Thlr.
Israelitisches  Waisenhaus  zu  Stettin.
1854  durch  den  Rabbiner  Dr.  Weisel  begründet.  Im  Jahre  1859
betrug  das  Kapital-Vermögen  3500  Thlr.,  wozu  ein  Antheil  von  1440
Thlr.  an  dem  Rießschen  Legate  (s.  d.)  kam.
Graf  Jtzenplitzsche  Stipeudien-Stiftung.
Der  Geh.  Staatsrath,  Graf  v.  Jtzen  plitz  überwies  1819  aus  Forderungen ­
  an  den  Staat  für  Kriegsliefcrungen  einen  Fonds,  aus  welchem ­
  (1837)  zwei  Zöglingsstellen  in  der  Waisen-Versorgungs-Anstalt
zu  Klein-Glienicke  (s.  d.)  gestiftet,  und  (1839)  3000  Thlr.  zu  zwei
Freistellen  im  Schullehrer-Seminar  zu  Potsdam  (jetzt  zu  Köpenick)  bestimmt ­
  wurden.
Jtzigsche  Faiuilien-Stlftung,
von  Daniel  Jtzig  zu  Berlin  mit  22,000  Thlr.  begründet.  Die  Einkünfte ­
  sollen  für  Unterstützung  bedürftiger  Familienglieder  verwendet  werden ­
  (Lisco  S.  397).
Jtzigsche  Freischule.
Oberbaurath  Daniel  Jtzig  zu  Berlin  begründete  1777  eine  Freischulc
mit  der  Bestimmung,  armen  Kindern  neben  dem  Unterricht  in  der  jüdischen ­
  Religion  und  im  Hebräischen  vorzüglich  diejenigen  Kenntnisse
und  Fertigkeiten  zu  verschaffen,  welche  zu  ihrem  Fortkommen  im  bürgerlichen ­
  Leben  erforderlich  scheinen.  Er  schenkte  dem  Institut  nach
find  nach  1500  Thlr.  1826  sind  die  Fonds  und  Schüler  des  Instituts ­
  mit  der  jüdischen  Gemeinde-Knabenschule  (s.  d.)  vereinigt.

Necha  Jtzigsche  Stiftung,

Recha  Jtzig  zu  Berlin  (f  1841)  bestimmte  ihren  Nachlast  (61,000  Thlr.)
zum  größten  Theil  zu  einem  Familien-Vermächtniß.  Die  Zinsen  sollen
'ur  Unterstützung  der  Verwandten,  ohne  Unterschied  des  Grades,  blos
nach  Maßgabe  der  wirklichen  Hülfsbedürftigkcit  und  vorzüglich  ihrer
Würdigkeit  verwendet  werden.  Ist  kein  Mitglied  der  Familie  mehr
vorbanden,  so  soll  das  Kapital  zur  Errichtung  eines  Hospitals  für  Bekenner ­
  des  jüdischen  Glaubens  beiderlei  Geschlechts  verwendet  werden.
(Lisco  S.  399.)
Jubel-Stiftung  von  Kommilitonen  der  Breslauer  Universität,

1361  bei  Gelegenheit  der  50  jährigen  Jubelfeier  der  Universität  Breslau ­
  begründet.  Der  Kapital-Stock  (2500  und  1000  Thlr.)  soll  so
lange  aufgesammelt  und  vermehrt  werden,  bis  jährlich  300  Thlr.  Atusen ­
  erwachsen.  Gleichermaßen  soll  künftig  bei  etwa  eintretenden  Vakanzen ­
  die  Ansammlung  der  Zinsen  stattfinden.  Der  akademische  Senat
        <pb n="340" />
        333
hat  die  Verleihung;  sie  erfolgt  an  junge  Leute,  welche  bereits  1  Jahr
an  der  Universität  Breslau  studiren  und  von  denen  bereits  wiffenschaftliche
  Leistungen  vorliegen.
Jüdische  Aussteuer-Stiftung  zu  Dentsch-Eylau.
Von  dem  t  Kaspar  Laaser  Stein  und  dessen  Ehefrau  Kos  che  geb.
Joachim  1847  durch  Ueberwcisung  mehrerer  Wohnhäuser  und  Grundstücke ­
  im  Werthe  von  etwa  1100  Thlr.  gestiftet,  welche  vom  Magistrat
verwaltet  und  deren  Revenüen-Uebcrschüste  zur  Ausstattung  armer  jüdischer ­
  Mädchen  zunächst  aus  den  Familien  der  Erblasser,  wenn  diese
aber  ausgestorben  sein  sollten,  armer  in  Dentsch-Eylau  geborner  Mädchen ­
  aus  andern  jüdischen  Familien  verwendet  werden  sollen.
Jüdische  Gemeinde  Knaben-Schule  zu  Berlin.
Ein  altes  Institut,  in  einem  1862  neu  erbauten  Hause  der  Großen
Hamburger  Straße,  das  den  armen  Schülern  freien  Unterricht,  Bücher,
Kleidungsstücke  rc.  gewährt.  Die  Anstalt  nimmt  etwa  3200  Thlr.  Schulgeld ­
  ein  und  erhält  4000  Thlr.  Zuschuß  von  der  jüdischen  Gemeinde.
Vgl.  Itzigschc  Frcischule,  Talmud-Thora-Jnstitut,  Talmud-Verein  rc.
Jüdische  Gemeinde-Töchter  Schule  zn  Berlin.
Sie  ist  1835  begründet  und  besteht  aus  sechs  Klaffen  mit  etwa  300
Schülerinnen,  die  zum  Theil  ein  geringes,  zum  Theil  gar  kein  Schulgeld ­
  zahlen.  Mehrere  Frauen  der  jüdischen  Gemeinde  sind,  besonders
zur  Beaufsichtigung  der  weiblichen  Handarbeiten,  als  Ehrcnfrauen  wirksam, ­
  besuchen  abwechselnd  den  Unterricht  und  liefern  den  ärmeren  Schülerinnen ­
  Materialien  zu  den  Handarbeiten,  wie  denn  auch  Beiträge  von
Wohlthätern  nicht  fehlen,  um  fleißigen  Schülerinnen  Prämien  und  abgehenden ­
  Schülerinnen  Unterstützungen  zu  gewähren.  Die  1841  t
Rechn  Jtzig  vermachte  der  Schule,  insoweit  diese  als  Armen-Schulc
zu  betrachten,  für  die  Dauer  ihres  Bestehens  eine  Jahresrente  von
100  Thlr.  Wittwe  Sara  Levy  geb.  Jtzig  (+  1854)  lcgirte  1000Thlr.
Jüdische  «rankenverpflegung»-  und  Beerdigung«  Gesellschaft  (Chchra  KadilUcha)
zu  Breslau.
1725  unter  dem  Namen  „Krankenbesuchs-  und  KrankenverpflegungsAnstalt" ­
  gestiftet,  bezweckt  sie  trostende  Besuche  der  an  körperlichen  Gebrechen ­
  leidenden  Personen  ohne  Unterschied  des  Standes  und  Geschlechts;
geistliche  und  leibliche  Pflege  armer  Kranken,  Beerdigung  der  Verstorbenen, ­
  bei  Armen  auf  Kosten  der  Stiftung.  Die  Gesellschaft  hat  1864
neue  Statuten  erhalten;  der  Legaten-Fonds  beträgt  etwa  80,000  Thlr.,
das  jährliche  Bedürfniß  17—18,000  Thlr.  Vgl.  Epstein,  Fränkel,
Friedenthal  rc.
Jüdische  Waisen  Anstalt  zu  Posen,
begründet  zu  End»  1835  mit  Hülfe  einer  Schenkung  der  Stadtgemeinde
Posen  von  2000  Thlr.,  zum  Andenken  an  die  der  Stadt  verliehene
Städte-Ordnung  von  der  Stadtverordneten-Versammlung  am  8.  Dec.
1833  beschlossen.  Die  Zinsen  des  Kapitals  werden  mit  jährlich  100
Thlr.  aus  der  Kämmerei-Kaffe  gezahlt.  Die  Anstalt  erhielt  ferner  eine
        <pb n="341" />
        334

Schenkung  des  Freiherrn  v.  Kokt  Witz  (1836)  von  5000  Thlr.  ;  ein
Vermächtnis;  von  Jakob  Leiser  Plock  (t  1842)  und  seiner  Ehegattin
Jette  geb.  Basch  (t  1844)  bestehend  in  einer  jährlichen  Rente  von
50  Thlr.,  welche  jedoch  der  jüdischen  Waisenmädchen-Anstalt  zufallen
soll,  sobald  eine  solche  am  Ort  errichtet  würde;  ein  Vermächtnis;  von
Bonnheim  Senator  zu  Gncsen  (t  1849)  bestehend  in  einer  jährlichen
Rente  von  100  Thlr.,  und  einen  Antheil  an  dem  Vermächtnis;  von  Rieß
(s.  d.)  mit  1440  Thlr.  Die  Anstalt  erhielt  (1845)  KorporationsRechte. ­

Jüdische  Waisen  VerpflegnngS-Anstalt  zu  Breslau,
aus  einem  Hanse  für  Knaben  und  einem  für  Mädchen  bestehend.  Das
erstere  wurde  im  Jahre  1805  von  Menschenfreunden  begründet,  das
andere  in  den  Zwanziger  Jahren  von  einem  Fraucn-Verein.  Kinder,
die  nur  mutterlos  sind,  werden  nicht  angenommen.  Die  Aufnahme
erfolgt  im  Alter  von  5,  die  Entlassung  im  Alter  von  13  Jahren.
Die  Eltern  müssen  am  Ort  ansäßig  und  wenigstens  3  Jahre  Bürger
gewesen  sein.  Die  Anstalt  hat  Waisenväter  und  Waisenmütter.  Die
Einkünfte  bestehen  in  den  Zinsen  der  vorhandenen  Fonds  und  in  freiwilligen ­
  Beiträgen  von  (wenigstens)  2  .s  Thlr.  jährlich.  Bei  der  Entlassung
werden  die  Kinder  möglichst  im  Gesiudedienst  oder  in  der  Lehre  untergebracht. ­
  1840  befanden  sich  21  Waisen  in  der  Anstalt;  das  Knaben
haus  hatte  ein  Vermögen  von  10,500  Thlr.,  daS  Mädchenhaus  ein
solches  von  2600  Thlr.  1841  erhielt  die  Anstalt  die  beschränkten
Korporations-Rechte  und  1859  betrug  der  Kapital-Fonds  26,000  Th'lr.
Vgl.  Fränkel,  Guttentag,  Rieß,  Rother  rc.
Jüdischer  Krankenpflege-  und  Beerdigungö-Berein  zu  Elbing.
Besteht  seit  Anfang  dieses  Jahrhunderts.  Die  Mitglieder  betrachten  es
als  eine  Uebung  frommer  Pflicht,  jüdischen  Kranken,  ohne  Unterschied
der  Person  und  des  Verniögens,  bis  zu  ihrer  letzten  Stunde  Pflege
und  Beistand  zu  leisten,  sowie  die  Todten  nach  vorgängiger  Reinigung
und  Ankleidung  nach  rituellem  Gebrauche  zu  beerdigen.  Der  Verein
bezieht  3  Thlr.  von  jeder  Trauung,  3  Thlr.  für  jede  Grabstelle  und
3  Thlr.  für  Ertheilung  des  Rechts,  einen  Leichenstein  setzen  zu  dürfen; ­
  50  Thlr.  für  die  Reservirung  einer  bestimmten  Grabstelle  und
25  Thlr.  für  jede  weitere  Grabstclle,  deren  Reservirung  verlangt  wird;
50  Thlr.  für  Ertheilung  des  Rechts,  eins  oder  mehrere  Gräber  mit
einem  Gitter  zu  umschließen;  u.  s.  w.
Jüdischer  Krankenpflege-  und  Beerdign,,gs-Verein  zu  M.  Friedland.
Eine  alte  Gesellschaft,  deren  Einnahme  aus  einer  Abgabe  von  Trauungen, ­
  Beerdigungen,  für  Grabstellen  u.  s.  w.  besteht.
Jüdischer  Wohlthätigkeilö-BefördernngS  Verein  „Schocherci  Hatow."
Ein  alter  Berliner  Lokal-Verein,  dessen  Mitglieder  ein  eigenes  Bethaus ­
  (Neue  Friedrichsstraße  22./23.),  eingeweiht  1861,  besitzen.
Jüdisches  Krankenhaus  zu  Berlin.
In  seiner  ersten  Begründung  aus  dem  Jahre  1703  stammend,  seit
        <pb n="342" />
        335

1858  verlegt,  neu  hergestellt,  erweitert  und  auf  100  Betten  berechnet.
Die  Anstalt  hatte  sich  zum  Zweck  ihrer  neuen  Organisation  bedeutender
Bcrmächtlttsie,  Zuwendungen  und  Beiträge  von  Sara  Levy,  Meyer
Magnus,  Leonor  Reichenheim,  A.  Mendelssohn,  A.  Reichenheiin,
  E.  Wal  deck  u.  A.  zu  erfreuen.  Ruben  Marcus  (ş  1843)
setzte  jährlich  100  Thlr.  für  solche  Kranke  aus,  die  fremden  Kommunen
angehören,  wenn  letztere  zur  Unterhaltung  der  Kranken  nicht  im  Stande
sind.  Weid  has  stiftete  (1859)  durch  Ueberweisung  von  1000  Thlr
ein  Krankenbett.  Kammerhcrr  Frhr.  Ferd.  Martin  Y  R  a  st  ru  München ­
  schenkte  (1862)  5600  Thlr.  in  Papieren.  Das  aus  dem  Vermögen ­
  des  Instituts  nicht  zu  befriedigende  Bedürfniß  wird  durch  Zuschüsse ­
  der  jüdischen  Gemeinde  gedeckt.  Vgl.  Goldschmidt.
Jüdisches  Kranken-  und  Siecbenhaus  zu  Lista.
Von  dem  aus  Lista  gebürtigen  Kaufmann  Joseph  Woll  heim  zu  Triest
mit  einem  Kostenauswande  von  mehr  als  5000  Thlr.  hergestellt  und
1859  eingeweiht.  Der  Stifter  wollte  sowohl  die  leidende  Armuth  seiner ­
  Vaterstadt  und  seiner  dortigen  Glaubcnsgenosten  mildern,  als  auch
das  Andenken  seines,  einige  Jahre  früher  in  Triest  verstorbenen  Bruders ­
  Salomon  Woll  heim  ehren.  Die  vom  Stifter  mit  noch  5000
Thlr.  dotirte  Anstalt  wird  unter  Oberaufsicht  des  Magistrats  von  einem
Kuratorium  verwaltet  und  die  Stiftungs-Urkunde  enthält  die  Bitte,
daß  am  Todestage  des  Salomo»  Woll  heim,  der  Eltern  und  Angehörigen, ­
  sowie  dereinst  am  Todestage  des  Stifters  jährlich  die  'am
Gedenktage  Verstorbener  üblichen  Gebete  gesprochen  werden  möchten.
Jüdische«  Waisenhaus  zu  Danzig.
von  dem  Kaufmann  Sc  mon  zu  London  durch  Ueberweisung  eines
Kapitals  von  10,000  Thlr.  im  Jahre  1857  begründet.
Jüdisches  Waisenhaus  zu  Guttentag.
von  der  1855  verstorbenen  Wittwe  Johanna  Fried  l  ändcr,  geb.
Schöuwald  zu  Leobschütz  für  Knaben  und  Mädchen  gegründet.'  Sie
bestimmte,  daß  in  dem  Waisenhause  zwei  Theile  von  ihren  Verwandten,
und  ein  Theil  von  den  Verwandten  ihres  verstorbenen  Ehemannes
Julius  Fri  ed  lander,  unentgeltliche  Erziehung  und  Verpflegung  erhalten ­
  sollen.  Dotation  18,000  Thlr.
Jüdisches  Waisenhaus  zu  Paderborn.
Die  Bestimmung  dieses  auf  Anregung  von  Fanny  Nathan  begründeten ­
  Instituts  ist,  jüdische  Waisenkinder  beiderlei  Geschlechts,  zunächst
aus  der  Provinz  West  pH  al  en  unentgeltlich  zu  verpflegen,  zu  erziehen, ­
  ihren  leiblichen  und  geistigen  Bedürfnissen  abzuhelfen,  die  verlorenen ­
  Eltern  ihnen  zu  ersetzen,  oder  den  Verlust  derselben  ihnen  so
wenig  als  möglich  fühlbar  zu  machen.  An  Beiträgen  zur  Gründung
und  Erhaltung  der  Anstalt  waren  2900  Thlr.  gezeichnet;  1857  war
ein  Vermögen  von  5000  Thlr.  vorhanden;  1859  hat  die  Anstalt  ihre
Wirksamkeit  auf  die  Rhein-Provinz  ausgedehnt;  1860  wurde  ihr
ein  Antheil  an  dem  Rießschen  Legat  (s.  d.)  überwiesen.
        <pb n="343" />
        336

Jüdisch  theologisches  Seminar  zu  Breslau.
Zu  den  Jonas  Fränkelschen  Stiftungen  gehörig,  bezweckt  cs  die
Heranbildung  von  Rabbinern  und  Lehrern.  Die  Anstalt  hat  beschränkte
Korporations-Rechte  und  eine  Dotation  von  100,000  Thlr.  ;  außerdem
sind  3000  Thlr.  zur  Begründung  eines  Pensions-Fonds  für  die  Lehrer
bestimmt.  Zöglinge  aus  Breslau  erhalten  50  Thlr.  Stipendien  jährlich, ­
  für  auswärtige  sind  5000  Thlr.  zur  Gründung  von  Freitischen
oder  Stipendien  bestimmt.  Auch  bestehen  zwei  Beersche  Stipendien
à  50  Thlr.  Der  Kursus  ist  ein  siebenjähriger  und  der  Unterricht
unentgeltlich.
Jünglings  Verein  zu  Frankfurt  n.  O.
Derselbe  ist  im  Jahre  1855  begründet.  Im  Interesse  der  Mitglieder
wird  Unterricht  in  der  deutschen  Sprache,  im  Rechnen,  im  Gesänge
und  im  Zeichnen  ertheilt;  außerdem  werden  auch  regelmäßig  geschichtliche ­
  Vorträge  gehalten.  Seit  1863  besitzt  der  Verein  ein  eigenes
Haus,  die  „Herberge  zur  Heimat"  genannt.
Gräflich  JulianscheS  Legat.
Die  Einkünfte  bestehen  in  jährlich  12  Thlr.,  die  ans  Frankenhausen
gezahlt  und  unter  0  tirine  Wittwen  der  Stadt  Kelbra  (Grafschaft
Roßla)  vertheilt  werden.
Bernhardine  I  u  n  f  er  m  a  nn,
geb.  Prott,  Wittwe  eines  Buchhändlers  (t  1839)  vermachte  mehreren ­
  öffentlichen  Anstalten  und  Korporationen  zu  Paderborn  Legate  zum
Betrage  von  15,786  Thlr.  einschließlich  1600  Thlr.  Gold.  Die  Vcrmächtnisie
  waren  bestimmt:  für  die  Kaplanei  der  Marktkirche  2100
Thlr.;  zur  Ausstattung  für  arme  Seminar-Priester  s.  Seminarinm
Theodorianum)  3000  Thlr.  ;  für  das  Civil-Krankenhans,  so  lange  cs
von  barmherzigen  Schwestern  bedient  wird  1010.  Thlr.;  für  das
katholische  Waisenhaus  1010}  Thlr.  ;  für  die  Knabcn-Freischule  2610'
Thlr.;  für  die  Mädchen-Frcischule  1670}  Thlr.
Jung  scher  Unterstützungs-Fonds,
für'  hülfsbedürftigc  Wittwen  von  Regierungs-Sekretaircn  in  Breslau.
Lctztwillig  begründet  mit  1000  Thlr.  Kapital  von  dem  Ockonomen
Karl  Christian  Wilhelm  Jung  (t  1838).  Die  Verwaltung  des  Fonds
steht  dem  Ober-Präsidenten  zu.
Jung  sches  Wittwenhaus,
zur  Aufnahme  alter  und  armer  Wittwen  evang.  Konfession  der  Stadt
Erfurt;  es  wird  auf  Kosten  der  Stadt-Armenkasie  erhalten.
Stiftung  Jungedlo  dt  zu  Münster.
Mitte  des  vorigen  Jahrhunderts  zur  Unterstützung  der  Nothleidàden
begründet,  hat  sie  45,000  Thlr.  Kapital.  Die  Zinsen  werden  zu  }
zu  den  allgemeinen  Unterstützungen  (s.  General-Armcn-Fonds)  verwendet, ­
  }  soll'  jährlich  der  Substanz  zuwachsen.
        <pb n="344" />
        337

JungfrauewStiftung  zu  Halle.
Sie  hat  den  Zweck,  dort  gcborne  und  wohnhafte  hülfsbedürftiac
Frauens-Pcrsonen  zu  unterstützen,  welche  elternlos,  unverheirathct  und
œSSSS
Jungfrauen-Verein  zu  Sal,Wedel
mit  -u
Jungnitzscher  Stipendien-Fonds  zu  Breslau,
von  dem  Kanonikus  und  Professor  Jungnitz  1830  mit  20O0Thlr
lctztwillig  begründet  zu  zwei  Stipendien  für  katholische  Theoloacn
Die  Stipendien  à  50  Thlr.  jährlich  sollen  auf  2\  Jahre,  vom  zweiten
Semester  ab,  verliehen  werden.  Katholische  Verwandte  des  Stifters
bis  zum  sechsten  Grade  einschließlich  haben  den  Vorzug.  Dr.  Jungnitz
  legirte  ferner  1000  Thlr..zu  einem  Stipendium  für  Studirende
des  höheren  Lehramts.  Dieses  Stipendium  à  50  Thlr.  soll  auf  zwei
Jahre,  die  letzten  des  Trienni!,  bewilligt  werden,  und  zwischen  Evangelischen ­
  und  Katholischen  alterniren.  '  Die  katholisch-theologische  Fakultät ­
  hat  die  Kollation  und  Verwaltung  beider  Fonds.
Justiz-Officianten-Wittwenkasse,
verwaltet  beim  Justiz-Ministerium,  hatte  nach  dem  Staatshaushalts-Etat
  für  1860  in  Einnahme  11,074  Thlr.  und  in  Ausgabe  die  gleiche
-summe.  Sie  ijt  170!)  begründet  und  bezieht  ihre  Einnahmen  aus  gewlşien
  Einkünften  der  Justiz-Kollegien,  aus  Beiträgen  der  Feuerversicherungs-Gesellschaft ­
  „Eolonia"  u.  s.  w.  Nach  d'er  Eabincts-Ordre
vom  10.  Januar  1862  ist  der  Justiz-Minister  ermächtigt,  den  Wittwen
wohlvcrdlcnter  Justizbcamten  im  Falle  der  Bedürftigkeit  jährliche  Pensionen ­
  oder  fortlaufende  Unterstützungen  zu  bewilligen  und  zwar  1)  den
Wittwen  der  Räthe  des  Justiz-Ministeriums,  den  Wittwen  der  Präsidenten ­
  und  Räthe  des  Ober-Tribunals  und  der  übrigen  richterlichen
Beamten,  sowie  den  Wittwen  der  Beamten  der  Staatsanwaltschaft  bis
ans  Höhe  von  200  Thlr.;  2)  den  Wittwen  der  höheren  Subaltern-Beamten
  bis  auf  Höhe  von  150  Thlr.;  3)  den  Wittwen  der  niederen
Subaltern-Bcamtcn  bis  auf  Höhe  von  100  Thlr.,  den  Wittwen  der
Dlatanen  bis  auf  Höhe  von  60  Thlr.  zu  bewilligen,  eine  gleiche
Berhulfe  nod)  E  e  finden  der  Umstände  auch  den  Kindern  der  vorgenannten ­
  Beamten  zur  Erziehung  und  bis  sie  sich  selbst  unterhalten
können,  anzuweisen.  Zur  Gewährung  höherer  Pensionen,  sowie  zur
Bewilligung  von  Pensionen  an  Wittwen  und  Kinder  bet  Unterbcamten
und  Rechtsanwälte  ist  die  Königl.  Genehmigung  erforderlich.  In  bcsonderen
  Fällen  können  den  bedürftigen  Wittwen  verstorbener  Justiz-Beamten
  außerordentliche  Unterstützungen  bis  auf  Höhe  von  100  Thlr.
aus  der  Justiz-Officiantcn-Wittwenkasse  bewilligt  werden.
Prniß.  Landbuch.  22
        <pb n="345" />
        338

Jvensche  Armen-Stiftung  zu  Bonn,
von  dem  Dom-Kapitular  Jvcn  in  Köln,  früheren  Oberpfarrcr  in  Bonn,
bei  der  Armen-Berwaltung  in  Bonn  mit  1100  Thlr.  begründet.  Der
Ertrag  soll  zu  einem  Stipendium  für  einen  dürftigen  und  würdigen
Jüngling  aus  Bonn,  der  sich  dem  katholisch-geistlichen  Stande  widmet, ­
  während  der  drei  Universitäts-Jahre,  der  Mehrbetrag  aber,  wenn
der  Fonds  durch  die  spater  mit  }  zu  leistenden  Rückzahlungen  anwächst,
zum  Besten  der  Armen  der  Stadt  verwendet  werden.  Ferner  machte
Jven  (1838)  sich  verbindlich,  ein  ihm  gehöriges  Hans  im  Werthe
von  etwa  1800  Thlr.  und  ein  Kapital  von  2500  Thlr.  nach  seinem
Tode  der  Armen-Berwaltung  in  Köln  zu  überweisen.  Die  Zinsen
des  Kapitals  sollen  hauptsächlich  zur  Unterstützung  armer  Kinder  mit
Schulbüchern  und  Kleidung  in  der  Schule  zu  Nid  eggen  und  in  dem
Kloster  der  Ursulinerinnen  zu  Köln,  ferner  zur  Unterstützung  der
Taubstummen-Anstalt  in  Köln,  und  endlich  zu  milden  Gaben  an  Haus-Arme
  bei  Plötzlich  eintretender  Arbeits-Unfähigkeit  verwendet  werden.

Kadettenhans  zu  Berlin.
Eine  Militair-Schnle  oder  vielmehr  Erziehungs-Anstalt,  die  im  Jahre
1653  von  dem  großen  Kurfürsten  als  „Ritter-Akademie"  zu  Kolberg
begründet,  1717  nach  Berlin  verlegt  und  dort  zur  Kadetten-Anstalt
erweitert  wurde.  Diese  steht  in  Berbindung  mit  den  Provinzial-Anstalten
  in  Kulm,  Potsdam,  Wahlstatt  und  Bensbcrg  und  die  Aufnahme-Bestimmungen ­
  vom  26.  Februar  1857  besagen  Folgendes:  Das
Kadetten-Korps  besteht  a)  aus  den  Anstalten  zu  Kulin,  Potsdam,  Wahlstatt ­
  Nlid  Beusberg  mit  dem  Lehrpläne  der  unteren  und  mittleren  Klassen
eines  Gymnasiums  für  Zöglinge  in  dein  Alter  von  11  bis  15  Jahren
und  b)  aus  dem  Kadettenhause  zu  Berlin  mit  dem  Lehrplan  der  oberen ­
  Klassen  eines  Gymnasiums  und  einer  Seleeta,  in  welcher  die  unmittelbare ­
  Berufsbildung  beginnt,  für  Zöglinge  zwischen  15  uub  18
Jahren.  Das  Kadetten-Korps  enthält  etatsmäßige  Königliche  Stellen
und  gewährt  auch  außerdem  Penstonairen  Ausnahme.  Die  Zöglinge
beider  Kategorien  erhalten  Unterhalt,  Bekleidung,  Erziehung  und  Unterricht. ­
  Sie  werden  nach  Beendigung  der  Unterrichtskurse,  je  nach  dem
Grade  ihrer  Kenntnisse  und  Führung,  dem  Könige  zur  Einstellung  in
das  Heer  entweder  als  Offiziere,  als  Portepee-Fähnriche  oder  als  Gemeine ­
  in  Vorschlag  gebracht.  _1)  Zur  Aufnahme  der  etatsmäßigen
Kadetten  ist  die  Anzahl  von  720  Stellen  bestimmt,  von  denen  240
mit  einem  jährlichen  Erziehungs-Beiträge  von  30  Thlr.,  240  mit
einem  jährlichen  Erziehungs-Beitrage  von  60  Thlr.  und  240  mit
einem  jährlichen  Erziehungs-Beiträge  von  100  Thlr.  verbunden  sind.
2)  Als  Pensionaire  können  so  viele  Zöglinge  aufgenommen  werden,  als
die  Räumlichkeiten  nach  erfolgter  Aufnahme  von  720  etatsmäßigen  Kadetten ­
  zulassen.  Jährliche  Pension  200  Thlr.  Ausländer  können  nur,
wenn  ihre  Aufnahme  ohne  Beeinträchtigung  der  Inländer  möglich  ist,
auf  Grund  einer  besonderen  K.  Genehmigung  und  gegen  Zahlung  einer
        <pb n="346" />
        339

Pension  von  300  Thlr.  aufgenommen  werden.  Zur  Zahlung  der
Pension  tritt  für  beide  vorgedachten  Kategorien  noch"  die  Verpflichtung
zur  Tragung  der  Kosten  für  die  Leibwäsche,  Schulbücher,  Schreib-  und
Zeichen-Materialien,  wofür  eine  Aversional-Summe  von  jährlich  24
Thlr.  zu  zahlen  ist.  3)  Für  die  Söhne  solcher  aktiven  unbemittelten
Offiziere  des  stehenden  Heeres,  welche  eine  Berechtigung  für  etatsmäßige ­
  Stellen  nicht  haben,  kann  auf  Grund  der  Kabinets-Ordre  vom
l.  Februar  1855  die  Pension  von  200  Thlr.  auf  150  Thlr.  ermäßigt
werden.  Für  alle  aufzunehmenden  Zöglinge  besteht  die  Bedingung,
daß  sie  einer  legitimen  Ehe  entsprossen  sind,  und  für  die  Söhne  der
Offiziere  des  stehenden  Heeres  außerdem  die  Bedingung,  daß  diese  Ehe
schon  während  der  aktiven  Dienstzeit  der  Bäter  bestanden  hat.  Zur
Theilnahme  an  -cm  wissenschaftlichen  Unterrichte  der  verschiedenen  Provinzial-Kadettenhäuscr
  können,  soweit  dies  ihre  Räumlichkeiten  gestatten,
auch  Hospitanten,  insofern  dieselben  das  10te  Jahr  erreicht  und  das
14te  Jahr  noch  nicht  überschritten  haben,  gegen  Entrichtung  eines  jährlichen ­
  Schulgeldes  von  20  Thlr.  für  jeden  zugelassen  werden.  Zufolge ­
  Kabinets-Ordre  vom  10.  September  1864  kann  die  Aufnahme
der  etatsmäßigen  Kadetten  bereits  mit  dem  vollendeten  lOtcn  Lebensjahre ­
  stattfinden;  Pensionaire  dürfen  dagegen,  wie  ctatsmäßige  Kadetten, ­
  nur  bis  zu  dem  vollendeten  15ten  und  nicht  mehr  bis  zu  dem
vollendeten  1  Oten  Lebensjahre  aufgenommen  werden.  Im  Jahre  1800
belief  sich  die  Zahl  der  Kadetten  im  Ganzen  auf  1258,  darunter  899
von  Adel,  541  Pensionaire  und  67  katholischer  Konfession.  Es  bestehen ­
  mehrere  Stiftungen  zu  Gunsten  der  austretenden  Zöglinge  bei
ihrer  Equipiruug  als  Offiziere  (s.  v.  Lingelsheim,  v.  Stutterheim,
v.  Zicgenhorn),  auch  ein  Königlicher  Fonds  für  denselben  Zweck.
Amalie  Instine  Ķagel,
zu  Berlin  (t  1841),  begründete  mit  etwa  3600  Thlr.  eine  Stiftung,
aus  welcher  unbescholtene  unvcrhcirathctc  Frauenzimmer  unterstützt  werden ­
  sollen.  Die  Stiftung  wird  von  dem  Stadtgerichte  verwaltet.
Noch  vermachte  die  rc.  Kagcl  dem  Bürgcrrcttnngs-Jnstitut,  indem  sic
dasselbe  dem  von  ihr  ernannten  Universalerben  substituirte,  eine  Summe
von  4029  Thlr.
Kahlertsches  Stipendium,
von  Adelheid  Kahlert  zu  Breslau  (1804)  bei  dortiger  Universität
gestiftet.  Der  Fonds  beträgt  6000  Thlr.  und  sollen  'die  Zinsen  an
einen  Philologen  in  höheren  Semestern  als  Stipendium  vergeben  werden. ­
  Die  Verleihung  steht  der  philosophischen  Fakultät  zu.  —  Vgl.
Wuttstersche  Stiftung.
v.  Kameckesche  Stipendien.
Eine  alte  Stiftung  zu  Stolp,  deren  Fonds  Anfang  dieses  Jahrhunderts
600  Thlr.  betrug.  Die  Zinsen  sollen  zur  Hälfte  an  einen  adeligen,
zur  Hälfte  an  einen  bürgerlichen  Studirenden  gelangen.  Die  Verwaltung
des  Fonds  hat  der  Magistrat.

22*
        <pb n="347" />
        Kamsdorfer  Bergbau-Hitlfskaste
zu  Groß-Kamsdorf  (Ziegenrück).  Bethciligt  an  dieser  Kaste  sind  die
sämmtlichen  verliehenen  und  noch  zu  verleihenden,  incl.  der  fristenden
Bergwerke  des  Kreises  Ziegenrück  mit  Ausschluß  der  Voigtländischen
vier  Enclaven,  ohne  Rücksicht  darauf,  ob  die  Besitzer  dieser  Werke  einen
Beitrag  zu  der  Kasse  geleistet  haben  oder  nicht.  Das  Kapital  und  der
Ertrag  desselben  wird  zur  Hebung  und  Beförderung  des  Bergbaues,
sowie  zur  Unterstützung  solcher  Anlagen  und  Unternehmungen  verwendet, ­
  welche  allen  oder  mehreren  Bctheiligten  zum  Vortheil  gereichen.
Namentlich  sollen  daraus  die  nach  dem  Statut  vom  7.  Dezember  1861
ans  die  betheiligten  Werke  fallenden  Beiträge  zur  Kaste  der  Eislebener
Bergschule  gezahlt,  Unterstützungen  an  würdige  Bergschüler  sowohl  während ­
  ihres  Aufenthalts  auf  der  Schule,  als  nachher  zu  ihrer  weiteren
Ausbildung  gewährt,  die  Kosten  der  Unterhaltung  der  Kamsdorfer  bergmännischen ­
  Vorschule  bestritten,  die  gewerkschaftliche  Bibliothek  und
Probir-Anstalt  unterhalten,  resp.  erweitert  werden.  Ferner  können,
wenn  der  jährliche  Zinsen-Betrag  es  gestattet,  Beiträge  zur  Unterstützung ­
  des  bergmännischen  Musik-  und  Gesang-Korps,  zur  Feier  von
Knappschaftsfestcn  und  dergl.  geleistet  werden.  Endlich  können  aus
dem  Vermögen  der  Kaffe  (13,500  Thlr.)  unverzinsliche  Vorschüsse  an
die  Eigenthümer  der  an  dem  Institute  betheiligten  Werke  behufs  Ausführung ­
  größerer  Betriebs-Ausführungen  und  nützlicher  bergbaulicher
Anlagen  gewährt  werden,  jedoch  mit  der  Maßgabe,  daß  das  zinstragende ­
  Vermögen  des  Instituts  nie  bis  unter  8000  Thlr.  vermindert
wird.  Die  Bedingungen,  unter  denen  dergleichen  Vorschüße  gegeben
werden,  die  Art  der  Sicherstellung  und  der  Modus  der  Rückzahlung
bleibt  für  jeden  einzelnen  Fall  der  Bestimmung  der  Interessenten  überlasten. ­
  Fällt  ein  bctheiligtcs  Werk  ins  Freie,  und  wird  binnen  zehn
Jahren  anderweit  verliehen,  so  erlangt  dasselbe  nur  dann  wieder  Antheil ­
  an  dem  Institut,  wenn  die  beliehcne  Gewerkschaft  die  bei  dem
Auflässigwerden  etwa  unerstattet  gebliebenen  und  nicht  bcizutreiben  gewesenen ­
  Vorschüsse  an  die  Kasse  entrichtet.  Eine  Erhebung  von  Beiträgen ­
  zur  Bergbau-Hülfskasse  findet  nicht  statt.  Die  Aufsicht  des
Staates  über  die  Verwaltung  der  Bergbau-Hülsskasse  führt  das  Königl.
Ober-Bergamt  zu  Halle.
Kandidaten-Konvikt  zu  Magdeburg,
am  1.  Oktober  1857  bei  dem  Pädagogium  des  Klosters  U.  L.  Fr.  eröffnet ­
  und  aus  dessen  Fonds  unterhalten.  Das  Institut  ist  eine  Bildungsschule ­
  für  Lehrer  und  soll  zur  Beseitigung  des  Mangels  an  theologisch ­
  gebildeten  Gymnasiallehrern  beitragen.  Die  Zahl  der  Kandidaten ­
  ist  vorläufig  auf  drei  beschränkt;  sie  müßen  daö  erste  theologische
Examen  gut  bestanden  haben.  Der  Aufenthalt  im  Konvikt  dauert
1—2  Jahre.  Besteht  ein  Kandidat  während  oder  nach  dieser  Zeit  die
Prüfung  pro  facúltate  docendi,  so  wird  ihm  auf  Grund  eines  günstigen, ­
  von  dem  Direktor  des  Pädagogiums  und  dem  geistlichen  Inspektor ­
  ausgestellten  Zeugnisses  über  seine  pädagogische  und  didaktische
        <pb n="348" />
        341

Befähigung  die  Ableistung  eines  Probejahrs  crlasicn.  Die  Beschäftigung ­
  der  Kandidaten  besteht  in  theologischen,  philologischen  und  solchen
allgemein  wiffenschaftlichen  Studien,  welche  Beziehung  zu  der  Aufgabe
des  Unterrichts  und  der  Erziehung  haben,  außerdem  in  praktischen
Uebungen.  Die  Kandidaten  erhalten  freie  Wohnung,  Heizung,  Mittags ­
  und  Abends  Beköstigung  am  Alumnen-Tisch,  theilweise  Aufwartung ­
  und  eine  Gelduntcrstützung  von  monatlich  je  8  Thlr.  10  Sgr.
Ueber  die  Aufnahme  der  Bewerber  entscheidet  das  Provinzial-Schul-Kollegium.

Kann,
katholischer  Pfarrer  zu  Nemmenich  (Euskirchen),  vermachte  (1864)  dem
Berwaltungs-Rathe  der  Studien-Stiftungen  zu  Köln  ein  Grundstück
im  Werthe  von  3360  Thlr.  zu  einem  Familien-Stipendium.  Dasselbe
ist  für  zwei  (katholische)  Descendenten  der  Geschwister  und  weiteren
Verwandten  des  Erblassers  und  in  deren  Ermangelung  für  zwei  studirendc
  Jünglinge  aus  Rheinbach  bestimmt.
v.  Kannenbergsches  Stipendium,
für  Eiugebornc  der  Stadt  Halberstadt.  Es  besteht  in  jährlich  60  Thlr.
Gold  und  wird  von  der  Regierung  zu  Magdeburg  vergeben.
Max  Kapff,
(+  1863  zu  Liebichau  in  Schlesien)  vermachte  der  evang.  Gemeinde
zu  Düsseldorf  mehrere  Legate  zu  wohlthätigen  Zwecken:  dem  Waisenhause ­
  1000  Thlr.,  dem  Krankenhause  1000  Thlr.,  zum  Umbau  einer
Kirche  1000,  und  zur  sofortigen  Bertheilung  an  Hausarme  200  Thlr.
Prinz  Karl  Jubiläums-Stiftung.
Im  Jahre  I860  aus  Anlaß  des  fünfzigjährigen  Militairdienst  -  Jubiläums ­
  des  Prinzen  Karl  von  Berliner  Bürgern  als  Special-Stiftung
der  „Friedrich  Wilhelm  Viktoria-Landes-Stiftung"  begründet.
Karl  Anton-Josepbinen-Stiftung,
von  dem  Fürsten  zu  Hohenzollcrn-Sigmaringen  unterm  20.  September
1850  für  die  Hohenzollernschen  Lande  zur  Unterstützung  von  ersten
ehelichen  Verbindungen  und  von  Ehepaaren  bei  Begehung  des  25  sten
und  beziehungsweise  50sten  Jahrestages  ihres  geschlossenen  Ehebundcs
mit  10,000  fl.  gegründet.  Den  Statuten  der  Stiftung  ist  unter  Verleihung ­
  der  Rechte  der  juristischen  Person  die  landesherrliche  Genehmigung ­
  ertheilt.
Karls-Verein  zu  Aachen.
Sein  Zweck  ist  Förderung  der  Restauration  des  Münsters  zu  Aachen.
Die  erforderlichen  Fonds  bilden  sich  durch  freiwillige  Beiträge  und
andere  Zuwendungen.  König  Wilhelm,  Protektor  des  Vereins,  bewilligte ­
  "für  7  Jahre  je  5000  Thlr.  unter  der  Voraussetzung,  daß
eine  '  gleiche  Summe  in  anderer  Weise  durch  den  Verein  beschafft
würde.
        <pb n="349" />
        342

Karnöffel-Gesellschaft.
Ein  in  Landshut  bestehender  Verein,  der  1863  einen  Fonds  von  1140
Thlr.  besäst,  aus  dessen  Zinsen  bedürftige  Bürger  und  Bürgersfrauen
unterstützt  werden.  Die  Gesellschaft  hat  anfänglich  das  Kapital  durch
den  Gewinn  bei  einem  Kartenspiel,  dem  Karnöffelspiel,  zusammengebracht. ­
  Dieses  Spiel  wurde  von  den  Oesterreichern  eingeführt  und
wird  mit  Pantomimen  begleitet,  die  den  Uneingeweihten  in  Verwunderung ­
  setzten.  Später  trafen  wohlthätige  Sammlungen  und  die  Vcrauktionirung
  von  Geschenken  bei  dem  alljährlichen  Karnöffelfest  dazu
und  vermehrten  das  Kapital.
Karolinen-Stift,
in  den  Gebäuden  des  früher  v.  Werthernschen  jetzt  gräflichen
Ritterguts  Thürungen  bei  Rostla.  Von  dem  Grafen  Karl  Martin  zu
Stolberg-Roßla  gegründet  und  aus  grästichen  Fonds  unterhalten.  Es
werden  in  der  Anstalt  verwaisete,  oder  auch  sittlich  verwahrlosete  Mädchen ­
  im  Alter  von  6—12  Jahren  aufgenommen  und  sie  verbleiben  hier
bis  mindestens  ein  Jahr  nach  ihrer  Konfirmation.  Zur  Zeit  enthält
das  Institut  12  Mädchen.
Karolinen-Stiftnng  zu  Gleisten.
Eingetragen  auf  dem  Rittergute  Gleisten  (Kreis  Sternberg)  ;  es  werden ­
  aus  derselben  jährlich  50  Thlr  zur  Ausstattung  der  hülfsbcdürftigen
  Töchter  dortiger  Einwohner  gezahlt.  Auf  demselben  Gute  ist  ein
Legat  von  300  Thlr.  eingetragen,  desten  Zinsen  mit  15  Thlr.  jährlich
an  die  dortigen  Armen  vertheilt  werden.
Karolinen-Stiftnng  zu  Grost-Dammer  (Meseritz.
Von  dem  Besitzer  des  Guts,  Grafen  v.  Schwartzeuau,  1840  zum
Andenken  an  seine  f  Gattin  mit  2000  Thlr.  begründet.  Die  Zinsen
des  Kapitals  à  4  pCt.  sollen  zur  ärztlichen  Pflege  und  zum  Unterhalt
der  Armen  und  zu  sonstigen  milden  Zwecken  verwendet  werden.
F.  W.  Karthaüs,
Rentier  (t  1857  zu  Rheinstein  bei  Arnheim)  vermachte  der  Gemeinde-Verwaltung
  zu  Remscheid  a)  zum  Vortheile  der  Armen  evang.  Konfession ­
  5000  Gulden  und  li)  zur  Anlegung  eines  „Karthaus-Fonds",
dessen  Zinsen  zur  Unterstützung  oder  theilweiseu  Besoldung  der  Lehrer
au  der  dort  zu  errichtenden  Gewerbeschule  verwendet  werden  sollten  und
dessen  spätere  Vermehrung  in  Aussicht  stand,  8000  Gulden.  Die  Wittwe
Karthaus  zu  Amsterdam  (t  1863)  vermachte  der  Gemeinde  Remscheid ­
  zum  Vortheil  der  evang.  Gemeinde  5000  und  zur  Erhöhung  des
Karthaus-Fonds  17,000  Gulden.
Käse,
Doktor  der  Medizin  zu  Lenzen  (f  1861)  vermachte  den  dortigen  Stadt-Armen
  ein  Legat  von  1500  Thlr.  Die  Zinsen  dieses  Kapitals  sollen
um  Weihnachten  an  die  Armen  des  Orts  vertheilt  werden.
        <pb n="350" />
        343

St.  Katharinen-Hospital  zu  Aschersleben,
1211  von  einem  Bürger  Theodorich  für  verarmte  Einwohner  gestiftet. ­
  Es  werden  auch  alte  und  schwache  Bürger  gegen  Zahlung ­
  einer  vcrhältnißmäßigen  Einlage  aufgenommen.  Im  Jahre  1840
zählte  das  Institut  39  Präbendarien  und  6  Freistellen.
Katharinen-Hospital  zu  Derenburg.
Eine  alte  Stiftung.  Das  Hospital  bestand  1840  aus  drei  Häusern,
welche  zur  Aufnahme  von  77  bedürftigen  Personen,  die  hier  freie
Wohnung,  Heizung,  Geld-  und  Natural-Unterstützung  erhalten,  Raum
hatten.  (Hermes  S.  211.)
Katharinen-Kloster  zu  Stendal.
Vor  der  Reformation  ein  Nonnen-Kloster  Augustiner  Ordens,  1469
durch  den  Kurfürsten  Friedrich  II.  gestiftet,  jetzt  eine  VersorgungsAnstalt ­
  für  unbemittelte  gebrechliche  Jungfrauen  ev.  Konfession  aus
den  höheren  Ständen  der  Altmark.  Die  7  Stellen  werden  von  der
Regierung  in  Magdeburg  vergeben  und  sind  in  der  Weise  dotirt,
daß  die  Domina  176,  jede  der  sechs  Konventualinnen  121  Thlr.  bezicht. ­
  Die  Aufzunehmenden  haben  150  Thlr.  Gold  Statutengeld  zu
bezahlen.
Katholische  Bruderschafts-Lterbelade  zu  St.  Gertrudis  in  Esten.
1800  errichtet,  zählt  sie  700  Mitglieder  und  hat  ein  Vermögen  von
2700  Thlr.
Katholische  Kirche  zu  Thule  (Oppeln).
von  der  Familie  v.  Bl  ach  a  im  Jahre  1857  mit  großem  Kosten-Aufwande
  kunstvoll  erbaut,  mit  einer  Pfarrei  und  der  nöthigen  Dotation ­
  ausgestattet.
Katholische  Knaben  Freischule  zu  Paderborn.
Eine  Stiftung  des  Pastors  Fechte  ler,  hat  sie  den  Zweck,  armen
Knaben  freien  Unterricht  und  wo  möglich  auch  Kleidung  und  sonstige
Bedürfniste  zu  gewähren.  Bischof  Dämmers  (t  1845)  legirte  ihr
eine  jährliche  Rente  von  50  Thlr.  Vgl.  Dämmers  u.  Junfcrmann.
Katholische  Mädchen-Freischule  zu  Paderborn,
von  den  Nonnen  im  St.  Michaelis-Kloster,  den  sogenannten  französischen ­
  Nonnen,  unentgeltlich  erhalten.  Vermächtniß  der  Wittwe  Junf
  ermann,  von  dcstcn  Zinsen  die  Schulbücher  für  die  armen  Kinder
angeschafft  werden  sollen.  Vgl.  Dämmers.
Katholische  Mägde-Herberge  zu  Erfurt,
von  Schwestern  vom  Orden  des  h.  Franziskus  mit  einer  Oberin  geleitet. ­
  Die  Schwestern  widmen  sich  zugleich  der  Krankenpflege  bei
Armen  jeder-Konfession.
Katholische  Ochronka  zu  Pleschen.
Ein  aus  milden  Beiträgen  erhaltenes  Institut,  das  unter  Aufsicht  des
katholischen  Pfarrers  steht  und  etwa  11  Waisenkinder  unterstützt.
        <pb n="351" />
        344

Katholische  Rektorat-Schule  zu  Werden  j  Esten),
ein  Institut  aus  abteilichen  Zeiten,  jetzt  vom  Fiskus  unterhalten,  dessen
Interessen  der  Landrath  vertritt.  Zur  Aufnahme  sind  ohne  Unterschied
der  Konfession  alle  Knaben,  welche  das  9.  Lebensjahr  zurückgelegt
haben,  die  nöthigen  Vorkenntniffe  besitzen  und  deren  Eltern  im  Gebiet
der  ehemaligen  Abtei  Werden  wohnen,  berechtigt;  das  Schulgeld  zahlt
der  Fiökns.  Auswärtige  können  gegen  Zahlung  des  Schulgeldes  aufgenommcn
  werden.
Katholische  Rektorat-Schule  zu  Tanten  (MörS).
Eine  kirchliche  Anstalt,  die  den  dortigen  katholischen  Kirchen-Rath  zum
Vorstande  und  zwei  Kurat-Geistliche  als  Lehrer  hat.  Sie  hat  30  bis
40  Schüler,  die  bis  Tertia  oder  Sekunda  eines  Gymnasiums  oder
einer  Real-Schule  gebracht  werden.  Jährliche  Einkünfte  aus  eigenen
Fonds  270  Thlr.  ;  Schulgeld  8—14  Thlr.
Katholische  Schullehrer-Wittwcn-  und  Waisen-Unterstlltzungskasse  für  Schlesien.
Sie  wird  bei  der  Regierung  zu  Breslau  verwaltet,  hat  an  2000  Mitglieder ­
  und  besaß  1864  ein  Vermögen  von  68,000  Thlr.  Gezahlt  wurden
6700  Thlr.  Unterstützungen.  Unter  den  für  jenes  Jahr  notirtcn  Zuwendungen ­
  befand  sich  ein  Geschenk  des  Fürstbischofs  Dr.  Förster  von  5000  Thlr.
und  ein  Legat  des  Kaufmanns  Gottwald  aus  Hirschbcrg  von  5000
Thlr.  Vgl.  Scholzsche  Jubiläums-Stiftung  rc.
Katholische  Waisen-Anstalt  zu  St.  Hedwig  in  Breslau.
1818  von  einem  Verein  gegründet.  Die  Anstalt  hat  KorporationsRechte ­
  und  erhielt  viele  Zuwendungen.  Vgl.  Lindner.
Katholische  Waisen-Anstalt  zu  Neuzelle.
Es  werden  darin  25  —  40  Kinder  erzogen.  Die  Anstalt  steht  unter
kirchlicher  Aufsicht,  ist  von  barmherzigen  Schwestern  geleitet,  empfängt
jährlich  350  Thlr.  aus  Stifts-Fonds  und  wird  im  Uebrigen  aus  freiwilligen ­
  Gaben  erhalten.
Katholischer  Frauen-Verein  zu  Münster.
Er  bekleidet  arme  Mädchen  im  Winter  und  bringt  die  Mittel  dazu
theils  durch  Beiträge,  theils  durch  Sammlungen  und  veranstaltete  Konzerte ­
  auf.  Im  Jahre  1861  waren  —  seit  Begründung  des  Vereins  —
bereits  mehr  als  1000  Kinder  im  Winter  vollständig  bekleidet  werden.
Katholischer  Frauen-Verein  zu  Wesel
zur  Unterstützung  armer  Kranken  und  Wöchnerinnen.  Er  besteht  aus
220  Mitgliedern  und  hat  einen  Fonds  von  400  Thlr.
Katholischer  Gesellen  Verein  zu  Köln
oder  Verein  zu  Schutz  und  Pflege  lediger  Handwerks-Gesellen  mit  dem
Wahlspruche:  „das  Gute  mehren,  dem  Schlechten  wehren."  Er  wurde
1849  von  dem  Dom-Vikar  Kolping,  welcher  den  ersten  derartigen
Verein  schon  vorher  in  Elberfeld  begründet,  mit  7  Gesellen  eröffnet,
und  zeigte  sich  in  Bezug  auf  die  moralische  Haltung  der  Mitglieder  so
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        fruchtrcich,  daß  1855  in  den  Preußischen  Staaten  schon  42  katholische
Gescllen-Vereine  vorhanden  waren.  Mit  dem  hiesigen  Verein  —  zur
Zeit  aus  800  Mitgliedern  bestehend  —  verbunden  ist  eine  Sparkasse,
welche  1856  mehr  als  4000  Thlr.  Einlage  hatte,  eine  Krankenkasse, ­
  die  zu  derselben  Zeit  5—600  Thlr.  jährlich  an  Krankengeldern
verausgaben  konnte  und  ein  Gesell  en-H  aspi  tium.  Die  letztere  Anstalt ­
  hatte  schon  in  den  ersten  5  Jahren  einen  Fonds  von  12,000  Thlr.
angesammelt  und  erhielt  1856  die  beschränkten  Korporations-Rechte.
Hweck  derselben  ist  a)  als  Herberge  für  die  wandernden  Mitglieder  des
katholischen  Gesellen-Vercins  zu  dienen;  b)  Räumlichkeiten  darzubieten
zur  geselligen  und  belehrenden  Unterhaltung  für  die  Kölner  Mitglieder
des  katholischen  Gesellen-Vercins  während  der  Feierzeit  und  c)  den
Unterricht  in  allen  das  Gewerbe  betreffenden  Gegenständen  und  Vorträge ­
  über  praktische  Lebensfragen  mit  strengem  Ausschluß  jeder  Politik ­
  und  religiösen  Polemik  zu  vermitteln.  An  der  Spitze  des  Vorstandes ­
  steht  der  im  Hospitium  wohnende  Prä,es  (Kolping).
Aufsichtsbehörde  des  Hospitiums,  in  welchem  jährlich  etwa  350  Gesellen ­
  aufgenommen  und  verpflegt  werden,  ist  die  Regierung  zu  Köln.
Rentner  Franck  (t  1838)  vermachte  dem  Hospitium  2000  Thlr.
Katholisches  Armen-Hospital  zu  Schroda.
Eine  selbstständige  Stiftung  zur  Versorgung  von  14  alten  ehrbaren
katholischen  Bürgern  des  Orts.  Die  Anstalt  hat  Grundbesitz  und
4900  Thlr.  Kapital  und  steht  unter  Aufsicht  der  städtischen  Behörde.
Katholisches  Gymnasium  zu  Breslau,
unter  Leopold  I.  im  Jahre  1638  als  katholische  Schule  von  den
Jesuiten  gegründet,  bis  1811  mit  der  von  ihnen  gleichfalls  errichteten
Universität  vereinigt,  seitdem  von  dieser  getrennt  und  als  selbstständige
Anstalt  in  das  Matthias-Stift  der  Krcuzherren  mit  dem  rothen  Stern
verlegt.  Jetzt  ein  Königliches  (katholisches)  Institut,  mit  einem  aus
älteren,  namentlich  Peter  Gebaucrschen  Schenkungen  herrührenden
Konviktorium  (zu  St.  Joseph)  zur  Aufnahme  armer  Gymnasiasten
und  einem  auf  21  Stellen  eingerichteten  Pensionat,  dessen  Ueberschüsie
  den  Fundatisten  zu  Gute  kommen.  Ein  Theil  der  Schüler  hat
freien  Unterricht  in  dem  fürstbischöflichen  Knabcn-Scminar.  —  Krankenkasse ­
  mit  4300  Thlr.  Vermögen  (Wiese  S.  170).  Partikulier  Johann
Samuel  Krause  vermachte  (1865)  dem  Gymnasium  1500  Thlr.  mit
der  Bestimmung,  daß  die  Hälfte  der  Zinsen  zur  Unterhaltung  eines
armen  Schülers,  die  andere  Hälfte  aber  zur  Prämiirung  desjenigen
Schülers  der  ersten  Klaffe  dienen  solle,  der  die  angeordnete  jährliche
Gedächtnißrcde  für  den  Testator  gehalten.
Katholisches  Gymnasium  zu  Glogau.
1626  als  Jesuiten-Kollegium  gegründet.  Aus  dem  Fonds  des  seit
1806  aufgehobenen  Konviktoriums  werden  jährlich  1500  Thlr.  zur
Stipendicnkaffe  desselben  gezahlt,  nächstdem  bestehen  bei  der  Anstalt
vielfache  Stiftungen,  namentlich  die  von  Palm,  End  er,  Bamberg
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mit  7600,  1600,  1680  Thlr.  Kapital  und  die  von  Heinold  für
kranke  bedürftige  Schüler  (Wiese  S.  181).  Wentzcl-Stiftung,  bei
Gelegenheit  der  im  Jahre  1864  stattgefundenen  Jubelfeier  des  Direktors
Dr.  Wentzel  von  früheren  Schülern  begründet  und  von  der  Stadt
mit  50  Thlr.  vermehrt.  Kapital  1000  Thlr.  in  Rentenbriefcn.
Katholisches  Gymnasium  zu  Neisse.
Ein  Königliches  Institut,  aus  der  ehemaligen  dortigen  Jesuiten-Schule
hervorgegangen.  Im  Konviktorium  werden  10  arme  fleißige  Schüler
verpflegt.  Stipendien  von  6  bis  40  Thlr.  empfangen  75  Gymnasiasten;
28  erhalten  wöchentlich  je  einen  Freitisch  aus  der  Borchardschen
Fundation.  Lehrerbibliothek  mit  11,692  Werken  in  15,914  Banden,
Schülerbibliothek  mit  4820  Werken  in  6853  Bänden.  Krankenkaste  mit
einem  Fonds  von  1200  Thlr.
Katholisches  Hospital  zu  Meļeritz,
zur  Versorgung  von  5  alten  Personen  der  Stadt.  Jährliche  Einnahme
306  Thlr.  Vorstand  ist  das  katholische  Kirchen-Kollegium.  Vermächtniß
von  Volmer  (s.  d.)  2000  Thlr.  (1836).
Katholisches  Hospital  zu  Wollstein.
Ein  unter  erzbischöflicher  Oberaufsicht  stehendes  Institut.  Das  Hospital
nimmt  5  Frauen  auf,  hat  ein  Grundstück  und  3000  Thlr.  Kapital,  von
dessen  Zinsen  die  Aufgenommenen  unterstützt  werden.  S.  Ev.  Hospital
zu  Wollstein.
Katholisches  Knaben-Waisenhaus  zu  Kemperhof,
von  dem  katholischen  Männer-Vercin  in  Koblenz  begründet  und  von
einem  Ausschüsse  desselben  geleitet.  Es  bezweckt  Pflege  und  sittliche
Erziehung  mit  praktischer  Ausbildung  armer  elternloser  Knaben.  In  Verbindung ­
  damit  steht  ein  im  Jahr  1856  begründetes  Gärtncr-Erzichungs-Jnstitut.

Katholisches  Krankenhaus  zu  Gladbach,
1856  in  einem  gemietheten  Lokal  eröffnet,  seitdem  in  ein  eigenes,
neues  ansehnliches  Gebäude  verlegt,  das  mit  einem  Auswande  von
15,000  Thlr.  hergestellt  worden  ist.  In  dem  damit  verbundenen
Waisenhause  sind  40  Kinder  untergebracht.  Die  Leitung  des  Instituts
ist  20  Schwestern  des  Franziskaner-Ordens  anvertraut;  der  jährliche
Bedarf,  etwa  5000  Thlr.,  wird  durch  Pflege-  und  Erziehungsgelder
gedeckt.
Katholisches  Krankenhaus  zu  Werden  (Esten),
im  ehemals  Fcrberschen  Gasthofe,  seit  1857  eingerichtet.  Das
Kaufgeld  des  Grundstücks  (13,000  Thlr.)  wurde  größtcntheils  durch
freiwillige  Beiträge  der  Mitglieder  der  kathol.  Pfarrgemeinde  aufgebracht. ­
  '  Die  Anstalt  hat  36  Betten  und  wird  von  zwei  Schwestern
vom  Orden  des  h.  Kreuzes  geleitet.
Katholisches  Waisenhaus  zu  Altdorf  (Pleß).
Zur  Verpflegung  und  Erziehung  von  Typhus-Waisen  hergerichtet,  ist
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cs  Ende  1862  aufgelöst  und  in  ein  Institut  zur  Ausbildung  weiblicher
Dienstboten  verwandelt  worden.  Vgl.  Evangelisches  Waisenhaus.
Katholisches  Waisenhaus  zu  Bonn.
Es  nimmt  Kinder  der  Stadt  gegen  Pflegcgeld  auf;  die  Erziehung  der
Waisen  ist  den  Schwestern  vom  armen  Kinde  Jesu  übertragen.  Die
jährlich  eingehenden  Pflegegelder  betragen  zwischen  2—3000  Thlr.
Katholisches  Waisenhaus  zu  Boppard,
cine  von  dem  Pfarrer  Berger  gegründete  Wohlthätigkcits-Anstalt,
welche  1864  die  landesherrliche  Genehmigung  erhalten  hat.
Katholisches  Waisenhaus  zu  Düren.
1852  aus  freiwilligen  Gaben  von  dem  Ober-Pfarrer,  Land-Dechanten
V  assen  hergestellt.  Es  nimmt  40—50  Kinder  auf,  deren  Mehrzahl
ihm  von  der  Stadt  gegen  festgesetzten  Verpflegungssatz  überwiesen
werden;  das  sonst  Erforderliche  wird  größtentheils  aus  freiwilligen
Gaben  gedeckt.
Katholisches  Waisenhaus  zu  Emmerich.
Diese  Anstalt  giebt  jährlich  an  3000  Thlr.  für  die  Pflege  und  Erziehung ­
  armer  Waisen  aus.  Das  Vermögen  beträgt  in  Grundstücken
82,000,  in  Kapitalien  34,000  Thlr.
Katholisches  Waisenhaus  zu  Erfurt,
ein  selbstständiges  Institut  unter  Oberaufsicht  des  bischöflich  geistlichen
Gerichts.  Elternlose  Kinder  aus  der  Stadt  werden  unentgeltlich,  Halbwaisen ­
  gegen  Vergütigung  aufgenommen.  Das  Haus  entbält  50  bis
60  Zöglinge,  welche  durch  drei  barmherzige  Schwestern  mit  beaufsichtigt ­
  werden.  Das  Kriegs-Ministerinm  überweiset  der  Anstalt  auch
(zur  Zeit  15)  katholische  Militair-Knaben,  denen  ein  Anrecht  zur  Aufnahme ­
  in  das  Erziehungs-Institut  in  Annaburg  zusteht.  Jährliche
Einnahme  einschließlich  der  Einziehungsgclder  für  Militairknaben
3500  Thlr.
Katholisches  Waisenbaus  zu  Gleiwitz.
In  demselben  erhalten  Waisenkinder  beiderlei  Geschlechts  Verpflegung,
Erziehung  und  Unterricht  durch  barmherzige  Schwestern.  Die  Anstalt
ist  1861  von  eingesammelten  Beiträgen  und  anderen  Zuwendungen
durch  ein  Konnte  unter  dem  Vorsitz  des  Erzpriesters  Kühn  begründet.
Vermögen  16,000  und  10,765  Thlr.  Die  Leitung  und  Verwaltung
der  Anstalt  steht  in  Beziehung  auf  die  innern  Angelegenheiten  dem
Pfarrer  von  Gleiwitz,  hinsichtlich  der  Vertretung  nach  außen  dem  Vorstände ­
  unter  Ober-Aufsicht  des  Stpats  zu.  Die  Anstalt  bat  die  Rechte
einer  juristischen  Person.
Katholisches  Waisenhaus  zu  Mülheim  a.  d.  Ruhr.
Ein  Institut  der  dortigen  katholischen  Kirche  mit  etwa  5000  Thlr.
Vermögen.
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Katholisches  Waisenhaus  zu  Neuß,
in  den  Gebäuden  des  ehemaligen  Klosters  Maricnberg.  Die  Leitung
ist  den  Schwestern  vom  armen  Kinde  Jesu  anvertraut.  Wcidcnfeldsches
  Vermächtniß  (1864)  von  2000  Thlr.;  die  Zinsen  sollen
zur  Besoldung  des  Anstalts-Geistlichen  verwendet  werden.
Katholisches  Waisenhaus  zu  Paderborn.
Dasselbe  nimmt  Waisen  nicht  blos  ans  der  Stadt,  sondern  auch  aus
dem  ganzen  Fürstenthum  Paderborn  auf.  Die  Wittwe  Inn  ferma  un
vermachte  demselben  ein  Kapital  und  es  erhielt  noch  in  neuerer
Zeit  vielfache  Zuwendungen.  Vgl.  Dämmers,  Junfermann,  v.  Lcdebnr-Wicheln.
  Frcih.  v.  Sch  ol  einer  stiftete  (1834)  mit  800  Thlr.  eine
Stelle  für  ein  katholisches  Kind.
Katholisches  Waisenhaus  zu  Wollstein.
Dasselbe  steht  unter  Leitung  von  barmherzigen  Schwestern,  nimmt  19
Waisen  anf  und  wird  durch  milde  Gaben,  namentlich  durch  Adele  v.
Gajewski,  die  cs  begründete,  unterhalten.  Die  Ober-Aufsicht  hat  der
Konvent  der  grauen  Schwestern  zu  Posen.  S.  Förstersches  ev.  Waisenhaus. ­

Katholisches  Waisen-Jnstitut  zu  Berlin.
1838  (für  Knaben  große  Hamburgerstr.  10,  für  Mädchen  Lindenstr.  48)
begründet,  beruht  es  auf  dem  St.  Hedwigs  Frauen-Verein  (s.  d.),
dessen  wirkliche  Mitglieder  die  Geschäfte  leiten  und  theilweise  selbst  besorgen, ­
  dessen  Ehrenmitglieder  das  Unternehmen  durch  freiwillige  Beiträge ­
  an  Geld  oder  Effekten  unterstützen.  Der  Arzt  des  Hauses  ist
wirkliches  Mitglied  des  Vereins,  wie  der  Rendant,  welcher  die  Einnahme ­
  und  Ausgabe  bewirkt  und  bucht.
Kaufs  mannsche  Stiftung  „der  Gallenstein".
Der  Kreis-Chirurgus  Kanffmann  (+  1838)  vermachte  der  Stadt
Köslin  4500  Thlr.  zum  Zwecke  „der  Unterstützung  der  allgemeinen
Betriebsamkeit,  Knust,  Wissenschaft  und  Gewerbe  in  Köslin."  Dieser
Zweck  soll  in  folgender  Weise  erreicht  werden.  Zwanzig  Jahr  lang
bleibt  vorerst  das  Kapital  hypothekarisch  sicher  ausgeliehen  stehen;  die
Zinsen  werden  kapitalisirt,  nur  15  Thlr.  davon  erhält  schon  ein  Jahr
nach  dem  Tode  des  Erblassers  das  Gymnasium  jährlich  zur  Anschaffullg
von  Büchern  als  Prämien  für  die  ausgezeichnetsten  Schüler.  —  Nach
Ablauf  der  20  Jahre  werden  von  dem  aufgesammelten  Bestände
1000  Thlr.  zur  Bildung  eines  eisernen  Reserve-Fonds,  der  Ueberrest
zum  Ankauf  von  Acker  verwendet,  welcher  zur  Obst-Kultur  geeignet  und
nicht  viel  über  eine  Viertelmeile  von  der  Stadt  entfernt  ist.  Auf
diesem  Grundstücke  werden  Wohngebäude  erbaut  und  ein  Vcrgnügungsund
  Erholungs-Ort  für  die  Einwohner  Köslins  eingerichtet;  dieser
Ort  wird  der  „Gallenstein"  benannt,  nach  den  Gallensteinen,  die  in
dem  Leichnam  des  Stifters  gefunden,  in  einer  kupfernen  Büchse  oberhalb ­
  der  Thür  des  Etablissements  eingemauert  werden  sollen.  —  Der
Acker  wird  zur  Obstbau-Kultur,  zum  Haferbau  und  zur  Bienenzucht  in
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56  Stöcken  (der  Zahl  der  Lebensjahre  des  Stifters  entsprechend)  benutzt, ­
  desgleichen  zur  Rindviehzucht,  behufs  Erzeugung  von  Milch  für
die  Besucher.  Der  Netto-Ertrag  des  so  eingerichteten  Etablissements
wird  zur  Erweiterung  und  Vervollkommung  des  letzteren  so  lange  verwendet, ­
  bis  das  jährliche  Einkommen  1000  Thlr.  beträgt;  dann  fängt
der  eigentliche  gemeinnützige  Gebrauch  an.  Bon  den  1000  Thlr.
nämlich  werden  jährlich  600  Thlr.  zu  Unterstützungen  und  Vorschüssen
für  Erfinder,  Inhaber,  Vervollkommn-  einer  Kunst,  Wisienschast  und
eines  Gewerbes,  sowie  zum  Besten  des  hiesigen  Gymnasii  verwendet;
400  Thlr.  werden  nebst  den  Zinsen  des  Reserve-Fonds  jährlich  kapitalisirt,
  resp.  zum  Ankauf  von  neuen  Grundstücken  verausgabt,  bis  die
jährliche  Einnahme  des  Instituts  10,000  Thlr.  beträgt  und  damit  „der
Kulminations-Punkt  der  Stiftung"  erreicht  ist.  Der  Stifter  traf  noch
manche  andere  Anordnungen,  z.  B.  daß  in  dem  Institut  alljährlich  ein
Gastmahl  stattfinden  solle,  bei  welchem  Hebammen  und  Todtengräber
die  Bedienung  machen  und  das  Andenken  des  Stifters,  unter  Verwünschung ­
  des  Genusses  von  Thee,  Branntwein,  Wein,  Kaffee  und
Gewürz  in  einem  Glase  Waficr  getrunken  werden  solle;  daß  ferner
das  Zimmer,  in  dem  das  Gastmahl  stattfinde,  als  Wandgemälde  eine
Wasserflasche  mit  der  Aufschrift  „langes  Leben"  und  eine  Weinflasche
mit  der  Aufschrift  „kurzes  und  sieches  Leben"  enthalten  solle.  Der
Stadt  Köslin  wurde  gestattet,  das  Legat  anzunehmen  und  dem  Willen
des  ErblasierS  nachzukommen.  Im  Jahre  1858  hat  das  angeordnete
Mahl  zum  ersten  Mal  stattgefunden.
v.  Kausmannsche  Stiftung  zu  Königsberg,
eine  Familien-Stiftung,  mit  Stiftsstcllcn  für  adelige  Töchter  verbunden.
Wird  beim  Ostpreußischcn  Tribunal  verwaltet.
K  a  n  l  f  u  ß  &amp;gt;  D  n  in  s  ch  sche  Stiftung.
1857  von  Alexander  Kanlfnß  auf  Bodzewo,  Kreises  Kröben,  begründet. ­
  Er  vermachte  das  genannte,  schuldenfreie  Rittergut  von
3300  Morgen  im  Werthe  von  mindestens  150,000  Thlr.  zu  einer
Stiftung  für  arme  Kinder  ev.  Prediger  des  Reg.-Bezirks  Posen  mit
der  Maßgabe,  daß  bei  vorhandenen  Rcvenüen-Ucbcrschüssen  auch  arme
Kinder  ev.  Prediger  des  Reg.-Bezirks  Bromberg  berücksichtigt  werden
können.  Die  Stiftung  ist  nach  dem  Ableben  der  Wittwe  des  Stifters
und  nach  Bezahlung  von  40,500  Thlr.  Legaten,  1861  ins  Leben  getreten. ­
  —  Unter  den  sonstigen  Vermächtnisicn  ist  zu  erwähnen  1)  ein
Legat  für  die  Stadtkommune  Bojanowo  von  2000  Thlr.,  von  dessen
Zinsen  christliche  und  hülflose  Kranke  der  Stadt  und  vorzugsweise
arme  kranke  Dienstboten,  welche  nicht  anders  woher  gesetzlich  ernährt
werden  können,  verpflegt  und  ärztlich  behandelt  werden  sollen;  2)  ein
Legat  für  dieselbe  von  800  Thlr.  zur  Verpflegung  armer  durchreisender
Handwerksburschen;  3)  ein  Legat  für  die  dortige  evangel.  Kirche  von
500  Thlr.  zur  Erbauung  einer  Begräbniß-Kapelle.  —  Der  evangel.
Pfarre  in  Sandberg  wendete  Kaulfuß  eine  jährliche  Dotation  von
200  Thlr.  und  8  Klaftern  Brennholz  zu,  auch  vermachte  er  zu  einer
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        Stiftung  für  ev.  Arme  der  Parochie  Sandberg  den  Ucberschuß,  welcher
nach  Verkeilung  der  Aktiv-Masse  an  die  Legatare  von  seinem  Kapital-Vermögen
  verbleiben  würde.
Keil-Gödersche  Stiftung,
in  Schweidnitz.  Von  dem  Goldarbcitcr  K.  W.  K  eil  1862  mit  800  Thlr.
begründet:  die  Zinsen  sind  (nach  dem  Tode  der  Nutzniesserin)  zu  10
gleichen  Theilen  jährlich  an  5  männliche  nnd  5  weibliche  verarmte,
würdige  nnd  unbescholtene  Personen,  welche  dem  Handwerker-Stande
und  der  christlichen  Kirche  angehören,  zu  vertheilen.
Kelchscher  Prämien  Fonds.
Von  dem  f  Oberlehrer  Kelch  bei  dem  Gymnasium  zu  Ratibor  gestiftet. ­
  Die  Zinsen  von  200  Thlr.  werden  alljährlich  zu  Weihnachten
an  einen  Primaner  und  einen  Ober-Sekundaner,  welche  die  beste  Preis-Arbeit
  geliefert  haben,  zu  gleichen  Theilen  vertheilt.
Kelch  scher  Stipendien  Fonds.
Von  dem  vorhin  gedachten  Kelch  gestiftet,  besteht  er  znr  Zeit  in
450  Thlr.  und  werden  die  Zinsen  so  lange  zum  Kapital  geschlagen,
bis  sie  20  Thlr.  jährlich  betragen.  Dann  sollen  sie  vom  Lehrerkollegium ­
  einem  Studirenden,  welcher  das  Gymnasium  in  Ratibor
besucht  hat,  ohne  Unterschied  der  Konfession  und  der  Fakultät  als
Stipendium  ans  3  Jahre  zugewendet  werden.
Johann  Tillinann  Kell  e  ter,
Fabrikant  zu  Aachen  (f  1835)  vermachte  dem  Maria-  und  Elisabeth-Hospital
  daselbst  jedem  zur  Hälfte,  20,000  Thlr.,  deren  Zinsen  zur
Bestreitung  der  Aufnahme  und  Pflege  einer  Anzahl  Kranken  verwendet
werden  sollen.  Zwei  Krankenbetten  muflen  zur  freien  Verpflegung  der
hinterlassenen  Kinder  des  Stifters  und  deren  Descendenten  bereit  sein.
Frau  Kellner,
Wittwe  des  Kaufmanns  Kellner,  geb.  Sadebcck  zu  Reichcnbach,
schenkte  der  dortigen  Armenkasse  500  Thlr.,  100  und  noch  100  Thlr.
mit  der  Bestimmung,  daß  die  jährlichen  Zinsen  von  500  Thlr.  an  10
verschämte  Arme  des  Orts  vertheilt,  die  Zinsen  von  dem  ersten  Hundert
zu  Weihnachten  an  Arme  ausgetheilt  und  von  den  Zinsen  der  letzten
Hundert  Brennmaterial  angekauft,  und  am  13.  Oktober  an  Arme
vertheilt  werden  sollen.  Sie  überwies  ferner  der  evangelischen  Kirche
300  Thlr.  und  200  Thlr.,  die  letzteren  mit  der  Bestimniung,  von  den
Zinsen  arme  Konfirmanden  mit  den  nöthigsten  Kleidungsstücken  zu  versehen. ­

Kendalscheö  Legat.
Die  Zinsen  von  300  Thlr.  werden  an  arme  Wittwen  und  Waisen
des  Orts  Emden,  Kreis  Neuhaldensleben,  vertheilt.
Joh  Fr.  v.  Kerssenbruch,
Landrath,  legirte  1718  1100  Thlr.  Gold  zu  einem  Stipendium  „für
einen  studioeus  theologiae  evang.  Konfession,  dessen  Eltern  und  An-
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verwandte  unvermögend,  der  auf  der  Schute  ft«  und  fleißig  sich
betrageu  erne  Re,,e  zur  Universi,-,  bewiesen  hat  und  aus  der  Univer-WM
  Thlr^Gold  *‘ 0, ' tU " ä  3 " ;  m  Ķ°pit°l  beträgt  zur  Zeit  (1861)
Wittwe  Kesselheim,
geb.  Staat  zu  Kolberg  (t  1839)  vermachte  u.  %  dem  Naivität
sollett.
Keßlersche  Stiftung  zu  Wernigerode.
Pastor  Keßler  lcgirte  1824  a)  800  Thlr.,  deren  Interessen  einer
Magd  in  Wernigerode  oder  Nöschenrode,  die  lange  in  christlicher  Treue
ihrer  Herrschaft  gedient  hat  und  in  ihrem  Alter  einer  solchen  Beihülfe
bedürftig  und  würdig  ist,  quartaliter  bis  an  ihren  Tod  gezahlt  werden
sollen;  b)  500  Thlr.,  deren  Zinsen  jährlich  einer  unterstützungsbedürftigen
Braut,  die  ihre  Unschuld  bewahrt  hat,  an  ihrem  Hochzeitstage  gezahlt
werden  sollen.  Der  Superintendent  hat  die  Designation,  die  gräfliche
Regierung  die  Entscheidung;  c)  1000  Thlr.,  deren'Interessen  zur  Hälfte
in  Wernigerode  nach  stattgehabten!  Brand-Unglücke  sofort  an  Abacbtatmtt
  vcrthkill  werden  sollen;  ci)  jährlich  4  Thlr.  Zinsen  zur  Änsch-ssung
  von  Büchern  sür  arme  Kinder  der  «ebsrane,»Schute;  e)  5(10
Thl-.  »m  Ansch-ssmtg  von  Bibeln  nnd  Gesangbüchern  sür  sechs  konfir-TmtS.
  zu"  Ä  ÄÄCÄ
ärmsten  Knaben  und  das  ärmste  Mädchen  dieser  Parochic;  g)  500  Thlr
^  «"f  wc  ab:
gehenden  Theologie  studnenden  Jüngling  bestimmt  sind.
Keß  l  e  rscheü  Berniächtniß.
Eine  alte  Stiftung  der  Stadt  Usedom;  Kapital  200  Thlr.  Die  Zinsen
ñd-r  mrwendc.  *“*'  ""d-»  st-  »'«  Schulgeld  sür  arme
Kettwig.Mülheimer  Lehrer-Wittwen-Kasse,
.  Ķêuchensche  Stiftung  zu  Barmen.
Sic  bezweckt  die  Herstellung  einer  Handwerker  -  Schule.  Kapital
3000  Thlr.
K  i  e  k  e  n  b  i  e  t  e  r  -  M  a  a  S  -  M  ü  l  l  e  r  sches  Stipendium,
für  ftudircnde  Bürger-Sohne  der  Stadt  Seehaufcn  a.  A.  Es  beträgt
jährlich  48  Thlr.  und  wird  vom  Magistrat  vergeben.
        <pb n="359" />
        352

Kieslingsches  Vermächtniß.
Eine  Stiftung  für  arme  Bürger  der  Stadt  Damm  im  Reg.-Bezirk
Stettin.  Wird  vom  Magistrat  verwaltet.
Kinderbeschäftigungs-Anstalt  zu  Liegnitz.
Eine  städtische  Anstalt,  welche  die  Straßcnbettelei  der  Kinder  erfolgreich ­
  bekämpft  und  von  etwa  100  Kindern  besucht  wird,  die  gegen  Lohn
beschäftigt  werden,  auch  wohl  Essen  erhalten.  Ende  1864  war  ein
Kapital-Bermögen  von  3250  Thlr.  vorhanden.
Kinderbeschäftigungs-Berein  zu  Sommerfeld.
Derselbe  hat  mit  geringen  Kosten  so  günstige  Resultate  erzielt,  daß
die  Königliche  Regierung  zu  Potsdam  ihn  (1857)  zur  Nachahmung
empfahl.  Die  von  ihm  errichtete  Anstalt  hat  ein  eigenes  Haus,  das
in  zwei  Abtheilungen  Mädchen  und  Knaben  gesondert  enthält.
Kinderbcwahr-Anstalten  im  Regierungs  Bezirk  Aachen.
Dreizehn  derselben  werden  von  dem  „Aachener  Verein  zur  Beförderung
der  Arbeitsamkeit"  unterhalten  und  trägt  derselbe  außerdem  noch  zu
den  Kosten  von  7  andern  derartigen  Instituten  (wovon  4  in  Aachen)
bei.  1861  wurden  aus  den  Fonds  des  Vereins  im  Ganzen  7000  Thlr.
für  diesen  Zweck  verwendet.  Vgl.  Kleinkinder  rc.
■  Kinderbewahr-Anstalt  zu  Düren.
(Vereins-Vcrwahr-Schule)  eine  mit  dem  Aachener  Verein  zur  Beförderung ­
  der  Arbeitsamkeit  in  Verbindung  stehende  Anstalt,  in  welcher
die  kleinen  Kinder  der  arbeitenden  Klasse  während  der  Tagesstunden
untergebracht  werden.  Ein  Frauen-Vercin  unterstützt  die  aufgenommenen
Kinder  mit  Kleidungsstücken  und  Nahrungsmitteln.
Kinderbewahr  Aiistalk  der  Kindcrfreunde  zu  Elberfeld.
Sic  erhielt  namhafte  Zuwendungen  von  Wittwe  Eller  500,  Wittwe
Aders  geb.  Brink  100,  I.  W.  I.  Hauptmann  150  Thlr.
u.  s.  w.
Kinderbewahr-Anstalt  zu  Erfurt.
Eine  „Warte  und  Pflege-Anstalt",  die  durch  milde  Gaben  und  Vermächtnisse ­
  unterhalten  wird  und  1861  beschränkte  KorporationS-Rechte
erhielt.
Kinderbewahr-Anstalt  zu  Hechingen,
1839  durch  die  Fürstin  Eugenie  für  eheliche  Kinder  christlicher  Eltern
gestiftet  und  in  ihrem  am  15.  April  1847  errichteten  Testamente  mit
einer  jährlichen  Rente  von  2000  Gulden  ausgestattet,  so  wie  für  den
Fall  des  Bedürfnisses  einer  baulichen  Erweiterung  mit  dem  nöthigen
Baukapital  (6000  Gulden)  versehen.  Der  Stadtpfarrer  von  Hechingen
leitet  die  Verwaltung;  bei  der  Aufsicht  stehen  einige  Frauen  ihm  zur
Seite.
Kinderbewahr-Anstalt  zu  Magdeburg,
von  einem  Verein  von  Menschenfreunden  1838  mit  Hülfe  milder  Beiträge ­
  begründet;  sie  ist  durch  Schenkungen  und  Vermächtnisse  dahin
        <pb n="360" />
        353

gelangt,  daß  1861  ein  Vermögen  von  10,180  Thlr.  in  Grundstücken
und  Kapital  vorhanden  war.  Die  tägliche  Aufsicht  im  Lokale  der  Anstalt ­
  hat  ein  Frauen-Verein,  deffen  30  Mitglieder  der  Vorstand  der
Anstalt  wählt.  1861  waren  durchschnittlich  80  —  90  Kinder  in  der
Anstalt,  von  denen  etwa  die  Hälfte  unentgeltlich  verpflegt  wurde.
Kinderbewahr-Anstalt  zu  Tschirnau
knN°N!»'LpL.'V^-  2ust-,r°.h  Fischbach  begründ.
Kinderbewahrschulc  zu  Lauten,
von  dort  wohnenden  mit  ambulanter  Krankenpflege  beschäftigten  Schwestern ­
  zum  heiligen  Kreuze  geleitet.  Sie  erhält  eine  Unterstützung  aus
Kommunal-Mitteln.
Kinderbewahr-  und  Beschäftigungs-Anstalt  zu  Friedeberg  a.  Q.
Von  dem  Kinderbeschäftigungs-Verein  begründet,  wird  darin  etwa  50
armen  Kindern  Unterricht  im  Stricken  wollener  Strümpfe  ertheilt.  Die
Kosten  dieses  Unterrichts  betragen  jährlich  96  Thlr.;  der  erzielte  Arbeits-Verdienst ­
  fällt  den  Zöglingen  zu  und  beläuft  sich  auf  jährlich
280  Thlr.  Die  Anstalt  hat  aus  einem  Vermächtnisse  einen  Fonds  von
525  Thlr.
Kinderbewahr-  und  Beschäftigungs-Anstalt  zu  Löwenberg.
Sie  befindet  sich  in  den  Räumen  des  städtischen  Hospitals,  wird  vom
Fraucn-Verem  (s.  d.  A.)  mit  einem  Auswandc  von  etwa  250  Thlr.
jährlich  und  Mlt  einem  Zuschüsse  Seitens  der  Stadt  unterhalten.  1862
erhielten  dann  6o  Kinder  von  2  Lehrerinnen  Unterricht  in  weiblichen
Handarbelten.  '
Kinder-Erziehungs-Jnftitut  zur  Ehrenpforte  in  Breslau.
Bon  dem  Rathmann  Hickert  1799  fnndirt,  indem  er  15.000  Tblr
)um  bmoebet,,  12,600  aum  Unterem,9ë,5onW  (L
gab  und  die  Zuchn  von  1000  Thlr.  zur  Ausstattung  armer  im  In-SSŞ

chZtstTt  Z  Stettin.
N?  Ä*»H
LLfl-g-  Pri°'°.häus-m"A^/ä0  Thlr.  und  für  ,-l-ist-t-Km-°r.H°„i,.,
  W[  Ģt  in  «r-«,-u.

"—'  vt».  ^rave  in  «resiau,
ein  altes  Institut,  ln  welchem  eine  Anzahl  Knaben  und  Mädchen  ev.
lautete  nach  '  *  »^ le  haben  es  Dir  nicht  zu  vergelten;  es
Preuß.  Landbuch.  gg
        <pb n="361" />
        354

wird  Dir  aber  vergolten  werden  in  der  Auferstehung  der  Gerechten."
Die  Anstalt  erhielt  in  neuerer  Zeit  mehrfach  Zuwendungen  und  Vermächtnisse. ­

Kinder-KrankenhauS  zu  Danzig,
s.  Frauen-Verein  für  Kranken-  und  Armenpflege.
Kinder  Krankenhaus  zn  Frankfurt  a.  O.
Von  dem  „Frauen-Verein  für  innere  Mission"  gestiftet  und  von  Köllig ­
  Friedrich  Wilhelm  IV.  1854  mit  dem  Grundstück  Müllroserstraße
Nr.  12.  beschenkt.  Die  Anstalt  hat  beschränkte  Korporations-Rechte;
1858  war  ein  Stamm-Kapital  von  2300  Thlr.  vorhanden  und  die
jährliche  Einnahme  und  Ausgabe  belief  sich  auf  1800  Thlr.
Kinderpflege-Anstalt  Zions-Hülfe  zu  Berlin.
Sie  besteht  seit  1859  (Potsdamerstr.  104.)  und  ist  von  der  Vorsteherin ­
  Emilie  Binnemann  geleitet.  Die  Anstalt  nimmt  Kinder  vom
1  sten  bis  7  len  Lebensjahre  auf;  mit  dem  8  ten  Jahre  verlassen  sie  das
Haus  und  werden  in  andere  Anstalten  untergebracht  oder  den  Angehörigen ­
  zurückgegeben.  Schulpflichtige  Kinder  besuchen  die  Schule  und
werden  sonst  nützlich  unterrichtet  und  beschäftigt.  Vom  1.  April  1863
bis  dahin  1864  war  Einnahme  875,  Ausgabe  773  Thlr.,  darunter
157  Thlr.  für  Miethe  und  Abgaben.  Nur  für  wenige  Kinder  wurde
ein  geringes  Kostgeld  gezahlt.
Kinder-Stube  zu  Greifswald,
im  Jahre  1834,  bei  Gelegenheit  der  sechsten  Säkularfeier  der  Stadt
begründet  und  mit  Korporations-Rechten  ausgestattet.  Es  widmeten
zur  Herstellung  dieses  Instituts  der  Kommerzienrath  Pogge  2000,  der
Rathsverwaudtc  Pogge  2000  und  der  Kaufmann  Pogge  1000  Thlr.
Der  Kommerzienrath  Pogge,  welcher  bei  Lebzeiten  die  Anstalt  fortwährend ­
  unterstützt  hatte,  wendete  ihr  letztwillig  noch  2000  Thlr.  zu,
deren  Zinsen  zum  Ankauf  von  Schuhen  für  die  kleinen  Kinder  des  Instituts ­
  und  zur  Winter-Speisung  derselben  verwendet  werden  sollen.
Kinver-  und  Waisenhaus  zu  Danzig,
im  Anfange  des  15.  Jahrhunderts  von  den  Hochmeistern  Küchmeistcr
v.  Sternberg  und  Ulrich  v.  In  «gingen  gestiftet,  später  mehrfach
erweitert  und  von  den  Landesherrn  mit  Privilegien  versehen.  Die
Stiftung  nimmt  115  Kinder  auf,  und  die  Kosten  werden  zum  Theil
durch  Beiträge  der  Stadt  gedeckt.  Vermächtnisse  neuerer  Zeit  von
Flachshaar  (3000  Thlr.),  Martin  Kuoff  (1850)  2000  Thlr.  u.  s.  w.
Kinder-Warteschule  zu  Kleve,
für  Kinder  evangel.  Konfession.  Vermächtniß  von  v.  Ammon  von
300  Thlr.
A.  Wolfgang  Kir  cd  bach,
hinterließ  (1758)  der  Schule  in  Lauban  ein  Vermächtniß  zum  Besten
der  Lehrer.  Kapital  2250  Thlr.
        <pb n="362" />
        355

23*

Äirchenbau-Verein  zu  Berlin.
Im  Jahr  1863  entstanden,  hat  er  zunl  Bau  einer  Kapelle  in  der  Elisabeth-Gemeinde ­
  2000,  zur  Ausstattung  der  Interims-Kapelle  zum  h.
Kreuz  597  Thlr.  hergegeben,  auch  die  Interims-Kirche  für  die  Zwölf-Apostel-Gemeinde
  hergestellt.  Vorsitzender  Kögel.
v.  Kircheisensche  Stiftung,
1821  von  den  Mitgliedern  des  Bürger-Rcttungs-Jnstituts  zum  Andenken ­
  an  die  Dienst-Jubelfeier  ihres  Vorstehers  ,  des  Justiz-Ministers
v.  Kirch  eisen  gestiftet,  um  bedürftige  Berliner  Greise,  welche  50
Jahre  Bürger  sind,  durch  monatlich  zu  verabreichende  Spenden  zu  unterstützen. ­
  Das  Statut  ist  vom  4.  September  1823  und  die  Verwaltung ­
  steht  der  Direktion  des  Bürger-Rettungs-Jnstituts  zu.  Die  Anstalt ­
  erhielt  zahlreiche  Schenkungen  und  Vermächtnisse;  1802  wurden
verabreicht  an  41  Jubelgreise  resp.  4,  3,  2,  1  Thlr.  monatlich.
Kirchenkastcn  zu  Rastenbnrg.
Eine  milde  Stiftung,  bestehend  aus  einer  Anzahl  Vermächtnisse  zu
wohlthätigen  Zwecken  im  Gesainmtbetragc  von  13,424  Thlr.  Es  werden ­
  daraus  Studirende,  Wittwen  und  Waisen  jc.  mit  1—25  Thlr.
unterstützt.
Kirchen-  und  Schnl-Fonds  der  Grafschaft  Mark,
für  katholische  kirchliche  und  Schul-Zwecke,  jährlich  1232  Thlr.  Die
Verwaltung  steht  der  Regierung  in  Arnsberg  zu.
uirchen-  und  Schul'Fondö  zu  Erfurt.
Er  steht  unter  Verwaltung  der  Regierung  zu  Erfurt  und  hat  16,900
Thlr.  Einnahme,  die  für  kirchliche  und  Schulzwecke  beider  Konfessionen
verwendet  wird.

Kirchlicher  Armen-Verein  zu  Langensalza.
Er  besteht  seit  Anfang  1860  und  will  alten  und  leidenden  Armen  Handreichung ­
  für  Leib  und  Seele  thun.  Die  erforderlichen  Mittel  werden
durch  Beiträge  aufgebracht.
Kirchnerscheö  Bermächtniß  zu  Reichenbach  i.  Schl.
Johanna  Elisabeth  Kirchner  (f  17.  April  1843)  setzte  die  Armen
..in  ^i/o.'chcnbach  zur  Universal-Erbin  ihres  Nachlasses  (3000  Thlr.)
beliebig'  vertheilt  ihrem  Sterbetage  an  Arme  des  Orts
.  Kirsch  Jubilar-Stipendium  zu  Berlin.
ļunc  Verehrer  ihm  eine  Summe  von  560  Thlr.  zu,  deren  Verwendung
sie  feinem  Ermessen  anheimgaben.  Er  bestimmte  die  Liebesgabe  zu
einem  Stlpendlum  für  arme  Theologen  aus  der  Mitte  der  Gemeinde.
Kißsche  Stiftung  zu  Rikolai,
begründet  vom  Prof.  Kiß  in  Berlin  (1863)  mit  2500  Thlr.,  die  er
        <pb n="363" />
        356

der  ev.  Kirchengemeinde  zu  Nikolai  mit  der  Bedingung  schenkte,  daß
von  den  Zinsen  in  einem  dazu  schon  erworbenen  Hause  die  Konfirmanden, ­
  welche  von  der  Stadt  entfernt  wohnen  und  unterstützungsbedürftig
sind,  Aufnahme  und  Unterstützung  finden.
Kittertsches  Legat  zu  Steinau.
Dasselbe  besteht  in  500  Thlr.,  deren  Zinsen  an  Orts-Arme  vertheilt
werden.
Klaren-Legat.
Eine  in  der  Stadt  Heringen  bestehende  Stiftung;  die  Zinsen  von  1065
Thlr.  werden  an  Arme  vertheilt.
Klausasches  Rettungshaus  zu  Tarnowitz,
von  dem  Güter-Direktor  Klausa  (1856)  als  Zufluchtsstätte  für  arme
obdachslose  Einwohner  gegründet,  indem  er  der  Gemeinde  ein  Haus  im
Werthe  von  3500  Thlr^  überließ.
Klebersche  Hospital-Stiftung  zu  Saarbrücken,
für  alte  Personen  beiderlei  Geschlechts  ohne  Unterschied  der  Religion.
Von  dem  Kaufmann  Samuel  Kleber,  resp.  dessen  Erben,  wurde  den
Städten  Saarbrücken  und  St.  Johann  1840  ein  Kapital  von  4276
Thlr.  mit  der  Bedingung  überwiesen,  daß  dasselbe  durch  Zinsen  und
Zinseszinsen  so  lange  vermehrt  werden  solle,  bis  die  Einnahme  davon
1000  Thlr.  jährlich  betragen  würde.  Nach  dem  Eintritt  dieses  Zeitpunktes ­
  sollen  entweder  in  einem  dazu  besonders  bestimmten  Gebäude,
oder  in  Verbindung  mit  einer  andern  Anstalt,  so  viele  alte  Leute  untergebracht ­
  oder  auch  Privat-Personen  zur  Pflege  übergeben  werden,  als
mit  jener  Summe  jährlich  unterhalten  werden  können.
Kleebergsche  Erwerbschule  zu  Königsberg.
Sie  ill  1829  von  einem  Privat-Wohlthätigkeits-Berein  gegründet,  nach
ihrem  Eingehen  1836  von  der  verw.  Dr.  Kleeb  erg  neu  eingerichtet,
und  gewährt  armen  Mädchen  den  nothwendigsten  wissenschaftlichen  Unterricht, ­
  sowie  Anleitung  zu  weiblichen  Hand-Arbeiten.  Von  dem  Erlöse ­
  der  letzteren  empfangen  die  Schülerinnen  einen  Theil,  wodurch  den
Eltern  die  Erhaltung  der  Kinder  erleichtert  wird.  Als  der  1822  von
dem  Waisenhaus-Direktor  Abs  gestiftete  Verein  zur  Unterstützung  und
Erziehung  verwaiseter  oder  sonst  armer  Mädchen  1854  wegen  Mangel
an  Theilnahme  seine  Wirksamkeit  einstellte,  wurden  die  vorhandenen
Fonds  mit  1600  Thlr.  dem  Magistrat  überwiesen,  um  die  Zinsen
davon  der  Kleebergschen  Erwerbschule  event,  einer  andern  vom  Magistrat ­
  zu  substituircnden,  den  Zwecken  der  Absschcn  Stiftung  am
meisten  entsprechenden  Wohlthätigkeits-Anstalt  zahlen  zu  lassen,  die  Kapitalien ­
  aber  unter  dem  Namen  „Abssche  Stiftung"  zu  asservircn.  Die
Anstalt  zählte  im  Jahr  1862  110  Schülerinnen.
Kleem  annsche  Stiftung  zu  Berlin.
Rentier  Eduard  Kleemann  (t  1855)  setzte  die  Stadtgemeinde  Berlin
zur  Erbin  ein,  unter  der  Bedingung,  daß  dieselbe  seinen  Nachlaß  —  be-
        <pb n="364" />
        357

/

stehend  in  dem  schuldenfreien  Hause  Friedrichsstraße  81.  zu  Berlin,  in
zinstragenden  Papieren  zum  Nennwerthe  von  etwa  78,000  Thlr.  und
îņ  3  oder  9000  Thlr  baarem  Gelde  —  als  eine  milde  Stiftung  unter
ban  «amen  Eduard  Klcemanusche  Stiftung  annehme,  und  zu  ben
un  Testament  naher  angegebenen  Zwecken  verwende.  Ans  ben  Reverá ­
  sollten  namentlich  jährlich  2  Stipendien  à  50  Thlr.  an  zwei
oder  m^ematischen^Bd^nschastatÈwsttmen/verabreicht^  auch  —  anS^de^
letzten  der,en,gen  dre,  Theile.  ,n  welche  der  Restbetrag  der  ReveuÜen
stand  die  Stiftung  in  71,928  Thlr.  in  zinstragenden  Papieren  und  in
29,500  Thlr.  Hypotheken,  zusammen  101,428  Thlr.  und  die  Revenuen ­
  ergaben  4340  Thlr.  Davon  wurden  gezahlt  zwei  Stipendien
à  50  Thlr.,  1311  Thlr.  an  die  Klecmannsche  Familien-Stiftung,
2622  Thlr.  wurden  nach  den  Bestimmungen  des  Testators  an  Arme
christlichen  und  jüdischen  Glaubens  dergestalt  vertheilt,  daß  jene  -,  diese
j  erhielten.  4
Ķleinscbe  Stiftung,
für  Arme  der  Stadt  Neuwied.  Das  Kapital  beträgt  19,000  Thlr.
Kleinert«Wesselscher  Stiftung«-Fonds  zu  Zdunv,
mit  1100  Thlr.  Kapital.  Die  Zinsen  werden  stiftungsmäßig  auf  Medikamente ­
  und  zur  Unterstützung  hülfsbedürftiger  und  kranker  Stadt-Emwohner
  verwendet.
Kleinkinder.Bewahranstalten  zu  Berlin.
Sie  ßnb  durch  Privat-Wohlthätigkcit  gegründet  und  haben  den  Zweck,
,nnge  Kmber  solcher  armen  Ellern,  die  ihr  Brod  anher  dem  Hans!
^&amp;gt;rch  Tagelohn  erwerben  müssen,  unentgeltlich  ben  größeren  Theil  des
Tages  über  in  gute  Aufsicht  zu  bringen,  und  bieselben  zur  Ordnnng,
dîàchleit  und  S.ttl.chkeit  zu  führen,  anch  sie  sür  ben  mit  bem  schulwir
  "«Ï5ÏÄÄW::
WW
        <pb n="365" />
        358

*

Kleinkinderbewahr-Anstalt  zu  Bielefeld.
Ein  unter  städtischer  Verwaltung  stehendes  Institut  mit  Korporations-Rechten.
  Dasselbe  hat  ein  hauptsächlich  ans  Legaten  entstandenes  Kapital-Vermögen ­
  von  11,000  Thlr.
Kleinkinder-Bewahraustalten  zu  Breslau.
Von  dem  seit  1836  dort  bestehenden  „Verein  zur  Begründung  von
Kleinkinderschulen"  errichtet.  Bis  Ende  1864  waren  sechs  Anstalten
mit  einem  Vermögen  von  15,000  Thlr.  vorhanden;  eine  siebente  sollte
begründet  werden.  Außerdem  unterhält  „der  St.  Vincenz-Verein"  drei
(katholische)  Institute  dieser  Art,  die  zur  Zeit  einen  Fonds  von  1240
Thlr.  haben.
Kleinkinder-Bewahranstalten  zu  Enpen.
Von  dem  Aachener  Verein  zur  Beförderung  der  Arbeitsamkeit  begründet
und  unterhalten.  Die  Zahl  der  aufgenommenen  Kinder  beträgt  durchschnittlich ­
  300.
Kleinkinder-Bewahranstalt  zu  Freiburg  (in  Schlesien),
von  den  Organisten  Wür  f  fel  begründet.  Kaufmann  Ber  su  errichtete ­
  dabei  (1859)  eine  Spezial-Stiftung  unter  dem  Namen  „Prinz  von
Preußen  Stiftung"  für  Kinder  invalider  Krieger.
Kleinkinder-Bewahranstalt  zu  Grosidorf  (Birnbaum),
ein  altes  Institut,  1750  durch  den  Reichsgrafen  Christoph  v.  Unruh
gegründet.  Die  Anstalt  enthält  5  Kinder,  welche  durch  eine  sogenannte
Waisenmutter  verpflegt  und  rein  gehalten  werden;  Vorstand  ist  der
Geistliche  des  Orts.  Das  Institut  hat  2700  Thlr.  Vermögen,  jährlicher ­
  Bedarf  200  Thlr.
Kleinkinder-Bewahranstalt  zu  Jlsenburg,
1848  im  Anschluß  an  die  „Herrmanns-Stiftung"  von  der  Erbgräsin
Emma  zu  Stolberg-Wernigerode  für  18  Kinder  unter  der  Bedingung
regelmäßigen  Besuchs  eröffnet.  Jedes  Kind  zahlt  wöchentlich  1  '  Sgr.
—  Eine  zweite  Anstalt  entstand  1851,  welche  gegen  3  Pf.  täglich  20—
30  Kinder  aufnimmt.
Kleinkinder-Bewahranstalt  zu  Kamenz,
von  der  Frau  Prinzessin  Marianne  der  Niederlande  errichtet  und  von
ihr  unterhalten.  Die  Anstalt  nimmt  ganz  arme  elternlose  oder  in  der
ErzichlUlg  gänzlich  vernachlässigte  Kinder  ohne  Unterschied  des  Geschlechts ­
  und  der  Konfession  bis  zum  zurückgelegten  14tcn  Lebensjahre
zur  Verpflegung  und  Erziehung  auf.
Kleinkinder-Bewahranstalten  zu  Köln.
Die  Stadt  zählt  12  Anstalten  dieser  Art,  die  durch  milde  Beiträge  von
Privat-Personen  erhalten  werden;  aufgenommen  sind  etwa  700  Kinder.
Kleinkinder-Bewahranstalten  zu  Königsberg.
Im  Jahre  1843  bildete  sich,  angeregt  von  Burdach  ein  „Central-Verein
  für  die  Kleinkinder-Schulen  in  Königsberg"  der  sich  zur  Auf-
        <pb n="366" />
        359

gabe  stellte,  zunächst  das  Fortbestehen  der  bereits  vorhandenen  Anstalten
dieser  Art  zu  sichern  und  durch  Beihülfe  zur  Gründung  neuer  Kleinkmder-Schulen
  mitzuwirken.  Der  Verein  erhielt  1844  beschränkte  Korporatlmrs-Rechte.
  Der  Geh.  Kommerzienrath  Tamnau  überwies  1854
dem  Magistrat  10,000  Thlr.  zunächst  zum  Besten  der  Kleinkinder-,ŞAulen
  des  Orts.  Nach  der  Stlstungs-Urknnde  vom  14.  Dez.  1854
oll  das  Kapital  vom  Magistrat  verwaltet,  bei  dem  Depositorium  deseibct
  mcbcrackgt  mcrbc»  mib  W  baburd,  Dcrqrößfrn,  boß
i.  WTÄ?  MiÄ  r-r-  st«:  %
Zinsen  des  Stamm-Kapitals  und  der  späteren  Vermehruna  desselben
sollen  zur  Anlegung  öffentlicher  Klcinkinder-Schulen  in  dem  Maße  verwendet ­
  werden,  daß  die  Kinder  aller  Einwohner  der  Stadt,  die  es  verlangen, ­
  unentgeltlich  in  diese  Schulen  aufgenommen  werden  können.
Wenn  dieser  Zweck  dereinst  vollständig  erreicht  ist,  sollen  die  über^
schießenden  Stiftungs-Revenüen  zur  Unterstützung  der  Elementarschulen
Königsbergs  verwendet  werden.  Vgl.  Dintcr-Vercin.
Äleinkinder-Bewahranstalt  zu  Langensalza,
ein  städtisches  Institut,  unter  dem  Magistrat  und  einem  Frauen-Verein
stehend.  Die  Kinder  erhalten  in  demselben  vollständige  Verpflegung  und
Wäsche,  Heizung  und  Beleuchtung.  Die  Eltern  zahlen  6  und  wenn
sie  ganz  arm  sind,  3  Pf.  täglich.  Kapital-Vermögen  der  Anstalt
1000  Thlr.
Kleinkinder-Bewahranstalt  zu  Leobschütz.
Sic  ist  durch  den  Vincenz-Verein  ins  Leben  gerufen  und  unterhalten
und  wird  von  40  Knaben  und  78  Mädchen  '  benutzt.  Zwei  arane
Schwestern  leiten  die  Anstalt  unter  Aufsicht  des  Pfarrers  Dreßlcr.
Kleinkinder-Bewahranstalt  zu  Mörs,
zum  Theil  aus  den  Mitteln  einer  Stiftung  von  2000  Thlr.  unterhalten. ­
  Hat  etwa  80  Kinder  und  eine  Lehrerin.
Kleinkinder-Bewahranstalt  zu  Naumburg  a.  S.,
"'î.şiS  " on  Ģļsch-nken  und  milden  Gaben  hergestellt  (»gl.  Nied-S'ü3W
  ¿'£T  °~ !)0  Ģ--  0»f  und  hatte  1862  .«  «--mögen
mit  "l-»»i»d-r,Bew-br-n,-&amp;gt;,  ,»  Orlo,  &amp;lt;Mil-«&amp;gt;,
mildkn  Bà  à  nm°-7à"''  "àtN.  »cm  dem  Schulgelde  und  an«
Kleinkinder-Bewahranstalt  zu  Paderborn.
Legat  des  Pfarrers  Adam  (f  1846)  (s.  b.)  von  1500  Thlr.
        <pb n="367" />
        Kleinkinder-Bewahranstalt  zu  Polkwitz.
Von  der  Stadt  Polkwitz  (1855)  unter  bedeutenden  Opfern  ins  Leben
gerufen,  erhielt  die  Anstalt  von  der  verw.  Frau  Pastor  Reiche  geb.
Müller  daselbst  (1861)  ein  Legat  von  500  Thlr.,  desten  Zinsen  zur
Erziehung  armer  und  verwaisetcr  oder  verwahrlosetcr  Kinder  verwendet
werden  sollen;  von  der  verw.  Schuhmacher  Nitschkc  (1863)  30  Thlr.,
deren  Zinsen  zu  Weihnachtsgeschenken  für  cv.  Kinder  bestimmt  sind.
Kleinkinder-Bewahranstalt  zu  Stendal,
1839  begründet.  Sie  wird  hauptsächlich  durch  milde  Beiträge  erhalten
und  besitzt  ein  Haus  mit  Garten  und  einigen  Morgen  Ackerland.
Kleinkinder-Bewahranstalt  zu  Strehlen.
Von  einem  Verein  begründet.  Er  hat  12  Mitglieder,  besitzt  ein  Haus
init  Garten,  jedoch  bei  weitem  nicht  bezahlt,  und  unterhält  eine  Spielschule
  für  noch  nicht  schulpflichtige  Kinder.  Jährliche  Einnahme  an
Beiträgen  rc.  etwa  450  Thlr.
Kleinkinder-Bewahranstalt  zu  Tapian.
Von  der  Frau  Amtsräthin  v.  Schön  auf  Kleinhof  aus  milden  Gaben
begründet.  In  derselben  sind  40  Kinder  untergebracht.
Kleinkinder-Bewahranstalt  zu  Wernigerode,
in  der  Neustadt  1849  begründet.  Sie  hat  355  Thlr.  Fonds  und
nimmt  40—60  Kinder  gegen  ein  Kostgeld  von  3  Pf.  auf.
Kleinkinder-Bewahranstalt  zu  Wittenberg,
1837  von  dem  Archidiakonus  Seefisch  gegründet  und  bisher  (1861)
geleitet.  Sie  nimmt  etwa  70  Kinder  auf,  und  erhält  sich  durch  freiwillige ­
  Beiträge,  aus  dem  Erlöse  weiblicher  Arbeiten  und  einem  Beitrage ­
  aus  Gemeinde-Mitteln.
Kleinkinder-Bewahr-  und  Erziehungs-Anstalt  zu  Osterode,
1855  begründet,  ist  sie  zur  Aufnahme  von  13  Waisen  und  von  Kindern
der  arbeitenden  Klasse  des  Orts  bestimmt.  Dieselben  erhalten  freien
Unterricht  in  der  Ortsschule  bis  zur  Konfirmation.
Kleinkinder-Bewahr-  und  Waisen-ErziehungS-Anstalt  zu  Glatz.
Gegründet  von  dem  Vincenz-Männer-  und  dem  Elifabeth-Frauen-Verein
  daselbst.  Erhielt  1855  beschränkte  Korporations-Rechte.
v.  Kleist-Heinßsches  Stipendium  zu  Brandenburg.
Die  verw.  Amtshauptmann  v.  Kleist  geb.  Heinß  legirte  in  der  Mitte
des  vorigen  Jahrhunderts  1000  Thlr.  zu  einem  Stipendium.  Das
Kapital  hat  sich  verdreifacht.;  das  Stipendium  wird  an  Studirende  aus
der  Verwandtschaft  der  ^tifterin  und  ihrer  Schwestern,  der  Wittwen
Romig  und  Kriele,  in  deren  Ermangelung  an  Brandenburger  Stadtkinder, ­
  die  dessen  bedürftig,  auf  3  Jahre  verliehen.
Klemens-Hospital  zu  Münster.
Im  Jahre  1733  von  denk  Fürstbischof  Klemens  August  von  Baicrn
aus  eigenen  Mittel  gestiftet,  ist  es  zur  Aufnahme  und  Verpflegung  von
        <pb n="368" />
        361

heilbaren  Kranken  aller  Konfessionen  bestimmt.  Vorzugsweise  sinden
darin  unbemittelte  Kranke  der  Stadt  Münster  unentgeltliche  Aufnahme;
bemittelte  Einwohner,  sowie  Kranke  aus  anderen  Gemeinden  werden
gegen  Zahlung  emer  Vergnügung  aufgenommen.  Das  Haus  hat  67
kU-ZMWK
Klerikal  Seminar  (Alumnat)  ;u  Breslau.
Eine  beim  Domstift  seit  1731  bestehende  Bildungs-Anstalt  für  katb
Theologen.  Die  Anstalt  hat  an  50  fundirte  oder  Freistellen.
v.  Klevenow,
Oberlandesgerichts-Präsident  zu  Magdeburg  (f  1822)  legirte  a)  dem
Kloster-Gymnasium,  dessen  Zögling  er  gewesen,  6000  Thlr.,  deren
Zinsen  zu  Stipendien  von  50—100  Thlr.  für  Studirende  verwendet
werden  sollen.  Die  Verleihung  steht  dem  Direktor  (Propste)  der  Anstalt ­
  zu;  b)  500  Thlr.,  deren  Zinsen  zum  Ankauf  von  Bibeln  für  arme
Konfirmanden  verwendet  werden  sollen.  Die  Verwaltung  des  Legats
hat  die  Armen-Direktion.
Aurora  Klewitzsche  Stiftung  ,n  Halberstadt,
von  Magdalene  K  le  Witz  (1858)  aus  dem  Nachlasse  ihrer  Nichte  Aurora
Kl  e  Witz  begründet  und  unter  die  Verwaltung  des  Magistrats  gestellti»S5S5S5t!

Kling  esches  Stipendium,
t t äÄ 9 Ä 9 ?M^ 3tÌt '  Ņà-  jährlich  24Th,.  Di-.
  _  Klļngemannsche  Stiftung  zu  Levern  (Lübbecke),
        <pb n="369" />
        auch  eintreten,  wenn  zum  erstern  Berechtigte  nicht  vorbanden  sind.
Ein  Theil  des  Kapitals  ist  verloren  gegangen,  so  daß  nur  ein  Stipendium ­
  von  30  Thlr.  stiftungsmäßig  an  Studirende  auf  5  Jahre  verliehen ­
  werden  kann.  Im  Jahre  1818  vergrößerte  der  Land-  und  Stadtgerichts-Direktor ­
  H  esst  er  den  Fonds  ans  750  Thlr.,  so  daß  das
zweite  Stipendium  ebenfalls  wieder  besteht  und  mit  30  Thlr.  gezahlt
wird.  Kollator  ist  der  Magistrat.
Klokesche  Stiftung  zu  Erwitte,
begründet  1855  mit  500  Thlr.  von  dem  Dechanten  und  Pfarrer
Kloke.  Die  Zinsen  sollen  an  arme  Schulkinder  im  Kirchspiel,  namentlich ­
  bei  ihrer  Annahme  zur  ersten  Kommunion,  verausgabt  werden.
Immanuel  Gottlieb  Kloß,
Gerber  zu  Görlitz  (t  1842),  vermachte  der  dortigen  Kommune  20,000
Thlr.  zur  Begründung  solcher  Anstalten,  in  welchen  den  Kindern  ortsangehöriger
  Eltern,  welche  wegen  Armuth  oder  sonstiger  Berhältnisse
zur  Erfüllung  ihrer  elterlichen  Verpflichtungen  nicht  befähigt  erscheinen,
vor  dem  schulpflichtigen  Alter  und  während  desselben  in  den  Tagesstunden ­
  Pflege,  Erziehung  und  Unterricht  gegen  die  Berpflichtung  gewährt ­
  wird,  sich  einer  nach  Maßgabe  des  Geschlechts,  des  Alters  und
der  Kräfte  eingerichteten  Beschäftigung  zu  unterziehen,  um  sich  von
früher  Jugend  an  zur  Arbeitsamkeit  zu  gewöhnen.
Kloster  der  armen  Brüder  vom  h.  Franziskus  zu  Aachen.
Ein  Institut,  in  welchem  arme,  noch  nicht  vollständig  vcrwahrlosete
Kinder  (etwa  45)  Schul-Unterricht  genießen  und  außerdem  ein  Handwerk ­
  erlernen.  1861  waren  18  Klosterbrüder  vorhanden.
Kloster  der  armen  Schwestern  vom  h.  Franziskus  zu  Aachen.
Für  Krankenpflege  bei  Armen  in  den  Wohnungen,  von  einer  geistlichen
Genostenschaft  begründet.  Hülflose  und  auf  Abwegen  begriffene  Mädchen ­
  werden  aufgenommen,  gebessert  und  anderweit  untergebracht,  auch
unterstützen  die  Schwestern  aus  von  ihnen  besorgten  (Johannis-)  Küchen
bedürftige  Personen  durch  Verabreichung  von  Speisen.  Die  dazu  erforderlichen ­
  Mittel  werden  theils  ans  dem  von  den  Schwestern  beigebrachten ­
  Vermögen,  theils  aus  milden  Gaben  bestritten.  Das  Kloster
enthielt  1861  74  Personen,  welche  Ordensgelübde  abgelegt  hatten  und
9  Novizen.
Kloster  zum  guten  Hirten  in  Aachen,
1848  von  den  Schwestern  Fey  und  anderen  Damen  als  eine  Stätte
der  Zuflucht  und  Umkehr  für  gefallene  Mädchen  katholischer  Konfession
begründet  und  dotirt.  Das  Institut  hat  Korporations-Rechte  und  die
Schwestern  erstrecken  ihre  Thätigkeit  auch  auf  das  Arrest-  und  Korrektionshaus. ­

Kloster  Apollinarisberg  (Ahrweiler).
Die  Propstei  Apollinarisberg  wurde  im  12ten  Jahrhundert  gegründet
und  ist  noch  jetzt  ein  besuchter  Wallfahrts-Ort.  Sic  kam  1836  in
        <pb n="370" />
        363

das  Eigenthum  des  Grafen  v.  Fürst  e  n  b  erg  -  S  tammh  ei  m,  welcher ­
  eine  neue  prächtige  Kirche  im  Spitzbogen-Stil  und  mit  Fresko-Gemälden
  im  Innern  herstellen  ließ.  Die  Kirche  ist  Privat-Eigenthum
der  gräflichen  Familie  und  dem  ösicntlichen  Gebrauche  nur  insofern
übergeben,  als  die  Ordensgeistlichen  (Franziskaner)  mit  Erlaubniß
des  Grafen  sich  dort  befinden  und  Gottesdienst  halten.  Sie  leben  von
den  einkommenden  milden  Gaben,  wie  die  Regel  es  vorschreibt.
Kloster  der  Schwestern  vom  Orden  der  Dienstmägde  Christi  zu  Bedburg
«Bergheun».
Die  (3)  Schwestern  befassen  sich  mit  Krankenpflege  in  der  Gemeinde
und  unterhalten  eine  Kinderbewahr-Anstalt.  Die  Wohnung  ist  von
einem  Bürger  Bedburgs  gestiftet,  die  Unterhaltung  der  Schwestern,
sowie  die  Einrichtung  des  Klosters  hat  die  Genossenschaft  der  rheinischen ­
  Ritterschaft  übernommen.
Kloster  zu  Bensberg  (Mülheim  a.  Rh.),

eine  Filiale  des  weiblichen  Klosters  zu  Dernbach.  Das  Institut  zählt
5  Mitglieder,  beschäftigt  sich  mit  Kranken-  und  Armenpflege  und  erhält ­
  sich  durch  milde  Gaben.
Kloster  zur  ewigen  Anbetung  in  Bonn.
Die  darin  aufgenommenen  Schwestern  bcfaffen  sich,  neben  religiösen
Pflichten,  mit  dem  Unterricht  und  der  Erziehung  der  weiblichen  Jugend.
Kloster  der  Schwestern  vom  armen  Kinde  Jesu  in  Bonn.
Eine  Anstalt  zum  Unterricht  und  zur  Erziehung  von  Waisenkindern.
Die  Zahl  der  Schwestern  beträgt  20—30.
Kloster  der  barmherzigen  Brüder  zu  Breslau.
Dieses  Kloster  (zur  heil.  Dreifaltigkeit)  verdankt  sein  Entstehen  der
Stiftung  des  Kaiserlichen  Kammer-Raths  v.  Onsel  1711,  die  Krankenpflege ­
  begann  1712,  die  Koustituirung  des  Konvikts  war  1714  vollendet ­
  ;  1715  wurde  der  Grundstein  zum  Bau  des  Klosters  und  der
Kirche  gelegt.  Die  Anstalt  hatte  sich  vieler  Zuwendungen  zu  erfreue»,
besitzt  mehrere  Filial-Institute,  verpflegt  durchschnittlich  täglich  90  Kranke,
auch  von  außerhalb,  und  ist  in  treuester  Zeit  erweitert  worden.  In
den  letzten  Jahren  sind  Krankenbetten  gestiftet  worden  von  Antoinette
Ipgi-SfS
iUofler  der  Elisabethinerinneu  zu  Breslau
Der  Konvikt  verpflegt  jährlich  an  1200  Kranke  weiblichen  Geschlechts.
.  ^)lelt  zahlreiche  Zuwendungen  zur  Stiftung  von  Krankenbetten  rc.,
sv“HSiS«“ :;s
        <pb n="371" />
        364

4!

I

Kloster  zum  h.  Franziskus  in  Deutz,
zur  Verpflegung  armer  Kranken  und  Erziehung  von  Waisenkindern.
Kloster  der  barmherzigen  Schwestern  zu  Esten,
1843  mit  K.  Genehmigung  in  den  Gebäuden  des  aufgehobenen  Kapuziner-Klosters ­
  angelegt.  Zum  Zwecke  der  Herstellung  der  damit  verbundenen ­
  Kranken-Anstalt  erhielt  das  Kloster  Korporations-Rechte,  und
es  wurden  einige  ältere  Stiftungen  (Bcguinen-Konvente  rc.)  damit
vereinigt.  Das  Haus  hatte  1862'  an  1300  Kranke  aller  Konfessionen
aufgenommen;  cs  hat  15  Schwestern.  Durch  Abonnement  erlangt  man
das  Recht  zur  unentgeltlichen  Pstege  in  Krankheitsfällen;  Dienstboten
finden  Aufnahme  gegen  einen  Jahresbeitrag  von  1  Thlr.  Vis  Ende
1862  hatte  das  Hans  durch  Vermächtnisse  rc.  ein  Kapital-Vermögen
von  etwa  12,000  Thlr.  erlangt;  die  Zahl  der  Abonnenten  betrug  5400.
Vermächtniß  der  Wittwe  Reincke  (1859)  von  2500  Thlr.
Kloster  der  Kongregation  bcatao  Mariae  Virginia  zu  Esten,
1288  erbaut.  In  demselben  beschäftigen  14  Ordens-Schwestern  und
5  Novizen  sich  ausschließlich  mit  Jugend-Unterricht  in  der  mit  einem
Pensionat  verbundenen  katholischen  höheren  Töchterschule,  die  hier  seit
fast  200  Jahren  besteht.  Die  Bedürfniste  des  Klosters  werden  durch
die  Schulgelder  gedeckt.
Kloster  der  Franziskanerinnen  von  der  heiligen  Familie  zu  Eupen.
Zahl  der  Mitglieder  30.  Sie  beschäftigen  sich  mit  Krankenpflege  in
dem  städtischen  Hospital  und  in  Privat-Wohnungen,  sowie  mit  Erziehung ­
  verwahrloster  Kinder  und  Leitung  von  Kleinkinderbewahr-Anstalten.

Kloster  der  barmherzigen  Brüder  zu  Frankenstein,
Der  Kämmerer  Tschirch  (t  1843)  bestimmte  zur  Begründung  dieses
Instituts  letztwillig  40,000  Thlr.;  eingeweiht  ist  es  im  Jahre  1850.
Ursprünglich  nur  'zu  11  Betten  eingerichtet,  verpflegt  es  jetzt  bereits
40  Kranke  ohne  Unterschied  der  Religion.  In  neuerer  Zelt  wurden
Krankenbetten  u.  A.  von  Lorenz  (1854)  mit  1600  Thlr.,  von  Antoinette ­
  v.  Montbach  (1856)  mit  1500  Thlr.,  von  der  verw.  Gräfin
Bianca  v.  Schlabcrnd  ors  geb.  Gräfin  Pückler  auf  Stolz  (1858)
mit  1540  Thlr.  und  von  Elisabeth  Andermann  (1863)  mit  1500
Thlr.  gestiftet.  Die  Anstalt  wird  von  barmherzigen  Ordens-Brüdern
verwaltet,  hat  Korporations-Rechte  und  besaß  Ende  1861  ein  Kapital-Vermögen
  von  45,000  Thlr.  Vgl.  Joseph  Scholz.
Kloster  der  armen  Dienstmagde  Christi  in  Gielsdorf  (Bonn).
Die  Schwestern  beschäftigen  sich  mit  Krankenpflege  und  Erziehung  von
Waisenkindern.
Kloster  zu  den  h.  Schutzengeln  in  Gladbach.
Es  enthält  17  weibliche  Personen,  die  das  Ordensgelübde  abgelegt
haben;  sie  beschäftigen  sich  mit  Unterricht  und  Erziehung  von  Waisenkindern. ­
        <pb n="372" />
        365

Kloster  zum  h.  Bernhardin  in  Hamb  (bei  Sonsbeck,.
Eine  kirchliche  Anstalt,  deren  Bewohnerinnen  sich  der  Erziehung  der
ihnen  anvertrauten  Mädchen  widmen.  Die  Töchter-Erziehunas-Anftalt
hat  5  Lehrerinnen  und  50  Zöglinge.
Kloster  der  armen  Dienstmägde  Christi  zu  Kettwig  «Esten).
Dieses  kath.  Institut  hat  eine  Oberin  und  drei  Schwestern  die  sich
dem  Unterricht  der  weiblichen  Jugend  und  der  weiblichen  Krankenpflege
widmen.  ri  3
Kloster  der  Schwestern  zum  h.  Vincenz  in  Köln,
ein  Tochter-Institut  der  gleichartigen  Genossenschaft  in  Paris  zur  Aufnahme ­
  und  Erziehung  armer  Kinder,  Ertheilung  freien  Unterrichts  an
nicht  Aufgenommene,  sowie  Besuch  und  Pflege  armer  Kranken.  Das
Kloster  zählt  8  Mitglieder,  Kinder  sind  46  aufgenommen;  die  erforderlichen ­
  Mittel  werden  meist  durch  freiwillige  Beiträge  und  durch  den
Erlös  aus  dem  Berkaufe  der  von  den  älteren  Pflegekindern  gefertigten
Handarbeiten  aufgebracht.
Kloster  zum  armen  Kinde  Jesu  in  Köln,
ein  Filial  der  gleichnamigen  Genossenschaft  in  Aachen  zur  Erziehung
armer  verwahrloseter  Kinder.  Die  Mittel  dazu  werden  aufgebracht
durch  ein  Pflegegeld  von  jährlich  48  Thlr.  für  jedes  Kind,  welches
theils  von  den  Angehörigen  desselben,  theils  von  wohlthätigen  Vereinen
gezahlt  wird;  durch  milde  Gaben  von  Privat-Personen  und  durch  den
Erlös  der  von  den  Schwestern  gefertigten  Handarbeiten.  Die  Anstalt
zählt  26  Schwestern  und  nimmt  etwa  120  Kinder  auf.
Kloster  der  Schwestern  zu  U.  L.  Fr.  in  Koesfeld.
Die  Schwestern  befassen  sich  mit  Erziehung  verwahrloseter  Mädchen
und  wissenschaftlicher  Fortbildung  der  aus  den  Elementar-Schulen  entlassenen, ­
  auch  solcher,  die  sich  dem  Lehrfache  widmen  wollen.  (Schulamts-Präparanden.)


Kloster  St.  Augustini  zu  Magdeburg,
şàļularisirt,  jetzt  eine  milde  Stiftung  mit  Korporations-Rechten
fl  r  fc/f  ct,M  160  àn  würdigen  Einwohnern  der  Stadt
bcidnlel  Geschlechts  ohne  Unterschied  des  Standes  und  der  Konfession.
Arrant  ^oqulschcn  Eheleute  vermachten  1850  dem  Kloster  1200
cren  âmfeņ  jährlich  am  30.  Oktober,  dem  Hochzeitstage  der
s  oren,  unter  die  şiabendatcn  des  Klosters  vertheilt  werden  sollen.
        <pb n="373" />
        366

Kloster  beata«  Mariae  Magdalena«  zu  Magdeburg,
ursprünglich  ein  katholisches  Kloster  für  den  Orden  der  Büßerinnen,
jetzt  eine  cvang.  milde  Stiftung  zur  Versorgung  unbemittelter  gebildeter
Jungfrauen  aus  der  Stadt  Magdeburg.  Die  Bedingungen  der  Aufnahme
sind:  Ortsangehörigkeit,  evang.  Konfession,  untadelhafter  Lebenswandel,
ein  höherer  Grad  von  Bildung,  ein  Alter  von  wenigstens  20  Jahren
und  Besitz  eines  geringeren  eigenen  Einkommens  als  80  Thl?.  jährlich.
Jungfrauen,  welche  sich  durch  Unterricht  der  Jugend,  durch  Leistungen
in  der  Armen-  und  Krankenpflege,  durch  aufopfernde  Hingebung  gegen
hülflose  Mitglieder  ihrer  Familie  oder  sonst  ausgezeichnet,  oder  deren
Angehörige  sich  besondere  Verdienste  uni  die  Stadt  und  die  Einwohnerschaft ­
  erworben  haben,  sind  vorzugsweise  zur  Theilnahme  an  der  Stiftung ­
  und  zur  Beförderung  in  die  höheren  Präbeuden  berufen.  Die
Auswahl  der  aufzunehmenden  Präbendatinnen  steht  dem  Vorstände  zu;
demnächst  unterliegen  die  Wahlen  der  Bestätigung  des  Magistrats.
Die  regierenden  Königinnen  von  Preußen  üben  nach  altem  Herkommen
bei  eintretendem  Thronwechsel  das  Recht  der  ersten  Bitte  (jus  primaran, ­
  precum)  aus,  dergestalt,  daß  sie  die  erste  nach  der  Thronbesteigung
erledigte  Ober-Präbend'atenstclle  besetzen.  —Die  Verwaltung  steht  unter
Oberaufsicht  des  Magistrats.  Nur  8  Ober-Präbendatinnen  hatten  Ende
1858  noch  freie  Wohnung  im  Kloster,  alle  übrigen  Bewohnerinnen
zahlten  Miethe,  welche  die  Hälfte  der  in  Privathäuscrn  zu  zahlenden
Miethe  nicht  erreicht.  Dotirt  sind  die  Präbenden  mit  123—36  Thlr.,
und  es  werden  im  Ganzen  7  —  8000  Thlr.  verabreicht.  Seit  1851
besteht  auch  eine  mit  120  Thlr.  dotirte  „Elisabeth-Präbende"  für  ununbemittelte
  Töchter  solcher  Einwohner  des  Orts,  welche  sich  um  die
Stadt  und  den  Staat  besonders  verdient  gemacht  haben.  Die  Anstalt ­
  besitzt  ein  Vermögen  von  224,425  Thlr.,  darunter  47,000  Thlr.
in  Kapitalien;  sie  hat  einen  Fonds  von  jährlich  200  Thlr.  zu  Unterstützungen ­
  für  besonders  bedürftige  Präbendatinnen  und  andere  Jungfrauen ­
  des  Orts;  30  Thlr.  zu  einem  Universitäts-Stipendium  für  Studirende
  aus  der  Stadt  rc.
Kloster  (Hospital)  Şt.  Gertraud  zu  Magdeburg,
eine  seit  Jahrhunderten  bestehende  milde  Stiftung,  welche  bestimmt  ist,
unbemittelten  alten  Einwohnern  der  Stadt  gegen  Einkanfsgcld  lebend
längliche  Wohnung  und  einen  Beitrag  zum  Lebensunterhalte  zu  gewähren. ­
  Jeder  Anfzuüehmende  muß  zur  Z.nt  seiner  Aufnahme  Orts-Einwohner
  sein.  An  Einkaufsgeld  ist  zu  entrichten:  Für  eine  Ober-Präbende
  450  Thlr.,  für  eine  Unter-Präbcnde  225  Thlr.;  doch  kann
der  Vorstand  (das  Kirchen-Kollegium  zu  St.  Johannis)  in  dringenden
Fällen  an  diesen  Summen  einen  Erlaß  eintreten  laßen.  Die  Aufsicht
über  die  Verwaltung  steht  dem  Magistrat  zu.  Vermögen  der  Anstalt
69,300  Thlr.,  darunter  36,000  Thlr.  Kapitalien.
Kloster  zum  armen  Kinde  Jesu  in  Melateli  (Köln),
ein  Rettungshaus  für  gefallene  Frauenzimmer.
        <pb n="374" />
        Kloster  zu  Mülheim  a.  Rhein.
Kloster  S,-  Wilhelm!  ,u  Mlllvrrstadt  &amp;lt;ķ°tt,-ul-l,a).
WZUMM'ŗķ
Kloster  zu  Wahn  (Mülheim  a.  Rhein)
gjÄawswsf:
Kloster-Bergesche  Prediger-Witttrenkasse  zu  Magdeburg.
I6W  begründet.  Mitglieder  sind  die  Prediger  zu  Buckau,  Diesdorf
Dodendorf  Kalenberge,  Osterweddingen  und  Pechau.  Die  Stiftung
MKZ-ZL
issili
Kloster  Bergesche  Stiftung.
MUMZŞW
«°l&amp;gt;  ,u  et.  fajorn«  tu  Lr-buist.
Slofttr«  bc|Wc,™tl)Htt! m  'f f '(  Nntitbct  mth  nach  Aushàst  dr«
Äs tiiie  u-chuch-  hjssTÄ

.  "  Kloster-Schule  Donndorf
SàLW-MW
        <pb n="375" />
        368

um  6  vermehrt  uud  eine  Anzahl  Stipendien  à  50  Thlr.  für  Zöglinge
der  Anstalt,  welche  in  Leipzig  studiren  wollen,  begründet.  Noch  bestehen ­
  einige  „Gratifikationen"  für  Stndirende  auf  den  Universitäten  Halle
nnd  Berlin.  Dem  Rektor  ist  gestattet,  13  Pensionäre  aufzunehmen.
Die  Beneficiaten  zahlen  36,  die  Pensionäre  außerdem  ein  Kostgeld  von
wenigstens  100  Thlr.  Patrone  sind  die  Freiherrn  v.  Werthern.
Die  Anstalt  steht  den  Pro-Gymnasien  gleich  und  gehört  zum  Resiort
des  Provinzial-Schulkollegii  zu  Magdeburg.
Kloster-Schule  Roßleben.
Ein  von  der  Familie  v.  Witz  leben  in  dem  säknlarisirtcn  Nonnen-Kloster
  Roßleben  (Qucrfurt)  gegründetes  altes  Institut,  das  außer  dem
Grundbesitz  ein  Kapital-Vermögen  von  80,000  Thlr.  hat.  Alumnat
mit  70  Alumnen  -  und  43  Extraneer-Stellen.  Die  vollzahlenden
Alumnen  entrichten  jährlich  126  Thlr.  und  haben  dafür  Wohnung,
Tisch,  Heizung  und  Unterricht:  die  Beneficiaten  (Alumnen  mit  einer
Freistelle)  zahlen  60  Thlr.  ;  die  im  Hause  eines  Lehrers  vorhandenen
Extraneer  entrichten  36  Thlr.  an  die  Schulkasse  mid  die  Pension  mit
mindestens  250  Thlr.  an  den  Lehrer.  Der  Erb-Administrator  (zur
Zeit  der  Ober-Präsident  v.  Witzlcben)  führt  unter  Aufsicht  der
Staats-Regierung  die  Verwaltung  des  gesammten  Stiftungs-Vermögens, ­
  einschließlich  des  Schulenguts  Roßleben,  beruft  alle  Lehrer
und  Beamte  der  Anstalt,  ingleichen  die  Prediger  und  Lehrer  in  den
dem  Patronat  der  Stiftung  nnterliegenden  Dörfern  Ziegelroda,  Holleben
mit  Benkendorf  und  Nirmsdorf.  Kein  Schüler  darf  in  die  Anstalt
aufgenommen  oder  aus  derselben  entlassen  werden  ohne  die  Genehmigung ­
  des  Erb-Administrators.
Klngeschks  Legat,
von  der  verwittwet  gewesenen  Kommerzien  -  Räthin  Kluge  gebornen
Kittelmann  zu  Greiffenberg  in  Schlesien  (t  1860)  herrührend.  Sie
vermachte  der  dortigen  Stadt-Armenkasse  300  Thlr.,  die  Zinsen  davon
sollen  zum  Ankauf  von  Holz  für  sechs  der  bedürftigsten  Arnleu  verwendet ­
  werden.
Knaben-ErziehungS-  (Mendikantem)  Institut  zn  Nkisse.
Ein  fürstbischöflichcs  Institut  zur  Erziehung  von  30  armen  katholischen
Knaben.  —  Vermächtnis;  des  Destillateurs  Nave  von  2000  Thlr.,
dessen  Zinsen  zur  Anschaffung  wärmerer  Kleidungsstücke  für  die  Bcneficiaten
  verwendet  werden  sollen  (1864).
Kiiabm-Hospital  zn  Breslau.
Ein  altes  Institut  in  der  Neustadt.  Im  16.  Jahrhundert  für  30
Knaben  errichtet,  welche  darin  erzogen  werden,  bis  sic  in  die  Lehre
gehen  können.  Rathmann  Hickert,  ein  Zögling  des  Instituts,  baute
1789  das  zerfallene  Gebäude  neu  auf  und  dotirte  cs,  daß  46  Knaben
darin  Aufnahme  finden  konnten.  In  neuerer  Zeit  sind  abermalige  Erweiterungen ­
  eingetreten.
        <pb n="376" />
        369

Knaben-Semiuar  (Seminarium  sidelianum)  zu  Hedingen,
Ein  erzbischöfliches  Institut,  1856  neben  dem  Gymnasium  zu  Hedingen
(bei  Sigmaringen)  errichtet  und  mit  Korporations-Rechten  versehen.
Den  Namen  Sem.  fid.  erhielt  es,  weil  das  Institut  im  Geburtshause
des  h.  Fidelis  zu  Sigmaringen  untergebracht  ist.  (Wiese  S.  409.)
Knaben  Seminar  (Seminarium  Bonifacianum)  zu  Heiligenstadt,
fl?  Konvikt  von  dem  Bischof  Dr.  Martin  zu  Paderborn  bei  dem
»«was:  sett  :
s°ņstlge  Bedarf  erwachst  aus  freiwilligen  Beiträgen,  Geschenken  und
regaten.  Es  giebt  eine  Anzahl  ganzer  und  halber  Freistellen.  Die
Anstalt  hat  die  beschränkten  Korporations-Rechte  (Wiese  S.  286).
Knaben-Seminar  zu  Münster.
Ein  bischöfliches  Institut  (Collegium  Ludgerianum),  nimmt  es  Schüler
der  höheren  Gymnasial-Klassen,  welche  sich  dem  Priester-Stande  widmen
wollen,  auf.  Sie  zahlen  jährlich  100  Thlr.  Pension,  sind  auch  wohl
halb  oder  ganz  frei.  Das  Institut  kann  80  Zöglinge  aufnehmen.
(Wiese  S.  298.)
Knaben  Seminar  zum  h.  Joseph  in  Münstereifel.
1856  durch  den  Kardinal-Erzbischof  v.  Geissel  begründet.  Die  Zöglinge, ­
  etwa  40,  besuchen  die  Klassen  des  Gymnasiums.  Aufgenommen
werden  nur  Knaben,  die  die  Reife  für  Tertia  haben  und  unter  diesen
besonders  solche,  die  sich  dem  geistlichen  Stande  zu  widmen  gedenken.
Jährliche  Pension  120  Thlr.  die  nach  Umständen  ganz  oder  zum  Theil
erlassen  wird.  Die  Leitung  und  Erziehung  der  Alumnen  ist  dreien
Priestern  aus  der  Kongregation  der  Mission  übertragen.
Knaben-Semiuar  (Seminarium  puerorum  Mariannum  zu  Neust.
Ein  erzbischöfliches  Institut,  von  dem  Kardinal-Erzbischof  Dr.  Johann
ü.  Geissel  1852  in  dem  von  der  Stadt  hergegebenen  restaurirten
Gebäude  des  vormaligen  St.  Sebastianklosters  'gestiftet  und  mit  dem
Gymnasium  in  Neuß  verbunden.  Die  Zahl  der  Pfleglinge  beträgt
Ķostgeld  ganz  oder  zur  Hälfte.  Die  Aufnahme
Stt  şÄ)
anltstlt  Ist  den  Lazaristen-Patres  übergeben.
Knaben-Seminar  zu  Paderborn.
ËpplSÊsi
«  °ukim&amp;gt;°h&amp;gt;m»d-,&amp;gt;  Shmbcn  mflfftn  di-  R-if°  für  di-Dertia
  des  Gymnasiums  nachweisen.  Die  Alumnen  haben  ganze,  dreiviertel ­
  und  halbe  Freistellen,  auch  werden  Pensionäre  angenommen.
Preuñ.  Laiidbuch.  24
        <pb n="377" />
        370

1860  enthielt  das  Institut  54  Alumnen,  wovon  5  das  Priester-Seminar, ­
  49  das  Gymnasium  besuchten.  (Wiese  S.  326.)
Knaben-Seminar  zu  Trier,
ein  bischöfliches  Institut  bei  dem  Gymnasium  zu  Trier,  seit  1847  mit
Korporationsrcchten  bestehend.  Die  Zöglinge  nehmen  Theil  amGymnasial-Unterricht,
  erhalten  Wohnung  und  Kost  im  Priester-Seminar.  Das
Institut  hat  bedeutende  Zuwendungen  empfangen  (die  Wittwe  Christ
geb.  v.  Heckel  (f  1846)  vermachte  ihm  5500  Thlr.)  und  eine  jährliche ­
  Einnahme  von  13,000  Thlr.  (Wiese  S.  402)  Bgl.  Blanthus-Hospital.
  1861  enthielt  das  Institut  187  Zöglinge,  wovon  168  den
Unterricht  am  Gymnasium,  19  den  ani  Priester-Seminar  besuchten.
KuappschaftsBereiue.
Im  Jahre  1863  bestanden  deren  überhaupt  im  Staate  72,  und  gegründet ­
  werden  sollten  noch  3  für  die  im  Bereich  des  französischen
Bergwerksgesetzes  bei  Maien,  Niedermendig  und  Cottenheim  belegenen
Mühlsteinbrüchc.  Aus  die  vier  Oberbcrgamtsbezirke  vertheilten  sich
dieselben  wie  folgt:  Breslau  3,  Halle  18,  Dortmund  11,  Bonn  43.
Alle  diese  Vereine  sind  auf  Grundlage  des  Knappschaftsgesetzes  vom
10.  April  1854  theils  neu  gegründet,  theils  reorganisirt.  Bor  Erlaß
dieses  Gesetzes  bestanden  53  solcher  und  ähnlicher  Unterstützungsvereine
für  die  Berg-,  Hütten-  und  Salincn-Arbciter,  die  aber  zum  Theil  eine
sehr  mangelhafte  Einrichtung  hatten  und  der  Mehrzahl  nach  nicht  selbstständig ­
  bestehen  geblieben  sind.  Die  Zahl  der  Mitglieder  jener  älteren
Vereine  belief  sich  auf  ca.  56,500,  während  tut  Jahre  1863  mehr  als
120.000  aktive  Mitglieder  gezahlt  wurden.  Das  Kapital-  und  sonstige
Vermögen  sämmtlicher  Knappschaftsvereine  erreichte  1861  die  Höhe  von
ca.  2,700,000  Thlr.,  bei  einer  Jahres-Einnahme  von  ca.  1,085,000
Thlr.  und  einer  Jahrcsausgabe,  welche  einen  Ucberschuß  von  ca.
67.000  Thlr.  ließ.
Knauer  schc  Stiftung,
1863  von  dem  Weber  Karl  Knauer  zu  Gumpendorf  bei  Wien  fürarme
  katholische  Schulkinder  und  katholische  Haus-Arme  zu  Faulbrück
(Kr.  Reichcubach)  mit  1000  Thlr.  resp.  2000  Gulden  errichtet.  Sie
hat  am  5.  April  1865  die  landesherrliche  Genehmigung,  vorbehaltlich
des  staatlichen  Oberaufsichts-Rechts,  erhalten.
Knebelsche  Stiftung  zu  Zduny.
Elisabeth  Florentine  Knebel  schenkte  1847  der  cd.  Kirche  in  Zdnuy
zwei  Kapitalien  von  2000  und  1000  Thlr.  Die  Zinsen  des  erster»
sollten  nach  ihrem  Tode  zur  Unterstützung  nothleidcndcr,  kranker  oder
altersschwacher  Personen  ev.  Konfession,  die  Zinsen  des  letzter«  zur
baulichen  Unterhaltung  der  Kirche  und  zu  andern  für  dieselbe  nützlichen
Zwecken  verwendet  werden.
Kneiphöfscheü  Gymnasium  zu  Königsberg.
Im  Anfange  des  14.  Jahrhunderts  als  Kneiphöfsche  Dom-  und  Kathedral-Schule
  gegründet.  Ein  städtisches  Institut  ev.  Konfession,  seit
        <pb n="378" />
        371

*

24*

1810  höhere  Bürgerschule,  1831  Gymnasium,  seit  1865  in  einem  neuerbauten ­
  Hause.  Die  Anstalt  hat  ein  Vermächtniß  aus  dem  17.  Jahrhundert ­
  von  dem  Viecebürgermeister  I.  Schimmelpfennig  (s.  d.)
und  ein  Lamprechtsches  Stipendium.  Einzelne  Klaffen  haben  einen
Fonds  zur  Unterstützung  armer  Schüler  (Wiese  S.  54).
Kneiphöfscbes  KausmannS-Mannsstift  zu  Königsberg,
von  dem  Vorsteher-Amt  der  Kaufmannschaft  verwaltet  Auf  die  Stiftsstellen ­
  haben  alte,  verarmte  Kaufleute  christlicher  Religion  Anspruch,
welche  thren  letzten  Wohnsitz  ,n  dem  Kneiphöfschen  Stadtbezirke  gehabt
haben.  In  Ermangelung  derselben  können  auch  dergleichen  Kaufleute
aus  den  andern  beiden  Stadtbezirken  berücksichtigt  werden.
Kneiphöfsches  Wittwen-  und  Waisenstift  zu  Königsberg.
Ein  altes  Institut  mit  einzelnen  Familien-Stiftungen.  Löfflerschc,
für  Personen  zunächst  ans  der  Stadrath  Löffler  scheu  Familie,  v!
Sch  arden-Lieder  Ische  Familien-Stiftung  mit  23331  Thlr.  begründet ­
  von  der  1800  +  verw.  Kommerzien-Räthin  Kelch  geb.  Li  edert.
Es  sollen  aus  den  Familien  v.  Scharben  und  Licdert  je  eine
Person  eine  Wohnung  und  monatlich  jede  3  Thlr.  erhalten,  auch  außerdem ­
  an  den  sonstigen  Vortheilen  der  im  Stift  befindlichen  Personen
Theil  nehmen.  Die  Kollation  der  Stellen  steht  den  Familien-Aeltesten
  zu.

Joh.  Georg  Knie,
(geb.  1793  in  Erfurt,  +  26.  Oliti  1859)  wurde  Begründer  der  Blindenanstalt ­
  zu  Breslau.  Er  selbst  erblindete  als  achtjähriger  Knabe  an
den  Blattern,  ward  1809  in  die  Berliner  Blinden-Anstalt  aufgenommen,
studlrte  spater  m  Breslau  die  philologischen  Wissenschaften  und  widmete
stch  ganz  dem  Berufe  als  Blinden-Lehrer.  Im  Jahre  1816  stiftete
er  Zur  Versorgung  im  Freiheitskampfe  erblindeter  Krieger  den  Verein
aus  welchem  bic  Bliudcn-Anstalt  hervorging,  für  die  er'als  Lehrer  und
Erhalter  40  Jahre  wirkte.  Er  gab  mehrere  Werke  heraus  und  schenkte
Ertrag  eines  Buches,  „Erinnerung  eines  Blindgeborenen",  gegen
1000  Thlr.,  der  Anstalt  zur  Unterstützung  entlassener  Zöglinge
¡BPiísai
Ķ  uiggen  Armenhaus.
E&amp;gt;nc  alt-  «Uftung  d-r  Stadt  Stargard  in  Pomm-r„.
August  Samuel  Knispel,
Apotheker  und  Stadt-Aeltester  zu  Haynau  (+  8.  August  1865)  hinterhqi
  etwa  80,000  Thlr.  zu  Legaten  und  milden  Stiftungen.  Bedacht
        <pb n="379" />
        372

wurden  zunächst:  die  Stadt  Meseritz  (Geburtsort  des  Testators)  mit
20,000  Thlr.  zu  verschiedenen  wohlthätigen  Zwecken,  das  Waisenhaus
zu  Züllichau  mit  12,000  Thlr.,  die  Diakonissen-Anstalt  Bethanien  zu
Breslau  mit  6000  Thlr.,  die  Prediger-Wittwenkaffe  des  Liegnitzer
Fürstenthums  mit  30n0  Thlr.,  die  Prediger-Wittwenkaffe  des  Kreises
Meseritz  mit  2000  Thlr.,  die  Schullehrer-Wittwenkaffe  desselben  Kreises
mit  2000  Thlr.,  die  Schullehrer-Wittweu-  und  Waisenkasse  des  Kreises
Haynau  mit  2000  Thlr.,  die  Stadt  Haynau  zur  Gründung  eines
Rettungshauses  für  verwahrloset«:  Kinder  mit  4000  Thlr.,  dortige  verschämte ­
  Arme  mit  500  Thlr.,  die  dortige  evangelische  Kirche  und  Schule
mit  je  100  Thlr.,  die  Kirche  zu  Steudnitz  mit  100  Thlr.
v.  Knobelödorffsche  Stiftung.
Der  Landes-Aelteste  v.  W  i  e  d  e  b  a  ch  -  N  o  st  i  tz  -  I  ä  n  k  e  n  d  o  r  f  auf  Arnsdorf
widmete  (1860)  auf  den  Wunsch  seiner  +  Schwester  Karoline  Marie
Elise  verw.  Majorin  v.  Knobelsdorfs  1000  Thlr.  zur  Ausbildung
Taubstummer,  vorzugsweise  aus  der  Preußischen  Oberlausitz.  Das
Kapital  wird  bei  dem  ständischen  Fonds  für  milde  Zwecke  als  v.
Knobelsdorfssche  Stiftung  verwaltet.
Kn  ob  tauch  scher  Prämienfonds.
Baurath  Knoblauch  (f  1865)  überwies  dem  Magistrat  zu  Berlin
500  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  davon  als  Prämie  für
Tischler-Lehrlinge,  welche  nach  zurückgelegter  Lehrzeit  bei  einem  Jnnungsmeister
  ihre  Prüfung  mit  Auszeichnung  bestanden  haben  und  der  Unterstützung ­
  bedürftig  sind,  verwendet  werden  sollen.
Knorr  sch  e  Stiftungen,
vom  Baurath  Friedrich  Knorr  zu  Breslau  (t  1847)  mit  etwa  25,000  Thlr.
begründet  und  dotirt.  Die  erste  Stiftung  sollte  das  Kapital-Vermögen
und  den  Ertrag  der  damals  für  1800  Thlr.  verpachteten  Güter  Obcrund
  Nieder-Lnzine  (Oels)  erhalten.  Hiervon  sollten  nach  Berichtigung
verschiedener  Vermächtnisse  \  der  jährlichen  Einnahme  zur  Bestreitung
eines  Theils  des  Eintrittsgeldes  der  in  die  Hospitäler  zu  St.  Bernhardin ­
  und  zum  heiligen  Geist  aufzunehmenden,  und  }  zur  Vertheilung
unter  die  in  diese  Hospitäler  Aufgenommenen  verwendet  werden.  Die
zweite  Stiftung  sollte  den  Ertrag  des  in  der  Breiten  Straße  25  zu
Breslau  belegenen  Grundstücks  beziehen  und  aus  dem  Fonds  ein  tüchtiger ­
  Orgelbauer  zur  Erhaltung  der  Breslauer  bedeutenden  Orgelwerke
salarirt  werden.  Der  dritten  Stiftung  sollte  der  Erlös  verschiedener
im  Testament  bezeichneten  Sammlungen  zufließen  und  aus  den  Zinsen
des  Fonds  sollen  alte,  ohne  ihr  Verschulden  verarmte  Maurer  und
Zimmer-Polirer  in  die  Hospitäler  untergebracht  werden.
Knothesche  Stiftung.
Der  Stadt-Syndikus,  Justizrath  Knot  he  (+  1848)  vermachte  der
Stadt  Sagan  2700  Thlr.  unter  der  Bedingung,  daß  mittelst  dieses
Kapitals  eine  „Justizrath  Knothesche  Stiftung"  gebildet,  der  jährliche ­
  Zinsen-Ertrag  zunächst  zur  Krankenpflege  und  der  etwanige  Ueber-
        <pb n="380" />
        373

rest  zur  Unterstützung  armer,  altersschwacher,  hülfsbedürftiger  Personen
verwendet  werde.  In  einem  Kodizille  setzte  der  Erblaffer  noch  200
Thlr.  für  die  dortigen  Stadtarmcn  aus:  die  Zinsen  sollen  alljährlich
an  seinem  Todestage  an  Hülfsbedürftige  ohne  Unterschied  der  Religion
vertheilt  werden.  Die  Verwaltung  beider  Vermächtniffe  und  die  Bertheilung ­
  der  Zinsen  ist  dem  Magistrat  übertragen.
Koblan  cksche  Stiftung.
Joh.  Heinr.  Sigismund  Ko  blanck,  Prediger  zu  Berlin,  schenkte  am
31.  December  1828  bte  Summe  von  100  Thlr.  mit  der  Bestimmung,
daß,  wenn  dieselben  durch  Zuschüße  und  Ansammlung  der  Zinsen
jährlich  20  Thlr.  abwerfen  würde,  diese  am  Geburtstage  des  Stifters
(22.  Febr.)  an  20  Arme  der  Louisenstadt-Gcmeinde,  die  über  60  Jahre
alt  sind,  mit  je  einem  Thaler  vertheilt  werden  sollten.
Albert  Koch,
Bahnhofs-Restaurateur  zu  Köpenick  (+  9.  Juli  1862)  setzte  die  Stadtgemeinde ­
  Köpenick  zur  Universal-Erbin  seines  Nachlasses  (etwa  1057
Thlr.)  mit  der  Verpflichtung  ein,  die  Zinsen  davon  jährlich  zur  Hälfte
am  Todestage  seiner  Ehefrau  an  eine  Braut,  zur  andern  Hälfte  an
seinem  Todestage  an  einen  Bräutigam  zur  Ausstattung  zu  zahlen.
Die  Auswahl  beider  aus  den  Einwohnern  von  Köpenick  steht  den  Stadtverordneten ­
  zu.

Wittwe  Koch,
zu  Treptow  a.  R.,  hinterließ  1846  letztwillig  300  Thlr.  zum  Ankauf
von  Holz  für  Arme  der  Stadt  Treptow  a.  R.  Das  Geld  ist  in
Grundstücken  angelegt  und  es  werden  aus  dem  Ertrage  (19 ?  Thlr.)
10  Arme  mit  je  r.  Klafter  Holz  bedacht.
Kochsche  Armen-Stiftung  zu  Warburg.
Der  Kapital-Fonds  beträgt  300  Thlr.

Koch  sche  Wittwen-Kasse,
bei  dem  Gymnasium  zu  hauban,  für  die  Lehrer  der  Anstalt.  Kapita
400  Thlr.
Koch-Trautweinsche  Stiftung,
mit  einem  Kapital  von  ursprünglich  306  und  300  Thlr.
MZUWZķ
„  Fr.  Kocziky,
jfttítor  der  ältesten  Pfarrschule  in  Königsberg  stiftete  ein  Stipendivi
\ úx  k ,c  aus  seiner  Familie,  welche  3  Jahre  hintereinande
à"'  Das  Kapital  betrug  im  Jahre  1838  &amp;lt;K°(
II.  *&amp;gt;54.)  3*&amp;gt;3 3  Thlr.;  von  den  Zinsen  erhielt  der  Stipendiat  13Thl&amp;gt;
        <pb n="381" />
        374

Köhler.
Seidenwirkermeister  zu  Berlin  (+  1815)  hinterließ  lctztwillig  ein  Kapital ­
  von  12.200  Thlr..  ans  dessen  Zinsen  dortige  arme  alte  Bürger
und  deren  Wittwen  monatlich  je  2  Thlr.  Armengeld  erhallen  sollen.
Das  Legat  wird  bei  der  städtischen  Haupt-Stiftungskasse  verwaltet  und
das  Kapital  war  1845  (Lisco  S.  82.)  auf  13,300  Thlr.  angewachsen.
Köhlersches  Legat,
Kapital  200  Thlr.  Die  Zinsen  werden  an  arme  Leute  der  -Ltadt
Krossen  vertheilt.
v.  K  ö  l  l  e  r  sche  Armen-Ştiftung.
Dompropst  Bogislav  Hcnnig  v.  Koller  (+  1737)  vermachte  den  armen
und  abgelebten  Unterthanen,  auch  Waisen,  wenn  dergleichen  vorhanden,
in  den  Cantrecker  Gütern  (Cammin)  ein  jährliches  Legat  von  24  Scheffel ­
  Roggen,  welche  von  den  einkommenden  Mühlenpächten  durch  den
Gutsherrn  mit  Zuziehung  des  Predigers  unter  die  Nothdürftigsten  jährlich ­
  vertheilt  werden  sollen.
Köllersche  Armen-Stiftung.
Die  Eheleute  Köller  zu  Ostcreiden  (+  1843)  setzten  dem  Armen-Fonds
des  Kirchspiels  Hoinkhausen  (Lippstadt)  1300  Thlr.  zur  Unterstützung
armer  Schulkinder,  namentlich  zur  Anschaffung  von  Büchern,  Kleidern
und  anderen  Schulbedürfnissen  aus.  Die  Stiftung  wird  als  ..Köllersche ­
  Armen-Stiftung"  von  dem  Armen-Borstande  unter  Aufsicht  der
Regierung  zu  Arnsberg  verwaltet.
KöllnischeS  Real-Gymnasium  zu  Berlin.
In  alter  Zeit  Petrinisches  Gymnasium,  seit  1820  städtische  Gelehrtcnund
  höhere  Bürger-Schule.  Kommunitätskaffe,  deren  zum  Theil  aus
älterer  Zeit  herstammende  Einkünfte  (260  Thlr.)  zu  Speiscgcldern  und
zu  Unterstützungen  für  ärmere  Schüler  verwendet  werden  (Wiese  S.  105).
Zwanzig  Schüler  werden  aus  dem  Berliner  Kirchen-Chor,  1840  nach
Aufhebung  des  Straßcn-Chors  gebildet,  unterstützt.  Es  gibt  5  vom
Königl.  Finanz-Ministerium  zu  besetzende  und  10  pCt.  städtische  Freistellen. ­
  Ein  von  König  Friedrich  Wilhelm  III.  herrührender  Geschenk-Fonds
  von  6800  Thlr.  wird  zu  Bedürfnissen  des  Gymnasiums,  namentlich ­
  des  Lehr-Apparats,  verwendet.  Bgl.  Goldschmidt-Vetterscher
Fonds,  Reichardt,  Schulze,  Schmidt  rc.  —  Wittwcnkasse  seit  1702  bestehend, ­
  réorganisât  1829.  Mitglieder  sind  der  Direktor  und  die
ordentlichen  Lehrer  der  Anstalt.  Antrittsgeld  10  Thlr.,  jährlicher  Beitrag ­
  2  Thlr.  Die  Kasse  gewährt  100  Thlr.  Begräbnißgcld,  den  Wittwen ­
  eine  Pension  von  350  Thlr.,  den  elternlosen  Waisen  die  ganze
Wittwcn-Pension  bis  zum  20sten  Lebensjahre.  Das  Vermögen  betrug
im  Jahre  1850  52,800  Thlr.
Kölner  Gefängniß-Derein.
Ein  Privat-Berein  zur  sittlichen  und  bürgerlichen  Besserung  entlassener
Gefangenen.  Er  erhält  seine  Mittel  durch  Beiträge  der  Mitglieder
und  beaufsichtigte  im  Jahr  1861  313  Personen.
        <pb n="382" />
        Freiherr  v.  König,
(t  I860  zu  Hirschberg)  legirte  dem  dortigen  Armen-Fonds  300  Thlr.:
die  Zinsen  davon  sollen  zu  Weihnachten  jeden  Jahres  an  zwei  unbescholtene ­
  und  bedürftige  dort  wohnhafte  Wittwen  vertheilt  werden.
Christoph  Königsche  Stiftung  zu  Osterburg,
für  drei  bedürftige  Familien  von  der  Nachkommenschaft  des  Stifters
im  Jahre  1616  errichtet.  Sie  hatte  im  Jahre  1842  ein  Kapital-Bermögen
  von  6000  Thlr.  (Hermes  11.  S.  359.)
Königs«Legat.
Diesen  Namen  führt  ein  Legat  von  7,000  Thlr.,  welches  König  Friedrich ­
  Wilhelm  III.  im  Jahre  1840  der  Stadt  Berlin  vermachte.  Die
Zinsen  des  Kapitals  (320  Thlr.)  werden  zufolge  Kommunalbeschlusies
am  19.  November,  als  am  Tage  der  Verleihung  der  Städte-Ordnung,
in  dankbarer  Erinnerung  an  dieses  Ereigniß  in  Raten  von  10  Thlr.
an  würdige  Bürger  vertheilt  und  die  Vorschläge  zur  Verkeilung  von
einer  Deputation  der  Stadtverordneten  aufgestellt.  Die  Stadt  Breslau
besitzt  ein  „Königs-Legat"  von  10,000  Thlr.,  das  ebenfalls  von  Friedrich ­
  Wilhelm  III.  herrührt.

KönigscheS  Legat.
Die  Wittwe  des  Kaufmanns  König  vermachte  (1842)  der  Haupt-Armenkafse
  zu  Berlin  1000  Thlr.  mit  gleichmäßiger  Bestimmung  wie  ein
früheres  Legat  ihres  t  Ehegatten,  nämlich  zur  Unterstützung  Armer.
Königs-Stiftung  zu  Nefsin  (Kolberg).
Die  Gemeinde  Nefsin  überreichte  Anfangs  1850  dem  Könige  Friedrich  Wilhelm
  IV.  zum  Zeichen  ihrer  Anhänglichkeit  und  Treue  ein  Gemälde,  in
dessen  Erwiderung  der  König  der  Gemeinde  ein  Geschenk  von  100  Frd'or
zu  einer  milden  Stiftung  überwies.  Nach  dem  Statut  von  1852  werden ­
  die  Einkünfte  verwendet  a)  für  Wittwen  und  Waisen,  deren  Verpflegung ­
  oder  Erziehung  der  Gemeinde  oder  dem  Gute  obliegen  würde;
b)  zur  Unterstützung  von  Familien  und  einzelnen  Personen  in  Nessin,
die  durch  Feuerschaden,  Viehstcrben,  Mißwachs  und  andere  Unglücksfälle, ­
  sowie  durch  Krankheit  oder  Absterben  des  Ernährers  in  Noth  gerathen
  sind;  zum  Ankauf  von  Bibeln,  Gesang-  und  Schulbüchern
ft^r  Kmder  bedürftiger  Eltern  in  Nessin.  Ein  Theil  der  Einkünfte  soll
^og  lchs  zur  T  ergroßerung  des  Kapitals  verwendet  werden.  Das  Kugüedschaft
  nach  ältesten  Mitglieder  der  Gemeinde.
Körngsberger  gemeinnützige  AktiemBau-Gesellschaft,
1864  mit  einem.  Grundkapital  von  20,000  Thlr.  in  Aktien  à  100  Thlr.
begründet,  um  durch  Erbauung  oder  Ankauf  von  Häusern  gesunde  und
zweckmäßig  eingerichtete  Wohnungen  zu  billigem  MiethSprcise  für  wenig
bemittelte  ordentliche  Leute  herzustellen.
        <pb n="383" />
        376

Graf  Königsdorff,
f.  v.  L  estwitzsche  Stiftungen.
Königsstcidtische  Real-Schule  zu  Berlin.
Das  älteste  städtische  Institut  dieser  Art  in  Berlin,  1832  als  höhere
Stadtschule  begründet,  seit  1859  Real-Schule  Istcr  Ordnung;  Schulgeld ­
  24  Thlr.,  Turngeld  1  Thlr.  jährlich.  Arme  und  fleißige  Schüler
erhalten  Freistellen,  deren  Zahl  jedoch  8  pCt.  der  Schülerzahl  nicht
übersteigen  darf.  Wenn  drei  oder  uiehrere  Geschwister  gleichzeitig  die
Anstalt  besuchen  und  die  Verhältnisse  der  Eltern  eine  Erleichterung  bei
Zahlung  des  Schulgeldes  rechtfertigen,  kann  dem  dritten  Bruder,  resp.
der  dritten  Schwester  der  ganz  freie,  den  folgenden  der  halbfrcie  Unterricht ­
  gewährt  werden.  Frei  sind  auch  die  Söhne  und  Töchter  der  bei
der  Anstalt  festangestellten  Lehrer.  S.  Peisker-Stiftung.
Köppjohannsche  Stiftung  zu  Berlin,
von  dem  Schiffbaumeister  Koppjohann  (t  1792)  für  arme  Wittwen
und  Waisen  aus  seiner  und  seiner  t  Gattin  Familie,  und  für  arme
Wittwen  und  Waisen  aus  dem  Bürgcrstande  der  Spandauer  Vorstadt
zu  Berlin  begründet.  Die  Einkünfte  beliefen  sich  Ende  1823  auf
2500  Thlr.  Die  beiden  Prediger  der  Sophienkirche  sind  von  dem
Stifter  mit  der  Geschäftsführung  zunächst  beauftragt  und  beziehen  dafür ­
  jeder  eine  Remuneration  von  50  Thlr.  Sie  müssen  das  Vermögen
der  Stiftung  verwalten,  sich  mit  den  Armen  der  Spandauer  Vorstadt
in  nähere  Verbindung  nnd  die  Armen-Dircktion  von  den  verliehenen
Bewilligungen  in  Kenntniß  setzen.  Die  Unterstützungen  betragen  für
Verwandte  des  Stifters,  Wittwen  und  Waisen  jährlich  24  Thlr.,  für
Bürger-Wittwen  10  Thlr.
Köppe-Unruh-Pragersche  Familien  Stiftungen  zu  Tergan,
von  ursprünglich  dreimal  1000  fl.  Kapital,  jetzt  5800  Thlr.  ;  die  zur
Familie  gehörigen  Bewerber  müssen  ihre  Abstammung  von  den  Stiftern
(der  verw.  Bürgermeister  Köppe,  dem  Dr.  Prager  und  dem  Bürgermeister ­
  Unruhe  jun.)  nachweisen.  Die  Verwaltung  der  Stiftungen
beruht  bei  dem  Magistrat.
Körnersche  Armen  Stiftnug,
mit  12,000  Thlr.  begründet,  welche  Johann  Heinrich  K  örner  zu  Olsberg ­
  dem  Armen-Fonds  ber  Kirchspiele  Bigge  und  Assinghausen  im
Kreise  Brilon  legirte.  Sie  steht  unter  bischöflicher  Verwaltung.
Körner  scheö  Legat.
Die  Wittwe  des  Schöffen  Jonas  Körner,  geb.  Pulte  zu  Bigge
(t  1842)  vermachte  den  Armen  des  Kirchspiels  Förde  (Olpe)  und  zwar
vorzugsweise  den  „Haus-Armen  und  ältesten  Gutsbesitzern",  (worunter
die  Armen,  welche  des  Bettclns  sich  enthalten  und  die  verarintcn  ursprünglichen ­
  Einsassen  des  Kirchspiels  zu  verstehen),  2000  Thlr.,  deren
Zinsen  alljährlich  nach  Bedürfniß  vertheilt  werden  sollen.  Die  Verwaltung ­
  des  Legats  geschieht  durch  einen  Vorstand,  welchen  der  Pastor,
der  Vikarius  und  einzelne  Familien-Mitglieder  bilden.
        <pb n="384" />
        377

KösterscheS  Bermächtmß.
Die  Zinsen  sind  zu  Prämien  für  weibliche  Dienstboten  aus  der  Stadt
Minden  bestimmt,  welche  wenigstens  7  Jahre  bei  einer  und  derselben
Herrschaft  gedient  haben.  Kapital  1250  Thlr.
Heinrich  Köster,
Bürgn  und  Kaufmann  ZN  Olpe,  erbaut-  theil«  an«  eigenen  Mitteln,
the,l«  an«  inilperi  B-,trägen  ein  Hau«  auf  ihm  eigenthümlich  gehörigen
Grundstücken  und  schenkte  d-ffelde  nebst  Ha,raum  und  andern  d°;n  q-.
hangen  GntNdstücken  der  M).  St,  Martins-Pfarrkirche  daselbst  zur
Errichtung  einer  Kranken-Anstalt  (1856).
Magdalene  Kohl,
Wittwe  zu  Berlin,  stiftete  im  17.  Jahrhundert  ein  Stipendium  für
Studirende  zunächst  aus  ihrer  Verwandschaft.  Dasielbe  beträgt  zur  Zeit
76  Thlr.  und  wird  durch  den  Magistrat  verliehen.
Kohlsche  Stiftungen  ;u  Trachenberg.
Von  der  Wittwe  des  Kaufmanns  Kohl,  geb.  Kröber  (f  1858)  begründet ­
  1)  für  arme  ev.  Kinder  des  Orts,  welche  kein  Schulgeld  entrichten
  können,  zum  Ankauf  von  Büchern  mit  500  Thlr.,  deren  Zinsen ­
  alljährlich  zu  verwenden  sind;  2)  zur  Unterstützung  hülfsbedürftiger
Professionisten  der  Stadt,  ohne  Unterschied  der  Konfession  mit  gleichfalls ­
  500  Thlr.  Die  Verwaltung  beider  Stiftungen  ist  der  städtischen
Behörde  übertragen.  Noch  vermachte  die  Wittwe  Kohl  der  ev.  Kirche
des  Orts  500  Thlr.
Kolziger  Landschulen  Stiftung.
Ein  Theil  der  großen  „Graf  S  ch  lab  rend  orffschen  Schul  -  Stiftung"
(s.  d.)  umfaßt  sie  die  im  Grünberger  Kreise,  Regierungsbezirk  2ieqnitz,
be  egeuen  Ortschaften:  Kolzig,  Grünwald,  Schlabrendorf,  Kolziger
Glashütte,  ^lpke,  Otterstädt,  Jeschana,  Neuvorwerk  und  Karschvorwerk.
Die  Stiftung  trat  mit  ihren  Mitteln  insofern  zunächst  ein,  als  sie  von
^  stern  1341  ab  das  seither  von  den  Familienvätern  entrichtete  Schulgeld ­
  auf  thre  Fonds  übernahm.  Gleichzeitig  wurde  der  Umbau  der
■B
        <pb n="385" />
        378
597  Thlr.  26  Sgr.  8  Pf.  erworben,  und  Iheilweise  zur  Benutzung  als
Gartenland  überwiesen;  1  Morgen  in  Kolzig  blieb  behufs  Ert  Heilung
des  Unterrichts  in  der  Obstkultur  reservirt.  Für  die  sämmtlichen  Schulsysteme ­
  wurden  die  Lehrer  theilweise  zunächst  nur  interimistisch  angestellt. ­
  Bei  ihrer  definitiven  Uebernahme  Seitens  der  Stiftung  erhielten ­
  sie  einen  Gehalt  von  jährlich  200  Thlr.  (der  vom  1.  Zannar  1850
ab  auf  250  Thlr.  erhöht  wurde),  freie  Wohnung,  Gartennutzung  und
je  12  Klaftern  Holz.  Die  Gemeinden  geben  zur  Unterhaltung  der
Schulen  und  Lehrer  Nichts.  Die  Stiftung  beschafft  sämmtliche  Erforderniste, ­
  sorgt  für  gute  Unterrichtsmittel  und  gewährt  den  armen  Kindern ­
  die  nöthigen  Lernmittel.  Die  Kolziger  Schulkastc  hat  einen  Rendanten ­
  (Pastor  Au  mann),  dem  ein  Kontroleur  zur  Seite  steht.  Die
Kasse  wird  nach  der  vorgeschriebenen  Instruktion  und  in  Gemäßheit
des  auf  drei  Jahre  festgestellten  Etats  verwaltet.  Die  nöthigen  Geld-Summen
  werden  nach  dem  vorhandenen  Bedürfniß  durch  den  Rendanten ­
  bei  der  Regierungs-Jnstituten-Hauptkasse  zu  Breslau  erhoben,  und
legt  Letzterer  über  die  Verwendung  alljährlich  Rechnung.
Kombinirter  Beckum-Ahlenscher  Kloster-Fonds.
Ein  bei  der  Regierung  zu  Arnsberg  verwalteter,  für  katholische  Kirchen- ­
  und  Schulzwecke  bestimmter  Fonds  mit  einer  jährlichen  Einnahme
von  4131  Thlr.
Kommnnal-LehrerVerein  zu  Berlin.
Im  Jahre  1849  begründet,  bezweckt  er  die  Fortbildung  seiner  Mitglieder, ­
  verfolgt  gesellige  Zwecke,  veranstaltet  Sammlungen  zu  Weihnachts-Bescheeruttgen
  für  arme  Kinder  und  giebt  zum  Besten  der  lctztcrn
Schriften  heraus.
Kompsches  Vermächtnis;  zu  Pingsheim  (Euskirchen),
von  den  Kompfchen  Eheleuten  herrührend.  Sie  vermachten  1847  ihren
Jmmobiliar-Nachlaß  —  bestehend  in  einem  schuldenfreien  Landgute  im
Werthe  von  etwa  32,000  Thlr.  —  der  Kirche,  der  Schule  und  den
Armen  daselbst,  indem  sic  bestimmten,  daß  von  dem  Pacht-Ertrage  des
Guts  —  welches  die  Testirer  noch  kurz  vor  ihrem  Ableben  gegen  einen
Pachtzins  von  jährlich  400  Thlr.  auf  99  Jahr  in  Erbpacht  ausgethan
hatten  —  die  Kirche  ļļ,  die  Schule  und  die  Armen  jede  şģ  beziehen
sollten.
Konfirmanden  Haus  zu  Bäslack  (Nastenburg).
In  demselben  werden  Kinder,  welche  wegen  Armuth,  Mangel  an  den
gesetzlich  erforderlichen  Schulkcnntnissen  oder  aus  ähnlichen  Gründen
zur  Zeit  der  Einsegnung  in  Gefahr  stehen,  der  evangelischen  Kirche  verloren ­
  zu  gehen  (indem  ihre  Angehörigen  sie  wegen  der  ohne  Schwierigkeit ­
  zu  erlangenden  Einsegnung  der  kathol.  Kirche  zuführen),  dem
evang.  Glaubensbekenntnisse  dadurch  erhalten,  daß  ihnen  Obdach,  Pflege,
Kleidung,  Unterricht  und  Einsegnung  unentgeltlich  gewährt  wird.  Der
Unterricht  wird  durch  einen  angestellten  Lehrer  und  durch  den  Orts-Geistlichen
  ertheilt.  Die  jährlichen  Kosten  der  Anstalt  mit  5—600
        <pb n="386" />
        379

Thlr.  werden  theils  durch  Beiträge  der  Gustav-Adolphs-Stiftung  herbeigeschafft, ­
  theils  aus  dem  Ertrage  der  der  Anstalt  gehörigen  Ģrundşià
  entnommen.  Zur  Anschaffung  der  letztcrn  schenkte  Kaufmann
Wlesenthal  300  Thlr.
Kongregation  der  armen  Schwestern  vom  h.  Franziskus  in  Killn.
ellissi
Kongregation  der  barmherzigen  Schwestern  zu  Trier
aittÄï.  ».ÄfÄiÄiņ,«",;*
Kongregation  der  Frauen  vom  guten  Hirten  zu  St.  Pantin  (Trier).
Die  von  ihnen  gegründete  Anstalt  ist  zur  Aufnahme  von  gefallenen  weiblichen
  Personen,  oder  solchen,  deren  Sittlichkeit  gefährdet  ist,  bestimmt.
Kongregation  der  Schwestern  vom  b.  Augustinus  zu  Köln.
Eine  auf  milden  Stiftungen  beruhende  Anstalt  zur  Verpflegung  armer
Kranken.  Die  Pflege  wird  von  12  geistlichen  Schwestern  'geübt.
Konow-Bulssches  Stipendium  zu  Perleberg.
Mtet  1581  von  der  Wittwe  des  Konsuls  Konow  geb.  Buls  mit
400  dulden.  Die  Zinsen  werden  an  studirende  Mitglieder  der  Fann
  .e,  event,  an  Perleberger  Stadtkinder,  auf  2  Jahre  von  den  beiden
Ä.  5,1  şià-Konopackisches
  Kaufinanns-Mannsstift  zu  Königsberg
ZLMZNMs
à  Konservatorium  der  Mnstk  zu  Köln.
sar  vsssu,
~  .  Konvent  zu  Bonn,
        <pb n="387" />
        380

Konvent  zu  Weißensee,
ein  städtisches  Hospital  für  14  alte  hülfsbedürftige  achtbare  Leute.  Sie
zahlen  14  Thlr.  Einkaufsgeld  und  erhalten  freie  Wohnung,  ärztliche
Behandlung  und  jährlich  9  Thlr.  an  baarem  Gelde.  Kapital  1000
Thaler.  Die  Regierungs-Hauptkasfe  in  Erfurt  zahlt  jährlich  1361  Thlr.
Zuschuß.
Konvente  zu  Köln,
auf  alten  Stiftungen  beruhende  Institute  zur  Unterbringung  bejahrter
Wittwen  und  Jungfrauen,  welche  freie  Wohnung  und  Armen-Unter"-stützung
  erhalten.  Es  gab  im  Jahre  1861  13  solcher  Anstalten.  Sie
stehen  unter  der  städtischen  Verwaltung;  es  waren  darin,  sowie  in
Miethswohnungen  158  Personen  untergebracht;  107  andere  Konventualinnen
  bezogen  eine  Mieths-Entschädigung  in  Geld.
Koppe  sches  Hospital  zu  Berlin.
Eine  Stiftung  des  Rathsherrn  Koppe  (1705)  zur  Aufnahme  alter
Frauen.  Das  Vermögen  der  Anstalt  belief  sich  1860  auf  8670  Thlr.;
seit  1849  ist  sie  mit  dem  Fricdrich-Wilhelms-Hospital  (s.  d.  A.)  vereinigt. ­


Koppe  Stiftung.
Dieselbe  ist  zum  Andenken  des  1863  t  Landes-Oekonomie-Raths  Dr.
Koppe  von  den  Verehrern  desselben  projektirt  und  soll  die  Unterstützung
verdienter  landwirthschaftlicher  Beamten  und  deren  Wittwen  und  Waisen ­
  bezwecken.  Im  Jahre  1864  belief  sich  der  von  dem  „Schlesischen
Verein  zur  Unterstützung  landwirthschaftlicher  Beamten"  (s.  d.)  verwaltete ­
  Bestand  der  Einlagen  auf  5500  Thlr.  und  an  jährlichen  Beiträgen
waren  140  Thlr.  gezeichnet;  über  die  Zwecke  der  Stiftung  war  ein
definitiver  Beschluß  noch  nicht  gefaßt.
Kornsche  Bersorgungs-Anstalt  zu  Saarbritckcn.
für  altersschwache  und  arbeitsunfähige,  in  der  Stadt  Saarbrücken  wohnhafte ­
  Personen  beiderlei  Geschlechts,  ohne  Unterschied  der  Konstsston
und  ohne  irgend  eine  Bevorzugung.  Sie  ist  von  dem  Rentner  George
Philipp  Korn  (t  1856)  1850  mit  einem  der  evangelisch  umrten  Pfarrqcmeinde
  daselbst  geschenkten  Grundstücke  im  Werthe  von  6000  Thlr.
begründet  und  1856  von  ihm  mit  einem  Legat  von  6000  Thlr.  bedacht.
Seine  Wittwe  hinterließ  dem  Institut  gleichfalls  4000  Thlr.  Vgl.
Francn-Vereitt  zu  Saarbrücken  und  St.  Johann  rc.
Kornfailsche  Stiftung,
bei  der  Universität  Halle-Wittenberg.  Gräfin  v.  K  ornfail-Weinfcld
  geb.  Gräfin  v.  Zinzendorff  vermachte  1000  Thlr.  zu  einem
Stipendium  für  einen  bedürftigen  Studircnden  der  Medicin.  Dasselbe
wird  auf  drei,  auch  auf  vier  Jahre  verliehen.  Das  Kapital  hat  sich
im  Laufe  der  Zeit  vermehrt  (Koch  1.  S.  447).
Kornhändler-Gesellen-Arnienkafse  zu  Danzig,
ein  1720  von  den  Kornhändler-Gesellen  gestifteter  Verein,  welcher  die
        <pb n="388" />
        381

Unterstützung  dürftiger  und  zu  ihrem  Geschäft  durch  Alter  oder  Krankheit ­
  unfähiger  Gesellen  beabsichtigt.  Derselbe  wird  von  dem  Vorsteher
der  kauf,nannl,cher,  Armenkasse  verwaltet  und  hatte  1822,  wo  der  Verzr&amp;amp;Zf
  ' ?trion
Kornmessersches  Waisenhaus  zu  Berlin
IN  der  Anstalt  verbleiben.  Vor  dem  siebenten  Jahre  und  ohne  die  Fer-«ufAenomnmi
  »,c^n.
Seit  18(&amp;gt;3  nimmt  das  Haus  auch  auswärtige  Schüler  auf;  die  Knaben ­
  werden  für  die  Quarta  eines  Gymnasiums  oder  einer  Realschule
LM
nomitin  Zahlen  rechne»  können.  Das  vier,-,jährliche  Schulgeld  betrügt
Albano  Körte,
Koschmidersches  Stipendium  zu  Neustadt  (Oppeln),
LŞTWBNE
Rolln.  ^  r  ß  f  Ķoschwitzsche«  Vermächtnis
àWWMMW
ÌÌHÌÌll
        <pb n="389" />
        382

Koseler  Stiftung  für  bedürftige  Militär  Familien.
Bei  Gelegenheit  des  am  1.  April  1839  zu  Kosel  gefeierten  25  jährigen ­
  Stiftungsfestes  der  Landwehr  wurde  von  den  Kreisständen  beschlossen, ­
  durch  Beiträge  einen  gemeinschaftlichen  Fonds  zu  dem  Zwecke
zu  gründen,  um  daraus  für  den  Fall  eines  Krieges  die  bedürftigen
Familien  der  zu  den  Waffen  gerufenen  Landwehrmänner  des  Kreises
zu  unterstützen.  Mit  der  Ausführung  dieses  Beschlusses  machte  Fürst
August  zu  Hohenlohe-Oehringen  auf  Slawcntzitz  den  Anfang,  indem
er  1000  Thlr.  in  Staatsschuldscheinen  mit  der  Bestimmung  zur  Verfügung ­
  der  Regierung  zu  Oppeln  stellte,  daß  der  Zinsen-Ertrag  vorläufig ­
  immer  wieder  zu  Kapital  angelegt  und  letzteres  dadurch  )o  viel
als  möglich  vermehrt  werde.
Graf  Kospothsche  Stiftung.
3oad)im  Reideras  o.  @cnnai'ßiei,tenant
und  Kammerherr  vermachte  (1727)  der  Schule  zu  Oels  ein  Kapital
von  150,000  Gulden,  das  als  immerwährende  Hypothek  aus  den  im
Kreise  Oels  gelegenen  Gütern  der  Familie  eingetragen  ist.  Die  Kaiserliche ­
  Bestätigung  dieser  blos  protestantischen  Stiftung  erfolgte  173b
unter  folgenden  Maßgaben:  von  den  jährlich  eingehenden  7ķ  Gulden
erhält  1)'  die  Ritter-Akademie  zu  Liegnitz  1000  Gulden,  wofür  immer
zwei  aus  dein  Fürstenthum  Oels  gebürtige  Edelleute  drei  Jahre  lang
freien  Unterhalt  und  Unterricht  genießen  sollen;  2)  chas  Seminar  zu
Oels  erhält  zur  Besoldung  der  Lehrer  überhaupt  1536  Gulden;  3)  auf
demselben  genießen  12  Stipendiaten  immer  auf  4  Jahre  jähilich  zusammen ­
  1380  Gulden,  außer  86  Gulden  auf  Schulbücher  und  Prämien- ­
  4)  von  diesen  Stipendiaten  erhalten  4  zur  Fortsetzung  ihrer
Studien  auf  der  Universität  jährlich  zusammen  1378  Gulden  dreiJahre
hindurch;  5)  zur  bessern  Salarirung  der  Dorf-Schulmeister  uu  FurstcntW
  biene»  1%lid)  400  @i,íbnt;  6)  3i,r$c#eM  wib  ar&amp;amp;t,
lichen  Versorgung  der  kranken  Stipendiateli  und  der  Unterthanen  auf
Unterthanen  ans  den  genannten  Gütern,  hauptsächlich  bei  Mltzwachs  und
theueren  Jahren  ein  jährliches  Kapital  von  1040  Gulden.  Den  Vorsitz ­
  der  Administration  dieser  Stiftung  hat  der  jedesmalige  Besitzer  der
Kospothscheu  Güter.  S.  Gymnasium  zu  Oels.

Pmiiii'  (Sbaisolte  v.  Koñvotb

stiftete  bei  der  Universität  Königsberg  6000  fl.  zu  einem  adligen  und
uvei  bürgerlichen  Stipendien  in  der  Art,  daß  die  beiden  letztern  nur
die  eine  der  adlige  Studirende  die  andere  Hälfte  erhalten.  Den  Borrì,. ­
  haben  die  Mitglieder  der  Familie  des  Queduauschen  Pfarrers
Stör  beck  und  des  Dr.  Lepner.  Von  den  Zinsen  des  Kapitals  von
20211  Thlr.  erhielt  1838  (Koch  11.  554.)  der  adlige  Stipendiat  26^
Thlr/und  die  beiden  Bürgerlichen  zusammen  26f  Thlr.
Ko  tel  mann  scher  Schul-Legat.
Eine  alte  Stiftung  der  Stadt  Treptow  a.  T.
        <pb n="390" />
        383

^Dieselbe  h°.  SS'lSMs&amp;lt;"*«■
».  Kottwitzsche  Arnien-Unterstützungs.Anstalt  zu  Berlin.
¡¡¡11
Beschaffung  des  Brennmaterials  gewährt,  event,  denselben  durch  Verssrzpr&amp;amp;rsi

m
?  Ņr«,.u.

gemissten  Stiftung  fe  '3Î  °'w°  2s&amp;gt;0,000  Lhft.  zu  eit
stimmten  Modifikationen  cine  ^'b'nct  dost  ;  unter  gewifien  ļ
        <pb n="391" />
        384

dem  Lande,  Baumschulen,  Fortbildungs-Schulen  für  Handwerker,  Darlehne ­
  an  Landwirthe  rc.  verwendet  werden  sollen.  Nach  dem  Wunsche  des
Berstorbenen  soll  die  ganze  Stiftung  zu  Ehren  seines  Batcrs,  des
Landschafts-Direktors  Frhrn.  v.  Kottwitz  den  Namen  „Karl  Gotthardt ­
  Frhr.  v.  Kottwitzsche  Stiftung"  führen,  die  Verwaltung  derselben ­
  aber  der  Regierung  in  Breslau  gegen  eine  entsprechende  Remuneration ­
  der  dabei  berheiligten  Beamten  zustehen.  Die  Stiftung  hat
unter  dem  30.  August  1861  mit  Verleihung  der  Rechte  einer  juristischen
Person  die  landesherrliche  Genehmigung  erhallen.
Freiin  v.  Kottwitz  sebe  Stiftung  zu  «tedian,
begründet  von  der  1853  in  Breslau  t  Gattin  des  Vorigen,  geb.  von
Haxthausen,  früher  verw.  gewesene  Sack.  Die  Zinsen  von  1000
Thlr.  sollen  der  Wittwe  event,  den  Waisen  eines  Rathes  der  Regierung ­
  zu  Breslau,  und  wenn  etwa  auch  deren  nicht  vorhanden  sein
sollten,  zweien  Wittwen  von  Regierungs-Subalternen  zu  Theil  werden.
Die  Verleihung  steht  der  Regierung  zu,  welche  die  Bedürftigsten  auszuwählen ­
  hat.
v.  Kottwitzsche  Suftnng  zu  Posen.
Ein  Unterstützungs-Fonds  für  wohlthätige  Zwecke  der  Provinz,  verwaltet ­
  von  der  Regierung.
v.  Kottwitzsches  Legat  zu  Krossen.
Das  Kapital  beträgt  750  Thlr.  Die  Zinsen  werden  an  arme  Leute
der  Stadt  Krossen  vertheilt.
v.  Kottwitzsches  Vermächtniß  zu  Nimptsch.
Der  zu  Nimptsch  (1855)  +  Frhr.  v.  Kottwitz  wendete  der  Armen-Kasse
  100  Thlr.  unter  der  Bedingung  zu,  daß  die  Zinsen  davon  zur
Bezahlung  von  Miethe  für  alte  und  schwache  Personen  verwendet  werden ­
  sollen.  _
v.  Kowalsktsche  Stiftung.
Auf  dem  Rittergute  Spitzings  im  Landkreise  Konlgsberg  seit  1832
bestehend,  hat  sic  den  Zweck,  15  Waisenknaben  vom  8  ten  Lebensiahrc
ab  zu  Laudleutcn  und  10  Mädchen  zu  Schaffnerinnen  auszubilden.  Im
Jahre  1852  wurde  damit  eine  Ackerbau-Schule  verbunden,  die  sich  zur
Aufgabe  stellt,  Söhne  armer  Landlcute  aus  dem  Regierungs-Bezirk
Königsberg,  welche  das  17te  Lebensjahr  zurückgelegt  haben,  durch  passenden ­
  landwirthschaftlichen  Unterricht  und  Praktische  Uebung  in  der
zur  Anstalt  gehörenden  Gutswirthschaft  zu  tüchtigen  Wirthschaftern  und
Kämmerern  auszubilden  oder  zur  selbstständigen  Führung  einer  kleinen
Wirthschaft  zu  befähigen.  Die  Bewerbungen  um  Aufnahme  in  die  Anstalt ­
  sind  dem  Kuratorium  oder  dem  Direktor  der  Anstalt  einzureichen.
Die  Anstalt  hat  12  Freistellen,  deren  Inhaber  im  ersten  Jahre  10,
int  zweiten  121,  im  dritten  15  Thlr.  Lohn  erhalten.  Außerdem  finden ­
  6  Penfionaire  Aufnahme,  welche  im  ersten  Jahre  50,  im  zweiten
40,  im  dritten  30  Thlr.  zu  zahlen  haben.
K  ow  alewö  kisches  Stipendium,
1771  von  Christine  Katharine  Ko  walew  ski  mit  1OO0  Thlr.  begrün-
        <pb n="392" />
        385

¡¡BMI
_  v  ,  Krämer-Armenkasie  zu  Danzig.
M
Ķrämergesellen-Armenkasse  zu  Danzig
mm
Wittwrn  verstorbener  osten,  reisende  Handlungsdiener  oder
berechtigt  rc.  Die  staatlich  «i.,!?  3 " m  '**&amp;gt;«  UirtcrfiÖ^uiigcn
stub  der  Stiftung  àer  den,  o  e ~ cl,m, 9 Mn 9  und  Korporalions  -  Rechte
oem  Januar  1829  ertheilt.
Kaufmann  z„  èaaûn  (HgOT?,

25
        <pb n="393" />
        386

Krammesches  Stift  in  Pyritz,
Aus  einem  Bermächtniß  des  Apothekers  Kram  me  (+  1822)  von
50  000  Thlr.  begründet.  Das  Stift  nimmt  28  alte  Personen  vom
Lande  im  Umkreise  1  Meile  von  Pyritz)  auf  und  gewährt  ihnen  neben
Wohnung  und  Feuerung  monatlich  4+  Thlr.
Kramstasche  Vermächtnisse.
August  Kramsta  (+  1849),  Kaufmann  und  Rittergutsbesitzer  hinterließ ­
  der  Kommune  Freiburg  in  Schl,  mehrere  Legate:  für  dre  schulen
1600,  für  die  Armenkasse  1600,  für  arme  Bürger  1000  Thlr.  Kaufmann ­
  Christian  Gottlieb  Kramsta  (+  1838)  vermachte  der  dortigen
ev.  Schule  2000  Thlr.,  der  Armenkasse  2000  Thlr.  Henrrette  Kr  a  m  sta
geb.  Krebs  (-s  1862)  hinterließ  der  ev.  Kirche  zu  Bolkenhain  3000
3#.  aW  „^enñetle  Wlicher
  Bedürfnisse  und  zur  Verbesserung  des  Einkommens  des  Geistlichen. ­

Kranichfeld-B  örnersches  Legat.
Eine  Erfurter  Stiftung,  Stannn-Kapital  9000  Thlr.  ;  von  den  Zinsen
w*  52»  r.'Ä'C
60,  an  45  bergt.  60  Thlr.  in  zwei  Terminen  gezahlt.
v.  Kranichstedt,
Justizrath  in  Breslau  (t  1840)  vermachte  a)  dem  Kurfürstlichen  Orphanotrophium,
  in  welchem  er  seine  erste  Erziehung  genossen,  12,000,
6000  und  4000  Thlr.;  b)  dem  Freitisch-Fonds  der  Universität  2000
Thlr.;  c)  dem  katholischen  Schullehrer-Seminar  1000  Thlr.;  à)  der
Augustin  Ferrari  scheu  milden  Stiftung  2000  Thlr.  ;  «)  dem  Hospital
zur  schmerzhaften  Mutter  2500  Thlr.  ;  f)  beut  Institut  der  Ursuliuerinnen
  zu  Schweidnitz  4000  Thlr.  rc.
Kranken-Ai,statt  zu  Brieg.
Ein  städtisches  aNgemcines  Institut.  Es  zählte  1861  mehr  a\9  200
Kranke.  Für  jeden  werden  täglich  8  Sgr.,  sei  es  durch  den  zur  Istlege
verpflichteten  auswärtigen  Armen-Berband  vergütigt,  sei  cs  durch  die
Armenkasse  gezahlt.  Frau  v.  Hönicka  geb.  Gräff  (+  1862)  vermachte ­
  der  Stadt  zur  Errichtung  eines  Krankenhauses,  beziehungsweise
zur  Erweiterung  und  Berlegnng  der  schon  bestehenden  städtischen  Krankcn-Anstalt
  3500  Thlr.
Kranken  Anstalt  für  weibliche  Dienstboten  zu  Brieg,
seit  1857  bestehend.  Jeder  weibliche  Dienstbote  zahlt  beim  Dienstantritt
und  beim  Wechsel  des  Dienstes  21  Sgr.  Seit  1861  sind  zwei  Diakonissen
  aus  dem  Mntterhause  Bethanien  zu  Breslau  hier  ausgenommen,
welche  nicht  nur  im  Hause,  sondern  auch  auswärts  der  ambulanten
Krankenpflege  sich  widmen,  Nachtwachen  halten  und  Kranke  aus  ge
sammelten  milden  Gaben  unterstützen.
        <pb n="394" />
        387

Kranken  Anstalt  zu  Bitren
-ŞLDķs-Kranken
  Anstalt  zu  Darfeld  (Koesfeld)
5 “ mm ‘  h°rg°st.M  und  °u,
Kranken-Anstalt  zu  Fürstenberg  (Büren).
k«  OrtTbegSet'  m^fdtkm  Ģ'"N-°hn-rn
Kranken-Anstalt  zu  Kulm.
Ş
Kranken  Anstalt  zu  Magdeburg.
Dienstherrschaften  i?elirsifv°  ^"son  für  das  Kalenderjahr  erhalten  die
freie  Kur  und  Vervfleann«""  ş/ir  ihre  Leute  in  Ertrankungsfällen
licher  Kategorie  für  fi*  A'  au “)  können  einzeln  stehende  Personen  ähn-Stistung,
  um  bedürftiaen  ^àmiren;  ^  die  Kersten-Balcksche
Krankenhause  eine  àterfin.,  ""  "*w°tern  nach  ihrer  Entlastung  vom
Stiftung  hat  ihren  Namen  { Ur  Wiedcraufhülfe  zu  gewähren.  Die

2b
        <pb n="395" />
        388

Kranken-Anstalt  der  barmherzigen  Schwestern  in  Oppeln.
Diese  um  das  Jahr  1852  begründete,  unter  Leitung  der  barmherzigen
Schwestern  vom  Orden  des  heil.  Franziskus  stehende  Anstalt  nimmt
Kranke  theils  gegen  volle  Bezahlung,  theils  gegen  geringe  Vergütlgung
und  unentgeltlich  auf;  nächstdem  werden  Kranke  in  ihren  Wohnungen
verpflegt  und  arme  und  bedürftige  Kranke  mit  Suppen  bedacht.  Kunstmaler ­
  Joseph  Jackisch  (t  1862)  begründete  mit  einem  Kapital  von
2000  Thlr.  ein  Freibett.
Kranken  Anstalt  zu  Pauliner  Wiese  (Ober-Glogan).
Um  das  Jahr  1850  errichtet,  indem  Graf  Oppersdorf  die  Klostergebäude
  schenkte  und  manche  andere  Zuwendungen  auch  Seitens  der
Kreis-Stände  hinzukamen.  Die  Einnahmen  bestehen  in  Spenden  der
Wohlthätigkeit,  das  Wirken  der  Anstalt  erstreckt  sich  auf  Kranke  ohne
Unterschied  des  Geschlechts  und  Glaubens.  Die  Leitung  ist  barmherzigen ­
  Schwestern  aus  dein  Orden  des  h.  Karl  Borromäus  anvertraut.
1864  wurden  394  Kranke  verpflegt,  913  andere  Patienten  behandelt
und  zahlreiche  Aliiiosen  an  die  arine  Bevölkerung  vertheilt.
Kranken-Anstalt  zu  Pilchowitz  (Rybnik).
Es  verdankt  seine  Stiftung  einer  testamentarischen  Zuwendung  des
1793  t  Rentmeister  Anton  Welzel  zu  Rybnik,  der  sein  etwa  21,000
Thlr.  betragendes  Verniögcn  zu  einem  in  Pilchowitz  zu  errichtenden
barmherzigen  Brüder-Kloster,  in  welches  arme  Kranke  aufzunehmen
seien,  vermacht  hatte.  Der  Bau  wurde  1809  begonnen  und  das  Kloster
1814  eingeweiht.  Im  Jahre  1858  mit  Hülfe  einer  Unterstützung  der
Provinzial-Stände  erweitert,  hat  die  Anstalt  40  Betten:  ein  Krankenbett ­
  stiftete  Dr.  Roger.
Kranken-Anstalt  zu  Posen,
von  König  Friedrich  Wilhelm  III.  durch  Ueberlassung  der  Gebäude
des  säkularisirten  Klarissen-Klosters  mit  Garten  und  Oekononne-Gebaude
sowie  durch  Ueberweisung  des  Kapital-Vernlögens  von  vier  aufgehobenen ­
  Klöstern  im  Betrage  von  116,000  Thlr.  gegründet.  Die  Verwaltung ­
  der  Anstalt  ist  den  grauen  barmherzigen  Schwestern  vom  Orden
des  Vincent-Paul  anvertraut.
Kranken-Anstalt  zu  Steinau.
Ein  Institut  barmherziger  Brüder,  seit  1861  als  Filial  des  „Klosters
der  barmherzigen  Brüder"  zu  Breslau  auf  einem,  von  dem  Brauer
Sebastian  Weber  bau  er  geschenkten  Grundstück  aus  milden  Gaben  her-  %
gestellt  und  unterhalten.
Kranken  Anstalt  zu  Westheim  (Büren).
Ein  Privat-Jnstitut,  von  der  Gräfin  zu  Stoiber  g  1858  gegründet
und  seitdem  unterhalten.
Kranken-Anstalt  „zum  barmherzigen  Samariter"  in  Wollstein.
Von  einer  reichen  katholischen  Engländerin  Maria  Pearce  vor  einigen
        <pb n="396" />
        389

W4*#Ä  stímtur
Krankenhaus  zu  Altena.
g#rngm#
Krankenhaus  zu  Berlin.
»V»
Krankenhaus  zu  Bielefeld.
üCSäS!
Ei-  städtisch-«  3„ ftitut  ««Wb.
unb  mit  einer  Irren  -  ,Ul *  ^oßem  Kostenaufwanbe  neu  erba
130,  das  Irrenhaus  auf  NO  ?."'^""den.  Das  Krankenhaus  ist  -
'°"-á*»»  äu9us,c  »'

"""'acht,  d-r  AustaitVL  &amp;amp;
Ein  kleines  Kloster  zur  BE,''7^  *“
        <pb n="397" />
        390

Schlesien  mit  einem  Kostenaufwande  von  13,000  Thlr.  hergestellt,  nachdem ­
  Graf  Scherr-Thoß  auf  Dobrau  1000  Thlr.,  der  Kreis  Falkenberg ­
  2000  Thlr.  geschenkt  und  die  Stadt  ein  Grundstück  von
4L  Morgen  hergegeben  hatte.  Die  Leitung  der  Krankenpflege  istDiakonissen ­
  anvertraut.
Krankenhaus  zu  Gerdauen.
Seit  1861  von  der  Genossenschaft  des  Johanniter-Ordens  begründet.
Die  Unterhaltungskosten  werden  durch  freiwillige  Beiträge  gedeckt,  event,
vom  Johanniter-Orden  getragen.  Die  Leitung  der  Krankenpflege  ist
Diakonissen  anvertraut.
Krankenhaus  zu  Glatz.
Ein  städtisches  Institut,  desien  Oekonomie  von  barmherzigen  Schwestern
geleitet  wird,  mit  einer  Abtheilung  für  Sieche.  Die  Anstalt  läßt  auch
an  arme  und  gebrechliche  Personen  in  der  Stadt  puppen  vertheilen,
und  die  barmherzigen  Schwestern  verrichten  zugleich  Krankendienste
außerhalb  des  Hauses.
Krankenhaus  zu  Glogau.
Eine  mit  dem  Hospital  vereinigte  städtische  Anstalt,  in  welcher  jährlich
etwa  300  Personen  Aufnahme  und  ärztliche  Behandlung  finden.  Um
einen  Fonds  für  dieselbe  zu  begründen,  lcgirte  Kaufmann  Nitschkc
(s.  d.)  ihr  ein  Kapital  von  3000  Thlr.  Außerdem  vermachte  er  5000
Thlr.  zu  einer  mit  dem  Krankenhause  verbundenen  Stiftung  für  unbemittelte ­
  Personen,  welche  gesetzlich  keinen  Anspruch  auf  Kommunal-Armenpflege
  haben,  sowie  für  verschämte  Arme.  Die  Zinsen  sotten
alljährlich  am  9.  Januar,  dem  Jahrestage  des  Geburtsfestes  des  Erblasiers,
  mit  {  zur  Verthcilung  von  Holz,  mit  \  zu  baaren  Unterstützungen ­
  verwendet  werden.
Krankenhaus  zu  Görlitz.
Ein  städtisches  Institut,  zur  Aufnahme  von  60  Kranken  eingerichtet.
Jährliche  Unterhaltungskosten  etwa  4500  Thlr.,  wovon  die  Halste  von
der  Stadt  zugeschosien  werden  muß.
Krankenhaus  zu  Gütersloh,
eine  zu  der  Barth  sche  Stiftung  (d.  d.)  gehörige,  1861  erbaute  und
eint  15.  Oktober  1862  eröffnete  Anstalt.
Krankenhaus  zu  Gymnich  (Euskirchen).
Ein  kleines  Kloster,  von  dem  Grafen  v.  Wolff-Mettcrnich  hergestellt ­
  und  unterhalten.  Es  wird  von  drei  Schwestern  des  Ordens  der
Dicnstmäqde  Jesu  Christi  bewohnt,  die  sich  ausschließlich  der  Krankenpflege ­
  außerhalb  widmen,  Unterricht  in  Handarbeiten  ertheilen  und  bic
Bewahrung  kleiner  Kinder  der  Armen  übernehmen.
Krankenhaus  zu  Königsberg.
Eine  städtische  Anstalt,  welche  täglich  etwa  130  Kranke  hat  und  eine
Summ-  von  17,000  Thlr.  jährlich  zur  Uul-rh-lluug  -rs°-d-rt.  R-°,-r-
        <pb n="398" />
        391
transe  werden  mit  einem  Anfwande  von  2—3000  Thlr.  durch  die
Armen-Aerzte  behandelt.
Krankenhaus  der  Barmherzigkeit  (Diakonissenhauö)  zu  Königsberg.
wrm
wnrden  allem  15  Gedenkbetten  gestiftet,  darunter  zwei  von  der  Königin
Augusta  und  eins  von  Frau  Domnick  zu  Patersort.  König  Wilhelm
schenkte  5000  Thlr.  Die  Verbindung  eines  Siechenhauses  mit  der
Kranken-Anstalt  ist  im  Werke.  Vorsitzender  des  Vorstandes  ist  der
Ober-Präsident.
Krankenhaus  zu  Krefeld,
für  Kranke  aller  Konfessionen  aus  Vermächtniffcn  und  Schenkungen
der  Wittwe  de  Greifs  geb.  Floh  (1832)  von  5000  Thlr.,  der
ifitiil
Krankenhaus  zu  Lembeck  (Recklinghausen).
.S'"
S'afî•£“?
d°rmh-r,igen  Schwestern  nnvMrom^^"'  Ķr°"ļ-vpfl-g°  ist  d-n
von  dem  185,  S ;tr tt ‘  ^i«»°wid  (B.U.H.»),
MrMWMßZW
Dass-st,  L-  Ķrankenha«,  zu  Reuenkirchen  (Wiedenbrück).
        <pb n="399" />
        392

Die  Unterhaltungskosten  werden  größtentheils  durch  freiwillige  Beiträge
aufgebracht.
Krankenhaus  zu  Neu-Ruppin.
Eine  Kreis-Anstalt,  1856  aus  Kreismitteln  mit  Hülfe  eines  Zuschusses
aus  den  Fonds  des  Johanniter-Ordens  gegründet.  Es  enthält  20
Betten  und  die  Kranken  werden  gegen  Zahlung  von  5  resp.  2;  ^gr.
pro  Tag  aufgenommen.  Die  Leitung  des  Hauses  ist  Diakonisten  anvertraut. ­

Krankenhaus  zu  Neustadt  (Magdeburg),
ein  seit  1853  hergestelltes,  auf  40  Knaben  berechnetes  städtisches  Institut, ­
  mit  einem  Leichenhause  verbunden.
Krankenhaus  zu  Pinne  (Samter).
Ein  Johanniter  -  Ritter-Institut  mit  zwei  Wohnhäusern  und  einem
Garten.  Sechs  Kranke  werden  darin  unentgeltlich  verpflegt,  eine  größere ­
  Anzahl  gegen  Zahlung  aufgenommen.
Krankenhaus  zu  Polzin.
Vom  Diakoniffenhause  zu  Berlin  mit  Hülfe  eines  Geschenks  des  Ober-Präsidenten
  v.  Kleist-Retz  ow  von  500  Thlr.  errichtet  und  spater
von  der  Genossenschaft  der  Johanniter-Ritter  erworben;  für  Mittellose
sind  Freibetten  vorhanden,  welche  von  benachbarten  Gutsbesitzern  gestiftet
wurden;  eine  Anzahl  Kranker  wird  auf  Kosten  des  Johanniter-Ordens
verpflegt.  Die  Pflege  wird  von  drei  Diakonissen  besorgt.
Krankenhaus  zu  Preuß-Holland.
Von  der  Genossenschaft  des  Johanniter-Ordens  1860  mit  einem  Kosten-Aufwande
  von  20,000  Thlr.  hergestellt  und  auf  35  Kranke  berechnet.
Diakonissen  aus  dem  Mutterhause  Bethanien  leiten  die  Krankenpflege. ­

Krankenhaus  zu  Ratibor.
Ein  städtisches  Institut,  seit  1860  von  grauen  Schwestern  aus  dem
Mutterhause  zu  Neisse  verwaltet.  Nimmt  weibliche  Kranke  aus  dem
ganzen  Kreise  gegen  Erstattung  der  Kosten  auf.
Krankenhaus  zu  Rauben.
Von  der  Frau  Herzogin  von  Ratibor  1861  begründet.  Die  Krankcnpflege
  ist  den  barmherzigen  Schwestern  vom  dritten  Orden  des  heiligen
Franziskus  übergeben.
Krankenhaus  zu  Rheda.
Eine  von  Mitgliedern  der  ev.  Gemeinde  gegründete,  1856  mit  beschränkten ­
  Korporations-Rechten  versehene  Anstalt.  Sie  hat  ein  Kapital-Vermögen ­
  von  10,200  Thlr.,  empfängt  von  der  Stadt  Rheda
eine  jährliche  Rente  von  200  Thlr.  und  der  Fürst  zu  Bentheim-Tecklenburg ­
  gestaltet  ihr  die  unentgeltliche  Benutzung  eines  in  der  Nähe  von
Rheda  gelegenen  Hauses  und  Gartens.
        <pb n="400" />
        393

Krankenhaus  zu  Rheine
.  «--"«-"Han-  )u  Rh-,d,  (S,-di-chX
UWEIUMW
Krankenhans  zn  Rielberg
Krankenhaus  zn  Ruhrort.
Krankenhaus  zn  Salzwedel.
éšsspss
Krankenhaus  der  barmherzigen  Schwestern  zu  Schroda
WZMWM
s-M-ļ  °°n  m.ķ/rtTZsî"""
Errichtung  der  Anstalt  450o'Thlr^e  Ô *  (+  inbeW  cr  5Ur
1*56  durch  mild-^Svà'  &amp;lt;Mm»«ch&amp;gt;.
&amp;lt;Rph„,,kf  10  Ourch  iNllde  hip  fifr  SJp  Äriil

ärztl
von
        <pb n="401" />
        394

betreffenden  Armen-Verbänden  zu  zahlende  Entschädigung  unterhalten.
1861  waren  Einnahme  500,  Ausgabe  200  Thlr.
Krankenhaus  zu  Solingen,
mit  einem  Kostenaufwandc  von  20,000  Thlr.  hergestellt  und  1863  eingeweiht. ­
  Vorläufig  auf  50  Kranke  berechnet,  nimmt  die  Anstalt  auch
Kranke  aus  den  angrenzenden  Gemeinden  auf.
Krankenhaus  zn  Sonnenburg.
1858  von  der  Genoffenschaft  des  Johanniter-Ordens  gegründet  und
1860  auf  50  Betten  eingerichtet.  Der  Kreis  zahlt  jährlich  100  Thlr.
Zuschuß,  unvermögende  Kranke  werden  unentgeltlich  aufgenommen.
Krankenhaus  zn  Steinfnrt.
Aus  milden  Gaben  der  katholischen  Eingesessenen  im  Betrage  von
3300  Thlr.  und  einem  Geschenk  des  Bischofs  von  Münster  von  1000
Thlr.  gegründet  und  am  1.  Mai  1861  eröffnet,  steht  die  Anstalt
unter  Leitung  barmherziger  Schwestern  und  wird  durch  milde  Beiträge
erhalten.  Sie  hat  ein  eigenes  Haus  und  ein  geringes  Vermögen.
Neben  demselben  ist,  gleichfalls  aus  milden  Gaben,  ein  ev.  Krankenhaus ­
  errichtet.
Krankenhaus  zu  Stendal.
Ein  ständisches  Institut,  von  dem  Kommunal-Landtage  der  Altmark
unter  Beihülfe  des  Johanniter-Ordens  1861  begründet  und  am  4.  November ­
  1861  eingeweiht.  Der  Orden  gab  zur  Herstellung  5000  Thlr.
und  zahlt  zur  jährlichen  Unterhaltung  500  Thlr.  Die  zur  Unterhaltung
außerdem  nöthigen  500  Thlr.  jährlich  bringen  die  vier  Kreise  der
Altmark  auf.  Zu  diesen  Unterhaltungskosten  tragen  in  den  Kreisen
Salzwedel  und  Gardelegcn  sämmtliche  Insassen;  im  Kreise  Stendal
nur  die  Rittergutsbesitzer  und  Landgemeinden,  sowie  die  Städte  Arncburg
  und  Bismark  bei.  Die  Städte  Stendal  und  Tangermünde  haben
eigene  Krankenhäuser;  das  in  Stendal  ist  auf  22,  das  in  Tangermünde ­
  auf  26  Betten  eingerichtet.
Krankenhaus  zn  Tirschtişsi.
Ein  von  der  Genossenschaft  der  Johanniter-Ritter  der  Provinz  Posen
gegründetes  Institut,  um  solche  Kranke  aufzunehmen,  deren  Zustand
eine  besondere  sorgsame  Pflege  erfordert,  die  sie  sich  anderweit  nicht
beschaffen  können.  Ausgeschlossen  von  der  Aufnahme  sind  Pockenkranke,
Cholcrakranke  und  Unheilbare.
Krankenhaus  zn  Viersen  (Gladbach),
1836  auf  Anregung  des  jetzigen  Frcih.  v.  Di  erg  ardì  begründet.
Die  dazu  aufgekommenen  freiwilligen  Gaben  beliefen  sich  auf  8200  Thlr.
wozu  Hr.  v.  Dierg  ardt  5000  Thlr.  beitrug.  Die  Anstalt  hat  ein
Haus  und  2000  Thlr.  Vermögen,  sie  nimmt  Kranke  aller  Konfessionen
auf,  ist  ein  selbstständiges  Kommunal-Institut  und  die  Pflege  der
Kranken  den  barmherzigen  Schwestern  aus  dem  Neußer  Mutterhause
anvertraut.
        <pb n="402" />
        395

Krankenhaus  ju  Vreden  (Ahaus).
Krankenhaus  zu  Wernigerode
rsSSsSH
Krankenhaus  zu  Wesel.
Eine  ftädische  Anstalt,  die  Kranke  aller  Konfessionen  und  beiderlei  Geschlechts ­
  aufnimmt.  Aus  dem  im  Jahre  1832  errichteten  Cbolera-Lazareth
  entstanden.  Vermögen  9000  Thlr.
Krankenhaus  zu  Wiedenbrück.
""  b °Sen  ehemaligen  Annunciaten-Kloftcr,  für  die  Stadt  und  Feld--M
  K°pL»m°g.n^n  btf0 ' ,bttC "  Ņ°'şi°nd  und
Krankenhaus  zu  Ztillibow  (Stettin).
MS«
¡cg  Kranken  Hospital  zu  Allerheiligen  in  Breslau.
Armen  in  Krankbeitsk^^^  Wohlthätigkeits-Anstalten  und  gewährt
I«
Apotheke  6521  Tlrlr  -  k  r ‘»  stuö  ben  Uebcrschüsscn  der  Hospital-Beiträgen
  2224  Tlilr  -  den  Universitäts-Kliniken  gezahlten
aus  Geldrenten  11  874  t?  Öen  Zinsen  vom  Kapital-Vermögen  und
W,n  uub  gZina:  44%'  ^ b on"cm(utg  fü,  «kank,
"•  677(1  Th...
        <pb n="403" />
        396

10,033  Thlr.  1863  hatte  die  Anstalt  226,311  Thlr.  Vermögen  und
die  Stadt  zahlte  14,000  Thlr.  Zuschuß.
Kranken-Hospital  zu  Diiren.
Von  der  städtischen  Armen-Konnnission  verwaltet.  Die  Zinsen  seines
Vermögens  ergeben  jährlich  etwa  1000  Thlr.  Die  Pflege  ist  den  Elisabethinerinnen
  anvertraut.
Krankenstift  zu  Scheibe  (Glatz).
Im  Jahre  1856  errichtet  und  kirchlich  bestätigt,  sind  diesem  von  der  verw.
Frau  Landgräfin  zu  Fürstenberg,  Charlotte  geb.  Gräfin  v.  Schlabrend
  orf  aufKunzendorf  u.  A.  dotirten  barmherzigen  Institute  die  Rechte  einer
moralischen  Person  mit  der  Maßgabe  beigelegt,  daß  das  gesetzliche  Oberaufsichtsrecht
  des  Staats  über  die  Kranken-Anstalt,  so  wie  die  staatliche ­
  Genehmigung  zu  der  dereinstigen  Jnkorporirung  des  Stifts  in  ein
etwa  im  Dekanat  Glatz  zu  errichtendes  Kloster  und  zur  Uebertragung
der  Krankenpflege  in  dem  Stift  an  eine  andere  Genoffenschaft,  als  die  jetzt
damit  betraute,  vorbehalten  bleibt.
Kranken-  und  Armenhaus  zn  Waltrop  (Recklinghausen).
1857  auf  Kosten  der  Gemeinde  errichtet  und  durch  milde  Beiträge  zur
Aufnahme  von  12  Krankenbetten  nebst  12  Stuben  für  altersschwache
verlassene  Personen  hergestellt.
Kranken-  und  Begräbnißkaffe  zu  NenhaldenSleben,
für  männliche  Dienstboten  und  Arbeitsleute.  Sic  hat  109  Mitglieder,
welche  je  2  Thlr.  Antrittsgeld  und  monatlich  2-j  Sgr.  zahlen.  Bei
Sterbefällen  werden  10  Thlr.,  bei  Krankheiten  pro  Person  und  Woche
1}  Thlr.  gezahlt.  Kapital-Fonds  570  Thlr.
Kranken  und  Pflege-Anstalt  zu  Lindenburg  (Köln),
für  nnheilbare  Irre,  ein  Privat-Jnstitut  von  Aloys  Joseph  Maaßen.
Im  Jahre  1861  wurden  361  Kranke  verpflegt.
Kranken-  und  Siechenhaus  zu  Neusalz,
von  dem  Konttnerzicn-Rath  Krause  in  Berlin  1862  erbaut,  zunächst
für  20  Betten  vollständig  eingerichtet  und  der  Schlesischen  Provinzial-Genossenschaft
  des  Johanniter-Ordens  unter  der  Bedingung  der  Unterhaltung ­
  geschenkt.  Eingeweiht  17.  Oktober  1862.
Kranken-  und  Sterbe-Auflagen  zu  Wald  (Solingen).
Die  Auflage  a)  bei  Klanberg  zählt  530  Mitglieder  und  hat  ein  Vermögen ­
  von  mehr  als  10,000  Thlr.;  b)  bei  Kranen  besteht  aus  600
Mitgliedern  und  besitzt  12765  Thlr.  Vermögen.
Kranken-  und  Sterbekaffe  der  Sächsischen  Kolonie  zu  Berlin.
Eine  Stiftung  von  Bartsch  (s.  d.)  zu  Gunsten  der  unter  Friedrich
Wilhelm  I.  nnd  Friedrich  II.  in  Berlin  eingewanderten,  größtentheils
aus  der  Oberlausitz  stammenden  Sachsen,  meistens  Stuhl-Arbeiter.
Die  Verwaltung  steht  unter  Aufsicht  des  Polizei-Präsidii.
        <pb n="404" />
        397

*  à  d»  Merméis!,tei  Rh„d.  &amp;lt;Sl.db°ch).
g»  şi'  "ô  Th«.»-hm-r  und  ein  Sam»
Kranken-  und  Waisenhaus  zu  Dyhrnfurth
SílHríSSiSSEíiF
Kranken  Unterstützungskaffe  für  Handwerks-Gesellen  Eupen
»“æs»«*««
Kranken-Unterstütznngökasse  für  Tuchscheerer  zu  Eupen
msmimm
Krankenwart-Schule  zu  Berlin
Kratz  sche  Stiftung,
ÍSS---Â
Kratzensteinscher  Armen-Legaten-Fonds.
f  Ķraufefche  Stiftung  zu  Danzig,
Büraeri? 1  . tllnal  uu  ^^hre  an  80  Wittwen  und  Waisen  von  Danziger
Jen  siņd  U ° U  ^ C ” CU  cr ^ tcrc  ^0  Jahre  alt  sein  müssen)  zu  vertheiß,
  .  Krause  sches  «Stipendium  zu  Neustadt-Eberswalde.
mit  rîfÂ  Ìîï,  bem  Ģoldschmied  Krause  und  dessen  Gattin  geb.  Di  eh  le
'  Eļfìr.  Das  Stipendium  wird  an  arme  und  würdige  Studi-
        <pb n="405" />
        398

rende  der  Theologie  nus  Neustadt-Eberswnld  von  dem  Magistrat  verliehen. ­

Frau  Kraufe,
geb.  Wernicke,  Wittwe  zu  Berlin  legirte  1763  ein  Kapital  von  3000
Thlr.  zur  Unterstützung  armer  und  dessen  wirklich  bedürftigen  Wittwen,
so  unter  den  Berlinischen  Kirchensprengel  gehören.  Verwaltet  bei  der
städtischen  Haupt-Stiftungskasse.
Joh.  David  Ferd.  Krause,
Ziminermeister  zu  Breslau  (f  1860)  vermachte  der  evangel.  Elementarschule ­
  Nr.  8.  daselbst  400  Thlr.,  und  dem  Hospitale  zu  Elftausend
Jungfrauen  800  Thlr.  unter  der  Bedingung,  daß  von  den  Zinsen
dieser  Kapitalien  vier  Kinder  armer  Zimmergesellen  in  der  genannten
Schule  freien  Unterricht  erhalten  und  eine  Anverwandte  des  Erblassers
unentgeltlich  in  das  benannte  Hospital  aufgenommen  wird.
Krauß  scher  Armen-Fond»  zu  Tilsit.
Kapitalien  11,700  Thlr.
KrebsscheS  Legat,
bei  der  St.  Jakobi-Kirche  zu  Magdeburg.  Kapital  300  Thlr.,  aus
dessen  Zinsen  eine  hülfsbedürftige  Frau  eine  Unterstützung  erhält.
Kredit-Verein  filr  Handwerker  zu  Magdeburg,
eine  Aktien-Gesellschast,  die  am  1.  Mai  1856  mit  landesherrlicher  Genehmigung ­
  ins  Leben  getreten  ist.  Sie  will  dem  Handwerkerstande  der
Stadt  Magdeburg  durch  Geldvorschüsse  Gelegenheit  zu  einer  freieren  Bewegung ­
  in  seinem  Verkehre  geben  und  hat  ein  Grundkapital  von  20,000
Thlr.  in  Aktien  à  10  Thlr.,  wovon  die  Stadt  1000  Stück  oder
10,000  Thlr.  unter  Verzichtlcistung  auf  Zinsen  und  Dividende  auf
vorläustg  10  Jahre  übernommen  hat.  Vorschüße  bis  zur  Höhe  von
200  Thlr.  auf  die  Dauer  von  höchstens  6  Monaten  können  erhalten
gegen  Schuldschein  die  bestätigten  Innungen  des  Orts  theils^  zu  gemeinsamen
  Unternehmungen,  theils  zur  Verleihung  kleinerer  Summen
an  ihre  Jnnungsgenossen,  dann  auch  gegen  Bürgschaft  jeder  einzelne
hier  selbstständig  etablirte  Handwerker.  Für  die  Vorschüsse  sind  5  pCt.
Zinsen  zu  zahlen.  Was  von  den  jährlichen  Einnahmen  an  Zinsen,
nach  Abzug  der  Kosten  der  Verwaltung  rc.  als  Ueberschuß  sich  ergiebt,
bildet  den  reinen  Gewinn  der  Gesellschaft.  Von  diesem  wird  zunächst
den  Aktionären  (mit  Ausschluß  der  Stadt  Magdeburg)  ein  Zins  bis
zu  3  pCt.  gewährt,  der  Ueberschuß  zur  Hälfte  als  Reservefonds  zurückgestellt ­
  und  zur  Hälfte  unter  die  zinsbcrechtigten  Aktionaire  als
Dividende  vertheilt.  Im  Jahre  1861  wurden  43,683  Thlr.  Darlehne
bewilligt;  zurückgezahlt  42,638  und  ausstehend  blieben  19,734  Thlr.
Der  Gewinn  betrug  1450  Thlr.,  die  neben  den  Zinsen  zu  zahlende
Dividende  3  pCt.  Reserve-Fonds  1368  Thlr.
Geschwister  Kreis  sche  Kirchen  Stiftung.
Die  Dorfgemeinde  Steuberwitz  (Leobschütz),  fast  ausschließlich  aus  Nach
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        399

Kreis  Armen  Verband  zu  Delitzsch
WMMUZ
Kreis-Hkllfs-UntersttttzuiigSfoiidS  zu  Ohlau.
Bestandtheil  des  Kreis-Vermögens.  Er  besteht  in  5400  Thlr.  und
Kreis  Koinmuiial  Nazareth  zu  SenSburg
SL-.:;  LîLSLZ-  SÄf-_
  KreiS'Krankenhaus  zn  Bergen.
Kreis-Krankenhaus  zu  Herford
1858  eingeweiht.  Di-  Krankenpflege  wird  van  Di-Ivniffe»  besorgt.
KreiS-KrankenhauS  zu  Jauer.
MKZNW
.  .  KrelS  Krankenhaus  zu  KarthauS.
4000  ì^%[,  1stí  ş'  Un ^  n, * t  "nem  Kostenaufwande  von  etwa
Kreis-Krankenhaus  zu  Kreutzburg.
dlnstalt  besteht  zur  Heilung  syphilitischer  und  anderer  ansteckender
rankheiten,  äußerer  Verletzungen  und  dergleichen  mehr,  an  Armen  vom
v  mn  ""de  des  Kreises.  Gegründet  von  den  Ständen  des  Kreises,
        <pb n="407" />
        400

wird  die  Anstalt  durch  jährliche  Beiträge  der  Dominien  und  des  Rnstikal-Standes
  unterhalten.  Die  Aufsicht  führen  der  Landrath  und  der
Physikus  des  Kreises.  Die  Städte  tragen  zu  Unterhaltung  der  Anstalt
nicht  bei,  haben  aber  auch  keinen  Anspruch  auf  deren  Wohlthat.
Kreis-Krankenhaus  zu  Lauban,
1855  begründet  und  für  die  Kranken  des  platten  Landes  bestimmt,
werden  die  Kosten  der  Verwaltung  aus  der  Kreis-Kommunal-Kasse  bestritten; ­
  städtische  Kranke  werden  ausnahmsweise  aufgenommen.  Es
werden  jährlich  60—70  Kranke  verpflegt,  Unterhaltungskosten  150Thlr.
Das  Direktorium  der  früheren  Kreis-Land-Feucr-Societät  begründete
bei  der  Anstalt  eine  Specialstiftung  mit  50  Thlr.
KreiS-KrankenhauS  zu  NieSky.
Das  Grundstück  zu  demselben  hat  (1862)  Graf  v.  Fürstenstein  hergegeben, ­
  die  Einrichtung  der  Kreis  übernommen.
KreiS-Krankenhaus  zu  Ohlau,
1833  aus  Mitteln  des  Kreises  und  mit  Hülfe  eines  Geschenks  Königs
Friedrich  Wilhelm  HI.  erbaut.  Ursprünglich  nur  für  15  —  20  Kranke
eingerichtet,  gewährt  es  jetzt  jährlich  800—1000  Kranken  Aufnahme.  Die
Kosten  mit  2800  Thlr.  werden  durch  regelmäßige  fortlaufende  Beiträge
der  Brodherrschaften  und  des  Gesindes  mit  je  2  Şgr.  für  das  Vierteljahr ­
  aufgebracht;  durch  Zahlung  dieses  Beitrages  erhält  jeder  Dienstbote ­
  das  Recht  auf  kostenfreie  Aufnahme,  ärztliche  Behandlung  und
Verpflegung.  Zwei  Diakonissen  und  ein  männlicher  Wärter  besorgen
die  Krankenpflege  unter  ärztlicher  Leitung.  Die  Verwaltung  ist  einer
ständischen  Kommission  unter  Aufsicht  des  Landraths  anvertraut.
Kreis-Krankenhaus  zu  Pleß.
Von  dem  Johanniter-Orden  mit  Unterstützung  des  Kreises  1865  begründet. ­
  Der  letztere  gab  dazu  7000  Thlr.  her,  welche  das  1848  zu
Breslau  etablirte  Konnt«  zur  Milderung  des  Nothstandes  in  Oberschlesien ­
  aus  dem  Neste  seines  Unterstützungs-Fonds  dem  Kreise  überwiesen ­
  hatte,  und  der  Johanniter-Orden  übernahm  die  Verpflichtung,
alle  armen  Kranken,  welche  der  Fürsorge  eines  örtlichen  Armen-Verbandes
  des  Kreises  anheimfallen,  mit  Ausschluß  der  Geisteskranken  und
unheilbaren  Kranken  —  in  nicht  mehr  als  4  Betten  täglich  —  unentgeltlich ­
  verpflegen  zu  lassen.
KreiS-Kraukenhans  zu  Waldenburg,
mit  einem  Kosten-Aufwande  von  etwa  3000  Thlr.  für  Rechnung  der
ländlichen  Kommunen  des  Kreises  hergestellt  und  am  16.  Oktober  1862
eröffnet.
Kreis-Lazareth  zu  Lublinitz,
für  arme  Personen,  deren  Krankheit  im  Interesse  des  öffentlichen  Wohls
ein  abgesondertes  Lokal  erfordert,  oder  die  in  der  Wohnung  der  Angehörigen ­
  nicht  füglich  geheilt  werden  können.  Von  den  Ständen  1836
begründet.  Die  Verwaltung  wird  vom  Magistrat  geführt.
        <pb n="408" />
        401

C*  *  ,  i  g»  i  Kreis  Lazareth  zu  Ostrowo.
Kreis-Lazareth  zu  Schloß  Rybnick
ĢZZMMUM
Kreis-Lazareth  zu  Trebnitz
ļo rR  Kreis-Waiscnhaus  zu  Bitburg,
1860  1AK9  *  V  Ķreis-Waisenhaus  zu  Karden.
MS»
Pfarre  ©  .  Otto  Kremser.
UE8MMZ-(+
  186i\  •  r~  -f  Pauline  Kretschmer,
'  '  111  Şetffenau,  vermachte  der  Armcn-Kasie  in  Goldberg  500
Preuß.  Handbuch.
        <pb n="409" />
        402

Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  davon  jährlich  am  10.  Febr.,
als  ihrem  Geburtstage,  unter  eine  bestimmte  Anzahl  der  würdigsten
und  bedürftigsten  Armen  in  Raten  von  wenigstens  1  Thlr.  vertheilt
werden  sollen.  Dem  Verein  für  verwahrloscte  Kinder  in  Goldberg  wendete ­
  sie  gleichfalls  500  Thlr.  zu.
Kreuz-Armen-FondS,
für  Arme  der  Gemeinde  Heddcsdorf  (Kreis  Neuwied).  Er  hat  4400
Thlr.  Kapital.
Kreuznacher  KreiS-Şckul-Fonds.
Ein  aus  dem  Vermögen  aufgehobener  Klöster  gebildeter  Fonds  zum
Besten  der  Bildungs-Anstalten  des  Kreises  Kreuznach,  namentlich  des
Gymnasiums  zu  Kreuznach  (Wiese  S.  392).
Johannes  v.  Krevtzen,
Kammerherr  auf  Pehsten,  stiftete  (1708)  mit  1111  Thlr.  ein  Stipendium ­
  bei  der  Universität  Königsberg.  Der  Fonds  war  1838  (Koch  II.
S.  555.)  auf  4096  Thlr.  angewachsen;  von  den  Zinsen  erhielten  zwei
Stipendiaten  162  Thlr.
Krieger-Begräbniß-Verein  zu  Nimptsch.
Er  hat  den  Zweck,  den  Hinterbliebenen  der  Mitglieder  eine  Beisteuer
von  5  Thlr.  für  den  Todesfall  auf  das  Begräbniß  zu  verabreichen.
Die  Mittel  dazu  werden  durch  monatliche  Beiträge  aufgebracht.  Der
Verein  erstreckt  seine  Thätigkeit  auf  den  ganzen  Kreis.
Krieger  Verein  zu  Emmerich,
aus  119  Mitgliedern  bestehend.  Er  beabsichtigt,  den  Patriotismus  zu
beleben,  patriotische  Feste  in  militairischer  Weise  zu  feiern,  die  alten
Veteranen  des  Vereins  durch  eine  hierzu  errichtete  Spezial-Stiftung  zu
unterstützen  und  den  Familien  ärmerer  Mitglieder  bei  Einberufungen
oder  beim  Absterben  der  letzteren  durch  freiwillige  Sammlungen  eine
Spende  zu  reichen.  Das  Vermögen  der  Spezial-Stiftung  —  sie  wurde
aus  Anlaß  der  silbernen  Hochzeit  Königs  Wilhelm  gegründet  —  betrug
Ende  1862  etwa  220  Thlr.
Krienissches  Legat.
Die  Zinsen  desselben  werden  mit  101  Thlr.  jährlich  an  die  Armen  der
Stadt  Oels  vertheilt.
Winand  Krischer,
Pfarrer  zu  Satzfey  (Euskirchcu)  hinterließ  (1862)  der  Kapelle  zu  Hasenfeld ­
  2000  Thlr.,  deren  Zinsen  zu  Schul-Stipendien  und  später  zur
Dotation  einer  Seelsorger-Stelle  bei  der  Kapelle  verwendet  werden
sollen.
Königsche  Vermächtnisse,
von  dem  Rentner  Friedrich  Arnold  König  zu  Bielefeld  (t  1847)  herrührend. ­
  Er  legirte  den  Armcn-Fonds  zu  Heepen  2000,  zu  Jssclhorst
2500,  zu  Spenge  1500  Thlr.,  den  Armen-Fonds  zu  Brackwede  2000
und  zu  Schildesche  2500  Thlr.  in  Gold.
        <pb n="410" />
        403

Lazarus  Krasche  Stiftung,
Kroneckersche  Stiftung.
&amp;gt;Ş
Kronprinz-Stiftung.
»
der  Gefallenen,  zu  welchen  jedoch  nur  aa.  die  Wittwen,  bb.  die
26*
        <pb n="411" />
        404

arbeitsunfähigen  und  vermögensloses  Eltern  und  Geschwister,  welche  in
den  Gefallenen  ihren  Ernährer  verloren  haben,  gehören.  (Für  die
Kinder  wird  aus  Mitteln  des  Staats  gesorgt.)  Der  Renten-Betrag,
welcher  jährlich  zur  Bertheilung  kommt,  wird  am  Schlüsse  des  Vorjahres ­
  thunlichst  im  Voraus  festgestellt.  Ein  Gleiches  geschieht  mit
der  Liste  derjenigen  Personen,  welche  für  das  entsprechende  Jahr  mit
einem  Rentcn-Antheil  bedach!  werden  sollen.  Die  Renten-Antheile
werden  an  die  Theilnehmer  monatlich  pränumerando  gezahlt.  Der
Betrag  eines  Antheils,  dessen  normale  Höhe  sich  zur  Zeit  noch  nicht
bestimmen  läßt,  soll  womöglich  nicht  unter  4  Thlr.  und  der  Regel  nach
nicht  über  5  Thlr.  monatlich  bemessen  werden.  Die  Personen,  denen
eine  Rente  einmal  zugebilligt  worden  ist,  bleiben  im  Genusse  derselben
so  lange  als  nicht  in  ihren  Verhältnißen  eine  Aenderung  eingetreten
ist,  welche  die  Fortgewährung  der  Rente  unnöthig  macht.  Tie  Prüfung ­
  der  Verhältnisse  und  die  Feststellung  der  ferneren  Unterstützungs-Bedürftigkeit
  liegt  den  Civil-Mitgliedern  des  permanenten  Ausschusses  der
Kreis-Ersatz-Kommission  ob.  Unter  mehreren  Bewerbern  entscheidet  der
höhere  Grad  der  Invalidität  und  der  Erwerbungsunfähigkeit,  sowie  die
größere  Hülfsbedürstigkeit.  Die  erdiente  Charge  giebt  keinen  Vorzug.
Die  Renten-Antheile  werden  den  Empfängern  neben  den  ihnen  vom
Staate  gewährten  Pensionen  gezahlt.  Von  den  Hinterbliebenen  der
Gefallenen  werden  bei  gleicher  Würdigkeit  die  Bedürftigen  vorzugsweise
berücksichtigt.  Die  Ermittelung  von  Anstellungen  zur  geeigneten  Unterbringung ­
  'der  Invaliden  geschieht  durch  öffentliche  Aufforderung  zur
Anmeldung  von  dergleichen  Anstellungen.  Diese  Aufforderungen  werden ­
  so  oft  wiederholt,  als  das  Bedürfniß  der  Jnvalidcn-Versorgung
es  nothwendig  macht.  Die  Anmeldungen  von  Anstellungen  gelangen
an  die  Abtheilung  für  das  Jnvalidcnwesen,  welche  dieselben  durch  das
„Militair-Wochenblatt"  den  Truppen  bez.  den  Landwehr-Behörden  bekannt ­
  macht.  Die  Truppen  und  Landwehr-Behörden  sind  angewiesen,
die  noch  nicht  versorgten  Invaliden  auf  die  angebotenen  Anstellungen
aufmerksanl  zu  machen  und  ihren  Bewerbungen  um  dieselben  die  erforderliche ­
  Unterstützung  zu  gewähren.  Neben  den  bewilligten  Renten
finden  außerordentliche'Unterstützungen  nur  ausnahmsweise,  unter  ganz
besonderen  Verhältnissen  statt.  Im  Januar  1865  besaß  die  Stiftung
nach  Abzug  der  bereits  bewilligten  Unterstützungen:  211,000  Thlr.
ht  Papieren  und  66,247  Thlr.  baar.  Das  Verniögen  des  Elberfeldcr
Unterstützungs-Fonds  (s.  d.)  betrug  14,400  Thlr.  in  Papieren  und
241  Thlr.  '  Das  Verzeichniß  der  Anstellungs-Offerten  enthielt  unter
80  Nummern  Stcllcn-Angcbote  für  ungefähr  130  Personen;  eine  Anzahl ­
  von  diesen  Stellen  war  bereits  besetzt.
Krügersche  Armen-Stiftung  zu  Magdeburg,
von  der  Ehegattin  des  Brauers  Krüger,  geb.  Böttcher  herrührend
(1734).  Das  Kapital  beträgt  jetzt  4573  Thlr.  Aus  der  Stiftung
sollen  Hausarme,  hauptsächlich  aus  den  drei  Kirchspielen  St.  Johannis, ­
  St.  Katharinen  und  St.  Jakobi  (jedoch  nur  arme  Bürger  und
        <pb n="412" />
        405

WMMMM

auf  1172  Thlr.  vermehrt.  Die  Vertheilung  der  Stipendien  steht  der
theologischen  Fakultät  zu.  (Koch  1.  441.)
Krug  scher  Stiftungsfonds,
ne°S 0r r5 ru9  ZU  Leipzig  setzte  der  Universität  Halle-Wittenberg
f)  5000  Thlr.  in  Preuß.  Staatsschuldscheinen  aus.  Von  den
Olnfen  (200  Thlr.,)  sollen  verwendet  werden:  1)  }  zum  Ankauf  von
-ölichcrn  für  die  Universitäts-Bibliothek,  und  zwar  für  das  Fach  der
Wlofophle,  deren  Geschichte  und  Literatur;  2)  {  zu  einer  Prämie
!“ r  Z"?  latemiiche  Beantwortung  einer  Preisfrage  im  Fache  der  Phimib
  Wtcratur;  3)  ¡  cum»
MşşMSŅW-(Koch
  I,  44-"?°"'  01  +  Ņ«uMch.n  ©eneráis  von  Zeuge

Kruhlsche  Stipendien-Stiftnng,
â  bei  Ģckgenheiļ  des  2ü  jährigen  Jubiläums  des  Gymuasial-Dim'i"
  Ķruhl  »,  Leobschily  von  Magistrat  und  Sladlverordueten-AWrÄrss.!.
  'ss,«s.  i  :s:;s
ģ  şind,  cut  Stipendium  von  je  10  Thlr.  ans  der  Kämmerei-Kaffe
3  za  sit  wird.  Nach  dem  Ableben  des  Jubilars  soll  das  Wahlrecht
s  me  ^tadtverordiieten-Versammlung  übergehen,  indem  diese  die  beioen
  Stipendiaten  -aus  4  von  dem  jedesmaligen  Direktor  des  Gymnaflums
  ln  Vorschlag  zu  bringenden  Schülern  '  auszuwählen  hat.

Krullsche  Fundation  zu  Breslau.
Der  Kammcr-Sekrctair  Krull  vermachte  (1705)  sein  Vermögen  zum
festen  unverschuldet  verarmter  Handwerker;  48  sollten  unterstützt,  ein
heil  des  Vermögens  Zins  auf  Zins  angesammelt  werden.  Bereits
        <pb n="413" />
        406

im  Jahre  1844  war  ein  Kapital  von  43,900  Thlr.  unveränderlich
untergebracht  und  der  Zweck  des  Testators  somit  erreicht.  48  jährlich
wechselnde  bedrängte  Handwerker  empfangen  50—35  Thlr.  :  um  auf
Unterstützung  Ansprüche  zu  machen,  muß  man  1  j  Jahr  Meister  gewesen ­
  und  ohne  eigene  Schuld  verarmt  sein.  Die  Stiftung  wird  vom
Magistrat  verwaltet.  Bgl.  Bürgerrettungs-Anstalt.
Krusemarksches  Prediger-Wittwen-Stift  zu  Königsberg.  •
Eine  alte  Stiftung,  welche  Pensionen  von  50  Thlr.  verleiht  an  Wittwen ­
  derjenigen  Pfarrer  und  Prediger,  die  in  Königsberg  oder  auf
dem  Lande  in  Ostpreußen  angestellt  gewesen  sind,  wofern  ihre  jährlichen ­
  Einkünfte  nicht  100  Thlr.  übersteigen.  Verwaltet  wird  die
Stiftung  von  dem  Vorsteheramte  der  Kaufmannschaft.
Kubesche  Armen  Stiftung  Breslau.
Von  dem  Justizrath  Kube  (t  1864)  mit  einem  Nachlasse  von  10—
11,000  Thlr.  letztwillig  angeordnet,  soll  diese  Stiftung  erst  ins  Leben
treten,  wenn  das  Kapital  durch  Ansammlung  der  Zinsen  zu  einem
Betrage  von  80,000  Thlr.  angewachsen  sein  wird.  Die  Stiftung  ist
für  arme  hülflose  Kranke  bestimmt,  und  soll  vom  Magistrat  durch  ein
besonderes  Kuratorium  verwaltet  werden.
ÄubitzscheS  Legat.
Dastelbe  kommt  von  dem  Inspektor  Kubitz  (+  1823)  her.  Die  Zinsen ­
  von  400  Thlr.  sollen  einem  fleißigen,  armen  und  talentvollen
Schüler  des  Joachimsthalschen  Gymnasii  zu  Berlin  zum  Ankauf  von
Büchern  gegeben  werden.  Falls  ein  solcher  nicht  vorhanden  ist,  fallen
die  Zinsen  einem  zur  Universität  abgehenden  armen  Schüler  zu.  Die
Kollation  steht  dem  Provinzial-Schul-Kolleginm  auf  Grund  der  von
dem  Konzil  der  Profestorcn  des  Gymnasiums  zu  machenden  Vorschläge ­
  zu.
Kuchscher  LegatemFonds.
Eine  in  Erfurt  bestehende  Stiftung  mit  856  Thlr.  Kapital.  Die  Zinsen ­
  werden  an  dortige  arme  kranke  Gewerks-Gesellen  vertheilt.
Franziska  Kübler
in  Warmbrunn  (t  1845)  setzte  die  Armen  der  dortigen  Gemeinde  zu
Universal-Erben  ihres  Nachlasses  (ca.  1595  Thlr.)  ein,  indem  sie  bestimmte,
  daß  die  Zinsen  jährlich  mit  {  an  die  katholischen,  mit  ~  an
die  evang.  Armen  des  Orts  vertheilt  werden  sollen.
Kühlsche  Stiftung  zu  Stralsund.
Bürgermeister  Kühl  (f  1857)  vermachte  1000  Thlr.,  um  von  den
Zinsen  dieses  Kapitals  arme  Handwerks-Lehrlinge  zu  unterstützen.
Kit  husche  Stiftung  zn  Delitzsch,
bestimmt  zur  Bekleidung  armer  Konfirmanden.  Kapital  500  Thlr.
Die  Zinsen  werden  vom  Franen-Verein  zu  Weihnachten  vertheilt.
        <pb n="414" />
        407

Kühnsche  Stiftung  zu  Zeitz.
MM»

Kchnstersche  Stiftung  zu  Düren.
Helene  Künster  (+  1843)  vermachte  den  Armen  der  Pfarrbezirke  der
St.  Anna-  und  St.  Maria-Pfarre  zu  Düren,  der  Pfarre  zu  Derichsweiler, ­
  Lendersdorf,  Gey,  Maubach  und  Creuzau  Legate  im  Werthe
von  10,289  Thlr.  mit  der  Bestimmung  zu  gleichen  Theilen,  daß  die
Pfarrer  die  Revenuen  an  dürftige  Hausarme,  stille  Nothleidende  und
arme  schwächliche  und  kranke  Personen  ihrer  Pfarre  vertheilen,  die  Zinsen ­
  der  den  Armen  legirten  Kapitalien  aber  zur  Bekleidung  armer  Kinder ­
  bei  ihrer  ersten  Kommunion  verwenden  sollten.  Das  der  rc.  Kün-^er
  gehörig  gewesene  Haus  wurde  den  Armen  der  St.  Auna-  und
%!;  Maria-Pfarre  zur  Wohnung  für  arme  alte  Mägde,  welche  in
^uren  gedient  haben,  oder  in  Ermangelung  derselben  für  andere  Armen ­
  der  Pfarreien  überwiesen.  Das  Bermächtniß  erhielt  1845  die
'taatllche  Genehmigung  mit  der  Maßgabe,  daß  das  Kapital-Vermögen
von  den  Armen-Kommiss.onen  verwaltet  und  die  Revenüen  desselben
den  Pfarrern  zur  Bertheilung  von  Spenden,  über  welche  sie  den  betr.
Arnien-Verwaltungen  Rechnung  zp  legen  haben,  überwiesen  werden.
Küpper-  Stiftung.
Eine  Anzahl  von  Freunden  und  Verehrern  des  General-Superintendenten ­
  Dr.  Küpper  (f  1851)  brachte,  ltnt  sein  Andenken  zu  ehren,
eut  Kapital  zusammen,  dessen  Zinsen-Ertrag,  wenn  derselbe  auf  die
lahrliche  Summe  von  25  Thlr.  angewachsen  sein  würde,  zu  einem  oder
mehreren  Stipendien  für  Studirende  der  cvang.  Theologie  auf  der
Universität  Bonn  verwendet  werden  soll.  Die  Verwaltung  des  Stiftungs-Fonds
  ist  dem  Kuratorium  der  Universität  und  die  Verleihung
der  Stipendien  der  evangelisch-theologischen  Fakultät  überwiesen.  1857
belief  sich  das  Kapital  auf  425  Thlr.

v.  KüssowscheS  Armen-Legat,
in  älterer  Zeit  von  der  Frau  Oberst  v.  Mörner  geb.  v.  Oppen  gestiftet ­
  und  1757  auf  dem  damals  v.  K  üssowschen  Rittergute  Klücken
(Pyritzer  Kreis)  eingetragen.  Es  werden  jährlich  am  Charfreitage
15  Thlr.  an  Arme  des  Ritterguics  vertheilt.
        <pb n="415" />
        408

v.  Küster,
Geh.  Legationsrath  auf  Lomnitz  begründete  (1850)  Stiftungen  a)  von
500  Thlr.  zu  Gunsten  alter  oder  kranker  unbemittelter  Glieder  der
Gemeinde  Lomnitz,  6)  von  600  Thlr.  zum  Andenken  an  seine  verstorbene ­
  Gattin  bei  der  Kirche  zu  Hohen-Liebenthal  für  die  Armen  dieses ­
  Orts.
Küster  scher  Legaten-FondS.
Bei  dem  50jährigen  Jubelfeste  des  Superintendenten  Küster  (13.  Dezember ­
  1835)  widmete  ein  Mitglied  der  Friedrichs-Wcrderschcn  Gemeinde ­
  zu  Berlin  50  Thlr.,  deren  Zinsen  nach  der  Bestimmung  des
Jubilars  jährlich  einem  Greise  oder  einem  hochbetagtcn  Ehepaar  nach
Auswahl  des  ältesten  Predigers  der  Kirche  ausgezahlt  werden.  Durch
Verkauf  von  Predigten  rc.  ist  der  Fonds  später  bedeutend  vermehrt  worden.
KaSpar  Küster,
kath.  Pfarrer  zu  Thier  (Wipperfürth)  t  1851  vermachte  der  dortigen
Kirche  1000  Thlr.,  und  dem  Armen-Fonds  zu  Gunsten  der  kath.  Armen ­
  daselbst  1000  Thlr.  Zugleich  überwies  er  dem  Armen-Vorstande
200  Thlr.,  aus  deren  Zinsen  fleißigen  und  frommen  armen  Schulkindern
zu  Neujahr  Schuhe  und  Kleider  verabfolgt  werden  sollen.
Küglersches  Hospital  zu  Tillowitz  (Falkenberg).
Bon  dem  Rentmeister  Kügler  begründet.  Es  nimmt  6  Hospitalité»
auf  und  hat  einen  Fonds  von  11,500  Thlr.
Kuhsches  Hausarmen-Krankcn-Jnstitut  zu  Breslau,
für  verarmte  kranke  Bürger.  Es  ist  vom  Kaufmann  Daniel  Kuh  1798
begründet  und  verpflegt  jährlich  eine  beträchtliche  Anzahl  Kranke.
Änhnscher  Frauen  Berein  zu  Breslau.
Er  bezweckt  die  Unterstützung  der  Hansarmen  und  verausgabte  1864
die  Summe  von  2411  Thlr.,  darunter  an  bestimmten  Unterstützungen
560  Thlr.&amp;gt;,  an  unbestimmten  108  Thlr.,  zum  Ankauf  von  Material,
Arbeit  und  Arbeitslohn  1677  Thlr.  24  Sgr.  6  Pf.,  wofür  durch  76
Personen  2414  Paar  Socken  und  Strümpfe  und  1529  Männer-,
Frauen-  und  Kinder-Hemden  angefertigt  wurden.  Vorsteherin  Gräfin
B  ur  g  h  a  n  ß.
Kühnem  annsche  Stiftung,
von  1768.  Kapital  200  Thlr.,  dessen  Zinsen  zur  Verpflegung  armer
Personen  ans  den  Dörfern  Just,  Curowo  und  Ubcdel  verwendet  werden ­
  soll.  Die  Vertheilung  erfolgt  durch  den  Prediger  zu  Curow.
(Randow.)
Kulckesches  Legat  zu  Krossen,
von  dem  Major  Kulcke  herrührend.  Von  den  Zinsen  von  1500  Thlr.
werden  6(i  Thlr.  an  100  bis  120  arme  Einwohner  mit  15  Sgr.  bis
lj  Thlr.  vertheilt,  der  Rest  zur  Anschaffung  von  Schulbüchern  für
arme  Kinder  verwendet.
        <pb n="416" />
        409

Frau  Dr.  Kunde
NZZWMŅ^
v.  Kunhelmsche  Familien-Stiftung.
Kunke  l,
Nl)re«  Riitergulvbesitzir.  überwies  (1857)  der  Hvspitalkasse  i„  Barri»
unterstützt  °°"  m  îhlr  ,  um  von  den  Zinsen  die  Hospiļoliten
Kunst-Akademie  zu  Dtifseldorf.
dem'«"'? 8 ' 9  bestehende  S.  ķ-hr-Anstalt  fllr  die  bildende  «unsi,  nach
°°"î  à  Rvvtmber  1831  verwaltet.  Die  höchste  Ab-Knust-Akademie
  zu  Königsberg,
bildende  Kunst"  ^  1849 '  Qi "  ^ustilut,  Lehr-Anst-It  für  di-Kunst-Verein
  zu  BreSlan.
P"  bei  den  gleichartigen  Vereinen  zu  Düsseldorf,  Elberfeld,  Halber-Z-
  5°?'ģ^erg,  Magdeburg  rc.  ist  bei  dem  „Schlesischen  Kunst-&amp;lt;
  ercm  der  Zweck  gerichtet  auf  Erweckung,  Belebung  und  Befriedigung
d,und  des  Gefühls  für  das  Schöne  und  Edle,  besonders
°urch  Beförderung  der  Malerei  und  Unterstützung  der  Künstler  durch
Gestellung,  öffentliche  Schaustellung,  Ankauf  und  Berloosung  von  Ge-2
  cn :  î&amp;gt;cr  Breslauer  Verein  hat  zahlreiche  Mitglieder  und  in  den
ersten  18  Jahren  semes  Bestehens  (1848  —  I860)  an  80,000  Thlr.
lös  b^ Cl1  Ņ"ķeiuf  von  Gemälden  und  anderen  Kunstgcgenstandcn  vcr-Kunst-Berein
  für  Westphalen  zu  Münster.
Jahr  1881  gestiftet,  1884  mit  Korporations  -  Rechten  beliehen.
zählte  1861  604  Mitglieder,  deren  jedes  jährlich  2  Thlr.  Beitrag
Wählte.

Kuntze,
Prediger  an  der  Elisabeth-Kirche  zu  Berlin,  begründete  dort  im  Juli
        <pb n="417" />
        410

1855  die  Kleinkinderbewahr  -  Anstalt  Nr.  35  (Schwcdtcr  -  Straße,
Nickelshof.)
Kupfersche  Stiftung.
Bon  dem  Oekonomen  Kupfer  zn  Salzwedcl  begründet.  Er  hinterließ ­
  (1864)  seine  sämmtlichen  Grundstücke  im  Werthe  von  etwa  5000
Thlr.  zu  einer  seinen  Namen  führenden  Stiftung  für  eine  Klcinkinderbewahr-Anstalt.

Knpferscher  Fonds,
in  Krossen,  von  dem  Kaufmann  Kupfer  herrührend.  Die  Zinsen  von
2100  Thlr.  werden  zur  Unterstützung  und  unentgeltlichen  ärztlichen  Behandlung ­
  armer  Leute  verwendet.
Kurmärksche  evangelisch-reformirte  (evangelische  Spezial-)  Prediger-Wittwen-  und
Waisen-Kaffe,
für  die  Provinzen  Brandenburg  und  Pommern.  Nach  den  Reglements
von  1716,  1800  und  der  Deklaration  vom  16.  Juni  1836  hat  sie  den
Zweck:  1)  sämmtlichen  evangelisch-reformirten  Predigern  und  den  nach
der  Union  in  ihre  Stelle  getretenen  Amtsnachfolgern  in  den  genannten
Provinzen  Gelegenheit  zu  geben,  ihren  Wittwen  eine,  von  der  Pension
aus  der  allgemeinen  Wittwen-Verpflegungs-Anstalt  unabhängige  Pension
zu  versichern;  2)  ihnen  den  Einkauf  in  die  allgemeine  Wittwenkasse  zu
erleichtern;  3)  ihren  Hintcrbleibenden  eine  Unterstützung  zum  Begräbnisie
  auszusetzen.  Die  Einkünfte  bestehen  in  den  Zinsen  von  einem
bedeutenden  Fundations-Kapital,  in  den  Beiträgen  der  Mitglieder  von
I  pCt.  der  Einkünfte,  in  Kirchen-Kollekteu,  in  Abzügen  von  Besoldungs-Zulagen ­
  nnd  in  überzähligen  Gevattergeldern;  außerdem  in  den
Zinsen  eines  Bermächtnisics  des  Kirchenraths  Dr.  Elsner  und  seiner
Ehefrau  im  Betrage  vou  8100  Thlr.  Gold,  eines  Legats  der  Prediger-Wittwe
  Limmer  geb.  Stuben  rauch  von  600  Thlr.,  des  Amtmanns ­
  Stubenrauch  zu  Brandenburg  von  300  Thlr.,  des  Geheimcnund
  Kirchenraths  Selig  von  1000  Thlr.  rc.  Die  Haupt-Pensionen
werden  nach  den  Beiträgen  berechnet  und  betragen  20  bis  80  Thlr.
Vorzügliche  Perchonen  erhalten  außer  der  Haupt-Pension  die
Wittwen  und  Kinder  der  Administratoren  der  Anstalt  und  der  rcformirten
  Superintendenten,  erstere  12—20,  letztere  12  Thlr.  Pensionen
aus  dem  Elsnerschen  Vermächtniffe  erhalten  die  12  im  Wittwenstandc
ältesten,  oder  noch  mehr  Wittwen  mit  jährlich  30  Thlr.  für  jede  als
eine  Unterstützung  zur  Hausmiethe.  Die  Pensionen  aus  den  Legaten
werden  nach  der  Bestimmung  der  Testatoren  gegeben  und  zwar  die
Zinsen  des  Limmer  scheu  Legats  an  die  drei  dürftigsten  Wittwen;
die  des  Stu  b  en  r  au  ch  schen  Legats  der  Wittwe  eines  ordentlichen
Mitgliedes  der  Anstalt,  die  entweder  selbst,  oder  deren  Ehemann  mit
dem  Testator  blutsverwandt  gewesen,  in  Ermangelung  einer  solchen
Wittwe,  eine  andere  dürftige  Wittwe;  die  des  Selig  schen  Legats  zunächst ­
  der  Wittwe  eines  ordentlichen  Mitgliedes  der  Anstalt,  die  zur
Familie  des  Testators  gehört,  event,  einer  andern  Wittwe;  Winter-Unterstützungen
  endlich  werden  aus  den  zufälligen  Einnahmen  des
        <pb n="418" />
        411

mm
anbete  Stellen  ober  Provinzen,  ober  wenn  sie  ans  ihrem  Amte  ehrenvoll ­
  ansscheiben,  können  sie  außerorbentliche  Mitglieder  bleiben.  Die
Kasse  steht  unter  Verwaltung  zweier  Geistlichen  'in  Berlin  unb  unter
Oberaufsicht  beb  Ober-Präsidenten.

Ķnrmärksche  evangelisch-reformirte,  (evangelische  Speeial-)  Stadt-Schullehrer.
Wittwenkasse,
Provinzen  Branbenburg  unb  Pommern.  Nach  bem  Reglement
IUI  sind  alle  ut  deutsch  -  reformirten  Stabt  -  Schulstelleu  dieser
şiomnzen  ober  in  solchen  jetzt  mit  lutherischen  Schulen  vereinigten
stellen  welche  früher  nur  mit  reformirten  Lehrern  besetzt  waren'und
werden  konnten,  fungirenden  Lehrer  Mitglieder  ber  Kasse.  Sie  kauft
»Yre  Interessenten  in  die  allgemeine  Wittwen-Versorgunqs-Anstalt  ein
und  versichert  eine  Pension  bis  zu  100  Thlr.,  ober  sie  zahlt  eine  nach
den  gezahlten  Betträgen  bemessene  Pension.  Die  Kaffe  hat  ein  Stiftnngskapital
  von  1500  Thlr.,  die  sonstigen  Einnahmen  bestehen  in
Klrchenkollekten,  in  den  Eintrittsgeldern,  in  Abzügen  von  Besoldungs-Zulagen
  und  in  Besoldungs-Beiträgen  ber  Lehrer.  Das  Eintrittsgeld
betragt  1  pCt.  ber  Einkünfte,  die  Besoldungs-Abzüge  bestehen  in  einem
Geschenk,  das  wemgstens  der  Hälfte  des  jährlichen  Besoldungs  -  Beittages ­
  gleich  seni  muß  Wird  eilt  durch  die  Kasse  bei  der  allgemeinen
Wtttwen-Berpflegungs-Anstalt  eingekaufter  Lehrer  versetzt,  so  zahlt  er
ote  Beiträge  und  Zinsen  an  die  Anstalt  aus  eigenen  Mitteln.  Die
ehrer-Wittwenkasse  steht  unter  der  Administration  zweier  reformirten
-Prediger  zu  Berlin.  Die  Oberaufsicht  führt  ber  Ober-Präsident  ber
Provinz.
Kurmärkische  Hülfskasse  zu  Berlin.
Ein  kommunalständisches  Darlehns-Jnstitut,  nach  dem  Statut  vom  4.  Oktober ­
  1852  (  R  a  u  er,  Neuere  ständische  Gesetzgebung  S.  340)  verwaltet  und
aus  ber  Staatskasse  mit  207,000  Thlr.  dotirt.  Ein  Theil  der  Zins-Ueberschüsse
  wird  zur  Prämiirnng  von  Sparkaffen-Jntereffenten,  ein  anderer
zur  Vermehrung  des  Stamm-Fonds,  ein  dritter  zu  öffentlichen  Zwecken
        <pb n="419" />
        412

verwendet.  Das  Vermögen  der  Kasse  hatte  sich  Ende  1863  auf
255,000  Thlr.  vermehrt.
Kurmärkscher  Stipendienfondö.
Derselbe  ist  von  dem  Kurfürsten  Friedrich  Wilhelm  1686  (Koch  II.
S.  901)  aus  märkischen  Fonds  gegründet  und  für  märkische  Landsleute
(also  einschließlich  der  jetzt  zur  Provinz  Sachsen  geschlagenen  Altmark)
bestimmt.  Die  Bewerber,  welche  in  Berlin  studiren  müssen,  erhalten
auf  beigebrachte  Zeugnisse  der  Bedürftigkeit  und  guten  Führung  das
Stipendium  auf  3  Jahre,  sind  von  Entrichtung  der  Honorare  für  Privatkollcgia
  der  Professoren  befreit,  müffen  aber  beim  Abgänge  eine  lateinische ­
  Rede  in  der  Universität  halten,  auch  eine  lateinische  Abhandlung
über  irgend  eine  wissenschaftliche  Materie  einreichen.  Die  Kollation
steht  den  Kuratoren,  dem  Kultus-Minister  und  dem  Direktor  der  Abtheilung ­
  für  Unterrichts-Angelegenheiten  im  Kultus-Ministerium  zu.
Die  Einnahme  betrug  im  Jahre  1859  an  Zinsen  von  Kapitalien
14751  Thlr.  Davon  wurden  verwendet:  175^-Thlr.  zurBermehrung  des
Fonds;  50  Thlr  zu  Anschaffungen  für  die  Universitäts-Bibliothek  zu
Berlin;  50  Thlr.  zum  Honorar  des  professor  eloquentiae  der  Universität ­
  Berlin;  1100  Thlr.  zu  11  Stipendien  im  Betrage  von  je
100  Thlr.  für  11  geborene,  in  Berlin  studircnde  Märker;  100  Thlr.
zu  2  Stipendien  von  je  50  Thlr.
Kurrende-Stiftung  zu  Tangermitnde.
Sie  besteht  seit  1598  zum  Zweck  eines  wöchentlichen  zweimaligen
Singcns  von  Chorälen  vor  den  Häusern.  Fonds  350  Thlr.,  wobei  ein
Zuschuß  von  17  Thlr.  aus  der  Staatskasse.
Joh.  Christiane  Kn  the,
Wittwe  eines  Freigärtncrs  zu  Schönborn  (Liegnitz)  vermachte  (1860)
der  dortigen  Orts-Armenkasse  100  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Unterstützung ­
  hilfsbedürftiger  Ortsarmen  verwandt  werden  sollen.  Die  ev.
Schule  des  Orts  erhielt  gleichfalls  100  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Anschaffung ­
  von  Schulbüchern  für  arme  Kinder  bestimmt  sind.
I.  Stan.  Kntowski,
Weihbischof,  begründete  (1841)  bei  dem  Gymnasium  in  Kulm  eine
Stipendien  -  Stiftung  für  angehende  katholische  Theologen.  Kapital
1400  Thlr.
Georg  Daniel  Kypke,
Professor  zu  Königsberg,  bestimmte  1778,  daß  sein  Vermögen  so  lange
affervirt  und  vom  akademischen  Senat  der  Universität  verwaltet  werden
sollte,  bis  es  auf  wenigstens  50,000  fl.  angewachsen  sein  würde;  alsdann ­
  sollten  entweder  bequem  gelegene  und  brauchbare  Häuser  angekauft ­
  und  zu  einer  Stiftung  eingerichtet  werden,  in  welcher  Studircnde
unter  der  Aufsicht  eines  akademischen  Dozenten  unentgeltlich  beisammen
wohnen  könnten,  oder  es  sollte  ein  Gebäude  zu  diesem  besondern  Zweck
errichtet  werden.  Der  Ankauf  eines  Gebäudes  wurde  1797,  als  der
Fonds  auf  52,000  fl.  angewachsen  war,  bewerkstelligt  für  6200  Thlr.,
        <pb n="420" />
        413

EL-ÑSL§LLL«
L'Abaye.
Ģeh-  Staatsrath,  Mitglied  der  Armen-Direktion  ru  Berlin  lş  iA3i\
halten  sollte;  ş  werden  nach  Abzug  der  Verwaltungskosten  rum  Kapital
geschlagen.  Mit  dieser  Theilung  und  Kapital-Vermehrung  ist  seit  1832
begonnen,  und  sie  soll  30  Jahre  fortgesetzt,  dann  aber  das  Haupt-Kapital
  mit  j  an  den  Neffen  oder  dessen  Descendenz,  mit  \  an  die
Armen-Direktion  fallen.  Schon  im  Jahre  1850  belief  sich  das  Stiff
tungs-Kapital  auf  61,300,  das  Ersparnißkonto  auf  22,000  Thlr.;
36  Arme  erhielten  1056  Thlr.  Aus  der  Stiftung  werden  an  Arme
Unterstützungen  in  monatlichen  Raten  von  2  bis  6  Thlr.  gezahlt.
Außerdem  hat  der  Testator  3000  Thlr.  angewiesen;  von  den  Zinsen
müssen  zur  Feier  seines  Geburtstages,  alljährlich  100  unglücklich?,  aber
Erdige  Arme  festlich  bewirthet  und  mit  einem  kleinen  Geldgeschenk  erfreut ­
  werden.  Die  Feier  beginnt  mit  der  Ansprache  eines  Geistlichen
und  wechseln  darin  die  3  Prediger  am  Arbcitshause,  am  großen  Friednchs-Waisenhause
  und  am  Friedrich-Wilhelms-Hospital'  miteinander
ab.  Für  die  Festrede  erhält  der  Geistliche  einen  Dukaten.  Der  Saal,
in  welchem  das  Festmahl  veranstaltet  wird,  muß  mit  dem  Bildnisse
des  Erblassers  dckorirt  sein,  welches  dem  Scssionszimmer  der  Armen-Direktion
  angehört,  und  der  Bote  empfängt  für  den  Transport  des
Bildes  1  Thlr.
v.  Labeö,

Geh.  Stiftsräthin  zu  Berlin,  schenkte  1795  dem  Joachimsthalschen
Gymnasium  ein  ihr  in  Pankow  gehöriges  Grundstück,  um  es  zu
verkaufen  und  aus  dem  Erlös  ein  Stipendium  zu  gründen.  Das
Vermögen  beläuft  sich  auf  etwa  4000  Thlr.,  und  aus  den  Zinsen
werden  Stipendien  à  o0  Thlr.  aus  3  Jahre  verabreicht;  der  Direktor
und  die  Profefforen  des  Gymnasiums  schlagen  die  Benefiziate»  bem
Provinzial-Schnlkolsegium  zur  Bestätigung  vor.
v.  Ladenbergsche  Jubilar-Stiftung.
Bei  Gelegenheit  des  50jährigen  Dienst-Jubiläums  des  Ministers  v.
Babenberg  1839  aus  freiwilligen  Beiträgen  der  Forstbeamten  gegründet. ­
  Der  Jubilar  selbst  steuerte  1000  Thlr.  bei.  Dadurch  und
durch  zinsbare  Anlegung  der  Gelder  hatte  die  Stiftung  1840  einen
Fonds  von  5725  Thlr.  erhalten,  dessen  Zinsen  in  der  Art  verwendet
        <pb n="421" />
        m

werden,  daß  fortwährend  ein  Sohn  eines  wohlverdienten  bedürftigen
technischen  Forstbeamten,  welcher  wenigstens  18  Jahre  alt  ist  und  im
Begriff  steht,  sich  der  Hähern  sorstmäßigen  Ausbildung  als  Oberförster
theilhaftig  zu  machen  und  dazu  fähig  und  würdig  ist,  solche  zum  Zweck
dieser  Ausbildung  auf  einen  Zeitraum  von  höchstens  vier  Jahren  bezieht. ­
  Mit  dem  Genuß  dieser  Unterstützung  ist  zugleich  die  Befreiung
von  Zahlung  des  Honorars  für  die  Vorlesungen  auf  der  Forstlehr-Anstalt
  zu  Neustadt-Eberswaldc  auf  die  Dauer  des  Cursus  verbunden,
welchen  der  Stipendiat  zu  seiner  Ausbildung  auf  dieser  Anstalt  zubringt. ­
  Das  Kapital-Vermögen  der  Stiftung  soll  weder  je  vermindert
noch  durch  Zinsen-Aufsammlung  vermehrt  werden;  die  Verwaltung  desselben ­
  steht  unter  der  oberen  Leitung  des  Chefs  der  Forstverwaltung.
Heinrich  Laink,
zu  Grais,  Kreises  Ahaus,  vermachte  (1845)  der  dortigen  Schule  200Thlr.,
deren  Zinsen  an  die  armen  Schulkinder  vertheilt  werden.
v.  Lakinskische  Stiftungen.
Der  1845  zu  Wongrowitz  f  Rittmeister  v.  Lakinski  hatte  letztwillig
ausgesetzt:  1)  6000  Thlr.,  um  ans  den  jährlichen  Zinsen  6  junge
Mädchen  christlicher  Religion  aus  der  dienenden  oder  aus  der  ärmeren
Bürgerklasse  der  Stadt  jährlich  ani  4.  Oktober,  als  dem  Namenstage
des  Verstorbenen,  bei  ihrer  gleichzeitigen  Verheirathung  auszustatten.
Die  Stiftung  sollte  erst  nach  dem  Tode  der  Schwester  des  v.
Lakinski  in  volle  Kraft  treten.  Die  Mädchen  werden  vom  Magistrat ­
  ausgewählt,  welcher  mit  Verwaltung  der  Stiftung  beauftragt  ist;
2)  500  Thlr.  für  das  Hospital,  deren  jährliche  Zinsen  zur  Verbesserung
der  Lage  der  Hospitaliten  bestimmt  sind;  3)  1000  Thlr.  für  den
städtischen  Schul-Fonds.  Von  den  Zinsen  soll  das  Lehrmaterial  sowie ­
  die  Fußbekleidung  im  Winter  für  ganz  unbemittelte  Schüler  und
Schülerinnen  der  Stadt  angeschafft  werden,  v.  Lakinski  hatte  ferner
in  seinem  Testamente  den  Wunsch  ausgesprochen,  daß  er  —  seit  den
90er  Jahren  auf  den  Schlachtfeldern  gebildet  und  da  ihm  nicht  vergönnt ­
  gewesen  sei,  auf  dem  Felde  der  Ehre  seine  Ruhestätte  zu
finden  —  nicht  auf  einem  gewöhnlichen  Todtenacker,  sondern  auf  einem
den  Schlachtfeldern  ähnlichen  Platze  zur  Erde  bestattet  werden,  und  daß
in  der  Nähe  seiner  Grabstätte,  wozu  er  sich  einen  zu  der  Domaine
Laziska  gehörigen  Hügel  auscrsehen,  ein  durch  ihn  mit  Gehalt  und
Wohnung  zu  versehender  Militair-Invalide  von  der  Kavallerie
wohnen  möchte,  um  zugleich  einem  dem  Könige  und  Vatcrlande  treu
gedienten  Soldaten  einen  angemeffenen  Unterhalt  zu  verschaffen  und
zu  sichern.  Zu  diesem  Zweck  setzte  v.  Lakinski  aus  a)  2000  Thlr.
zur  fortwährenden  Versorgung  eines  Invaliden;  b)  1000  Thlr.  um
in  der  Nähe  der  Grabstätte  den  Neubau  eines  für  den  Invaliden  bestimmten ­
  massiven  Hauses  nebst  Vieh-  und  Holzstall,  Brunnen  rc.  auszuführen; ­
  c)  300  Thlr.  zur  Unterhaltung  dieser  Wohnung;  ck)  600  Thlr.
um  aus  den  Zinsen  den  Kanon  für  den  von  dem  Fiskus  abzutretenden
Bauplatz  zur  Jnvalidcn-Wohnung  rc.  zu  decken.  —  Den  Rest  des
        <pb n="422" />
        415

9iad)Ia)7c3  bestimmte  v.  Satin#t¡  für  ben  Làrommttnal-Fond«
&amp;amp;ntÄL? ff T^Ät  ®o„“;i¡r iítn  oatt
Lambergsches  Legat,
«»«
Lambert  ab  Haldernsche  Stiftung  zu  Rees.
Aus  derselben  werden  jährlich  200  Thlr.  zu  Stipendien  für  katholische
Theologen  gezahlt.  Verwandte  der  Stifter  haben  ein  Näher-Recht
Wird  das  Stipendium  der  katholischen  Thologie  aufgegeben,  so  müssen
die  erhaltenen  Stipendien-Zahlungen  erstattet  werden.
Anton  L  a  mbertz,
Kaufmann  zu  Gladbach  (+  1863)  vermachte  u.  A.  dem  Presbyterium
der  dortigen  Gemeinde  zur  Errichtung  einer  Prediger-Wittwen-  und
Waiscn-Kasse  1000,  zur  Errichtung  einer  Lehrer-Wittwen-und  Waisen-Kaffe
  1000  und  zur  Errichtung  eines  Fonds  für  die  Pensionirunq  der
Prediger  und  Lehrer  1000  Thlr.  -
v.  Lamprechtsche  Stiftung.
Bei  dem  am  24  März  1863  stattgcfundenen  50jährigen  Dienst-Jubilaum
  des  Präsidenten  v.  Lamprecht  begründet,  indem  dem  Jubilar
bo,i  Imt  Omaren  ber  Ban!  2000  S^r.  mit  ben  ba,über  íautenben
Uàden  als  Fonds  zu  einer  Unterstütznngskasse  für  Wittwen  und
Walsen  von  Bankbeamten  überreicht  wurde.  Vgl.  den  folgenden
v.  Lamprecht-Robertsches  Stipendium.
D-r  vorhin  gedachte  Präsident  ».  Lamprecht  vermachte  (18631  dem
Friedrichs-Werderschen  Gymnasial»  zn  Berlin  1000  Thlr  Gold  in
-inen,  4  pCt.  tragenden  „„kündbaren  Psandbries  der  Knr.  nnd  Ren.
marlschen  Ritterschaft  zu  einem  Stipendiam  für  einen  Primaner.  Bon
de»  Zuisen  soll  ,-hrltch  am  Hochzeitstage  des  Stifters  -in  Primaner
der  Anstalt  25  Thlr.  Gold  erhalten.  Der  Rest  d-r  Zinsen  nnd  diavon
  zu  erzielenden  Zinsen  sollen  so  lange  zuin  Kapital  geschlagen
werden,  bis  die  Zinsen  des  ganzen  Fonds  75  Thlr.  Gold'  betragen.
Alsdann  erhält  jährlich  cm  Primaner  50  Thlr.  Gold,  die  verbleibenden
25  Thlr.  Gold  und  die  davon  zu  erzielenden  Zinsen  sollen  so  lange
zum  Kapital  angelegt  werden,  bis  von  dessen  Zinsen  eine  zweite  Rate
von  50  Thlr.  Gold  einem  zweiten  Primaner  verliehen  werden  kann.
3*  gleicher  Weise  sollen  die  verbleibenden  25  Thlr.  Gold  hiernächst
unausgesetzt  zur  Gründung  neuer  Stipendien  verwendet  werden.  Die  Stif-
        <pb n="423" />
        416

tung  soll  zum  Andenken  an  die  frühere  Gattin  des  Stifters,  eine  geborene ­
  Nobert-Tornow,  den  Namen  von  Lamp  r  echt-  Robertsches
  Stipendium  führen.

George  Lamprecht,
Bürger,  begründete  für  seine  Verwandten  aus  Fraustadt  und  in  deren
Ermangelung  für  ehelicher  Leute  Kinder  zu  Königsberg  ein  Stipendium,
dessen  Verleihung  dein  Magistrat  in  Königsberg'  zusteht.  Vgl.  Kneiphosfches
  Gymnasium.
Domherr  Lamsthöfsche  StipendiemStiftung  zu  Wartenburg.
Sie  hat  einen  Fonds  von  1200  Thlr.  und  ist  bestimmt,  unvermögende
Verwandte  des  Fundators,  und  in  deren  Ermangelung  dortige  Bürger-Söhne,
  welche  sich  den  Wissenschaften  widmen,  zu  unterstützen.
Landarmen-Austalt  zu  Wittstock.
Ein  ständisches  Institut  der  Kurmark  a)  zur  Aufnahme  und  Verpflegung
von  Land-  und  Orts-Armen;  zugleich  Lazareth  für  landarme  Kranke';
b )  zur  Aufnahme  und  Verpflegung  alter  unbescholtener  Militair-Jn
validen;  c)  zur  Aufbewahrung  unschädlicher  unheilbarer  Geisteskranker;
ll)  zur  Aufnahme  bildungsfähiger  männlicher  Blinden,  welche  das  8.
Lebensjahr  überschritten  haben;  nächstdem  e)  zur  Vollstreckung  der
Nachhast  gegen  Landstreicher,  Bettler  und  Arbeitsscheue  rc.  Die  Aufsicht ­
  führt  die  Ständische  Landarmen-Direktion  der  Kurmark  zu  Berlin.
Land-Armenfonds  der  Grafschaft  Rietberg.
Kapital  4425  Thlr.  Aus  demselben  erhält  das  Progymnasium  zu  Rietberg
einen  jährlichen  Zuschuß  von  48  Thlr.,  der  Rest  wird  behufs  späterer
Gründung  eines  Armen-  oder  Krankenhauses  für  die  Grafschaft  Rietberg ­
  kapitalisirt.

ì!and-Armenhans  zu  Trier,
für  den  Regierungsbezirk  Trier,  unter  Aufsicht  des  Regierungs-Präsidenten ­
  von  einer  zum  Theil  ständischen  Verwaltungs-Deputation  geleitet. ­
  Das  HauS  enthält  1)  ein  Hospital  für  gebrechliche,  arbeitsunfähige, ­
  hülflose  Menschen;  2)  eine  Heil-Anstalt  für  heilbare  Kranke-3)
  eine  Irren-Pflege-Anstalt  für  unheilbare  Geisteskranke-  4)  eine
Arbeits  -  Anstalt  für  Bettler,  Arbeitsscheue  und  Vagabonde»  Der
jährliche  Bedarf  der  Anstalt  beläuft  sich  auf  40—50,000  Thlr.,  woaV««
  3  st:
Uebrige  bringt  die  Provinz  und  der  Staat  auf.
Land-Dotations  Fonds  für  ev.  Pfarreien  in  Schlesien.
1855  begründet  und  von  König  Friedrich  Wilhelm  IV.  mit  20,000  Thlr.
dotirt,  verfolgt  er  den  Zweck,  für  evangelische  Pfarreien,  deren  Inhaber
auf  den  Ertrag  der  Stolgebühren  angewiesen  sind,  ein  Pfarrgut  in
Ländereien  zu  erwerben.  Die  aus  dem  Fonds  angekauften  Ländereien
,vcrden  dem  Pfarrer  sofort  zur  Nutznießung,  jedoch  unter  der  Bedingung
überwiesen,  daß  jährlich  die  Hälfte  des  Nutzungsertrages  in  den  Fonds
        <pb n="424" />
        417

ķà«  H°,pļļ°ļ  fit  bas  à-lig.  Füistnuhum  P-berb-rn
88MSS
Landes  Kultur-Gesellschaft  zu  Arnsberg.
Sie  besteht  seit  1809  und  hat  eine  Anzahl  Zweig-Bereine.
Landes  Lazareth  zu  Bergen.
Eine  Kreis'Kommunal-Anstalt  zur  Aufnahme  von  Kranken  aus  dem
Krelse  Rügen.  Sie  wird  von  den  Kreis-Ständen  unterhalten  und  ge-LrŅMUWķ

LandeS-Schule  Pforta.
Eme  Königliche  Erziehungs-  und  Unterrichts-Anstalt,  in  der  eine  Anzahl ­
  junge  Wüte  ev.  Konfession  vom  reiferen  Knabenalter  an  bis  zum
Ucbergange  aus  die  Universität  für  das  höhere  wissenschaftliche  Leben
ocn  für  den  eigenlllchen  Gelehrtenbcruf  vorbereitet  werden.  Zur  Aufnahme ­
  ist  das  Alter  von  12—14  Jahren  das  geeignetste:  die  Anmeldungen ­
  erfolgen  bei  dem  Provinzial-Schul-Kollegium  zu  Magdeburg
° b ' v  b bn  Kollatoren  der  Freistellen.  Es  bestehen  bei  der  Anstalt  140  Freiş
  (OO  «ontgltche,  69  städtische,  5  Domstift  -  Naumburgische,  5
adelige  GeschlechtssteUen  und  die  sogenannte  Organistenstelle)  ;  20
ríPUü
KMMZZŞZ
'5'  C  Uebersicht  namhaft  gemacht  worden  sind.  Die  übrigen
àilgltchen  stellen,  welche  zur  unmittelbaren  Kollatur  des  Provinzial-Schul-Kollegtt
  gehören,  sind  10  ordentliche  Gnadcn-Stellcn,  8  außerordentltche
  Gnaden-Stellen,  5  Kapell-Stellen,  3  Famulatur-Stellen,
bei  welchen  letzteren  dem  Rektor  das  Recht,  Subjekte  vorzuschlagen,  zusteht. ­
  Diese  Stellen  sind  insgesammt  Freistellen.  Dazu  kommen  20
t'miß.  Landbiich.  27
        <pb n="425" />
        alte  Koststellen,  für  welche  jährlich  ein  Kostgeld  von  25  Mfl.  (21  Thlr.
26  Sgr.  3  Pf.)  an  die  Schulkassc  gezahlt  wird.  Gesuche  um  diese
Stellen,  welche  für  Eingeborene  des  Herzogthums  Sachsen  gegründet
sind,  und  unter  diesen  vorzugsweise  an  Hülssbedürftige  und  Unbegüterte,
auf  Grund  genügender  Bescheinigung  wirklicher  Bedürftigkeit,  verliehen
werden,  müssen  bei  dem  Provinzial-Schnl-Kollegium  angebracht  werden.
Außer  obigen  Alumnat-Stellen  sind  wegen  der  großen  Anzahl  von
Gesuchen,  die  nicht  immer  befriedigt  werden  können,  noch  20  neufundirte
  Koststellen  bei  der  Anstalt  gestiftet,  für  welche  ein  Kostgeld  von
.  îļstr.  jährlich  an  die  Schulkasse  entrichtet  wird.  Die  Perzipienten
dieser  für  Eingeborene  der  Provinz  Sachsen  vorzugsweise  gegründeten
Stellen  haben  sonst  alles  frei  und  stehen  ganz  in  dem  Verhältnisse  der
Alumnen.  Gesuche  um  diese  Koststellen  werden  an  das  Provinzial-Schul-Kollegium
  gerichtet.  Freistellen,  wovon  das  Patronats-Reckt
den  Städten  des  Herzogthums  Sachsen  zusteht,  sind  69,  nämlich  1
Belgcrn,  1  Belzig,  1  Bitterfeld,  1  Brehna,  1  Brücken,  3  Delitzsch,
k  L  üben,  1  Eckartsberga,  I  Eilenburg,  1  Freiburg,  I  Gräfenhaynchen,
I  Herzberg,  I  Jessen,  1  Kemberg,  1  Kindelbrück,  4  Langensalza,
1  Laucha,  1  Liebcnwerda,  1  Mücheln,  2  Mühlberg,  7  Naumburg,
1  Niemegk,  1^  Osterfeld,  1  Ortrand,  1  Prettin,  5  Sangerhausen,  1
Schlieben,  1  Schmiedeberg,  1  Schweinitz,  1  Senftenberg,  2  Tennstedt,
1  Thamsbrück,  3  Torgau,  1  Uebigau,  1  Wahrenbrück,  3  Weißenfels,
2  Weißensee,  3  Wittenberg,  1  Zahna,  1  Zörbig,  3  Heitz.  Wer  eine
solche  Stelle  nachsuchen  will,  hat  sein  Gesuch  bei  der  betreffenden
Stadtbehörde  einzureichen;  cs  gilt  aber  hierbei  als  ausdrückliches  Gesetz: ­
  daß  der  Eingeborene  der  Stadt  vor  dem  Auswärtigen,  der  Arme
vor  dem  Begüterten,  der  Geschicktere  vor  den  weniger  Geschickten  den
Vorzug  hat.  Die  Stadtbehördcn  haben  nach  geschehener  Wahl  die
Genehmigung  derselben  bei  dem  Provinzial  -  Schul-Kollegium  nachzusuchen, ­
  von  welchem  sodann  auch  das  Erforderliche  wegen  der  Aufnahme
verfügt  wird.  Die  Freistellen  werden  den  Perzipienten  für  ihre  ganze
sechsjährige  Schulzeit,  nicht  für  einen  willkürlichen  Zeitraum,  ertheilt.
Das  Domstift  zu  Naumburg  vergicbt  5  Freistellen  (1  die  Ritterschaft,
2  das  Domkapitel,  2  die  Hcrrenfrcihcit).  Eingeborene  gehen  den  Auswärtigen, ­
  Bedürftige  bei  gleicher  Qualifikation  den  Wohlhabenden  vor.
Adelige  Gefchlechtsstellen  stehen  zu:  2  den  Grafen  v.  Marschall,  2  den
von  Wolsfersdorf,  1  dem  Besitzer  des  Ritterguts  Großkmehlen,  und
sind  ursprünglich  für  Sohne  dieser  Familieu  gestiftet;  sie  können  aber
auch  anderen  gualisizirten  Knaben  voll  dell  Kollatoren  ertheilt  werden.
Die  erst  später  gegründete  Organisten-Stelle,  deren  jedesmaliger  Perzipient
unter  Aufsicht  und  Leitung  des  Musikdirektors  in  der  Kirche  und  im
Betsaale  die  Orgel  zu  spielen  verpflichtet  ist,  wird  von  dem  Rektor  besetzt.
  Exspektanzen  auf  alle  vorgenauuten  Stellen  werden  nicht  ertheilt.
Die  Zahl  der  10  Extraneer-Stellen  darf  nur  mit  ausdrücklicher  Genehmigung ­
  des  Provinzial-Schul-Kolleginms  überschritten  werden.  Unter
den  Extraneern  werden  solche  Schüler  verstanden,  die  nur  den  Unterricht
in  der  Anstalt  frei  haben,  und  für  Wohnung  und  Verpflegung  bei
        <pb n="426" />
        419

27*

einem  Lehrer,  nach  einem  mit  demselben  zu  treffenden  Privat-Abkommen,
  bezahlen.  (In  der  Regel  werden  300  Thlr.  jährlich  dafür  entrichtet.) ­
  Uebrigeno  stehen  sie  in  Ansehung  der  Schulzucht  den  Alum-\
  Taf  Aufnahme  eines  Extraneers  muß  die  Genehmigung
des  Provinzial-Schul-Kollegiums  eingeholt  werden;  nur  die  13  ordenthd)en
  geķee  M  bere#,gt,  junge  gente  (and,  %n0^änber)  aW  Gftr^
ZMMMŅ
eĻk  berlom,  ober  Miļ,er  Don  i^  n^t,  ^ober  nn^%LteiZ
muß,  betragen  10-^  Thlr.  und  für  den  Aufwärter  5  Sar  ^öalin
gen  der  Anstalt,  die  sich  während  des  Anfenthalts  auf  derselben  durch
Fleiß  und  sittliches  Berhalten  ansgezeichnet  haben,  und  die  der  Unterstützung ­
  bedürftig  sind,  können,  wenn  sie  auf  der  Universität  Leipria
studiren,  die  von  dem  Kurfürsten  Moritz  für  Pfortaische  Zöglinge  gestifteten ­
  Stipendien,  ingleichen  das  im  Jahre  1844  gestiftete  Jjge'nschc
  Stipendium,  worüber  den  Lehrern  das  Kollatur-Recht  übertragen
ist,  verliehen  werden.
LandesStipendium  der  Niederlausitz.
Dasselbe  wird  mit  jährlich  20  Thlr.  vom  Kommunal-Landtaqe  der  Niederlausitz ­
  verliehen.
Land-Krankenanstalt  zu  Schwetz.
Zur  Aufnahme  unheilbarer  unvermögender  Bewohner  des  Landarrnen-Berbandes
  (Regierungsbezirke  Danzig  und  Marienwerder)  bestimmt,
vorzugsweise  der  heimathlosen  erwerbsunfähigen  Personen,  der  eigentlichen ­
  Landarmen.  Diese  werden  auf  Kosten  des  Landarn.en-Fonds
unterhalten  Die  Kur-  und  Verpflegungskosten  heimathsgehöriger  Kranken ­
  fallen  den  betreffenden  Kommunen  zur  Last  und  werden  'von  den-,elbe„
  eingezogen  Die  Anstalt  wird  vom  Westpreußischen  Landarmen-Berbande
  durch  Zuschüsie  aus  dem  Landarmen-Fonds  unterhalten  und
N^'u.Ņerb.udung  mit  der  Jrrenheil-Anstalt  in  Schwetz.  Letztere  hat
Peusionösatz"  mh  10  @tetIen  Ür  kommunal-Irre  zum  ermäßigten
Frau  de  Landus,
ģT-  Ņredt  Wittwe,  Rentnerin,  überwies  (1864)  der  ev.  Kirchenge-0000
  Thlr.  ...r  UnterftflŖnng
_  ^'and  Waisenhaus  zu  Halberstadt.
.à  Anstalt  in  welcher  die  zun,  Verbände  desselben  gehörigen  Ortschaften ­
  des  Kreises  gegen  Erlegung  eines  fiŗirtcn  jährlichen  Beitrages
Walsen  unterzubringen  berechtigt  sind.
Landwehr  Pferdegelder-Fonds  des  Neg.-Bez.  Köniasberg,  ausschließlich  des
Kreises  Memel.
Ein  aus  dem  Jahre  1815  stammender,  durch  Ansammlung  der  Zinsen
        <pb n="427" />
        420

vermehrter  und  1864  den  Provinzial-Ständen  überwiesener  Fonds.  Er
wird  bei  der  Provinzial-Hülfskasse  zu  Königsberg  (s.  d.)  verwaltet,  betrug ­
  1864  34,829  Thlr.  in  31  proc.  St.-Schuldsch.  und  soll  zur  Erleichterung ­
  der  dabei  betheiligten  Kreise  in  der  ihnen  durch  das  Ges.  v.  27.Fbr.
1850  auferlegten  Verpflichtung  zur  Unterstützung  der  bedürftigen  Familien
der  zum  Dienst  einber.  Reserve-  u.  Landw.-Mannsch.  verwendet  werden.
Landwirthschaftliche  Akademie  zu  ProSkau.
Die  Aufnahme  erfolgt  nach  Anmeldung  beim  Direktor.  Die  Akademie
verlangt  von  den  Studirenden  Reife  des  Urtheils  und  Kenntnisse  in
deul  Maße,  um  akademischen  Borträgen  ohne  Schwierigkeit  folgen  und
daraus  den  rechten  Nutzen  ziehen  zu  können.  Vorausgegangene  wenigstens ­
  einjährige  praktische  Thätigkeit  im  Landwirthschaftsbctricbe  ist  ferner
zum  Verständniß  der  Vorträge  erforderlich.  Der  Kursus  ist  zweijährig,
der  Studirende  verpflichtet  sich  bei  seinem  Eintritt  jedoch  nur  für  das
laufende  Semester.  Gegen  ein  monatliches  Lehr-Honorar  können  junge
Landwirthe,  deren  Verhältnisse  ihnen  den  Aufenthalt  au  der  Akademie
während  eines  vollen  Semesters  nicht  gestatten,  als  Hospitanten  zugelassen ­
  werden.  Eintrittsgeld  6  Thlr.,  Stndien-Honorar  für  das  erste
Semester  40,  für  das  zweite  30,  für  das  dritte  20,  für  das  vierte  und
jedes  folgende  Semester  10  Thlr.  Bei  erwiesener  Dürftigkeit  kann
das  Honorar  ganz  oder  zur  Hälfte  erlassen  werden.  Beim  Schluß  eines
jeden  Semesters  finden  Abgangs-Prüfungen  statt.  Um  zur  Prüfung
rugelassen  zu  werden,  muß  der  Studirende  vier  Semester  auf  der  Akademie ­
  absolvirt  haben.  Die  Zeit  seines  Studiums  an  einer  andern
Hochschule  kommt  dabei  in  Anrechnung.  Zur  Konkurrenz  an  der  Losung ­
  von  Preis-Aufgaben  werden  alle  diejenigen  Studirenden  zugelassen,
welche  im  Semester  der  Verkündigung  die  Akademie  besuchen.  Die
beste  Arbeit  erhält  den  Preis  von  100  Thlr.,  die  nächstbeste  ein
Accessit  von  25  Thlr.  Gesammtkosteu  des  Aufenthalts  an  der  Akadeinie
  mit  Einschluß  des  Studien-Honorars  im  ersten  Jahre  circa  300,
ini  zweiten  circa  250  Thlr.
Landwirthschaftliche  Gesellschaft  zu  Heiligenbeil.
Ein  seit  1808  bestehender  Verein.
Landwirthschaftliche  Lehr-Anstalt  zn  Poppelsdorf,
für  die  westlichen  Provinzen  des  Staats  1847  errichtet.  Der  Lehr-Kursus
  ist  ein  zweijähriger;  jedoch  sind  die  Vorträge  so  vertheilt,  daß
der  Unterricht  auch  bei  einem  einjährigen  Besuche  ein  abgerundetes
Ganzes  bildet.  Das  Stndien-Honorar,  welches  Unbemittelten  ganz
oder  zur  Hälfte  erlassen  werden  kann,  beträgt  für  das  erste  Jahr  70
Thlr.  und  für  das  zweite  30  Thlr.
Landwirthschaftliche  Lehr-Anstalt  zu  Waldau.
Ein  höheres  Lehr-Institut,  am  9.  Oktober  1858  bei  Königsberg  in
Preußen  eröffnet.  Es  hat  eine  Anzahl  Stellen,  für  welche  das  Studicn-Houorar
  (das  erste  Jahr  70,  das  zweite  30  Thlr.)  ganz  oder  zur
Hälfte  erlassen  werden  kaun.  Der  Direktor  hat  die  Beneficien  vorzu-
        <pb n="428" />
        421

schlagen,  das  Ministerium  für  landwirthschaftliche  Angelegenheiten  sie
zn  bewilligen.
Landn?  irthsckiaftliche  Vereine.
Es  giebt  derselben  mehr  als  500,  die  entweder  Central-,  Zweig-  oder
nicht  zu  einem  Ecutral-Vercine  gehörende  Vereine  şind  und  mehr  als
20O0  Ehren-,  an  700  korrcspondirende  und  etwa  62,000  ordentliche
Mitglieder  zahlen.  Kapital-Vermögen  etwa  180,000  Thlr  Die  jährlichen ­
  Einkünfte  bestehen  in  den  Zinsen  dieses  Vermögens,  in  den  Beiträgen ­
  der  Mitglieder,  in  Pachtgeldern  von  Grundstücken,  dem  Erlöse
von  Baumschulen,  Verlosungen  in  Zuschüssen  und  Geschenken  aus
städtischen  und  Kreis-KommunaftFonds  und  in  ziemlich  ansehnlichen  Zuschüssen ­
  der  Aachcner-Feuerversicherungs-Gesellschaft  (s.  d.)  und  anderer
Vereine.  S.  einzelne  hieher  gehörige  Artikel.
Laiidwirtbschaftlicher  BeamtenNnterstützungs-FondS  für  die  Provin;  Posen.
Erst  seit  kurzer  Zeit  begründet.  Der  eiserne  Fonds  des  die  ganze  Provinz ­
  umfassenden  Hauptvereins  zu  Posen  ist  durch  die  statutenmäßigen
Beiträge,  welche  die  Kreis-Vereine  jährlich  an  die  Hauptkasse  abzuliefern
haben,  bereits  ans  7000  Thlr.  angewachsen.  Sobald  dieser  Fonds  die
Höhe  von  10,000  Thlr.  erreicht  hat,  soll  nach  Bestimmung  der  Statuten ­
  die  Wirksamkeit  in  ihrem  ganzen  Umfange  beginnen.  Bis  dahin
werden  Unterstützungen  nur  in  sehr  dringenden  Fällen  mit  geringen
Beträgen  gewährt.
Landwirthschaftlicher  Provinzial-Berein  für  Westphalen  zu  Münster,
Er  besteht  seit  1854  in  vier  Haupt-Vereinen  (Münster,  Minden,  Ravensberg, ­
  Paderborn  und  Arnsberg)  und  einer  Anzahl  von  Kreis-Vereinen. ­
  Zweck  ist  nach  dem  Statut  von  1862,  einen  Vercinigungspunkt
für  die  einzelnen  landwirthschaftliche«  Haupt-Vereine  darzustellen,  dieselben ­
  zum  übereinstimmenden  Wirken  anzuregen  und  in  den  Stand  zu
setzen,  die  Erfolge  ihrer  Thätigkeit  sich  gegenseitig  mitzutheilen  und
Gegenstände  von  besonderer  Wichtigkeit  zur  gemeinschaftlichen  Berathung
zu  bringen.  Zugleich  ist  der  Provinzial-Verein  bestimmt,  über  die  Bedürfnisse ­
  und  Interesien  der  Landwirthschaft,  über  die  geeignetesten
Mettel  zur  Beförderung  derselben  und  über  neue  landwirthschaftliche
Anlagen  und  die  zweckmäßigste  Art  ihrer  Ausführung  mit  den  Staats-Vehorden
  m  Verbindung  zu  treten.  Geschäftsführer  ist  der  Gcncral-Landwirthschaftlicher

  Verein  für  Rhein-Preußen.
Er  hat  seinen  Sitz  zu  Bonn  und  wählt  den  Ort  seiner  Gcneral-Bci
L° m ,'!'rs  » 51 &amp;gt;»  »»  16,000  Mitglied»,  besitzt  60  lan!
wlrthschaftllchc  Fortbildungsschulen,  hat  viele  landwirthschaftliche  Casinc
und  einen  Wanderlehrer,  der  von  Kreis  zu  Kreis  reist,  um  seine  Prir
Wien  zu  verbreiten  und  sic  zur  Geltung  zu  bringen.  An  mehrere
Orten  hat  man  begonnen,  Credit-Vereine  einzuführen.
Langsche  Armen-Stiftung,
von  dem  kath.  Pfarrer  Laug  zu  Neuendorf  (Koblenz)  (+  1835)  he
        <pb n="429" />
        422

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ķ,

rührend,  welcher  dem  dortigen  Armen-Fonds  zum  Besten  der  Armen
5474  Thlr.  hinterließ.  Im  Jahr  1860  hatte  sich  das  Kapital  bis  auf
5490  Thlr.  vermehrt;  die  Verwaltung  steht  dem  Pfarrer  zu.  —  Seiner ­
  Vaterstadt  Koblenz  vermachte  Lang  den  größten  Theil  seiner
Bücher  im  Werthe  von  374  Thlr.,  seine  von  ihm  mit  Vorliebe  und
Aufopferungen  hergestellte  Sammlung  von  Oelgemälden  im  Werthe  von
wOO  THlr.  und  ein  Kapital  von  16661  Thlr.,  dessen  Zinsen  theils
zur  Besoldung  eines  Aufsehers  und  theils  zur  Unterhaltung  der  Gemälde ­
  verwendet  werden  sollten.  Die  Oclgemälde  sollten  in  einem
dazu  geeigneten,  von  der  Stadt  unentgeltlich  zu  beschaffenden  Lokale
zum  Unterricht  angehender  Künstler,  sowie  zum  Vergnügen  des  Publikums ­
  aufbewahrt  werden.
Langesche  Stiftung  zu  Goldberg,
zur  Unterstützung  armer  ev.  Schulkinder.  Errichtet  und  mit  1100  Thlr.
dotirt  1858  von  dem  t  Tuchfabrikanten  Karl  Ehrenfried  Lange.
*  LangescheS  Legal  zu  Pleß.
Von  dem  Rittmeister  v.  Lange  herrührend.  Es  besteht  in  50  Thlr.,
deren  Zinsen  durch  das  Kreis-Kommissariat  des  Nationaldanks  an  Invaliden ­
  gezahlt  werden.
LangescheS  Legat  zu  Weißensee.
Kapital  200  Thlr.,  dessen  Zinsen  jährlich  an  vier  arme  achtbare  Wittwen ­
  der  Stadt  vertheilt  werden.
Henriette  Wilhelmine  Langer,
geb.  Neumann,  Wittwe  des  Justiz-Konlmiffarius  Langer,  leqirte  (18561
zur  Beschenkung  dreier  unbescholtener  Mädchen  von  12  bis  16  Jahren
und  dreier  unbescholtener  Wittwen  aus  dem  dritten  Stadtbezirke  in
Görlitz  am  Weihnachtsabende  eine  Zuwendung  von  etwa  7000  Thlr.
Langheinrich  sches  Legat.
Ein  der  Stadt  Delitzsch  bestimmtes  Vcrmächtniß.  Die  Zinsen  werden
an  12  Haus-Arnie  vertheilt.
Lang  kav  el  sches  Legat.
Ein  ,u  Damm  (Stettin)  bestehende«  Bermnchtnlß  ļu  einem  Stipendium
für  Studlrendc  der  Theologie.
Fr.  Langwald,
vermachte  ferner  dem  Ncustadtlschen  Bürger-Hospital  3000  Thlr.,  dem
Armen-  und  Arbettshause  4000  Thlr.,  dem  Prediger-Wittwen-Fonds
5866  £  Thl.  u.  s.  w.
Lankow  sches  Armen  Legat,
auf  dem  Gute  Lankow  im  Kreise  Schievelbein  eingetragen.  Die  Zinsen ­
  mit  jährlich  5  Thlr.  werden  an  arme  hülfsbedürstige  Familien  gezahlt.

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        <pb n="430" />
        423

Larisch,
Pfarrer  in  Zülz  (f  1845)  setzte  zum  Universalerben  seines  Nachlasses
(14,300  Thlr.)  die  Stadt  Zülz  mit  der  Verpflichtung  ein,  6000  Thlr.
zum  Bau  der  neuen  schule  und  den  nach  Bestreitung  mehrerer  Legate
Ş  B-tr-S-  °°n  5120  Thlr.  „°ch  ucrbteibcnbcn  (nid,,  ganz  sich-r
nn»st-h.nd,n)  R-st  einer  n.tld-n  Stiftung  für  Arm,  unb  Van  ,  zu
verwenden.  0
Joseph  Larisch,
Pfarrer  zu  Wölfelsdorf  (t  1848)  bestimmte  letztwillig  die  eine  Halste
seines  auf  etwa  16,000  Thlr.  ermittelten  Vermögens,  nach  Abzug
einiger  unbedeutender  Kirchen-  und  Armen-Vermächtnisse  zur  Unterstützung ­
  bedürftiger  Angehörigen  der  Pfarr-Gemeinde  Wölfelsdorf  sowie ­
  zur  besseren  Erziehung  der  weiblichen  Jugend  daselbst;  Verwalter
der  Stiftung  ist  der  kath.  Pfarrer  von  Wölfelsdorf.
Lasa  lle,
Demoiselle,  hinterließ  (1773)  der  französischen  Gemeinde  zu  Berlin
10,000  Thlr.,  deren  Zinsen  für  verschämte  Arme,  besonders  auch  aus
den  höheren  Ständen,  bestimmt  sind.  Vorweg  empfängt  davon  die
französische  Gemeinde  zu  Dresden  40  Thlr.  ;  die  zu  gewährenden  Unterstützungen ­
  sollen  nicht  unter  20  und  nicht  über  30  Thlr.  betragen.
Laubesche  Stiftung  zu  Schweidnitz.
Der  1820  zu  Schweidnitz  +  Kaufmanns-Aclteste  Laube  gründete  mit
ŞM  Kapital  von  20,000  Thlr.  und  einem  Hause  im  Werthe  von
5OOO  Thlr.  eine  Stiftung,  welche  die  Erziehung  von  Waisen  und  die
Unterstützung  armer  Bürger-Wittwen  bezweckt.  Die  Stiftung  wurde
unter  dem  3.  August  1820  landesherrlich  genehmigt  und  trat  unter
dem  Namen  „Ernst  Gottfried  Laubesches  Waisen-und  Wohlthätigkeits-Jnstitut"
  ins  Leben.  Die  Verwaltung  wird  durch  ein  Kuratorium  besorgt; ­
  bei  derselben  ist  das  Kreisgericht  als  obervormundschaftliche  Behörde ­
  der  in  das  Institut  aufgenommenen  Waisen  betheiliqt.  Aufnahmefähig ­
  sind  Waisen  christlicher  Religion  ohne  Unterschied  der  Konsession.
  —  Die  separirte  Rittmeister  v.  Lieres  geb.  Boltze  (t  18341
”7Ä  b»  àst-l'  500  Thlr.;  di.  1847  f  «r».  Müht,„mag..
iBlPti

Lauersches  Legat.
mit  einem  Fonds  von  gegenwärtig  900  Thlr.  Von  den  Zinsen  erha
  ten  lahrlrch  der  Diakonus  zu  Weißensec  10  Thlr.,  der  Organist
10^hlr.,  der  ^odtengraber  für  Instandhaltung  des  Gottesackers  3  Thlr.,
der  Rechnungsführer  3  Thlr.  Der  Rest  wird  zur  Vergrößerung  des
Kapitals  verwendet.
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        424

g

Laurent,
französischer  Geistlicher  zu  Haltern  (Kösfeld)  (f  1835)  bestimmte,  daß
sein  Nachlaß  im  Betrage  von  2000  Thlr.  nach  dem  Tode  der  von  ihm
eingesetzten  Nutznießerin  den  dortigen  Armen,  welche  keine  Bürger
sind,  anheimfallen  solle.
Lazareth  zu  Danzig,
eine  durch  länger  als  vier  Jahrhunderte  bestehende  Stiftung  und  eine
der  bedeutendsten  Kranken-Anstalten,  welche  von  4  Bürger-Vorstehern
unter  Aufsicht  des  Magistrats  verwaltet  wird  und  durchschnittlich  400
Kranke  zählt.  Im  Jahre  1822  wurden  dem  Institut  ş  des  Vermögens
des  aufgehobenen  Konvents  der  barmherzigen  Brüder  in  Alt-Schottland ­
  im  Betrage  von  etwa  22,000  Thlr.  überwiesen.  Mit  Hülfe  dieses ­
  Fonds  und  anderer  Mittel  ist  die  Anstalt  seit  1827  vielfach  erweitert ­
  und  neu  organisirt  worden;  dieselbe  bedarf  aus  Kämmerei-Mitteln ­
  noch  eines  jährlichen  Zuschusses  von  mehr  als  10,000  Thlr.  Das
Haus  besitzt  an  Ländereien  und  Kapitalien  ein  Vermögen  von  mehr  als
170,000  Thlr.  Zu  den  zahlreichen  Vermächtnissen  neuerer  Zeit  gehören ­
  ein  Legat  des  Kaufmanns  Paul  Gottfried  Lehmann  (1850)  von
2000  Thlr.;  ein  Legat  des  Bataillons-Arztes  Gotthilf  Eduard  Witt
(1857)  von  2700  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Extra-Verpflegung  der
Kranken,  und  zwar  vorzugsweise  der  Brustkranken  und  Gelähmten  im  .
Lazareth  verwendet  werden  sollen;  ein  Legat  des  Ober-Bürgermeisters
v.  Weickhmann  (1858)  behufs  Einführung  von  Diakonissen  rc.
S.  Flachshaar,  Marien-Krankenhaus,  Stiftung  für  den  Reaicrnnasbezirk
  Danzig  rc.
Fürstliches  Lazareth  zu  Pleß.
Es  nimmt  fürstliche  Unterbeamte,  Diener  und  Dienstleute  auf,  die  auf
freie  Kur  und  Arznei  Anspruch  haben,  und  wird  ausschließlich  von
dem  fürstlichen  Dominium  unterhalten.  S.  Fürstliches  Hospital.
Lazareth  zu  Stralsund.
Ein  altes  städtisches  Institut.  S.  Colbergsche  Stiftungen.
Lazarus-Stiftung  zu  Bielwiese  (Steinau).
Eine  selbstständige  mit  dem  Majorat  Bielwiese  verbundene  Stiftung,
von  dem  Majoratsherrn  Hans  Ernst  v.  Frankenb  erg-Lud  wigsdors
  begründet.  Sie  bezweckt  1)  die  jährliche  Unterstützung  von  sechs
armen  adeligen  Fräuleui  oder  Wittwen;  2)  die  Unterstützung  bedürftiger ­
  Unterthanen  und  Gesinde;  3)  die  Gewährung  von  Gratifikationen
für  Ortsgerichte,  Geistliche  und  die  Stiftung  statutenmäßig  ausführende  *
Richter.  Die  Stiftung  hat  keinen  bestimmten  Fonds,  der  Majoratsherr
hat  aber  jährlich  315  Thlr.  zur  Erfüllung  der  Stiftzwecke  zu  zahlen.
Frau  Lecken  y,
geb.  Anger,  Wittwe  zu  Magdeburg,  begründete  zu  Ende  des  vorigen
Jahrhunderts  mit  einem  Kapital  von  10,000  Thlr.  eine  Stiftung,  von
deren  Revenüen  die  Wittwen  und  vaterlosen  Töchter  von  Mitgliedern  ^
und  Sekretarien  der  Regierung  und  des  Appellationsgerichts,  von  Rechts-
        <pb n="432" />
        425

anwälten  und  Doktoren  der  Medizin  zu  Magdeburg  eine  jährliche  Pension ­
  von  50  Thlr.  beziehen  sollen.  Die  Bewerber  müsse«  bürgerlichen
Standes  sein;  eine  Wittwe  darf  nicht  über  100,  eine  Tochter  nicht
über  50  Thlr.  festes  Einkommen  besitzen.  Die  Verleihung  der  Pensionen ­
  und  die  obere  Leitung  der  Verwaltung  steht  dem  Appcllationsgcrichte
  zu,  welches  auch  den  Administrator  ernennt.  Im  Laufe  der
Jahre  hat  sich  das  Vermögen  der  Stiftung  vermehrt;  es  betrug  1859
20,800  Thlr.  in  Gold  und  Kourant;  von  den  Zinsen  erhielten  4  Wittwen ­
  und  13  Töchter  Pensionen  von  je  50  Thlr.  —  Aus  dem  Le  ckcnyschcn
  Legat  von  1000  Thlr.  Gold  bei  der  Heiligen  Geistkirchc  beziehen
die  Prediger  an  derselben  die  Zinsen  zu  gleichen  Theilen.
Frau  L  e  clerq,
geb.  Delvaux,  Wittwe  (+  1857)  vermachte  dem  Gast-  (Armen-)  und
Waisenhause  zu  Bochold,  in  welchem  dieselbe  in  ihrer  letzten  Lebenszeit
Wohnung  und  Pflege  unentgeltlich  genoffcn,  ihr  nachgelaffencs  Vermögen ­
  von  ppr.  2500  Thlr.
Klemens  Freiherr  v.  Ledebnr-Wicheln,
Bischof  von  Paderborn  (+  1841)  vermachte  mehr  als  70,000  Thlr.
für  wohlthätige  Stiftungen.  Unter  andern  sollten  erhalten  a)  das  katholische ­
  Waisenhaus  5(3,000  Thlr.  ;  b)  das  Gymnasium  die  Zinsen
von  3000  Thlr.  zur  Unterstützung  solcher  katholischer  Schüler,  welche
durch  religiösen  Sinn  und  beharrlichen  Fleiß  zu  der  Hoffnung  berechtigen, ­
  tüchtige  und  würdige  Geistliche  zu  werden.  Ferner  sollten  verwendet ­
  werden  c)  die  Zinsen  von  5000  Thlr.  zur  Unterbringung  katholischer ­
  schulpflichtiger  Kinder  aus  der  Stadt  Paderborn  in  anständigen
Bürgerhäusern  und  zur  Beschaffung  anständiger  Kleider  für  Kinder  aus
der  Knaben-  und  Mädchen-Frcischnle,  welche  zum  ersten  Male  zum
Tische  des  Herrn  gehen;  d)  die  Zinsen  von  2000  Thlr.  zur  Unterstützung ­
  solcher  Seminar-Priester,  welche,  wenn  ihnen  nach  ihrer  Entlassung ­
  aus  dem  Seminar  die  Verwaltung  einer  geistlichen  Stelle  anvertraut ­
  wird,  kaum  die  Kosten  der  Reise  bis  zum  Bestimmungsorte
bestreiten,  auch  die  allcrnöthigsten  Bcdürfnisie,  deren  Befriedigung  keinen ­
  Aufschub  leidet,  nicht  herbeischaffen  können;  e)  die  Zinsen  von
Thlr.  zur  Unterstützung  armer  katholischer  Schulkinder  in  der
Dlocesc  Paderborn,  besonders  in  den  Gegenden  gemischter  Konfession;
t)  eme  Rente  von  jährlich  120  Thlr.  aus  dem  Waisenhaus-Fonds  an  die
c  là  Handwerker  zu  Paderborn;  g)  eine  Rente  von  jährlch
  400  Thlr.  aus  dem  Waisenhaus-Fonds  an  die  Genosienschaft  der
barmherzlgen  «Lchwestern  nach  der  Regel  des  h.  Vincenz  von  Paula  in
der  Dioces  Paderborn;  h)  eine  Rente  von  125  Thlr.  Gold  aus  dem
Wñlsenhñns-Fonds  zur  Gründung  eines  Mutterhauses  für  die  ebengenannte
  Genossenschaft.  Die  Stiftungen  stehen  unter  bischöflicher  Aufsicht, ­
  die  Verwaltung  der  Fonds  gebührt  dem  Gencral-Vikariatamte,
die  Erhebung  der  Revrnüen  ist  einem  besonderen  Rendanten  übertragen. ­
        <pb n="433" />
        426

to.  LedeburscheS  Waisenhaus  zu  Paderborn,
Lh/Ş'  st°h."'mtterïļg^ļSÄ!
Le  bersche  Legate.
mm
V ni  ààr  dem  Magistrat  in  Spra.tan  Rech.
Lehma  unsches  Stipendium.
%  şich  Ä  **  9 “ p ' tai
Albertine  Lehmann,
kfei  und  Ringmberg  I2M?Thl!.°«l°°isch  .S’îjtal'"'
Pr-  Kourant  zu  gleichen  Theilen  aus.  ^gr.
Frau  Lehmann,
%%%  Ä  SÄÄ itt Ä  tr:
Haupt-Stlftungskasse  verwaltet  und  es  sollen  daraus  15  arme
Ä  5  %r  Erhalten  chilis  jeden  Jahres  Holz-Unterstützungen
Joh.  Datoid  Le  hm  bach,
pfsSìlŞ
Lehn  der  Elenden  Gilde  zu  Lenzen.
Ein  Stipendium  alter  Stiftung  jährlich  15  Thlr.  für  einen  Eindirenden
  aus  Lenzen.  Ed  wird  auf  zwei  Jahr-  verliehen.  Kallator
ist  der  Maglstrat.
Lehrer-Begräbniß',  Wittwen-  und  WaisenUnterstützungS-Kasse  zu  Potsdam.
Sie  besteht  seit1846  und  unterstützte  1862  4  Wittwen  und  1  Waise  mit
je  12  ^chlr.  jährlich.  Die  Mittel  dazu  werden  durch  Antrittsgelder,
        <pb n="434" />
        427

Beiträge  ber  Mitglieder,  Veranstaltung  von  Konterten  und  Herausgabe
von  Schulbüchern  beschafft.
Lehrerbildungs-Anstalt  des  Talmud  Thora-Jnstituts  der  jüdischen  Genieinde  zu
Berlin.
'"n  6.  Nov.  1859  nach  dem  Lehrplan  des  Königl.  Seminars  für
Stadtschulen  zu  Berlin  eröffnetes  Institut  der  jüdischen  Gemeinde  zur
Bildung  von  Lehrern  in  einem  dreijährigen  Kursus.  Die  Anstalt  bildet ­
  auch  Kantoren  für  den  jüdischen  Gottesdienst  aus.  Der  Unterricht
wird  unentgeltlich  ertheilt.  Für  die  Subsistenz  haben  die  Zöglinge  selbst
zu  sorgen.  —  Dr.  Moßner,  Rechtsanwalt  (mosaischen  Glaubens)
sicherte  für  sich  und  andere  Einwohner  von  Wormditt  1859  dem  Direktor
der  Anstalt  (jetzt  Horwitz)  jährlich  12  Thlr.  zu,  um,  wenn  thunlich,
  diesen  Betrag  einem  Zöglinge  aus  der  Provinz  Preußen  zuzuwenden. ­


Lehrerinnen  Seminar  zu  Berlin.
Ein  Königliches  Institut,  als  „Bildungs-Anstalt  für  Lehrerinnen  und
Erzieherinnen"  1832  begründet,  um  weiblichen  Personen,  die  sich  dem
Unterrichte  und  der  Erziehung  der  Jugend  widmen,  Gelegenheit  zu  einer
zweckmäßigen  Vorbereitung  zu  diesem  Behuf  darzubieten'.  Die  Eintretenden ­
  müssen  wenigstens  16  Jahre  alt  sein.  Die  Anstalt  zerfällt  in
zwei  wesentlich  verschiedene  Abtheilungen,  das  Seminar  und  die  Ausbüdungsklassen.
  In  jenes  werden  jährlich  Michaelis  10—12  junge
Mädchen  auf  Grund  einer  Prüfung  aufgenommen;  in  diese  können  zu
Ostern  und  Michaelis  solche  Schülerinnen  eintreten,  welche  sich  über  die
Kenntnisse,  die  eine  höhere  Töchterschule,  wenn  sie  vollständig  durchgemacht
  wird,  gewährt,  auöweisen  können.  Der  Anfang  muß  mit  der

zweiten  Ausbildungsklasse  gemacht  werden,  und  die  Zeit  des  Aufent-Halts
  ist  daher  mindestens  1  Jahr.  Im  Seminar  ist  der  Kursus

dreijährig  und  der  Unterricht  unentgeltlich:  in  den  Ausbildungsklaffen
beträgt  das  Honorar  vierteljährlich  6^  Thlr.  Eine  beschränkte  Hahl
von  Schülerinnen  ist  von  Entrichtung  des  Schulgeldes  theils  ganz,
theils  zur  Hälfte  befreit.  Zum  Geuuffe  von  Freistellen  und  zwar  in
der  Regel  anfänglich  halben  Freistellen  können  nur  dürftige  Schülerinnen
?à"^s'^?elche  die  Königl.  neue  Töchterschule  wenigstens  ein  Jahr
Orin  -&amp;gt;  ^ehrermneu-Geimuar  zu  Droyßig  (Weißenfels).
Spiü
mfic  ünb  Fertigkeiten,  den  Unterricht  in  der  französischen  Sprache,  in
Handarbeiten  und  Betheiligung  on  ber  Führung  des  Hauswesens  mit
eingeschlossen.  Tie  Zöglinge  wohnen  in  dem  Austaltsgebäude.  Für
        <pb n="435" />
        428

Unterricht,  volle  Beköstigung,  Wohnung,  Bett-  und  Bettwäsche,  Heizung ­
  und  Beleuchtung,  so  wie  für  ärztliche  Pflege  und  Medizin,  wird
eine  in  monatlichen  Raten  vorauszuzahlende  Pension  von  65  Thlr.
jährlich  entrichtet.  Zeitweise  Abwesenheit  aus  der  Anstalt  entbindet
nicht  von  der  Fortzahlung  der  Pension.  Es  sind  Fonds  vorhanden
zur  Unterstützung  von  würdigen  und  bedürftigen  Zöglingen;  eine  solche
kann  jedoch  in  der  Regel  erst  vom  zweiten  Jahre  des  Aufenthalts  ab
gewährt  werden.  Die  Zulasiung  zu  dem  Seminar  erfolgt  auf  Vorschlag ­
  der  Regierungen  resp.  des  Provinzial-Schul-Kolleginins  in  Berlin,
durch  den  Minister  der  geistlichen  Angelegenheiten.  Vgl.  BildungsAnstalt ­
  für  ev.  Gouvernanten  rc.
Lehrerinnen-Seminar  zn  Münster.
Eine  katholische  Präparanden-Schule  mit  16  Seminaristinnen  und  30
Auskultantinnen.  Die  Anstalt  hat  4000  Thlr.  Kapital  und  bekommt
einen  Staatszuschuß  aus  dem  Stiftungs-Vermögen  des  aufgehobenen
Lothringer  Klosters  und  dem  Neuzcller-Fonds.
Lehrerinnen-Seminar  zn  Stettin.
Ein  mit  der  dortigen  Elisabeth-Schule  verbundenes  Institut.  Zweijähriger ­
  Kursus.  Schulgeld  monatlich  3  Thlr.
Lehrerinnen-Seminar  zu  Trier.
Die  behufs  der  Aufnahme  zu  Prüfenden  müssen  das  17te  Lebensjahr
zurückgelegt  haben  und  sich  ausdrücklich  verpflichten,  nicht  bloß  den  ganzen ­
  zweijährigen  Kursus  durchzumachen,  sondern  auch  nach  bestandener
Wahlfähigkeits-Prüfung  rc.  jede  Lehrerinnen-Stelle  anzunehmen,  zu
welcher  sie  von  der  Regierung  berufen  werden.
Lehrer-Wittwen-Kasse  zu  Barmen.
Sie  hatte  1863  ein  Vermögen  von  17,000  Thlr.  und  es  wurden  680
Thlr.  Unterstützungen  an  5  Wittwen  und  1  Waise  von  Elementar-Lehrern
  gezahlt.  S.  Unterstützungskasse  für  die  Elementar-Lehrer  rc.
Lehrer-Wittwen-Kasse  zu  Duisburg.
Ein  Privat-Jnstitut  a)  für  ev.  Elementar-Lehrer  der  Bürgermeistereien
Duisburg,  Ruhrort,  Meiderich,  Holten  und  Dinslaken.  Jährliche
Einnahme  186  Thlr.,  Vermögen  (1861)  3300  Thlr.  ;  l&amp;gt;)  für  katholische ­
  Lehrer  derselben  Bürgermeistereien  mit  einer  jährlichen  Einnahme
von  29}  Thlr.  und  590  Thlr.  Vermögen.
Lehr-  und  Erziehungs-Anstalt  für  verwahrlosete  Kinder  zu  Zeitz.
Sie  bildet  eine  Abtheilung  des  dortigen  Korrektions-  und  Land-Armenhauses ­
  und  nimmt  verwahrlosete  Kinder  aus  dem  Regierungsbezirk
Merseburg  und  einigen  Kreisen  des  Regierungsbezirks  Erfurt  auf.  Pastor ­
  emer.  Körner  zn  Methan  (f  1846)  'vermachte  der  Anstalt  die
Hälfte  seines,  etwa  8000  Thlr.  betragenden  Nachlaßes  zum  Besten
armer,  elender  und  verwahrloseter  Kinder.
Leibysche  Schul-Stistung  zu  Berns  (Saarlouis),
von  den  Eheleuten  Michael  Leiby  begründet.  Kapital  105^  Thlr.,
        <pb n="436" />
        429

besten  Zinsen  zur  Beschaffung  von  Unterrichtsmitteln  für  arme  Kinder
verwendet  werden.
Leichenhäuser  zu  Berlin.
Das  erste  begründete  Stadtrath  Hollmann  (1838);  die  Einrichtung
destelben  Kam.  Zeit.  1842.  S.  206.  Zur  Zeit  giebt  es  auf  deu  verschiedenen ­
  Kirchhöfen  14  Lcichenhäuser,  in  denen  1862  670  Leichen
eingestellt  wurden.  Bgl.  Kam.  Zeit.  1838.  S.  1167.
Leichtentrittsches  Legat.
Kaufmann  Abraham  Simon  Leichtentritt  zu  Miloslaw  (f  1856)
legirte  ein  Kapital  von  2000  Thlr.,  dessen  Zinsen  —  mit  Ausschluß  eines
geringen  Betrages  für  gottesdienstliche  Handlungen  —  alljährlich  zum
Ankauf  von  Holz  für  arme  jüdische  Familien  und  allzweijährlich  zur
Ausstattung  armer  jüdischer  Mädchen  verwendet  werden.
Leih  Anstalt  zu  Magdeburg.
Ein  städtisches  Institut,  das  Darlehne  gegen  Pfand  und  12}  pCt.  Zinsen ­
  giebt,  seine  Fonds  aus  der  Sparkasse  erhält  und  die  Ueberschüste
zur  Armenkasse  abliefert.  Die  Zahl  der  versetzten  Pfänder  beträgt  jährlich ­
  70  —  80,000,  die  Darlchne  128,000,  die  eingenommenen  Zinsen
8900,  die  Verwaltungskosten  5700,  die  Ueberschüste  1290  Thlr.
Leihanstalt  zu  Neuß.
Ein  seit  1828  in  Verbindung  mit  der  Sparkaste  bestehendes  städtisches
Institut,  das  seine  Wirksamkeit  auf  den  ganzen  Kreis  ausdehnt  und
dem  Privat-Wucher  entgegentritt.  Die  Vorschüste  auf  eingelegte  Pfänder ­
  beliefen  sich  Ende  1861  aus  18,000  Thlr.
Leihhaus  zu  Trier.
Ein  für  den  ganzen  Regierungsbezirk  bestimmtes  Institut,  besten  Rein-Ertrag
  deu  Hospitien  gehört.  Die  nöthigen  Fonds  werden  zunächst  aus
den  Beständen  der  Sparkasse  genommen.
Mora  Salomon  Leipziger,
Kaufmann  zu  Breslau,  (f  1842)  setzte  10,000  Thlr.  und  nach  dem
Ableben  seiner  Wittwe  anderwcite  10,000  Thlr.  zur  Gründung  einer
Anstalt  aus,  welche  unter  dem  Namen  eines  Ileth-ha-Midrasch  der
Ausbildung  tüchtiger  Rabbiner  und  der  Förderung  talmudistischer  Studien ­
  gewidmet  sein  soll.
Minna  Leipziger,
geb.  Friedländer,  (ş  1861)  in  Breslau  ordnete  letztwillig  an,  daß
der  nach  Abzug  der  Legate  verbleibende  Nachlaß  vom  Stadtgerichte  in
Breslau  verwaltet  und  von  den  Zinsen  alljährlich  an  ihrem  Sterbetage
ein  religiös  und.sittlich  erzogenes  Mädchen  aus  ihrer  Familie  ausgestattet ­
  werde.  Die  Nähe  des  Verwandtschaftsgrades  ist  maßgebend.
Leitnerschk«  Legat.
Frau  Leitn  er,  geb.  Poppe,  Wittwe  eines  Polizei-Kommissarius  zu
Berlin  (t  1818)  hinterließ  12,000  Thlr.,  von  deren  Zinsen  dortige
        <pb n="437" />
        430

Lelmö  sches  Legat.
Lembergsche  Armen  Stiftung,
WWWZM
sclbft  wird  unter  Aussicht  der  Negierung  zu  Liegnitz  von  dein  Rentamte
  zu  Luden  verwaltet.
L  e  m  b  k  e  sche  Familien  Stiftung.
DK  verw.  Ober-Jnspektor  î-mdk-,  geb.  R-ch-nb-rg  zu  Stettin
ftçtt  in  ihrem  Testamente  Non  1781  ein  Äapital  um,  200  W  aus
cjliit  Zlnfei,  zur  Unterstützung  armer  Verwandten  verwendet  werden
L°ÏÏ’,  Dle  Verleihung  hat  das  Kreisgericht  zu  Landsberg  a.  W.  Das
Kapital  betragt  zur  Zelt  mehr  als  500  Thlr.
L  e  m  b  k  e  scheö  Stipendien-Foiids.
bo»  be»  ouffoHm,c^lbeH  Şinfnt  8  ÿortionc»  à  50  gcmd)/  irei,
den  sollten,  ^inb  Familienglieder  Nicht  vorhanden,  so  kommen  andere
fleißige  und  geschickte  Landcstindcr  zum  Genuß.  Die  Stipendiaten
müssen  zwei  Jahre  in  Greifswald  stndiren.  Der  Senior  der  Familie
M't  Zuziehung  eines  Literaten  aus  der  Familie  konferiren  die  StipenqJqo
  Vermögen  der  Stiftung  betrug  1838  (Koch  J.  ©.  355)
Pnrtia.^w»  Sich  L  S.'  ""  îhlr.  Zinsen  trug.  Die  einfache
Lemskesches  Bermächtniß  zu  Zörbig
i  enne-  sches  Jubel-Stiftung.
Die  Stadt  Potsdam  ertheilte  1863  dem  Königl.  General-Garten-Dild)
  an rri J, a, 3lUli  Hälfte  an  katholische,  zur  andern  Hälfte  an
evangelische  Armen  vertheilt  werden  sollen.
        <pb n="438" />
        431

Len  n  i  »  s-Stiftung.
3ui  àinncrnng  an  bei*  Professor  Venniu-  bei  dem  Gymnasium  zu
Hi
Lenzesches  Legat.
bei  der  Universität  Halle-Wittenberg.  Kapital  3000  Thaler  Die
Zinsen  erhält  stistungsniäßig  ein  Professor  in  Halle  als  Honorar  für
em  halbjährlich  zu  lesendes  Kollegium  über  die  richtige  Auslegung  der
heiligen  Schrift.  Sollte  sich  in  Halle  kein  Profesior  dazu  versähen
so  fällt  es  an  die  Universität  zu  Frankfurt,  sodann  nach  Königsberg'
In,  Fall  die  stiftungsmäßige  Verbindlichkeit  auch  an  diesen  Orten  nicht
erfüllt  wird.  soll  ein  Stipendium  für  Theologie-Studirende  aus  der
Vcnzeschen  Familie  gezahlt  werden.
Kaspar  Leo,
şibķ-  3"  N-uàş  l-girt-  1697  Thlr.  zu  ciutm  Sļip°ndium,
-WWñLWÑ
t  11  Vn Om0  '•  Donlaincnkainmer  zu  Schwedt.  Der  Betrag  derselben
mit  k.»  Thlr.  wnd  vorzugsweise  zum  Besten  von  Schülern  verwendet.
L.  A.  Leosches  Legat.
Nach  den  letztwilligen  Bestimmungen  des  1858  zu  Berlin  f  Banquiers
«WV8
mim##
        <pb n="439" />
        432

temi  Falles  ein  Zuschuß  vou  der  Höhe,  daß  ihr  Gesammt-Einkommen
sich  jährlich  auf  150  Thlr.  beläuft;  ebenso  den  Söhnen  und  Enkeln
ihrer  Geschwister,  welche  sich  den  Studien  widmen  und  nicht  zureichende
Mittel  besitzen,  für  die  Dauer  ihrer  Studienzeit,  welche  auf  4  Jahre
beschränkt  worden  ist,  ein  Stipendium  von  jährlich  200  Thlr.  legirt
worden.  Die  Frage,  inwieweit  die  genügenden  Subsistenz-Mittel  vorhanden ­
  sind,  hat  das  Kuratorium  (Borsitzender  Bürgermeister  Hedemann)
  im  Sinne  der  Stiftung  zu  entscheiden.  Noch  vermachten  die
Eheleute  9eo  K  ohtz  der  Stadt  Goldapp  eine  jährliche  Rente  von
200  Thlr.  zur  Unterstützung  bedürftiger  Einwohner  christlicher  und
jüdischer  Religion.
Leopold  Stiftung  zu  Frankfurt  a.  O.
Zum  Andenken  des  Herzogs  Leopold  von  Braunschweig  gestiftet.  Am
Tage  der  Gedächtnißfeier  (27.  April)  werden  eine  Anzahl  (24)  Kinder
der  Garnison-  (Leopold-)  Schule  vollständig  neu  bekleidet.
Leopoldinisch  Karoliiiische  Akademie  der  Naturforscher.
Ein  seit  mehr  als  200  Jahren  bestehendes  gelehrtes  Institut.  Der
Sitz  desselben  wechselt  statutenmäßig  mit  dem  Wohnort  des  jedesmaligen ­
  Präsidenten  (1819  in  Bonn,  1831  in  Breslau,  1858  in  Jena,
1862  in  Dresden).  Durch  die  v.  Cotheniussche  Stiftung  (s.  d.)
und  die  in  neuerer  Zeit  hinzngekommenen  D  e  mi  d  o  ffschen  Preise  ist  sie
in  den  Stand  gesetzt,  wissensehaftliche  Preisfragen  auszuschreiben,  deren
Ergebnisse  im  Verein  mit  sonstigen  Abhandlungen  unter  dem  Titel
Nova  acta  herausgegeben  werden.  Die  Akademie  erhält  namhafte  Zuschüsie
  von  den  Regierungen  Preußens,  (600  Thlr.  jährlich  und  ebenso
viel  als  Unterstützung)  Oesterreichs  und  Sachsens.  Der  zeitige  Präsident ­
  ist  Geh.  Rath  Dr.  Earns  in  Dresden.
Andreas  Heinr.  Lerche,
Stadtrichter  zu  Görlitz  (t  1788)  hatte  1)  4000  Thlr.  dem  Magistrat
mit  der  Bestimmung  hinterlassen,  daß  die  Zinsen  davon  alle  Jahre  in
zwei  Hälften  an  zwei  Künstler  oder  Professionisten,  welche  nicht  unter
Kursächsischer  Landeshoheit  geboren,  sondern  Ausländer  seien  und  in
Görlitz  sich  ansiedelten,  an  jeden  jedoch  nur  einmal  ausgezahlt  würden. ­
  Die  Stiftung  bezweckte  die  Aufnahme  der  Gewerbe  in  der  Stadt,
hat  aber  jetzt,  nachdem  Uebergange  derletzteru  unter  Preußische  Hoheit  und
wegen  sonst  veränderter  Umstände  ihren  Zweck  verloren,  und  es  ist
nicht  bekannt,  ob  und  in  welchem  Sinne  der  Ertrag  noch  nach  der  Bestimmnng
  des  Stifters  verwendet  wird;  2)  legirte  Lerche  der  Stadt
6000  Thlr.  mit  der  Bestimmnng,  daß  die  jährlichen  Zinsen  den
Wirthen,  welche  ihre  in  der  Stadt  oder  verschlossenen  Vorstadt  habenden ­
  Häuser  in  baulichem  Wesen  zu  unterhalten  nicht  vermögend,  gezahlt
werden  sollten.  Dabei  sollten  Wirthe,  welche  ans  einer  (damals)  leeren
steuerbaren  Stelle  in  der  Stadt  oder  verschloffenen  Vorstadt  ein  neues
Wohngebäude  aufzuführen  sich  entschließen  sollten,  den  Vorzug  haben,
die  Zinsen  von  einem  Jahre  ganz  allein  zu  beziehen.
        <pb n="440" />
        433

3.  Leser  scher  Fonds  j«  Elberfeld,
"  10 ?°  Dhlr.  zur  jährliche«  Anschaffung  von  Kohlen  für  die  Armen.
Er  wird  vom  Magistrat  verwaltet.
Lesgewangsche  Stiftung  zu  Königsberg.
888UW
aug  bm  2)  aug  be,  Wik  uou
ÿerbaub  aug  bem  ^aufe  %auleu;  3)  aug  ber  Wiic  u.  ^uo^
loch  aug  bem  Haufe  Gruenden  und  auf  die  Descendenten  des  General-Majors ­
  v.  Knob  loch,  vorzugsweise  gcrücksichtigt  werden.  Mitglied ­
  des  Kuratoriums  ist  der  Justizrath  Stolterfoth  zu  Königsberg.
L  eß  m  a  nnsches  Legat.
Frau  Banquier  Lestmann  zu  Berlin  (t  1858)  lcgirte  10,000  Thlr.
juin  Besten  der  dortigen  jüdischen  Armen.  Das  Kapital  soll  von  dem
jedesmaligen  Borsteher  der  Judenschaft  verwaltet,  und  der  aufkommende
Binsenbetiag  an  die  ihm  bekannten  hülfsbedürftigen  Annen  vertheilt,
dieses  Bermächtniß  aber  fortwährend  als  eine  besondere  Armen-Stif-%%
  bàch'5  Das  Kapital  ist  später  v-rqlcichsweis-  auf
bOOO  Thlr.  herabgesetzt.
L  Estocqsches  Wittwen-  und  Waisen-Stift  zu  Königsberg.
f.  0 ,"  à'-»à°th  und  afflb.  Kauzler  Dr.  L'Estacq  1774  errichtet.
ä  r,  Ä
o,L U i d,C  '  “ U ?„ bcö  Russischen  Obristcn  Christian  Werner  Theodor
Descendenten  des  Rittmeisters  Anton  Wilhelm  L'Estocq,  demnächst
die  Descendenten  des  Konimissionsraths  L'Estocq  und  seiner  Gattin
ADescendenten  des  Hof-Medikus  Profesior  Dr.  Wosegeeicht
  zu  jiöüigsderg"  ''u,uah«t--B-rechtigt-u  crfoCflcu  bei  dem  Stadtg.
  «  ,  *  Le  stwitzsche  Stiftungen.
MÜH
-  1  ' c,u  und  ein  Bermögen  unter  2000  Thlr.  haben.  Das
Pre»«,  kandbuch.
        <pb n="441" />
        Stift  besteht  zur  Zeit  aus  einer  Aebtissin,  einer  Priorin  und  11  Fräulein, ­
  welche  sämmtlich  im  Hause  wohnen  und  ihren  standesmäßigen
Unterhalt  finden.  Der  Stifter  legte  ihnen  die  Berpflichtuug  auf,  einen
frommen  und  gottcsfürchtigen  Lebenswandel  zu  führen,  die  häusliche
Wirthschaft  im  Stiftshanse  abwechselnd  zu  besorgen,  die  kranken  Mitschwestern ­
  zu  pflegen  und  der  weiblichen  Jugend  aus  der  Stadt  Tschirnau
  und  den  Stifts-Dörfern  regelmäßigen  Unterricht  in  weiblichen
Handarbeiten  zn  ertheilen,  v.  L  estwitz  begründete  ferner  Stiftungen:
2)  zur  Unterstützung  armer  adeliger  auswärts  wohnender  Fräuleins
aus  Schlesien,  armer  Schlesischer  Edelleute,  welche  sich  dem  Offizicr-Stande
  widmen  und  armer  Studirender;  3)  zur  Unterstützung  unglücklicher ­
  Personen  aus  der  Stadt  Tschirnau  und  den  Stifts-Dörfern;  4)
zur  Gewährung  ärztlicher  Hülfe  und  Medicin  für  erkrankte  Personen;
5)  zur  Unterstützung  der  Armen  aus  der  Stadt  und  den  Stifts-Dörfern,
  zur  Sicherung  der  Aufnahme  armer  Leute  in  dem  städtischen
Hospital,  zur  Verbefferung  des  Einkommens  von  Dorf-Schullehrern
und  zur  Bewilligung  des  Schulgeldes  für  arme  evang.  Schulkinder;  6)
zur  Unterhaltung  eines  Hospitals;  7)  zur  Verabreichung  von  30  Thlr.
jährlich  an  die  Brüder-Gemeinde  zu  Tschirnau.  Später  hinzugekommene
  Stiftungen  sind:  8)  eine  v.  Proschesche  und  9)  eine  1851
von  der  Gräfin  Pon  ins  ka,  Amalie  geb.  Gräfin  Königsdorff  mit
8000  Thlr.  errichtete  Gräflich  v.  K  ön  ig  s  d  o  r  f  fsche,  beide  zur
Bildung  neuer  Stiftsstellen  und  unter  Bevorzugung  der  Familien-Mitglieder
  der  Stifterinnen;  10)  eine  v.  Tschämm  erschc,  1863  aus
Veranlassung  des  Amts-Jubiläums  des  damaligen  Kurators  der  Stiftung, ­
  Landschafts-Direktors  v.  T  sch  am  m  er  mit  1100  Thlr.  begründete, ­
  zur  Bewilligung  von  Pensionen  an  arme  Schlesische  Wittwen
adeliger  Herkunft;  11)  eine  Stiftung,  welche  die  Unterhaltung  einer
mit  80—90  Kinder  besetzten  Spinnschule  zum  Zweck  hat.  In  enger
Verbindung  mit  diesen  Stiftungen  steht  12)  eine  v.  Seydlitzsche,
deren  Aufgabe  es  ist,  verwahrlosete  Kinder  zn  erziehen  und  zu  unterstützen. ­
  —  Alle  diese  Stiftungen  beziehen  ihre  gesicherten  Fonds  ans
den  Einkünften  von  acht  schuldenfreien  Gütern  und  Vorwerken  mit
einer  Grundfläche  von  ungefähr  8000  Morgen  und  aus  den  Zinsen
eines  in  Hypotheken  und  anderen  geldwerthen  Papieren  bestehenden
Vermögens  von  50,000  Thlr.  —  Den  Stiftungen  stehen  zwei  Kuratoren ­
  vor  (Wirklicher  Geh.  Rath  v.  Franken  b  erg  -Lu  d  wi  gsdorf
auf  Nieder-Schüttlau,  Kammerherr  v.  Mas  sow  ans  Bronau):  dieselben ­
  werden  von  der  Regierung  zu  Breslau  (der  Oberaufsichts-Behörde)
ernannt.  Die  Kuratoren  ernennen  die  Aebtissin,  welche  mit  beni  Titel
einer  Hochwürdigen  Frau  bekleidet  ist  und  ein  Jahrgehalt  von  300
Thlr.  bezieht,  die  Priori»  mit  einem  Jahrgchalt  von  150  Thlr.  und
die  Stiftsdamen  mit  je  100  Thlr.  Jahrgchalt;  sie  verwalten  selbstständig ­
  die  Stiftungen  und  das  zu  ihnen  gehörende  bewegliche  und
unbewegliche  Vermögen.  Die  jährlichen  Einnahmen  der  Stiftungen
(8000  Thlr.)  werden  es  möglich  machen,  noch  weitere  Zwecke  zu  verfolgen, ­
  und  namentlich  fortlaufende  Unterstützungen  an  Damen,  welche
        <pb n="442" />
        435

in  der  Exspektanten-Liste  notirt  sind,  aber  im  Stift  keine  Anfnahme
finden  können;  Erziehnngsgelder  für  Töchter  von  14—16  Jahren  nnd
außerordentliche  Unterstützungen  für  Fräuleins,  welche  in  der  Exspektanten-Liste
  ausgezeichnet  sind,  zu  bewilligen.
v.  Lettowsche  Armen-Stiftung  zu  §tolp
v  ķ-ļ.°w-P°m°i«k-  (t  1840)  bestimmte,  d-tz  aus
fernem  «aobt«(.  J!od,Iafte,  &amp;gt;m  Betrage  v°n  nahe  „n  50000  ïl&amp;gt;lr.,
d-"  T°de  feiner  Riehbranche  desselben  berufenen  Benvandte»
aWÄrr«:
Haltung  und  Verpflegung  verbundene  bemittelte  Verwandle  haben  ern#t
  metrben  solle.  3)ie  ^ßalt  soll  nntei:  beg  jebegnmügen
Supermtenbcntcn  unb  des  Bürgermeisters,  sowie  des  Kreis-Landraths
stehen  unb  sollen  in  derselben  18  Pensionaire  (6  ans  Stolp  12  ans
bent  Stolper  Kreise)  zu  freier  Verabfolgung  sämmtlicher  Bedürfnisse
aufgenommen  werden.
v.  Lettowsches  Bermächtniß
von  200  Thlr.,  ans  dem  vorigen  Jahrhundert.  Von  den  jährlichen
Zinsen  erhält  der  Prediger  zu  Broitz  (Greiffenbcrg  in  Pommern)  die
Halste,  die  andere  Hälfte  soll  zum  Ankauf  geistlicher  Bücher  verwendet
und  es  sollen  diese  unter  die  Eingesesienen  vertheilt  werden.
Leus  mann,
zu  Rheine  (+  1835)  fetzte  die  hilfsbedürftigen  HanSarmen  der
Stadt  zu  Erben  femes  Vermögens  (ca.  .3000  Thlr.)  ein.  Die  Admililstiatlon
  dcpclben  sowie  die  Verthcilnng  der  Revenüen  an  die  Armen
steht  dem  Orts-Psarrer  und  Kaplan  zu.
de  Leuw.  Stiftung  zu  Gräsrath.
Von  dem  Augenärzte,  Obcr-Medizinalrath  Dr.  de  Leuw  (+  I860)
18.j4  zum  Zweck  ber  Einrichtung  eines  Krankenhauses  begründet.  Der
3000^Thlr^ģî  "«schließlich  der  Gaben  einzelner  Fremden  zur  Zeit
Franz  Joseph  Lev  en,
■*
1  ^îgleich  die  armen  Kinder  bei  der  ersten  Kommunion  bekleidet
28*
        <pb n="443" />
        436

werden  sollen;  b)  4400  Thlr.  für  das  erzbischöfliche  Knaben-Seminar;
c)  2500  Thlr.  für  den  Dom;  d)  1000  Thlr.  für  die  Minoriten-Kirche;
  e)  1000  Thlr.  für  die  Kirche  von  St.  Martin;  f)  ein  Hans
im  Werthe  von  etwa  4000  Thlr.  für  das  der  Pflege  und  Erziehung
armer  verlassener  Kinder  gewidmete  Kloster  vom  armen  Kinde  Jesu  rc.
Bendix-L  evi  sche  Armen-Stiftung  zu  Werl.
Von  der  Wittwe  Bendix-Levi  1799  letztwillig  begründet,  indem  sie
der  Stiftung  ihr  ganzes  Vermögen  von  8  —  9000  Thlr.  vermachte,
deren  Zinsen  an  Arme  ohne  Unterschied  der  Religion  vertheilt  werden
sollen.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  steht  dem  Gemeinde-Rathe  zu.
Wittwe  Simon  Simonis  Levi  (genannt  Minke),
gebürtig  aus  Amsterdam  (t  1811  zu  Frankfurt  a.  O.),  setzte  ein  Kapital ­
  aus,  dessen  dreijährige  Zinsen  an  ihrem  Jahrestage  unter  sämmtliche ­
  arme  Mädchen  der  israelitischen  Gemeinde  zu  Frankfurt  a.  O.  ínib
an  auswärtige  arme  Mädchen  der  Familie  der  Testatorin,  welche  fähig
sind,  zu  heirathen,  verloost  werden  sollen.  Die  Vcrloosung  der  dreijährigen ­
  Zinsen,  welche  ca.  370  Thlr.  betragen,  findet  im  Gemeindehanse
  der  Synagogen-Gemeinde  zu  Frankfurt  a.  O.  statt.
Levisonsches  Legat  zu  Minden.
Banquier  Levison  (t  1853)  vermachte  der  dortigen  jüdischen  Gemeinde ­
  ein  Kapital  von  1500  Thlr.  Die  davon  aufkommenden  Zinsen
sollen  jährlich  an  seinem  Todestage  an  arine  Juden  der  Gemeinde
Minden  vertheilt  werden.
Abraham  Marcus  Levy,
Rentier  zu  Berlin  (t  1863)  verordnete  letztwillig,  dasi  aus  seinem
Nachlasse  mit  200  Thlr.  für  das  laufende  Jahr  eine  arme  weibliche
Waise  mosaischer  Religion  seiner  Verwandtschaft  oder  derjenigen  seiner
zu  Wloclawck  verstorbenen  Gattin  Zirel,  geb.  Geldzins!  a  bei  ihrer
Verheirathung  in  der  Art  unterstützt  werde,  das  dir  200  Thlr.  als
Beitrag  zur  Mitgift  verabfolgt  werden.  Die  Verleihung  steht  den
Testanlkuts-Exrkutorcn  (M.  Levy  rc.)  zu.
Behreud  Jakob  Levy,
zu  Berlin,  bestimmte  die  Zinsen  von  3000  Thlr.  für  sein  Kind,  nach
dessen  Ableben  Arme  aus  der  väterlichen  und  mütterlichen  Familie  des
Stifters  zum  Genusse  berechtigt  sind.  (Lisco  S.  398.)
Sara  Levy  sche  Stiftungen.
Die  Wittwe  Sara  Levy  (t  zu  Berlin  1854)  vermachte  a)  der  dortigen ­
  Armen-Direktion  1500  Thlr.  möglichst  zu  einem  bestimmten
Zwecke  der  Armenpflege,  indem  sie  die  Pflege  der  Taubstummen  oder
der  Blinden  besonders  anempfahl;  b)  der  jüdischen  Gemeinde  zu  milden ­
  und  religiösen  Zwecken  32,000  Thlr.  ;  c)  der  jüdischen  Gemeinde-Schnle
  für  Mädchen  1000  Thlr.;  d)  zu  Gratifikationen  der  Lehrer  an
der  jüdischen  Gemeinde-Schule  für  Knaben,  die  Zinsen  von  1000
Thlr.;  e)  der  Gesellschaft  zur  Verbreitung  der  Handwerke  und  des
        <pb n="444" />
        437

Ackerbaus  unter  ben  Inden  5000  Thlr.  rc.  Ein  Theil  der  zu  b  gebachten ­
  32,000  Thlr.  iļt  zur  Bilbnng  eines  Fonbs  verwenbct  worben,
ber  zur  Erinnerung  an  bie  Stifterin  ben  Namen:  „Sara  Levy'scher
Anfhülfc-Fonbs  führt  nub  mittelst  seiner  Zinserträge  dazu  bienen  soll,
Ņàtşiļlebern  ber  hiesigen  silbischen  Gemeinbe  bnrch  Gewährung  unverzinslicher ­
  Darlehne  in  ihrem  gesunkenen  ober  gestörten  Erwerb  Weber
aufzuhelfen.  Die  Verwaltung  bieses  Fonbs  ist  einem  besonberen  Kuratorium ­
  anvertraut.
Frau  von  der  Leyen,
geb.  von  ber  Nüll,  vermachte  1831  ben  Armen  ber  Stabt  Krefelb
2000  3#.  ^1eD^^(^  (1530j  %(,!,.).  abitui  sod  an%%
von  ihrem  ältesten  Sohne  unb  nach  beffen  Tobe  von  seinen  Erben
abministrirt,  bie  jährlichen  Zinsen  aber  sollen  beni  Wohlthatigkeits-Bnrean
  ober  ben  christlichen  Armen  zngewenbet  werben.
Marie  von  der  Lepen,
zu  Krefelb  (f  1857)  legirte  für  bas  bortige  evaug.  Waisenhaus  4000
Thlr.  unb  für  bie  mennouitische  Prebigcr-Wittwenkasie  1000  Thlr.
Lichtsche  Stiftung.
Frau  Licht,  geb.  Winter  zu  Berlin,  Wittwe  eines  Ober-Accise-Einnehmers
  (t  1809)  hinterließ  bein  bortigen  Tuchmacher-Gewerke  16  000
Thlr.  zur  Unterstützung  hülfsbebürftigcr  Meister  unb  Wittwen  bieses
Gewerks,  event,  auch  nothleibenber  Gesellen.  Die  Verwaltung  bes
Vermögens  steht  bein  Assessor  unb  beut  Altmeister  bes  Gewerks  zu;
btc  Antrage  auf  Unterstützung  gehen  an  eine  Deputation,  bie  ans
îhuen  unb  einigen  anberen  Personen  zusammengesetzt  ist.
R.  A.  Lichtenstädt,
Königl.  Hof-Faktor  zu  Glogan  bestimmte  (1802)  letztwillig:  Alle  Jahre
sollen  an  eine  Jungfer  ans  meiner  Familie,  wenn  sie  heirathet  100
Thlr.  gegeben  werben.  Eine  Verwanbte  aus  ber  Familie  meines  Va-^
  hat  bie  Priorität  gegen  bie  Verwanbte  ans  ber  Familie  meiner
.Nutter.  Die  Verwanbte  aus  ber  Familie  meiner  Mutter  hat  bie
Priorität  gegen  bie  Verwanbte  der  Familie  meiner  ersten  Frau.  Sollte
■PM
^  '  e l  c  l)  evi  iriteg  Stipendium  zu  Kolberg.
Der  Fonbs  bestaub  im  Jahre  1800  aus  einem  Kapital  von  1010
i  %  '  etubirenben  nernbreid)t  mürben.  Die  Ber,
leihung  gebührt  ber  Familie.
        <pb n="445" />
        438

Liebig,
Wittwe  zu  Magdeburg,  bestimmte  200  Thlr.  zu  einer  Stiftung.  Die
Zinsen  sollen  für  eine  auf  dem  dortigen  Krankenhause  sich  befindende
würdige  Kranke  verwendet  werden.  Die  Verwaltung  hat  der  Magistrat.
L  i  e  b  ni  a  n  n  sche  Vermächtnisse.
Moses  Joseph  Lieb  mann  zu  Berlin  (f  1839)  hinterließ  der  Auerbach ­
  scheu  Waisen-Erziehnttgs-Anstalt  für  Knaben  (s.  d.)  drei  Vermächtnisse. ­
  Es  sotten  erhalten:  a)  das  Waisen-Erziehungs-Jnstitut  jährlich
300  Thlr.  ;  b)  ein  in  dieser  Anstalt  erzogener,  in  Berlin  geborener,
sittlicher  und  fähiger  Waisenknabe,  welcher  Medizin  oder  Chirurgie  auf
einer  inländischen  Universität  oder  einem  sonstigen  Staats  -  Institute
stndirt,  oder  welcher  sich  zum  Rabbiner  oder  jüdischen  Lehrer  ausbildet, ­
  oder  sich  einer  Kunst  widmet,  als  der  Maler-,  Bildhauer-  oder
Kupferstecher-Kunst,  auf  vier  einander  folgende  Jahre  jährlich  100
Thlr.;  c)  einer  der  Waisenknaben  soll  das  gebräuchliche  Kadischgebet
beim  Gottesdienste  der  Gemeinde-Knaben-Schule  oder  in  der  Waiscn-Erziehungs-Attstalt
  im  Sterbejahre  verrichten,  und  dafür  nach  Ablauf
des  Jahres  50  Thlr.  erhalten,  welche  50  Thlr.  bei  der  Sparkasse  für
ihn  belegt  werden  sotten,  bis  zu  seiner  Majorcnnität.  Sollte  er  vor
seiner  Majorcnnität  versterben,  so  fällt  das  Aufgesammelte  dem  Fonds
des  Waisen-Erziehungs-Jnstituts  anheim.
v.  L  iepe-L  ip  Ski  sche  Stiftung.
Aus  einer  1818  begründeten  Stiftung  des  inzwischen  verstorbenen  Rittmeisters ­
  v.  Liepe-Lipski  auf  Jactorowo  (Chodziesen),  wurden  jährlich ­
  2  dem  Stande  der  Militairs  vom  Feldwebel  abwärts  angchörige,
aus  den  Feldzügen  von  18}y  herstammende,  zur  Pension  anerkannte
Soldaten  mit  einer  fortlaufenden  Unterstützung  von  je  24  Thlr.  jährlich ­
  berücksichtigt,  und  zwar  wo  möglich  Leute,  welche  im  Großherzogthnm
  Posen  garnisonirenden  Truppentheilen  angehört  haben,  jedenfalls
aber  dort  noch  domiciliren.  Nach  dem  Verkauf  des  Guts  Jactorowo
ist  durch  richterliches  Erkenntniß  von  1862  diese  Stiftung  in  eine
immerwährende  Jahresrente  von  46  Thlr.  17  Sgr.  9  Pf.  verwandelt
und  als  solche  auf  das  den  Erben  des  Stifters  gehörige  Rittergut
Uzarzewo  eingetragen  worden.  Der  Stiftungs-Urkunde  gemäß  sollen
zum  lebenslänglichen  Genusse  dieser  Rente  zwei  Invaliden  durch  Wahl
des  Chefs  des  ehemaligen  6ten,  jetzigen  Neumärkischen  Dragoner-Regiments ­
  Nr.  3,  resp.  des  Königl.  General-Konunandos  des  2tcn  Armee-Korps
  gelangen.  Die  Unterstützung  wird  auf  lebenslang  bewilligt  und
in  halbjährlichen  Raten  gezahlt.
Liepmannsche  Stiftung  zu  Berlin.
Von  dem  Rentier  Moses  Joseph  Licpmann  begründet.  Er  setzte
1838  testamentarisch  fest,  daß  die  Zinsen  von  124,371  Thlr.  zur
Unterstützung  von  Armen  verschiedener  Art  verwandt  werden  sollen.
Die  Stiftung  steht  unter  Aufsicht  des  K.  Polizei-Präsidiums.
        <pb n="446" />
        439

Dorothea  Friederike  Liesengang,
geb.  Ieri  chow  (+  1859  in  Brandenburg),  Wittwe  eines  Kaufmanns,
hinterließ  der  dortigen  St.  Katharinen-Kirche  500  Thlr.  mit  der  Maßgabe, ­
  daß  die  Verwaltung  dieses  Legats  dem  Kirchen-Vorstande  übertragen ­
  und  die  Zinsen  desselben  für  ewige  Zeiten  unter  der  Benennung: ­
  „Bermächtttiß  der  verw.  Kaufmann  Liesengang"  den  beiden
Diakonen  an  St.  Katharinen  zu  gleichen  Theilen  zufallen  sollen.
Isaak  Nathanael  Christian  Liman,
Banquier  zu  Berlin,  übereignete  (1814)  geschenkweise  1000  Thlr.  zum
Andenken  an  seine  beiden  im  Freiheitskampfe  gebliebenen  Söhne  den
invalide  gewordenen  Freiwilligen  und  Landwehr-Männern  dergestalt,
daß  die  Zinsen  jährlich  an  den  städtischen  Unterstützungs-Fonds  für
dieselben  fließen  sollten.  Sind  dereinst  solche  Invaliden  gar  nicht  mehr
vorhanden,  so  fällt  das  Kapital  zur  Hälfte  an  das  Friedrichs-  und  zur
andern  Hälfte  an  das  Louisenstift.  Der  Fonds  wird  beim  Magistrat
verwaltet,  und  es  werden  die  Zinsen  an  dürftige,  würdige,  von  der
Kommune  unterstützte  ehemalige  freiwillige  Jäger  und  Landwehr-Männer
am  19.  Januar  und  28.  September,  den  Sterbetagen  der  Söhne  des
Liman  vertheilt.  Im  Jahre  1863  wurden  10  Raten  à  5  Thlr.
verabreicht.
Li  nd  esches  Legat.
Ein  Bermächtttiß,  dessen  Zinsen  der  ältesten  armen  braven  Wittwe  zu
Stolberg  am  Harz  als  Erleichterung  ihrer  letzten  Lebenstage  zufließen.
Das  Kapital  von  500  Thlr.  steht  unter  Verwaltung  des  Kreisgerichts
in  Sangerhausen.
Anna  Rechne  Lindemann,
Wittwe  (+  zu  Frankfurt  a.  O.  1858)  legirtc  ein  Kapital  von  400
Thlr.  zum  Besten  armer  Bürger  und  Bürgerinnen  der  dortigen  Damm-Vorstadt.


Erdmuthe  Ltndemann,
Ehefrau  des  Gerichts-Sekretairs  Kaspar  Miser,  stiftete  1622  e
Stipendium  für  arme  Studirende,  zunächst  aus  der  Verwandtscha
Dasselbe  w,rd  mit  21  Thlr.  jährlich  von  dem  Magistrat  zu  Berl
unter  Zuziehung  des  Familien-Aeltesten  vergeben.
.  ,  „ 4ff  diarie  Louise  Lindner,  geb.  Moritz,
°«,HM  wà"'ļàu°  bafCll,ft  °"  S°"°Şchļig°  .'°chl"d.à  %n

Ļindig,
Berggerichts-Rath  a.  D.  vermachte  der  Kirche  zu  Groß-Kamsdorf  250
Thlr.  :  dle  Zinsen  davon  sollen  alljährlich  zur  Bekleidung  und  Unterstützung ­
  voli  Konfirmanden  aus  der  Parochie  Groß-  und'  Klein-Kamsdorf ­
  und  Goßwitz  verwendet  werden.
        <pb n="447" />
        440

Franz  Lindner,
Dr.  nied.  zu  Breslau  (f  1846)  begründete  noch  bei  Lebzeiten  bei  dem
Blinden-Jnstitut  eine  Stiftung  für  Zwecke  dieses  Instituts,  indem  er
bestimmte:  1)  daß,  wenn  ein  Glied  seiner  Familie  oder  ein  aus
Bruschewitz  (Oels)  gebürtiger  Blinder  die  Aufnahme  in  das  Institut
wünschen  und  bedürfen  sollte,  ein  solches  oder  ein  solcher  vorzugsweise
Berücksichtigung  finden;  2)  daß  mit  Rücksicht  auf  diese  Schenkung  und
deren  Zinsen  ein  katholischer  Religions-Verwandter  vorzugsweise  aufgenommen ­
  werden  solle.  Lctztwillig  widmete  er  sein  ansehnliches  Vermögen ­
  zum  großen  Theile  wohlthätigen  Zwecken.  Er  vermachte  dem
Hospital  zu  St.  Anna  36,900  Thlr.,  der  katholischen  Waisen-Anstalt
zu  St.  Hedwig  ebensoviel,  dem  Convent  der  barmherzigen  Brüder  2000
Thlr.  zur  Stiftung  eines  neuen  Krankenbettes  u.  s.  w.
Li  »d  n  er  sches  Legat.
Kretschmer  Gottlieb  Lindner  zu  Breslau  (f  1861)  vermachte  der
dortigen  Bürger-Versorgnngs-Anstalt  (s.  d.)  3000  Thlr.  zur  Errichtung ­
  von  einer  oder  zwei  Freistellen  für  verarmte  Kretschmer-Wittwen
oder  ein  verarmtes  Ehepaar  desselben  Standes.
Lindower  und  Orange  Waisen-Stiftung.
Die  erstere  wurde  von  dem  großen  Kurfürsten  im  Jahre  1696  zu  Lindow
init  einem  Waisenhause  für  12  Knaben  und  12  Mädchen  reformirtcr
Konfession  begründet;  die  Orange-Stiftung  1712  von  König  Friedrich  I.
für  12  reformirte  Waisen  gestiftet.  Lange  mit  dem  Friedrichs-Waisenhause ­
  zu  Berlin  verbnnden  und  vom  Magistrat  verwaltet,  sind  die
Stiftungen  nlittelst  Vergleichs  von  1844  in  die  Verwaltung  des  Schul-Kollcgii
  der  Provinz  Brandenburg  gelangt  (Statut  vom  10.  Juli
1845)  und  es  erfolgt  dieselbe  nach  Maßgabe  der  Bekanntmachung  vom
12.  Februar  1847.  Darnach  werden  ans  der  Lindowcr  Stiftung  in
der  Regel  24,  aus  der  Orange-Stiftung  12  Waisen,  jede  jährlich  mit
24  Thlr.,  unterstützt.  Ans  den  Ueberschüsten  beider  vereinigter  Stiftungen ­
  werden  demnächst  8  Waisen,  jährlich  jede  mit  36  Thlr.  unterstützt ­
  ;  es  bleibt  jedoch  der  Verwaltungs-Behörde  überlasten,  2  Stellen
zu  vereinigen  und  dafür  die  vollständige  Erziehung  eines  Kindes  in
dem  K  o  rn  m  e  sser  schen  Waisenhause  oder  in  einer  anderen  geeigneten
Anstalt  bewirken  zu  lassen.  Znm  Genuß  der  Stiftungen  können  nur
Kinder  Preußischer  Unterthanen  gelangen.  Bei  Verleihung  der  Lindower ­
  Stellen  sollen  unter  gleichen  Umständen  die  in  Lindow  gebornen
Kinder  vorzugsweise  berücksichtigt,  bei  der  Orange-Stiftung  aber  absonderlich ­
  auch  ans  Soldatenkinder  Rücksicht  genommen  werden,  und  es
sollen  in  der  Regel  vatcr-  und  mutterlose  Waisen  denjenigen  vorgehen,
deren  Mütter  noch  am  Leben  sind,  im  Falle  besonderer  Bedürftigkeit
sollen  aber  letztere  gleich  den  ersteren  berücksichtigt  werden.  Ucbrigens
können  nur  Kinder  solcher  Eltern  unterstützt  werden,  welche  entweder
der  reformirten  Konfession  angehören,  oder  der  Union  beigetrcten  sind.
Die  Unterstützung  kann  höchstens  bis  zum  vollendeten  16ten  Lebensjahre
gewährt  werden.  Den  Knaben  beider  Stiftungen,  welche  ein  Hand-
        <pb n="448" />
        441

werk  erlernen,  soll  bei  guter  Führung  ein  Beitrag  zur  Bekleidung  und
zur  Bezahlung  des  Lehrgeldes  mit  20  Thlr.,  den  Mädchen,  wenn  sie
şish  ,cV*  ^'şûhrt  haben  und  der  Unterstützung  bedürftig  sind,  auch  über
die  Elngehung  einer  angemessenen  Ehe  sich  ausweisen,  ein  Beitrag  zur
Ausstattung  nnt  20  Thlr.  gewährt  werden.

Agnes  Barbara  Lindstädt
Ķ8MSMten
  die  Stipendiaten  71  i  Thlr.  0  9

v.  Ling  elsheim.
General-Lieutenant,  Chef  des  Kadetten-Korps  (+  1855)  vermachte  dem
Kadetten-Korps  3000  Thlr.,  deren  Zinsen  jährlich  dem  fleißigsten  und
in  Hinsicht  der  moralischen  Führung  besten  Kadetten-Unteroffizier  zu
seiner  Equipirung  ausgezahlt  werden  sollen.

Linkhardtsches  Legat,
bei  der  Barfüßer-Kirche  zu  Erfurt;  die  jährlichen  Zinsen  mit  20  Thlr.
werden  an  eine  geistliche  Wittwe  gezahlt.
Louis  Lintzsche  Stiftung,
1858  zu  Trier  von  dem  Ober-Forstmeister  a.  D.  Lintz  und  dessen
♦  ^Ļ'OOO  Thlr.  begründet,  welche  sie  in  Ausführung  des  lctzf
  +  Sohnes  Louis  Lintz,  gewesenen  Ingenieurs  bei
der  Gesellschaft  Eockerill  in  Seraing,  an  die  Stadt  Trier  schenkten.
; 1C  ^Ostung  tļt  zum  Besten  nothleidender  dortiger  Handwerker  und
Handarbeiter.

v.  d.  Lipp  esches  Waisenhaus  zu  Paderborn,
für  katholische  Kinder  des  ehemaligen  Bisthums  Paderborn.  Es  steht
unter  Aufsicht  der  städtischen  Armen-Kommission.

Litthauische  Stipendien-Stiftung,
¡¡H
na ' ,umö  aus  den  mittleren  und  oberen  Klassen,  200  Thlr.  für  jun
        <pb n="449" />
        442

Leute,  welche  auf  der  Universität  zu  Königsberg  oder  einer  anderen
Landes-Universität  studiren.  Die  Verwaltung  des  Fonds  ist  dem  Provinzial'Schnl-Collegittitt
  in  Königsberg  übertragen.  S.  auch  Paetsch.
Lobedansche  Vermächtnisse,
von  dein  zu  Frankfurt  a.  M.  f  Kaufmann  Gottfried  Ferd.  Lob  cd  an
herrührend.  Er  vermachte  (1831)  seiner  Vaterstadt  Cottbus  a)  zur
Unterstützung  der  Armen  init  Feuerungs-Material  5000  Thlr.  ;  b)  zu
Stipendien  für  Studirende  5000  Thlr.  (S.  Fr.-Wilh.  Gymnasium  zu
Kolberg.)
Graf  v.  Löbensche  Stiftung,
1864  bei  Gelegenheit  des  Ausscheidens  des  Grafen  v.  Löben  aus
seinem  Amte  als  Landes  -  Aeltester  in  Anerkennung  seiner  Verdienste
um  die  Oberlausitz,  von  dem  Kommunal-Landtage  mit  3000  Thlr.  begründet. ­
  Die  Bestimmung  des  Zweckes  und  die  Verleihung  der  Stifts-Genüsse
  (zu  Stipendien)  blieb  dem  Grafen  v.  Löben  auf  Lebeuszeit
vorbehalten;  nach  seinenl  Tode  geht  die  Verleihultg  auf  den  Kommnnal-Landtag
  über.
Löbenichtsches  Hospital  zu  Königsberg.
Ein  selbstständiges  Königl.  Institut,  zur  Zeit  des  deutschen  Ordens  ein
Iungfrauen-Kloster.  Hochmeister  Duscner  v.  Arffberg  gelobte  während ­
  einer  Schlacht  in  Litthancn  (1349)  für  den  Sieg  die  Erbauung
eines  Klosters  und  erfüllte  dieses  Gelübde.  Herzog  Albrecht  bestimmte
das  Kloster  (1531)  zu  einem  Hospital  und  liest  sich,  gleich  seinen  Nachfolgern, ­
  die  Vermehrung  der  Besitzungen  und  Einkünfte  desselben  angelegen
sein;  die  Stiftungs-Urkunde  von  1531  bedroht  alle  Diejenigen  mit  göttlichem ­
  Zorn  und  Strafe,  welche  dem  Eigenthum  und  den  Rechten  der
Anstalt  zu  nahe  treten  möchten.  Gebäude  und  Kirche  brannte  1764  ab
und  wurde  1771  wieder  hergestellt.—  Das  mit  dem  Hospital  in  Verbindung ­
  stehende  ehemalige  Nonnen-Kloster,  jetzige  Marien-Stift  (s.  d.)
ist  für  adelige  und  bürgerliche  Jungfrauen  bestimmt.  Das  Hospital
enthält  ferner  62  sogenannte  konditionirte  Stellen,  deren  jede  mit
freier  Wohnung,  Brennholz,  ärztlicher  Behandlung  und  40  Thlr.  baar
dotirt  ist,  und  von  welchen  die  K.  Regierung  20,  der  Magistrat  40  zu
vergeben  hat  und  2  zur  Lin  denn  uscheu  Stiftung  gehören.  Sodann
sind  329  gewöhnliche  Hospital-Stellen  vorhanden,  deren  Inhaber  freie
Wohnung  und  Holz,  129  auch  Beköstigung  und  Bekleidung  erhalten.
Diese  Stellen  hat  theils  die  Regierung,  theils  der  Magistrat  zu  besetzen. ­
  10  Stellen  sind  für  kranke  Handwerksgesellen  rescrvirt.  Die
jährliche  Einnahme  des  Instituts  beträgt  25,000  Thlr.,  das  Vermögen
in  Kapital  und  Grundbesitz  läßt  sich  auf  2—21  Millionen  Thlr.  anschlagen. ­
  Die  Verwaltung  des  Instituts  wird  durch  das  Königliche
Hospital-Kollegium  geführt.  Fr.  Kehler,  pensionirter  Steuer-Einnehmer ­
  zu  Königsberg  (t  1840)  vermachte  dem  Hospital  sein  Vermögen ­
  im  Betrage  von  2000  Thlr.,  mit  der  Bestimmung,  daß  aus  dem
Ertrage  desselben  den  bettlägrigen  Kranken  im  Hospital,  die  sich  gar
        <pb n="450" />
        443

nichts  mehr  verdienen  können,  und  auf  ihre  Erlösung  hoffen,  alle  halbe
Jahre  eine  Erquickung  verabreicht  werde.
Loeckel-Nichardsche  Stiftung  zu  Königsberg.
Bon  der  +  Bau-Direktor  Loeckel,  geb.  Richard  1800  begründet.
Bon  den  Zinsen  des  Stiftungs-Kapitals  von  100,000  Thlr.  sollen
Portionen  à  50  Thlr.  an  arme  Nothleidende,  Männer  und  Frauen
großbürgerlichen  (nicht  adeligen)  Standes,  die  nicht  50  Thlr.  jährliches
Einkommen  haben,  und  an  eben  solche  Wittwen  mit  unerzogenen  Kindern, ­
  die  zusammen  nicht  100  Thlr.  einzunehmen  haben  oder  sich  verdienen, ­
  verabreicht  werden.  Gleiche  Portionen  à  25  Thlr.  sollen  an
nothleidende,  besonders  kranke  Personen  kleinbürgerlichen  Standes,  die
nicht  ein  jährliches  Einkommen  von  gleicher  Höhe  haben,  gezahlt  werden; ­
  die  armen  Berwandten  der  Stifterin,  ferner  die  Königl.,  sowie  die
oberen  städtischen  Baubeamten  haben  ein  Borzugsrecht  vor  Fremden.
Die  Berwaltnng  der  Stiftung  steht  dem  Magistrat  in  Königsberg  unter
Aufsicht  der  Regierung  zu.

Löhrsche  Stiftung  zu  Benneckensteiu.
Sie  ist  mit  der  Stadt-Armenkasse  verbunden  und  die  1848  in  Leipzig
+  Hofräthin  Keil,  geb.  Löhr  hinterließ  der  Stiftung  1500  Thlr.
mit  der  Bestimmung,  daß  aus  den  Interessen  jährlich'zunächst  solche
Armen  der  Stadt  Bcnneckcnstein  oder  der  dazu  gehörigen  Umgebungen,
drc  sich  als  zur  Verwandtschaft  des  1798  zu  Leipzig  t  Baumeisters
luib  Banquier  Löhr  gehörig  ausweisen  könnten,  deinnächst  aber  andere
-stadt-Arme  unterstützt  werden  sollen.  Die  Zinsen  mit  60  Thlr.  werden ­
  an  15  Personen  vertheilt.

Lösch  sche  Stiftung  zu  Breslau.
Ein  Krankenhaus,  von  den  Intestat-Erben  des  Kaufmanns  Johan
Heinrich  Lösch  im  Jahre  1832  mit  40,000  Thlr.  begründet.  Nac
der  Stiftungs-Urkunde  vom  27.  April  1832  sind  zur  Unterstützung  fü
verarmte  Nachkommen  der  Familie  Lösch  500  Thlr.  jährlich  gewi'dme&amp;gt;
Der  Bruder  des  Stifters,  Geh.  Kommerzienrath  Johann  Friedri«
.osch  (ş  1842)  vermachte  dein  Institut  i0,000  Thlr.,  aus  bere
Zîusen  der  Unterstützungs-Fonds  für  die  Familie  Lösch  vcrqrößei
worden  ist.  S.  Klnder-Erziehnngs-Jnstitut  zur  Ehrenpforte.
1847)  gründete  letztwtll.g  eme  Stiftung  mit  der  Bestimmung,  daß  1
derjenige,  welcher  ans  der  Familie  Vössc  sich  den,  geistlichen  Ştanì
widmet,  vor  allen  andern  Famtlien-Anqehöriqen  in  den  vollen  Genu
er  Zinsen  des  stiftungs-Fonds  bis  zu  empfangener  Priesterweis
        <pb n="451" />
        444

treten  soll;  sofern  aber  ein  solcher  nicht  vorhanden  ist,  daß  2)  derjenige, ­
  welcher  ein  Handwerk  erlernt,  von  den  Zinsen  jährlich  20  bis
30  Thlr.  bis  zur  Beendigung  seiner  Lehrzeit  beziehen  soll.  Ist  ein
solcher  Bewerber  nicht  vorhanden,  so  sollen  3)  arme  Kranke,  Wittwen ­
  und  Waisen  in  der  Pfarrei  Rohde  (Olpe)  aus  den  Zinsen
unterstützt  werden.  Die  Stipendien  zu  1  und  2  hat  die  Familie  zu
vergeben,  die  Verwaltung  der  Stiftung  aber  und  die  Vergebung  der
Unterstützungen  zu  3  steht  dem  Pfarrer  und  Armen-Vorstande  im  Kirchspiel ­
  Rohde  zu.  Stiftungs-Kapital  4150  Thlr.
Lohbecksches  Legat.
Es  hastet  auf  zwei  Grundstücken  der  Stadt  Weißensee,  deren  Besitzer
jeder  jährlich  einen  armen  Konfirmanden  zu  kleiden  haben.
Lolevkescbe  Stiftung  zu  Königsberg.
Von  dem  Bäckermeister  Loleyke  herrührend,  der  1833  dem  Magistrat
ein  Legat  von  1000  Thlr.  mit  der  Bestimmung  zuwies,  daß  die  Zinsen ­
  davon  alle  Jahre  an  4  verarmte  Eigenthümer,  welche  Grundstücke
in  der  Straße  des  alten  Gartens  und  Nassengartens  besessen  haben
und  durch  Atteste  beweisen  können,  daß  sie  in  der  bezeichneten  Gegend
im  Besitz  als  Eigenthümer  von  Grundstücken  gewesen  sind  und  dem
Eigenthümer  des  Hauses,  in  welchem  sie  zur  Miethe  wohnen,  den
Micthzitts  richtig  bezahlt  haben,  vertheilt  werden  sollen.
v.  LooSsche  Stiftung  zu  Militsch.
Ursprünglich  eine  Fräulein-Stiftung,  1797  von  Fräulein  v.  Loos  mit
1000  Thlr.  fnndirt,  jetzt  aber,  da  keine  Beneficiaten  aus  der  Familie
der  Stiftcrin  mehr  vorhanden,  nur  noch  als  Armen-Stiftung  zu  betrachten. ­
  Die  Verwaltung  steht  dem  Rentamt  in  Militsch  unter  Aufsicht ­
  des  Landraths  zu.
v.  L  ossa-Nostitzscher  Stiftungs-Fonds.
Bergrath  v.  Lossa  ans  Ebersbach  setzte  1752  letztwillig  50,000  Thlr.
aus.  Davon  sollten  5000  Thlr.  zur  Erbauung  eines  Oberlausitzschen
Zucht-,  Arbcits-  und  Armenhauses  verwendet,  20,000  Thlr.  als  ein
unangreifbarer  Fonds  sicher  untergebracht  und  die  Zinsen  davon  zur
Uttterhaltnug  der  in  das  fundirte  Haus  zu  bringenden  Verbrecher  und
Armen  gebraucht  werden,  die  zweite  Hälfte  von  25,000  Thlr.  aber  zur  Erweiterung ­
  des  Zucht-  und  Armenhauses  dienen.  Die  Disposition  über
den  Fonds  und  die  Direktion  des  Zucht-  und  Armenhauses  sollte  den
Landständen  der  Oberlausitz  zustehen.  Im  Jahre  1808  fügte  ein  anderer ­
  Gutsbesitzer  der  Oberlausitz,  v.  Nostitz  auf  Ruppersdorf  der
Fundation  5000  Thlr.  hinzu;  1819  wurde  der  Fonds,  welcher  damals
auf  mehr  als  60,000  Thlr.  angewachsen  war,  zwischen  den  Ständen
der  Preußischen  und  der  Sächsischen  Oberlansitz  getheilt  und  der  diesseitige ­
  Antheil  zerfiel  seitdem  a)  in  den  „v.  Lossaichcn  Fonds  für
Strafzwecke."  Das  Kapital  dieses  Fonds,  dcsicn  Zinsen  lediglich  zur
Unterhaltung  der  Sträflinge  der  Oberlausitz  in  dem  von  den  Ständen
im  Bau  begonnenen,  von  dem  Staate  ausgeführten  und  vollendeten
        <pb n="452" />
        445

Zuchthause  zu  Görlitz  dem  landesherelichen  Fiskus  überwiesen  werden,
bestand  1841  aus  etwa  15,000  Thlr.;  I.)  in  die  „v.  Lossasche
Armen-St.ftuttg",  zu  welcher  das  v.  Nostitzsche  Stiftungs-Kapital
nnt  2500  Thlr.  ausschließlich  mit  gehört.  Der  Fonds  war  durch  Zuwendungcn
  der  Stände  und  eingegangene  Kollekten-Gelder  1841  bis
fi 1 ,  rii  'sŗ-  gestiegen.  Tie  Zinsen  werden,  nach  einem  ständischen
ìion  1786,  zu  Unterstützungen  für  alte,  auch  wegen  Ge-W
  fc«bc0j«r  Arbeit  mifähigg  Person»,  i„  ber  Cber-Lausitz
  verwendet;  1841  gab  es  18  Stellen  à  16,  36  Stellen  à  12
und  22  Stellen  à  8  Thlr.  jährlich.  —  Mit  der  Armen-Stiftunq  in
Verbindung  steht  c)  die  „Neusche  Ncben-Stiftung."  Rittergutsbesitzer
Ren  auf  Zunpel  und  Tauer  wendete  1855  dem  v.  Lo  ss  a  sch'en  Armen-Fonds
  zur  Bildung  dieser  Neben-Stiftung  1000  Thlr.  zu.  1859
überwies  er  wiederum  1000  Thlr.  zu  dnu  Zweck,  daß  das  Kapital
mit  Zins  von  Zins  eine  Reihe  von  Jahren  angelegt  werden  und  die
Zinsen  dann  theils  zu  Stipendien  à  20  Thlr.  für  mit  den,  Stifter
verwandte,  resp.  der  Oberlansitz  angehörige  Studircude  und  Seminaristen, ­
  theils  zu  Armen-Pensionen  r&amp;gt;  8  Thlr.  verwendet  werden  sollten.
—  Er  überwies  schließlich  zu  dem  Zwecke,  daß  die  ursprünglich  für  die
spätere  Nachkommenschaft  bestimmte  zweite  Stiftung  alsbald  in  Wirkjamfeit
  trete,  1860  eine  den  vierprocentigen  Zinsen  des  Fundations-Kapitals
  von  1000  Thlr.  gleichkommende  Summe  mit  der  Zusicherung,
aß  derselbe  Ertrag  alljährlich  am  1.  Dezember  von  ihm  und  nachmals
  von  seinen  Erben  zur  ständischen  Kasse  so  lange  gezahlt  werden
würde,  b's  sich.das  Stlftungs-Kapital  der  1000  Thlr.  nach  Maßgabe
der  Fuiidations-Urkunde  verdoppelt  haben  werde.  Vgl.  Neusche  Stipendlen-Stlftung.

Louisen  Friedrichs  Stiftung  zu  Berlin.
Sie  ist  aus  Anlaß  der  Vermählung  der  Prinzessin  Louise  von  Preußen
nnt  dem  Großhcrzoge  von  Baden  1856  von  den,  Hoflieferanten  A.  Behrens ­
  zu  dem  Zweck  gestiftet,  alljährlich  5  achtbaren,  jedoch  vermögenslosen
Brautpaaren  am  Jahrestage  der  höchsten  Vermählung  jedem  100  Thlr.
,f  i:  à  c:  sä  %  L
Louise»  Denkmal,
8ŞM8
'  bcu  deffelben  werden  alljährlich  am  19.  Juli  sechs  arme,
        <pb n="453" />
        446

tugendhafte  Brautpaare,  ein  jedes  mit  100  Thlr.  ausgestattet  und  mit
einer  Hausbibel  versehen;  die  Braut  muß  aus  der  dienenden  Klasse
sein,  durch  Unschuld,  Reinheit  der  Sitten  und  häuslichen  Sinn  sich
auszeichnen  und  wenigstens  drei  Jahre  bei  einer  Herrschaft  gedient
haben.  Die  Traunng  geschieht  in  der  Hof-  und  Garnison-Kirche  zu
Potsdam  in  jedem  Jahre  am  19.  Juli,  dem  Todestage  der  Königin.
Ein  Familien-Rath,  aus  dem  Hosprediger  bei  jener  Kirche  und  16
Mitgliedern  bestehend,  verwaltet  das  Stiftnngs-Bermögen  und  wählt
die  Brautpaare.  Bon  den  Mitgliedern  des  Borstandes  stub  8  permanent, ­
  die  andern  8,  und  zwar  4  Damen  und  4  Herren,  werden  von
den  hiesigen  Stadtverordneten  nach  Ablauf  einer  dreijährigen  Wirksamkeit
  gewählt.
Loniseustädtische  Real-Schule  zu  Berlin,
gegründet  1836,  jetzt  Real-Schule  Ister  Ordnung,  mit  27  Lehrern  und
7—800  Schülern.  Schulgeld  und  Freistellen  wie  bei  der  Königsstädtischen ­
  Real-Schule  (s.  d.).  Zu  Prämien  und  Unterstützungen  für  Schüler ­
  werden  100  Thlr.  verwendet.  (Wiese  S.  106.)
Louiseiistädtisches  Gymnasium  zu  Berlin,
1864  mit  10  Oktober  als  fünftes  städtisches  Institut  dieser  Art  eröffnet. ­
  Schulgeld  und  Freistellen  wie  bei  den  anderen  Gymnasien.
Louisen  Stift  zu  Berlin.
Architekt  Catel  und  Propst  Haustein  gründeten  dasselbe  im  Mai
1807.  Es  hat  den  Zweck,  solchen  Kindern  männlichen  Geschlechts,  zu
deren  Erhaltung  und  Erziehung  ihre  Eltern  nnvermögend  sind,  Unterricht ­
  in  der  Religion,  im  Lesen,  Rechnen,  Schreiben,  Zeichnen,  in  der
Geometrie,  Naturgeschichte,  Geographie,  Geschichte  und  in  dein  ^Nothwendigsten ­
  ans  der  mathematischen  Geographie  und  Physik  ertheilen
zu  lassen,  und  sie  zur  Pünktlichkeit,  Ordnung,  Reinlichkeit,  Thätigkeit,
Abhärtung,  zu  strengem  Gehorsam  und  guten  Sitten  zu  gewöhnen.
Sic  werden  in  dem  Älter  von  7  bis  10  Jahren,  ohne  Unterschied  der
Geburt,  aufgenommen.  Da  für  Waisen  durch  andere  Anstalten  gesorgt
wird,  so  sind  diese  ausgeschlossen.  Jeder  Knabe  muß  wenigstens  bis
zu  seinem  14ten  Jahre  in  der  Anstalt  verbleiben,  die  ihn  alsdann  demjenigen ­
  Gewerbe  zuführt,  zu  dem  er  sich  nach  freier  Wahl  bestimmt.
Stadtrath  H  ollmann  wendete  ihr  das  jetzige  Grundstück  (Hollmannsstraße ­
  15),  im  Werthe  von  14,000  Thlr.  zu.  Das  Kapital-Bermögen
der  Anstalt,  welche  unter  Aufsicht  des  Provinzial-Schnlkollcgii  steht,
beträgt  etwa  50,000  Thlr.  Bgl.  Röbeschc  Stiftung.
Lonisen-Stift  zu  Biitow.
Ein  im  Jahre  1855  zusammengetretener  Bercin,  welcher  durch  milde
Beiträge  6000  Thlr.  ansammeln  und  damit  ein  Hospital  für  12  verarmte ­
  Bürger  gründen  will.  Zur  Zeit  sind  erst  500  Thlr.  vorhanden.
Louiskn-Stiftimg  zu  Berlin.
Eine  höhere  weibliche  Erziehungs-Anstalt,  1810  zum  Andenken  an  die
        <pb n="454" />
        447

St  tint  gin  Louise  öon  einem  Bercin  durch  gesammelte  Beiträge  gegründet,
von  König  Friedrich  Wilhelm  III.  unterstützt;  am  19.  Juli  1811  er-■

Louisen  Stiftung  zu  Falkenburg.
Frau  Majoriu  to.  Ko  schnitzka,  Louise  geb.  v.  Kleist  auf  Schloss
Falkenburg  (Dramburg)  (+  1847)  bestimmte  letztwillig,  dast  die  Revettüeu
  eines  Kapitals  von  13.000  Thlr.  auf  immerwährende  Seiten
verwendet  werden  sollten  a)  zur  Instandhaltung  der  Gräber  ihrer  Borsahrcu
  in  Falkeuburg  und  Juchow;  b)  zu  kirchlichen  Zwecken  in  beiden
eme:#
Louisen  Stiftung  zu  Koblenz,
.  .  Louise»  Stiftung  zu  Quedlinburg.
ÊËüm
        <pb n="455" />
        448

als  5  und  weniger  als  3  Thlr.  erhallen;  auch  sollen  nur  würdige
Familien  und  vorzugsweise  Wittwen  mit  unerzogenen  Kindern  berücksichtigt ­
  werden.
LucannSsche  Stipendien.
Es  bestehen  deren  zwei  von  40  und  25  Thlr.  zu  Halberstadt.  Sie
sind  bei  der  reformirten  Hoskirchc  fnndirt  und  werden  vom  Senior  der
Familie  an  studirende  Halberstädter  verliehen.
LueaSsches  Vermächtnis;  zu  Ronödorf.
Bon  dem  Kaufmann  Peter  Ln  cas  (t  1833)  herrührend,  welcher  den
Armen  der  reformirten  Gemeinde  1000  Thlr.  aussetzte.
Gottfried  Traugott  Lucas,
Fabrikarit  in  Heide  (Lauban)  überwies  (I860)  der  dortigen  neu  errichteten ­
  evang.  Schule  200  Thlr.  mit  der  Maßgabe,  daß  ;  der  aufkoinmenden
  Zinsen  zunl  Kapital  geschlagen  werde,  bis  dadurch  die  Summe
von  1000  Thlr.  erreicht  wird;  daß  ferner  demnächst  der  Zinsen
wiederum  zuin  Kapital  geschlagen  werde,  damit  die  Summe  von  2000
Thlr.  sich  ansammle,  daß  endlich  die  zur  Kapitalisirung  nicht  zu  verwendenden ­
  Zinsen  dem  jedesmaligen  Lehrer  von  Heide-Scheibe  als  eine
Berbesserung  seines  Einkommens  zufließen  sollen.
Luci  u  S  -  H  e  b  e  l  -  Stiftung,
1865  von  dem  ş  Kommerzien-Rath  Sebastian  Lucius  gegründet,  als
eine  Anstalt  zur  Aufnahme  armer  alter  und  rechtschaffener  Personen
katholischer  Konfession  aus  der  Stadt  Erfurt.  Sie  hat  die  Rechte  einer
juristischen  Person.
Ludendorffschc  Stipendien  Stiftung.
Bon  dem  Geh.  Justizrath  Lndendorff  begründet  und  von  dem  Königl.
Kammergericht  verwaltet.
Christian  Gottlieb  Lu  dewig,
Bauergutsbesitzer  zu  Hartliebsdorf,  vermachte  der  evang.  Kirche  zu
Deutmannsdorf  (Bnnzlau)  1000  Thlr.,  deren  Zinsen  alljährlich  zur
Hälfte  zum  Kapital  geschlagen,  zur  Hälfte  zum  Besten  der  ev.  Kirchen-Gemeinde
  Hartliebsdorf  verwendet  werden.  Der  ev.  Schule  in  Deutmannsdorf
  legirte  er  300  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Bekleidung  armer
fleißiger  Schulkinder  aus  Hartliebsdorf  bestimmt  sind.
S.  Ludgeri  Armen-  und  Waisenhaus  zu  Werden  (Essen),
ein  aus  freiwilligen  Beiträgen  und  Schenkungen  der  kath.  Pfarrgenoffen
um  das  Jahr  1845  errichtetes  Institut  zur  Aufnahme  von  armen  altersschwachen ­
  Leuten  und  von  Waisen  aus  der  dortigen  kath.  Pfarre.  Im
Jahre  1861  wurden  23  Arme  und  17  Waisenkinder  darin  verpflegt.
Kapital-Vermögen  4600  Thlr.
Johann  Friedrich  August  Ludolfs,
Geh.  Ober-Finanzrath  zu  Berlin  (t  1844)  vermachte  dem  Schindlerscheu
  Waisenhausc  2  Kapitale  von  16,000  und  4000  Thlr.,  wovon
        <pb n="456" />
        449

die  Zinsen  der  16,000  Thlr.  zu  einer  gemischten  Stiftung  (an  Familienglieder ­
  und  àsenhaus-Zöglinge)  insbesondere  für  Studirende,  und
SÜSS

MM
sa  Sita  »«sasrssss
werben.  D.e  Zinsen  der  4000  Thlr.  sollen  zur  Erziehung  der  Großnichten ­
  des  Erblassers  bis  zu  einem  bestimmten  Zeitpunkte,  dann  aber
zum  Genuß  einer  berufenen  Verwandten  auf  Lebenszeit  verwendet
mm
M««
wird,  25  Thlr.  u.  (.  m  "  608  *  A  b  a  y  eschk  Bermächtniß  befolgt
.  ®«tte  «Iura  Subnitg*,
WkRMDM
'prcuß.  Landbuch.  *
        <pb n="457" />
        450

Llldenscheider  Bau-Gesellschaft.
Eine  1853  errichtete  Aktien-Gesellschaft,  welche  bezweckt,  durch  Erbauung
neuer  Wohnhäuser  zum  Vermiethen  oder  Verkaufe  dem  Mangel  an
Wohnungen  in  der  Stadt  Lüdenscheid  zu  begegnen.  Aktien  -  Kapital
15,000  Thlr.,  Miethzins  höchstens  6  pCt.  des  Anlage-Kapitals.  Im
Jahre  1864  waren  12  Häuser  mit  41  Wohnungen  erbaut,  und  damals ­
  von  50  Familien  mit  264  Köpfen  bewohnt.  Von  den  12  Häusern
befanden  sich  6  noch  im  Besitz  der  Gesellschaft,  während  die  übrigen
verkauft  waren.  Von  dem  erzielten  Ueberschuß  sollten  weitere  Bauten
begonnen  werden.
v.  Lttderitz,
Oberforstmeister  und  dessen  Ehegattin  stifteten  1796  ein  Legat  von
325  Thlr.,  dessen  Zinsen  alljährlich  zu  Weihnachten  an  die  Armen  zu
Frauendorf  (Kreis  Sternberg)  vertheilt  werden;  3  Thlr.  erhält  der
Lehrer  des  Orts.
Fräulein  v.  Liideritz,
hinterließ  der  Dom-Kirche  zu  Berlin  ein  Legat,  dessen  jährlicher  Zinsen-Ertrag
  (Liseo  S.  113)  sich  auf  800  Thlr.  beläuft  und  zu  Unterstützungen ­
  zu  Holz  und  Miethe  verwendet  wird.
v.  Lüderitzsches  Hospital  zu  Liideritz  (Stendal),
zur  Aufnahme  hilfsbedürftiger  Tagelöhner-Familien.  Es  hat  752  Thlr.
Kapital.
Lüdtkescheö  Stipendium  zu  Perleberg.
Domdechant  Lüdtkc  zu  Havelberg  stiftete  cs  1598  mit  Natural-Hebungen
  und  4  pCt.  Zinsen  von  400  Thlr.  für  die  Söhne  der  Prediger ­
  zu  Perleberg,  event,  für  die  Söhne  der  Nachkommen  der  Gattin
des  Stifters  und  für  arme  Bürger-Söhne  zu  Perleberg  auf  6  Jahre.
Die  Kollation  gebührt  dem  Kirchen-Ministerium  zu  Perleberg.
Abraham  Daniel  Lüneburg,  »
Pastor  zu  Memel,  widmete  1741  zu  einem  Stipendium  333  Thlr.
30  Gr.,  deren  Zinsen  ein  Studirender  zu  Königsberg  aus  des
Testators  Familie  als  Stipendium  genießen  soll,  und  zwar  so  lange,
bis  ein  anderes  Mitglied  ihn  ablöst.  In  Ermangelung  von  Söhnen
aus  der  Familie  können  Söhne  der  Prediger  in  Memel  zum  Genuß
gelangen.  Das  Kapital  belief  sich  1838  (Koch  11.  556)  auf  272^  Thlr.
L  ll  t  t  r  i  n  g  h  a  u  ö  sche  Vermächtnisse.
Anna  Marie  Lüttrinhaus  (t  1857)  vermachte  1)  den  rcformirten
Armen  zu  Gemarkt  (Barmen)  6150  Thlr.,  wovon  die  Zinsen  zu  deren
Verpflegung  verwendet  werden  sollen;  2)  der  dortigen  rcformirten  Gemeinde ­
  1550  Thlr.,  deren  Zinsen  durch  die  Prediger  an  Haus-Arme
zu  vertheilen  sind  und  1550  Thlr.  zum  Bau  eines  rcformirten  Armenhauses; ­
  ferner  1550  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Verpflegung  der  nn
Armenhanse  sich  befindenden  armen  Schwachen  und  Kranken  dienen
sollen;  3)  noch  1550  Thlr.,  wovon  die  Zinsen  ebenfalls  an  Hauö-Arme
        <pb n="458" />
        451

29*

durch  die  Prediger  vertheilt  werden  sollen.  Noch  schenkten  die  Erben
der  rc.  Lüttringhaus,  in  Berücksichtigung  eines  ihr  bei  Lebzeiten
ausgesprochenen  Borhabens,  den  Armen  der  reformirten  Gemeinde  zu
Gemarke  e,n  Grundstück  lm  Werthe  von  1670  Thlr.
Luther-Schule  zu  Wittenberg.
fmTeS™  M '  mÌt  ?tl ’ r " rn '  60  Kind»  freien  Untern#
Luther-Stiftung  für  Berliner  Lehrer-Waisen.
F°"ds,  welcher  im  Jahre  1863  bei  Gelegenheit  des  Jubiläums  des
Borsltzenden,  Stadt-Schulraths  Fürbringer  von  Freunden  und  Verehrern ­
  desselben  gesammelt,  und  von  dem  Jubilar  für  hülfsbedürftiqe
Wlttwen  und  Waisen  bestimmt  wurde  —  betrug  439  Thlr.  -  für  eine
Weihnachts-Bescheerung  der  Waisen  waren  226  Thlr.  eingegangen.
1864  gingen  durch  letztwillige  Bestimmung  dem  Vorstände  von  einem
^"genannten  Wohlthäter  600  Thlr  „zum  eisernen  Fond"  zu.  S.  Bor-Luther-Stiftung
  zu  Naumburg  a.  S.
1817  bei  der  300jährigen  Jubelfeier  der  Reformation  von  dem  Dom-S»Aäs»ļtrÄîss

a.tJSr«Sï  äs  “Ä  '•••■
Luther-Stiftung  zu  Wittenberg,
MN  18  Februar  1841  zur  Feier  des  300  i-hngen  Todestages  Luther«
ZWMMUM
MZKWZàZ
        <pb n="459" />
        452

Lutze  sches  Bermächtuiß.
Bon  dem  Rentier  Lutze  (t  1854)  herrührend.  Er  vermachte  der
Armen-  (Frei-)  Schule  zu  Kottbus  1500  Thlr.  mit  der  Bestimmung,
daß  die  Zinsen  alljährlich  zur  Bekleidung  von  sechs  Mädchen  und  sechs
Knaben  bei  deren  Konfirmation  verwendet  werden  sollten.
Lyceum  Hosianum  zu  BrauuSberg.
Eine  von  dem  Bischöfe  von  Ermland,  Kardinal  Stanislaus  Hosius
1564  begründete,  höhere  Bildnngsaustalt  für  die  katholischen  Geistlichen
des  Ermlandes  (s.  Gymnasium).  Unter  Preußischer  Herrschaft  wieder
hergestellt  und  aus  den  Fonds  des  aufgehobenen  Klosters  Neuzelle
botivi,  besteht  die  (Königliche)  Anstalt  seit  1818  aus  einer  philosophischen
und  theologischen  Fakultät  für  angehende  katholische  Geistlichen,  mit  etwa
50  Studircnden  jährlich.  Scheill-Bussesche  Stiftung,  1835  zum
Andenken  an  die  Pros.  Sch  e  ill  und  Busse  ans  freiwilligen  Beiträgen ­
  begründet.  Kapital  560  Thlr.,  deren  Zinsen  demjenigen  Studirenden
  der  Anstalt  gezahlt  werden  sollen,  welcher  die  beste  Bearbeitung
der  jährlich  gestellten  Preis-Aufgaben  liefert.
Gräflich  Lynarscheö  Stipendium  zu  Spandau.
Gestiftet  vom  Grafen  Rochus  zu  Lynar  1596.  Der  Fonds  beträgt
1250  Thlr.  und  das  Stipendium  50  Thlr.  Es  wird  an  studirende
Spandauer  Bürger-Söhne,  event,  an  tüchtige  Fremde  auf  3  Jahre
verliehen,  wenn  sie  die  entsprechenden  Zeugnisse  beibringen.  Kollator
ist  der  Magistrat.

Mädchen-Verein  zu  Minden.
Er  bezweckt  die  Ausbildung  armer  bereits  kousirmirter  Mädchen  zu
guten  Dienstboten  und  hat  etwa  20  Zöglinge.  Kapital  -  Vermögen
1100  Thlr.
Mägde-Herderge  zu  Köln.
Eine  Privat-Anstalt  zur  Aufnahme  dieustloser  Mädchen,  welche  durch
milde  Beiträge  und  durch  die  Verwendung  der  Zinsen  des  Vermögens
der  Vorsteherin  besteht.  Die  Anstalt  nimmt  etwa  12  dienstlose  Mädchen ­
  so  lange  auf,  bis  sie  einen  Dienst  finden;  sie  zahlen  täglich  3  Sgr.
Kostgeld;  fast  die  Hälfte  von  ihnen  wird  unentgeltlich  aufgenommen.
Männer-Asyl  zu  Liutorf  (Düsseldorf),
für  verkommene  und  entlassene  Strafgefangene  bestimmt.  Ein  Filial-Jnstitnt
  der  Rheiuisch-Westphälischcn  Pastoral-Gchülfen-  oder  ev.  Diakonen-Anstalt
  zu  Duisburg  mit  eigener  Verwaltung  und  Kasscnführung.
Vermächtniß  (1861)  des  Fabrik-Arbeiters  Fr.  Will).  Ass  mann  zu
Lüdenscheid  von  100  Thlr.,  der  Wittwe  Buch  holz  geb.  Hardt  zu
Duisburg  (1863)  von  500  Thlr.  rc.  Zum  Theil  unterstützt  aus
dem  Polizei-Strafgelder-Fonds  (s.  d.);  die  Anstalt  nimmt  etwa  16
Männer  auf.
        <pb n="460" />
        453

à'uer&amp;gt;BeerdiguugS.Ģesellschast  gu  Magdeburg.
Ģ'n  innerhalb  der  jüdischen  Gemeinde  bestehender  Verein,  weicher  arme
bctrti3 '- Xit
M«nner  Bruderschaft  zu  Maria  BEndigung  in  Bonn
LLrZLsb«.«-?»
Männerhaus  zu  Köln.
sşlSSrS
dem  Ertrage  gefertigter  Arbeiten  erhalten.  Ein  Hülss-Diakon  der  Gemeinde ­
  ist  Hansvater.  Im  Jahre  1861  wurden  10  Personen  aufgenommen. ­
  Einzelne  von  ihnen  beschäftigen  sich  mit  leichten  Hand-Arbeiten.
  ^

Männer-Siechenhans  zu  Berlin.
ÜriÎVûcn 7 '  'N  einem  bei  Schöneberg  gemietheten  Lokale  eröffnet,
im  Marz  I860  m  das  eigene  Anstalts-Gebäude  Schönhauser  Allee  59.
Ä  ,® lc  Begründung  ist  durch  einen  Verein  erfolgt,  dessen  Mit-WWZWUW


Männer-Berein  zu  Delitzsch.
Er  bezweckt  die  Bekleidung  männlicher  Konfirmanden,  zählt  100  Mitgttebev
  und  hat  100  Thlr.  Vermögen.
Männer-BereinS  Stiftung  zu  Lippstadt.
»»«
Auf  Grund  Ņerg-Gewerkschafts.Kaffe  zu  Bochum.
SëÜÜi
        <pb n="461" />
        454
schaftlichen  Grubenbeamten  (insbesondere  durch  Uebernahme  und  Unterhaltung ­
  der  für  diesen  Zweck  am  Orte  bestehenden  Bergschule);  b)  durch
Anfertigung  und  Vervollständigung  der  allgemeinen  geognostischen  und
bergmännischen  (Flötz)-Karlen,  Anlegung  von  Sammlungen,  sowie
Vornahme  und  Unterstützung  sonstiger  wissenschaftlicher  Untersuchungen.
Vermögen  150,000  Thlr.  Die  Kaffe  ist  seit  1864  mit  der  Effen-Werdensche
  Bcrggewerkschafts-Kaffe  unter  dem  gemeinschaftlichen  Namen
„Westphälische  Berg-Gewerkschafts-Kaffe"  (s.  d.)  vereinigt  worden.
Märkische  Natorp-Stiftung.
Eine  seit  wenigen  Jahren  begründete  Stiftung  zur  Unterstützung  armer
Lehrer-Waisen  in  der  Grafschaft  Mark  (Regierungsbezirk  Arnsberg).
Märkisch  Ökonomische  Gesellschaft.
Besteht  seit  1791,  bildete  sich  1843  als  Central-Verein  des  Regierungs-Bezirks
  Potsdam,  und  besorgt  ihre  Geschäfte  durch  eine  Deputation,
welche  sich  von  Zeit  zu  Zeit  in  Potsdam  versammelt.  Die  Hauptversammlungen ­
  finden  jährlich  im  Juli  statt.  Statut  vom  10.  Februar ­
  1844.
Mä  tzner  sche  Stipendien-Stiftung  zu  Berlin.
Bei  Gelegenheit  der  25  jährigen  Jubelfeier  der  städtischen  höhern
Tochter-Schule  zu  Berlin  am  1.  Oktober  1863  begründeten  ehemalige
Schülerinnen  der  Anstalt  ein  Jubel-Stipendium,  um  bedürftigen  Schülerinnen ­
  Freistellen  zu  gewähren.  Es  soll  von  dem  Lehrer-Kollegium  ohne
Rücksicht  auf  Stand-  und  Glaubens  -Kenntniß  der  Eltern  verliehen
werden.  Das  dem  Direktor  Prof.  M  ätzn  er  übergebene  Kapital
betrug  vorläufig  500  Thlr.  Das  Kuratorium  der  Stiftung  besteht
aus  drei  Mitgliedern  des  Magistrats,  drei  der  Stadtverordneten-Bersammlung
  und  dem  Direktor  der  Anstalt.
Magdalenen-Hospital  zu  Münster.
Im  12.  Jahrhundert  für  katholische  Bürger-Wittwcr  und  Wittwen,
welche  bürgerliche  Lasten  getragen  haben,  gestiftet  und  mit  56  Pfründnern
(15  Männer  und  41  Frauen)  besetzt.  Sie  erhalten  freie  Wohnung,
ärztliche  Behandlung,  Feuerung  und  Licht  in  4  gemeinschaftlichen  Arbeitsstuben, ­
  monatlich  4  Thlr.  rc.  Die  Pfründner  sind  einem  eigens  angestellten ­
  geistlichen  Rektor  untergeordnet.  Die  Anstalt  hat  mehrere
Grundstücke  und  80,000  Thlr.  Kapital-Vermögen;  sie  zahlt  aus  ihren
Ueberschüffen  jährlich  400  Thlr.  zur  Krankenpflege  in  der  Hülflosen-Attstalt
  (s.  d.).
Magdalenen-Stift  zu  Berlin.
Um  das  Jahr  1850  von  dem  „Frauen-Verein  zur  Beffcrung  gefallener
und  sittlich  verderbter  Mädchen"  (Geschäftsführer  des  Vorstandes  Präsident ­
  Gamet)  begründet,  erfreut  diese  Anstalt  sich  der  besonderen
Unterstützung  Königs  Friedrich  Wilhelm  IV.  Sie  bezog  1861  die
Zinsen  eines  Kapitals  von  10,000  Thlr.  aus  Staats-Fonds,  welche
ihr  zum  dereinstigcn  Ankauf  eines  Grundstücks  rescrvirt  sind  und  einen
fortlaufenden  Jahres-Zuschuß  von  2500  Thlr.;  für  einzelne  àfge-
        <pb n="462" />
        455

nommenc  wird  eine  Pension  bis  zum  Betrage  von  60  Thlr.  entrichtet.
In  den  beiden  Jahren  vom  1.  April  wurden  113  Pfleglinge
neu  aufgenommen,  darunter  97  unentgeltlich,  die  übrigen  gegen  Kostgeld. ­
  Im  Ganzen  waren  45  Stellen  vorhanden.  Einnahme  war  in
dem  ersten  der  beiden  Jahre  5635,  Ausgabe  5556  Thlr.,  in  dem  zweiten
Einnahme  3992,  Ausgabe  3708  Thlr.
Magdeburger  Freitisch.Fonds.
Der  Magdeburger  Freitisch-Fonds  besteht  nach  dem  Statut  von  1857
a)  aus  dem  von  König  Friedrich  Wilhelm  IV.  1845  bewilligten  Zuschuß ­
  von  1000  Thlr.  jährlich  aus  Staats-Fonds  Behufs  Wiederherstellung ­
  des  in  alten  Zeiten  begründeten  Magdeburger  Provinzial-Freitisches;
  b)  ans  den  angesammelten  und  zu  Kapital  verzinsbar  angelegten ­
  Ersparnisien  des  ursprünglichen  Magdeburger  Freitisch-Fonds  im
Betrage  von  8731  Thlr.  Die  Einkünfte  des  Fonds  werden,  insoweit
sie  nicht  zur  antheiligen  Deckung  der  Verwaltungskosten  verbraucht,
oder  zur  Verstärkung  des  Kapitalbestandes  zurückgelegt  werden,  zur  Gewährung ­
  von  Tischgeldern  an  bedürftige,  aus  dem  Herzogthum  Magdeburg ­
  gebürtige  Studenten  auf  der  Universität  Halle  verwendet.  Die
Würdigkeit  des  Beneficiaten  ist  nach  den  hierüber  bestehenden  allgemeinen
Bestimmnngen  zu  beurtheilen,  auch  muß  derselbe  die  vorgeschriebene
halbjährige  Prüfung  bestehen.  Die  Verwaltung  des  Fonds  hat  der
Kurator  der  Universität  Halle.  Er  veranlaßt  die  zur  Kollatur  der
vakanten  Frcitischstellen  berechtigten  Behörden  und  Körperschaften  zur
Präsentation  von  Kandidaten.  Er  prüft  die  statutenmäßige  Befähigung
der  Letzteren  zum  Genuß  einer  Freitischstelle  und  entscheidet  nach  dieser
Prüfung  über  die  Verleihung  und  Wicderentziehung  derselben.  Die
Präscntation^zu  Freitischstellcn  steht  zu:  a)  dem  Kurator  der  Universität ­
  für  1  stelle;  b)  den  theologischen,  juristischen,  medizinischen  und
philosophischen  Fakultäten  der  Universität  durch  die  zeitigen  Decane  für
je  1  Stelle;  c)  dem  Dom-Gymnasium  zu  Magdeburg  durch  den  Direktor ­
  1  Stelle;  d)  dem  Gymnasium  des  Klosters  U.  L.  F.  zu  Magdeburg ­
  durch  den  Propst  des  Klosters  event,  den  Rektor  des  Gymnasiums
şà  1  Stelle;  e)  der  Ritterschaft  des  Kreises  Reuhaldensleben  unter
Zu^csrllung  der  kreistagsfähigen  Rittergutsbesitzer  in  dem  Theile  des
„Y.!  +  Gardelegen,  welcher  früher  zu  dem  Magdeburger  Holzkreise
1  SLs  \\  f )  der  Ritterschaft  des  Kreises  Wolmirstädt
1  @ te*, en r  en  alternirend  in  der  vorstehenden  Relhefolge
, unû  şiir  'â?«  Ņàschaft  des  Saalkreises  in  seiner  alten  BcgrentóWrsaír-wSsa

%  Innern,  Lobesiin,  Wettin,  Neumark,  Glaucha,  alternirend
l  Stelle;  p)  den  Magisträten  der  Städte  Wanzleben,  Möckern,
        <pb n="463" />
        456

Salldau,  Neustadl-Magdeburg,  Schönebeck,  Wolmirstedt,  Oebisfelde,
Loburg,  Neuhaldeuslebeu,  Egeln,  Aken,  Hadmersleben,  Genthin,  Seehausen
  in  der  vorstehenden  Reihenfolge,  alternircnd  für  2  Stellen;
q)  dem  Magistrat  der  Stadt  Magdeburg  für  1  Stelle;  r)  dem  Magistrat ­
  der  Stadt  Halle  für  1  Stelle;  s)  der  Direktion  der  Frankeschen ­
  Stiftungen  zu  Halle  für  1  Stelle.  Seit  1863  bestehen  zwei  neue
Freitisch-Stellen,  deren  Verleihung  vorläufig  dem  Kurator  der  Universität ­
  zusteht.  Statt  des  früheren  Natural-Freitisches  wird  dem  Stipendiaten ­
  jetzt  ein  Aequivalent  in  Geld  von  jährlich  50  Thlr.  in  4
Raten  gezahlt.
Magdeburger  LaiideS-Stipendium,
von  dem  Administrator  des  Erzstifts  Christian  Wilhelm,  zu  Anfang
des  17.  Jahrhunderts  begründet.  Es  werden  an  Studirende  aus  der
Stadt  und  dem  Regierungsbezirk  Magdeburg  acht  Raten  à  50  Thlr.
von  der  Regierung  verliehen.
Magdeburger  Stadt-Stipendium.
Das  Stipendium,  aus  älterer  Zeit  stammend,  besteht  in  jährlich  100
Thlr.  und  wird  in  zwei  Raten  à  50  Thlr.  gegeben.  Die  Verleihung
geschieht  auf  drei  Jahre.  Der  Magistrat  Hai  die  Präsentation  bei  K.
Regierung.
Magdeburg-Hallesche  reformirte  Prediger^  und  Schullehrer  Wittwen-  und
Waisenkasse,
1712  gegründet.  Mitglieder  sind  die  Prediger  und  die  Schullehrer
an  den  deutsch  und  wallonisch  reformirten  Gemeinden  zu  Magdeburg,
und  die  bisher  reformirten  Prediger  und  Schullehrer  zu  Aken,  Burg^
Halle,  Jerichow,  Kalbe  a.  S.,  Stendal,  Trüstedt,  Wettin  und  Ziesar.
Die  Wittwe  eines  Provisors  erhält  100  Thlr.,  die  eines  Predigers
60,  die  eines  Schullehrers  40  Thlr.  jährlich  Pension.  Jährlicher  Beitrag ­
  eines  Mitgliedes  4—9  Thlr.  Im  Jahre  1842  gab  es  19  Mitglieder ­
  und  5  Wittwen,  das  Vermögen  der  Anstalt  betrug  23,100  Thlr.
(Hermes  I.  224.)
Gräfin  v.  Mag»lösche  Stiftung  für  treue  Dienstboten.
Die  Gräfin  v.  Ma  g  n  is  geb.  Gräfin  v.  Götzen,  +  1848  zu  Eckersdorf ­
  (Glatz),  bestimmte  (1832)  ein  Kapital  von  1600  Thlr.  dazu,  daß
aus  den  Zinsen  desselben  treue  und  fleißige  Dienstleute  auf  den  Gräflich
M  a  gn  Löschen  Gütern  belohnt  und  die  Armen  zu  Eckersdorf  und  Roth-Waltersdorf
  unterstützt  werden  sollen.
Maison  d’Orango.
Für  die  Abkömmlinge  der  aus  dem  Fürstenthum  Orange,  der  reformirten ­
  Religion  wegen  Vertriebenen  gestiftet  und  am  16.  Juli  1708  eröffnet. ­
  Vou  1600  ausgewanderten  Reformirten  gingen  600  nach
Preußen.  Die  für  sie  angestellten  Kollekten  ergaben  im  protestantischen
Deutschland  25,000  Thlr.,  in  England,  wo  die  Orangeois  als  Unterthanen ­
  angesehen  wurden  96,000  Thlr.  Die  letztere  Summe  wurde  in
drei  Raten,  1704,  1707  und  1709  dem  englischen  Gesandten  zu  Ber-
        <pb n="464" />
        457

(in,  £orb  Raby  übersendet,  der  davon  16,000  Thlr.  nach  der  Schweiz
jur  »Zelt  Prof.  Dr.  Chambean.
Graf  Malachowökisches  Stipendium,
?"  den  drei  Weltkugeln  in  Berlin  1806  von  einer  Summe
wies  (Liscosi7)''  ^  3oi &amp;gt; ann  Malachowski  der  Loge  über-'
  Benj.  Konstant  Malsch.
Renata  Mandel,-v.
  Mandt,
8NŞMden
  Universitäten  r»  Berli/  Jurisprudenz  und  Technik  auf
mit  20,000  Thlr.  un-  ii  ^ onn  verwendet  werden,  die  andere
mehr  als  25  Thlr  bi r „  ^st^hung  von  Jungfrauen  im  Alter  von
v.  Mandt  ins  Leben  tv  t  die  nach  dem  Ableben  der  Wittwe
%%-rä  SÄÄfi-c
briider  des  Dr.  n  gw  n  „  t  11 '^ cu  Nachkommen  der  beiden  Halb-Familien
  berufen  Kind  !..  v  r  i^veier  mit  demselben  befreundeten
        <pb n="465" />
        458

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Manns  Slist  der  Altstädtischen  Kaufmanns  und  Mälzcndraucr-Zunft  zu
Königsberg.
Eine  alte  auf  dem  Grunde  des  Hospitals  zu  St.  Georg  (s.  d.)  errichtete ­
  Stiftung.

v.  Manteuff  el«  Stiftung.
Im  Jahre  1853  von  dem  Rentier  und  Stadtverordneten  A.  W.  Beggerow
  zu  Kolberg  durch  Schenkung  von  1000  Thlr.  begründet  zur
Erinnerung  an  die  Verdienste  des  damaligen  Minister-Präsidenten
Herrn  v.  Mani  eu  ff  cl.  Die  Stiftung  hat  den  Zweck,  Kolberger  bedürftigen ­
  Bürgern  Krankenpflege  und  Unterstützung  im  Alter,  wie  bel
Arbeitsunfähigkeit  zu  bieten;  die  Mittel  hierzu  sollen  durch  weitere
Beiträge  der  Betheiligten  beschafft  werden,  und  die  Mitgliedschaft  nur
wahrhaft  moralischen  Personen  gestattet  sein.  Vgl.  v.  d.  Osten.

Mardersches  Stipendium  zu  Spandau,
von  dem  Knnstgärtner  Marder  1795  gestiftet.  Das  Kapital  beträgt
2000  Thlr.  Kollator  ist  der  Magistrat.
Gebhard  v.  Marenhol;,

belegte  1622  ein  nnablösliches  Kapital  von  24,000  Thlr.  bei  der  Käm
X,  «ÄT  Ä  S»  &amp;amp;Í-ÍÂ1
aber  sind  zu  Universitäts-Stipendien  (5  à  50,  1  à  80  —hlr.)  bestimmt,
deren  Konferirung  dem  Senior  der  Familie  zusteht;  besondere  Erfordernisse ­
  hinsichtlich  der  Benefiziaten  sind  nicht  vorgeschrieben.

M  arg  graf-Stiftung.
Als  am  1.  April  1862  die  ehemaligen  Schüler  der  Marggrafschen
höheren  Knabenschule  in  Berlin  das  fünfzigjährige  Bestehen  dieser
Schule  feierten,  übergaben  sie  dem  Gründer  derselben  1100  Thlr.  mrt
bei-  0^11111111114,  #  ang  ben  ginsen  beg  GapW?,  bag  ben  SRrnnen
„^1441-4,Gtift""q"  sitien  sollte,  ^üífgbebMt,0e  2el)iy  mib^eb,
lerinnen  ohne  Rücksicht  auf  das  Glaubensbekenntnrß,  wenn  sie  in  Berliner ­
  Privatschulen  unterrichtet  hätten,  und  auch,  wenn  es  die  Mittel
erlaubten,  deren  Hinterbliebene  unterstützt  werden  sollten.  Die  Stiftung ­
  steht  unter  Aufsicht  des  Provinzial-Schul-Kollegiums.  Die  Verleihung ­
  der  Unterstützungen  steht  bei  Lebzeiten  des  Dr.  Marggraf  diefem,
  später  dem  jedesmaligen  Vorsitzenden  des  Vorstands  zu.

arc,

Sie  ist  zur  Feier  der  ersten  glücklichen  Rückkehr  des  Prinzen  Friedrich
Karl  aus  Schleswig  von  dem  Berliner  Komitê  zur  Verpflegung  der
dnrchpassirenden  Verwundeten  mit  500  Thlr.  zur  Aussteuer  von  Töchtern ­
  der  in  dem  dänischen  Kriege  gefallenen  preußischen  Krieger  gewindet. ­
  Die  Frau  Prinzessin  Friedrich  Karl  hat  das  Protektorat  übernommen ­
  und  das  Hofmarschallamt  beg  Prinzen  Friebrich  Karl  mit  der
Verwaltung  desselben  beauftragt.
        <pb n="466" />
        459

Maria-Hilf  Spital  zu  Aachen.
Eine  unter  Administration  der  Armen-Vcrwaltnng  stehende  öffentliche
=%  %%%%.  SÄ
auf,  deren  Mehrzahl  unentgeltlich  behandelt  wird.
Maria-Johanna-Hospital  zu  Rees
g-nehniigt.  S,-  nimm«  ormt  Krank-  ohne  Unirr,chi-d  d-r  K°nsr,ft°n
Ņ-H°°dl«n,  nnd  B-rpst-gnng  an,.  B-r,nög-n
Maria  Magdalenen-Kloster  zu  Lauban.
Die  Stiftung  des  Klosters  fällt  in  das  Jahr  1320.  sein  Fortbestehen
als  Anstalt  für  weibliche  Krankenpflege  ist  durch  Kabinets-Ordre  vom
7.  August  1816  nachgelasien.  Die  Einnahme  der  Anstalt  betrug  im
Jahr  1834  10,279  Thlr.,  worunter  vom  Grund-Eigenthum  9181,
^  Kapitals-Zinsen  577  Thlr.  Es  gehörten  zum  Kloster  ein  ziemlich
bsl ?  Rittergut  Haugsdorf,  die  Vorwerke  Kerzdorf
thersdorfĢbņ^ŗş'  btc  Ortschaften  Hennersdorf,  Pfaffcndorf,  Gün-Mariannen-Jnstitut
  zu  Aachen.
Mariannen-Stift  zu  Brieg,
für  Krank,npf,-g-  IMO  begründ-,.  D!°  ambnlanie  Kranken  -  P,k-qc
wird  J-d-Ni  ohne  Rücksicht  auf  di-  K-nf-ssian  geleistet.
Mariannen-Stistung  zu  Berlin.
den  Gebrüdern  Banquier  Friedrich  Martin  v.  Magnus,  Prof.
«S bUstrb -  Ņê»gnus  und  Profesior  Heinrich  Gustav  Mag-WM

im  Jabs-  1ÛÌA  Manannen.Stiftung  zu  Rolandswerth,
0  für  die  Gemeinde  Rolandswerth  (Ahrweiler)  von  der
        <pb n="467" />
        Prinzessin  Marianne  Udii  Preußen  gegründet.  Das  Kapital  voll  450
Thlr.  hatte  sich  1801  auf  080  Thlr.  vermehrt.  *20  Thlr.  von  den
Zinsen  werden  zur  Bczahlnng  des  Schulgeldes,  5  Thlr.  zur  Anschuss
fung  von  Schreibmaterialien  rc.  für  arme  Kinder  verwendet.
Marien-Gynmasiuin  zn  Posen.
Ein  königliches  (katholisches)  Institut,  1573  als  Jesniten-Schule  gegründet. ­
  —  Im  Jahre  1800  war  der  fünfte  Theil  der  Schüler  des
Gymnasiums  vonl  Schulgelde  befreit;  im  Alumnat  fanden  00  Schüler
der  oberen  Klassen  freien  Unterhalt,  außerdem  je  11  im  v.  Szo  ldrskischen
  und  v.  Lnbra  n  skischen  Konvikt  (jener  seit  1040,  dieser  seit
1519  bestehend),  während  die  Gesellschaft  zur  Unterstützung  der  Jugend
im  Großherzogthum  Posen  für  11  Schüler  das  Schulgeld  zahlte,  und
überhaupt  deren  24  theils  durch  Gewährung  von  Tifchgeldern,  theils
mit  Wohnung  und  Beköstigung  im  besonderen  Alumnat,  theils  mit
Kleidern  und  Büchern  unterstützte.  Gräflich  Mie  lzy  nökischcs  Universitäts-Stipendium ­
  im  Betrage  von  jährlich  90  Thlr.,  das  auf  3
Jahre  verliehen  wird.  Der  1810  eingerichtete  v.  Przyluskische
Konvikt  gewährt  2  Freistellen,  auch  besteht  ein  Königl.  Unterstützungs-Fonds
  und  eine  v.  Wittk  o  w  skische  Stiftung  für  bedürftige  Schüler.
Marien-Hospital  zu  Ahaus.
1856  —1858  auf  einem  von  dem  Fürsten  zu  Salm-Salm  geschenkten
Grundstück  mit  einem  Kostenauswande  von  6000  Thlr.,  welche  durch
freiwillige  Beiträge  aufgebracht  wurden,  hergestellt.  Die  Anstalt  ist
als  eine  kirchliche  Anstalt  „zur  Krankenpflege  und  Waiscn-Erzichung
durch  barmherzige  Schwestern"  für  Ahaus  und  die  umliegenden  Gemeinden ­
  begründet  und  steht  unter  Aufsicht  des  Bischofs  zu  Münster.
Das  Hans  kann  30  Kranke  aufnehmen  und  hat  1200  Thlr.  Vermögen.
Maria-Hospital  zn  Allenstein.
Kranken-  und  Waisenhaus,  1864  erbaut.  Der  Banfonds  ist  aus  Vermächtnissen ­
  und  Schenkungen  beschafft  und  die  Leitung  der  Anstalt
barmherzigen  Schwestern  vom  Orden  des  h.  Vincenz  von  Paula  anvertraut. ­

Marien-Hospital  zu  Burtscheid,
1851  von  einer  Anzahl  wohlgesinnter  Bürger  zunächst  für  die  kathol.
Einwohnerschaft  gegründet  und  mittelst  Kabinets-Ordre  vom  29.  April
1851  mit  den  Rechten  der  juristischen  Person  beliehen.  Die  Anstalt
beschäftigt  sich  vorzugsweise  mit  der  Pflege  erkrankter  Armen,  versorgt ­
  aber  auch,  soweit  die  Mittel  reichen,  alte  und  arbeitsunfähige
Personen  und  übernimmt  die  Erziehung  von  Waisenkindern.  Ein  Verwaltungs-Rath
  besorgt  die  Geschäfte.
Marien-Hospital  zn  Erwitte.
Von  dem  t  Frhrn.  v.  Hörde  zn  Schwarzenraben  begründet  und  1860
ins  Leben  getreten,  nimmt  es  zunächst  kranke,  dann  aber  auch  alte  gebrechliche ­
  Leute  und  Waisen  auf.  Die  Verwaltung  ist  der  Kirche  übergeben ­
  und  der  Krankendienst  wird  von  barmherzigen  Schwestern  ver-
        <pb n="468" />
        461

richtet.  Vermögen  ist  nicht  vorhanden  und  das  Haus  nimmt  zur  Zeit
«ranke  rc.  nur  gegen  Bezahlung  auf.
Marien-Hospital  zu  Mi,,
St.  Marien  Hospital  zu  Wesel
Marien  Krankenhaus  und  Hospital  zu  Danzig
SSÊSiSi
f  snj'r'.  .  „  ,  Pà,-S  M-ri-,  Stiftung
Mllltalr-Kurhaus  zu  Landeck.
Marien-Şlift  zu  Breslau.
WM
getragen.  Mädchen  &amp;amp;  nì  für  gewlffenhafte  Beaufsichtigung  Sorge
Geschicklichkeit  und  Ìm,ni2\  ^  btc  511  ciucr  Dienststellung  nöthige
gulig  einer  mäßigen  Pensi»..  "Yerben  wollen,  werden  gegen  Erle-Vereine
  angel,örendv  ArrJu  î  aufgenommen  und  unterrichtet.  Jede  dem
jeder  Vereins-Dienstbote  3 ° l,lt  vierteljährlich  wenigstens  71  Sgr.,
ltd,  1  Sgr.  Beitrag  * ebcm  Thaler  feines  Lohnes  jährralischen
  Person  ""sgabe,  und  besitzt  die  Rechte  einer  mo-
        <pb n="469" />
        462

Marien-Stift  zu  Erfurt.
Die  aus  der  Aufhebung  desselben  erwachsenen  Fonds  werden  voll  der
Regierung  zu  Erfurt  verwaltet  und  für  katholische  kirchliche  und  Schulzwecke ­
  verwendet.  Jährlicher  Ertrag  9100  Thlr.
Marien-Stift  zu  Königsberg.
Es  steht  mit  dem  großen  Löbenichtschen  Hospital  (s.  d.)  in  Berbindung ­
  und  hat  Stellen  für  6  adelige  und  6  bürgerliche  bedürftige  unverheirathete
  oder  verwittwete  Frauenzimmer.  Die  Stellen  werden  von
der  Krone  vergeben.  Einkünfte  290—170  Thlr.  einschließlich  der  freien
Wohnung.
Marien-Stift  zu  Krossen,
für  sittlich  verwahrlosete  und  verwaisete  arme  Mädchen  des  Kreises  und
der  Stadt;  1838  durch  eine  Schenkung  von  Albertine  Böhden  ins
Leben  gerufen  und  von  der  Frau  1)r.  Serle  und  andern  Frauen  unter  Mitwirkung ­
  der  Superintendenten  K  o  h  l  i  und  Gruber  fortgeführt.  Protectorin
  war  die  Prinzessin  Wilhelm  von  Preußen,  später  wurde  es  deren
Tochter,  die  Königin  von  Marie  von  Baien,.  Die  Anstalt,  auf  müde
Beiträge  fundirt  und  mit  beschränkten  Korporations-Rechten  beliehen,
hatte  1855  ein  Kapital-Vermögen  von  2375  Thlr.
Marien-Stift  zu  Stettin.
Das  Permögen  des  Marien-Stifts  —  eines  ehemaligen  Kollegiat-Stifts
des  bischöflichen  Stuhles  von  Kammin,  dessen  Präbenden  an  Pommersche
Adelige  vergeben  wurden  und  dessen  Einkünfte  nach  seiner  durch  die
Reformation  herbeigeführten  Säkularisation  zur  Unterhaltung  der  Domkirche ­
  in  Stettin  und  eines  bei  derselben  gestifteten  gymnasii  academic,
verwendet  wurden  —  ist  feit  1804  Hülss-Fonds  für  diejenigen  Unterrichts-Anstalten ­
  (Gynlnasien  und  Seminarien),  welche  in  Alt-Pommern
unter  die  Ansicht  des  Provinzial-Schul-Kollegii  gestellt  sind.  Einnahme
1859  =  23,300  Thlr.
Märien-Stiftung  zu  Freiburg  a.  U.,
von  dem  Apotheker  Staacke  (t  1856)  zum  Andenken  an  seine  vor
ihm  t  Tochter  mit  1500  Thlr.  begründet.  Die  Zinsen  sollen  in  der  Weise
verwendet  werden,  daß  alljährlich  am  12.  November  10  Thlr.  an  zehn
arme,  hülfsbedürftige  alte  Leute  baar  oder  in  Naturalien  vertheilt,  der
Rest  zu  nützlichen  und  wohlthätigen  Zwecken  nach  den  Beschlüßen  des
Magistrats  und  der  Stadtverordneten  verausgabt  werden.
Marien  Stiftung  zu  Görlitz,
von  dem  Fabrikbesitzer  Gustav  Apitzsch  herrührend,  welcher  dem  Magistrat ­
  4  Staatsschnldverschreibungen  des  österreichischen  Anlehns  von
'1854  zusammen  über  1000  Gulden  Konventions-Münze  nebst  Coupons
zum  Zwecke  einer  Stiftung  übergab,  die  zu  Ehren  seiner  +  Gattin
den  obigen  Namen  führen  soll.  Die  Zinsen  sollen,  so  lange  der  Königin ­
  Elisabeth  Zweig-Verein  (s.  d.)  in  Görlitz  besteht,  an  die  Vorsteherin ­
  desselben  zur  Verwendung  für  die  Zwecke  dieses  Vereins  aus-
        <pb n="470" />
        46Ñ

gezahlt,  falls  aber  der  Verein  aufhören  sollte,  zur  Besserung  und  Erziehung ­
  sittlich  verwahrloster  Äiädchen  verwendet  werden.
Marien-Stiftung  zu  Wollstein.
BWWZķZSZZ
Markgräflich  Brandenburg-Baireuthsche  Stiftung  zu  Weferlingen
WH'MLLkL-'-denen
  Prediger-Sohne  den  Vorzug  haben,  Stipendien  zu  100  Thlr
auf  brei  Jahre  erhalten.  Sind  keine  Studirende  vorhanden,  so  soll
die  E  m  nahm  e  zllm  Besten  von  Schülern  aus  Weferlingen  benutzt  werden. ­
  Die  Kollation  ist  der  König!.  Regierung  zu  Magdeburg  übertragen. ­

Markgräflich  Heinrichfche  Stipendien  zu  Schwedt.
1788  von  dein  Prinzen  Friedrich  Heinrich  von  Preußen,  letztem  Mark-Wen
  G#cbt,  ,mt  2000  3#.  bcgrfhiM.  Stipcn.
ömi  werden  an  studirende  Söhne  von  Beamten  in  Schwedt,  oder  von
füSiistll
Ruben  Markus,
9ientk r  zu  Berlin,  (f  1842)  setzte  bedeutende  Summen  aus,  deren
An  en  zur  Unterstützung  mehrerer  jüdischen  Institute  in  und  außer
ÄÄ'  Tr':  f0U,t "-  ,Ü ' S  bC "  bi"s°»  d--«°chl°ss-s  soll-»
        <pb n="471" />
        464

theilen  und  setzte  ein  Kapital  von  25,000  Thlr.  ans,  von  deren  Zinsen ­
  jährlich  eine  oder  zwei  Töchter,  welche  sich  nach  jüdischem  Ritus
verheirathen,  unbescholten  sind  und  die  Verwandtschaft  mit  dem  Stifter
und  dessen  Ehegattin  Jette  geb.  Joseph  Liepmann  nachweisen,  ausgestattet ­
  werden  sollen.  Die  Bestimmung  hierüber  bleibt  den  Kuratotoren
  der  Stiftung  (1842  Raphael  Heinemann  und  S.  L.  Jakob)
vorbehalten.
Meyer  Markwald,
Kaufmann  (sin  Berlin  1840)  setzte  1000  Thlr.  in  Pfandbriefen  aus,
deren  Zinsen  jährlich  an  arme  Personen  aus  der  Familie  des  Testators ­
  als  Unterstützung  vertheilt  werden  sollen.  Die  Bertheilung  selbst  ist
dem  Ermessen  der  Vorsteher  der  jüdischen  Gemeinde  in  Berlin  überlassen. ­

Marpergersches  Stipendium,
eine  alte  Stiftung  bei  der  Universität  Halle-Wittenberg,  von  der  Wittwe
des  Professors  Dr.  Vater,  geb.  Marperger  mit  1000  Thlr.  für
einen  Studirenden  evangel.-lntherischer  Konfession  aus  dem  Marperger ­
  schcn  Geschlecht  auf  drei  event,  für  einen  zur  philosophischen  Fakultät ­
  gehörigen  Privat-Docenten,  der  keine  andere  genügende  Unterstützung ­
  hat,  oder  für  einen  unbemittelten  studiosus  theologiae  auf  2
Jahre  begründet  (Koch  1.  446).  Vgl.  V  ate  rsche  Stiftung.
MarquardtscheS  Legat.
Kapital  200  Thlr.  Die  Zinsen  mit  10  Thlr.  werden  zur  Unterstützung
von  Armen  in  der  Stadt  Krossen  verwendet.
v.  Marsch  all  scher  Fonds.
Eine  Stiftung  bei  der  Universität  Halle-Wittenberg.  Levin  Adolph
v.  Mar  sch  all  aus  Altengottern  lcgirte  10,630  Thlr.  zu  einem  Freitisch ­
  für  zehn  Studirende  (5  Theologen  und  5  Juristen).  Die  Kollation ­
  steht  den  Professoren  der  Wittenberger  Stiftung  zu;  der  Gcschlechtsälteste
  derer  v.  Marschall  hat  5  junge  Leute  zu  präscntiren,  die
vor  Andern  znm  Genusse  zugelassen  werden  können  und  sollen.  Thüringer, ­
  und  Söhne  der  Einwohner  von  Altengottern  haben  den  Vorzug.
Anstatt  des  Freitisches  wurden  im  Jahre  1838  (Koch  I.  446)  14  Stipendien ­
  à  50  Thlr.  (7  für  Theologen  und  7  für  Juristen)  vertheilt,
v.  Marsch  all  scheS  Stipendium,
bei  der  Universität  Halle-Wittenberg,  gestiftet  von  Johann  Adolph
v.  Marschall  ans  Altengottcrn  für  einen  Theologen  mit  1000  mfl.
(875  Thlr.)  Es  wird  von  den  nächsten  männlichen  Anverwandten  des
Stifters  zunächst  an  Söhne  der  Gerichts-Eingesesienen  des  Kollators
auf  6  Jahre  verliehen  (Koch  I.  447).
Mart  ens  sches  Legat,
von  dem  gräflichen  Stubcnmaler  Martens  zu  Stolbcrg  am  Harz  (+
1853)  herrührend.  Die  Zinsen  von  1300  Thlr.  sollen  nach  Beendigung ­
  des  daran  haftenden  Nießbrauchs  der  Armen-Schule  des  OrtS
        <pb n="472" />
        465

«àr"«à?-7w»d1ú."^'  "*  bĢ°h°n  fonte,  jura  B-st-n  arra-r
„  .  m  Martersche  Schul-Stiftuna
.°7LK°'  "  W°l°°r°.h  (Stodjem)  h-rrühr-nd.  «api.
Marthas-Hof,
f.  Evangelische  Mägde-Bildungsschulc  rc.
.  2oh.  Heinr.  Martin.
Martin,,We  ;u  @roß,%ofen  (@triegau).
illllliSl
ÍWírsfc  se  u.  ■■  n @t ’  Martins-Hospital  zu  Elten  (Rees).
Martms-Stift  zu  Erfurt,
Z8W8
milden  Beiträgen  aedeckt  Ä"SSkosten  werden  aus  Staatsmitteln  und
Methan  (t  1846)  0irinn ,p cr v  emeritirte  Pastor  Gottfr.  Körner  zu
8000  Thlr.  bestehenden  B^rmögens^^^  *** C  in  etwa
Gegründet  von  WStiftung.
        <pb n="473" />
        pendii.  Letzteres  wird  nur  an  einen  Gymnasiasten  verliehen,  der  das
14.  Lebensjahr  vollendet  hat  und  nach  3  Jahren,  die  er  noch  auf  einem
der  beiden  Gymnasien  verbleiben  muß,  eine  Universität  beziehen  kann.
Die  Stipendiaten  sollen  aus  allen  Preußischen  Provinzen  angenommen
werden,  müssen  ihr  sittliches  Verhalten  und  ihre  Qualifikation  zum
Studiren  nachweisen,  und  ihre  Studien  (Theologie,  Jura,  Medizin)
auf  einer  erlaubten  Universität  machen.  Unter  gleich  qualifizirten  Bewerbern ­
  haben  diejenigen  den  Vorzug,  die  in  Rathenow  oder  im  Ländchen
  Friesack  geboren  sind.  Die  beiden  Schul  -  Stipendien  betragen
jährlich  je  90  Thlr.,  jedes  der  Universitäts-Stipendien  jährlich  250  Thlr.
Die  Kollation  steht  dem  Kirchen-Ministerio  (Propste)  zu  St.  Petri  und
zwei  Kammergerichtsräthen  (im  Jahre  1861  Grein,  Mannkopf)  zu.
Maskowscbes  Bermächtniß  zu  Gtttzkow,
von  dem  1837  zu  Gützkow  t  ehemalige  Pächter  Maskow  herrührend.
Er  vermachte  der  Stadt  2000  Thlr.  unter  der  Bedingung,  daß  die
Zinsen  zu  irgend  einem  guten  Zwecke  der  Stadt,  nach  dem  Ermessen
des  Magistrats,  verwendet  würden.
Karoliue  Louise  Ma  ss  Ute,
(t  1853  zu  Berlin)  vermachte  dem  dortigen  großen  Friedrichs-Waisenhause ­
  zwei  Kapitalien  und  zwar  a)  eins  von  3000  Thlr.  zu  dem
Zwecke,  um  nach  dem  Grundsätze  der  „Stiftung  vom  17.  Rovcmber
1822"  (s.  d.)  jährlich  zwei  im  Waiscuhause  erzogenen  Mädchen  von
guter  sittlicher  Führung  eine  Prämie  von  50  Thlr.  zu  Theil  werden
zu  lassen,  welche  denselben  bei  ihrer  dereinstigcn  Verhcirathung,  jedoch
erst  nach  zurückgelegtem  25.  Lebensjahre,  im  Fall  ihrer  Nichtverheirathung
aber  erst  nach  zurückgelegtem  30.  Lebensjahre  sammt  deren  Zinsen  zu
zahlen  ist.  Die  Zinsen  sollen  von  der  jährlichen  Zusicherung  ab  aufgesammelt ­
  werden;  b)  eins  von  2500  -tchlr.  mit  der  Maßgabe,  datz
von  den  Zinsen  desselben  nach  dem  Ableben  einer  (zu  deren  Genuß ­
  berufenen)  Person  eine  dritte  Prämie  von  50  Thlr.  gegründet
werde.  S.  Nikolaus-Bürger-Hospital.
Mathilden.  Stiftung,
s.  Bethgesche  Stiftung.
Ma  thy,
Kaufmann  zu  Danzig  (+  1764)  begründete  dort  einen  Fonds  zur  Bezahlung ­
  des  Schul-Unterrichts  und  der  Bekleidung  für  12  Knaben  und
12  Mädchen  katholischer  Konfession.
Mat  thi  aö  -  Hospital  zu  Löwenberg.
1475  gegründet,  1861  in  das  erworbene  Pastor  Karbeschc  Haus  verlegt. ­
  Die  Einnahme  betrug  in  den  letzten  Jahren  3400,  die  Ausgabe
2100  Thlr.  :  untergebracht  waren  im  Hause  26  Personen,  welche  hier
vollständigen  Unterhalt  erhielten.  Erkrankte  Hospitaliten  werden  in  das
Krankenhaus  aufgenommen.
        <pb n="474" />
        467

30*

Mattiller  Fürste,isteincr  DarlehnS  Fonds.
UKWZZM
170 ,  M-dinm!ch.chirurg„ch.  Shtml«  (tir  zu  8,„in.
ZMETWA
Vl'Z  Ģleveu  des  eben  gedachten  Instituts,  zu  den  Bencfizien  zuenilnio
 1 ®?'  ^  ^  fi'mften  Studienjahre  in  der  Charit«
das  leniti  %  welche  gletchzetttg  die  Universität  besuchen,  ist
oas.penkelsche  Stipendium  (s.  d.)  bestimmt.  '
Medicinisch  chirurgische«  Friedrich  Wilhelms-Institut  zu  Berlin
«»»

iHpil
ebenfalls  aufgenommen^  ®° L ion f, a,rö  werden  m  beschränkter  Zahl
zu  bestreiten.  Ausa.-^i^^"  ^ber  ihre  Bedürfnisse  aus  eigenen  Mitteln
Ausbildung  aus  Staatàş^.^  E?"  erhalten  zu  ihrer  medizinischen
auch  das  Henkel  sche  Reisegelder.  Zu  diesem  Zwecke  besteht
meyer  1813  der  Aàl^àn'Ä'.  ferner  legirtc  Dr.  Rosengelbem
  bewilligt  werden  ^O.^hlr.,  deren  Zinsen  jährlich  zu  Reisedas
  Gärckesche  Prämicnşca^'î^"'  bestehen  noch  bei  der  Anstalt:
1809  gegründet  Nn„  ^  ñat  von  den  oberen  Militair-Aerzten  Berlins
ŞZUWM
        <pb n="475" />
        468

-  von  dem  180%  t  Regiments  -  Chirurgus  Harbicht  zu  Königsberg  i.
Pr.  mit  2000  Thlr.  dem  Direktor  der  Anstalt  zur  Disposition  gestellt; ­
  8)  das  Hähnelsche  Legat,  vom  Regiments-Chirurgus  Hähnel
bei  der  Artillerie  in  Breslau  der  Anstalt  vermacht,  Kapital  500  Thlr.;
4)  das  Caspersche  Legat  von  1000  Thlr.,  aus  dessen  Zinsen  jährlich
ein  Preis  an  würdige  Eleven  vertheilt  wird.
Meerkatz  sches  Stipendium  zu  Wittstock,
von  dem  Rathsverordneten  Meerkatz  1638  mit  650  Thlr.  für  Verwandte ­
  der  Familie  begründet.
Johann  Matthias  Valentin  Me  er  schütz,
Polizei-Kommissarius  und  Stadtverordneter  zu  Berlin  (t  1794)  vermachte ­
  dem  dortigen  Glaser-Gewerk  10,000  Thlr.:  die  Zinsen  sollen
jährlich  an  die  jedesmal  vorhandenen  verarmten  oder  sonstigen
Glaser-Meister  und  deren  Wittwen  zu  gleichen  Theilen  vertheilt  werden.
Die  Meister  müssen  in  der  Glaser-Innung  des  Orts  gelernt,  als  Gesellen ­
  dort  gearbeitet  und  das  Meister-Recht,  nicht  gezwungen,  erlangt
haben.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  steht  dem  Glusergewerk  mit
Zuziehung  des  Gewerks-Assessors  zn  (Lisco  S.  151).
Mehlersches  Armen  Institut  zn  Ellrich.
Es  unterstützt  jährlich  20  Personen  mit  etwa  325  Thlr.
Fritz  Meier  sche  Stiftung  zu  Schwedt,
begründet  von  dem  am  7.  August  1761  f  Rentier,  früheren  Kaufmann
Ernst  Meier,  welcher  sich  und  seinem  vor  ihm  t  Sohn  Fritz  ein
Andenken  dadurch  stiftete,  daß  er  die  Stadt  zur  Erbin  seines  ganzen
Vermögens  von  ca.  75,000  Thlr.  einsetzte,  mit  der  Bedingung,  daß
diese  Stiftung  Fritz  Meier  sche  Stiftung  für  ewige  Zeilen  heißen
und  die  Zinsen  des  unangreifbaren  Kapitals  zu  milden  Zwecken  verwendet ­
  werden  sollten.
Meier-M  eißnersche  Stiftung  zu  Köpeicick.
Die  Zinsen  eines  Kapitals  von  1000  Thlr.  ;  sollen  jährlich,  wenn  bedürftige ­
  Prediger-Töchter  einer  der  beiden  Pfarrstellen  zu  Köpenick  vorhanden ­
  sind,  der  bedürftigsten  von  ihnen  zufließen  sollen.  Ist  keine  solche
vorhanden,  so  werden  die  Zinsen  inzwischen  zum  Kapital  geschlagen,
v.  Meineckesches  Vermächtnis;,
im  vorigen  Jahrhundert  von  dem.  Hauptmann  Joachim  Moritz  v.
Meinecke  zu  Cunow  (Saatzig)  mit  600  Thlr.  gestiftet.  Die  Zinsen
sollten  den  Armen  seines  Antheils  in  Cunow  zufallen.
Verein  Meisterschaft  zu  Köln.
1837  gestiftet.  Er  unterstützt  verschämte  Arme  und  zurückgekommene
Handwerker  durch  Darlehne  und  hat  etwa  160  Mitglieder.  Die  Geldmittel ­
  werden  durch  Eintrittsgelder  und  Jahresbeiträge  der  Mitglieder
aufgebracht.
        <pb n="476" />
        469

Melaten-Armen-Stiftung  zu  Rees
MŞŞZ
Melrorations-Fonds  für  die  Neumark.
888KW
Meliorations-Fonds  für  die  Paderborn  Corvevschen  Kreise
Der  Bestand  belief  sich  Ende  1863  auf  14,800  Thlr.
Meliorations-Fonds  für  die  Provinz  Pommern  (mit  Ausschluß  des  Regierunas-_
  bezirkS  Köslin).
Meliorations-Fonds  für  die  Provinz  Preußen.
mp
2m  rf  vr  Dtelwrations-Fonds  für  die  Rhein-Provinz.
a»Sf  lN"M'st°ndische»  Fonds  ist  noch  dem  S.n.u.  -°m
di°  Fördrrung  l-nd  und'  şiàdisch-  Gcschg-bung  ©.  443)
Wegebauteu  in  bedürftig  -  ^  şorstwirthschaftlicher  Meliorationen  und
Währung  von  Darlelin^«"'  legenden  der  Rhein-Provinz  durch  Gezahlungsbedingunqen
  Der^  9cri ”Ö c  Zinsen  und  günstige  Rückmmmsí

.......
        <pb n="477" />
        470

von  der  K.  Regierung  zu  Köslin  verwaltet,  gewährt  Darlehne  für
Meliorationszwecke,  Prämien  für  Flachskultur,  Seidenbau  rc.  Das
Kapital  belief  sich  1863  auf  345,000  Thlr.,  unter  diesen  32,000  baar
und  292,000  in  außenstehenden  Forderungen.
Frau  v.  Mellentin,
Friederike  Ernestine  geb.  v.  Wentzky,  verw.  Majorin  (t  1860)  setzte
den  Gemeinden  Nieder-Lobendau  und  Gassendorf  (Goldberg)  zusammen ­
  ein  Vermächtnis  von  1000  Thlr.  aus,  dessen  jährliche  Interessen ­
  unter  die  Aermsten  der  Gemeinde  vertheilt  werden  sollen.
v.  Mellinsche  Stiftung.
Erbsälzer  Frhr.  Joseph  v.  Mellin  zu  Werl  (t  1837)  verordnete  letztwillig ­
  die  Errichtung  einer  Verpflegungs  -  Anstalt  für  arme  Knaben
(Waisen  oder  solche,  deren  Eltern  sie  nicht  zu  ernähren  vermögen)  auf
seinem  Gute  Uffeln  bei  Werl.  Es  sollten  in  diese  Anstalt  vorzugsweise ­
  alle  in  Soest  und  in  der  Soestcr  Börde,  desgleichen  in  der
Stadt  und  dem  Amte  Werl  von  daselbst  angesessenen  Eltern  erzeugte
Knaben  oder  daselbst  gefundene  männliche  Findlinge  aufgenommen  werden. ­
  Die  Kinder  sollen  in  der  Anstalt  genährt,  gekleidet,  unterrichtet
und  überhaupt  so  lange  verpflegt  werden,  bis  sie  selbst  ihren  Unterhalt ­
  verdienen  können.  Hauptzweck  des  Instituts  ist,  tüchtige  Ackerbauer ­
  zu  erziehen;  doch  soll  dabei  kein  Zwang  herrschen,  sondern  die
Kinder,  welche  sich  zu  solcher  Beschäftigung  nicht  eignen  oder  keine
Neigung  dazu  haben,  sollen  zu  anderen  für  sie  passenden  Gewerben
angeleitet  werden.  Die  Oberaufsicht  führt  der  Staat  durch  den  Ober-Präsidenten;
  die  unmittelbare  Leitung  des  Instituts  ist  der  Gesammtheit ­
  der  zum  Provinzial-Landtage  berufenen  Abgeordneten  der  Ritterschaft, ­
  der  Gesammtheit  der  Erbsälzer  zu  Werl,  und  der  Gesammtheit
der  Salzbeerbten  zu  Sassendorf  in  der  Art  übertragen,  daß  jede  einen
Deputirten  zu  diesem  Ende  ernennt,  diese  drei  Deputirte  ein  Kollegium
bilden  und  durch  Stimmenmehrheit  einen  Vorsitzenden  wählen.  Zur
Errichtung  dieses  Instituts  bestimmte  der  Stifter  sein  ganzes  Vermögen ­
  mit  einem  jährlichen  Ertrage  von  etwa  30,000  Thlr.  Die
zunächst  mit  dem  Nießbrauch  bedachte  Wittwe,  geb.  Freiin  v.  Für  sten  b  er  g,
später  wieder  verehelichte  Gräfin  v.  L  0  6,  schenkte  der  auf  dem  Gute  Uffeln
gegründeten  Stiftung  zur  Errichtung  einer  Verpflegungs-Anstalt  fürarme
  Knaben  887  Thlr.  und  vermachte  ein  Kapital  von  5680  Thlr.
zur  Einrichtung  des  Erziehungs-Instituts  und  Erbauung  einer  Kapelle
bei  demselben  (1864).  Vgl.  v.  Zumbroich-Mellinsche  Stiftung.
Mende  sche  Vermächtnisse.
Die  Gebr.  Julius  Moritz  und  Eduard  Mende  zu  Frankfurt  a.  O.
schenkten  1853  dem  Vorstande  der  dortigen  Synagogen-Gcmeinde  200
Thlr.  als  Fonds  zur  Gründung  eines  jüdischen  Waisenhauses.  —
Banquier  Levin  Mende  (t  1857)  hinterließ  die  Bestimmung,  daß  auf
sein  in  Frankfurt  gelegenes  Grundstück  a)  ein  mit  5  pCt.  zu  verzinsendes
Kapital  von  1000  Thlr.  und  b)  eine  jährliche  Rente  von  50  Thlr.
zu  wohlthätigen  Zwecken  für  die  Synagogen'Gemeinde  eingetragen  wer-
        <pb n="478" />
        471

Erben  des  Levin  Mende  erhöhten  das  Kapital  von
1000  auf  1500  Thlr.
0  c  .  _  Mende-Stiftung  ,u  Äönigshtttte.
WUW8
M  e  n  d  e  l  s  s  o  h  n  sche  Waisen-Erziehungs-Anstalt.
zum  Andenken  Moses  Mendelssohns  an  deffen  lOOjähriqem  Geburtstag ­
  den  10.  September  1829  errichtet  und  1836  ins  Leben  qetreten.
  Sie  hat  den  Zweck,  für  den  Unterhalt  und  die  Erziehung  armer ­
  Waisen  beiderlei  Geschlechts,  welche  der  jüdischen  Gemeinde  zu
Berlin  angehören  und  ehelich  erzeugte  oder  gesetzlich  legitimirte  Kinder
sind,  zu  sorgen.  Es  können  Waisen  von  ihrer  Geburt  an  bis  zum  zuruckgclegten
  1  Oten  Lebensjahre  aufgenommen  werden,  und  sie  bleiben  in
;  .  àstalt  bis  nach  zurückgelegtem  14ten  Jahre.  Die  Anstalt  ist  auf
sreiwllllge  Beiträge  und  Geschenke  begründet,  und  hat  die  Rechte  einer
moralischen  Person.  Die  Zöglinge  werden  geeigneten  jüdischen  Famiuen
  zur  Erzlehung  und  Verpflegung  anvertraut  und  genießen  den  entsprechenden ­
  Schul-Untcrricht;  die  Knaben  sollen  in  der  Regel  zu  Handwerken,
  die  Mädchen  zum  häuslichen  Dienst  erzogen  werden.  Die  Verit
  ei ”', m  9  Personen  bestehenden  Kuratorium  übertragen,
der  Mschen  Gemeinde.  Mitglied  der  Wahl-Versammlung  zur  Wahl
des  Kurator,,  ist  jeder  Einwohner  Berlins,  welcher  mit  einem  Male
100  Thlr.  oder  mehr  beigetragen  hat,  oder  jährlich  10  Thlr.  und
«.î^tnbmrt.  Vermächtnisse  von  Bedeutung  wurden  der  Anstalt
mh^OOoW  î^lpp'ne  ^'eßmann,  geb.  Bernsdorf  (f  1838)
MMssşiKķ
        <pb n="479" />
        472

Folge  durch  Zinsenzuwachs  vermehrt  und  das  Krankenbett  ist  auf  das
Klinikum  in  der  Ziegelstraße  Übetragen  worden.
Paul  Mendelssohn-Bartholdy,
Kommcrzienrath  zu  Berlin,  überwies  aus  dem  Ertrage  der  von  ihm
herausgegebenen  Rcisebriefe  seines  f  Bruders,  des'  General-Musik-Direktors,
  500  Thlr.  dem  Friedrichs-Stifte  (s.  d.)  mit  der  Bestimmung, ­
  daß  das  Kapital  als  eiserner  Bestand  im  Stifts-Vermögen  aufzubewahren, ­
  und  der  auskommende  Zinsertrag  zu  den  Zwecken  der
Anstalt  zu  verwenden  sei.  Das  Kapital  wird  in  den  Rechnungen  der
Anstalt  unter  der  Bezeichnung:  „Felix  Mcndelssohn-Bartholdy-Stiftung"
gesondert  fortgeführt.  In  gleicher  Weise  wendete  der  Geschenkgebcr
ans  dem  Ertrage  jener  Reisebriefe  dem  Elisabeth-Kinder-Hospital  (s.  d.)
;&amp;gt;00  Thlr.  zu,  welches  Kapital  unter  der  Bezeichnung  „Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung"
  der  Unterstützungskasse  für  verdiente  und
pflichtgetreue  Pflegerinnen  einverleibt  wurde.
Menesche  Legate.
Alte  Stiftungen  bei  der  Universität  Halle,  von  dem  Konsistorialrath
und  Hofprcdiger  Mene  zu  Aurich  herrührend;  Kapital  a)  ursprünglich ­
  -3000  Thlr.,  deren  Zinsen  für  drei  arme  Studirende  der  Theologie
bestimmt  sind.  Zunächst  sollen  Bremer,  dann  Ostfriesische  und  Harlinger
  Landeskinder  den  Vorzug  genießen,  und  die  Stipendiaten,  welche
jedoch  drei  Jahre  auf  der  Universität  Halle  fleißig  studircn  müssen,  das
Stipendium  vier  Jahre  genießen  können.  Das  Stammkapital  hat  bedeutende ­
  Verluste  erlitten,  war  aber  1838  wieder  auf  2632  Thlr.
gebracht;  b)  ursprünglich  600  Thlr.,  im  Jahre  1838  bis  auf  1530
Thlr.  vermehrt.  Die  Zinsen  sollen  an  arme  Studirende  der  Theologie ­
  vertheilt  werden,  welche  auf  der  Universität  Halle  sich  befinden.
(Koch  I.  442.)
Rosalie  Menzel,
(t  zu  Breslau  1864)  setzte  3000  Thlr.  zu  einer  besonderen  Stiftung
mit  der  Bestimmung  aus,  daß  die  Zinsen  an  unverheirathet  gebliebene
unbescholtene  Damen  im  Alter  von  mehr  als  40  Jahren  vertheilt  werden ­
  sollen.  Die  Verwaltung  der  Stiftung,  sowie  die  Bestimmung  der
zu  berücksichtigenden  Damen  soll  dem  Fürstbischof  zu  Breslau  allein
und  unter  Ausschluß  aller  andern  Behörden  zustehen.  Die  Stiftung
hat  unter  dem  24.  Juni  1864  mit  Vorbehalt  des  staatlichen  Oberaufsichts-Rechts
  die  landesherrliche  Genehmigung  erhalten.
Karl  Siegst.  Menzendorff,
Ackergutsbesitzer  und  Ortsschulze  in  Groß-Holzhausen  (Ostcrburg)  schenkte
(1862)  der  Schule  zu  Crüden  ein  Kapital  von  100  Thlr.  Gold,  indem
er  die  Zinsen  zur  Bezahlung  des  Schulgeldes  für  arme  Kinder  bestimmte. ­

v.  Merckelsche  Stiftung,
von  den  Stadt-Behörden  zu  Breslau  1845  bei  Gelegenheit  des  Ausscheidens ­
  des  Ober-Präsidenten  v.  Merckel  ans  dem  Staatsdienste
        <pb n="480" />
        473

of ä  1flo .  Ä . e  Mesekausches  Stipendium.
Karl  Friedrich  Methner.
ŞWAWM
ZL8W8
_  w  Nikolaus  Mede  sins.
8SMMZ
.  v.  Mevlttöscheö  Stipendium.
Zi"'-»  "  °rmn7ñ.°^°  ( J 644)  &amp;lt;!0 °  f-  d-mil  °°n  den
Sat. btt  SomWt -
geb.  Eckert  ru  Maad!b""  ^"sabeth  Meyer,
Magdeburg  z«.  ' ŗ  ' c  ,f  Zur  Zeit  der  Armen-Deputation  in
        <pb n="481" />
        474

Hirsch  Meyer,
ut  Blesen  (t  1822)  und  seine  Gattin  vermachten  der  Synagoge  zu
Schwerin  a.  W.  1500  Thlr.,  der  Synagoge  zu  Birnbaum  500  Thlr.
und  der  Synagoge  zu  Meseritz  300  Thlr.  Vom  Ertrage  der  Zmsen
sollen  am  Sterbetage  der  Testatoren  jüdische  Arme  der  genannten  Sete
mit  Brot  und  Holz  unterstützt  worden.
Jakob  Abraham  Meyersche  Familien  Stiftung.
Der  1854  in  Berlin  f  Geh.  Kommerzienrath  Jakob  Abrahmn  Meyer  errichtete ­
  eine  Stiftung  durch  Festsetzung  eines  Kapitals,  dessen  Zinsen
in  Beträgen  von  1000  Thlr.  zur  Mitgift  an  bedürftige  und  würdtgc
jüdische  Mädchen  verwendet  werden  sollen,  die  mit  dem  Stifter  oder
dessen  verstorbener  erster  Ehegattin  Betty,  geb.  Ries  verwandt  sind.
Kuratoren  der  Stiftung  waren  im  Jahre  1863  Ad.  und  Jultus  I.
Meyer.
Jacob  Meyersches  Legat.
bei  dem  Synagogen-Vorstande  zu  Königsberg  i.  Pr.  Die  Ztnsen  werden ­
  an  hülfsbedürftige  weibliche  Verwandte  des  Jacob  Meyer  Behufs ­
  ihrer  Ausstattung  vertheilt.
Joel  Wolff  Meyersche  Stiftungen.
Der  Geh.  Kammerzicnrath  Joel  Wolfs  Meyer  zu  Berlin  überwies
1856  der  Akticn-Bau-Gesellschaft  „Alexandra-Stiftung"  5000  Thlr.
als  Geschenk  unter  der  Bedingung  und  mit  der  Mastgabe,  dast  von
den  zu  4  pCt.  zu  berechnenden  'Zinsen  1)  40  Thlr.  an  den  Nationaldank ­
  2)  120  Thlr.  an  die  Alter-Versorgung-Anstalt  der  jüdtschen
Gemeinde,  und  3)  40  Thlr.  an  die  Auer  b  a  chsche  Waisen-Erziehnngs-Anstalt
  als  immerwährende  jährliche  Rente  gezahlt  werden,  die  Mehr-Einnahme
  aus  dem  Kapital  aber  dem  Geschenk-Fonds  der  Baugesellschaft ­
  der  Alexandra-Stiftung  zufließen  soll;  damit  jedoch  dieser  Stiftung ­
  aus  der  Zuwendung  der  möglichste  Vortheil,  überall  aber  Nachtheil ­
  nicht  erstehen  möge,  wurde  derselben  das  Recht  gewahrt,  die  gedachten ­
  Renten  gegen  baare  Zahlung  des  25fachen  Betrages  an  dte
betreffenden  Stiftungen  nach  einer  sechs  Monat  vorher  zu  erfolgenden
Kündigung  ablösen  zu  können.  I.  W.  Meyer  überwies  auch  der
Pischon  scheu  Stiftung  100  Thlr.  zum  eisernen  Fonds.
Lippmaull  Meyersche  Familien-Stiftung,
von  dem  Hof-Agenten  Lippmann  Meyer  zu  Breslau  1814Metztwillig
errichtet  und  beim  dortigen  Stadtgericht  verwaltet.  Das  StiftungsKapital ­
  beträgt  25,000  Thlr.,  von  deffen  Zinsen  2400  Thlr.,  sobald
dieselben  angesammelt  sind,  an  die  Empfänger  aus  den  vom  Stifter
bezeichneten  Familien  zu  zahlen  sind.
Nathanael  Konstantin  Meyersche  Testainents  Stiftnng.
Eine  in  Danzig  bestehende  Stiftung  zur  Unterstützung  armer  Wittwen.
W.  Meyer,  ^
Ackerbürger  zu  Telgte,  vermachte  (1851)  eine  Summe  von  1639  Thlr.,
deren  Zinsen  unter  die  dortigen  Armen  vertheilt  werden.
        <pb n="482" />
        475

Jakob  Meyerbeer,
Michaeli,».  Erziehmigs-  und  A-menM»,-,,  àndsdun
asassss
Michaelis,
ÄÄLMsŗ
Michaelissches  Stipendium.
mmsms
Kaufmann  zn  «n-nik  c»
Poration  ein  Legat  von  iRnn  Lw"  der  dortigen  jüdischen  Korverwendet
  werden  sollen  ^ļşir.,  dessen  Zinsen  zu  milden  Zwecken
ner  und  seiner  Ehefrau  Bermi'  bc0  Kirchspiels  zunächst  aus  sei-^
  "  Verwandtschaft  zu  unttrstützkn.
        <pb n="483" />
        476

Gräflich  MielzynSkisches  Legat,
zur  Unterstützung  alter  hülfsbedürftiger  Personen  der  Kirchspiele  Kaminiec,
  Groß-Lecka,  Wilichowo  und  Prochy  im  Kreise  Buk.  Kapital
700  Thlr.  Die  Verthejlung  der  Zinsen  erfolgt  durch  die  katholischen
Geistlichen.
Graf  Nikolaus  Mielzynskische  Armen-Ştiftnng.
Der  Fonds  besteht  in  175  Thlr.,  welche  auf  einem  Grundstücke  zu
Ujaczd  (Bnk)  hypothekarisch  eingetragen  sind  und  deren  Zinsen  an  Arme
vertheilt  werden.
Mieths-Unterstiitznngs  Gesellschaft  (Oche]  JesohaHm)  zu  Berlin.
Ein  altes  Institut  der  jüdischen  Gemeinde,  das  seine  Einnahmen  aus
milden  Beiträgen,  Geschenken,  Legaten  rc.  bezieht.  1852  bestand  der
Fonds  in  1600  Thlr.  und  wurde  derselbe  durch  ein  Legat  von  Ş.
Hirsch  um  1350  Thlr.  vermehrt.
Milde  Stiftung  für  Personen  aller  Glaubens-Bekenntnifle  zu  Breslau.
Die  Errichtung  derselben  wurde  von  Jonas  Frankel  (s.  d.)  angeordnet. ­
  Die  Anstalt  ist  mit  einem  Kapital  von  25,000  Thlr.  dotirt,
1847  mit  beschränkten  Korporations-Rechten  versehen,  und  steht  unter
Aufsicht  des  Staats.
Militair  Bade-Institut  zu  Teplitz.
Eine  Stiftung  König  Friedrich  Wilhelms  III.  Seit  1864  läßt  das
Kriegs-Ministerium  auch  diejenigen  bereits  entlassenen  Mannschaften,
welche  während  ihrer  aktiven  Dienstzeit  sich  ein  Leiden  zugezogen  haben,
das  nach  militair-ärztlichem  Ausspruch  durch  dep  Gebrauch  der  Teplitzer
  Bäder  beseitigt  werden  kann,  je  nach  den  Raumverhältuissen  des
Instituts,  kostenfrei  in  daffelbe  aufnehmen;  solche  Mannschaften  sollen
für  Rechnung  des  heimathlichen  Landwehr-Bataillons  mit  chargcmäßigcr
Löhnung  re.  in  derselben  Weise  versehen  werden,  als  wenn  sie  noch  in
Reih  und  Glied  ständen.
Militair-Knaben-Erziehungs-Jnstitut  zu  Annaburg  (Torgau).
Eine  Staats-Anstalt,  in  welcher  Soldatcn-Knaben  militärisch  erzogen,
einzelne  zu  Hautboisten  ausgebildet  werden.  1861  enthielt  das  Institut
«  387  Zöglinge.  Die  Gesuche  um  Aufnahme  sind  an  die  Direktion  der
Anstalt  zu  richten.
Militair-Kurhans  zu  Laudeck.
Eine  noch  im  Entstehen  begriffene,  in  Veranlassung  des  dänischen  Krieges ­
  von  einem  Eomite  aus  milden  Beiträgen  hergerichtete  Anstalt,  die
von  der  Frau  Protektorin,  der  Prinzessin  Karl  von  Preußen,  den
Namen  „Prinzeß-Maria-Stiftung"  führt.  Der  Grundstein  ist  am
3.  August  1865  gelegt.  Die  Kommune  Landeck  gewährte  den  in  der
Nähe  der  Bäder  gelegenen  Bauplatz  tut  Werthe  von  2800  Thlr.  und
die  Kommnnal-Behörden  bewilligten  nicht  blos  den  erkrankten  Soldaten
bis  zum  Feldwebel  aufwärts,  sondern  auch  den  Subaltern-Offizieren
die  unentgeltliche  Benutzung  der  Bäder  und  sonstigen  Kurmittel  für  ,
        <pb n="484" />
        477

.  Mllrtalr-MLdchen.Waisenhaus  zu  Pretzsch
KZTMM
Militalr-Walsenhaus  zu  Potsdam
AKVUKZZZZ
âitarrdlenste  geboren  sind)  zugewendet  werden,  bestehen:  in  der  Auf-■

Gesuch  als  berücksichtiaunà,,.^  "°^lgeu  Bewclsstücken  eingegangene
in  bestiuimten  Sätzen  nack  ^ļannt  ist.  Das  Wegegeld  erfolgt
litauischen  Verdienstlickkeit  hi  ï  ‘  bcr  Militair-Charge  und  der  nnmilk
  «18  ein  B-itr°g  ,'u  d-n  unb  bct  d°r  F-.
Bekleidung  der  Kinder  und  ^"senden  Kosten  für  btc  Ernährung  und
MMSW
        <pb n="485" />
        478

Unterbringung  der  Militair-Warsen  in  den  Erziehungs-Anstalten  oder
auf  Bewilligung  eines  Pflegegeldes  sind  an  das  Direktorium  des  Potsdamschen
  großen  Militan-Waisenhauses  zu  Berlin  unter  Einsendung
der  entsprechenden  Papiere  zu  richten.  Im  Jntereffe  der  Waisen  liegt
es,  daß  die  ersten  Anträge  in  der  Regel  für  die  Kinder  der  im  aktiven
Dienste  f  Unteroffiziere  und  Soldaten  —  sofort  nach  dem  Ableben
des  Vaters  von  desten  Truppentheile  formirt  —  durch  die  Militair-Jntendanturen,
  für  die  Kinder  der  nach  ihrer  Entlastung  aus  dem
aktiven  Dienste  f  Militairs,  in  den  Städten  von  den  Magistrates,  auf
dem  Lande  von  den  Landraths-Aemtcrn  oder  auch  von  denjenigen  Behörden, ­
  bei  welchen  die  verstorbenen  Väter  angestellt  waren,  an  das
Direktorium  in  Berlin  gerichtet  werden.
Gottfr.  Sam.  v.  MiloSzewöki,
Pensionitter  Hauptmann  (t  1796)  vermachte  der  Akademie  der  Wistcnfchaften
  ein  Legat  von  1000  Thlr.,  dessen  Zinsen  zur  Untersuchung
philosophischer  Wahrheiten  verwandt,  nnd  solchen  Gelehrten  zufließen
sollen,  die  sich  darum  verdient  machen.  Der  Preis  beträgt  in  der
Regel  100  Dukaten.
Karl  Barth.  Minderjahn,
Wcltgeistlicher  zu  Cornely-Münfter,  Bénéficiât  des  Kreuz-Altars  bei
der  dortigen  Pfarrkirche  (f  1880),  vermachte  den  Armen  der  ehemaligen
Reichs-Abtei  Cornely-Münster  (den  jetzigen  Bürgermeistereien  Eornely-Münster,
  Wallheim,  Büsbach  und  Brand)  Kapitalien  und  Renten  im
Werthe  von  2674  Thlr.  zur  Ausspendung.
J.  G.  Mirbach,
Kaufmann  zu  Magdeburg,  übereignete  1861  dem  Magistrat  200  Thlr.,
um  die  Zinsen  davon  alljährlich  am  17.  Juni  (dem  Geburtstage  seiner
1861  s  Tochter  Emilie)  einer  bedürftigen  und  würdigen  Schülerin  der
Volks-Schule  als  Belohnung  zu  verleihen.
Mit  sch  el  Hill  scher  Stipendien-Fonds  z»  Königsberg.
Von  Frau  Anna  Sophie  Mitfchelhill  für  dort  studirende  reformirte
  Theologen  gestiftet  und  von  dem  Kirchen-Kollegium  der  Burg-Kirche
  verwaltet.  Das  Kapital  besteht  in  2750  Thlr.,  von  dessen
Zinsen  jährlich  2  Studirende  je  65  Thlr.  erhalten.
MöhlerscheS  Stipendium.
von  jährlich  224  Thlr.,  vom  Apotheker  Möhler  zu  Salzwedel  1671
für  Theologie  studirende  Söhne  aus  seiner  Familie  und  in  deren  Ermangelung ­
  für  Prediger-,  Schullehrer-  und  Bürger-Söhne  gestiftet.
Die  Verleihung  steht  dem  Bürgermeister  und  dem  ersten  Prediger  zu
St.  Marien  zu.
M  öl  le  ilbeek  sche  Stiftung  zu  Tangermünde.
Sie  datirt  von  1625,  ist  von  dem  Bürgermeister  Möllenbeck  begründet, ­
  und  hat  einen  Fonds  von  263  Thlr.  Die  Revenuen  werden
        <pb n="486" />
        479

dergestalt  vertheilt,  daß  20  Stadt-Arme  je  15s  Sgr.  und  3  Geistliche ­
  je  4  Scheffel  14  Metzen  Roggen  erhalten.
v.  Möllendorf  fsches  Stipendium  zu  Perleberg.
Eine  alte  Stiftung.  Das  in  Naturalien  begründete  Stipendium  wird
an  Studirende  der  Familie  v.  Möllendorff  auf  unbestimmte  Zeit
von  dem  Besitzer  des  v.  Möllendorffschen  Majorats  vergeben.
Albert  Möllenhoff.
pensionirter  Land-  und  Stadtgerichts-Sekretair  zu  Hamm  (+  1855),
vermachte  dem  Armen-Fonds  zu  Unna  ein  Kapital  von  600  Thlr.',
um  mit  Hülfe  deffelben  eine  Diakonisien-Anstalt  „zur  guten  Pflege
armer  Kranken"  zu  gründen,  oder,  wenn  dies  nicht  geschehen  könne,
die  Zinsen  des  Kapitals  unter  die  Hülfsbedürftigrn  zu  vertheilen.
T.  H.  Möller.
Wittwe  zu  Kupferhammer  bei  Bielefeld  hinterließ  1864  den  Gemeinden  des
Amts  Brackwed'e  1000  Thlr.,  aus  deren  Zinsen  arine  und  verschämte
hülfsbedürftige  Wittwen  alljährlich  um  Michaelis  unterstützt  werden
sollen.
Mogksches  Legat  zu  Saugerhauseu,
für  Kirchen-,  Schul-  und  Armen-Unterstützungen;  Kapital  17,000  Thlr.
Joh.  George  Mohr.
Rentner  (+  1848),  vermachte  der  Gemeinde  Klein-Blittersdorf  (Saarbrücken) ­
  3100  Thlr.  und  bestimmte,  daß  die  Revenüen  davon  zum  Bortheile ­
  der  Wittwen  und  Waisen  und  zur  Erzichmlg  unbemittelter  Kinder ­
  verwendet  werden  sollen.  Seine  Wittwe  geb.  Pasqua  (+  1853)
şitzîe  die  Gemeinde  zum  Universal-Erben  ihres'  Nachlasses  (etwa  2500
jtt)íy.)  ein,  dessen  Erträge  zur  Unterstützung  armer  Wittwen  und
Waisen  verwendet  werden  sollen.

Molinari,
Gutsbesitzer  und  Stadtrath  (t  1831)  vermachte  den  Stiftungs-Fonds
zu  Köln  4000  Thlr.  zu  dem  Zwecke,  um  die  Zinsen  davon  zu  Gunsten ­
  eines  der  Unterstützung  bedürftigen  Individuums  aus  seiner  Berwandtschaft,
  oder  in  dessen  Ermangelung  zu  Gunsten  eines  andern  be-.
  ŗş  îg.ku  hoffnungsvollen  Jünglings  zur  Erlernung  eines  Handwerks,
er f  î"schaften  "ud  Künste  oder  zur  Vervollkommnung  destelben
auf  Reifen  zu  verwenden.

Margarethe  Moll,
zu  Bonn,  hinterließ  (1804)  der  Stadt  Bonn  300  Thlr.,  deren  Zinsen
Bekleidung  armer  Konsirnianden  verwendet  werden  sollen.  In
Verbindung  mit  ihrem  Bruder  Johann  Moll  lcgirte  sie  zu  demselben
Zweck  noch  der  Armen  -  Verwaltung  zu  Oedekoven  600  Thlr.,  der
Armen  -  Verwaltung  der  Bürgermeisterei  Hersel  100  Thlr.  und  der
Stadt  Bonn  200  Thlr.
        <pb n="487" />
        Mondrealsche  Familien  Stiftung,
1819  durch  den  Handelsmann  Georg  Mondreal  zu  Ahrweiler  begründet ­
  und  durch  den  katholischen  Pfarrer  des  Orts  und  zwei  Familienglieder ­
  verwaltet.  Kapital  2925  Thlr.  Die  Zinsen  sind  für  Verwandte ­
  bestimmt  zur  Erlernung  einer  Wissenschaft,  einer  Kunst  oder
eines  Handwerks.
Alphons  Monod,
Rentier  (t  1810)  hinterließ  dem  franz.  Gymnasium  in  Berlin  1000  Thlr.
Zu  vier  Stipendien  à  20,  15,  10,  5  Thlr.  ;  sie  sind  absteigend  für  je
einen  Schüler  der  vier  ersten  Klaffen  bestimmt,  und  werden  jährlich
dem  zugetheilt,  der  über  ein  gegebenes  Thema  die  beste  Arbeit  in  französischer ­
  Sprache  geliefert  hat,  welche  in  den  beiden  ersten  Klaffen  in
Versen  abgefaßt  sein  muß.
Möns  pietatis.
(iiite  Stiftung,  im  Jahr  1696  zur  Unterstützung  reformirter  Prediger
und  Schullehrer  errichtet.  Sie  steht  unter  Verwaltung  des  Ministerii
der  geistlichen  Angelegenheiten  und  hatte  1858  ppr.  21,975  Thlr.  Revetment ­
  davon  wurden  verwendet  5793  Thlr.  zu  Besoldungen  von
Predigern  und  Schullehrern  reformirter  Konfession  in  den  Bezirken
Berlin,  Potsdam,  Frankfurt,  Stettin,  Köslin,  Königsberg,  Gumbinnen
und  Magdeburg;  320  Thlr.  für  das  ev.  Seminar  zu  Köpenick;  150
Thlr.  für  das  Gymnasium  zu  Frankfurt  a.  O.;  825}  Thlr.  Pensioite»
  für  milde  Stiftungen;  570  Thlr.  Veterancn-Gehälter  für  die  14
ältesten  reformirten  oder  unirteli  Prediger  in  den  älteren  Provinzen
diesseits  der  Elbe;  240  Thlr.  zu  Stipendien  und  Unterstützungen  für
Studirendc  der  Theologie;  486,!  Thlr.  zu  außerordentlichen  '  Unterstützungen ­
  an  Geistliche  und  Schullehrer  und  zur  Vermehrung  des  Fonds;
12,843  Thlr.  im  Allgemeinen  für  den  Kultus  und  öffentlichen  Unterricht.
Dr.  Mooren,
Dirigent  der  städtischen  Augcn-Heil-Anstalt  zu  Düsseldorf,  schenkte  1863
der  Stadt  zu  ihrem  Armcn-Fonds  behufs  Erziehung  notorisch  armer
blinder  Kinder  und  einer  Blindcn-Anstalt  2000  Thlr.
M  o  o  tz  scher  Armen-Fondö,
zur  Unterstützung  Hülfsbedürftiger  von  Schöneberg,  Herqenfeld  und
Schweppenhausen  (Kreuznach).  Von  dem  Pfarrer  Moo'tz  (f  1796)
mit  1446  Gulden  begründet;  zur  Zeit  bis  auf  2600  Thlr.  vermehrt.
Die  Verwaltung  steht  der  Armen-Kommission  zu.
M  o  r  a  w  «  kische  Armen-Stiftung.
Die  Rentnerin  Jeanette  Morawski  ¿ u  Wesel  (+  1846)  vermachte
einer  zu  errichtenden  Stiftung  für  unbemittelte  Mädchen  und  Wittwen
höheren  Alters  zwei  Häuser  zum  Werthe  von  400  Thlr.  und  ein  Kapital ­
  von  2000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Verwaltung  der
Stiftung  in  den  Händen  ihrer  Familie  verbleiben  solle.  Im  Jahre
1861  wurden  2  Personen  mit  86  Thlr.  unterstützt.  Vergl.  Agnes-Stiftung.
        <pb n="488" />
        481

Karl  Morc-e,
SNSZS
M  orgenstern,
Mo  fesche  Armen-Stiftung  zu  Zobten
hulssbedurftige,  sittlich  unbescholtene  Einwohner  in  Raten  von  6  bis
8  Tylr.  vertheilt  werden.
Moserscheß  Stipendium,
zum  Andenken  des  1838  in  Berlin  t  Banquiers  Moses  Moser  von
verwandten  und  Freunden  desielben  begründet.  Im  Jahre  1845  beselbst
  wird  ohne  Unterschied  der  Fakultät  an  Inländer  oder  Ausländer
stiüpi
Abraham  Dioses,
M-MLLWL-Henoch
  Mosessche  Stiftung  zu  Rakel.
Büis
WŞSL
Moshövelsche  «Lüftung  zu  ReeS.
E,°  verausgabt  jährlich  170  Thlr.  au  Stipendie».

Prcu'i.  bandi'»».

31
        <pb n="489" />
        482

Aron  Hirsch  Mosner,
Rentier,  schenkte  (1852)  ppr.  2000  Thlr.  dem  Armen-Verbände  der
Stadt  Friedeberg  i.  d.  Neum.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen
zur  Unterstützung  hülssbedürftiger  Personen,  sowie  zur  Erhaltung  solcher ­
  Wohlthätigkeits  -  Anstalten,  welche  nur  durch  freiwillige  Beiträge
bestehen,  verwendet  werden  sollen.
Mott  esche  Stiftung  zu  Saarlouis,
von  dem  Justizrath  Motte  (t  1860)  begründet.  Er  vermachte  den
armen  Handwerkern  der  Stadt  Saarlouis  ein  Kapital  von  15,000  Thlr.
zu  dem  Zwecke,  damit  ihre  Kinder  von  den  Zinsen  Handwerke  erlernen
könnten.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  wird  durch  ein  Kuratorium
geführt,  an  dessen  Spitze  der  Landrath  steht.
Moviussches  Armenhaus,
eine  alte  Hospital-Stiftung  der  Stadt  Stargardt  in  Pommern,  von
dem  Bürgermeister  Joachim  Kaspar  Movius  herrührend.
Mozart-Stiftung,
im  Jahre  1838  bei  Gelegenheit  eines  Sänger-Festes  zu  Frankfurt  a.  M.
begründet,  kommt  sie  auch  preußischen  Staats-Angehörigen  zu  gute.
Sie  bezweckt  die  Unterstützung  musikalischer  Talente  bei  ihrer  Ausbil
dung  in  der  Kompositionslehre  durch  Verleihung  von  Stipendien.
Jünglinge  aus  allen  Ländern,  in  denen  die  deutsche  Sprache  die  Sprache
des  Volkes  ist,  können  diese  Unterstützung  in  Anspruch  nehmen,  wenn
sie  unbescholtenen  Rufes  sind  und  besondere  musikalische  Befähigung
besitzen.  Genügen  Zeugnisse  und  Erkundigungen,  so  wird  der  Bewerber ­
  vom  Ausschüsse  aufgefordert,  seine  musikalische  Befähigung  durch
die  That  nachzuweisen.  Dem  Bewerber  wird  die  Komposition  eines
vom  Ausschuß  bestimmten  Liedes  und  eines  Jnstrumcntalsatzes  übertragen. ­
  Der  Stipendiat  wird  nach  Wahl  des  Ausschusses,  wobei  jedoch ­
  der  Wunsch  des  Schülers  inöglichst  berücksichtigt  werden  soll,  einem
Meister  in  die  Kompositionslehre  zunl  Unterricht  übergeben.  Der  Tag
der  Anmeldung  ist  der  1.  Oktober.
Mtihling  sche  Stiftung,
In  Veranlassung  der  Rettung  des  Königs  Wilhelm  1.  bei  dem  Attentat ­
  in  Baden  von  dem  Besitzer  des  Hôtel  de  Rome  in  Berlin,  Adolf
Müh  ling  1862  mit  einem  Kapital  von  vorläufig  500  Thlr.  gegründet ­
  und  von  dem  Kuratorium  des  Nationaldanks  verwaltet.  Die
Zinsen  werden  zum  Besten  schulpflichtiger  Kinder  von  bedürftigen  Unteroffizieren ­
  der  Armee  verwendet.  Im  Jahre  1865  wurden  80  Thlr.
verausgabt.
Karl  Mllhrerfcher  lliiterstützuugs-Foudö  zu  Greifswald.
Er  beträgt  etwa  2100  Thlr.  und  ist  von  dem  1850  in  Greifswald  f
Kaufmann  Karl  Mührer  in  der  Art  begründet,  daß  zu  dem  Genusse
der  Zinsen  drei  Personen  (zunächst  ans  seiner  Verwandtschaft)  gelangen
sollen,  welche  in  Noth  und  Dürftigkeit  gerathen  sind.  Die  Verwaltung
der  Stiftung  steht  einem  vorn  Magistrat  zu  wählenden  Kurator  zu.
        <pb n="490" />
        Mülheim  jļettwiger  Lehrer-Wittwenkasse.
Ei"  Privat-Jnstitut  für  die  cv.  Lehrer  der  Bürgermeistereien  Mülheim
und  Kettwig.  Die  Jahrcs-Einnahme  beträgt  241  Thlr.;  Ende  1861
war  ein  Vermögen  von  4600  Thlr.  vorhanden.
v.  Müllersches  Bermächtniß.
Der  1857&amp;gt;  Zi-s-nd°rf  im  Großherzogthum  Mrcklenburg-Schwerin
t  lîuļļtn  ?ub»t 3  Chrchtmn  °.  Müller  vermacht«  der  Stad,  t-minenbt
 J  ‘1  3e "  9 i mol,llt '  St°atS.P°pIeren  a)  10,000
Thlr.  ,ur  Berbeffirung  de«  Schuld-Etats  derselben:  M  4Ö00  Tblr.
zum  Besten  der  bedürftigen  Einwohner.
Wilhelm  Müller,
Land-  und  Stadtgerichtsrath  zu  Nordhausen  (ş  1850)  vermachte  n)  dem
Gymnasium  daselbst  zur  Berbesiernng  der  Gehälter  der  Lehrer  und
zur  Verminderung  des  Schulgeldes  1000  Thlr.  und  außerdem  noch
100  Thlr.;  b)  dem  Stipendien-Fonds  3000  Thlr.,  deren  Zinsen  zur
Hälfte  an  Studirende  aus  dem  Gymnasium,  zur  Hälfte  an  Studirende
aus  der  Real-Schule  vertheilt  werden.  Zur  Zeit  kommen  zwei  Stipendien, ­
  eines  mit  70,  eins  mit  60  Thlr.  zur  Verleihung;  c)  der  Real-Şch"le
  1000  Thlr.  zur  Verbesserung  der  Gehälter  der  Lehrer  und  zur
Anschaffung  physikalischer  Instrumente,  außerdem  100  Thlr.;  d)  der
Bürgerschule  300  Thlr.;  e).bcm  Waisenhause  1000  und  500  Thlr.;
l)  dem  Siechhofe  1000  Thlr.  ;  g)  dem  St.  Martins-Stift  zur  Aufnahme ­
  alter  Bürger  1000  Thlr.;  h)  der  Nikolai-Kirche  600  Thlr.;
i  ivT  T-)fs Vmcn ^ C  ĻOOO  Thlr.  ;  k)  der  Armen-Bade-Anstalt  zu  Ems
M  üllerschè  Stiftung  für  arme  Dienstboten  zu  Landeshut,
von  der  Wittwe  des  Stadt-Aeltcsten  Müller,  geb.  Radicke  (f  1839)
herrührend.  Sie  setzte  ein  Legat  von  1000  Thlr.  mit  der  Bestimmung
aus,  daß  von  den  Zinsen  jährlich  fünf  arme  hülflose  Dienstboten  mit
I e .  10  Thlr  bedacht  werden  sollten.  Die  Verwaltung  des  Stiftungs-Ka-Pltals
  ist  dem  Magistrat  überwiesen.
Gustav  Müllersche  Bürger-Stipendien-Stiftung,
n?  r.  er  Ş*àqth  Müllerscher  Sterbekassen  Verein  zu  Memel.
MMZWGZZ
Ntüllersches  Ltipendium  zu  Berlin.
Rentier  Markus  Müller  zu  Treptow  a.  R.  vermachte  1853  dem
Vor  stände  der  jüdischen  Gemeinde  zu  Berlin  5000  Thlr.  in  Pommerschen
  Pfandbriefen  gegen  Uebernahme  der  Verpflichtung  zum  Geschenk,
31*
        <pb n="491" />
        484

Don  ben  Zinsen  a)  zweien  von  ihm  namhaft  gemachten  Rabbinern  jedem ­
  ans  Lebenszeit  jährlich  50  Thlr.;  b)  gewisse  gottesdienstliche  Berrichtungen ­
  erfüllt;  c)  138  Thlr.  einem  gottesfürchtigen  Rabbinats-Kandidaten
  als  ein  Stipendinm  gewährt  würden.  Der  Gemeinde-Vorstand
hat  die  Erfüllung  der  gedachten  Bedingungen  übernommen.
Müllersches  Stipendium  zu  Brandenburg,
von  dem  Bürgermeister  Müller  zu  Brandenburg  (1677)  gestiftet  mit
1000  Thlr.  Gold  für  einen  Studireuden  der  Rechte  auf  drei  Jahre.
Die  Bewerber  müssen  Verwandte  des  Stifters,  in  Ermangelung  derselben ­
  in  Brandenburg  gebürtig  sein.  Die  Kollation  gebührt  dem
Magistrat.
Müllersches  Stipendium  zu  Salzwedel,
1&amp;lt;3.»  von  dem  Raths-Kämmerer  Müller  für  Verwandte,  demnächst
für  stndirende  Söhne  der  Mitglieder  des  Magistrats  und  der  Prediger
an  der  dortigen  St.  Katharinen-Kirche  gestiftet.  Um  das  Jahr  1840
betrug  die  jährliche  Einnahme  des  Fonds  380  Thlr.  Kollator  ist  der
Magistrat.
v.  Münchhansensche  Stiftung  zu  Stendal.
Zur  Unterstützung  von  Wittwen  der  städtischen  Lehrer.  Sie  ist  aus
dem  Jahre  1859,  hat  318  Thlr.  Fonds  und  das  Beneficium  beträgt
12  Thlr.
v.  Münchhausen  sches  Legat,
von  500  Thlr.,  gestiftet  von  der  Frau  Minister  v.  Münchhausen
zur  Verbesserung  der  Schuldienste  in  Straußfnrt  und  Freiwohnung  des
Mädcheulehrers.  Vgl.  Waisenhaus  zu  Straußfurt.
v.  Münch  hau  sen  scheö  Stipendium,
1722  mit  800  Thlr.  von  dem  Dom-Kapitnlar  v.  Münchhausen  gestiftet, ­
  später  auf  100  Thlr.  jährlich  erhöht.  Die  Verleihung  steht
dem  Besitzer  des  Rittergutes  Althaus-  Leitzkau  bei  Geuthin  zu.  Das
Stipendium  wird  von  3  zu  3  Jahren  einem  Schüler  des  Klosters
U.  L.  F.  oder  des  Dom-Gymuasiums  zu  Magdeburg  kouferirt,  jedes
vierte  Jahr  aber  vom  K.  Provinzial-Schul-Kollegium  einem  Kloster-Schüler
  und  einem  Dom-Schüler  je  zur  Hälfte  verliehen.
v.  Mllnchowsche  Stipendien-Stiftung  zu  Neu-Buckow  (Köslin).
Sie  bestand  nach  einer  Notiz  von  1800  damals  in  4000  Thlr.  Kapital, ­
  dessen  Zinsen  ein  Studirender  erhielt.  Die  Verleihung  steht  der
Familie  zu.
v.  Müntzsche  Stiftung.
Zum  Besten  der  Armen  der  Stadt  Kleve.  Kapital  900  Thlr.
Münze  zu  Kleve.
Eine  städtische  Armenverpflegnugs-Anstalt.  Das  Gebäude,  ursprünglich
zu  einem  Armenhause  bestimmt,  wurde  nachher  vom  Fiskus  zu  einer
Münze  erworben  und  erst  nach  Beendigung  des  7  jährigen  Krieges,
        <pb n="492" />
        485'
als  das  Münzen  aufgehört  hatte,  von  König  Friedrich  Wilhelm  II.
im  Jahre  1786  seinem  ursprünglichen  Zwecke  dem  Magistrat  wieder
geschenkt.  -Lic  Anstalt  steht  unter  Leitung  von  barmherzigen  Schwe-Leute
  m  den  städtischen  schulen  verwendet  werden.
M  u  S  k  u  l  u  ö  -  C  r  e  l  l  i  u  ö  sche  Stipendien
êŞSSsHISSî
zugsweisc  bte  Verwandten  der  beiden  Familien  der  Stifter  berechtig-Theologen
  sollen  vor  Juristen  und  Medicinen:  den  Vorzug  haben'
selbst  wenn  sie  dem  Grade  der  Verwandtschaft  nach  ferner  ständen-  von
jeder  der  beiden  Familien  soll  immer  nur  Einer  das  Stipendium  genießen. ­
  Sind  keine  Verwandte  dieser  beiden  Familien  vorhanden,  '  so
können  auch  andere  Verwandte  das  Benefiz  erlangen,  mögen  sie'der
Wissenschaft  oder  Kunst  sich  widmen,  ja  selbst  Fremde,  doch  müsien
diese  Theologen  sein.  Sterben  beide  Familien  gänzlich  aus,  so  sollen
die  Zinsen  den  Prediger-Wittwen  reformirter  Konfession  an  der  Werderschen
  und  Dorothcenstädtischen  Kirche  zu  Gute  kommen.  Die  Stiftung ­
  wird  unter  Aufsicht  des  Kammergerichts  von  zwei  Kollatoren  verwaltet ­
  (Lisco  S.  296).
Museum  für  schlesische  Alterthümer  in  Breslau,
î  besteht  seit  1859  und  ist  durch  einen  Verein  gegründet,  der  300
Mitglieder  zahlt.  Vorstand  Graf  Hovcrden-Plenken.
Museum  Wallraf  »Richartz  zu  Köln.
Den  Grund  zu  demselben  legte  Prof.  Ferd.  Franz  Wallraf  (+  1824)
urdem  er  seine  werthvollen  Sammlungen  der  Stadt  Köln  unter  der
unerläßlichen  Bedingung  übereignete,  „daß  seine  Kunst-,  Mineralien-,
Malerei-,  Kupferstich-  und  Bücher-Sannnlung  zu  ewigen  Tagen  bei
dieser  Stadt  zu  Nutzen  der  Kunst  und  Wissenschaft  verbleiben,  derselben
erhalten  und  unter  keinem  erdenklichen  Vorwände  veräußert,  anders-Í
 UÍ9C í ícat  und  derselben  entzogen  werden  solle.  Das
Mnsik  Verein  zu  Master
5  E-°ñLrLr°un7^há.7ná s,nnc * fiic
Mutter-Gottes-Verein  zu  Ottweiler,
von  dortigen  katholischen  Fraueil  und  Jungfrauen  zu  dem  Zweck  gegestlftet,
  Klrchen-Paramente  und  die  Mittel  dazu  durch  Sammlung  freiwilliger ­
  Gaben  zu  beschaffen.
        <pb n="493" />
        486

MyliusscheS  Stipendium,
von  dem  Magistrat  in  Quedlinburg  zu  verleihen.  Jährlich  50  resp.
30  Thlr.  (Hermes  II.  240).

Nacaten  sche  Stiftung  zu  Gladbach,
von  den  Eheleuten  Urban  Bahnen  und  Helene  Nacaten  1861  begründet.
  Sie  stifteten  3000  Thlr.  Klevisch,  den  kleinen  Zehnten  auf
Baumsfeldt  in  Odenkirchen  und  3  Morgen  Ackerland  vor  dem  Markt-Thor
  in  Gladbach  für  die  Armen,  zu  Messen  und  eine  Portion  von
50  resp.  80  Thlr.  zum  Studiren,  welche  Abkömmlinge  ihrer  Familie
auf  7  Jahre  beziehen  können.  Kollator  ist  zur  Zeit  die  kathol.  Kirchen-Verwaltung
  in  Gladbach.
Dr.  N  ach  ti  g  a  lische  Stiftung.
Or.  pini.  Nachtigall  zu  Berliu  (t  1857)  vermachte  der  Kommune
Halberstadt  2500  Thlr.  in  3{  procentigen  Staatsschuldscheinen  mit  der
Bestimmung,  daß  von  den  Zinsen  a)  die  eine  Hälfte  zwei  in  dem
Waisenhause  oder  Taubstummen-  oder  Blinden-Jnstitute  daselbst  erzogenen ­
  Knaben  oder  Mädchen  bei  deren  Ausscheiden  aus  den  gedachten
Anstalten  in  gleichen  Raten  schriftlich  zugesichert  und  bei  ihrer  Volljährigkeit ­
  nebst  Zinsen  ausgezahlt;  t&amp;gt;)  die  andere  Hälfte  in  gleichen  Theilen
  zwei  zu  deni  Handwerker-Stande  gehörigen  Bürgern  und  Familienvätern ­
  daselbst  als  Unterstützung  bewilligt  wird,  wenn  dieselben  ohne
jhr  Verschulden  in  ihrem  Geschäfte  zurückgekommen  sind,  und  anzunehmen ­
  ist,  daß  ihnen  dadurch  wieder  aufgeholfen  werden  kann.
Nacksche  Armen-Stiftung,
1850  von  dem  Hofbesitzer  Nack  mit  2000  Thlr.  begründet.  Die
Stiftung  wird  von  dem  evang.  Pfarrer  in  Altfelde  (Marienbnrg),  von
den  Schulzen  und  den  Schul-Vorstehcrn  der  Dorfschaften  Altfelde  und
Reichfelde  lediglich  nach  ihrem  Gewisicn  verwaltet.  Von  den  Zinsen
soll  der  jedesmalige  ev.  Pfarrer  zu  Altfelde  30  Thlr.  unter  der  Bedingung ­
  erhalten,  daß  er  sämmtlichen  armen  Kindern  des  Kirchspiels
Altfelde  freien  Religions-Unterricht  ertheile,  dieselben  unentgeltlich  konfirmire,
  auch  für  dieselben  die  Kirchen-Visitationsgebühren  berichtige
Der  Ueberrcst  soll  nach  den  Bestimmungen  der  Stifts-Vcrwaltnng  dazu
verwendet  werden,  die  Schulbeiträge  der  armen  Schulkinder  an  die
ev.  Lehrer  zu  Altfelde  und  Reichfelde  zu  berichtigen,  die  Schnlbedürfnisse
  und  Lehrmittel  für  die  armen  Schulkinder  bei  der  Schule  anzuschaffen, ­
  auch  die  armen  Schulkinder  aus  beiden  Ortschaften  nöthigenfalls
  zu  bekleiden.  Nicht  das  Religionöbekenntniß,  sondern  das  Bedürfniß ­
  und  die  Regelmäßigkeit  des  Schulbesuchs  sollen  hierbei  entscheidend ­
  sein.
Näheriuueu-Verein  zu  Breslau.
Der  Verein  bezweckt  die  gegenseitige  Unterstützung  in  Krankheiten,  bei
Todesfällen  und  eine  kleine  Ausstattung  bei  Heirathen.  Er  zählte  im
        <pb n="494" />
        Jahr  1864  115  Mitglieder  und  70  Ehren-Mitglieder.  Gesammt-Einnahme
  286  Thlr.  Es  wurden  gezahlt  80  Thlr.  laufende  Unterstützungen ­
  an  8  arbeitsunfähige  Mitglieder;  28  Thlr.  außerordentliche
Unterstützungen  an  20  Mitglieder,  30  Thlr.  Krankengeld  an  10  Mitglieder, ­
  68  Thlr.  für  Medicin,  10  Thlr.  zu  Ausstattungen,  32  Thlr.
dem  Vereins-Arzte.  Personen  über  45  Jahre  werden  in  den  Verein
nicht  aufgenommen.  Vorsteherin  Fräulein  Faber.  —  Vcrmächtniß  des
Referendarius  Schröter  von  300  Thlr.
Näh-Schule  zu  Langenhorst,
1845  mit  Hülfe  eines  Vermächtnisses  der  Stiftsdame  Gräfin  Mariane
v.  Merveldt  begründet.  Sie  überwies  zu  dem  Zweck  300  Thlr.
und  zwei  Häuser  in  gleichem  Werthe.
Näh-  und  Strick-Schule  zu  Greiffenberg  i.  Schl.
In  ihr  wird  armen  Schulmädchen  Unterricht  im  Nähen,  Stricken  und
Häkeln  ertheilt.  Die  Lehrerinnen  erhalten  ihre  Besoldung  theils  vom
Frauen-Verein,  theils  von  der  ^rcntzelschen  Stiftung;  Nadeln  erfolgen ­
  aus  der  Weiseschen  Stiftung  und  die  Baumwolle  giebt  eine
Wohlthäterin.
NasferscheS  Legat,
bei  der  Prediger-Kirche  zu  Erfurt;  es  werden  jährlich  401  Thlr.  für
die  geistlichen  Wittwen  der  Kirche  verwendet.
Gräflich  v.  Nassau  sche  Stiftung  zu  Neuland.
Die  vcrw.  Frau  Gräfin  v.  Nassau  geb.  Gräfin  d'Oultremont  begründete ­
  diese  Anstalt  zur  Pflege  von  Armen  und  Kranken,  sowie  zur
Erziehung  armer  Waisen  durch  barmherzige  Schwestern.  Sie  räumte
dazu  Gebäude  ein,  wies  6  Morgen  Landes  an  und  dotirte  die  Anstalt
mit  10,000  Thlr.  In  derselben  find  als  Pflegerinnen  3  graue  Schwestern ­
  aus  dem  Herzogthum  Nasiau  und  ein  Geistlicher  thätig.  Es  befanden ­
  1862  sich  in  der  Anstalt  8  weibliche  und  6  männliche  Personen, ­
  darunter  4  Waisen  und  Halbwaisen.
Nässe-Stiftung.
Eine  in  Bonn  bestehende  Stiftung  für  Wittwen  und  Waisen  von  Aerzten ­
  ;  die  Nutznießung  der  Stiftung  steht  vorzugsweise  den  Familiengliedern
  solcher  Aerzte  zu,  die  der  Stiftung  beigetreten  sind  und  als
MttgNedcr  derselben  1  Thlr.  jährlich  gezahlt  haben.  Die  Verwaltung
wird  durch  ern  Kuratorium  geführt.
Moritz  Nat  hors  s,
Banquier  zu  Frankfurt  a.  O.  (f  1858)  hinterließ  der  Şynagogen-Gemclnde
  daselbst  1033  Thlr.  Nach  der  Bestimmung  seines  Sohnes
Theodor  Nathorff  sollen  ņ)  die  Zinsen  von  500  Thlr.  am  Sterbetage ­
  des  Erblasiers  zur  Uebung  religiöser  Handlungen  verausgabt;  b)  die
Zinsen  von  dem  Ueberrest  an  die  im  Hospital  der  Synagogen-Gemeinde ­
  als  Hospitaliten  aufgenommenen  Personen  vertheilt  werden.
        <pb n="495" />
        488

Îîtcfc  Stiftung,  als  deren  Begründer  der  erste  General-Sekretair  dcr-M6cn
  a.  3).  gu  6ctn#cn,  ist  mu  15.
DŞMRZWZ
MMķNMW
^  f  ^u  &amp;amp;ncg&amp;lt;#rcu  6iê  1815,  mc^c  ciuc
Invaliden-Pension  aus  Staats-Fonds  nicht  beziehen,  sich  auf  44  350
Personen,  wovon  (1863)  36,464  Mann  aus  den  Mitteln  des  National-Danks
  unterstützt  wurden.  Die  Unterstützungen  waren  mit  wenigen
Ausnahmen  baar,  und  zwar  in  lebenslänglich  fortlaufenden  Jahres-Be-MM'-LLI«

caterial  beschafft  und  vertheilt,  in  Stcrbefällen  Beihülfen  zur  Bcjtt
  eitung  der  Begräbnistkosten  zum  Betrage  von  4  Thlr.  verabreicht  und
?"  9  ^ctcmiiu  gut  ^cict  i^et  goíbéucu  ^o^geitcu  mit
0  gega^t.  bicfcu  lI"íctßû^^ungtu,  ^ei.
/rì  ®^)"ticu  mutbtu  1863  183,573  3#.  bcmeubet.  @nbc
1863  bkcbciu  b#out6íci@cstmtb  bou  ¿57,601  3#.,  mobou  bet  ßtö^^te
^íjuí  tu  ^pezial-Sttftungs-Kapitalien  bestand,  die  nicht  angegriffen
werden,  und  wovon  nur  die  Zinsen  zur  Verwendung  kommen  dürfen.
Dle  Berwaltung  des  Instituts  hatte  einen  Kosten-Aufwand  von  5174
erfordert,  wovon  ¿738  Thlr.  auf  die  Central-Berwaltnng  und
-468  Thlr.  auf  die  Provinzial-  und  Kreis-Organe  kamen?  In
à  10  Jahren  von  1854  bis  1863  waren  überhaupt  845  450  Tblr
m  B-ranlaffuug  d-s  tn,l,ta,r,sch-n  Di-ust.Jubiliiuu,«  bc«  König«
»'(Ķeliu  (L^imnt  1857)  zur  Unt-rstützu»,  hülf«b°dürstig-r  Kri-g-r
grgrund-b  Dl-  R-°-nü--  g-laug-n  am  1.  Januar  zur  B-rlhriluuq
uud  bttragcn  -twa  900  Thlr.,  w°lch-  auf  di-  -in,-ln°n  R-gi-ruua«-B-z-rk-
  repartlrt  uud  ub-rmiis-n  w-rd-u;  3)  di-  der  V-rwaltuna  drs
LSÄr  ï»'arrí..’»,*'»
        <pb n="496" />
        489

bedürftiger  und  würdiger  Veteranen  der  Armee.  Kapital  5750  Thlr.
HH
mentó  gegründet.  Fonds  550  Thlr.  Es  werden  fortlaufende  Unterstützungen ­
  von  1  Thlr.  monatlich  gegeben;  7)  Spezial-Stiftung  für  hülfsbedürftlge
  Veteranen  des  Kreises  Buk,  1857  gegründet  dnrch  die  Rittcr-Şaim,
  Şa|tor  @rbmQHn,  Mreig«
^^îķşathvon  Dreßler-Scharfensteinund  Distrikts-Kommiffarius
Lolnlewlcz;  8)  die  des  Kammerherrn  Grafen  v.  Blankensee
¡¡■EU
■
        <pb n="497" />
        490

Wilhelm  mit  einer  Jahres-Rente  von  12  Thlr.  behufs  Krcirung  einer
Jubelfcicr-Stiftsstelle  für  einen  alten  Krieger  bei  dem  Stadtbezirks-Kommissariat
  gewidmet;  15)  die  von  der  jüdischen  Gemeinde  und  dem
Kaufmann  M.  I.  Cohn  1858  in  Potsdam  begründete  zur  Unterstützung ­
  hülfsbedürftiger  Veteranen  mosaischen  Glaubens;  16)  die  der
Stadt  Stettin  für  hülfsbcdürftige  invalide  Krieger  der  dortigen  Garnison,
zum  Andenken  an  die  silberne  Hochzeitsfeier  des  Königs  Wilhelm  mit
1000  Thlr.  begründet;  17)  die  Barretzki-Stiftung,  1859  von  dem
Intendantur-Rath  Barretzki  zu  Breslau  für  Wittwen  und  Waisen
von  Kriegs-Veteranen  mit  155  Thlr.  begründet;  18)  die  des  Geometers ­
  Corvinus  zu  Groß-Kanisza  in  Ungarn,  eines  früheren  Preuß.
Offiziers  (1859)  zur  Unterstützung  invalider  Preußen  gegründet;
19)  die  des  Leder-Fabrikanten  George  Dienstbach  zu  Berlin;  20)
die  des  Fabrikbesitzers  C.  Krister  in  Waldenburg  zur  Unterstützung
hülfsbedürftiger  Veteranen  in  den  Kreisen  Waldenburg  und  Schweidnitz,
1859  mit  500  Thlr.  begründet;  21)  die  des  zu  Witoslaw  (Kosten)
+  Oekonomie-Rath  Krüger.  Er  setzte  (1865)  200  Thlr.  mit  der
Bestimmung  aus,  daß  damit  eine  Spezial-Masse  gebildet  und  die  Zinsen  am
Geburtstage  des  jedesmal  regierenden  Königs  an  zwei  hülfsbedürftige
und  würdige  Veteranen  ansgezahlt  werden  sollen;  22)  die  des  Hauptmanns
v.  Ledebur,  zur  Unterstützung  hülfsbedürftiger  Veteranen  des  jetzigen
Magdeburger  Husaren-Regimcnts  (Nr.  10)  1857  gegründet  durch  den
Hauptmann  a.  D.  v.  Ledebur  auf  Ober-Girbigsdorf,  aus  dem  Reinerträge ­
  des  Debits  einer  von  ihm  herausgegebenen  Schrift;  23)  die
des  Geheimen  Kommerzien-Raths  und  Banquiers  Abraham  Oppenheim
zu  Köln  für  hülfsbedürftige  Veteranen  der  Armee;  1864  (14.  Juli)
kamen  220  Thlr.  zur  Verkeilung  und  es  wurden  22  Veteranen  aus
allen  Theilen  des  Landes  mit  je  10  Thlr.  bedacht;  24)  die  des  Oberst
v.  Oth  e  graven  von  4—500  Thlr.  zur  Unterstützung  für  Soldaten
des  25.  Infanterie-Regiments,  welche  im  Felde  invalide  werden  (1859);
25)  die  des  Rittergutsbesitzers  Pistorius  auf  Weissensee  bei  Berlin,
1857  gegründet;  26)  die  des  Fabrikanten  Rei  chard  zu  Neuwied,
zur  Unterstützung  hülfsbedürftiger  Veteranen,  Kapital  500  Thlr.  ;  27)
die  „Feldmarschall  Schwerinsche  Erinnerungs-Stiftung",  zum  Gedächtniß ­
  des  in  der  Schlacht  bei  Prag  am  6.  Mai  1757  gebliebenen
Feldmarschallö  Grafen  v.  Schwerin  von  den  Nachkommen  desselben
1857  gegründet;  28)  die  der  kölnischen  Fener-Bersichcrungs-Gesellschaft
  „Kolonia",  welche  in  Gemäßheit  der  Bestimmungen  der  mit  derselben ­
  unter  dem  3.  Juni  1854  vereinbarten  Stiftungs-Urkunde  den  Betrag
von  lOOO  THlr.  jährlich  zahlt;  29)  die  Stiftung  einer  ungenannten  Patriotin
in  Elberfeld,  welche  in  den  Kriegsjahren  1813  —15  als  Vorsteherin
des  dortigen  Frauenvereins  thätig  gewesen,  zur  Unterstützung  hülfsbedürftiger ­
  Veteranen  der  Stadt  Elberfeld.  Kapital  500  Thlr.  u.  s.  w.
George  Christian  Naumann,
Brauer  zu  Magdeburg  und  dessen  Ehefrau  geb.  Lüdeckc  setzten  1783
ein  Kapital  von  je  500  Thlr.  Gold  aus,  dessen  Zinsen  an  würdige
        <pb n="498" />
        und  dürftige  christliche  Arme  beiderlei  Geschlechts  in  Beträgen  von
10  Sgr.  bis  Thlr.  am  heiligen  Abende  der  Ostern  im  Beisein
cines  Verwandten  der  Familie  vertheilt  werden  sollen.  Die  Berwaltnng
Ķâplîalicn,  von  denen  das  erstere  im  Kaufe  der  Zeit  sich  um
le  Halste  vergrößert  hat,  ift  in  den  Händen  der  Armen-Deputation.
»cm  tal  I,„gegangenen  Zins-n  werden  23  resp.  4  Arme  je  mil  I  Thlr.
lm  Ganzen  Mît  47  Thlr.  bedacht.
Ne  an  der  -  Haus.
mil  17  3u(i  1850  bcmJBeßräW^c  %eanbc,g,  «ne
Versammlung  sämmtlicher  Geistllchen  und  einer  Anzahl  von  Kaien  aus
dem  Synodal-Kreise  Küstrm,  bei  Gelegenheit  einer  Besprechung  über
dle  innere  Mission  für  die  dortige  Ephorie  ein  Rettungshaus  für  sittlich
verwahrlosete  Kinder  zu  gründen  und  demselben  in  Erinnerung  an  die
Verdienste  Nean  d  ers  den  Namen  Ne  and  er-Haus  beizulegen.  Die
hierzu  erforderlichen  Mittel  wurden  zusammengebracht  und  das  zu
Groß-Kammin  (Kandsberg  a.  W.)  für  Knaben  neu  errichtete,  mit  6
Morgen  Kand  versehene  Anstaltsgebäude  zu  Ende  1851  seiner  Bestimmung ­
  übergeben.
Neanderscher  Kranken-Verein  zu  Berlin.
1828  am  Geburtstage  Neanders  mit  einem  Beitrage  des  letzteren  von
500  Thlr.  gestiftet,  zum  Zweck,  armen  und  kranken  Studenten  der
Theologie  auf  der  Universität  Berlin  die  durch  Krankheit  verursachten
Ausgaben  zu  erleichtern.  Der  Verein  nimmt  sich  agch  derjenigen
Theologie  otubitenben  an,  welche  nicht  durch  Armuth  gedrückt  sind,
sei  ^  durch  ^Pflege  oder  Nachtwachen.  1840  war  ein  eiserner  Bestand
von  2000  Thlr.  vorhanden  ;  1859  betrug  die  Einnahme  472,  die
Ausgabe  .170  Thlr.  Mitglied  des  Vereins  ist  jeder  Student  der  pro
semester  15  Sgr.  beiträgt;  außer  ihnen  betheiligcn  sich  viele  Professoren ­
  der  Universität  nnd  Prediger  Berlins  als  Mitglieder  wie
denn  anch  der  König  den  Verein  mit  jährlich  50  Thlr.  unterstützt.
Neblu  n  g  scheö  Legat.
Es  besteht  in  200  Thlr.  und  werden  die  Zinsen  zum  Neujahr  an  21
Haus-Arme  der  ¡»tobt  Weißensee  vertheilt.
Neefesche  Stiftung.
^  .  .  Aug.  Ferd  Nei  ff,
Seilermeister  (t  zu  Berlin  1852)  vermachte  der  dortigen  Armen-
        <pb n="499" />
        Direktion  2000  Thlr.  mit  der  Verbindlichkeit,  von  den  Zinsen  an  zwei
von  ihm  namentlich  bezeichnete  Wittwen  auf  Lebenszeit  jeder  eine
Unterstützung  von  3  Thlr.  monatlich  zu  zahlen,  nach  dem  Ableben  der
einen  oder  beider  aber  von  den  dann  erledigten  36,  resp.  72  Thlr.
alte  hülföbedürftige  Personen  beiderlei  Geschlechts,  welche  das  60.  Jahr
zurückgelegt  haben,  jährlich  mit  2  Thlr.  zu  beschenken.
N  entwich  sche  Stiftung,
von  Joseph  Nentwich  zu  Glatz  (1864)  mit  1000  Thlr.  zu  Gunsten
cumm  und  unbescholtener  Putzmacherinnen  und  Näherinnen,  event,  zu
Gunsten  armer  Wittwen  in  Glatz  errichtet.
N  e  r  l  i  ch  ,
Kantor,  begründete  in  Tschirnau  (Kreis  Guhrau)  eine  Stiftung  für
Arme.  Kapital  400  Thlr.
N  e  u  sche  Armen-Stiftung.
1820  von  dem  Pfarrer  Neu  in  Münster  (Kreuznach)  begründet.  Kapital ­
  800  Gulden,  von  dem  kath.  Kirchen-Rath  verwaltet.
N  e  u  sche  Stipendien-Siiftung.
Eine  Neben-Stiftung  des  v.  Lossa-Nostizschen  Fonds  (s.  d.),  aus
welcher  der  Kommunal-Landtag  der  Oberlausitz  Stipendien  für  Jünglinge
Behufs  der  Borbereitung  auf  das  ev.  Psarr-  oder  Lehramt  verleiht.
Genußbercchtigt  sind  vor  Allen  die  Verwandten  des  Stifters,  ohne
Rücksicht  aus  ihren  Geburtsort,  nach  ihnen  die  seit  ihrer  Geburt  der
preußischen  Oberlausitz  Angehörenden  und  nach  diesen  andere  Angehörige
der  preußischen  Oberlausitz,  wenn  sie  der  Unterstützung  bedürftig  und
würdig  sind.  Der  Genuß  ist  gebunden  an  den  Besuch  entweder  einer
Universität  des  Inlandes  oder  der  zu  Leipzig,  oder  der  Gymnasien  zu
Görlitz,  Laudan  und  Bautzen,  oder  eines  ober-  oder  niederlausischen
evangelischen  Schullehrer-Seminars.
Neue  evangelische  Stiftung  zu  Kleve.
Ein  neben  dem  St.  Antonius-Hospital  (s.  d.)  bestehendes,  mit  Korporations-Rechten ­
  bclichcnes  Hospital,  in  welchem  außer  den  Kranken
auch  weibliche  Arme  und  arme  Kinder  verpflegt  werden.  Im  Jahre
1861  waren  in  dem  für  9000  Thlr.  erworbenen  Verpflegungshause
45  Kranke,  8  Hänsliuge  und  9  Kinder  ausgenommen.  Bermächlniß
der  Wittwe  Werner  geb.  Fe  hr  en  (1863)  von  624  Thlr.
Neue  große  Berliner  Sterbe  Kasse.
Sie  ist  1841  gegründet  und  zahlt  100  Thlr.  Sterbegeld  (Rendant
Rüdiger,  Stralauer  Brücke  I).  Außer  dem  Eintrittsgelde  von  1
bis  2  pCt.  sind  Beiträge  für  jeden  Sterbesall  von  2J-  bis  3  Sgr.
zu  entrichten;  von  dem  Ueberschusse  der  eingegangenen  Sterbegelder
wird  ein  Kapital  von  100,000  Thlr.  gesammelt  und  cs  soll  seiner
Zeit  der  Zins-Ertrag  dieses  Kapitals  zur  Zahlung  der  Sterbegelder
verwendet  werden.  Im  Jahre  1862  kamen  239  Sterbefälle  vor;  es
        <pb n="500" />
        wurden  Beiträge  22,490  Thlr.  und  Sterbegelder  22,970  Thlr.  gezahlt.
Kapital  1863  —  48,000  Thlr.
Neues  Hospital  zu  Berlin.
°°n  König  Friedrich  Wilb-lm  III.  1799  ,um  Besten  der  Stadt  Berlin
e ® r ' n  ‘  ‘  3m  Jahre  1820  ging  das  Hospital  an  die  Kommune  über
und  1849  wurde  -«  m,t  25,000  Thlr,  Kapital.B-rmog-n  mit  dem
Peter  Neufeldsche  Stiftung.
für  die  Armen  der  Mennoniten-Gemeinde  zu  Ellerwald  (Elbinqi  1806
mit  einem  Kapital  von  1000  Gulden  Pr.  Kourant  begründet.  Die
Verwaltung  steht  den  Aeltesten  der  Mennoniten-Gemeinde  zu.
N  euhanö,
kath.  Pfarrer  zu  Eller  (Düsseldorf)  (+  1863),  hinterließ  zu  Gunsten
der  Gemeinde  Eller  mehrere  Vermächtnisse.  Darunter  300  Thlr.  für
die  kath.  Ortsarmen  und  400  Thlr.  zur  Bekleidung  armer  Konfirmanden.
Neubau«  sckeS  Stipendium.
1729  gestiftet.  Von  den  Zinsen  des  3000  Thlr.  Gold  betragenden
ästungs-Kapitals  sollen  drei  Stipendien,  jedes  à  50  Thlr.,  an  junge
Theologen  reformirter  Konfession,  welche  in  Halle  studiren,  auf  drei
vtahre  verliehen  werden;  die  Stipendiaten  müssen  von  reformirten  Eltern ­
  ehelich  geboren,  bürgerlichen  Standes,  in  reformirten  Schulen  erzogen ­
  und  nut  guten  Zeugnisicil  über  ihre  Fähigkeiten  und  ihren  Fleiß
versehen  sein.  Auch  Fremde  (Ausländer),  welche  diesen  Bedingungen
®: c  wt  b ™
Neuhaus  zu  Görlitz.
Eine  städtische  Siechen-Anstalt,  in  welcher  durchschnittlich  25  verarmte
und  unheilbare  Kranke  auf  städtische  Kosten  verpflegt  werden.
Neuhöffersches  Berniächtniß.
88WŞM
!  .  Gesetzgebung  34«)  verwaltet,  j  des  Zinsgewinns  wird
zm  ^ei  Mehrung  des  Fonds,  }  werden  zu  öffentlichen  und  allgemeinen
        <pb n="501" />
        494

wohlthätigen  Zwecken  verwendet.  Der  Kapitol-Fonds  hatte  sich  Ende
1863  auf  101,508  Thlr.  vermehrt.
Neumärkscher  Meliorationsgelder-Zinsen-Pensions-FondS,
zu  Pensionen  und  Unterstützungen  für  hülfsbedürftige  Wittwen  und  verwaifete
  Töchter  höheren  Standes  der  Nemnark  in  derselben  Art  bestimmt, ­
  wie  der  Pommersche  Meliorationsgelder-Zinsen-Fonds  (s.  d.)
für  Pommern.  Verwalter  des  Fonds  ist  die  Regierung  in  Frankfurt ­
  a.  O.  Jährlicher  Ertrag  7—8000  Thlr.
Neumärkscher  Städte  UnterstithungS-Fonds.
Aus  älterer  Zeit  hcrstaminend  und  bei  der  Regierung  zu  Frankfurt  a.  O.
verwaltet,  hatte  er  1863  ein  Vermögen  von  112,200  Thlr.  Er  ist
seiner  wesentlichen  Bestimmung  nach  ein  Meliorations-Fonds.  S.  Neumärkische
  Hülfskasse  zu  Küstriu  und  Meliorations-Fonds  für  die  Neumark.

Anna  Maria  Neumann.
(+  1843  zu  Neuwied)  setzte  die  dortige  ältere  ev.  (reformirte)  Kirchen-Gemeinde
  zur  Universal-Erbin  ihres,  weit  über  1000  Thlr.  betragenden ­
  Nachlasses  mit  der  Bestimmung  ein,  daß  die  Zinsen  an  Hausarme
der  Gemeinde  vertheilt  werden  sollten.
Frau  Neumann,
geb.  Fechner,  Wittwe  des  Rittergutsbesitzers  Neumann  zu  Dittersbach ­
  (f  1862)  vermachte  400  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Unterstützung
für  Arme  und  Kranke  der  Gemeinden  Dittersbach  und  Georgenrnh
(Sagan)  verwendet  werden  sollen.
Neu  man  nsche  Stiftungen  zu  Prausnitz.
begründet  von  dem  1832  daselbst  +  Handelsmann  Marcus  Jakob
Neumann.  Siebestehen  a)  aus  6000  Thlr.,  deren  Zinsen  (mit  Ausnahme ­
  von  15  Thlr.  für  die  Kuratoren)  zur  Ausstattung  eines  armen
jüdischen  Mädchens  bei  ihrer  Verheiratung  verwendet  werden  sollen;
6)  aus  3000  Thlr.,  deren  Zinsen  einem  bedürftigen  verheiratheten
Talmudisten  zu  Gute  kommen  sollen.
N  e  n  in  a  il  n  sches  Stipendium.
Frau  Sophie  Elisabeth  Neumann  geb.  Harz,  Hofräthin  zu  Berlin
(t  1739)  legn  te  1000  Thlr.,  deren  Zinsen  eiueni  armen  Studiosus
evangelisch-lutherischer  Konfession,  welcher  sich  der  Theologie  widmet,
auf  drei  Jahre  verliehen  werden  sollen.  Verwandte  des  vorher  f
Hofraths  Neumann,  welche  diesen  Namen  führen,  sollen  vor  anderen
berücksichtigt  werden.  Die  Verleihung  steht  dem  Schul-Kollegium  der
Provinz  Brandenburg  zu.
N  eumeistersches  Stipendium  zu  Spandau.
Vom  Bürgermeister  Neu  Meister  1672  mit  500  Thlr..  gestiftet.  Das
Stipendium  mit  25  Thlr.  wird  an  studireude  Spandauer  Bürgersöhue,
besonders  die  Nachkommen  des  Stifters,  verliehen.
        <pb n="502" />
        495

Neuschi  ldsches  Legat.
eine  in  Herrnschwende  (Weißensee)  bestehende  Stiftung  aus  dem  Jahre
1811.  Die  Zinsen  von  250  Thlr.  werden  zur  Zahlung  von  Schulgeld ­
  für  arme  Kinder  verwendet.
Nenstädtsches  Stipendium  zu  Brandenburg.
Das  Stipendium  ist  ein  städtisches,  beträgt  40  Thlr.  und  wird  vom
Magistrat  verliehen.
Nenzcller  Schul  Fonds,
bcMcnb  aus  ben  (Sitten  bn  9?en;eae,  n,cW,e  1853
cm  grundherrliches  Areal  von  62,000  Morgen,  darunter  39  000  M
Forsten  hatte  und  an  Pacht-  und  Reinerträgen  der  23  Vorwerke  rc
34,800  Thlr.  lieferte.  Die  Stiftsherrschaft  (eine  Königliche  Standesherrschaft) ­
  ist  durch  Kab.-Ordre  vom  25.  Februar  1817  kirchlichen,
wohlthätigen  und  der  öffentlichen  Erziehung  gewidmeten  Zwecken  überwiesen ­
  und  es  wird  namentlich  ein  Theil  der  Einnahmen  zn  Stipendien ­
  und  Unterstützungen  für  Studirende  verwendet.
Fr.  Nicolai,
Buchhändler  (t  1811)  setzte  3000  Thlr.  aus,  aus  deren  Zinsen  verarmten ­
  Bürgern  der  Stadt  Berlin  kleine  Summen  gegen  Verzinsung
und  durch  Bürgen  zu  bestellende  Sicherheit  darlehnsweise  vorgestreckt
werden  sollen.  Nach  dem  mit  den  Erben  des  Stifters  am  27.  April
1856  vereinbarten  Statut  können  darauf  Personen  in  dem  Alter  von
30—60,  welche  während  3  Jahren  in  Berlin  ein  selbstständiges  Gewerbe ­
  betrieben  und  einen  unbescholtenen  Lebenswandel  geführt  haben,
Anspruch  machen.  Die  Darlehne  werden  in  der  Höhe  von  20—50
àlligt,  und  müssen  mit  den  auf  3;  pCt.  festgesetzten  Zinsen
tn  längstens  3  Jahren  in  monatlichen  Terminen  zurückgezahlt  werden.
Anträge  auf  Bewilligung  von  Darlehnen  werden  bei  dem  Büraer-Rettuttgs-Jnstitut
  angebracht.

Nicolaisches  Stipendium.
von  dem  Diakonus  Nicolai  zu  Königsberg  für  studirende  Söhne  aus
den  Fa  nulten  des  Pupilleuraths  Nicolai,  des  Geh.  Raths  Hessel,
und  Taxators  Oblias,  des  Kriegsraths  und  Intendanten
Ä  m  ..  Meberschlesische  Steinkohlen  Bergbau  Hltlfskasse.
Das  Vermögen  derselben  bestand  1863  in  375,000  Thlr.
.  .  .  Mederschlesischer  Schiffer  WohIthätigkeitS-Berein,
^*^ber  1842  qcMeWißt  nnb  ,nit  be,
ücuiuiitu  Schiffer  und  Schiffer-Wittwen  verwendet.
        <pb n="503" />
        496

Wittwe  Niedersteschee,
geb-  Stock,  vermachte  (1848)  den  Armen  zu  Nächstcbeck  (Hagen)
1500  Thlr.  Die  Zinsen  sollen  unter  die  Armen  der  Gemeinde  vertheilt, ­
  arme  Verwandte  der  Testatorin  aber  vorzugsweise  berücksichtigt
werden.  Das  Legat  ist  1857  zur  Erhebung  gekommen.
Niednersche  Stiftungen,
von  der  1847  f  Magistrats-Assessor  Niedner  geb.  Overweg  zu
Naumburg  a.  S.  begründet.  Sie  schuf  a)  durch  Stiftungs-Urkunde
Dom  12.  April  1824  eine  Schul-  und  Waisen-Stiftung  mit  10,000
Thlr.  Starnin-Kapital;  hinterließ  l&amp;gt;)  zu  einer  Armen-Stiftung  2000
Thlr.  Die  Zinsen  sollen  zu  Weihnachten  an  hülfsbedürftige  Wittwen
in  Portionen  von  je  5  Thlr.  vertheilt  werden;  überwies  c)  dem  Magistrat ­
  für  die  Kleinkinderbewahr-Anstalt  1000  Thlr.  und  bestimmte,
daß  von  den  Zinsen  10  Thlr.  zur  Weihnachts-Bescheerung  für  die
Kinder  verwendet  werden  sollten.
Ni  eh  aves  sches  Berinächtniß.  \
von  dem  früheren  Ordensmann,  nachherigen  Kaplan  Ni  chaves  (ş  1845)
für  die  Armen  zu  Rhede  (Borken)  legirt,  indem  er  sie  zu  Erben  seines ­
  Nachlaßes  (12—-1300)  Thlr.  einsetzte.
N  i  e  m  a  n  n  sche  Stiftung,
für  einen  Studirenden  der  Medizin,  zum  Andenken  an  die  1838  begangene ­
  50jährige  Promotions-Jubelfeier  des  Regicrungs-  undMedizinal-Raths
  Dr.  Ni  emann  in  Merseburg  von  den  Medizinal-Personen  des
Regierungs-Bezirks  mit  300  Thlr.  begründet.  Ein  in  Hatte  die  Medizin ­
  event,  ein  die  Pharmacie  oder  Chirurgie  Studirender,  aus  dem
Reg.-Bez.  Merseburg  gebürtig,  soll  von  dem  Ertrage  der  Zinsen  ein
seinem  Studium  angemessenes  Buch,  oder  auch  mehrere  Bücher  als
Ehrengeschenk  erhalten,  die  Austheilnng  aber  alljährlich  am  25.  September ­
  erfolgen.  Die  Zuerkennung  des  Ehrengeschenks  erfolgt  durch
die  medicinische  Fakultät.
Joh.  Heinr.  Nier  haus,
Kaufmann  zu  RonSdorf  (Lennep)  vermachte  1839  den  drei  christlichen
Konfessionen  seiner  Geburtsstadt  RonSdorf  3000  Thlr.  Behufs  Erwerbung ­
  eines  gemeinschaftlichen  Armenhauses.  Bis  zum  Ankäufe  eines
dazu  geeigneten  Grundstücks  sollen  die  Zinsen  des  Kapitals  jährlich  den
betr.  Armen  -  Verwaltungen  nach  Verhältniß  der  Anzahl  ihrer  Armen
zugewiesen  werden,  die  einstweilige  Verwaltung  des  Kapitals  aber  in
die  Hände  der  reformirten  Arrnen-Kommission  gelegt  sein.
I  Nierstraß,
Kaufmann  zu  Köln  (t  1863)  vermachte  der  dortigen  evang.  Geineinde
4000  Thlr.  für  die  Zwecke  ihrer  Armeu-Freischulc  und  ihres  Versorgungshauses. ­

Ni  ese  rt  sche  Stiftung  zu  Velen  (Borken),
von  dem  Pfarrer  Niescrt  (t  1841)  herrührend.  Er  setzte  die  Armen
        <pb n="504" />
        VMWW
Rrkolaus.vürger.Hospital  zu  Berlin
mumm
cm  monarches  Vcrpflcgcgcld  von  5  Thlr.,  in  Krankheitsfällen  ärztllchen
  Beistand  nebst  freier  Arznei  und  für  den  Todesfall  ein  anständiges ­
  Begrabniß.  Es  befinden  sich  bei  der  Anstalt  mehrere  Privat-Stiftungen,
  z.  B.  die  Wieprechtsche,  aus  dem  Ertrage  von  Kongegründet;
  die  der  ehemaligen  Bürger-Reffource  von  416,  jetzt
mm
St.  Nikolaus-Hospital  zu  Rheinberg  (Moers).
SA-MSMLLLU-:
Ein  altes  An  (Klaushof)  zu  Wernigerode.
und  14  Exspektanten  bewnl!»?  l? . cr9c ^ ctïi '  18sil  von  30  Konvcntualen
Naturalien  und  40-50  %  ^  r? stItc "  freie  Wohnung,  Feuerung,
—-»e  Äaa”
ŞŞMWWW
Preufi.  -audbuch.  ^2
        <pb n="505" />
        498

2500  Thlr.,  e)  dem  Krankenhause  3000  Thlr.  Bgl.  Krankenhaus  zu
Glogau.
N  i  tz  s  ch  &amp;gt;  Stiftung,
im  Jahre  1860  bei  der  Feier  des  Jubiläums  des  Propstes  Dr.  Nitzsch
in  Berlin  durch  seine  Freunde  begründet.  Die  Summe  per  Beiträge
betrug  2900  Thlr.  Propst  Nitz  sch,  welchem  die  Bestimmung  über
die  Verwendung  überlassen  war,  setzte  fest,  daß  von  den  Zinsen  des
Kapitals  einem  tüchtigen  Privat-Docenten  der  evang.  Theologie  zur
besseren  Ausübung  seines  Berufs  ein  jährliches  Stipendium  von  80
Thlr.  verliehen,  der  Rest  der  Zinsen  aber  kapitalisirt  werde.  Vorsitzende ­
  des  Kurator»  der  Stiftung  sind  der  Propst  Nitzsch,  später
seine  Nachfolger  im  Amte.
Martin  Fr  No  bi  ling,
Kaufmann  zu  Berlin  (t  1778)  vermachte  der  dortigen  Sophien-Kirche
it.  A.  1000  Thlr.,  deren  Zinsen  (nach  Abzug  von  10  Thlr.)  an  verarmte ­
  bürgerliche  Personen,  die  zur  Sophieu-Kirche  sich  halten,  von
den  bei  der  Kirche  stehenden  lutherischen  Predigern  jährlich  vertheilt
werden  sollen;  ferner  500  Thlr.,  deren  Zinsen  zu  Schulgeld  für  die
Kinder  armer  Leute  der  Parochie  dienen  sollen.  Die  Verwaltung  der
Kapitalien  hat  der  Rendant  der  Kirchenkasse.
Nvggerath-  Stiftung.
1864  von  den  Freunden  des  Geh.  Bergraths,  Prof.  Dr.  Nög  g  e  -
rath  zu  Bonn  bei  Gelegenheit  seines  50  jährigen  Amts-Jubiläums
begründet.  Fonds  216  Thlr.  Die  Zinsen  erhält  von  4  zu  4  Jahren
ein  würdiger  und  dürftiger  Studirender  der  Universität  Bonn,  welcher
die  Naturwissenschaften  zu  seinem  Hauptsache  erwählt  hat,  als  Stipendium. ­

Maria  Anna  de  Noül,
geb.  v.  Haupt  (f  1861)  begründete  in  Köln  ein  Krankenhaus  für
männliche  Schwindsüchtige  und  Gichtleidcnde  katholischer  Konfession  (s.
Anstalt  zur  Verpflegung  und  Wartung'  unheilbarer  Kranken)  und  vermachte ­
  der  städtischen  Armen-Vvrwaltung  für  diesen  Zweck  noch  50,000
Thlr.  Auch  setzte  sie  eine  Menge  anderer  Vermächtnisse  aus:  z.  B.
für  das  Waisenhaus  zu  Köln  9000  Thlr.,  für  die  Taubstummen-Schule
2000  Thlr.,  für  die  Armen-Schule  von  St.  Andreas  2000  Thlr.,  für
die  von  St.  Ursula  2000  Thlr.,  für  Bekleidung  der  Zöglinge  dieser
Schulen  2000  Thlr.  rc.
Franz  N  ö  l  l  e  ck  e,
Lehrer  (f  1841)  zu  Callenhardt  (Lipp  stadi)  setzte  die  Kirchspiels-Armenkasse ­
  in  Dorlar  (Meschede)  zum  Haupterben  seines  Nachlasses  (etwa
1300  Thlr.)  ein:  von  den  Zinsen  sollen  besonders  der  armen  Schul-Jugend
  die  nöthigen  Schulsachen  angeschafft  werden.
Nöseme8-Stiftung  zu  Kempen  (Rhein-Provinz).
Kapital  2000  Thlr.  Die  Verwaltung  des  Kapitals  und  die  Verweil-
        <pb n="506" />
        bung  d"-  Ziuscil  im  Interesse  der  kath.  Armen  der  Pfarre  Kempen
steht  der  bürgerlichen  Arinen-Berwaltung  zu.
Nößlersches  Stipendium  zu  Berlin.
Nolssche  Studien  Stiftung  zu  Aachen.
8MMZM
Pfarre  St.  Petri  zu  Aachen,  ,n  welchem  Falle  ban,,  dem  Pfarrer  dieser ­
  Kirche  das  Recht  zur  Präsentation  des  Stipendiaten  und  der  Armen-Verwaltungs-Kommission
  die  Kollation  zustehen  soll.
Noltesches  Vermachtnisi.
Der  t  einer.  Feldprediger  Nolte  ernannte  die  Gemeinde  Karlsruhe
  in  Schlesien  mit  der  Maßgabe  zu  seiner  Erbin,  daß  sein  Nachlaß
»  *  K  0  îhlr.)  theils  zur  Errichtung  einer  Stiftung  für  den  Lehrtand
  der  evang.  Kirche  daselbst  verwendet  werden,  theils  der  Armen-Kasie
  zufallen  solle.
Norddeutscher  Apotheker-Verein,
í' H2 !Ví U  binden  gestiftet.  Seine  Zwecke  sind  dahin  gerichtet:»)
L^nnung  der  theoretischen  und  praktischen  Pharmacie  und  ihrer
SZM8ÑM
        <pb n="507" />
        500

Norm  ann  sche  Legate.
Der  1856  +  reiche  Rentier  Moritz  Normann  zu  Berlin  setzte  theils
die  Gesellschaft  der  Freunde  und  eine  große  Zahl  dortiger  gemeinnütziger ­
  Stiftungen  und  Anstalten  zu  Erben  seines  Nachlaßes  ein,
theils  vermachte  er  ihnen  bedeutende  Legate.  S.  die  einzelnen  Artikel.
Jakob  Norrmann,
zu  Berlin,  vermachte  (1823)  9000  Thlr.,  die  Zinsen  werden  von  drei
Kuratoren  zur  Unterstützung  hülfsbedürftiger  Familienglieder  verwendet.
(Lisco  S.  398.)
N  Gras  Nostitz  sche  Invaliden  Stiftung  zn  Zobten.
Der  Gutsherr,  General  der  Kavallerie,  Graf  v.  Nostitz  begründete
nach  den  Freiheitskriegen  mit  2000  Thlr.  eine  Stiftung,  aus  welcher
an  Invaliden  der  Herrschaft  Zobten  (Löwenberg)  periodisch  Unterstützungen
gezahlt  werden.  Kuratoren  der  Stiftung  sind  der  jedesmalige  Besitzer
der  Zobtener  Güter,  der  ev.  Geistliche  und  der  Schulze.
v.  Nostitz  sche  Stipendien-Stiftung.
Johann  Gottlob  Erdmann  v.  Nostitz  auf  Ruppersdorf  in  der  Ober-Lausitz
  begründete  1)  ein  Universität--  Stipendium.  Genußberechtigt
sind  zunächst  die  aus  Oberlausitzer  Häusern  oder  Familien  abstammenden ­
  v.  Nostitz,  welche  mit  dem  Stifter  verwandt  sind,  sodann  andere
aus  dem  v.  N  osti  tzschen  Geschlecht,  endlich  auch  andere  Oberlausitzsche
Adelige.  Das  Stipendium  ist  an  den  Besuch  der  Universitäten  Leipzig
oder  Halle  gebunden;  2)  ein  Militair-Stipcndium;  3)  drei  Fräulein-Stipendien.
  Die  Verleihung  steht  den  Kommunal-Ständen  der  Ober-Lausitz
  zu.
Nothstands-Fonds  des  Kreises  Lublinitz.
Ein  nach  einem  besonderen  Regulativ  verwalteter  Fonds,  aus  welchem
Unterstützungen  an  dürftige  Kreis-Einsassen  gewährt  werden,  welche
durch  Ueberschwemmung  und  andere  Unglücksfälle  in  Nothstand  versetzt ­
  sind.  Der  Bestand  erreicht  die  Summe  von  etwa  1800  Thlr.
Novum  bencficium  zn  Schlawe  (Pommern).
Eine  milde  Stiftung  mit  2200  Thlr.  Kapital  und  einigen  Grundstücken. ­
  Aus  dem  Ertrage  werden  Stipendien  für  arme  Studirende
und  eine  Aussteuer  für  arme  unbescholtene  Mädchen  bei  ihrer  Verheirathung
  gezahlt.
v.  Nüßlerscheö  Stipendium.
Landrath  v.  Nüßler  bestimmte  (1774)  sein  Gut  Weißensee  zu  einer
Stipendien-Stiftung  für  unvermögende  Adelige  des  Nieder-Barnimschen
Kreises  und,  in  Ermangelung  solcher,  für  diejenigen  des  Ober-Barnimschen
  und  Teltowschen  Kreises,  welche  in  Halle  Jura  studiren.  Der
Stipendiat  soll  vom  19  ten  Jahre  ab  auf  3  Jahre  jährlich  300  Thlr.
nebst  50  Thlr.  für  die  Reise  zur  Universität  und  die  erste  Einrichturlg
und  50  Thlr.  für  eine  Dissertation  erhalten.  Die  Wahl  der  Stipendiaten ­
  ist  dem  Kultus-Minister  übertragen.  Die  Stiftung  ist  später
        <pb n="508" />
        in  eine  Geldfundation  verwandelt  nnd  dabei  festgesetzt,  daß  die  Stipendiaten ­
  Söhne  adeliger  Gutsbesitzer  der  drei  Kreise  sein  muffen,  vier
Stipendien  bestehen  nnd  jedes  bis  zur  Vermehrung  des  Fonds  200  Thlr.
betragen  soll.  Das  Kuratorium  der  Stiftung  bildet  der  Landrath  des
Nlederbarinmschen  Kreises,  und  ein  Deputirter  aus  jedem  der  betheillgten
  drei  Kreise.  *

Nyggemannsches  Stipendium.
=  SÄ“  »«.iiSTü-ÄS
stucken,  aus  deren  Ertrage  Zeltens  des  Magistrats  zu  Treptow  a  R.
ein  Stipendium  an  einen  Studlrenden  dortiger  Stadt  von  41-'-  Thlr
gezahlt  wird.  *

ObbariuSsches  Legat.
Die  Zinsen  von  665  Thlr.  werden  an  drei  hülfsbedürftige  Waisen,
eine  aus  der  Stadt  Heringen,  zwei  aus  den  Ortschaften  des  Amts
dieses  Namens  vertheilt.
ObenauSsche  Armen-Stiftung.
Eine  Schwedter  Lokal-Stiftmig  mit  300  Thlr.  Fundations-Kapital.
Die  Zinsen  sollen  mit  f-  an  arme  Familien  als  Unterstützung  gezahlt,
mit  j  zur  Vermehrung  des  Kapitals  angesammelt  werden.
.  Ober-Burgfreiheits-Sterbe-  und  Begräbniß-Societät  zu  Königsberg.
Şls.  steht  unter  obrigkeitlicher  Aufsicht  und  die  Kasse  hatte  Ende
1361  Vermögensbestand  129,430  Thlr.  Begräbnißgelder  wurden  1861
gezahlt  12,751  Thlr.
v.  Obergsche  Stiftung,
bei  dem  kathol.  Gymnasium  zu  Neiffe.  Sie  gewährt  jährlich  46  Stipendien ­
  à  12  Thlr.
Oberlausitzsche  Gesellschaft  der  Wissenschaften.
1766  durch  v.  Gersdorff  gestiftet,  1817  mit  einem  eigenen  Hause
und  verschiedenen  Sammlungen  von  Dr.  Anton  dotirt.'  Präsident
^)ras  L  o  e  b  e  n.
Oberlingensche  geistliche  Güterkaffe.
td-il  hei"  «„Ü'Tfr  mit  à  1900  Thlr.  bildet  tine.  Geh-lt«.
Oberlmge,lsche  Wittwen-  und  Waisen  Kaffe.
¿"«Ä  Şîiftung  für  die  evangelische  Bevölkerung  der  ehemaligen
£  Äs  i. 0i S , . n9en  m,t  700  Thlr.  jährlicher  Einnahme.  Sie  unterstützt ­
  dürftige  Wittwen  und  deren  schulpflichtige  Kinder,  sorgt  für  Ausbildung ­
  von  Waisenkindern  zu  einem  nährenden  Geschäft  und  gewährt
        <pb n="509" />
        auch  sonst  außerordentliche  Unterstützungen.  Die  Verwaltung  steht
unter  Aufsicht  des  Laudraths  Warburger  Kreises  und  der  Königlichen
Regierung  zu  Münster;  die  Vorschläge  zu  Bewilligungen  gehen  von
der  Oberlingenschen  ev.  Geistlichkeit  aus.
Oberschlesische  Steinkohlen-Bergbau  Hittsökasse.
Das  Vermögen  derselben  bestand  1863  in  845,000  Thlr.
Ockersches  Vermächtniß.
Es  datirt  ans  dem  vorigen  Jahrhundert,  Kapital  500  Thlr.  Die
Zinsen  werden  von  den  drei  Predigern  bei  der  Jakobi-Kirche  zu  Stettin
an  bettlägrige  Arme  der  Stadt  vertheilt.
Oekonomisch-patriotische  Sociekät  der  Fürstenthttmer  Schweidnitz  und  Janer,
zn  Janer.
Der  älteste  aller  derartigen  Vereine  des  Preußischen  Staats,  datirt  er
aus  dem  Jahre  1772.
Oelmannsches  Stipendium  zu  Königsberg.
Dasselbe  ist  1727  bei  der  Universität  Königsberg  gestiftet  und
der  Fonds  betrug  1838  (Koch  II.  556)  2186s  Thlr.  Von  den
Zinsen  erhalten  das  Konviktorium  131,  der  Stipendiat  53,  eine  Professoren-Wittwe
  8  und  10^  Thlr.  wurden  kapitalisirt.
Joh.  Konrad  v.  Oelrichs,
Dr.,  Geheimer  Legationsrath  zu  Berlin  (f  1790)  setzte  letztwillig  a)
das  Joachimsthalsche  Gymnasium  zum  Erben  ein,  und  es  erhielt  etwa
16,200  Thlr.,  die  später  um  mehr  als  die  Hälfte  vermehrt  worden
sind.  Bon  den  Zinsen  werden  jährlich  Stipendien  à  50  Thlr.  auf
Zwei  Jahre  an  nicht  adelige  Studirende  gezahlt.  Der  größte
Theil  des  Zins  -  Ertrages  wird  stiftungsmäßig  für  den  am  Gymnasium ­
  zu  ertheilenden  juristisch-encyklopädischen  Unterricht,  für  Unterricht ­
  im  Zeichnen,  zur  Vermehrung  des  Kapitals  und  zur  Bestreitung ­
  der  Verwaltungskosten  verwendet.  Kollatoren  der  Stipendien ­
  sind  der  Direktor,  der  Bibliothekar  des  Gyinnasiilms  und  der
Justitiarius  des  Schulkollegiums.  1&amp;gt;)  Ein  dem  fra  nz  ösis  ch  en  Gymnasium ­
  zugewendetes  Legat  betrug  1000  Thlr.  Die  Zinsen  dieses  seitdem ­
  ^ebenfalls  vermehrten  Kapitals  werden  verwendet  zu  Stipendien
für  Schüler  aus  dem  Bürgerstande,  die  zur  Universität  abgehen,  und
wobei  Juristen  besonders  zu  berücksichtigen  sind,  c)  Ein  gleiches  Legat
erhielt  das  Fri  e  brich  -  Wi  l  h  e  lms  -  Gymn  a  si  um.  'Es  beträgt
1000  Thlr.  und  es  wird  gewährt  aus  demselben  „ein  Viatikum  von
20  Thlr.  dem  in  den  Wissenschaften  und  in  der  lateinischen  Sprache
geschicktesten  und  gesittetsten  unter  den  bedürftigen  Abiturienten  bürgerlichen ­
  Standes,  vorzüglich  einem  die  Rechte  studirendeu."  Ferner  wird
ans  diesem  Legate  ein  Universitäts  -  Stipendium  gezahlt,  welches  ans
zwei  Jahre  einem  Schüler  des  Gymnasiums,  der  die  beste  und  zugleich
auch  selbstausgearbeitete  lateinische  Rede  hält,  verliehen  wird.  —  Endlich
legirte  v.  Oelrichs  d)  dem  Friedrichs-Werderschen  Gymnasium
500  Thlr.,  wovon  «die  Zinsen  mit  20  Thlr.  demjenigen  Schüler  ge-
        <pb n="510" />
        503

Üben  werden  der  bei  der  öffentlichen  Prüfung  die  beste  lateinische
à  hà  Seme  Blbl.othek  vermachte  Oelrichs  e)  ber  Universität
WMZWşş
v-  Oelrichs-Stiftung.
MMWZW
Sàļ-N  semes  -h-m-l,,-»  R-gtm.nts  mit  nützliche»  Weil,nach,sgaden
Wilh.  O  e  l  S  ņ  e  r,
Rittergutsbesitzer  auf  Sasterhausen,  früherer  Besitzer  der  Tuchfabrik
und  Wollspmn-Anstalt  zu  Trebnitz  legirte  1862  zur  Vertheiluna  an
die  Armen  des  letzteru  Orts  1000  Thlr.  Demnächst  vermachte  er  der
Psarrürche  daselbst,  an  welcher  er  durch  eine  lange  Reihe  von  Jahren
(Yi'in  Vu 1  i''  England  vielfach  ciiigcnéietcii  Ans,alti»  dikser  Art
T,  |)  f  Industrikschul-  für  Mädchen  6000  Thlr,,
LULL  LLLLZLL
à-  e  t  te  rshagen  scher  Stiftungs-Fonds.
KSMM-ZZ

Frau  Offe  nei,

Wittwe  3}  Thl.  zahlt.
/e.  .  .  şşen  ei  fches  Legat.
DK  Zchscn  fà'°n°di?A„^ş'^"'^  Stiftung,  Kapital  100  Thlr,

.  Ņ^old  Offermannsche  Legate.  ,
bim  vormaligen  Notar  Offermann  zu  Köln  (t  1850)  her-
        <pb n="511" />
        504

rührend.  Er  vermachte  für  die  Armen-Kinder-Schule  zu  St.  Aposteln
600  und  für  die  Arbeits-Schule  für  arme  Kinder  in  der  ehemaligen
Agneten-Kapelle  bei  St.  Aposteln  600  Thlr.  ;  die  Zinsen  sotten  zur
Anschaffung  von  Kleidungsstücken,  Unterrichts-Mitteln  und  sonstigen
Nothwendigkeiten  verwendet  werden.  Die  Legate  sollten  erst  nach
dem  Ableben  der  Ehegattin  des  Testators  zahlbar  werden.  Er
vermachte  ferner  seine  Ländereien  im  Werthe  von  4500  Thlr.  der
Armen-Anstalt  in  der  Cäcilien-Straße:  von  den  Einkünften  sollten
jährlich  100  Thlr.  für  den  Dombau  bis  zur  Vollendung  der  beiden
Thürme  ausgezahlt  werden.  Die  Legate  waren  damals  noch  mit  einem
Nießbrauch  behaftet.
Offizier-Wittwen-Kasse.
Das  Reglement  derselbeu,  vom  3.  März  1792,  hat  durch  das  Gesetz
vom  17.  Juli  1865  einige  Umgestaltungen  erhalten,  die  darauf  abzielen, ­
  den  auf  162,000  Thlr.  gestiegenen  Zuschuß  durch  erhöhte  Beiträge ­
  der  vom  1.  Januar  1866  ab  neu  eintretenden  Mitglieder  zu
vermindern.  Nach  dem  neuen  Tarif  zahlt,  wenn  die  Frau  bei  der
Verheirathung  20  Jahr  alt  ist,  der  Mann  wenn  er  25  Jahr  alt  ist,
16  Thlr.  26  Sgr.  wenn  35,  zahlt  er  26  Thlr.  24  Sgr.;  wenn  45,
zahlt  er  43  Thlr.  14  Sgr.;  wenn  55  zahlt  er  74  Thlr.  4  Sgr.  u.
s.  w.  steigend.  Im  Uebrigen  können  Pensionen  von  50—500  Thlr.
Silbergeld  versichert  werden.
Karl  Wild.  Opitz,
Oberförster  a.  D.,  hinterließ  (1858)  der  Orts-Armenkasse  in  Hoyerswerda ­
  1000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  unter  die
Stadt-Armen  vertheilt  werden  sollen.
Oppermann,
Proviantmcister,  setzte  1711  1000  Thlr.  ans,  wovon  die  Zinsen  an  einen
studirenden  Sohn  eines  in  der  St.  Ulrichs-Gemeinde  zu  Magdeburg
ansässigen  oder  wohnhaften  Bürgers  auf  drei  Jahre  verliehen  werden
sollen.  Der  Stipendiat  muß  eine  der  dortigen  gelehrten  Schulen  besucht ­
  haben.  Kollator  ist  das  Kirchen-Kollegium  zu  St.  Ulrich.  Das
Vermögen  der  Stiftung  ist  auf  2475  Thlr.  angewachsen.
Oppermann,
Bürgermeister,  bestimmte  a)  den  Ertrag  der  von  ihm  herausgegebenen
Nachrichten  über  das  Armenwcsen  und  die  milden  Stiftungen  zu
Magdeburg  (1827)  mit  317  Thlr.  zur  Gründung  eines  Predigcr-Wittthums
  bei  der  St.  Katharinen-Kirche.  Das  Kapital  ist  dem
Kirchen-Kollegium  zur  Verwaltung  übergeben,  und  die  Zinsen  sollen
so  lange  zum  Kapital  geschlagen  werden,  bis  sie  jährlich  50  Thlr.  betragen.
1861  war  das  Kapital  auf  727  Thlr.  herangewachsen;  b)  zur  Gründung ­
  eines  Wittthums  bei  der  St.  Johannis-Kirche  überwies  Oppermann ­
  den  Ertrag  der  für  1828  herausgegebenen  Nachrichten  über  das
Armenwcsen  mit  69  Thlr.  dem  Kirchen-Kollegium  dieser  Kirche.  Auch
hier  sollen  die  Zinsen  so  lange  zum  Kapital  gelegt  werden,  bis  dasselbe
        <pb n="512" />
        505

einen  Zinsertrag  von  50  Thlr.  giebt.  Der  Kapitalfonds  hat  sich  bis
ans  228  Thlr.  vermehrt.
Organisten-Wittwen-FondS  zu  Magdeburg,
bei  der  waponifch-reformirten  Kirche.  Er  besteht  in  150  Thlr.,  deren
Zinsen  zum  Kapital  geschlagen  werden.
Or.  OrlovinS,
zu  Königsberg  bestimmte  (1776)  1000  Fl.  zur  Verpflegung  der  im
Collegium  Albertinum  wohnenden  kranken  Studirenden.  Fernere  1000  Fl.
und  300  Fl.  widmete  er  zu  Stipendien  für  bedürftige  Studirende
alternirend  aus  der  Familie  des  Stifters  und  an  Fremde.  Der
Kranken-Fonds  belief  sich  1838  (Koch  II.  556)  auf  925,  der  Stipendien-Fonds
  auf  560  Thlr.
Orphanotrophiuni  zu  Breslau,
auch  „Kurfürstliches  Waisenhaus"  genannt,  für  katholische  adelige  Zöglinge ­
  männlichen  und  weiblichen  Geschlechts  bestimmt.  Im  Jahre  1725
von  dem  Kurfürsten  Erzbischof  von  Mainz,  Bischof  von  Breslau,  Franz
Ludwig,  auf  dem  Dom  daselbst  begründet,  unterhält  und  erzieht  die
Anstalt  aus  der  älteren  Fundation  12  Knaben  und  12  Mädchen.  Aus
einer  neueren  Stiftung  des  Archidiakonus  v.  Strachwitz  von  1806
werden  ferner  8  Knaben  und  8  Mädchen  aufgenommen,  jene  vom  7
bis  zum  14,  diese  vom  7  bis  zum  16  Jahre.  Die  Kinder  werden
vollständig  erhalten,  bekleidet  und  verpflegt,  auch  unterrichtet.  Die
Knaben  werden  bis  zur  vierten  Gymnasial  -  Klasse  vorgebildet  und  zu
ferneren  Studien  unterstützt.  Die  Oberaufsicht  hat  der  Fürstbischof
und  ein  von  ihm  zu  ernennender  Prokurator,  gewöhnlich  der  General-Vikar.
  S.  v.  Kranichstädt.

Thekla  v.  Osinöka,
unverehlicht,  vermachte  vermittelst  letztwilliger  Verordnung  vom  26.  März
1846  den  vierten  Theil  ihres  Hinterbliebenen  reinen  Vermögens  (im
Betrage  von  441]  Thlr.)  zu  einer  Stiftung  für  die  Armen,  und
namentlich  die  des  Pleschener  Kreises,  mit  der  Bestimmung,  daß  das
Kapital  zu  einem  beständigen  Fonds  angelegt  und  der  Zins-Ertrag  den
Armen  gezahlt  werden  solle.

v.  d.  Ost  en-  Man  truffe  lscher  Stipendien-Fonds  zu  Greiffenberg  in
à  -i  i  c»  ..  Pommern.
ÜPi«
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        <pb n="513" />
        506

Osterberger  geistliche  Güterkasse.
Eine  alte  Stiftung,  aus  den  Einkünften  des  ehcuialigen  Bernhardiner
Mönchsklosters  Osterbcrg  (Kreis  Tecklenburg),  deren  '  jährlicher  Ertrag
mit  etwa  1250  Thlr.  den  ev.  Geistlichen  der  Alt-Tecklenburgschcn  Landcstheile
  zn  gute  kommt.  Die  Verwaltung  ist  den  Geistlichen  überwiesen ­
  und  wird  durch  einen  Rendanten  geführt.
Ostermannsche  Stiftung,
bei  der  Universität  Halle-Wittenberg,  von  der  verw.  Pros.  Ostermann,
geb.  Anna  Maria  Strauß  zu  Wittenberg  im  Jahre  1697  mit  200
Thlr.  Kapital  begründet.  Das  Benefiz  soll  der  unbcniittelten  Wittwe
eines  Professors  der  philosophischen  Fakultät  zu  Wittenberg,  in  deren
Ermangelung  der  bedürftigen  Wittwe  eines  Diakoni  oder  Schulkollcgen
zu  Theil  werden  und  ist  von  Demjenigen  aus  der  Faniilie  der  Stifterin, ­
  welche  ihr  zunächst  verwandt  ist,  zu  konferiren.  Wenn  keine
Blutsfreunde  der  Stifterin  mehr  vorhanden  sind,  )o  wird  das  Benesizium
  für  die  Professoren-Wittwen  von  den  Professoren  der  Wittenberger ­
  Fundation  vergeben,  und  können  auch  Wittwen  der  zur  philosophischen ­
  Fakultät  gehörenden  Professoren  der  Wittenberger  Fundation  zum
Genusse  dieser  Unterstützung  gelangen.  Dagegen  ist  in  Ermangelung
einer  perceptionsfähigen  Professoren-Wittwe  von  den  Direktoren  des
Prediger-Seminarii  in  Wittenberg,  anstatt  der  erloschenen  Familie  der
Stisterin,  die  Wittwe  eines  Diakoui  oder  Schulkollegen  zu  ernennen,
welche  dieses  Benefizium  zu  empfangen  hat.  (Koch  1.  450.)
Angnst  Oswald,
f.  Schlesischer  Verein  zur  Heilung  armer  Augeukranken.
v.  Ot  hegraven,
s.  National-Dank.
Mathias  Joseph  Otten,
Priester  zn  Cornelymünster  (+  19.  August  1833)  vermachte  vorbehaltlich ­
  des  lebenslänglichen  Nießbrauchs  seiner  Nichte  den  Armen  der  dortigen ­
  Pfarr-Gemcinde  letztwillig  ein  Kapital  von  700  Thlr.  und  ein
Wohnhaus  im  Werthe  von  480  Thlr.  Die  Verwendung  der  Revcnüen
  zu  Gunsten  der  Hans-Armen  steht  bein  Pfarrer  zu.
Otto,
Geh.  Kommcrzienrath  zu  Stettin,  legirte  ein  Kapital  von  6000  Thlr.,
dessen  Zinsen  zur  Erziehung  dortiger  eximirter  Waisen  sowohl  männlichen ­
  als  weiblichen  Geschlechts  bestimmt  sind.  Die  Verwaltung  der
Stiftung  steht  unter  Aufsicht  der  Regierung.  Vgl.  v.  Plötzsches  Vermächtniß.

Ernestine  Louise  Wilhelmine  Otto,
unverehelicht  zu  Berlin  (t  1843)  vermachte  dem  Hospital  zum  heiligen
Geist  (s.,d.)  4000  Thlr.,  deren  Zinsen  seit  I860  zur  Unterstützung
erkrankter  Hospitalité«  verwendet  werden.
        <pb n="514" />
        507

Joh.  Karl  Otto,
■m
P»shïähbelastet,
  dte  für  andere  Legataricn  auf  die  Dauer  ihres  Lebens  ausaesctzten
  Raten  im  Gesamintbctragc  von  jährlich  3000  Thlr.  zu  leisten.
Justus  Otto,
NLMZrM-Oswald
  Otto,
MSMSW
Overhoff,
f.  Lutherisches  Waisenhaus  zu  Iserlohn.
Overkampsche  Stiftung.
âHae
rigem  Alter  durch  3—-;  ^  slug  Grctfswald  von  7  bis  8jäh^
werden  sollten.  Sie  sou.,»  ^  unentgeltlich  in  der  Schule  unterrichtet
8ZZĶŞ-Der
  ^  kam  pschxģ  Stipendium.
        <pb n="515" />
        508

event,  einem  armen  Studirenden  auf  drei  Jahre  verliehen,  von  denen
er  zwei  auf  der  Universität  Greifswald  zubringen  muß.  Um  die  dritte
Hebung  zu  genießen,  muß  der  Stipendiat  in  den  ersten  Monaten  des
dritten  Jahres  eine  Rede  in  deutscher  und  lateinischer  Sprache  halten,
welche  sich  auf  die  Wohlthaten  der  Augsburgischen  Konfession  bezieht.
Familienglieder  sind  davon  dispensirt.  Von  der  letzten  Hebung  werden
für  den  Dekan  der  philosophischen  Fakultät,  für  die  Pedelle  und  für
den  Druck  der  Rede  einige  Abzüge  gemacht.
Overweg  sches  Brüder-Stift  zu  Naumburg  a.  S-,
1848  von  dem  Kaufmann  Overweg  zum  Besten  seiner  Vaterstadt  begründet, ­
  um  alten  armen  und  kranken  Personen  und  Familien  billige
oder  freie  Wohnung,  nach  Befinden  auch  Kostgeld  zu  gewähren.  Der
Stifter  verwendete  dazu  4000  Thlr.  und  seine  drei  Neffen  trugen  3000
Thlr.  bei.  Die  Verwaltung  des  Instituts  wird  von  dem  Magistrat
geführt.  Das  mit  einem  Kostenaufwande  von  11,818  Thlr.  hergestellte
massive  Stiftshaus  ist  zu  32  abgesonderten  Wohnungen  mit  gemeinschaftlichem ­
  Waschhause  eingerichtet;  der  nicht  gedeckte  Theil  des  Bau-Kapitals
  wird  aus  den  eingehenden  Mieths-Erträgen  verzinset.  Die
Miethe  für  eine  Wohnung  beträgt  11—14  Thlr.  pro  Jahr.  —  Noch
setzte  Over  weg  behufs  Errichtung  einer  milden  Stiftung  zum  Besten
verwahrlosetcr  Kinder  unter  dem  Namen  „Frommer  Liedcr-Segen"
beim  Magistrat  zu  Naumburg  (1856)  2000  Thlr.  aus.  Vgl.  Ni  ebner.

Pädagogisches  Seminar  zu  Breslau.
Ein  königliches  Institut,  welches  die  wissenschaftliche  und  praktische  Ausbildung ­
  für  das  Lehramt  an  höheren  Unterrichts-Anstalten  bezweckt,
und  sechs  ordentliche  und  eine  unbeschränkte  Anzahl  außerordentlicher*
Mitglieder  aufzunehmen  befugt  ist.  Die  ersten,  welche  zwei,  höchstens
vier  Jahre  im  Seminar  bleiben  dürfen,  genießen  Stipendien  von  jährlich ­
  125  Thlr.  und  wüsten  nach  ihrem  Ausscheiden  aus  dem  Seminar
mindestens  drei  Jahre  in  Preußen  im  Schulamte  dienen.  Aufgenommen ­
  können  nur  solche  werden,  welche  entweder  die  facultas  docendi
erworben  oder  in  einem  Kolloquium  die  Ueberzeugung  gewähren,  daß  sic
in  Verlauf  eines  Jahres  solche  zu  erwerben  im  Stande  sind.  Der  einjährige ­
  Aufenthalt  im  Seminar  wird  als  Probejahr  angerechnet.
Pädagogisches  Seminar  zu  Halle.
1695  mit  der  Universität  begründet,  seit  1829  eine  selbstständige  Anstalt ­
  zur  Bildung  künftiger  Lehrer.  Das  Institut  hat  2  Klassen,  deren
Mitglieder  Stipendien  von  70—30  Thlr  beziehen.
Pädagogisches  Seminar  zu  Königsberg,
zur  Ausbildung  von  Lehrern  für  die  Gymnasien  und  Real-Schulen  des
Staats.  Von  den  ordentlichen  Mitgliedern  gehören  4  der  evangelischen,
2  der  katholischen  Konfession  an:  sie  übernehmen  die  Verpflichtung,  bis
zu  3  Jahren  nach  ihrem  Austritt  die  ihnen  von  den  K.  Schulbehörden
        <pb n="516" />
        509

angetragenen  Lehrstellen  anzunehmen  oder  den  Betrag  der  bezogenen
Stipendien  herauszuzahlen.  Stipendium  des  einzelnen  Mitgliedes
200  Thlr.  jährlich.

Pädagogium  des  Klosters  U.  L.  F.  (Kloster-Gymnasium)  zu  Magdeburg.
Die  Anstalt  —  sie  hat  154,000  Thlr.  Kapital-Vermögen  und  28,000
Thlr.  jährliche  Einkünfte  aus  Grundstücken  rc.  —  umfaßt  ein  vollständiges ­
  Gymnasium  und  eine  Erziehungs-Anstalt  für  Gymnasiasten
(Alumnat),  auch  ist  damit  ein  Kandidaten-Konvikt  (s.  d.)  in  Verbindung
  gesetzt.  Das  Gymnasium  steht  unter  Aufsicht  des  Provinzial-Schul-Kollegii
  und  seine  Zöglinge  sind  entweder  Alumnen  (72  Stellen
à  120  Thlr.)  oder  Stadt-Schüler.  Für  Alumnen  sind  20  ganze,  15
drei  Viertel  und  15  halbe  Freistellen;  dürftigen  Stadt-Schülern  kann  das
Schulgeld  (bis  zum  zehnten  Theil  der  Gesammtzahl  der  Stadtschüler)
ganz  oder  zur  Hälfte  erlassen  werden.  Der  Direktor  der  Anstalt  verleiht ­
  die  v.  Klevenowschen  Stipendien  und  eine  Stelle  des  Magdeburger ­
  Freitisch-Fonds  bei  der  Universität  Halle;  aus  dem  Kloster  Bergeschen ­
  Studien-Fonds  erhält  das  Pädagogium  jährlich  200  Thlr.,
wovon  Beneficien  à  50  und  25  Thlr.  an  arme  und  talentvolle  Schülergegeben
  werden.
Pädagogium  zu  PutbnS,

von  dem  Fürsten  Malte  zu  Putbus  1836  auf  Anregung  des  ersten
Direktors  vr.  Hasen  balg  gestiftet  und  theilweise  dotirt;  König  Friedr.
Will).  III.  übernahm  das  Patronat  und  bewilligte  Staatszuschüsse,  die
unter  seinen  Nachfolgern  erhöht  wurden.  Aus  einer  Schenkung  des
Fürsten  i)t  ein  Kapital  von  30,000  ^hlr.  angesammelt  und  ein  zweiöoit
  20,000  Thlr.  in  der  Ansammlung  begriffen.  In  dem  auf
6O  Stellen  berechneten  Alumnat  sind  seit  1849  30  Beneficiatcn-Stellen
gegründet,  (20  königliche,  welche  auf  Vorschlag  des  Provinziat-Schul-Kollegii
  in  Stettin  durch  den  Kultus-Minister,  und  10  fürstliche,  welche
von  dem  Fürsten  zu  Putbus  an  Bewerber  aus  allen  Theilen  der  Monarchie ­
  verliehen  werden).  Der  Fürst  hat  außerdem  das  Recht,  zwei
ganz  freie  Alumnen,  oder  statt  deren  12  Unterrichts-Freistellen  an
Ş°ļ)ne  Putbuscr  oder  auswärtiger  Aeltcrn  zu  vergeben.  Vollzahlende
Kost""m!/^îchîen  20^Thlr.  jährlich,  die  Beneficiaten  haben  80  Thlr.
IMP

.  Ņaul  Paetsch,
Pfarrer  ui  Kuntzen  widmete  (1776)  3000  fl.  zu  einem  Stipendium
.  .  hre  für  arme  Präcentoren-Söhne  aus  Litthauen,  welche  sich
ln  Königsberg  den  theologischen  Studien  widmen  und  hierzu  qualifi-
        <pb n="517" />
        510

zi.ren.  Im  Jahre  1838^  gingen  (Koch  II.  556)  von  1850  Thlr.  «a*
pitaí  74  Thlr.  Zinsen  ein,  von  welchen  der  Stipendiat  70;  Thlr.
erhielt.  3  ’
Paffrath  scher  Fonds,
für  Arme  der  Bürgermeisterei  Asbach  (Kreis  Neuwied).  Kapital
300  Thlr.
Pagenstechersche  Armen  Stiftung  zn  Münster,
1601  begründet,  Kapital  6100  Thlr.:  die  Zinsen  empfangen  zu  '  der
Direktor  des  Gymnasiums  für  arme  studirende  Bürgersinder,  zu  \  weri»cii
  sie  an  Arme,  vorzugsweife  aus  der  Familie  des  Stifters  verwendet. ­

Pa  genstech  er  sche  Studien-Stiftung  zu  Munster,
1601  begründet  zur  Unterstützung  nicht  bemittelter  Studirende«  aus
der  Familie  des  Stifters.  Kapital  3320  Thlr.
Palmsches  Stipendium,
von  der  Apotheker-Wittwe  Palm  geb.  Nit  hak  (f  1832)  iu  Burg
mit  600  Thlr.  begründet.  Die  Zinsen  soll  ein  Studirender  aus  der
Familie  des  ş  Ober-Bürgermeisters  Nithak  geniesten.  DieVerleihung
steht  dem  Magistrat  in  Burg  zu.
Papesche  Stipendien-Stiftung  zu  Osterwieck,
von  dem  Kaufmann  Pape  und  seiner  Gattin  geb.  Broe  1837  mit
1000  Thlr.  fundirt.  Die  Zinsen  sollen  zur  Unterstützung  bedürftiger
Schüler  und  Studireuden  und  jüngeren  Mädchen  verwendet  werden,
dergestalt,  dast  die  Zinsen  an  Schüler  und  Studirende  2  Jahre  hintereinander, ­
  und  sodann  die  Wachsten  2  Jahre  an  junge  Mädchen  bei  ihrer
Verheiratung  zur  Ausstattung  nach  den  Bestimmungen  des  Borstandeü
der  Wittwen-Stiftung  (s.  u.)  ausgezahlt  werden  sollen.  Die  Verwandten
der  Stifter  und  deren  Nachkommen  sowie  die  Verwandten  des  in  OPterwieck
  ş  Posamentierers  Stolberg  und  deren  Nachkommen  sollen  vorzugsweise ­
  Berücksichtigung  finden.
Papesche  Wittwen  Stiftung  zn  Osterwieck.
Von  den  P  ap  eschen  Eheleuten  (s.  o.)  1837  durch  Ueberweisung  eines
Hauses  mit  8  Stuben  und  16  Kammern,  Acker  und  Garten  begründet,
um  Wittwen  oder  auch  bejahrten  Ehepaaren,  die  kinderlos  sind,  oder
deren  Kinder  sich  nicht  mehr  bei  ihnen  befinden,  sowie  auch  älteren  unverheirateten ­
  Frauenzimmern,  durch  Aufnahme  in  das  Stiftungshaus
—  die  anfänglich  für  einen  geringeren,  späterhin  aber,  wenn  aus  den
Miethzinsen  ein  solches  Kapital  gesammelt  worden,  daß  die  zur  Erhaltung ­
  der  Stiftung  erforderlichen  Kosten  aus  den  Zinsen  bestritten  werden ­
  können,  gegen  Entrichtung  eines  Einkaufsgeldes  erfolgen  soll  —
Erleichterung  in  Bezug  auf  ihre  Wohnung  und  zum  Theil  auch  für
ihren  Unterhalt  zu  gewähren.  Mittelst  Testaments  der  Wittwe  Pape
von  1850  wurden  der  Anstalt  nach  4  Morgen  Acker  zugewendet.
        <pb n="518" />
        511

P  appelba  um  scbes  Legat  zu  Berlin
ñMMMS
Parchamsche  Stiftung  zu  Treptow  a  R
MWS8
Emlunstt  durch  bic  von  chm  au«  Mitglieder»  des  Magistrat«  in  Lübeck
besteckten  Bor,tcher.  welche  später  stch  selbst  z„  ergänze»  »ätten,  -rfalg-n
1  «T&amp;gt;  ^bchte  der  zahlreichen  (preußischen)  Familienglieder  nimmt
oer  Magistrat  zu  Treptow  a.  R.  wahr;  ihm  steht  jedoch  nur  die  Prüsung
  der  Legitimation  der  Bewerber,  die  KoLatur  den  Vorstehern  der
P  athesche  Stiftung  zu  Breslau,
pn
P  atfchowskische  Stiftung  zu  Patsch  kau,
Werthe  von  4o'oo  Tnu-  Şcheuer  rc.  bestehendes  Grundstück  im
die  Stadtkommune  gab  4000  Thlr.
¡■um
        <pb n="519" />
        512  .

Konfession  und  einem  von  der  Regierung  zu  bestimmenden  Arzte  christlichen ­
  Glaubens  gebildet  wird.
Pantsche  Legate  zu  Strehlen,
1)  von  Johann  Wilhelm  Paul  herrührend,  für  arme  Kinder,  deren
zur  Zeit  46  (einschließlich  von  6  Lehrlingen)  mit  einem  Aufwande  von
1000  Thlr.  jährlich  unterhalten  und  erzogen  werden.  Vermögen  24,000
Thlr.  ;  2)  von  Christian  Paul,  aus  welchem  Wittwen  von  Geistlichen
und  Lehrern  unterstützt  werden.  Zur  Zeit  erhalten  2  Wittwen  jährlich
133  Thlr.  Fonds  2650  Thlr.
Pantsche  Stiftung  zu  Schmiedeberg.  -
Sie  hat  einen  Fonds  von  565  Thlr.,  aus  dessen  Zinsen  jährlich  20  Thlr.
an  verschämte  Haus-Arme  gezahlt  werden.
Paulinum  zu  Berlin.
Von  einem  Freunde  der  inneren  Mission  zu  Berlin  1863  begründet,
um  sittlich  tüchtigen  und  wohlbegabten  Knaben,  die  sich  dem  evangel.
Kirchen-  oder  höheren  Schuldienste  zu  widmen  gedenken,  die  Erziehung
und  Pflege  eines  christlichen  Elternhauses  zu  bieten.  Der  Stifter  hat
zu  dem  Zweck  ein  Haus  erbauen  lassen,  das  mit  einem  Garten  umgeben ­
  und  im  Innern  wohl  eingerichtet,  für  die  Ausnahme  von  etwa
20  Alumnen  bestimmt  ist.  Den  Unterricht  in  der  Schule  erhalten  die
Zöglinge  in  dortigen  Gymnasien,  in  dein  Institute  aber  empfangen  sic  ’
nach  Bedürfniß  auch  Unterricht  in  der  Musik,  den  neueren  Sprachen  rc.
Das  Paulinum  ist  dem  Central-Ausschüsse  für  innere  Mission  als
Eigenthum  und  zur  Verwaltung  übergeben.  Die  Fortführung  desselben
beruht  auf  den  Pensionsgeldcrn  der  Zöglinge,  doch  giebt  es  schon  jetzt
einige  Freistellen  für  begabte  Söhne  von  solchen  unbemittelten  Lehrern
und  Geistlichen,  denen  die  weite  Entfernung  von  Gymnasial-Städtcn
die  wissenschaftliche  Erziehung  der  Söhne  unmöglich  macht  oder  erschwert. ­

Pauper  Stift  zu  Elbing,
ein  Waisenhaus  mit  40  Kindern.  Vgl.  Pott-Cowleysche  Stiftung.
Pauper-Stift  zu  Tilsit.
Von  dem  Vice-Bürgermeister  Falk  1698  gegründet,  im  Jahre  1800
erweitert,  nimmt  es  sechs  arme  oder  elternlose  Knaben,  die  sich  dem
Studium  widmen  wollen,  auf  und  läßt  sie  freien  Gymnasial-Unterricht
und  die  Unterstützung  der  Stadt  genießen.  Die  Anstalt  steht  mit  dem
Gymnasium  in  Verbindung  und  ein  Lehrer  des  Letzteren  ist  Inspektor
derselben.
Paurmeistersches  Stipendium  zu  Halberstadt.
Eine  alte  Stiftung  von  jährlich  150  Thlr.  Gold  und  90  Thlr.  Kour.
zunächst  für  studirende  Faniilienglieder,  event,  für  andere  bedürftige  und
tüchtige  Studirende  des  Orts.  Kollatorcn  sind  die  Regierung  in  Magdeburg, ­
  der  Präsident  des  Appellationsgerichts  zu  Halberstadt  und  der
Magistrat  zu  Halberstadt.
        <pb n="520" />
        513

11  m"'ìstkr  Hackelbuschsche  Stipendien-Stiftung  zu  Magdeburg,
MZWŅŅ
.  .  Peischold.
Pe  rsker-Stiftung  zu  Berlin.
LMŞ
...  Pels  sche  Stiftung  zu  Recklinghausen.
mmmi
###
r  L
höherer  Stände  errichte?  ""  Pcnslvnat  für  evangelische  Töchter
bacd)ncl,  bic  in  bnn  ¿»»ö#  50  Bögünge
können.  Dieselben  wohnen  /  bl *  15  fahren  Aufnahme  sin^«
wie  mit  den  Gonverna»  ...  :ü  lt .  ben  Vorsteherinnen  und  Lehrern,

wie  mit  den  Gouvernanten"  in b "'  Vorsteherinnen  und  Lehrern,
SÄ  'L..LÄ
«WJWS*!
Ud&amp;gt; *  33
        <pb n="521" />
        514

weiter  gehenden  Leistungen  wird  Gelegenheit  geboten.  Die  Anstalt  sorgt
für  alle  Unterrichts-,  Erziehungs-  und  leiblichen  Bedürfnisse.  Pension
200  Thlr.  jährlich.
Pensions-Anstalt  für  ausgediente  Elementar  Schullehrer  des  Regierungs  Bezirks
Breslau.
Sie  zählte  Ende  1863  1790  Mitglieder  und  97  Pensionaire.  Von
diesen  erhielten  50  eine  Pension  von  40,  4  eine  von  36,  2  eine  von
32,  41  eine  Unterstützung  von  18  Thlr.;  im  Ganzen  wurden  gezahlt
26OO  Thlr.  Jährliche  Beiträge  2700  Thlr.,  Stamm  Kapital  5300  Thlr.
Pensions-Fonds  für  ev.  Geistliche  der  Oberlausitz.
Das  Reglement  desselben  hat  unter  dem  21.  November  1864  die  landesherrliche ­
  Bestätigung  erhalten;  der  Fonds  selbst  hat  die  Rechte  einer
juristischen  Person.  Berechtigt  resp.  verpflichtet  zum  Beitritt  sind  alle
ev.  Geistlichen,  welche  bei  ihrer  Emeritirung  ans  einen  Antheil  an  dem
Einkommen  der  Stelle  gesetzlich  Anspruch  haben,  namentlich  auch  Rektoren ­
  städtischer  Schulen,  welche  gleichzeitig  eine  Prediger-Stelle  verwalten. ­
  Nicht  zum  Beitritt  berechtigt  sind:  1)  Pfarrgehülfen  und
Hülfsgeistliche,  2)  solche  Geistliche,  welche,  wie  Divisions-  und  Garnison-Prediger, ­
  aus  einem  besondern  Pensionsfonds  Ruhegehalt  erhalten.
Der  Zuschuß  von  100  Thlr.  wird  nur  denjenigen  gewährt,  welche  schon
fünf  Jahre  zu  dem  Fonds  Beiträge  gezahlt  haben.  Bis  dahin  erhalt
ein  Geistlicher,  der  im  ersten  Jahre  emeritirt  wird,  Nichts;  im  zweiten
Jahre  erhält  er  20,  im  dritten  Jahre  40,  im  vierten  Jahre  60,  im
fünften  Jahre  80  Thlr.  Die  Beiträge  sind  auf  1  pCt.  des  Einkommens ­
  festgestellt  und  können  dieselben  ermäßigt  werden,  wenn  der  Zustand ­
  der  Kasse  dies  gestattet.  Die  Leitung  des  Fonds  führt  eine  Kommission, ­
  welche  aus  dem  Landcsaltesten  der  Oberlausitz,  dem  ersten
Bürgermeister  der  Stadt  Görlitz  und  ans  dem  in  Görlitz  und  aus  zwei
in  der  nächsten  Nähe  wohnenden  Superintendenten  besteht.  Die  Landstände ­
  der  Oberlausitz  haben  eine  jährliche  Unterstützung  von  200  Thlr.
und  die  Stadt  Görlitz  eine  solche  von  66¿  Thlr.  durch  30  Jahre  bewilligt. ­

Pensions-Kasse  der  städtischen  Lehrer  und  Beamten  in  Berlin.
Ein  in  neuerer  Zeit  entstandenes  Kommunal-Jnstitut.  Bei  Berechnung
und  Feststellung  der  Pension  wie  der  Beiträge  kommen  die  Bestimmungen ­
  des  Gesetzes  vom  28.  Mai  1846  in  Verbindung  mit  den  Koinmunalbeschlüssen
  vom  6.  Sept.  1853  zur  Anwendung.  Nach  diesen
Beschlüssen  werden  den  städtischen  Lehrern  bei  der  Pensionirung  auch
die  Jahre  in  Anrechnung  gebracht,  welche  sie,  vor  ihrer  Berufung  in
den  Dienst  der  Stadt  Berlin,  im  Staatsdienst  oder  int  Dienste  anderer
Kommunen  zugebracht  haben.  S.  Sterbekasse  rc.
Pensions-  und  Invaliden-Fonds  für  Erzieher  der  Kleinkinder-  Bcwahranstalten
zu  Berlin.
Im  Jahre  1839  von  dem  „Vereine  zur  Beförderung  der  Kleinkiuder-Bewahranftalten"
  begründet.  Jeder  Erzieher  des  Vereins  zahlt  monat-
        <pb n="522" />
        515

Mtfl
MUMM
Thlr.  und  5  Wittwen  erhielten  TonTl  cin  Rechtsanwalt  mit  300
Pensions-Berein  der  Rechtsanwrlk  ^
Jahre  I860  nach  dem  M.  1  "  Ji0tave  im  Departement  Paderborn.
feNMw.  ¿  ¿2?  be *  »"  «—  b°g&amp;gt;and°..
Er  besteht  seit  dem  Jabre  ixn  T  bec  Schlesien.
Ş.  auch  Sterbekafse  rc.
33*
        <pb n="523" />
        Pensions-Verein  für  rheinpreußische  Notare  und  Notariats  Kandidaten.
1865  zusammengetreten,  hat  er  die  Rechte  der  juristischen  Person.
Nur  die  Notare  und  Notariats-Kandidaten,  welche  dem  Bercine  sur  das
Notariat  in  Rheinpreußen  jetzt  oder  in  Zukunft  als  ordentliche  Mitglieder ­
  angehören,  haben  das  Recht,  dem  Pensions-Verein  beizutreten.
Die  Mitglieder  zahlen  jährlich  10—15  Thlr.  Sie  haben  Anspruch
auf  Pension,  wenn  ihr  Körper-  oder  Geisteszustand  sie  derart  dienstunfähig ­
  macht,  daß  sie  ihr  Amt  nicht  länger  verwalten  können,  und
dasselbe,  sei  es  freiwillig  oder  gezwungen,  niederlegen,  beziehungsweise
wenn  der  Kandidat  aus  bent  nämlichen  Grunde  zu  keiner  Anstellung
gelangen  kann.  Nach  dem  Ableben  einesMitgliedes  haben  dessen  Wittwen ­
  und  dessen  ledige  Kinder  unter  18  Jahren  Anspruch  auf  Pension,
gleichviel  ob  der  Verstorbene  für  seine  Person  schon  pensiontrt  war,
öder  nicht.  Die  Höhe  der  Pensionen  wird  nach  der  Anzahl  der  Jahre,
für  welche  die  Mitglieder  die  statutgemäßen  Beiträge  entrichtet  haben,
ohne  Rücksicht  ans  Lebensalter  und  Dieustjahre  abgemesien.  Tritt  der
Fall  der  Pensionirung  in  den  ersten  5  Jahren  ein,  so  betragt  die
jährliche  Pension  für  das  Mitglied  100,  für  seine  Wittwe  50  und  für
jedes  Kind  10  Thlr.  Bei  Eintritt  der  Pensionirung  un  6  ten  Jahre
beträgt  die  Pension  110,  resp.  55  und  11  Thlr.,  im  7ten  Jahre  120,
resp.  60  und  12  Thlr.  und  so  fort  in  der  Weise,  daß  mit  jedem  fernern ­
  Jahre,  für  welches  der  Beitrag  erfallen  ist  und  bezahlt  wird
des  ursprünglichen  Satzes  hinzukömmt.  Die  Pension  darf  das  vierfache ­
  dieses  'ursprünglichen  Satzes  nicht  übersteigen.  Pensionsbercchtigte
Kinder,  welche  beide  Eltern  durch  den  Tod  verloren  haben,  und  solche,
deren  überlebende  Mutter  von  Tisch  und  Bett  getrennt  oder  geschieden
war,  erhalten  das  Doppelte  der  ihnen  sonst  zustehenden  jährlichen  Pension, ­
  jedoch  auch  nicht  mehr,  als  das  Lierfachc  des  einfachen  ursprünglichen ­
  Satzes.
Pensions-Zuschußkasse  für  die  Musikmeister  der  Preußischen  Armee.
1859  von  Wie  pre  cht  ins  Leben  gerufen  und  seitdem  hauptsächlich
durch  die  von  ihm  und  andern  Musikmeistern  des  Heeres  veranstalteten
Konzerte  mit  Fonds  versehen,  hatte  sie  im  Jahre  1864  bereits  ein
Kapital  von  19,000  Thlr.  Jeder  Musikmeister  ist  verpflichtet,  monatlich ­
  1  Thlr.  Beitrag  und  jährlich  ein  Konzert  von  seinem  Musikkorps
rum  Besten  des  Fonds  zu  geben.  Vom  1.  April  1862  ab  erhielten
die  ersten  5  pensionirten  Musikmeister  eine  jährliche  Unterstützung  von
25  Thlr.  Die  Beiträge  steigen  je  nach  den  Bcitragöjahren  der  Mitglieder. ­
  Zu  der  Kasse  gehörten  im  Jahre  1862  140  Musikmeister.
Es  wird  beabsichtigt,  mit  dem  Institut  eine  Wittwen-  und  Waisen-Unterstützungskasse
  zu  verbinden.
Gerson  Perez,
Rentier  zu  Königsberg  i.  d.  Neumark  (t  1855)  legirte  der  jüdischen
Gmeinbe  base#  ^  3"#  ^  ^  Ginning  emet
Krankenstube  für  arme  nnverheirathete  jüdische  Glaubensgenossen  beiderlei ­
  Geschlechts  bestimmt.
        <pb n="524" />
        517

Wittwe  Perrier
M-MMM-Ñ
_  P-l&amp;gt;-l°î,i-Slift,n  Paà.
v ~  Şâ,°ck  von  200  Thlr.  enļhalten  sind.  ,805  wurde  ein  ,wà
DKMMLLS
IR^  ,  „  .  Pestalozzi-Stiftung  zn  Moers.
Ş8ZZ
Zum  Vereins-Organ  ist  Maitner  als  Agenten  ernannt.
SssSs'lÜl
        <pb n="525" />
        518

Pestalozzi  Verein  für  die  Provinz  Sachsen,
1862  begründet,  zählte  er  1865  3190  Mitglieder  (2410  ordentliche
und  780  Ehren-Mitglieder).  Gesarmnt-Einnahme  4259  Thlr.,  Ausgabe ­
  an  Wittwen  und  Waisen  2557  Thlr.  Unterstützt  wurden  206
Waisen  und  177  Wittwen;  manche  Familie  konnte  mit  30  und  40  Thlr.
bedacht  werden.  Der  Central-Vorstand  hat  seinen  Sitz  in  Halle.
Peterinannsche  Stiftung  zn  Wangcrin.
Bon  dem  Kämmerer  P  e  te  rnl  an  n  1824  mit  25  Thlr.  begründet.  Das
Kapital  ist  auf  Zinsen  ausgethan  und  zu  150  Thlr.  herangewachsen.
Es  soll  nach  der  Absicht  des  Stifters  bis  zum  Jahre  2016  stehen  bleiben ­
  und  dann  bis  auf  102,400  Thlr.  vergrößert  sein.  Die  Hälfte
dieser  Summe  erhalten  die  Petermannschen  Nachkommen,  und  die
Zinsen  der  anderen  Hälfte  sollen  zu  wohlthätigen  Zwecke  verwendet
werden.  Alle  16  Jahre  findet  eine  Stiftungs-Feier  durch  Speisung
von  Orts-Armen  statt,  zu  welcher  die  Zinsen  des  laufenden  Jahres
theilweise  verwendet  werden  sollen.
v.  Petersdorffsche  Stiftung,
bei  Gelegenheit  der  25jährigen  Amts-Jubelfeier  des  Landraths  von
P  eter  sdorff  zu  Züllichau  "hatten  die  Freunde  und  Verehrer  desselben
eine  Sammlung  Behufs  Gründung  eines  Kreis-Krankenhauses  veranstaltet, ­
  welche  nahe  an  2000  Thlr.  ergab  und  dem  Jubilar  unter  dem  '
Namen  einer  „v.  Petersdorffschen  Stiftung"  zur  Verfügung  gestellt
wurde.
Pe  terso  n-Crain  er  sches  Legat.  ,
Die  1851  in  Stettin  f  Ehegattin  des  Stadtrichters  Cramer,  geb.
Peterson,  hinterließ  35,000  Thlr.  zu  einer  milden  Stiftung,  deren
Zinsen  an  25  vaterlose  unverheirathete  Töchter  von  Predigern  und  von
Ober-Offizieren  des  stehenden  Heeres,  welche  im  Regierungs-Bezirke
Stettin  geboren  sind,  vom  zurückgelegten  35  sten  Lebensjahre  an  zn
gleichen  Theilen  alljährlich  vertheilt  werden  sollen.  Die  Stiftung,
welche  unter  dem  17.  November  1851  die  landesherrliche  Bestätigung
erhalten  hat,  war  zur  Zeit  nur  eine  eventuelle,  indem  den  Abkömmlingen ­
  der  Stifterin  der  Nießbrauch  an  dem  Nachlasse  zusteht.  Die
Verwaltung  der  Stiftung  steht  der  Regierung  zu.
Petri-Stift  zu  Höxter,
s.  Evang.  Erziehungs-Anstalt.
Petsch,
Demoiselle,  setzte  1817  der  Sch  indlerscheu  Legatenkasse  (s.  d.)  10,000
Thlr.  aus,  von  deren  Zinsen  christlichen  vaterlosen  Töchtern  beider  ev.
Konfessionen  bis  zu  ihrem  18tcii  Jahre  je  25  Thlr.  jährlich  Unterstützungen ­
  zu  gewähren  sind.
Pfarr-  und  Schulkasse  des  Kreises  St.  Wendel.
Durch  die  Herzoglich  Coburgsche  Regierung  1824  ins  Leben  gerufen
und  mit  verschiedenen  Einnahmen,  auch  mit  dem  Ertrage  einer  bei
        <pb n="526" />
        519

■
pfeiffersche  Stiftung  (Elisabeth-Stift)  zu  Brieg
MM
Betrag  der  Revenüen  sM  ,  uerung  verabreicht  werden.  Der  Mchrdatisten
  -  Stelle  errichtet  ^ 0l . lbê  geschlagen  nnd  eine  neue  Fun-Thlr.
  vermehrt  hat.  Jede  ,°  ber  Fonds  um  1000
geld  von  50  Thlr.,  und  10  Ä^^ende  Person  zahlt  ein  Eintritts-
        <pb n="527" />
        520

die  Aufsicht  dem  Magistrat  zustehen.  Legat  der  Fräulein  v.  Berville
(f  1863)  von  500  Thlr.
Pfennig-Verein  zu  Breslau.
Dieser  Frauen-Verein,  bereits  seit  dem  Jahre  1848  bestehend,  unterstützt ­
  arme  Schulkinder  aller  Konsessionen  dadurch,  daß  er  ihnen  Schul-Materialien
  oder  Kleidungsstücke  verabreicht,  armen  Schülerinnen  der
Unterrichtsstunden  für  weibliche  Handarbeiten  Materialien  zur  Anfertigung ­
  solcher  Arbeiten  gewährt  und  sie  dafür  bezahlt,  und  endlich  für
arme  Kinder  in  geeigneten  Fällen  das  Schulgeld  entrichtet.  Um  dies
thun  zu  können,  zahlt  jedes  Mitglied  des  Vereins  monatlich  21  Sgr.
(täglich  1  Pfennig),  wofür  ihnen  das  Recht  zusteht,  arme  Kinder  zur
Betheilung  mit  Kleidungs-Gegenständen  vorzuschlagen.  1863  wurden
324  Thlr.  für  Stoffe  und  fertige  Kleidungsstücke,  44  Thlr.  auf  Arbeitslöhne ­
  und  47  Thlr.  zur  Zahlung  von  Schulgeldern  für  arme
Kinder  verwendet.  Zahl  der  Mitglieder  270.
Pfingstensche  Stiftung,
von  dem  Bürgermeister  Gabriel  Pfingsten  zu  Vilich  (Bonn)  für
Arme  der  dortigen  Bürgermeisterei  1853  mit  1500  Thlr.  Kapital  begründet. ­

Pflanz-Schönwalder  Stiftung  zu  Goldberg,
für  hülfsbedürftige  Abkömmlinge  der  Stifter  und  ihrer  Verwandten
event,  für  verarmte  Goldberger  Einwohner.  Sie  besteht  angeblich  seit
1537.  Sowohl  die  Testamentarien  als  der  Magistrat  führen  ein  Stamntbuch
  über  die  Verwandten  der  Stifter.
v.  Pfuelsches  Bürger-Legat,
eme  in  Groß-Salze  bestehende  alte  Stiftung  für  arme  Schulkinder.
(Hermes  II.  51.)
Pheilsche  Schul-Legatenkasse  zu  Schievelbeiu.
Sie  hat  485  Thlr.  Kapital,  wovon  die  Zinsen  auf  2  Jahre  an  arme
Studirende  gegeben  werden  können.
Philautropia  zu  Köln,
Ein  Privat-Verein  zur  Heranbildung  armer  Knaben,  besonders  solcher,
die  der  Gefahr  der  Verwahrlosung  ausgesetzt  sind.  1861  wurden  14
neu  aufgenommen,  8  als  Gesellen  entlassen;  56  verblieben  noch  in  der
Obhut  des  Vereins.  Der  letztere  erhält  seine  Mittel  durch  Beiträge
der  Mitglieder  und  sonstige  freiwillige  Gaben.
P  h  i  l  i  p  s  b  o  r  n  sche  Armen-Stiftuug,
von  der  ş  verw.  Geh.  Räthin  Philipsborn  geb.  Kästner  in  Berlin
1852  errichtet.  Sie  vermachte  a)  der  Armenkasse  zu  Schwedt  1000
Thlr.,  deren  Zinsen  mit  50  Thlr.  jährlich  an  15  wirklich  hülfßbedürftigen
  Personen  als  Holz-Unterstützung  in  gleichen  Theilen  zu  zahlen
sind;  b)  dem  Hospital  in  Schwedt  1000  Thlr.,  deren  Zinsen  jährlich
am  3.  Februar  an  die  im  Hospital  befindlichen  Personen  gleichmäßig
vertheilt  werden  sollen.
        <pb n="528" />
        521

Karl  Konrad  Ludwig  Philips  born
»M
Phullsches  Stipendium  zu  Potsdam.
WMMUMZ
àlwificnschasten  (Baukunst,  Pharmacie,  Thierarzneikunde,  Mechanik  rc  )
l Cb0d) -  mit  Ausschluß  der  letztern,  wenn  sich  Konkurrenten  der
Hofrath  Pichtsche  Armen-Stiftung,
P  i  cksches  Legat,
ĢSS
wai
        <pb n="529" />
        522

theilweise  aber  zur  Unterhaltung  des  Gebäudes  dienen  sollen,  ausgestattet. ­
  Eine  ähnliche  Stiftung  bestand  hier  seit  1709,  ist  aber  wegen
Unzulänglichkeit  der  Fonds  eingegangen.
Pieschelsche  Erziehungs-Anstalt  zu  Burg.
Von  dem  1821  in  London  f  Kaufmann  Karl  August  Gottfr.  Picschel
  gestiftet  und  am  4.  Juli  1831  eingeweiht.  Sie  ist  bestimmt  für
vcrwaiscte  oder  mittellose  Kinder  christlicher  Eltern  evang.  Glaubensbekenntnisses, ­
  welche  aus  Magdeburg  und  der  nächsten  Umgebung  dieser ­
  Stadt  gebürtig  sein  müssen,  und  vornehmlich  zu  tüchtigen  Handwerkern ­
  vorgebildet  werden  sollen.  Zur  Errichtung  und  Erhaltung  dieser
Stiftung  sind  33,333  Pfund  Sterling  (etwa  230,000  Thlr.  Preuß.
Cour.)  ausgesetzt  und  die  Neffen  des  Stifters  (Gebr.  Karl  Friedrich
und  Friedrich  Christian  Dietrich  Pieschel)  und  deren  männliche  Descendenten ­
  zu  Administratoren  bestellt.  Das  Oberaussichts-  Necht  des
Staats  wird  durch  den  Ober-Präsidenten  der  Provinz  Sachsen  ausgeübt. ­
  Dem  für  die  Anstalt  erbauten  Erziehungshause  steht  ein  Inspektor
vor,  auch  ist  daniit  eine  Schule,  aus  zwei  Klassen  bestehend,  verbunden, ­
  worin  die  Zöglinge  von  angestellten  Lehrern  den  nöthigen  Schulunterricht ­
  erhalten.  Die  Zahl  der  aufzunehmenden  Kinder  war  auf  60
(48  Knaben  und  12  Mädchen)  festgesetzt;  da  sich  jedoch  der  Fonds  der
Anstalt  durch  Zinsenzuschläge  ansehnlich  vermehrte,  so  ist  im  Laufe  der
Zeit  mit  Erweiterung  der  Anstalt  vorgegangen  worden.
Pieschelsche  Stiftung  zu  Tangermünde,
von  der  Wittwe  des  Oberamtmann  Pieschel  geb.  Garn  resp.  deren
Erben  1831  begründet.  Die  Zinsen  von  580  Thlr.  sind  zur  Unterstützung ­
  der  Armen  in  Beträgen  von  höchstens  2  Thlr.  jährlich  zu
verwenden.
Piesch  elsches  Legat  zu  Magdeburg.
Von  dem  Kaufmann  George  Wilhelm  Pieschel  und  dessen  Ehegattin
geb.  Faulwasser  herrührend;  die  Zinsen  von  4000  Thlr.  sind  zur
Vertheilung  an  Hausarme  der  Stadt  Magdeburg  bestimmt.
Pieschelsches  Prediger  Mitthun,  zu  Magdeburg.
Kaufmann  Georg  Wilhelm  Pieschel  (t  1807)  setzte  der  h.  Geistkirche ­
  2000  Thlr.  Gold  ans:  die  Zinsen  davon  sollen,  nach  Abzug
von  10  Thlr.  Gold  für  die  Kirche,  unter  die  Prediger  und  Prediger-Wittwen
  derselben  an  seinem  Todestage  (26.  April)  gleichmäßig  vertheilt ­
  werden.
Pietzersche  Stiftung  zu  Tangermünde,
von  dem  Bürgermeister  Pietzer  1716  begründet.  Die  Zinsen  von
50  Thlr.  werden  an  die  Geistlichen  vertheilt.
Pirschersches  Legat,
von  dem  Apotheker  Pirsch  er  in  Krossen  herrührend.  Die  Zinsen  von
1000  Thlr.  werden  zu  Armen-Unterstützuugen  à  10  Sgr.  bis  1  Thlr.
verwendet.
        <pb n="530" />
        523

■
Hitzsch  kesches  Vermächtniß  ,u  Wettin.
ESUMWr
von  dem  Magistrat  iņ  Stipendium.
Thlr.  (Hermes  II.  ^"edlmburg  zu  vergeben.  Betrag  jährlich  25

Das  von  der  Kirchcnfàik^"^Şt'stnng  zu  Niederehe  (3  .
Zinsen  werden  an  die  LLj™ 0 ^  Kapital  beträgt  200  Thlr.

(Dann).

Zinsen  werden  an  di!  Kapital  beträgt  200  5
cr  Artigen  Pfarrei  vertheilt.
de»  Gebrüdern  S°ļ°b  °
!"  und  Berlin  1865  ^  u " b  Ģustao  Plaut,  Banquiei
50  Jahren  durch  ihren  •  Reibenden  Erinnerung  an  die  Di
ñL?..  MMfÄïÄa
ģ  b  b "ìch  den  Magistrat  von  Nordhaus,
        <pb n="531" />
        524

als  ein  von  allen  übrigen  Stiftungen  abgesonderter  Fond,  frei  von
der  Kontrole  der  Stadtverordneten  und  der  der  Aufsichtsbehörde  verwaltet. ­
  Die  aufkommenden  Zinsen  sollen  jährlich  an  arme  Leute,
welche  in  Nordhausen  ortsangehörig  sind,  vertheilt  werden  und  zwar,
soweit  thnnlich,  die  eine  Hälfte  am  23.  Tage  des  Monats  Schcwat
(Todestag  des  Vaters,  zwischen  22.  Januar  und  22.  Februar)  an
Personen  jüdischen  Glaubens  und  die  andere  Hälfte  am  28.  August  an
Christen.  Aeltere  Leute  sollen  vorzugsweise  berücksichtigt  werden.  Zwei
gleiche  Stiftungen  sind  für  die  Städte  Berlin  und  Leipzig  fundirt.
Franz  Plitz  ko,
kath.  Pfarrer  zu  Twardawa  (Neustadt  Oberschl.)  (t  1859)  vermachte  den
Armen  seiner  Parochie  ‘  seines  Nachlasses  mit  15  1900  Thlr.  Ter
Erb-Antheil  soll  durch  das  Kirchcn-Kollcgium  wie  die  Pfarrer  D  ame  cksche
  Fundation  verwaltet  und  der  Zins-Ertrag  jährlich  am  Todestage
des  Erblassers  zu  gleichen  Theilen  an  die  Armen  nach  der  Bestunmung
des  Orts-Pfarrers  vertheilt  werden.
Plocksches  Vermächtnis  zu  Posen.
Die  Möbelhändler  Jakob  und  Jette  Plockschen  Eheleute  bestimmten
(1842)  der  jüdischen  Gemeinde  daselbst  eine  immerwährende  lahrlichc
Rente  von  300  Thlr.  wovon  a)  50  Thlr.  der  jüdischen  Waiscnknaben-Anstalt,
  wenn  aber  eine  Waisenmädchen-Anstalt  ins  Leben  treten  sollte,
der  letzteren;  b)  50  Thlr.  zur  Anschaffung  von  Brennmaterial  für  die
Ortsarmen:  c)  50  Thlr.  den  jüdischen  armen  Gelehrten  zur  Bekleidung; ­
  d)  150  Thlr.  den  armen  Verwandten  der  Erblasicr  weiblichen
Geschlechts  zur  Ausstattung  gezahlt  werden  sollen.
v.  Plötzsches  Vermächtnis
Es  bestand  1800  in  einem  Kapital  von  200  Thlr.,  besten  Zinsen  an
di-  armen  eŗimirtcn  »ittrccn  und  Waisen  der  Stadl  St-tt„,  v-rabr-echt
werden  foUtcn.  Rach  dem  Wille»  de»  Stifters  sollte  die,-s  Bern,achtn,fi
mit  den,  Ottaschen  (f.  Otta)  verblenden  werden.
HanS  Ernst  v.  Plötz,
Oberst-Lieutenant,  legte  seinen  Fideikommiß-Erbcn  (1781)  kodicillarisch  die
Verpflichtung  auf,  zur  Unterweisung  der  Kinder  der  Unterthanen  in  der
Schule  zu  Stregoni  und  Bresow  (Kammin)  jährlich  10  Thlr.  herzu-^
 e ^ CU '  v.  Podewilssche  Hospital-Stiftung.
Von  dem  Feldmarschall  Grafen  v.  Po  dew  ils  1696  in  dem  Dorfe
Gnmqrn  (^#6  G#%c)  crrici,tct,  1839  mit  micm  »c»cn  SW.d
versehen.  Die  Anstalt,  im  letzteren  Jahre  mit  einem  Kapital-Vermögen  von
6725  Thlr.  versehen,  nimmt  12  Hospitaliten  auf,  welche  mit  Frau
und  Kindern  Wohnung,  ohne  Heizung  und  Beleuchtung  erhalten,  ihnen
auch  vierteljährlich  vorschußweise  ein  Armcngeld  zahlt.  Aufnahmefähig
sind  60  jährige  oder  erwerbsunfähige  unbescholtene  Umte  aus  den
^0^"  Granen,  Gummern»,  Wb  ^,,3,9,  W*,  @d)maT3m
        <pb n="532" />
        525

uiib  Buckow.  Die  Anstalt  hat  einen  Hausvater,  Rendanten  und  in
der  Person  des  Grundherrn  von  Crangen  einen  Kurator.
_  v-  PodcwilSsches  Legat  zu  Eräugen  (Şchlawe).
btttn
*•  Podewilssches  Legat  zu  Suckow  (Schlawe)
Ņ-m-n  der  G.m.ind.  mr.h.tt.
b.  ÿob(^^Iöí4(ë  Staat  ),I  3ß.  SWbigec
Pöiiitenten-Rekollektinnen-Kloster  zu  Eupen.
Frauen-Kloster  und  Mutter-Anstalt  für  weiblichen  Schul-Unterricht
der  in  einem  Pensionat,  einer  höheren  Töchtcr-Schule  und  in  der  Gemeià-Schule
  ertheilt  wird.  Die  Zahl  der  Mitglieder  beläuft  sich
Pöschsche  Stiftung  zu  Thorn,
für  arme  Beflissene  des  Maurer-  und  Zimmergewerks,  von  dem  dort
1-  Maurermelstcr  Z&amp;gt;ösch  1849  mit  2000  Thlr.  begründet.  Die  Zinsen
'à  arme  Jünglinge  aus  den  Städten  Thorn  und  l'übbcn,
,  ’L  f sl i  Maurer-Handwerk  erlernen  oder  erlernt  haben  und  sich
zum  Besuche  einer  Gewerbschule  qualificircn.,  event,  für  Beflissene  des
Karl  Fr.  Pogge,
SZWM
Kaufmanns-  Aeltcster  mih  #*'1  ^
(t  1856)  vermachte  her  Unb  Schul-Vorsteher  zu  Landshut
atais  “■  «s
1781  ,  ,  ^"'gksche  Stipe,Wien  Stiftung  zu  Görlitz.
Di.  S.ipmdik,,  à
        <pb n="533" />
        526

mals  Sächsischen  Landestheilen  und  zwar  für  Verwandte  der  Stifterin
bis  zum  7.  Grade.  Sie  betragen  100  Thlr.  jährlich  und  sind  nicht
nothwendig  an  besondere  Bedürftigkeit  geknüpft.  Die  Verwaltung  und
Verleihung  der  4  Stipendien  steht  den  Kommunal-Landständen  zu.
Poldtsche  Stiftung,
bei  der  Universität  Halle-Wittenberg,  von  Mathias  Poldt  herrührend.
Das  Stiftungs-Vermögen  betrug  ursprünglich  1333  ‘  Thlr.,  aus  deren
Zinsen  ein  Stipendium  für  Studirende  evangelisch-lutherischer  Konfession, ­
  vorzüglich  aus  der  Familie  des  ev.  Predigers  Andreas  Torkos
zu  Raab  gebildet  werden  soll.  Wenn  sich  keine  Studirende  aus  biefrv
Familie  melden,  so  können  andere  eigentliche  Ungar»,  vorzüglich  Prediger-Söhne ­
  und  in  deren  Ermangelung  deutsche  zur  Perzeption  gelangen. ­
  Slowaken,  Wenden  und  Kroaten  sind  ausgeschlossen.  Die
Dauer  des  Stipendi!  ist  aus  3  Jahre  und  länger  bestimmt.  Wenn
das  Stipendium  erledigt  bleibt,  werden  die  Zinsen  gesammelt  und  demjenigen ­
  zugelegt,  was  der  nächstfolgende  Perzipient  zu  erhalten  hat.
Die  Zinsen  des  Stammkapitals  betrugen  1838  144  Thlr.  (Koch  I.
S.  448).
Poledniksches  Armenhaus  zuin  h.  Joseph  in  Lissek  (Rvbnik),
von  dem  kinderlosen  Rittergutsbesitzer  Joseph  Benedikt  Poleduik
1852  begründet.  Er  schenkte  dazu  123  Morgen  Areal  nebst  den
darauf  erbauten  Wohn-,  Wirthschafts-  und  Kapellen  Gebäuden  und  in
verschiedenen  Kapitalien  2820  Thlr.  Die  Stiftung,  eine  katholischkirchliche ­
  Wohlthätigkcits-Anstalt,  wurde  zur  Versorgung  bejahrter  Armen
und  zur  Erziehung  verwaiseter  Kinder  katholischer  Konfession  zunächst
aus  gewissen  Familien  und  Ortschaften  bestimmt,  eventuell  auch  die
Aufnahme  anderer  katholischer  Kinder  gegen  billige  Bergütigung  gestattet. ­
  Die  innere  Verwaltung  wurde  barmherzigen  Schwestern  anvertraut, ­
  die  Vertretung  nach  außen  fünf  Kuratoren  oder  Vorstehern,
nämlich  dem  jedesmaligen  Besitzer  resp.  Nutznießer  des  (eventuell)  zum
Familien-Stammgute  bestimmten  Gutes  Lisfck,  dem  Orts-Pfarrer,  dem
Inhaber  der  mit  einer  besonderen  Dotation  versehenen  Armenhanö-Rendantcn-Stelle
  und  zwei  von  den  Eingesessenen  gewählten  Mitgliedern;
die  Oberaufsicht  und  Leitung  steht  dein  Fürstbischöflichen  Stuhle  zu.
In  Erweiterung  der  Zwecke  des  Instituts  bestimmte  der  Stifter  (1854),
daß  in  der  Anstalt  neben  dem  Unterhalt  und  der  Verpflegung  alter
Leute  ohne  Beschränkung  der  Abstammung  oder  des  Geburtsortes  der
Kinder  Mädchen  unter  20  Jahren  aufgenommen,  verpflegt  und  erzogen
würden  und  der  Unterricht,  resp.  die  Erziehung  sich  nicht  blos  auf
Hauöhaltnngs-  und  sogenannte  weibliche  Arbeiten  beschränken,  sondern
auch  auf  sonstige  technische,  sowie  auf  geistige  und  religiöse  Ausbildung
ausdehnen  solle.  Zugleich  schenkte  der  Stifter  der  Anstalt  ein  Hypotheken-Kapital
  von  2000  Thlr.,  indem  er  sich  den  Zinsgenuß  davon  für
seine  Lebenszeit  vorbehielt.  —  1861  bestimmte  der  Stifter  ferner,  daß  die
Armenversorgung  in  baaren  Geld-Unterstützungen  bestehen,  die  Anstaltsgebäude ­
  aber  lediglich  für  Mädchen-Erziehung  benutzt  werden  sollten;
        <pb n="534" />
        '  527.
griebianb(Oßhr)
P  Ä\â»„ 50 »ä^e, C ^b Sttta9 ' î,,m  ®' stt "  bre  P'°-r°"Wl..w°u
Polizei-Ştrafgelder.Fonbs.
*
°Şch.-  .000  mst.
tungen  und  bcitt  Senior  din  «  ,  &amp;gt;  Berwollung«v°r&amp;gt;ļande  der  Stif-'
  ^°ll-chsch-n  Geschlechts  (Loch  I.  443).
        <pb n="535" />
        528

Polst,
Rittergutsbesitzer  zu  Mittel-Lobendau  hinterließ  (1860)  der  dortigen
ev.  Kirche  250  Thlr.,  deren  Zinsen  alljährlich  am  S.  März  an  würdige
Mitglieder  .der  Gemeinde  Mittel-Ļobendau  (Hainau)  von  dem  Pfarrer
vertheilt  werden  sollen.
Polytechnische  Gesellschaft  zu  Berlin.
Sie  ist  1839  begründet,  zählt  etwa  800  Mitglieder  und  hat  ein  Vermögen ­
  von  12,000  Thlr.  Ordner  Baerwald.  Sie  hält  eine  Anzahl ­
  wissenschaftliche,  technologische,  gewerbliche  Journale  und  hat  eine
ansehnliche  Bibliothek.  Aehnliche  Gesellschaften  zu  Königsberg,  Stettin  rc.
Polytechnische  Schule  zu  Aachen.
Rach  Inhalt  des  im  Mai  1865  bei  der  Grundsteinlegung  dieser  Anstalt ­
  verlesenen  Dokuments  that  Kronprinz  Friedrich  Wilhelm  den  ersten
Schritt  zur  Gründung  derselben,  indem  er  die  ihm  aus  Anlaß  seiner
Vermählung  von  Seiten  der  Aachener  und  Münchener  Fcuer-Versicheruttgs-Gksellschaft
  (s.  d.)  zur  Verfügung  gestellten  5000  Thlr.  hierfür
bestimmte.  Die  Direktoren  jener  Gesellschaft  beschlossen  daraus,  von
1859  an  jährlich  eine  Summe  von  mindestens  10,000  Thlr.  für  die
laufenden  Ausgaben  dieser  Anstalt  beizusteuern,  während  der  Vorstand
des  Aachener  Vereins  zur  Beförderung  der  Arbeitsamkeit  (s.  d.)  einen
jährlichen  Beitrag  von  5000  Thlr.  für  den  gleichen  Zweck  zu  leisten
beschloß.  Gleichzeitig  faßte  die  Stadtverordnelen-Versammlung  den
Beschluß,  das  Bau-Terrain  im  Werthe  bis  zu  40,000  Thlr.  zu  beschaffen, ­
  so  wie  zu  den  Baukosten  160,000  Thlr.  beizutragen.  Sodann
deponirten  die  Aachener  und  Münchener  Fener-Versicherungs-Gesellschaft
  und  der  Verein  für  Beförderung  der  Arbeitsamkeit  zur  Sustentation ­
  der  Anstalt  das  ganze  nöthige  Sustentations-Kapital  in  geldwerthen
  Papieren  zum  Nominalwerthe  von  332,813}  Thlr.  bei  der
Rcgicrungs-Hauptkassc.  Die  Staats-Regierung  bewilligte  einen  jährlichen ­
  Beitrag  von  10,000  Thlr.,  verlangte  aber,  dag  die  ^tnbt  den
Rest  der  zu  40,000  Thlr.  veranschlagten  Unterhaltungskosten  der
Schule  übernehme,  soweit  dieselben  reicht  durch  das  Schulgeld,  die
Zinsen  des  Sustentations  -  Kapitals  und  den  Staatszuschuß  gedeckt
würden.  Die  Stadt  übernahm  diese  Garantie,  nachdem  aus  jenem
Zins-  und  Koursgewiun  ein  die  Stadt  deckender  Garantie-Fonds  von
100,000  Thlr.  gestiftet  und  der  Stadt  zu  den  von  ihr  überommenen
Baukosten  ein  Beitrag  von  60,000  Thlr.  zugesagt  war.  Am  14.  November ­
  1863  wurde  durch  Kabincts-Ordre  die  Gründung  einer  polytechnischen ­
  Schule  in  Aachen  ausgesprochen  und  ihr  die  Bezeichnung
„Königl.  Rheinisch-Westfälische  polytechnische  Schule"  beigelegt.  Um
das  Institut  auch  weniger  Bemittelten  zugänglich  zu  machen,  begründete
die  Aachen-Münchener  Feuerversicherungs-Gesellschaft  die  Friedrich-Wilhelms-Stiftung"
  mit  20,000  Thlr.
Pommersche  Blinden-Anstalt  für  Knaben.
1850  von  dem  Blindenlehrer  Gröplcr  aus  Halle  als  Privat-Jnstitut
        <pb n="536" />
        ■
Ä*  u  ..  f  t  Pommersche  ökonomische  Gesellschaft.
AŞM-ZZ
DMGWiZ
schen  Adels  bestimmt  ist  un j?  ücr ^aifete  Tochter  des  Pommerdes
  Fonds  auch  auf  bip  W'î^ lC  Theilnahme  an  den  Wohlthaten
ausgedehnt  werden.  (Sá  "^ebenen  von  bürgerlichen  Personen
der  Kategorie  der  Mitglieder  «  Ï* 0  Grundsatz,  daß  zwar  nicht  bei
ÄL?.-*"  Zw'ck/  force  Sommo

oh  dem  Fonds  auf  die  Linteà^  3"  vereiteln,  die  Theilnahme
M  tJL,.  ^fhngmrtcn  K°,-g°-i-n  g-hi-c».  Di-34
        <pb n="537" />
        530

Verwaltung  des  Fonds  steht  dem  Ober-Präsidenten  zu.  Die  Pensionen
werden  vom  Könige  ans  den  Vorschlag  des  Ministers  des  Innern  bewilligt. ­

Pommerscher  Verein  zur  Unterstützung  von  Landwirthschaftsbeamten.
1865  nach  dem  Muster  des  Schlesischen  Vereins  begründet,  macht  der
Verein  es  sich  zur  Aufgabe:  1)  brodlos  gewordenen  Beamten  eine
andere  Stellung  zu  verschaffen;  2)  denselben  während  ihrer  Dienstlosigkeit
  eine  Geldunterstützung  zu  gewähren;  3)  ihnen  bei  Dienstunfähigkeit
eine  Pension  zu  geben  und  4)  ihre  Wittwen  und  Waisen  zu  unterstützen. ­
  Die  jährlichen  Beiträge  der  ordentlichen  Mitglieder  sind  bei
einem  Alter  bis  zu  25  Jahren  2  Thlr.,  von  25—30  Jahren  3  Thlr.,
von  30—35  Jahren  4  Thlr.,  von  35—40  Jahren  5  Thlr.  und  von
40—45  Jahren  6  Thlr.  Als  Ehrenmitglieder  werden  diejenigen  aufgenommen, ­
  welche  einen  jährlichen  Beitrag  von  mindestens  4  Thlr.
oder  einen  einmaligen  Beitrag  von  50  Thlr.  zahlen.  Unterstützungen
gewährt  der  Verein  erst,  nachdem  er  ein,  und  Pensionen,  nachdem  er
fünf  Jahre  bestanden.
Gräfin  P  o  n  i  n  S  k  a  sches  Legat.
Eine  Unterstützung  für  die  Armen  der  Orte  Triebusch  und  Klein-Saul
(Guhrau),  ini  Betrage  von  jährlich  30  Thlr.  Vgl.  v.  Lestwitzsche
Stiftungen.
Poppinssche  Ştipendien-Ştiftung,
Eine  alte  Stiftung  des  Diakonus  Pop  pi  ns  zu  Breslau  für  Söhne
der  Geistlichen  an  den  cv.  Kirchen  zu  St.  Elisabeth,  Maria  Magdalena ­
  und  Bernhardin.  Der  Fonds  (1900  Thlr.)  wird  beim  Magistrat ­
  verwaltet.
Posener  Säkularisations-Fonds.
Er  besteht  aus  den  Einkünften  aufgehobener  Klöster  und  die  zur  Verwendung ­
  für  evangelische  und  katholisch-kirchliche  und  Schulzwecke  bestimmte
Summe  beträgt  jährlich  im  Reg.-Bezirk  Posen  42,700  Thlr.,  im  Regierungs-Bezirk ­
  Bromberg  18,590  Thlr.
PosterioritätS-Stiftung  zu  Breslau.
Von  dem  Kaufmann  Joh.  Kretschmer  1712  begründet.  Er  schenkte
2400  Thlr.  zur  Vermehrung  durch  Zinsen-Zuschlag,  um  einen  Fonds
für  die  Armen-Verpflegung  zu  bilden.  Schon  1844  betrug  derselbe
56,200  Thlr.  Die  Armenkasse  empfängt  einen  Theil  der  Zinsen,  der
Rest  wird  zum  Kapital  geschlagen.  S.  Verein  christlicher  Kaufleute.
Potocki  sches  Stift  zu  Braunsberg.
In  demselben  finden  13  arme  Personen  freie  Wohnung  und  eine  jährliche ­
  Unterstützung  von  je  50  Thlr.
Pott-Low  le,  Stiftung  zu  Elbing.
Der  am  4.  Januar  1821  zu  Elbing  kinderlos  t  Kaufmann  Richard
Cowlc.  der  in  England  von  braven,  aber  nur  unbemittelten  Eltern
geboren  war,  sich,  nachdem  er  als  Knabe  von  5  Jahren  seinen  Vater
        <pb n="538" />
        531

■
Potzernsche  Stiftung,
(Sí.,  Uöi  V  »  .  PourtalLs-FondS.
ŞZWM-@ine
  Smaic  beg
Sparer  mit  125,600  Thlr.  Guthaben  ®‘ C  Ä ^ itC  Gnbe  1861  1393
bei  welchem  jeder  3 “  Wittenberg,
s&amp;amp;G&amp;amp;ras
9  l^U'ch  etwa  2000  Thlr.

34'
        <pb n="539" />
        Prätoriussches  Stipendium  zu  Bernau,
von  dem  Rathe  Paulus  Pratorius  1563  mit  1500  Thlr.  gestiftet;
von  den  Zinsen  soll  die  Halste  für  einen  Studirenden,  die  andere  Hälfte
für  Hausarme,  Hospitaliten  rc.  verwendet  werden.  Das  Stipendien-Kapital
  beträgt  jetzt  2240  Thlr.  und  das  Stipendium  (90  Thlr.)  wird  an
Söhne  aus  der  Familie  des  Stifters,  event,  an  3  Bürger-Sohne  aus
Bernau  bis  auf  4  Jahre  vergeben.  Kollator  ist  der  Magistrat  zu
Bernau.
Graf  Fr.  v.  Praschma,
(t  1860)  vermachte  den  Schulen  der  Stadt  Falkenberg  (Oppeln)  200
Thlr.,  deren  Zinsen  zu  Prämierr  für  die  fleißigsten  Schüler  verwendet
werden  sollen.  Vgl.  St.  Hedwigs-Krankenhaus.
Prauck-Pöppingsches  Legat  zu  Königsberg.
Der  Fonds  beträgt  425  Thlr.  und  der  Geistliche  der  Steindamm-Polnischcn
  Kirche  bezieht  die  Zinsen.
Karl  Prauß,
Schlächtermeister  zu  Breslau  (t  1850)  vermachte  8000  Thlr.  zur  Errichtung ­
  eines  Armenhauses  an  seinem  Geburtsorte  Soppau  (Kreis
Gr.-Strehlitz).  2000  Thlr.  sollten  zum  Ankauf  des  Grundstücks  verwendet ­
  werden.  Das  Dorfgericht  nebst  dem  Pfarrer  und  Schullehrer
haben  die  Verwaltung  der  Anstalt.
Erste  Prausnitzersche  Stiftung  zu  Liegnitz,
begründet  von  dem  im  Jahre  1846  +  Banquier  Raphael  Gabriel
Pr  ausili  tz  er.  Er  ordnete  an,  daß  zum  Bau  der  dortigen  Synagoge
aus  seinem  Nachlaß  5300  Thlr.  an  die  jüdische  (jetzige  Synagogen-)
Gemeinde  verliehen  und  die  Zinsen  à  4  pCt.  in  der  Weise  vertheilt
werden  sollten,  daß  a)  25  Thlr.  für  Vornahme  religiöser  Verrichtungen; ­
  b)  50  Thlr.  an  den  jüdischen  ReligionSlehrer,  damit  er  armen
Kindern  Religions-Unterricht  ertheile;  c)  25  Thlr.  zur  Ausstattung
einer  armen  jüdischen  Braut;  d)  50  Thlr.  zum  Stipendium  für  einen
armen  jüdischen  Studenten;  e)  20  Thlr.  an  den  jedesmaligen  Bürgermeister ­
  für  die  Aufsicht  über  die  Stiftung;  f)  10  Thlr.  zur  Vertheilung
  von  Brennholz  an  christliche  Arme  im  Wohnungsbezirk  des  Testators; ­
  g)  die  übrigen  32  Thlr.  zu  wohlthätigen  Zwecken  verwendet  werden ­
  sollen.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  steht  dem  Magistrat  zu.
Zweite  Prausnitzersche  Stiftung  zu  Liegnitz,
von  der  Wittwe  desin  Liegnitz  f  Banquier  Prausnitzer  jun.,  Louise
geb.  Caro  in  Breslau  begründet.  Sie  überwies  an  Stelle  der  Summen, ­
  welche  sie  bis  dahin  alljährlich  den  Liegnitzer  Armen  zufließen
ließ,  der  dortigen  städtischen  Armenkaffe  zu  einer  Stiftung  unter  der
obigen  Bezeichnung  3000  Thlr.
Prawitzsche  Stiftungen  zu  Straußberg.
Rentier  Prawitz,  Erbe  des  etwa  30,000  Thlr.  betragenden  Nachlasses ­
  seiner  Schwester,  der  verehelichten  Tuchmacher  Zimmermann
        <pb n="540" />
        533

Prediger-Seminar  zu  Wittenberg.
m
König  Friedrich  SBJilWmTfd"  '"Ş-n  G-m-ind-  ,u  0»r,in.
Kochstraße  einen  Bauvlan  '  l$ cnltc  ber  französischen  Gemeinde  in  der
arsa?  %%%%=  bä  as
        <pb n="541" />
        534

Wittwen  der  beiden  ländlichen  Pfarrgemeinden  städtischen  Patronats
in  Gremboczyn  und  Gurske  Theil  nehmen.  Eine  Vermehrung  erhielt
der  Fonds  im  Jahre  1843  durch  5866ş  Thlr.,  welche  Kaufmann
Langwald  den  Wittwen  der  an  den  ev.  Kirchen  in  Thorn  angestellt
gewesenen  Geistlichen  vermacht  hatte.
Prediger-Wittwenhaus  zu  Potsdam.
Diese  Königliche  Anstalt,  von  dem  großen  Kurfürsten  und  seiner  Gemahlin ­
  Dorothea  für  arme  und  fromme  Wittwen  gestiftet,  von  Friedrich ­
  III.  1697  konsirmirt  und  fundirt,  gewährt  24  Wittwen  von  Predigern ­
  und  Schullehrern  einen  Zufluchtsort.  Die  Mehrzahl  dieser  Wittwen ­
  erhält  außer  freier  Wohnung  50  Thlr.  Pension,  nebst  Brennmaterial,
die  übrigen  genießen  freie  Wohnung  und  eine  Entschädigung  für  Brennmaterial. ­
  Die  Aufnahme  wird  durch  den  Grad  der  Bedürftigkeit  und
das  Alter  der  Anwartschaft  bedingt.  Die  Verwaltung  ist  in  den  Händen ­
  eines  geistlichen  und  eines  weltlichen  Inspektors.  Die  Oberaufsicht ­
  führt  die  Königl.  Negierung.  Gesuche  um  Aufnahme  sind  an  das
Jnspektorat  zu  richten.
Prediger-Wittwenkasse  für  die  Grafschaft  Barby,
um  das  Jahr  1700  von  dem  damaligen  Grafen  von  Barby,  Herzog
Heinrich  zu  Sachsen,  Dompropst  zu  Magdeburg  begründet.  Das  Kapital-Vermögen ­
  hatte  sich  bis  1840  auf  etwa  18,000  Thlr.  vermehrt.
Jährliche  Pension  150  Thlr.,  Beitrag  eines  Mitgliedes  jährlich  2  Thlr.;
1842  waren  7  Mitglieder  und  2  Wittwen.  (Hermes  I.  47.  227.)
Prediger-Wittwen-Societät  zu  Burg,
gestiftet  1692  für  die  jetzigen  beiden  Diöcesen  Burg  und  Alten-Plathow.
  Die  Societät,  1838  mit  neuen  Statuten  und  1842  mit  einem
Vermögen  von  21,000  Thlr.  versehen,  bildet  eine  privilegirte  Korporation; ­
  Mitglieder  sind  alle  Prediger,  Pfarr-Adjunkten  und  Emeriti  in
den  genannten  Diöcesen;  Antrittsgeld  20  Thlr.,  pränumerirtes  Sterbefallsgeld ­
  2  Thlr.,  jährliche  Beiträge  2  Thlr.  und  bei  jedem  Sterbefallc
2  Thlr.  Die  volle  Wittwen-Pension  beträgt  jährlich  75  Thlr.,  Kinder ­
  erhalten  gemeinschaftlich  eine  solche  Rate.  Söhne  beziehen  die
Pension,  so  lange  sie  in  der  Lehre  sind,  resp.  bis  zur  Beendigung  des
Universitäts-Tricnttittms,  Töchter  bis  zum  vollendeten  21  sten  Jahre,
wenn  sie  sich  nicht  früher  verheiraten.  Sterbegeld  für  Mitglieder  60
Thlr.  Die  beiden  in  dem  Societäts-Verbande  fungirenden  Superintendenten ­
  bilden  als  Direktor  und  Kondirektor  den  Verwaltungs-Vorstand ­
  der  Societät.
Prediger-Wittwenkasse  zu  Duisburg,
für  die  Prediger  der  größeren  evang.  Gemeinde.  Sie  hatte  1861  ein
Vermögen  von  13,400  Thlr.
Prediger-Wittweukasse  zu  Essen,
ein  kirchliches  Institut,  1732  errichtet.  Die  Wittwe  Huyssen  verniachte
  nämlich  der  cv.  Geineiude  in  Essen  500  Thlr.  zur  Unterstützung
        <pb n="542" />
        535

der  Prediger-Wittwen  des  Orts,  welches  Kapital  sich  seitdem  auf  etwa
6000  Thlr.  vergrößert  hat.
Prediger-Wittwen-  und  Waisenkaffe  des  Fürstenthums  Halberstadt,
1713  begründet.  Mitglieder  sind  sämmtliche  Prediger  im  Fürstenthum
Halberstadt  nach  seiner  früheren  Begrenzung,  einschließlich  der  Herrschaft ­
  Derenburg  und  der  Kreise  Crmsleben  und  Weferlingen;  1842
waren  136  Mitglieder,  deren  jährlicher  Beitrag  2  Thlr.  betrug;
der  Wittwen  50,  Betrag  der  Wittwen-Pension  50  Thlr.  Das  Vermögen ­
  der  Anstalt  betrug  1817  17,160  Thlr.,  1842  27,470  Thlr.
Prediger-Wittwenkaffe  der  ev.  Gemeinde  zu  Kettwig  (Essen).
Ihr  Kapital  besteht  in  1300  Thlr.
Prediger-Wittwenkaffe  der  Diöce«  Lobnrg.
1711  begründet,  hatte  sie  1842  ein  Vermögen  von  2750  Thlr.  Der
jährliche  Beitrag  war  2  Thlr.,  der  Betrag  der  Pension  25  Thlr.;
Mitglieder  17,  Wittwen  4  (Hermes  1.  227).
Prediger-Wittwenkaffe  der  Altstadt  Magdeburg,
1677  begründet  für  die  Prediger  an  den  6  städtischen  Pfarrkirchen.  1842
betrug  der  jährliche  Beitrag  eines  der  13  Mitglieder  5  Thlr.  ;  Wittwen
waren  5  vorhanden,  die  Pension  betrug  100  Thlr.  Das  Vermögen
der  Kasse  war  seit  1817  von  11,100  auf  24,000  Thlr.  gestiegen.
(Hermes  I.  227.)

Prediger  Wittwenkaffe  der  deutsch-reformirten  Kirche  zu  Magdeburg.
Sic  hat  ein  Kapital  von  4550  Thlr.  Gold  und  11,430  Thlr.  Cour.;
dir  aufkommenden  Zinsen  werden  in  Ermangelung  von  Wittwen  zur
Zeit  zur  Anlegung  von  Kapitalien  verwendet.'
Prediger-Wittwenkaffe  der  vormaligen  ersten  Magdeburgschen  Inspektion,
1690  begründet.  Nach  einer  Notiz  von  1842  (Hermes  1.  227.)  wurde
damals  ein  jährlicher  Beitrag  von  2  Thlr.  gezahlt,  die  Zahl  der  Mitglieder ­
  war  40,  die  dep  Wittwen  14.  Die  Pension  betrug  70  Thlr.
und  das  Vermögen  des  Instituts  war  seit  1817  von  12,185  Thlr.
auf  33,250  Thlr.  gestiegen.
Prediger-Wittwenkaffe  der  zweiten  Magdeburgschen  Inspektion,
^?^-Ndet.  Im  Jahre  1842  war  die  Zahl  der  Mitglieder  53,
Tblr  ?jttwen  22  und  der  Betrag  der  Pension  belief  sich  aus  40
Ş-  ...sicher  Beitrag  der  Mitglieder  1  Thlr.  Das  Vermögen
'ZŞ  von  7900  Thlr.  auf  17.600  Thlr.
Prediger  Wittwenkasse  der  Divers  Möckern,
1748  begründet.  Im  Jahre  1842  waren  Mitglieder  23,  Wittwen  9;
ï&amp;gt;ei  lşş  ìche  Beitrag  der  ersteren  betrug  2  Thlr.,  die  Pension  der  letzàen70Thlr
  Vermögen  des  Instituts  1817  =  8500  Thlr.,  1842
^r.  Damit  in  Verbindung  steht  die  „Prediger-Stipendicnkasse
  der  Divers  Möckern",  aus  welcher  jeder  studirende  Sohn
        <pb n="543" />
        536

"nés  Mitgliedes  ein  Stipendium  von  jährlich  50  Thlr.  während  der
Studienzeit  erhält.  Im  letzten  Viertel  des  vorigen  Jahrhunderts  gestiftet, ­
  hatte  (1842)  die  Kasse  1850  Thlr.  Vermögen  (Hermes  I.  224
und  227).
Prediger-Wittwenkasse  zu  Mülheim  a.  Ruhr.
Sie  besteht  innerhalb  der  größeren  ev.  Gemeinde  und  hatte  im  Jahre
1861  cm  Vermögen  von  etwa  4000  Thlr.
Prediger-Wittwenkaffe  der  Provinz  Posen,
şà^  evang.  Geistliche.  Sie  wird  bei  der  Regierung  verwaltet  und  hatte
J,? 6 *  Vermögen  von  15,600  Thlr.  An  Pensionen  wurden  gezahlt
für  6  Wittwen  je  130  Thlr.  *  5  ’
Prediger-Wittwenkasse  zn  Regenwalde,
für  die  Synode  dieses  Namens.  Kapital  4000  Thlr.
Prediger-Wittwenkasse  der  Diöees  Salzwedel.
Errichtet  1690,  sind  die  zu  Anfang  des  vorigen  Jahrhunderts  gegründete ­
  Prediger-Wittwcn-Kornkaffe  und  die  in  der  Mitte  des  vorigen
Jahrhunderts  gegründete  Prediger-Sterbekaffe  1839  mit  ihr  vereinigt.
Jedes  der  34  Mitglieder  zahlt  jährlich  2j  Thlr.  ;  von  den  im  Jahre
1842  vorhandenen  14  Wittwen  empfing  jede  jährlich  15  Thlr.  Der
şşds  der  Stiftung  war  seit  1817  von  1660  auf  2750  Thlr.  gestiegen ­
  (Hermes  I.  227).

Prediger-Wittwenkasse  der  Diöees  Sandau,
1770  begründet.  Sie  hatte  1842  Mitglieder  22,  Wittwen  6;  Betrag
d"'  Wittwen-Pension  50  Thlr.  Das  Vermögen  hatte  sich  seit  1817
von  6400  auf  16,600  Thlr.  vermehrt  (Hermes  I.  227).
Prediger-Wittwenkasse  der  Grafschaft  Stolberg-Roßla.
Jährlicher  Beitrag  2  Thlr.,  die  später  sich  erhöhende  Wittwen-Pension
beträgt  jetzt  40  Thlr.

Prediger-Wittwenstift  zn  Marienwerder,
vom  Koch  Beckmann  und  seiner  Ehefrau  geb.  Schwarz  1781  acgründct
  Es  besteht  aus  einem  mit  4  Wohnungen  versehenen  Gebäude;
he  flnb  bannet#  nnb  bk  Mietzinsen  haben  an  bk
Ptedtger^Wittwen  gezahlt.  Damit  in  Verbindung  stehen  die  Legate
a )  von  275  Thlr.  des  Stadtkammeres  Hilde  brandì  vom  Jahre  1777
und  b)  von  166z  Thlr.  des  Hofpitaliten  Mau  von  1810;  die  Zinsen ­
  beider  sind  für  die  Prediger-Wittwen  bestimmt.

Prediger-Witwen-Unterstützungs-Societät  in  Ren-Vorpommern  und  Rügen.
Sie  ist  1842  gegründet  und  das  Vermögen  wie  die  Verbindlichkeiten
der  seit  1795  bestandenen  „Prediger-Wittwen-  und  Waisenversorgungs-Anstalt"
  sind  auf  dieselbe  übergegangen.  Die  von  den  Mitgliedern
zn  leistenden  Zahlungen  bestehen  1  )  in  einem  Antrittsgelde  von  25
Thlr.;  2)  in  einem  Jahresbeiträge  von  4  Thlr.;  3)  bei  der  Geburt
jeder  lebenden  Tochter  ein-  für  allemal  2  Thlr.  Die  Unterstützung
        <pb n="544" />
        537

öerwcufcter,  unocrfotgt«  Pr-dig-r-Töcht-r.  auch  d-rj-mşi  di-  d°«  18.
aiYÄ-Ä-Aw
WZWWVV
ober  nach  Maßgabe  der  Einkünfte  erhöht  werden.  9  Die  Societät  hat
ein  1786  gestiftetes  Müllerfches  Legat  von  100  Thlr.  Pomm.  (113---Thlr.
  Preuß.),  welches  ausschließlich  zum  Besten  von  Prediger-Wittwen ­
  bestimmt  ist.  Kurator  der  Societät  ist  der  General-Superintendent ­
  der  Provinz  Pommern.
Prediger-Wittwen-  und  Waisenkasse  zu  Aachen,
fur  die  cv.  Gemeinde;  sie  hatte  im  Jahr  1862  21,000  Thlr.  Kapital.
Prediger-Wittwenversorgungö-Anstalt  zu  Wernigerode,
"nter  der  Regierung  des  Grafen  Christoph  gegründet.  Die
i  Ģchen  der  Grafschaft  zahlen  5  Thlr.  Eintrittsgeld  und  jährlich
h  ♦  iÍ?í lír ÍÍV*  ^ lC  Wittwen-Pension  erhöht  sich  mit  der  Zeit  und
oerrug  löt»l  140  Thlr.
Emilie  Pren  tzel,
geb  Wlggert,  Wittwe  zu  Greiffcnberg  in  Schlesien  (f  1863)  ver-"
  %  be ¡ 11  cö :  Klrchen-Äollcglum  in  Nicdcr-Wiesa  behufs  Renovation
der  Orgel,  ^esp  der  Kirche  daselbst  zu  dem  am  16.  Mai  1869  statt»
findenden  200iahngen  Krrchen-Jubiläum  zur  Erleichterung  der  Einqe-Preucksches
  Wittwen-Stift  zu  Tilsit,
Éfl|5gp :  SS
WMWDMZZ
ï?nŗ  à..  ,  preußische  Bant.
önig  Friedrich  II.  gegründet,  ist  sie  nächst  der  Hamburger
        <pb n="545" />
        538

und  der  Englischen  Bank  die  älteste  der  jetzt  bestehenden  Banken.  Ihre
dermalige  Verfassung  beruht  ans  der  Bank-Ordnung  vom  5.  Oktober
1846.  Die  Bank  ist  bestimmt,  den  Geldumlauf  des  Landes  zu  befördern, ­
  Kapitalien  nutzbar  zu  machen,  Handel  und  Gewerbe  zu  unterstützen ­
  und  einer  übermäßigen  Steigerung  des  Zinsfußes  vorzubeugen.
Sie  nimmt  Kapitalien  von  50  Thlr.  und  darüber  von  Privaten  gegen
2,  von  milden  Stiftungen  gegen  2}  und  von  Vormundschafts-Gerichten
gegen  3  pCt.  zinsbar  an,  diskontirt  Tratten  auf  inländ.  Handelsplätze  und
leiht  auf  Unterpfänder  in  Staats-Papieren,  Waaren  und  edlen  Metallen.
Präsident  Friese  begründete  aus  einem  Gewinn,  welcher  der  Bank
1823  auf  einen  ihr  gehörigen  Prämien-Schein  zufiel,  einen  Stipendien-Fonds
  von  18,750  Thlr.,  desien  Zinsen  zu  Stipendien  von  nicht  über
150  Thlr.  und  nicht  unter  100  Thlr.  jährlich  für  hülfsbedürftige  Studenten, ­
  welche  auf  inländischen  Universitäten  evang.  Theologie  studiren,
verwendet  werden  sollen.  Die  Bewerber  müssen  Inländer,  bedürftig,
mit  dem  Abgangszeugnisie  unbedingter  oder  bedingter  Tüchtigkeit  versehen ­
  und  schon  ein  halbes  Jahr  auf  einer  inländischen  Universität  gewesen ­
  sein.  Söhne  bedürftiger  Bankbeamten  sollen  bei  solcher  Oualisikation
  vorzugsweise  berücksichtigt  werden.  Die  Bewilligung  geschieht
auf  3  Jahre.  Kollatoren  sind  der  Minister  der  geistlichen  Angelegenheiten ­
  und  der  Chef  der  Hauptbank.  Nicht  verwendete  Zinsen  fließen
zum  Zinsenzuwachs-Fonds.  Vgl.  v.  Lamprecht,  Civil-Waisenhaus  rc.
Preuß.  Hagel-Versicherungs-Altien-Gesellschaft  zu  Berlin.
1864  begründet;  Grund-Kapital  750,000  Thlr.  Die  Gesellschaft  beabsichtigt, ­
  ausschließlich  im  volkswirthschaftlichen  Jnteresie,  und  um  dem
landwirtschaftlichen  Publikum  Gelegenheit  zu  geben,  sich  auch  auf  diesem ­
  Gebiete  selbstständig  zu  machen,  die  Hagel-Versicherung  in  die  Hand
zu  nehmen,  und  läßt  die  Versicherten  an  dem  Reingewinn  partizipiren;
wogegen  sic  auch  bis  zur  Hälfte  ihrer  Jahres-Prämie  an  dem  Verluste ­
  betheiligt  sind,  wenn  die  Jahres-Ausgabeu  die  Jahres-Einnahmen
übersteigen.  Direktor  der  Gesellschaft  Fritzschcn;  Vorsitzender  des
Verwaltungs-Raths  Herzog  von  Ujest.
Preußische  Haupt-Bibel-Gesellschaft.
Sie  besteht  in  Berlin  seit  1814,  bezweckt  Ausbreitung  der  h.  Schrift
in  und  außerhalb  des  Landes,  nach  der  Uebersetzung,  die  eine  jede  Konfession ­
  angenommen  hat,  ohne  Note  oder  Anmerkung  und  erhielt  1836
die  Rechte  einer  moralischen  Person.  Jeder,  der  einen  jährlichen  Beitrag ­
  zahlt,  wird  Mitglied  der  Gesellschaft;  aus  den  Mitgliedern  wird
ein  Ausschuß  gewählt,  welcher  die  Angelegenheiten  der  Gesellschaft  besorgt. ­
  (Vorsitzender  Prediger  Conard,  Schriftführer  Major  z.  D.
Westphal,  Magazin  und  Bureau  Klosterstr.  71.)  Die  letztere  zählt
132  Tochter-Gesellschaften,  hat  eine  Jahres-Einnahme  von  13—15,000,
und  einen  Fonds  von  etwa  10,000  Thlr.  Die  Gesellschaft  erhielt
viele  Vermächtnisse  und  Zuwendungen  z.  B.  von  v.  Steinäcker,
Wittwe  Metze,  Wittwe  Nowack,  Bormann  re.
        <pb n="546" />
        539

Preußische  Hypotheken-Akticn-Bank.
mm
bte  Altung  von  Wechseln,  so  wie  der  Erwerb  und  die  Beleihung
von  Wertpapieren  nur  nach  den  Grundsätzen  der  preußischen  Bank  qestattet,
  wahrend  b)  die  Annahme  verzinslicher  Gelder  nur  erfolgen  darf
wenn  entweder  1)  das  Geld  zu  dem  bestimmten  Zweck  eingezahlt  wird'
um  dafür  Hypothekenbriefe  auszuhändigen,  oder  2)  für  die  Rückzahlung
«ne  wenigstens  sechsmonatliche  Kündigungsfrist  festgesetzt  wird,  und  die
^csammtsumme  derartiger  Depositen  den  fünften  Theil  des  baar  eingezahlten ­
  Grundkapitals  nicht  übersteigt.  Grundstücke  zu  erwerben  ist
?°thekenŞen-«ank  nur  gestattet  a)  zum  Zweck  der  Benutzung
%  b )  behufs  Sicherstellung  ober  Realisierung  von
Grund-Kapital  Eine  Million  Thaler/  Dir
"  Ķ  Thlr.  (fluten  flus  dru  Nflmru  und  köuuru  nur  mit  Gr.
mmms
.  Preußische  Renten  Bersicheruiigs  Anstalt  ;u  Berlin,
WN8WH8
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        <pb n="547" />
        540

bracht.  Revidirtes  Statut  von  1851.  —  Die  Renten-Kapitale  der
24  ersten  Jahres-Gesellschaften  1839  —  1862  einschließlich  beliefen  sich
auf  mehr  als  9  Mill.  Thlr.
Preußischer  Kunst-Berein  zu  Berlin.
1858  von  dem  Maler  Schönau  begründet  (Dorotheenstr.  31.),  verfolgt ­
  er  neben  der  Aufgabe,  das  Publikum  mit  guten  und  preiswürdigen ­
  Oelgemälden  zu  versorgen,  als  nächsten  Hauptzweck,  den  Künstlern
Beschäftigung  und  aufmunternde  Theilnahme  zu  gewähren,  auch  einige
der  verdientesten  zu  prämiiren.  Der  Iahres-Beitrag  beträgt  für  die
Mitglieder  der  ersten  Abtheilung  24,  für  die  der  zweiten'12  Thlr.,
und  jedes  Mitglied  erwirbt  damit  die  Anwartschaft  auf  den  Gewinn
eines  anständig  eingerahmten  Oelbildes,  welche  letztere  behufs  der  Verlosung ­
  erworben  werden.  Die  Gründung  einer  Unterstützungskaffe  für
hülfsbedürftige  Künstler  und  deren  Familien  ist  im  Werke,  Kahl  der
Mitglieder  600.
Preußischer  Provinzial-Stipendien-Fonds,
von  den  Ständen  der  Provinz  Preußen  begründet  und  von  dem  Provinzial-Landtags-Marschall
  verwaltet.  Es  werden  daraus  Stipendien
à  50  Thlr.  verliehen.
Primkersches  Vermächtniß  zu  Raubten.
Es  besteht  in  2960  Thlr.  Die  Zinsen  sind  für  zwei  Bürger-Söhne
der  Stadt,  welche  sich  den  höheren  Wissenschaften  widmen,  mit  je  130
Thlr.  bestimmt.
v.  Printzen,
Ober-Marschall  zu  Berlin,  vermachte  der  dortigen  Parochial-Kirche
(1737)  1500  Thlr.,  deren  Zinsen  an  Gemeinde-Arme  vertheilt  werden.
Prinz-Friedrich-Wilhelms-Stiftung  der  Schneider-Jnnnng  zu  Breslau.
Es  war  der  Wunsch  der  Schneider-Innung,  das  Andenken  an  den
Aufenthalt  des  Prinzen  Friedrich  Wilhelm  daselbst  im  Jahre  1857
durch  eine  Stiftung  für  bedürftige  Innungs-Genossen  auch  in  Zukunft
bei  ihrer  Korporation  rege  zu  erhalten  und  Se.  K.  Hoheit  gestattete,
daß  diese  Stiftung  unter  der  obigen  Benennung  ins  Leben  treten  und
die  Vertheilung  der  Zinsen  in  der  Folge  jährlich  an  dem  Vermählungstage
  des  Prinzen  erfolgen  dürfe.  Als  Stiftungs-Kapital  hatte  die  Innung ­
  durch  freiwilllge  Beiträge  500  Thlr.  aufgebracht.  Die  betreffende
Stiftungs-Urkunde  sollte  auf  Wunsch  des  Prinzen  die  äußere  Form  erhalten, ­
  daß  sie  als  Albumblatt  eingereiht  werden  könnte.
Prinz-Wilhelms-  und  Mariannen-Jnstitnt  zu  Saarbrücken.
Die  Stadtgemeindc  Saarbrücken  errichtete  theils  aus  Kommunalmitteln,
theils  aus  gesammelten  entbehrlichen  Summen  eines  seit  längerer  Zeit
dort  bestehenden,  auf  freiwillige  Beiträge  gegründeten  Vereins  zur
Unterstützung  armer  kranker  Personen  in  einem  1836  dazu  angekauften
Hause  mit  zwei  Gärten  eine  Anstalt,  welche  a)  eine  Elementar-Schnle
für  Mädchen  unbemittelter  Eltern,  6)  eine  Strick-  und  Nähschule  in
        <pb n="548" />
        541

Abtheilungen,  c)  tine  Kleinkinder-Bewahrschule  für  beide  Gefd)Mtcr,
  d)  eme  2ßmfcn,%#ait,  e)  eine  %rmcn,eu^cn=^o(^anftaít
in  sich  vereinigte,  und  deren  Statut  unter  dem  29.  Oktober  1837  die
&amp;amp;n  Zrier  er^eit.  ÿrin)  39»^^,  bon
lüilflil
1856)  berma#  ^r  2000  Z#.  ;nr  rentaren  Líw
Prinzeß-Friedrich-Wilhelm-Stiftung  zu  Hirschberg.
Einwohner  von  Hirschberg  hatten  aus  Anlaß  der  Vermählung  des  Prim
wä  sä=¿s,'é¿  L
des  Orts  verwendet  wird,  tn  der  Art,  daß  ein  Beneficium  4  Thlr
beträgt.  Der  Kronprinz  ertheilte  die  Genehmigung,  daß  die  unter  der
Verwaltung  des  Magistrats  stehende  Stiftung  die  Bezeichnung  „Prinzeß
Friedrich-Wilhelm-Stiftung"  führe.
v.  Priortsche  Familien-Stistnng,
von  dem  Domherrn  Kuno  v.  Priort  1684  begründet.  Er  setzte  8
namentlich  benannte,  im  Havellande  mit  Gütern  angesessene  adelige
Famülen  ein,  und  bestimmte,  daß  die  Söhne  derselben  die  Zinsen  als
ein  Stipendium  zum  Studiren  aus  einer  deutschen  Universität  durch
Ş
Õ°l-  »»d  ist  #
»E-1861  à„ ptt „  (twa  242
        <pb n="549" />
        542

Personen  Unterstützungen  aus  derselben.  Die  dazu  erforderlichen  Mittel ­
  werden  theils  aus  den  Zinsen  des  Kapital-Vermögens  entnommen,
theils  durch  freiwillige  Beiträge  aufgebracht.  Etwaige  Zuschüsse  giebt
die  Armenkasse.
Privat-Armen-Verein  zu  Gnhrau.
Er  besteht  seit  1859  und  bezweckt,  die  Hausbettelei  zu  beseitigen  und
bedürftigen  (verschämten)  Armen  lausende  Unterstützungen  zu  gewähren.
Er  hat  240  Mitglieder,  eine  jährliche  aus  Beiträgen  herfließende  Einnahme ­
  von  600—700  Thlr.,  und  unterstützt  etwa  100  Personen.  —
Um  das  Betteln  der  wandernden  Gesellen  zu  beseitigen,  zahlt  der
Verein  jedem  sonst  legitimirten  Gesellen,  der  in  der  Stadt  keine  Arbeit ­
  erhält,  eine  kleine  Unterstützung.
Professionisten-Verein  zu  Wesel.
Ein  Verein  zur  gegenseitigen  Unterstützung  bei  Krankheits-  und  Todesfällen. ­
  Er  zählt  etwa  40  Mitglieder,  welche  an  Eintrittsgeld  1^  Thlr.
an  monatlichen  Beiträgen  5  Sgr.  zahlen.  Kasten-Bestand  240  Thlr.
Wöchentliches  Krankengeld  1  Thlr.  Sterbegeld  10  Thlr.,  für  die
Frau  6  Thlr.
Pro-Gymnasium  zu  Charlottenburg.
Aus  dem  C  aucrschen  Pädagogium  1859  entstanden.  Es  besteht  ein
Fonds  zu  Freistellen,  auch  hat  die  Stadt  Charlottenburg  deren  drei
ganze  und  drei  halbe  zu  vergeben.  (Wiese  S.  111.)
Pro-Gymnasium  zu  Gladbach.
Ein  katholisches  Institut,  deffen  erste  Entstehung  bis  auf  das  Jahr
1315  zurückführt.  Die  Anstalt  erhielt  in  neuerer  Zeit  von  den  Eheleuten ­
  La  mb  er  tz  (s.  d.),  von  Ludwig  Liesen,  der  unverehelichten
Joebels,  von  Adam  Reschauer,  Vitus  Hendrichs,  Wittwe
Peter  H  endrichs,  Henriette  Hendrichs,  Wittwe  Kaulen,  Jakob
K  i  r  tz  er,  Agnes  Hor  st,  Margarethe  H  u  pp  e  rtz,  Anna  Barbara
Lo  nnendon  ke  r,  Anna  Katharine  Nütten,  Custodis,  Margarethe
Hansen,  Prof.  Dr.  Lörs  u.  A.  Schenkungen  und  Vermächtnisse  im
Gesammt-Bctrage  von  28,000  Thlr.  Sie  hat  einen  Lchrer-Pensions-Fonds
  von  5000  Thlr.
Pro  Gymnasium  (Adolplritium)  zu  MoerS.
ein  cv.  Institut,  1582  von  dem  Grafen  Adolph  v.  Nücnar  in  Veranlassung ­
  der  Reformation  gestiftet,  1634  durch  freiwillige  Gaben  der
reformirten  Bürger  zu  Moers  neu  begründet.  Es  bestehen  bei  der
Anstalt  Stiftungen  zur  Besoldung  der  Lehrer  und  eine  Anzahl  Freistellen. ­
  Vermögen  15,000  Thlr.  Vgl.  Hartzing  Elausthalsche  Fundation.

Pro-Gymnasium  zu  Prüm.
Dasselbe  reffortirt  von  der  Regierung.  Zur  Unterhaltung  desselben  besteht ­
  für  die  Stadt  eine  1811  von  Napoleon  bis  zu  einem  Kapital-Vermögen
  von  etwa  13,000  Thlr.  gegründete  Schul-Stistung.
        <pb n="550" />
        543

Pro-Gymnasium  zu  Rietberg.
Pro-Gymnasium  zu  Rössel
£Ï®1
Pro-Gymuasium  zu  Siegburg.
Eine  1673  gegründete  Kloster-Schule,  1803  beibehalten,  1818  dotirt
und  1855  in  die  Stellung  als  Pro-Gymnasinm  versetzt.  Die  Anstalt
besitzt  ans  der  Eng  e  löschen  Stiftung  ein  Kapital  von  546  Tblr
Gemeinde-Zuschuß  1000  Thlr.  9  '
Pro-Gymnasium  zu  St.  Wendel.
1854  aus  der  bis  dahin  bestandenen  höheren  Stadt-Schule  hervoraegangen.
  Die  Anstalt  hat  ein  Kapital  von  1085  Thlr.  und  bezieht
außer  den  Zuschüssen  des  Staats  und  der  Stadt  91  Thlr.  Zinsen  von
einer  Stiftung  zu  Schul-Prämien  aus  der  Hospitalkasse.
Prollsche  Stipcndien-Stiftung  zu  Breslau.
ggWK-Mr&amp;amp;z  rte»  £  %
v.  Proni  uitz  sches  Stipendium,
LLîLSr  «ausisi*  “  ■“  -
Prosper-Hospital  zu  Recklinghausen.
BIS
œ  .  .  ,  Pŗotznitzsches  Legat.
        <pb n="551" />
        544

Horwitzki  daselbst,  3)  der  Dr.  Schustein  geb.  Horwitz  zu  Lands«
berg  a.  W.,  4)  den  Gebrüdern  Joseph  und  Moses  H  orw  i  tz  zu  Pyritz
verwandt  und  über  16  Jahre  alt  ist,  Behufs  einer  Braut-Aussteuer
zu  verloosen.  Die  Ausführung  des  Testaments  ist  dem  Vorstände  der
Synagogen-Gemeinde  übertragen  und  hat  die  erste  Verloosung  für  die
Jahre  18§-®  am  2.  Juni  1862  stattgefunden.
Provinzial-Arbeits-Anstalt  und  Land-Armenhaus  zu  Brauweiler.
Ein  ständisches  Institut,  das  im  Jahre  1861  545  Häuslinge  enthielt.
Der  bei  demselben  bestehende  „Pensions-Fonds",  ist  mit  einer  Unterstützung
  von  2000  Thlr.  aus  ständisches  Fonds  begründet,  um  den
definitiv  angestellten  Beamten  der  Anstalt,  welche  ihr  Dienst-Einkommen
aus  Anstalts-Fonds  beziehen,  mit  Einschluß  der  Handwerksmeister,
nach  zurückgelegtem  15ten  Dicnstjahre  und  nach  pstichtmäßiger  Dienstführung
  durch  Schwächung  der  Geistes-  und  Körperkräfte  dienstunfähig
geworden  sind,  eine  lebenslängliche  Pension  zu  zahlen.  Die  2000
Thlr.  bilden  einen  zinsbar  anzulegenden  Stamm-Fonds,  zu  welchem  j
pCt.  der  jährlich  von  den  Gemeinden  nach  der  Abrechnung  auszubringenden ­
  Beiträge  so  lange  fließen,  bis  er  10,000  Thlr.  enthält.
Etwanige  Zuschüsse  leistet  der  allgemeine  Fonds  der  Anstalt.  Minimum
der  Pension  72  Thlr.  jährlich.  Die  Beamten  zahlen  Beiträge  nach
den  für  die  Staatsdienèr  bestehenden  Bestimniungen.
Provinzial-Darlehnö-Kasse  zu  Breslau.
Ein  ständisches  Provinzial-Jnstitut,  im  Jahre  1854  begründet  und  mit
500,000  Thlr.  dotirt,  um  zunächst  den  damals  durch  Hochwasier  beschädigten ­
  Gemeinden  und  Grundbesitzern  durch  Darlehue  zu  helfen.  Die
Geschäfte  werden  durch  ein  in  Breslau  bestehendes  Direktorium  und
eine  provinzial-ständischen  Kommission  nach  dem  Statut  vom  5.  December ­
  1854  (Rauer,  Neue  ständische  Gesetzgebung  S.  390)  besorgt.
Der  Fonds  belief  sich  Ende  1863  auf  640,974  Thir.,  Ende  1864  'ist
der  Antheil  der  Ober-Lausitz  an  deniselbcn  abgezweigt  und  dem  Kommunal-Landtage
  zur  eigenen  Verwaltung  überwiesen  worden.
Provinzial  Gewerbeschule  zu  Liegnip.
Bei  ihr  besteht  seit  1864  eine  Stiftung  zur  Unterstützung  bedürftiger
und  würdiger  Schüler  mit  einem  Kapital  von  1154  Thlr.  Dieser
Fonds,  auf  dessen  Vergrößerung  Bedacht  genommen  werden  wird,  hat
den  Zweck,  arnien  und  würdigen  Schülern  den  Besuch  der  Provinzial-Gewerbschulc
  zu  ermöglichen,  resp.  zu  erleichtern.  Das  Kuratorium
der  Schule  entscheidet  über  Betrag,  Art  und  Dauer  der  Unterstützung,
sowie  über  die  Person  des  zu  Unterstützenden.  Vorzugsweise  zur  Berücksichtigung ­
  geeignet  sind:  1)  die  Hinterbliebenen  solcher  Personen,
welche  durch  Schenkungen,  Vermächtnisse,  regelmäßige  Beiträge  rc.  zur
Bildung  des  Fonds  beigetragen  haben  oder  noch  beitragen,  dann  2)
Waisen  überhaupt  und  zuletzt  3)  Söhne  unbemittelter  Eltern;  bei  der
Konkurrenz  mehrerer  sonst  gleichberechtigter  Bewerber  hat  derjenige  den
Vorzug,  welcher  in  Liegnitz  seinen  Wohnsitz  hat.  Die  Stiftung  wird
        <pb n="552" />
        545

durch  das  aus  fünf  Mitgliedern  bestehende  Kuratorium  der  Schule
verwaltet.

Provinzial-Hülfskasse  zu  Breslau.
Ein  Schlesisches  Provinzial-Darlehns-Jnstitut,  1852  für  die  Provinz
Schlesien  ausschließlich  der  Ober-Lausitz  (s.  Hülfskasie  zu  Görlitz)  gegründet ­
  und  von  den  Ständen  nach  dem  Statut  vom  24.  Mai  1853
(àuer,  Neuere  ständische  Gesetzgebung  S.  576)  verwaltet.  Der
42ü,000  Thlr.  betragende  Dotations  «  Fonds  hat  sich  bis  1864  auf
450, 000  Thlr.  vermehrt.  Ein  Theil  der  Zinsen  wird  zum  Kapital  geschlagen, ­
  der  Rest  für  öffentliche  Zwecke  verwendet:  die  Verwendungen
emes  Theils  für  Sparkaffen-Jntereffenten  und  zu  Gesinde-Prämien  sind
emgeftellt.
Provinzial-Hülfskasse  zu  Königsberg.
Ein  von  den  Ständen  unter  staatlicher  Aufsicht  verwaltetes,  von  König
àdrich  Wilhelm  IV.  im  Jahre  1852  mit  400,000  Thlr.  dotirtes
^arlehns-Jnstitut,  nach  dem  Statut  vom  27.  Dezember  1852  und
dessen  Ergänzungen  (Rauer,  Neuere  ständische  Gesetzgebung  S.  327)
verwaltet.  Ein  Theil  der  Zinsen  wächst  dem  Stamm-Vermögen  zu,
r'"  AE  wird  zu  öffentlichen  Zwecken  in  der  Provinz  verwendet;  die
tb^'s.  àwiirung  von  Sparkaffen-Jntereffenten  bestimmt  gewesenen  Anleite ­
  sind  den  Regierungen  zur  Unterstützung  der  in  der  Provinz  vor--andencn
  hülfsbedürftigen  Veteranen  der  Jahre  18°°  überwiesen.  Ende
¡7  hatte  sich  der  Fonds  bereits  auf  572,000  Thlr.  vermehrt.  Val.
&amp;lt;andwchr-Pferdegelder-Fonds.

Provinzial-Hülfskaffe  zu  Magdeburg,
ş^s^!^Ņrovittz  Sachsen,  ausschließlich  der  Altmark  (s.  Altmärkische
Hülfskaffe  zu  Stendal).  Von  den  Provinzial-Ständcn  nach  dem  Statut
vom  11.  Oktober  1852  (Rauer,  Neuere  ständische  Gesetzgebung  S  411)
verwaltet.  Der  Stamm-Fonds  beträgt  270,000  Thlr.  und  hat  sich
bis  Ende  1863  aus  363,370  Thlr.  vermehrt.  Ein  Theil  des  Zinsgewinnes ­
  wird  zur  Vermehrung  des  Stamm-Kapitals,  der  größere  Theil
von  den  Ständen  zu  provinziellen  Zwecken  verausgabt.  Die  früher
Itattgefundene  Prämiirung  von  Sparkaffen-Jntereffenten  hat  aufgehört.
Provinzial-Hülfskaffe  zu  Posen.
gama  "äM  ::  “
e»»  S'  ļ'ÄiKrÄÄ
vLî!^'  "U  anderer  zur  Prämiirung  von  Sparkaffen-Jntereffenten,  ein
er  zu  öffentlichen  Zwecken  verwendet.  J,n  Jahre  1864  betrugen  die
an  Sparkaffen-Jntereffenten  vertheilten  Prämien  3340  Thlr.;  der
lTtamm-Fonds  war  auf  254,460  Thlr.  herangewachsen.
Provinzial-Hülfskasse  zu  Stettin.
^  î"  begründetes,  für  die  Alt-Pommerschen  Landestheile  bestimm-^
  ständisches  Darlehns-Institut,  aus  Staats-Fonds  mit  161,000
Preuß.  Landbuch.
        <pb n="553" />
        546

Thlr.  dotirt.  Der  nach  bem  Reglement  vom  27.  September  1852
(Rauer,  Neuere  ständische  Gesetzgebung  S.  361)  zur  Prämiirung  von
Sparkassen-Jnteresscnten  bestimntt  gewesene  Theil  des  Zinsgewinns  wird
seit  1858  von  den  Ständen  zu  ösfentlichen  Zwecken  innerhalb  der  Provinz
verwendet.  Der  Kapital-Fonds  hat  sich  bis  Ende  1863  aus  189,894
Thlr.  verniehrt.  Ein  Nachtrag  zu  dem  Statut  ist  unter  dem  22.  Febr.
1864  publicirt.
Provinzial-Hülfskasse  zu  Stralsund,  '
fih -  den  kommunal-ständischen  Verband  der  Provinz  Neu-Vorponimern
1852  begründet  und  mit  31,000  Thlr.  dotirt.  Ein  Theil  des  Zinsgewinns ­
  wird  zur  Prämiirung  von  Sparkaffen-Jnteressenten  verwendet.
Der  Fonds  der  Kasse,  welche  nach  dem  Reglement  vom  27.  Sevtbr.
1852  (Rauer,  Neuere  ständische  Gesetzgebung  S.  368)  verwaltet  wird,
hatte  sich  Ende  1863  auf  32,518  Thlr.  vermehrt.
Provinzial-Jrren-Anstalt  zu  Halle.
Ein  ständisches  Institut  zur  Heilung  und  Pflege  der  gemüthskranken
Personen,  vom  Staate  durch  einen  Zuschuß  subvcntionirt.  Der  Bedarf
wird,  soweit  die  eigenen  Einnahmen  der  Anstalt  nicht  ausreichen,  durch
Ausschreibung  auf  die  Provinz  aufgebracht.  Die  Verwaltung  des  Instituts ­
  leitet  die  Regierung  zu  Magdeburg  unter  ständischer  Mitwirkung. ­

Provinzial-Jrren-Anstalt  zu  Lengerich.
Das  zweite  Institut  dieser  Art  in  der  Provinz  Westphalen,  seit  1863
hergerichtet  und  auf  200  Köpfe  berechnet.  Die  Provinz  hat  dazu
357,000  Thlr.  theils  schon  ausgebracht,  theils  noch  aufzubringen  und
das  neue  Institut  wird  zugleich  die  Trennung  der  Irren  in  konfessioneller ­
  Beziehung  ermöglichen.  Die  theilweise  Eröffnung  der  Anstalt
hat  bereits  am  31.  Oktober  1864  stattgefunden.
Provinzial-Irren  Heil-Anstalt  zu  Leubus.
Ein  ständisches  Institut,  1830  eröffnet.  Es  besteht  1)  in  der  öffentlichen ­
  Heil-Anstalt,  in  welcher  grundsätzlich  nur  heilbare  Kranke  Aufnahme ­
  finden,  welche  dem  Schlesischen  Provinzial-Verbande  angehören.
Sie  bezahlen  entweder  ein  Pflegegeld  oder  werden  als  notorisch  Arme
unentgeltlich  aufgenommen.  Die  Stände  zahlen  Zuschüsse;  2)  in  dem
Pensionat,  welches  Heil-  und  Pflege-Anstalt  ist  und  auch  Kranke  aus
anderen  Provinzen  nnd  Ausländer  aufnimmt.  Die  Unterhaltung  muß,
ohne  ständische  Zuschüsse,  lediglich  aus  den  gezahlten  Jahres-Pensionen
bestritten  werden.
Provinzial-Jrren-Heil-  und  Pflege-Anstalt  zu  Marsberg,
zur  Aufnahme  geisteskranker  Armer  zunächst  aus  der  Provinz  Westphalen; ­
  Geisteskranke,  welche  einer  andern  Provinz  angehören,  werden
gegen  höhere  Vergütungssätze  zugelassen,  wenn  der  Raum  es  gestattet.
Die  Unterhaltung  des  Instituts  liegt  ausschließlich  der  Provinz  ob,
soweit  die  Einnahmen  vom  Vermögen  der  Anstalt  und  die  für  die  auf-
        <pb n="554" />
        547

35*

Provinzial-Jrren-Anstalt  zu  Neustadt-Eberswalde.
ÑÑSMMB
Provuizial-Jrren-Heil-Anstalt  zu  Owinsk
WSZM'Zñ
-  *  ws  .,s
Provinzial-Jrrcn-Heil  Anstalt  zu  Siegburg
BB
şidinzial-Äloster-Fonds  zu  Arnsberg.
18dl  t  i  ^°vinzial-Pflege  Anstalt  zu  Gesecke.
mm
        <pb n="555" />
        Provinzial-Schul-FondS  zu  Posen.
Er  hat  eine  jährliche  Einnahme  von  21,500  Thlr.,  die  zum  Besten
der  Gymnasien,  Seminarien  rc.  verwendet  wird.  Die  Verwaltung  steht
dem  Provinzial'Schul-Kollcgium  zu.
P  r  u  ck  m  a  n  n  scher  Stipendien-Fouds,
letztwillig  gestiftet  von  der  Frau  Geh.  Räthin  Pruckmann,  geb.
Otter  zu  Kölln  an  der  Spree  1623.  Die  Verwaltung  des  Fonds
(jetzt  etwa  1800  Thlr.)  und  die  Kollation  steht  der  Universität  Breslau
mit  Zuziehung  der  Descendenten  der  Stifterin  zu.  Es  werden  drei
Stipendien,  jedes  auf  4  Jahre  verliehen,  ohne  Unterschied  der  Studien;
die  Verwandten  der  Stisterin  und  ihres  Ehemanns  haben  den  Vorzug.
Pültz,
Geh.  Rath  zu  Berlin,  vermachte  (1785)  der  Armen-Direktion  für  das
Armen-Schulwesen  sein  in  der  Breiten  Straße  Nr.  10  gelegenes  Haus.
Dasselbe  ist  in  den  Jahren  1843  und  1844  auf  Kosten  der  Stadt  neu
gebaut  und  liefert  jetzt  einen  ansehnlichen  Mieths-Ertrag,  welcher  für
den  Unterricht  der  Armen-Kinder  verwendet  wird.  Aus  demselben  sollen
jährlich  100  Thlr.  als  Beitrag  zu  den  an  Schüler  des  Friedrichs-Werderschen
  Gymnasiums  beim  Oster-Examen  zu  vcrtheilenden  Prämien ­
  gezahlt  werden.
v.  Pützsche  Armen-Stiftung.
Kanonikus  Johann  Arnold  Frhr.  von  und  zum  Pütz  in  Köln  (t
1834)  vermachte  dem  Armen-Fonds  der  Stadt  das  Burghaus  Müggenburg, ­
  welches  ungefähr  300  Thlr.  jährlich  einbrachte,  mit  der  Bestimmung, ­
  daß  drei  invalide  Personen  männlichen  oder  weiblichen  Geschlechts, ­
  die  unfähig  sind,  sich  ihren  Unterhalt  zu  verschaffen  und  auch
keine  zu  ihrer  Ernährung  gesetzlich  verpflichtete  Anverwandten  haben,
übrigens  in  Köln  geboren  sind  und  im  Bezirk  der  Pfarre  zum  heiligen
Gereon  wohnen,  auf  Präsentation  des  jczeitigen  Pfarrers  dieser  Kirche
in  das  Bürger-Spital  zu  Köln,  außer  der  von  den  Behörden  bewilligten ­
  Anzahl  aufgenommen  und  am  zweiten  Tische  verpflegt  werden
sollten.  S.  Bürger-Hospital  zu  Köln.
Pulverichsches  Stipendium,
von  dem  Zinsmahner  der  Altstadt  Königsberg  Pulver  ich  für  arme,
fleißige  und  befähigte  Studirende  gestiftet.  Die  Verwaltung  führt  der
Magistrat  zu  Königsberg.
Pul  v  er  mach  er  sche  Stiftungen.
Die  1857  f  Ehegattin  des  Stadtraths  a.  D.  Pulverm  a  ch  er  zu
Breslau,  geb.  Ries,  setzte  letztwillig  aus:  1)  1500  Thlr.,  von  welchen ­
  die  Zinsen  alljährlich  zum  Gedächtniß  einer  verstorbenen  Tochter
der  Erblasserin  in  der  Art  zu  verwenden  sind,  daß  davon  10  unbemittelte ­
  fleißige  Mädchen,  welche  die  Schule  des  Kinder-Hospitals  zum
heiligen  Grabe  in  Breslau  besuchen,  aber  nicht  Zöglinge  des  Hospitals
sein  dürfen,  bekleidet  werden.  Die  Verthcilung  der  Kleider  soll  von
einer  Gedenkfeier  begleitet  sein.  2)  1500  Thlr.,  deren  Zinsen  all-
        <pb n="556" />
        549

jährlich  zum  Gedächtniß  des  +  Vaters  der  Erblasserin  an  bedürftige
und  der  Unterstützung  würdige  Ortsarme  zu  Ober-Salzbrunn  bei  Waldenburg ­
  vertheilt  werden  sollen.  Auch  hier  soll  die  Vertheilung  mit
emcr  Gedenkfeier  verbunden  werden.  3)  Nach  dem  Ableben  des  Ehegatten ­
  der  Erblasserin  soll  die  Stadt  Breslau  das  gesammte,  nach
Berichtigung  der  Legate  verbliebene  Kapital-Vermögen  erben,  sonach  dem
Ehegatten  substituirt  sein  und  dann  die  gesammte  Masse  dem  Magistrat
zu  Breslau  überliefert  werden.  Es  soll  davon  ein  Krankenhaus  mit
der  Bezeichnung:  „Johanna  Pulvermacher  und  R  i  es  sches  Krankenhaus" ­
  nach  dem  Vorbilde  des  L  ö  sch  schen  Krankenhauses  (sich  angießend ­
  an  das  städtische  Kranken-Hospital  zu  Allerheiligen  in  Breslau) ­
  errichtet  und  es  sollen,  falls  die  Masse  dazu  nicht  zulänglich  sein
sollte,  die  Zinsen  so  lange  zum  Kapital  angesammelt  werden,'bis  letzteres ­
  für  zureichend  erachtet  wird.

Purizellische  Stiftung;u  Bretzenheim  (Kreuznach),
zur  Unterstützung  der  Armen.  .Von  der  1862  şFrau  Purizclli  mit
1000  Gulden  begründet.  Die  Vertheilung  der  Zinsen  steht  der  Familie ­
  Purizclli  zu.
Purizellische  Waisen-StifMng,
von  den  Eheleuten  Purizclli  an  ihrem  Wohnorte  Rheinböllen  (Simmern)
  durch  Hergäbe  von  Grundstücken,  sowie  durch  Herstellung  und
Ausstattung  von  Gebäuden  um  das  Jahr  1864  begründet  und'  noch
später  mit  einem  Kapital  von  10,000  Thlr.  ausgestattet.  Der  Zweck
ist  vornehmlich  die  Erziehung  und  Pflege  der  katholischen  Waisen  und
verwahrlosten  Kinder,  sowie  die  Pflege  und  Unterstützung  der  Armen
und  Kranken  aller  Konfessionen  in  der  Gemeinde  Rheinböllen  und
Umgegend.  Das  Institut  hat  die  Rechte  einer  juristischen  Person,
v.  Puttkamersche  Familien-StifMng.
Sic  ist  auf  dem  1859  zu  Stolp  abgehaltenen  Genossenschaftstaqe  der
Famü.e  v.  Puttkam  er  gegründet  und  der  Fonds  hatte  1863  den
lamer  auf  Plauth.
v.  Putt  kam  ersches  Armen-Legat.
Ätsi”  "à-  °°m
v-  Puttkam  ersches  Bermächtniß,
für  alte  und  würdige,  besonders  sogenannte  Haus-Arme  der  Stadt
Stettm,  ohne  Unterschied  des  Geschlechts  und  Standes.  Das  Kapital
estand  1800  m  325  &amp;gt;rchlr.,  die  Vertheilung  der  Zinsen  erfolgte  durch
jedesmaligen  Schloß-Prediger  unter  Aufsicht  und  Genehmigung  der

Pychlausches  Kaufmanns-Wittwenstift  zu  Königsberg.
Von  dem  Vorsteher-Amte  der  Kaufmannschaft  verwaltet,  gewährt  es
        <pb n="557" />
        550

Unterstützungen  bis  zum  Betrage  von  100  Thlr.  jährlich.  Um  die
Ştiftsstellen  können  sich  arme  Wittwen  von  Ķansleuten  christlicher  Rcllgion
  der  Stadt  Königsberg  bewerben.  Wittwen,  welche  aus  der  Familie ­
  der  Stlfterin  Barbara  Toll,  verw.  gewesenen  Pvchlau,  geb.
Leumann,  oder  aus  den  Familien  der  Kaufleute  Lukas  Pychlau
und  Chrlstran  Gottlieb  Toll  abstammen,  haben  vor  Fremden  den
Ņ°ŗz"g  und  unter  diesen  wiederum  die  Wittwen  der  Kaufleute  des
Knclphoftschen  Stadtbezirks.
Quandtsche  Stipendien-Stiftung,
von  dem  Ober-Hofprediger  Quandt  zu  Königsberg  mit  2000  Thlr.
für  Theologen,  zunächst  aus  den  Hauptämtern  Brandenburg,  Balqa
und  Neuhansen,  auf  je  3  Jahre  begründet.  Die  Söhne  der  luther.
Ober-  und  Hof-Prediger,  unter  diesen  die  Enkel  des  Dr.  Langhausen ­
  sind  bevorzugt.  Der  Fonds  bestand  1838  (Koch  I.  557.)  in
46481  Thlr.  Die  vier  Stipendiaten  erhielten  190  Thlr.  Quandt
widmete  ferner  1110  Thlr.  zu  einem  Stipendium  für  Theologen  auf
zwei  Jahre,  besonders  sür  Söhne  armer  Ostpreußischer  Prediger  und
Lithauischer  Prediger  und  Präccntoren.  Bon  den  Zinsen  des  Kapitals
(tm  Jahre  1838  825  Thlr.)  erhielten  fünf  Stipendiaten  je  5  Thlr.
Quast,
ehemaliger  Justiz-Aktuar  zu  Dramburg,  bestimmte  1847  letztwillig  25
Thlr.  zur  Ansammlung  eines  Kapitals  bis  zu  100,000  Thlr.  behufs
Unterstützung  erwerbsunfähiger  Personen.  Das  Kapital  beträgt  jetzt
70  Thlr.  °  *
Quedlinbnrgsche  Prediger-Wittwenkasse,
begründet  1795  für  die  Prediger  des  Fürstenthnms  Quedlinburg,  deren
jeder  2  Thlr.  jährlich  zahlt.  1842  waren  13  Mitglieder  und  5  Wittwen; ­
  Betrag  der  Pension  einer  Wittwe  60  Thlr.  Das  Vermögen  der
Anstalt  bestand  damals  in  7050  Thlr.  und  einigen  Aeckern  (Hermes!.
S.  224).
QuenstLdtsches  Stipendium,
eine  ältere  Stiftung  der  Stadt  Quedlinburg.  Es  beträgt  60  Tblr
Gold  und  wird  von  der  Regierung  in  Magdeburg  verliehen  (Hermes  I!.
S.  240).
v.  Quent  elsche  Stiftung  zu  Köln.
Sie  rührt  von  dem  Dom-Vikar  Thomas  v.  Quentel  (1689),  dem
Franz  v.  Quentel  (1734)  und  dem  Propste  Johannes  Thomas
v.  Quentel  (1776)  her  und  wurde  vom  Dechanten  des  Stifts  St.
Severin  verwaltet.  Die  Objekte  des  Vermögens  gingen  nach  Auft
Hebung  des  Stifts  (1802)  zum  größten  Theil  verloren  und  erst
durch  die  Bemühungen  der  Armen-Verwaltnng  wurde  (1825)  ein  Theil
des  Verlorenen,  in  Renten  von  jährlich  1000  Fr.  bestehend,  wieder
herbeigeschafft.  Der  jährliche  Ertrag  der  Stiftung  kommt  den  Armen
zu  gute.
        <pb n="558" />
        551

Qui  lick  esches  Vermächtniß  zu  Iserlohn,
von  500  Thlr.  Gold,  von  dem  1859  +  Rentier  Johannes  Quincke
der  reformirten  Gemeinde  vermacht.
Quiri  ngö  scher  Armen-Fonds  zu  Daun,
von  dem  +  Dechanten  Quirings  mit  1000  Thlr.  begründet,  und
durch  den  jedesmaligen  Pfarrer  verwaltet.  Bon  den  Zinsen  sollen  jährlich ­
  18Thlr.  für  arme  kranke  Frauen  der  Pfarre  Daun  und  4Thlr.
für  Messen  verwendet,  der  Rest  aber  so  lange  zum  Kapital  geschlagen
werden,  bis  eine  Anstalt  zur  Aufnahme  kranker  Personen  der  Pfarwei
errichtet  wird:  in  diesem  Falle  fällt  das  Kapital  der  neuen  Anstalt  zu.
QuirlscheS  Vermächtniß  zu  Köln,
von  Margarethe  Agnes  Walpurgis  Quirl  (1835)  ausgehend,  welche
das  Waisenhaus  und  das  Bürger-Spital  zu  Erben  ihres  mehr  als
1000  Thlr.  betragenden  Nachlasses  einsetzte.

Traugott  Rabe,
Gemeinde-Aeltester  zu  Löwenberg  (f  1837)  setzte  die  dortige  Stadt-Kommune
  zum  Universal-Erben  seines  Vermögens  (3  —  5000  Thlr.)
à,  indem  er  verordnete,  daß  die  Zinsen  desselben  alljährlich  unter
arme  Einwohner  vertheilt  werden  sollten.
v.  Rabenau  scher  Familien-Stipendien-Fonds,
von  der  Wittwe  des  Ober-Diakonus  Lingke,  geb.  v.  Rabenau  zu
Ģorlltz  (+  1855)  begründet.  Er  umfaßt  a)  12,000  Thlr.,  zunächst
fiti'  Tochter  des  Karl  Friedrich  v.  Rabenau,  demnächst  zu  Stipendien ­
  für  die  Nachkommen  desselben  und  in  deren  Ermangelung  zu  Stipendien ­
  für  die  Söhne  und  Töchter  armer  Familien  aus  der  Preuß.
Ober-  oder  Niederlausitz,  darunter  vorzugsweise  für  die  Nachkommen
des  v.  Schönermark  zu  Nieder-Linderode.  Die  Stipendien  sollen  zur
Unterstützung  gebrechlicher  Personen,  und  zur  Ausbildung  auf  Schulen,
Universitäten,  Akademien  und  anderen  Bildungs-Anstalten,  sowie  zur
Unterstützung  un  Wittwenstande  oder  bei  anderen  Unglücksfällen  oder
SMWDMZ
.  Rackelmannsche  Stiftung.
5",  WO  Irli  ®\  R  °ck-Im°nn  ,n  Berlin  schenkte  1857
/  '  „  r ‘  r"  ^taatsschuldscheinen  behufs  Begründung  einer  Stifmig
  zur  Unterstützung  hülfsbedürftiger  Frauen  und  Kinder  aus  dem
Arbeiterstande  tn  Küstrm;  d)der  Stadt  Küstrin  1500  Thlr.  in  Staatsschuld-
        <pb n="559" />
        552

scheinen,  um  von  den  Zinsen  4  oder  5  arme  dortige  Knaben  durch
Gewährung  von  Bekleidungsgegenständcn  zu  unterstützen.  Beide  Kapitalien ­
  werden  vom  Magistrat  verwaltet.
Radermachersche  Stiftung  zu  Neuwied.
Johanna  Maria  Radermach  er  (t  1848)  setzte  die  ältere  ev.  Kirche
in  Neuwied  zur  Universal-Erbin  ihres  etwa  12,500  Thlr.  betragenden
Vermögens  ein.  Die  Kirche  sollte  gehalten  sein,  davon  dem  allgemeinen ­
  Armenversorgungshause  des  Orts  2000  Thlr.  auszuzahlen,  den
Rest  aber  als  eine  immerwährende  Stiftung  gerichtlich  anzulegen  und
aus  den  Zinsen  die  notdürftigsten  Haus-Armen  der  älteren  ev.  Gemeinde ­
  lediglich  nach  dem  gewissenhaften  Ermessen  des  Presbyterii,  jedoch ­
  unter  vorzugsweiser  Berücksichtigung  der  Wittwen  und  Waisen  zu
unterstützen.
Dominick  v.  Rad  zi  e  Hi,
Rittergutsbesitzer  (t  1851)  vermachte  den  Gymnasien  zu  Kulm  und
Konitz  je  1000  Thlr.  zum  Besten  katholischer  Studirenden  polnischer
Abkunft.  '
Frau  Räbiger,
geb.  Röll,  Wittwe  zu  Danzig,  legirte  (1864)  den  Kleinkinderbewahr-Anstalten
  daselbst  die  Summe  von  1274  Thlr.
v.  Rampth  owsche  Stiftung.
Die  verw.  Majorin  von  Rampthow  setzte  1814  letztwillig  ein  Kapital ­
  von  1000  Thlr.  mit  der  Bestimmung  ans,  daß  die  Zinsen  desselben ­
  zur  lebenslänglichen  Unterstützung  eines  in  den  Freiheitskriegen
blesstrten  und  hülfsbedürftigen  Offiziers  verwendet  werden  sollen.  Die
Verleihung  des  Stipendi!  steht  der  Regierung  in  Licgnitz  zu.
Ramthuusche  Stipendien-Stiftuiig.
Eine  alte  zu  Mützenow  (Stolp)  begründete  Stiftung,  deren  Kapital
im  Jahre  1800  in  5350  Thlr.  bestand.
Fr.  Christian  v.  Randow,
Hauptmann  zn  Königsberg  (t  1835),  hinterließ  ein  Kapital  von  2000
Thlr.,  dessen  Zinsen  zur  Unterstützung  armer  Familienglieder  und  event,
von  Armen  überhaupt  verwendet  werden  sollen.
Karl  Ludewig  Ranzen,
Kaufmann  zu  Berlin  (t  1777)  stiftete  ein  Stipendium,  welches  auf
2  Jahre  von  dem  Magistrat  verliehen  wird  und  etwa  60  Thlr.  beträgt.
Rasch-Stiftung,
am  14.  Decbr.  1864  in  Naumburg  a.  S.  bei  Gelegenheit  des  50jährigen ­
  Dienst-Jubiläums  des  Oberbürgermeisters  Franz  Rasch  begründet.
Die  städtischen  Behörden  bewilligten  dazu  500  Thlr.
Raßfeldsche  Stiftung  zu  Neuwied.
Sie  ist  für  Arme  der  ältern  ev.  Gemeinde  zu  Neuwied  bestimmt  und
hat  ein  Kapital-Vermögen  von  25,000  Thlr.
        <pb n="560" />
        553

Rastsche  Stiftung,
von  dem  Wachtmeister  Rast  zu  Kemberg  herrührend.  Er  vermachte
1000  Thlr.  für  Studirende  der  Theologie  und  200  Thlr.  zur  Unterstützung ­
  von  Orts-Armen.
Raths-Stipendium  zu  Salzwedel.
Eine  alte  Stiftung  aus  fünf  geistlichen  Lehnen  und  Kommenden  für
Bürger-Söhne  gestiftet.  Sie  bestand  1840  aus  5}  Mispel  alt  Maaß
Roggen.  Kollator  ist  der  Magistrat.
Rau  ch,
Hof-Bildhauer  zu  Berlin  (t  1858)  vermachte  der  dortigen  Kommune  zu
einer  milden  Stifung  2000  Thlr.,  deren  Nießbrauch  jedoch  noch  der
Diener  des  Testators  zu  beziehen  haben  sollte.  Die  von  ihm  nachgelaffenen
  Modelle  bilden  das  Rauch-Museum.
v.  Rauschkesches  Armen-Stift  zu  Allenburg.
In  demselben  haben  11  Frauen  freie  Wohnung,  ärztliche  Behandlung,
wöchentlich  je  10  Sgr.  und  jährlich  4  Thlr.  Holzgeld;  12  andere  städtische ­
  Armen  erhalten  Unterstützungen.  Vermögen  8316}  Thlr.
Real-Schule  zu  Barmen.
Ein  Institut  1  st  er  Ordnung  mit  vollständigem  Pro-Gymnasium.  Es
hat  3  ganze  und  40  halbe  Freistellen,  eine  Lehrer-Pensions-,  Wittwenund
  Waisen-Stiftung,  1859  begründet;  Kapital  2000  Thlr.  (Wiese
S.  359).
Real-Schule  zu  Berlin.
1747  von  dem  Ober-Konsistorialrathe  Hecker  (t  1768)  einem  Schüler
Franckcs  begründet,  bezweckte  sie,  junge  Leute  zur  Handlung,  zum
Bauwesen,  zu  Künsten  und  Gewerben,  zu  Ockonomen  u.  s.  w.  vorzubereiten. ­
  Die  Anstalt  erfreute  sich  vieler  Unterstützungen,  hatte  einen
botanischen  Garten  (den  nachherigcn  Schulgarten  vor  dem  Potsdamer
Thor),  eine  eigene  Buchhandlung  und  Buchdruckerei.  Später  trennte  sich
die  Schule  in  das  Pädagogium  (die  gelehrte  Schule,  das  heutige
Friedrich-Wilhelms-Gymnasium),  in  die  Kunst-Schule  und  die  deutsche
oder  Handwerker-Schule;  das  Ganze  führte  seit  1753  den  Namen  der
K.  Realschule.  Die  Mädchen-Schule  erhielt  1827  ein  eigenes  Haus
und  bekam  den  Namen  der  Elisabeth-Schule,  die  Real-Schule  wurde
1858  neu  ausgebaut.  Sie  ist  das  einzige  Staats-Institut  dieser  Art
und  zugleich  die  älteste  Real-Schule  im  Lande.
Real-Schule  am  Zwinger  in  Breslau.
Am  1.  November  1817  als  eine  Bürgerschule  für  die  Jugend  aller
christlichen  Konfessionen  zum  Gedächtniß  der  dritten  Säkularfeier  der
Kirchen-Reformation  von  der  Stadt  gegründet,  1836  eröffnet,  seit  1859
Real-Schule  1  fiter  Ordnung.  Die  Anstalt,  zu  deren  Fundirung  der
Rath  I.  G.  Menzel  15,000,  der  Kaufmann  C.  E.  Roppan  13000,
der  Stadtrath  Pollack  10,000  und  dessen  Bruder  2000  Thlr.  beitrugen, ­
  hat  50,000  Thlr.  Kapital-Vermögen  und  eine  Anzahl  ganze
und  halbe  Freistellen.
        <pb n="561" />
        554

Real-Schule  zum  h.  Geist  iu  Breslau.
Seit  1849  aus  einem  älteren  Schul-Institut  als  höhere  Bürgerschule
mit  Hülse  eines  Legats  von  E  la  assen  (s.  d.)  und  cilles  der  verw.
Profeffor  Bandtke  von  5000  Thlr.  —  neu  hergestellt,  seit  1859
Real-Schule  I  ster  Ordnung.  Die  Anstalt  hat  viele  Freistellen  und
eine  Ko  ska-Stiftung  für  bedürftige  Zeichncnschüler,  1862  zum  Gedächtniß ­
  eines  früheren  Zeichnenlehrers  Ko  ska  begründet.
Real-Schule  zu  Düsseldorf.
Ein  Institut  Ister  Ordnung,  im  Jahre  1836  durch  freiwillige  Beiträge ­
  gegründet.
Real-Schule  zu  Elberfeld.
Institut  1  ster  Ordnung.  —  Lehrer-Pensions-,  Wittwen-  und  Waisen-Stiftung
  mit  7000  Thlr.  Kapital,  —  aus  milden  Gaben  und  dem
Ertrage  wissenschaftlicher  Vorlesungen  gebildet.  Sie  hat  seit  1863  die
Rechte  der  juristischen  Person.
Real-Schule  zu  Elbing.
1837  als  Privat-Schule  begründet,  1841  als  höhere  Bürgerschule  von
der  Stadt  übernommen,  seit  1859  Real-Schule  Ister  Ordnung.  Die
Anstalt  bezicht  aus  den  Mitteln  des  St.  Spiritus-Hospitals'jährlich
1200  Thlr.  und  von  der  Marienkirche  die  Hälfte  der  Zinsen  des  Legats ­
  von  Ballermann  (s.  d.)
Real-Schule  zu  Erfurt.
Ein  Institut  1  ster  Ordnung,  die  erste  im  Regierungs-Bezirk  begründete, ­
  entstand  aus  der  1820  hergestellten  Dr.  Ung  er  schen  mathematischen ­
  Lehr-Anstalt  und  nahm  1834  den  Namen  Real-Schule  an.
Real-Schule  zu  Görlitz,
1837  von  der  Stadt  begründet,  1859  Real-Schule  Ister  Ordnung.
S.  Eiffler  und  Friedrich-Wilhelms-Stiftung.
Real-Schule  zu  Graudenz,
ans  einer  alten  evang.  lutherischen  Stadtschule  entstanden,  seit  1859
städtische  Real-Schule  2ter  Ordnung.  Legat  des  Rathsherrn  S  chelski
aus  dem  Jahre  1851,  von  dessen  Zinsen  würdige  und  bedürftige  Schüler ­
  prämiirt  werden  (Wiese  S.  77).
Real-Schule  zu  Köln.
Ein  Institut  Ister  Ordnung.  Zuwendungen  für  Schüler  von  Kaufmann ­
  Birken  stock  (1841),  Kanonikus  Kay  ser  (1842),  Rentner
v.  Weiter  (1843),  Rentner  Cornille  (1862)  rc.  Das  1862  bezogene ­
  neue  Gebäude  ist  mit  einem  Kostenaufwande  von  mehr  als
100,000  Thlr.  erbaut.
Real-Schule  zu  Königsberg,
ein  ev.  Institut,  früher  Löbenichtsche  Schule  genannt,  seit  1859
„städtische  Real-Schule"  1  ster  Ordnung.  Sie  hat  einen  aus  freiwilligen ­
  Beiträgen  gebildeten  Schüler-Unterstützungs-Fonds.
        <pb n="562" />
        555

Real-Schule  zu  Krefeld.
Ein  Institut  2ter  Ordnung,  zum  Theil  durch  eine  Stiftung  des  mennomtischen
  Kaufmanns  Adam  Sich  cuten  (f  1801)  von  15,000  Thlr.
ä'vlsch  und  durch  ein  Bermächtniß  des  Kaufmanns  v.  d.  Leven  von
4000  Thlr.  Cour,  begründet,  daher  auch  „Real-Schule  der  Scheu  -
tcnschen  Stiftung"  genannt.  Zahlreiche  Freistellen  (Wiese  S.  376).
Real'Schule  zu  Landshut.
räïwî;  srw  tat.
Stiftung  für  arme  Schüler,  zu  Ehren  des  Direktors  mit  148  Thlr
begründet.  ’
Real-Schule  zu  Lippstadt.
Seit  1859  der  1  sten  Ordnung  angehörig.  Schulenburgsche  Schenkung ­
  zum  Besten  des  bei  der  Anstalt  bestehenden  Lehrer-Wittwen-Fonds
und  Schwarzesche  Stiftung  zum  Besten  der  Lehrer  (Wiese  S.  322).
Real-Schule  zu  Meseritz,
ein  Institut  1  ster  Ordnung,  von  König  Friedrich  Wilhelm  111.  1833
als  höhere  Bürgerschule  gegründet.  Die  Anstalt  besitzt  seit  1859  eine
Stiftung  für  Wittwen  und  Waisen  der  Lehrer.
Real-Schule  zu  Nordhausen,
das  zweite  im  Regierungsbezirk  Erfurt  entstandene  Institut  dieser  Art,
1835  durch  den  Magistrat  begründet.  Institut  2  ter  Ordnung.  Vermögen ­
  1600  Thlr.  Pgl.  Wilh.  Müller  und  Chr.  Gottlob  Richter.
Real-Schule  zu  Posen,
1853  von  der  städtischen  Behörde  gegründet,  seit  1859  der  1  sten  Ordnung ­
  ungehörig.  Städtisches  Stipendium,  1859  aus  Veranlassung  der
Geburt  des  Prinzen  Wilhelm  gestiftet.  Prämien-Stiftung  des  Grafen
Heliodor  Skorzewski.  Berger,  Kaufmann  in  Posen/schenkte  1861
Zur  Herstellung  des  jetzigen  neuen  Schulhauses  50,000  Thlr.
Real-Schule  zu  Potsdam.
n«  OrSr  14“®  ,‘*S t t ,, ^Ä n0sU '" S  feW  1859
Real-Schule  zu  Ruhrort.
Real-Schule  zu  Wehlau,
ž  stf‘5  %  1859  à'ķşi
.  ŅechelSsche  Stiftung  zu  Breslau,
ine  Zinsen  alle  Jahre  zu  Anfang  des  Winters  Heizungs-Materialien
        <pb n="563" />
        556

angekauft  und  diese  an  einem  Tage  und  auf  einmal  an  dortige  jüdische
Arme  vertheilt  werden  sollen.
Reformirte  Prediger-Wittwen-Kasse  zu  Königsberg.
Gestiftet  für  reformirte  Prediger-Wittwen  in  Ostpreußen  und  Litthauen
durch  Beiträge  der  Prediger  und  durch  Kollekten,  sowie  durch  Legate
von  Bannwarth  und  Assessor  Fischer.  Vermögen  36,000  Thlr.,
dessen  Zinsen  an  reformirte  Prediger-Wittwen  vertheilt  werden.
Reformirtes  Waisenhaus  zu  Frankfurt  a.  O.,
von  der  Kirchengemeinde  1764  gegründet,  aus  dem  Fonds  des  Waisenhauses ­
  und  milden  Sammlungen  unterhalten.  Das  Haus  enthält  6
Zöglinge,  Knaben  und  Mädchen  und  wird  von  dem  Presbyterium  geleitet. ­

de  Rdgesche  Familien-Stiftung,
1855  von  dem  Amtsrathe,  Major  a.  D.  und  Kreis-Deputirtcn  de  Rege
zu  Dusznick  mit  den  Rittergütern  Lubosin  und  Przystanki  im  Kreise
Samter  zur  Unterstützung  bedürftiger  Glieder  der  Familie  begründet.
Sollte  die  Familie  so  weit  aussterben,  daß  weniger  als  drei  oder  gar
keine  Angehörigen  und  Berechtigten  derselben  mehr  vorhanden  wären,
so  fällt  die  Stiftung  dem  Könige  anheim,  um  darin  unvermögende
Preußische  Offizier-Töchter  aufnehmen  zu  lassen.
v.  Regemann,
Reg-Rath  a.  D.  (t  1830)  vermachte  dem  Gymnasium  zum  grauen  Kloster
in  Berlin  den  dritten  Theil  seines  etwa  34,000  Thlr.  betragenden  Vermögens, ­
  sowie  seine  Bücher-Sammlung,  seine  Gemälde  und  Landkarten
mit  der  Bestimmung,  daß  seiner  Haushälterin  eine  Pension  von  400
Thlr.  für  ihre  Lebenszeit  gezahlt,  nach  deren  Tode  aber  aus  den  Zinsen ­
  drei  Universitäts-Stipendien  à  100  Thlr.  gestiftet  und  der  Ueberrest
  zu  kleineren  Schul-Stipendien  verwendet  werden  solle.  Die  Verwaltung ­
  dieser  Stiftung  ist  dem  Direktorium  der  Strritschen  Stiftung, ­
  die  Kollation  der  Universitäts-Stipendien  dem  Direktor  und  den
beiden  ersten,  in  Prima  unterrichtenden  Lehrern  des  Gymnasii,  die
Kollation  der  Schul-Stipendien  dem  Direktor  allein  übertragen.
Regenhertzsches  Legat,
von  der  1838  zu  Hamm  t  Gattin  des  Appellationsgerichts-Raths  Regenhcrtz,
  geb.  v.  Rademacher,  herrührend,  und  1856  zur  Hebung
gekommen.  Es  beträgt  2618  Thlr.  (jetzt  3000  Thlr.)  und  sollen  mit
den  Zinsen  tugendhafte,  bedürftige,  über  60  Jahr  alte  Leute,  ohne  Unterschied ­
  der  Konfession,  welche  sich  im  Emmericher  Bezirk  aufhalten,
unterstützt  werden.  Eine  gleiche  Summe  verinachte  Frau  Rege  «hertz
zu  gleichen!  Zweck  für  alte  Leute,  die  sich  im  Soester  Bezirk  aufhalten.
Mutter  Regina  Armenhaus  zu  Wilhelmsthal  (Glatz),
1830  von  dem  Pfarrer  Johann  Gottwald  zu  Lindenau  und  Jauers
unter  diesem  Namen  gestiftet.
        <pb n="564" />
        557

Rehfeldsches  Legat,

Es  beträgt  600  Thlr.  und  die  Zinsen  werden  zu  Schulzwecken  der
Stadt  Gransee  (Ruppin)  verwendet.

v.  Reibnitz,
Rittergutsbesitzer  zu  Holzkirch  bei  Lauban  (+  1862)  vermachte  der
dortigen  Armenkasse  500  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen
an  arme,  gebrechliche,  arbeitsunfähige  Bewohner  des  Orts  vertheilt
werden  sollen.
Elisabeth  Sabine  Rei  char  dt

zu  Berlin,  (1828)  vermachte  a)  2000  Thlr.  in  Gold.  Bon  den  Zinsen
soll  der  Propst  an  der  Petri-Kirche  so  viel  Kinder  als  möglich  (Knaben
und  Mädchen)  zur  Frcischule,  die  letztern  zugleich  zur  Industrie-Schule
bei  einem  rechtschaffenen  und  geschickten  Lehrer  anweisen;  b)  2000  Thlr.,
deren  Zinsen  zur  Unterstützung  von  zwei  bedürftigen  evangelischen
Prediger-Wittwen  verwendet  werden  sollen;  c)  6000  Thlr.,  deren
Zinsen  an  Arme  der  St.  Nikolai-  und  Marien-Parochie,  hauptsächlich
an  alte  unvermögende  Personen,  die  ihre  Kunst  oder  Gewerbe  nicht
mehr  betreiben  können,  mir  nicht  weniger  als  5  Thlr.  und  micht  mehr
als  15  Thlr.  vertheilt  werden  sollen.  Die  Ertheilung  geschieht  nicht
auf  Lebenszeit.  Die  Legale  zu  a.  b.  stehen  unter  Verwaltung  der  Armen-Dircktion,
  das  zu  e.  unter  der  des  Ministerii  und  Kirchen-Vorstandes
der  genannten  Kirchen;  ck)  4000  Thlr.  dem  Bürgerrettungs-Jnstitut;
jO  8000  Thlr.,  von  deren  Zinsen  jährlich  4  studirende  Theologen  oder
Juristen  bürgerlichen  Standes,  welche  von  dem  Berlinischen,  dem
Kölnischen,  Friedrichs-Werderschen  und  Joachimsthalschen  Gymnasium
zur  Universität  abgehen  und  von  dem  Magistrat  zu  Berlin  in  Ansehung
des  Fleißes,  der  Fähigkeit,  der  guten  Aufführung  und  Bedürftigkeit
für  bic  würdigsten  gehalten  werden,  zu  gleichen  Theilen  Stipendien
aus  zwei  Jahre  erhalten  sollen.  Ein  Stipendiat  soll  stets  aus  jedem
dieser  3  Gymnasien  gewählt  werden.  In  Betreff  des  vierten  Stipendiaten ­
  steht  es  dem  Magistrat  frei,  aus  welchem  von  den  drei  Gymnasien ­
  er  ihn  wählen  will;  e)  4000  Thlr.  den  Erwerbschulen.

Reichardtsches  Legat,
qinIm75°^;Ķ»ch°  zu  Berlin,  jlapilal  3000  Thlr.,  °°n  dch-n

v-  Reichenbach,
ÄWWLLW«
Frau  v.  Reichenbach,
beit  Zinsen  den  alleruothleidensten  der  armen  Stuhlarbeiter  gezahlt
        <pb n="565" />
        558  _  1
werden  sollten.  Das  Kapital  wird  bei  der  Haupt-Stiftunqskasse  verwaltet ­
  (Lisco  S.  85).
Reichend  erg,
Regicrungsrath  (ş  1832)  vermachte  der  Armen-Direktion  zu  Berlin
1000  Thlr.,  deren  Zinsen  an  ganz  hülfsbedürftige  Arme,  wenn  die
Noth  am  höchsten  gestiegen,  vertheilt  werden  sollten.  Das  Kapital  wird
bei  der  Haupt-Stiftungs-Kaffe  verwaltet  und  der  Ertrag  zu  extraordinairen
  Unterstützungen  in  besonders  dringenden  Fällen  verwendet.
Reichenheim-Böckhsches  Stipendium.
Im  Oktober  1860  bei  Gelegenheit  der  Universitäts-Jubelfeier  von  dem
Kommcrzien-Nath  Leonor  Ne  ich  en  he  im  mit  2000  Thlr.  fundirt,  ist
es  bestimmt,  je  einem  Studirenden  christlichen  Religions-Bekenntnistes
und  einem  Studirenden  jüdischen  Glaubens  zu  gleichen  Theilen  und
zu  gleicher  Zeit  verliehen  zu  werden.  Auch  Angehörige  der  deutschen
Bundes-Staaten  sind  zur  Bewerbung  zugelassen.  Kollator  ist  für  jetzt
Böckh,  nach  dessen  Tode  der  Senat  der  Universität.  Die  Verleihung ­
  erfolgt  jedesmal  zum  24.  November  und  zwar  jedesmal  auf
ein  Jahr.
George  August  Reichert,
ehemaliger  Proviantmeister  (f  1859)  hinterließ  der  Armen-Direktion
zu  Berlin  1500  und  500  Thlr.  :  von  den  jährlichen  Zinsen  sind  *  zu
Zwecken  der  Armenpflege  in  der  Stadt  Berlin  zu  verwenden,  '  rum
Kapital  zu  schlagen.
George  Friedrich  Reichert,
Kommissionsrath  (f  1843)  und  dessen  Ehegattin,  adoptirte  Thiel  geb.
Auerbach,  hatten  in  einem  1842  errichteten  Testamente  sich  wechselseitig
zu  Universalerben  eingesetzt  und  dabei  bestimmt,  daß  nach  dem  Tode  des
lctztlebenden  die  Zinsen  ihres  alsdann  vorhandenen  gemeinschaftlichen
Vermögens  als  „Rcichertsche  Stiftung"  unter  Oberaufsicht  und  Verwaltung ­
  des  Ministeri!  der  geistlichen  Angelegenheiten  zu  gewissen
wohlthätigen  Zwecken  verwendet  werden  sollten.  Nämlich  {  zu  Freitischen ­
  für  arme  Studirendc  an  der  Universität  Berlin.  Der  Minister
kann  diese  Freitische,  an  welchem  Ausländer  keinen  Theil  haben,  entweder ­
  selbst  vergeben  oder  dieses  Geschäft  dem  Senat  der  Universität
überlassen;  }  zu  Stipendien  à  200  Thlr.  jährlich  für  arme  Studirende
  der  Universität  Berlin,  mit  derselben  Maßgabe;  zu  Unterstützungen ­
  à  200  Thlr.  jährlich  auf  höchstens  3  Jahre  für  talentvolle
und  gebildete  junge  Leute,  welche  sich  der  Malerei,  Bildhauerei,  Baukunst, ­
  Musik  oder  Kupferstecherkunst  gewidmet  haben,  behufs  ihrer
weitern  Ausbildung,  sei  es  auf  Reisen  oder  in  der  Heimat.  Ausländer
haben  auch  hier  keinen  Theil  daran.  Die  nähere  Bestimmung  wegen
Verleihung  dieser  Unterstützung  soll  dem  Minister  der  geistlichen  Angelegenheiten ­
  zustehen;  }  gelangt  an  die  Berliner  Erwerbschuleu  zur
Unterhaltung  derselben;  ^  an  die  Armen-Direktion  zur  Versorgung
verschämter  Armen  mit  freiem  Brennholze;  -  an  dieselbe  zu  gleichem
        <pb n="566" />
        559

Charlotte  Wilhelmine  Reichwald,
bon
btcfcit  unter  die  sechs  Benefieiatinnen  mit  je  etwa  lOOTHlr  veril,eilt
me(d;e  )erftrent  in  ber  Stabt  mo^nen  nnb  nad,  einer  non  bem  %bmini:
»ä  sssssä?*
George  Reima  nn,
Hofgerichts-Rath  zu  Königsberg,  vermachte  (1556)  2000  Thlr.,  deren
Aîņş?  a«  .-e  be.den  ältesten  und  geschicktesten  Studirenden  und  nächsten
ZMMWZZ
Reimersches  Stipendium.
m
v.  Reineckesche  Stiftung.
(v, u  .  _  .  *'  Reinersdorfsches  Vermächtniß.
ei  Ü ’  e  lners  dors,  geh.  Justizrath  und  Landschafts-Direktor
        <pb n="567" />
        560

(t  1838)  vermachte  den  Dorf-Einwohnern  von  Reinersdorf  und  Freydorf ­
  auf  immerwährende  Zeiten  jährlich  36  Scheffel  Korn  Breslauer
Maß  und  72  Thlr.  Kourant  (damaliger  Kapital-Werth  3050  Thlr.)
als  eine  vom  Dominium  Reinersdorf  (Kreutzburg)  zu  l/istcnde  Abgabe
mit  der  Bestimmung,  daß  davon  6  bis  12  der  ärmsten  Einwohner
ohne  Unterschied  des  Geschlechts,  Alters  und  Glaubens  betheiligt,  auch
dieselben  zu  ihrem  Bedarf  freies  Raff-  und  Leseholz  im  Dominial-Forst
zu  holen  befugt  sein  sollen;  b)  der  Schule  in  Reinersdorf  500  Thlr.,
deren  Zinsen  zum  Besten  der  Schul-Anstalt,  besonders  zu  Schulgeld
und  Schulbüchern  für  arme  dort  wohnende  Kinder  bestimmt  sind.
v.  Reinhardtsches  Legat  zu  Groß-Ballhausen  (Weisscnsee),
von  dem  Rittmeister  v.  Reinhardt  (t  1846)  vermacht.  Kapital
300  Thlr.  Die  Zinsen  sind  an  die  Armen  des  Orts  zu  vertheilen.
Reinhardtsches  Legat  zu  Heringen,
Kapital  2600  Thlr.,  die  Zinsen  fallen  den  Armen  der  Stadt  Heringen  zn.
Vellrath  Siegfr.  Reinhardt,
Oberamtmann  auf  Schönborn,  Klein-Oldern  und  Kurtsch  (Breslau)
begründete  (1800)  eine  Stiftung  zur  Unterstützung  armer  Unterthanen
auf  den  genannten  Gütern,  indem  er  dieselbe  mit  3000  Thlr.  dotirte.
Das  in  schlesischen  Pfandbriefen  angelegte  Kapital  befindet  sich  im
Depositorium  der  General-Landschafts-Direktion  zu  Breslau,  die  Vertheilung
  und  Verwaltung  der  Stiftungs-Rcvenüen  erfolgt  seit  1850
durch  den  Landrath  des  Breslauer  Kreises.
Henriette  v.  Reitz  enfiein,
Stiftsdame  zu  Hildesheim,  lcgirtc  (1859)  dem  Armen-Fonds  in  Lippstadt
  100  Thlr.  Die  Zinsen  sollen  am  Sterbetage  der  Geberin
(14.  Juni)  jährlich  an  vier  der  rechtlichsten  Armen  gezahlt  werden.
R  e  mb  ow  s  k  i  sche  Legaten-Stiftung.
Kaufmann  Rembowski  zu  Breslau  (t  1837)  vermachte  der  städtischen
Armen-Direktion  1000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen
davon  an  bedürftige  Prediger-  oder  Schullehrer-Wittwen,  oder  in  deren
Ermangelung  an  Wittwen  anderen  Standes  in  Raten  von  10  Thlr.
jährlich  am  Michaelis-Tage  vertheilt  werden  sollen.  Mit  dem  Tode
seiner  Wittwe,  geb.  Maltern  (ch  1845)  hat  das  Kapital  sich  auf
2000  Thlr.  erhöht.
Remmertsches  Stipendium.
Dafielbe  beträgt  45  Thlr.  und  wird  abwechselnd  6  Jahre  hindurch
von  der  Regierung  zu  Magdeburg  an  Stndirende  und  dann  4  Jahre
hindurch  vom  Appellationsgcricht  zu  Halberstadt  an  Familienglieder
und  demnächst  an  stndirende  Bürgersöhne  verliehen  (Hermes  11.  205).
Frau  Remschel,
geb.'  Müller,  verw.  Hauptmann  zu  Breslau  (ch  1848)  bestimmte
300  Thlr.  zur  Unterstützung  dreier  Invaliden.  Die  Verwaltung  des
Legats  ist  dem  Ober-Präsidenten  von  Schlesien  übertragen.
        <pb n="568" />
        561

Tobias  Renner
‘Ä  J! 86 ^  ?Ģ°st  Srömmft-dt  im  Ärcisc  W-ist-nse-1200
  Thlr.  fur  Schulzweck-.
F.  W.  G.  v.  Rephun,
Anhaltscher  Oberforstmeister  (f  1816)  vermachte  den  dritten  Theil
Mw  pmnögeng,  »,^(0  burd^  ISOigWge  %nf„mn,h,nq  ber  ginfe»
auf  355,555  Thlr.  gebracht  werden  soll,  für  die  Wittwen  der  Prediger
Rektoren  und  Konrektoren  zu  Luckau.
v  Rest  orffsche  Stiftung  zu  Königsberg,
für  verarmte  Bürger,  welche  durch  Unglücksfälle  und  ohne  ihr  Verfchulden
  in  Noth  gerathen  sind.  Die  Verwaltung  hat  der  Magistrat
zu  Königsberg.
Rettungs-Anstalt  zu  Düffelthal.
Von  dem  Grafen  Adalbert  v.  d.  Recke-Volm  erstein  ins  Leben  gerufen ­
  und  später  mit  Hülfe  milder  Gaben  durch  die  Anstalten  zu  Ob'erdyck
  und  Zoppenbrück  erweitert.  Im  Jahre  1861  befanden  sich  186
Knaben  und  86  Mädchen  in  diesen  Anstalten  und  der  Bedarf  belief  sich
auf  18,000  Thlr.  Der  Anstalt  Düffelthal  gehört  das  in  der  Nähe
gelegene  Gut  Zoppenbrück,  auch  sind  ihr  verschiedene  letztwilliqe  Zuwendungen ­
  rc.  zugcfloffcn.  Vgl.  Schullehrer-Seminar.
Rettungs-Anstalt  zu  EllniSzken  (Memel).
Sie  zählt  18  Kinder  und  wird  von  einem  Verein  unterhalten.
Rettungs-Anstalt  zu  Erfurt.
'ļ)  .şà  vcrwahrlofete  Kinder  ev.  Konfession.  Sie  wird  durch  freiwillige
-t.  ertrage  untei  halten  und  besitzt  5—600  Thlr.  Vermögen:  die  Armen-Verwaltung
  schießt  jährlich  etwa  1000  Thlr.  zu.  Im  Durchschnitt
sind  jährlich  15  Zöglinge  in  der  Anstalt  und  15  als  Lehrlinge  bei
Gewerbetreibenden  untergebracht;  l.)  für  vcrwahrlofete  katholische  Kinder.
Sw  bezieht  für  jeden  Zögling  jährlich  40  Thlr.  aus  der  Stadt-Armcnitaffe.

Rettungs-Anstalt  zu  Goldberg.
Sìä'SÎs
k  .  cv  .  ,  Rettungs-Anstalt  zu  Memel.
msmss
_  .  _  Rettungsanstalt  Pollertöbos.
^ņŗegung  des  ev.  Pastors  Rothert  1851  aus  milden  Gaben
Prtufî.  «-cmdbuch.

36
        <pb n="569" />
        562

bei  Oldendorf  (Minden)  begründet,  bezweckt  die  Anstalt,  die  sonst
durch  die  Verhältnisse  in  ihrem  elterlichen  Hause  der  Verwahrlosung
und  Gottlosigkeit  preisgegebenen  Kinder  (Knaben)  in  christlichem  Geiste
/  zu  ländlicher  Arbeit  zu  erziehen  und  zu  befähigen.  Die  Anstalt,  welche
vom  Kirchenvorstandc  geleitet  wird,  und  1854  abbrannte,  nimmt  30
Kinder  auf,  hat  Grundstücke,  auch  durch  Geschenke  und  letztwillige  Zuweudungen
  einige  Kapitalien  und  besitzt  seit  1855  die  beschränkten  Korporations-Rechte. ­

Rettungs-Anstalt  zu  Reitwein  (kebuö),
für  verwahrlosete  Kinder,  von  einer  Anzahl  achtbarer  Bewohner  der
Gegend  1849  nach  dem  Muster  des  Rauhen  Hauses  bei  Hamburg  begründet. ­
  Es  sollen  in  demselben  verwahrlosete  Kinder  des  Kreises
christlich  und  in  der  Weise  des  Familienlebens  erzogen  und  vorzugsweise ­
  mit  Landwirthschast  beschäftigt  werden.
Rettungs-Anstalt  ze  Rieseuburg.
Sie  steht  unter  Leitung  des  evangel.  Pfarrers  Pfeil,  wird  durch  die
Mildthätigkeit  der  Kreisbewohner  unterhalten  und  nimmt  etwa  20
Kinder  auf.
Rettung»  Allstalt  zu  Schönbruch,
im  Kreise  Friedland  (Ostpreußen).  Sie  nimmt  30  Mädchen  auf  und
erhielt  1858  Korporations-Rechte.
RettungS  Anstalt  auf  dem  Lchmiedel  bei  Srmlnern.
Sie  wird  durch  milde  Beiträge  und  durch  Kollekten  in  der  Rhein-Provinz
  erhalten.
Rettungs-Anstalt  zu  Soest,
für  verwahrlosete  Mädchen  um  das  Jahr  1850  auf  Anregung  des
Superintendenten  Wiesmann  von  einem  Verein  begründet.  König
Friedrich  Wilhelm  IV.  überwies  dazu  Räume  in  den  Gebäuden  des
ehemaligen  Walpurgis-Stifts.
Rettniigü-Anstalt  zu  Stendal.
Ein  1854  begründetes  Institut  zur  Aufnahine  verwahrloseter  Kinder
weiblichen  Geschlechts  unter  12  Jahren.  Sie  müssen  dem  Kreise  Stendal ­
  angehören.  Die  Anstalt  hat  6  Stellen  und  besitzt  ein  Vermögen
von  600  Thlr.
RettuugShaus  zu  AbtShagen  (Grimmen),
1847  begründet.  Enthielt  im  Jahre  1857  13  Mädchen.
RettuugShaus  zu  Alt-Haldensleben.
1847  von  dem  Rittergutsbesitzer  Philipp  Nathusius  gestiftet  für
Kinder  weiblichen  Geschlechts  zunächst  aus  den  Kreisen  Neuhaldeusleben
  und  Wolmirstädt;  die  Gemeinden  zahlen  für  jedes  Kind  ein
Pstegcgeld  von  12  —  25  Thlr.  Der  letzte  Satz  ist  die  Regels  ein
Hülss-Verein,  der  sich  gebildet  hat,  und  seine  Mittel  meist  durch  eine
jährliche  Kollekte  beschafft,  trägt,  was  bei  den  Mädchen  an  diesem
Pflegegelde  fehlt.  Den  Rest  der  Kosten  übernimmt  die  Familie  des
        <pb n="570" />
        563

Gutsbesitzers.  ®ic  Anstalt  -nchätt  zur  Zeit  13  Mädchen,  di-  durch
-tt&amp;gt;-  Hausmutter  erzsge»  uud  in  w-iblich-u  H-ud-Arbeit-n  unlcrrichici
w-rd-u;  den  Äbrtgc»  Uutemcht  erhalten  st-  i„  der  Schule.  In  Gent-,usch-ft ­
  m.t  dem  Zw-,,  .  Jus,-tut-  z„  Hist-rsl-b-n  dnt  di-  Anstalt
ein  in  Rentenbrlesen  angelegtes  Vermögen  von  900  Thlr.
Rettungshans  (zur  h.  Hedwig)  zu  Alt.Heyde
Bfifiii
Rettungshaus  zu  Angermünde,
von  einem  Verein  1853  für  den  Kreis  Angermünde  begründet  Die
Anstalt  enthalt  etwa  12  Knaben.  Die  Kosten  werden  durch  freiwilliae
Gaben  gedeckt.  Vgl.  Wilhelmine  Hoffmannsche  Stiftung.  9
RettungShanS  zu  Berlinchen,
1850  von  einem  Verein  hergestellt;  Kaufmann  Richter  gab  dazu  5
Morgen  Land.  Milde  Beiträge  gewähren  die  Mittel  zur  Unterhaltung. ­

Rettungshaus  zu  Breitenhain  (Schweidnitz).
besteht  seit  1863  durch  die  Fürsorge  des  Landraths  Grafen  v.  Pückler
und  erner  Anzahl  Freunde  der  innern  Mission.
Rettuugshaus  der  Frauen  zum  guten  Hirten  zu  Breslau,
im  Jahre  1859  von  dem  dortigen  Vincenz-Verein  für  verwahrlosete
Mädchen  gegründet  und  unter  die  Leitung  von  Ordensfrauen  vom
guten  Hrrten  aus  dem  Mutterhause  zu  München  gestellt.  Ein  ungenannter ­
  Wohlthäter  gab  die  Mittel  zum  Ankauf  des  Grundstücks-  im
Uebrigen  erhalt  sich  das  Institut  zur  Zeit  von  milden  Beiträgen.  '
RettnngShans  zn  Bnnzlau,
® iC  Ķl"d°r  werd.,,  theilweise  mtch  itt
RettuiigshauS  zu  Charlottenburg,
«gl-  H°ü«"zum  gutn,  H,«S"  b-r  Königlichen  ffomilic  g-»rü„d-t.
...  ,  ,  f  Ä  Rettung-haus  zu  Daher.
34«  *
10  rn  .  .  i  Rettungshaus  zu  Dem.nin,
aSSaHsP®
36*
        <pb n="571" />
        564

Rettungshaus  zu  Diesdorf,
ein  Filial  des  Hauses  von  Schreiberhau  (s.  d.),  dessen  Begründung
durch  die  werkthätigen  Unterstützungen  des  Kaufmanns  Weiß  in
Reichenbach  1864  ermöglicht  worden  ist.  Er  schenkte  dem  Rettungs-Hause
  zu  Schrei  ber  hau  ein  Grundstück  in  Diesdorf  mit  den  darauf
befindlichen  Gebäuden  im  Werthe  von  10,000  Thlr.  unter  der  Beengung ­
  ,  daß  dasselbe  für  immerwährende  Zeiten  zur  Förderung  des
Reichs  Jesu  Christi,  zunächst  zu  einem  Rettungshause  für  konfirmirte
  Kinder,  insbesondere  zu  einer  Ackerbau-Schule  verwendet  werde.
Rettungshaus  zu  Dramburg,
von  einem  Frauen-  und  Jungfrauen  -  Verein  1854  begründet.  Es
werden  darin  25  Kinder  verpstegt  und  kommen  auf  das  Kind  durchschnittlich ­
  25  Thlr.  pro  anno.
Rettungshaus  zu  Elberfeld,
für  verlassene  Kinder  der  evangelisch-lutherischen  Gemeinde,  1860  eröffnet. ­
  Legat  von  Heckmann  (1862)  100  Thlr.
Rettungshaus  zu  Elbing.
Es  werden  darin  etwa  6  Knaben  erzogen.
Rettungshaus  zu  Fiusterwalde,
1858  im  Interesse  der  Kinder  der  vieleit  in  den  dortigen  Tuchfabriken
beschäftigten  Arbeiter  durch  den  „Rettungs-Verein"  begründet.  Die
Anstalt  hat  Korporations-Rechte.
Rettungshaus  zu  Freienwalde  (Pommern),
1853  begründet.  Es  zählte  im  Jahre  1857  5  Knaben  und  9  Mädchen.
Rettungshaus  zu  Friedland  (Falkenbcrg).
Eine  Stiftung  des  Gutsherrn  Grafen  v.  Burghauß.  Die  Anstalt ­
  ist  für  ev.  Knaben  und  enthält  deren  etwa  20.
Rettuugshaps  zu  Garz  (StralsuUd),
1844  begründet.  Es  enthielt  im  Jahre  1857  achtzehn  Knaben.
Rettungshaus  zu  Görckc,
1850  zu  Spantekow  von  dem  Anklam-Demniiner  Frauen-  und  Junafranen-Verein
  begründet,  seit  1856  mit  Hülfe  eines  Legats  des  Kaufmanns ­
  Loins  Schulze  von  1000  Thlr.  in  Görcke  hergestellt.  Eine
Abtheilung  des  Elisabeth-Stifts  zu  Anklam.  Die  Kosten  werden  durch
milde  Beiträge  gedeckt.
Rettungshaus  zu  Görlitz.
Anfänglich  ein  Privat-Jnstitut  und  blos  von  rnilden  Beitragen  unterhalten, ­
  erhielt  dieses  Institut  durch  ein  Legat  von  2000  Thlr.,  welches
der  Kommerzienrath  Ferd.  Schmidt  (1854)  aussetzte,  eine  festere  Begründung. ­
  Die  Anstalt  ist  für  Knaben  der  Ober-Lausitz  bestimmt  und
steht  mit  der  Armen-Ackerbau-Schule  zu  Siebenhufen  (s.  d.)  in  Verbindung. ­
  Beide  Anstalten  haben  einen  gemeinschaftlichen  Vorstand,  indem
die  dazu  sich  eignenden  Zöglinge  des  Rettnngshauses  in  der  Ackerbau-
        <pb n="572" />
        565

Schule  für  die  Landwirthschaft  vorgebildet  werden.  Beide  Anstalten
erfreuen  sich  der  Unterstützung  des  Kommunal-Landtages.  Die  Zahl
der  Zöglinge  beläuft  sich  auf  26—30,  die  jährliche  Ausgabe  auf
3200  Thlr.  Die  Anstalt  erhält  aus  dem  ständischen  Fonds  zu  milden
Zwecken  jährlich  350  Thlr.

Rettungshauö  zu  Graudenz.
von  dem  Vincenz-Verein  zu  Graudenz  und  dem  Verein  der  heiligen
Elisabeth  1857  unter  Leitung  des  Dekans  Heller  für  verwahrlosetc
kath.  Mädchen  unter  dem  Namen  „Rettungshans  zu  Allerheiligen"
gestiftet.  Die  Anstalt  hat  1859  die  staatliche  Genehmigung  erhallen
werd  von  den  reichlich  eingehenden  Beiträgen  der  Katholiken  und  durch
Verloosung  eingesammelter  Arbeiten  rc.  unterhalten  und  besitzt  ein
schuldenfreies  Grundstück  im  Werthe  von  4210  Thlr.  Sie  enthält
9  Mädchen  und  die  Leitung  ist  drei  armen  Schulschwestern  übertragen.
Rettungshauö  zu  Greifswald.

Von  einem  1852  zusammengetretenen  Vereine,  welcher  aus  milden  Gaben ­
  1200  Thlr.  zusammengebracht  hatte,  zur  Erziehung  sittlich  verwahrlosctcr
  Mädchen  begründet.  Die  Anstalt  erhielt  1855  beschränkte
Korportions-Rechte  und  Stempelfreiheit,  soweit  diese  den  öffentlich  anerkannten ­
  milden  Stiftungen  nach  der  jedesmaligen  Gesetzgebung  zu-RettungshauS

  zu  Grünhof,
von  einem  im  Kreise  Neu-Stettin  1849  zusammengetretenen  Vereine
auf  einem  dazu  erworbenen  Vorwerke  von  170  Morgen  bei  Bärwalde
begründet.  Das  Anstalts-Gebäude  ist  nach  einem  Plane  Wi  cher  ns
hergestellt  und  als  Hausvater  ein  im  Rauhen  Hause  zu  Hamburg  vorgebildeter, ­
  verhciratheter,  vom  Könige  dem  Verein  auf  dessen  ’  Bitte
überwiesener  Staats-Pensionair  angenommen.  Die  Anstalt  ist  1850
eröffnet,  und  nimmt  20—30  Knaben  ans.  Ein  Frauen-  und  Jungfrwtcn,
  %crm,  liefert  dem  Hause  Küchengerathe,  Kleider,  Wäsche,
Möbel  rc.

Rettungshans  zu  Grünlinde,
IBIS
~  ff  (U  ’Ci  ^ Lttm, 9 ei,aue  ru  Hermsdorf  (Landöhut).
Dasselbe  ist  1858  begründet  und  hatte  1859  17  Kinder.
...  ^  ,  ..  Rettnngöhaus  zu  Hillersleben,
"ec  "î.^uuächst  aus  den  Kreisen  Ncu-Haldensleben  und  Wolmir-.
  r  *[  dem  Rettuttgshausk  in  Alt-Haldensleben  abgez
  g  ,  und  enthalt  16  Knaben,  denen  ein  Hausvater  Erziehung  und
        <pb n="573" />
        566

Werrich  Giebt.  3m  llebngm  fi,,b  bie  @:nrid?tungeH,  mie  in  310,
Halbensleben;  bte  nicht  gebeckten  Kosten  trägt  ber  Hülss-Verein.
Rettungshaus  zu  Hohendorf,
WL8S
Rettungshaus  zu  Köslin,
Uà  1852.  ES  errthielt  im  Jahr.  1857  14  S,loben  und  ach,
Rettungshaus  zu  Köthen  (Ober-Barnim),
1856  zunächst  für  12  verwahrlosete  Knaben  von  einem  Verein  (Major
V  %  şibnplitz,  Graf  Haesclcr,  Pfarrer  S  ch  u  l  tz  e  rc.)
Aufsicht^  ""  &amp;gt;iaut)en  Hause  gebilbetcr  Hansvater  führt  die
Rettungshaus  zu,  Laugenbielau.
B-rm-chļmff-  d°s  Buchhalters  Ernst  Rnppelt  &amp;lt;1860,  von  50  Thlr
und  der  Hllbertschen  Eheleute  (1861)  von  100  Thlr.
Rettungshaus  zu  Langensalza,
Msmssmß
Rettungshaus.zu  Löwenberg,
Rettungshaus  zu  Lübbenau,
Di.  AşttĢ'sişirr^nà  Gabm.  ^  "zieh.  4  Mädchen.
Rettungshaus  zu  Marienburg.
Es  nimmt  25  verwahrlosete  Kinber  ans.
Rettungshaus  zu  Nangard.
Für  Stadt  und  Kreis  Rangard  1852  Don  einem  Vereine  renter  de.
Rettungshaus  zu  Reuhof  (Rothenburg),
siir  sittlich  verwahr,-sete  Kit,der  «eidlichen  Geschlechts,  varzrrñSweise  au«
Sür7Ä?iü  1859  **  b ™  ®“'“
        <pb n="574" />
        567

RettuugShauS  zu  Neumarkt,
1856  durch  den  damaligen  Superintendenten  Pastor  Gärtner  im
Verein  mit  Andern  gestiftet.  Das  Haus  nimmt  evangelische  und  katholische ­
  Kinder  auf,  hat  Garten  und  Acker  von  20  Morgen,  und  1000
Thlr.  Kapital.  Vermächtniß  des  Kaufmanns  Knetschowski  zu
Breslau  (1861)  von  1000  Thlr.
Rettuugshaus  zu  Ncusalz,
von  einem  Verein  1848  begründet.
Rettnugshaus  zu  dieu  Stettin
1855  von  einem  Vereine  für  arme  christliche  Kinder  gegründet,  besitzt
die  Anstalt  ein  Grundstück  mit  Wohn-  und  sonstigen  Gebäuden,  nimmt
jährlich  etwa  20  Kinder  beiderlei  Geschlechts  auf  und  hat  seit  I860
die  Rechte  der  juristischen  Person.  Legat  von  Mende  (t  1858)  von
1500  Thlr.
Rettuugshaus  zu  Röfcheurode,
zur  Aufnahme  sittlich  verwahrloseter  Mädchen  von  6—12  Jahren.  Von
der  Gräfin  Eberhardine  zu  Stolberg-Wernigerode  mit  3000  Thlr.
fundirt,  durch  andere  Legate  und  Schenkungen,  sowie  durch  einen  Zuschuß ­
  des  Provinzial-Landtages  erhalten.  Die  Anstalt  nimmt  zur  Zeit
etwa  11  Mädchen  auf  und  sorgt  für  alle  ihre  Bedürfnifie.
Rettuugshaus  (Bethlehem)  zu  Nowawes,
für  Knaben  aus  dem  Dorfe  Nowawes  und  dem  Kreise  Teltow,  1851
von  einem  Verein  mehrerer  Männer  aus  der  Stadt  Potsdam  mit  dem
Ortsgeistlichen  zu  Nowawes  und  dem  Landrathe  aus  milden  Beiträgen
gestiftet.  Die  Anstalt  enthält  etlpa  11  Knaben,  welche  namentlich  auch
mit  Feldwirthschaft  beschäftigt  werden.  Die  unverehelichte  Friedet  in
Nowawes  schenkte  der  Anstalt  (1852)  ihr  Haus  nebst  Garten  und
Hintergebäuden  im  Werthe  von  2800  Thlr.
Rettungshauö  zu  Ober  Glauche.
Es  besteht  seit  1853,  hat  6  Knaben  evang.  Konfession,  bezieht  seine
Mittel  hauptsächlich  aus  milden  Gaben  und  hatte  1863  ein  Vermögen
von  1250  Thlr.
RettungShanS  zu  Ober  Peilau.
Das  Statut  ist  unterm  17.  Juli  1863  staatlich  genehmigt.
Rettuugshaus  (Christi  Hlilf)  zu  Pempelfort.
Die  Anstalt  empfängt  Unterstützungen  ans  'dem  Polizei  -  Strafgelder-Fonds
  (s.  d.).
.  Rettungshaus  zu  Plathe,
1840  begründet.  Enthielt  im  Jahre  1857  11  Knaben  und  8  Mädchen.
Rettungshans  (PfiugsthauS)  zu  Potsdam,
für  sittlich  verwahrloste  Knaben,  am  Pfingstbergc  1851  begründet.
Die  Anstalt  unterhielt  im  Jahre  1864  13  Knaben.  S.  Rettungsund ­
  Waisenhaus.
        <pb n="575" />
        568

Rettungshalls  zu  Rankau  (Mmptsch).
WMAäZWW
q,  .  NettlingShauS  zu  Regenwalde.
Sìûîìää
NettlingShauS  zu  Neppen,
8WZŞ
Rettungshaus  zu  Schildesche  (Bielefeld).
Ş888K
^gumalbe  (0^,
Rettungshaus  zu  Schreiberhau,
s.  B-rcn,  zur  Rrttuug  sittlich  v-rwxhrlos-icr  Mmber  im  Ri-ftnq-bir--.
.  _  RettungshailS  zu  Sergen  (Kottbus)
Rettiiugshans  in  Sommerfeld
=;  Ss.r.¿.r-" w ”  -
%ettu^gg^aHß  gu  @hrgarb  (ÿoiHmen,),
        <pb n="576" />
        =

569

«Mr  K  ^»„T&amp;amp;AiZSS
Rettungshaus  in  Stein-Kunzendorf  (Bolkenhain)
smmm
Rettungshaus  «zum  guten  Hirten)  in  Stein-Seiffersdorf
®"  Uà"ch.
RettungshauS  zu  Stolp,
Kllidcr^e  öon  cinem  Verein  begründet.  Es  enthält  etwa  12
Rettungshaus  zu  Stralsund.
1846  begründet.  Es  zählte  1857  23  Knaben.
Rettungshaus  zu  Treptow  a.  R.
»äk::*s  s  sc  s
S”Ä
Rettungshaus  zu  Tribsees  grimmen).
«LLLLW»-«-Rettungshans
  der  Insel  Usedom.
SM-LŅ?
1859  x;,  W  Rettungshaus  zu  Waldenburg,
begründet.  Er  hat^ZOOO  Tb?r"^r  Ņàîs  für  den  Kreis  Waldenburg
1853
1847  unti  •  Rettungshans  zu  Wildenbruch.

en
        <pb n="577" />
        570

des  Forstreviers  Wildenbruch  (bei  Greiffenhagen)  verlegt.  Der  Bercin
hat  Korporations-Rechte  und  erhält  die  Anstalt  aus  milden  Gaben.
Rettullgshaus  zu  Wilmersdorf  iLebuS),
für  Mädchen  seit  1857  begründet.  Die  Leitung  hat  der  Verein  für
innere  Mission.
Rettlmgshaus  zu  Wiltschau,
für  den  Landkreis  Breslau,  mit  Hülfe  einer  Kollekte  im  Landkreise
und  eines  Geschenks  des  Grafen  v.  Harrach  auf  Gr.  Sägewitz  von
1000  Thlr.  hergestellt  und  am  15.  Oktober  1865  eröffnet.  Für  16
Knaben  eingerichtet  und  von  einem  Verein  unterhalten.
Rettungshans  zu  Wittenberg,
zur  Aufnahme  von  12  Knaben.  Die  Kosten  werden  durch  freiwillige
Beiträge,  Pflegegelder  und  durch  Mieths-Erträge  des  Grundstücks  gedeckt. ­
  Die  Anstalt  erhielt  1863  die  Rechte  der  juristischen  Person.
Die  Kosten  für  einen  Knaben  betragen  einschließlich  der  Geueralkosten
60  Thlr.
Rettungsbaus  zu  Wulkow.
Eine  bei  Reu-Ruppin  für  Mädchen  errichtete  Anstalt,  die  im  Mai  1864
die  Rechte  der  juristischen  Person  erhielt.
Rettungöhaus  zu  Zernin  lÄöölin),
1854  begründet.  Es  zählte  1857  12  Knaben.
Rettungshaus  zu  Zühlsdorf  (Arnswalde).
Begründet  1847  durch  Schenkung  eines  Grundstücks  von  11  Morgen
Ackers  mit  zwei  Häusern  und  ins  Leben  getreten  durch  einen  Bercin,
welcher  zur  Erreichung  des  Zwecks  durch  die  Thätigkeit  des  Pastors
Licht  sich  gebildet  hatte.  Er  führt  den  Namen  „Verein  des  Zühlsdorfer
  Nettungshanses."  Baron  Seld  erzählt  über  die  Entstehung
dieser  Anstalt:  „Der  Prediger  des  Dorfes  hatte  ein  kleines  Berntögen
von  einigen  hundert  Thalern,  damit  hätte  er  gern  irgend  Etwas  zum
Heil  der  Menschen  gethan.  Am  segensreichsten  erschien  ihm  die  Errichtung ­
  eines  Rettungshauses,  aber  dazu  war  die  Sunune  zu  klein;
eine  solche  Anstalt  bedurfte  eines  Hauses,  der  Wirthschaftsgebäude  und
des  Ackers.  Da  sprach  er  eines  Tages  mit  einem  wohlgesinnten  Bauer
seiner  Gemeinde  über  diesen  Lieblingswunsch,  und  der'Bauer  meinte,
da  wisse  er  wohl  Rath:  er  habe  keine  Kinder  und  keine  armen  Verwandten, ­
  seine  Frau  denke  wie  er,  sie  wollten  Beide  ihren  Baucrhof
zu  einer  solchen  Anstalt  hergeben.  Und  das  thaten  sie  denn  auch.  Die
Schenkungs-Urkunde  wurde  gerichtlich  ausgestellt,  an  armen  verwahrlosten ­
  Kindern  fehlte  es  dort  so  wenig  als  —  überall,  und  daö  Haus
war  bald  gefüllt.  Als  aber  die  Ausgaben  zunahmen,  sagte  der  Bauer:
Das  Gehalt  für  den  Hansvater  und  die  Hausmutter  können  wir  sparen; ­
  Kleider  haben  wir,  meine  Frau  und  ich,  auf  zeitlebens  genug,
esien  können  wir  mit  den  Kindern,  da  wollen  wir  Beide  diese  Dienste
verrichten.  Und  so  dienen  die  beiden  Leute  heute  noch  (1856)  unent-
        <pb n="578" />
        571

gcltlid),  treu  und  im  Scjen  auf  bum  Huf-,  bct  ¡„neu  cinsi  g-„ön-.--Gegcuwartig
  besteh,u  ,w„  R-i»uuj,shä„fcr.  da«  -in-  für  Saab™,  da«
andere  fur  Mädchen.
Rettnngshans  zn  Ztlllchow,
s.  Erziehungs-Anstalt  rc.
Rettnngöhans  zu  Zilllichan,
Rcttungs-  und  Waisen  Anstalt  zu  Pieschen
WMDWIŞ
Reltiiiigs'  und  'Waisenhaus  zu  Potsdam.
Dasselbe  ist  znin  Danke  für  die  Rettung  des  Königs  Wilhelm  (14.  Juli
1861)  ber  der  kath.  Pfarrkirche  am  4.  Nov.  1861  gegründet  und  unter
die  Leitung  von  barmherzigen  Schwestern  gestellt.  'Es  bezweckt,  die
Waisenkinder  der  kath.  Pfarrgemeinde  zu  Potsdam  und  die  kath.  Kinder
der  Umgegend,  welche  an  ihrem  Wohnorte  keine  Gelegenheit  haben
Relig.ons-Uuterricht  zu  empfangen,  zu  braven  und  rechtschaffenen  Menschcn
  zu  erziehen.  Die  Anstalt  ist  zur  Zeit  noch  ohne  Fonds  und  wird
aus  milden  Beitragen  erhalten.
V.  Reust  Jnbilar-Stistuiig,
MÄanipsiSfSr
«

&amp;gt;stiftsste
deni  Lti

ilPli::.
slllignlilil
        <pb n="579" />
        572

Schwestern  des  Erblassers,  in  besten  Ermangelung  für  zwei  Handwerks-Lehrlinge
  aus  seiner  Familie,  event,  von  anderen  Eltern  aus  den
Dörfern  Mersch  und  Pattern,  jedoch  nur.  von  katholischer  Koufession.
Verwalter  der  Stiftung  ist  die  Atinen  -  Anstalt  der  Pfarrei  Mersch
(Jülich).
Rheinische  Friedrich-Wilhelins-Universität  zu  Bonn.
Von  König  Friedrich  Wilhelm  III.  im  Jahre  1818  gestiftet  und  dotirt-Die
  Städte  Koblenz,  Sinzig,  Andernach,  die  Land-Gemeinden  der
Bürgermelsterei  Andernach,  die  Gemeinden  Kobern,  Dieblich  und  Güls
stifteten  ansehnliche  Geld-  und  Freitisch-Stipendien;  von  den  in  der
Rheinprovinz  vorhandenen  Studien-Stiftungen  wurde  ein  nicht  geringer
Theil  den  Studirenden  der  neuen  Uuiversität  überwiesen.  Im  Jahre
1863  wurden  verwendet:  a)  auf  Geld-Stipendien  und  Freitisch-Vergütungen ­
  12,967  Thlr.  ;  b)  auf  außerordcutliche  Unterstützungen  2825
Thlr.;  c)  auf  Stipendien  aus  Stiftungen  1302  Thlr.;  d)  auf  den
etatmäßigen  Zuschuß  zur  Unterhaltung  des  Konviktoriums  für  die
Studirenden  der  katholischen  Theologie  3600  Thlr.,  im  Ganzen  20,694
Thlr.  Das  ganze  fundirte  Kapital-Vermögen  des  Unterstützungs-Fonds
belief  sich  auf  31,000  Thlr.  Zu  den  Instituten  der  Universität  gehört
1)  das  „evangelisch-theologische  Stift",  dessen  Bestimmung  dahin  geht,
einer  Anzahl  von  IO—12  ausgezeichneten  Studirenden  der  ev.  Theologie ­
  die  Gelegenheit  zu  geben,  sich  in  wistenschaftlichem  Zusammenleben ­
  unter  Aufsicht  der  evangelisch-theologischen  Universität  wirksamer,
als  cs  durch  den  Besuch  von  Vorlesungen  und  durch  Privat-Studium
geschehen  kann,  sowohl  für  den  praktischen  Dienst  der  evang.  Kirche,
als  für  den  akademischen  Lehrberuf  in  der  Theologie  vorzubereiten!
Die  Mitglieder  haben  Wohnung,  Beleuchtung,  Heizung,  sowie  Wäsche
und  werden  diese  Emolumente  ihnen  bei  der  Vertheilnng  anderer  akademischer ­
  Beneficien  nicht  angerechnet.  2)  Das  katholisch-theologische
Konviktorittin;  cs  enthält  an  90  Theologen,  von  denen  zwei  Drittheile
theils  erzbischöfliche,  theils  königliche  Stipendien  genießen.  3)  Die
Profestoren-Wittwen-  und  Waisen-Versorgnngs-Anstalt,  mit  IO  000
Thlr.  ursprünglich  dotirt  und  mit  einem'jährlichen  Huschust  von  *500
Thlr.  Die  Pension  einer  Wittwe  beträgt  240,  die  des  Kindes  60
(für  zwei  100,  für  drei  120)  Thlr.;  Erhöhungen  sind  mit  der  Zunahme ­
  des  Fonds  nicht  ansgeschloffen.

Rheinische  Missions-Gesellschaft,
um  das  Jahr  1818  in  Barmen  als  Hülfsverein  der  Baseler  Missions-Gesellschaft
  begründet.  Gab  seit  1826  ein  in  alle  Erdtheile  verbreitetes ­
  „Missionsblatt"  heraus,  begründete  1827  ein  selbstständiges  unabhängiges ­
  Missions-Seminar  und  trat  darauf  mit  mehreren  andern
Missions-Gesellschaften  (zu  Elberfeld,  Köln,  Wesel,  Tecklenburg,  Oberlingcn
  rc.)  zu  einer  „Rheinischen  Missions-Gesellschaft",  nächst  Berlin
der  einzigen  Haupt-Gesellschaft  im  Lande,  zusammen,  welche  Stationen
in  Afrika  und  Asien  begründete.  Eine  neue  evang.  Kirche  nub  ein
        <pb n="580" />
        573

Missionshaus  wurden  1832  eingeweiht.  Zahlreiche  Vermächtnisse  und
andere  Zuwendungen.
Rheinische  Provinzial-Hülfskafse  zu  Köln
wmoiiwe*
Rheinische  Stiftung  für  Preußens  Krieger,
1849  zu  Budberg  im  Kreise  Moers  zum  Gedächtniß  der  in  der  Pfalz
und  in  Baden  gefallenen  preußischen  Krieger  unter  dem  Protektorat  des
Königs  ans  milden  Gaben,  Kollekten  rc.  gegründet.  Sie  bezweckt  die
dauernde  Unterstützung  im  Kriege  verstümmelter  preußischer  Soldaten
sowie  der  hülfsbedürftigen  Angehörigen  der  Gefallenen  (der  Eltern
und  Wittwen  für  Lebenszeit,  der  Kinder  bis  zum  zurückgelegten  Uten
.  erhielt  1853  btc  beschränkten  Korporations-Rechte'  und  hatte
1862  eu,  Vermögen  bon  7900  3#.  Seit  1864  ^at  bie  Stiftung
M  b,e  Aufgabe  gestellt,  auch  den  im  Kriege  mit  Dänemark  vcrwundeten
  vaterlandtschen  Soldaten  und  den  Hinterbliebenen  der  Gefallenen
%bre  Fürsorge  )ig,menb(n.  ^egr^nbcr  unb  ^orßU(nber  ber
ber  Stiftung  »ft  Pfarrer  Esch  zu  Budberg.
Rheinischer  Unteri&amp;gt;ütznngS«FotidS  für  emeritirte  ev.  Geistliche
3)#^  ^ot  ben  änW,  ben  en.  ^cistíi(^en'  bei  i^er  ßme,
■
        <pb n="581" />
        574

tairgeistlicher  zugleich  ein  Civil-Pfarramt,  so  findet  die  Verpflichtung
zum  Beitritt  ebenso  statt,  wie  in  den  Fällen,  wo  das  geistliche  Amt
nicht  mit  einem  Schulamte  verbunden  ist,  und  die  laufenden  Beiträge
werden,  nach  Maßgabe  des  Gesanlnlt-Einkommens  aus  beiden  kombinirten
  Stellen  entrichtet.  Nicht  berechtigt  und  nicht  verpflichtet  zur
Theilnahme  an  dem  Fonds  sind:  a)  alle  Pfarrgehülfen  und  Hülfsgeistlichen,
  welche  nur  widerruflich  oder  ohne  festes  Einkommen  angestellt ­
  oder  nicht  ordinici  sind,  b)  alle  Divisions-  und  selbstständigen
Garnison-Prediger,  sofern  dieselben  nicht  gleichzeitig  ein  Eivil-Pfarramt
bekleiden;  desgleichen  diejenigen  Geistlichen  in  Gefangenen-,  Krankenund
  Straf-Anstalten  rc.,  welche  nicht  in  dell  Organismus  der  Provinzialkirche
  aufgenommen  sind.  Der  Betrag  des  von  dem  Unterstützungs-Fonds
  zu  gewährenden  Zuschusses  ist  für  alle  empfangsberechtigten
Emeriten  gleich  und  auf  120  Thlr.  festgestellt.  Der  volle  Betrag  dieses ­
  Zuschusses  kann  jedoch  erst  solchen  Geistlichen  gewährt  werden,
welche  im  Laufe  des  sechsten  Jahres  nach  Errichtung  des  Fonds  und
später  emeritirt  werden.  Die  laufenden  jährlichen  Beiträge  bestehen
in  1  pEt.  des  Dicllsteinkommenö.  Das  Konsistorium  der  Provinz  führt
die  Direktion  und  Berwaltung  des  Fonds  und  vertritt  die  Anstalt  nach
Außen,  namentlich  bei  dem  Erwerbe,  der  Berwaltung  und  Beräußerung
von  Grundstücken.  Gegen  die  Verfügungen  desselben  steht  den  Be
theiligtkn  die  Beschwerde  bei  dem  Minister  der  geistlichen  Angelegenheiten ­
  offen.
Rheinisches  Museum  vaterländischer  Alterthümer,
1820  aus  verschiedenen  Sammlungen  und  Beitragen  Einzelner  gebildet ­
  und  der  Universität  zu  Bonn  übergeben,  um  ein  Central-Museum
für  die  Rheinprovinz  zu  begründen.
Rheinisch-Wcstphälische  Gesängnitz-Ģesellschast.
Die  erste  deutsche  Gefängniß-Gesellschaft,  1825  zu  Düsseldorf  entstanden, ­
  1828  inS  Loben  getreten.  Sic  gab  die  erste  Anregung,  Geistliche
bei  den  Gefangen  -  Anstalten  anzustellen  und  asiociirte  sich  mit  Hülfs-Bcreincn,
  welche  sich  nach  der  Instruktion  vom  9.  Mai  1844  (Min.-Bl.
  S.  206)  gründeten.
Rheinisch-Westphälischc  Neander-Stistnng.
Von  den  Schülern  und  Verehrern  des  f  Ober-Konsistorial-Raths,  Prof.
Dr.  Ne  au  der  in  Berlin,  aus  Rheinland  und  Westphalen,  gegründet
(1858).  Das  aus  Beiträgen  gestiftete  Kapital  beträgt  625  Thlr.  in
Staatsschuldscheinen.  Die^Zinsen  sollen  jährlich  am  16.  Januar  einem
jungen  unbemittelten  cv.  Theologen,  der  in  Rheinland  und  Westphalen
geboren  und  erzogen  ist,  verliehen  werden,  wenn  er,  nach  Vollendung
seines  akademischen  Triennii,  ein  entschiedenes  Talent  zum  akademischen
Lehramte  beweist.  Die  Verleihung  ist  der  evangelisch-theologischen  Fakultät ­
  zu  Bonn  und  die  Verwaltung  des  Stipendicn-Fonds  dem  Universitäts-Kuratorium ­
  übertragen.
        <pb n="582" />
        575

Rheinisch  Westphcilischc  Pastoral  Gehülfen  oder  Diakonen-Anstalt  zn  Duisburg.
Sic  besteht  seit  1844  ursprünglich  zu  dem  Zwecke,  für  Förderung  der
Armen-,  Kranken-,  Kinder-  und  Gcfangenen-Pflege  durch  Borbildung
von  christlich  gesinnten  jungen  Männern  und  ihre  Aussendung  thätig
zu  sein.  Später  trat  die  Rettung  verwahrloseter  Kinder  und  die
Krankenpflege  in  den  Vordergrund,  zu  welchem  Ende  eine  Schule  für
Knaben  und  ein  Krankenhaus  mit  der  Anstalt  verbunden  wurde.  Letzteres ­
  bietet  den  Brüdern  Gelegenheit  zur  Vorbildung  und  Uebung  in
der  Krankenpflege.  Sie  werden  dann  auf  Begehren  auch  nach  außerhalb ­
  zur  Ausbildung  ihres  Berufs  entsendet.  Ende  1859  befanden
sich  im  Dienste  und  Verbände  der  Anstalt  84  solcher  Krankenpfleger
oder  Diakonen.  In  der  Rhen,Provinz  waren  im  Ganzen  86  in  bestimmter ­
  Stellung  thätig,  in  Westphalen  7,  außerhalb  dieser  Provinzen
17.  Sie  waren  theils  als  Krankenpfleger  und  Hausväter  in  Äraukenund
  Armenhäusern,  theils  als  Gemeinde-  Diakonen,  Kolporteure,
Stadt-Missionare,  Erziehungs-Gehülfcn  rc.  thätig.  Die  übrigen  wurden ­
  theils  in  der  Anstalt  selbst  zu  verschiedenen  festen  Diensten,  theils
zur  Privatpflegc  und  zur  Kollekte  verwendet,  theils  waren  sie  noch  in
der  Vorbildung  begriffen.  Die  Rettungs-Anstalt,  welche  zur  Erziehung
und  Unterrichtung  nicht  konsirmirter  Knaben  dient,  hat  in  der  Regel
32  Zöglinge,  welche  nach  der  Konfirmation  bei  Handwerksmeistern  rc.
zur  Erlernung  eines  passenden  Geschäfts  untergebracht  werden.  Auch
als  Lehrlinge  stehen  sie  zum  Theil  noch  unter  Leitung  der  Anstalt.  —
Ņîit  der  Diakonen-Anstalt  ist  ein  Seminar  für  Predigtamts-Kandidaten
verbunden,  die  sich  hier  praktisch  zur  Führung  des  Pfarramts  vorbereiten. ­
  —  Das  jährliche  Bedürfniß  der  Diakonen-Anstalt,  welche  ein
ansehnliches  Wohnhaus  mit  Wirthschafts-Lokalien  rc.  besitzt,  beläuft  sich
auf  16,000  Thlr.,  wovon  -*  durch  Kollekten  und  freiwillige  Gaben,
7  aus  den  Einkünften  für  Krankenpflege  rc.  gedeckt  werden.  Zu  den
ihr  gewordenen  letztwilligen  Zuwendungen  gehören  aus  dem  Jahre  1863
die  des  Rentiers  Goring  und  dessen  Mutter  von  2300  und  1500
Thlr.,  der  Wittwe  Buchholz  geb.  Hardt  von  500  Thlr.  Val.
Männer-Asyl  zu  Lintorf.

v.  Rhode,
Etats-Minister  uud  Burggras  zu  Simigäbern,  [cgirtc  1781  zu  einem
1^»  NUN  fur  einen  armen  und  würdigen  adeligen  oder  bürgerlichen
Stud,renden  der  Phllosophie  und  Jurisprudenz  jährlich  100  Thlr.
v.  Rhodesche  Stiftung  zu  Königsberg,
von  dem  Burggrafen  v.  Rhode  1784  für  vier  hülfsbedürftige  Witt-Rhodeflhes

  Stipendin»,.
von  Aegidius  Rhode  und  seiner  Ehegattin  geb.  Gebühr  für  die
Rachkommen  des  Pfarrers  Albert  Rhode  in  Stradarmeli  und  des
        <pb n="583" />
        576

Schöppenmeisters  der  Altstadt  Königsberg,  Eberhard,  in  deren  Ermangelung ­
  für  andere  verwandte  Nachkommen  aus  dem  Rh  od  eschen
Geschlecht,  die  studiren,  gestiftet.  Die  Verleihung  hat  der  Magistrat
zu  Königsberg.
Maria  Anna  R  h  o  d  i  n  S,
geb.  de  Greifs,  Rentnerin  zu  Limi  überwies  (1864)  der  Stadt  Krefeld ­
  zur  Errichtung  eines  allgemeinen  städtischen  Armen-  und  Verpflegungshauses
  5000  Thlr.,  mit  Gebäuden  im  Werthe  von  12,000  Thlr.
Richartzsches  Legat.
Maria  Katharina  Richartz,  Wittwe  (+  1837  zu  Salbach)  vermachte
den  Armen  der  Bürgermeisterei  Odendahl  (Mülheim  a.  Rh.)  1200
Thlr.  Die  Zinsen  davon  sollen  durch  den  Armen-Vorstand  unter  Mitwirkung ­
  des  Pfarrers  und  des  Bürgermeisters  den  Nothleidenden  verabreicht ­
  werden.
Rich  ter  sche  Stiftung  zu  Berlin.
Karl  Friedrich  Richter,  Rentier  zu  Berlin  (t  1821),  bestimmte  sein
Vermögen,  im  Betrage  von  14,600  Thlr.,  zum  Besten  armer  Kinder.
Und  zwar  sollen  die  Zinsen  an  elternlose  Kinder  bürgerlichen  Standes,
oder,  wenn  diese  nicht  vorhanden  sein  sollten,  an  vaterlose  Kinder  gedachter ­
  Art  zu  Erziehungszwecken  verwendet  werden.  Der  Einzelne
darf  nicht  unter  10  und  nicht  über  25  Thlr.  erhalten.  Das  Kammergericht ­
  hat  die  Verwaltung  der  Stiftung.
Rich  ter  scheS  Legat  zu  Eilenbnrg.
Kapital  525  Thlr.  Die  Zinsen  werden  zur  Anschaffung  von  Bekleidung ­
  und  Feuerungs-Material  für  fünf  bis  sechs  arme,  kranke,  altersschwache ­
  Personen  der  Stadt  Eilenburg  verwendet.
Anton  Richter,
Schneidermeister  zu  Ncurode  (t  1858)  hinterließ  a)  dem  Krankenhause
daselbst  150,  b)  der  katholischen  Schulkassc  200,  c)  der  Armenkasse
200,  d)  der  Waisen-Anstalt  200  Thlr.
Christian  Gottlob  Richter,
Dr.  pini.  (s  1855)  vermachte  dem  Waisenhause  zn  Nordhausen  1000,
dem  Gymnasium  1000,  der  Realschule  500,  der  Sonntagsschule  daselbst ­
  500  Thlr.
Joh.  Daniel  Ried  el,
Apotheker  (f  1843),  setzte  den  verschämten  Armen  der  Stadt  Berlin
2000  Thlr.  Gold  aus:  die  Zinsen  davon  sollen  von  der  Armen-Direktion
  zur  Unterstützung  jener  Armen,  besonders  alter  und  kranker,
verwendet  werden.
Ri  e  g  er  sche  Stiftung.
Sie  ist  für  verarmte  Breslauer  Bürger  von  dem  Papierhändler  Rieger ­
  begründet.
        <pb n="584" />
        577

Riesschc  ArmenŞtiftung  zu  Breslau.
Ñ8NZW

Rießsche  Fainilien-Stiftuiigen
David  Jacob  Rieß,
Juwelier  zu  Berlin  (+  1849)  bestimmte  mehrere  Summen  zu  wohlthätigen ­
  Zwecken.  Er  vermachte  der  Alterversorgungs-Anstalt  3000  Thlr
nut  der  Bedingung,  daß  in  derselben  vorkommenden  Falls  ein  Mit^
gl,ed  feiner  gannite  oder  der  Familie  seiner  verstorbenen  Ehefrau  Rebecka
  geb.  Kleemanu  vorzugsweise  Ausnahme  finden  solle.  Er  batte
u,  semeul  Testamente  ferner  ein  Legat  von  15,849  Thlr.  5  Sar  11  Pf
IIH#=Rintelsche
  Fainilien-Ştiflnng.

sSr'ücSo^uib,? 1 “ 1 ,  âŞ  »«tmadļtt  d-r  St-d,g-m-indc  ©t.
Besten  der  bedürftigsten  L;  „  'J c 9 r j tnbun 9  einer  milden  Stiftung  zum
in  St.  Wendel.  ö  ^t  o  tte  scheu  Familienglieder  und  der  Armen

geb.  Clo  tz  zu  Aochm  »:  «»»"&amp;gt;»  dMigàll..
«ssSKÊ

SäF  à-  HSS',  «Ä

Preuß.  Landbuch.

37
        <pb n="585" />
        578

Eberhard  Risse,
aus  Wickede,  hinterließ  (1859)  den  Gemeinden  Wundern,  Boßwinkel,
Echthausen  und  Bausenhagen  (Kreises  Lippstadt)  150  Thlr.:  die  Zinsen
sollen  alljährlich  für  die  armen  Blinden  dieser  Gemeinden  verwendet
werden.
v.  Risseimann,
s.  Selig-Risselmann.
Risto  wsches  Legat  zu  Kolberg.
Das  Kapital  betrug  im  Jahre  1800  2000  Thlr.,  deren  Zinsen  theils
an  den  Propst  und  Rektor  zu  Kolberg  theils  an  den  Prediger  und
Küster  zu  Clannin,  theils  an  zwei  Studirende  fielen.
Ristowsches  Stipendium  zu  Köslin.
Im  Jahre  1800  wurde  aus  den  jährlichen  Revenuen  eines  Kapitals  von
500  fl.  ein  Studirender  erhalten.  Die  Verleihung  steht  beni  Magistrat ­
  zu.
Ritter  Akademie  zu  Bedburg,
auf  dem  Rittergute  dieses  Namens,  errichtet  von  der  Genossenschaft
des  rheinischen  ritterbürtigen  Adels  und  verwaltet  nach  dem  unter  dem
22.  Julli  1841  landesherrlich  bestätigten  Statut,  welches  das  Maximum
der  aufzunehmenden  Zöglinge  vorläufig  auf  00  bestimmt.  Die  mit  einem
Kapital  von  66,500  Thlr.  gegründete,  mit  Korporations-Rechten  versehene ­
  Stiftung  besteht  ausschließlich  für  die  katholischen  Mitglieder
der  Rheinischen  ritterbürtigen  Ritterschaft,  hat  zum  Zweck  die  standesmäßige ­
  Erziehung  ihrer  Söhne,  genießt  mit  der  Ritter  -  Akademie  zu
Brandenburg  und  anderen  gelehrten  Schulen  gleiche  Rechte,  uiib  steht
unter  dem  Proviuzial-Schulkollegium.  Neben  den  Söhnen  aus  den
stiftenden  Familien  werden  auch  "Söhne  des  inländischen,  nicht  zur  Korporation ­
  gehörigen  Adels  so  wie  des  ausländischen  deutschen  Adels  aufgenomlncn,
  worüber  in  jedem  einzelnen  Falle  das  Kuratorium  zu  beschließen ­
  hat.  Die  Aufzunehmenden  müssen  adeliger  Geburt  fein,  das
zehnte  Lebensjahr  zurückgelegt  und  die  zur  Aufnahme  in  die  Sexta
eines  Gymnasiuuls  erforderlichen  Kenntnisse  haben.  Der  Ober-Direktor
der  Anstalt  wird  von  der  Genossenschaft,  der  zunächst  vorgesetzten  Behörde ­
  der  Akademie  in  einer  Gencral-Bersammlung  gewählt  und  dem
Könige  zur  Bestätigung  präseutirt.  Die  Genossenschaft  selbst  wird  durch
das  Kuratorium  vertreten,  welches  ans  bent  Stiftungs-Rathe  in  corpore
besteht.  Die  Dotation  und  Erhaltung  der  ganzen  Anstalt  liegt  der
Korporation  des  Rheinischen  ritterbürtigen  Adels  ob.  Für  die  Prüfung ­
  der  zur  Universität  zu  entlassenden  Zöglinge  gilt  das  Reglement
vom  4  Juni  1834.  Die  Anstalt  hat  keine  Freistellen.  Prnsionaire
zahlen  300  Thlr.  jährlich  für  Wohnung,  Verpflegung,  Wäsche,  ärztliche
Behandlung  und  Unterricht.  Außerdem  ein  für  allemal  20  Thlr.  Eiutrittsgeld,
  60  Thlr.  als  Pauschquantum  für  Bettzeug  und  Leinwand
und  20  Thlr.  Auötrittsgeld.
        <pb n="586" />
        579

Ritter-Akademie  zu  Brandenburg,
MW
Kapitel  zu  Brandenburg.  S.  v.  Saldernsche  Stiftung.
Ritter-Akademie  zu  Liegnitz.
Staats-Anstalt,  1708  aus  dem  Vermögen  des  ev.  Johannes-«t
  stö  zu  kregnltz  dotirt.  Ste  hat  ein  Kapital-Vermögen  von  286  000
m
Ein-  aus  älter«  ¿teil  '  's!.',!.!*'  ^"»à-u-Siiliun,.
MMŞM
3ic  ist  18m  S  Hsllí  ^'îter.Stiftung.
ÌM  Mitb.,rw7cr?un"5LN,7„  Wm.  tÄft"
37  *
        <pb n="587" />
        580

fessors  Ritter  ins  Leben  gerufen  und  hat  den  Zweck,  die  Erdkunde
in  der  von  ihm  begründeten  Auffassung  zu  fördern.  Namentlich  sollen
Reise-Unternehmungen,  bei  welchen  es  auf  Erforschung  unbekannter  oder
doch  nicht  genügend  bekannter  Länder  ankommt  oder  die  Herausgabe
größerer  geographischer  Werke  unterstützt  werden.  Die  geographische
Gesellschaft  widmete  der  Stiftung  ein  Grund-Kapital  von  1000  Thlr.;
sobald  durch  Beiträge  anderer  Art  und  Ansammlung  von  Zinsen  das
Kapital  den  Betrag  von  5000  Thlr.  erreicht  hat,  soll  die  Stiftung
ihre  Wirksamkeit  beginnen.  Die  Verwaltung  ist  einem  Ausschüsse  der
geographischen  Gesellschaft  übertragen.  Die  Stiftung  hat  die  Rechte
einer  moralischen  Person  (Kabinets-Ordre  vom  26.  Nov.  1860)  und
die  Statuten  haben  die  ministerielle  Bestätigung  am  27.  Nov.  desselben
Jahres  erhalten.  Im  Januar  1861  betrug  das  Kapital  bereits  3000
Thlr.  Protektor  der  Stiftung  ist  Prinz  Adalbert  von  Preußen.
v.  Ritzenbergsche  Stiftung  zu  Berlin.
Der  1849  +  Besitzer  des  Ritterguts  Nischwitz  bei  Wurzen  im  Königreich ­
  Sachsen,  Ferd.  Eduard  Theodor  v.  Ritzenberg,  setzte  seine
Ehegattin  geb.  v.  Krauseneck  zu  seiner  Universal-Erbin  dergestalt
ein,  daß  mit  ihrem  Tode  sein  Rittergut  Nischwitz  oder  statt  desien
120,000  Thlr.  Kapital,  und  ebenfalls  bei  ihrem  Tode,  oder  ini  Fall
sie  sich  anderweitig  vcrheirathen  sollte,  mit  dem  Eintritt  dieser  Heirath
13,333  v  Thtr.  Kapital  der  Stadt  Berlin  zufallen  sollten.  Die  Revenüen
  sollen  von  den  städtischen  Behörden  zur  Unterstützung  Nothleidender,
  die  eine  gute  Erziehung  genossen  haben,  verwendet  werden.  Die
einzelnen  Unterstützungs-Raten  sind  mit  Rücksicht  darauf  auf  100  und
200  Thlr.  jährlich  festgesetzt.  Zufolge  Ueboreinkommens  der  Wittwe
mit  der  Stadt  (1863)  behält  jene  das  Gut  und  zahlt  der  Stadt  120,000
Thlr.,  welche  zu  4}  pCt.  als  Hypothek  auf  dem  Gute  stehen  bleiben.
b.  Ritzenbe  rgsche  Stiftung  zu  Halberstadt,
von  dem  vorhittgcdachtcn  v.  Ritzenbcrg  begründet.  Er  hinterließ  der
Stadt  Halberstadt  ein  Bermächtniß  von  66,666'  Thlr.  mit  der  Bestimmung, ­
  daß  dieses  Kapital  unter  dem  Namen  der  v.  Ritzenbergschen
  Stiftung  von  der  städtischen  Verwaltungsbehörde  möglichst  sicher
angelegt  und  der  Ertrag  zum  Besten  armer  und  hülfsbedürftiger  Personen, ­
  vorzugsweise  für  Kranke,  Altersschwache,  Wittwen  und  Waisen
verwendet  werden  solle.
v.  Ritz  en  be  rgsche  Stiftung  zu  Halle.
Ebenfalls  von  dem  obengenannten  Rittergutsbesitzer  v.  Ritzenbcrg
begründet,  welcher  (1842)  der  Stadt  Halle  ein  Bermächtniß  von  42,000
Thlr.  mit  der  Bestimmung  aussetzte,  daß  dieses  Kapital  unter  dem  Namen ­
  der  v.  Nitz  en  b  erg  schen  Stiftung  von  der  städtischen  Verwaltungsbehörde ­
  möglichst  sicher  angelegt  und  der  Ertrag  zum  Besten  armer
und  hülfsbedürftiger  Personen  vorzugsweise  für  Kranke,  Alterschwache,
Wittwen  und  Waisen  verwendet  werden  solle.
        <pb n="588" />
        581

i

»

Rivesche  Familien-Stiftung.
WW
® ic  S'aa'S-Aufsicht  steh,  der  R-giernng  in
Rixdorfer  Konfirmanden^Stiftung.
m
Eine  Neben  ^obrahn-Schiffersche  Stiftung.
        <pb n="589" />
        582

scheinen  mit  der  Bestimmung,  daß  von  den  Zinsen  der  betreffende  Lehrer
eine  jährliche  Zulage  von  12  Thlr.  erhalte  und  der  Ueberschnß  zur
Bildung  einer  Schulkasse  verwendet  werde.  Er  gründete  ferner  (1864)
mit  2000  Thlr.  eine  Stiftung  zu  Gunsten  der  bei  der  Schule  in  Stülpe
neu  zu  errichtenden  zweiten  Lehrer-Stelle,  sowie  zur  Unterstützung  der
ärmeren  Mitglieder  der  Schulgemeinde  bei  Aufbringung  des  Schulgeldes. ­
  Vgl.  Stiftung  zur  Krankenpflege  für  Stülpe  rc.
Frau  v.  Rochow,
verw.  Minister,  geb.  v.  d.  Marwitz,  schenkte  1855  der  Armenkasse  zu
Reckahn  (Zauche-Belzig)  300  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die
Zinsen  nach  dem  Ermessen  des  jezeitigen  Predigers  zur  Unterstützung
von  2  oder  3  der  ältesten  armen  Frauen  verwendet  würden.
Rod  esche  Stiftung  zu  Berlin.
Wittwe  Rode  geb.  Voigt  (t  1819)  vermachte  a)  6000  Thlr.,  wovon ­
  die  Zinsen  alljährlich  am  13.  Februar  an  unbescholtene  arme  Wittwen ­
  bürgerlichen  Standes  (zu  den  pauvres  honteux  gehörig)  deren
Ehemänner  lutherischer  Konfession  gewesen  sind,  in  Berlin  das  Bürgerrecht ­
  gewonnen  und  bis  zu  ihreui  Tode  dort  ihren  Wohnsitz  gehabt
haben,  vertheilt  werden  sollen;  b)  1500  Thlr.  zur  Unterstützung  armer
Bürger  und  Bürger-Wittwen  von  gleicher  Qualifikation,  die  Schulden
halber  und  vorzüglich  wegen  Miethsschulden  unter  Exekution  stehen,
und  durch  Vergleich  mit  ihren  Gläubigern  gerettet  werden  können.  Der
Unterschied  der  Religion  ist  ohne  Einfluß,  jedoch  muß  der  Hülfesuchendc
nicht  durch  eigene  Schuld  in  Verlegenheit  sei»,  worüber  das  Gutachten
des  Stadtverordneten  des  Reviers,  in  welchem  er  wohnt,  zu  erfordern
ist.  Beide  Kapitalien  werden  von  der  städtischen  Haupt-Stiftl^lgskasse
verwaltet  und  hatten  bis  zum  Jahre  1845  (Lisco  S.  82.)  sich  auf  6125,
resp.  1625  Thlr.  vermehrt.
Rode  sche  Stiftung  zu  Magdeburg,
Anna  Rode  setzte  (1567)  300  Gulden  aus,  wovon  die  Zinsen  zu
ihrem  und  ihrer  Familie  Gedächtniß  an  Arme  aus  ihrer  Familie  oder
in  deren  Ermangelung  an  andere  Arme  aus  der  St.  Petri-Gcmcindc
zu  Magdeburg  vertheilt  werden  sollen.  Anfänglich  wurde  für  die  Zinsen ­
  Tuch  angekauft  und  den  Armen  gegeben;  später  ließ  man  Kleidungsstücke ­
  fertigen  und  verabreichen.  In  neuerer  Zeit  sind  zu  Weihnachten ­
  zwei  alte  Frauen  eingekleidet.  Das  Stiftungs-Kapital  beträgt
jetzt  241  Thlr.,  wovon  jährlich  8  Thlr.  Zinsen  zur  Verwendung
kommen.
Rod  inan  nscheS  Stipcndinni,
von  dem  Rathsverwandten  Christoph  Rodmann  und  dessen  Ehegattin
Katharina  geb.  Lydtke  für  einen  der  Augsburgschen  Konfession  zugethanen ­
  Studircnden  der  Theologie  fundirt,  zu  welchem  vorzüglich  Abkömmlinge ­
  der  beiden  Testatoren  gelangen,  in  deren  Ermangelung  aber
Stadtkinder  von  Königsberg  in  Pr.  admittirt  werden  können.  Die
Verwaltung  des  Fonds  hat  der  dortige  Magistrat.
        <pb n="590" />
        583

Röbeschk  Stiftung  zu  Berlin.
Die  Ehefrau  des  Hofraths  Hulbe  bestimmte  (1831)  ein  Kapital  von
6000  Thlr.,  dessen  Zinsen  zur  Unterstützung  zweier  unverheiratheter
dürftiger  Beamten-Töchter  von  untadelhaftem'  Rufe  und  zurückgelegtem
38  Lebensjahre  verwendet  werden  sollen.  Die  Verwaltung  dieser  Stiff
tung,  welcher  sie  zu  Ehren  ihres  Onkels  Rübe  den  Rainen  „Rüdere ­
  Stiftung"  beilegte,  ist  der  Direktion  des  Louisenstifts  übertragen:
die  Ober-Aufsicht  sieht  dem  Polizei-Präsidium  zu.
Ehrenreich  v.  Röbel,
stiftete  im  Jahr  1605  zu  Berlin  ein  Stipendium  mit  einem  Kapital
von  5000  Thlr.  Dem  Stipendiaten  sollen  während  der  Schulzeit  auf
drei  Jahre  jährlich  150  Thlr.,  auf  der  Universität  jährlich  '300  Thlr.,
auf  Reisen  400  Thlr.  bewilligt  werden.  Die  Oberaufsichl  führt  das
Kammergericht  (Lisco  S.  319).'
Rölvingsche  Armen-Stiftung  zu  Ramsdorf  (Borken),
von  der  Wittwe  Rölving  1762  begründet.  Die  Verwaltung,  von
der  Oberaufsicht  des  Staats  befreit,  wird  durch  einen  Exekutor  geführt,
der  seinen  Nachfolger  ernennt  und  nur  alle  2  Jahre  dem  Pfarrer  und
Bürgermeister  Rechnung  legt.  —  Rentner  Kunibert  He  s  elhaus  (fl833)
vermehrte  den  Fonds  dieser  Stiftung  durch  ein  Legat  von  4000  Thlr.
Samuel  Rösel,
Professor,  (-s  1843),  setzte  letztwillig  zum  Besten  der  Armensch,Uen  in
Berlin  200  Thlr.  aus.  Die  Zinsen  werden  mit  7  Thlr.  jährlich  am
Schlüsse  des  Jahres  einem  Konimunal-Lehrer  zugetheilt.
Rösenkirchscheö  Stipendium,
von  dem  Bürgermeister  Peter  Röscnkirch  zu  Königsberg  für  Studi'
rende  aus  einer  Familie  lutherischer  Konfession  gestiftet.  Tie  Verlethung
  steht  dem  dortigen  Magistrat  zu.
Clarus  Rös  ner,
Mmoritkn-Guardian  des  ehemaligen  Klosters  in  Reumarkt  (f  in  stami,
i7 ok  Rösselsches  Stipendium,
2 rt a  ¿i r  ŞE-Ģ  «SE
Frau  Rötger-Schäfer
BlSiüa
        <pb n="591" />
        584

Christoph  Rötgers,
katholischer  Pfarrer  zu  Wadersloh  bei  Beckum  (+  1836)  setzte  die  Armen ­
  des  Orts  zu  Haupt-Erben  seines  Nachlaßes  ein;  der  Erwerb  betrug ­
  etwa  1000  Thlr.
Röttgersches  Legat.
Eine  alte  Stiftung  bei  der  Universität  Halle.  Pastor  Röttgcr  zu
Lüttgcn-Germersleben  überwies  300  Thlr.,  und  von  diesen  200  Thlr.
zu  einem  Stamm-Kapitale  für  ein  Stipendium  zu  Gunsten  eines  Studirenden
  der  Theologie.  Die  Verleihung  steht  der  theologischen  Fakultät ­
  zu  und  das  Kapital  war  im  Jahre  1838  auf  306  Thlr.  angewachsen ­
  (Koch  I.  441).
Fr.  W.  v.  Rohdich,
General  der  Infanterie  (t  1796)  vermachte  sein  Vermögen  mit  Einschluß ­
  des  zu  Berlin  am  Pariser  Platz  Nr.  3.  gelegenen  Hauses  den
Soldatenkindcrn  des  Grenadier-Garde-Bataillons,  welche  Stiftung  1806
ins  Leben  getreten  ist.  Bei  der  gänzlichen  Umbildung  der  Armee  ist
dies  Vermächtniß,  welches  jährlich  über  3400  Thlr.  einbringt,  auf  die
Soldatenkindcr  des  1.  Garde-Regimeuts  zu  Fuß  übergegangen.  Die
Verwaltung  steht  einer  Jmmediat-Kommission  unter  dem  Vorsitze  des
jedesmaligen  Kommandanten  von  Berlin  zu;  aus  dem  Ertrage  wird
den  Soldatenkindern  des  1.  Garde-Regiments  ein  Erziehungsbeitrag
von  monatlich  7  —  9  Sgr.  pro  Kopf  je  nach  der  Anzahl  der  Empfänger, ­
  die  alle  zu  gleichen  Theilen  participiren,  gereicht.  —  Noch  besteht
bei  dem  Gymnasium  zu  Potsdam  ein  L.  v.  Rohdichsches  Legat  von
2000  Thlr.  zum  Besten  der  Lehrer.
v.  Rohttsche  Stiftung.
Sie  ist  1818  durch  Agnes  Friederike  v.  Rohtt  zum  Besten  des  altmärkischen ­
  Adels  weiblichen  Geschlechts  gegründet.  Das  Vermögen  besteht ­
  in  einem  zu  Berlin  (Ober-Wallstraße  5.)  gelegenen  Hanse  und
in  33,175  Thlr.  Kapitalien;  jährliche  Reveuüen  3700  Thlr.  Die  Verwaltung ­
  der  Stiftung  ist  unter  Aufsicht  der  Staatsbehörden  der  Ritterschaft ­
  des  Kommunal-Landtages  der  Altmark  anvertraut,  welche  zu  diesem ­
  Ende  einen  Ausschuß  von  3  Mitgliedern  ernennt.  Zunächst  erhalten ­
  zwei  über  40  Jahr  alte  adelige  Damen  aus  der  Altmark,  die
unverehelicht  oder  Wittwen,  und  dabei  bedürftig  und  kränklich  find,  auch
in  gutem  Rufe  stehen,  eine  jährliche  Pension  von  je  150  Thlr.  und
dabei  eine  gemeinschaftliche  Wohnung  im  Stiftshause.  Hiernächst  haben ­
  sämmtliche  adeligen  Familien  der  Allmark,  die  dessen  bedürftig  sind,
für  ihre  Töchter  einen  Anspruch  auf  Erziehungsgelder,  die  auf  3  Jahre,
vom  angefangenen  13,  bis  zum  zurückgelegten  15  Jahre  mit  150  Thlr.
für  jedes  Jahr  gezahlt  werden.  Ferner  erhalten  die  sich  vcrhcirathenden
  altmärkischen  Frauenzimmer  adeligen  Standes,  die  dcffen  bedürftig
sind,  eine  Ausstattung  von  150  Thlr.  jede.  Die  mehr  oder  mindergroße
  Bedürftigkeit  giebt  den  Vorzug  (Statut  vom  3.  Oktbr.  1838).
        <pb n="592" />
        585

RokoghscheS  Vermächtniß.
Komtoirist  Rokogh  (+  1840  zu  Krefeld)  fetzte  die  armen  Kranken  des
dortigen  Weichbildes  zu  Erben  seines  Nachlasses  (5700  Thlr.)  ein  und
übertrug  die  Administration  des  Vermächtnisses  der  Armcn-Verwaltung.
Ein  Theil  des  Vermögens  sollte  gleich  nach  dem  Ableben  des  Erblas.
sers  zur  Anschaffung  von  20  einschläfrigen  Matratzen  und  dazu  erforderlichen ­
  Decken  und  Leintüchern  für  unbemittelte  Kranke,  denen  es  an
einem  gehörigen  Lager  fehlt,  verwendet,  der  übrige  Theil  aber  auf  Zinsen ­
  angelegt  und  der  Ertrag  theils  zur  Instandhaltung  der  vorhandenen ­
  und  zum  Ankäufe  neuer  Matratzen,  theils  zur  Erquickung  und
Unterstützung  armer  Kranken  benutzt  werden.

R  osesche  Süftung.
Der  Kammcrgerichts  -  Rath  Rose  (f  1810)  bestimmte  10,000  Thlr.
Gold  zu  einer  Familien-Stiftung,  nach  dem  Ableben  seiner  Wittwe
(t  1841)  zahlbar.  Von  den  Zinsen  sollten  seine  hülfsbcdürftigen  Verwandten ­
  väterlicher  Seits  die  Armen  der  Stadt  Lippstadt  ohne  Unterschied ­
  der  Konfession  }  erhalten.  Zu  Kuratoren  der  Stiftung  bestimmte ­
  der  Testator  den  jedesmaligen  Vorsteher  des  Armenwesens  zu
Lippstadt  und  die  beiden  ältesten  Mitglieder  seiner  Familie  väterlicher
Seits.
z  v.  Rosenbruchsche  Stiftung  zu  Jarchau  (Stendal).
Sie  datirt  von  1792,  ist  bestimmt  für  die  geistlichen  Institute  und
schulen  in  Jarchau  und  in  Rindtorf,  desgl.  für  die  Armen  daselbst
und  auf  den  Höfen  in  Rochan.  Sie  hat  ein  Haus  mit  vier  Wohnungen ­
  und  jährlich  297  Thlr.  Revenüen.
Ro  sens  eld-  Sterb  anus  sches  Vermächtniß.
Die  Zinsen  von  100  Thlr.  sollen  alle  Jahre  am  Charfreitage  nach
der  Predigt  von  dem  Prediger  bei  der  Gertrud-Kirche  in  Stettin  den
Armen  nn  Vorder-  und  Hinter-Hospital  auf  der  Lastadie  ausgezahlt
werden.  0  0  v

Wittwe  Rosenkranz,
8ŞWWZ
IpSSisss

».  Rosenstädt  sches  Vermächtniß,
aus  dem  vorigen  Jahrhundert;  Kapital  1500  Thlr.  Die  Zinsen  von
        <pb n="593" />
        586

1000  Thlr.,  welcher  Antheil  durch  den  Zuwachs  des  Aufgeldes  des
ursprünglichen  Kapitals  schon  im  Jahre  1800  auf  1150  Thlr.  angewachsen ­
  war,  solleil  an  2  arme  adelige  Wittwen,  wobei  die  Anverwandten ­
  der  Eltern  der  Stifterin,  auch  Pommersche  Landeskinder  den
Auswärtigen  gegenüber  vorzugsweise  zu  berücksichtigen  sind,  verabreicht,
von  den  übrigen  500  Thlr.,  welche  in  Gold  besteheli,  die  Zinsen  an
2  arme  bürgerliche  Wittwen,  wobei  Pommersche  Wittwen  den  fremden
vorzuziehen,  gezahlt  werden.  Der  Pastor  bei  der  Jakobi-Kirche  zu
Stettin,  der  Stadt-Syndikus  und  einige  andere  Mitglieder  des  Raths
sind  Kollatoren  der  Stiftung.
R  o  se  nzw  eig  sches  Stipendium,
von  der  Wittwe  Gertrud  Kausch  geb.  Rosenzweig  gestiftet  für
ihre  Verwandte,  in  deren  Ermangelung  für  im  Kneiphof  zu  Königsberg ­
  geborene  Studirende,  welche  zur  reinen  Augsburgischen  Konfession
sich  bekennen.  Die  Verleihung  steht  dem  Magistrat  zu.
Frau  Roßleben,
geb.  Knpha  l,  Wittwe  zu  Magdeburg  (+  1836)  lcgirte  1000  Thlr.
Gold,  von  deren  Zinsen  alle  Jahr  40  Thlr.  unter  acht  der  dürftigsten
Familienvater  der  St.  Katharinengemeinde  vom  Vorsteher  der  Kirche
Anfangs  Dezember  jeden  Jahres  vertheilt  werden.  Das  überschießende
Agio  fließt  zur  Kirchenkaffe.  Das  Kapital  belief  sich  Ende  1861  auf
1133z  Thlr.
Frau  Rost,
geb.  Ln  bin,  Wittwe  eines  Stadtrichtcrs,  hinterließ  (1739)  dem
lutherischen  Ministerium  der  Friedrichs-Werdrrschen  Kirche  zu  Berlin
1000  Thlr.  in  Gold,  deren  Zinsen  an  Arme  vertheilt  werden  sollen.
Rostocksche  Stiftung  zu  Kremmen.
Wittwe  Rostock,  geb.  Grabow  zu  Kremmen  (t  1857)  lcgirte  ein  ihr
gehöriges  Hypothcken-Kapital  von  2000  Thlr.;  die  Zinsen  sollen  nach
der  Bestimmung  und  Auswahl  des  Ober  -  Predigers  daselbst  zu
unter  6  alte  Frauen  und  zu  .)  unter  die  beiden  am  niedrigsten  besoldeten
Lehrer  zu  gleichen  Theilen  vertheilt  werden.  Die  Verwaltung  der
Stiftung  ist  dent  Ober-Prediger  übertragen.
Frhr.  Nikolaus  v.  Roth
zu  Müllenark  (+  1842)  vermachte  der  Gemeinde  Schophoven  (Düren)
mehrere  Grundstücke  im  Werthe  von  etwa  600  Thlr.  zu  dem  Zwecke,
um  aus  den  Revenüeil  das  Schulgeld  für  Kinder  unbemittelter  Eltern
zu  zahlen,  auch  Schuhe  und  Strümpfe  für  bedürftige  Schulkinder  anzuschaffen.

R  o  t  h  sche  Armen  Stiftung,
von  dem  Pfarrer  Roth  zn  Urmitz  (Laildkreises  Koblenz)  gegründet.
Sie  hat  800  Thlr.  Kapital  und  wird  von  dem  Pfarrer  verwaltet.
Roth  esches  Stipendium.
Eine  alte  Stiftung  der  Stadt  Kalbe  a.  Ş.  (Herines  li.  48).
        <pb n="594" />
        I

587

v.  Rothenb  nrqsche  Stiftung,
Die  Stiftung  bezieht  2762  Thlr.  26j.Sgr.  au  Zinsen  von  Kapitalien
und  2ŗ  Thlr.  aus  sonstigen  Einnahmen.  Aus  dieser  Summe  werden
verwendet:  600  Thlr.  für  die  Blindrn-Anstalt  in  Berlin  (s.  d.);  145
Thlr.  zu  Verwaltungskostcn;  1528  Thlr.  zu  außerordentlichen  Ausgaben ­
  und  zur  Kapitalisirung;  320  Thlr.  zu  stiftungsmäßigen  Renten;
172  Thlr.  zu  Pensionen.  Die  Oberaufsicht  führt  das  Kultus-Ministerium. ­

Rother  Stiftung  zu  Berlin.
Zweck  dieser  dem  f  Minister  Rother  ihr  Dasein  verdankenden  Stiftung ­
  ist  die  Unterstützung  armer,  unverheirathet  gebliebener,  mindestens
40  Jahre  alter  und  unbescholtener  ehelicher  Töchter  solcher  bereits  verstorbenen ­
  Väter,  welche  entweder  als  besoldete  Beamte  im  Königlichen
oder  im  Dienste  der  Berliner  Kommune  oder  als  Offiziere  in  der  Preußischen ­
  Armee  vorwurfsfrei  gedient  haben.  Die  Töchter  der  zu  mechanischen ­
  Verrichtungen  angestellten  Unterbeamtcn  niederen  Grades  haben
keine  Ansprüche.  Ein  Theil  der  Dencfiziaten  wird  in  das  zu  diesem
Zwecke  errichtete  Stiftshaus  (Bellealliauce  Str.  1.  2.)  aufgenommcu,
der  andere  durch  jährliche  Geldbewilligungen  unterstützt.  Das  auf  40
Stellen  eingerichtete,  später  auf  43  Stellen  erweiterte  Stiftshaus  wurde
1842  mit  20  Benefiziatinuen  eröffnet,  von  welchen  jede  eine  jährliche
Rente  von  48  Thlr.,  nebst  freiem  Holz,  freier  Medizin  und  ärztlicher
Behandlung  erhielt.  Nach  und  nach  ist  diese  Zahl  und  die  Rente  auf
60,  resp.  72  und  84  Thlr.  erhöht  worden.  Außerdem  reichten  die
Einnahmen  daz^hin,  außerhalb  des  Stiftshauscs  in  den  verschiedenen
Provinzen  des  Staates  204  Renten  zu  ertheilen,  deren  Höhe  sich  nach
dem  Alter  der  Empfängerin  richtet  und  statutenmäßig  auf  jährlich  36,
42  oder  48  Thlr.  festgesetzt  ist,  je  nachdein  die  Benesiziatin  das  40.,
50.  und  60.  Lebensjahr  überschritten  hat.  Statut  vom  10.  Juli  1840
(Ges.-Samml.  1840  S.  187).  Vorsitzender  des  Kuratoriums  Präsident ­
  Eamphausen.

Dr.  Rother  swe  Stiftung  zu  Breslau,
von  den  Freunden  des  Pastor  priuiarius  zu  St.  Elisabeth  Dr.  th.
i  ^  ŗ  der  Feier  seines  50jährigen  Amts-Jubiläums  am  20.  Juli
i  &amp;amp;  I  Ş  Thlr.  in  Eiscnbahn-Prioritäts  Aktien  und  25  Thlr.
baar  begründet.  Dev  später  emeritirte  Dr.  Roth  er  bestimmte  mittelst
Statuts  vom  14.  Januar  1858,  daß  (nach  dem  Tode  seiner  Schwester,
resp.  sen  r  ^Lljqxay.)  diejenige  Breslauer  Prediger  -  Wittwe,  welche
der  Magistrat  fur  dtc  würdigste  erachten  werde,  event,  eine  oder  mehrere
arme,  unbescholtene  Töchter  von  Predigern  in  Breslau  in  den  lebenslangen ­
  sollen bet  bc *  jedesmal  vorhandenen  Kapitals  ge
veymanu  Rother,
Partikulier  zu  Breslau,  vermachte  der  dortigen  jüdischen  Waisen
Verpflegungs-Anstalt  für  Knaben  ein  Kapital  von  1500  Thlr.
        <pb n="595" />
        588

Rothes  Hans  zu  Brüssow.
Ein  Rettungshaus  für  Knaben,  1847  nach  dem  System  des  Rauhen
Hauses  bei  Hamburg  von  dem  Uckermärkischen  Vereine  zur  Rettung
verwahrlosetcr  Kinder  (s.  d.)  angelegt,  zu  welchem  Zwecke  der  Obcramtmann
  Ost  errath  ein  Wohnhaus  mit  Stall  schenkte.
v.  Rothkirchsche  Familien-Stiftung,
begründet  von  Wolf  v.  Rothkirch.  Geschlechts-Senior  ist  Graf  v.
H  o  chkirch-Trach  auf  Bärsdorf  (Goldberg  -  Haynau).  Vgl.  Ritter-Akademie
  zu  Liegnitz.
R  n  b  e  n  o  w  -  Stiftung  zu  Greifswald.
Eine  1858  von  der  Stadt  bei  der  vierten  Säkularfeier  der  Universität
  gegründete  Preis-Stiftung.  Die  Abhandlungen  müssen  in  deutscher
oder  lateinischer  Sprache  abgefaßt  sein.  Die  zur  Verthcilung  stiftungsmäßig ­
  ausgesetzte  Summe  beläuft  sich  auf  500  Thlr.,  kein  Preis  darf
unter  200  Thlr.  betragen;  sollte  aber  nur  eine  der  gestellten  Aufgaben
und  zwar  durch  eine  in  vorzüglichem  Grade  ausgezeichnete  Arbeit  gelöst ­
  werden,  so  soll  dieselbe  mit  dem  vollen  Preise  von  500  Thlr.
belohnt  werden.
Rubenssche  Stiftung  zu  Düren.
Eine  kirchliche  Stiftung,  die,  was  nach  Bestreitung  der  Kirchenkosten
übrig  bleibt,  mit  etwa  50  Thlr.  an  die  Armen-Verwaltung  abgiebt.
Frau  R  ud  o  lp  h  ,
geb.  Wagner,  Wittwe  eines  Hof-Wundarzts  zu  Berlin,  überwies
1854,  dem  ihr  von  ihrem  früher  f  Ehemann  ertheilten  Auftrage  gemäß, ­
  lctztwillig  dem  Magistrat  4000  Thlr.,  deren  Zinsen  zu  Stipendien ­
  für  zwei  Studirende  der  Medizin  verwendet  werden  sollen.  Das
Statut  dieser  Stiftung  ist  vom  20.  November  1855,  bestätigt  durch
den  Kult-Minister  am  17.  Dezember  1855.  Vgl.  Bethanien.
Stanislaus  Rücker,
Accise-Direktor,  Rathmann  und  Assessor  bei  dem  früheren  Königlichen
Armen-Direktoriunl  zu  Berlin  (+  1734),  schenkte  die  Häuser  Lindenstraße ­
  67  und  Landsbergerstraße  48  zu  Schulhäusern,  in  denen  arme
Kinder  unterrichtet  werden  sollten.  In  der  Urkunde  vom  7.  August
1733  heißt  es,  er  habe  diese  Armenschulen  gestiftet  aus  einem  dem
Allerhöchsten  von  ihm  gethanen  Gelübde,  da  er  mit  seinen  Brüdern
und  Schwestern  in  seiner  Jugend  in  der  Fremde  habe  herumlaufen
müssen,  und  keine  evangelisch-lutherische  Schule  habe  antreffen  können.
Die  Schule  Lindenstraße  67  besteht  noch;  die  früher  in  der  Landsbergerstr.
  48  befindlich  gewesene  XI.  Kommunal  -  Schule  und  die  damit
verbundene  zweite  Rückersche  Freischule  ist  seit  1858  nach  dem  Georgenkirchhofe ­
  18  verlegt.
.  Fran  Rückert,
geb.  Schmidt,  früher  Ockonomin  des  Civil-Waisenhauses  in  Potsdam ­
  dotirte  ein  dort  begründetes  Hospital  für  Bürger-,  Beamten-  und
        <pb n="596" />
        589

Militair-Wittwen  sowie  Jungfrauen  jeglichen  Standes  über  40  Jahr,
mit  6000  Thlr.  Eine  ungenannte  Dame  schenkte  der  Stiftung  1863
ein  Kapital  von  3000  Thlr.;  ein  ferneres  Kapital  von  6000  Thlr.  wurde
der  Anstalt  1864  durch  Frau  Heyden  geb.  Schönemann  überwiesen.
Rüdelsche  Stiftung.
Die  Wittwe  des  Kaufmanns  Rüdel  geb.  Buchholz  (f  1805)  setzte  in
ihrem  Testamente  dem  Heiligen  Geist-Hospital  zu  Berlin  4000  Thlr.  mit
der  Bestimmung  aus,  daß  dieses  Kapital  unter  dem  Namen  „Rüdelsche
Stiftung"  mit  dem  Hospital  verbunden  und  mit  den  Fonds  deffelben
zugleich  verwaltet  werden  solle.  Ans  den  Zinsen  werden  zwei  unverheirathete
  weibliche  hülfsbedürftige  Personen,  welche  in  Berlin  geboren,
und  nicht  unter  25  Jahre  alt  sein  dürfen,  zu  gleichen  Theilen  seit
I860  jede  mit  100  Thlr.  unterstützt.  Sie  sollen'  Kaufmanns-Töchter
sein,  doch  können,  wenn  keine  geeignete  Personen  aus  diesem  Stande
vorhanden,  auch  Schullehrer-  und  event.  Prediger-Töchter  aufgenommn
werden.  Die  aufzunehmende  Person  muß  den  doppelten  Satz  des
sonst  üblichen  Einzugsgeldes  zur  Hospital-Kasie  erlegen;  das  Hospital
hat  aber  keine  Ansprüche  an  den  Nachlaß  der  Beneficiaten.  Die  letzlern
sind  berechtigt,  die  besseren  Wohnungen  im  Hospital  gegen  dieselbe  Miethe,
welche  fremde  Personen  zu  entrichten  erbötig  sind,  zu  beziehen,  haben
aber  keine  Berpstichtung  im  Hospital  zu  wohnen.  Mit  der  Berheirathung
  oder  dem  Abzüge  von  der  Stadt  hören  die  Benefizien  auf.

Rühlsche  Stiftung,
1791  von  dem  Geh.  Sekretair  und  Kasiirer  bei  der  General-Domainenkassc
  zu  Berlin,  Joachim  Heinrich  Rühl  mit  33,187  Thlr.  gegründet
-""ch  dem  Testament  vom  21.  Dezember  1789  sind  10  männliche  unì
IO  wetblichc  Anverwandte  des  Erblasiers  mit  monatlich  resp.  4  unk
2  Thlr.,  ferner  10  wahre  und  nothleidcndc  Arme  der  Stadt  Templir
mit  monatlich  1  Thlr.  zu  unterstützen.  Der  jedesmalige  Rektor  bn
Stadtschule,  der  Kantor  und  der  Bakkalaureus  erhalten  jährlich  50  resp
50  und  20  Thlr.  ;  der  Rest  ist  zu  Schulzweckcn  und  zur  Besoldung  der
Rendanten  zu  verwenden.  Die  Verwaltung  steht  dem  Magistrat  ir
îê"îplîn  zu;  bei  der  Kollation  der  Legate  schließt  der  nähere  Ver-,
  schaftSgrad  den  entfernteren  aus;  in  einem  und  demselben  Grad,
g  i  g  le  größere  Dürftigkeit  vorzugsweise  zur  Perzeption.
Rummlersche  Stiftung.
ISiil
        <pb n="597" />
        590

Februar  1849  bereits  auf  875  Thlr.  14  Sgr.  vermehrt.  Die  unten«
6.  April  1844  landesherrlich  bestätigten  Statuten  der  „Rummlerschcn
Stiftung  für  Wittwcu  und  Waisen  der  Justitiarien  oes  Glogaucr
Oberlandesgcrichts"  lasten  den  Beitritt  jedem  Patrimonial-Richter  des
Departements  frei.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  führt  unter  Aufsicht ­
  des  Obergerichts  ein  von  diesem  aus  den  Mitgliedern  des  Vereins  zu
ernennender  Kurator;  die  Einkünfte  werden  zu  jährlichen  Unterstützungen
und  Erziehungsgeldern  für  hülfsbedürftige  Wittwen  und  Waisen  verstorbener ­
  Vereins-Mitglieder  verwendet.  Wie  es  nach  dem  Aussterben
der  Patrimonial  -  Richter  mit  der  Stiftung  gehalten  werden  soll,  war
nicht  bestimmt.
Hermine  v.  Ru  nd  st  ed  tsche  Stiftung.
Frau  Agnes  v.  Kalben,  geb.  v.  Rund  st  e  dt  auf  Birnau  übergab
(1865)  aus  dem  Nachlaß  ihrer  verstorbenen  Mutter  Hermine  v.  Run  dusted ­
  t  gebornen  von  Rabe  der  Domkirche  in  Stendal  zwei  Aktien  der
Niederschlesisch-Märkischen  Eisenbahn  unter  dem  Namen  „Hermine  v.
Rundstedtschc  Stiftung",  behufs  Verwendung  der  Zinsen  für  arme
Kranke  der  Domgcmeinde  in  Stendal.
Rnppscbe  Stiftung
für  die  Armen  der  Mennouiten-Gemeinde  zu  Neuwied.  Sie  hat  einen
Fonds  von  1000  Thlr.
R  u  p  p  e  l  t,
Banergutsbesitzcr  und  Erbkretschmcr  zu  Ncudorf  (Neumarkt)  hinterließ
(1861)  dem  Bliudcn-Jnstitut  zu  Breslau  100  Thlr.;  der  ev.  Kirche
zu  Kanth  800  Thlr.  ;  den  ev.  Armen  zu  Neudorf  400  Thlr.  ;  die
Zinsen  der  lctztern  sollen  zur  Bekleidung  alter  Leute  und  armer  Schul-\
  kinder  verwendet  werden.
R  nstschc  Stiftung.
Von  dem  Wirkt.  Geh.  Ober-Medizinal  Rath  Dr.  R  u  st  (+  1840)
errichtet.  Zum  Genusse  berufen  sind  zunächst  die  Verwandten,  dann
Hülfsbedürftige,  welche  in  Schlesien,  namentlich  in  Jauernick  oder  auf
dem  Schlosse  Johannisberg  geboren  sind.  Nicht  blos  für  Studirende
auf  Gymnasien  und  Universitäten,  sondern  auch  für  Jünglinge,  welche
ein  Handwerk  erlernen,  sich  als  Handwerker  etabliren  wollen,  oder
welche  sich  dem  Studium  der  Chirurgie  oder  Forstwissenschaft,  der
Agrikultur,  Baukunde,  der  bildenden  Kunst  u.  f.  w.  widmen,  zu
ihrer  Ausbildung  Akademien  beziehen  oder  zur  Vervollkomnlung  ihres
Faches  oder  ihrer  Kunst  Reisell  unternehntkn  wollen,  soll  eine  Unterstützung ­
  voit  50  bis  500  Thlr.  auf  drei  Jahre  verabreicht  werden
können.  —  Außerdem  hat  die  Stiftung  den  Zweck,  unbemittelte,  zur
Familie  der  Seitcn-Verwandten  des  Testators  gehörende  Töchter  im
Fall  ihrer  Verheirathuug  mit  Ausstattungsgeldern  von  2—800  Thlr.
zu  unterstützen.  Die  Stiftung  ist  dem  Protektorat  des  Obergcrichts
zu  Breslau  und  die  Verwaltuug  drei  Kuratoren  anvertraut,  bereu
Einer  der  jedesmalige  Ober  -  Bürgermeister,  der  Andere  der  Syn-
        <pb n="598" />
        591

\

dikus  des  Magistrats  zu  Breslau,  der  Dritte  ein  Verwandter  des
Stifters  sein  soll.
S  abletzki,

Kantor  zu  Königsberg,  setzte  (1825)  500  Thlr.  zu  einem  Stipendium
aus,  welches  Studirende  der  Theologie,  hauptsächlich  aus  der  Familie
des  Testators  und  seiner  Gattin,  geb.  van  Heuren,  oder  in  deren
Ermangelung  Studirende  der  Theologie  aus  Königsberg  auf  2—3
I^ahre  genießen  sollen.  Der  Fonds  hat  sich  durch  Ersparnisse  vermehrt.
S  a  bv,
unverehelicht  (f  1838)  vermachte  1000  Thlr.  für  arme  Töchter  verstorbener ­
  Prediger  der  franz.  Kirche  zu  Berlin  und  2000  Thlr.  für
kirchliche  Arme  der  franz.  Kolonie.
Graf  Sebastian  Albert  Sack,
begründete  bei  dem  Waisenhause  zu  Halle  eine  Stiftung  zur  Unterstützung ­
  von  Waisen  mit  je  50  Thlr.  während  der  Lehrjahre.  Zur
Anschaffung  von  Handwerkszeug  können  100  Thlr.,  den  Studirenden
100  Thlr.  auf  einmal  und  jährlich  50  Thlr.  Unterstützung  gegeben
werden.  Kapital  47,550  Thlr.  Die  Stiftung  steht  unter  Aufsicht
der  Regierung  zu  Merseburg;  jährliche  Einnahme  1700  Thlr.
v.  SackscheS  Vermäcktniß  za  Ält-Raudten.
Stifter  George  Heinrich  v.  Sack.  Die  Zinsen  von  200  Thlr.  werden
  an  die  Armen  zu  Alt-Raud.ten  (Steinau)  vertheilt.
v.  Sackschcs  Vermächtnis;  zu  Ohlau.
Rittmeister  a.  D.  Friedrich  Wilhelm  v.  Sack  (f  1840  zu  Breslau)
vermachte  den  Armen  zu  Ohlau  2000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß
die  Zinsen  am  2.  Febr.  jeden  Jahres  an  12  Individuen  ohne  Unterschied ­
  der  Religion  vertheilt  werden  sollen.

v.  Sack  und  Stahnsche  Legate  zu  Mlietsch  (Steinau).
Anna  Eleonora  v.  Sack  lcgirte  160,  Samuel  Rudolph  (Suini  638 1
Wittwe  Christ.  Elise  Stahn  1000  Thlr.  Die  Zinsen  dieser  Vermächtnisse ­
  werden  an  die  Bedürftigen  zu  Mlietsch  vertheilt.

Sacksche  Familien  Stiftung.
n
h  jähren;  Egutpagegeldep  für  Militair-Personen,  Ausstattungen  unl
        <pb n="599" />
        592

Wittwengehalte  für  Personen  weiblichen  Geschlechts  gegeben  werden
sollen.  Der  Fonds  der  Stiftung  war  so  bedeutend,  und  die  ausgesetzten ­
  Stipendien  und  Unterstützungen  im  Einzelnen  so  gering,  daß
—  nach  den  Berechnungen  des  damals  lebenden  Professors  Grüson
—  bei  Ausrechthaltung  der  Verfügungen  des  Testaments  und  fernerer
zinsbarer  Anlegung  der  jährlichen  Ucberschüsse  zu  4  pCt.  in  133  Jahren ­
  ein  Stiftungs-Vermögen  von  79,303,721  Thlr.,  in  200  Jahren
ein  solches  von  1,083,168,426  Thlr.  sich  angesammelt  haben  würde.
Von  Staatswegen  trat  daher  eine  Modifikation  der  Verfügung  des
Stifters  ein;  die  Kabinets-  Resolution  vom  5.  Juli  1803  setzte  den
Stistssonds  vorläufig  aus  257,000  Thlr.  Cour,  fest,  welche  Summe
bei  dem  Ableben  des  Stifters  wirklich  vorhanden  war,  und  es  wurde
im  Jahre  1805  mit  den  Interessenten  ein  Regulativ  vereinbart,  nach
welchem  die  Einkünfte  vertheilt  und  die  Verwaltung  geführt  werden
sollten.  Darnach  sollten  das  Stiftungs-Kapital  durch  Zins-  und  Revenüen-Ucberschüfie
  niemals  erhöht,  diese  Ucberschüsse  vielmehr  unter
die  stistungs-berechtigten  Fanlilien  und  die  —  für  den  Fall  des  Aussterbens ­
  der  Familien  —  substituirte  und  zum  Genusse  berufenen
Fürstenthümer  Glogan,  Liegnitz  und  Wohlan  zur  Bildung  und  Unterstützung ­
  der  Jugend  vertheilt  werden.  Bei  einer  etwanigen  Unzulängkeit
  der  Revenüen  für  alle  in  einem  Geschlecht  oder  in  einer  Klasse
konknrrirendcn  Stistnngs-Berechtigten  haben  diejenigen  den  Vorzug,
welche  den  Sack  scheu  Namen  führen;  uneheliche  Kinder  sind  nicht  berechtigt, ­
  wohl  aber  die  durch  nachfolgende  Ehe  lcgitimirten.  An  Schul-Stipendien
  soll  jeder  Schüler  oder  Gymnasiast  ans  den  stistungsberechtigten
  Familien  ohne  Unterschied  des  Alters  während  drei  nach
einander  folgenden  Jahren,  in  welchen  er  solche  Schulen  oder  Gymnasien, ­
  die  ihre  Zöglinge  zur  Universität  cntlasicn,  außerhalb  dem  Wohnorte ­
  seiner  Eltern  srequentirt  und  sich  in  einer  der  beiden  obersten
Klassen  der  Lehranstalt  befindet,  das  Schul-Stipendinm  mit  100  Thlr.
(nicht,  wie  der  Stifter  angeordnet  hatte,  mit  20  Thlr.)  jährlich  genießen; ­
  Schüler  oder  Gymnasiasten,  welche  im  Wohnorte  ihrer  Eltern
ans  einer  Schule  oder  einem  Gymnasium  in  der  obersten  oder  den
beiden  obersten  Klaffen  drei  Jahre  zubringen  sollen,  erhalten  zur  befferei: ­
  Ausbildung  in  Privatstunden  jährlich  50  Thlr.  als  Unterstützung.
Stipendiaten,  welche  Landcskinder  sind,  dürfen  sich,  außerhalb  des
Wohnorts  ihrer  Eltern,  nur  aus  inländischen  Schulen  aushalten;  ausländische ­
  Familienglieder  können  selbstredend  ausländische  Schulen  besuchen. ­
  Die  Universitäts-Stipendien  werden  ebenfalls  ohne  Unterschied
des  Alters  aus  3  Jahr  bewilligt;  ein  Student  der  Rechte  oder  der
Kameral-Wiffenschasten  soll  jährlich  300  Thlr.,  ein  Theologe  250,  ein
Mediziner  350,  ein  Studiosus  der  Chirurgie  250  Thlr.  erhalten.  Anlangend ­
  die  sonstigen  allgemeinen  Beneficien,  so  werden  bei  dem  Freisprechen ­
  oder  der  Niederlassung  derer,  welche  die  Handlung  oder  eine
Kunst  erlernt  haben  120  Thlr.;  bei  dem  Freisprechen  eines  Prosessionisten
  80  Thlr.,  einem  Oekonomen  nach  geendigten  Lehrjahren  100
Thlr.,  einen  Offizier  an  Equipagegeldcrn  bei  ,bcr  Infanterie,  den  Jä-
        <pb n="600" />
        593

38

■
verehelicht  gewesenen  ©{«¿i  ^lejenigen  seiner  beiden  Schwestern,  der
äiSSiffHI:
        <pb n="601" />
        594

offizicr  oder  Soldat,  geringer  Künstler  oder  Handwerker,  so  wird  der
Braut  nur  die  Hälfte  der  vorstehenden  Sätze  gezahlt.  Wittwen,  so
lange  sie  im  Wittwenstande  leben,  sind  bei  Zulänglichkeit  des  Fonds
zu  einer  Pension  von  100  Thlr.,  wenn  sie  niederen  Standes  sind,  zu
50  Thlr.  berechtigt;  vaterlose  Kinder  erhalten  bis  zum  18  ten  Jahre
einschließlich,  sofern  sie  nicht  schon  anderweit  ein  Benesicium  aus  der
Stiftung  beziehen,  jährlich  50  resp.  25  Thlr.  Wittwen,  welche  nicht
selbst  stiftungsberechtigt,  jedoch  von  stistungsbercchtigten  Männern  hinter
lassen  sind,  erhalten  zwar  nicht  die  Wittwcn-Pension,  wohl  aber  die
Kindergelder.  Endlich  beziehen  unverehelichte  und  gebrechliche  oder  leibesschwache ­
  Mädchen,  welche  ihren  hinreichenden  Unterhalt  zu  erwerben
unvermögend  sind,  jährlich  Unterstützungen  von  60  resp.  30  Thlr.
Die  Stiftung,  welche  von  einem  Kurator  (zur  Zeit  Justizrath  Wunsch)
unter  Aufsicht  des  Appellationsgcrichts  zu  Glogau  verwaltet  wird,  hat
einen  Hülss-Fonds,  der  aus  jährlich  500  Thlr.  gebildet  und  sobald  er
die  Summe  von  20,000  Thlr.  erreicht  hat,  zur  Hälfte  an  die  lebenden
oder  am  Leben  gewesenen  sämmtlichen  Mitglieder  der  stiftungsberechtigtcn
  Familie  vertheilt,  zur  andern  Hälfte  an  das  gemeine  Wesen  der
Fürstenthümer  Glogau,  Liegnitz  und  Wohlan  gezahlt  wird.  Vgl.  Allgemeiner ­
  Schul-Fonds  und  Evang.  Schullehrer  Seminarien-Fonds.  —
Ein  Stammbaum  der  über  alle  Theile  der  Erde  verbreiteten  Familie
wird  von  dem  Kurator  geführt.
Sa  deb  eck,
Rentier  zu  Rcichcnbach  in  Schlesien  und  dessen  Ehegattin  vermachten
ihr  unbewegliches  Vermögen  im  Werthe  von  ungefähr  13,000  Thlr.
der  Stadlgemeinde  Neichenbach  zu  einer  Stiftung  mit  dem  Zwecke,
daß  von  den  Revcnüen  jährlich  100  Thlr.  zur  Uuterstützuug  für  bedürftige ­
  Bürger  des  Ortes;  der  Rest  zur  Erhebung  der  evang.  Stadtschule ­
  zu  einer  höheren  Bürgerschule  resp.  Errichtung  einer  neuen  Klasse
verwendet  werden  sollte.
Sächsisches  Provinzial-Stipendimn.
Die  Stände  der  Provinz  Sachsen  begründeten  1864  aus  den  ihnen
zur  freien  Disposition  stehenden  Zins  -  Ueberschüssen  der  Proviuzial-Hülfskasse
  drei  Stipendien  von  je  200  Thlr.  jährlich  an  würdige  und
bedürftige  Angehörige  der  Provinz  Sachsen  zum  Besuche  eines  vollen
Lehrganges  auf  dem  Königl.  Gewerbe-Institut  zu  Berlin  zunächst  auf
3  Jahre.  Unerläßliche  Bedingung  der  Verleihung  ist,  außer  der  Würdigkeit ­
  und  Bedürftigkeit,  daß  der  zu  Stipeudiircnde  in  einer  Gemeinde ­
  der  Provinz  Sachsen  ortsangehörig  ist.  Als  Regel  ist  festzuhalten, ­
  daß  die  Verleihung  an  je  einen  Bewerber  der  Regierungs-Bezirke
  Magdeburg,  Merseburg  und  Erfurt  erfolge,  doch  können  sich
diese  Regierungs-Bezirke  nach  Befinden  der  ständischen  Kommission
gegenseitig  vertreten,  wenn  es  an  einem  geeigneten  Bewerber  aus  einem
der  Regierungs-Bezirke  fehlen  sollte.  Der  Provinzial-Landtag  wählt
eine  ständische  Konlinission  von  sechs  Mitgliedern,  welcher  er  die  Verleihung ­
  dieser  Stipendien  in  seinem  Namen  überträgt  und  die  in  ihren
        <pb n="602" />
        595

LSk"  Ņ'°°ş-°nd.°g-»
Saergersche  Stipendien-Stiftung,
Saint  Panisches  Legat  zu  Potsdam.
»Olt  der  Stadtverordneten-Versnmmlnng  empfohlenen  Personen  vertheilt.
Salchow,
M-UŞķ
v.  Salb  crusche  Stiftung.
Ş

'  ""wilier  Dtcicr  termite,
Di-  Knnf„,n„ns.«-t.we  ÄÏX  8 e,  Galle  zu  «reà
38*
        <pb n="603" />
        596

(t  1857)  legirte  a)  1000  Thlr.,  deren  Zinsen  durch  den  Magistrat  'zu
Gleiwitz  einer  armen  in  Gleiwitz  geborncn  und  dort  lebenden  Wittwe
auf  Lebenszeit  verabreicht  werden  sollten;  b)  4000  Thlr.  für  das  Hospital ­
  in  Gleiwitz.
S  a  l  i  g  sches  Stipendium.
1626  von  den  Gevettern  Salig  für  würdige  Studirende  aus  der
Sa  li  g  scheu  Familie  und  in  deren  Ermangelung  für  bedürftige  Bürger-Söhne
  der  Stadt  Burg  gestiftet.  Die  jährlich  vom  Magistrat  zu  vertheilenden ­
  Stipendien  betragen  an  200  Thlr.
Joh.  Sam.  Salin,
Tuchfabrikant  in  Görlitz  (t  1852),  legirte  1000  Thlr.  mit  der  Bestimmung, ­
  daß  von  den  Zinsen,  so  weit  sie  reichen,  alljährlich  an  seinem ­
  Sterbetage  solche  Bürger  der  Stadt,  welche  ohne  ihre  Schuld
verarmt  und  unbescholten  sind,  im  höheren  Lebensalter  stehen,  und  sonst
kein  regelmäßiges  Einkommen  aus  öffentlichen  Kassen  erhalten,  je  einen
Thaler  empfangen  sollen.
Jakob  Salingsche  Stiftung,
von  dem  Banquier  Jakob  Saling  zu  Berlin  1864  bei  dem  dortigen
Gewerbe-Institut  mit  15,000  Thlr.  in  4  prozentigen  Westpreußischen
Pfandbriefen  gegründet,  welche  Summe  (nach  dem  Tode  des  Stifters)
zu  drei  Stipeudien  à  200  Thlr.  diene»  soll.  Nach  der  Stiftungs-Urkunde
  vom  21.  September  1864  sollen  die  Stipendien  vom  Ministerium ­
  für  Handel  rc.  an  bedürftige,  fähige  und  fleißige,  dem  Preußischen ­
  Staats-Verbande  angehörige  Schüler  des  Gewerbe-Instituts,  ohne
Unterschied  der  Religion,  auf  3  Jahre  verliehen  werden.  Ueberschüsse
sind  zur  Bildung  eines  neuen  Stipendiums  von  200  Thlr.  zu  kapitalisiren,
  oder  zu  außerordentlichen  Prämiirungen,  namentlich  zu  Reise-Unterstützungen
  besonders  befähigter  Schüler  des  Gewerbe-Instituts  zu
verwenden.
v.  S  «lischsches  Vermächtniß,
von  Fräulein  v.  Sa  lisch  herrührend.  Die  Zinsen  werden  mit  16
Thlr.  jährlich  an  die  Hospitalitcn  und  an  die  Stadt-  und  Dorf-Armen
zu  Juliusburg  und  Rackwitz  durch  den  Magistrat  in  Juliusburg  vertheilt. ­

Salm-Salm  scher  Ex-Jesuiten-Fonds.
Er  besteht  aus  den  Einkünften  der  vormaligen  Jesuitengüter  des  Fürstlich ­
  Salm-Salmschen  Gebietes.
GeorgaS  Sal  oin  on-Stiftung  zu  Stendal,
zur  Unterstützung  von  vier  herabgekommenen  Bürgern  oder  Bürger-Wittwen
  mit  Brennholz  (am  7.  Dezember  jeden  Jahres)  bestimmt.
Kapital  230  Thlr.
Salvator-Hospital  (das  neue  Haus)  zu  Wernigerode,
1534  von  Heinrich  Horn  für  12  arme  lahme,  blinde  Leute  aus
Stolbergschen  Landen  gestiftet.  Eiukaufsgeld  17^  Thlr.  Zur  Zeit
        <pb n="604" />
        597

sWUM-M
Herrmann  Salzbrunn
wmmm
Salzmann,
¿IK“«;«.'.,  ïÄ'ÄWts
Km#:##
u  _  Şalzwlrker  (Halloren)  -Brüderschaft  zu  Halle.
        <pb n="605" />
        598

Brüderschaft  verliehenen  Fahnen,  sowie  die  zweihändigen  Schwerter
und  Flamberge,  welche  die  Brüderschaft  als  Denkmäler  einer  ehrwürdigen ­
  Vergangenheit  aufbewahrt.  Es  war  ein  prächtiges  Stück  des  in
unseren  Tagen  immer  seltener  werdenden  korporativen  Lebens,  welches
in  diesem  Zuge  vor  uns  vorüberzog,  und  einen  schönen  Anblick  gewährte ­
  cs  in  der  That,  diese  kräftigen  Gestalten  in  ihrer  kleidsamen
Tracht  mit  den  bekannten  großen  Silberknöpfen  und  mit  dem  ihnen
eigenthümlichen  würdevollen  Anstande  einherschreiten  zu  sehen."  Tie
Salzwirker-Brüderschaft  besitzt  auf  diese  Weise  bereits  54  Fahnen,  die
in  der  Moritzkirchc  zu  Halle  aufbewahrt  werden.  Die  meisten  dieser
Fahnen  haben  ein  hohes  Alter.  .
Sambachsches  Stipendium  zu  Neu-Ruppin.
Vom  Inspektor  Sambach  zu  Zehdenick  und  seiner  Gattin  geb.  Weise
1761  mit  1000  Thlr.  gestiftet.  Es  wird  an  einen  Studirenden  der
Theologie,  der  das  Gymnasium  zu  Neu-Ruppin  besucht  hat,  lutherischer
Konfession  und  unvermögend  ist,  auf  3  Jahre  von  dem  Magistrat  zu
Neu-Ruppin  verliehen.
Bernhard  Samberg,
(t  1844  zu  Münster),  Kammerdiener  des  Erzbischofs  Frhrn.  zu  Dro  ste-Vischering,
  vermachte  der  Gemeinde,  Stadt  und  Kirchspiel  Metelen
(Steinfurt)  4000  Thlr.,  deren  Zinsen  von  dem  Pfarrer  des  Orts  für
arme  Kranke  und  arme  Waisen  der  Gemeinde  verwendet  werden  sollen.
SamuelscheS  Bermächtniß  zu  Siegburg.
Dasselbe  besteht  aus  2000  Thlr.  für  die  jüdischen  und  2000  Thlr.
für  die  übrigen  Armen,  welche  der  Rentier  Abraham  Samuel  (f  1834)
der  Stadt  le  girle.  Die  Zinsen  sollen  im  Winter  zur  Anschaffung  von
Brot  und  Holz  verwendet  werden.  Das  den  jüdischen  Armen  bestimmte
Kapital  wird  von  den  Vorstehern  der  jüdischen  Gemeinde  unter  Aufsicht ­
  der  städtischen  Armen-Behörde  verwaltet.
Ş  a  nd  er-Stiftung.
1859  bei  Gelegenheit  des  50jährigen  Amts-Jubiläums  des  Haupt-Lehrers
  Sander  in  Breslau  begründet,  steht  sie  unter  dem  Magistrat,
der  dieselbe  durch  einen  Beitrag  von  100  Thlr.  unterstützte,  und  einem
von  den  evang.  Elementar-Lehrern  der  Stadt  gewählten  Kuratorium.
Sie  bezweckt  die  Unterstützung  der  Wittwen  und  Waisen  Breslauer
städtischer  Elementar  -  Lehrer.  Die  Unterstützungen  werden  alljährlich
am  10.  Äpril,  dem  Geburtslage  Sanders  ausgetheilt,  so  daß  jedes  Kind
unter  17  Jahren  einen,  die  Mutter  zwei  Antheile  erhält.  Eine  Anzahl
ehemaliger  Schüler  der  Elementar-Schule  Nr.  6,  an  welcher  Sander
fWtcn  Wes"  IM  ^  ^
von  fleißigen  Schülern  bei  der  alljährlich  stattfindenden  öffentlichen
Prüfung.  —  Die  (erstgedachte)  Sander-Stiftung  hat  ihre  Wirksamkeit ­
  am  10.  April  1863  begonnen,  wo  von  einem  Kapital  von  525
Thlr.  die  Zinsen  an  9  Wittwen  und  8  Waisen  vertheilt  wurden.
        <pb n="606" />
        599

Sandik-Verein  zu  Berlin.
Ein  seit  1772  bestehender  jüdischer  Verein,  dessen  ursprünglicher  Zweck
dahin  ging,  aus  der  Mitte  des  Vereins  armen  Kindern  Pathen  zu  bestellen ­
  ;  jetzt  aber  das  Interesse  armer  Wöchnerinnen  verfolgt.  Zu  jeder
Wöchnerin  in  der  jüdischen  Gemeinde,  arm  oder  reich,  werden  zwei
Büchsen,  A.  und  B.  bezeichnet,  geschickt  und  bleiben  einige  Zeit  bei
derselben  stehen.  Die  Büchse  A.  enthält  eine  Summe  Geldes;  der
Schlüssel  zu  derselben  wird  jeder  Wöchnerin  eingehändigt,  welche  das
in  der  Büchse  befindliche  Geld  herauszunehmen  hat,  doch  steht  es  ihr
frei,  das  Geld  entweder  für  sich  zu  behalten  oder  in  die  zweite  mit  B
bezeichnete,  versiegelte  Büchse  hineinzuthun,  wohl  auch  dasselbe  aus
ihrem  eigenen  Vermögen  zu  vermehren.  Die  zweite  Büchse  bleibt  ein
volles  Jahr  mit  dem  Siegel  der  Anstalt  verschlossen,  damit  nicht  zu
ersehen  ist,  welche  Wöchnerin  das  Geld  für  sich  behalten,  welche  dasselbe ­
  in  die  zweite  Büchse  gethan  oder  aus  eigenen  Mitteln  vermehrt
hat.  Im  Jahre  1844  betrug  das  Kapital  5075  Thlr.  und  es  wurden ­
  bei  128  Wöchnerinnen  32  Thlr.  7  Sgr.  mehr  eingenommen  als
ausgegeben.  Vorsteher  war  im  Jahre  1861  Banquier  M.  Meyer.
S  annem  ann  scheö  Legat  zu  Magdeburg.
Aus  den  Jahren  1724  —1732  herrührend.  Kapital  716f  Thlr.
Von  den  Zinsen  erhalten  Arme  aus  der  St.  Jakobi-Gemeinde  jährlich
am  25.  August  Unterstützungen  von  je  71-  Sgr.  bis  15  Sgr.  durch
den  ersten  Prediger  und  den  administrirenden  Kirchen-Vorsteher.  Außerdem
sind  für  eine  vorhandene  Prediger-Wittwe  jährlich  10  Thlr.  und  für
die  Prediger,  den  Küster  und  Todtengräber  51  Thlr.  bestimmt.
Satty,
vormaliger  Bürgermeister  zu  Paderborn  und  deffen  Gattin  geb.  Loco ­
  mb  e  bestimmten  letztwillig,  daß  den  katholischen  Armen  der  Stadt
Paderborn  |  ihres  (76,940  Thlr.  betragenden)  Nachlasses  zufließen
solle.  Aus  den  davon  aufkommenden  Zinsen  sollen  Arme,  die  sich
eines  frommen  Lebenswandels  befleißigen,  und  ohne  ihr  Verschulden  in
ihrem  Nahrungsstande  zurückgekommen  sind,  unterstützt  werden.

geb.  Weidner
Dorf-Gemeinde
daß  die  Zinsen
dürftigsten  und

Wittwe  Sauer,
zu  Nen-Jäschwitz  (Bunzlau)  hinterließ  (1863)  der
des  genannten  Ortes  100  Thlr.  mit  der  Bestimmung,
dieses  Kapitals  alljährlich  zu  Weihnachten  an  die  bcwurdtgsten
  Ortsarmen  zu  vertheilen  sind.

Sauermannsche  Legate.
Die  I860  zu  Aslan  (Bunzlau)  t  Wittwe  Sau  er  man  n  geb.  Knoll
etzte  der  Armenkasse  m  Aölau  100  Thlr.  ans,  deren  Zinsen  alljährlich ­
  am  Todestage  der  Stiftcrin  (11.  März)  an  5  der  ärmsten  Bewohner ­
  von  Aslau  vertheilt  werden  sollen.  Der  evang.  Schule  in
Aslau  vermachte  sie  100  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Bezahlung  des  Schulgeldes ­
  für  arme  Kinder  verwendet;  der  dortigen  evang.  Kirche  200
deren  Zinsen  zur  einen  Hälfte  für  die  Reparatur  der  Thurm-
        <pb n="607" />
        600

Uhr  und  zur  andern  Hälfte  für  die  Erleuchtung  der  Kirche  bei  dem
abendlichen  Jahresschluß-Gottesdienste  verwendet  werden  sollen.  Die
cvang.  Schule  zu  Liebichau  erhielt  100  Thlr.  :  die  Zinsen  davon  sind
zur  Bezahlung  des  Schulgeldes  für  arme  Schulkinder  bestimmt.
S  a  v  i  g  n  y  -  Stiftung.
Bald  nach  dem  Tode  v.  Savignys  wurde  aus  freiwilligen  Beiträgen
seiner  Schüler  und  Verehrer  eine  Stiftung  errichtet,  deren  Zweck
darin  besteht,  wiffenschaftliche  Arbeiten  auf  dem  Gebiete  des  Rechts
der  verschiedenen  Nationen,  namentlich  auf  dem  Gebiete  des  römischen
und  germanischen  Rechts,  zu  fördern,  und  außerdem  besonders  befähigte
Juristen  in  den  Stand  zu  setzen,  die  Rechts-Institutionen  fremder
Länder  durch  eigene  Anschauung  kennen  zu  lernen.  Das  Statut  der
Stiftung  ist  am  20.  Juli  1863  landesherrlich  genehmigt  und  das  aus
6  Personen  bestehende  Kuratorium  am  29.  Dezember  1863  constituirt.
Das  Vermögen  der  Savigny-Stiftung  bestand  am  Schluß  des  Jahres
1863  aus  23,810  Thlr.,  welche  in  Pfand-  und  Rentenbriefen  angelegt
und  im  Depositorinm  des  Magistrats  niedergelegt  sind.  Vorsitzender
des  Kuratoriums  Graf  v.  W  a  r  t  ens  leb  en.  Zur  Verwendung  der
Zinsen  sind  die  Akademien  zu  Wien,  München  und  Berlin  nach  dem
im  Statut  festgesetzten  Turnus  berufen;  sie  haben  die  Wahl,  ob  sie
ein  in  Druck  oder  Schrift  vorliegendes  Werk  prämiiren,  oder  eine  Preis-Aufgabe
  stellen,  oder  ein  Reise-Stipendium  ertheilen  oder  die  zur  Ausführung ­
  einer  rechtswisienschaftlichen  Arbeit  erforderlichen  Geldmittel
gewähren  wollen.
Joh.  Gottlob  Schaaff,
Auszügler  zu  Ober-Peilau  (t  1858),  wendete  der  dortigen  Schule  100
Thlr.  mit  der  Bestimmung  zu,  daß  von  den  Zinsen  armen  fleistigen  Kindern ­
  zum  Winter  Schuhe  beschafft  werden  sollen.
Schaedelsches  Legat  zu  Grünberg.
Partikulier  August  S  cha  e  del  (f  1858)  vermachte  dem  städtischen
Armen-Fonds  1000  Thlr.  und  substituirte  zugleich  denselben  Fonds  in
Ansehung  eines  der  Kleinkinderbewahr-Anstalt  vermachten  Legats  von
500  Thlr.  Von  den  1000  Thlr.  sollen  die  Zinsen  am  Sterbetage  des
Stifters  (7.  Dezember)  durch  den  Magistrat  an  verschämte  Armen  in
Raten  von  nicht  unter  1  Thlr.  vertheilt  werden.  Dasselbe  gilt  von
dem  Zins-Ertrage  des  Kapitals  von  500  Thlr.,  wenn  die  Substitution
sich  einst  erfüllt,  nur  mit  dem  Unterschiede,  daß  von  diesem  Bencficium
der  Antheil  des  Einzelnen  nicht  weniger  als  15  Sgr.  betragen  darf.
Christiau  Schäfer,
Stadtrichter  zu  Sorau  in  der  Nieder-Lausitz,  begründete  dort  im  Jahre
1733  durch  Schenkung  von  3000  Thlr.  eine  Prediger-  und  Lehrer-Wittwenkasse,
  deren  Vermögen  sich  zur  Zeit  auf  17,000  Thlr.  beläuft.
Joh.  Gottlieb  Ferd.  Schäfer,
Werkzeugmacher  zu  Berlin  (t  1856),  legirte  dem  Bürger-Nettnngs-Jnstitut
  (1849)  1500  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  da-
        <pb n="608" />
        601

Don  alljährlich  an  einen  unbescholtenen,  durch  unverschuldetes  Unqlück  verarmten ­
  Tischlermeister  ausgezahlt  werden  sollten.
Frau  Schäfer,
geb.  Kerkow,  Wittwe  eines  Seilermeisters  zu  Berlin,  legirte  1828
dem  Berlinischen  Gymnasium  zum  grauen  Kloster  6000  Thlr.,  deren
Anisen  zur  Unterstützung  unbemittelter  Protestantischer  Studirender  der
Theologie  bis  zu  ihrem  Abgänge  von  der  Universität  verwendet  werden ­
  sollen.  Die  Unterstützungen  bestehen  in  Geld  und  Büchern  und
linge  auf  Spaziergängen  bestimmt  sind.
Graf  v.  Schaffgotschsche  Armen-Stiftung  zu  Berlin.
Graf  Karl  Wenzel  v.  Schasfg  o  tsch,  Kgl.  Hofmarschall,  Kammerherr
  rc.  (t  1822),  legirte  1000  Thlr.,  deren  Zinsen  an  protestantische
Armen  der  Stadt  Berlin  vertheilt  werden  sollen.  Das  Kapital  wird
bei  der  städtischen  Haupt-Stiftungskaffe  verwaltet  und  belief  sich  1845
(Lisco  S.  81)  auf  1225  Thlr.
Graf  Schaffgotschsche  Armen-Stiftung  zu  Klein-Oels.
Für  die  Armen  der  Herrschaft  Klein-Oels  (Ohlau)  im  Jahre  1799
Mit  einem  Kapital  von  2300  Thlr.  begründet.
Hedwig  v.  Schaffgotsch,
geb.  v.  Promnitz  auf  Neuhaus  und  Hertwigswaldau,  überwies  1559
N  cmer  Darlehnskaffe  für  arme  Handwerker  in  Neiffe  100  Thlr.  Die
verwàt°à  gegenwärtig  zur  Bertheilung  von  Brot  unter  die  Armen
v.  Scharben  -Li  ed  e  rtsche  Familien-Stiftung.
s.  Kneiphofsches  Wittwen-  und  Waisen-Stift.
Scharf  scher  StiPendieu-FondS  zu  Königsberg.
H-inrich  Scharf  von  Werth  widmete  It!65  -in  Kapital  van  10,000
?  d-ff-i,  Zenf-e,  bes  vier  studirende  DiS-cndint-n  der  Gebr,
UWMM8
M  et  Uh-,m  abgenge  fallen  di-  Sahne  des  weiblichen  Geschlechts,
und  ,,,  deren  Ermangelung  andere  Einzagliuge  guten  Adels  van  der
Kallateral-kene-  dazu  gelangen,  Di-  Administra,ian  des  Stipendien-Fon
  ö  sollen  die  zwei  ältesten  Mitglieder  aus  dem  Müll  heim  scheu
Hause  luauulicher,  und  nach  dessen  Abgang  weiblicher  Linie  in  der  Art
sU)nn,  l.ap  sie  dem  akademischen  Senat  zu  Königsberg  jährlich  Rechnung ­
  legen  auch  demselben  dafür  jährlich  33  Thlr.'30  Gr.  zahlen;
r  Senat  hat  auch,  wenn  die  weibliche  Linie  ausginge,  das  Stipeu-
        <pb n="609" />
        602

drum  zu  administriren  und  davon  einigen  adligen  Stipendiaten,  etwa
einem  jeden  200  Thlr.  jährlich,  drei  Jahre  hindurch  zu  verabreichen.
Das  Vermögen  des  Fonds  bestand  1838  (Koch  II.  55)  in  49,105
Thlr.  ;  von  den  Zinsen  erhielten  4  Stipendiaten  je  100  Thlr.
Scharfsches  Legat,
für  kirchliche,  Schul-  und  Armen-Zwecke  der  Stadt  Kelbra.  Sechs
arnie  Wittwen  erhallen  je  2  Thlr.  aus  den  Zinsen  des  1100  Thlr.
betragenden  Kapitals.
Schar  fsches  Stipendium  zu  Königsberg,
von  dem  Studiosus  Hieronymus  Scharf  zu  Königsberg  (f  1639)
begründet.  Derselbe  widmete  388  Thlr.  80  Gr.,  von  deren  Zinsen
nach  der  von  seinen  Enkeln  aufgestellten  Disposition  22}  Thlr.  einem
Studirenden  der  Theologie,  welcher  bereits  ein  Specimen  abgelegt,  und
zwar  vorzugsweise  von  des  Stifters  Agnaten,  und  in  deren  Ermangelung ­
  der  Kneiphöfschen  Prediger,  dann  der  Professoren  und  endlich
der  Kneiphöfchen  Rektoren-Söhne,  auf  drei  Jahre  von  der  Universität
mit  Zuziehung  der  etwa  vorhandenen  Scharfschen  Verwandten  konfefcrirt
  werden  sollen.  Das  Kapital  betrug  1838  (Koch  II.  558)
631}  Thlr.,  das  Stipendium  24  Thlr.
Scharnowsches  Stipendium  zu  Jüterbog.
Stadtrichter  Balthasar  Scharnow  stiftete  cs  letztwillig  1626  mit
400  Thlr.  altem  Reichsgelde.  Es  beträgt  zur  Zeit  jährlich  26}  Thlr.
und  wird  an  ein  S  ch  arn  o  w  sches  Familienglied,  event,  einen  Bürger-Sohn
  aus  Jüterbog  auf  zwei  bis  drei  Jahre  zu  Universitätsstudien
vergeben.  Kollatoren  sind  der  Magistrat  zu  Jüterbog  und  die  noch
vorhandenen  Scharnow  schen  Nachkommen.
Fr.  With.  Schartow,
Kaufmann  zu  Magdeburg  und  seine  t  Gattin  geb.  Walther  überwiesen ­
  den  städtischen  Behörden  1826  zum  Gedächtniß  eines  verlorenen
Kindes  150  Thlr.,  deren  Zinsen  alljährlich  am  30.  Dezenlber  einer
bedürftigen,  durch  Fleiß  und  gutes  Betragen  sich  auszeichnenden  Schülerin ­
  der  Volksschule  als  Belohnung  und  als  „Andenken  an  ein  gutes
Kind,  das  seinen  Eltern  stets  nur  Freude  machte,"  durch  den  Rektor
der  Schule  verabreicht  werden.  In  den  Jahren  1859—61  betrug  das
verabreichte  Geschenk  jedesmal  5  Thlr.
Schaube,
Rittergutsbesitzer  auf  Vichan  (Neumarkt)  schenkte  (1860)  nach  erfolgtem ­
  Verkauf  des  Guts  der  Orts-Armenkasse  daselbst  100  Thlr.  mit
der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  zur  Bekleidung  armer  kath.  Schulkinder ­
  verwendet  werden  sollen,  welche  das  erstemal  das  heilige  Abendmahl ­
  empfangen  und  zur  Gemeinde,  nicht  zu  den  Dienstleuten  des
Domimi  gehören.
Karl  Wolfgang  Sch  au  beri,
Gutsbesitzer  zu  Obernigk  (Trebnitz)  (+  1846)  setzte  letztwillig  3000
        <pb n="610" />
        603

Thlr.  mit  ber  Bestimmung  aus,  baß  bieses  Kapital  zur  zweiten  Hypothek ­
  auf  Obernigk  haften  bleibe,  zu  3}  pCt.  verzinset  intb  ber  jährliche ­
  Zins-Ertrag  von  100  Thlr.  am  Himmelfahrtstage  —  mit  50  Thlr.
an  25  hier  geborene  ober  seit  zehn  Jahren  im  Orte  wohnenbe  arme
rechtliche  Personen  in  Raten  von  2  Thlr.  unter  Leitung  bes  jedesmaligen
  hiesigen  Gutsbesitzers  unb  Pastors  vertheilt,  50  Thlr.  aber  unter
Leitung  berselben  Personen  zum  freien  Schul-Unterricht  armer  Dienstboten-
  unb  Einwohner-Kinber,  zur  Anschaffung  von  neuen  Testamenten, ­
  Schul-  unb  Gesangbüchern  ober  sonstigen  Schulbedürfnissen  verwendet ­
  werben  sollen.
Karl  Georg  Heinr.  Schauer,
Rathmann  zu  Magdeburg,  legirte  1824  die  Summe  von  2000  Thlr.
zu  einem  auf  drei  Jahre  zu  verleihenden  Universitäts-Stipendium.  Berechtigt ­
  sollen  sein:  die  Söhne  ber  Magistrats-Mitglieder  einschließlich
des  Kämmerers,  des  Stadt-Sekretairs  und  des  Stadt-Baumeisters.
Studirt  ein  solcher,  so  erhält  er  50  Thlr.,  die  übrigen  Revenüen  werden ­
  kapitalisirt;  studiren  zwei,  so  werden  die  Revenüen  getheilt,  doch
darf  keiner  mehr  als  50  Thlr.  erhalten;  studiren  drei  ober  mehrere,
so  soll  jeder  40  Thlr.  erhalten,  und  wenn  hierzu  die  Mittvl  nicht  reichen, ­
  so  sollen  die  Kompetenten  suceessive,  auch  wenn  sie  nicht  mehr
studiren,  nach  dein  Range  ihrer  Väter  im  Kollegia  zur  Hebung  kommen. ­
  Ist  kein  stttdirender  Sohn  eines  Magistrats-Mitgliedes  vorhanden, ­
  so  soll  das  Stipendium  ein  studirender  Sohn  eines  Magistrats-Ossizianten
  nach  der  Auswahl  des  Magistrats  event,  ein  studirender
Bürgersohn  erhalten.  Die  überschießenden  Revenüen  werden  auch  in
diesen  Fällen  kapitalisirt.  Das  Kapital  beträgt  zur  Zeit  etwa  3000
Thaler.
Schebersche  Stiftung  zu  Schweidnitz,
für  wohlthätige  Zwecke  bei  Gelegenheit  des  50jährigen  Bürger-Jubiläums ­
  des  Kommerzienraths  Sch  ed  er  von  den  Kommunal  -  Behörden
begründet.
Christian  Heinr.  Scheel,
Banquier  zu  Berlin,  (f  1778)  legirte  2000  Thlr.  zur  Unterstützung
von  ursprünglich  0  Personen  aus  dem  Kaufmannsstande,  die  nicht  durch
Verschulden  zurückgekommen,  und  zwar  zwei  männlichen  und  vier  weibllchen
  Geschlechts,  davon  erstere  nicht  unter  50  und  letztere  nicht  unter
40  Jahre  alt  sein  sollen.  Fügt  es  sich,  daß  von  diesen  sechs  Personen
nne  oder  zwel  zum  Brod-Erwerb  unvermögend  sind,  so  darf  eine  solche
Person  auch  unter  40  Jahre  sein.  Erhöht  sich  das  Kapital,  so  soll  die
Stiftung  um  eine  Person  vermehrt  werden.  Keine  Person  darf  über
25  Thlr.  jährlich  erhalten,  und  die  überschießenden  Zinsen  sotten  zum
Besten  obiger  Personen  in  Krankheitsfällen  dienen.  Verwaltet  wird
dos  Kapital  von  den  Aeltesten  der  Kaufmannschaft,  welche  zur  Zeit
jährlich  240  Thlr.  an  12  Personen  vertheilen.  S.  Friedrich-Wilhelm-Biktoria-Stiftung
  der  Kaufmannschaft.  —  Dem  Friedrichs-Waisenhause
        <pb n="611" />
        604

(ş-  d.)  vermachte  Scheel  2000  Thlr.  zur  Unterhaltung  zweier  vaterlosen ­
  Waisen,  die  der  Propst  von  Köln  vorzuschlagen  hat.
I.  H.  Scheel,
Banquier  zu  Berlin,  vermachte  mittelst  Testaments  vom  27.  Oktober
1781  dem  Schindlerschcn  Waisenhause  6000  Thlr.  in  Gold,  indem
er  den  Wunsch  aussprach,  daß  von  den  Zinsen  zwei  Knaben  mehr  in
der  Anstalt  erzogen  werden  möchten.
Scheelesches  Vermächtnis;,
von  300  Thlr.  Die  Zinsen  werden  jährlich  durch  den  Magistrat  zu
Demmin  unter  die  dortigen  Armen  vertheilt.
Schee  rer  scher  Stipendien-Fonds  zu  Erfurt.
Er  gewährt  von  den  Zinsen  an  einen  oder  mehreren  Studirendcn  der
Theologie  jährlich  21  Thlr.,  sowie  zur  Unterstützung  armer  Knaben
bei  Erlernung  eines  Handwerks  7  Thlr.;  der  Rest  wird  zur  Vermehrung ­
  des  Kapitals  (welches  jetzt  1172  Thlr.  beträgt)  und  zu  Verwaltungskosten ­
  verwendet.
'  Sch  effelsches  Stipendium  zu  Greifswald,
von  dem  Profeffor  der  Medizin,  Dr.  Scheffel  herrührend.  Kapital
1000  (jetzt  1500)  Thlr.;  die  Universität  hat  die  Kollation  mit  Berücksichtigung ­
  der  Söhne  der  Professoren;  Descendenten  des  Stifters  konkurriren
  mit  ihnen.
Joseph  Scheffel,
Hausbesitzer  und  Partikulier  zu  Landcshut  legirte  (1863)  der  katholischen ­
  Schule  in  Liebau  100  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Anschaffung  der
nothwendigen  Schulbücher  für  arme  Schulkinder  dienen  sollen.
Scheibesche  Stiftung  zu  Bojanowo,
von  dem  Kaufmann  Scheibe  herrührend.  Kapital  500  Thlr.,  von
bereit  Zinsen  für  10  arme  christliche  Kinder  das  Schulgeld  bezahlt  werden ­
  soll.  Steht  unter  Verwaltung  des  Magistrats.
Scheibert-Kleinsorge-  Stiftung,
bei  der  Friedrich-Wilhelms-Schule  zu  Stettin.  Bei  der  Feier  des
25  jährigen  Bestehens  dieser  Anstalt  (15.  Oktober  1865)  von  dem  Kaufmann ­
  E.  R  a  b  b  o  w  nnd  andern  ehemaligen  Schülern  mit  2500  Thlr.
begründet,  führt  sie  den  Namen  der  beiden  Direktoren  der  Anstalt.  Die
Zinsen  sind  mit  f  zu  Studien-Stipendien,  mit  )  zu  Freistellen  für
Friedrich-Wilhelms-Schüler  zu  verwenden.
Sch  ei  dsche  Vermächtnisse.
Rentner  Bernhard  Scheid,  chzu  Leubsdorf  (Neuwied)  1858  mitHintcrlaffung
  eines  Vermögens  von  etwa  100,000  Thlr.,  dotirte  die  Stelle  des
dortigen  Geistlichen  mit  5000  Thlr.,  den  Armen  aber  vermachte  er
4000  Thlr.,  deren  Zinsen  zunächst  an  seine  Haushälterin»  fallen,  später
unter  Zuziehung  des  Geistlichen  an  die  Armen  des  Orts  vertheilt  werden ­
  sollen.  In  Linz  a.  Rh.  besteht  ein  für  die  Armen  bestimmtes  Legat ­
  der  Jungfrau  Elisabeth  Scheid  (f  19.  Juli  1832)  von  1000  Thlr.
        <pb n="612" />
        605

Friede.  Scheil,
Stadtrath  a.  D.  zu  Schweidnitz,  errichtete  1863  u.  A.  mit  einem  Vermachtniß
  von  2000  Thlr.  eine  Stiftung  zu  dem  Zwecke,  um  mit  den
Zinsen  alljäbrlich  eme  unbescholtene  arme  Braut  des  Orts  auszustatten.
Dem  Bürger-Hospital  (s.  d.)  vermachte  er  100  Thlr.,  deren  Zinsen
am  31.  März  jeden  Jahres  an  die  fünf  bedürftigsten  Inquilinen  des
Hauses  vertheilt  werden  sollen.
Karl  Joachim  v.  Scheliha,
Rittergutsbesitzer,  Landrath  a.  D.  auf  Labschütz  (Militsch,  +  18641  te*
gtrte  der  Schule  daselbst  300  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen ­
  zur  Berbesierung  der  Einkünfte  des  jedesmaligen  Lehrers  verwendet
werden  sollen.

v.  Schenckschc  Familien-Stiftung,
von  der  zu  Dönstedt  1864  f  Wittwe  des  Freiherrn  v.  Schenck,  geb.
Gräfin  v.  d.  S  chulen  burg-Ottl  eben,  durch  Testament  aus  ihrem
Nachlaß  errichtet  und  dem  Kreisgericht  in  Neuhaldensleben  zur  Verwaltung ­
  übertragen.  Zur  Theilnahme  an  den  Revenüen  sind  berechtigt
Wittwen,  geschiedene  Frauen  und  nnverheirathete  Töchter,  welche  ihre
eheliche  Abkunft  aus  der  Ehe  des  1732  t  Jacob  v.  Schenck  mit  der
1724  s  Catharine  v.  Kisleben  herleiten.  Ausgeschlofien  sind  nur
die  Nachkommen  der  Sophie  Charlotte  v.  Schenck,  welche  mit  dem
Stlftsprcdiger  Schrader  zu  Schildesche  verheirathet  gewesen  ist.  Aus
.  Hälfte  der  Jahreszinsen  sollen  ordentliche  Stiftsstellen  von
je  Ķ  Thlr.  gebildet  werden.  Einen  Anspruch  auf  diese  Stellen  haen
  ic  oben  genannten  Personen,  die  unverheiratheten  Töchter  nur
dann,  wenn  ihre  Eltern  nicht  mehr  leben  und  wenn  sie  älter  als  30
Jahre  sind.  Alle  brct  Klassen  haben  gleiches  Anrecht;  eö  entscheidet
nur  das  größere  Bedürfniß,  Kränklichkeit,  Gebrechlichkeit,  höheres  Alter
Verloren  gehen  die  ordentlichen  Stiftsstellcn  durch  den  Tod,  durch  bii
Verheirathung,  resp.  Wiederverhcirathung,  und  wenn  die  Berechtigte
aliderswoher  so  viel  Vermögen  erwirbt,  daß  sie  davon  mehr  als  200
Thlr.  jährliche  Revenüen  hat.  Die  zweite  Hälfte  der  Zinsen  wird  zu
außerordentlichen  jährlichen  Unterstützungen  von  30  bis  50  Thlr.  pro
verwendet.  Es  haben  an  denselben  Antheil  die  oben  bezeichneten
Klafsen,  wenn  sie  nicht  m,  Besitz  einer  ordentlichen  Stiftstelle  sich  be-^nben;
  Mahd)»,  bon  ber  biß  gm»  SOftenÖa^
Wenn  mtc,  md)!  iebt  unb  men»  sie  burd;  ben  Slater
on  ban  Stamm  Haupt  Jakob  v.  Schenck  abstammen;  ganz  verwaiste
n\  v^â)en  von  ver  Geburt  bis  zum  30stcn  Jahr,  mögen  sie  durch  den
ater  oder  die  Mutter  ihre  Abkunft  von  Jakob  v.  Schenck  herleiten,
serner  Wittwen  und  geschiebene  Frauen,  selbst  wenn  sic  schon  für  ihre
şirson  an  den  (ordentlichen  oder  außerordentlichen)  Vortheilen  der
Stiftung  Theil  nehmen,  mit  einem  Anspruch  auf  Erziehungsgelder  für
"Ire  Sohne,  bis  zu  deren  15ten  Jahr  und  für  ihre  Töchter,  so  lange  dieelben
  unverheirathet  und  bei  der  Mutter  sind.  Vorzugsweise  bei  Verlyeilnng
  der  außerordentlichen  Unterstützungen  soll  eine'  Unverheirathete
        <pb n="613" />
        606

(jedweden  Alters)  berücksichtigt  werden,  welche,  wenn  sie  vaterlos  ist,
mag  sie  durch  den  Vater  oder  die  Mutter  von  dem  Jakob  v.  Schenck
abstammen,  zum  Zweck  der  Heirath  eine  Aussteuer  von  200  Thlr.  er-,"^au
  v.  Schenck  hinterließ  ferner  a)  der  Kirche  zu  Flechtingen
  1000,  b)  der  Kirche  zu  Dönfiedt  500,  c)  dem  Prediger-Witthum
ju  Flechtingen  400,  d)  dem  Prediger-Witthum  zu  Dönstedt  400  und
^  Kantor-Wittwen  zu  Dönstedt,  Flechtingen,  Wegenstedt  und  Böddcnscll
  je  200  Thlr.
Schenksche  Stipendien.
Die  Verleihung  steht  dem  Magistrat  in  Quedlinburg  zu.  Das  theologische ­
  beträgt  45,  das  juristische  5O  Thlr.  jährlich  (Hermes  11.  240).
Schenkel-Schvllersche  Stiftungen,
von  den  Eheleuten  Kaufmann  Rudolph  Schenkel  zu  Düren  und
Lucia  Katharine  geb.  Schöller  (f  1852)  herrührend.  Sie  schenkten ­
  1833  der  Stadt  ein  neu  erbautes  Badehaus  nebst  Gartcnplatz
unter  der  Bedingung  a)  daß  das  Badehaus  als  solches  insonderheit
auch  für  Arme  erhalten  und  benutzt  werde;  b)  daß  dasselbe  zur  Zeit
ansteckender  Krankheiten  nach  Gutachten  der  Behörden  zum  Lazareth
verwendet  werde;  c)  daß  der  Ertrag  des  Hauses  und  Gartens  nach
Abzug  der  Unterhaltungs-  und  Berschönerungskosten  den  Armen  zu
^ltc  komme,  und  d)  in  dem  Hause  eigeiitliche  Schankwirthschaft  oder
Tanz-Musik  nie  gestattet  werde.  Die  Schenkung,  im  Werthe  von  etwa
4000  Thlr.  ist  von  der  Stadt  unter  den  gestellten  Bedingungen  angenommen ­
  worden.  —  Die  genannten  Eheleute  betheiligtcn  sich  wesentlich ­
  an  der  Gründung  der  jetzigen  Elisabeth-Stiftung  (s.  d.)  zu  Düren. ­
  Sie  übertrugen  (1844)  der  Stiftung  das  ihnen  zugehörige  ehemallge
  Jesuiten-Kollegium  nebst  dem  an  der  Südseite  des  Gebäudes
gelegenen  Garten  und  Nebengebäude  im  Werthe  von  10,000  Thlr.
gegen  eine  jährliche  Leibrente  von  300  Thlr.  Die  verw.  Schenkel
geb.  Schöller  vcrinachte  endlich  1)  den  Armen  zu  Düren  ohne  Unterschied ­
  der  Konfession  10,000  Thlr.  Die  Bedingungen,  wie  dieses
Kapital  zu  verwalten,  sollten  ihre  Brüder  Friedriä)  und  Leopold  Schöller ­
  bestimmen;  2)  der  ev.  reformirten  Gemeinde  einen  zu  Disternich
gelegenen  Ackerhof  nebst  der  Schenkenburg  mit  einer  Fläche  von  473
Morgen  (un  Werthe  von  mindestens  50,000  Thlr.)  und  einem  Garten
bei  Düren.  Diese  Zuwendung  soll  den  Namen  'S  chenkel-S  ch  öllersche
  Stiftung  führen  und  die  Hälfte  des  Ertrages  dem  Kirchen-Fonds,
  die  andere  Halste  dem  Schul-Fonds  auf  ewige  Zeiten  gehören.
Die  Stistcrin  überließ  ihren  Brüdern,  zu  bestimmen,  wie  die  Rcvenüen
dieser  Schenkung  zu  verwenden  seien,  und  drückte  den  Wunsch  aus,  daß
das  geschenkte  Gut  unter  keinem  Vorwände  verkauft  werde;  3)  dem
ev.  reformirten  Kirchen-  und  Schul-Fonds  zu  Düren  4000  Thlr,  von
deren  Rcvenüen  dem  Gustav-Adolph-Verein  jährlich  120  Thlr.  gezahlt
werden  sollen;  4)  zu  einer  Versorgungs-Anstalt  für  alte  fleißige'  brave
Familien  der  Gemeinde  Düren,  die  sich  nie  dem  Trünke  oder  dem  Müssiggange
  ergeben  haben,  Grundstücke  im  Werthe  von  8O,OO0Thlr.  Die
        <pb n="614" />
        seit  1862  ins  Leben  getretene  Anstalt  soll  den  Namen  „Schenkel-Schöllersche
  Versorgungs-Anstalt"  führen,  und  ist  für  arme,  alte,  gebrechliche ­
  oder  arbeitsunfähige  Leute.  Die  Verwaltung  steht  den  Brüdern ­
  der  Ehefrau  Schenkel  für  ihre  Lebensdauer  'uni)  später  dem
Presbyterium  der  ev.  Gemeinde  zu.  Die  Anstalt  nimmt  Pfleglinge
ohne  Unterschied  der  Konfession  auf.  Der  Geh.  Kom.-Rath  Schöll  er
schenkte  ihr  (1864)  zum  Zweck  des  Ankaufs  verschiedene  Grundstücke  im
Werthe  von  5650  Thlr.  —  Noch  vermachten  die  Ehegatten  für  Armen-Zwecke
  zu  Düren  eine  jährliche  Rente  von  400  Thlr.  und  Frau
Schenkel  hinterließ  ihrer  Vaterstadt  Schleiden  mehrere  Legate,  nämlich ­
  dem  ev.  Kirchcn-Fonds  2000  Thlr.,  dem  ev.  Schul-Fonds  2000
Thlr.,  und  den  Armen  der  Stadt,  ohne  Unterschied  der  Konfession
1000  Thlr.  Zu  Gunsten  der  Stadt  Gemünd  legirte  sie  4000  Thlr.  -
nämlich  dem  ev.  Kirchen-Fonds  2000  Thlr.  und  dem  ev.  Schul-Fonds
2000  Thlr.
Sch  ernbeckscheö  Legat,
mit  ursprünglich  150  Thlr.  für  die  Prediger-Wittwen  an  der  St.  Ulrichskirche ­
  zu  Magdeburg  bestimmt;  event,  gelangen  auch  andere  Prediger-Wittwen ­
  der  6  städtischen  Pfarrkirchen  zur  Theilnahme.  Der
Fonds  ist,  namentlich  durch  Verzichtleistung  empfangsberechtigter  Wittwen ­
  auf  ihre  Pension,  zur  Zeit  auf  mehr  als  300  Thlr.  gestiegen.
Schettlersche  Legate.
Wittwe  Rosalie  Schettler  geb.  Feist  (+  1833)  vermachte  der  Stadt
Glatz  1100  Thlr.  zu  milden  Stiftungen.  Die  Zinsen  a)  von  200  Thlr.
foflten  am  Ncujahrstage  jeden  Jahres  an  zwei  verarmte  bürgerliche
Faimllen;  b)  von  200  Thlr.  zur  Unterstützung  armer  kranker  Dienstboten ­
  und  Handwerksburschcn  des  Orts  verwendet  werden;  o)  700  Thlr
zur  Einrichtung  des  damals  im  Entstehen  begriffenen  städtischen  Wai^
senhauses  verwendet  werden.
Frau  v.  Scheve  (geb.  v.  Leckow),
(+  28.  Sept.  1849)  Wittwe  des  Kammergerichts-Präs.  v.  Scheve
setzte  a)  die  Armeu-Direktion  der  Stadt  Berlin  zur  Univcrsal-Erbin
ihres  Nachlaffes  ein  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Revenüen  deffelben,
so  weit  darüber  nicht  von  ihr  selbst  verfügt  worden,  zum  Besten  der
Stadt-Armen  und  verschämten  Hülfsbedürstigen  verwendet  werden  sollen.
Ihr  in  der  Friedrichsstr.  38.  belegenes  Haus  wurde  zu  einer  Stiftung
für  10  unbescholtene  arme,  unverheirathete  Mädchen  von  guter  Familie
adeligen  o.der  bürgerlichen  Standes  bestimmt,  in  welcher  sie  von  ihrem
40sten  Lebensjahre  an  freie  Wohnung,  Holz  und  monatlich  7  Thlr.
beziehen,  dafür  aber  täglich  an  zwei  arme  Kinder  Unterricht  in  Elementar-Kenntttiffen,
  im  Nähen,  Zeichnen  rc.  ertheilen  sollen.  Für  zwei
Exspektantinnen,  welche  außerhalb  der  Anstalt  wohnen,  sind  monatlich
je  6  Thlr.  ausgesetzt;  das  Stiftshaus  ist  in  den  Jahren  1851  u.  1852
neu  aufgebaut.  Die  Erbschaft  im  Ganzen  betrug  nach  Abzug  von
88,100  Thlr.  Legaten  298,995  Thlr.,  worauf  jedoch  oŗûbergehend
noch  einige  Renten  hafteten.  Nach  dem  Ableben  der  von  der  Erblaffe-
        <pb n="615" />
        rin  bestimmten  Pensionaire  ernennt  die  Armen-Verwaltung  andere,  die
eine  jährliche  Pension  von  150Thlr.  beziehen.  —  b)  Frau  v.  Schede
überwies  dem  Pupillen-Kollegium  schon  am  1.  December  1824  1000
Thlr.  in  Staatsschuldscheinen,  deren  Zinsen  zu  einem  Stipendium  auf
2  Jahre  zunächst  für  einen  adeligen,  dann  auch,  falls  solcher  zur  Zeit
der  Erledigung  nicht  vorhanden  wäre,  für  einen  bürgerlichen  Kuranden
des  gedachten  Kollegiums  bestimmt  sind,  der  Jura  studiren  oder  sonst
etwas  Tüchtiges  lernen  will.  Nach  dem  Tode  der  Stifterin,  sollte  die
Kollation  dem  Präsidenten  des  Pupillen-Kollegiums  (jetzt  des  Kammergerichts) ­
  zustehen.
Wittwe  Schieffer,
geb.  Buchholz  zu  Köln  (t  1863)  hinterließ  der  Stadt  mehrere  Vermächtnisse ­
  zu  wohlthätigen  und  gemeinnützigen  Zwecken;  so  dem  Bürger-Spital ­
  zu  Köln  500,  dem  Waiseuhanse  300,  der  Tanbstummen-Anstalt
  600,  der  Stadt  zum  Ankauf  von  Gemälden  für  das  Museum
1200,  zu  gemeinnützigen  Zwecken  5000  Thlr.
Schi  eßsches  Legat.
Der  Bürger  Schieß  zu  Hannover  (t  1818)  vermachte  den  Armen
zu  Thürungen  (Sangerhaufen)  1000  Thlr.  Gold,  wovon  Ländereien
angekauft  und  deren  Reveuüen  an  die  Armen  vertheilt  werden  sollen.
Die  Stiftung  ist  nach  dem  Tode  der  Wittwe  Schieß  (1833)  ins  Leben ­
  getreten.
Aug.  Ludwig  Schif.fer,
Privatmann  zu  Magdeburg  (t  1850)  vermachte  4500  Thlr.  in  Gold
zu  einer  Stiftung,  deren  Revenüen  nach  Ansicht  und  Wahl  der  dem
Armenwesen  vorgesetzten  Behörde  unter  zwei  würdige  Familienväter
jährlich  vertheilt  werden  sollen,  um  durch  eine  kräftige  Unterstützung
zwei  Familien,  die  in  geschäftlicher  Hinsicht,  des  regsten  Fleißes  ungeachtet, ­
  der  Verarmung  entgegengehen,  wieder  aufzuhelfen.  Die  zu  vcrtheilendc
  Summe  beträgt  jährlich  1971  Thlr.  S.  Robrahn-Schiffcrsche
  Stiftung.
Schifser-Wittwenkasse  zu  Memel.
Sie  hat  96  Mitglieder,  welche  feste  Beiträge  zahlen  und  unterstützt  zur
Zeit  31  Wittwen  mit  2,320  Thlr.  jährlich.  Vermögen  8,300  Thlr.
Schiffkesche  Waisen-Stiftung  zu  Breölau,
von  dem  1821  t  Bürger  und  Konditor  Schiffte  begründet.  Das
Kapital  war  durch  den  Hinzutritt  der  Zinsen  bis  1846  auf  28,300
Thlr.  angewachsen,  von  deren  Zinsen  seit  1.  Juli  1847  zunächst  in
einem  gemietheten  Lokale  einige  arme  elternlose  Kinder  unterhalten
wurden.  Ein  Theil  der  Zinsen  wird  ferner  kapitalisirt,  um  die  von
dem  Stifter  beabsichtigte  Gründung  eines  eigenen  Stiftshauses  zu  ermöglichen. ­
  Züchnermeister  Mischok  (t  1859)  legirte  dem  Institut
500  Thlr.
        <pb n="616" />
        609

Schiller-Ştiftung  zu  Berlin.
W
Ñ  -,  icon  t  Schiller-Stiftung  zu  Breslau.
»MW
MW«
ß  v.  Schindel,
" w !  lmb  D°»&amp;gt;»«rr  (t  J»  Sueben  1856),  Besitzer  der  Rittergüter
""ujl.  Laiidbuch
        <pb n="617" />
        610

Ober-  und  Nieder-Schönbrunn,  Lanbaner  Kreises,  vermachte  den  dortigen ­
  Gemeinden  300  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Bestreitung  des  Schulgeldes ­
  für  arme  Kinder  verwendet  werden  sollen.
v.  Schind  e  lsche  Stipendien-Stiftung,
von  dem  früheren  Landes-Aeltestcn  Will).  Otto  Aug.  v.  Schindel
herrührend,  welcher  1)  zwei  Schul-  oder  Universitäts-Stipendien  und
2)  zwei  Stipendien  für  Söhne  armer  Prediger  aus  der  Oberlausitz
begründete.  Genußberechtigt  sind  ad  1.  vorzugsweise  Jünglinge  ans
Oberlausitzer  adeligen  Familien,  nächst  diesen  Obcrlansitzer  Jünglinge
bürgerlichen  Standes,  welche  das  Gymnasium  zu  Görlitz  oder  nach
diesem  eine  Landes-Universität  besuchen;  ad  2.  junge  Leute,  welche  aus
dem  Gymnasium  zu  Görlitz  oder  einer  Universität  studiren.  Die  Verleihung ­
  steht  den  Landständen  der  Oberlausitz  zu.
Otto  Aug.  Ferd.  WiglaS  v.  Schindel,
auf  Schönbrunn  bei  Lauban  (t  1861)  hinterließ  der  Armenkasse  daselbst ­
  1000  Thlr.,  deren  jährliche  Zinsen  an  die  betreffenden  Kranken
und  Armen  vertheilt  werden  sollen.
Schindler,
Großgärtner  zu  Mauer  (Löwenberg)  vermachte  (1859)  der  ev.  Kirche
daselbst  200  Thlr.  und  der  Schule  100  Thlr.  ;  die  Zitlsen  des  letzteren ­
  Kapitals  sollen  für  arme  Schulkinder  verwendet  werden.
Schindlersche  Legatenkaffe  zu  Berlin.
Von  der  verw.  Geh.  Räthin  Schindler  geb.  Bose  1739  gestiftet.
Ein  Legat  von  8000  Thlr.  bezweckt  '  die  Anstellung  der  beiden  vom
Ministerio  der  St.  Nikolai-Kirche  zu  wählenden  Hofgcrichts-  Prediger,
deren  jeder  die  Zinsen  mit  200  Thlr.  jährlich  bekommt.  Ein  Legat
von  1000  Thlr.  bestimmt,  daß  von  den  Zinsen  das  Schindlersche
Erbbegräbnis;  in  der  Nikolaikirche  in  gutem  Zustande  erhalten  wird;
was  von  den  Zinsen  übrig  bleibt,  soll  der  Propst  als  Honorar  erhalten. ­
  Ein  Legat  von  2000  Thlr.  ist  für  den  vierten  Diakonus  an  der
Nikolaikirche  bestimmt.  Ein  Legat  von  2000  Thlr.  ist  für  das  Ministerinm
  derselben  Kirche,  für  seine  Bemühung  bei  der  Verwaltung,
deren  Propst  und  drei  ersten  Diakonen  das  Kuratorium  bilden.  Das
Grundvermögen  betrug  mit  Einschluß  der  Legate  51,000  Thlr.  und
hat  sich  jetzt  um  16,000  Thlr.  vermehrt.  Außerdem  sind  vermacht:
16,000  Thlr.  zu  Stipendien  für  8  Theologie  Stndirende,  jedem  jährlich ­
  die  Zinsen  von  2000  Thlr.,  wobei  die  im  Schindlersche«  Waisenhause ­
  erzogenen  Stndirenden  den  Vorzug  haben  sollen.  6000  Thlr.
zum  Unterhalt  6  armer  Schüler,  sic  inögen  in  Berlin  oder  anderwärts
studiren,  wobei  ebenfalls  die  im  Schindlerschen  Waisenhanse  erzogenen ­
  den  Vorzug  haben  sollen.  10,000  Thlr.  zu  einem  Freitische  für
12  arme  Schüler  im  grauen  Kloster.  Schüler  des  Waisenhauses  gehen
auch  hier  andern  vor.  3000  Thlr.  zu  einer  Armenschule,  worin  24
arme  Kinder  im  Lesen,  Schreiben,  Rechnen  und  in  der  Religion  umsonst ­
  unterrichtet  werden.  Diese  Schule  ijt  eingegangen,  da  die  Kosten
        <pb n="618" />
        611

§&amp;lt;7  %«  i^5H?r2E;
Schindlersches  Waisenhaus  zu  Berlin.
WN
si-  b?»^"/îch  d«"  Studium  widm-n  ,°»u-n;  I-yt-ru  Fall«  Word,N
vw  zu  den  höheren  Klaffen  emes  Gymnasiums  vorbereitet,  und  er-MNZZWW

Schinksche  Familien  Stiftung  zu  Guinbiniien.
Graf  v.  Sch  la  bren  dorffsche  Schul-Stistung.
uunmcbr  ^"tlts  vor  Erbküffcr  verstorben  waren.  Die
Stiştn,,^  ^  "îretcndcil  gesetzlichen  Erben  bestritten  die  Ansprüche  der
WZWWW
39*
        <pb n="619" />
        612

Ober-Präsidenten  der  Provinz  Schlesien  als  Kurator  verwaltet.  Um
die  Fonds,  die  einschließlich  der  angesammelten  Zinsen  den  Betrag  von
350,000  Thlr.  erreichen,  in  einer  den  Intentionen  des  Stifters  gemäßen ­
  Weise  zu  verwenden,  und  der  Stiftung  selbst  die  Vorrechte  von
milden  Anstalten  zu  sichern,  war  es  erforderlich,  die  in  dem  Testamente
zerstreuten  Anweisungen  des  Erblassers  zu  sammeln,  nach  den  jetzigen
Zeitverhältnissen  zu  modifiziren  und  demnächst,  in  ein  Statut  zusammengefaßt, ­
  der  landesherrlichen  Genehmigung  zu  unterbreiten.  Dies  ist
im  Jahre  1858  geschehen,  der  Minister  der  geistlichen  Angelegenheiten
wurde  mittelst  Kabinets  -  Ordre  vom  6.  November  1858  ermächtigt,
das  vom  Ober-Präsidenten  vorgelegte  Statut  zu  bestätigen  und  diese
Bestätigung  erfolgte  unter  dem  25.  Februar  1859.  Nach  diesem
Statut  ist  die  Gras  v.  Schl  abrend  o  rf  f  sche  Stiftung  bestimmt:  1)
zur  Errichtung  und  Dotirung  einer  ausreichenden  Anzahl  guter  Landschulen ­
  auf  den  zum  Fideikommiß  bestimmt  gewesenen,  im  Grünberger
Kreise  belegenen  Kolziger  Gütern  (Bgl.  Kolziger  Landschuleu-Stiftung);
2)  zur  Begründung  und  Dotirung  von  Seminar-Freistellen  und  Waisenstellen
  an  einem  ev.  und  kath.  Schullehrer  -  Seminar  in  der  Provinz
Schlesien;  3)  zur  Begründung  und  Unterstützung  von  Landschulen  auch
außerhalb  der  Kolziger  Güter,  und  vorzüglich  in  der  Nachbarschaft  derselben. ­
  Für  die  zu  3  gedachten  Schulen  werden  die  nöthigen  Fonds  angesammelt. ­
  Vgl.  die  folgenden  Artikel.
Graf  v.  Schlabrendorffsche  Seminar-  und  Waisenhaus-Stiftung  zu
Liebenthal.
Sie  ist  im  Anschluß  an  das  katholische  Schullehrer-Seminar  zu  Liebenthal ­
  (s.  d.)  1864  zur  Ausführung  gekommen  und  es  soll  iu  dem  daselbst ­
  errichteten  und  mit  dem  Seminar  iu  Verbindung  gesetzten  Waisenhause ­
  zwölf  Waisenknaben  freier  Unterhalt  und  die  für  den  Land-Schullehrer ­
  und  Landmanu  im  Sinue  des  Stifters  erforderliche  Erziehung
und  Ausbildung  auf  Kosten  der  Stiftung  gewährt  werden.  Die  Vermehrung ­
  der  Waisenstellen  nach  Maaßgabe  des  vorhandenen  Raumes
ist  zulässig.  In  der  Regel  werden  die  Freistellen  mit  den  tüchtigsten
und  zuverlässigsten  Zöglinge»  der  beiden  oberen  CÜten  des  Liebenthaler
  Seminars  besetzt.  Bei  besonderer  Tüchtigkeit  und  Fähigkeit
können  jedoch  unbemittelte  Präparanden  ausnahmsweise  gleich  bei  ihrem
Eintritt  in  das  Seminar  für  die  Freistellen  in  Vorschlag  gebracht
werden;  namentlich  gilt  diese  Begünstigung  für  diejenigen  Zöglinge
des  Waisenhauses,  welche  sich  in  der  Anstalt  selbst  genügend  zum  Eintritt ­
  ins  Seminar  vorbereitet  haben  und  sich  dem  Schulfach  widmen
wollen.  In  beiden  Fällen  haben  auf  den  Kolziger  Gütern  Geborene
oder  daselbst  Ortsgehörige  bei  sonst  gleicher  Qualifikation  den  Vorzug.
Die  Meldungen  zur  Aufnahme  in  das  Waisenhaus  werden  bei  dem
Direktor  gemacht.  Die  Beköstigung  der  Fundatistcn  und  der  Waisen
erfolgt  aus  der  Seminarküche  nach  einer  bestimmten  Speise-Ordnung.
Die  Waisen  bleiben  bis  zum  vollendeten  14.  Lebensjahre  in  der  Anstalt. ­
  Diejenigen,  welche  sich  zum  Schulfach  eignen,  bleiben  im  Besitz
        <pb n="620" />
        613

ber  Freistellen  auch  nach  der  Zulassung  zur  ersten  Kommunion  und  erhalten ­
  m  der  Präparanden-Klasse  die  für  das  Seminar  nöthige  Vorbildung. ­
  Sie  treten,  sofern  sie  nicht  mit  Zustimmung  ihrer  Vormünder
emen  andern  Beruf  ergreifen  wollen,  als  Fundatisten  in  das  Seminar
cm,  wenn  sie  die  Aufnahme-Prüfung  gut  bestehen,  gegen  ihre  Führung
em  Tadel  vorliegt,  und  die  übrigen  Bedingungen  der  Aufnahme  erfüllt ­
  werden.

Graf  v.  Schlabrendorffsche  Seminar,  und  Waisenhaus.  Stiftung  zu
Eine  selbstständige  Stiftung,  mit  dem  Köuigl.  ev.  Schullehrer-Seminar
zu  Steinau  eng  und  organisch  verbunden  und  unter  die  Leitung  des
Seminar-Direktors  gestellt.  Die  Stiftung  besitzt  kein  besonderes'Verlogen ­
  ,  sondern  ist  ein  Theil  der  großen  Schnl-Stiftung  des  Grafen
w  ^-chlabrendorff.  Sie  wird  durch  Zuschüsse  aus'  dem  Haupt-^tiftungs-Fonds
  im  Betrage  von  4800  Thlr.  jährlich  erhalten.  Das
Waisenhaus  nimmt  28  Waisen  auf:  es  müssen  nach  testamentarischer
-Bestimmung  gesittete,  körperlich  und  geistig  bildungsfähige  und  beourftlge
  Kinder  verdienstvoller  Eltern  sein,  welche  eine  Ausbildung
zu  Lehrern  resp.  zu  gebildeten  Handwerkern  und  Landleuten  (Wirtblchaftsbeamten
  rc.)  erhalten  sollen.

Graf  v.  Schlabrendorffsche  Stiftung  zu  Schlaufe.
Der  Standcsherr  Graf  Stanislaus  v.  Schlabrend  or  ff  (f  1859)
letztwittig  4000  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Bekleidung  armer
chulktnder  aus  den  Dörfern  Schlaufe  und  Olbersdorf  und  aus  den
i  &amp;gt;r  LtandeSherrschaft  Mttnsterbcrg-Frankcnstcin  gehörigen  Ortschaften
verwendet  werden  sollen.  Die  Bekleidung  soll  aus  'den  Zinsen  des
Lüftungs-Kapitals  jährlich  zu  Weihnachten  je  nach  Bedürftigkeit  der
Fluder  und  ohne  konfessionellen  Unterschied  von  den  Erben  'bewirkt
wenn  deren  aber  keine  mehr  vorhanden,  durch  die  Regierung  zu  Breslau
-veftlmmung  getroffen  werden,  wie  dem  Zwecke  der  Stiftung  m  ge-9C11,
  und  welcher  Person  oder  welchen  Personen  die  Verwendung  der
B  ffen  und  die  Auswahl  der  Kinder  zu  übertragen  ist.

g..  Ģräfin  v.  Schlabrendorffsches  Legat  zu  Gröben.
à  '  Ģräfin  v  Schlabrendorff  geb.  v.  Ryssel  (+  1858)
stü^.?^  der  Klrchenkaffe  zu  Gröben  (Teltow)  2000  Thlr.  zur  Unterllutzung
  der  dortigen  Armen.

Schleiermachersche  StifMng,
den  den  Freunden  des^ş  Schleier  mâcher  begründet

Mit

den  w.Z  :  T  le  term  a  cher  l
Ņ  ,  âftcn  einer  moralischen  Person  begabt,  hat  sie  den  Zweck,  junge
Be,si&amp;gt;  ^ ,c  n . ac ^  ä^öftblidjer  philologischer  Vorbildung  unter  den  in
ein  e»,  »  ,  êoļogie  ^tudirenden  sich  vortheilhaft  auszeichnen  und  dabei
ui  vini  •!  r? e4(  îànt  darthun,  so  daß  sie  eine  gegründete  Hoffnung
¡e  ^"glichen  wissenschaftlichen  oder  kirchlichen  Leistungen  geben,  in
Ant?  s-^î"d'"î,  welche  ans  keinen  einzelnen  Theil  und  keine  einseitige
Ussaffung  der  Theologie  beschränkt  werden  sollen,  aufs  Beste  zu  fördern.
        <pb n="621" />
        f  *

TJ

*  '

614

Die  Stiftung  wird  verwaltet  von  einem  ans  fünf  Mitgliedern  bestehenden ­
  Kuratorium,  unter  welchen  wenigstens  zwei  ordentliche  Professoren ­
  der  Berliner  Universität  und  in  der  Regel  zwei  nicht  dazu  gehörende ­
  sich  befinden  müssen.  Das  Stipendiant  ist  zunächst  auf
200  Thlr.  festgesetzt.  Die  Stiftung,  deren  Kapital  sich  1864  auf
8000  Thlr.  belief,  steht  unter  Ober-Aufsicht  des  Ministeriums  der
geistlichen  Angelegenheiten,  doch  bleibt  dem  Kuratorium,  an  dessen  Spitze
zur  Zeit  Prediger  Sydow  steht,  die  Verfügung  über  die  Einkünfte
ohne  Einmischung  irgend  einer  Behörde  allein  überlassen.  Unter  den
zum  Genuß  des  Stipendiuins  sich  eignenden  jungen  Männern,  wozu
von  jedem  Mitglied  des  Kuratoriums  zwei  Kandidaten  vorgeschlagen
werden  können,  wird  das  Stipendium  als  Preis  demjenigen  ertheilt,
welcher  eine  auf  die  von  Schleicrmacher  vorzugsweise  mit  Liebe
und  Erfolg  behandelten  Studien,  auch  etwa  nach  Umständen  speziell
auf  sein  Wirken,  sein  Leben  und  seine  Schriften  sich  beziehende  Aufgabe ­
  am  gelungensten  löset.
Schlesische  Gesellschaft  für  vaterländische  Kultur  zu  Breslau.
Einer  der  ältesten  Vereine  des  Staats,  um  das  Jahr  1804  begründet.
Sie  zerfällt  in  zahlreiche  Sektionen  je  nach  den  zu  behandelnden  Gegenständen ­
  ;  18§-ì  waren  294  einheimische,  96  auswärtige  wirkliche,  44
Ehren-  und  222  korrespondirende  Mitglieder  vorhanden.  Die  Gesellschaft ­
  hat  ein  Effcktiv-Vcrmögen  von  5200  Thlr.  und  der  jährliche ­
  Einnahme-  und  Ausgabe-Etat  beläuft  sich  auf  2400  Thlr.
Schlesische  Stiftung  zn  Erfurt.
Sie  hat  ein  Kapital  von  950  Thlr.;  die  Zinsen,  zur  Unterstützung
armer  katholischer  Knaben  bestimmt,  sollen  vorläufig  zur  Vermehrung
des  Kapitals  bis  auf  2000  Thlr.  dienen.
Schlesischer  Forst-Verein.
1841  begründet,  bezweckt  er  nach  dem  Regulativ  vom  1.  Oktober
1855  unter  dein  Namen  einer  „Waldbau-Unterweisung,"  Forstlehrlingen,
Forst-Schtttzbeanlten,  Forst-Arbeitern  rc.  Gelegenheit  zu  geben,  sich  mit
denjenigen  Kultur-Methoden  durch  eigene  Anschauung  und  thätige
Theilnahme  praktisch  bekannt  zn  machen,  welche  in  anderen  Revieren
zur  Anwendung  kommen,  oder  welche  neu  erstehen.  Die  Meldungen
geschehen  bei  den  Oberförstern:  bedürftige  Lehrlinge  können  eine  Unterstützung ­
  erhalten.  Der  Präses  des  Vereins,  Ober-Forstmeister  v.
Pannewitz,  gründete  zugleich  einen  Sterbekassen-Verein  schlesischer
Forstbeamten,  der  1864  ein  Vermögen  von  7265  Thlr.  hatte.
Schlesischer  Freikuxgelder-FondS.
Er  hat  nach  der  Ordre  vom  9.  März  I860  (Gef.-Samml.  S.  48)
die  Bestimmung:  den  Bergleuten,  welche  ständige  Mitglieder  des  Riederschlesischen
  oder  des  Oberschlesischen  Knappschafts-Vereines  sind,  freien
Schttl-Uuterricht  für  ihre  schulpflichtigen  Kinder  zn  gewähren  und  die
kirchlichen  und  Schul-Einrichtungen  in  den  Bergbau-Distrikten  der
Provinz  Schlesien  zu  fördern.  Die  Einnahmen  bestehen  1)  in  dem
        <pb n="622" />
        615
Ertrage  der  zur  Unterhaltung  der  Kirche  und  Schule  nach  der  Schlesischen ­
  Berg-Ordnung  vom  5.  Juni  1769  frei  zu  bauenden  zwei  Kuxe
von  allen  Bergwerken  in  der  Provinz  Schlesien,  soweit  sie  dem  Bergregal ­
  unterworfen  und  in  dem  Rechtsgebiete  der  gedachten  Berg-Ordnung ­
  belegen  sind;  2)  in  Kapitalzinsen  und  zufälligen  Einnahmen.
Die  Ausgaben  bestehen  1)  in  dem  Schulgelde  für  die  Kinder  der
ständigen  Knappschafts-Genossen,  oder  den  von  letztern  zur  Unterhaltung
des  Lehrers  zu  entrichtenden  direkten  Schulbeiträgen,  soweit  diese  Schulgelder ­
  und  Schulbeiträge  nicht  durch  die  Schulgelder-Beihülfe  gedeckt
werden,  welche  von  den  beiden  Knappschafts-Vereinen  statutenmäßig
mit  6  Sgr.  vierteljährlich  für  jedes  schulpflichtige  Kind  gewährt  wird;
2)  in  einmaligen  oder  fortlaufenden  Bewilligungen  für  Kirchen-  und
Schulzwecke;  3)  in  den  Berwaltungskosten.  Zur  Bildung  eines  Reservefonds ­
  werden  neben  dem  aus  Borjahren  vorhandenen  Bestände
10  pCt.  der  jährlichen  Einnahme  so  lange  verwendet,  bis  letzterer  die
Höhe  von  50,000  Thlr.  erreicht  hat.  Wird  derselbe  durch  ein  entstehendes ­
  Deficit  unter  den  Betrag  von  50,000  Thlr.  verringert,  so  findet
wieder  die  vorbcstimmte  Zurücklage  bis  zur  erfolgten  Ergänzung  auf
diesen  Betrag  statt.  Die  Verwaltung  des  Freikuxgelder-Fonds  und  die
Rechnungslegung  erfolgt  durch  das  Ober-Bergamt.
Schlesischer  Bercin  der  Freiwilligen  zu  Breslau.
Seine  Statuten  erhielten  unter  dem  2.  Mai  1843  die  Königliche  Bestätigung ­
  und  der  Bercin  Korporations-Rechte.  Der  Verein  unterstützt
1)  Freiwillige,  welche  bis  an  ihren  Tod  Mitglieder  des  Vereins  gewesen ­
  sind,  sowie  deren  Wittwen  und  eheliche  Abkömmlinge.  Mitglieder,
welchen  der  Vereinsbcitrag  erlaßen  ist.  deren  Wittwen  und  eheliche
Nachkommen  haben  dieselbe  Berechtigung.  Sind  Bewerber  dieser  Art
nicht  vorhanden,  so  sind  ferner  berechtigt;  2)  Freiwillige,  welche  zwar
Mitglieder  des  Vereines  gewesen,  aber  vor  ihrem  Ableben  ausgeschieden
sind,  sowie  deren  Wittwen  und  eheliche  Nachkommen.  Nächst  diesen
sind  berufen  3)  Freiwillige  aus  den  Kriegsjahrcn  1813—1815,  im
Besitze  der  Preußischen  Kriegsdenkmttnze  für  Kombattanten,  welche  nicht
Mitglieder  des  Vereins  gewesen,  sowie  deren  Wittwen,  Kinder  und
und  weitere  Abkömmlinge.  Sind  auch  solche  nicht  angemeldet,  so  sind
berechtigt  4)  invalide  vaterländische  Krieger,  sowie  deren  Wittwen
Kinder  ersten  Grades.
Schlesischer  Bercin  zur  Heilung  armer  Attgenkrankeu.
Ein  Verein,  der  in  Breslau  seit  1852  eine  stabile  Anstalt  gegründet
hat,  die  sich  größtentheils  durch  fortlaufende  Beiträge  von  Kreisen,
Städten  und  einzelnen  Wohlthätern  erhält  und  mit  allem  Nöthigen
versehen  und  ausgerüstet,  zahlreichen  Kranken  eine  ausreichende  Verpflegung ­
  gewährt.  Die  Augen-Heilanstalt  befindet  sich  Kirchgaffe  16,
die  Ordination  ist  unentgeltlich  für  unbemittelte  Augenkranke.  Sanitäts-Rath
  Dr.  Viol  ist  seit  Gründung  des  Vereins  Arzt  der  Anstalt,
und  diese  hat  ein  Vermögen  von  8000  Thlr.  Bermächtniß  von  200
Thlr.  des  Partikulier  Oswald  zu  Schmolz  (1862).
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        616

Schlesischer  Verein  zur  Unterstützung  landwirthschaftlicher  Beamten.
Am  1.  Juli  1861  zu  Breslau  für  Schlesien  unter  dem  Protektorat
des  Kronprinzen  begründet,  hat  dieser  Verein  die  Aufgabe,  Beamten,
welche  brodlos  geworden  sind,  eine  andere  Stellung  zu  verschaffen'
ihnen  während  der  Dienstlosigkeit  eine  Gcldunterstütznng,  oder  sofern
sic  wegen  Invalidität  oder  Alter  nicht  mehr  dienstfähig  sind,  eine
Pension  zu  geben  und  endlich  ihre  Wittwen  und  Waisen  zu  unterstützcn.
  Die  Mitglieder  zerfallen  in  wirkliche,  in  außerordentliche,  in
Ehremmtglieder  und  in  Ehren-Patrone.  Wirkliche  Mitglieder  sind
f  andwirthschastsbeamtc  jeder  Charge,  die  einen  laufenden  Geldbeitrag
von  lahrlich  mindestens  4  Thlr.  zahlen.  Außerordentliche  Mitglieder
sind  diejenigen  Landwirthschaftsbeamten,  welche  bei  ihrem  Eintritt  in
den  Verein  keine  Stellung  haben.  Sie  áten  den  wirklichen  Mitgliedern ­
  zu,  sobald  sie  eine  solche  erhalten  haben.  Ehrenmitglieder
werden  diejenigen  Personen,  welche  zur  Bethätigung  ihres  Wohlwollens
gegen  den  Verein  einen  jährlichen  Beitrag  von  mindestens  4  Thlr.  oder
einen  einmaligen  Beitrag  von  50  Thlr.  gewähren.  Ehrenmitglieder,
welche  einen  einmaligen  Beitrag  von  nlindcstens  100  Thlr.  an  den
Verein  zahlen  oder  ein  Beamten-Asyl  stiften,  werden  Ehren-Patrone
genannt.  In  diesen  Vereins-Asylen  finden  cmeritirte  und  invalide  Beamte ­
  dauernd,  anderweitige  brodlose  Beamte  zeitweise  Aufnahme.  Die
Orundttng  dieser  Asyle,  die  aus  einer  oder  mehreren  mit  geeigneten
wohnlichen  Räumen  versehenen  kleinen  Wohnungen  nebst  dazu  gehörigen
Gärten  und  Feld  bestehen  sollen,  ist  hauptsächlich  dem  Wohlwollen  der
größeren  Grundbesitzer  in  den  betreffenden  Kreisen  anheimgestellt.  Das
Gesammtvermögeu  des  Vereins  belief  sich  1863  auf  31,000  Thlr
Der  Verein  zählte  1862  34  Ehren  Patrone,  458  Ehrenmitglieder^
1706  außerordentliche  und  wirkliche  Mitglieder,  zusammen  2198.  Die
Untcrstützuyg  durch  Stellennachweis  und  Bermittelung  hat  einen  sehr
ausgedehnten  Umfang  erreicht.  Pis  Ende  1862  waren  in  die  Liste
277  Anwärter,  darunter  97  verheirathete  und  180  unvcrheirathetc,
aufgenommen  worden.  Hiervon  wurden  wieder  179  untergebracht,  und
jtmir  45  verheirathete  und  134  nnverhcirathete  und  es  blieben  am
Jahresschluß  in  den  Listen  als  noch  zu  placiren  52  verheirathete  und
46  unverheirathcte  notirt.  Vgl.  Koppe-Stiftung.
Schlesisch-katholischer  HauptSchulFonds.
Er  wird  bei  der  Regierung  in  Breslau  verwaltet  und  hat  eine  jährllche
  Einnahme  von  60,750  Thlr.  die  zu  Unterrichts-Zwecken  verwendet ­
  wird.  Zn  Stipendien  und  Unterstützungen  katholischer  Schüler
sind  ausgeworfen  8400  Thlr.
Schlesischer  VikariatS-Fondö.
s.  Land-Dotations-Fonds.
Balthasar  v.  Schlieben,
Schloßhanptmann,  stiftete  1633  ein  Stipendium  für  Söhne  von  Geistlichen ­
  und  armen  Bürgern.  Es  wird  verliehen  auf  3  Jahre,  nach
        <pb n="624" />
        fil  7

Umständen  noch  länger.  Die  Berleihnng  steht  dem  Magistrat  in  Berlin
zu  und  das  L-tipcndiuln  beträgt  31  Thlr.
v.  SchlieffenscheS  Hospital  zu  Kolberg,
rine  Stiftung  aus  dem  Jahre  1031  für  arme  und  hülfsbedürftiqe  Person- ­
  Vorsteher  der  Stiftung  ist  der  Senior  der  Familie  von
General.Meute,mnt  Graf
Hemrich  Wilhelm  v.  Schliessen  errichtete  mit  50000  Thlr  ein
Familien-Fidcikommiß,  in  welches,  nach  dem  Abgänge  der  rum  Genus
berufenen  Familien  das  Hospital  fubstituirt  ist.  Die  Aufsicht  über
die  Stiftung  führt  das  Appellations-Gericht  zu  Köslin.
Gräfin  v.  Schlipp  en  bachiche  Schlußnacht  Stiftung,
von  der  Gräfin  v.  Schlippenbach  auf  Wingendorf  (Lauban)  I860
begründet.  Sie  überwies  der  evang.  Kirche  daselbst  120  Thlr.  zur
Abhaltung  eines  Gottesdienstes  am  Sylvester-Abend.  Von  den  Zinsen
soll  der  Ortsgeistlichc  2  Thlr.,  der  Kantor  1  Thlr.  erhalten,  und  das
Uebrigc  zur  Anschaffung  der  nöthigen  Beleuchtung  und  für  andere  zur
Abhaltung  dieser  Andacht  erforderliche  Kosten  verwendet,  die  Stiftung
aber  „Gräfin  v.  Sch  li  pp  c  nb  a  ch  schc  Schlußnacht-Stiftung"  benannt
werden.
Schlochaner  NnterstütznngS-Verein.
Bei  dem  I860  zur  Abhülfe  des  Nothstandes  im  Schlochaner  Kreise  gebildeten ­
  Unterstützungs-Verein  waren  im  Ganzen  31,710  Thlr.  cingegaugcit
  und  davon  7230  Thlr.  nicht  verwendet.  Dieses  Kapital  sollte
pupillarisch  sicher  angelegt  und  aus  den  jährlichen  Zinsen  a)  eine
Borschnfikassc  ju  Keimn,  50  Thlr.  nicht  übersteigenden  Raten,  b)  eine
Sparkasse  für  möglichst  kleine  Ersparnisse  angelegt  und  dieselben  ganz
besonders  den  Bewohnern  der  damals  heimgesuchten  Gegend  (Kirchspiele ­
  Borzyskowo  und  Flötenstein  mit  etwa  10,000  Einwohnern)  rufiänglich
  und  Nutzen  bringend  gemacht  werden.
Schl  om  an  scher  Fonds.
Laurentius  Sch  loman,  Pastor  zu  Wittenberg  legirte  500  9%  fl.  (4371
£f)lr.),  vorzugsweise  für  einen  Studirendcn  aus  seiner  Familie.  Das
Stipendium  wird  in  der  Regel  ans  drei  Jahre  verliehen,  kann  aber
auch  auf  ein  viertes  Jahr  gewährt  werden.  Die  Kollation  hat  die
Wittenberger  Stiftungs-Verwaltung  bei  der  Universität  Halle-Wittcnbkrg.
  Das  Kapital  hat  sich  ansehnlich  vermehrt.
Schloß  Prediger  Wittwen  Unterstlltznngs  Fonds  zu  Königsberg.
Derselbe  besteht  aus  &amp;lt;»700  Thlr.,  deren  Zinsen  ihre  bcstiinrnungsmäßige
Verwendung  finden.
Şchluiinssche  Stiftung.
Die  Geh.  Kommcrzicn-Räthin  Schlutius  geb.  Wahl  zu  Breslau
(ş  1831)  setzte  20,000  Thlr.  aus,  deren  Zinsen  an  20  arme  Kauf-»lanns-Wittwen
  vertheilt  werden  sollen.  Die  Verwaltung  des  Legats
şieht  den  Kaufmanns-Aeltesten  zu  (s.  Verein  christlicher  Kaufleute.)
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        ,arami'

618

AvV

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Ioh.  Heinr.  Schmager,
Kaufmann  zu  Magdeburg,  bestimmte  im  Jahre  1800  von  einem  der
heil.  Geistkirche  vermachten  Kapitale  von  1000  Thlr.  Gold  3pCt.  für
die  Prediger-Wittwen  dieser  Kirche.  Fehlt  es  an  dergleichen  Wittwen,
so  bezieht  die  Kirche  die  Zinsen.

33&amp;gt;

H

Ş  ch  ma  lw  a  ssersche  Stiftung  zu  Tltweiler.
Bon  dem  1808  zu  Wien  t  Sch  Nt  alwa  sser  begründet,  welcher  seiner
Vaterstadt  Ottweilcr  12,000  Gulden  vermachte  und  dabei  bestimmte,
daß  von  den  Zinsen  am  1.  November  jeden  Jahres  100  Gulden  an
Hansarme  der  Stadt  vertheilt  werden  sollten;  50  Gulden  sind  jährlich
zur  Bestreitung  des  Schulgeldes  für  Kinder  armer  Eltern  zu  verwenden ­
  und  300  Gulden  sollen  ein  Stipendinul  für  solche  Knaben  des
Orts  bilden,  die  in  der  Elementar-Schule  am  fähigsten  im  Schreiben
und  Rechnen  befunden  werden  und  den  Großhandel  erlernen,  oder  sich
den  Wissenschaften  widmen  wollen.  Das  Stipendium,  welches  jetzt
150  Thlr.  beträgt,  wird  den  Betheiligten  ans  4  Jahre  verabreicht.  —
Der  Ueberrest  der  Zinsen  soll  theils  den  Hausarmen  zu  Gute  kommen,
theils  zur  Vergrößerung  des  Stiftungs-Kapitals  verwendet  werden.  Die
Verwaltung  der  Stiftung  ist,  unabhängig  von  der  Gemeinde-Behörde,
einer  besonderen  Kommission  unter  dem  Vorsitz  des  ersten  evang.  Geistlichen ­
  des  Orts  anvertraut.
Sch  ni  alz  scher  Freitisch  Fonds  zu  Berlin.
Er  hat  seinen  Namen  von  dem  Geh.  Jnstizrathe  und  Prof.  Schmalz,
welcher  denselben  1818  begründete  und  aus  den  Ertrag  einer  Vorlesung
und  ein  Kapital  von  2400  Thlr.  fundirte.  Dieses  Kapital  ist  später
durch  milde  Beiträge  vergrößert  worden.  Die  Verwaltung  des  Fonds
steht  dem  Rektor  und  Senat  der  Universität  zn.
Schm  ceke,
Senator  zu  Zielenzig,  vermachte  zum  Besten  der  dortigen  Schulen  500
Thlr.  S.  auch  Hospital  zn  Zielenzig.
S  ch  m  e  i  »  t,
Vikar  zu  Bocholt,  verfügte  (1832)  n)  zwei  Beneficia  curata  bei  der
dortigen  katholischen  Pfarrkirche,  ein  jedes  zu  einer  jährlichen  Rente  von
350  Thlr.  und  vorzugsweise  für  Verwandte  des  Stifters;  b)  ein  Studien-Stipendium
  von  jährlich  50  Thlr.  gleichfalls  vorzugsweise  für
Verwandte  des  Stifters;  c)  zwei  Leibrenten  für  dürftige  Eheleute,
Wittwen,  ebenfalls  wieder  vorzugsweise  aus  der  Familie  des  Stifters,
bestehend  in  freier  Wohnung  nebst  Garten  und  18  Thlr.  jährlich  für
jeden.  Da  zur  Erfüllung  dieser  Dispositionen  eine  jährliche  Revenüe
von  786  Thlr.  nöthig  gewesen  wäre,  der  Nachlaß  aber  nur  555  Thlr.
jährlich  gewährte,  so  haben  die  Stiftungen  eine  Reduktion  erfahren
müssen.
Bürgermeister  Schmidt  sche  Armen-Stistimg
in  Schwedt,  mit  730  Thlr.  Kapital.  Die  Zinsen  stehen  zur  Verfügung ­
  des  Bürgermeisters,  welcher  sie  an  Arme  vertheilt.
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        _^6Î9
Ernst  Sam.  Schmidt,
Partikulier  zu  Schönberg  (Lauban),  hinterließ  (1858)  der  Ştadt-Komimmc
  Schonberg  1000  Thlr.  :  die  Zinsen  von  500  Thlr.  sollen  alljährlich ­
  an  seinem  Todestage  an  verdiente  Stadtarme  vertheilt  werdenüber
  die  Verwendung  der  Zinsen  der  andern  500  Thlr.,  ist  die  Beschlußfassung ­
  dem  Magistrate  und  den  Stadtverordneten  überlasten.
Harry  Schmidt,
Kaufmann  aus  London,  schenkte,  weil  er  einen  Lehrling,  einen  sehr
tüchtigen  Menschen,  gehabt,  der  der  französischen  Sprache  'nicht  mächtig
war,  1856  dem  Friedrichs-Waisenhansc  in  Berlin  100  Pfd.  Sterling
imi  damit  15  Zöglinge  des  Waisenhauses  in  der  französischen  Sprache
unterrichten  zu  lasten.
Joh.  Fr.  Schmidt,
Rentier  zu  Halle  (t  1853),  vermachte  der  Stadt  10,000  Thlr.  mit
der  Auflage,  die  Zinsen  davon  so  zu  verwenden,  daß  dieselben  den
Instituten  überwiesen  würden,  welche  mit  privaten  Mitteln  am  Orte
wohlthätige  Zwecke  verfolgen.
!&amp;gt;&amp;gt;'.  Joh.  Karl  Fr.  Schmidt,
Regimentsarzt  a.  D&amp;gt;,  zu  Königsberg  in  Preußen,  schenkte  seiner  Vaterstadt
  Wittstock  1000  Thlr.,  um  damit  eine  Stiftung  unter  dem  Namen
„Regimentsarzt  Dr.  Johann  Karl  Friedrich  Schmidtsche  Stiftung  für
Gewerbtreibende  in  Wittstock"  zu  begründen.  Bon  den  aufkommenden
Zinsen  soll  für  immer  die  eine  Hälfte  dem  Kapitale  zugeschlagen,  die
andere  Hälfte  verwendet  werden.  Wenn  die  dem  Kapitale  zuzuschlagenden ­
  Zinsen,  mit  Hinzurechnung  des  ursprünglichen  Stiftungs-Kapitals ­
  auf  10,000  Thlr.  angewachsen  sind,  ist  der  Magistrat  berechtigt,
die  Hälfte  der  davon  fernerweit  aufkommenden  Zinsen  zur  Gründung
einer  neuen  wohlthätigen  Stiftung,  welche  aber  ebenfalls  den  Namen:
„Regimentsarzt  Dr.  Schmidtsche  Stiftung"  führen  muß,  so  lange  zu
verwenden,  bis  auch  diese  auf  ein  Kapital  von  10,000  Thlr.  angewachsen
ist.  Ueber  die  Grundsätze,  nach  welcher  diese  neue  Stiftung  einzurichten ­
  und  zu  verwalten  und  wie  deren  Revenüen  zu  verwenden,  hat  sich
der  Magistrat  mit  der  Stadtverordneten-Bersaminlnng  zu  benehmen.
Zweck  der  Stiftung  ist,  denjenigen  Einwohnern  der  Stadt  Wittstock,
welche  ein  rein  producirendcs  Gewerbe  betreiben,  im  Falle  unverschuldeter ­
  Noth  dergestalt  zu  Hülfe  zu  kommen,  daß  sic  in  den  Stand  gesetzt ­
  werden,  ihr  bisheriges  Gewerbe  fortzusetzen  oder  demselben  einen
größeren  Umfang  zu  geben.  Zur  Erreichung  dieses  Zweckes  sollen  die
aufkommenden  Zinsen  alljährlich  für  immer  zur  einen  Hälfte  zu  zinsfreien ­
  Borsch  ästen  an  Gewerbtreibende  des  Orts  verwendet  werden.
Die  Vorschüsse  dürfen  nicht  unter  5  und  nicht  über  l  00  Thlr.  betragen,
und  müssen  nach  Ablauf  der  Zeit,  für  welche  sie  geleistet  worden,  zurückgezahlt ­
  werden.  Bei  nicht  prompter  Zahlung  muß  der  Vorschnßnehmcr
den  Vorschuß  vom  Verfalltage  ab  mit  5  pEt.  verzinsen.  Der  Vortheile ­
  der  Stiftung  sollen  im  Allgemeinen  nur  diejenigen  Einwohner
        <pb n="627" />
        620

theilhaftig  werden  :  a)  welche  seit  3  Jahren  ein  producirendcs  Gewerbe
selb&amp;gt;t&amp;gt;tändig  betrieben  haben  und  auch  ferner  sortbetreiben  wollen;  b)
welche  einen  unbescholtenen  Lebenswandel  geführt  und  ihre  hülflosc
Lage  nicht  selbst  durch  Trägheit,  unangemessenen  Aufwand,  Spielsucht,
Trunksucht  oder  andere  Laster  herbeigeführt  haben;  c)  welche  sich  nicht
un  Genusse  außerordentlicher  Unterstützung  befinden;  d)  welche  für  den
beantragten  Vorschuß  entweder  ein  genügendes  Unterpfand  oder  einen
sicheren  Bürgen  stellen  können.  Der  Magistrat  ist  berechtigt,  in  allen
nach  seniem  Ermessen  dazu  angethanen  Fällen  auch  Vorschüsse  ohne
Sicherheits-Bestellung  zu  bewilligen,  wenn  nach  dem  persönlichen  Charakter
  des  Borschnßsnchers  und  seinen  Verhältnissen  ein  Verlust  nicht
zu  befürchten  ,st  und  wenn  drei  Viertheile  der  Magistrats-Mitglieder
dafür  stimmen.  Die  Stiftung  hat  am  29.  Juni  1857  die  landesherrliche ­
  Genehmigung  erhallen,  wobei  jedoch  bestimmt  ist,  daß  der  stiftnngsgemäß
  verzinslich  ansznleihende  Kapital-Fonds  die  Summe  von
30,000  Thlr.  nie  überschreiten  darf  und  daß  für  den  Zeitpunkt,  wo
dieser  Betrag  erreicht  sein  wird,  der  kompetenten  Staats-Behörde  die
Abänderung  der  materiellen  Bestimmungen  der  Stiftungs-Urkunde  über
Ansammlung  und  Verwendung  der  aufkommenden  Zinsen  vorbehalten
bleibt.
Schmidt  sche  Stiftung  zu  Königsberg.
Von  dem  obengedachten  Dr.  Schmidt,  Regimentsarzt  a.  D.  zu  Königsberg ­
  i.  Pr.,  mittelst  Urkunde  vom  5.  Oktober  1855  zum  Besten
der  Gewerbetreibenden  dortiger  Stadt  errichtet.  Die  Zinsen  eines
Kapitals  von  3000  Thlr.  sollen  zu  zinsfreien  Darlehncn  an  Gewerbetreibende ­
  (Schanker  und  Handeltreibende  ausgenommen),  welche  durch
Unglücksfälle  und  nicht  durch  eigene  Schuld  in  Verlegenheit  gerathen
sind,  verwendet  werden.  Von  bm  zurückgezahlten  Vorschüssen  soll  die
Hälfte  jedesmal  zum  Kapital  gcschlageit  werden,  bis  letzteres  die  Höhe
von  50,000  Thlr.  erreicht.  ,  fi :  -nr  •
Karl  Gottsr.  Ferd.  Schiüidt,
Kommerzicnrath  (+  zu  Görlitz  1854),  rief  schon  bei  Lebzeiten  mehrere
gemeinnützige  Stiftungen  ins  Leben  (s.  Gcfindcbelohnungs  -  Fonds
Görlitzcr  Stiftung  zur  Gewährung  von  Darlehnen  rc.).  Schließlich
setzte  er  der  Stadt  zn  einer  Anstalt  für  Blinde  10,000  Thlr.,  für  die
Anstalt  zur  Besserung  verwahrloster  Knaben  2000  Thlr.,  zu  verschiedenen ­
  wohlthätigen  Zwecken,  namentlich  zu  einer  Stiftung  zur  Prämiirung
  treuer  Dienstboten  und  zur  Unterstützung  verarmter  Tuchmacher
6000  Thlr.,  zn  Schnl-Prämien  und  resp.  zu  einem  Volksschulfeste
2000  Thlr.  aus;  die  letztere  Summe,  indem  der  Testator,  ein  Menschenfreund, ­
  schon  bei  Lebzeiten  sich  eine  Freude  daraus  gemacht  hatte,  die
Zöglinge  der  Volksschulen  zu  prämiircn  und  ihnen  jährlich  ein  Fest  zn
bereiten.
Mathias  Schmidt,
Rentier  zu  Köln  (f  1843)  leg  irte  der  Armen-Schule  der  Pfarre  zu
St.  Aposteln  4000  Thlr.,  deren  Anfall  erster  später  eingetreten  ist.
        <pb n="628" />
        621

Die  Zinsen  sollten  halb  zur  Bekleidung  der  zur  ersten  Kommunion
gehenden  armen  Kinder,  halb  für  Schulzwecke  verwendet  werden.
Pankratius  Schmidtsche  Stiftung,
zu  Stipendien  für  studircnde  Söhne  der  Stadt  Wanzleben.  Das
jährliche  Einkommen  beträgt  etwa  230  Thlr.  und  wird  unter  die  Stipendiaten ­
  zu  gleichen  Theilen  vertheilt.  Die  Verleihung  steht  dem
Magistrat  zu.  (Hermes  II.  74.)
Paul  L  chmidt,
Brauer,  setzte  (1603)  2000  Thlr.  aus  zu  Universitäts-Stipendien
„für  gemeine  arme  und  guter  Bürger  Kinder  in  der  alten  Stadt
Magdeburg,  und  sollen  dieselben,  so  in  der  St.  Ulrichs-Pfarre  dazu
qualifizirt,  den  Vorzug  haben,  sollen  es  aber  nicht  länger  als  drei  Jahre
lang  haben  und  geniesten."  Das  Präsentations-Recht  steht  seit  1809
dem  Magistrat,  das  der  Bestätigung  der  Königl.  Regierung  zu.  Das
Kapital  beträgt  zur  Zeit  2100  Thlr.';  von  den  jetzt  aufkommenden
Zinsen  werden  zwei  Stipendien  L  35  Thlr.  auf  I  bis  3  Jahre  verliehen. ­

Valentin  Schmidt,
Direktor  emeritus,  Professor,  erwies  sich  dem  Köllnischen  Real-Gymnasium ­
  zu  Berlin,  an  welchem  er  50  Jahre  gearbeitet,  vielfach  als  besonderer ­
  Wohlthäter.  Vom  l.Mai  1836  ab  verzichtete  er  zum  Besten
des  Gymnasiums  auf  fast  }  seiner  aus  13241  Thlr.  bestehenden  Pension ­
  ,  behielt  nur  400  Thlr.  und  verordnete,  daß  aus  dem  Reste  ein
Fonds  für  die  Anstalt  gebildet  werde.  Bei  seinem  Tode  (1838)  betrug ­
  dieser  Fonds  nahe  an  1000  Thlr.,  und  er  erhielt  die  Bestimmung, ­
  ein  Stipendien-Kapital  für  Studircnde  zu  bilden,  die  von  dem
Köllnischen  Gymnasium  zur  Universität  entlasten  würden  (jetzt  1280
Thlr.)  Ferner  bestimmte  Schmidt  2000  Thlr.  zu  einem  Geschenk
für  die  ordentlichen  Lehrer  des  Gymnasiums  nnd  die  drei  ältesten
Hülfslehrer,  und  ferner  2O00Thlr.  (jetzt  2875  Thlr.)  zu  einem  Fonds,
dessen  Zinsen  jährlich  bei  Gelegenheit  der  öffentlichen  Prüfung  an  zwei
fleißige  Schüler  der  drei  oberen  Klassen  als  Stipendien  verliehen  werden ­
  sollten,  wenn  sie  das  Gymnasium  verlassen,  um  sich  einem  Gewerbe ­
  zu  widmen.
Schmidtsche  Kleinkinderbewahr^Anstalt  zu  Kelbra.
ein  selbstständiges,  von  dem  +  Advokaten  Schmidt  gegründetes  Institut, ­
  das  eil,  Wohnhaus,  70  Morgen  Land  und  1300  Thlr.  Kapital
besitzt  und  100  Kinder  bei  zum  Theil  unentgeltlichem  Mittagstisch  aufnimmt. ­
  Die  Aufsicht  steht  dein  Geistlichen  und  dem  Magistrat  in
Kelbra  zu.
Schmidtsche  Stiftung  zn  Bitterfeld.
Tuchfabrikant,  Rentier  Schrnidt  (ş  I860)  hinterließ  der  Stadtgemeinde ­
  Grundstücke  im  Werthe  von  1500  Thlr.,  welche  veräußert  und
deren  Zinsen  dazu  verwendet  werden  sollten,  armen  und  hülfsbedürftigen
        <pb n="629" />
        622

Kindern  unentgeltlichen  Unterricht  in  den  städtischen  Schulen  und  sonstigen ­
  Anstalten  zu  ertheilen.
Sch  mi  bische  Stiftung  zn  Lüben.
Die  1837  zu  Lüben  f  verw.  Post-Direktor  Schmidt  geb.  Oertel,
setzte  2000  Thlr.  für  arme  Bllrgcr-Witcwen  und  verarmte  Bürger
daselbst  aus.  Die  Zinsen  des  Kapitals  sollen  halbjährlich  an  10  dergleichen ­
  Arme  vertheilt  werden.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  steht
deni  Magistrat  unter  Mitwirkung  des  Ober-Geistlichen  zu.
Schmidt  scher  Professor-Wittwen-Pensivns-FoudS.
Er  besteht  bei  der  Universität  Breslau  und  es  soll  ein  Famulus  oder
Pedell  Schmidt  der  Universität  Frankfurt  a.  O.  in  der  Mitte  des
vorigen  Jahrhunderts  den  ursprünglichen  Fonds  hergegeben  haben.
Das  Kapital  beträgt  1309  Thlr.,  deren  Zinsen  zu  gleichen  Theilen
an  die  vorhandenen  Wittwen  der  ordentlichen  Professoren  stiftungsmäßig ­
  vertheilt  werden.  (Koch  1.  308).
Schmidt  scheö  Stipendium  zu  Mitteuwalde.
Vom  Bürgermeister  Schmidt  1744  mit  1600  Thlr.  gestiftet:  a)  zu
einem  jährlichem  Stipendium  für  einen  Stndirenden  von  40  Thlr.;
l&amp;gt;)  zu  einer  Unterstützung  für  einen  Handwerker  von  20  Thlr.;  c)  zu
einer  Unterstützung  für  die  Stadtarmen  von  12  Thlr.;  d)  zur  Remuneration ­
  für  die  Kuratoren  von  8  Thlr.  Der  Fonds  besteht  jetzt  aus
etwa  4500  Thlr.  und  aus  einer  halben  Hufe  Landes.  Das  Universitäts-Stipendium ­
  wird  an  einen  Stndirenden  auf  2  Jahre  a)  zunächst
an  einen  Verwandten  des  Stifters;  b)  an  den  Sohn  eines  Magistrats-Mitgliedes
  zu  Mitteuwalde;  c)  an  den  Sohn  eines  Geistlichen  daselbst;
d)  an  einen  Nachkommen  des  Ober-Amtmanns  Gerresheim  zu
Zossen;  e)  an  ein  Mittcnwaldcr  Stadtkind  vergeben.  Die  Kollation
steht  dem  Magistrat  und  der  Kirche  zu.
Schmidtscheö  Stipcudiuni  zu  Potsdam,
von  dem  Amts-Kommissariuö  und  Notarius  Schmidt  daselbst  1715
gestiftet.  Er  lcgirte  800  Thlr.  zu  einem  Stipendium  für  Studirendc,
zu  einer  Prämie  für  Professionisten  und  zu  Unterstützungen  für  Stadt-Arme.
  Der  Fonds  betrug  1848  etwa  1600  Thlr.  und  das  Univcrtäts-Stipendium
  25  Thlr.  Gold.  Es  ist  für  Söhne  der  Schmidtschen
Familie,  event,  für  die  der  Magistrats-Mitglieder,  der  Geistlichen  und
der  Potsdamer  Einwohner  auf  die  Univcrsitätözrit  bestimmt,  und  wird
vom  Magistrat  und  der  Geistlichkeit  verliehen.
SchmidtscheS  Stipendium  zu  Wrictzen.
Gestiftet  von  Johanna  Sophie  Schmidt  1803  mit  2000  Thlr.  Die
Zinsen  mit  100  Thlr.  werden  an  Schüler  und  Studirende  auf  eine
von  den  Kollatoren  zu  bcstimnlende  Zeit  vergeben.  Die  Stipendiaten
müssen  zum  Studiren  tüchtige  Wrietzener  Stadtkinder  sein.  Kollator
ist  der  Magistrat  mit  Zuziehung  der  Stadtverordneten  zn  Wrietzen.
        <pb n="630" />
        623

Schmidt-Scheuermannsches  Stipendium  zu  Brandenburg,
von  der  Wittwe  des  Superintendenten  Schmidt,  geb.  Scheuermann ­
  (+  1839)  herrührend.  Sie  legirte  2000  Thlr.  zu  einem  Stipendium ­
  von  70  Thlr.  für  bedürftige  Studirende,  welche  sich  auf  dem
Gymnasium  zu  Brandenburg  vorbereitet  haben,  vorzüglich  an  Söhne
der  Scheuermannschen  Familie.  Kollator  ist  der  Senior  der  Familie. ­

Schmidtborn  sche  Stiftung.
Kommerzien  -  Rath  S  chmid  tborn,  1770  in  Saarbrücken  geboren,
überwies,  nachdem  er  bereits  bei  dem  dortigen  Hospital  eine  milde
Stiftung  begründet,  1850  von  Frankfurt  a.  M.  aus  dem  Gemeinde-Rathe
  2000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  davon  jährlich ­
  am  22.  Mai  —  dem  Tage  der  glücklichen  Errettung  Königs
Friedrich  Wilhelm  IV.  aus  der  ihm  ruchlos  bereiteten  Todesgefahr  —
an  ein  Mitglied  der  Bürgerschaft  in  Saarbrücken,  Mann  oder  Bürger-Wittwe,
  als  Unterstützung  verabreicht  werden  sollten.  Die  Empfänger
müsicn  von  unbescholtenem  Rufe  sein  und  durch  sittliche  Haltung  und
Anhänglichkeit  an  das  Königliche  Hans,  sowie  an  Gesetz  und  Ordnung
sich  bekannt  gemacht,  1848  von  der  Theilnahme  an  den  Revolutions
Wirren  sich  fern  gehalten  haben  und  endlich  durch  unverschuldetes  Miß
geschick  in  ihrem  Erwerb  zurückgekommen  sein.  Das  Kapital  ist  zu
5  pCt.  auszuleihen.
Schmied  scheS  Legat  zu  Perleberg,
von  den  Gebrüdern  Schmied  für  Schüler  begründet.  15  Thlr.  Zinsen
sind  zunächst  für  Glieder  der  Stifter-Familie,  welche  einst  studiren
wollen,  bestimmt,  dann  für  Prcdigcrsöhnc  ohne  diese  Beschränkung.
Auch  können  ans  dem  Fonds  Schulbücher  angeschafft  und  Andere
unterstützt  werden.  Betrag  15  bis  25  Thlr.  Kollatoren  die  Prediger
an  der  St.  Jakobi-Kirche.  Zn  der  Vakanz  werden  die  Zinsen  zum
Kapital  geschlagen,  und  beträgt  das  letztere  jetzt  über  700  Thlr.,  incl.
300  Thlr.  Gold.
Peter  Schmitz,
Drechsler  zu  Gemünd  im  Kreise  Schleiden  (+  1856)  vermachte,  nach
Stiftung  zweier  Zahrgedächtnisse  bei  der  dortigen  katholischen  Kirche  zum
Kapitalbetrage  von  120  Thlr.  a)  200  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Bekleidung ­
  von  armen  Koufirmandeu  verwendet  werden  sollen  und  l&amp;gt;)  ca.
1000  Thlr.  zum  Besten  der  dortige»  katholischen  Armen.
Karl  Schm  öle,
Rentner  zu  Hönnenwerth  überwies  (1855)  in  Gemeinschaft  mit  den
Fabrikbesitzern  Rudolph  und  Gustav  Schm  öle  den  Armeu-Fonds  zu
Menden  (Iserlohn)  1200  Thlr.:  die  Ziuscu  solle»  an  unverschuldet
in  Armuth  gerathene  Fabrikarbeiter  oder  deren  bedürftige  Wittwen
und  Kinder  gezahlt  werden.
Schnabel  sche  Stiftung  zu  Liegnitz.
Die  Erben  des  f  Kaufmann  Schnabel  schenkten  (1854)  der  Stadt
        <pb n="631" />
        624

3500  Thlr.  in  Schlesischen  Pfandbriefen  Behufs  Gründung  eines  nach
dem  Willen  der  Geschenkgeber  den  Namen  „Gustav  Adolph  Schnabelsche
  Stiftung"  führenden  Hospitals  für  unbescholtene  arme  Personen
weiblichen  Geschlechts.  Kaufmann  Bannig  art  (f.  d.)  vermehrte  die
Stiftung  durch  ein  Legat  von  25,000  Thlr.
Sch  nei  bersche  Konfirmanden-Stiftung  zu  Liegnitz.
Die  zu  Liegnitz  (1860)  t  verw.  Schneider  geb.  Neumann  vermachte
  für  die  armen  Konfirmanden  bei  der  ev.  Kirche  zu  U.  L.  Fr.
200  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  nach  dem  besten
messen  des  die  Konfirmation  vollziehenden  Geistlichen  für  die  Konfirmanden ­
  verwendet  werden  sollen.  Das  Legat  gelangt  erst  nach  dem
Ableben  der  Universal-Erbin  zur  Hebung.
Sch  nei  bersche  Schül-Sliftnng  zu  SeiferSborf.
von  der  Frau  Rittergutsbesitzer  Schneider  auf  Seifersdorf  (Goldberg) ­
  herrührend.  Sie  schenkte  (1860)  der  Schule  100  Thlr.  mit  der
Bestimmung,  daß  die  eine  Hälfte  der  Zinsen  armen  Schulkindern  zur
Beschaffung  von  Schulbedürfnistrn,  die  andere  aber  dem  jedesmaligen
Lehrer  zufließen  solle.
Schneider  Begräbinfikasse  zu  Nordhausen,
Sie  hat  an  1700  Mitglieder,  die  jährlich  6500  Thlr.  Beiträge  zahlen. ­
  Kapital-Vermögen  11,000  Thlr.  Die  innere  Einrichtung  ist  der
der  Bäcker-Stcrbekasie  ähnlich  (s.  d.)  Bon  je  100  Mitgliedern  haben
5  cunte  Steuerfreiheit.  Nach  Ablauf  des  13ten  Jahres  der  Mitgliedschaft ­
  kommen  70,  nach  Ablauf  des  16ten80,  und  beim  Ableben  steuerfreier ­
  Mitglieder  100  Thlr.  zur  Auszahlung.
Schneider-Todtenkafie  zn  Wernigerode.
Die  alte  Kasse  dieses  Namens,  nach  der  Farbe  der  Bücher  auch  die
rothe  genannt,  ist  1744  begründet  und  zählt  900  Mitglieder,  für  welche
bei  Todesfällen  ein  Begräbnißgetd  von  17  Thlr.  gezahlt  wird.  Die
Kasse  nimmt  jährlich  11-—12()0  Thlr.  ein,  giebt  7—800  Thlr.  ans
und  hatte  Ende  1861  ein  Vermögen  von  11,500  Thlr.  -—  Verschieden
davon  ist  die  neue  (blaue)  Schneider-Todtenkasse,  1747  von  der  vorigen ­
  abgezweigt.  Sic  hat  mehr  als  900  Mitglieder,  jährliche  Einnahme
1000—1100,  Ausgabe  7  -800  Thlr.,  Vermögen  15,000  Thlr.
Agnes  Schnelle,
t  1858  zu  Hörste  (Büren),  segirtc  •  200  Thlr.  Die  Zinsen  sind  zur
jährlichen  Bertheilung  unter  die  Armili  des  Orts  bestimmt.
Johann  Sch  ni  tka  scheS  ArNien-StĢ
Kaufmann  Schnitka  zn  Königsberg  (t  1841)  setzte  das  Vorsteher-Amt
  der  dortigen  Kaufmannschaft  mit  der  Maßgabe  zum  Erben  ein,
daß  von  dem  Nachlasse  eine  Stiftung  für  seine  armen  Verwandten  bis
zum  sechsten  Grade  der  Seitenlinie  und  für  verarmte  Gewürzhändler,
auch,  wenn  solche  sich  nicht  vorfanden  ,  für  andere  schuldlos  verarmte
Kaufleute  resp.  deren  Wittwen  und  Waisen  errichtet  werden  solle.
        <pb n="632" />
        625

Der  jährliche  Ertrag  der  Unterstützungen  für  die  Verwandten  ist  auf
20  Thlr.,  für  kaufuläuuischc  Personen  auf  60  Thlr.  festgesetzt  und  sie
dürfen  nur  aus  den  Einkünften  des  Nachlasses  genommen  werben.  Betrag ­
  des  Nachlasses  ca.  12,300  Thlr.  Die  Stiftung  erhielt  (1843)
Korporations-Rechte.
Schnitzler,
Banquier  zu  Köln,  Geh.  Kommcrzienrath  (f  1864)  leairte  der  evanq.
Gemeinde  in  Köln  für  die  Armen  derselben  2000  Thlr.
Franz  Schöbet,
Guts-Pächter  zu  Ransern  (t  1861),  überwies  dem  Magistrat  zu  Breslau ­
  100  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  davon  alljährlich
am  Sterbetage  des  Testators  an  die  Aermsten  des  Dorfes  Ransern
durch  das  Dorfgericht  vertheilt  werden  sollen.
Auguste  Schöller,
Rentnerin  zu  Düsseldorf  (s  1864&amp;gt;  vermachte  u.  A.  der  evang.  Gemeinde ­
  daselbst  ein  Haus  und  folgende  Kapitalien:  für  das  Krankenhaus ­
  5000,  für  das  Waisenhaus  5000,  für  den  Armen-Berein  500
Thlr.  Sie  legirte  ferner  der  Diakonissen-Anstalt  zu  Kaiserswerth  5000,
ber  Heil-  und  Pflege-Anstalt  blödsinniger  Kinder  zu  Gladbach  5000
Thlr.,  der  Rettungs-Anstalt  zu  Düsselthal  1000  Thlr.  rc.
Schöinannsche  Stipendien-Stiftung  zu  Greifswald.
Bon  Freunden  und  Berchrcru  des  Geh.  Reg.-Raths  und  Prof.  Dr.
Schömann  begründet,  indem  sie  bei  Gelegenheit  seines  50jährigcn
LTenst-Jubiläums  (1864)  eine  Summe  Geld  (1700  Thlr.)  zur  Gründung ­
  eines  Stipendiums  für  Studirendc  der  Philologie  an  der  dortigen
Universität  zusammenbrachten.
v.  Ş  ch  ö  II,
Amtsrath  auf  Kleinhos,  liest  in  der  StadtuTapiau  (1857)  zum  Unterrichte ­
  der,  der  K'lcinkittdcrbewahr-Anstalt  daselbst  angehörigcn  Kinder,
so  wie  zur  Unterbringung  zweier,Lehrerinnen,  ein  massives  Gebäude
für  ca.  1000  Thlr.  aus  eigenen  Mitteln  erbauen.  Bal.  Kleinkinderbewahr-Anstalt
  zu  Tapiau.
v.  Schön  «ich-Amti  her  Stipendien-Fonds.
Gestiftet  von  der  Frciin  v.  Schönaich  auS  dem  Hause  Carolath
Reuthen  durch  Urkunde  d.  d.  Krossen  18.  Mai  1700.  Es  bestehen
üu f  dieser  Stiftung  3  Stipendien  à  60  Thlr.  für  studircnde  Theologen
aus  der  Universität  Breslau;  die  Kollation  hat  der  Fürst  zu  Earolath-.
  Beuthen  mit  Zustimmung  der  theologisch^  Fakultgt.
V.  Schönaich-Gexsd  orfer  Sttpeiwicii.Kouds,
von  Franz  Frhrn.  v.  Schönaich  gestiftet.  Er  fundirte  ein
Kapital  von  5000  Thlr.  »  6  pEf.  auf  das  Gut  GerSdorf  bei  Krossen,
mich  bestimmte  von  den  Zinsen  jährlich  120  Thlr.  zu  zwei  Stipendien
a -.60  Thlr.  für  zwei  in  Frankfurt  a.  O.  studirendc  Theologen  refor-Ullrter
  Konfession.  Kollator  ist  der  Senior  der  v.  Schönaich  scheu
Preuß.  Landbuch.  40
        <pb n="633" />
        626

Familie,  als  jedesmaliger  Besitzer  des  Gutes  Gcrsdorf.  Die  Stipendien ­
  werden  ans  3  Jahre  verliehen.  Diejenigen,  welche  auf  der
Friedrichs-Schule  (dem  jetzigen  Friedrichs-Gymnasium)  zu  Frankfurt  a.  O.
gewesen,  sollten  ein  Vorzugsrecht  haben  und  ein  Studirender  aus  der
v.  Schöna  ich  scheu  Familie  beide  Portionen,  also  120  Thlr.  verlangen ­
  können.
v.  Schönbergsche  Stiftung  für  Geisteskranke  ;u  Görlitz.
Die  Zinsen  von  3123  Thlr.  werden  zur  Unterstützung  derjenigen  Geisteskranken ­
  aus  der  Landes-Mitleidenheit  der  Dberlausitz  verwendet,  welche
in  den  Schlesischen  Irren-Anstalten  keine  Aufnahnie  finden  oder  aus
den  dortigen  Anstalten  ungeheilt  entlasten  werden.  Die  Verwaltung  hat
hat  der  Kommunal-Landtag.
v.  Schönbornsche  Stiftung  zu  Grandenz.
Von  dem  1840  zu  Graudenz  t  Kaufmann  und  Rittergutsbesitzer  von
Schön  born  begründet.  Er  setzte  den  Arme»  der  Stadt  3000  Thlr.
aus,  über  deren  Verwendung  von  den  Testaments-Vollstreckern  und  dreien
Magistrats-Mitgliedern  ein  Regulativ  entworfeu  werden  sollte.  Dieses
später  aufgestellte  Regulativ  bestimmte,  daß  mit  den  3000  Thlr.  eine
Anstalt  begründet  werden  solle,  die  unter  dem  Namen  der  „v.  Schönbornschen
  Stiftung"  bestimmt  sei,  ältern-  oder  vaterlosen  Kindern  beiderlei ­
  Geschlechts,  welche  das  7te  Lebensjahr  bereits  erreicht  und  das
13te  noch  nicht  überschritten  hätten,  körperlich  und  geistig  gesund  wären
und  der  Stadt-Kommune  angehörten,  eine  ihrem  Stande  angemestene
Erziehung  angedeihen  zu  lassen,  und  sic  tüchtig  zu  machen,  als  Handwerker ­
  oder  Dienstboten  nützliche  Mitglieder  der  menschlichen  Gesellschaft ­
  zu  werden.  Die  Vertreter  der  Stadt  richteten  zur  Aufnahme  der
Anstalt  im  Armenhause  das  nöthige  Lokal  ein  und  bestimmten,  daß  die
bisher  Seitens  der  Stadt  aus  die  Erziehung  der  Kinder  bei  fremden
Leuten  verwendeten  Summen  der  neuen  Anstalt  als  Zuschuß  überwiesen
werden  sollten.
Schönebecksche  Familien  Stiftung  Stendal.
1607  von  dem  Bürgermeister  Schönebeck  und  desten  Ehegattin  Margaretha ­
  Salzwedcl,  sowie  später  (1662)  durch  deren  Sohn,  den
Rath  Schönebeck  gegründet.  An  den  Einnahmen  aus  den  Fonds
dieser  Stiftung  (sie  haben  30,200  Thlr.  Kapitalwerth)  sind  betheiligt:  die
männlichen  Nachkommen  der  Stifter  und  der  rechten  Geschwister  derselben
  zu  Stipendien  auf  Schulen  und  Universitäten  und  zur  Ausbildung ­
  als  Künstler  und  Handwerker;  die  unvermögenden  wirklichen
Nachkommen  der  Stifter  und  der  rechten  Geschwister  derselben  zur  Ausstattung ­
  bei  ihrer  Verheirathung;  die  städtischen  Prediger,  die  Gymnasiallehrer ­
  und  die  Schüler;  die  stndirendni  Prediger-  und  Bürger-Söhne
  und  die  Armen  der  Stadt,  gitf 1  $cntmitintg  sind  fünf  Exekutoren ­
  und  zwei  Assessoren  von  den  Stiftern  angeordnet;  sie  bestehen
aus  dem  Bürgermeister,  zwei  Predigern  und  vier  Familianten.  Familienglieder ­
  beziehen  an  300  Thlr.,  Nicht-Familienglieder  30  Thlr.
pro  anno.
        <pb n="634" />
        627

Sch  önfeldsche  Stipendien,
von  dem  Amtsschreiber  Georg  Schön  seid  zu  Hohenstein  für  seine
studircndcn  Verwandten  und  sonstige  in  Preußen  geborene  arme  Studirendc
  gestiftet.  Die  Verwaltung  dieses  „Groß-  Schönfeldschen  Stipendiums" ­
  hat  der  Magistrat  zu  Königsberg.  Ein  anderes  von  Schönfeld ­
  gegründetes  Stipendium  für  in  der  Stadt  Elbing  geborne  arme
Studirende  verleih^  der  Magistrat  zu  Elbing.  Noch  besteht  ein  Klein-Schönfeld
  sches  Stipendium  für  studirende  Söhne  der  Magistratsmitglieder, ­
  Sekretäre  und  Registratoren,  verwaltet  von  dem  Magistrat  zu
Königsberg.
p.  Sch  öningsche  Stiftung.
von  dem  Gutsbesitzer  v.  Schöning  zu  Sergen  in  seinem  Testamente
vom  26.  November  1802,  publizirt  27.  Juli  1807,  gegründet.  Sie
hat  zufolge  revidirtcn  Statuts  vom  6.  September  1854  den  Zweck,
alle  ohne  ihr  Verschulden  heruntergekommenen  adeligen  Gutsbesitzerder
Neumark,  besonders  im  Kottbuser  Kreise  zu  unterstützen,  in  sofern  denselben ­
  noch  durch  einen  Vorschuß  aufzuhelfen  ist.  Sie  besteht  ans  den
Gütern  Gablenz,  Kathlow,  Sergen  und  Tranitz,  ans  6947  Morgen
Stiftsforsten  und  (1854)  aus  54,000  Thlr.  Kapitalien.  Testamcnts-Exekutor
  ist  zur  Zeit  der  Ober-Bürgermeister  Jahr  zu  Kottbus,  die
Ober-Aufsicht  steht  der  Regierung  in  Frankfurt  zu.  Bedingungen  der
Unterstützung  sind:  a)  der  hülfcsuchende  Gutsbesitzer  muß  außer  Stande
sein,  diejenigen  Answendungcu  zu  machen,  welche  zur  ferneren  Erhaltung ­
  des  Guts  in  der  Familie  und  im  gehörigen  Kultur-Zustande  nach
den  obwaltenden  Umständen  Erforderlich  sind;  b)  er  darf  nicht  selbst
daran  Schuld  sein,  daß  er  in  diesen  hülfsbedürftigen  Zustand  gerathen
»st;  c)  cs  muß  ihm  durch  das  zu  bewilligende  Darlehn  noch  geholfen
werden  können;  d)  er  muß  die  hypothekarische  Eintragung  des  Darlehns
zu  bewirken  im  Stande  sein.
Schönlanksche  Stiftungen.
Kaufmann  Julius  Schönlauk  zu  Königsberg  (t  1860)  vermachte
■rl’i^ Vt % Cn  à'versitat  2000  Thlr.  zu  einen,  Stipendium  für  zwei
ludlsche  Studenten;  uach  «rsotgter  Emancipation  der  Juden  kann  das
gk.if'f 1 ““ 1 ,  üu  eineu  christlichen  Studircndcn  vergeben  werden.
¡■¡¡■S

3)em  Stadtgericht  steht  die  Kollation  zu.
40*
        <pb n="635" />
        628

Sch  d  ttlerscher  Armen-Fonds  zu  AhauS.
Eine  Privat-Stiftuug  mit  3000  Thlr.  Kapital.  Die  Zinsen  werden
durch  den  Orts-Pfarrer  an  verschämte  Arme  vertheilt.
v.  Sch  ollenbachsche  Stiftung  zu  Frankenslein.
Antonie  v.  Schollenbach  (f  1809)  vermachte  letztwillig  den  größer»
Theil  ihres  Vermögens  dem  Hauptmann  Heinrich  v.  G  edler,  indem
sie  dabei  bestimmte,  daß,  wenn  er  ohne  leibliche  Erben  sterben  sollte,
jener  Vermögenstheil  im  Umfange  von  etwa  80,000  Thlr.  zu  einem
Stipendien-Fonds  angelegt  werden  solfe.  Von  den  Zinsen  sollen  armen
adeligen  Kindern  beiderlei  Geschlechts  jährliche  Stipendien,  und  zwar
jedem  Kinde  höchstens  100  Thlr.  auf  jedes  Jahr  angewiesen  werden
können.  Auf  Verwandte  der  Stiftcri'n  soll  vorzugsweise  gerücksichtigt,
im  Uebrigen  auf  die  Wahren  Bedürfnisse  der  Stipendiaten  Rücksicht  get
  nommen  werden;  die  Pension  kann  ihnen  bis  zu  ihrer  Verheirathung
oder  anderweitigen  Versorgung  gelasien  werden.  Die  Verwaltung  der
Stiftung  steht'  dem  Ober-Präsidenten  von  Schlesien  zu.  Im  Jahre
1861  waren  Stipendiaten  vorhanden:  15  Verwandte  der  Stifterin,
welche  im  Ganzen  1330  Thlr.  und  45  Richtverwandte,  welche  im
Ganzen  2999  Thlr.  bezogen.
Scholz,
Kommendarius  zu  Woynitz  (t  1858)  le  girle  für  milde  Stiftungen  in
der  Stadt  Posen:  500  Thlr.  für  die  Dominikaner  -  Succursalkirche;
500  Thlr.  für  die  Rosenkranz-Kapelle  bei  dieser  Kirche;  1000  Thlr.
dem  St.  Josephstift  für  Waisenkinder;  1000  Thlr.  dem  St.  Vincent-Stift
  für  Waisenkinder  im  Philippiner-Kloster;  1000  Thlr.  für  die
Kranken-  und  Waisenanstalt  an  i&amp;gt;tx  Kirche  zur  Verklärung.  Außerdem
1000  Thlr.  für  die  Waiscn-Anstalt  in  Gostyn.
Scholzsche  JubilLnmö.Stiftung  zu  Breslau.
Bei  Gelegenheit  der  50jährigen  Jubelfeier  des  OberlebrerS  Christian
Scholz  1852,  theilweise  ans  dem  Ertrage  seines  Buchs-„Meine  Erlebnisse", ­
  wurde  ein  Fonds  von  1048  Thlr.  gesammelt,  welcher  nnt  *  an
die  evangelische,  mit  f  an  die  katholische  allgemeine  Schullehrer-Wittwen-
  und  Waisenkasse  gegeben  wurde!und  da  als  „Scholzsche  Jubiläums-Stiftung" ­
  fortgeführt  wird.
Scbolzsche  Vermächtnisse  zu  Striegan.
Der'(I860)  bort  t  Maler  Scholz  überwies  lctztwillig  a)  der  katholischen ­
  Pfarrkirche  600  Thlr.  behufs  Stiftung  von  Seelcumcsien,  zur
Unterstützung  der  grauen  Schwestern,  und  zum  Reparaturban  der  St.
Hedwigskirchc  in  Alt-Stricgau;  b)  der  katholischen  Pfarrkirche  zwei
Kapitalien  von  je  1500  Thlr.  zur  Erziehung  katholischer  Waisenkinder
resp.  zur  Begründung  einer  höheren  Klasic  bei  der  katholischen  Pfarr-Knabenschule;
  c)  den  Kirchen  St.  Barbara  und  St.  Anton  überwies
er  300  Thlr.  resp.  200  Thlr.  und  bestimmte,  daß  der  nach  Berichtigung ­
  aller  Legate  etwa  verbleibende  Ueberschuß  zu  {  der  kath.  Schulkasse ­
  und  zu  ļ  der  Waisen-Anstalt  zustießen  solle.
        <pb n="636" />
        629

Joseph  Scholz,
(+  Zu  Frankenstein  1858),  Oekonom,  vermachte  Mehreres  zu  wohlthätigen ­
  Zwecken.  Er  legirte  namentlich  dem  Bürger-Hospital  St.  Georg
daselbst  500,  der  städtischen  Armenkasse  500,  dem  dortigen  barmherzigen ­
  Brüder-Kloster  500,  den  dort  stationirten  barmherzigen  Schwestern
500  Thlr.'
Scholz  esche  Legate  zu  Görlitz.
Der  in  Görlitz  (1857)  t  Rechtsanwalt  Schatze  überwies  letztwillig
der  Armenkasie  daselbst  1000  Thlr.  unter  der  Benennung:  „Rechtsanwalt ­
  Scholzesches  Legat",  und  sollen  die  Zinsen  in  halbjährigen  Raten ­
  an  20  Hilfsbedürftige,  auch  sogenannte  verschämte  Arme'daselbst
zu  gleichen  Theilen  vertheilt  werden,  jedoch  der  Art,  daß  mit  Ausschluß
einer  namhaft  gemachten  armen  Verwandten,  die  so  lange  sie  lebt,  bei
jeder  Verkeilung  zuzuzielftn  ist,  keiner  der  Empfänger  die  Unterstützung
mehr  als  einmal  erhalte.  Der  Kleinkinder-Bewahranstalt  vermachte
Scholze  100  Thlr.  zur  Anschaffung  von  Bilderbüchern,  welche  das
moralische  und  religiöse  Gefühl  der  Kleinen  zu  erwecken  geeignet  sind.

Schopen  Hauer,
s.  Volksdank.
Frau  Schorch,
Landgerichts-Räthin,  vetmachte  (1858)  der  Predigerkirche  zu  Erfurt
800  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  davon  an  ihrem  Sterbetage ­
  an  drei  arme  Frauen  vertheilt  werden  sollen.
Schiaversche«  Stipendium,
von  dem  Asiesior  Schrader  1744  in  Berlin  begründet.  Er  setzte
40O  Thlr.  aus,  deren  Zinsen  mit  20  Thlr.  an  arme  und  fleißige  Mitglieder ­
  der  Kommunität  das  Gymnasii  zum  grauen  Kloster  bei  dem
öffentlichen  Oster-Epaincn  üon,  dem  Direktor  in  beliebigen  Summen
vertheilt  werden.
Andreas'  Schrader,
Kaufmann  zi,  Telgte  ( +  1858)  vermachte  6(100  Thlr..  bettn  Zinsen
«5.  X  ber  Armen  in  der  Stadt  »nd  dem  Kirchspiel  Telgte
verwendet  werden  sollen.
Julie  Schrak«  mp,
’*äî5b‘Ä  r  b ‘™'
Schrammsche  Stiftung  zu  Schönau  (Leobschtttz),
sMrtrJtet*  •vont
8000  Thlr..  best.mmt,  welche  Summe  jedoch  später  auf  3900  Thlr.
re  uc»rt  worden  ist.  Tw  Verwaltung  der  Stiftung,  welche  letztere  Korpora ­
  lonürechte  ^besitzt  und  1853  ins  Leben  getreten,  ist  von  der  Königl.
eglerung  zu  Oppeln  dem  Landrathe  und  dem  Kreis-Steueramtc  überragen; ­
  re  Verthellung  der  Zinsen  an  die  Dienstboten  erfolgt  durch
        <pb n="637" />
        630

das  Dorfgericht.  Nach  dem  Willen  des  Erblassers  war  die  Stiftung
bestimmt  für  einen  männlichen  und  einen  weiblichen  Dienstboten  in  der
Gemeinde  Schönan,  welche  sich  am  besten  in  ihrem  Dienste  betragen,
am  längsten  an  einem  Orte  gedient  haben  und  von  unbescholtenem  moralischem ­
  Karakter  sind;  diese  sollten  die  Interessen  beziehen  und  die
Ortsgerichte  am  Ende  eines  jeden  Jahres  die  Interessen  vertheilen.
Die  Zahl  der  Bencsiciateu  ist  später  auf  4  erhöht  und  die  Prämie
eines  jeden  auf  30  resp.  40  Thlr.  festgesetzt  worden.  Ueberschüsie
unter  30  Thlr.  werden  zum  Kapital  geschlagen;  größere  Ueberschüsie
zur  Prämiirung  noch  eines  Dieststbolrn  verwendet.
Schreckenbachsches  Stipendium,
von  der  Ehegattin  des  Andreas  Sehre  ckknbach  zunächst  für  die  Nachkommen ­
  des  Diakonus  define  r  gestiftet,  in  deren  Ermangelung  für
arme  und  dürftige  studirende  Predigcrkinder.  *  Die  Verwaltung  hat  der
Magistrat  zu  Königsberg.
Sibreiberscke  Stiftung  zn  Königsberg.
Der  in  Königsberg  1822  ş  Regierungsrath  Schreiber  vermachte  den
größten  Theil  seines  Nachlasses  zn  milden  Stiftungen.  Er  bestimmte
6000  Thlr.  für  das  Bürger-Rettungs-Jnstitut  zur  Unterstützung  verarmter, ­
  aber  noch  arbeitsfähiger,  Bürger  imb  Handwerker,  wenn  sie
ohne  eigne  Schuld  heruntergekommen  sind;  4000  Thlr.  zu  einem  Stipendium ­
  für  arme  Referendarien;  1000  Thlr.  für  eine  Stiftung  zu
Kants  Gedächtniß;  1000  Thlr.,  zu.  einer  Stiftung  für  die  siöbenichtsche
Elementar-Schule;  1000  Tchlr.  für  das  zu  begründende  Zwangs-Arbeits-Jnstitut;
  666}  Thlr.  şş  Ausstattung  eines  weiblichen  Dienstboten; ­
  200  Thlr.  zur  Unterstützung  '¿hm*  armen  Familie  an  seinem
Todestage  (21.  Febr.).  Gesammt-Sniinm  13)866'  Thlr.  Die  Stiftung ­
  wird  vom  Magistrat  tintesi  Altssicht  dtK  Regierung,  die  Refcrendarien-Stiftung
  vom  Ostpreuß.  Tribunal,  dir  Kantsche  Stiftung  von
der  Universität,  die  Stiftung  für  Dienstboten  von  dem  Polizei-Präsidium
verwaltet.  Zürn  Genuß  der  Zinsen  von  letzterer  sind  weibliche  Dienstboten ­
  berufen,  die  wenigstens  10  Jahre  in  Königsberg  als  Köchin,
Stubenmädchen  oder  Kinderwärterin  ununterbrochen  gedient  und  sich
dabei  treu,  ehrlich  und  gehorsam  gegen  ihre  Herrschaft  betragen,  sowie
der  Wahrheit  und  Arbeitsamkeit  sich  beflissen  haben,  auch  von  keuschen
Sitten  und  frommer  züchtiger  Führung  gewesen  sind  und  sich  hierüber
durch  Zeugnisie  der  Dienstherrschaft,  dcS  Beichtvaters  und  des  Polizei-Kommisiarius
  legitimiren.
Schrei  bersche  Stiftung  zu  Lähn.
Der  1838  zu  Ober-Wernersdorf,  Lkreises  Bolkenhain,  t  pcnsionirtc
Gymnasial-siehrer  Ş  ch  rei  ber  verpachte  letztwillig  sein  gesaiumtes,  in
Grundstücken,  baaren  Geldern  und  Mobilien  bestehendes  Vermögen  zn
einer  Stiftung  zur  Ausstattung  armer  ehrbarer  Jnngfranen  zu  siechn.
Die  Stiftung  ist  1845  ins  sieben  getreten  und  steht  unter  Verwaltung
des  Magistrats.
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        631

Schreibcrsches  Stipendium  zu  Spandau.
Gestiftet  1708  vom  ChirurguS  Schreiber  mit  500  Thlr.  Das  Stipendiunl
  beträgt  28  Thlr.  und  wird  von  dem  Nikolaikirchen-Ministerio
verliehen.

s.  Wey  dinger.

Schreiner,

Schrödersche  Stiftung  zu  Danzig,
von  dem  Rentier  Schröder  (t  1849)  testamentarisch  begründet  und
unter  die  Verwaltung  des  Magistrats  gestellt.  Die  Einkünfte  sollen,
nach  Abzug  der  für  die  Wittwe  ausgesetzten  jährlichen  Rente  von  450
Thlr.  jährlich  am  Weihnachtsfeste  in  Spenden  von  je  25  Thlr.  an  arme
Arbeiter,  die  auf  dem  rechten  Ufer  der  Mottlau  zwischen  der  Steinschleuse ­
  und  dem  Kielgraben  in  Danzig  wohnen  und  mindestens  drei
eheliche  Kinder  am  Lebekl  haben,  vertheilt  werden.  Als  Stiftungs-Kapital ­
  setzte  der  Erblasier  sein  ganzes  Vermögen  im  Betrage  von  etwa
30,000  Thlr.,  jedoch  nach  Abzug  der  Vermächtnisse  und  des  Pflichttheils
  der  Verwandten  aus.

Schrödersches  Stipendium  zu  Königsberg,
von  der  Kriegsräthin  Schröder  geb.  Lübeck  gestiftet  für  ihre  studirenden
  armen  Verwandten,  in  deren  Ermangelung  für  arme  Wittwen
event.  Jungfrauen  aus  der  Familie  der  Stiftcrin.  Die  Verleihung
hat  der  Magistrat  zu  Königsberg.
Peter  Friedrich  Schröder,
Mühlcnbesitzcr  (+  1833)  setzte  den  Stadt-Armen  zu  Neustadt  a.  D.
200  Thlr.  mit  der  Bestimmung  aus,  daß  die  Zinsen  davon  alljährlich
zum  Besten  fleißiger  und  redlicher  Armen  der  Stadt,  vorzugsweise
aber  zum  Ankauf  von  Feuerungs-Material  für  sie  verwendet  werden
sollen.

Schrötersche  Stiftung,  ,i,
öon  einem  Kriegsrathe  Schröter  herrührend.  Kapital  600  Thlr.,
deren  Zinsen  zu  Schulgeld  für  arme  Kinder  der  Stadt  Wolmirftedt
verwendet  werden  (Hermes  II.  92).
...  Heinrich  Schroth,
Schubartsche  Stiftung,
.  l  twen  der  Prediger  und  Lehrer  in  Rathenow,  7  die  Rathenower
^adtarmen  --bie  Mahnsche  Brüdergemeinde  in  Neusalz  a.  O.  zur
Forderung  der  Hài-Mlssion  (Lisco  S.  453).  jEine  Schubartsche
4rtvat-«tistung  gewahrte  1858  an  Zinsen  752  Thlr.,  die  zur  Unter-
        <pb n="639" />
        632

stützung  hülfsbedürftiger  Wittwen  und  Kinder  ev.  Prediger  im  Umfange ­
  der  Monarchie  diente.  Die  Verwaltung  steht  unter  Aufsicht  des
Kultus-Ministeriums  und  von  der  Einnahme  werden  jährlich  250  Thlr.
zur  Ergänzung  und  Vermehrung  des  Kapitals  verwendet.)
SchubertscheS  Legat  zu  Deutsch-Ossig.
Baucrgutsbcsitzer  Schubert  setzte  zum  Andenken  an  seine  t  Gattin
1860  100  Thlr.  ans.  Der  Geistliche  verwaltet  das  Kapital,  und  erhält ­
  von  den  Zinsen  einen  halben  Thaler;  der  Rest  soll  an  Weihnachten ­
  zu  Fußbekleidung  für  arme  Schulkinder  der  Gemeinde  verwendet
werden.
Fr.  With.  Schubert,
Kaufmann  und  Stadtältester  zu  Liegnitz  (t  1859)  vermachte  seinen  gesummten ­
  Nachlaß,  nach  Abzug  der  Legale  im  Betrage  von  circa  14,000
Thlr.,  der  Stadt  Liegnitz  in  der  Art,  daß  die  Zinsen  zum  Kapital  geschlagen ­
  werden,  bis  dasselbe  die  Höhe  von  50,000  Thlr.  erreicht  hat,
und  sodann  von  den  Zinsen  16  Hospital-Stellen,  jede  von  100  Thlr.,
unter  dem  Namen  „Schubertsche  für  schuldlos  verarmte,  einen  christlichen, ­
  sittlichen  Lebenswandel  führende  Inwohner  und  Inwohnerinnen
der  Stadt  Liegnitz"  gestiftet,  und  der  Rest  von  400  Thlr.  jährlich  am
Sterbetage  des  Stifters  (29.  Juni)  an  arme,  rechtliche,  ohne  ihr  Verschulden ­
  herunter  gekommene  Einwohner  und  Einwohnerinnen  der  Stadt
Liegnitz  in  Raten  à  20  Thlr.  unter  dem  Namen  „Schubertsche  Legate" ­
  vertheilt  werden.
Joh.  Gottlieb  Schubert,
Schuhmacher  in  Seideyberg  (t  1864)  vermachte  der  dortigen  Kleinkiudcr-Bewahranstalt
  250  Thlr.
v.  Schub  ertbsrbe  Stiftungen.
Weihbischof  v.  Schuberth  zu  Breslau  (+  1835)  setzte  die  verschämten
Haus-Armen  der  dortigen  Stadt  und  Vorstädte  lctztwillig  zu  Erben
seines  Nachlasses  ein.  Ein  Kapital  von  3000  Thlr.  dient  zu  einem
Unterstützungs-Fonds  für  die  vier  ältesten  Kaplane  der  Diöces  Breslau. ­
  Die  Verwaltung  steht  der  geistlichen  Behörde  zu.
v.  Schuckmannsche  Familien-Stiftung,
von  der  1856  t  Kammerherrin  v.  Schuckmann  geb.  Kortzfleisch
mit  dem  Gute  Battingöthal  bei  Stettin  (3613  Morgen)  begründet.
Die  Revenüen  sollen  so  lange  zinsbar  angelegt  werden,  biß  dieselben
einschließlich  der  Zinsen  jährlich  10,000  Thlr.  reinen  Ucberschnß  geben,
der  demnächst  an  die  Mitglieder  der  Familie  v.  Schuck  mann  ausgezahlt ­
  werden  soll.  Kurator  ist  der  Kammerherr  v.  Schuckmann  zu
Auras.
v.  Schnckmannsche  Stipendien-Stiftung,
bei  Gelegenheit  des  Dienst-Äubilänms  des  Ministers  v.  Schuckmann
am  Ilten  Januar  1831  begründet,  bezweckt  sie  aus  der  Rente  von
600  Thlr.  des  durch  Beiträge  aufgebrachten  Stiftungs-Kapitals  von
        <pb n="640" />
        633

15,000  Thlr.  drei  junge  Männer,  welche  sich  einer  höheren  Ausbildung,
sei  es  für  den  Staatsdienst  oder  für  Wissenschaft,  Kunst  und  Gewerbe
widmen,  mit  je  200  Thlr.  auf  kürzere  oder  längere  Zeit,  die  jedoch
den  Zeitraum  von  6  Jahren  nie  überschreiten  darf,  zu  unterstützen.
Die  Stipendiaten  müssen  Sohne  wohlverdienter  Staats-Beamten  der
innern  Staats-Verwaltung,  oder  des  Pergbaus,  und  mindestens  16  Jahr
alt,  der  Unterstützung  bedürftig  und  in  Rücksicht  auf  erworbene  Talente ­
  und  schon  erworbene  Kenntnisie  derselben  würdig  sein.  Zwei  der
Stipendien  sind  für  Söhne  höherer  Beamten  (des  Raths-Ranges),  ein
Stipendium  ist  für  Söhne  von  Subaltcrn-Beamten  bestimmt.  Die
Ertheilung  steht  dem  Minister  des  Innern  zu.  Das  Kapital  der  Stiftung ­
  hatte  sich  1862  bis  auf  19,000  Thlr.  vermehrt,  und  die  daraus
hervorgegangene  Vermehrung  der  Revenüen  machte  die  Begründung
eines  vierten  Stipendiums  möglich,  welches  2mal  an,  Söhne  von  Beamten ­
  höherer  Kategorie,  1  mal  an  Söhne  von  Subaltern-Beamten  verliehen ­
  wird.
Şch  üllsche  StipendiemStiftung,
von  dem  Kaufmann  W.  Schüll  zu  Düren  i860  bei  der  höheren
Bürgerschule  daselbst  in  Beranlasinng  der  silbernen  Hochzeit  des  Dirigenten ­
  Benrath  mit  5000  Thlr.  begründet.  W.  Schüll  schenkte
auch  (1864)  der  Gemeinde  Birkcsdorf  das  Bau-Kapital  zur  Errichtung
einer  Kleinkinder-Bewahrschule,  die  für  letztere  erforderlichen  Utensilien
und  3000  Thlr.  zur  Dotation  der  Anstalt.
Aeg.  Melch.  Jos.  Anton  Schüller,
Rentier  zu  Köln,  (ch  1835)  vermachte  1)  der  Aposteln-Kirche  3500Thlr.
Kölnisch  gegen  gcwisie  religiöse  Verpflichtungen;  2)  der  Stadt  Köln
zur  Verbcsierung  der  Straßenbeleuchtung  5000  Thlr.  Pr.;  3)  dem
Waisenhause  5000  Thlr.  nnd  (für  den  Fall  einer  Vermehrung  des
Nachlaffes  während  einer  fünfjährigen  Administration  noch)  1000  Thlr.;
4)  zur  Verbesserung  des  Kirchengesanges  1000  Thlr.;  5)  der  Taubstnminen-Anstalt
  unter  der  zu  3  gedachte«  Voraussetzung  2000  bis

Schülzchensche  Familien  Stiftung,
von  dem  pensionirten  Pfarrer  Schülzchen  (+  1855  zu  Hüls  im  Kreise
îņz)  zu  Gunsten  armer  Familienglieder  und  eventuell  auch  sonstiger
^rtsarmen  mlt  1200  Thlr.  begründet.  Die  Verwaltung  der  damit  begründeten ­
  Stiftung  ist  der  Armen  -  Verwaltung  zu  Ahrweiler  übertragen ­
  und  oie  Zinsen  werden  zur  Zeit  in  zwei  Portionen  vergeben.
v.  Sch  li  n  gel  sche  Stiftung.
Kanonikus  v.  Schlingel  zu  Soest  (+  1846)  vermachte  dein  dortigen
Armen-  und  Waiscn-Direktorium  seinen  am  Orte  besindlichen  Nachlaß
nn  Betrage  von  2—3000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen ­
  von  1000  Thlr.  zur  Unterbringung  verwahrloseter  Kinder  dorthin
elngepfarrtcr  Katholiken  vom  'ánde,  bei  Pflege-Eltern  in  der  Stadt,
        <pb n="641" />
        634

behufs  rechtzeitiger  Ertheilung  des  Religions-Unterrichts,  der  Ucberrest
aber  zu  andern  mildthätigen  Zwecken  verwendet  werde.
Joh.  Dietrich  Schütte,
Kaufmann,  legirte  1821  dem  Berliner  Friedrichs-Waisenhanse  200  Thlr.:
die  Zinsen  sollen  jährlich  dem  Knaben,  der  das  beste  Zeugniß  der  Lehrer
haben  würde,  (auch  mehrmals)  gegeben,  für  denselben  aufbewahrt  und
nach  Beendigung  der  Lehrjahre  ausgehändigt  werden;  sollte  der  Knabe
früher  sterben,  so  ist  sein  Eigenthum  zur  Prämie  für  den  nächstbesten
Zögling  zn  benutzen.
Schütz  sches  Familien  Stipendium.
von  dem  Thierarzte  Schütz  mit  seinem  aus  zwei  Wohnhäusern  in
Aachen  bestehenden  Jmmobiliar-Bermögen  begründet,  für  die  Descendenten ­
  seiner  und  der  Geschwister  feiner  Ehefrau  und  zwar  für  Knaben,
welche  sich  dem  Priestcrstande,  und  für  Mädchen,  welche  sich  dem  Klosterleben ­
  widmen.  Die  Berleihung  steht  dem  Verwaltnngs-Rathe  der
Studien-Stiftungen  in  Köln  zu.
Ş  ch  ü  tz  -  M  a  n  d  e  »  b  e  r  g  sche  Stiftung.
Prediger  Mandenberg  zu  Gottberg  (Lisco  Ş.  161.  295.)  begründete ­
  1717  mittelst  Testaments  für  seine  und  seiner  Gattin  geb.  Schütz
Familie  eine  Stiftung,  ans  welcher  Personen,  die  den  Namen  Mandenberg ­
  oder  Schütz  führen,  ein  Universitäts-Stipendium  im  Betrage
von  50—70  Thlr.  beziehen,  auch  etwa  100  Thlr.  jährlich  an  Unterstützungen ­
  für  Frauen  und  sonstige  Verwandte  gereicht  werden.  Das
Kammergericht  ist  Aufsichtsbehörde  dieser  „S  chütz-Mandenbergschen
  Stiftung".
Gottlieb  Schütze.
zu  Magdeburg  (t  1836)  setzte  10,000  Thlr.  Gold  mit  der  Bestimmung ­
  aus,  daß  das  Kapital  vom  Magistrat  zu  Magdeburg  verwaltet
und  der  Zinsbetrag  jährlich  unter  sogenannte  verschämte  Arme  vertheilt
würde.  Der  Ertrag  (400  Thlr.)  wird  jährlich  an  40—42  Hilfsbedürftige, ­
  50  Thlr.  Gold  werden  am  I.  Januar  an  die  im  Armenhause
befindlichen  Personen  vertheilt.  —  Bon  einem  Schütz  eschen  Legat  von
2000  Thlr.  Gold  erhalten  die  Prediger  der  Heiligen  Geistkirche  je
20  Thlr.,  das  Uebrige  die  Kirchenkaffr.
Swützei»  Sterbekasse  in  Schwerin  a.  W.
Sie  hat  einen  Fonds  von  2100  Thlr.
Şchnbmacher  Begräbiüßkasse  zu  Aordhauseii.
mit  1950  Mitgliedern,  welche  jährlich  4000  Thlr.  Beiträge  zahlen,
und  6300  Thlr.  Kapital.  Der  wöcheutliche  Beitrag  eines  Mitgliedes
beträgt  l  j  Sgr.  An  Anssteuer  werden  gezahlt  im  ersten  Jahre  10,
im  zweiten  15,  im  dritten  21  Thlr.;  nach  Ablauf  von  3  Jahren  28,
nach  Ablauf  von  13  Jahren  40  Thlr.  Der  16  te  Theil  aller  Mitglieder ­
  ist  beitragsfrei,  doch  tritt  diese  Vergünstigung  erst  nach  18  Iah-
        <pb n="642" />
        635

len,  in  denen  Beiträge  gezahlt  worden,  ein.  Beim  Ableben  eines  steuerfreien ­
  Mitgliedes  werden  50  Thlr.  Aussteuer  gezahlt.

Schuhmacher-Sterbekasse  Stendal,
mit  146  Mitgliedern;  sie  hat  einen  Fonds  von  500  Thlr.
Schuhm  aun  schcö  Legat,
von  800  Thlr.  zur  Unterstützung  armer  Schulkinder  zu  Alt-Strunz  bei
Glogau.  Gestiftet  1858  von  dem  in  Glogau  t  Kaufmann  Schuhmann.
  Verwaltet  von  der  Kirche  in  Alt-Strunz.
Schule  für  arme  Mädchen  auö  der  Pfarre  St.  Maria  im  Kapitol  zu  Köln.
Die  darin  aufgenommenen  70  Kinder  erhalten  den  Elementar-Unterricht
und  die  Ausbildung  iu  weiblichen  Hand-Arbetten  unentgeltlich;  die
Schule  selbst  wird  durch  Stiftungen,  Zuschüsse  der  städtischen  Armen-Verwaltung
  und  durch  freiwillige  Beiträge  der  Mitglieder  des  Franen-Bercins
  unterhalten.
v.  d.  Schuleuburgsche  Stiftung  zu  Eichstedt,
eine  von  Helene  v.  d.  Schulenburg  1798  begründete,  1817  ins
Leben  getretene  Stiftung  (der  alte  Hof)  zur  Aufnahme  und  Unterstützung ­
  von  vier  alten  armen  Leuten.  Die  Bestimmung  über  die  Aufnahme ­
  steht  dem  Besitzer  des  Guts  zu.  Die  Anstalt  hat  3600  Thlr.
Vermögen.

Schul-Fouds  für  arme  Kinder  zu  Isenburg  (Neuwied)»

Das  Kapital  beträgt  2100  Thlr.  's  ''
Schul  Fonds  deö  HerzogthumS  Westpbalen.
Bon  der  Regierung  verwaltet  und  für  Schulzwecke  bestimmt.  Jährliche ­
  Einnahme  1400  Thlr.
Schul-Fonds  für  die  Fürsteiithüiner  Ģlegan,  Wehlau  und  Liegnih.
Er  ist  aus  Einkünften  der  Sackscheu  Farnilien-Stiftung  (s.  d.)  gebildet,
hat  jährlich  3518  Thlr.  Einnahme  nnd  wird  für  Tchuļ-Zwecke  verwendet. ­
  Verwaltet  von  der  Regierung  zu  Liegnitz.  S.  Schullchrer-Lennnarien
  Fonds  re.

Schul  Institut  der  grosten  Landesloge  der  Freimaurer  von  Deutschland.
»''şi'şiet,  beschafft  dasselbe  für  Kinder  verstorbener  öder
^..tş'^/Ģt-Mitglià  das  Schulgeld,  Bücher  und  andere
&amp;gt;  «  w  Z  linb ç r &amp;gt; ÍOV0t  şà  die  Bekleidung  der  Kiuder.  Ein  Vcrmächtuiß
dîkutrer  Normann  gab  ihr  (1857)  die  Mittel,  die  Zahl  der
Zöglinge  thuls  bedeutend  zu  vermehren,  theils,  gleich  der  Groß-Logc
zu  den  drei  Weltkugeln,  auch  Stipendien  für  arme  Stndirende  auszu-.7
  KsammtMl  der  Zöglinge  des  Schnl-ÄnstitntS  betrug
18j7  44;  unter  ihtlen  27  ^ölfne  und  11  Tochter.  Dieselben  erhielten
  nlcht  nur  freien  Lchul-Ullterricht  und  die  nöthigen  Lehrniittel,  sondern ­
  standen  auch  unter  der  sorgsamen  väterlichen  Aufsicht  der  ihnen
aus  den  Mltgliedern  der  Kommission  seitens  des  Vorsitzenden  zugeordneten ­
  Kuratoren.  Bereits  227  Kinder  hatten  seit  Gründung  des  In-
        <pb n="643" />
        636

stituts  die  Wohlthaten  desselben  genoffen.  —  Im  Jahre  1856  wurden
zu  diesem  Zwecke  über  759  Thlr.  verausgabt.
Schul  Kurrende  zu  Magdeburg.
Ein  bereits  1583  vorhandenes  Institut,  bestehend  in  einem  Chor  von
Schülern,  welche  an  gewissen  Tagen  in  den  Frühstunden  unter  Führung
eines  Lehrers  ans  den  Straßen  der  Stadt  im  Gehen  geistliche  Lieder
singen,  um  die  Einwohner  zur  Andacht  anzuregen.  Ueber  den  Stifter
und  die  Fundation  der  Kurrende  fehlt  es  an  sichern  Nachrichten.  Die
Knaben  werden  aus  den  armen  Schülern  der  Volksschule  entnommen
und  im  Gesänge  besonders  unterrichtet.  Das  Institut  hatte  1861
einen  Fonds  von  etwa  6400  Thlr.,  aus  dessen  Zinsen  rc.  30  Knaben
freien  Unterricht,  Bekleidung  und  sonstige  Unterstützungen  erhielten.
Schullehrer  Seminar  zu  Angerburg,
ein  ev.  Königl.  Institut,  am  9.  Juni  1829  in  einem  Privathause  eröffnet ­
  und  ursprünglich  auf  30  königl.  Freistellen  angelegt  mit  einer
Unterstützung  von  30  Thlr.  jährlich  für  jeden  auf  Königliche  Kosten
aufgenommenen  Zögling.  Später  in  ein  eigenes  Haus  verlegt,  hat
die  Anstalt  jetzt  84  Zöglinge.
Schullehrer-Seminar  zu  BraunSberg,
katholischer  Konfession.  Es  wird  von  etwa  34  Seminaristen  besucht,
hat  eine  jährliche  Einnahme  von  2930  Thlr.  und  neben  einigen  Grundstücken ­
  ein  Kapital-Vermögen  von  5700  Thlr.  Mit  dem  Seminar  ist
eine  aus  zwei  Klaffen  bestehende  Uebungs-Schulc  verbunden.  S.  Taubstummen-Anstalt.

Schullehrer-Seminar  zu  Breslau.
Katholischer  Konfession,  1765  begründet,  seit  1811  in  dem  säkularisirten
Klostergebäude  der  Chorfranen  vom  heil.  Augustin  auf  dem  Sande.
Kursus  3  Jahre.  Der  zu  Salzbrunn  t  Oberlehrer  Lindancr  aus
Neudorf-Kommende  vermachte  dem  Seminar  800  Thlr.  zu  Unterstützungen ­
  für  zwei  arme  fleißige  Seminaristen.  Vgl.  Wissowa.
Schullehrer-Seminar  zu  Brühl  (Köln),
1861  von  100  Zöglingen  besucht.  Verbunden  mit  einer  Taubstummen ­
  -Schule.
Schullehrer-Seminar  zu  Düren.
zur  Ausbildung  von  Lehrern  katholischer  Konfession  in  Westphalen
1825  im  ehemaligen  Jesniten-Kollegium  eröffnet.  Die  Anstalt,  ein
Internat,  hat  70—80  Zöglinge,  der  Kursus  ist  zweijährig.  Vermögende
Zöglinge  zahlen  40,  dürftige  30,  arme  20  Thlr.  jährlich  neben  5  Thlr.
Eintrittsgeld;  sie  haben  dafür  alle  Bedürfnisse  frei.  Vermächtniß  des
Fürstbischofs  Franz  Egon  von  Paderborn  von  jährlich  18  Thlr.  zur
Anschaffung  von  Büchern  zur  Lektüre  der  Lehrer  des  Fürstenthnms
Paderborn;  die  Bücher  werden  vom  Direktor  des  Seminars  angekauft,
in  der  Seminar-Bibliothek  besonders  aufgestellt  und  an  die  Lehrer
versendet.  Verbunden  mit  dem  Seminar  ist  seit  1830  eine  Taub-
        <pb n="644" />
        637

stum  mcn-An  stall  mit  etwa  45  Zöglingen  beiderlei  Geschlechts.  Das
Lehrlokal  befindet  sich  im  Seminargebäude,  die  Zöglinge  werden  bei
Einwohnern  der  Stadt  in  Kost  und  Pflege  gegeben  gegen  Zahlung
von  30  Thlr.  Die  Kost-  und  Pflegegelder  und  die  Gehälter  der
Taubstummenlehrer  trägt  der  von  dem  Provinzial-Schul-Kolleqium  zu
Münster  verwaltete  Provinzial-Taubstummen-Fonds.
Sckullehrer-Seminar  zu  Droffen,
1854  für  den  Regierungsbezirk  Frankfurt  gegründet.  Der  Magistrat
in  Droffen  verleiht  eine  Freistelle.
Schullehrer-Seminar  zu  Erfurt,
seit  1820  als  selbstständiges  Institut  bestehend,  eine  Königliche  Anstalt
mit  66  Zöglingen.  Bei  der  Aufnahme  ist  der  Nachweis  erforderlich
daß  der  Aspirant  mit  eigenen  Mitteln  oder  aus  der  Unterstützung  seiner
Eltern  und  Erzieher  mindestens  jährlich  50  Thlr.  auf  3  hintereinander
folgende  Jahre  verwenden  könne;  einzelne  Bedürftige  werden  mit  Freitischen ­
  und  Stipendien  unterstützt.
Schullehrer-Seminar  zu  Graudenz,
für  80  Zöglinge,  an  welche  Unterstützungen  von  durchschnittlich  36
Thlr.  aus  Staats-Fonds  gezahlt  werden.  Ein  katholisches  Institut.
Schullehrer-Seminar  zu  Äaralene,
Ein  ev.  Institut.  Zur  Vorbildung  von  Lehrern  litthauischcr  Zunge
werden  Unterstützungen  aus  dem  „litthauischen  Stipendien-Fonds"  (s.
d.)  verabreicht.  Die  Zöglinge  bedürfen  außer  Kleidern  und  Büchern:
nn  ersten  Jahre  das  halbe  Kostgeld  von  15  bis  24  Thlr.,  je  nach  den
Kostgeld?"'  ""  Zeiten  Jahre  8  Thlr.  feststehenden  Beitrag  zum
Schullehrer  Seminar  zu  Königsberg,
s.  Ev.  Waisenhaus-Seminar.

Schullehrer-Seminar  zu  iröpeuick.
Die  ersten  Anfänge  desselben  gehen  in  das  Jahr  1748  zurück,  wo  ei
l?5^'Şemlnar  mit  der  Real-Schule  in  Berlin  verbunden  wurdl
io  «ifr  to en  obcr  halben  Erlaß  des  Kostgeldes  mi
mm»'-ÂfílSífiíSffÃS
.J  ^  bct  ^âuen,  Rietz  bei  Becskow  dergestalt,  daß  jedesmal  di
erste,  dntte,  fünfte  und  achte  Stelle  von  dem  Besitzer  von  Friedlank
die  zweite,  vlerte  und  sechste  von  dem  von  Groß-Behnitz  und  di
siebente  von  dem  von  Groß-Rietz  besetzt  wird.
        <pb n="645" />
        638

Schullehrer  Seminar  zu  Äreuzburg.
Ev.  Konfession,  1859  errichtet.  Die  Aufgabe  der  Anstalt  ist,  dem
utraquistischen  Prinzip  gerecht  zu  werden,  also  Lehrer  zu  bilden,  die
mit  dem  polnischen  Kinde  in  seiner  Muttersprache  beten  können.  Das
Seminar  hat  vierzig  Zöglinge  und  eine  Uebungsschule  von  70  deutschen
und  20  polnischen  Schülern.  Die  Lehrer  sind  der  polnischen  Sprache  soweit ­
  mächtig,  daß  sie  sich  derselben  als  Unterrichtssprache  bedienen
können.  Vom  Staate  botivi,  hat  das  Seminar  noch  aus  milden  Beiträgen ­
  einige  Stipendien  zu  verleihen.
Schullehrer  Seminar  zu  Liebenthal,
katholisch.  Es  ist  1864  eröffnet  und  auf  şiO  Stellen  für  Seminaristen
berechnet.  Vôàmden  damit  ist  die'„Grast.  Schlabrendorffsche  Seminarund ­
  Waisenhaus-Stiftung"  kathol.  Antheils  (s.  b.J.
Schullehrer  Seminar  zu  Marienburg.
Ein  ev.  Institut,  1813  gegründet  und  auf  42  etatsmäßige  und  36
außeretatsmäßige,  im  Ganzen  auf  78  Zöglinge  berechnet,  welche  zugleich ­
  für  die  Unterweisung  taubstummer  Kinder  ausgebildet  werden.
Sie  wohnen  bei  Bürger-Familien  in  der  Stadt  und  zahlen  für  Wohnung ­
  und  Kost  etwa  5  Thlr.  monatlich.  An  Königlichen  Stipendien
erhalten  die  Zöglinge  monatlich  2|  bis  4  Thlr.  Der  Staat  zahlt  der
Anstalt  jährlich  6020  Thlr.  Zuschuß.
Schullehrer  Seniiirar  zu  Mörs.
für  evangel.  Lehrer,  seit  1822  bestehend;  es  hatte  1&amp;amp;62  4  Lehrer  und
36  Zöglinge.
Schullehrer-Seminar  zu  Münsterberg.
In  neuerer  Zeit  errichtet.  Es  bestehe»  bei  dcmselbeu  unter  Andern
3  Stipendien  der  Stadt  Breslau  à  40  Thlr.
'Tflunrrjîî'.  V  ii  Sch  ullehrer  -  S  eminar  zü  Neuwied,
1818  begründet  und  1863  mit  einem  Kostenaufwaudc  von  101,000  Thlr.
aus  Staats-Fonds  neu  hergestellt.  Es  besorgt  die  Lehrerbildung  für
die  ev.  Bevölkerung  in  den  RcgierUngS-Bczirkcn  Koblenz,  Trier,  Köln
und  Aachen  und  nimmt  zu  3  jährigem  Kursus  72  Zöglinge  auf.
Schullehrer  Seminar  zu  Neuzellc.
Es  besteht  seit  1818  und  wurde  von  Züllichau  hierher  verlegt.  Sein
Zweck  ist,  Elementar-Lehrcr  für  den  Regierungsbezirk  Frankfurt  a.  O.
zu  bilden^  Bernlögen  2800  Thlr.  in  Staats-Papieren.  Der  Bedarf
für  die  Anstalt,  welche  etatsmäßig  90  Seminaristen  zählt,  wird  theils
aus  Staats-,  theils  aus  ständischen  Fonds,  theils  durch  die  Kostgelder
der  Zöglinge  gedeckte  Die  letztern  wohnen  in  der  Anstalt,  haben  Unterricht ­
  und  ärztliche  Behandlung  frei  und  zahlen  für  Wohnung,  Beköstigung, ­
  Licht  und  Heizung  jährlich  50  Thlr.  Für  Kleidung,  Wasche,
Unterrichtsmittel  und  Arznei  hat  jeder  Zögling  außerdem  zu  sorgen.
Dürftigen  und  Würdigen  kann  das  Kostgeld  der  50  Thlr.  ganz  oder
        <pb n="646" />
        «so

zum  Thnl  -rlaff-u  loerbcn.  Die  Ausuahme-G-fuch-  find  an  da»  Pr«.
dlnzlal-Schul-Kollcgium  in  Berlin  zu  richten.
Schullehrer  Seminar  zu  Oranienburg.
I8LI  für  90  Zögling-  begründet.  Li-  wohnen  in  d-r  Änstalt  und
&amp;gt;,àn  ür  Wohnung,  Heizung,  locht  und  B-lostignng  vi-rt-Ijährlich
12^  Thlr  zu  zahl-u  Fl--fi,g°  und  gnt  sich  sühr-nd-  Zögling-  künu.n
ganz-  und  halb-  Freistellen  -rhall-n,  ,n  der  R-g-l  ober  erst  vom  3
Halbzahr  ab.
Schullehrer-Seminar  zu  Osterburg,
für  di-  altmärlischeu  und  di-  bcidrn  J-richowsche»  llr-il-  -n  lļl-l-l
zu  einem  dreijährig-,I  Kursus  und  ans  60  Stellen  erweitert  und  von
Gardelegen  hierher  verlegt.
Schullehrer-Seminar  zu  Paradies  (Meseritz),
im  ehemaligen  dortigen  Zisterzienser-Kloster.  Die  Anstalt,  1836  eröffnet, ­
  bildet  katholische  Elementarlehrer  und  hat  etwa  70  Schüler
welche  sämmtlich  auf  Staatskosten  im  Seminar  erzogen  werden.  Für
Verpflegung  der  Seminaristen  werden  jährlich  1910  Thlr.,  zur  Unterhaltung ­
  der  12  Knaben  im  Waisenhause  (s.  d.)  1000  Thlr.  ausgegeben. ­

Schullehrer-Seiniuar  zu  Peiskretschaiu
für  katholische  Zöglinge.  Die  Anstalt  hat  eine  aus  den  Mitteln  der
Frhr.  v.  Kottw.tzschen  Stiftung  zu  Breslau  (s.  d.)  unterhaltene
Baumschule  aus  welcher  die  gezogenen  Bäume  und  S-räucher  an
mabcit^  Unb  beider  Konfessionen  und  an  Landwirthe  abgegeben
Schullehrer-Seminar  zn  Pölitz.
WSLZWMW
Schullehrer-Seminar  zu  Reichenbach  O.  L
S!  MzM  «
( ç.  .  .  Schullehrer  Seminar  zu  Steinau.
WBWW
Lchullehrer-Semiuar  zu  Zoppeubrllck  (Liisseldors!.
ur  eseitiguug  des  Mangels  an  ev.  Schulanttö-Kandidaten  in  der
        <pb n="647" />
        640

Rhein-Provinz  mit  zweijährigem  Kursus  1857  eröffnet.  Der  Unterricht
ist  frei.  Für  Wohnung  und  Kost  werden  60  Thlr.  vergütet;  für
arme,  besonders  würdige  Zöglinge  sind  ganze  und  halbe  Freistellen
vorhanden,  auch  werden  Unterstützungen  bis  zu  25  Thlr.  jährlich  gewährt.
Die  Anstalt  steht  in  Verbindung  mit  der  Rettungs-Anstalt  zu  Düsselthal
(s.  d.).
Schullehrer  Seminarien  Fonds  zu  Liegnitz.
Er  bezieht  seine  Mittel  aus  der  Hofrath  Sackschen  Familien-Stiftung
(s.  d.),  hatte  1850  Einnahme  4970  Thlr.  und  steht  unter  Aufsicht  der
Regierung.
Schullehrer-Wittweu-  und  Waisen-Kasse  zu  Aachen,
für  die  ev.  Gemeinde  zu  Aachen;  sie  hatte  1862  ein  Vermögen  von
8800  Thlr.
Schullehrer-Wittwen-  und  Waisen  -  Unterstützung«  -  Anstalt  für  den  Reg.-Bezirk
Aachen.
Sie  zahlte  1862  an  Pensionen  für  Wittwen  und  Waisen  1635  Thlr.
und  hatte  in  Effekten  ein  Vermögen  von  61,000  Thlr.
Schullehrer-Wittwen  -  und  Waisenversorgnng«-Anstalt  des  Regierung«  Bezirk«
Arnsberg.
Sie  zahlt  Pensionen».  24  Thlr.,  verausgabte  1863  an  solchen  3280  Thlr.
und  hatte  ein  Vermögen  von  66,000  Thlr.
Schullehrer-Wittwenkasse  zu  Breslau.
s.  Evangel,  (kathol.)  Schullehrer-Wittwen  und  Waisen-Untcrstützungskafse
  für  Schlesien.
Schullehrer  Wittwen-  und  Waffen  Uuterstützungs-Perein  des  RegierungS-Bezirkö
Bromberg.
Das  Stamm-Vermögen  belief  sich  Ende  1863  auf  64000  Thlr.  Es
erhielten  51  Wittwen  je  18  Thlr.  und  an  58  Waisrn-Familien  wurden
gezahlt  34  —18  und  24  —  9  Thlr.
Schullehrcr-Witlwenkasse  der  Diözesen  Burg  und  Altenplathow,
1803  begründet.  Sie  zahlte  1S42  85  Mitglieder  mit  einem  Jahresbeiträge ­
  von  je  11  Thlr.  ;  14  Wittwen  mit  einer  Pension  vou  je
14  Thlr.;  ihr  Fonds  von  seit  1817  von  1740  auf  6400  Thlr.  gestiegen ­
  (Hermes  I.  227).  .LIujJL.
Schullehrer-Wittwen-  und  Waiseu-Unterstiitzuiigskasse  für  den  RegierungS-Bezirk
Twiiio.
Sie  hatte  1864  ein  Vermögen  von  65,000  Thlr.  und  verwendete
zu  Unterstützungen  für  Hinterbliebene  von  117  Lehrern  1570  Thlr.
Schullehrer-Wittwen-  und  Waisenkaffe  für  den  Reg.-Bezirk  Düsseldorf.
Mitglieder  sind  alle  seit  Errichtung  der  Anstalt  am  7.  Januar  1832
definitiv  angestellten  Lehrer.  Eintrittsgeld  4  Thlr.,  jährlicher  Beitrag
3  Thlr.  Im  Jahre  1861  gingen  ein  an  Beiträgen,  Eintritts-  und
Strafgeldern  3215  Thlr.,  an  Wittwen  -  Pensionen  wurden  ausgegeben
        <pb n="648" />
        641

Schul,ehrer-Wittweuk-ff-  der  (Dorman,,,,)  J„s„lno„
sMUUMŞ
Schullehree.WiMvm.  uud  Waisen  -  Unterstlltzungs  -  Anstalt  far  den  Reg.-Bezir,
iSfsfesi
Schnllehrer-Wittwenkasse  ber  Diözes  Gommern
aŞLMW»
Schullehrer-Witttven-  nnd  »Wig,,,, 5 o„b 8  b(i  Regierung«.«-,irkiSKÄÄÄi.Wjf'

,^""khrer-W.t»we.,kaffe  bet  (vormaligen)  Inspektion  Habmeröleben.
âLşşDNUWŞ
Schullehrer-Wittweiikaffe  fllr  die  Grafschaft  Hohnstein.
rnmMmma

S-ŞWŞ

à  ^a'scu,  U,,terstûtzungskaffe^'ş«r"^en  Reg.-Bezirk
«oblenz.
ŞMWMZķ
Vteuß.  Landbuch.  i,
41
        <pb n="649" />
        642

Schnllehrer-Wittwen-  und  Waisen-Anstalt  für  den  RegierungS-Bezirk  Köln.
Sie  &amp;gt;  hatte  1864  einen  Kasieubcstand  von  41,000  Thlr.;  jährlicher
Beitrag  3  Thlr.;  Wittwen-Pension  75  Thlr.
Schullehrer-Wittwen-  und  Waisen-llnterstühuiigs-dlnstalt  für  den  Reg.  Bezirk
Königsberg.
Nach  dem  Regulativ  vom  18.  August  1851  und  desien  Ergäşg
vom  28.  September  1863  verwaltet,  zahlt  sie  Pensionen  von  14  Thlr.
und  gestattet  die  Versicherung  mehrerer  Pensions-Raten  von  dufer
Höhe.  Seminar-Direktor  Steeger  vermachte  der  Anstalt  (185o)  em
Legat  von  1000  Thlr.  in  Staats-Anleihe-Schciuen  à  4  pCt.  und  bestimmte, ­
  daß  die  Zinsen  an  zwei  Wittwen  aus  dem  Reglerungs-Bezlrk,
wobei  aber  die  etwanigen  Schullehrer  -  Wittwen  ans  der  Famme
Ehnimb  den  Vorzug  vor  andern  Wittwen  haben,  gezahlt  werden
sollen.
Schnllehrer-Wittwen«  und  Waisen-Uuterstütznngs-Anstalt  für  den  Reg.-Bezirk  Köln.
Jährlicher  Beitrag  Thlr.,  Eintrittsgeld  3  Thlr.,  P-nsia»  15  Thlr.
jährlich.  Neustes  Reglement  vom  16.  August  1860.
Schnllehrer-Wittwenkaffe  zu  Langenberg.
Für  die  Lehrer  der  Bürgermeistereien  Langenberg  und  Hardenberg
(Kreis  Mettmann)  neben  der  allgemeinen  „Schullehrer-Wittwen-  und
Waisenkasse  für  den  Reg.-Bezirk  Düsseldorf"  (s.  d.)  bestehend.  Emtrittsgeld
  5,  jährlicher  Beitrag  2,  Pension  60—30  Thlr.  V,  y,
Schullehrer-Wittwenkasse  der  Diözese  Loburg.
1801  begründet.  Sie  hatte  im  Jahr  1842  einen  Fonds  von  1000
Thlr.;  28  Mitglieder  mit  einem  Jahresbeiträge  von  je  11  Thlr.,  und
8  Wittwen  mit  Pensionen  von  je  10  Thlr.
Schullehrer-Wittwenkasse  der  Stadt  Magdeburg,
1826  begründet  und  1834  mit  einer  Bcgräbnißkasic  vermehrt.  Mitglieder ­
  sind  sämmtliche  Lehrer  au  den  unter  dem  Patronat  des  hlesigen
Magistrats  stehenden  höheren  und  niederen  Schulen,  sowie  dw  Lehrer  m
der  'Neustadt.  Im  Jahre  1842  hatte  das  Institut  einen  Fonds  von
4600  Thlr.,  82  Mitglieder  mit  einem  Jahresbeiträge  von  je  2  Thlr.
und  9  Wittwen,  welche  eine  jährliche  Pension  von  je  30  Thlr.  bezogen ­
  (Hermes  I.  225).
Schullehrer-Wittweukasie  der  (vormaligen)  ersten  Magdeburgischen  Kirche»-Inspektion,

1750  für  die  Schullehrer  und  weltlichen  Kirchendiener  (Kantoren,
Organisten,  Küster)  gegründet.  Sic  hatte  1842  ein  vermögen  von
5450  Thlr.  73  Mitglieder  mit  einem  Beitrage  von  je  1  4.hlr.,  und
18  Wittwen  mit  einer  Pension  von  je  20  Thlr.  (Hermes  1.  225.)
Schullehrer-Wittwenkasse  der  (vormaligen)  zweiten  Magdeburgischen  Kuchen-Inspektion,

gestiftet  1742  für  die  Schullehrer  und  Kirchendiener.  Sie  hatte  1842
97  Mitglieder  mit  einem  jährlichen  Beitrage  von  je  1  Thlr.  und  17
        <pb n="650" />
        643

41  *

»..S  ï»  S'ÄÏ  SViíJ'/j,IS;
LŞW«ŞL--Lķ-Schnttehrer-Wiîļwenkasie
  ber  Diözese  MSckern
LTŞ-ŞW
SchuN-hr-i.Wiļļwcn.  und  ,u  M«rs
isSigsa:
Schutt.hr»ķ...ņn  und  «-'s-uà^-gàff.  für  d.n  R.,à»g-,«r.fr,
MWWWķ
ŅĢ--.«àà.-  M.,dàr,,«.n&amp;gt;  SĢà
ķ  M  Ģşş
war  biefeô  wT  186l"tn^  îo5%f  4500  ^hlr.  begründet,
LL-r-à-ŅSņL
I^ÌÌttï
        <pb n="651" />
        644

Schulle-rer-Wittwen-Fond«  des  Reg.BezirkS  Posen.
rwssri.  wrÄ*«as
Vermögen  war  vorhanden  67,865  Thlr.
Schullehrer-Wittwen-  und  Waisen-UnterstiitzungS-Fonds  für  den  Reg.-Bezirk
Potsdam,
mit  dem  1.  Jan.  1820  ins  Leben  getreten  zur  Unterstützung.  der  hmterbliebenen
  Wittwen  und  Kinder  der  im  Regrerungsbeztrk  mlt  Einschluß
der  ehemals  Sächsischen  Landestheile  verstorbenen  Schullehrer  ohne  Unterschied ­
  des  Glaubensbekenntnisses,  insoweit  sie  mcht  der  allgeme»n  e
HHSTäSî
^ aUÏ)Cn ’  Schullehrer-Wittwenkasse  der  Stadt  Quedlinburg,
Pension.  Der  Fonds  betrug  300  Thlr.  (Hermes  II.  277.)
Schullehrer-  Wittwenkasse  der  DiöceS  Sandau.
1799  begründet.  Rach  Hetme«  (I.  227)  hatte  jU  1842  einen  Fonds
vo»  Ilio  Thlr.  (1817  nur  K90  Thlr.),  51  Mitglieder  .nit  einem
Jahresbeiträge  von  je  2  Thlr.  unb  18  Wittwen,  deren  jebe  eine  Pension ­
  von  12  Thlr.  bezog.
Schullehrer-Wittwenkasse  bév  AltiNark  zu  Stendal,
290,  jährlicher  Beitrag  I  Thlr.  Wittwen  12,  davon  ,ede  8  4hl&amp;gt;.
jährlich  erhielt.  (Hermes  L  2277)
Schullehrer-Wittwenkasse  deS  Reg.-BezirkS  Stettin.
Seit  1.  Jannar  1832  bestehend,  zahlt  sie  "&amp;gt;Ņ  mid  hatte
bereits  im  Jahre  1854  einen  Bestand  von  48,000  Thlr.  9m  Jichi
1862  belief  sich  derselbe  auf  83,500  Thlr.  ;  Wittwen-Pensionen  wurden ­
  gezahlt  1896  Thlr.
Schullehrer-Wittweukasse  für  die  Grafschaft  Stolberg-Roßla.
Sie  erhält  erhebliche  Zuschüsse  aus  der  Wilhelms-Stiftung  (s.  d.).
Sterbegeld  12  Thlr.  Wittwen-Pension  jährlich  etwa  30  Thlr.
Schullebrer-Wittwen-  und  Waisen-PeusionsiFondS  im  Reg.-Bezirk  Trier.
1831  errichtet  Rum  Beitritt  sind  die  ordentlichen  und  diejenigen  ver-
        <pb n="652" />
        645

es  wurden  an  Pensionen  2400  Thlr.  verausgabt.  Die  Beiträge  der
Mitglieder  beliefen  sich  auf  2660  Thlr.

Schullehrer-Wittwenkasse  zu  Wernigerode,
seit  1743  bestehend.  Die  Elementar-Leerer  der  Grafschaft  zahlen
2ş  Thlr.  Eintrittsgeld  und  1  Thlr.  jährlichen  Beitrag;  außerdem  bei
jedem  Sterbefall  1  Thlr.,  ebenso  die  Kirchcnkassen.  Zur  Bestreitung
der  Begräbnißkosten  erhält  die  Wittwe  50  Thlr.,  Peusion  empfängt  sie
23—30  Thlr.

Schullehrer-Wittwenkaffe  der  DiöceS  Ziesar.
1789  begründet.  Sie  hatte  1842  einen  Fonds  von  630  Thlr.,  24
Mitglieder  mit  einem  Jahresbeiträge  von  je  1  Thlr.  und  8  Wittwen
mit  einer  Pension  von  jährlich  5  Thlr.  (Hermes  I.  227.)
Schul-Stiftitng  zu  Ahrweiler.
Kapital-Fonds  1367  Thlr.  Die  Zinsen  werden  zur  Anschaffung  von
moralischen  und  religiösen  Büchern  verwendet  zur  Bertheilung  unter
die  Kinder,  welche  die  Schule  verlaffen;  ~  der  Zinsen  darf  auch  zur
Anschaffung  von  Schulmaterialien  benutzt  werden.  Der  Schul-Borstand
hat  die  Verwaltung.

Schul-Stiftnng  zu  Rehlingen  (Saarlouis),
herrührend  von  Apollonia  Mieser,  Wittwe  Feyen  von  Rehlingen,
aus  dem  Jahre  1762.  Die  Stiftung  besteht  in  Grundstücken  im
Werthe  von  1700  Thlr.  Der  Pacht-Ertrag  (zur  Zeit  154}  Thlr.)
ist  zur  theilweisen  Bestreitung  der  Gehälter  der  Elementarlehrer  des
Orts  im  Interesse  der  Eltern  der  schulpflichtigen  Kinder  bestimmt.
Schul-Stiftnng  zu  Saarwellingen  &amp;lt;Saarlouis),
ein  Bcrmächtniß  des  Ackerers  Johann  Wilhelm  von  1838.  Sie  besteht ­
  in  Grundstücken,  deren  Pacht-Ertrag  22}  Thlr.  abwirft  und  zum
Vortheil  armer  kath.  Schulkinder  verwendet  wird.

Schul-Stiftungen  zu  Wernigerode.
Es  bestehen  a)  acht  Freistellen  auf  der  aus  einer  Stiftung  der  Grafen
  zu  Stolbcrg  hervorgegangenen  Klosterschule  zu  Ilfeld  im  Hannoverschen,
  welche  das  Gesammthaus  Stolbcrg  zu  vergeben  hat;  vier  sind  zur
Verfügung  des  regierenden  Grafen  zu  Stolberg-Wernigerode.  b)  Eben
J  v^ittsche  verlegt,  deren  vier  der  regierende  Graf  zu
stolbcrg-Lcrnrgerode  vergiebt.  d)  Ein  aus  der  Verschmelzung  ver-^tlftnngen
  entstandener  städtischer  Stipendien-Fonds  hat
jährlich  330  Thlr.  Einkünfte,  die  unter  die  Bewerber,  studirrnde  Söhne
christlicher  Bürger  der  Stadt,  gleichmäßig  vertheilt  werden,  e)  Das
Lambergsche  Stipendien-Legat  von  1500  Thlr.,  die  Hälfte  in  Gold;
die  Zinsen  erhält  ein  durch  Wohlverhalten  sich  auszeichnender  Student
wahrend  seiner  Universitätszeit  iu  halbjährlichen  Raten.  Vgl.  Keßler,
Lambergsches  Legat  rc.
        <pb n="653" />
        646

Stiftung  Schultenkamp  zu  Münster.
Si-  b-st-hl  feit  1809  und  hat  15,000  Thlr,  Kapital.  Di-  Einlüustw-rd-u
  zur  Untirstützung  arnicr  Di-nstbat-u  v-rw-nd-l.
August  Schultz  esche  Aussteuer-Stiftung  zu  Berlin,
non  bem  Antier  &amp;lt;5d)UÍ%e  gu  Berlin  (t  1848)  bei  bortiyn
Armen-Direktion  unter  dem  obigen  Namen  begründet.  Die  Zmfcn
(etwa  7000  Thlr.  Kapital)  sollen  jährlich  am  Todestage  des  Stifters
(19.  Septbr.)  znr  Ausstattung  männlicher  und  weiblicher  armer  funger
Leute  im  Betrage  von  je  50  Thlr.  verwendet  werden.
Joh.  Bech.  Schultze,
Rentier  zu  Berlin  (+  1859),  vermachte  dem  dortigen  Bäcker-Gewerk
18,000  Thlr.  unter  der  Bedingung,  daß  aus  den  Zmsen  würdigen
und  hülfsbedürftigeu  Gewerks-Bäckermeistern,  Gesellen  und  Wittwen
Unterstützungen  verabreicht  werden  sollten.  Die  Berwaltung  des  Legats
steht  der  Bäcker-Innung  zu.
Joh.  Gottlieb  Schultze,
Seidenwirkermeister  zu  Berlin,  schenkte  1836  dem  Friedrichs-Waisenhause
Me#  ein  Rapita!  bon  16,580  3#.,  be#  Binsen  beftmnnt  (Inb  an
Waisenkinder  beiderlei  Geschlechts,  die  mindestens  un  Walsenhanse  selbst
3  Jahre  gewesen  sind,  bei  ihrem  Eintritt  ins  bürgerliche  Ve  ben  Unterstützungen ­
  à  50  Thlr.  zn  gewähren.
Schulz  esche  Stiftung  zu  Schlawe  (Pommern).
1550  von  Jürgens  Schulze  mit  1000  Gulden  für  studirende  Jünglinae
  bedürftige  Jungfrauen  und  Hans-Arme,  zunächst  ans  der  Famtlre
be«  Stifter«  btgvänbet.  Im  Sah«  1813  war  brr  uut-r  d-r  B-rwaltnnq
  des  Magistrats  stehende  Stiftungs-Fonds  auf  3001  Thlr.
und  eine  jährlich-  Einuahm-  °°u  130  Thlr.  Vau  °-rpĢ'-n  G-und-L
  »  LL
filr  arm-  Sludir-ud-  und  -in  Ehr-ng-fch-nl  für  arm-  unb-schall-n-Jungfrauen
  bei  ihrer  Berheirathung.
Schulz  scher  Legat  zu  Gransee,
von  dem  Maurermeister  Schulz  herrührend,  welchen  950  Thlr.  und  ein
Gartengrundstück  zur  Unterstützung  verschämter  dortiger  Armen  vermachte. ­
  .  Schulz  scheö  Sch  ul«  Stipendium  zu  Salzwedel,
1751  von  einer  Wittwe  Schulz  gestiftet.  Die  Zinsen  des  Fonds
(jetzt  1600  Thlr.)  werden  an  arme  Gymnasiasten  vertheilt.  Kollator
ist  der  Magistrat.
Heinr.  Aug.  Schulz,
auf  dem  Rathhause  vertheilt  werden  sollen.
        <pb n="654" />
        647

Schulzesche  Schul-Stiftung  zu  Bismark.
Organist  Schulze  (t  1847)  bestimmte  2000  Thlr.  zur  Bildung
eines,  unter  Aufsicht  der  städtischen  Behörden  zu  stellenden  christlichen
Schul-Fonds  für  die  Htadt  Bismark.  Die  Zinsen  sollen  zur  Verbefferung
  der  Besoldungen  der  damals  vorhandenen  drei  städtischen
Lehrerstellen  oder  zur  Gründung  einer  vierten  Lehrerstelle  verwendet
werden.  Sie  betragen  871  Thlr.  und  dienen  zur  Zeit  als  Gehalts-Zulage
  für  den  vierten  Lehrer.
Schulze,
Stadt-Aeltester  zu  Berlin,  schenkte  dem  Kölnischen  Real-Gymnasium
daselbst  1829  ein  Kapital  von  500  Thlr.,  dessen  Zinsen  seit  seinem
(1850  erfolgten)  Tode  zur  Beförderung  des  Unterrichts  in  den  Naturwissenschaften ­
  verwendet  werden.
F.  M.  Schulze,  ,
Kaufmann  zu  Berlin  (t  1864),  hinterließ  der  dortigen  St.  Nikolaiund
  St.  Marien-Kirche  ein  Vermächtniß  von  etwa  15,000  Thlr.  Ein
Viertel  des  jährlichen  Ertrages  soll  für  die  in  den  beiden  Gemeinden
bestehenden  oder  noch  zu  errichtenden  Kinderbewahr-Anstalten  verwendet
werden.
Joh.  Fr.  Schulze,
Kirchenkassen-Rendant  zu  Perlcberg  (t  1847),  vermachte  der  Kämmerei
ein  1847  zahlbar  gewordenes  Kapital  von  2000  Thlr.  Die  jährlichen
Zinsen  mit  5  pCt.  sind  im  Herbste  jeden  Jahres  zu  einer  Tuch-Spende
  für  die  Armen  der  Stadt  zu  verwenden.
Schumacher  sches  Legat  zu  Tharlottenburg.
Von  Marie  KatharineWilhelminc  Schumacher  (t  1837)  herrührend,
welche  dem  Armen-Fonds  4000  Thlr.  mit  der  Bestimmung  vermachte,
daß  die  Zinsen  davon  theils  zur  Beschaffung  freien  Obdachs  und
Unterkommens  für  vier  einzeln  stehende  Personen,  theils  zur  Bestreitung ­
  der  jährlichen  Unterhaltungskosten  für  drei  arme  Stadt-Pflegekinder
in  der  Erziehungs-Anstalt  zu  Strausberg  verwendet  werden  sollten.
Ang.  Ferì».  Schumann,
Justizrath  und  Stadtrichter  (+  1828)  und  dessen  Gattin  Friederike
Wilhelmine,  geb.  Schulz  eigneten  dem  Schi  nd  lerschcn  Waisenhause  zu
Berlin  (s.  d.)  12,000  Thlr.  zu.  Die  Zinsen  von  6000  Thlr.  sollen
theils  zur  Verbesserung  deö  Einkommens  der  Lehrer  und  HauSleutc,
theils  zur  inneren  Oekonomie,  zum  Besten  der  Zöglinge,  zur  Anschaffung ­
  neuer  Betten,  Ausbesserung  derselben,  zu  Bettzeug,  besserer  Leinwand ­
  zu  Hemden,  zweckmäßigerer  Kleidung  und  zu  anderen  erforderlichen
nothwendigen  Ausgaben  verwendet  werden.  Von  den  Zinsen  der  andern ­
  6000  Thlr.  find  100  Thlr.  zu  Stipendien  für  Gymnasiasten,  die
aus  dem  Institute  hervorgehen  und  200  Thlr.  für  eben  solche,  welche
bereits  auf  Universitäten  stub  imi,  bestimmt.
        <pb n="655" />
        648

Schumann,
Erzpriester  zu  Rastenburg,  lcgirte  (1763,  1770)  4200  Fl.  zu  dem
Hwcck,  daß  wenn  von  seiner  oder  seiner  Gattin  Familie  sich  geschickte
junge  Leute  zum  Stndiren  fänden,  diese  die  Zinsen  als  Stipendium
genießen  sollten.  Nächstdem  sollen  drei  Studirende  der  Theologie,
welche  aus  Rastenburg  oder  der  dortigen  Diözese  gebürtig,  und  unter
solchen  vorzüglich  die'  Söhne  armer  Prediger,  Schullehrer  und^Präcentoren,
  vorzüglicher  aber  noch  die,  welche  ans  der  Rastenburger  schule
vorbereitet,  auf  zwei  Jahre  in  oen  Genuß  von  20  Thlr.  kommen.
Das  Kapital  betrug  im  Jahre  1838  (Koch  ll.  557)  1360,
dessen  Zinsen,  mit  45  Thlr.,  an  brei.  Stipendiaten  vertheilt  wurden.
Schummelsche  Şchlckêttwenkasse  zu  Breslau.
Ein  schlesisches  Institut,  zu  welchem  der  Beitritt  Lehrern  aller  Kategorien ­
  ohne  Rücksicht  auf  das  christliche  Bekenntniß  freisteht.  Das
Institut  hatte  1858  ein  Vermögen  von  14,000  Thlr.;  unterstützt
wurden  100  Wittwen  mit  627  Thlr.  Unter  dem  Vermögen  befinden
sich  einige  Legate  von  Grabs,  Menzel,  Sachs,  v.  Löwenheim
u.  A.  Vgl.  Schnllehrer-Wittwenkasse  zn  Breslau.
Schnnksche  Stiftung,
im  Jahre  1857  aus  dem  Nachlasse  der  zn  Pusfendorf  (Geilenkirchen)
ş  Marie  Sybille  Schunk  errichtet.  Das  Objekt  bestand  in  einer
Acker-Parzelle  von  1500  Thlr.  Werth  zu  Puffeudorf.  Von  den  Revenüen
  sollen  jährlich  zwei  arme  Kinder  des  Orts  bei  ihrer  ersten
Kommunion  gekleidet  und  100  Scheffel  Kohlen  unter  die  Armen  vertheilt ­
  werden;  der  Rest  soll  denjenigen  Armen  zu  Gute  kommen,  welche
den  gestifteten  Anniversarien  und  Lesemesien  für  die  rc.  Schunk  beiwohnen ­
  würden.
Schunksches  Legat
bei  der  Barfüßer-Kirche  zn  Erfurt  ;  die  Zinsen  kommen  mit  11—12
Thlr.  jährlich  einer  geistlichen  Wittwe  zu  Gute.
Ş  ch  u  r  i  ch  t,
Auktions-Kommissarius  und  Gerichts-Taxator  zu  Jüterbog  (t  1857)
sehte  den  Armen  und  Schulen  des  Orts  1500  Thlr.  mit  der  Bestimmung ­
  aus,  daß  die  Zinsen  von  500  Thlr.  jährlich  zu  Weihnachten  als
eine  Spende  all  die  Armen  vertheilt,  von  den  übrigen  Zinsen  jährlich
10  Thlr.  an  zwei  arme  fleißige  Kinder  zur  Beschaffung  von  Kleidungsstücken ­
  bei  der  Einsegnung  vertheilt,  der  Rest  zu  Schul-Präinien  verwendet ­
  werde.  Sein  übriges-Vermögeu  im  Betrage  von  6500  Thlr.
vermachte  Erblasser  der  Stadt  mit  der  Bestimmung,  dasselbe  nach  Verlauf ­
  von  10  Jahren,  innerhalb  deren  die  Zinsen  zum  Kapital  zn  schlagen, ­
  zur  Errichtung  eines  Krankenhauses  oder  Hospitals  oder  beider
Institute  zugleich  zu  verwenden.
Schuster-Begräbnißkasse  zu  Wernigerode,
1759  errichtet.  Sie  zahlt  19j  Thlr.  Begräbnißgeld  und  hat  1250
        <pb n="656" />
        649

Mitglieder.  Jährliche  Einnahme  11—1300  Thlr.  Vermögen  11,600
Thaler.
v.  Schuttersche  Stiftung,
zur  Unterstützung  armer  Wöchnerinnen,  von  der  Fran  Gcneralin  von
Schütter  geb.  %öfd;  in  Breslau  mit  150  Thlr.  begründet.  Die
Verwendung  der  Zinsen  ist  in  die  Hand  des  Vorstehers  der  geburtshülflichen
  Poliklinik  der  Universität  gelegt.  Das  Stiftungs-Kapital
war  im  Jahr  1837  durch  einen  Anschuß  aus  der  Universitätskaste  bis
auf  200  Thlr.  in  Staatsschuldschcinen  erhöht.  Vgl.  Bethanien.

SchntzmannS-PensionS-Zttschnßkasse  ;u  Berlin.
Sie  bildet  sich  aus  Beiträgen  der  Schutzmänner  und  Schutzmanns-Wachtmeister
  in  Berlin  und  ist  zn  Pensions-Zuschüssen  für  pensionirte
Schutzmänner  und  Schutzmanns  -Wachtmeister  bestimmt.  Durch  Kab.-Ordre
  vom  L  Juni  1854  erhieşt  sic  beschränkte  Korporations-Rechte
und  durch  Kab.-Ordre  vom  23.  Mai  1860  wurde  den  Ofsizieren  der
Schutzmannschaft  gestattet,  gegen  Zahlung  von  Beiträgen  bcizutreten.
Ein  unterm  14.  November  1863  landesherrlich  bestätigter  Nachtrag
zu  den  Grundbestimmungcn  vom  1.  Juni  1853  regelt  die  Verhältniße
der  Offiziere  weiter:  sic  genießen  die  Vortheile  der'Kaste,  luciitt  sic  die
Beiträge  von  ihrer  Anstellung  ab  entrichten  und  dieselben  bis  zu  ihrer
Pensionirung  sortzahlen.  Zwangsbeitritt  findet  nicht  statt.  Die  Rechte
der  Offiziere,  welche  bis  dahin  ihre  Beiträge  geleistet  haben,  bleiben  in
Gemäßheit  des  Erlasses  von,  23.  Mai  I860  gewahrt.  Das  Polizei-Präsidium
  hat  die  Verwaltung  der  Kaste,  deren  Fonds  fortan  nur
in  sicheren  Papieren  oder  Hypotheken  angelegt  werden  dürfen;  die
Ober-Rechnungskamnicr  die  Revision  der  Jahrc's-Rechnungcn.
Schwabe  Prie  semnthsche  Stiftungen.

Der  1824  zu  Braunau  (Lüben)  f  Gutsbesitzer  Christian  Gottlieb
Schwabe  hatte  durch  Testament  vom  12.  Juli  1822  bestimmt,  daß
sein  Vermögen  nach  feinem,.uub  seiner  Gattin,  geb.  Priesemuth
Tode,  zu  milden  Stiftungen  verwendet  werden  solle.  ļ  des  Verinogenö
  waren  für  eine  Stiftung  zun:  Besten  armer  verwaister  Kinder
männlichen  Geschlechts,  1-  zu  Stipendien  für  arme  Studirende  der
Breslauer  Hochschule  und  zwar  nur  für  gebornc  Schlesier  bestimmt.
Nähere  Bcstlminungen  über  Einrichtung  und  Verfassung  der  Stiftungen
hatte  dei  Erblasser  nicht  getroffen,  es  war  vielmehr  der  Staatsverwalung
  die  Aufgabe  zugefallen,  auf  Grund  der  im  Testament  gegebenen
urzcn  Andeutungen  die  Stiftung  zur  Ausführung  zu  bringen.  Da
elde  erwähnten  Stiftungen,  1825  landesherrlich  genehmigt,  erst  ins
treten  sollten  wenn  das  Kapital-Vermögen  die  Summe  von
200,000  Thlr.  erreicht  haben  würde,  so  wurde  der  Nachlaß  von  der
Regierung  zu  Liegmtz  verwaltet  und  erst  1862  der  Universität  zu  BreS-,
  7  des  damals  vorhandenen  Vermögens  mit  ca.  67,000  Thlr.  überwiesen ­
  und  angeordnet,  daß  die  Stiftung  in  diesem  Jahre  ins  Leben
treten  sollte.  Die  Kollation  der  Stipendien  steht  dem  Senat  zu;  bei
der  Verleihung  werden  geborene  Schlesier  berücksichtigt;  den  Vortritt
        <pb n="657" />
        650

vor  Allen  haben  Zöglinge  des  (in  Goldberg  errichteten)  Schwabc-P
  ries  emuth  scheu  Waisen-Erziehnngs-Jnstituts;  nach  ihnen  kommen
evang.  Studirende  und  iu  deren  Ermangelung  Katholiken  und  Juden;
ein  Unterschied  der  Fakultäten  findet  nicht  statt.  Für  Zöglinge  des
Schwabe-Priesemuthschen  Waisen-Jnstituts  beträgt  das  Stipendium ­
  250,  für  andere  Bewerber  nach  dem  Maße  ihrer  Würdigkeit  und
Bedürftigkeit  80—  120  Thlr.  Die  Herstellung  des  Waisen-Jnstituts
zu  Goldberg  ist  im  Werke;  die  Kreisstände  haben  zum  Aufbau  des
Gebäudes  8000  Thlr.  beigesteuert.
,  Schwallhsches  Stipendium.
Eine  alte  Stiftung  zu  Stolp,  vom  Magistrat  verwaltet.  Das  Kapital
belief  sich  Anfangs  dieses  Jahrhunderts  auf  306  Thlr.
Joseph  S  chw  ane.
Pfarrer  zu  Dorsten  (t  1838)  vermachte  den  Armen  des  Pfarrbczirks
2670  Thlr.;  von  den  Zinsen  sollen  bedürftige  Verwandte  des  Testators ­
  vorzugsweise  unterstützt  werden.
Şchwanenfeldsche  Stiftung  zu  Neuteich,
zur  Unterstützung  der  dortigen  Orts-Armen.  Sie  hat  ein  Kapital  von
12,000  Thlr.
Daniel  Schwarz,
Bäckermeister  und  Stadtältestcr  zu  Militsch  (t  1862)  wendete  der
Armenkasse  daselbst  1000  Thlr.  mît  der  Bestimmung  zu,  daß  von  den
Zinsen  im  Januar  jeden  Jahres  unvermögende  Familien  unterstützt
werden  sollen.  Auch  begründete  er  eine  der  dortigen  evangelischen  und
katholischen  Schule  zugewendete,  vom  Magistrate  zu  verwaltende  Stiftung
  von  1500  Thlr.  zur  alljährlichen  Feier  eines  gemeinsamen  Kinderfestes
  und  zum  Vortheil  der  Lehrer,  Lehrerfraueu  und  fleisttger  Schulkinder. ­


Franz  Schwarz»
Scharfrichter  zu  Landshut  (t  1837),  vermachte  200  Thlr.  der  '■rtabt
Landshut  mit  der  Bestimmung,  daß  von  den  Zinsen  ş  unter  zwei  ganz
arme  HülfSbedürftige  daselbst  vertheilt,  ì  zu  religiösen  Handlungen
verwendet  werden  sollten.
Schwarzersches  Legat  zu  Woih  iGrottkan),
von  dem  Hausbesitzer  Schwarzer  zu  Neisse  herrührend,  der  seinem
Geburtsorte  1000  Thlr.  legirte.  Die  Zinsen  kommen  den  Armen  in
Woitz  zu  Gute.

Friedrich  S  ch  w  a  r  z  e  r  sche  Stiftung,
Sie  besteht  seit  1845  zu  Neisse  und  es  erhalten  aus  derselben  5  arme
Bürger  mit  unerzogenen  Kindern  je  5  Thlr.
v.  Schweidnitzsche  (Schweinitzsche)  Ärmen-Stiftung.
begründet  von  der  f  Frau  Oberstlieut.  m  Schweidnitz  à  1000
Thlr.,  von  deren  Zinsen  8  arme  Bürgerwtttwcu  der  -stadt  Holtwitz
        <pb n="658" />
        651

jede  jährlich  mit  36  Thlr.  unterstützt  werden  sollen  und  der  jedesmalige ­
  Rendant  ein  Honorar  von  112  Thlr.,  zugleich  für  Schreibmaterial ­
  rc.,  bezieht.  Die  Stiftung  steht  unter  Verwaltung  des  Magistrats. ­

Schweitzersche  Stiftung  zu  Breslau.
Der  Partikulier  August  Schweitzer  (f  9.  Mai  1848)  überwies  dem
Magistrat  zu  Breslau  a)  3000  Thlr.  in  Staats-Schuldscheinen,  deren
Zinsen  alljährlich  zu  gleichen  Theilen  an  40  anständige  und  moralisch
Ute  städtische  Hausarme,  zur  Hälfte  christlichen,  zur  Hälfte  jüdischen
Glaubens  an  seinem  Sterbetage  vertheilt  werden  sollen;  b)  ein  gleiches
Kapital  zu  einer  immerwährenden  Stiftung,  das  jedoch  damals  noch
mit  einem  Nießbrauch  behaftet  war.  Nach  dem  Ableben  der  Nicßbraucherin
  sollen  von  den  aufkommenden  Zinsen  zwei  jüdische  arme
Waisenknaben,  welche  ein  Handwerk  erlernen  wollen,  oder  ein  armer
jüdischer  Waisenknabe,  welcher  eine  Kunst  erlernen  will,  unterstützt
werden.
Schweitzersche  Stiftung  zu  Landsberg  (Oppeln).
Der  vorhin  gedachte,  in  Breslau  f  August  Schweitzer  hinterließ
dem  Magistrat  zu  Landsberg  4000  Thlr.,  aus  deren  Zinsen  an  besonders ­
  bestimmten  Tagen  jeden  Jahres  10  jüdische  arme  Leute  des
Orts  unterstützt  werden  sollen.
Schwenckesches  Stipendium,
Eine  alte  Stiftung  der  Stadt  Kalbe  a.  S.  (Hermes  II.  48.)

Gräfin  v.  Şckiwerin,
geb.  v.  Ammon  (t  1795)  begründete  eine  Stiftung,  von  welcher  LiSco
(S.  162)  folgende  Notiz  giebt:  „Die  Zinsen  von  70,817  Thlr.  sollen,
und  zwar  t  den  Gliedern  der  Familie  v.  Ammon,  wenn  sie  bcdürftlg
  sind,  zufallen,  und  £  m  hülfsbedürftige  Knrandcn  gezahlt  werden.
Der  erste-  Fall  ist  bis  jetzt  noch  nicht  eingetreten  und  durch  Kapitalien""? ­
  1C " er  brei  vertheile  ist  die  jetzig«  Kapitalshöhe  herbeigeführt,
à  der  Rechnungslegung  im  Oktober  jeden  Jahres  worden  die  Uuterwì'xì?*"
  m  lästige  Kuranden  gezahlt,  es  müssen  von  des  Bier-Jabre
  1837  îĶ°şien  vorlveg  berichtigt  werden;  es  bettugcn  im
steigen.  Das  ganze  Vermögen  wird  im  Depositorium  des  Pupillcn-Kolleglums
  verwaltet,  und  dies  Kollegium  ist  Erbe  und  Executor
testament,,  und  hat  als  solcher  den  oben  erwähnten  vierten  Theil  der
Zmscn  oder  Nutzungen  des  Gesammt»Kapitals  tinzubehalten  und  zu
verwenden."

Gräflich  Schwerinsche  Stipendien-Stiftung  zu  Alt-LandSberg.
Errichtet  1691.  Das  Stipendium  beträgt  140  Thlr.  und  wird  an
vir  ^ohne  der  zur  Stipendiatenkasse  gehörigen  10  Prediger  der  ehe-
        <pb n="659" />
        652

maligen  Herrschaft  Alt-Landsberg  vergeben.  Den  zur  Stipendiatenkasse
gehörigen  Predigern  gebührt  die  Kollation.  Vgl.  Waisenhaus  zu  Alt-Landsberg.

Schwestern-Stiftung  zu  Droyssig.
Sie  ist  bestimmt,  den  dort  gebildeten  Erzieherinnen  (s.  Lehrerinnen-Seminar)
  in  Zeilen  der  Krankheit  und  Noth  beizUstehen  und  ihnen  die
Gewißheit  zu  geben,  daß  diejenigen,  welche  allein  stehen,  in  Droyssig
stets  einen  Ort  haben,  wohin  sie  sich  um  Hülfe  wenden  können.
Schwesterschaft  vom  armen  Kinde  Jesu  zu  Aachen.
Sie  befaßt  sich  mit  der  Erziehung  kleiner  armer  Kinder  und  erhielt  von
dem  Pfarrer  Johann  Joseph  THelen  (+  1857)  ein  Legat  von  3000
Thlr.  Vgl.  Erziehuugs-  und  Pflcgehaus  re.  zu  Aachen.
Fr.  Wilh.  SebeS,
Rentner  zu  Bonn  (ş  1863),  vermachte  der  evang.  Kirchengemeinde  in
Geldern  zur  Erhöhung  des  Pfarr-Gehaltes  und  Gründung  einer
Pfarr-Wittwcn-  und  Waisenkasse  4000  Thlr.
"  Seelhans-Fundatien  zu  Brieg.
In  derselben  finden  20  cvang.  dürftige  Wittwen  Wohnung.  Jede
erhalt  jährlich  20  Thlr.  Unterstützung  zum  Lebens-Unterhalt,  ungerechnet
einiger  andern  Einnahmen,  welche  ihnen  auf  Grund  spezieller  testamentarischer ­
  Bestimmungen  zufließen.  Die  Anstalt  hat  ein  Kapital-Vermögen
  von  14,000  Thlr.
Seeligersche  Erziehungs-Anstalt  zu  Braunsberg.
Mit  Hülfe  eines  1795  legirten  Kapitals  von  20,000  Thlr.  errichtet
und  unter  Oberaufsicht  der  Regierung  in  Königsberg  von  einem  aus
4  Personen  bestehendeü  Kuratorium  verwaltet.  Es  werden  darin  arme
Waisenknaben  kath.  und  evang.  Konfession  verpflegt  und  beaufsichtigt,
bis  sie  die  Schule  durchgemacht  haben  und  sich  einem  Lebensberufc
widmen  können.  Die  Anstalt  hat  zur  Zeit  8  Freizöglinge  und  5  Pensionäre. ­
  Kapital-Vermögen  31,300  Thlr.
Grast»  v.  Seherr-Thost,
geschiedene  Regierungs-Direktor  Gebel  (f  1835  zu  Breslau),  vermachte ­
  dell  Ortsarmeu  zu  Peterwitz  (Jauer)  ein  Kapital  von  2000
Thalern.
Sei  de  l,
Prorektor  emer.  des  Berliner  Gymnasiums  zum  grauen  Kloster,  schenkte
demselben  im  Jahre  1829  1250  Thlr.  in  Staatsschuldscheinen  unter
der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  mit  50  Thlr.  jährlich  einem  fleißigen
und  dürftigen  Abiturienten  als  ein  Stipendium  auf  3  UnivcrsitätS-Jahre
  verliehen  werden  sollen.  Die  Verwaltung  steht  dem  Direktorium
der  Streitschen  Stiftung  (s.  d.)  zu.
Seidelsche  Stiftung  zu  Thiergarten.
Der  1843  zu  Friedrichsthal  t  Bäckermeister  Seidel  hatte  die  Ge-
        <pb n="660" />
        653

mctitbe  Thiergarten  und  die  Kolonie  Fricdrichsthal  (Bunzlau)  zu  Erben
von  '  seines  Nachlasses  (etwa  1052  Thlr.)  eingesetzt  und  sie  hinsichtlich ­
  eines  Theils  des  übrigen  Drittels  seiner  Ehefrau  sideikommissarisch
substituirt.  Die  Stiftung  ist  zur  Erleichterung  der  Gemeinden  Thiergarten ­
  und  Fricdrichsthal  bestimmt:  die  Einnahmen  aus  selbiger  sollen
hauptsächlich  dazu  dienen,  den  zur  Gemeinde  gehörigen  Mitgliedern
und  Schutzgenoffen  hinsichtlich  der  Entrichtung'der  Staats-  und  andern
Steuern,  Abgaben  und  Zinsen  aller  Art,  mit  Ausnahme  der  Laudemien,
zu  Hülfe  zu  kommen.  Die  Zinsen  werden  unter  die  einzelnen  Wirthe
nach  Berhältniß  der  von  jedem  zu  entrichtenden  Staats-,  Kommunalund
  Dominial-Abgaben  vertheilt.
Seiffertfches  Legat.
Johanne  Charlotte  Ernestine  Scissert  (f  1842  zu  Berlin)  setzte
Behufs  Begründung  einer  milden  Stiftung  zur  Unterstützung  würdiger
und  hülfsbedürftiger  unverhciratheter  Prediger-Töchter  und  anderer
lediger  weiblicher  Personen  des  Mittelstandes,  von  welchen  immer  drei
zu  gleichen  Theilen  die  Zinsen  der  Stiftung  genießen  sollen,  ein  Legat
von  3000  Thlr.  aus.  Die  Verwaltung  steht  dem  Konsistorium  zu.
S  eitzsche  Stiftung,

von  dem  ehemaligen  Kur-Trierschen  Obersten  Seitz  (f  1842)  für  die
Armen  zu  Ehrenbrcitstein  und  Pfaffendorf  begründet,  indem  er  sie
zum  Universal-Erben  einsetzte.  Die  Hinterlassenschaft  betrug,  mit  Ausschluß ­
  einer  noch  zu  liquidirenden  Forderung  des  Erblassers  an  rückständigem ­
  Gehalt  7818  Thlr.,  wovou  er  den  Armen  zu  Ehrenbreitstem ­
  î  und  den  Armen  zu  Pfaffendorf  ļ  bestimmte.  Das  Kapital
sä  unter  dem  Ñamen  „Seitzsche  Stiftung"  gegen  hypothekarische
Sicherheit  angelegt,  niemals  aber  angegriffen  und  vermindert,  und  nur
der  Zins-Ertrag  für  die  Armen,  und  zwar  in  Pfasfendorf.  zur  Unterstützung ­
  der  Orts-,  insbesondere  der  Hausarmem  und  der  durch  UnsMàeķàņsĶîķ

schechts  verwendet;  ,n  Ehrenbreistcin  dagegen  1  der  Zinsen  wieder
MMMZZM
^hal  Ehrenbreitstem,  dem  Geburtsorte  des  Stifters,  falls  aber  früher
chon  c.n  solche  Anstalt  daselbst  bestehen  möchte,  das  Kapital  der  letzern
  überwiesen  iverden.  Außerdem  bestimmte  der  Erblasser,  daß  jedes
vnhr  an  seinem  Sterbetage  (7.  März)  Brod-Unterstützungen  aus  den
Zinsen  entnommen  und  an  die  Armen  verabreicht  werden  sollten;  in
4faffendorf  nach.  Maßgabe  des  jedesmaligen  Bedürfnisses,  in  Ehrcnbreitstem
  stets  nnt  100  Broten  à  4  Pfund.

Seldsches  Slipendium.
Eine  in  Gardclcgen  bestehende  Stiftung  von  jährlich  100  Thlr.  für
        <pb n="661" />
        654

einen  dortigen  Prediger-Sohn,  welcher  Theologie  studirt.  (Hermes  II.
396.)
Selenkesche  Stiftung.
Von  dem  Kaufmann  S  elen  k  e  zu  Breslau  1775  für  sechs  verunglückte
und  arme  Kaufleute  ev.  Konfession  errichtet,  um  ihnen  neben  freier
Wohnung  ein  ruhiges  und  gemächliches  Leben  zu  sichern.  Nachdem
1836  das  Fundations-Kapital  bis  auf  76,000  Thlr.  angewachsen  war,
ist  die  Anstalt  mit  Köuigl.  Genehmigung  erweitert,  mit  Hülfe  von
mehr  als  10,000  Thlr.  Beiträgen  evangelischer  und  katholischer  Kaufleute ­
  ein  größeres  Verpflegungshaus  erbaut  und  dieses  für  Kaufleute
beider  christlichen  Konfessionen  bestimmt  worden.  Verwaltet  wird  das
Institut  von  dem  Verein  christlicher  Kausteute  (s.  d.).
Seligsches  Legat,
bei  der  Domkirchenkaffe  zu  Berlin.  Aus  den  Zinsen  von  jährlich  90
Thlr.  werden  Hülfsbedürftigen  der  Domgemeinde  Unterstützungen  gewährt. ­

Şelig-Risselmannsches  Stipendium.
Von  dem  Geh.  Rath  Karl  Ludwig  Selig  1772  letztwillig  gestiftet,  ist
von  dessen  Erben,  dem  Konrad  Ludwig  v.  N  isselmann  auf  Schönwalde ­
  am  7.  Debr.  1776  eine  förmliche  Fundations-Urknnde  darüber
ausgefertigt  worden.  Darnach  sollen  die  beiden  Stipendiaten  die  Zinsen
des  legirten  Kapitals  von  4000  Thlr.  zu  5  pCt.,  jeder  drei  Jahre
hintereinander  genießen;  die  Stipendiaten  sollen  reformirter  Konfession,
der  Eine  ein  Theologe,  der  Andere  ein  Jurist  sein.  Der  Theologe  soll
aus  dem  Seminario  théologien  des  Joachimsthalschcn  Gymnasiums
nach  Beibringung  guter  Zeugnisse  von  den  Profefforcn  genommen,  der
Jurist  auf  der  reformirten  Friedrichsschule  zu  Frankfurt  a.  d.  O.  scine
Humaniora  erlernt  haben  und  von  den  Kuratoren  gedachter  Anstalt  vorgeschlagen ­
  und  präsentirt  wexden.  Die  Stipendien  werden  zur  Fortsetzung ­
  der  akademischen  Studjen  durch  die  Familie  v.  Risselmann
verliehen.  Die  Aufsicht  über  die  Stiftung  steht  dem  Königl.  Provinzial-Schnlkollcgium
  zu.
Sc  mV  e  lische  Ltisliuig  zu  Rastephurg.
Von  dem  1861  zu  Berlin  t  Justizrathe  Sembeck  herrührend.  Kapital ­
  66,000  Thlr.  Zweck  der  für  die  Stadt  Rastenburg  bestimiitteii
Stiftung  ist  hie  Unterstützung  hülfsbedürftiger  Personen  und  die  Erziehung ­
  ljrmerer  Kinder.  Aus  den  3109  Thlr.  betragenden  Zinsen
wurdey  1862  gezahlt  drei  tcstamcutarische  Legate  à  200  Thlr.  und
2300  Thlr.  Unterstützungen  an  120  Personen  verschiedenen  Standes
theils  in  fortlaufenden  monatlichen  Raten  bis  zur  Hohe  von  50  Thlr.
jährlich,  theils  in  einmaligen  Unterstützungen  bis  zur  Höhe  von  70  Thlr.
Der  Beschluß  über  Bewilligung  der  Unterstützungen  steht  dem  Kuratorium ­
  zu,  welches  aus  dem  ersten  Geistlichen,  dem  Bürgermeister,
Stadtverordnetcn-Vorsteher,  dem  ersten  Richter  und  dem  Direktor  des
Gymnasiums  besteht.
        <pb n="662" />
        655

Seminar  für  gelehrte  Schulen  zu  Berlin.
Diese  Anstalt,  1787  von  Fr.  Gedicke  gegründet,  seit  1812  ein  selbstständiges ­
  Institut,  ist  der  Bildung  der  Lehrer  für  gelehrte  Schulen  der
Monarchie  gewidmet  und  hat  10  Stellen.  Die  Direktion  steht  unmittelbar ­
  unter  dem  Ministerium  der  geistlichen  Angelegenheiten,  und  ist
der  jedesmalige  Direktor  (jetzt  Geh.-Rath  I)r.  Böckh)  anch  beständiges
Mitglied  der  wiffenschaftllchcn  Prüfungs-Kommissiom  Die  Mitglieder
des  Seminars  versammeln  sich  monatlich  2  Mal;  sie  unterrichten  zugleich ­
  an  den  deutschen  Gymnasien  der  Stadt  und  an  der  neu  errichte-MMZUMW

Seminar  für  gelehrte  Schulen  zu  Königsberg,
s.  Pädagogisches  Seminar  zu  Königsberg.
Seminar  für  gelehrte  und  höhere  Bürgerschulen  zu  Stettin.
S-it  1804  heftet)tub,  hat  c8  dk»  Zweck,  sichrer  für  Gymnasien  nnd
hohe»  BürgerfchnlkN,  besonders  in  der  Provinz  Pomnwrn  zu  bilden,
Theil^auch  'freie  Wohnung,"  Th..,  jährlich,  zun,
Seminar  für  jüdische  Lehrer  zu  Berlin,
s.  Lehrer-Bildungs-Arrstalt  re.
Seminar  für  KleinkinderLehrerinnen  und  KinderPflegeriunen  zu  Kaiserswerth
s.  Diakoniffen-Austalt.
f  ,  _,  Seminar  für  Lehrerinnen,
s.  Lehrerinnen-Seminar  rc.
Seminar  für  PredigtanttS-Kandidaten  zu  Duisburg,
s.  Rheinisch-Westphälische  Pastoral-Gilhülfen-Anstalt.
Seminar  für  Stadtschulen  zu  Berlin,
Diese  Königliche  Anstalt  (Orauienburger-Straße  25.)  besteht  seit  1831
àMWBMs
. f cu  n , ut  à  seminar  in  Verbindung  gesetzten  Schulen  Unterricht
Mheilt,  eine  Remunerativi,,  die  sich  bis  auf  80  Thlr.  belaufen  kann,
i  der  Anstalt  verbunden  ist  eine  S  e  mi  narsch  ule.  Für  diejenigen
e  irr,  des  Orts,  welche  sich  in  einzelnen  Lehrfächern  fortzubilden  wün-L
 1cn '  !?’ vb  e * n  Lehr-Kursils  abgehdlten,  in  welchem  über  die  geeigneten
Gegenstände  Vortrage  gehalten  werden.
Sen.inanuin  Buniracianum,
(•  Knaben-Seminar.
Seminai  nm  Theodorianum  zu  Paderborn,
bischöfliche,  von  Jesuiten  geleitete  theologisch-philosophische  Lehr-
        <pb n="663" />
        656

Anstalt,  welche  nach  Auflösung  der  Universität  zu  Paderborn  (1818)
als  selbstständiges  Institut  erhalten  worden  und  aus  dem  Paderborner
Studien-Fonds  datirt  ist.  In  ihr  werden  Aspiranten  des  katholischgeistlichen ­
  Standes  für  ihren  künftigen  kirchlichen  Beruf  theoretisch  ausgebildet. ­
  Der  Bischof  von  Paderborn  beruft  die  Lehrer,  regelt  die
Lehr-Verfassung  und  überwacht  die  Disciplin.  Vgl.  Frhr.  v.  L  e  d  e  -
bur-Wicheln,  Dämmers,  Iunserm  ann  u.  s.  w.
Seinrausche  Stiftung  zu  Kunow  (Schrimm),
von  den  Semrauschen  Eheleuten  begründet.  Sie  überwiesen  mittelst
testamentarischer  Bestimmung  vom  1.  Decbr.  1850  zur  Unterhaltung
und  zu  den  Bedürfnissen  des  in  Kunow  einzurichtenden  Armen-Schutzhauses
  eine  Fläche  Land  von  1}  Morgen,  einen  Baarbetrag  von  jährlich ­
  36  Thlr.  und  mehrere  Natnrialien  im  Werthe  von  jährlich  13  Thlr.
Das  Armen-Schutzhaus  ist  seitdem  ins  Leben  getreten.
Frhr.  b.  Send  en,
Kammerherr,  überwies  (1863)  der  ev.  Schule  zu  Radtschütz,  Kreises
Steinau,  L00  Thlr.  zu  einer  Schul-Fundation.  Eine  gleiche  Stiftung
besteht  seit  1862  bei  der  ev.  Schule  zu  Reifichi  (Haynau).  Kapital
25  Thlr.  Die  Zinsen  sollen  als  Schulgeld  für  das  ärmste  Kind  aus
Reifichi  mit  Ober-Birkfleck  und  Klein-Tschirbsdorf  verwendet  werden.
Senioren  Stiftung  für  Inhaber  des  Eisernen  KrenzeS.
Von  König  Friedrich  Wilhelm  IV.  am  3.  August  1841  begründet,  ist
sie  durch  das  Gesetz  vom  10.  März  1863  erweitert.  Nach  letzterem
sind  den  Inhabern  des  Eisernen  Kreuzes  am  schwarzen  wie  am  weißen
Bande,  welche  dasselbe  in  den  Jahren  18^  und  durch  namentliche  Bestimmung ­
  nachträglich  erhalten  haben,  fortan  und  zwar:  den  Inhabern
des  Eisernen  Kreuzes  erster  Klasse  je  150  Thlr.  und  den  Inhabern  des  Eisernen ­
  Kreuzes  zweiter  Klasse  je  50  Thlr.  vom  1.  Januar  1863  ab  jährlich ­
  als  Ehrcnsold  ans  Lebenszeit  nach  den  Bestimmungen  der  Stiftungs-Urkunde ­
  vom  3.  August  1841,  unter  Ausdehnung  derselben  auf
die  Inhaber  des  Eisernen  Kreuzes  am  weißen  Bande,  aus  der  Staatskasse ­
  zu  zahlen.  Insoweit  diese  Zahlungen  zur  Erledigung  kommen,
gehen  dieselben  sofort  auf  die  Inhaber  des  Eisernen  Kreuzes,  welche
nach  dem  Jahre  1815  durch  Vererbung  in  den  Besitz  desselben  gelangt
sind,  nach  Maßgabe  der  Stiftungs-Urkunde  über.  Inhaber  des  Eisernen ­
  Kreuzes,  welche  des  Ehrcnsoldcs  nicht  bedürfen  und  auf  denselben
verzichten,  werden  zu  Ehren-Senioren  ernannt.  Vgl.  Stiftung  für  unbemittelte ­
  Inhaber  des  Eisernen  Kreuzes.
Rich.  With.  Sep  peler,
Kaufmann  zu  Münster,  schenkte  1861  dem  Armen-Fonds  zu  Rietberg
mehrere  Grundstücke  im  Werthe  von  8—900  Thlr.  ;  der  Ertrag  soll
zu  Unterstützungen  für  Arme  der  Stadt  Rietberg  verwendet  werden.
Die  letzteren  treten  jedoch  erst  mit  dem  Jahre  1875  in  den  Genuß  der
Nutzungen.
        <pb n="664" />
        657

Seydellsche  Stiftung.
■
v.  Seydlitzsche  Stiftung.
ņ
Vreuß.  Landbuch.
        <pb n="665" />
        658

Ministerial-Direktor  v.  Delbrück)  bis  zum  15.  Juli  jeden  Jahres  schriftlich ­
  einzureichen.  Das  Vermögen  der  Stiftung  belief  sich  1862  auf
95.000  Thlr.  ;  13  junge  Leute  genossen  ein  Stipendium  von  200  Thlr.
jährlich,  verbunden  mit  freiem  Unterricht  im  K.  Gewerbe-Institut.
v.  Sey  blitz-K  alne  insche  Stiftung  zu  Königsberg.
Ein  Fräulcinstift,  begründet  von  der  Ober-Hofmeisterin  v.  Seydlitz
geb.  v.  K  a  ln  e  in  und  bestimmt  für  Damen  aus  der  Nachkommenschaft
ihrer  Geschwister.
Seylersches  Waisenhaus  zu  Wüste-Waltersdorf.
Von  dem  Kaufmann  Gottfr.  Seyler  (t  1822)  und  dessen  Gattin  geb.
Wieland  für  arme  Waisen  beiderlei  Geschlechts  vom  6—14  Jahre
aus  den  Ortschaften  der  Herrschaft  gestiftet  und  am  30.  März  1811
eingeweiht.  Der  Kostenaufwand  für  Grundstücke,  Gebäude  und  innere
Einrichtung  betrug  7500  Thlr.,  der  Stiftungsfonds  22,500  Thlr.  Die
Anstalt  gewährt  den  Kindern  Unterricht,  Erziehung,  Pflege,  Kleidung
und  Beköstigung;  die  Knaben  werden  bei  Handwerkern,  die  Mädchen
im  Dienste  oder  bei  der  Weberei  untergebracht.  Im  Jahre  1836,  bei
der  25  jährigen  Stiftungsfeier,  war  das  Stiftungs-Kapital  bereits  auf
37.000  Thlr.  angewachsen.  Die  Kinder  haben  eine  besondere  Arbeitsund ­
  Sparkasse,  aus  welcher  sic,  bei  tadelloser  Führung,  die  Knaben  zur
Erlernung  eines  Handwerks,  die  Mädchen  zu  ihrer  Ausstattung  eine
besondere  Unterstützung  erhalten.
Shillings  Armcn-Stiftung  zu  Emmerich.
Sie  unterstützt  und  verpflegt  arme  Leute  in  einem  dazu  bestimmten
Haufe  und  hat  1700  Thlr.  Fonds.
Gebr.  Karl  und  Christian  Herrm.  Siebel,
zu  Barmen,  wendeten  (1862)  der  ev.  Gemeinde  in  Unter-Barmen  zur
Berrnehrung  der  Prediger-Gehälter  1500  und  zur  Vertheilung  der
Zinsen  an  fromme  Arme  1000  Thlr.,  dem  Krankenhause  in  Barmen
1000  und  der  reformirten  Kirchengemeinde  zu  Gemarke  6500  Thlr.  zu.
SiebenbÜrgischcS  Stipendium,
1626  von  dem  Kurfürsten  Georg  Wilhelm  bei  Gelegenheit  der  Vermählung ­
  seiner  Schwester,  der  Prinzessin  Elisabeth,  mit  dem  Fürsten
von  Siebenbürgen,  Bcthlcn  Gabor,  gestiftet  für  zwei  Studirende  der
Theologie  mit  je  80  Thlr.,  zunächst  für  Zöglinge  des  reformirten
Kirchen-Kollegiums  zu  Enyed  in  Siebenbürgen  bestimmt.  Den  Söhnen ­
  Prcuß.  Unterthanen,  die  Theologie  stndiren,  kann  zwar  das  Stipendium ­
  bewilligt  werden  in  dem  Falle,  wenn  keine  Siebenbürgische
Kompetenten  vorhanden  sind,  und  nur  auf  so  lange,  bis  solche  sich
melden  und  zur  Erlangung  des  Stipendiums  fähig  befunden  sind.  Die
Verwaltung  und  Verleihung  ist  dem  Direktorium  des  mons  pietatis
übertragen.  Der  Genuß  der  Stipendien  ist  nicht  an  den  Aufenthalt  auf
einer  bestimmten  Preußischen  Universität  gebunden,  auch  soll  seit  1836
kein  Unterschied  zwischen  den  bisherigen  evangelischen  Konfessionen  nach
        <pb n="666" />
        659

MSMMMê
Karoline  Siebert
¡ama  1000  ^  »*.  „%«  *.
?iechenhaus  zu  Berlin.
Siechenhauö  zu  Frauenburg.
Siechenhaus  zu  Mansfeld,
Ordkn?g°gàd,.°°"  *  P-°°-n,î°..G-nşn,ch°ft  d.s  J°h°nni.°r-Siechenhaus
  zu  Wehlau.
S»ä?;‘.ä.:ì,-ä5:
Şiechen-Hofpital  zu  Magdeburg,
anaebli^  '  Ş'echenhofs-Hospital  zu  Halberstadt.
mmm
42*
        <pb n="667" />
        660

Siedlersches  Legat.
Kapital  400  Thlr.  Von  den  Zinsen  werden  jährlich  zwei  Konfirmanden ­
  in  der  Stadt  Weißensee,  ein  Knabe  und  ein  Mädchen  gekleidet.
Siefert,
Geh.  Hofrath  und  Rendant  der  General-Staatskaffe  zu  Berlin,  (+
1831)  ein  Zögling  des  Schindlerschen  Waisenhauses,  und  deffen  Gattin ­
  geb.  Potter  vermachten  ihr  gesammtes  Vermögen,  nach  Abzug
einiger  Legate,  dem  Schindlerschen  Waisenhause.  Das  Kapital-Vermögen ­
  beträgt  über  48,000  Thlr.  und  steht  die  Verwendung  deffelben
dem  Kuratorium  des  Waisenhauses  zu.
Fran  Siefert,
Prediger-Wittwe,  geb.  Siebecke  (f  1832)  legirte  in  ihrem  Testamente
der  St.  Georgen-Kirche  zu  Berlin  2000  Thlr.,  um  mit  den  Zinsen  die
Wittwen  und  Waisen  ihrer  Prediger  zu  unterstützen.  Der  Kapital-Fonds
  ist  seitdem  durch  Ersparnisse  rc.  vermehrt  worden.
S  i  e  g  i  s  m  u  n  d  sche  Stipendieii-Stiftung,
bei  der  Universität-Halle-Wittenberg.  Das  von  der  Hof-Wehmutter
Si  e  g  is  mu  nd,  geb.  Dietrich  zu  Berlin  mit  1000  Thlr.  legirte
und  für  einen  Verwandten  des  Predigers  Daniel  Bandirò  zu  Berlin,
event,  für  einen  Studirenden  aus  der  Stifterin  oder  ihres  Ehemannes
Familie,  event,  für  einen  Schlesier  oder  Märker  ev.  Religion,-vorzüglich ­
  für  einen  Theologie  Studirenden  bestimmte  Stipendium  wird  auf
zwei  Jahre  verliehen.  Der  Beneficiai  muß  jährlich  am  Tage  der  Fundation,
16.  Juni,  eine  lateinische  Rede  halten,  zu  welcher  durch  ein  Programm
eingeladen  wird.  Die  Einnahme  der  Stiftung  betrug  im  Jahre  1838
bereits  104  Thlr.  (Koch  I.  445.)
Sieg  m  und  sche  Stiftung  zu  Adendorf  (Mansfeld).
Die  Kamttter-Rath  Sic  g  mund  scheu  Eheleute  begründeten  zu  Adendorf
(1841)  letztwillig  eine  Armenkasse  mit  der  Maßgabe,  daß  aus  den  Zinsen ­
  von  2000  Thlr.  diejenigen  Dienstboten  des  Gutes  oder  Tagelöhner-Familien
  desselben,  welche  ihm  wenigstens  zehn  Jahre  treu,  ehrlich  und
fleißig  gedient  haben,  angemessene  Belohnungen  und  Unterstützungen  erhalten ­
  sollen.  Die  Verwaltung  des  Fonds  steht  der  Gutsherrschaft  zu.
Joh.  Thomas  Si  e  mon,
Kammerdiener  zu  Kassel  (ş  1835)  legirte  13OO  Thlr.  in  Preuß.  Kour.,
deren  Zinsen  zur  Erziehung  armer  Kinder  im  Kornmesser  scheu
Waisenhause  zu  Berlin  (s.  d.)  verwendet  werden  sollen.  Das  Kapital
wird  bei  dem  Provinzial-Schulkollegium  verwaltet.
Graf  Sierstorpffsche  Stiftung.
Der  1840  zu  Koppitz  (Grottkau)  t  Graf  v.  Sierstorpff  setzte  letztwillig ­
  1200  Thlr.  aus,  wovon  die  Zinsen  jährlich  an  seinem  Sterbetage ­
  in  der  dortigen  Pfarrkirche  nach  zuvor  gehaltenem  Gottesdienst  in
Gegenwart  des  zeitigen  Pfarrers  und  nach  Befund  des  jedesmaligen
        <pb n="668" />
        661

w"b-°  foac».  D°-Stiftung
  Sieverdes  zu  Münster
MIMME
SievertfcheS  Bermächtniß.
v.  Si  kor  Ska-Stift.
®ine  in  Bütow  bestehende  Hospital-Stiftung.
Silbermannsche  Süstung,
IfŞSS
_  Silberschlag.
-LW-8ZMD
Silberschlag,
SHäSrÄ'ÄÄ
Frhr.  v.  Silverstainsche  Schnl-Stipendien.
-  s  ä:"SK“r«;  »  **■
si&amp;gt;„  ..  Simon,
ñ-tzu»g  ^à-LerkL""  Ģ-Mļinde  1000  Thlr.  ,»r  Unttr.
ct,.  .  Simon-Böckingsches  Legat.
%,Tw?  ^2
Andreas  Simon,
dirende  dT^k"  stlftete  1690  ein  Stipendium  für  arme  Stu-Theologle,
  bei  welchem  feine  Verwandten  den  Vorzug  ha-
        <pb n="669" />
        662

ben.  Das  Stipendium  beträgt  25  Thlr.  und  wird  vom  Magistrat
vergeben.
Moritz  Simon-,
Kaufmann,  schenkte  im  Verein  mit  den  Kaufleuten  Eduard  Jung  und
Alfred  Aders  der  Stadt  Elberfeld  5000  Thlr.  behufs  Gründung  einer
Stiftung  zum  Zwecke  der  städtischen  Wohlthätigkeits-Pflege.  Das  Kapital ­
  sollte  zinsbar  angelegt  und  die  Zinsen  so  lange  zum  Kapital  geschlagen ­
  werden,  bis  es  den  Vertretern  der  Stadt  geeignet  erscheinen
möchte,  die  Zinsen  im  Sinne  der  Stiftung  zu  verwenden.  Zu  gleichem ­
  Zweck  und  unter  gleicher  Bedingung  schenkten  die  Kaufleute
Eduard  Neviandt  und  Karl  Dunklenberg,  sowie  die  Kaufmanns-Wittwe
  Emilie  Simons  geb.  Köhler,  jede  1000  Thlr.
Sing-Akademie  zu  Berlin.
1791  von  dem  Kammer-Musikus  Fasch,  unter  Mitwirkung  Zelters
als  Privatverein  begründet,  um  die  geistliche  Musik  zu  kultiviren,  zu
welchem  Ende  die  Mitglieder,  Herren  und  Damen  der  gebildeten  Stände,
sich  an  bestimmten  Tagen  versammeln  und  Messen  und  Oratorien  älterer
und  neuerer  Meister,  ohne  Begleitung  von  Instrumenten,  einstudiren
und  aufführen.  Die  Gesellschaft  hat  ihr  eigenes  Haus  (Festungsgraben ­
  Nr.  2.);  Direktor  ist  Prof.  Grell.  Der  verstorbene  General-Musikdirektor
  Meyerbeer  bedachte  das  Institut  mit  einem  öegat.
Dasselbe  ist  zu  Stipendien  für  Künstler  bestimmt,  die  zu  ihrer  weiteren
Ausbildung  einen  längeren  Ansenthalt  in  Italien  nehmen.
Smg-Akademie  zu  Breslau,
errichtet  von  Mosewius  und  am  17.  Mai  1825  mit  dem  ausgesprochenen ­
  Zwecke  eröffnet:  „Erhaltung  und  Belebung  echten  Kunst  -
sittucs  durch  praktische  Uebung  der  kirchlichen  oder  heiligen  und  der  damit ­
  zunächst  verwandten  ernsten  Vokalmusik".  Jetziger  Dirigent  Julius
Sch  ä  ffer.
Joh.  Kanty  Siniecki,
katholischer  Pfarrer  zu  Borz^ciczki  Kreises  Krotoschin  (f  1847)  bestimmte
letztwillig  seine  dortige  Acker-Wirthschaft  zur  Errichtung  eines  Hospitals
für  katholische  Arme  aus  den  zur  Parochie  gehörigen  Ortschaften  unter
der  Bedingung,  daß  die  Wirthschaft  seiner  Wirthin  bis  zu  ihrem  Tode
zur  ausschließlichen  Benutzung  verbleiben  solle.  Das  Grundstück  bestand ­
  aus  48  Morgen  Ļand  nebst  einem  neuen  massiven  Wohnhause,
einem  Stalle  und  einer  Scheune  und  hatte  einen  Werth  von  12—
1500  Thlr.
Sintenissche  Stiftung,
bei  der  Kirche  zum  h.  Geist  in  Magdeburg.  Kapital  840  Thlr.  Bon
den  Zinsen  erhalten  die  beiden  Prediger  je  },  das  letzte  j  wird  zur
Vergrößerung  des  Kapitals  verwendet.
Wilh.  Joseph  Siq  u  et,
Rentner  zu  Malmcdy  (f  1835)  vermachte  dem  dortigen  Wohlthätig-'
        <pb n="670" />
        663

keits-Amtc  2000  Thlr.  behufs  Besoldung  eines  Lehrers  bei  der  Armen-Schule.

Sittards  Stiftung  zu  Wesel.
Sie  besitzt  5660  Thlr.  Vermögen  und  hat  den  Zweck,  sechs  alten  Frauen
lm  Stiftungshausc  freie  Wohnung  zu  gewähren  und  sie  mit  Geldspenden ­
  zu  unterstützen.
St.  Sixtus-Hospital  zu  Haltern  (Koesfeld).
Eine  1854  aus  milden  Gaben  hergestellte,  selbstständige,  unter  Oberaufsicht ­
  des  Bischofs  stehende,  auf  30  Kranke  eingerichtete  Anstalt  die
zum  Theil  durch  Zuschüsie  der  Gemeinde,  zum  Theil  durch  freiwillige
-önträge  unterhalten  wird.  Die  Leitung  ist  barmherzigen  Schwestern
anvertraut.
Snow  a  dz  lische  Stiftung  in  Bomst.
Sie  hat  den  Zweck,  arme  Bräute  mit  einer  Beihülfe  zur  Aussteuer  zu
versehen.
Soermansscheö  Stift  zu  Danzig,
für  die  dortige  niederländische  reformirte  Gemeinde,  (sie  entstand  aus
denjenigen  Anhängern  des  Kalvinismus,  welche,  um  den  spanischen  Verfolgungà
  zu  entgehen,  in  den  Jahren  1566—1572  aus  den  Niederlanden ­
  entflohen  und  in  Danzig  Schutz  suchten),  im  Jahre  1773  von
dem  holländischen  Konsul  H.  Soermans  erbaut.  Es  finden  darin
verarmte  Mitglieder  jener  Gemeinde  freie  Wohnung.
Söternichsche  Stiftung  zu  Linz  (Trier).
Matthias  Söternich,  Schuster  zu  Linz  (+  1739)  errichtete  nach  dem
Tode  semer  7  Kinder  ein  Testament,  in  welchem  die  in  den  Erzstiften
Köln  und  Trier  gebornen,  aus  dem  Judenthum  zum  christkatholischen
Glauben  sich  bekennenden  und  einen  Stand  antretenden  Kinder  zu
Untversal-Erbcn  eingesetzt  wurden,  dergestalt,  daß  ein  Kind  100  fl.  aus
den  Zinsen  eines  Kapitals  von  2400  Thlr.  Kölnisch  erhalten  sollte.
Zur  Zeit  beträgt  das  Kapital  6300  Gulden,  und  es  ist  dasielbe  dem
Pro-Gymnasinm  zu  Linz  a.  Rhein  überwiesen.
SohstenscheS  Stipendium.
Die  Geschwister  Elisabeth  und  Beate  So  h  st  en  zu  Ueckermünde  stifteten
13  bel  der  Fricdrich-Wilhelms-Uuiversität  zu  Berlin  ein  Stipendium,
vas  alle  2  Jahre  vergeben  wird  und  in  den  Zinsen  von  400  Thlr.
esteht.  Das  Kapital  hat  sich  im  Laufe  der  Zeit  vermehrt.
Soinskisches  Vermächtniß  zu  Goray  (Posen),
von  dem  Prediger  SoinSki  (+  1836)  herrührend,  indem  er  1000Thlr.
zur  Verbcsieruttg  deS  dortigen  Pfarr-EinkommcnS  legirte.
_  :
i^îŅrksbesitzer  in  Briefen,  wendete  1862  der  ev.  Kirche  zu  Adelnau
¿0  Thlr.  zu,  deren  Zinsen  an  6  Arme  der  Parnàsie  vertheilt  werden
sollen.  Tie  Verwaltung  hat  der  Pfarrer  und  der  Kirchen-Rath.
        <pb n="671" />
        664

Solbrigsches  Stipendium  zu  Bernau.
Prediger  Solbrig  zu  Prenden  stiftete  dasselbe  1830  mit  1000  Thlr.  in
Staatsschuldscheincn,  derenZinscn  an  Studircndc  der  Theologie  auf3Jahre
vergeben  werden  sollen.  Der  Stipendiat  muß  der  Sohn  eines  Predigers
in  der  Diözes  Bernau  sein.  Unter  den  Bewerbern  hat  der  Sohn
des  jedesmaligen  Predigers  in  Prenden  den  Vorzug,  bei  den  übrigen
entscheidet  Bedürftigkeit  und  Würdigkeit  des  Vaters.  Der  Synode
Bernau  steht  die  Kollatur  zu.
Bonifaz  Sols,
Schulze  zu  Neustadt  (Worbis)  überwies  (1860)  der  dortigen  Kirche
a)  9O00  Thlr.,  b)  ein  Haus  nebst  Zubehör  mit  dem  darin  befindlichen
Mobiliar;  c)  2000  Thlr.  zum  Ausbau  des  Hauses;  6)  9  Morgen
Land  und  1  Morgen  Wiese  behufs  Errichtung  einer  barmherzigen
Schwestern-Anstalt  zur  Pflege  armer  Kranken  und  zur  Unterhaltung
und  Erziehung  armer  verwaiseier  und  verwahrloseter  Kinder.
Gräfin  S  olmssche  Stiftung.
Die  am  7.  Februar  1829  f  verw.  Gräfin  zu  S  olms-B  ar  u  t  h,
geb.  Gräfin  v.  Wallwitz  hatte  4000  Thlr.  in  Staatsschuldscheinen  zu
einer  wohlthätigen  Stiftung  für  die  Stadt  und  Herrschaft  Baruth
bestinnnt.  Bon  den  aufkommenden  160  Thlr.  Zinsen  sollten  verwendet
werden:  a)  60  Thlr.  zur  Unterstützung  solcher  Familien,  bei  denen
bejahrte  Eltern  oder  andere  Verwandte  wohnen,  welche  sich  ihren  Unterhalt ­
  nicht  selbst  mehr  erwerben  können,  b)  60  Thlr.  zur  Unterstützung
anderer  hülfsbedürftiger  arbeitsunfähiger  Personen  und  Familien,  oder
solcher,  welche  durch  Krankheit  oder  Unglücksfälle  in  Noth  gerathen,
sowie  zur  Bestreitung  der  etwa  nöthigen  Kurkostcn  für  dergleichen  Personen; ­
  c)  20  Thlr.  zur  Berichtigung  des  Schulgeldes  für  arme  Kinder
und  d)  20  Thlr.  zur  Bestreitung  der  Ausgaben,  welche  durch  Aufnahme
anfgefundener  Verunglückter  und  Hülfloser  erwachsen  möchten,  und  zu
deren  Unterbringung  ein  von  der  Stisterin  ans  bcm  Kirchhofe  erbautes
Haus  benutzt  werden  soll.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  ist  einem
Kuratorium  anvertraut,  welches  aus  dem  Superintendenten  und  ersten
Prediger  zu  Baruth,  dem  Verwalter  der  Polizei-Geschäfte  in  der  Herrschaft ­
  und  dem  herrschaftlichen  Kassenbeamten  zusammengesetzt  sein  und
unter  Oberaufsicht  des  jedesmaligen  Besitzers  der  Herrschaft  Baruth
stehen  soll.
Sommerfeldsche  Vermächtnisse,
von  der  verw.  Justiz-Kommissarius  Sommerfeld,  geb.  Din  ni  es
zu  Danzig  (t  1841)  herrührend.  Sie  vermachte  den  nachbenannten,
unter  Verwaltung  und  Aufsicht  des  Magistrats  stehenden  Armen-Anstalten:
  dem  Armen-Hause  in  Pelonken,  dem  Spend-  und  Waisenhause,
dem  Kinder-  und  Waisenhause  und  bem  städtischen  Lazareth  zu  Danna
je  2200  Thlr.
Sonnecksche  Stiftung  für  Dienstboten.
Robert  Sonn  eck,  Erbscholtiseibesitzer  zu  Landau  im  Kreise  Neumarkt
        <pb n="672" />
        665

(t  1857)  begründete  mit  1000  Thlr.  eine  Stiftung  für  arme  und
würdige  katholische  Dienstboten  in  Breslau.  Die  Zinsen  davon  sollen
alljährlich  am  Sterbetage  des  Testators  in  Raten  von  4  Thlr.  vertheilt
werden.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  steht  dem  Fürstbischöflichen
General-Vikariatamte  zu.  Vgl.  St.  Hedwigs-Frauen-Verein.
SonntagS-Freischulen  zu  Berlin.
Die  ersten  Anfänge  mit  Schulen  für  den  Unterricht  derjenigen  Kinder,
welche  den  Tag  über  des  Brot-Erwerbes  halber  beschäftigt  sind,  führen
in  das  Jahr  1799  zurück.  Nach  mancherlei  Wandlungen  der  Sache  gab
es  1863  sechs  derartige  Schulen  in  Berlin  mit  einem  Kapital-Vermögen
von  18,800  Thlr.  Unter  den  Einnahmen  finden  sich  500  Thlr.  Zuschuß ­
  der  Stadt,  631  Thlr.  Beiträge  der  Innungen,  6  Thlr.  aus
einem  Feilnerschen  Legat  rc.  Der  Bedarf  der  Anstalten  berechnete
sich  auf  1967  Thlr.
Sonntags-Schule  für  Handwerkslehrlinge  und  Gesellen  zu  Erfurt.
Sie  wird  mit  Hülfe  eines  Legats  von  1000  Thlr.  unterhalten,  welches
der  Brauereibesitzcr  Treitschke  (t  1857)  dem  Institut  letztwillig
vermachte.
Sonntags-Schule  zu  Magdeburg.
Eine  um  das  Jahr  1820  begründete  Fortbildungsschule  für  Gesellen
und  Handwerker.  Sie  hat  etwa  120  Schüler  in  3  Abtheilungen  und
ihre  Bedürfnisse  werden  aus  städtischen  Schul-Fonds  beschafft.
Sonntags-Schule  zu  Neuß.
Eine  durch  milde  Stiftung  begründete  Anstalt,  in  welcher  aus  der
Schule  entlaffencn  Kindern  an  Sonn-  und  Feiertagen  Gelegenheit  zur
weitern  Fortbildung  gegeben  ist.
Sonntagsschnle  zu  Nordhausen,
für  Handwerker,  errichtet  mit  Hülfe  eines  Legats  von  500  Thlr.,  welches
Land-  und  Stadtgerichts-Rath  Müller  (s.  d.)  für  diesen  Zweck  vermachte. ­
  Die  Anstalt  hat  4  Lehrer  und  mehr  als  200  Schüler.
Sonntag«  Verein  für  weibliche  Dienstboten  zu  Berlin.
18c&amp;gt;7  begründet,  macht  er  sich  die  sittliche  Bewahrung  und  Förderung
der  weiblichen  Jugend  der  niedern  Stande,  insbesondere  eine  angenehmc
  und  fördernde  Verwerthung  ihrer  sonntäglichen  Freistunden  zur
Aufgabe.  Er  gewinnt  einen  Theil  seiner  Mittel  durch  Veranstaltung
musikalischer  Aufführungen,  schuf  eine  Hülfskaffe,  um  die  Ausbildung
armer  Mädchen  zu  brauchbaren  Dienstboten  zu  fördern  und  hielt  im
2ahre  1864  seine  Versammlungen  in  der  Königl.  Domschule,  Kleine
Prasidentenstr.  5.
Sophien-Stift  zu  Rcinfeld  (Belgard).
Eine  von  dem  Rittergutsbesitzer,  Lieutenant  v.  O  pp  enfeld  gegründete
und  geleitete  Armen-  und  Kranken-Anstalt.
Sophien-Stiftnng  zu  Goldberg,
von  dem  t  Geh.  Kommerzien-Rath  I.  W.  Oelsner  in  Breslau  als
        <pb n="673" />
        666

ein  Andenken  an  seine  Mutter  zur  Ausbildung  junger  Mädchen  aus
armen  Bürgerfamilien  der  Stadt  Goldberg  fürs  wirthschaftliche  und
bürgerliche  Leben  mit  einem  Legat  von  2000  Thlr.  fundirt.  Die
Mädchen,  anfänglich  zehn,  erhalten  1  Jahr  hindurch  den  Unterricht
frei.  Soweit  die  Mittel  der  Stiftung  reichen,  werden  ihnen  die  Werkzeuge ­
  und  Materialien  zu  der  Arbeit  geliefert.  Bon  den  Schülerinnen,
welche  sich  in  der  Stiftung  durch  fleißige  Leistungen  auszeichnen  und
dann  als  Dienstmädchen  in  ehrbaren  Haushaltungen  ihr  Fortkommen
finden,  sollen  jährlich  4,  .jede  mit  5  Thlr,  beschenkt  werden,  wenn  sie
zwei  Jahre  ununterbrochen  in  ihrem  şrsten  Dienste  zur  vollen  Zufriedenheit ­
  ihrer  Herrschaft  und  in  völlig  unbescholtenem  Lebenswandel
ausgeharrt  haben.  Die  Stiftung  steht  unter  Oberaufsicht  des  Magistrats, ­
  die  spezielle  Leitung  und  Beaufsichtigung  ist  einem  aus  zwei
Frauen  der  Bürgerschaft  und  einem  Bürger  bestehenden  Kuratorium
übertragen.  Die  Stiftung  hat  beschränkte  Korporations-Rechte.
Sophien  Stiftung  zu  Wallerfangen,
von  der  Familie  v.  G  al  hau  1857  mit  einem  Grund-Kapital  von
60,000  Thlr.,  verzinslich  zu  5  pEt.  begründet.  Sie  ist  für  die  den
Pfarrbczrrk  bildenden  Gemeinden  Wallerfangen,  Nieder-Limberg  und
(Saarlouis)  bestimmt,  soll  der  Mittellosigkeit  in  ihnen  abhelfen
  und  die  Bewohner  zu  einer  gemeinnützigen  Thätigkeit  und  zur
sittlichen  Veredlung  aufmuntern.  Zu  dem  Ende  sind  die  Zinsen  zu
verwenden  zur  Beihülfe  für  den  Armen-Vcrcin  (das  Armenhaus)-  zur
Beihülfe  für  arme  Familien;  zur  Bildung  und  Erziehung  '  von
jungen  Leuten  aus  armen  Familien;  zu  Bauten  und  gemeinnützigen
Arbeiten;  zur  Beihülfe  und  Ermunterung  für  den  Ackerbau  und  '  zu
Gratifikationen  für  Lehrer  und  Lehrerinnen  und  Preisvertheilung  in
der  Sonntags-Schule.  An  der  Spitze  des  Kuratoriilms  stehender
Orts-Pfarrer,  der  Bürgermeister  und  ein  Glied  der  Familie  von
Galhau.
Spa  lding-Ja  e  o  bssches  Iungfraneii-Kloster  zu  Bergen.
Von  Barbara  Maria  Spalding  (f  1848)  für  in  Bergen  geborene
unverheirathete  Mädchen  nicht  adeligen  Standes  mit  einigen  Grundstücken ­
  und  einem  Kapital  von  9900  Thlr.  begründet  Die  Aufzunehmenden ­
  zahlen  ein  Einkaufsgeld  von  50  Thlr.;  sie  müssen  wenigstens ­
  16  Jahr  alt  und  zur  Zeit  ihrer  Geburt  der  Vater  Magistrats-Mitglied,
  Kaufmann,  Königlicher  oder  städtischer  Beamter  (mit  Ausnahme
der  niederen  Beamten),  Prediger,  Schullehrer,  Arzt,  Advokat  rc.  gewesen ­
  sein;  sie  dürfen  nur  durch  weibliche  Handarbeiten  sich  einen  Erwerb ­
  verschaffen.  Vorläufig  und  bis  die  Erweiterung  des  Klosters
möglich,  sollten  4  Personen  aufgenommen  werden,  die  außer  freier
Wohnung  auch  jährliche  Geldbezüge  von  50  —  100  Thlr.  zu  genießen
haben  sollten.  Der  erste  Bürgermeister  und  der  erste  Prediger  des  OrlS
sind  Kuratoren  der  Stiftung  und  werden  von  der  Regierung  zu  Stralsund ­
  mit  dieser  Funktion  betraut.  Die  Stiftung  hat  1848  die  landesherrliche ­
  Bestätigung  und  1850  durch  Zuwendungen  der  f  verwittweten
        <pb n="674" />
        667

Accisc-Jnspektor  Jacobs  geb.  Schultz,  einer  Berwandtin  der  Stifterin, ­
  im  Betrage  von  15,000  Thlr.  eine  ansehnliche  Erweiterung  erhalten. ­
  Bei  Verleihung  der  Exspektanzen  soll  nicht  mehr  allein  der
erste  bürgerliche  Stand,  sondern  es  soll  vorzugsweise  die  Klaffe  der
gebildeten  Einwohner  der  Stadt  Bergen  Berücksichtigung  finden.
Lpandausche  Zinsen-Stipendien.
Aus  Ersparniffcn  a)  des  Jakobischen  und  Schreiberschen  Legats  und
aus  Schanz-Entschädigungsgeldern  gebildet.  Fonds  600  Thlr.;  die
Bedingungen  der  Verleihung  sind  denen  bei  den  Schreiberschen  und
Jakobischcn  Stipendien  gleich;  b)  anderer  nicht  verliehenen  Stipendien
entstanden.  Fonds  1400  Thlr.  ;  als  Stipendien  werden  die  Zinsen  des
Kapitals  in  mehreren  Portionen  vergeben.
Spaniersche  Familien-Stiftung,
von  Nathan  Spanier  in  Berlin  mit  6000  Thlr.  begründet.  Die
Zinsen  werden  zur  Unterstützung  armer  Verwandten,  wie  auch  zur  Ausstattung ­
  von  Mädchen  aus  der  Verwandtschaft  des  Stifters  und  seiner
Ehefrau  verwendet  (Lisco  S.  399).
Sparkaffen.
Sie  einzeln  aufzuführen  gebricht  es  an  Raum.  Der  Staat  hatte  im
3af)rc  1863  384  städtische  und  122  Kreis-Sparkassen  mit  mehr  als  80
Mill.  Thlr.  Einlage.  i
Şparkaffe  der  Gräflichen  Faktorei  zu  Jlsenbnrg,
1837  von  dem  damals  regierenden  Grafen  zu  Stolberg-Wernigerode
gegründet.  Sie  besteht  unter  Garantie  des  Grafen,  nimmt  Einlagen
von  10  Sgr.  bis  25  Thlr.  an  und  verzinset  dieselben  mit  3}  pCt
Es  werden  jährlich  50  Prämien  à  2  Thlr.  verloset.  Im  Jahre  I860
kurstrten  2185  Bücher  und  es  waren  Bestand  150,181  Thlr.
Sparkaffe  zu  Neindorf,
für  die  Dienstboten  und  Arbeitsleute  des  Ritterguts  von  der  Gutsherrschaft ­
  unter  Znsichernng  von  5  pCt.  Zinsen  errichtet.  Die  Einlagcn
  beliefen  sich  Ende  1859  auf  2293,  Ende  1860  auf  3766,  Ende
69  8£ U  ^hļr.;  Zahl  der  Bücher  in  diesen  Jahren  resp.  53,
Spar-Berein  zu  Grlinberg.
1849  von  dem  Kämmerer  Hclbig  nach  Liedkeschem  System  begründet, ­
  zahlen  die  Theilnehmer  während  des  Sommers  30  Wochen
hlndurch  bestimmte  feststehende  Beiträge  von  2  bis  20  Sgr.  an  die  3
Abthcilungs-Vorsteher  ein,  die  ihnen  demnächst  bei  Beginn  des  Winters
ln  so  vielen  Thalern,  als  pro  Woche  Silbergroschen  gezahlt  worden,
zur  Beschaffung  der  Bedürfnisse  des  Winters  mit  einer  kleinen  Zinsvergütigung
  zur  Erweckung  der  Lust  zum  Sparen  zurückgezahlt  werden.
Der  Verein  hatte  im  Sommer  1865  feine  Gefammt-Einlagen  anf  die
Hohe  von  4439  Thlr.  gebracht.  Beitritt  zu  dieser  ebenfalls  auf  einer
gewissen  Selbsthilfe  gegründeten  WohlthätigkeitS-Anstalt  hat  jeder  un-
        <pb n="675" />
        668

bemittelte  Bewohner  der  Stadt,  dessen  Monats-Einkommen  20  Thlr.
nicht  übersteigt.  Die  den  Mitgliedern  zu  gewahrende  Zinsvergütigung
wird  dadurch  gewonnen,  daß  die  Kämmcrcikasse  die  Einlagen  wöchentlich
vom  Vereins-Rendanten  übernimmt  und  mit  {  Pf.  pro  Thaler  und
Woche  verzinset,  zu  welcher  Zinsen-Einnahme  dann  am  Schlüsse  der
Sparzeit  verschiedene  Gönner  der  Anstalt  einen  kleinen  Beitrag  leisten.
Außerdem  gewährt  die  Kommune  den  bedürftigsten  Mitgliedern  des
Vereins  jährlich  unter  Abrechnung  von  den  bei  der  Kämmereikaffe  gemachten ­
  Einzahlungen  eine  Quantität  Brennholz  aus  dem  Stadtforst
zu  bedeutend  herabgesetzten  Preisen  und  zahlt  außerdem  noch  baar  15
Thlr.  pro  Jahr  zur  Deckung  der  Verwaltungskosten,  als  Drucksachen,
Insertionen  u.  s.  w.
min  -j,,  Sparer-Verein  zu  Kleve.
1850  gegründet,  hat  er  den  Zweck,  unter  der  arbeitenden  Klaff»  des
Orts  die  Sparsamkeit  zu  befördern  und  zu  erleichtern.  An  der  Spitze
des  Vereins  stehen  mehrere  gemeinnützig  gesinnte  Männer  der  Stadt,
welche  den  Vorstand  bilden  und  —  aus  den  freiwilligen  jährlichen  Beiträgen ­
  von  1  Thlr.,  welche  bei  denjenigen,  die  sich  dazu  verpflichtet
haben  und  dadurch  Ehren-Mitglieder  des  Vereins  geworden  sind,  eingesammelt ­
  werden,  —  die  betreffenden  Sparer  bei  Rückgabe  ihrer
Einlagen  prämiiren.  Theilnchmer  an  der  Wohlthat  des  Vereins  sind
alle  Mitglieder  der  arbeitenden  Klaffe,  welche  sich  zu  einem  wöchentlichen ­
  Beitrage  von  mindestens  2  Sgr.  verpflichten.  Wer  am  Schluffe
der  halbjährigen  Spar-Periode  21-,  5,  7  oder  9  Thlr.  und  darüber
erspart  hat,  erhält  als  Prämie  2,  resp.  4,  6,  8  Sgr.  Der  Verein
zählt  130—200  Sparer,  welche  1800—2000  Thlr.  einlegen  und  etwa
40  Thlr.  an  Prämien  erhalten.
Spechtsches  Stipendium  zu  Stolp,
Eine  alte  Stiftung,  vont  Magistrat  verwaltet.  Das  Kapital  belief  sich
um  das  Jahr  1800  auf  737  Thlr.
Speicher-Armenkasse  zu  Danzig.
Eine  seit  1633  bestehende  aus  freiwilligen  Beiträgen  gebildete  Stiftung ­
  zur  Unterstützung  solcher  Kaufleute,  die  in  Danzig  unter  den
Speichern  offene  Läden  halten  (Speicher-Kaufleute),  durch  unverschuldete
Unglücksfälle  und  Verluste  im  Handel  verarmt  und  als  unbescholten
allgemein  bekannt  sind.  Das  Grund-  und  Kapital-Vermögen  lieferte
im  Jahre  1826  einen  Ertrag  von  587  Thlr.  Die  Stiftung  hat  unterm
6.  November  1828  die  Staatsgenehmigung  und  Korporations-Rechte
erhalten.
Speise-Anstalt  zu  Aachen.
Ein  unter  spezieller  Leitung  der  geistlichen  Schwestern  vom  Orden
des  h.  Franziskus  stehendes  Institut,  durch  welches  der  arbeitenden
Klaffe  Gelegenheit  dargeboten  ist,  sich  mit  verhältnißmäßig  geringen
Kosten  schmack-  und  nahrhaftes  Mittag-Essen  zu  verschaffen.  Der
        <pb n="676" />
        669

„Aachener  Verein  zur  Beförderung  der  Arbeitsamkeit"  gewährt  der
Anstalt  einen  Zuschuß  von  ca.  270  Thlr.
Speise-Verein  für  Arme  zu  Görlitz.
Er  besteht  seit  1854,  bezweckt.  Armen  eine  billige  und  nahrhafte  Suppe
zu  verschaffen,  und,  so  weit  die  Mittel  reichen,  auch  unentgeltlich
Speisen  zu  vertheilen.  Die  Mittel  werden  durch  freiwillige  Gaben
aufgebracht  und  es  sind  verwendet  1859  596  Thlr.,  1860  566  Thlr.,
1861  530  Thlr.
Spende  zu  Sömmerda,
eine  aus  zehn  einzelnen  Stiftungen  bestehende  Anstalt  für  kirchliche,
Schul-  und  Armen  -  Zwecke.  Das  Kapital-Vermögen  betrug  1862
11,000  Thlr.
Spend-  und  Waisenhaus  zu  Danzig.
eine  selbstständige  milde  Stiftung  alter  Zeit  für  arme  Kinder.  Das
Haus  nimmt  160  Kinder  aus,  hat  ansehnliche  Vermächtniffe  von
Flachshaar,  Gorges,  N.  C.  Meyer,  D.  A.  Schliessen,  C.
G.  Schulz  u.  A.,  und  erhält  einen  Zuschuß  Seitens  der  Stadt.
Spenersche  Stiftung  für  Katechumenen  ln  Berlin.
Jahre  1835  gelegentlich  der  200jährigen  Feier  der  Geburt  des
Propstes  Spener  gegründet  zum  Zweck  der  Bekleidung  armer  Katechumenen ­
  bei  der  St.  Nikolai-  und  St.  Marien-Gemeinde.  Der  Fonds
betrug  300  Thlr.,  hat  aber  durch  Sophie  Spener  (s.  d.  A.)  eine
Bermchrung  erhalten.
Sophie  Spener,
geb.  Decker  (+  1847  zu  Berlin),  Wittwe  des  Buchhändlers  Spener,
bestimmte  letztwillig  103,000  Thlr.  zu  einer  Stiftung,  welche  den
Namen  „die  Spenersche  Stiftung"  führen  und  deren  Zins-Ertrag  1)
mit  è  zur  Unterstützung  hülfsbedürftiger  junger  Leute  in  der  Periode
der  Vorbereitung  zu  einem  selbstständigen  Lebcnsberufe,  2)  mit  i  zur
Unterstützung  hülfsbedürftiger  bejahrterer  Personen  verwendet  werden
soll.  Desgleichen  vermachte  Frau  Spener  aus  der  vorgedachten
Stiftung  der  bei  der  Nikolai-Kirche  in  Berlin  bestehenden  „Philipp
Jakob  Spenersche»  Stiftung"  (s.  o.)  eine  jährliche  Rente  von  150
A/',  welche  theils  zur  Unterhaltung  und  Beaufsichtigung  des  an  der
Aikolar-Kirche  befindlichen  Begräbnißplatzcs  des  f  Spener  und  des
Buchhändlers  Hau  de,  theils  zur  Ausstattung  arnicr  Kinder  der  Niļolal-Gemcillde
  mit  anständiger  Kleidung  für  die  Konsirmation  verwendet ­
  werden  soll.  Die  Fonds  befinden  sich  im  Depositoriupr  des
Kgl.  Stadtgerichts;  der  jedesmalige  jüngste  Rath  im  Plenum  des  letztern
  besorgt  die  darauf  bezüglichen  Geschäfte  gegen  eine  Remuneration.
Die  Verwalter  der  Stiftung  (Josephy  rc.)  bestimmen  nach  Zuziehung
des  Ehren-Vormunds,  welche  Unterstützung,  der  Summe  nach,  auf  wie
lange,  und  welchem  Individuum  zu  gewähren  ist;  sic  sind  hierbei  an
keinen  Unterschied  des  Geschlechts,  des  Standes  oder  der  Religion  gebunden. ­
  Ein  Verzeichniß  der  gewährten  Unterstützungen  wird  —  blos
        <pb n="677" />
        670

nachrichtlich  —  dem  Stadtgericht  jährlich  eingereicht.  Die  Verwalter
so  sagt  bte  Stiften»,  werden  in  meinem  Geiste  handeln,  und  meinen
Wunsch,  „bte  Ltebc  zu  notleidenden  Mitmenschen  über  die  Zeit  hinaus ­
  zu  dehnen,  da  ich  nicht  mehr  sein  werde,  getreulich  erfüllen."  Die
Stiftung  hat  1848  die  landesherrliche  Genehmigung  und  zugleich
Stempelfrethett  erhalten.
Sperbersche  Stiftung  zu  Osterwieck.
Das  Objekt  beträgt  jährlich  30  Thlr.  und  wird  abwechselnd  drei  Jahre
hindurch  zu  Wegebesserungen  und  drei  Jahre  zu  Stipendien  für  studirende
  Bürgersohne  aus  Osterwieck  und  Halberstadt  verliehen.  Kollator
ist  der  Magistrat.
Spinnsche  Stiftung,
zur  Unterstützung  der  Armen  in  Kallenfels,  Oberhausen  und  Hennweiler
(Kreuznach).  Kapital  475  Thlr.,  verwaltet  von  der  Armen-Kommission.
St.  (Spiritus-Arnienhoss-Stistung  zu  Rees.
Sie  verpflegt  jährlich  14  arme  Wittwer  und  Wittwen  mit  einem
Kostenaufwande  von  11—1200  Thlr.  und  hat  ein  Vermögen  in  Grundstücken ­
  von  5600,  in  Kapital  von  13,700  Thlr.
Spital  zu  Enpen,
verbunden  mit  einer  Bewahr  -  Anstalt  für  unheilbare  Irre,  letztere  zugletch
  aus  den  Landgemeinden  des  Kreises.  Die  Anstalt  hat  eine  besondere ­
  Verwaltung  und  die  innere  Leitung  ist  den  Franziskanerinnen
von  der  heiligen  Familie  anvertraut.  Die  Anstalt  hat  ein  Vermögen
von  27,000  Thlr.  und  die  jährlichen  Einnahmen  betragen  3900  Thlr
die  Ausgaben  2750  Thlr.  Im  Durchschnitt  werden  täglich  70  Personen ­
  verpflegt.
Spletthaus  Hospital  zu  Berlin.
Ein  seiner  Zeit  am  Georgcn-Kirchhof  Nr.  18  belegrnes  Hospital  alter
Stiftung,  in  welchem  in  8  Stuben  24  Hospitalitinnen  zuiu  Theil  gegen
'  Etnzugsgcld  freie  Wohnung  und  eine  Geld-Unterstützung  erhielten
Seit  1849  ist  die  Anstalt  mit  dem  Friedrich-Wilhelms-Hospital  (s.  d.)
vereinigt  und  an  der  Stelle  der  alten  Gebäude  steht  jetzt  ein  Schulhaus. ­
  Das  besondere  Vermögen  deö  Hospitals  belief  sich  I860  auf
3870  Thlr.
Springer,
Wirthschaftskassen-Rcndaut  (f  1838),  vermachte  zwei  Grundstücke  von
7  und  10  Morgen  Fläche  mit  der  Bestimmung,  daß  f  des  jährlichen
Ertrages  zur  Bekleidung  armer  Kinder  in  Nen-Stechow  (Liegnitz),  das
Uebrige  zur  Begründung  einer  besonderen  Schule  für  die  Kolonie  Neu-Stechow
  verwendet  werden  soll.
Staats-  und  landwirthschastliche  Akademie  zu  Eldena.
1835  begründet,  die  älteste  der  königlichen  landwirthschaftlichen  Anstalten. ­
  Sie  soll  1)  angehenden  Landwirtheu  die  Gelegenheit  geben,
eine  gediegene,  zeitgemäße,  wissenschaftlich-praktische  Berufsbildung  zu
        <pb n="678" />
        671

erwerben,  nachdem  sie  schon  einigermaßen  praktisch  in  der  Landwirthschaft ­
  geübt  sind;  2)  Studirenden  der  Rechts-,  Staats-  und  Kameral-Wissenschaft
  Gelegenheit  darbieten,  sich  für  den  künftigen  Staatsdienst
in  einem  Grade  und  einer  Art  vorzubereiten,  wie  es  auf  Universitäten
allein  nicht  möglich  ist.  Die  Anstalt  steht  mit  der  Universität  Greifswald ­
  in  Verbindung.  Auf  je  7  Studirende  kann  bei  erwiesener  Dürftigkeit ­
  Einem  Honorar-Erlaß  zu  Theil  werden,  nachdem  er  sich  wenigstens ­
  ein  Semester  auf  der  Akademie  aufgehalten  und  gut  geführt  hat.
Zur  Ausbildung  für  das  Fach  der  Domainen-Verwaltung  werden  an
Studirende  der  Akademie  vom  Königl.  Finanz-Ministerium  auch  jährliche ­
  Stipendien,  vorzüglich  an  qualisicirte  Söhne  von  Domaincn-Rentbeamten,
  und  falls  solche  nicht  vorhanden,  ausnahmsweise  auch  an
Andere  verliehen.  Hiermit  ist  gleichzeitig  Honorar-Erlaß  verbunden.
Stadt-  oder  Raths'Bibliothek  zu  Magdeburg.
Tie  enthält  mehr  als  10,000  Bände,  wird  fortwährend  vermehrt  und
steht  wöchentlich  zweimal  zur  unentgeltlichen  Verleihung  der  Bücher  an
die  Bürgerschaft  offen.

v.  Stägemanu,
Wirkl.  Geh.  Rath  zu  Berlin  (f  1840)  überwies  1838  dem  Kuratorium ­
  des  Schindle  rschen  Waisenhauses  ein  Kapital,  bestehend  aus
den  bei  der  Feier  seines  50  jährigen  Staatsdienstes  zusammengebrachten
7500  Thlr.  zur  Verwaltung,  aus  desien  Zinsen  nach  dem  Statut  vorluusig
  zwei  Universitäts-Stipendien,  jedes  zu  150  Thlr.  jährlich  verabrelcht
  werden.  Sie  werden  auf  4  Jahre  ertheilt,  so  daß  nicht  nothwendlg
  mit  dem  Schluß  des  akademischen  Studiums  der  Genuß  des
Stipendiums  aufhört.  Das  eine  ist  für  die  Familie  des  Stifters  bestlmnit,
  das  andere  wird  für  Zöglinge  des  Waisenhauses,  die  auf  einer
Preußischen  Universität  studiren,  oder,  wenn  zur  Zeit  der  Vakanz
solche  nicht  vorhanden  sind,  anderweitig  nach  dem  Ermesicn  des  Kurat°nnm«
  erteilt.  Ein  Theil  bet  Zinsen  wird  juv  BeistÖrlmig  des
Sopitali  verwendet  und  es  ist  schon  seil  1858  ein  drittes  Stipendium
fundlrt.

Samuel  Ludwig  Stahn,
Ober-Amts-Regierungsrotl,  zu  Glvgou  (f  1788),  setzte  letztwillig  8000
"à'  zunächst  die  Töchter  seines  Bruders  Samuel  Gottf
  .  nach  deren  Ableben  aber  derjenige  männliche  Descendent
I  ne  Großvaters  Samuel  Stahn,  der  secundum  jus  primogeni-»r,io
  ob  zwar  per  föfeminas  der  nächste  sein  wird,  die  Interessen  zu
genießen  haben  soll.  sollte  aber  die  Nachkommenschaft  seines  Großva
  ers  ganz  anssterbcn,  so  sollen  die  Nachkomnlen  seines  Schwicgera
  crs  Ferdinand  Böhme  unter  gleichen  Bedingungen  zu  dem  Zinsengnulß
  gelangen,  die  Descendenz  der  Frau  Hauptmann  v.  Selz  er,
vriederike  Juliane,  geb.  Hoffmann,  aber  den  Vorzug  haben.
Otainents-Epekutor  (  1865)  Justizrath  Roseno  zu  Glogau.  —  Stahn
^"machte  ferner  dem  Gymnasium  zu  Liegnitz  7000  Thlr.,  begründete
auch  eine  Stiftung  für  Wittwen,  deren  Ehemänner  als  Mitglieder  der
        <pb n="679" />
        672

(damaligen)  Oberamts-Regierung  zu  Glogau  verstorben  sind.  Hofrath ­
  Sack  (t  1791)  vermehrte  das  Fundations-Kapital  um  2000  Thlr.
S  t  a  m  m  e  r  sches  Stipendium,
eine  ältere  Stiftung  der  Stadt  Quedlinburg,  Betrag  jährlich  30  Thlr.
Die  Verleihung  steht  dem  Magistrat  zu.  (Hermes  II.  240).
Stark-Fabersche  Stiftung  zu  Danzig.
Kaufmanu  Fr.  Wilhelm  Stark  (f  1851)  und  dessen  Ehegattin  geb.
Faber  (f  1847)  hinterließen  9255  Thlr.  zu  einer  milden  Stiftung,
uns  welcher  jährlich  am  23.  April  und  4.  Scptbr.  armen  nothlcidcndcn
  Personen  evangelischen,  reformirtcn,  katholischen  und  christkatholischcn
Glaubens  Unterstützungen  von  je  8  Thlr.  verabreicht  werden  sollten.
Stark  selbst  hatte  noch  in  einem  besonderen  Testamente  vom  11.  September ­
  1850  festgesetzt,  daß  die  etwanigen  Zinsen-Ucberschüsse  so  lange
kapitalisiert  werden  sollten,  bis  eine  neue  Jahres-Unterstützung  von  16
Thlr.  gezahlt  werden  könnte.  Die  Auswahl  der  zu  unterstützenden
Personen  soll  dem  Gewissen  der  ernannten  Verwalter  überlassen  bleiben,
besonders  aber  alten,  unvormögenden  und  unbescholtenen  Dienstboten
Berücksichtigung  zu  Theil  werden.  Die  Oberaufsicht  über  die  Stiftung
soll  der  Gemeinde-Vorstand  in  Danzig  führen.
Star^.'  *
^&amp;gt;chul-Adjuvant,  vermachte  der  Elementar  -  Schule  zu  Bernstadt  300
Thlr.:  f-  der  Zinsen  sind  zum  Ankauf  von  Schulbüchern  und  sonstigen
Lehrmitteln,  ļ  zu  Prämien  für  die  sich  auszeichnenden  Schüler  und
Schülerinnen  bestimmt.
Staude  sches  Familieu-Stipendium.
Von  dem  1616  f  Rathsmitglied  Dr.  Daniel  Staude  zu  Görlitz
gestiftet  und  unter  die  Verwaltmig  deS  Magistrats  gestellt.  Genußberechtigt
  zu  den  jetzt  jährlich  41f  Thlr.  betragenden  Zinsen  sind  die
Geschwister  des  Testators  und  deren  Nachkommen  (mit  Ausschluß  der
namentlich  enterbten),  insofern  sie  per  reinen  rvang.  Religion  zugethan
sind.  Den  vorzüglichsten  Anspruch  auf  die  Zinsen  hat  das  Familienglied,
  welches  auf  einer  Universität  studirt  und  zwar  für  drei  hintereinander ­
  folgende  Jahre,  sofern  cs  so  lange  studirt;  treffen  hierbei  zwei
zusammen,  so  erhält  jedes  derselben  die  Hälfte:  bei  noch  mehreren
müssen  die  späteren  warten.  Ist  kein  Studireudcr  vorhanden,  so  ist
das  jederzeit  an  Jahren  älteste  Familienglied,  ohne  Unterschied  des  Geschlechts ­
  auf  Lebenszeit  oder  bis  zum  Auftreten  eines  Näherberechtigten
zum  vollen  Zinsgenuß  bcrufoÄi'jiiiìO  (8ÖöI  f)  àrrttSrzstoH
,  ,  jfno&amp;amp;LŸ  ķ^ķ^ĶUÄ^n^  /ns"  .Äl?  ļ
von  der  Frau  Geh.  Legationsräthin  v.  Steck,  geb.  v.  Soden  (t
1802)  herrührend  und  beim  Polizei-Präsidium  zu  Berlin  verwaltet.
Kapital  2100  Thlr.  Die  Zinsen  nterden  an  zwei  unverheirathete  adelige ­
  Fräulen  gezahkt.ķj^Ģ^
        <pb n="680" />
        673

Karoline  Steckelberg,
Ö  ^^0)  vermachte  dem  Waisenhause  zu  Halle  10,300  Thlr.  Die
SL-LKSV.-LL'«
Stegersche«  Legat  zu  Magdeburg
G.  D.  Steiv,
Stiftung  und  drc  Verwendung  der  Zinsen  dem  Direktor  und  denbei*
die  Lehrern  der  Anstalt.  Außerdem  setzte  Stein  letztwillig
MMWMMD
Stein-Hei  lsbergersches  Stipendium.
v.  Sten,bachiches  Legat  zu  Schreibersdorf  (Lauban)
WMWAMSÄàs

IfeíiiiSSsaí
MMMŅ
•i-'iîao?  f&amp;gt;ci  Uiiit'L:  ui  limisi  Jlsi'  ^  i&amp;lt;i»-  ..-.u  ,..à».

« B ,  ,  r  .  Şîeinersche  Stiftung  zu  Breslau.
Prediotên  ĶĢmkus  S  teilt  er  begründet,  um  die  besten  katholischen
General  N'e"  şŗamnren.  Die  Arbeiten  werden  an  das  fürstbischösliche
icral-Vikariatamt  eingesendet,  die  Preise  betragen  30,  20  Thlr.  rc.
lernst.  Landbuch.
        <pb n="681" />
        674

SteinerscheS  Legat.
Der  zu  Bern  am  1.  April  1863  +  Mathematiker  Ņ"fĢr  vr
Steiner  vermachte  der  Akademie  der  Wissenschaften  zu  Berlin  8t
Thlr.,  um  diese  Summe  auf  Pupillarische  Sicherheit  zinsbar  anzulegen
und  den  Reinertrag  alle  zwei  Jahre  zu  Preisen  zu  verwenden  fur  von
ihr  aufgestellte  Aufgaben  in  dem  Bereiche  der  synthetischen  Geometrie
hauptsächlich  mit  Berücksichtigung  der  von  ihm  (Steiner)  aufgestell  en
Methode  und  Prinzipien.  Ueber  diese  Prämiirung  entscheidet  endgültig
die  physikalisch-mathematische  Klasse,  welcher  freigestellt  ist,  e,ne  Hauptprämie ­
  allein,  oder  eine  Haupt-  und  eine  Accessit-Praime  zu  bestimmen.
Die  Akademie  hat  die  landesherrliche  Bestätigung  des  Legats  und  die
Ermächtigung  erhalten,  Summen,  welche  in  #oigc  nicht  beunnter  r  osung
  der'den  Stiftungs-Bestimmungen  gemäß  gestellten  Aufgaben  zurückfallen, ­
  zu  Preisen  für  verwandte  Arbeiten  in  der  Geometrie  überhaupt ­
  zu  verwenden.
Frau  Steiner,
Wittwe  des  Kaufmann  Steiner  zu  Reichcnbach  in  Schlesien  geb.
Rclhtcr  légiste  (1858)  1500  3#.  &amp;amp;itr  WeUiuig
Schülschwcstcrn  als  Lehrerinnen  an  der  Elementar-Schulklassc  Mädchen ­
  bei  der  katholischen  Stadt-Pfarrkirche  zu  St.  Georg  in  Rcichcnbach
  und  zur  Beaufsichtigung  der  dortigen  katholischen  Kleinkinder  e  ahi
Anstalt.
Fran  v.  Steinwehr,
verw.  General-Lieutenant,  Henriette  geb.  Günther  (s^  1857  in  Breslau) ­
  vermachte  der  Stadt  Berlin  zum  Andenken  an  ihren  Ehegatten
50,000  Thlr.  und  cs  ist  zur  Annahme  dieser  letztwilltgcn  Zuwendungen
resp.  zur  Verwaltung  der  hicruach  unter  dem  Namen  „General-Nente
nant  Wilhelm  von  Stcinwehrsche  Stiftung"  zu  begründenden,  m.t  den.
Friedrich-Wilhelms-Hospital  (s.  d.  A.)  zu  verbindenden  und  1858  ms
l'ebe»  gehelette»  eiiflmtg  bem^(agi^^rat  ;tt^etl,tl  tmler  bem  m  -
bruar  1858  die  landesherrliche  Genehmigung  ertheilt.  Von  den  Revenüen
  der  Stiftung  soll  24-30  dienstunfähigen,  zur  hiesigen  Stadtgemeinde
  gehörigen  Personen  des  dienenden  -L  laudes,  itti  weiteren
Sinne  des'  Worts,  welche  eine  tadellose  Aufführung  nachweisen  können,
freie  Wohnung,  Heizung  Beleuchtung  und  Verpflegung  im  bezeichneten
Hol'vital  zu  Theil  werden.  Die  eine  Hälfte  der  Stellen  ist  mit  männlichen ­
  die  andere  mit  weiblichen  Bcueficiateu  besetzt;  jeder  Aufgenommene ­
  erhält  monatlich  noch  eine  Rekreation  von  15  Sgr.  Frau  von
Steinwehr  legirte  auch  der  Diakonisicn-Austalt  in  Breslau  em
Kapital  von  1500  Thlr.
Wolf  Balthasar  Adolf  v.  Stcinwehr,
        <pb n="682" />
        675

43*

einen  Theil  ber  Universitäts  -  Bibliothek  zu  Breslau  und  die  jährliche
Einnahme  und  Ausgabe  beträgt  etwa  500  Thlr.
Stelzerfche  Fundation.
Eine  ältere  Stiftung  zu  Hoheu-Friedeberg  für  vier  katholische  Wittwen.
Vgl.  Anders.
St  e  mp  etliche  Stiftung  zu  Breslau.
Von  der  1833  t  verw.  Kommerziell-Räthin  S  tempell  geb.  Hayn
-—  neben  mehreren  anderen  Vermächtnissen  zu  milden  Zwecken  —  mit
1000  Thlr.  begründet.  Sie  bezweckt  die  Unterstützung  von  vier  hülfsbedürftigen
  Kaufmanns-Wittweu.  Tie  Verwaltung  des  Kapitals  und
die  Bertheilung  der  Zinsen  ist  den  Aeltesten  der  Kaufmannschaft  übertragen ­
  (s.  Verein  christlicher  Kaufleute).
Step  bausche  Armen  Stiftung  zu  Magdeburg,
von  der  unverehelichten  Anna  Christiane  Stephan  herrührend.  Sie
setzte  1817  letztwillig  ein  Kapital  von  1000  Thlr.  Gold  aus,  dessen
Zinsen  alljährlich  am  11.  November  an  dortige  evang.  Arme  vertheilt
werden  sollen.  Die  Verwaltung  und  Auswahl  der  Armen  hat  das
Kirchen-Kollegiuul  zu  St.  Jakobi.  Die  Unterstützungen  werden  in  Beträgen ­
  von  je  1  und  2  Thlr.  gegeben.
Stcndaler  Stadt-Stipeudium
für  studirende  Bürgersöhne.  Es  ist  1595  begründet  und  beträgt  jährlich ­
  35  Thlr.  Kapital  1000  Thlr.
Joh.  Heinr.  Stender,
Schultheiß,  legirte  1000  Meißnische  Gulden,  die  sich  jetzt  auf  4000
Thlr.  vermehrt  haben,  zu  Stipcndieu  für  Studirende  der  Theologie
event,  auch  der  Rechtswissenschaft  und  Medicin.  Verliehen  werden  zur
Zeit  (von  dem  Magistrat  zu  Nordhausen  und  dem  Superintendenten
daselbst)  4  bis  5  Stipendien  à  25  Thlr.
Stenzelsche  Wnisenhans-StistuNg  zu  Sagau,
von  dem  Stadtpfarrer  Stenzel  begründet.  Sie  hatte  1836  einen
Fonds  von  4500  Thlr.,  der  sich  seitdem  durch  Zuwendungen  mancherlei
Art,  usliimitlid)  auch  Seitens  bet  Herzogin  Dorothea  zu  Sagan  durch
eine  jährliche  Rente  von  50  Thlr.  vermehrt  hat.  Die  verw.  Frau
Ģch.  Kommcrzicn-Räthin  Strahl  in  Glogau  schenkte  (1857)  1000
Thlr.,  Hausbesitzer  Iande  200,  Major  z.  D.  Raa  b  c  50,  Erzpriester
Nickel  500  Thlr.  (1863)  u.  s.  w.
Sephaiiöhof  zu  Aachen,
ein  ehemaliges  Bcguinenhaus,  besten  Räumlichkeiten  jetzt  für  andere
Zwecke  verwendet  werden.
Sterbekasse  zu  Arneburg.
Sie  hat  216  Mitglieder  nnd  1200  Thlr.  Vermögen.
Sterbekasse  für  Kommunal'  Beamte  und  deren  Ehefrauen  zu  Berlin.
^in  selbstständiges  Lokal-Institut,  gegründet  1839  von  174  Mitgliedern
        <pb n="683" />
        mit  einem  Kapital  von  602  Thlr.  ;  1860  hatte  sie  728  Mitglieder  und
ein  Vermögen  von  19,445  Thlr.  Im  Jahre  1859  wurde  den  Hinterbliebenen ­
  von  14  verstorbenen  Mitgliedern  1560  Thlr.  gezahlt;  seit
Gründung  der  Kasse  hatten  182  verstorbene  Mitglieder  15,430  Thlr.
erhalten.  Das  Sterbegeld  beträgt  100  Thlr.  S.  Pensionskasie.
Sterbekasse  zu  Bittkau  (Stendal).
Für  den  Ort  Bittkau  und  die  Unlgegend  bestimmt,  zählte  sie  im  Jahre
1861  1800  Interessenten  und  hatte  5264  Thlr.  Vermögen.
Sterbekasse  der  Justizbeamteu  im  Departement  Breslau.
1842  begründet,  bezweckt  sie  beim  Tode  der  Mitglieder  des  Vereins
eine  gewisse  Summe  zur  Bestreitung  der  Becrdignngs-  und  Trauerkosten
zu  zahlen.  Alle  etatsmäßigen  richterlichen  und  nichtrichtcrlichen  Beamten
einschließlich  der  Diätarien  sind  aufnahmefähig,  ebenso  Ehefrauen  derselben. ­
  Die  Versicherungs  -  Summe  beträgt  für  Männer  200,  für
Frauen  100  Thlr.
Sterbekasse  zu  Meseritz.
Sic  zählt  660  Mitglieder,  welche  bei  jedem  Todesfälle  je  1^  Sgr.
zahlen.  Von  dem  aufgesammelten  Betrage  werden  30  Thlr.  an  die
Hinterbliebenen  gezahlt.
Sterbekaffe  zu  Pleschen.
Ein  auf  Gegenseitigkeit  berechneter  städtischer  Verein  von  400  Mitgliedern, ­
  seit  1846  begründet,  mit  einem  Fonds  von  1000  Thlr.
Sterbegeld  30  Thlr.  ;  bei  jedem  Sterbefallc  werden  2ÿ  Sgr.  von  dem
einzelnen  Mitgliede  gezahlt.
Sterbekaffe  der  Gewerke  zu  Tangermilude.
Sie  hat  2700  Theilnehmer  und  ein  Vermögen  von  33,000  Thlr.
Sterbekasse  der  Schiffsleute  zu  Tangermilude,
Sie  zählt  1350  Theilnehmer  und  hqf  eigen  Fonds  von  9200  Thlr.
Sterbekasseu-Iieuteu-Verein  zu  Posen.
Er  besteht  seit  1.  Januar  1844  und  hatte  1861  mehr  als  2000  Versicherungs-Summen ­
  à  50  Thlr.,  besitzt  auch  ein  angesammeltes  Kapital-Vermögen
  von  20,000  Thlr.  Für  die  einfache  Versicherungs-Summe
à  50  Thlr.  wird  gezahlt  je  nach  dem  Alter  ein  Antrittsgeld  von  1—
3  Thlr.  und  ein  monatlicher  Beitrag  von  5  bis  7}  Sgr.  Seit  1854
gewährt  der  Verein  den  Mitgliedern  jährlich  50  pEt.  Rente  (Dividende).
Auswärtige  Mitglieder  können  die  vierteljährlich  zu  zahlenden  Beiträge
auch  an  die  betr.  Kreiskasten  zahlen.
Sterbekaffen-Vereiu  für  preußische  Postbeamte  zu  Berlin.
Er  hatte  im  Jahre  1864  ein  Kapital-Vermögen  von  79,850  Thlr.  ;
gegen  das  Vorjahr  4,250  Thlr.  mehr.  An  Beiträgen  kamen  auf
5216  Thlr.  Die  Zahl  der  zu  100  bis  400  Thlr.  versicherten  Mitglieder ­
  betrug  807  mit  183,900  Thlr.  Versicherung.  Die  Kaffe  hatte
im  Jahre  1864  für  22  Todesfälle  6100  Thlr.  auszuzahlen.
        <pb n="684" />
        677

Sterbekassen-Verein  für  schlesische  Forstbeamte,
s.  Schlesischer  Forst-Verein.
Sterbekassen-Verein  zu  Kissen.
Er  zählt  215  Mitglieder,  hat  Korporations-Rechte  und  2500  Thlr.
Vermögen.
Sterbelade  der  „Fette  Gilden-Brüderschaft"  zu  Essen.
1790  errichtet.  Sie  hat  450  Mitglieder  und  ein  Vermögen  von  2770
Thaler.
Sterbelade  zu  Moers.
Der  Ort  hat  zwei  Anstalten  dieser  Art:  die  erste  besteht  seit  1834
und  hat  die  staatliche  Genehmigung  1835  erhalten.  Sie  zählt  417
Mitglieder  und  hatte  Ende  1861  eiu  Vermögen  von  2640  Thlr.  Die
Zweite  ist  1804  begründet  und  1849  genehmigt;  Sie  hat  616  Mitglieder ­
  und  besaß  Ende  1861  ein  Vermögen  von  4100  Thlr.
Sterbelade  zu  Orsoy  (MörS),
1807  errichtet  und  1844  staatlich  genehmigt,  zahlt  sic  ihrcv  Mitgliedern
ein  Begräbnißgeld  von  20  Thlr.  Sie  hat  1260  Thlr.  Kapital-Vcrmögen
  und  einige  Grundstücke.
Sterbelade  zu  Rheydt  (Gladbach),
1826  errichtet,  ist  sie  Personen  aller  Stände  zugänglich.  Die  Zahl
der  Interessenten  beträgt  660,  das  angesammelte  Kapital  4000  Thlr.
S  ternbergsche  Schul-Stiftung  zn  Friedland  (Lübben),
begründet  von  dem  Rentier  Sternberg,  welcher  (1838)  der  Stadt
Friedland  1200  Thlr.,  zu  4  pEt.  verzinslich,  mit  der  Bestimmung  vermachte, ­
  daß  von  dem  jährlichen  Ertrage  die  schulpflichtigen  Kinder
armer  Eltern,  ohne  Unterschied  des  Glaubens,  freien  Schul-Unterricht
erhalten  sollten.
Stettiner  gemeinnützige  Bau-Gesellschaft.
Sie  besteht  seit  1853,  um  in  verschiedenen  Stadttheilen  oder  vor
den  Thoren  Stettins  gesunde  und  zweckmäßig  eingerichtete  Wohnungen
für  die  ärmere  Klasse  herzustellen  oder  zu  erwerben  und  billig  zu  verbiethen. ­
  Aktien-Kapital  20,000  Thlr.,  das  aber  bis  auf  500,000
Thlr.  vermehrt  werden  kann.  Im  Jahre  I860  besaß  die  Gesellschaft
drei  Häuser  im  Werthe  von  44,000  Thlr.
Stevermann-Detien  sche-Armen-Stiftung  zu  Münster,
von  dem  Hofkammcr-Srkretair  St  ever  mann  1735  begründet  und
von  Maria  Elisabeth  Detten  1772  durch  einKapital  von  1142  Thlr.
vermehrt.  Die  Reventten  der  Stiftung  sind  zur  Bertheilung  an  Arme
zunächst  unter  den  Blutsverwandten  der  Stifter  bestimnit.  Die  Stiftung ­
  steht  unter  Aufsicht  des  Bischofs.
Stift  zum  heiligen  Geist  in  Anklam.
Diese  Stiftung  geht  bis  in  das  13.  Jahrhundert  zurück  und  ist  sehr
wohlhabend.  Aufnahme  finden  gebrechliche,  oder  ohne  ihre  Schuld  ver-
        <pb n="685" />
        678

arrute,  oder  um  das  Gemein-Wesen  verdiente  Angehörige  der  Stadt,
welche  der  protestantischen  und  ev.  Religion  angehören;  Katholiken
werden  nur  ausnahmsweise  aufgenommen.  Die  Aufzunehmenden  zahlen,
wenn  sie  in  den  Genuß  einer  reichen  Pröbe  treten,  Einkaufsgeld  50,
Sterbegeld  25,  Reccptionsgeld  6  Thlr.;  wenn  sie  Minder-Pröbncr
sind,  resp.  20,  15  und  3  Thlr.  Die  Bezüge  bestehen,  außer  freier
Wohnung  bei  reichen  Prüden  in  71,  bei  Mindcr-Pröben  in  34  Thlr.
jährlich.  Die  Stiftung  hat  unterm  24.  Juli  1850  neue  Statuten  erhalten. ­

Stift  znm  heiligen  Leichnam  in  Anklam.
1448  von  dem  Bürgermeister  Col  pin  gegründet.  Es  sollen  darin
12  alte  Leute,  Männer  und  Frauen  nicht  um  Freundschaft  oder  Liebe,
sondern  um  Gotteswillen  zugelassen  und  beherbergt  werden.  Die  Verwaltung ­
  steht  den  Alterlcuten  der  Schumacher-Innung  zu;  an  Aufnahme- ­
  und  Sterbegeld  werden  20  Thlr.  gezahlt.
Stift  St.  Gertrud  zu  Belgard.
Eine  selbstständige  Wohlthätigkcits-Anstalt  zur  Aufnahme  von  14  armen
betagten  Bürgern  resp.  Wittwen  cv.  luth.  Konfession.  Jährliche  Einnahme ­
  300  Thlr.
Stift  St.  Spiritus  zu  Belgard.
Ein  selbstständiges  Institut,  das  8  arme  betagte  Bürger  resp.  Wittwen
ev.  luth.  Konfession  aufnimmt.  Jährliche  Einnahme  250  Thlr.
Stift  St.  Maria,  Regina  Godi,  zu  Brieg,
aus  milden  Beiträgen  begründet  und  1860  eröffnet,  soll  es  eine  Zustttchtsstättc
  für  Waisen  und  Kranke  sein.  Geleitet  von  barmherzigen
Schwestern  aus  der  Kongregation  des  h.  Karl  von  Borromeo.
Stift  der  Elenden  zu  Schönebeck.
Eine  alte  Stiftung,  in  welcher  9  arme  Frauen  Obdach,  Verpflegung
und  Armen-Untevststtzung  erhalten.  Die  Verwaltung  steht  unter  Aussicht ­
  des  Kirchen-Kollegiums  zu  St.  Jakobi  (Hermes  II.  52.)
Stifts-Gymnasium  zu  Zeitz.
Aus  einer  alten  lateinischen  Schule  hervorgegangen,  führt  die  Anstalt
den  gegenwärtigen  Namen  seit  1820.  Sie  hat  aus  alten  und  neuen
Zuwendungen  ein  Kapital  von  etwa  10,000  Thlr.,  dessen  Zinsen  zu
Stipendien  und  Unterstützungen  für  Lehrer  und  Schüler  verwendet
werden  (Wiese  S.  276.).
Stifts-Penfions-Fouds.
Er  dient  zu  Pensionen  und  Unterstützungen  für  hülfsbedürftige  Wittwen
und  verwaisete  Töchter  höheren  Standes  in  der  ganzen  Monarchie.
Sein  nächster  Zweck  ist,  Wittwen  und  Töchter  der  in  den  Feldzügen
von  18f~  gebliebenen,  oder  in  Folge  ihrer  Verwundungen  gestorbenen
Militair-Personen  vom  Offiziers-Rang,  im  Fall  ihrer  Bedürftigkeit
Pensionen  zu  gewähren,  im  Uebrigcn  aber  soll  bei  der  Verfügung  über
diesen  Fonds  nach  denselben  Grundsätzen  verfahren  werden,  welche  bei  Ver-
        <pb n="686" />
        679

Wendung  des  Pommerschen  und  Neumärkischen  Meliorations-Zinsen-Pensions-Fonds
  (s.  d.)  zur  Anwendung  kommen.  Die  Pensionen  fallen
fort  bei  Verheiratung  der  Pensionärinnen  und  bei  deren  Uebergang
in  eine  Stistostelle.  Auch  darf  eine  Pensionärin  nicht  aus  verschiedenen
Fonds  Pensionen  beziehen.  Die  Pensionen  werden  vom  Könige  auf
den  Vorschlag  des  Ministers  des  Innern  bewilligt.
Stiftung  für  Ehe-Jubelpaare,
s.  Elisabcth-Vercins-Stiftung.
Stiftung  zur  Erziehung  armer  Waisen  und  anderer  hülfsbedttrfriger  Kinder  in
Bacharach,
von  dem  Rentner  Joh.  Jacob  Lang  1857  für  Kinder  vorzugsweise
aus  der  ev.  Gemeinde  zu  Bacharach  begründet.  Die  Anstalt  hat  die
landesherrliche  Genehmigung  erhalten  und  besitzt  die  Rechte  der  juristischen ­
  Person.
Stiftung  für  unbemittelte  Inhaber  des  Eisernen  Kreuzes  vom  Feldwebel  abwärts.
Der  Fonds  besteht  aus  Ucberschüffcn  der  Beiträge,  welche  von  früheren
gedienten  Soldaten  aller  Grade  des  Preußischen  Heeres  für  die  dem
Prinzen  von  Preußen,  jetzigen  Könige  Wilhelm  bei  dessen  fünfzigjähriger
Jubelfeier  zu  widmende  Ehrengabe  dargebracht  wurden.  Die  Zinsen
dieses  Kapitals,  welches  1857  sich  auf  10,650  Thlr.  belief,  werden
am  1.  Januar  jeden  Jahres  in  gleichen  Betragen,  von  mindestens  zehn
Thalern,  an  unbemittelte  Inhaber  des  Eisernen  Kreuzes  vom  Feldwebel ­
  abwärts,  welche  nicht  als  Senioren  den  Ehrensold  beziehen,  als
Ehrengeschenk  vertheilt.  Sobald  die  hiernach  zum  Genuß  Berechtigten
nicht  mehr  in  genügender  Anzahl,  oder  gar  nicht  mehr  vorhanden  sind,
treten  die  Inhaber  des  Militair-Ehrenzeichens'  an  ihre  Stelle.  Die
Auswahl  unter  den  vorgeschlagenen  Inhabern  bleibt  dem  Könige,  als
Protektor  der  Stiftung,  vorbehalten,  die  Verwaltung  des  Fonds  und
die  Vorschläge  sind  in  die  Hände  deS  Kriegs-Ministeriums,  Abtheilung
ftir  das  Invalide,i-Wesen  gelegt  (Statut  vom  7.  Mai  1857).  Die  Stiftung ­
  erhielt  mehrere  Zuwendungen:  so  von  Th.  Flatau  500  Thlr.
(1858);  aus  dem  Fonds  zur  Errichtung  eines  Denkmals  für  den
Grafen  von  Brandenburg  ist  der  Uebcrschuß  von  4000  Thlr.  zur  Verwendung ­
  für  hülfsbedürftige  Inhaber  des  Eisernen  Kreuzes  zur  Belegung ­
  gestellt  (1862)  u.  s.  w.  Aus  den  am  1.  Januar  1865  zur
Pertheilung  gekommenen  Zinsen  der  Stiftung  wurden  27  Ordens-Inhaber ­
  mit  je  16  Thlr.  unterstützt.
Stiftung  für  Militair-Jnvaliden  und  Soldaten-Wittwen.
In  den  Jahren  18'i*  wurden  zum  Besten  der  Krieger  durch  eine  aus
namhaften  Männern  gebildete  Kommission  Sammlungen  veranstaltet,
deren  Fonds  schließlich  im  Betrage  von  11,000  Thlr.  die  Bestimmung
erhielt,  daß  Militair-Jnvaliden  und  Soldaten-Wittwen  aus  dein  ganzen
Preußischen  Heere  von  den  Zinsen  unterstützt  würden,  auch  solche
Krieger,  die^schon  den  Feldzug  von  1812  mitgemacht  hatten.  Lisco
(S.  127)  bemerkt,  daß  10  Invaliden  monatlich  je  3  Thlr.  —  360  Thlr.
        <pb n="687" />
        680

jährlich  erhielten;  4  Soldaten-Wittwen  je  20  Thlr.  —  80  Thlr.  Die
Stiftung  wird  bei  dem  Kriegs-Ministerium  verwaltet.
Stiftung  für  Wittwen  und  Waisen  von  der  Königlichen  Kapelle.
Nach  dem  von  König  Friedrich  Wilhelm  III.  unterm  1.  Septbr.  1800
vollzogenen  Reglement  wird  der  Unterstützungs-Fonds  durch  Konzerte
und  Zuweisung  eines  Theils  der  Einnahme  von  allen  zum  Besten
milder  Stiftungen,  unter  Zuziehung  des  ganzen  Königl.  Orchesters
oder  eines  Theils  desselben  zu  gebenden  Konzerten,  sowie  durch  eine
Abgabe  für  jedes  von  einenl  Wtgliede  des  Orchesters  oder  einem  fremden
Künstler  für  Geld  zu  gebende  Konzert  gebildet.  Unterstützungsberechtigt
sind  die  Wittwen  und  Waisen  der  t  Mitglieder  des  Orchesters.  Die
Anstalt  genießt  Gebühren-  und  Stempelfreihcit  sowie  fiskalische  Vorrechte. ­
  Die  Verwaltung  leitet  ein  Komitá,  an  dessen  Spitze  der  General-Intendant ­
  der  Königl.  Schauspiele  steht.  Die  Wittwen  erhalten
ihre  Pension  lebenslänglich,  wenn  sie  sich  nicht  anderweitig  verheirathen.
Den  Töchtern  wird  die  Unterstützung  bis  Ende  des  16.  Jahres,  den
Knaben  bis  zum  18.  Jahre  verabreicht.  An  Vermächtnissen  erhielt  die
Stiftung  1829  von  dem  Musikus  Ritter  2000  Thlr.
Stiftung  vom  17.  November  1822  zu  Berlin.
Sie  verdankt  ihre  Entstehung  der  Feier  des  25  jährigen  Negierungs-Jubiläums
  Königs  Friedrich  Wilhelm  III.  am  7.  Novbr.  1822.  Der
Fonds  wurde  mit  2000  Thlr.  aus  mehreren  an  diescnl  Tage  eingesammelten ­
  Beiträgen,  hauptsächlich  aber  aus  dem  Ertrage  der  Oper
„Titus"  gebildet.  Mit  diesem  Fonds  sind  1827  und  1829  die  bei
Gelegenheit  der  Vermählung  der  Prinzessin  Karl  und  der  Prinzessin
von  Preußen  zu  je  2  Prämien  à  50  Thlr.  von  der  Stadtverordnetcn-Versammlung
  ausgesetzten  Kapitalien  vereinigt  worden.  Zweck  der
Stiftung  ist:  aus  den  Zinsen  besonders  ausgezeichneten  Zöglingen  des
großen  Friedrichs-Waisenhauses,  männlichen  und  weiblichen  Geschlechts,
bei  ihrem  Ausscheiden  ans  dieser  Anstalt  eine  Exspcktanz  auf  ein  Kapital ­
  von  50,  Thlr.  zu  verleihen,  zu  dessen  Genuffe  sic,  bei  fortgesetzter
guter  Aufführung,  resp.  bei  ihren:  Etabliffemcnt,  oder  ihrer  Verheirathung,
  sonst  aber  nach  zurückgelegtem  30.  Lebensjahre  gelangen.  Das
Kapital  wird  für  die  Exspcktivirtcn  bei  der  Sparkaffe  zinsbar  belegt,
und  erhalten  dieselben  gleichzeitig  mit  dem  Kapital  auch  die  davon  aufgelaufenen ­
  Zinsen.  Im  Jahre  1864  erhielten  sechs  Zöglinge  Exspektanzen
  von  je  50  Thlr.  An  der  Spitze  dcS  Kuratoriums  der  Stiftung
steht  der  Ober-Bürgermeister.
Stiftung  zur  Unterstützung  der  in  den  Kreisen  Herford,  Bielefeld  und  Halle  vorhandenen, ­
  in  Preußischen  Kriegsdiensten  invalide  gewordenen  Krieger.
Sic  ist  1859  zur  Gedächtnisfeier  der  Vereinigung  der  Grafschaft
Ravensberg  mit  den  Preußischen  Landen  von  den  Ständen  jener  Kreise
gegründet.  Die  Stiftungskaffc  befindet  sich  (1861)  in  Bielefeld.
Stiftung  für  Bürger-Jubilare  zu  Breslau.
1858  von  der  neuen  städtischen  Ressource  zur  Erinnerung  an  die
        <pb n="688" />
        Vermählungsfeier  des  Kron-Prinzen  Friedrich  Wilhelm  mit  der  Prinzeß
Royal  von  England  ins  Leben  gerufen.  Bon  dem  Ertrage  soll  alljährlich ­
  am  25.  Januar  eine  Anzahl  bedürftiger  und  würdiger  Bürgerjubilare
  mit  entsprechenden  Geldunterstützungcn  bedacht  werden.
Stiftung  für  Militair-Jnvaliden  zu  Breslau,
begründet  1835  bei  dem  50  jährigen  Dienst-Jubilänm  des  kommandirendcn
  Generals  Grafen  v.  Zielen.  Bon  der  Stadt  auf  die  Kämmerei
für  immerwährende  Zwecke  fundirt,  besteht  die  Stiftung  in  einer  jährlichen ­
  Rente  von  72  Thlr.;  welche  zur  Unterstützung  armer  Invaliden
aus  dem  Preuß.  Militair-Stande  verwendet  werden  sollen.  Immer
nur  drei  solche  Invaliden  beziehen  die  Rente  auf  Lebenszeit  im  Betrage ­
  von  monatlich  2  Thlr.  Die  Verleihung  steht  alternirend  bent
kommandirenden  General,  dem  Magistrat  und  dem  Kollegium  der  Stadtverordneten ­
  zu;  die  Stiftung  soll  nach  dem  Statut  vom  24.  Juni
1835  heißen:  „Stiftung  der  K.  Haupt-  und  Residenzstadt  Breslau  für
derei  arme  Militair-Invaliden  zur  Gedächtnißfeier  der  50jährigen
Dienstzeit  des  Königl.  Pr.  Generals  der  Kavallerie,  Herrn  Grafen  v.
Zielen  Excellenz."
Stiftung  fits  Verunglückte  und  für  arme  Kinder  zu  Charlottenburg,
j'n  Jahre  1827  am  10.  März,  wo  König  Friedrich  Wilhelm  III.  zum
cr stcn  Male  nach  seiner  Genesung  vom  Beinbrüche  die  Residenz  Char-^ottcnburg
  besuchte,  wurde  dieser  Verein  von  dem  damaligen  Kriegs-Minister
  v.  Boyen  gestiftet.  Der  Verein  hat  ein  zur  Aufnahme  von
Kindern  eingerichtetes  Haus  und  4000  Thlr.  Kapital.
Stiftung  für  den  Reg.-Bezirk  Danzig,
zur  Aufnahme  unvermögender  Kranken  des  Regierungs  -  Bezirkes  in
das  Danzigcr  Hospital,  zu  deren  Verpflegung  dasielbe  nicht  verpflichtet
ìşi,  oder  zu  anderweitiger  Unterstützung  dieser  Kranken  in  ihrer  Heimath.
Dotirt  ist  diese,  unter  Verwaltung  der  Regierung  stehende  Stiftung
von  König  Friedrich  Wilhelm  III.  mit  |  des  Vermögens  (etwa  11,000
Dhlr.)  das  1646  gestifteten,  1806  aufgehobenen  Konvents  der  barmherzigen ­
  Brüder  zu  Alt-.Schottland.  (Kab.-O.  vom  11.  Mai  1822)
Vgl.  Lazareth  zu  Danzig.
Stiftung  zum  Besten  armer  und  nothleidender  Wöchnerinnen  zu  Düsseldorf.
Von  dem  Fürsten  Karl  Anton  zu  Hohenzollern  Sigmaringen  ant
•  März  1864  zum  Andenken  an  die  Geburt  sciucS  ersten  Enkels  mit
M  Thlr.  begründet.  Die  Zinsen  sollen  der  würdigsten  unter  jenen
Wöchnerinnen  der  Stadt  alljährlich  zufließen,  welche  unter  Sorge  und
Roth  während  den  Winter-Monaten  mit  Kindern  gesegnet  werden.  Die
Verkeilung  besorgt  der  Magistrat.
Stiftung  für  die  Waustrrz,Armen  zu  Erkelenz.
Eine  bei  der  Armen-Vcrwaltung  bestehende  Stiftung,  welche  jährlich
etwa  180  Thlr.  zur  Unterstützung  alter  schwacher  Personen  verwendet.
        <pb n="689" />
        Stiftung  für  Beteranen-Familien  zu  Görlitz.
Sie  ist  1854  zu  Ehren  des  Jubiläums  Königs  Wilhelm  aus  ständischen
Fonds  mit  1000  Thlr.  botivi,  und  die  Zinsen  davon  werden  alljährlich
am  11.  Juni  an  bedürftige,  der  Landes  -Mitleidenheit  der  Oberlausitz
angehörigc  Familien  verstorbener  Veteranen  der  Preuß.  Armee  vertheilt. ­
  Bei  gleicher  Bedürftigkeit  haben  Familien  den  Vorzug,  deren  als
Veteranen  4  Väter  in  der  Oberlausitz  geboren  waren  oder  für  ihre  Person ­
  derselben  angehört  hatten.  Nur  Familien  t  Veteranen  der  Preuß.
Armee  haben  ein  Anrecht.  Als  Veteranen  werden  betrachtet,  welche
mindestens  12  Jahre  im  aktiven  Militairdicnst  gestanden  oder  einen
Feldzug  mitgemacht  haben  und  ehrenvoll  entlassen,  oder  während  des
tadelfreien  Militairdienstes  gestorben  sind.  Sind  keine  zum  Genuß  berechtigten ­
  Familien  vorhanden,  so  werden  die  Zinsen  des  Fonds  für
denselben  Zweck  zum  Kapital  geschlagen.  Der  Landes-Aeltejte  vertheilt
die  Zinsen  und  leitet  die  Verwaltung  des  Fonds.  Die  Zinsen  werden
  in  der  Regel  an  10  Familien  vertheilt,  und  geschieht  die  Verleihung ­
  für  einen  dreijährigen  Zeitraum  (Ständisches  Reglement  vom
27.  Nov.  1854).  Eine  gleiche  Stiftung  ist  zur  Feier  der  Vermählung
des  Kronprinzen  Friedrich  Wilhelm  mit  der  Kronprinzessin  von  England ­
  (1858)  von  den  Ständen  begründet.  Vgl.  Stipendien-Fonds  zu
Görlitz.
Stiftung  für  unverheirathete  Töchter  adeliger  Familien  zu  Görlitz,
1864  von  dem  Landes-Aeltesten  Grafen  v.  Lo  eben  und  Andern  begründet. ­
  Sie  steht  unter  dem  Protektorat  der  altberechtigten  rittcrschaftlichen
  Stände  der  Obcrlansitz  und  zählte  1864  37  Teilnehmer
mit  43  Inskriptions-Rechten  à  500  Thlr.  Zweck  ist,  den  unverhciratheten
  Töchtern  adeliger  Familien  in  der  Oderlausitz,  'velche  mit  dem
statutenmäßigen  Einschuß-Kapital  von  mindestens  500  Thlr.  an  der
Stiftung  sich  betheiligen,  eine  ihrem  Stande  angemessene  Existenz  durch
Gewährung  von  Gcld-Präbenden,  resp.  Ausnahme  in  ein  Ttiftshans
zu  sichern  und  ihnen  durch  Betheiligung  an  Anstalten  für  Werke  christlicher ­
  Liebe  einen  segensreichen  Wirkungskreis  unter  ehrenhaften  Verhältnissen ­
  anzuweisen.  Eröffnet  ist  die  Stiftung  mit  4  Stiftsdamcn
und  2  Fräulein-Stellen,  erstere  vorläufig  mit  120,  letztere  mit  60  Thlr.
jährlich  botivi  ;  Zahl  und  Dotirung  vermehren  sich  mit  dem  Steigen
der  Stifts-Einkünfte.  Die  Stiftung  hat  unter  dem  7.  März  1864
die  Rechte  der  juristischen  Person  erhalten.
Stiftung  für  emeritirte  Geistliche  und  bischöfliche  Beamten  zu  Heilsberg.
Sie  gewährt  zwei  Personen  Wohnung  in  einem  Hause  und  hat  ein
Vermögen  von  11,000  Thlr.
Stistunq  für  unverheirathete  weibliche  Nachkommen  anö  adligen  Familien  des
Herzagthmn  Kleve.
Zeitiger  Vorsitzender  des  Kuratoriums  ist  Gras  Lob  zu  Wissen.
Stiftung  für  Handwerker  zu  Koblenz,
1854  mit  400  Thlr.  begründet.  Das  Kapital  ist  seitdem  jährlich  um
        <pb n="690" />
        683

100  Thlr.  vermehrt  worden.  Die  Zinsen  werden  am  22.  Marz,  dem
Geburtstage  des  Königs  Wilhelm,  an  brave  Handwerker-Familien  vertheilt. ­

Stiftung  zur  GrtvÄhrmig  von  Vorschüssen  an  Gewerbtreibende  ln  Königsberg.
Ein  geachteter  Mann  errichtete  mittelst  Urkunde  vom  5.  Oktober  1855
resp.  14.  Mai  1856  durch  Niederlegung  Polnischer  Loose  und  einiger
fälligen  Zins-Eoupons  von  Preuß.  Staats-Papieren  rc.,  im  Gesammt-Betrage
  vou  3264  Thlr.  eine  Stiftung,  uin  Gewerbetreibenden  behufs
ihres  bessern  Fortkommens  Vorschüsse  zu  gewähren.  Die  Verwaltung
führt  der  Magistrat,  die  Rechnungs-Abnahme  bewirkt  die  Stadtverordneten-Versammlung.
  Die  Vorschüsse  werden  aus  den  Revrnüen  der
Stiftung  gewährt  und  in  terminlichen  Räten  zurückgezahlt.  Sie  werden ­
  in  der  Regel  nur  gegen  Unterpfand  oder  sichere  Bürgschaft  bewilligt. ­
  Eine  Verzinsung  findet  nur  statt,  wenn  der  Borschußnehmer
sich  in  der  Abzahlung  säumig  zeigt.  Zum  Genusse  der  Stiftung  sind
nur  Gewerbetreibende  berufen,  welche  als  ordentliche,  fleißige  Arbeiter
bekannt  sind  nnd  einer  Ilnterstützimg  bedürfen,  um  ihr  Gewerbe  mit
Erfolg  fortbetrriben  oder  demselben  einen  größeren  Umfang  geben  zu
können.  Personen,  welche  Handel  treiben,  und  Schänker  bleiben  ausgrfchlosien.
  Von  den  zurückgezahlten  Vorschüssen  wird  die  Hälfte  jährlich ­
  dem  Kapitale  zugeschlagen,  bis  dasselbe  die  Höhe  von  50,000  Thlr.
erreicht.  Die  Stiftung  hat  unter  dem  15.  November  1856  die  landesherrliche ­
  Genehmigung  und  die  Rechte  einer  juristischere  Person  erhalten. ­
  Schmidtsche  Stiftung  zu  Königsberg.
Stiftung  für  httlfsbedttrflige  Unteroffiziere  und  Soldaten  des  t.  Oftpreußischen
Grenadier.Regiment»,  ...  ,  ,.:t w  .
bei  Gelegenheit  der  Krönung  im  Oktober  1661  von  dem  Ehef  des  Regiments, ­
  dem  Kron-Prinzen  Friedrich  Wilhelm  und  seiner  Genrahlin
ber  Krön-Prinzessin  mit  einem  Geschenk  von  1000  Thlr.  begründet.
Stiftung  zur  Pcnsionnnng  erang.  Vc^vcr  '«iitttrcn  in  Löwenberg.
Ņus  einem  Vermächtnisse  des  1822  +  Kantor  Beer  hervorgegangen
und  184J  neu  geregelt.  Vou  1200  Thlr.  Kapital  sollten  die  Zinsen
un  Wittwen  in  Löwenberg  f  Dtadt-Schullehrcr  gezahlt  werden,  so
lange  keine  Wohnung  für  zwei  solche  Wittwen  eigens  erbapt  oder  erworben ­
  wird;  aber  auch  wenn  letzteres  geschehe,  sollen  500  Thlr.  zur
Zlttsen-Vcrthcilung  reservirt  bleiben.  Das  Kapital  belief  sich  1861
uns  1820  Thlr.,  von  bereit  Zinsen  zwei  Lehrer-Wittwen  je  35  Thlr.
erhielten.  '
/  Stiftung  für  Dragoner  zu  LNbcn.
Lüben  wurde  der  nachherigc  König  Wilhelm  von  Wurtemberg  am
27  •  Sept.  1781  in  dem  jetzt  (1864)  dem  Rechtsanwalt  Kretschy
gehörigen,  damals  vom  Bater  des  Königs  (Chef  deS  1781  dort  garni*
şonirendcn  Dragoner-RegrmentS)  erbauten  Schlosse  geboren.  Um  das
&amp;gt;lahr  1840  stiftete  derselbe  ein  Legat  von  1200  Thlr.  mit  dem  Bebrüten, ­
  daß  die  davon  gewonnenen  Zinsen  alljährlich  an  dort  befind-
        <pb n="691" />
        684

liche  Nachkommen  ehemaliger  Dragoner  vertheilt  werden  sollen  und  bei
Vertheilung  derselben  durch  die  Stadtbehörden  der  jedesmalige  Besitzer
des  Geburtshauses  mitzustimmen  habe.
Stiftung  zur  Unterstützung  hülfsbedürftiger  ev.  GlanbenSgenossen  zu  Marienburg,
von  Johanne  Marianna  Henriette  Sartorius  von  Schwanenfeld  zu
Rom  mittelst  Statuts  vonr  17.  Februar  1859  gegründet.  Der  Stiftung ­
  ist  die  landesherrliche  Genehmigung  mit  der  Maßgabe  ertheilt,
daß  etwaige  Abänderungen  des  Statuts  der  Zustimmung  der  Staats-Regierung
  bedürfen.
Stiftung  zur  Unterstützung  kath.  Gymnasiasten,
von  dem  Bischof  Dr.  Auast.  Sed  lag  1841  gestiftet.  Sie  hat  zur
Zeit  9140  Thlr.  Kapital  und  verleiht  jährlich  410  Thlr.  Unterstützungen.
(Wiese  S.  52.)
Stiftung  für  invalide  Bürger  der  Grafschaft  Ravensberg.
Im  Jahre  1859  bei  Gelegenheit  der  Feier  der  vor  250  Jahren  erfolgten ­
  Bereinigung  der  Grafschaft  Ravensberg  mit  der  Krone  Preußen,
durch  die  Stände  der  Kreise  Herford,  Bielefeld  und  Halle  (Wcstp  Halen) ­
  mit  6000  Thlr.  begründet.  Das  Kapital  loll  bis  auf  20,000
Thlr.  gebracht  werden;  die  Stiftung  steht  unter  dem  Protektorat  des
Königs.
Stiftung  für  arme  Kurgäste  zu  Salzbrunn.
Die  t  Kaiserin  von  Rußland,  Alexandra  Fedorowna,  geb.  Prinzessin
Charlotte  von  Preußen,  hinterließ  zum  Andenken  an  ihren  'Aufenthalt
zu  Fürstenstein  im  Jahre  1838  ein  Kapital  von  2000  Thlr.,  aus
dessen  Ziusen  5  arme  Kranke  freie  Kur,  Wohnung  und  Unterhalt  jährlich ­
  erhalten  sollen.  Der  Grundherr  von  Fürstenstein  ist  für  die  Unantastbarkeit ­
  des  Kapitals  verantwortlich.  Die  Verwaltung  der  Stiftung ­
  steht  zu  dem  jedesmaligen  Polizei-Direktor,  dem  ältesten  Brunnen-Arzte ­
  und  dem  Geistlichen  des  Orts.  Die  Stiftung  hat  unter
dem  28.  August  1838  die  landesherrliche  Genehmigung  erhalten.
i.  Stiftung  zur  Krankenpflege  fttr  Stülpe  re.  (Jüterbog).
Bon  dem  Obersten  a.  D.  und  Hofmarschall  v.  Rochow  zu  Stülpe
zur  Krankeupflegc  für  die  Ortschaften  Stülpe,  Holbcck,  Ließen,  Schmiclkcndorf
  und  Riesdorf  errichtet.
.gnns  '  Stiftung  für  arme  Bürger-Söhne  zu  Trachenberg,
für  junge  Leute  die  ein  Handwerk  erlernen  wollen  am  24.  August  1859
bei  Gelegenheit  der  50jährigen  Jubelfeier  der  Einführung  der  Städte-Ordnnng
  vom  Magistrat  (Bürgermeister  Schönaich)  begründet.  Kapital ­
  100  Thlr.
Stiftung  für  arme  Kranke  zu  Werl,
aus  einem  Vergleich  herrührend,  welcher  am  28.  Mai  1841  zwischen
den  Vertrags-Erben  des  verstorbenen  Hosgerichts-Asiesiors  Engelhard
und  der  hiesigen  Armenversorgungs-Kommission  geschlossen  worden  ist,
        <pb n="692" />
        685

und  der  unterm  27.  September  1841  die  landesherrliche  Bestätigung
erlangt  hat.
Stiftungs-Fonds  für  Schulzivrcke  zu  Bartenstein.
Er  hat  4900  Thlr.  Vermögen  und  an  Einkünften  davon  jährlich
245  Thlr.
Stiftungskasse  der  Stadtkirche  zu  Wittenberg.
Sie  hat  23,654  Thlr.  Kapitalien,  deren  Zinsen  mit  998  Thlr.  zu
Stipendien  und  andern  wohlthätigen  Zwecken  bestimmt  sind.
Stipendien-Fonds  der  ehemaligen  Jmmediat-Kommission  zur  Bertheiluna  von
Prämien  auf  Staatsschuldscheine.
Aus  dem  Fonds  von  7250  Thlr.  in  Staatsschuldscheinen,  welche  die
Jmmediat-Kommission  zur  Bcrtheilung  von  Prämien  auf  Staatsschuldscheine ­
  aus  den  bis  1.  Juli  1822  nicht  erhobenen  Prämien  der  Iste»
Ziehung  der  Staatsschuldschein-Prämienvertheilung  einkaufen  ließ,  wurden ­
  jährlich  290  Thlr.  Zinsen  erhoben,  und  davon  zufolge  StiftungsUrkunde ­
  vom  13.  Oktober  1822,  landesherrlich  bestätigt  am  2.  Nov.
1822,  4  Stipendien  à  50  Thlr.  und  zwei  à  45  Thlr.  gezahlt.  Die
Stipendien  sind  für  hülfsbcdürftige  Jünglinge,  welche  auf  der  Univerşität
  zu  Berlin  cv.  Theologie  studiren,  Preußen  sind,  und  glaubhafte
Zeugnisse  von  ihrem  Fleiß  und  ihrer  Führung  beibringen.  Die  Stipendien ­
  werden  zunächst  auf  ein  halbes  Jahr  bewilligt,  es  kann  aber
der  Genuß  bis  auf  sechs  Semester  ausgedehnt  werden.  Kollatoren
sind  nach  dem  Abgänge  der  Mitglieder  der  Prämien-Kommission  der
Bischof  in  der  Kurmark  oder  in  deffen  Erntangelung  der  älteste  Propst
don  Berlin,  der  Rektor  der  Universität,  und  der  Vorsteher  der  Civil-Ņ)aisenanstalt
  zu  Potsdam.  (Lises  S.  265.)
Stipendien  Fonds  für  studirende  Griechen  zu  Berlin.
Bon  einem  Verein  angesammelt,  in  Staatsschuldscheinen  angelegt,  ist
der  Zinsen-Ertrag  zufolge  Kabinets-Ordre  vom  2.  September  1830
Zu  einem  Stipendium  für  einen  in  Berlin  ştudirenden  Griechen  bestimmt. ­
  Ist  daö  Stipendium  nicht  vergeben,  so  werden  die  Zinsen
lapitalisirt,  bis  daö  Stipetldium  300  Thlr-»  beträgt;  weitere  Ueberfchüsie
Können  sodann  zu  Reisegeldern  der  Stipendiaten  verwendet  werden.
Die  Verleihung  hat  der  Minister  der  gcistl.  Angelegenheiten  (Lisca  265).
Stipendieii'Fondö  für  studirende  Waldenser.
Ņom  König  Friedrich  Wilhelm  Hl.  im  Jahre  1832  für  zwei  junge
Waldenser,  die  sich  den  ev.  theologischen  Studien  widmen,  begründet,
^edes  Stipendium  beträgt  250  Thlr.  und  wird  auf  5  Jahre  bewilligt.
Der  Bestimmung  des  Königs  zufolge  sollen  die  nach  Berlin  kommenden ­
  Waldenser  mit  jener  Unterstützung  zunächst  2  Jahre  das  französtsche
  Gymnasium  besuchen,  in  dieser  Zeit,  so  viel  nöthig,  die  deutsche
Sprache  erlernen  und  dann  3  Jahre  ans  der  Universität  zu  Berlin
Theologie  studiren.  Die  Oberaufsicht  über  diese  Angelegenheit  führt
der  Minister  der  geistlichen  Angelegenheiten.  (Lisco  S.  296.)
        <pb n="693" />
        Ştipeiidien-Foiids  für  Zöglinge  der  ì'andwirthschast.
Aus  dem  Fonds  der  Domainen-Vcrwaltung  sind  je  200  Thlr.  jährlich
ausgesetzt,  um  bedürftigen  jungen  Männern,  welche  sich  auf  einer  der
landwirthschaftlichen  Akademien  zu  Eldena,  Poppelsdorf,  Proskau  und
Waldau  für  die  Domaincn-Berwaltung  ausbilden  wollen,  während  eines
oder  zweier  Jahre  durch  angemessenen  Zuschuß  zu  Hülfe  zu  kommen.
Bewerber  um  diese.Unterstützung  müssen,  wenn  sie  sich  bei  der  Königlichen ­
  Regierung  melden,  außer  den  Zeugnissen  über  ihre  Bedürftigkeit
und  über  Fleiß  und  gute  sittliche  Führung  entweder,  wenn  sie  nicht
schon  auf  Grund  des  Zeugnisses  der  Reife  bei  einer  Universität  immatriculirt
  oder  schon  zu  Auskultatoren  oder  Referendarien  oder  Asiesioren
  ernannt  sind,  das  Zeugniß  der  Reife  für  die  Universität  beibringen, ­
  oder  doch  diejenige  Qualifikation  nachweisen,  welche  erfordert  wird,
um  zu  den  Geschäften  der  ökonomischen  Gehülfen  und  Spezial-Kommisiarien
  bei  den  General-Kommissionen  zugelassen  zu  werden.
Stipendieu-Fouds  zu  Allenstein.
Es  besteht  dort  ein  Stipendium  Puleskianum  und  ein  Stipendium
Gerber-^ariauum.  Die  Po  les  lische  Stiftskasse  gewahrt  2  Stipendien
mit  245  Thlr.  und  hat  3500  Thlr.  Vermögen;  die  andere  zahlt  etwa
120  Thlr.  und  besitzt  einen  Fonds  von  2660  Thlr.
Stipendien-Fond«  zn  Anklam.
Die  Kirchen-Kasie  gewährt  a)  die  jährlichen  Zinsen  des  Achim  v.  Rieben ­
  scheu  Legats  von  266}  Thlr.  an  einen  Studirendcn  auf  Anweisung ­
  des  Magistrats  mit  13}  Thlr.  ;  b)  die  jährlichen  Zinsen  des
Titus  T  ö  ller  scheu  Legats  von  103}  Thlr.  mit  5}-  Thlr.;  c)  die
Zinsen  des  Nikolaus  Prutz  enschen  Legats  von  100  Thlr.  mit  5  Thlr.;
d)  die  Zinsen  des  Blocksdorffschen,  Steffenschen  und  Heinschcn
Legats  von  500  Thlr.  an  die  Gymnasial-Kassc  mit  25  Thlr.  Es  sind
davon  ausgesetzt  für  die  Lehrer  5  Thlr.,  zn  Prämien  an  Schüler  20
Thlr.  (einschließlich  10  Thlr.  für  den  die  Judika-Redc  haltenden  Schüler); ­
  e) 1  die  Zinsen  des  Hein  v.  Güldnerschen  Legats  von  100  Thlr.
an  einen  Schüler ¡  des  Gymnasiums  auf  Anweisung  des  Magistrats,
mit  5  Thlr.;  f)  die  Zinsen  dos  Eo  the  ninSschen  Legats  von  500
Thlr.  an  die  allgemeine  Stadtschule  zur  Anschaffung  von  Büchern  für
arme  Kinder  mit  25  Thlr.;  g)  die  Zinsen  des  v.  Littwitzschen  Legats ­
  von  1500  und  60  Thlr.  mit  61  Thlr.,  wovon  der  Magistrat  zu
Stipendien  an  Studirende  50  Thlr.,  zu  Prämien  für  Gymnasial-Schüler
  10  Thlr.  und  zur  Bildung  eines  neuen  Stipendiums  1  Thlr.
verrechnet;  h)  die  Zinsen  der  von  v.  Littwitzschen  Zinsbcständen  angekauften ­
  Anklamschen  Stadt-Obligationen  über  100  Thlr.  mit  4  Thlr.
zn  Stipendien  für  einen  Studirenden  auf  Anweisung  dcö  Magistrats;
i)  die  Zinsen  des  Paulyschcn  Legats  von  200  Thlr.  an  die  Gymnasialkasie
  als  Zuschuß  zur  Besoldung  der  Gymnasiallehrer.  S.  Gymnasium ­
  zu  Anklam.
Stipendien-Fonds  zu  Aschersleben.
Für  Söhne  dortiger  Einwohner  sind  vorhanden:  a)  das  reformirte
        <pb n="694" />
        687

1

Kirchcn-Stipcndiuni  von  jährlich  40  bis  50  Thlr.  Es  wird  auf  den
Vorschlag  des  Presbyteriums  der  ref.  Gemeinde  von  der  Negierung
verliehen;  b)  das  Mo  se  lausche  Stipendium  von  jährlich  11ş  Thlr.
und  das  Büstorffsche  von  jährlich  5  Thlr.,  deren  Verleihung  dem
Magistrat  zusteht.  Ferner  mehrere  Familien-Stipendien  (Lau  e,  Rolo ­
  ff,  Sto  ckelbran  d,  Wald  mann)  für  Familienglieder.  (Hermes
S.  231).
Sñpendien-Fvilds  ;u  Bielefeld.
Es  bestehen  vier  Stipendien  für  Stndirende  und  Schüler,  welche  von
Behörden  und  Korporationen  verwaltet  werden:  a)  das  Jßringharr«-sensche
  für  Stndirende,  jährlich  20  Thlr.;  6)  das  Kochsche  für  Studirende,
  jährlich  50  Thlr.;  c)  das  Eothmannsche  für  Stndirende
100  Thlr.,  für  Schüler  60  Thlr.;.cf)  das  K  och-Burggrafsche  Familien-Stipcndium
  für  Schüler  jährlich  800  Thlr.  Bgl.  Gymnasium
zu  Bielefeld.
Stipendien-FondS  zu  Danzig.
Löfchin  (1836)  zählt  S.  160  eine  Menge  Testaments-Stiftungen  zur
Unterstützung  unbemittelter  Studenten  auf.  Dahin  gehören  die  (entweder ­
  ausschließlich  für  Stndirende  oder  zugleich  auch  für  Wittwen
ausgesetzten)  Fonds  des  St.  Annen-Altars  (1649)  mit  22,735  Danziger
Gulden;  der  Marieu-Kapellc  (1545)  mit  57,088,  der  Dorotheen-Kapelle
  (unbestimmt)  mit  17,700,  der  Bodeckschcn  Stiftung  (1660)  mit
^8,500,  der  Bar  th  old  scheu  Stiftung  (1763)  mit  12,000,  der  Bolluerschcn
  Stiftung  (1768)  mit  17,820.  der  Bacthäuserschen  (1714)
wit  36,000,  der  Böhm  sch  en  (1648)  mit  6000,  der  Düsseldorfschen
  (1745)  mit  22,800,  der  Egge  bertschcn  (1670)  mit  23,333,
der  Ehlrrschen  (1685)  mit  3,300,  der  Fredrrschcn  (1763)  mit
14,(XX),  der  F  er  ber  scheu  (1700)  mit  23,650,  der  G  e  dike  scheu
(1695)  mit  10,000,  der  Hildebrand  scheu  (1620)  mit  7,000,  der
H.anowschen  (1773)  mit  19,855,  der  Kämmerer  Fechnerschen  (1726)
"'it  4,000,  der  K  cmp  en  -  D  chum  annscheu  (1636)  mit  79,168,  der
Lehmann  scheu,(1756)  mit  11,700,:  der  ^üschnî  eschen  (1709)  mit
2,500,  der  l?öllhöfe  l  scheu  (1719)  mit  28,653,  der  Marguard  -
Kr»  (1719)  mit  13,246,  der  Manischen  (1709)  mit  2,000,  der
^linsgartschen  (1729)  mit  2s)00,  der  Neauderschen  (1737)  mit
12,800,  der  O  elhafschen  (1645)  mit:  17,560,  der  Pah  eschen  (1691)
5,450,  der  Plantaschen  (1655)  mit  2000,  der  Pfeil  schen  (1639)
w't  2000,  der  Palmschen  (1726)  mit  2000,  der  Rey  mann  schen
(1759)  mit  2,200,  der  Strclitzschen  (1714)  mit  1368,  der  Schl.e-'eschen
  (1707)  mit  1000,  der  Schleppeschen  (1657)  mit  13,100,
der  Schmieden  scheu  (1698)  mit  4150,  der  Unruh  scheu  (1639)  mit
2000,  der  Be  dderschen  (unbestimmt)  mit  10,600,  der  Bö  g  e  ding  -
schen  (1700)  mit  3000,  der  Wiederscheu  (1683)  mit  7825,  der
Aa  hu  schen  (1719)  mit  18,000,  der  Zappcschcn  (1680)  mit  51,154
^vnziger  Gulden  und  mehrere  der  resormirteu  Gemeinde  oder  einzelzeltten
  Familien  angehörende  Stiftungen.  Für  Wittwen  (die  zum
        <pb n="695" />
        688

Theil  gleichzeitig  bei  den  Studien-Stistuugen  bedacht  sind)  giebt  es
folgende  besondere  Stiftungen,  bei  welchem  in  der  Regel  auch  Waisen
Berücksichtigung  finden:  die  Conradsche  von  1801  mit  16,000  Danziger
  Gulden,  die  Dilgersche  von  1616  mit  25,000,  die  Jantzensche
  von  1780  mit  2500,  die  Heinschc  von  1815  mit  100,000,  die
Kohlsche  von  1780  mit  30,000,  die  Lahrschc  von  1789  mit  34,000,
die  Ro  g  g  esche  von  1774  mit  3400,  die  Skurksche  von  1765  mit
8000,  die  Schnittersche  von  1640  mit  14,417,  die  S  ch  radersche
von  1750  mit  1500,  die  Schw  arzsche  von  1776  mit  9800,  die
Wahlsche  von  1775  mit  4500  Danziger  Gulden.
Stipendien-Fonds  zu  Gebesee.
Er  ist  mit  der  Kirchen-Verwaltung  des  Orts  verbunden  und  hat  1455
Thlr.  Kapital.  Für  Studirende  des  Orts.
Stipendien-Fonds  zu  Görlitz.
Es  stehen  unter  Verwaltung  des  Magistrats  30  Universitäts  -  und
Schul-Stipendien  mit  einem  Kapitalsbetrage  von  29,586  Thlr.  Die
Kommunal-Stände  der  Obcrlausitz  haben  über  ähnliche  zahlreiche  Stipendien, ­
  welche  jedoch  nur  für  die  Landes-Mitleidenhcit  bestehen,  die
Kollatur-Rechte.  Die  Stände  haben  nämlich  zu  vergeben  6  Landes-Stipendien
  à  50  Thlr.  ;  1  Universitäts-Stipendium  für  wendische  Theologen ­
  à  50  Thlr.  ;  2  Schul  -  Stipendien  zur  Vorbildung  wendischer
Theologen  «à  30  Thlr.  ;  5  Stipendien  à  20  Thlr.  zur  Ausbildung  von
Schul  -  Präparanden.  Vgl.  v.  G  ersdorfffche,  v.  Nostitzsche,
v.  Poigkschc  Stipendien,  Stiftung  der  Stände  der  Oberlansitz  rc.  —
An  sonstigen  Stipendien  für  Schüler  bestehen  hier  a)  für  das  Gymnasium ­
  4  von  1515  Thlr.  Kapital  zur  Unterstützung  armer  fleißiger
Schüler,  3  von  5150  Thlr.  Kapital  zur  Uuterstützung  der  Lehrer-Wittwen,
  1  mit  21  Thlr.  Zinse,r-Antheil  an  der  v.  GerSdorffschcn
Stiftung  zu  Schul-Prämien,  1  von  724  Thlr.  Kapital  zu  Universitäts-Stipendien ­
  für  Lehrer-Söhne  und  zu  Stipendien  für  unverhcirathcte
  Lehrer-Töchter;  b)  für  die  ev.  Bolks-Schule  1  von  110  Thlr.
Kapital  zu  Schul-Prämien,  1  von  1000  Thlr.  Kapital  zur  Unterstützung ­
  zweier  Lehrer,  welche  sich  durch  Unterricht  auszeichnen.  Der
Kommunal-Landtag  gründete  endlich  im  Jahre  1852  mit  einem  Kapital ­
  von  2000  Thlr,  eine  Stiftung  zur  Begründung  eines  Stipendinrns
für  junge  Männer,  welche  sich  dem  Dienste  in,  Preuß.  Landheere  oder
in  der  Preuß.  Marine  widmen.
Stipendien-Fonds  zu  Grciffenberg  in  Pouiincrn.
Das  Kapital  besteht  in  10,539  Thlr.,  die  Zinsen  in  47.4  Thlr.
Stipendien-Fonds  zu  Halberstadt.
Der  Magistrat  verleiht  an  Stipendien  älterer  Stiftung  das  G  eil  hutsche ­
  von  5  Thlr.,  das  Holl  esche  von  20,  das  MÜllersche  von  20
Thlr.,  das  Wintersche  von  40  Thlr.  Gold,  an  Familienglieder  das
Ahrend-Mcyersche  von  25  Thlr.,das  Dippcsche  von  25,das  Hahnsche
  von  16ŗ,  das  Papenmeyerschc  von  48,  das  Wirth  esche  von
        <pb n="696" />
        689

49,  das  Dubbenhagensche  von  70,  das  Wi  china  nnfche  von  36
Thlr.  (Hermes  II.  205).  Vgl.  v.  d.  Bussche,  Diepenbrock,
Dorstadt,  Paurmcister  rc.
Stipendien-Fonds  zu  Köln.
Für  die  katholischen  Schüler  der  Gymnasien  zu  Köln,  bestehen  nicht
weniger  als  243  Studien-  und  sonstige  Stiftungen  aus  älterer  Zeit
mit  einem  Zinseu-Ertrage  von  jährlich  59,850  Thlr.  Die  Verwaltung
dieser  Maffe  ist  dem  Lerwaltungs-Rathe  für  die  Studien--Stiftungen
übertragen.  Im  Jahre  1865  wendete  ein  ungenannter  Bürger  ein  Kapital, ­
  welches  einschließlich  zehnjähriger  Zinsen  4400  Thlr.  betrug,
der  Stadtgemeinde  mit  der  Bestimmung  zu,  von  demselberr,  sobald  es  durch
Beischlagung  der  Zinsen  die  Höhe  von  10,000  Thlr.  erreicht  habe,  die
Revenuen  als  Stipendium  für  einen  oder  mehrere  Schüler  eines  Rheinischen, ­
  und  zwar  vorzugsweise  Kölner  Polytechnikums  zu  verwenden;
die  Verleihung  dieses  Stipendiums  soll  ohne  Unterschied  der  Konfession,
jedoch  vorzugsweise  an  Söhne  von  Kölner  Familien  geschehen.
Stipendien-Fonds  für  arme  Ştudirende  des  FitrsteMhnmS  Lichtenberg  (Kreis
St.  Wendel).
Ņon  der  Herzoglich  Koburgfchcn  Regierung  1826  mit  200  Gulden
jährlich  auf  den  Staats-Haushalt  übernomtnen  und  von  der  Preuß.
Regierung  beibehalten.  Es  werden  nicht  über  4  Stipendien  bewilligt
und  die  Bewilligung  steht  der  Provinzial-Schul-Berwaltung  zu.
Stipendien  Fonds  dcö  Hospitals  ¿t.  Georg»  ju  Magdeburg.
Hospital  verleihet  jährlich  sechs  Universitäts-Stipeudien  ü  50  Thlr.
Den  nächsten  Anspruch  auf  Verleihung.haben  dürftige  Söhne  von
Kaufleuten  des  Orts/,in  deren  Ermangelung  Söhne  von  Einwohnern
überhaupt,  Bedingung  der  Erlangung.  A  Abgang  von  einem  inländischen ­
  Gymnasium  mit  dem  Zeugnisse  der  Reife  und  Immatrikulation
°uf  einer  Universität;  Bedingung  der  Fortbeziehung  ein  bei  jeder  Erhsbuitg
  beizubringendes  Sitten-Zeugniß,  Die  Verleihung  geschieht  alter-"rreud
  von  den  Aeltesten  der  Kaufmannschaft  und  von  dem  Hospitalvorstände;
  die  Bestätigung  steht  dem  Magistrate  zu.  vmtif£  gnvyür
Stipendien-Fond«  zu  lVkarieNwerder.
Ñ  Şren  Vermächtnisse  1)  von  dem  russischen  Brigadier  Fraser
^15  und  2)  von  dem  SŞ-Kaàereir  Ms  chi  e  1745  begründet,
/"s  Kapital  beider  betrug  1844  etwa  OW2000  êĢ  wnr-5
 C "  von  den  Zinsen  zwei  oua  dev  Stadt  gebürtige,  «studirende  mit  je
0  Thļr..hchach§ş  ui  !"  &amp;lt;!:.h,  v&amp;lt;S  QMßl  nt  r^fi'6  HC
Stipendie,t^Foyds  zu  Memel.  :
Bildung  eines  solchen  mittelst  eines  Kapitals  von  10,000  Thlr.
"s  dem  Wien  er  scheu  Nachlasse  ist  im  Werke.  S.  Wiener.
Stipendien'Fonds  ftir  Handwerker  zn  Mülcher.
A  ist  aus  drei  älteren,  auf  Uuterstützuug  deS  Handwerks  gerichteten
^îistungen  zusammengesetzt  und  hat  12,000  Thlr.  Kapital.  Bon  den
Vrruß.  Landbuch.  44
        <pb n="697" />
        690

Zinsen  wird  das  Lehrgeld  von  je  15  Thlr.  für  arme  Handwerks-Lehrlinge ­
  und  wenn  es  Waisen  sind,  ihre  Unterhaltung  und  Kleidung
während  der  Lehrzeit  bestritten.  Auch  wird  in  geeigneten  Fällen  das
Schulgeld  für  den  Besuch  der  Handwerker-Fortbildungsschule  gezahlt.
Stipendien-Fonds  in  Oels.
Wnttgesches  Stipendium  mit  14  Thlr.,  Kurtzesches  mit  4}  Thlr.
Schmidtschesmit  12^  Thlr.,  W  ein  h  ol  dsches  mit12*-Thlr.  Sie  werden
vom  Magistrat  an  Studirende  vergeben.  S.  Graf  K  osp  o  th  sche  Stiftung.
Stipendieu-Fonds  zu  Rügrnwalde.
Ans  älteren  Vermächtnissen  herstammcnd.  Stipendium  für  studirende
Stadtkinder  von  jährlich  75  Thlr.
Stipendieii-FondS  der  Stadt  Strehlen.
Er  ist  für  Studirende  bestimmt  und  beträgt  722  Thlr.
Stipendien-Fonds  zu  Worbis.
Das  Stipendium  für  Studirende  beträgt  jährlich  54  Thlr.  und  wird
vom  Magistrat  verliehen  (Hermes  II.  362).
Stipendicn-Kafse  zu  Pyrit;.
Sie  hat  zur  Zeit  600  Thlr.  Sobald  dieses  Kapital  die  Höhe  von
4000  Thlr.  erreicht  hat,  sollen  die  Zinscll  stiftungsmäßig  zu  Stipendien ­
  verwendet  werden.
Stipendien-Stift  zu  Eiding.
Ein  altes  Institut,  von  der  Stadt  Elbing  ans  verschiedenen  alten  und
neuen  Stipendien  und  aus  einem  Zuschuffe  des  Hospitals  St.  Spiritus
gebildet.  Es  werden  daraus,  hauptsächlich  an  geborene  Elbingcr,  Stipendien ­
  zum  Besuch  von  Universitäten,  Schullehrer-Scminarirn,  des
Gymnasiums  in  Elbing  rc.  verliehen,  auch  wohl,  an  ehemalige  Stipendiaten, ­
  zinsfreie  Vorschüsse  zur  weitern  Begründung  ihres  Fortkommens
bewilligt.
Stipendien-Stiftung  zu  Belgard.
Eine  selbstständige  Stiftung  (bcueßcium  St.  Gertrudis  et  novum
benesicium)  für  einen  armen  ortsangehörigeu  Studircuden.  Der
jährliche  Ertrag  besteht  in  etwa  150  Thlr.
Stipendien-Stiftung  der  Stadt  Berlin.
Im  Jahre  1825  mit  6000  Thlr.  aus  Kommunal-Fonds  begründet,
unt  den  Söhnen  ärmerer  Einwohner  das  Studiren  zu  erleichtern,  mit
der  Bestiinmuttg,  daß  von  den  Zinsen  6  Stipendien  ñ  50  Thlr.  gestiftet, ­
  und  wenn  nicht  jährlich  300  Thlr.  au  Zinsen  aufkommen  sollten,
das  Fehlende  aus  der  Kämmerei  zugeschossen  werden  solle.  Die  Stipendien ­
  werden  an  fleißige  und  wohlgesittete  Studirende  der  Universität
Berlin,  deren  Eltern  arm  sind,  und  hier  einen  festen  Wohnsitz  im
Sinne  des  Gesetzes  begründet  haben,  verliehen.  Die  Kollation  der
Stipendien,  so  wie  die  Verwaltung  des  Stipendien-Fonds  besorgt  ein
Kuratorium,  welches  aus  dem  Ober-Bürgermeister,  dem  Stadtverord-
        <pb n="698" />
        691

nelcn-Borsteher  und  einem  Stadtverordneten  besteht.  Vgl.  Ev.  Säkular-Stipendium;
  Unterstützungs-Fonds  und  Preis-Stiftung  rc.
Stipendien-Stiftung  der  Stadt  Bonn.
1865  bei  Gelegenheit  der  Feier  des  50.  Jahrestages  der  Vereinigung
der  Rhcinprovinz  mit  der  Krone  Preußen  mit  1000  Thlr.  aus  der
Atadtkaste  für  an  der  Universttät  Bonn  studirende  Bonner  Bürgers-Töhne
  gestiftet  und  dotirt.  Die  Verleihung  erfolgt  jährlich  am  15.  Mai.
Stipendien-Stiftung  der  Stadt  Breslau,
1861  bei  Gelegenheit  der  50  jährigen  Jubelfeier  der  dortigen  Universität ­
  begründet.  Das  Kapital  beträgt  2000  Thlr.  und  das  Stipendium
^ird  nach  freier  Wahl  des  akademischen  Senats  an  einen  hülfsbedürfîlgen
  und  talentvollen  Studirenden  verliehen.
Stipendien-Stiftung  zu  Ditfirrth.
Bei  der  Pfarrkirche  ist  ein  Stipeydium  für  studirende  Ditfurther  von
Mrlich  30  Thlr.  fundirt.  Dle  Verleihung  steht  der  Regierung  in
Magdeburg  zu  (Hermes  II.  246).
Stipendien-Stiftung  der  Stadt  Elberfeld,
siu  Jahre  1865  bei  Gelegenheit  der  Feier  der  5Ojährigen  Vereinigung
der  Rhein  -  Provinz  mit  Preußen  von  der  Stadtverwaltung  gestiftet.
Kapital  3000  Thlr.

Stipendien  Stiftung  der  Stadt  Sinzig  (Ahrweiler),
J 30 «  der  Stadt  Sinzig  zu  Gunsten  studircnder  Jünglinge  des  Orts
ael  der  Universität  Bonn  begründet  und  von  dieser  verwaltet.  Kapital
o900  Thlr.  Vgl.  Rheinische  Friedrich-Wilhelius-Unioersität.
Stipendium  de«  Klosters  Beata«  Mariae  Magdalenae  zn  Magdeburg.
f*  wird  an  Sohne  dortiger  Bürger  und  Einwohner  verliehen,  und
^trägi  30  Thlr.  jährlich.  Der  Kloster-Vorstand  hat  das  Verleihungs-,
dcr  Magistrat  das  Bestätigungsrecht.

Stipendium  für  einen  shtbtrehbtn  othien  Westphalen  zu  Münster.
Bon  den  Literaten  der  Provinz  Westphalen  bei  der  Feier  akademischer
.  ņunerungs-Feste  aus  den  Überschüssen  der  aufgekommenen  Beiträge
^gründet.  Im  Jahre  1830  waren  300  Thlr.  beisammen;  sobald  diese
"umme  sich  auf  800  Thlr.  vermehrt,  sollte  die  stiftungsmäßige  Vereitdung
  des  Stipendi»  eintreten^  Das  Provinzial  -  Schulkollegium
loUtc  die  Oberaufsicht  führen.

Stipendium  «ja»«  »«»-  üuotorum  zu  NeuRllPPin.
gestiftet  vom  Bischof  Nicolaus  Sch  mi  d  t  zn  Havelberg  nrit  300  Thlr.,
"ber  später  mehr  als  verdoppelt  sind.  Die  Zinsen  des  Kapitals
^rden  an  studirende  Söhne  der  Magistrats-Mitglieder  zu  Reu-Ruppin
v°w  Magistrat  vergeben.
Stipendinm  der  AltstLdtrr  Getmuidschneider-Gilde  zu  Salzwedel,
50  Thlr.  jährlich;  1660  für  studirende  Söhne  der  Gewandfchneider-44*
        <pb n="699" />
        692

gildc-Verwandten  gestiftet;  die  Verleihung  steht  den  Mitgliedern  der
Brüderschaft  zu.
Stipendium  der  Seidenkrämer-Gilde  zu  Salzwedel.
Betrag  jährlich  50  Thlr.,  1652  für  studirende  Söhne  aus  der  Brüderschaft ­
  gestiftet.  Die  Verleihung  steht  der  letzter»  zu.
Stipendium  zur  Unterstützung  unverheiratheter  Prediger-Töchter  der  Neustadt
Salzwedel.
Fonds  500  Thlr.,  ans  den  Zinsen  erhalt  eine  Prediger-Tochter  jähr-20
  Thlr.
Ştissersches  Stipendium  zu  Prenzlau.
Die  verw.  Justiz-Direktor  Stisser  geb.  Schmidt  legirte  1789  die
SitNlme  von  1700  Thlr.  zu  zwei  Stipendien.  Der  Fonds  beträgt
jetzt  2000  Thlr.  Die  Stipendien  sind  für  Verwandte  und  Pathcn
der  Stifterin,  event,  für  Prenzlauer  Stadtkinder  auf  drei  Jahre  bestimmt. ­
  Kollator  ist  der  Magistrats-Dirigent  zu  Prenzlau.
Stissersches  Vermächtniß  zu  Stettin,
von  der  Frau  Prof.  Stiff  er,  geb.  Wagner  gestiftet.  Sie  vermachte ­
  1779  für  arme  und  elende  Kranke  in  Stettin,  die  ohne  ihre
Schuld  in  solche  Nothstände  gerathen  sind,  300  Thlr.,  ein  Kapital,
welches  durch  angesammelte  Zinsen  schon  im  Jahre  1800  auf  360  Thlr.
angewachsen  war.
S  t  ob  b  esches  Stipendium  zu  Königsberg.
Gestiftet  1823  von  dem  Pfarrer  Koch  in  Zobincn  mit  600  Thlr.
in  Königsberger  Stadt-Obligationen;  die  Stiftung  sollte,  was  seitdem ­
  geschehen,  ins  Leben  treten,  sobald  das  Kapital  auf  1000  Thlr.
angewachsen  sein  würde.  Von  den  Zinsen  sollen  alsdann  die  Descendenten ­
  und  Verwandten  des  Stifters  auf  der  Universität,  allenfalls  auch
auf  dem  Gylnnasium  unterstützt  werden,  event,  ein  Sohn  armer  Eltern
aus  Lötzen.  uv  .;t.  u  t  d
Stolterfothscheö  Hospital  zu  Pobethen  (Fischhansen).
In  deruselben  finden  6  plte  Leute  Aufnahme.  Vcrulögen  der  Anstalt
700  Thlr.  Die  Verwaltung  steht  dem  Pfarrer  zu.
M  Stolzenberg,
Kaufmann,  ein  Zögling  der  Schule  zu  Wehlau  (jetzige  Real-Schule)
schenkte  derselben  2000  Thlr.  zur  Verbesserung  der  Gehälter  der
Lehrer  (Wiese  S.  37.)
Christine  Stomps
schenkte  1836  dem  Josephinifchen  Institut  zu  Aachen  (s.  d.)  eine  ihr
zustehende  liquide  Schuldforderung  voll  3000  Thlr.  und  vermachte  ihr
außerdem  noch  1000  Thlr.  Die  Zinsen  von  1800  Thlr.  sollten  für
diejenigen  Kranken  des  Instituts,  welche  daselbst  am  längsten  alìfgc'
nommen,  in  der  Weise  verwendet  werden,  daß  jeder  wöchentlich  2^  Sgr'-erhalte.
        <pb n="700" />
        693

T

Frau  Stosch,
geb.  Causse,  (t  1809  zu  Frankfurt  a.  O.),  Wittwe  des  Professors
Dr.  Stosch,  hinterließ  ihr  Vermögen  fideikommißarisch  gewißen
Zweigen  ihrer  und  ihres  verstorbenen  Ehemannes  Familie  zu  einer
milden  Stiftung  dergestalt,  daß  von  den  Zinsen  jederzeit  sechs  Personen ­
  aus  beiden  Familien,  und  zwar  drei  junge  Männer  sechsjährige
Stipendia  und  drei  Frauenzimmer  lebenslängliche  Pensionen  erhalten
sollen.  Die  Bencficiaten  müßen  protestantischer  Religion  sein.  Studien
sollen  auf  inländischen  Universitäten  gemacht,  andere  Beneficien  können
auch  im  Auslande  genoßen  werden;  etablirt  sich  jemand,  so  kann  auch
dazu  eine  Unterstützung  gewährt  werden.  Im  Jahre  1819  betrug  das
Kapital-Vermögen  2000  Thlr,  Frd'or  und  11,517  Thlr.  Ciri.;  die
Höhe  jeder  Portion  etwa  80  Thlr.  Das  kurmärkische  Pupillcn-Kollcgium
  (jetzt  das  Kammergericht)  führt  die  Ober-Aufsicht  über  die  Stiftung
  (Lisca  S.  318).
Frau  v.  Stoschsche  Armen-Stiftung.
Die  Fonds  belaufen  sich  auf  630  Thlr.  und  die  Unterstützungen  kommen
den  Armen  der  Ortschaften  Groß-Wiersewitz  und  Kaltebortschen  (Kreis
Ģuhrau)  zu  gute.
Straubing  scher  Legaten-FondS  zu  Erfurt.
Kapital  103  Thlr.  Die  Zinsen  werden  zum  Besten  der  gering  dotirtcn
Schulen,  namentlich  der  Sonntags-Schule,  der  Dom-Knabenschule  und
katholischen  Waisenhauses  verwendet.
Strahlsche  Stiftung.
1857  von  dem  Fabrikbesitzer  Rathsherrn  Th.  Strahl  zu  Sagan  und
dessen  Schwester,  der  Frau  v.  Billerbcek  geb.  Strahl  zu  Görlitz
«'it  5000  Thlr.  begründet,  um  damit  den  wohltätigen  Absichten  ihres
Bruders,  des  t  Geh.  Koinmerzien-RathS  Strahl  in  Glogau  zu  entsprechen ­
  und  ihm  in  ihrer  gemeinsamen  Vaterstadt  Templin  ein  bleibendes ­
  Andenken  zu  sichern.  Es  werden  aus  den  Zinsen  alljährlich  am
Todestage  desselben  (24.  Januar)  au  bedürftige  und  würdige  Einwohner ­
  von  Templin,  welche  dort  geboren  sind,  oder  sich  wenigstens
o  Jahre  dort  aufgehalten  haben,  —  mit  vorzugswciser  Berücksichtigung
er  der  Familie  Strahl  angchörigen  Personen  —  Unterstützungen  à
0  Thlr.  verabreicht.  Das  Kapital  beträgt  jetzt  5100  Thlr.  —  Th.
^îŗahl  überwies  ferner  zum  Gedächtniß  an  seinen  gedachten  Bruder,
St.  Annen-Hospital  zu  Sagan  500  Thlr.  mit  der  Bestimmung,
daß  die  Zinsen  alljährlich  am  24.  Januar  unter  die  Hospitaliten  verbellt ­
  werden  sollen.
St  raub  esches  Stift  zu  Königsberg,
«on  dem  Kaufmann  Zacharias  Straube  gestiftet.  Es  steht  in  Verödung ­
  mit  dem  „Hospital  St.  Georg"  '(s.  d.).  Die  Bencficiaten
ehalten  freie  Wohnung  und  monatlich  2|  Thlr.
Dorothee  Sophie  Straube,
Wittwe  des  (Pfarrers  Straube,  geb.  Siemens  zu  Königsberg,
        <pb n="701" />
        694

legirte  1780  ein  Kapital  von  6000  fl.,  dessen  Zinsen  nach  Abzug  von
30  fl.  für  die  Administration,  unter  zwei  Studirendk,  aus  Preußen
gebürtig,  auf  3  Jahre  vertheilt  werden  sollen.  Die  Studirenden  aus
der  Straubeschen  Familie,  und  unter  diesen  die  Descendenten  des
Negozianten  Zacharias  Straube,  sollen  bevorzugt  sein.  In  Ermangelung ­
  von  Familiengliedern  kommen  Studirende  der  Theologie  zum
Genuß.  Das  Kapital  betrug  im  Jahre  1838  (Koch  II.  559)  3200
Thlr.,  dessen  Zinsen  an  zwei  Stipendiaten  zusammen  mit  1111  Thlr.
gegeben  wurden.
Anna  Magd.  Strande,
geb.  Büchner,  Wittwe  eines  Kaufmanns,  hinterließ  (1863)  der  Kaufmannskirche ­
  zu  Erfurt  1000  Thlr.  Die  Hälfte  der  Zinsen  ist  zur
Vertheilung  an  fünf  HauS-Arme  bestimmt.
Joseph  Strauch,
Pfarrer  und  Erzpriester  zu  Münsterberg  (t  1831)  vermachte  *  seines
Nachlasses  zur  Errichtung  einer  Ortsarmen-Kranken-Anstalt,  indem  er
dabei  bestimmte,  daß  bei  der  Aufnahme  von  Kranken  zwar  auf  keinen
Konfessions-Unterschied  gesehen,  aber  doch  auf  das  Zahlen-Verhältniß
beider  Konfessionen  billige  Rücksicht  genommen  werden  solle.  Das
1848  zur  Hebung  gekommene  Fundations-Kapital  betrug  5400  Thlr.,
die  Stiftung  selbst  aber  ist  mit  dem  seit  1856  begründeten  Kreis-Krankenhause
  vereinigt,  welches  beständig  4  Krankenbetten  für  Rechnung ­
  der  Strauchschen  Stiftung  zu  unterhalten  hat.
Strauß  sch«  Stiftung,
bei  der  Universität  Halle-Wittenberg.  Gottfr.  Strauß  widmete  520
Mfl.  (455  Thlr.)  zu  einem  Stipendium  für  zwei  bedürftige  Studirende
  auf  1  Jahr.  Das  Kollationsrecht  steht  den  Professoren  der
Wittenberger  Stiftung  bei  der  Universität  zu.
Julius  S  tre  hl  a,
Justizrath  a.  D.  zu  Hirschberg  (t  1864)  legirte  a)  der  evang.  Schule
in  Alt-Kemnitz  200  Thlr.,  deren  Zinsen  zu  Fußbekleidungen  für  dürftige ­
  aber  sittliche  und  fleißige  Kinder  verwendet  werden  sollen,  b)  der
evang.  Schule  in  Hindorf  100  Thlr.  zu  gleichem  Zwecke,  c)  der  ev.
Stadtschule  zu  Friedeberg  a.  A.  1000  Thlr.,  deren  Zinsen  entweder
mit  zum  Gehalte  eines  mehr  anzustellenden  Lehrers,  oder  so  lange
dessen  Erforderniß  sich  nicht  ergiebt,  dem  Beschlusse  des  Magistrats
und  der  Stadtverordneten  gemäß,  für  sonstige  dringende  Bcdürfmssc
der  Schnle  verwendet  werden  sollen,  d)  2000  Thlr.  zur  Unterstützung
der  dürftigsten  evang.  Schullehrcr-Wittwen  der  Kreise  Hirschbrrg  und
Löwenberg,  e)  der  Stadt-Kommune  in  Hirschberg  für  die  ev.  Schule
1000  Thlr.  ohne  Bestimmung,  f)  der  Schnle  in  Reibnitz  200  Thlr.,
deren  Zinsen  zu  Fußbekleidungen  für  arme  Schulkinder  verwendet  werden
sollen,  g)  der  Gnaden-Kirche  in  Hirschbrrg  300  Thlr.  zur  Unterhaltung
der  Begräbnißstelle  des  Legators,  i-ih)  der  S  ch  olzschen  Stiftung  in
Greisfenberg  100  Thlr.,  i)  dem  Schlesischen  Haupt-Gustav-Adolph-
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        695

Verein  1000  Thlr.  zur  Verwendung  der  Zinsen  bei  Errichtung  neuer
ev.  Kirchen-Systeme  in  Schlesien.
Streit  sche  Stiftung,
Sigismund  Streit,  aus  Berlin  gebürtig,  Kaufmann  in  Venedig  (t
zu  Padua  1775),  vermachte  1752  und  1760  dem  Berlinischen  Gymnasium ­
  zum  grauen  Kloster  sein  ganzes,  auf  148,000  Thlr.  sich  belaufendes ­
  Vermögen.  Dem  Testamente  gemäß  wurden  neue  Lehrerstellen
  gegründet,'  die  Gehalte  der  Lehrer  erhöht,  Freitische  und  Stipendien ­
  errichtet,  und  insbesondere  den  im  Gymnasium  in  der  sogen.
Kommunität  zusammen  wohnenden  Schülern  mancherlei  Unterstützungen
gewährt;  zur  Erhaltung  und  Mehrung  der  Bibliothek  und  anderer  Institute ­
  des  Gymnasiums,  insonderheit  der  Wittwenkaffe  desselben,  für
Neubauten  rc.  finden  ebenfalls  Verwendungen  statt;  ein  Arzt  und  ein
Wundarzt  werden  von  der  Stiftung  besoldet.  Ein  Direktorium  führt
die  Verwaltung  und  der  Propst  an  der  St.  Nikolai-Kirche  führt  in
demselben  den  Vorsitz.  Die  Stiftung,  deren  Kapital  sich  bis  auf
220,000  Thlr.  vermehrt  hat,  zahlt  zur  Unterhaltung  der  Wohn-Kommunität ­
  für  Schüler,  welche  dort  freie  Wohnung,  Heizung  und  Erleuchtung ­
  haben,  incl.  der  Besoldung  der  Aerzte  rc.,  jährlich  600  Thlr.;
zur  Unterhaltung  eines  täglichen  Mittags-Freitisches  für  24  Schüler
und  Abendtischgelder  1825  Thlr.;  zu  Prämien,  Geld-  und  Büchergeschcnkcn
  280  Thlr.,  zusammen  2705  Thlr.  Ferner  zahlt  die  Stiftung ­
  jährlich  bis  zu  1100  Thlr.  für  18—20  Universitäts-Stipendien,
die  etwa  60  Thlr.  betragen  und  zunächst  immer  nur  auf  ein  Jahr,  in
besonderen  Fällen  jedoch  auch  auf  2  bis  3  Jahre  bewilligt  werden.
Ş.  auch  v.  Regcmann,  Seidel,  Stein  rc.
Streuffsche  Fundation  zu  Esten,
)u  frommen  und  mildthätigen  Zwecken.  Vermögen  in  Grundstücken
65,000,  in  Fonds  3600  Thlr.  Es  werden  jährlich  etwa  530  Thlr.
verwendet.  ' l  '  "'
Joh.  With.  Stricker,
katholischer  Pfarrer  zu  Ober-Pleiß  (im  Sicgkreise)  (t  1834),  legirte
u.  A.  dem  dortigen  Armen-Fonds  1000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,
daß  die  davon  aufkommenden  Zinsen  zur  Bekleidung  armer  Schulkinder
verwendet  werden  sollten.
Striez  sche  Stiftung  zu  Potsdam,  .
bei  Gelegenheit  des  50  jährigen  Amts-JubiläumS  des  Geh.  RegierungS-,
Konsistorial-  und  Schul-RatheS  Striez  am  1.  Mai  1865  aus  Beiträgen ­
  der  Geistlichen  und  Lehrer,  der  Magistrate  und  Kirchen-Patrone
ñestiftkt,  um  Lehrer-Wittwen  und  Waisen  zu  unterstützen.  Sie  schließt
den  Bestrebungen  des  Pestalozzi-Vereins  sich  an  und  hat  am  4.  Juli,
dem  Geburtstage  des  Jubilars,  die  erste  Zinsrate  von  32  Thlr.  an
sechs  Lehrer-Wittwen  mit  je  5  bis  6  Thlr.  vertheilt.  Die  Stiftung
bat  (1865)  einen  eisernen  Fonds  von  1600  Thlr.  in  4procentigen
Pfandbriefen.  Für  dir  Verwaltung  ist  ein  Kuratorium  gebildet,  deffen
Vorsitzender  zur  Zeit  der  Jubilar  ist.
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        Stroblscher  Stipendien-Fonds,
von  dem  1807  in  Neisie  f  Rektor  Stro  bl  gestiftet.  Dos  Kapital
betrug  3583  Thlr.;  von  den  Zinsen  werden  an  Studirende  der  Universität ­
  Breslau  drei  Stipendien  verliehen;  ein  viertes  ist  für  arme
und  kranke  Studirende  bestimmt.  Nur  Studirende  der  katholischen
Theologie  sind  zum  Genuß  berechtigt.
v.  Strobschützsche  Stiftung,
Nach  dem  Testamente  des  Oberst  Johann  Friedrich  v.  Str  ob  schütz
zu  Sorau  (f  1798),  ist  von  dem  Testator  für  seine  und  seiner  vor
ihm  verstorbenen  Ehefrau  Auguste  WilhelmiUe  Charlotte  geb.  von
Carlowitz  Seitenverwandte  und  deren  Nachkommen,  eine  jetzt  unter
Verwaltung  des  dortigen  Kreisgcrichts  gestellte  Stiftung  begründet.
Das  Testament  bestimmt  nämlich  :  „Endlich  verordne  ich  noch  auf  den
Fall,  daß  mein  adoptirter  Sohn  und  Universalerbe  künftig  ohne  Leibes-Erben
  zu  hinterlassen,  verstürbe,  dessen  Erben  ein  Kapital  von  10,000
Thlr.,  deren  jährliche  Zinsen  ich  zur  Unterstützung  armer  Fräulein
aus  niein  und  meiner  verstorbenen  Gemahlin  Familie  bestimme,  bald
nach  meines  Universal-Erbens  Ableben,  in  die  churf.  sächs.  Kanzlei  allhier
auszahlen  sollen,  welcher  lctztern  ich  die  Vollziehung  dieses  Vermächtnisses ­
  übertrage  und  womit  es  also  gehalten  werden  soll.  Es  sollen
nämlich  in  nur  gedachtem  Falle,  wenn  mein  Sohn  ohne  Leibes-Erben
verstirbt,  sothane  10,000  Thlr.  zinsbar  und  sicher  zu  4  pCt.  untergebracht ­
  werden,  und  davon  zwei  arme  Fräulein,  welche  nicht  1000
Thlr.  im  Vermögen  haben  und  mir  in  linea  collaterali  am  nächsten
verwandt  sind  (welche  Verwandtschaft  dieselben  behörig  beizubringen
haben),  alljährlich  auf  ihre  Lebenszeit,  wenn  sie  ledigen  Standes  bleiben, ­
  eine  jede  100  Thlr.  bekommen,  auch  eben  so  arme  Fräulein,  die
meiner  verstorbenen  Gemahlin  in  linea  collaterali  am  nächsten  verwandt ­
  sind  und  womit  sie  sich  glcichergestglt  zu  lcgitimiren  haben,  alljährlich ­
  auf  ihre  Lebenszeit  und  so  lange  sie  ledigen  Standes  bleiben,
eine  jede  100  Thlr.  ausgezahlt  erhalten.  Sollten  aber  in  mein  und
meiner  verstorbenen  Gemahlin  Familie  nicht  vier  Fräulein  vorhanden
sein,  die  in  der  angegebenen  Art  zur  Perzeption  dieses  Gestifts  gelangen ­
  könnten,  so  sollen  an  die  Stelle  der  fehlenden  auch  arme  Wittwen
ans  mein  oder  meiner  Gemahlin  Familie  und  in  deren  letztere  Ermangelung ­
  auch  arme  Söhne  zu  ihrer  Erziehung  bis  ins  18te  Jahr  dieses ­
  Emolument  genießen  können."
Amalie  Stubbe,
ehemals  Vorsteherin  einer  höheren  Töchterschule  zu  Berlin,  begründete
1862  eine  Stiftung  zur  UnterstÜtznug  alter,  würdiger,  bedürftiger  und
unverheiratheter  und  niemals  verheirathet  gewesener  Lehrerinnen,  Erzieherinnen ­
  und  Schnl-  und  Pensions-Anstalts-Vorsteherinnen  evang.
Konfession,  welche  im  Wesentlichen  fortdauernd  dem  Lehr-  nud  Erziehungs-Berufe, ­
  sei  cs  in  öffentlichen  oder  Privat-Schulen,  oder  in
Familien,  obgelegen  haben  und  nach  zurückgelegtem  50  sten  Lebensjahre
durch  Krankheit,  geistige  oder  körperliche  Hinfälligkeit  ihre  Lehr-  oder
        <pb n="704" />
        697

Erziehungs-Thätigkeit  aufzugeben  gezwungen  sind.  Zur  Theilnahme  an
der  Stiftung  sollen  berechtigt  sein:  1)  Alle  in  Berlin  geprüfte  Lehrerinnen, ­
  Erzieherinnen  und  Schul-  oder  Pensions-Anstalts-Borsteherinncn.
  2)  Auswärts  geprüfte  Lehrerinnen,  Erzieherinnen  und  Schuloder ­
  Pensions-Anstalts-Vorsteherinnen,  insofern  dieselben  demnächst  ihren
Lehr-  und  Erziehungs-Beruf  hauptsächlich  in  Berlin  ausüben.  —  Eine
wesentliche  Bedingung  der  Anwartschaft  auf  ein  dercinstiges  Benesicium
ist  die  regelmäßige,  bis  zum  vollendeten  50sten  Lebensjahre  fortgesetzte
Zahlung  eines  jährlichen  Beitrages  von  mindestens  2  Thlr.  Der
Magistrat  zu  Berlin  ist  Patron  der  Stiftung,  welcher  letzteren  1863
von  der  Schul-Vorstehcriu  Fräulein  Hackenschmidt  in  Charlottenburg ­
  1000  Thlr.  gcschcukweisc  überwiesen  wurden.
Studien  Fondé  der  Rentei  Geist.
Vom  Provinzial-Schul-Kottegium  zu  Münster  verwaltet,  hat  er  eine
jährliche  Einnahme  von  10,000  Thlr.,  di:  zum  Besten  der  Unterrichts-Anstalten
  verwendet  wird.
Studien-FondS  der  Rentei  Münster.
Er  besteht  aus  den  Einkünften  des  ehemaligen  Benediktiner-Klosters
Ueberwasier  zu  Münster  und  der  ehemaligen  Güter  des  aufgehobenen
3csuiten-Ordeus  im  Hochstift  Münster.  Die  Verwaltung  hat  das
Provinzial-Schul-KoÜegium,  und  der  jährliche  Ertrag  beläuft  sich  auf
Etwa  30,000  Thlr.  die  für  Unterrichtszwrcke  verwendet  werden.
Studien  Fonds  zu  Paderborn.
Er  besteht  aus  den  Gütern  und  Einkünften  der  vormaligen  Padcrborner
ñesuiten-Jnstitute  und  wird  von  dem  Provinzial-Schnl-Kollcgium  in
Münster  verwaltet.  Die  jährliche  Einnahme  von  11,560  Thlr.  wird
für  Unterrichtszwccke  verwendet.
Stttrmersche  Stiftung.
Amtsrats  Stürmer  (t  zu  Marieuwerder  1814)  vermachte  das  Dorf
"Dtürmersberg  und  die  Grundzinsen  von  den  vererbpachteten  Besitzungen
dieser  Torfschaft  zum  Besten  der  Stadtschule  in  Marieuwerder  (Gymnasium) ­
  und  es  sollte  alljährlich  ein  Erinnernngsfeft  von  den  Schülern
stcfciert  werden.  Die  Revenüeu  der  gedachten  Dorfschaft  sind  dem  Gymnasium ­
  überwiesen  worden,  dessen  Lehrer  und  Schüler  das  StürmcrssEst
  am  9.  September  begehen.
Joh.  Sophie  Ştnttberg,
bîcntnerin  (f  1857),  vernrachte  der  Düsseldorfer  evang.  Gemeinde
1500  Thlr.  für  das  Waisenhaus,  600  Thlr.  für  die  Kleinkinderschule,
Armkn-Nähschule  und  den  Verein  zur  Unterstützung  hülfsbedürftiger  Armen,
Ņ  O  Thlr.  für  das  Krankenhaus,  ferner  für  den  Rheinischen  Hauptverein
  der  Gustav-Adolf-Stiftung  300  Thlr.  rc.
Frau  v.  Stutterheim,
ÑEb.  Fischer,  Generalin  (t  1833),  vermachte  dem  Kadettenhause  zu
Potsdam  zwei  Häuser,  deren  Revenüen,  so  weit  sie  reichen,  mit  je
        <pb n="705" />
        100  Thlr.  unbemittelten,  fleißigen,  würdigen,  früheren  Zöglingen  dieses
Instituts  und  zwar  Offizier-Söhnen,  welche  aus  dem  Kadettenhause  zu
Berlin  in  die  Armee  treten,  als  Unterstützungen  Behufs  der  Equipirung
  als  Offizier  verabreicht  werden  sollen.  (Lisco  S.  255.)
Snchaneck  sches  Bermiichtniß  zn  Grvttkan,
von  der  Kaufmanns-Wittwe  Such  ane  cf  geb.  Wenzki  (+  1834)  herrührend. ­
  Sie  vermachte  der  Stadt  500  Thlr.  zu  einem  Krankenhause.
Das  Kapital  sollte  sicher  ausgeliehen,  mit  den  Zinsen  vermehrt,  nach
Herstellung  des  Krankenhauses  aber  zur  Verpflegung  armer  Kranken,
die  der  Pfarrer  und  Kreis-Physikus  zu  bezeichnen  haben,  verwendet  werden. ­
  Dem  kath.  Kirchcn-Kollegium  steht  die  Verwaltung  des  Kapitals
zu.  —  Dieselbe  Wittwe  lcgirte  30  Thlr.,  deren  Zinsen  alljährlich  an
arme  Schulkinder  vertheilt  werden  sollten.
Suev  esches  Stipendium.
Eine  alte  Stiftung  bei  der  Universität  Halle-Wittenberg.  Profefior
Dr.  Sn  eve  (Schwabe),  legixte  1000  Thlr.  zu  einem  Stipendium  für
zwei  Studiosos  jur.  seines  Namens,  und  aus  seiner  Familie,  event,
für  zwei  Iura  studirende  Jünglinge  aus  Wittenberg,  oder  den  1715
zu  Kur-Sachsen  überhaupt  gehörigen  Ländern.  Das  Kottationsrecht
üben  die  Professoren  der  Wittenberger  Stiftung,  und  das  Einkommen
betrug  im  Jahre  1838  70  Thlr.  (Koch  1.  445).
SuppemAnstalt  zn  Königsberg.
Ein  durch  freiwillige  milde  Beiträge  unterhaltenes  Institut,  welches  im
Winter  an  Stadt-Arme  Suppen  vertheilt.  Sie  hatte  Ende  1861  einen
Baarbestand  von  1000  Thlr.
Suppen-Verein  zn  Minden.
Er  verabreicht  täglich  etwa  20  Portionen  gute  Snppe  an  kranke
Arme  und  arme  Wöchnerinnen  unentgeltlich.
v.  SwieeickascheS  Legat.
Kapital  220  Thlr.  Die  Zinsen  sind  zur  Unterstützung  armer  und  erwerbsunfähiger ­
  Personen  der  Gemeinden  Kokorzyn  und  Godziszrwo  im
Kreise  Buk  bestimmt.
Christian  Alexander  v.  Syborg,
Advokat  zu  Magdeburg,  sehte  1709  für  arme  Bürger  und  Bürger-Wittwen
  1000  Thlr.  aus.  Das  Kapital  war  bis  1861  auf  1480
Thlr.  angewachsen;  die  Zinsen  werden  am  25.  November  in  Portionen
von  2  Thlr.  vertheilt.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  steht  der  Armen-Deputation
  zu,  die  Vertheiluug  der  Spenden  geschieht  in  der  St.
Katharinen-Kirche  mit  Zuziehung  des  Geistlichen.
Synknechtsche«  Stipendium.
Gestiftet  von  der  Wittwe  des  Löbenichtschen  GerichtSvrrwandten  Svnknecht
  zu  Königsberg  für  bedürftige  Löbenichtsche  Prediger-Wittwen
und  in  deren  Ermangelung  für  studirende  Löbenichtsche  Bürgerkinder.
Die  Verwaltung  steht  dem  Magistrat  zu.
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        699

Sypniewskisches  Legat.
Es  steht  unter  Verwaltung  der  Regierung  zu  Posen  und  cs  erhalten
aus  demselben  drei  Bürger-Söhne  der  Stadt  Pudewitz,  welche  höhere
Schulen  besuchen,  je  5  Thlr.  jährlich.
Szatkowskische  Armen-Stiftnng,
von  dem  Pfarrer  Szatkow  ski  mit  200  Thlr.  begründet.  Die  Zinsen
werden  an  4  Arme  zu  Dakowy  mokre  (Buk)  vertheilt.
v.  Szirmay'cher  Stipendien-Fonds.
Von  dem  Kaiserlich  Ocsterrcichischeu  Husaren-Oberst  Thomas  Szirmay
  1743  für  geborene  Ungarn  aus  seiner  Familie  zur  Unterstützung
bei  ihren  Studien  auf  der  Universität  Greifswald,  wo  er  selbst  studirt
und  Benesizien  genossen  hatte,  gegründet.  Die  Kollation  der  Stipendien ­
  steht  der  Familie  zu.  Das  Vermögen  betrug  1838  (Koch  II.  358)
6560  Thlr.,  das  einzelne  Stipendium  52  Thlr.
Tabeen-Stift  ;u  Frankenstein,
von  der  Koufercnz  für  innere  Mission  zu  Reichenbach  im  Mai  I860
eröffnet  znr  Hebung  des  weiblichen  Geschlechts  durch  Erziehung,  Weiterbildung ­
  und  Verpflegung  im  Geiste  der  evang.  Kirche.  Die  Anstalt
umfaßt  ein  Rettungshaus  für  die  weibliche  Jugend,  eine  Schule  zum
Erlernen  von  weiblichen  Arbeiten  und  ein  Asyl,  in  welches  letztere  die
aus  dem  Rettungshause  schon  ausgetretenen  und  außer  Brot  befindlichen ­
  Mädchen  aufgenommen  werden.  Sie  hat  ein  HauS  mit  Grundstück ­
  im  Werthe  von  5000  Thlr.,  nimmt  18  Kinder  auf  und  bestreitet
die  etwa  900  Thlr.  betragenden  Unterhaltungskosten  auS  Pflegegeldern
für  die  Zöglinge  und  mildcu  Gaben.  sj0fļJ  (h ¡j.
Täschnerscher  Stiftungs-Fonds  zn  Erfurt.
Kapital  3005  Thlr.  Von  den  Zinsen  erhalten  durch  die  Verwaltung
ber  städtischen  evang.  Stiftungen  zwei  bedürftige  und  unbescholtene
Meister  zur  besieren  Betreibung  ihres  Gewerbes  100  Thlr.  ;  der  Ueberschuß
  ist  vom  Testator  zur  Beschaffung  von  Fencrlösch-Geräthen  bestimmt. ­

«  bj  '•  '  ¡  &amp;gt;  'J  jsswruf:  •.  -::*n  .
Tagelöhner-Sterbekasie  zu  Stendal.
^ie  zählt  4—500  Interessenten  und  halte  im  Jahre  1861  einen  Fonds
1,011  Thlr.
Talmud  Tbora-Institut  r«  Berlin,
Mr  Förderung  des  Bibel-  und  Talmud-Studiums,  eine  der  jüdischen
Gemeinde  zugehörige  Lehr  -  Anstalt,  welche  1726  zu  dem  Zwecke  gestiftet ­
  worden,  armen  Kindern  neben  dem  Unterricht  in  der  Religion
und  im  Hebräischen  vorzüglich  diejenigen  Kenntnisse  und  Fertigkeiten
zu  verschaffen,  deren  sie  zu  ihrem  Fortkommen  im  bürgerlichen  Leben
bedürfen.  Seit  1829  mit  der  jüdischen  Gemeinde-Knabenschule  (s.  d.  A.)
bereinigt,  hatte  das  Institut  1852  ein  Kapital-Vermögen  von  5300  Thlr.
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        und  ein  Grundstück  (Spandaucrstraße  64)  mit  einem  Mieths-Ertrage
von  1200  Thlr.  Dazu  kam  ein  Vermächtniß  von  8000  Thlr.  von
Samuel  Hirsch.
Talmud-Unterrichts-Anstalt  zu  Berlin,
von  dem  Talmud-Verein  (s.  d.)  gestiftet  und  am  1.  April  1860  eröffnet. ­
  Sie  besteht  aus  5  Klaffen  und  umsaßt  fänimtliche  Lehr-Objekte
von  dem  hebräischen  Elementar-Unterricht  aufsteigend  bis  zum  Talmud-Studium.
  Die  Knaben  treten  mit  dem  6te»  Jahre  ein  und  erlangen
im  löten  die  Fähigkeit,  selbstständig  Talmud  studiren  zu  können.  Im
Jahre  1864  waren  135  Schüler.  Dirigent  Dr.  Friedländer.
Talmud-Verein  (Sohasse-Chebra)  zu  Berlin.
Ein  im  Jahre  1853,  hauptsächlich  durch  den  Rabbinats-Verwaltcr  I.
I.  Octtiuger  gegründeter  Privat-Verein,  um  das  Studium  des
Talmuds  durch  geeignete,  den  jüdisch-religiösen  Satzungen  entsprechende
Mittel  zu  fördern.  Der  monatliche  Beitrag  der  Mitglieder  beträgt
24  Sgr.,  der  der  Ehren-Mitgliedcr  5  Sgr.  Wer  ein  für  allemal
25  Thlr.  zahlt,  wird  immerwährendes  Mitglied,  wer  50  Thlr.  zahlt,
immerwährendes  Ehren-Mitglied.  An  jedem  Abende  wird  in  einem
geeigneten  Lokale,  in  der  Regel  im  Lehrsaale  des  Beth  Hamidrasch
der  Talmud  nach  der  Ordnung  der  Mischnah  in  allgemein  verständlicher
Weise  von  einem  durch  den  Vorstand  dazu  berufenen  jüdischen  Gelehrten ­
  erläutert.  Auch  läßt  der  Verein  jüdische  Knaben  auf  seine
Kosten  in  der  hebräischen  Sprache,  im  Uebcrsctzen  des  Urtextes  der
Bibel  rc.  unter  Benutzung  der  bedcutcydsten  jüdischen  Erklärer  unterrichten ­
  und  unterhält  zu  diesen!  Zweck  eine  Religions-Schule  (s.  Talmud-Unterrichts-Anstalt).
  Den  in  Berlin  stattsindehdcn  Lcichenbegängniffen
  t  Vereins-Mitglieder  folgen  6  Vereins-Mitglieder,  unter  diesen
ein  Vorsteher  und  zwei  Talmud-Gelehrte;  auch  läßt  der  Verein  für
verstorbene  Mitglieder,  namentlich  gegen  eine  Zuwendung  von  100
Thlr.  religiöse  Handlungen  verrichten.
Wilhelm  Tamm,
Rentier  (t  1853),  hinterließ  300  Thlr.,  deren  Zinsen  den  Stadt-Armen
  in  Lagow  (Kreis  Sternberg)  zu  Gute  kommen.
Tamnau,
s.  Kleinkinderbewahr-Anstalten  zu  Königsberg.
*  T  aschenmacher  -  Kundenreichsche  Stiftung  zu  Kolberg.
Sic  datirt  aus  dem  Jahre  1755;  1800  bestand  das  Vermögen  in  2840
Thlr.  Kapital  und  in  einigen  Aeckeru  und  Wiesen.  Die  Zinsen  kommen ­
  an  arme  Leute  in  und  außer  der  Familie  und  an  die  vier  städtischen ­
  Prediger.  Die  Administration  steht  der  Familie  zu.  Vgl.
Holken-Stift.
Taiibstummen-Anstalt  zn  Aachen.
Ein  städtisches  Institut,  1838durch  den  Gymnasial-Oberlchrer  Klapper
ins  Leben  gerufen.  Der  Aachener  Verein  zur  Beförderung  der  Arbeit-
        <pb n="708" />
        701

sanlkcit  schenkte  (1862)  2500  Thlr.  In  Folge  dieser  und  anderer
Schenkungen  besitzt  die  Anstalt  seit  1862  ein  eigenes  Gebäude.
Taubstnmmen-Anstalt  zu  Berlin.
1788  von  Dr.  Eschkc  als  Privat-Jnstitut  (die  erste  derartige  Anstalt ­
  in  Preußen)  errichtet,  1792  nach  Schönhansen,  1798  wieder  nach
Berlin  verlegt,  in  welchem  Jahre  der  König  die  Gebäude  schenkte,
worin  die  Anstalt  jetzt  ist  (Linienstraße  83—85).  In  derselben  werden ­
  100  bis  120  taubstumme  Kinder  beiderlei  Geschlechts  unterrichtet.
Diese  sind  entweder  a)  Inhaber  König!,  ganzer  Freistellen,  welche  in
der  Anstalt  Wohnung,  Unterricht,  Beköstigung  und  Wäsche  unentgeltlich
erhalten;  oder  b)  Inhaber  König!,  halber  Freistellen,  welche  in  aller
Beziehung  den  König!.  Zöglingen  gleich  gehalten  werden,  für  welche
aber  ein  jährliches  Kostgeld  von  60  Thlr.  zu  zahlen  ist;  oder  e)  Schulgänger, ­
  welche  blos  an  dem  Unterrichte  Theil  nehmen  und  der  Regel
nach  ein  vierteljährliches  Schulgeld  von  5  Thlr.  zu  zahlen  haben;  oder
d)  Pensionaire  der  Anstalt,  welche  für  eine  jährliche  Pension  von  160
Thlr.  Wohnung,  Unterricht,  Beköstigung  und  Wäsche  erhalten.  Die
Anstalt  hatte  1845  ein  Kapital-Vermögen  von  10,450  Thlr.  einschlicßlich
  der  Legate;  unter  den  letzteren  das  gräflich  Truchseßsche
von  4550,  das  Oelrichsschc  von  500,  seit  1814  das  Eckartsche
von  250,  seit  1816  daö  Kraatzschc  von  1050,  das  Rahnsche  und
Obermannsche,  jedes  von  150  Thlr.;  die  Zinsen  des  Rahnschen
Legats  sind  zur  Verkeilung  von  Büchern  an  Zöglinge  der  Anstalt  bestimmt. ­
  Die  Anstalt  steht  unter  Aufsicht  des  Königl.  Schul-Kollcgii
der  Provinz  Brandenburg,  an  welches  die  Gesuche  um  Aufnahme  zu
richten  sind.  Dermaligcr  Direktor  und  erster  Lehrer  Reimer.
Talibstnminen-Anstalt  zu  Braunöberg.
Sie  ist  mit  dem  katholischen  Schullehrer-Seminar  (s.  d.)  verbunden
und  zählt  etwa  13  Zöglinge
Taubstnniinen-Anstält  zu  Breslau,  ktf  arri  :  ui
Ein  ständisches  Institut,  das  im  Jahre  1860  13  ständische  Freistellen
hatte.  Die  Anstalt  hatte  in  diesem  Jahre  (1860)  am  2.  Juli  ihr
40stes  Jahr  zurückgelegt.  Die  Einnahme  betrug  (1860)  zusammen
14,988  Thlr.  Unter  den  zahlreichen  letztwilligen  Zuwendungen,  die
bet  Anstalt  zu  Theil  geworden,  befindet  sich  ein  Bermächtniß  von  von
Meinersdorf  (t  1838)  von  4000  Thlr.,  Grosse  (+  1840)  von
4000  Thlr.,  Wittwe  W  etzig  geb.  Ka  s  chner  (t  1863)  von  100
Thlr.,  Frau  v.  Randow  geb.  v.  Diedi  tsch  (+  1863)  von  200
Thlr.;  endlich  ein  Bermächtniß  des  Kommerzicn-.und  Stadtraths  Gevers
  zu  Görlitz  (t  1849)  von  1000  Thlr.  Die  Zinsen  des  letzter»
sollen  vorzüglich  den  aufzunehmenden  Unglücklichen  aus  Görlitz,  dem-«ächst
  aus  dem  Reg.-Bezirke  Liegnitz  zu  Gute  kommen.  Bgl.  Verein
für  den  Unterricht  und  die  Erzichüug  Taubstummer  zu  Breslau  rc.
Taubstummem  Anstalt  zu  Erfurt,  p  ,  ;v.fj  ;
Ein  Provinzial-Jnstitut,  dcsien  Verwaltung  unter  ständischer  Mitwir-
        <pb n="709" />
        702

kung  von  dem  Provinzial-Schul-Kollegium  in  Magdeburg  geführt
wird.
Taubstummen-Anstalt  zu  Halberstadt.
Ein  Provinzial-Jnstitut,  in  welchem  Kinder  unvermögender  Eltern  unentgeltliche ­
  Aufnahme  finden.  Katharine  Friederike  Sophie  Brandes
zu  Osterwieck  (t  1859)  vermachte  der  Anstalt  100  Thlr.,  deren  Zinsen
jährlich,  mit  Zustimmung  der  Stände,  einem  bedürftigen  und  würdigen ­
  Zöglinge  bei  seinem  Abgänge  von  der  Anstalt  zu  seiner  Ausstattung ­
  verliehen  werden.
Taubstummes  Anstalt  zu  Königsberg.
Ein  Königliches  Institut,  das  4  Lehrer  itnb  34  Zöglinge  zählt.
Taubstummen-Anstalt  zu  Köslin.
Von  einem  Verein  zu  Ende  i860  gegründet  und  von  dem  Alt-Pommerschen
  Kommunal-Laudtage  unterstützt.  Sie  besitzt  ein  Grundstück
und  die  Rechte  der  juristischen  Person.
Taubstummeu-Anstalt  zu  Liegnitz.
Sie  hatte  im  Jahre  1860  zehn  ständische  Freistellen.
Taubstummen-Anstalt  zu  Mļlnster.
1821  in  Kentrop  gegründet,  1822  nach  Münster  verlegt.  Die  Zöglinge ­
  haben  theils  Königliche  Freistellen,  theils  zahlen  sie  Pension,
theils  sind  sie  Privat-Pensionaire.
Taubstummen  Anstalt  zii  Posen.
Ein  Provinzial-Justitut;  für  unvermögende  Zöglinge  christlichen  Glaubens ­
  sind  10  Freistellen  bestimmt.  Außerdem  werden  noch  8  bis  10
Zöglinge  gegen  ganze  oder  theilweise  Erstattung  der  auf  sie  zu  verwendenden ­
  Kosten  aufgenommen.
Taubstummen  Anstalt  zu  Ratibor,
von  der  Loge  Friedrich  Wilhelm  zur  Gerechtigkeit  um  das  Jahr  1840
begründet  und  bis  1862  geleitet.  Seitdem  von  dem  dortigen  mit
Korporations-Rechten  begabten  Vereill  für  Unterricht  und  Erziehung
Taubstummer  im  Reg.  -  Bezirk  Oppeln  fortgeführt.  Die  Stände  der
Provinz  unterhalten  20  Freistellen.
Taubstummen  Anstalt  zu  Weistenfels.
Ein  Provinzial-Jnstitut.  Die  Verpflegungskosten  unvermögender  Zöglinge ­
  tragen  die  Kreise.
Taubstummen-Schule  zu  Angerburg.
Provinzial-Jnstitut  für  dir  Reg.»Bezirke  Königsberg  und  Gumbinnen,
seit  1833  bestehend  in  Verbindung  mit  dem  Schullehrer-Seminar.  •
Rach  dem  Reglement  vom  20.  März  1863  hat  die  Anstalt  72  Freistellen ­
  (2  für  jeden  Kreis  und  für  die  Stadt  Königsberg).  Die  Auswahl ­
  der  Freizöglinge  steht  den  Kreis-Ständen,  in  Königsberg  dem
Magistrat  zu.  Neben  diesen  aus  Provinzial-Fonds  unterhaltenen  Freistellen ­
  werden  noch  aufgenommen  Freischüler,  die  blos  den  Unterricht
        <pb n="710" />
        703

unentgeltlich  empfangen,  im  Uebrigen  aber  von  ihren  Angehörigen  oder
Kommunen  rc.  unterhalten  werden.
Taubstummen-Schule  zu  Brühl.
Sie  steht  mit  dem  dortigen  katholischen  Schullehrer-Seminar  in  Verbindung ­
  und  hat  30  Freistellen.
Taubstummen  Schule  zu  Büren,
mit  dem  Schullehrer-Seminar  verbunden,  2  831  gestiftet.  Sie  nimmt
nur  kath.  Schüler  auf,  welche  sämmtlich  in  bürgerlichen  Familien  untergebracht ­
  werden.  Mehrere  Freistellen.  Vgl.  Schullehrer-Seminar.
Taubstummen-Schule  zu.Kempen.
Sie  steht  mit  dem  katb.  Schullehrer-Seminar  in  Verbindung  und  hat
30  Freistellen.  Zur  Unterhaltung  der  Anstalt  wird  eine  Beihülfe  aus
dem  Polizei-Strafgeldcr-FondS  gezahlt.
Taubstunimen-Schule  zu  Kölu.
Eine  Anstalt  zur  Ausbildung  taubstummer  Kinder  im  Elementar-Unterricht.
  Sie  wird  durch  Beiträge  der  Mitglieder  eines  Vereins  unterhalten ­
  und  besitzt  in  Folge  des  seiner  Zeit  gesammelten  Cholera-FondS
seit  1835  Freistellen  für  die  ganze  Provinz.  In  4  Klaffen  sind  56
Schüler  aller  Konfessionen  und  beiderlei  Geschlechts  vorhanden;  der
größere  Theil  hat  Unterrricht,  Schulbedürfniffe  rc.  frei  und  genießt  auch
s^nst  Unterstützung.  Die  Mädchen  erhalten  Unterricht  im  Nähen  und
Stricken  durch  die  Ordens-Schwestern  des  h.  Vincenz  von  Paula.  Die
Anstalt  hat  mancherlei  Vermächtnisse  und  Zuwendungen  erhalten:  so
von  Franck  (t  1858)  2000  Thlr.,  von  Frau  de  Noel  (+  1861)
2000  Thlr.  rc.
Taubstummen  Schule  zu  Langenhorst,
mit  dem  kath.  Schullehrer-Seminar  verbunden  und  von  dem  Provinzial-Taubstummen-Fonds
  in  Münster  unterhalten.
Taubstummen-Schule  zu  Marieuburg,
un  ständisches  Institut,  1833  begründet,  zur  Ausbildung  armer  taubstummer ­
  Kinder  aus  den  Regierungs-Bezirken  Danzig  und  Marienlvcrder.
  Die  mit  dem  Schullehrer-SeMlnar  in  Verbindung  stehende
Anstalt  hat  50  Freistellen,  von  denen  jeder  der  24  Landraths-Krcise,
1°  wie  die  Stadt  Danzig  zwei  zu  besetzen  hat,  und  zwar  auf  Kosten
bes  Landarmen  -Verbandes.  Der  Unterrichts-Kursus  dauert  in  der
^".gel  4  Jahre,  während  welcher  die  Zöglinge  aus  den  etätsmaßigen
Mitteln  der  Anstalt  zugleich  vollständig  verpflegt  und  bekleidet  werden.
Außerdem  nimmt  die  Anstalt  Freischüler  auf,  welche  auf  Kosten  der
Angehörigen  unterhalten  undrj  bekleidet  werden.  (Die  KreiS-Stände
unterhalten  auS  den  Jagdscheingeldcrn  zwei  Zöglinge.)  Auch  finden
solche  Schüler  Aufnahme-,  deren  Angehörige,  wenn  sie  vermögend  sind,
km  Schulgeld  zu  zahlen  haben.  Die  Anstalt,  welche  im  Jahre  1861
rnren  Etat  von  4500  Thlr.,  4  Lehrer  und  60  Schüler  hatte,  wird
von  dem  Westpreußischen  Landarmen  -  Verbände  aus  dem  Landarmen-
        <pb n="711" />
        704

Fonds  unterhalten.  Die  Aufsicht  führt  der  Ober-Präsident  der  Provinz
Preußen.
Taubstummen-Schule  zu  Moers.
Sie  hat  25  Freistellen,  die  das  Provinzial-Schul-Kollegium  vergiebt.
Zur  Unterhaltung  der  Anstalt,  welche  mit  dem  ev.  Schullehrer-Seminar
in  Verbindung  steht,  wird  ein  Beitrag  aus  dem  Polizei-Strafgelder-Fonds
gezahlt;  Apotheker  Eulenberg  wendete  ihr  im  Jahr  1859  ein  Leaat
von  200  Thlr.  zu.
Taubstummen-Schule  zu  Neuwied,
mit  dem  ev.  Schullehrer-Seminar  vereinigt.  10  Freistellen,  welche  das
Provinzial-Schul'KoÄegium  vergiebt.
Laubstnmmen-Schnle  zu  Osterburg.
Ein  ständisches  Institut,  vom  Kommunal-Landtage  der  Altmark  im  Jahre
1863  bei  dem  Schullehrer-Seminar  begründet.  Kinder  unvermögender
Eltern  werden  ganz  oder  thcilweise  unentgeltlich  angenommen.
Taubstnmmen-Schule  zu  PeterSbagen,
mit  dem  ev.  Schullehrer-Seniinar  verbunden.  Die  unerläßlichen  Kosten
werden  aus  dem  Provinzial-Taubstummcn-Fonds  in  Münster  gezahlt.
Taubstummen-Schule  zu  Soest,
mit  dem  dortigen  Schullehrer-Seminar  verbunden  und  1831  errichtet.
Die  Zöglinge  sind  ev.  Konfession  und  werden  in  bürgerlichen  Familien
untergebracht.  Mittellose  Kinder  erhalten  Freistellen.  Die  Zöglinge
werden  in  dem  Alter  von  7—12  Jahren  aufgenommen  und  der  Unterricht ­
  dauert  6  Jahre.
Taubstummen  Schule  zu  Stettin.
Ein  Provinzial-Jnstitut,  1835  begründet.  Die  Anstalt  wird  durch  Beiträge ­
  aus  den  Altpoinmerschcn  Landcsthcilen  der  Provinz  und  jährlich
wiederkehrende  Kirchen-  und  Haus-Kollekten  unterhalten.  Die  Aufsicht
führt  ein  besonderer  Vorstand.
Taubstummen-Schule  zu  Stralsund,
1837  eröffnet.  Entstand  durch  das  thätige  Wirken  eines  Vereins  von
Menschenfreunden  als  Zufluchtsort  für  taubstumme  Kinder  aus  Neu-Vorpommern
  und  Rügen.  Ein  Stamm-Kapital  von  500  Thlr.  wurde
von  einem  Einwohner  der  Stadt  geschenkt,  aus  den  Zinsen  dcffelben
und  anderen  ihr  gehörigen  Kapitalien,  sowie  aus  den  jährlichen  Beiträgen ­
  der  Stadt  und  des  Landes  und  mit  den  Zahlungen  der  Pensio«
naire  und  Schüler  bestreitet  die  Anstalt  ihre  Bcdürfuiffe.  Patron  ist
der  Magistrat.  Vgl.  Colbcrgsche  Stiftungen.
Taubstummen  Verein  zu  Berlin.
1848  begründet,  steht  er  unter  Leitung  taubstumlner  Vorstands-Mitglieder ­
  und  hatte  1863  ein  Vermögen  von  1273  Thlr.  Die  Aufgabe
des  Vereins  ist,  seine  Mitglieder  sittlich  zu  beleben  und  geistig  fortzubilden, ­
  die  vereinzelt  lebenden  Leidensgefährten  zu  belehrenden  Mitthci-
        <pb n="712" />
        705

ÿngen  und  Unterhaltungen  zu  vereinigen,  Einzelne  'durch  Rath  und
Lhat  zu  unterstützen  und  jede  Tugend  der  Geselligkeit  bei  ihnen  zu
wecken  Außerdem  faßt  der  Verein  als  besondern  Zielpunkt  ins  Auge  -
5  »  äs»»  scz:
gas»«  Ä~rÄaÄSfs
tóh, f  T'?'  t""'-  "1  v'  J,"'  «'Einschluß  der  Kinder,  üb«450
8  eb(  gtüort  jcumjie  auch  bic  Bnaustallnng  ļheàtischer  Bşllungen,
  da  die  osientltchen  Theater  Taubstummen  eine  derartige  Uuterbaleung
  nur  unvollkommen  gewähren.
Teichertsche  Stiftung.  -  -
®‘e  öcrio.  Rentiere  Tei  chert,  Dorothee  Charlotte  geb.  Story  zu
Berlin  (+  I860)  setzte  letztwillig  200  und  2000  Thlr.  den  dortigen
^rmeu  zu  Händen  der  Armen-Dircktion  aus;  die  Legate  sollen  die  Benennung
  „Christian  Teichertsche^  resp.  „Charlotte  Teichertsche"
^îiftung  führen  und  nach  Maßgabe  der  von  der  Erblasserin  getroffenen
Bestimmungen  verwaltet  werden.
Temniler-Schellesche  Armen-Stiftung.
-  °n  dem  Stadtältesten  Temmler  und  deffen  Ehefrau  geb.  Schelle
sei,  V-°  r l1 ^  oli lt  ^00  Thlr.  1858  letztwillig  begründet.  Aus  den  Ziu-'
  dieser  800  Thlr.  erhalten  jährlich  17  hilfsbedürftige  männliche  Per-"en
  vom  Bürgerstandc  der  Stadt  1  Thlr.  und  17  weibliche  Persovi ­
  v 0It .  hacher  Kategorie  eine  gleiche  Wohlthat.  Die  Angehörigen
drei  ut  der  Urkunde  bezeichneten  Familien  sind  dabei  vorzugsweise
»  berücksichtigen.  Drei  Beamte  der  städtischen  Armcnverwaltunq  et*
v st uen  aus  der  Stiftung  eine  kleine  Remuneration.
ten  Ncizensche  Stiftung,
gegründet  durch  Johannes  ten  Neigen,  Propst  des  Kàgiat-Stifts
şi  Zythphen  und  Kanonikus  des  Stifts  zu  St.  Viktor  in  Lauten,  Sohn
es  Schultheiß  ten  Neigen  in  Viersen.  Er  stiftete  1555  für  zwei
20  Goldgulden  und  10  Thlr.  jährliche  Rente,  welche  wei
SnK  Studium  befähigte  Knaben  seiner  Blutsverwandtschaft  oder  zwei
wol,Bierseu  5  Jahr  und  bei  besonders  guten  Fortschritten  auch
d?„  xu  r  ^  9 en ‘ c § en  sollen.  Der  Pfarrer  von  Viersen  und  die  beialtesten
  Schössen  wurden  mit  der  Kollation  betraut.
Der  N  'ļ  r  Tenninghoff  sche  Stiftung.  ttîsÄ  -
à,;  ^ìrgee  Hans  Tcnninghof  zu  Königsberg  vermachte  (1638)
Grundstücke  im  Kneiphofe  zu  einer  milden  Stiftung,  von  deren
rage  die  Hälfte  ehrlichen  Haus-Armen  zu  gute  kommen,  die  andere
valste  einem  Studirenden  verliehen  werden  sollte.  Die  Revenüen  der
9(VwL n 9  &amp;gt;  welche  unter  Verwaltung  des  Magistrats  steht,  betragen  etwa
Ģ  Thlr.  jährlich.
9ünbhid).

rästlgtiîll?  s
ristorisi

45
        <pb n="713" />
        706

Testament  de  Wida.
Domherr  Ludwig  de  Wida  hinterließ  durch  sein  im  Jahre  1331  angefertigtes, ­
  und  durch  den  damaligen  Bischof  Friedrich  bestätigtes
Testament  sein  gesammtes  Vermögen  dem  Domstifte  Kolberg  mit  der
Bestimmung,  aus  dessen  Revenuen  sowohl  den  Beamten  des  Dom-Kapitels, ­
  wie  den  Kanonikern,  Vikarien  und  andern  den  kirchlichen  Gottesdienst ­
  versehenden  Beamten  Zulagen  zu  ertheilen,  auch  die  St.  Marienkirche, ­
  vorzüglich  das  hohe  Chor  derselben  zu  unterhalten.  Nach  der
Reformation  wurden  die  Revenüen  dazu  verwendet,  das  hohe  Chor,
sowie  die  Orgel  der  Marienkirche  daraus  zu  unterhalten,  verschiedenen
Kirchen-  und  Schulbedienten  eine  Zulage  zu  geben  und  an  arme  Einwohner ­
  der  Stadt  Almosen  zu  vertheilen.  Seit  der  Säkularisation  ist
das  Testament  de  Wida,  größtentheils  in  liegenden  Gründen  bestehend, ­
  mit  den  übrigen  Besitzungen  des  Domkapitels  eingezogen  und
der  Staat  bestreitet  die  Leistungen,  welche  auf  dem  Testamente  haften.
—  Dem  Testamente  de  Wida  sind  im  Laufe  der  Zeit  mehrere  Vermächtnisse ­
  zugefallen,  darunter  das  bedeutendste  das  v.  Podewilssche
Legat,  in  den  Jahren  1712  und  1716  von  dem  damaligen  Dechanten
des  Domstifts,  Caspar  Otto  v.  Podewils  mit  1100  Gulden  oder
733}  Thlr.  mit  der  Bestimmung  vermacht,  daß  die  Zinsen  zu  den
Revenüen  des  Testaments  de  Wida  eingezogen  und  nach  Abzug  der
Adnlinistrations-Kosten  an  arme  Einwohner  der  Stadt  vertheilt  werden ­
  sollten.  Das  Kapital  dieses  Legats  ist  seit  1820  dem  Magistrat  zur
Verwaltung  überwiesen.
Joh.  Dietrich  v.  Tettan,
Ober-Rath  und  Kanzler  zu  Königsberg  lcgirte  1682  der  dortigen  Universität ­
  eine  Summe  von  1666  Thlr.  60  Gr.,  von  deren  Zinsen  der
Professor  juris  primarios  20  Thlr.,  der  Rektor  20  Thlr.,  der  Professor ­
  eloquentiae,  welcher  jährlich  am  Tage  vor  Johannis  zum  Andenken ­
  dieser"  Stiftung  eine  Rede  zu  halten  hat,  theils  für  seine  Mühe,
theils  zur  Bestreitung  der  dabei  vorfallenden  Unkosten  40  Thlr.  erhalten ­
  sollte.  Die  übrigen  20  Thlr.  sollen  an  drei  arme,  aus  Preußen
gebürtige  Studirendc  auf  drei  Jahre  zur  Anschaffung  von  Büchern  konferirt
  werden.
Tetzel-Stcphansches  Stipendium,
von  Maria  Luise  Tetzel  und  Johann  Albrecht  Stephan  zu  Königsberg ­
  mit  1300  fl.  zunächst  für  die  Descendenten  aus  der  Tetzel-  und
Stephanscheu  Familie,  aus  der  des  Prof.  Raben  rc.  auf  zwei  Jahre
gestiftet.  Der  Percipient  erhält  die  Zinsen  von  1000  fl.,  die  Zinsen
der  übrigen  300  fl.  erhalten  der  Rektor  und  Kurator  des  Stipendii.
Beim  Aussterben  der  Familien  der  Stifter  gelangt  das  Kollationsrecht
an  den  akademischen  Senat.  Im  Jahre  1838  (Koch  H.  560.)  betrug
der  Kapitalfonds  327}  Thlr.,  von  den  Zinsen  erhielt  der  Stipendiat
10  Thlr.
Gottfr.  Tend  loss,
Partikulier,  lcgirte  1853  der  Real-Schnle  zu  Aschersleben  1000  Thlr.
        <pb n="714" />
        707

45*

zur  Unterstützung  fleißiger  Schüler,  welche  einer  christlichen  frommen  Fa-"Ulie
  angehören.

Christiane  Thamm,
àufmmmS-Wiļtw-  in  Goldberg  schenkte  (1864)  ber  dortigen  ©tobt
Ş  Thlr,  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  derselben  alljährlich
am  11.  Jull  an  verschämte  Arme  vertheilt  werden  sollen.
Tharoultsche  Fondation  zu  Breslau,
von  dem  Prälaten  Frhr.  v.  Tharoult  zu  Breslau  herrührend  (16841
Er  wendete  20,000  Gulden  auf,  und  beaufsichtigte  durch  22  Zahre
fern  Werk,  deffen  Zweck  dahin  ging,  arme  Leute,  die  nicht  eben  in  ein
0°1pltal  wollen  oder  können,  ohne  Unterschied  der  Religion  unentaeltllch
  mit  Medicin  und  ärztlicher  Hülfe  versehen  zu  lassen.  Die  F»noatlon,
  deren  Kapital  sich  vergrößert  hat,  steht  unter  Aufsicht  des  Domlapltels;
  ein  Arzt  und  ein  Wundarzt  behandeln  gegen  1000  Kranke,
theils  in  ihrer  eigenen  Wohnung,  theils  durch  Gewährung  von  Recepten ­
  und  wundärztlichen  Hülfsmitteln.  Die  Bedürftigsten  erhalten  auch
Almosen  zur  Beköstigung.

Thegen»Goriussches  Stipendium,
von  Christine  Th  egen  zu  Königsberg  für  ihre  und  ihres  Mannes,  des
Bürgermeisters  Gorius,  Verwandte  fundirt,  in  deren  Ermangelung
auch  andere  arme  Studircnde  dieser  Stadt  zur  Perception  gelangen.
Verwaltung  hat  der  Magistrat.

Th  eil  esches  Legat.
^.îe  Zinsen  von  500  Thlr.  werden  an  zwölf  Arme  des  ehemaligen
'OeZlrks  Grünstraße  zu  Delitzsch  vertheilt.
Theiniger,
^artikulier  zu  Waldenburg  in  Schlesien  lcgirte  (1861)  a)  der  evang.
^chulknsse  daselbst  1000  Thlr.  und  100  Thlr.  mit  der  Bestimmung,
aß  die  Zinsen  dieses  letzteren  Kapitals  alljährlich  unter  die  Chornaben ­
  vertheilt  werden  sollen;  b)  der  Armenkaffe  daselbst  200Thlr.  ;
k°«  den  Zinsen  sollen  städtische  Arme  am  Christabende  gespeist

.  Theke-Wegnersches  Stipendium,
de^  ^şņbinirte  Stiftung  bei  der  Universität  Königsberg,  von  der  Wittwe
.  wO  Thiele,  geb.  Theke  und  von  dem  akademischen  Senate,
^  ,  Wandere  dem  Di.  Wegner  begründet.  Das  Kapital  belief  sich
Oprunglich  auf  580  Thlr.  78  Gr.  3  Pf.  Die  Hälfte  der  Jntercffen
MemelschcS  Stadtkind,  insbesondere  aus  der  Thekeschen  Fale
  beziehen,  die  andere  Hälfte  für  Söhne  Königsberger  Profefforen
ìwendet  Nrcrden,  und  der  Rektor  von  jedem  Stipendiaten  5  fl.  beimitcn.
  Im  Jahre  1838  (Koch  II.  560.)  betrug  das  Kapital  395
Kr.  und  zwei  Stipendiaten  bezogen  jeder  6  Thlr.
%  .  Heinr.  The  len,
şi'^şier  zu  Aachen,  und  seine  Schwester  Marie  Josepha  schenkten  dem
        <pb n="715" />
        708

Vincenz-Spital  daselbst  (s.  d.)  im  Jahre  1834  Kapitalien  zum  Betrage ­
  von  2538  Thlr.  ;  dem  Josephinischen  Institut  (s.  d.)  3150  Thlr.
St.  Theobaldi-Stiftung  zu  Wernigerode,
vom  Prof.  Huber  in  Nöschenrode  1862  begründet  für  die  Zwecke  der
innern  Mission;  Lehrlings-  und  Gesellen-Vereine  sollen  hier  ein  passendes, ­
  auch  innerlich  zweckmäßig  eingerichtetes  Lokal  erhalten,  Wandergesellen ­
  eine  Herberge  finden  im  Sinne  christlichen  Lebens.
St.  TheologiL-Studenten-Fundation  zu  Wesel,
zur  Unterstützung  armer  und  würdiger  Studirenden  der  ev.  Theologie.
Zunächst  berechtigt  sind  die  Söhne  dortiger  Pfarrer.  Der  Fonds  beträgt ­
  5000  Thlr.,  das  Stipendium  100  Thlr.
Kaspar  Joseph  Th  er  er,
Kanonikus  zu  Ober-Glogan  in  Schlesien,  begründete  eine  Studenten-Stiftung
  a)  für  Abkömmlinge  von  der  Schwester  des  Stifters  Anna
Maria  Herbst,  Wittwe  des  Ottmachauer  Rathsherrn  Johann  Georg
Herbst;  b)  für  Abkömmlinge  von  des  Stifters  zweiten  Schwester
Susanna  Röder,  Kaminfcgers-Wittwe  zu  Reiste;  nach  diesen  c)  für
Abkömmlinge  der  Reister  Rathmänner  Joseph  Augustin  Th  er  er  v.  There ­
  n  h  e  i  m  und  Siegfried  v.  T  h  er  e  n  h  e  i  m  und  ihrer  Schwester  Elisabeth
Scheichardt  v.  W  iesenthal;  jedoch  sollen  die  näheren  Verwandten  immer
den  Vorzug  haben;  bei  Abgang  dieser  d)  für  Söhne  Reister  Rathsmänner, ­
  e)  für  Reister  Bürgersöhue,  1')  für  Söhne  Ottmachauer  Rathsmänner, ­
  g)  für  Ottmachauer  Bürgersöhne;  endlich  h)  soll  jener  den
Vorzug  haben,  welcher  in  den  Schulen  höher  ist  und  Weltpriestcr  werden ­
  will.  Der  Genuß  dauert  durch  die  Philosophie  und  Theologie,
bei  Fremden  nur  durch  die  Theologie.  Die  Stiftung,  welche  Stipendien ­
  zu  140  fl.  gewährt,  wird  bei  der  Kaiser!.  Statthalterei  zu  Prag
verwaltet.
Theresianisches  Institut,
s.  Josephinisches  Institut  zu  Aachen.
Thiedesches  Stipendium.
Eine  alte  Stiftung  der  Stadt  Pascwalk.
Thiedesches  Stipendium  zu  Pritzwalk.
Gestiftet  1478  von  dem  dortigen  Bürger  Vincent  Thiede  mit  400
Thlr.  Das  Stipendium  beträgt  jährlich  16  Thlr.  und  wird  an  ans
Pritzwalk  gebürtige  Studirende  auf  drei  Jahre  von  dem  Magistrat  daselbst ­
  vergeben.
v.  Thiel  au  scher  Armen-StiftungS-FondS.
Derselbe  bildet  einen  Theil  des  Vermögens  des  Kreises  Oels  und  hat
ein  Vermögen  von  9850  Thlr.
Thielemannsche  Stipendien-Stiftnng,
bei  der  Universität  Halle-Wittenberg,  mit  1000  Thlr.  Kapital,  von  dew
Pfarrer  M.  Thielemann  zu  Staritz  bei  Belgern  herrührend.  Es
        <pb n="716" />
        totrb  ti°n  den  Professoren  der  Wittenberger  Stiftung  auf  Vorschlag  des
geistlichen  Ministeriums  der  Stadt  Bclgern  vergeben;  zum  Genusse  gelangen ­
  Jünglinge  aus  der  Familie  des  Stifters'und  seiner  Frau,  event,
armer  Bürgerkinder  aus  der  Stadt  Bclgern,  oder  der  Nachbarschaft,
oder  aus  dem  Meißner  Kreise.

Johanne  Thicker,
Wirtschafterin  (+  1850)  vermachte  der  städtischen  Kranken-Anstalt  zu
şitschkau  1200  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  davon  zur
Verpflegung  der  Kranken  verwendet  würden.  Zugleich  verpflichtete  die
Erblasserin  ihren  Universal-Erben,  der  Anstalt  auf  seinen  Todesfall
oO0  Thlr.  zu  gleichem  Zwecke  zuzuwenden.  —  Sie  legirte  ferner  500
^hlr.  zu  einer  Fundation,  von  deren  Zinsen  jährlich  8  katholische  Arme
oer  Stadt  Frankenstein  unterstützt  werden  sollen.  Administrator  ist  der
Orts-Pfarrer.
ThiemannscheS  Stift  zu  Schönebeck,
von  dem  Bürger  Hans  Thiemann  1636  gestiftet.  Es  nimmt  6  alte
'Ol'irger  auf,  welche  gegen  ein  Einkaufsgeld  von  50  Thlr.  freie  Wohnung ­
  ,  Licht,  Brotgetreide,  18  Thlr.  baares  Geld  erhalten  und  Gartenbenutzung ­
  haben.  Die  Verwaltung  steht  unter  Aufsicht  des  Kirchen-Kollegiums
  zu  St.  Jakobi.  (Hermes  II.  52.)

Christian  Thier,
Hofgerichtsrath  zu  Königsberg  setzte  1752  den  akademischen  Senat  dalelbst
  und  die  Hofgerichts-Advokaten  als  einen  Komplexus  zu  seinen
Erben  ein,  und  verordnete,  daß  von  dem  Vermögen  (7000  Thlr.)  die
Universität  jährlich  50  Thlr.,  die  Advokaten  300  Thlr.  erhalten  sollen, ­
  jene  50  Thlr.  aber  unter  den  Rektor,  den  Stipendien-Kurator  und
ore  Stipendiaten  zu  gleichen  Theilen  vertheilt  würden.  Bei  dem  Tode
des  Stifters  (1758)  bestand  seine  Verlassenschaft  in  24,200  Thlr.
&amp;lt;&amp;gt;°n  den  Zinsen  erhielten  im  Jahre  1838  (Koch  II.  560)  die  Stipengten ­
  846  Thlr.

Thierarznri'Schule  zu  Berlin,
gegründet  und  1838  reorganisirt.  Diese  Anstalt^  hat  die  Bei
  "ņnlung,  Thierärzte  zu  bilden  und  die  oberste  begutachtende  Behörde
allen  veterinair-ärztlichcn  Angelegenheiten  des  Staats  zu  fein.  In
selben  erhalten  111  Militair-Roßarzt-Eleven  freien  Unterricht,  freie
zsîotìon  und  7  Thlr.  monatlich,  sie  müssen  aber  für  jedes  Jahr  in  der
vstalt  2  Jahre  als  Unter-Roßärzte  in  der  Armee  dienen.  Die  bei
fl*  Anstalt  immatrikulirten  Civil-Eleven  zahlen  halbjährlich  16  Thlr.
L r  ben  Unterricht.  —  Seit  1856  besteht  die  Einrichtung,  daß  kranke
'Lş^thiere,  mit  Ausnahme  von  Pferden  und  Hunden,  auch  in  den
fallen  der  Besitzer  in  tierärztliche  Behandlung  genommen  werden
onnen,  und  zwar  nicht  blos  in  Berlin,  sondern  in  den  umliegenden
2-^îsen.  Die  Unterhaltung  der  Anstalt  kostete  im  Jahre  1858  30,644
^vlr.,  die  Hälfte  davon  mußte  der  Staat  zuschießen.
        <pb n="717" />
        710

Thierschutz-Verein  zu  Berlin.
Gegründet  1841,  bezweckt  er  durch  Belehrung  und  Beispiel  unter  Mitwirkung ­
  der  Presse  und  Herausgabe  geeigneter  Schriften  Mitgefühl  für
die  Thierwelt  zu  wecken,  Mißhandlungen  der  Thiere  vorzubeugen  und
dadurch  Humanität  zu  befördern.  Der  Beitritt  steht  Jedem  frei;  geringster ­
  Jahresbeitrag  j  Thlr.  Die  Versammlungen  des  Ausschusses
sind  alle  zwei  Monate,  die  des  Gesammtvereins  einmal  jährlich  öffentlich. ­
  Die  verschiedenen  Europäischen  Thierschutz-Vereine  treten  von
Zwei  zu  zwei  Jahren  zu  einem  dreitägigen  allgemeinen  Kongresie  Ende
Juli  zusammen,  deren  erster  1860  in  Dresden,  der  zweite  1862  in
Hamburg,  der  dritte  1864  in  Wien  stattfand  und  der  vierte  1866  in
Paris  stattfinden  wird.  Der  durch  Dr.  Theodor  Mügge  herausgegebene ­
  und  in  allen  Schulen  unentgeltlich  vertheilte  „Kleine  Thierfreund"
gehört  zu  den  von  deni  Vereine  herausgegebenen  Schriften.  Aehnlichc
Vereine  bestehen  in  Breslau,  Ober-Schlesien  re.
Thilo  v.  Zie  gl  er  scher  Stipendien  Fonds.
Er  steht  unter  Verwaltung  der  Regierung  zu  Erfurt  und  hat  zunächst
die  Bestimmung,  studirende  Jünglinge  auf  der  Universität  zu  unterstützen. ­
  Aus  demselben  genießen  zur  Zeit  5  Zöglinge  des  Gymnasii
zu  Erfurt  ein  jährliches  Stipendium  von  30—50  Thlr.
Thoaksches  Stipendium,
von  dem  -Ļôbenichtschen  Rektor  Th  oak  in  Königsberg  für  Studirende,
die  ans  der  Löbenichtschen  Schule  dcmittirt  sind,  vorzüglich  für  die
Nachkommen  des  Hofraths  I  o  h  a  n  n  s  e  n,  des  Kriminalraths'  Dr.  Brau  n,
des  Advokaten  Pawlowsky,  des  Hofraths  Eckhardt  und  des  ehemaligen ­
  Predigers  Schulz,  inglcichen  für  die  Söhne  der  Löbenichtscheu
  Prediger  gegründet.  Die  Kollation  steht  dem  Magistrat  in  Königsberg ­
  zu.
Damian  Thole  n,
Laienbruder  zu  Köln  (ş  1837)  vermachte  der  dortigen  Armen-Verwaltung
  1500  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  dem  Dom-Pfarrer
  zur  Austheilung  an  nothleidende  Haus-Arme  beim  Krankenbette ­
  verabfolgt  werden  sollten.  Eine  gleiche  Summe  zu  gleichem  Zweck
legirte  er  der  Armen-Verwaltnng  zu  Waldfeucht  (Heinsberg).
Thomas  sches  Bermächtniß  zu  Schlawe  (Pommern).
Der  1841  f  Kreis-Physikus  Dr.  Thomas  überwies  der  Stadt  Schlawe
380  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  diese  Summe  durch  Zinsenzuschlag
bis  auf  6000  Thlr.  gebracht  und  demnächst  daniit  die  der  Stadt  noch
fehlende  Armen-  und  Kranken-Anstalt  errichtet  werden  solle.  In
dieser  sollten  6  männliche  nild  4  weibliche  arme  Kranke  Heilung  und
Pflege,  auch  4  männliche  und  2  weibliche  arme  alte  Personen  freie
Wohnung  und  eine  monatliche  Unterstützung  von  1  Thlr.  erhalten.
Joh.  Fr.  Thomas,
Häusler  zu  Bischdorf  (Goldberg)  hinterließ  (1863)  der  Gemeinde  Bischdorf ­
  1100  Thlr.,  deren  Zinsen  alljährlich  an  seinem  Todestage  (22.  Nov.)
        <pb n="718" />
        711

an  sedò  unbescholtene  Arme  der  Gemeinde  vertheilt  werden  sollen.  Er
vermachte  ferner  der  Schule  zu  Bischdorf  300  Thlr.,  von  deren  Zinsen ­
  ļ  zu  Schulgeld  für  arme  fleißige  Schulkinder  und  ¡  zur  Hälfte  zu
Prämiin  für  gesittete  und  fleißige  Schüler  an  der  Schulprüfung  und
zur  Hüfte  zu  Lernmitteln  für  arme  Schüler  verwandt  werden  sollen;
sowie  der  Kirche  zu  Altenlohm  100  Thlr.,  wovon  die  Zinsen  an  vier
christliche  Arme  der  Kirchgemeinde  zum  heiligen  Weihnachtsfeste  vertheilt
werden  sollen.
Joh.  Gottfr.  Thomas,
Halohüfner  zu  Friedersdorf  (Görlitz)  und  dessen  Ehefrau  legirten  (1857)
der  dortigen  Ortsarmenkasse  500  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die
Zinsen  alljährlich  (am  ThomaS-Tage)  an  Arme  der  Gemeinde  vertheilt
werden  jollen.
ThorerfcheS  Vermächtnis;.
Die  in  Aörlitz  f  Gattin  des  Stadtältesten  Th  or  er,  geb.  Schänder
legirte  dw  Stadt  250  Thlr.:  die  Zinsen  sollen  dazu  verwendet  werden,
um  einen,  und  wenn  sie  dazu  ausreichen,  mehreren  Mädchen,  und  zwar
vorzugsneise  Töchtern  bedürftiger,  redlicher  und  fleißiger  Kürschnermeister,
  u  deren  Ermangelung  aber  Töchtern  bedürftiger,  redlicher  und
fleißiger  Schneidermeister  daselbst,  den  Besuch  einer  Spiel-  oder  Vorbildungsschule ­
  bis  zum  Eintritt  in  das  schulpflichtige  Alter  zu  ermöglichen. ­

Christian  Thywissen,
Tuchfabrik«»  zu  Aachen  und  seine  Ehegattin  übereigneten  (1863)  der
dortigen  Arnen-Berwaltuug  2000  Thlr.  zur  Unterstützung  verarmter
Handwerker  md  Gcwerbctreibcndeu.
Tiedge-Stiftung  zu  Dresden.
Sie  erstreckt  hre  Wirksamkeit  auch  auf  Preußen  und  besaß  im  Jahre
1864  ein  Stamm-Vermögen  von  166,000  Thlr.,  aus  desien  Zinsen
1863  achtzchn  statutenmäßige  größere  nnd  kleinere  Unterstützungen  au
hülfsbcdttrftge  Dichter  und  Künstler,  sowie  an  Wittwen  und  Kinder
solcher  in  d«e  Gesammt-Summe  von  2625  Thlr.  abgegeben  wurden.
T  i  l  e  b  e  i  n  sche  Jungfrauen-Stiftung.
8nr  unversorgt  und  unverheirathet  gebliebene  Töchter,  von  der  1834
Zurücklasimg  eines  Vermögens  von  200,000  Thlr.  in  Stettin  +
^rw.  Geh.  Kmimcrzicn-Räthin  Tiled  ein,  geb.  Pepin,  begründet.
Das  Institut  pll  ins  Leben  treten,  sobald  die  theils  durch  Zinscnzuschlag,
  theils  lurch  das  Absterben  von  Renten-Legatarien  zu  erwartende
Vermehrung  dlS  Stiftungs-Kapitals  bis  auf  wenigstens  130,000  Thlr.
^reicht  ist  Aufnahmefähig  sind  Töchter  würdiger  Familien  königlicher
"nd  städticher  Beamten,  sowie  von  Kaufleuten,  gebildeten  Handwerkern
der  Stad  Stettin  und  Töchter  zurückgekommener  bürgerlicher  Landwirthe
  ms  Vor-  und  Hintcr-Pommern.  Die  Bcncficiaten  sollten  jede
bin  eignes  Zimmer  mit  Kammer  und  zu  ihrem  Lebens-Unterhalt  jährlich ­
  20)  Thlr.  erhalten.  Das  Institut  ist  der  Stadt  Stettin  und  ihren
        <pb n="719" />
        712

Töchtern  vorzugsweise  gewidmet,  und  erst  wenn  die  letzteren  nach  Bedarf ­
  berücksichtigt  worden,  können  auswärtige  aufgenommen  Werder  Es
sind  nur  vaterlose,  anerkannt  bedürftige  und  sittlich  anständige  Midchen,
die  das  40  ste  Lebensjahr  zurückgelegt  haben  und  den  bezeichneten  Ständen ­
  angehören,  zur  Aufnahme  geeignet;  bei  unheilbaren  körperlichen
Leiden,  btc  fernen  eigenen  Brot-Erwerb  zulassen,  soll,  auf  das  Heuamß
  gewisienhafter  Aerzte,  ausnahmsweise  eine  frühere  Ausnahme  stattfinden ­
  können.  Außerdem  dürfen  in  der  Anstalt,  wenn  der  Ram,  es
gestattet,  mit  Zustimmung  der  Stistsgenossinnen,  Pensionairinnen  amen
"n  angemessenes  Jahrgeld  zugelassen  werden.  Auch  soll  es,  für  den
Fall,  daß  es  an  ganz  bedürftigen  und  von  allem  Vermögen  entblößten
m^mmicn  f#n  sollte,  g„iäfßg  fein,  Monen,  bie  ein  &amp;amp;i«ea,
jebod)  zu  ihrer  Erhaltung  unzulängliches  Vermögen  besitzen,  g-gen  ein
Elnkaussgeld  aufzunehmen.  Die  Stiftung  steht  unter  Aufsicht  der  Regierung ­
  und  hat  unterm  25.  August  1855  die  landesherrliche  Genehmlgung
  erhalten;  Kuratoren  sind  zwei  Mitglieder  des  Appellationsqerichts,
  der  Ober-Bürgermeister  und  mehrere  andere  Personen.
Tilebeinsches  Institut  fttr  OrtSarme  zu  Zttllchow.
Gehört  zu  den  Stiftungen  der  Frau  Tile  bein  (s.  o.).  Es  ollen  in
demselben  12  alte  hülflose  Kranke  oder  gebrechliche  Arme,  und  zwar  6
Manner  und  6  Frauen  Aufnahme  und  Wohnung  finden,  aucs  jede  dieser
  Personen  wöchentlich  15  Sgr.  erhalten.  Außerdem  solari  jährlich
,jO  Thlr.  int  Ganzen  unter  dieselben  vertheilt  werden,  bs  erledigte
Renten  eine  bedeutendere  Unterstützung  möglich  machen.
Tillysche  Armen-Stiftung  zu  Lippspringe.
Die  Stadt-Sekretair-Wittwe  Franziska  Tilly  geborene  Benteler
(+  1859)  vermachte  der  katholischen  Kirche  zu  Lippsprngc  für  die
Armen  und  Kranken  des  Kirchspiels  eine  jährliche  Rente  wn  400  Thlr
wovon  die  eine  Hälfte  für  arbeitsunfähige  Arme,  die  ardere  für  bedürftige ­
  und  hülflose  Kranke  verwendet  werden  soll.  Dr  Rente  ist
mit  einem  Kapital  von  10,000  Thlr.  ablösbar,  welches  ar  die  Kirche
gezahlt  und  von  dem  Kirchen-Vorstande  unter  dem  Namen  „Till  y  sche
Armen-Stiftung"  verwaltet  werden  soll.
Stiftung  Rudolphs  v.  d.  Tinnen  zu  Münster,
aus  dem  Jahre  1688  stammend.  Sie  hat  ansehnliche  Lands,  deren
Revenüen  theils  für  geistliche  Zwecke  verwendet,  theils  qt  heimlich  bedürftige, ­
  kranke  und  gottesfürchtige  Personen  vertheilt  »erden;  unter
den  letzteren  haben  Bedürftige  aus  den  ehemaligen  Erbm.nns-Gcschlechtern
  den  Vorzug.
TippelscheS  Legat.
Frau  Kellnerin  Tippet  legirte  1828  den  Armen  der  Pfaire  Pommern ­
  (Kochem)  700  Thlr.  Die  Zinsen  von  200  Thlr.  sind  zur  Beschaffung ­
  von  Schulbüchern  rc.  für  arme  Kinder  bestimmt.
Frau  Tismar,
geb.  Harder,  Präsidentin  (f  1845  in  Magdeburg),vermachte  a)  .0,000
        <pb n="720" />
        713

Alr-  zu  einer  Armen-Stiftung,  welche  1859  ins  Leben  getreten  und
ur  solche  Armen  der  Stadt  Magdeburg  bestimmt  ist,  die  das  50ste
Lebensjahr  zurückgelegt  haben  und  hülfsbedürftig  oder  gebrechlich  sind.
Namentlich  sollen  Hülfsbedürftige  aus  dem  niederen  Bürgerstande,  treugediente,
  männliche  und  weibliche  Dienstboten,  sowie  ehemalige  Soldaten
oder  deren  Wittwen  berücksichtigt  werden.  Die  Unterstützung,  welche
fur  den  Einzelnen  auf  jährlich  50  Thlr.  festgesetzt  ist,  und'  von  der
wenigstens  die  erste  Rate  ,n  jedem  Jahre  am  Geburtstage  der  Stiftenn
  (13.  Juli)  gezahlt  werden  muß,  soll  an  eben  soviel  männliche
als  weibliche  Personen  ausgezahlt  werden,  und  die  einmal  mit  einer
Probende  Bcliehcnen  sollen  solche  lebenslang  beziehen,  es  sei  denn
daß  sie  dieselbe  in  Folge  der  Verbesserung  ihrer  Vermögens-Umstände
entbehren  können.  Der  Kapital-Fonds  darf  nicht  vermindert  werden.
Bur  Deckung  etwaniger  Ausfälle  ist  ein  Reserve-Fonds  zu  bilden.  Der
Vorstand  des  St.  Georgen-Hospitals  soll  die  Verwaltung  und  der
Magistrat  das  Patronat  und  die  Aufsicht  führen.  Aus  den  eingehenden
Bmsen  werden  800  Thlr.  an  16  bedürftige  bejahrte  Personen  gezahlt,
y.  Den  Rest  ihres  Vermögens  mit  23,418  Thlr.  vermachte  Frau
Vismar  der  Armen-Verwaltung  ohne  besondere  Bestimmung.

Karoline  TiSmar,
Tochter  der  Vorigen  (şzu  Berlin  1857),  Enkelin  des  früheren  Bürgeren ­
  sters  Tis  mar  zu  Brandenburg,  setzte  aus  »)  4000  Thlr.  für  arme
unbemittelte  Wittwen  und  zurückgekommene  Bürger  der  Stadt  Magdeurg.
  Die  Zinsen  sollen  in  jedem  Oktober  dazu  verwendet  werden,
ohlen,  Torf  und  Holz  anzukaufen  und  unter  die  bezeichneten  Bedürf-'geu
  zu  vertheilen.  Sogenannte  verschämte  Armen  sind  von  der  Unter»
Nutzung  ausgeschlossen,  b)  1000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die
Blusen  davon  alljährlich  unter  Schüler  und  Schülerinnen  der  Volksschule« ­
  zu  Magdeburg,  die  sich  durch  Fleiß,  gutes  Betragen  und  Reuglosität
  auszeichnen,  vertheilt  werden  sollen.  Es  werden  unter  zehn
Schüler  jährlich  49}  Thlr.  vertheilt.  Fräulein  Tis  mar  bestimmte
Mner  e)  20,000  Thlr.  zu  einer  Stiftung  für  die  Armen  der  Stadt
wndenburg,  welche  zur  Erinnerung  an  ihre  Mutter,  den  Namen
'.Nane  Katharine  Tis  mar  geb.  Harder  Stiftung"  führen  soll.  Die
im!*  o  ^  Ķapitals  sollen  alljährlich  in  zwei  Terminen  am  13.  Juli
(2;  Januar  an  arme,  kranke,  gebrechliche  und  blinde  Frauen  der
adt  Brandenburg  aus  dem  niedrigsten  Stande,  die  von  Almosen
■  ""d  ein  Alter  von  50  Jahren  erreicht  haben,  im  Betrage  von
40  Thlr.  gezahlt  werden.  Die  Aufsicht  über  die  Stiftung  ist  dem
^aglstrat  übertragen,  d)  Der  St.  Katharinen-Kirche  zn  Brandenburg
ermachte  sie  2000  Thlr.,  welche  dem  Magistrate  als  Patron  der
lrchc  und  den  Kirchcn-Vorstehern  zur  Verwaltung  übergeben  sind.
*r ,c  Zinsen  dieses  Kapitals  sollen  zunächst  zur  Unterhaltung  des  Erbbegräbnisses ­
  der  Mutter  und  Großeltern  der  Erblasserin  dienen,  so
ert  sic  aber  dazu  nicht  erforderlich  sind,  der  Kirchenkasse  zufallen,
vllte  das  Erbbegräbniß  dereinst  durch  den  Ausspruch  des  Magistrats
        <pb n="721" />
        zu  Brandenburg  ober  durch  den  irgend  einer  andern  Behörde  zerstört
werden,  so  sollen  die  2000  Thlr.  der  Berliner  Armenkasse  zufließen.
Endlich  legirtc  sie  e)  dem  Männer  -  Siechenhause  für  Berlin  10,(XX),
5)  dem  Elisabeth-Krankenhause  daselbst  10,000,  g)  der  Haupt-Armenkasse ­
  daselbst  2000  Thlr.
Tismar-  K  arl  Nüdigersche  Stiftung,
ans  welcher  unbemittelte  talentvolle  Söhne  von  Bürgern  oder  Einwohnern ­
  in  Magdeburg  zur  Erlernung  einer  Kunst  oder  eines  höheren
Gewerbes,  oder  zur  weiteren  Ausbildung  darin,  auf  ein  oder  mehrere
Jahre  von  den  Zinsen  ein  Stipendium  von  50  Thlr.  jährlich  erhalten
sollen.  Das  zu  5  pCt.  angelegte  Kapital  von  1000  Thlr.  wurde
einem  gewissen  Karl  R  ü  dig  er,  Sohn  eines  Kaufmanns,  legirt,  der
vor  Antritt  der  Erbschaft  verstarb,  und  dessen  Eltern  dem  Legat  nunmehr ­
  mit  Zustimmung  der  Stadt-Behörden  die  obige  Bestimmung
gaben.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  führt  der  Magistrat.
Todtenkasse  zu  Jlsenburg.
1757  errichtet.  Sie  zahlt  12  Thlr.  Begräbnißgeld,  hat  2—300  Thlr.
jährliche  Einnahme  und  ein  Vermögen  von  2400  Thlr.
Töpfersche  Legate  zn  Weißensee.
a)  von  200  Thlr.,  deren  Zinsen  zur  Anschaffung  von  Brennholz  für
die  Konventualen  (s.  Konvent  zn  Weißensee)  bestimmt  sind;  b)  von
200  Thlr.,  deren  Zinsen  die  Konventualen  baar  empfangen;  c)  von
100  Thlr.,  mit  deren  Zinsen  jährlich  zwei  arme  Wöchnerinnen  unterstützt ­
  werden.
Tollsches  Stift  zn  Königsberg.
Eine  von  dem  Borsteher-Amt  der  Kaufmannschaft  verwaltete  milde
Stiftung.  Auf  die  zu  vergebenden  Stellen  haben  zunächst  die  Kaufmanns ­
  -  Wittwen  aus  der  Familie  des  Kaufmanns  Christian  Gottlob
Toll  ein  Anrecht,  in  deren  Ermangelung  die  männlichen  Verwandten
desielben  und,  wenn  auch  solche  nicht  vorhanden,  Kaufmanns-Wittwcn
christlicher  Religion  des  Orts,  vorzugsweise  aus  dem  Kneiphöfschcn
Stadt-Bezirke,  —  jedoch  sämmtlich  nur,  wenn  sic  arm  sind.
Topssches  Legat.
Kapital  100  Thlr.  Die  Zinsen  werden  5  Jahre  angesammelt  und
dann  einer  braven  Dienstmagd  zu  Stolbcrg  a.  H.  bei  der  Heirath  verliehen. ­

Fran  Toussaint,
geb.  Stephany,  eine  1846  in  Berlin  +  Kaufmanns  -  Wittwe,  setzte
ihren  Geburtsort,  das  Dorf  Buch  im  Nieder-Barniinschen  Kreise,  zum
Universal-Erbeu  ein.  Das  Objekt  der  Erbschaft  betrug  zur  Zeit  des
Todes  der  Erblasserin  nur  6461  Thlr.  8  Sgr.,  sollte  sich  aber  nach
Wegfall  der  von  der  Verstorbenen  ausgesetzten  bedeutenden  lebenslänglichen ­
  Renten  um  43,750  Thlr.  vermehren.
        <pb n="722" />
        Traubk  sches  Stipendium,
von  dem  Professor  Wilhelm  Traube  zu  Berlin  und  dem  Dr.  phil.
Moritz  Traube  zu  Ratibor  herrührend.  Sie  schenkten  1864  dem
Gymnasium  zu  Ratibor  in  dankbarer  Erinnerung  an  die  auf  der
Anstalt  empfangene  Bildungs-Grundlage  500  Thlr.  in  Schlesischen
Pfandbriefen  zur  Errichtung  eines  Stipendii  für  einen  durch  Fleiß,
sittliche  und  wissenschaftliche  Tüchtigkeit  ausgezeichneten  armen  Ober-Primaner,
  und  soll  diese  Schenkung  zum  Andenken  der  Eltern  der
Geschenkgcbcr  unter  dem  Namen  „Wilhelm  und  Eva  Traubesche  Stiftung" ­
  verwaltet  werden.
Lrautvettersche  Stiftung.
Kanzlei-Rath  Trautvetter  zu  Marienwerder,  schenkte  der  dortigen
Stadt  1852  ein  Kapital  von  2000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß
der  Zinsen-Ertrag  zur  Armen-Untersiützung,  vorzugsweise  zur  Bekleidung ­
  armer  Schulkinder  verwendet  werden  solle.
Wilh.  Treitschke,
Bierbrauer  zu  Erfurt  (f  1855),  legirte  a)  der  Prediger-  Kirche  2000
Thlr.  für  kirchliche  Zwecke  und  fernere  1000  Thlr.  mit  der  Bestimmung, ­
  daß  die  Zinsen  den  geistlichen  Wittwen  dieser  Kirche  als  Mieths-Entschädigung
  dienen  sollen.  Für  den  Fall,  daß  keine  Wittwe  vorhanden ­
  ist,  sollen  die  Zinsen  zu  Bauten  und  Verschönerungen  der
Kirche  verwendet  worden;  b)  der  Kleinkiuder-Schule  2000  Thlr.;  o)
der  Sonntags-Schule  1000  Thlr.
Treuenbrietzener  Kirchen-Stipendium.
Es  beträgt  25  Thlr.  und  wird  an  einen  studircndcn  Bürger-Sohn
aus  Trcuenbrictzen  von  dem  dortigen  Magistrat  und  Ober-Prediger
verliehen.
Tri  Iler  scheö  Legat,
für  Kirchen-,  Schul-  und  Armenzweckc  der  Stadt  Sangerhausen.  Kapital ­
  3ÌS0  Thlr.
Truchseßsche  Stiftungen  zu  Königsberg.
Die  Zinsen  a)»  von  ursprünglich  6661  Thlr.  sollen  den  Rektoren  der
Universität  znr  Aufmunterung  in  ihren  Amtsvcrwaltungen  gezahlt  werdkn.
  Der  Fonds  betrug  im  Jahre  1838  (Koch  II.  561)  315  Thlr.
')  Ein  zweites  Stiftungs-Kapital  von  ursprünglich  1000  Mrk.  Preuß.
bestand  1838  in  90  Thlr.  :  die  Zinsen  davon  soll  ein  Profcsior  der
Theologie,  der  Eloquenz  oder  der  Ethik  erhalten.
Joh  Gottl.  Trümer,
legirte  1792  ein  Kapital  zu  Stipenditi,  für  arme  Studirende  der  Medizin,
besonders  ans  seiner  Familie,  der  Universität  Königsberg  auf  4  Jahre.  Der
vierte  Termin  wird  erst  nach  der  Doktor-Promotion  des  Stipendiaten
gezahlt.  Ersparnisse  werden  znr  Vergrößerung  des  Fonds  verwendet.
3m  Jahr  1838  betrug  (Koch  II.  56  i)  das  Kapital  2200  Thlr.,  das
Stipendium  80  Thlr.
        <pb n="723" />
        Frau  Tschentscher,
Rendantin  zu  Goldberg  (f  1859),  vermachte  dem  dortige»  Armenfonds
400  Thlr.,  deren  Zinsen  alljährlich  am  1.  August,  dem  Todestage  der
Stifterin,  an  arme  Bürger  und  Bürger-Wittwen  vertheilt  werden
sollen;  und  ein  zu  Armen-Verwaltungs-Zwcckcn  zu  verwendendes  Geschenk ­
  von  200  Thlr.
v.  Tschernding  sches  Legat,
ein  in  Krossen  bestehender  Fonds,  ans  welchem  fünf  Invaliden  jährlich
je  1}  Thlr.  Unterstützung  erhalten.
Tschichofloßsche  Stiiftung  zu  Leubus,
von  den  Eheleuten  dieses  Namenķ  1834  mit  2000  Thlr.  begründet.
Die  Zinsen  sollen  an  hülfsbedürftige  Wittwen  oder  abgelebte  Eheleute
ohne  Unterschied  der  Religion  in  dem  Städtchen  Leubus,  den  Dörfern
Leubus,  Gleinau  und  Prauckau  jährlich  vertheilt  werden.  Administrator
der  Stiftung  ist  der  kath.  Kuratus  der  Stiftskirche.
TuchhLndler-Armenkasse  zu  Danzig.
Sie  hatte  1844  ein  Vermögen  von  2600  Thlr.  und  erhielt  damals  die
Rechte  einer  moralischen  Person.
Tuchhäudler-Gesellen-Armenkasse  zu  Danzig.
Ihr  Ursprung  wird  auf  das  Jahr  1590  zurückgeführt,  wo  die  damaligen
Tuchhändler-Gesellen  zu  Danzig  durch  Beiträge  aus  ihrer  Mitte  eine
„Gewandschneidcr-Gcsellen-Armenkaffe"  errichteten,  welche,  auf  eine  besondere ­
  Stiftungs-Urkunde  gegründet,  den  Zweck  hatte,  verarmte  und
hülflose  hiesige  Tuchhändler-Gesellen  zu  unterstützen.  1826,  wo  der
Verein  die  Rechte  einer  moralischen  Person  erhielt,  war  ein  Vermögen
von  8500  Thlr/  vorhanden,  dessen  Zinsen  jährlich  unter  die  hülfsbedürftigen
  Mitglieder  vertheilt  wurden.
Tuchknappen-Begräbinß-Gesellschaft  zu  Görlitz,
ein  alter  Verein,  welcher  1861  ein  Vermögen  von  24,497  Thlr.  hatte
und  3893  Theilnehmer  zählte.
Tuchmacher-Stipendium  zu  Dahme.
Kapital  525  Thlr.  Das  Stipendium  beträgt  171  Thlr7  und  wird  an
Söhne  der  Tuchmacher  event,  des  Superintendenten  zu  Dahme  vergeben. ­
  Kollatoren  sind  das  Tuchmacher-Gewerk  zu  Dahme  und  der
Superintendent  unter  Genehmigung  der  Königl.  Regierung.
Tuchmacher-Stipendimn  zu  Salzwedel,
von  jährlich  60  Thlr.,  1433  durch  den  Meßpriester  Markman  für
studirende  Bürger-Söhne,  besonders  Söhne  von  Tuchmachern  gestiftet.
Die  Verleihung  steht  dem  Magistrat  zu.
Tuchmachcrmeister-Begräbniß.Gesellschaft  zu  Görlitz.
Sie  hatte  im  Jahre  1861  3200  Theilnehmer  und  ein  Vermögen  von
24,600  Thlr.
        <pb n="724" />
        717

v.  Türckscher  Stipendien-FondS,
zur  Unterstützung  abgehender  mittelloser  Zöglinge  des  „Civil-Waisenhauses"
  (s.  d.  A.)  durch  Kab.-Ordre  von/  17.  November  1849  genehmigt. ­
  Die  Stiftung  bezweckt,  Jünglingen,  welche  nach  beendigter
Erziehung  aus  dem  Waisenhause  austrcten,  und  Pfleglingen,  welche  aus
besten  Fonds  unterstützt  werden,  wenn  sie  sich  stets  zur  Zufriedenheit
betragen  haben  und  mittellos  sind,  eine  ein-  oder  mehrmalige  Unterstützung ­
  im  Verhältniß  ihrer  Mittellosigkeit  zum  Bedürfniß,  um  sich
für  ihren  Lebensberuf  weiter  ausbilden  zu  können,  zu  gewähren.

Uckermärkscher  Verein  zur  Erziehung  sittlich  verwahrloseter  Kinder.
Begründet  1847.  Vorsitzender  Graf  Schlippenbach  auf  Arendsee.
Die  Erziehung  der  Kinder  bis  zu  ihrer  dereinftigcn  Einsegnung  geschieht ­
  unter  Leitung  eines  mit  väterlicher  Gewalt  bekleideten  Hausvaters
in  Pflegehäusern,  welche  für  die  Geschlechter  gesondert  sind:  solche
Pflegehäuser  bestehen  in  Brüssow  und  Gramzow  (s.  rothes  Haus).
Karl  Gottfr.  Ueberschär,  ¡'
Bauergutsbesitzer  zu  Höfel,  Kreis  Löwenberg  (t  1861),  setzte  dieser
Gemeinde  ein  Vermächtniß  von  300  Thlr.  mit  der  Bestimmung  aus,
daß  die  jährlichen  Zinsen  an  notorische  Arme  derselben  vertheilt  werden ­
  sollen.
Ullmann,
Lehrer  in  Lessendorf  (Freistadt),  widmete  bei  Gelegenheit  der  1860
stattgefuttdcnen  Feier  seines  50  jährigen  Dienstjubiläi  50  Thlr.  zu  einer
Stiftung,  deren  Zinsen  nach  Abrechnung  von  1  Thlr.  jährlich,  welcher
zur  Vermehrung  des  Kapitals  verwendet  werden  soll,  einschließlich  der
Zinsen  des  hierdurch  vermehrten  Kapitals  zum  Ankauf  von  Semmeln
"nd  Kleidungsstücken  verwendet  werden,  und  diese  oui  Weihnachtsabend
an  die  ärmsten  Kinder  der  Ortschaften  Lestendorf,  Mertschütz  und  Bieļitz
  zur  Vertheilung  kommen  sollen.
Ungarischer  Fonds.
Eine  alte  Stiftung  bei  der  Universität  Halle-Wittenberg.  Die  von  M.
Massai  zu  Wittenberg  mit  5163  Thlr.  fundirte»,  später  durch  Juliane ­
  Kubin  y,  geb.  Gaczy  de  GaramSzik  mit  80  Thlr.  und  durch
Or.  Mathias  Temlin  mit  400  Thlr.  Kapital  vermehrten  Beneficien
werden  von  den  Professoren  der  Wittenberger  Stiftung  verliehen.  Die
Stipendien  sollen  nur  bedürftigen  Stndirenden  ans  Ungarn,  vorzugsweise ­
  Theologen,  auf  3—5  Jahre  bewilligt  werden.  Kinder  der  Ungarn, ­
  welche  Etwas  zu  diesen  Benefizien  lcgirten,  oder  solches  zu  thun
Willens  sind,  haben  den  Vorzug.  Jeder  Stipendiat  muß  sich  in  den
drei  Terminen  einen  Abzug  von  1  Dukaten,  und  für  die  Prolongationszeit ­
  von  1  Spczies-Thaler  zur  Vermehrung  des  Fonds  gefallen  lasten.
Das  nach  Abzug  der  stiftungsmäßigen  Abgaben  übrig  Bleibende  soll
dergestalt  gleich  vertheilt  werden,  daß  der  jährliche  Antheil  eines  jeden
        <pb n="725" />
        Stipendiaten  den  Betrag  von  100  Thlr.  nicht  übersteigt,  aber  anch
nicht  weniger  als  50  Thlr.  beträgt.  Ersparnisse  werden  zur  Vermehrung ­
  des  Fonds  verwendet.  Außcrdeni  soll  jedem  Perzipienten  von  der
Perzeptionszeit  2  Thlr.,  und  von  der  Prolongationszeit  1  Thlr.  zur
Vermehrung  der  Ungarischen  Bibliothek  abgezogen  werden,  und  ist  auch
jeder  derselben  verpflichtet,  nach  seiner  dereinstigen  Anstellung  jährlich
1  Thlr.  zur  Vermehrung  des  Fonds  dahin  einzuzahlen.  Der  letztere
besaß  1838  ein  Einkommen  von  jährlich  596  Thlr.  (Koch  I.  447.)
UngerschcS  Stipendium,
für  Studirende  mosaischen  Glaubens,  vorzugsweise  für  Nachkommen
der  Geschwister  des  Stifters  und  demnächst  für  Nachkommen  des  verstorbenen ­
  I.  S.  Auerb  ach,  ohne  Rücksicht  auf  das  Glaubensbekenntniß.
Die  Kollation  steht  dem  akademischen  Senat  der  Universität  Königsberg ­
  zu.
Ungerschcs  Vermächtnis;.
Partikulier  Johann  David  Unger  (t  in  Breslau  1859),  vermachte
der  Dorfgemeinde  Brocke  300  Thlr.,  deren  Zinsen  alljährlich  an  die
Armen  vertheilt  werden  sollen.
Universität  zu  Bonn,
s.  Rheinische  Friedrich-Wilhelms-Universität.
Universität  zu  Breölau.
1506  durch  den  Kurfürsten  Joachiin  ï.  zu  Frankfurt  a.  O.  gestiftet,
1811  nach  Breslau  verlegt  und  mit  der  dort  seit  1702  bestehenden,
vom  Kaiser  Leopold  I.  gestifteten  auf  zwei  Fakultäten  berechneten  Universität ­
  (Leopoldina)  vereinigt.  An  Stipendien,  Freitischen  und  andern
Unterstützungen  kommen  jährlich  etwa  10,000  Thlr.  zur  Vertheilung,
darunter  auch  ein  polnisches  Stipendium  des  Fürsten  von  Plcß.  Der
Zuschuß  aus  Staatsmitteln  betrüg  tiri  Jahre  I860  83,000  Thlr.  —
Akademische  Wittwen-  und  Waisen-VeLsorgungs-A  listali;  sie  hatte  1837
Kapital-Vermögen  27,775  Thlr.  An  Privat  -  Stiftungen  sind  der
Schmidtsche  und  der  v.  Hackemannschc  Professor-Wittwen-Pensions-Fonds
  und  eine  große  Anzahl  Stipendien  vorhanden,  welche  unter
die  Namen  der  Stifter  nachzuschlagen  sind.  Vgl.  auch  v.  Kr  a  nich  siedi,
Hübner  u.  s.  w.
Universität  zu  Greifswald.
Sie  wurde  1456  gestiftet  unb  ist  die  älteste  unter  den  preußischen
Universitäten.  Sie  hat  ein  bedeutendes  Grund-Vermögen  und  gewährt
an  Unterstützungen  für  Studirende  etwa  4500  Thlr.  jährlich,  darunter
1500  Thlr.  aus  Privat-Stiftungen.  —  Universitäts-Krankenhaus,  seit
1860  mit  dem  klinischen  und  Landcs-Lazareth  vereinigt.  Es  nimmt
Kranke  aus  Neu-Vorpominern  (mit  Ausschluß  von  Stralsund)  zur
Heilung  auf  und  verfolgt  zugleich  Lehrzweckc.  —  Akademische  Professoren-Wütwenkasse
  für  die  Wittwen  der  ordentlichen  Professoren  der
Universität,  von  denen  jeder  bei  seinem,  in  seine  Willkür  gestellten
Beitritt  ein  für  allemal  50  Thlr.  erlegt.
        <pb n="726" />
        719

Universität  zu  Halle,
s-  Vereinte  Friedrichs-Universität  Halle-Wittenberg.
Universität  zu  Königsberg.
f.  Albertus-Universität.
Unruhsches  Stipendium.
Eine  alte  Stiftung  bei  der  Universität  Halle-Wittenberg,  von  der
Wittwe  des  Professor  Unruh,  geb.  Leyser  mit  1000  Thlr.  begründet
für  studirende  Descendenten  des  Dr.  Polycarp  Leyser.  Der  Stipendiat ­
  bleibt,  bis  er  zu  einem  Amte  gelangt,  oder  sich  sonst  häuslich
niedergelaffen  hat,  im  Genuß.  Studirenden,  welche  nicht  zur  Familie
gehören,  wird  das  Stipendium  auf  zwei  oder  drei  Jahre  conferirt,
jedach  mit  der  Bedingung  des  Zurückstehens,  sobald  ein  Verwandter
sich  darum  bewirbt.  Der  Fonds  hat  sich  beinahe  verdoppelt.  (Koch  I.  444)
UnterstützungS-Fonds  für  enieritirte  Geistliche  der  Provinz  Brandenburg.
Er  ist  1847  ins  Leben  getreten,  wird  vom  Konsistorium  der  Provinz
Brandenburg  verwaltet,  und  hauptsächlich  aus  den  von  den  Geistlichen
Zu  entrichtenden  jährlichen  Beiträgen  von  1  pCt.  ihres  Dicnsteinkommens
  und  aus  Zuschüssen,  welche  theils  aus  der  Staatskaffe,  theils
aus  den  durch  das  Honorar  für  das  Berliner  und  das  Porstsche  Gesangbuch ­
  entstandenen  Fonds  fließen,  gebildet,  und  hat  den  Zweck,  den  seit
dem  1.  Juli  1848  cmcritirten  ev.  Geistlichen  der  Provinz,  mit  Ausnahme ­
  der  Pfarrgehülfen  und  Hülfsgeistlichen,  so  wie  derjenigen  Geistlichen, ­
  welche  aus  einem  besonderen  für  ihre  Dienst-Kategorie  bestehenden ­
  Pensions-Fonds  ein  Ruhegehalt  empfangen,  bei  ihrer  Emeritirung
Zu  dem  ihnen  auö  dem  Einkommen  der  Pfarrstelle  gesetzlich  zustehenden
Emeriten-Gchalt  einen  jährlichen  Zuschuß  von  32  —  180  Thlr.  auf
Lebenszeit  zu  gewähren.  Der  Fonds  hatte  1862  ein  Vermögen  von
etwa  84,000  Thlr.  Im  Jahre  1861  betrug  die  Einnahme  an  Zinsen,
an  Pensions-Beiträgen  der  Geistlichen  zu  1  pCt.  ihres  Einkommenund
  an  anderweitigen  Zuschüßen  16,186  Thlr.,  die  Ausgabe  an  Pensions-Zuschüssen ­
  13,381  Thlr.
Unterstützungs-Fonds  für  enieritirte  ev.  Geistliche  der  Provinz  Pommern.
Nach  dem  Reglement  vom  2.  Juli  1856  hat  er  den  Zweck,  den  Geistuchen ­
  bei  ihrer  ehrenvollen  Emeritirung,  wenn  sic  nach  tadelloser
Amtsführung  Alters-,  Krankheit--  oder  Schwachheitshalber  mit  hinreichendem ­
  von  der  Oberaufsichts-Behörde  anerkanntem  Grunde  in  den
Nuhestand  versetzt  worden  sind,  einen  lebenslänglich  zu  beziehenden  Zufluß ­
  zu  dem  ihnen  gesetzlich  aus  dem  Einkommen  ihrer  Pfarrstclle
zustehenden  Emeriten-Gehalte  zu  gewähren.  In  allen  übrigen  Fällen
der  Nicdcrlcgung  des  Amtes  oder  der  Entziehung  desselben  tritt  dus
Anrecht  an  den  Unterstützungs-Fonds  nicht  ein,  abgesehen  davon,  ob
solche  Geistliche  den  dritten  oder  sonstigen  Theil  von  ihrem  ehemaligen
şiarr-Einkonlmen  behalten  oder  nicht.  Der  Betrag  des  von  dem  Unterstützungs-Fonds ­
  zu  gewährenden  Zuschußes  ist  auf  jährlich  200  Thlr.
festgestellt.  Der  volle  Betrag  dieses  Zuschußes  kann  erst  solcheu  Geist-
        <pb n="727" />
        720

lichen  gewährt  werden,  welche  im  Laufe  des  Osten  Jahres  nach  Errichtung ­
  des  Fonds  und  später  emeritirt  werden.  Die  den  früher  emeritirten
  Geistlichen  gebührenden  Beträge  werden  nach  Fünfteln  abgestuft.
Erfolgt  die  Emeritirung  vor  Vollendung  des  ersten  Beitrittsjahres,  so
erhalten  sie  nichts.  Die  Einnahmen  des  Fonds  sind:  a)  die  Beiträge
der  Geistlichen;  l&amp;gt;)  die  Zinsen  aus  dem  Reserve-Fonds,  der  aus  den
Ueberschüssen  gebildet  wird;  c)  der  Ertrag  von  Erbschaften,  Schenkungen, ­
  Vermächtnissen  und  sonstigen  Zuwendungen  in  den  gesetzlichen
Schranken.  Die  laufenden  jährlichen  Beiträge  sind:  a)  bei  allen  vor
dem  1.  Juli  1856  in  ihr  Amt  getretenen  Geistlichen  l^pCt.;  b)  bei
allen  am  1.  Juli  1856  oder  später  ins  Amt  tretenden  Geistlichen
1  pCt.  des  Diensteinkommens.  Die  Beiträge  werden  bei  Pfarrvakanzen
und  Gnadcnjahren  aus  den  Revcnücn  der  Pfarre  gezahlt.  Desgleichen
zahlt  sie  der  Substitut  oder  Adjunkt  von  seinem  Dienstcinkommen  und
der  Emeritus  von  seinem  Emeriten-Antheil.  Geistliche,  welche  ihres
Amtes  entlasten  werden  (Straf-Emcritirung)  oder  ohne  ehrenvoll  cmeritirt
  zu  werden,  ihr  Amt  aufgeben,  können  die  Erstattung  ihrer  bis
dahin  geleisteten  Beiträge  nicht  fordern.  Gegen  die  Verfügungen  des
Königl.  Konsistoriums  steht  den  Betheiligtcn  die  Beschwerde  bei  dem
Minister  der  geistlichen  rc.  Angelegenheiten  offen.
Untersttttzungs  Fonds  für  eineritirte  ev.  Geistliche  der  Provinz  Westphalen.
Der  Fonds  hat  nach  dem  Reglement  vom  5.  Juli  1865  den  Zweck,
den  Geistlichen  bei  ehrenvoller  Emeritirung,  wenn  sie  nach  tadelloser
Amtsführung  Alters-,  Krankheits-  oder  Schwachhcitshalber  mit  hinreichendem, ­
  von  der  Oberaufsichts-Behörde  anerkannten  Grunde  in  den
Ruhestand  versetzt  worden  sind,  einen  lebenslänglich  zu  beziehenden  Zuschuß ­
  zu  dem  ihnen  gesetzlich  aus  dem  Einkommen  ihrer  Pfarrstelle  zustehenden ­
  Emeriten-Gehalt  zu  gewähren.  Der  Betrag  des  zu  gewährenden ­
  Zuschusses  ist  für  alle  empfangsberechtigten  Emeritirten  gleich
und  einstweilen  auf  jährlich  100  Thlr.  festgestellt.  Der  volle  Betrag
dieses  Zuschusses  kann  jedoch  erst  solchen  Geistlichen  gewährt  werden,
welche  im  Laufe  des  Osten  Jahres  nach  Errichtung  des  Fonds  und
später  emeritirt  werden.  Die  Zahlung  des  Zuschußes  erfolgt  vierteljährlich ­
  pränumerando  nach  den  Kalender-Quartalen.  Die  Einnahmen
des  Fonds  sind:  a)  die  Beiträge  der  Geistlichen  (1  pCt.  des  Dienst-Einkommens);
  b)  die  Zinsen  aus  dem  Reserve-Fonds,  der  aus  den
Ueberschüssen  gebildet  wird;  c)  der  Ertrag  von  Erbschaften,  Schenkungen, ­
  Vermächtnissen  und  sonstigen  Zuwendungen  in  den  gesetzlichen
Schranken.
Ullterstlltzuligs'FondS  für  Geistliche  und  Lehrer  des  Reg.-Bezirks  Potsdam.
Die  Aachen-Münchener  Feuer-Versicherungs-Gesellschaft  ging  unterm
20.  Juni  1845  einen  Vertrag  ein,  in  welchem  sich  die  Direktion  verpflichtete, ­
  Geistlichen  und  Lehrern  des  Reg.-Bezirks  Potsdam,  welche
einen  Zwangs-Verband  mit  Gegenseitigkeit  zur  Sicherung  ihres  Mobiliars ­
  gegen  Feuersgefahr  bilden,  bei  Aufnahme  in  ihre  Societät,
Erleichterungen  zu  gewähren  und  sic  außerdem  noch  an  dem  Gewinn
        <pb n="728" />
        721

ber  Gesellschaft  Theil  nehmen  zu  lassen.  Dieser  Gewinn-Antheil  soll
zur  Verbesserung  der  Lage  cmeritirter  Lehrer  verwendet  und  nach  Verhaltn^, ­
  wie  jede  Kategorie  sich  bei  der  Gesellschaft  versichern  wird,
zur  Berthe,lung  kommen.  Die  Bertheilung  für  emeritirte  Geistliche
reffortirt  von  dem  Konsistorium,  für  die  emeritirten  Lehrer  von  der  Regle, ­
  ung.  Die  Zahlungen  werden  durch  die  Haupt-Instituten-  und
Kommunalkasse  zu  Potsdam  geleistet.
UnterstütznngS-FondS  für  Hebammen  zu  Berlin
».xssistt  Äfftistösr.»
°us  dessen  Zinsen  an  dortige  Hebammen,  welche  wegen  hohen  Alters
°d-r  Krankheit  nicht  mehr  erwerbsfähig  find.  fortlaufend-  jährliche
Unterstützungen  gezahlt  werden  sollen.  Erwerbsunfähig  gewordene  Hebammen ­
  haben  sich  schriftlich  zu  melden;  das  Polizei-Präsidium  wird
unter  den  Bewerberinnen  diejenigen,  welche  die  Bedürftigsten  und  Würmgstcn
  sind,  zunächst  berücksichtigen.  S.  H  au  ckschen  Unterstützungs-UnterstützungS-Fond«

  für  hülfsbedürftige  Pfarrer  und  Lehrer  im  Reg.  Bezirk
Arnöberg.
Für  beide  Konfessionen  bestimmt,  von  der  Regierung  verwaltet,  hat  er
"n  jährliche  Einnahme  von  352  Thlr.
Unterstützung«  Fonds  für  Hlllfs-Lehrer  und  Lehrerinnen  zu  Berlin,
°n  solchen  Privat-Schulcn  des  Orts,  in  denen  Kinder  für  Rechnung
°er  Kommune  unterrichtet  werden.  Ein  städtischer  Fonds  von  6000
ist  •  slUÖ  à"  Weihnachten  außerordentliche  Gratifikationen  in  der
^e,se  bewilligt  werden,  daß  Lehrer  auf  Höhe  von  30,  Lehrerinnen
ms  zu  15  Thlr.  bedacht  werden.

UnterstützungS-Fond«  für  Schulen  in  den  kleinen  Städten  de«  Reg.-Bezirks
Königsberg.
ist  aus  den  Tranksteuer-Gefällen  der  kleinen  Städte  gebildet  und
m  dem  jetzigen  Zwecke  durch  Kab.-Ordre  vom  16.  Oktober  1817  be-Verwaltet
  wird  er  von  der  Regierung  zu  Königsberg.  Iähr-"che
  Emnahme  541  Thlr.

Unterstütznngs-Fonds  und  Preis-Stiftimg  der  Stadt  Berlin  für  Studirende.
l-7/'ê  Doni  1.  Januar  1836  ab  hatten  die  städtischen  Behörden  voruusig
  auf  5  Jahre  die  Summe  von  600  Thlr.  jährlich  bewilligt,  um
derselben  halbjährlich  Unterstützungen  an  bedürftige  und  würdige
^lud,rende  der  dortigen  Universität  in  Raten  von  25  Thlr.  zu  verhen
  Auf  Veranlassung  der  Feier  des  50  jährigen  Bestehens  der
, IDei f^ät  beschlossen  die  Kommunal-Behörden,  zwei  Stiftungen  zu  ersten, ­
  von  denen  die  eine  300  Thlr.  jährlich  aus  Kommunalmitteln
k ey .  w Ct .  Preisen  für  die  besten  Preisschriften,  welche  von  Studirenden
,u  sàDersität  über  die  zu  diesem  Behufe  von  jeder  der  vier  Fakultäten
Uni  ánden  Preis-Aufgaben  geliefert  werden  würden,  aussetzte,  wäho
  durch  die  andere  Stiftung  der  bisher  aus  städtischen  Mit-'Orruß.
  Landbuch.
        <pb n="729" />
        tcín  zur  Unterstützung  von  Studirenden  der  Universität  bewilligte  Fonds
von  600  Thlr.  vom  1.  Oktober  1860  ab  auf  1200  Thlr.  jährlich
erhöht  und  in  dieser  Hohe  dauernd  erhalten  werden  sollte.  Die  Bewilligung ­
  der  Unterstützungen  an  Studirende  aus  diesem  Fonds  ist
einer  Kommission  (Vorsitzender  der  Ober-Bürgermeister)  übertragen.  Die
Unterstützungen  werden  im  Mai  und  November  in  halbjährigen  Raten
von  30  Thlr.  verliehen;  bei  gleicher  Würdigkeit  und  Bedürftigkeit
haben  diejenigen  Studirenden  den  Vorzug,  die  in  Berlin  ortsangehörig
sind.  Den  Studirenden,  welche  eine  Unterstützung  aus  diesem  Fonds
erhalten  haben,  kann  dieselbe  auch  ferner  bis  zur  Vollendung  des
Triennii  und  bei  den  Medizinern  des  Quadrienni!  academic!  bewilligt ­
  werden,  wenn  sie  vor  der  Wiederbewilligung  für  das  folgende
Semester  ein  neues  Deeanats-Zeugniß  über  ihre  Studien  dem  Rektor
der  Universität  vorlegen.  Das  Statut  der  Stiftung  ist  auf  Grund
Allerhöchster  Ordre  vom  10.  April  1861  von  dem  Kultus  -  Minister
unter  dem  29.  April  1861  bestätigt.
Unterstützungs-Institut  für  neugeborne  Kinder  zu  Breslau,
1812  von  dem  Ober-Einnehmer  Kahl  und  den  Kaufleuten  Nitschkc
und  Klein  gegründet  und  fundirt.
Unterstützungs-Kasse  der  Berliner  Kaufmannschaft.
Die  Beiträge  der  Korporations-Mitglieder  zur  Unterstützungs-Kaste  betrugen ­
  im  Jahre  1863  3025  Thlr.,'  die  Einnahmen  der  UnterstützungsKasse ­
  überhaupt  3291  Thlr.,  die  Ausgaben  3066  Thlr.,  davon  2493
Thlr.  laufende  Unterstützungeu,  363  Thlr.  Extra-Unterstützungen;  au
Holz-Unterstützungen  wurden  110  Thlr.  verausgabt.  Der  Bestand  der
Kasse  war  ult.  Dezember  6712  Thlr.  S.  Friedrich-Wilhelm-Viktoria-Stiftuug
  der  Kaufmannschaft,  Verein  junger  Kaufleute,  Scheel  re.
Unterstützungs-Kasse  der  Köuigl.  Porzellan-Manufaktur.
Sie  ist  1789  von  dem  Geh.  Finanzrath  Rosenstiel  begründet  und
giebt  Unterstützungen  an  erkrankende  und  Pensionen  an  arbeitsunfähige
Arbeiter;  auch  die  Wittwen  werden  unterstützt  und  für  Kinder  nöthigenfalls
  Erziehungsgelder  verabreicht.  Die  Kasse  erhält  ihre  Mittel  aus
Beiträgen  der  Arbeiter,  dem  Einschreibegelde  der  Lehrlinge,  der  Hälfte
des  ersten  Monats-Verdienstes,  wenn  sie  ausgelernt  haben  und  anderen
kleineren  Einnahmen.  Im  Jahre  1863,  bei  der  Feier  des  Tages,  an
welchem  100  Jahre  früher  die  Manufaktur  in  den  Besitz  Königs
Friedrich  11.  überging,  überwies  König  Wilhelm  1.  der  Anstalt  1000
Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  aus  den  Zinsen  würdigen  und  bedürftigen ­
  Arbeiter-Invaliden  Beihülfen  zu  Theil  werden  sollten.
Unterstützungs-Kasse  für  die  Elementar-Lehrer  der  öffentlichen  Schulen  der
Oberbürgermeisterei  Barmen.
Das  Maximum  der  Unterstützung  eines  emeritirten  Lehrers  ist  auf
150  Thlr.  jährlich  festgesetzt;  ein  zeitweilig  arbeitsunfähig  gewordener
Lehrer,  der  einen  Substituten  halten  muß,  bezieht  die  Hälfte  des  jedes'
maligen  Uuterstützungs-Antheils  eines  Emeriten.  Die  Einkünfte  der
        <pb n="730" />
        723

46*

HB
.  UnterstützungS-verein  der  Notare  im  Landgerichts-Bezirk  Kleve.
W88Ş
*,..iY* tet  . ctroo  erfolgten  V-rh-irathung.  Sollte  di-;
  a  aa  w»  K  %R=  ‘Ä
SgSSäS
Werden  ^  ^ lr *'  aIie0  b,e ^  vom  Todestage  des  Verstorbenen  an.
Änsp  'à'-  àder  ganz  elternlos,  so  erhalten  sie  für  die  Dauer  ihrer
feit  bem  -T  ^ttgung  sahrlich  das  Doppelte  der  vorstehenden  Beträge
dem  Todestage  des  Zuletztsterbendcn  der  Eltern.

terstützungs-Beleiii  der  Notare  in  den  Landgerichts-Bezirken  Saarbrücken
§  .  und  Trier.
bcm  ^  Januar  1856  begonnen.  Die  ftatu-Der
  ^eltrittS-Bedingungen  sind  ähnlich  wie  im  vorigen  Artikel.
ìlîeckş  i Um  ^î.emen  eisernen  Bestand  von  2Ş  Thlr.  und  besitzt  die
chre  der  zurlstlschen  Person.

ļg.  Unterstützungs-Verein  zu  Königsberg,
vortn...  "nigen  Handeltreibenden  zu  dem  Zweck  gebildet,  sich  bei
Menden  Verlegenheiten  gegenseitig  zu  helfen.  Ursprünglich  nur
        <pb n="731" />
        724

für  Mitglieder  jüdischer  Religion  bestimmt,  dehnte  der  Verein  ferne
Wirksamkeit  später  aus,  so  daß  jedes  majorenne  Individuum  von  unbescholtenem ­
  Rufe  ohne  Rücksicht  des  Geschlechts  und  des  Religions-Bekenntnisses,
  in  und  außerhalb  Königsberg  Aufnahme  fand  und  der
Zweck  dahin  ging,  unbescholtenen,  thätigen  aber  unbemittelten  Mltgliedern
  eintretenden  Falles  eine  Hülfe  durch  unverzinsliche  Darlehne
gegen  Unterpfand  oder  Bürgschaft,  und  ausnahmsweise  auch  ohne  solche
Sicherheit,  sowie  durch  Unterstützungen,  ohne  einstweilige  RückzahlungsVerpflichtung ­
  bei  Unglücksfällen,  Krankheiten,  Altersschwäche  rc.  zu  gewähren. ­
  Im  Jahre  1857,  wo  der  Verein  241  Mitglieder  zählte,  dre
außer  einem  Eintrittsgeld?  bei  der  Aufnahme  regelmäßige  fortlaufende
Beiträge  zahlten,  wurden  dem  Verein  die  Rechte  der  juristischen  Person

verliehen.

Johann  Urban,

Auszügler  zu  Laskowitz  (Ohlau)  (t  I860),  vermachte  a)  der  evang.
Kirche'daselbst  300  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  dle  Zinsen  davon
zur  Beschaffung  und  Unterhaltung  der  Mäntel,  welche  bei  Begräbniffen
daselbst  der  Todlengräber,  der  Kreuz-  und  Leichenträger  umzunehmen
pflegen;  b)  der  evang.  Schule  100  Thlr.  mit  der  Anordnung,  daß  die
Zinsen  für  arme  Schulkinder  zur  Beschaffung  von  Büchern  oder
Kleidungsstücken  verwendet  werden  sollen.
Thomas  Ignatz  Urban,
Kaufmann  (f  zu  Breslau  1858),  setzte  letztwillig  1)  zur  Begründung
einer  Anstalt  zur  Aufnahme  Obdachsloser  in  der  Gemeinde  Langenau
(Habelschwcrt)  250  Thlr.  und  2)  zur  Unterstützung  armer  Schulkinder
in  der  Gemeinde  500  Thlr.  aus.
Ursulinerinnen-Kloster  zu  Berlin.
Dasselbe  ist  1857  gegründet,  und  enthielt  im  August  1859  einen  Konvent ­
  von  17  Mitgliedern,  9  Chor-  und  Schnlfranen,  3  Novizinnen
und  5  Laienschwestern.  In  den  von  den  Ursulinerinnen  geleiteten  Anstalten ­
  wurden  damals  22  Pensionärinnen  und  56  Waisenkinder  erzogen:
die  höhere  Töchter-Schule  zählte  100,  die  Elementar-Schule  142  Şş
lerinnen.  S.  Kath.  Waisen-Jnstitut.
Ursulinerinnen-Kloster  zu  Breslau.
Die  Stiftung  deffelben  fällt  in  das  Jahr  1687  und  ging  von  drei
Nonnen  aus,  welche  damals  von  Preßburg  hierher  kamen  und  mn
Unterstützung  der  geistlichen  und  weltlichen  Behörden  und  durch  milde
Beiträge  sich  in  den  Stand  gesetzt  sahen,  die  nöthigen  Gebäude  zu  erwerben ­
  und  das  Kloster  zu  begründen.  Die  Anstalt  hat  sich  vieler
Zuwendungen  zu  erstellen  gehabt  und  die  Schwestern  besorgen  şş
eine  sechsklassige  Elementar-Schule  mit  über  600  Kindern,  eine  vierklassige
  höhere  Töchter-Schule,  ein  vierklasstges  Pensionat  und  ein
Kleinkinderbewahr-Anstalt.
Ursulinerinnen-Kloster  zu  Düren.
Ein  Erziehungshaus  für  Mädchen,  bestehend  in  einem  Pensionat,  dessi"
        <pb n="732" />
        725

Einnahme  jährlich  2400  Thlr.  beträgt  und  zwei  Mädchen-Schulen
welche  auf  Kosten  der  Stadt,  die  das  Schulgeld  bezieht,  unterhalten
werden.  Die  Kongregation  hat  einen  Haushalt  von  etwa  50  Personen
mehrere  Grundstücke  und  ein  Kapital-Vermögen  von  12,000  Thlr.  Die
Kirche  hat  ein  besonderes  Vermögen  von  5500  Thlr.  '  Die  Konareaaf
 ton  verwendet  noch  jährlich  2—300  Thlr.  zu  wohlthätigen  Zwecken
Ursulinerinnen-Kloster  zu  Geilenkirchen.
Es  besteht  seit  1856  und  zählt  21  geistliche  Schwestern,  darunter  11
Ehor-Schwestern  mit  5  Novizen  und  2  Laien-Schwestern  mit  3  Novell. ­
  Die  Schwestern  ertheilen  Unterricht  in  einer  höheren  Töchterschule ­
  (Pensionat)  mit  35  Zöglingen.  Verbunden  damit  ist  seit  1861
nn  Waisenhaus,  in  welchem  Kinder  beiderlei  Geschlechts  gegen  eine
Vergütung  von  4  Sgr.  für  Beköstigung,  Kleidung,  Wartung  und  Pflege
pro  Kopf  und  Tag  Aufnahme  finden.  Die  Leitung  der  Anstalt  ist  den
geistlichen  Schwestern  anvertraut.
Ursulinerinnen-Kloster  zu  Hersel  (Bonn).
Eine  Privat-Erziehungs-Anstalt  mit  etwa  17  Schwestern;  die  Gemeinde
Zahlt  jährlich  260  Thlr.  für  Ertheilung  des  Unterrichts  an  der  Mädchen-Schule. ­

Ursulinerinnen-Kloster  Kalvarienberg  (Ahrweiler),
"ne  seit  1838  bestehende  Genoffcnschaft  für  weibliche  Erziehung.  Das
Vans  enthält  23  Nonnen,  15  Novizen;  der  Unterricht  erstreckt  sich,
außer  auf  die  allgemeinen  wissenschaftlichen  und  technischen  weiblichen
pachcr  auch  auf  frauzösische  Sprache  und  Literatur,  englische  und
"alienische  Sprache,  Anleitung  zur  Buchführung,  zum  Klcidermachen,
Kunstwaschcn,  Kochen  re.  Jährliche  Pension  180  Thlr.  —  Weibliche
«rmen-Freischule,  von  50—60  Mädchen  besucht.  Die  Anstalt  hat
Filiale  zu  Aachen,  Montjoie,  Trier.
Ursulinerinnen-Kloster  zu  Köln,
vugeblich  das  älteste  in  Deutschland,  3.  Nov.  1639  von  Nonnen  aus
^üttich  gestiftet.
Ursulinerinnen-Kloster  zu  Liebenthal,
l^21  durch  Jutta  oder  Judith  v.  Liebenthal  auf  Geppersdors  er*
&amp;lt;°"t  und  später  zum  fürstlichen  Stift  erhoben.  Die  Vorsteherin  führte
rn  Titel  regierende  fürstliche  Abbatissin  und  konnte  den  Rath  der
^îadt  ein-  und  absetzen.  —  Gegenwärtig  enthält  daS  Kloster  20
Schwestern  und  ein  Pensionat,  in  welchem  60  Mädchen  sich  befinden,
^gl.  Waisen-Anstalt  zu  Liebenthal.
Ursulinerinnen-Kloster  zu  Posen.
Das  Institut  ist  im  Jahre  1857  mit  30  Pensionairinnen  und  einer
^lttelschule  für  Töchter  eröffnet.

Ursulinerinnen-Kloster  zu  Schweidnitz,
îw  Jahre  1700  von  fünf  Nonnen  begründet,  welche  aus  BreSlau
plerher  übersiedelten,  und,  unterstützt  durch  die  Familien  v.  Garnier,
        <pb n="733" />
        726

v.  Sinz  endors  und  v.  Schaffgotsch  ein  Kloster  errichteten.  S.
v.  Kranichstedt.
v.  Usedom  scher  Stipendien-Fonds.
Landrath  Eccard  v.  Usedom  legirte  (1644)  3000  fl.  zu  drei  Stipendien ­
  für  Verwandte  und  für  junge  Leute  aus  den  Familien  Bohlen, ­
  Norrmann,  v.  Kahlden,  Gagern  rc.  event,  für  adelige
und  bürgerliche  Jünglinge  aus  Rügen.  Im  Jahre  1838  betrug  der
Fonds  (Koch  II.  275.)  2075  Thlr.  ;  von  den  Zinsen  kamen  89^  Thlr.
au  drei  Stipendiaten.

Valepagesche  Armen-Stiftung.
Kaufmann  und  Gutsbesitzer  Valepage  (t  1845)  vermachte  31,675
Thlr.  für  leidende  Arme  beiderlei  Geschlechts  katholischer  Koufession
aus  dem  Pfarrbczirke  Delbrück  (Paderborn).  Die  Stiftung  soll  von
dem  Guts-Nachfolger  unter  Zuziehung  zweier  Geistlichen  verwaltet  werden ­
  und  unter  Oberaufsicht  der  bischöflichen  Behörde  stehen,  welcher
auch  die  Einrichtung  der  Anstalt  überlassen  blieb.  Die  Stiftung  besteht ­
  in  einem  ansehnlichen  Hause  für  arme  kranke  und  hülflose  Alte.
Vatersche  Stiftung,
bei  der  Universität  Halle-Wittenberg,  von  der  Wittwe  des  Professors
Dr.  Vater,  geb.  Marperger  für  einen  Mediciner  aus  der  Familie
des  Dr.  med.  Abraham  Vater,  event,  für  einen  andern  bedürftigen
und  geschickten  Stud,  med.,  mit  1000  Thlr.  fundirt.  Der  Fonds  hat
sich  im  Laufe  der  Zeit  vermehrt  (Koch  I.  447).  Vgl.  M  arperg  er.
Vehrkamp,
Diakonus  zu  Horst  (Recklinghausen)  widmete  einen  Theil  seines  Vermögens ­
  im  Betrage  von  4000  fl.  und  14,233  Thlr.  Prenß.  Kourant
an  Kapitalien  zur  Verbesieruug  der  Elementar-Schullehrcr-Gehälter.
Die  Revenüen  werden  alljährlich  unter  die  Lehrer  in  Raten  vertheilt.
VeidtscheS  Bermächtniß.
Heinrich  Karl  Veidt,  Hafenbau-Inspektor  zu  Memel  (f  1844)  setzte
den  Magistrat  daselbst  zum  Universal-Erben  seines  Vermögens  (30,000
Thlr.)  ein,  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  der  Bcrlasscnschaft
(nach  vorgängiger  Berichtigung  von  700  Thlr.  jährlicher  Unterstützungen,
welche  er  einzelnen  Personen  für  ihre  Lebenszeit  ausgesetzt)  für  notorisch ­
  dürftige,  insbesondere  alte,  kranke  oder  gebrechliche  nicht  nicht
arbeitsfähige  Arme  und  nothleidende  Wittwen  und  Waisen,  denen  cs
an  Brot,  Kleidung  und  Obdach  fehlt,  im  Bereiche  der  Stadt  Memel,
des  Kämmereidorfes  Sandwehr  und  der  beiden  Witten  verwendet  werden ­
  sollen.  Die  Vertheiluug  der  Zinsen  hat  in  der  Art  zu  geschehe",
daß  î  den  bezeichneten  Armen  der  Stadt  Memel,  {  den  beiden  Witten, ­
  j  den  Armen  des  Dorfes  Sandwehr  zu  Theil  wird.
Ephraim  Beitel,
Hof-Juwelier  zu  Berlin  (t  1803)  vermachte  ein  Kapital  von  33,333x
        <pb n="734" />
        727

;
.

Thlr.,  von  dessen  Zinsen  ş  zu  religiösen  Zwecken,  zur  Unterstützung  des
Studiums  des  alten  Testaments  und  der  talmudischcn  Wissenschaft  (s.
ketk  ha  Midrasch)  bestimmt  wurde.  Die  Aufsicht  über  diese  Stiftung ­
  hat  das  Provinzial-Schul-Kollegium.  Mit  ş  der  Einkünfte  wurde
eine  Armen-Stiftung  für  arme  kranke  und  alte  Personen  begründet,
und  mit  ş  sollten  bedürftige  Bräute  aus  der  Familie  der  Stifters  und
seiner  Ehegattin  eine  Ausstattung  erhalten.  Die  Verwaltung  befindet
sich  in  den  Händen  dreier  Kuratoren.
Damian  Joseph  Bel  der,
Pfarrer  zu  Holzheim  (Schleiden)  hinterließ  (1860)  der  dortigen  katholischen ­
  Pfarrkirche  mehrere  Legate,  darunter  1000  Thlr.  zur  Unterstützung ­
  schulpflichtiger  Kinder.
Velten,
Dr.  med.,  Hofrath  zu  Bonn,  (+  1835)  leg  irte  der  dortigen  Armen-Freischule
  2000  Thlr.  Kölnisch  (1538  Thlr.  13  Sgr.  10'Pf.).
v.  Veltheim  sches  Stipendium.
Auf  dem  Rittcrgute  Aderstedt  (Ofcherslcbcn)  haften  2000  Thlr.,  von
Marie  v.  Veltheim  1645  zu  einem  Stipendium  für  zwei  Studirendc
protestantischen  Glaubens,  von  denen  jeder  50  Thlr.  erhalten  soll,  legirt.
  Kollator  ist  der  Besitzer  des  der  Familie  v.  Veltheim  gehörigen
Ritterguts  Harbke  (Neuhaldensleben);  die  Verleihung  wird  von  der  K.
Regierung  in  Magdeburg  bestätigt.
Belt  hu  ysenschen  Schnl-Stiftung,
von  dem  Pfarrer  Vclthuysen  zu  Haffen  (Rees)  1839  begründet.
Er  schenkte  den  Armen  der  Gemeinden  Haffen  und  Mehr  Hypotheken-Kapitalien
  im  Betrage  von  2000  und  446  Thlr.  mit  der  Bestimmung,
daß  die  Zinsen  unverkürzt  zur  Besoldung  der  Lehrerin  verwendet  werden ­
  sollten,  welche  der  damals  von  ihm  in  Gemeinschaft  mit  der  Gemeinde ­
  begründeten  Armen-Mädchen-Schule  für  Haffen  und  Mehr  vorstehen ­
  sollte.  Er  setzte  ferner  die  katholische  Armcn-Gemcinde  daselbst
Zum  Universal-Erben  ein  und  bestimmte,  daß  die  Revcnüen  des  nach
Zahlung  der  Legate  verbleibenden  Nachlasses  (6100  Thlr.)  zur  Errichtung
  einer  Frcischule,  zunächst  und  hauptsächlich  für  arme  katholische
Mädchen  der  Gemeinde  verwendet  werden  sollten.
Verein  Berliner  Künstler.
Er  ist  1844  begründet,  um  seine  Mitglieder  und  deren  Hinterbliebene  in
Fällen  von  Hülfsbedürftigkcit  zu  unterstützen,  auch  überhaupt  das  Wohl
der  Mitglieder  durch  freundschaftliches  Zusammenwirken  und  gegenseitige ­
  Hülfe  zu  wahren  und  zu  fördern.  Die  Mittel  des  Vereins  bestehen ­
  in  den  Jahresbeiträgen  der  Mitglieder;  in  dem  Ertrage  von
ķàftlerischen  Unternehmungen,  welche  durch  gemeinsame  Thätigkeit  der
Mitglieder  ins  Werk  gesetzt  werden,  namentlich  in  jährlich  veranstalteten ­
  Weihnachts-Ausstellungen  von  Transparentbildern,  in  Geschenken,
"egaten  und  dergl.  Jeder,  der  selbstständiger  bildender  Künstler  und
m  Berlin  ansäßig  ist,  das  Lebensalter  von  24  Jahren  erreicht  und  das
        <pb n="735" />
        728

von  40  Jahren  noch  nicht  überschritten  hat,  kann  als  Mitglied  aufgenommen ­
  werden.  —  Eintrittsgeld  3  Thlr.,  jährlicher  Beitrag  4  Thlr.
Von  1848  ab  zahlte  der  Verein  die  ersten  Unterstützungen,  im  Jahre
1858  hatte  er  80  Mitglieder  und  ein  Vermögen  von  24,000  Thlr.,
von  welchem  letzteren  16,000  Thlr.  unantastbar  sein  und  8000  Thlr.
zur  Verausgabung  liquide  sein  sollten.  Der  Verein  unterstütz:  auch
Nichtmitglieder  und  deren  Hinterbliebene.  Prof.  Rauch  (t  1858)
wendete  ihm  ein  Vermächtniß  zu,  Maler  Pistorius  (+  1863)  legirte
ihm  1000,  Prof.  Kiß  (-s  1864)  und  seine  Gattin  3000  Thlr.  Direktoren ­
  Ed.  Da  ege,  Ed.  Eich  ens,  A.  Ewald.
Verein  der  Kunstfreunde  im  Preuß.  Staate.
Der  Zweck  dieses  in  Berlin  seit  1825  bestehenden  Vereins  ist  die  Beförderung ­
  der  Kunst  und  die  Verbreitung  des  Antheils  an  derselben.
Er  sucht'  diesen  Zweck  durch  Beförderung  der  öffentlichen  Ausstellung
von  Kunstwerken  und  durch  Bestellung  oder  den  Ankauf  von  Kunstwerken ­
  zu  erreichen,  beschränkt  aber  seine  Thätigkeit  auf  die  Beschäftigung
vaterländischer  Künstler.  Die  in  sein  Eigenthum  übergehenden  Kunstwerke ­
  verloost  er  unter  seine  Mitglieder.  Das  Lokal  des  Vereins  ist
Unter  den  Linden  21.  Vorstand  (1864)  Geh.  Reg.-Rath  Schweder.
Der  Verein  hat  aus  der  v.  S  e  yd  litzscheu  Stiftung  ein  Legat  von
jährlich  69  Thlr.  zu  Prämien.  Vgl.  Preußischer  Kunst-Verein.
Verein  für  das  Wohl  der  arbeitenden  Klassen  zu  Berlin,
1844  gegründet.  König  Friedrich  Wilhelm  IV.  schenkte  für  die  Zwecke
desselben'15,000  und  500  Thlr.,  die  das  Grundvermögen  des  Vereins
bilden.  Vorsitzender  Präsident  Lette.
Verein  für  die  Geschichte  Berlins.
Im  Jahre  1865  begründet,  hat  er  zum  Zweck:  die  Belebung  des  vaterstädtischen
  historischen  Sinnes;  die  Erforschung  und  Bearbeitung  der
früheren  Verhältnisse  der  Stadt  Berlin  in  allen  ihren  Beziehungen  bis
zur  Gegenwart;  die  Erhaltung,  Würdigung  und  Sammlung  tur  Denkmäler ­
  der  altberlinischen  Vorzeit;  die  Anlage  einer  Sammlung  altberlinischer ­
  Reliquien  als  Anfang  eines  in  dem  neuen  Rathhause  anzulegenden ­
  Museum  Berolinense  ;  die  Veranstaltung  öffentlicher  Vorträge
über  Berlinische  Geschichte.  Die  Aufnahme  der  Mitglieder  ist  dem
Vereinsvorstande  (Seydcl,  Krausnick  rc.)  übertragen.  Jedoch  ist
derselbe  verpflichtet,  die  Namen  der  Aufzunehmenden  vier  Wochen  vor
der  Beschlußfaffung  in  einer  ordentlichen  Vereinssitzung  zur  Kenntniß
der  Mitglieder  des  Vereins  zu  bringen.  Ehrenmitglieder  können  auf
den  Vorschlag  des  Vercinsvorstandcs  durch  den  Verein  selbst  ernannt
werden.  Jahresbeitrag  4  Thlr.
Verein  für  die  Goßnerschen  Kleinkinder-Bewahranstalten  zu  Berlin,
s.  Kleinkinder-Bewahranstalteu.  Wittwe  Schauer  geb.  Lo  dz  in  ski
vermachte  (1864)  dem  Verein  ein  Legat  von  500  Thlr.
Verein  für  Geschichte  der  Mark  Brandenburg.
Er  ist  1837  mit  Korporations-Rechten  bestätigt  und  bezweckt  die  Er-
        <pb n="736" />
        729

forschung  und  Bearbeitung  der  früheren  Verhältniße  der  Mark  Brandenburg ­
  und  die  Aufbewahrung  und  Würdigung  der  in  ihr  sich  zerstreut ­
  vorfindenden  Denkmale  der  Vorzeit.  Seine  Arbeiten  erscheinen
in  der  Vereinsschrift  „Märkische  Forschungen".  Jährlicher  Beitrag
3  Thlr.,  wofür  auch  die  Vereinsschrift  gewährt  wird.  Vorsitzender
Riedel.
Verein  für  Pferdezucht  und  Pferde  Dressur  zn  Berlin.
Derselbe  hat  im  Jahre  1828  Korporations-Rechte  erhalten  und  veranstaltet ­
  jährlich  Rennen,  bei  welchen  auch  namentlich  Landwchr-Kavallerie-Pferde
  Theil  nehmen  und  prämiirt  werden.  Staats-Preise  4700  Thlr.
Um  Mitglied  des  Vereins  zu  werden,  muß  man  mindestens  1  Frd'or
jährlichen  Beitrag  zahlen.  Direktorium  v.  Alvenslebcn,  v.  Herlefeld ­
  rc.
Verein  für  religiöse  Kunst  in  der  ev.  Kirche.
Der  Verein  ist  auf  Anregung  des  Kirchentages  von  1851  gestiftet  und
hat  die  Aufgabe,  den  Dienst  der  Knust  für  die  evangel.  Kirche  und
christliches  Leben  zu  fördern  und  zu  vermitteln.  Er  ist  bereit,  stets
mit  Rath  und,  soweit  es  die  beschränkten  Mittel  erlauben,  auch  thätig,
sei  es  durch  Unterstützung,  sei  es  durch  Vermittelung  und  Unterhandlung ­
  mit  Künstlern  und  Fabrikanten,  oder  in  anderer  geeigneter  Welse
mitzuwirken,  sowohl  bei  der  Stiftung  oder  Erhaltung  von  Statuen,
Reliefs,  Gemälden  evang.-christlichen  Inhalts  in  Kirchen,  Schulen  und
andern  öffentlichen  oder  Privatgebäuden,  als  auch  bei  dem  Bau  und
der  Ausstattung  der  Kirchen  selbst,  der  Anlage  von  Altären-»  Kanzeln,
Taufsteinen,  gemalten  Fenstern,  der  Anschaffung  von  Altargeräthen,
Leuchtern  rc.,  bei  den  großesten  wie  bei  den  kleinsten  und  unscheinbarsten
Gegenständen.  Vorsitzender  des  Verein«,  welcher  letztere  im  Jahr  1859
226  Mitglieder  und  1611  Thlr.  Einnahme  hatte,  Schn  a  äse.
Verein  für  Verschönerungen  zu  Berlin.
Er  ist  mit  dem  1.  Januar  1863  ins  Leben  getreten  und  sein  Bestehen
auf  freiwillige  Beiträge  gegründet;  eine  monatliche  Gabe  von  10  Sgr.
berechtigt  zur  Mitgliedschaft.  Vorsitzender  Stadtrath  Risch.
Verein  gegen  die  Vergiftung  durch  Alkohol  zu  Berlin,
von  dem  Prof.  Dr.  Krani  chfeld  gegründet.  Das  erste  Entstehen
desselben  datirt  von  1838.
Verein  junger  Kaufleute  zu  Berlin.
1840  begründet,  bezweckt  er  Belehrung  seiner  Mitglieder  durch  wisienschaftliche
  Vorträge  und  Unterstützung  von  hilfsbedürftig  gewordenen
Mitgliedern  und  hat  900  Theilnehmer.  Vierteljährlicher  Beitrag  1  Thlr.
Der  Verein  hat  eine  Bibliothek  merkantilischer  und  anderer  wtsscnschaftlicher
  sowie  belletristischer  Werke;  ein  eigenes  Vereinslokal  Freite-Straße
  5.)  für  gesellige  Unterhaltung,  endlich  und  hauptsächlich  bietet
er  die  Garantie  einer  monatl.  Beihülfe  von  4—8  Thlr.,  bei  Kondittonslasigkeit
  von  10  Thlr.  nebst  freier  ärztlicher  Behandlung  und  Arznei
ìn  Krankheitsfällen;  erbesitzt  ein  Vermögen  von  31,500  Thlr.,  das  un
        <pb n="737" />
        Depositum  der  Nettesten  der  Kaufmannschaft  niedergelegt  ist;  diese  führen ­
  auch  die  Oberaufsicht  über  die  Verwaltung.  Für  Unterstützungszwccke
  an  Mitglieder  wurden  im  Jahre  1863  926  Thlr.,  an  Nicht-Mitglieder
  265  Thlr.  verausgabt.  Für  52  Vorlesungen  wurden  878
Thlr.,  für  die  Bibliothek  114  Thlr.  verwendet.  Durch  das  Konnt«
des  Vereins  für  Stellen-Vermittelung  wurden  von  139  eingetragenen
stellenlosen  Mitgliedern  39  und  von  117  Nicht-Mitgliedern  7,  im  Ganzen ­
  46  placirt.  Vgl.  Viktoria-  und  Friedrich-Wilhelms-Stiftung.
Verein  zur  Beförderung  der  Kleinkinder-Bewahr-Anstalten  in  Berlin.
Er  hat  den  Zweck,  die  Errichtung  von  Anstalten  zur  Ausnahme  kleiner
Kinder,  welche  noch  nicht  das  schulpflichtige  Alter  erreicht  haben,  sowohl
in  der  Residenz  als  außerhalb  derselben  zu  befördern,  und  auf  diesem
Wege  für  eine  christliche  Erziehung  der  Jugend  aus  den  ärmeren  Ständen ­
  nach  dem  Umfange  seiner  äußern  Mittel  mitzuwirken.  Dieser  Aufgabe ­
  hat  er  dadurch  zu  entsprechen  gesucht,  daß  er  12  Anstalten  neu
gegründet  und  5  schon  bestehende  Anstalten  übernommen  hat.  Nach
dem  Statut  vom  29.  December  1842  steht  der  Verein,  welcher  Korporations-Rechte ­
  erhalten  hat,  unter  Aufsicht  des  Provinzial-Schul-Kollegii.
  Seine  Fonds  bilden  sich  aus  milden  Beiträgen,  Vermächtnissen ­
  und  Geschenken;  wer  ein  für  allemal  10  Thlr.  oder  einen  fortlaufenden ­
  monatlichen  Beitrag  zahlt,  ist  Mitglied  des  Vereins.  An
Beiträgen  kommen  jährlich  4700  Thlr.  ein.  Einnahme  und  Ausgabe
betragen  im  Ganzen  etwa  8000  Thlr.  jährlich;  angesammelt  ist  ein
Vermögen  von  etwas  über  4000  Thlr.  Jede  Anstalt  hat  männliche
und  weibliche  Erzieher,  für  welche  ein  Pensions-Fonds  (s.  d.  a.)  begründet ­
  ist.  Protekterin  des  Vereins  ist  die  Königin  Elisabeth,  Vorsitzender ­
  W  e  st  p  h  a  l.  Vgl.  Kleinkindcr-Bcwahranstaltcn,  Central-Fonds,
Pensions-  und  Jnvaliden-FondS  rc.
Verein  zur  Beförderung  des  Gartenbaues  in  den  Preußischen  Staaten.
Der  Verein  besteht  seit  1822  und  verdankt  sein  Entstehen  hauptsächlich
den  Bemühungen  des  Geh.  Ober-Finanzrath  Ludolfs  und  des  Ministers ­
  v.  Al  ten  stein.  Nach  den  revidirtcn  Statuten  von  1857  soll  er  den
Gärtnern  und  Liebhabern  durch  Belehrung  nützlich  zu  werden  suchen,
auch  Behörden  und  Individuen,  welche  sein  Urtheil  oder  seinen  Rath
wünschen,  solchen  ertheilen,  desgleichen  sich  angelegen  sein  lasten:  neue
fremde  Getreide-Arten,  Futter-  und  Handelskräuter  zu  vervielfältigen,
um  solche  den  Landwirthen  zu  weiteren  Versuchen  darzureichen;  endlich
soll  derselbe  Gegenstände  zur  Preisbewerbung  bringen  und  durch  Bekanntmachung ­
  von  Schriften  diese  Zwecke  zu  erreichen  sich  bestreben.
Im  Jahre  1844  hatte  er  ein  Vermögen  von  4150  Thlr.  Der  Verein ­
  besteht  aus  anwesenden  und  auswärtigen  wirklichen,  desgleichen  aus
korrespondirendcn  Mitgliedern  im  Auslande,  sodann  aus  Ehren-Mitgliedern.
  Durch  jährliche  Wahl  aus  den  in  Berlin,  Charlottenburg
und  Potsdam  wirklich  anwesenden  Mitgliedern  bildet  derselbe  Ausschüße
u)'für  Obst,  Gemüse,  Handels-  und  Nutzpflanzen,  b)  für  die  Erziehung
der  Blumen  und  Ziergewächse  und  Treibereien,  c)  für  die  bildende
        <pb n="738" />
        Gartenkunst  und  Gehölzzucht.  Vorsitzender  Geh.  Ober-Regierungs-Rath
Knerk.
Verein  zur  Beförderung  des  Schulbesuchs  armer  Kinder  in  Berlin.
Die  Statuten  dieses  Vereins  fyxb  von  1828.  Sein  Zweck  ist  Verabreichung ­
  von  Lehrmitteln  und  Kleidungsstücken  an  solche  arme  Kinder,
deren  Eltern  oder  Mütter  nicht  von  der  Kommune  laufend  unterstützt
werden  und  ohne  jene  Unterstützung,  die  von  der  Kommune  bewilligte
Wohlthat  des  freien  Elementar-Unterrichts  in  einer  Tagesschule  gar
nicht,  oder  höchst  unvollkommen  zu  benutzen  im  Stande  wären.  Die
Mittel  dazu  bestehen  in  freiwilligen  Geldbeiträgen.  Der  Verein  steht
in  Verbindung  mit  der  Armen-Direktion,  erhielt  mehrere  Legate  und
(im  Jahr  1862)  aus  dem  Be  th  g  eschen  Nachlasse  9368  Thlr.
Verein  zur  Besierung  der  Strafgefangenen  in  Berlin.
Er  ist  im  Jahr  1827  für  die  östlichen  Provinzen  des  Staats  zusammengetreten, ­
  besitzt  Korporations-Rechte  und  Portofrciheit  und  bezweckt
sowohl  die  moralische  Besierung  der  iu  den  Straf-Anstalten  sich  befindenden ­
  Verbrecher,  als  auch  Fürsorge  für  die  entlassenen  Gefangenen,
um  diese  vor  Rückfällen  zu  bewahren.  Er  hat  ausser  dem  Beirathe  für
Gründung  und  Pflege  besonderer  Vereine  in  den  andern  Provinzen  seine
unmittelbare  Thätigkeit  auf  die  Provinz  Brandenburg,  insbesondere  auf
die  Stadt  Berlin  beschränkt  und  hier  u.  A.  eine  Zufluchtsstätte  für
aus  der  Haft  entlassene  jugendliche  Sträflinge  angelegt.  Zu  den  dem
Vereine  gewordenen  Zuwendungen  gehört  das  Vermächtniss  der  Geh.-Räthin
  Ürsinus  von  1836  im  Betrage  von  500  Thlr.,  welches  dem
Vereine  in  dem  Testamente  v.  d.  Glatz  3.  März  1829  ausgesetzt
ward,  „da  ich  25  Jahre  hindurch  Gelegenheit  hatte,  zu  bemerken,  wie
nützlich,  ja  nöthig  ein  solcher  Verein  sei,  um  wenigstens  die  einzelnen,
mehr  verirrten,  als  verderbten  Individuen  zu  retten".
Verein  zur  christlichen  Fürsorge  für  jüdische  Proselyten  in  Berlin.
Veranlaßt  durch  die  Roth,  in  welche  oft  Proselyten  durch  ihren  Uebertritt
  zum  Christenthum  gerathen,  ausgestoßen  aus  ihrer  Familie,  verlassen ­
  von  ihren  früher'en  Glaubensgenossen  und  von  den  Ehristcn  mit
Vorurtheil  und  Mißtrauen  angesehen,  hat  sich  dieser  Verein  im  Jahre
1829  gebildet.  Seine  Statuten  sind  vom  November  1836,  mit  deren
Bestätigung  dem  Verein  zugleich  Korporations-Rechte  ertheilt  sind.  Die
jährlichen  Einnahmen  und  Ausgaben  belaufen  sich  auf  etwa  800  Thlr.
Vorsteher  des  Vereins  Geh.  Juftizrath  Fockc.
Verein  znr  Erziehung  sittlich  verwahrloster  Kinder  in  Berlin.
Dieser  Verein,  dessen  Statikten  unterm  10.  März  1825  die  Allerh.
Genehmigung  erhielten,  eröffnete  (Tcmpelhofcr  Ufer  1.)  am  1.  Mal
1825  ein  Erziehungshaus  für  sittlich  verwahrlosetc  Knaben  und  davon
getrennt  am  1.  Mai  1828  ein  ErziehungshauS  für  Mädchen.  Im
ersteren  werden  die  Zöglinge  zn  Handwerkslehrlingen  rc.,  nn  letzteren  zu
Dienstmädchen  ausgebildet.  Beide  Anstalten  werden  grosstentheuS  durch
freiwillige  Beiträge  unterhalten  und  enthielten  am  1.  April  1864  62
        <pb n="739" />
        732

Knaben  und  30  Mädchen.  Für  36  Zöglinge  zahlte  die  Kommune  im
Jahre  1861  je  48  Thlr.  und  zu  den  Kosten  der  Ausstattung  bei  der
Entlassung  je  10  Thlr.  Der  Verein  hat  bedeutende  Geschenke  und
Vermächtnisse  schon  1834  von  dem  Stadrath  Hollmann  u.  A.  erhalten, ­
  so  daß  er  bereits  1846  ein  Kapitkl-Vermögen  von  etwa  100,000
Thlr.  besaß;  in  letzter  Zeit  kam  dazu  das  B  e  t  h  g  e  sche  von  14,000  Thlr.,
das  des  Weinhändlers  De  del  von  80,000Thlr.  u.  s.  w.  Im  Jahre
1863  sind  die  Grundstücke  am  Tempclhofer  Ufer  zur  Veräußerung  ausgeboten
  und  die  Erzichungshäuser  werden  später  in  die  neuen  Gebäude
(Johanniter-Straße)  verlegt.  Diese  Gebäude  sind  zur  Aufnahme  von
80  Mädchen  und  120  Knaben  mit  einem  Kosten-Aufwande  von  200,000
Thlr.  eingerichtet.  Vorsitzender  des  Vereins  Präsident  Camphausen.
—  Es  besteht  bei  der  Anstalt  ein  Fonds  unter  dem  Namen  Semmler-Bu
  ssescher  Fonds,  die  Zinsen  werden  alljährlich  dazu  verwendet,
nach  Bestimmung  seiner  Stifter,  drei  schön  eingebundene  Exemplare
des  Berliner  Gesangbuches  anzukaufen  und  an  die  würdigsten  Zöglinge
als  Prämien  am  Charsreitrag  zn  vertheilen.  Andere  Wohlthäter,  Gönner ­
  und  Freunde  der  Anstalt  haben  diesen  dreien  noch  einige  weitere
Exemplare  hinzugefügt.
Verein  zur  Erziehung  verlassener  Kinder  weiblichen  Geschlechts  in  Berlin.
Im  Frühjahr  1857  begründet,  begann  er  seine  Thätigkeit  damit,  von
den  ihm  zugewiesenen  Kindern  die  unglücklichsten  bei  Familien  in  der
Hauptstadt  unterzubringen.  Im  Herbst  1858  eröffnete  er  mit  den  so
untergebrachten  acht  Kindern  seine  auf  dem  für  10,000  Thlr.  erworbenen ­
  hinteren  Grundstücke  Potsdamer-Straße  119.  errichtete  Anstast,
welche  nach  dem  jahrelangen  Bewohner  deffelben,  Prediger  Goßner,
die  bisherige  Benennung  „Goßners  Haus"  beibehalten  hat.  Im
Jahre  1859  wurden  von  einem  Ehepaar  zwei  Freistellen  unter  dem
Namen  der  „Margarethen-Stiftung"  mit  3000  Thlr.  begründet;  daö
Kapital  wird  einstweilen  verzinset  und  erst  nach  dem  Tode  der  Stifter
gezahlt.  Nach  dem  Jahresberichte  für  18“-±-  befanden  sich  29  Kinder  in
der  Anstalt;  in  Familien  untergebracht  waren  außerdem  7  Kinder  und
zwar  5  außerhalb  Berlins  gegen  Zahlung  des  vollen  Pflegegeldes,  2
in  Berlin  gegen  Zahlung  eines  Verpflegungszuschusses.  Die  Ausgabe
belief  sich  auf  5138  Thlr.  Vorsitzender  des  Vereins  ist  General-Superintendent ­
  Dr.  Hoffmann.
Bercin  zur  Förderung  Moonschen  Blinden-UnterrichtS.
Er  besteht  seit  dem  August  1860  unter  dem  Vorsitz  des  General-Superintendenten ­
  I)r.  Hoff  mann  und  hat  den  Zweck,  den  in  Berlin
außerhalb  der  geschlossenen  Anstalt  wohnenden  Blinden,  vornämlich  den
Erwachsenen,  im  Lesen  nach  der  M  o  on  scheu  Blindenschrift,  die  aus  wenigen, ­
  einfachen,  dem  Tastsinn  der  Blinden  sehr  leicht  faßlichen  Zeichen
besteht,  durch  einen  blinden  Lehrer  Unterricht  ertheilen  zu  lassen,  und
geeignete,  nach  diesem  System  gedruckte  Schriften,  sowohl  geschenk-  als
leihweise  unter  sie  auszutheilen.  Den  meist  armen  und  vielfach  geistig
verwahrlosten  Blinden  der  Stadt  werden  auch  mancherlei  Unterstützun-
        <pb n="740" />
        733

gen,  Weihnachtsgaben  re.  zu  Theil;  ein  NLH-Verein  sorgt  für  das
diesfällige  Bedürfniß;  unter  der  Leitung  eines  erblindeten  Musiklehrers
sind  etwa  20  Blinde  zu  einem  Gesang-Vereine  zusammengetreten,  während ­
  ein  blinder  Lehrer  allwöchentlich  30  bis  40  Blinde  zu  gemeinsamer ­
  Erbauung  versammelt.
Bercin  zur  Fürsorge  für  erwachsene  Blinde  in  Berlin.
Er  besteht  seit  dem  1.  Januar  1854  und  beschäftigt  sich  im  Anschluß
an  die  königliche  Blinden-Anstalt  damit,  für  das  weitere  geistige  und
leibliche  Fortkommen  erwachsener  Blinden  sowohl  in  einer  eigendS  für
sie  gegründeten  Anstalt,  als  auch  außerhalb  derselben  nach  Maßgabe
seiner  Mittel  Sorge  zu  tragen.  Zu  diesem  Behuf  werden  die  aufgenommenen
  Blinden  von  einem  besonderen  Arbeitslehrer  in  einem  ihrer
Fähigkeit  angemesienen  Arbeitszweige  unterrichtet,  durch  dessen  Betrieb
sie  später  im  Stande  sind,  sich  ihr  Fortkommen  ganz  oder  theilweise
selbst  zu  verschaffen.  Sie  befinden  sich  zu  diesem  Behuf  ein  bis  zwei
Jahre  in  der  Anstalt  und  werden  dann  mit  einem  Zeugniß  über  ihre
Führung  und  ihre  Fähigkeit  entlassen,  behalten  jedoch  auch  ferner  an
bent  Verein  eine  Stütze  für  ihr  geistiges  und  materielles  Fortkommen.
Der  Verein  erhielt  mehrere  Zuwendungen;  so  5000  und  2000  Thlr.
vom  Stadtrathe  Hollmann.  Die  Stadt  Berlin  zahlt  5  Thlr.
monatlich  für  jeden  der  Vereins-Anstalt  überwiesenen  Zögling  der
Kommune.  Vgl.  Blinden-Anstalt  zu  Berlin.
^Verein  zur  Unterstützung  hülfsbedürftiger  Christen  aus  Israel.
Vorsitzender  dieses  Berliner  Vereins  Prediger  Ur.  Klee.  Der  vor
einigen  Jahren  gestiftete  Verein  hatte  1862  in  Predigt-Kollekten,  durch
Beiträge  bereits  10,323  Thlr.  eingenommen  und  zur  Pflege  von  Proselyten
  und  zu  ähnlichen  Zwecken  2872  Thlr.  ausgegeben.  Um  ein
Missionshaus  für  verlassene  verstoßene  Christen  aus  Israel,  für  Durchreisende, ­
  für  arme  Kranke  zu  gewinnen,  wurde  das  Haus  Wilhelmsstr.
Nr.  132.  für  42,000  Thlr.  angekauft  und  auf  demselben  an,  28.  Juli
1863  der  Grundstein  zum  Bau  der  „Christus-Kirche"  gelegt.  Neben
der  Kirche  besteht  ein  Missionshaus,  eine  Schule  und  ein  Asyl  für  verstoßene
  Proselyten.
Verein  zur  Unterstützung  hülfsbedürftiger  deutscher  Buchhändler  rc.
Der  Verein  giebt  jährlich  3—4000  Thlr.  an  Unterstützungen  aus  und
hat  einen  Reserve-Fonds  von  8000  Thlr.  Vorstand  (1863)  Buchhändler
Mittler  zu  Berlin.
Verein  zur  Unterstützung  jüdischer  Lehrer  in  Preußen.
In  den  1850s  Jahren  begründet,  bezweckt  er  die  Aufhülfe  der  jüdischen
Lehrer  und  ihrer  Hinterbliebenen.  '  Im  Jahre  185U  wurden  62j  Thlr.
an  Unterstützungen  bewilligt;  Vereins-Vermögen  5000  Der
Verein  hatte  331  Mitglieder,  sämmtlich  in  Berlin.  Vorsitzender  I.
Löwenhcrz,  Schriftführer  Piek.
Verein  zur  Verpflegung  armer  Wöchnerinnen  in  Berlin.
Im  Jahre  1836  gegründet,  unterstützt  er  dürftige  Ehefrauen  ohne  Un-
        <pb n="741" />
        734

terschied  der  Religion,  in  der  Stadt  und  dem  zu  ihr  gehörigen  Stadtbezirke, ­
  auch  Wittwen;  unverheirathete  Frauenzimmer  sind  ausgeschlossen.
Mitglied  ist  jede  Dame,  die  einen  jährlichen  Beitrag  entrichtet,  oder
durch  Natural-Verpflegung  oder  sonstige  Unterstützung  mindestens  auf
ein  Jahr  ihre  Theilnahme  zusichert.  Im  Jahre  1862  wurden  2111
Wöchnerinnen  14  Tage  lang  durch  Suppen  verpflegt,  wovon  641  durch
wohlthätige  Damen  und  1470  durch  die  Suppen-Anstalten.  Der  Verein ­
  der  letztern  veranstaltet  jährlich  eine  Ausstellung  für  wohlthätige
Zwecke  und  deckt  dadurch  seine  Bedürfnisie.  Vorsitzende  Stadräthin
Reime  r.
Bercin  für  den  Bau  der  Marien-Kirche  zu  Aachen.
Er  richtet  seine  Thätigkeit  auf  Förderung  dieses  Baues  und  befaßt  sich
insbesondere  mit  Ansammlung  der  Bau-Fonds.  Bis  zum  Jahre  1862
waren  auf  den  Ban  bereits  über  100,000  Thlr.  verwendet  worden.  Die
Bau-Fonds  bilden  sich  durch  freiwillige  Beiträge  der  Bürgerschaft,  testamentarische ­
  Zuwendungen  und  aus  dem  Ertrage  öffentlicher  Verloosungen.
  Die  Kosten  der  Orgel  werden  durch  Konzerte,  welche  die  Gesang-Gesellschaft ­
  Konkordia  veranstaltet,  aufgebracht.
Verein  christlicher  Kaufleute  zu  Breslau.
Eine  feit  Jahrhunderten  bestehende  Gesellschaft  (Collegium  mercatorum
etc.),  die  im  Jahre  1858  die  Rechte  der  juristischen  Person  und  den
jetzigen  Namen  erhalten  hat.  Der  Verein  besteht  aus  deu  bis  dahin
bei  der  kaufmännischen  Korporation  zu  Breslau  ausgenommen#  Kaufleuten ­
  und  Fabrikanten.  Sein  Zweck  ist:  a)  die  Erhaltung  des  auf
die  Namen  theils  der  Kaufmannschaft  zu  Breslau,  theils  der  kaufmännischen ­
  Korporation  zu  Breslau,  theils  der  kaufmännischen  Armenkaffe
zu  Breslau  erworbenen  eigenthümlichen  Vermögens;  b)  die  Verwaltung
der  ihm  zugetheilten  wohlthätigen  Anstalten,  und  c)  Unterstützung  seiner
hülfsbedürftig  gewordenen  Mitglieder.  Dem  Verein  kann  jeder  Kaufmann ­
  beitreten,  der  ein  Handels-  oder  Fabrikgeschäft  in  Breslau  betreibt ­
  und  einer  christlichen  Konfession  angehört.  In  der  Verwaltung
des  Vereins  befinden  sich  folgende  wohlthätige  Anstañrn:  1)  das  Johann ­
  Se  lenk  esche  Institut  für  alte  und  verarmte  Kaufleute  aus  Breslau; ­
  2)  die  Kreischmersche  Posteritäts-Armen-Fundation;  3)  die
Stiftung  des  Kaufmanns  Milde  zur  Errichtung  einer  Freischule  für
arme  Kinder;  4)  die  von  Pathe  dem  Selenkeschen  Institut  und  der
Mildeschen  Freischule  mit  à  200  Thlr.  vermachten  Legate;  5)  die
Stiftung  des  Kaufmanns  Mose  zur  alljährlichen  Feier  einer  großen
Kirchen-Musik;  6)  die  Stiftung  mehrerer  Kaufleute  zur  Beförderung
des  Spiels  auf  der  großen  Orgel  bei  St.  Elisabeth;  7)  die  Stiftung
der  verw.  Kommerzien-Räthin  Hielscher,  geb.  Menzel,  zur  Unterstützung ­
  von  5  Kaufmanus-Wittwen  und  5  Prediger-  oder  Schullehrer-Wittwen;
  8)  die  Stiftung  des  Kaufmanns  H  elfer  zur  Unterstützung  von
Nothleidenden;  9)  die  Stiftung  der  Eleonore  Charlotte  v.  Pachaly
zur  Unterstützung  von  5  Personen  weiblichen  Geschlechts  vom  adligen
Stande  und  eben  so  vieler  Personen  weiblichen  Geschlechts  vom  bür-
        <pb n="742" />
        735

gerlichen  Stande;  10)  die  Stiftung  des  Kaufmanns  Biehler  zur  Unterstützung ­
  armer  Kaufmanns-Wittwen  oder  verunglückter  Kaufleute;
11)  die  Stiftung  des  Handelsmannes  Freyer  zu  Stipendien  für  arme
Studirende;  12)  die  Stiftung  der  Kaufmann  Jäschke,  geb.  Fischer,
zur  Unterstützung  einer  bedürftigen  ìtaufmauns-Wittwe;  13)  die  Stiftung ­
  des  Kaufmanns  Steyer  zur  Unterstützung  von  20  armen  Kaufmanns-Wittwen; ­
  14)  die  Stiftung  des  Kommerzien-Raths  Brecher
zur  Unterstützung  armer  ev.  Wittwen  und  armer  Schüler  bei  Elisabeth;
15)  die  Stiftung  der  Kaufmann  Greppi,  geb.  Salice,  zur  Unterstützung ­
  einer  armen  Kaufmanns-Wittwe;  10)  die  Stiftung  der  verw.
Kommerzien-Rath  Stempelt,  geb.  Hayn,  zur  Unterstützung  von  4
hilfsbedürftigen  Kaufmanns-Wittwen;  17)  die  Stiftung  der  verw.  Geh.
Kommerz.-Räthin  Sch  lu  tins,  geb.  Wahl,  zur  Unterstützung  von  20
armen  Kaufmanns-Wittwen;  18)  die  Stiftung  des  Kaufmanns  Schmidt
zur  Unterstützung  für  arme  Handelsleute,  deren  Wittwen  oder  Kinder;
19)  die  Stiftung  des  Tuchbereiter-Aeltestcn  Lichtstab  zur  jährlichen
Bertheilung  an  200  HauSarme;  20)  die  Stiftung  des  Kaufmanns  Schlesinger ­
  zur  Unterstützung  von  4  armen  Kaufmanns-Wittwen;  21)  die
Stiftung  des  Kaufmanns  Fischer  zur  Unterstützung  30  bedürftiger
Personen  christlicher  Religion;  22)  die  Stiftung  des  Sensals  Fraustädter ­
  zur  jährlichen  Bertheilung  au  4  arme  christliche  Sensale  oder
Kauflnanns-Wittwen;  23)  die  Stiftung  der  verw.  Raffinerie-Direktor
Kunze,  geb.  Weiß,  zur  jährlichen  Bertheilung  an  5  verarmte  Kauf-Manns-Wtttwen;
  24)  die  Stiftung  des  Kaufmanns  Andrea?  Krifchke
Zur  Unterstützung  nothlcidender  Handlungsverwandter.  —  Zu  dem
Eigenthum  des  Vereins  gehött  auch  der  Zwinger-Garten  mit  der  Inschrift: ­
  Mercurio  teli»  jocanti.
Perein  für  den  Unterricht  und  die  Erziehung  Taubstummer  zu  Breslau.
Er  begründete  die  dortige  Taubftummen-Anstalt  (f.  d.).  Der  Handlungs-Disponent ­
  Zahn  (t  1863)  legirte  demselben  2000  Thlr.
Verein  für  Wöchnerinnen  zu  Breslau.
1817  gestiftet,  um  durch  monatliche  Beiträge  nicht  allein  arme  (in  den
Hospitälern  nicht  untergebrachte)  jüdische  Wöchnerinnen  während  ihres
Wochenbettes  mit  Geld  zu  unterstützen,  sondern  auch  die  neugeborenen
Kinder  mit  Wäsche  zu  versorgen.  Im  Jahre  1839  zahlte  derselbe  270
Thlr.  als  Unterstützung  an  39  Wöchllerinnen,  und  hatte  einen  Kapital-Fonds
  von  2400  Thlr.  Die  Rechnungen  des  Vereins  werden  von
dem  Vorstande  der  Kranken-Verpflcgungs-Anstalt  revidirt,  welcher  auch
zwei  Frauen  zu  Vorsteherinnen  des  Vereins  erwählt.
Verein  zur  Erziehung  hlllfloser  Kinder  in  Breslau.
Tiefer  unter  dem  Vorsitze  des  Propstes  Schmeidlcr  1850  begründete ­
  Verein  hat  den  Zweck,  hülflosen  dortigen  Kindern  vom  4ten  Jahre
an  eine  über  die  Konfirmation  hinauSdauerudc  Erziehung  zu  geben.
Der  Verein  berücksichtigt  dabei  Kinder  aller  Religions-Gesellschaften,
giebt  sie  zunächst  bei  achtbaren  Familien  in  Pstege,  schickt  sie  sodann
        <pb n="743" />
        736

in  die  Schule,  bringt  sie  in  Dienst  oder  Lehre  und  steht  ihnen  nöthigcufalls
  bis  zu  ihrer  Volljährigkeit  zur  Seite.  Der  Rechnungs-Abschluß
für  das  Jahr  1863  ergab  eine  Ausgabe  von  3827  Thlr.  und  einen
Bestand  von  690  Thlr.  baar  und  4464  Thlr.  in  Effekten.  Der  Verein ­
  hat  an  600  Mitglieder,  wird  von  der  Stadt  und  den  Provinzial-Ständen
  unterstützt  und  hat  109  Kinder  in  Pflege  und  Erziehung.
Partikulier  Aug.  Oswald  zu  Schmolz  legirte  ihm  (1862)  400  Thlr.
Bercin  zur  sittlichen  Hebung  weiblicher  Dienstboten  in  Breslau.
1855  auf  Anregung  des  Kuratus  Schneider  zusammengetreten  zu
dem  Zweck,  dem  sittlicheu  Verderben  unter  den  weiblichen  Dienstboten
zu  steuern  und  namentlich  dem  unheilvollen  Schlafstellen-Aufenthalt  zu
begegnen.  Vgl.  Marien-Stift.
Verein  für  arme  und  verwahrloset  Kinder  zu  Brieg.
Derselbe  unterhält  eine  Kleinkindcrbewahr-Anstalt,  in  welcher  etwa  60
Kinder  Aufnahme  finden.  Das  Lokal  der  Anstalt  ist  für  städtische
Rechnung  gemiethet  und  dem  Verein  überwiesen.  Die  jährliche  Einnahme ­
  des  letzteren  beträgt  an  400,  die  Ausgabe  250  Thlr.
Verein  zur  Unterstützung  der  Wittwen  und  Waisen  verarmter  Bürger  und
Kommunal  Beamten  in  Brieg.
Die  Mitglieder  zahlen  einen  monatlichen  Beitrag  und  nehmen  dafür
an  den  Wohlthaten  des  Vereins  Theil.  Dieser  hatte  Ende  1861  ein
Vermögen  von  4643  Thlr.  Jährliche  Beiträge  der  Mitglieder  80
Thlr.  Die  von  ihm  gewährten  Unterstützungen  beliefen  sich  1861  auf
275  Thlr.
Verein  zur  Abschaffung  der  Kinderbettelei  in  Bunzlau.
Im  Jahre  1852  zusammengetreteu,  begründete  er  eine  Spinn-  und
Arbeits-Schule,  welche  in  den  Winter-Monaten  200—250  Kinder  in
3  verschiedenen  Lokalen  vorzugsweise  mit  Spinnen  und  Stricken  beschäftigt. ­

Verein  zur  Bekleidung  der  Nackten  in  Ezarnikau.
Ein  Lokal-Verein,  am  15.  Oktober  18^0  von  den  Lehrern  Löwenberg
  und  Löwenthal  innerhalb  der  israelitischen  Gemeinde  begründet.
Verein  zur  Errichtung  von  Kleinkinderbewahr-Anstalten  in  Danzig,
im  Jahre  1838  zusammengetreten.  Nach  dem  Statut  vom  20.  September ­
  1842  sollten  die  ärmsten  Kinder  in  der  Anstalt  unentgeltlich
gespeiset  werden,  minder  nothleidenden  Eltern  es  aber  freistehen,  den
Kindern  in  derselben  täglich  für  eine  kleine  Vergütung  Mittagessen  zu
verschaffen.  Der  Verein  hat  unter  dem  6.  Novcntber  1843  beschränkte
Korporations-Rechte  erhalten.
Verein  der  heiligen  Elisabeth  zu  Esten.
Ein  1860  begründeter  katholischer  Franen-Vercin  mit  einem  Geistlichen
als  Direktor  und  einer  Vorsteherin.  Der  Zweck  ist  Pflege  der  Armen
und  Kranken  und  Hülfe  in  geistiger  und  leiblicher  Noth.
        <pb n="744" />
        Aerein  zur  Unterstützung  in  der  Schlacht  bei  Belle-Alliance  invalide  gewordener
deutscher  Krieger.
Derselbe  hat  seinen  Sitz  zu  Frankfurt  a.  M.  und  zahlt  jährlich  220
Thlr.  zur  Vertheilung  an  preußische  Invaliden.  Letztere  erfolgt  in
Raten  von  10  Thlr.  durch  das  Kriegs-Ministerium.
Verein  für  das  Wohl  der  arbeitenden  Klassen  zu  Frankfurt  a.  O.
Er  trat  1848  zusammen  und  erhielt  die  beschränkten  KorporationsRechte; ­
  1858  betrug  das  Vermögen  des  Vereins  6159  Thlr.,  welches
durch  Ansammlung  der  regelmäßigen  Beiträge  entstanden  ist.  Seine
Wirksamkeit  bestand  1)  in  Gewährung  von  Vorschüssen  bis  zu  30  Thlr.  ;
2)  in  Bürgschafts-Darlehnen  bis  zn  300  Thlr.;  3)  in  Darlehnen
gegen  Pfand;  4)  in  Wechsel-Darlehnen.  Der  Gesamnlt-Betrag  der
ausgeliehenen  Gelder  belief  sich  auf  38,878  Thlr.  Außerdem  ist  von
dem  Verein  ein  Spar-Jnstitut  errichtet.
Verein  zur  Besserung  jugendlicher  Verbrecher  in  Frankfurt  a.  O.
Von  einigen  Mitgliedern  der  Regierung  und  des  Ober-Landcsgerichts
unter  Zutritt  von  Einwohnern  des  Reg.-Bezirks  Frankfurt  im  Jahre
1844  zur  Besserung  jugendlicher  Verbrecher  in  diesem  Bezirke  gebildet.
Die  Statuten  haben,  bei  gleichzeitiger  Verleihung  der  beschränkten  Korporations-Rechte, ­
  1844  die  Königliche  Bestätigung  erhalten.
Verein  zur  Unterstützung  hülfsbedttrftiger  Gymnasiasten  im  Neg.-Bezirk
Frankfurt.
Der  Verein  hat  sich  1821  gebildet  und  besaß  Ende  1861  ein  Kapital-Vermögen
  von  4450  Thlr.,  von  dessen  Zinsen  200—260  Thlr.  jährlich ­
  zu  Unterstützungen  verwendet  werden.
Verein  zur  Erziehung  sittlich  verwahrloster  Kinder  in  Görlitz.
Von  dem  Landrathe  v.  Oertz  cn  im  Jahre  1836  gestiftet.  Die  Kinder
wüssen  der  preußischen  Oberlausitz  angehören  und  dürfen  nicht  über
14  Jahre  alt  sein;  die  Konfession  macht  keinen  Unterschied.  Vgl.
Rettungshaus  zu  Görlitz  und  Ackerbau-Schule  zu  Siebenhufen.
Verein  für  sittlich  verwahrlosete  Kinder  zn  Goldberg.
Derselbe  besteht  seit  1830  und  war  der  erste  Verein  dieser  Art  in
Schlesien.  Er  erhielt  mehrere  Zuwendungen.  Vgl.  Rettungs-Anstalt
ZU  Goldberg,  Pauline  Kretschmer  rc.
Verein  für  christliche  Armen-  und  Krankenpflege  zu  Greiffenberg  (in  Pommern).
1849  zusammengetreten,  besteht  er  aus  den  beiden  Geistlichen  des  Orts
und  12  Bürgern  und  hat  Korporations-Rechte.  Zu  seinen  mildthätigen
Werken  gehört  die  1850  erfolgte  Herstellung  eines  Rcttungshauses,  in
welchem  Kinder  armer  Eltern  ganz  oder  halb  freie  Aufnahme  finden
Die  ganz  freie  Aufnahme  besteht  in  vollständiger  Bekleidung,  Beköstigung ­
  und  Obdach,  die  halbfreie  in  Beköstigung  und  auch  wohl  in  Belleidung, ­
  während  das  Kind  im  elterlichen  Hause  schläft.  Für  einzelne
Binder  wird  von  der  Stadt  ein  Pflegcgeld  von  12—18  Thlr.  gezahlt.
Die  Zahl  der  Aufgenommenen  beträgt  20—40.
Preufi.  tztindbuch.

47
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        738

Verein  zur  Verpflegung  kranker  Studirender  in  Greifswald.
Studircnde,  welche  beitrelen,  zahlen  jährlich  15  Sgr.  ;  sonst  werden  die
Unterstützungen  auch  unbemittelten  jungen  Leuten  zu  Theil.  Der  Fonds
besteht  hauptsächlich  ans  einem  von  dem  Syndikus  Dr.  Eichstedt  gestifteten, ­
  durch  Andere  vermehrten  Kapital.  Der  Verein  hat  eine  Speise-Anstalt
  und  der  Vorstand  besteht  aus  dem  Rektor,  den  Aerzten  und
dem  Quästor.  (Koch  II.  890.)
Verein  zur  Fürsorge  für  arme  verlassene  Kinder  zu  Gumbinnen.
Mit  172  Mitgliedern.  Er  hat  ein  eigenes  Haus  und  unterhält  darin
eine  Kleinkinderbewahr-Attstalt,  die  von  70  Pfleglingen  besucht  wird.
Die  Kosten  werden  durch  milde  Beiträge,  den  Ertrag  wissenschaftlicher
Vorlesungen  rc.  aufgebracht.  Die  Anstalt  erhielt  am  28.  Januar  1862
die  beschränkten  Korporations-Rechte.
Verein  zur  Erbauung  von  Familien-Wohnungen  in  Halle.
Er  verwendet  Privatmittel  zu  dem  Zweck,  hülfsbcdürftigen  Einwohnern
durch  Erbauung  von  Häusern  gesunde  und  billige  Mieths-Wohnungen
zu  beschaffen.  Er  erhielt  am  8.  Jan.  1851  die  Rechte  einer  moralischen
Person.  Im  Jahre  1853  bestand  sein  Vermögen  in  zwei  zur  Aufnahme ­
  von  24  Familien  dienenden  Häusern,  deren  Herstellung  9036
Thlr.  gekostet  hatte.
Verein  für  innere  Mission  zu  Höxter.
Innerhalb  der  ev.  Gemeinde  bestehend,  hat  er  in  den  vierziger  Jahren
eine  Kleiukindcrbewahr-Anstalt  und  eine  Rettungs-Anstalt  für  verwahrlosete
  erwachsene  und  halberwachsene  Gemeinde-Mitglieder  begründet.
Er  ist  im  Besitz  eines  eigenen  Grundstücks,  hat  einen  Fonds  und  seit
1850  die  Rechte  einer  juristischen  Person.
Verein  der  Freiwilligen  in  Köln  auö  den  Jahren  1813  1815.
Er  unterstützt  Hülfsbedürftige  Veteranen  und  deren  Wittwen.
Verein  der  Haudlung^Gehülfen  in  Köln.
Er  besitzt  ein  Vermögen  von  etwa  30,000  Thlr.,  wovon  die  Hälfte
dem  Unterstützungs-Fonds  angehört.  Er  zahlt  Kur-  und  Vcrpstegungskosten
  für  erkrankte,  Begräbnistkostcu  für  gestorbene,  Vergütigungen  für
stellenlose  Mitglieder.
Verein  junger  Kaufleute  zu  Königsberg.
Sein  erstes  Entstehen  datirt  aus  dem  Jahre  1776.  In  neuerer  Zeit
reorganisirt,  begründete  er  ein  Armen-Stift  zum  Besten  unverschuldet
nothlcidendcr  Handlnngs-Gehülfen.  Die  Zahl  der  Mitglieder  des  Vereins ­
  beträgt  an  700,  das  Vermögen  38,000  Thlr.;  an  Unterstützungen
werden  jährlich  etwa  2400  Thlr.  verabreicht.  Der  Handlungs-Gehülfe
Preust  (t  1843)  hinterließ  dem  Armen-Stift  sein  Vermögen;  unter
dem  Namen  „Preußsches  Legat"  bekomint  aus  diesem  immer  das  älteste
Mitglied  des  Vereins  eine  Pension  von  100  Thlr.  jährlich.
Verein  zur  Unterstützung  armer  Schulkinder  in  Königsberg.
Er  besteht  seit  1825  meter  dem  Protektorat  und  mit  Unterstützung  des
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        739

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Königs,  der  ihm  jährlich  200  Thlr.  zahlen  läßt.  Der  Verein  ermöglicht ­
  armen,  aber  fleißigen  und  gesitteten  Kindern  den  Schulbesuch,  indem ­
  er  dieselben  theils  mit  erwärmender  Kleidung  und  Schuhwerk,
theils  mit  Lehrmitteln  unterstützt,  auch  wohl  Schulgeld  für  Einzelne
zahlt.  Während  seines  Bestehens  bis  zum  Jahre  1861  hatte  der  Verein ­
  100,067  Kinder  mit  Kleidungsstücken  und  theilweise  mit  Lehrmitteln
unterstützt  und  besaß  ein  Vermögen  von  etwa  2676  Thlr.  Im  Jahre
I860  hatten  163  Knaben  und  127  Mädchen  Bekleidung  rc.  erhalten.
Verein  zur  Unterstützung  hülfsbedürftiger  Wöchnerinnen  in  Königsberg.
Er  unterstützt  die  Bedürftigen  durch  Wickclzeug,  Suppe  rc.  Ober-Vorsteherin ­
  Anna  v.  Kanlptz.
Verein  zur  Unterstützung  jüdischer  Hauskranken  zu  Königsberg.
Er  bezweckt  die  Unterstützung  von  jüdischen  Hauskranken  mit  Lebensrnitteln ­
  und  Holz,  und  hat  etwa  50  Mitglieder,  welche  an  100  Thlr.
jährliche  Beiträge  zahlen.  Vermögen  700  Thlr.
Verein  zur  gegenseitigen  Unterstützung  in  KrankheitS-  und  Sterbefällen  zu
Köiiigstzain  (Görlitz).
Derselbe  zählte  im.  Jahre  1861  138  Teilnehmer  und  hatte  ein  Vermögen ­
  von  744  Thlr.
Verein  zur  Besserung  sittlich  verwahrloseter  Kinder  in  Köslin.
Für  Hintcr-Pommern  im  Jahre  1829  begründet,  bringt  er  eine  namhafte ­
  Anzahl  von  Knabeu  und  Mädchen  gegen  ein  Pflegegeld  unter
und  hält  sie  4  bis  5  Jahre  in  Pflege.  Vorsitzender  Präsident  von
Kotze.
Verein  zur  Rettung  verwahrloseter  Kurder  in  Minden.
Derselbe  besteht  seit  1830  und  bezweflt,  verwahrlosctc  Kinder  in  guten
Familien  unterzubringen,  Knaben  in  einem  Handwerk  zu  unterweisen,
oder  Knaben  und  Mädchen  in  Dienste  unterzubringen  und  sonst  zu  beaufsichtigen. ­
  Er  hat  mehrere  Zuwendungen  erhalten  und  besitzt  seit
1844  die  beschränkten  Korporations-Rechte'.  Vermögen  650  Thlr.
Verein  für  Westphalen  und  Rhein-ProviUz  zttr  Bildung  von  Eleinentar-Lehrern
und  zur  Beförderung  von  Handtverken  mid  Künsten  unter  den  Juden.
1825  von  Dr.  Haind  orf  als  „Verein  zur  Beförderung  von  Handwerken ­
  unter  den  Juden  und  zur  Begründung  einer  Schul-Anstalt,
worin  arine  und  vcrwaisete  Kinder  unterrichtet  und  künftige  jüdische
Schullehrer  gebildet  werden  sollen."  begründet,  seit  1833  niit  dem  gleichartigen ­
  Verein  zu  Miitden  vereinigt  und  in  der  jetzigen  Tendenz  hergestellt. ­
  Der  Schwiegervater  des  Stifters,  Rentier  E.  Marcks  in
Hanlm,  sicherte  1825  das:Bestehen  der  Anstalt  durch  eine  Dotation  von
25,000  Thlr.  Seit  1837  ist  die  Vereins-Schule  als  eine  öffentliche
Schule  (Lehrer  -  Seminar)  anerkanut.  Die  Kgl.  Regierung  zu  Arnsberg ­
  verleiht  ein  Stipendium  vou  jährlich  60  Thlr.  an  bedürftige  und
würdige  Zöglinge.  Die  Einnahme  der  Anstalt  betrug  1861  aus  der
Provinz  Westfalen  11,232,  aus  der  Rhein-Provinz  1762,  zusammen
12,994  Thlr.;  die  Ausgabe  5178  7522  =  12,700  Thlr.,  das
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        740

Kapital,  welches  zur  Erwerbung  eines  eigenen  Anstalts-Gebäudes  angesammelt ­
  wird,  1345  Thlr.  Die  in  der  Anstalt  ausgebildeten  Lehrer
müssen  nach  bestandenem  Lehrer-Examen  jede  Schulstelle  antreten,
welche  ihnen  mit  Bewilligung  der  Regierung  vom  Verein  überwiesen
wird.  Während  8  Jahren  dürfen  sie  ohne  Vorwissen  des  Vereins  diese
Stelle  nicht  verlassen,  ohne  die.  auf  sie  verwendeten  Kosten  zurückerstattet ­
  zu  haben.  Endlich  Müssen  sie  nach  erfolgter  Anstellung  die  auf
sie  verwendeten  Kosten  in  jährlichen  Raten  von  wenigstens  5  Thlr.
abtragen.  Damit  in  Verbindung  steht  der  „israelitische  Frauen-Verein",
1828  auf  Veranlassung  des  Dirigenten  gegründet;  er  übernimmt  die
Leitung,  Wartung  und  Pflege  etwa  erkrankter  Kinder  der  Vereins-Schule.

Verein  zur  Erziehung  verwahrloseter  Kinder  in  Münster,
s.  Vincentius-Verein.
Verein  für  Geschichte  und  AlterthuinSkunde  von  Westphalen.
1824  gestiftet.  Er  bezweckt  Erforschung  und  Erhaltung  historischer
Schrift-  und  Kunst-Denkmale  und  sonstiger  Materialien  für  Geschichtsforschung, ­
  eigene  quellenmäßige  Bearbeitung  geschichtlicher  Aufgaben
und  Anregung  allgemeiner  Theilnahme  für  vaterländische  Geschichtsund
  Alterthumskunde.  Er  hat  eine  Abtheilung  zu  Münster  und  eine
zu  Paderborn,  gründete  u.  A.  das  „Museum  vaterländischer  Alterthümer" ­
  zu  Münster  und  hatte  1861  200  Mitglieder  mit  einem  Jahres-Beitrage
  von  je  2  Thlr.
Verein  zur  Heranbildung  jüdischer  Handwerker  zu  Ostrowo,
1836  von  M.  Weh  lau  begründet.  Hatte  im  Jahre  1850  60  Mitglieder ­
  und  waren  damals  12  Handwerker  auf  Kosten  des  Vereins
ausgebildet  worden.
Verein  für  Geschichte  und  Alterthum  zu  Ottweiler.
Von  dem  kath.  Pfarrer  Hansen  gegründet.
Verein  zur  Unterstützung  der  lernenden  Jugend  im  Großherzogthum  Posen.
Der  die  ganze  Provinz  Posen  mufasiende  (polnische)  Verein  zerfällt  in
Kreis-  und  Bezirks-Vereine,  die  vierteljährliche  Versammlungen  halten.
Die  Oberleitung  hat  die  aus  24  Mitgliedern  bestehende  Provinzial-Direktion
  in  Poseu.  Zu  den  Stipendiaten  des  Vereins  werden  nur
arme  und  geistig  befähigte  Schüler  ausgewählt,  denen  dann  die  Mittel
zu  ihrer  vollständigen  Ausbildung  für  einen  ihren  Neigungen  und
Fähigkeiten  entsprechenden  Lebenslauf  gewährt  werden.  Früher  ließ
der  Verein  die  meisten  seiner  Stipendiaten  für  das  höhere  und  niedere
Lehrfach  ausbilden;  jetzt  wendet  er  auch  solchen  Schülern  Unterstützungen
zu,  welche  sich  der  Landwirthschaft  und  der  industriellen  Laufbahn  widmen. ­
  Der  Verein  wurde  1841  von  Dr.  v.  M  arcinkowski  in
Posen  gestiftet  und  hat  sich  die  Aufgabe  gestellt,  einen  gebildeten  polnischen
  Mittelstand  zu  schaffen.  Die  meisten  der  jetzt  lebenden  polnischen
Gymnasial-  und  Real-Schullehrer,  sowie  viele  polnische  Aerzte  ver-
        <pb n="748" />
        741

danken  ihm  ihre  Ausbildung.  Die  Jahres-Einnahme  pro  1864  betrug
8628  Thlr.,  die  Jahrcs-AuSgabe  9628  Thlr.  Deficit  999  Thlr.  Di'e
Zahl  der  vom  Vereine  unterstützten  Schüler  betrug  am  Schlüsse  des
Jahres  1863:  135,  und  verminderte  sich  bis  Ende  des  Jahres  1864
auf  132.  Von  den  am  Schlüsse  des  Jahres  1864  gebliebenen  Stipendiaten ­
  besuchten:  21  die  Universität,  50  das  Gymnasium  oder  die
Real-Schulen,  43  das  Schullehrer-Seminar;  die  übrigen  besuchen  Rektoroder
  höhere  Bürger-Schulen  oder  widmen  sich  der  industriellen  Laufbahn.
Verein  für  die  Geseichte  Potsdams.
Im  Jahre  1862  auf  Anregung  des  Geh.  Hofraths  Schneider  und
Rektors  Ost  mann  gegründet,  hält  er  ambulatorische  Versammlungen,
deren  Zweck  Forschung,  Feststellung  und  theilwcise  Berichtigung  der
Geschichte  Potsdams  ist.  Seine  Vorträge  erscheinen  im  Druck.
Verein  zur  Beförderung  deö  Seidenbaues  für  die  Mark  Brandenburg  und
Nieder-Lgnsitz.
Ein  Central-Verein,  unter  Vorsitz  des  Ober-Präsidenten.  Er  zählt
377  Mitglieder.  Die  Jahres-Einnahme  pro  1864  betrug  1799  Thlr.,
darunter  800  Thlr.  Staats  -  Zuschuß,  159  Thlr.  Beiträge  von  Mitgliedern, ­
  14  Thlr.  14  Sgr.  Zinsen:  die  Ausgaben  beliefen  sich  auf
1178  Thlr.,  darunter  999  Thlr.  25  Sgr.  für  vertheilte  Bäume,
Sträucher  rc.,  150  Thlr.  Gehalt  dem  Vereins-Sekretair  rc.
Verein  zur  Rettung  verwahrloseter  Kinder  in  Ratibor.
Im  Jahre  1846  begründet,  hat  er  bis  Ende  1863  überhaupt  47
Zöglinge  in  Pflege  gehabt.  Jährlicher  Bedarf  500  Thlr.
Verein  zur  gegenseitigen  Unterstützung  in  Krankheirs.  und  Sterbesällen  zu
Reichenbach  i.  L.
Derselbe  hatte  im  Jahre  1861  558  Theilnehmer  und  ein  Vermögen
von  3915  Thlr.
Verein  zur  Rettung  sittlich  verwahrloseter  Kinder  im  Riesengebirge.
Derselbe  ist  1836  in  Schreiberhau  begründet  und  stiftete  dort  rin
Rettungshaus,  das  im  Jahre  1862  93  Zöglinge  (62  unter  14  Jahren)
enthielt.  Das  Vermögen  der  Anstalt  bestand  in  2000  Thlr.  Kapital
und  5  schuldenfreien  Hausern;  die  Jahres-Einnahme  belief  sich  1862
vus  6300  Thlr.  Die  Pfleglinge  werden  vorzugsweise  zn  landwirthşchaftlichen
  Arbeiten  angehalten;  durch  7  vorhandene  Werkstätten  und
eine  Buchdruckerci  wird  ihnen  aber  auch  Gelegenheit  zur  Vorbildung
ln  verschiedenen  anderen  Gewerben  gegeben.  1863  abgebrannt,  1864
Ueu  wiederhergestellt  und  mit  einem  Hause  für  Idioten  vergrößert.
Verein  zur  Beförderung  des  Seidenbaues  in  der  Provinz  Pommern.
Ģin  Zweig-Verein  der  ponimerschen  ökonomischen  Gesellschaft  aus  2
300  Mitgliedern  bestehend,  welche  über  alle  Theile  der  Provinz  verbreitet ­
  sind  und  größtentheils  selbst  Seidenbau  und  Maulbeerbaum-Zucht
  treiben.  Vorsitzender  ist  der  Ober-Präsident  Frhr.  Sensit  von
şilsach.
        <pb n="749" />
        742

Verein  zur  Besserung  sittlich  verwahrloseter  Kinder  in  Stettin.
Im  Jahre  1831  unter  Vorsitz  des  Geh.  und  Ober-Regierungs-Raths
Fraucudicnst  zusammengetreten,  1832  mit  Korporations-Rechten
beliehen,  begründete  er  das  Rettuugshaus  in  Züllchom,  zu  welchem
Zweck  ihm  2000  Thlr.  in  Staatsschuldschcincu  überwiesen  wurden,  die
zur  Einrichtung  einer  Armen-Kolonie  angesammelt  waren.  S.  Erziehungs-Anstalt. ­

Verein  zur  Unterstützung  der  Wittwen  und  Waisen  181.1-1815  gebliebener
Pommern.
Er  bezieht  seine  Mittel  aus  den  Zinsen  eines  Baarbestandes  von  etwa
600  Thlr.,  ans  Kollekten  und  milden  Beiträgen.  Im  Jahre  1864
wurden  an  Pensionen  und  extraordinairen  Unterstützungen  385  Thlr.
verabreicht.
Verein  zur  Rettung  sittlich  verwahrloseter  Kinder  in  Strehlen.
Im  Jahre  1839  auf  Anregung  des  Pastors  Dr.  Kober  gebildet,  hat
er  Korporations-Rechte  und  besaß  1859  ein  Vermögen  von  2000  Thlr.
Er  unterhält  aus  den  Zinsen  dieses  Vernlögens  und  aus  Beiträgen
der  Mitglieder  rc.  4  Pfleglinge.
Verein  der  israelitischen  Jünglinge  zu  Wesel.
Er  bezweckt  die  Unterstützung  in  Krankheitsfällen,  hat  25  Mitglieder,
die  je  nach  ihrem  Vermögen  und  Verhältnissen  1—4  Thlr.  Eintrittsgeld ­
  und  an  wöchentlichen  Beiträgen  6  Ps.  zahlen.  Der  Verein  hat
ein  Haus  im  Werthe  von  2500  Thlr.
Verein  für  innere  Mission  zu  Wittenberg.
Er  unterhält  eine  Arbeits-Anstalt,  durch  welche  jährlich  etwa  60  Familien ­
  Arbeit  haben  und  wöchentlich  ly  bis  2  Thlr.  verdienen  können.
Die  Anstalt  verausgabt  jährlich  3—4000  Thlr.  Außerdem  unterstützt
der  Verein  etwa  50  Familien  theils  baar,  theils  mit  Brot  in  Höhe
von  800  Thlr.,  welche  durch  freiwillige  Beiträge  aufgebracht  werden.
Vereinigte  Hospitien  zu  Lrier.
Sie  haben  eine  selbstständige  Verwaltung  unter  Oberaufsicht  der  Regierung, ­
  gehören  nicht  zu  andern  korporativen  Verbänden  und  bestehen
ans  folgenden  Stiftungen:  1)  dem  Hospital  St.  Jakob,  mit  welchem
verbunden  sind  a)  die  Kreuz-Bruderschaft,  b)  die  Stadt-Elemosenie,
c)  die  Stiftung  Annethan,  ck)  die  Stiftung  Fertius,  e)  das  Hospital
St.  Nikolas)  2)  dem  Hospital  St.  Elisabeth;.  3)  dem  Hospital  St.
Matthias;  4)  der  Stiftung  Krankenbett;  5)  dem  Knaben-und  Mädchcn-Waisenhause
  und  6)  dem  Siechenhause.  Die  Einkünfte  der  vereinigten
Hospitien  beliefen  sich  im  Jahre  1861  auf  54,200  Thlr.;  darunter
aus  Grundbesitz  39,200,  von  Kapitalien  7400  Thlr.
Vereinigter  Universität«-Fonds  zu  Wittenberg.
Er  steht  unter  Aufsicht  der  Regierung  zu  Merseburg  und  hatte  1859
Einnahme  30,440  Thlr.,  darunter  4631  Thlr.  aus  Staats-Fonds;  ausgegeben ­
  wurden  für  Zwecke  der  Stiftungen  und  Fonds  23,153  Thlr.
        <pb n="750" />
        743

Vereins-Anstalt  für  erwachsene  Blinde  zu  Berlin.
Sie  besteht  seit  1852  (Wilhelmsstraßc  4).  Mitglied  des  Vereins  ist
Jeder,  welcher  jährlich  wenigstens  2  Thlr.  zahlt.  Zweck  der  Anstalt
ist,  die  arbeitsfähigen  Blinden  sowohl  in  moralischer  und  intellektueller,
als  in  ökonomischer  Hinsicht  zu  heben,  und  auf  einer  achtbaren  Stufe
zu  erhalten.  Sie  werden  zu  passenden  Arbeiten  angehalten,  und  so  gewöhnt, ­
  sich  nützlich  zu  beschäftigen,  damit  sie  einen  Theil  ihres  Unterhalts ­
  selbst  erwerben  können.  Außerdem  erhalten  die  Zöglinge  einen
Nachhülfc-Unterricht  in  den  Schul-Gegenständen,  sowie  in  der  Musik.
Die  Aufzunehmenden  muffen  das  15te  Lebensjahr  erreicht  haben  und
konfirmirt  sein.  Unterhaltsgcld  vierteljährlich  15  Thlr,,  nach  Maßgabe
dessen  Freistellen  durch  Verschreibung  einer  Rente  oder  Ucberlassung
eines  Kapitals  gegründet  werden  können.  Die  städtischen  Behörden  bc-Zründeten
  5  Freistellen  in  der  Anstalt,  bewilligten  auch  der  Anstalt
noch  400  Thlr.  zu  den  Eisirichtungskostcn  unter  der  Bedingung,  daß
lie  Armen-Verwaltung  für  ihre  Zöglinge  weder  Nachtlager,  d.  h.
Betten  nebst  Ueberzügen,  noch  Handtücher  zu  liefern  hat.  Zur  Besitzung ­
  der  städtischen  Freistellen  haben  die  Armen-Kommissionen  die
Borschläge  zu  machen.  Vorsitzender  v.  Olfers.  Inspektor  der  Anstalt ­
  Dr.  Ullrich.  S.  Blinden-Anstalt.
Verhorstsche  Stiftnng,
Bon  dem  Dechanten  Gerhard  Verhörst  für  Arme  zu  St.  Mauritz
(Münster)  mittelst  Testaments  vom  12.  April  1742  begründet.
Verpflegungs-Anstalt  für  erkrankte  Handwerksgesellen  zu  Krefeld.
1834  von  den  dortigen  Handwerkern  durch  freiwillige  Beiträge  und
Geschenke  von  Menschenfreunden  begründet;  die  Arbeiten  des  Baues
sowohl  als  der  inneren  Einrichtung  vertheilten  die  Handwerker  unter
sich  und  verrichteten  sie  unentgeltlich.  Die  damals  auf  36  Kranke  eingerichtete ­
  Anstalt  ist  ausschließlich  für  erkrankte  Handwerksgesellen  und
Lehrlinge  mit  Ausschluß  der  Fabrik-Arbeiter  bestimmt.  Die  Kosten
der  Unterhaltung  werden  aus  den  Beiträgen  sämmtlicher  Handwerksgesellen ­
  (pro  Kopf  1  Sgr.  wöchentlich)  bestritten;  die  Einziehung  des
Beitrages  bewirken  die  Meister  durch  Abzüge  vom  Lohn.  Eine  aus
den  Meistern  gewählte  Direktion  führt  die  Aufsicht  über  die  Verwaltung ­
  unentgeltlich.
Versorgungs-Anstalt  für  alte  Lente  zu  Superi.
Sie  verpflegt  durchschnittlich  täglich  32  Personen  und  hat  ein  Kapital-Vermögen
  von  30,100  Thlr.  Steht  unter  der  städtischen  Armen-Berwaltung
  und  wird  von  barmherzigen  Schwestern  geleitet.
«  Versorgungs-Anstalt  zu  Köln,  .
für  arme  vcrwaisetc  oder  verlassene  Kinder  aus  der  cvang.  Gemeinde
daselbst.  Die  Anstalt  beruht  auf  Stiftungen,  erhält  Beiträge  aus  dem
städtischen  Waisenhaus  »Fonds,  ist  ein  Institut  der  cvang.  Gemeinde
und  steht  unter  Aufsicht  der  Regierung.  Sie  hat  die  Rechte  emer
woralischen  Person  und  zählt  etwa  40  Pfleglinge,  welche  »m  Lokal
        <pb n="751" />
        744

der  evang.  Armen-Schule,  theilweise  auch  außerhalb  untergebracht  sind.
Zu  den  neuesten  Vermächtnissen  gehören  die  von  Farina,  der  verw.
Ober-Postdirektor  Rehfcldl  zu  Düsseldorf  (5000  Thlr.),  Banquier
H.  Stein  (1500  Thlr.)  rc.
Versorgungshaus  zu  Neuwied,
für  Hülflose,  arme  Altersschwache,  verwaiscte  Kinder  rc.  Verbunden
damit  ist  ein  älteres  Hospital  und  eine  Pflege-Anstalt  für  fremde  erkrankte ­
  Gesellen.
Versorgungskaffe  für  die  Arbeiter  der  Steingut-Fabrik  zu  Wallersangeu.
Das  Vermögen  derselben  von  3550  Thlr.  wurde  1861  durch  eine  von
dem  Mitbesitzer  der  Fabrik,  v.  Galhau  gemachte  Schenkung  von  3000
Thlr.  vermehrt.  Die  Kasse  gewährt  Unterstützungen  an  kranke  Arbeiter, ­
  wie  auch  an  Wittwen  und  Kinder.  Pensionen  werden  erst
gezahlt,  wenn  das  Kapital-Vermögen  den  Betrag  von  9000  Thlr.  erreicht ­
  hat.  —  Die  Versorgungskaffe  für  die  Tagelöhner  der  Steingut-Fabrik
  hatte  1860  ein  Vermögen  von  2650  Thlr.
Veteranen-Stiftuug  zu  Brieg,
von  der  Stadt  Brieg  bei  Gelegenheit  der  silbernen  Hochzeit  Königs
Wilhelm  mit  300  Thlr.  begründet.
Veteranen-Unterstützungs-Fonds,
s.  Jnvaliden-Pensions-Fonds  rc.
Beteranen-Unterstlitzungs-Fonds  des  Kreises  Lnblinitz.
Die  Kreis-Stände  wenden  den  Veteranen  jährlich  durchschnittlich  200
Thlr.  zu,  die  an  50  Krieger  vertheilt  werden.  Außer  dieser  extraordinaire» ­
  Unterstützung  beziehen  8  Veteranen  fixirte  Unterstützungen
à  6  Thlr.  aus  der  Kreis-Kommuüalkafse;  13  beziehen  aus  Staats-Fonds
  je  12  Thlr.
Veteraneu-Unterstützungö-Verein  zu  Königsberg.
Er  unterstützt  die  in  der  Stadt  vorhandenen  hülfsbedürftigcn  Krieger
der  Jahre  18ş°&amp;gt;  und  erhält  sich.durch  dsi  Beiträge  seiner  Mitglieder.
Die  gezahlten  Unterstützungen  betrugen  13^—27  Thlr.  pro  anno  für  den
einzelnen  Veteran  und  cs  wurden  verabreicht  1859  an  120  Personen
14551,  i860  an  103  12961,  1801  an  87  1152  Thlr.  Am  Ende
des  letztem  Jahres  verblieb  ein  Bestand  von  500  Thlr.
Beterauen-Wittwenhaus  zu  Zinna.
1853  entstanden.  Dasselbe  soll  bedürftigen  Wittwen  und  bejahrten
ledigen  Töchtern  würdiger  Baterlands-Verthcidigcr,  zunächst  derer,  die
in  den  Jahren  18  ¡-^  und  von  diesen  vorzugsweise  die  in  den  Schlachten ­
  von  Groß-Bceren  und  Dennewitz  Mitkämpfer  waren,  ein  Asyl  gewähren ­
  für  die  Tage  des  Alters.  Der  militairische  Grad  des  t  Gatten ­
  oder  Vaters  macht  in  Bezug  auf  die  Berechtigung  zur  Aufnahme
keinen  Unterschied.  Das  Statut  ist  unterm  12.  Mai  1854  bestätigt
und  es  sind  der  Stiftung  durch  Kabincts-Ordrc  vom  29.  Januar  1859
die  Rechte  milder  Stiftungen  beigelegt  worden.  Vermögen  6800  Thlr-
        <pb n="752" />
        Gräflich  Vierecksche  Stiftung  zu  Lossow  (LebuS).
Dir  Hof-  und  Staatsdame  Gräfin  v.  Viereck  (t  1854)  setzte  ein  bei
der  Kirchrnkasse  in  Lossow  zu  verwaltendes  Legat  von  2000  Thlr.  mit
der  Bestimmung  aus,  daß  aus  den  Zinsen'  desselben  arme  Kinder
der  dortigen  herrschaftlichen  Tagelöhner,  auch  der  Gemeinde,  nach  dem
Vorschlage  des  Predigers  und  Orts-Vorstandes  freien  Schul-Unterricht
erhalten,  die  nach  Deckung  dieses  Bedürfnisses  übrig  bleibenden  Gelder
aber  für  die  Gutsarmen  verwendet  werden  sollen.^
Viktoria-Stift,  für  Erziehrrinnen  zu  Berlin.
Im  Jahr  1859  unter  dem  Protektorat  der  Frau  Kron-Prinzessin  von
einem  Verein  begründet,  hat  dasselbe  den  Zweck,  mit  Hülfe  milder  Beiträge ­
  Erzieherinnen,  welche  eine  Stelle  suchen  und  in  Berlin  nicht
ortsangehörig  sind  (ausnahmsweise  auch  Berlinerinnen)  eine  Heimat  zu
gewähren  und  ihnen  zu  einem  passenden  Wirkungskreise  bchlllflich,  somit ­
  aber  auch  dem  Publikum  nützlich  zu  sein.  Vorsteherin  Frau  B  oh  -
ning  (Unter  den  Linden  8).  Die  Aufzunehmenden  zahlen  wöchentlich
3i  Thlr.  für  freie  Station  pränumerando.
Viktoria-Stiftung  für  Unterweisung  und  Erziehung  blinder  Mädchen.
Diese  Anstalt  ist  von  den  Pommcrschen  Ständen  im  Jahre  1858  zu
Neu-Torney  gegründet  und  hat  durch  Kab.-Ordre  vom  11.  Februar
I860  die  Rechte  einer  moralischen  Person  erhalten.  Die  Stände  bewilligten ­
  12,000  Thlr.,  von  denen  f  zum  Bau  des  Gebäudes  verwendet, ­
  -1  zinsbar  angelegt  werden  sollte.  Vgl.  Pommersche  Blindenanstalt ­
  für  Knaben.
Viktoria-  und  Friedrich-Wilhelm-Stiftung  zu  Berlin,
aus  Veranlassung  der  Vermählung  des  Kronprinzen  Friedrich  Wilhelm
Mit  der  Prinzessin  Viktoria  1858  von  Kaufleuten  zur  Unterstützung
alter  und  hülfsbedürftigcr  Handlungsdiener  mit  1000  Thlr.  gegründet.
Zweck  der  Stiftung  ist'die  Unterstützung  solcher  Handlungsdiener,  welche
in  Berlin  conditionirt  habefl  und  durch  Alter  oder  außerordentliche
Unglücksfalle  in  eine  hülfsbedürftiye  Lage  gekommen  sind;  Handlungsdiener,
  die  wegen  Alters  unterstützt  werden  sollen,  müssen  mindestens
5  Jahre  in  Berlin  servirt  haben.  Wohlthäter  der  Stiftung  ist  Jeder,
der  derselben  einen  Beitrag  zuwendet.  Wohlthäter,  welche  25  Thlr.
auf  einmal  bewilligen,  werden  als  immerwährende  Wohlthäter  geführt.
Diese,  sowie  diejenigen  Wohlthäter,  welche  jährlich  1  Thlr.  und  dai-Über
  zahlen,  sind  in  das  Kuratorium  wählbar.  Am  25.  Oûnustï  leben
Jahres  werden  die  Jahreszinsen  des  Stiftungs-Fonds  nach  Maßgabe
bes  Bedürfnisses  und  des  statutenmäßigen  Zweckes  vertheilt  und  die
außerdem  vorhandenen  Mittel  deS  Ausgabe  Fonds  verwendet.  A)k
Stiftung  hat  die  Rechte  einer  juristischen  Person  und  wird  von  einem
Kuratorium  unter  Kontrole  der  Aeltestcn  der  Kaufmannfchast  und  unter
Aufsicht  des  Polizei-Präsidii  verwaltet;  1863  wurden  102  liner-Atzungen
  an  17  Personen,  im  Ganzen  639  Thlr.  verausgabt.
        <pb n="753" />
        746

St.  Viktors  Bruderschaft  zu  Moers.
Sie  verfolgt  gesellige  und  religiöse  Zwecke  und  zahlt  beim  Todesfälle
eines  Mitgliedes  4  Thlr.  Sarggelder.
Bill,
Dom-Kapitular  und  Dom-Pfarrer  zu  Köln  (t  1864)  vermachte  u.  A.
dem  Metropolitan-Kapital  daselbst  1380  Thlr.  Die  Zinsen  sollen  an
zwei  Studirende  der  katholischen  Theologie,  zunächst  aus  der  Familie
des  Erblassers,  dann  ans  der  Metropolitan-,  der  St.  Ursula-  und  der
St.  Severin-Pfarre  zu  Köln  gelangen.
St.  Bine  en  tins-Anstalt  zu  Koesfeld.
Ein  selbstständiges,  unter  Oberaufsicht  des  Bischofs  stehendes  von  barmherzigen ­
  Schwestern  geleitetes  Krankenhaus  zur  Aufnahme  von  30  Personen. ­
  Seit  1849  durch  milde  Beiträge  hergestellt  und  durch  solche
zum  Theil  unterhalten.  Kranke  werden  ohne  Unterschied  der  Konfession
aufgenommen.
Bincentius'Berein  zn  Münster.
Um  das  Jahr  1850  entstanden,  bezweckt  er,  verwahrloste  Kinder
auf  dem  Lande  bei  guten  Leuten  unterzubringen  und  hat  unter  dem
Namen  „Barmherzige  Bruderschaft"  Korporations-Rechte.  Minimum
des  jährlichen  Beitrages  12  Sgr.  Ein  Borstand  von  12  Mitgliedern
besorgt  die  Unterbringung  der  Kinder  und  die  Zahlung  der  Pflegegelder,
und  wacht  über  die  Erziehung.  Durch  Schenkungen  besitzt  der  Verein
ein  Vermögen  von  5000  Thlr.;  er  hat  etwa  70  Kinder  für  eigene
Rechnung  und  eben  so  viel  für  die  Armen-Kommission  in  Pflege.
Bin  cenz-Anstalt  zu  Datteln  (Recklinghausen).
Ein  Waisenhaus,  1857  von  den  Rentnern  Hü  ser  und  Rensmann
errichtet.  Sie  übertrugen  ihr  Vermögen  der  Kirche  des  Orts  zur
Gründung  eines  Waisenhauses  mit  der  Verpflichtung,  in  dieser  Anstalt
für  ihre  Person  lebenslänglich  unterhalten  zu  werden.  Das  Vermögen
des  Ersteren  bestand  aus  einem  Grundbesitz  von  27  Nkorgen,  mehren
Gebäulichkeiten  und  etwa  2000  Thlr.;  das  des  Letzter»  in  ungefähr
2000  Thlr.  Die  Anstalt  ist  Ende  Mai  1858  unter  der  Leitung  zweier
Franziskanerinnen  ins  Leben  getreten.
St.  Vincenz-Hans  zn  Köln.
Im  Jahre  1864  aus  milden  Gaben  hergestellt  zu  Werken  der  Barm-Herzigkeit.

Vincenz-Josepbs-Verein  zu  Münster.
Er  will  die  Armen  durch  Lebensmittel,  Brenn-Material  und  Kleidung
unterstützen  und  vor  moralischer  Verkommenheit  bewahren;  unterstützt
etwa  80—90  Familien  und  erleichtert  ihnen  die  Beschaffung  von  Kartoffeln ­
  und  Gemüse  durch  Anpachtung  und  parzellenweise  Vermlethung
von  Ackerland.  Der  Verein  hat  weder  Vermögen  noch  Korporatlons-Rechte.
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        Binceuz-Şpital  zu  Aachen,
eine  um  das  Jahr  1827  begründete,  von  der  Armen-Verwaltung  administrirte
  Anstalt  für  unheilbare  Kranke  im  Kloster  St.  Elisabeth.  Die
Leitung  der  Anstalt  in  ökonomischer  Beziehung  ist  den  geistlichen
Schwestern  dieses  Klosters  anvertraut.  Es'  finden  etwa  40  Personen
Aufnahme.  Das  Haus  hatte  sich  ansehnlicher  Zuwendungen  zu  erfreuen. ­
  Vgl.  Ludwigs,  Thelen  rc.
Vimenz«  und  Elisabetb-Berein  zu  Reinerz.
Besteht  seit  1853,  gründete  eine  Waisen-Anstalt  und  hat  zur  Krankenpflege ­
  drei  barmherzige  Schwestern.
Biucenz-Bereine.
Die  katholischen  Vincenz-Vereine  im  Allgemeinen  sind  (1833)  zuerst  in
Paris  auf  Anregung  von  acht  armen  Studenten  entstanden  »nd  erhielten ­
  den  Namen  der  Gesellschaft  des  heiligen  -  Vincenz  von  Paula.
Zweck  war,  die  Noth  der  leidenden  Brüder  zu  mindern,  dem  armen
verlasicnen  und  verwahrloseten  Volke  auf  dem  Wege  der  rettenden  Liebe
Hülfe  zu  bringen.  Die  Vereine  verbreiteten  sich  bald  auch  in  Deutschland ­
  und  Preußen;  hier  war  namentlich  Graf  Joseph  Stoiber  g  für
dieselben  thätig.  Hervorragend  sind  die  Vereine  in  der  Rhein-Provinz
und  Wcstphalen,  sowie  der  Schlesische  St.  Vinccnz-Vcrein  (Vorsitzender
Kanonikus  Dr.  S  au  er  in  Breslan).  Gegründet  1848.  Der  letztere
Verein  hatte  1863  eine  Einnahme  von  24,000  Thlr.  ;  er  unterstützte
2428  Familien,  verpflegte  313  Waisen  und  überwachte  223  Lehrlinge
und  eine  Kleinkinderhewahr-Anstalt  zu  Breslau.
v.  Binckesche  Provinzlal-Blinden-Anstalt.
Von  den  Standen  zum  bleibenden  Andenken  an  den  früheren  Ober-Präsidenten
  der  Provinz  Wcstphalen  als  eine  Provinzal-Anstalt  in  zwei
Abtheilungen  (die  evangelische  zu  Soest,  die  katholische  zu  Paderborn)
errichtet  und  nach  dem  Reglement  von  31.  Januar  1852  verwaltet.
König  Friedrich  Wilhelm  IV.  bewilligte  zur  ersten  Einrichtung  10,000
Thlr.;  andere  bedeutende  Zuwendungen  kamen  hinzu,  und  die  Stände
zahlen  jährlich  3000  Thlr.,  wovon  1000  Thlr.  znr  Vermehrung  des
Stanim-Kapitals  bestimmt  sind.  In  jeder  der  beiden  Anstalten  bestehen
4  v.  Vinckesche  Freistellen  und  eine  Anzahl  halber  Freistellen,  deren
Verleihung  der  provinzial-ständischen  Kommission  anheimfällt.  .  Die
fpezielle  Leitung  der  Anstalten  erfolgt  durch  die  von  dieser  Kommission
^stellten  Kuratorien,  die  Oberaufsicht  des  Staats  übt  der  Ober-Ņräsident
  aus.
v.  B  iuckesche  Stiftung  zu  Quernhemi  &amp;lt;Herforp).
Die  Aeblissin  v.  Vincke  (ch  1834  zu  Münster)  setzte  dem  Armen-Ñonds
  der  Gemeinde  Quernheim  1000  Thlr.  Gold  aus,  deren  Zinsen
mit  ş  zur  Anschaffung  von  Medicin  für  dürftige  Kranke,  mit  |  dazu
verwendet  werden  sollen,  arme  Knaben  ein  nützliches  Handwerk  lehren
und  arme  Mädchen  im  Stricken  und  Nähen  unterrichten  zu  lasten.
        <pb n="755" />
        748

Zirchow,
Major  st.  D.  (t  zu  Berlin  1858),  lehrte  der  Stadt  Schivelbein
25,000  Thlr.  zunächst  als  Stiftung  für  seine  Familie,  dann  aber  auch
zu  allgemeinen  Stipendien-Zwecken.  Die  Zinsen  werden,  so  weit  nicht
besondere  Bestimmungen  über  deren  Verwendung  vorhanden  sind,  zu
Gymnasial-  und  Universitäts-Studien,  zu  sonstiger  wissenschaftlicher  Ausbildung, ­
  auch  zur  Ausbildung  im  Militärdienst,  verwendet.  Die  Familie ­
  Virchow  hat  bei  Verleihung  der  Stipendien  ein  Vorzugsrecht,
sind  Angehörige  derselben  nicht  vorhanden,  so  können  die  Stipendien
an  junge  Leute  aus  Schivelbein  gegeben  werden.  An  Gymnasial-Stipendien
  werden  höchstens  250,  an  Universitäts-Stipendien  300  Thlr.  jährlich ­
  bewilligt;  die  Ersteren  können  Familien-Angehörigcn  beim  Eintritt
in  die  Tertia,  Einwohnern  von  Schivelbein  beim  Eintritt  in  die  Prima
ertheilt  werden.  An  weibliche  Nachkommen  der  vier  Geschwister  des
Stifters  können  Heiraths-Ansstattungen  bis  zur  Höhe  von  500  Thlr.
gezahlt  werden,  wenn  andere  Ansprüche  an  den  Fonds  nicht  vorhanden
sind  und  die  Ueberschüsse  des  laufenden  und  des  vorangegangenen
Rechnungs-Jahres  eine  solche  Ausgabe  gestatten.  Schließlich  erhielt
die  Schul-Deputation  jährlich  25  Thlr.  zu  einer  Weihnachtsbescherung
für  arme  Kinder.
Bogelsche  Stiftung,
bei  der  Universität  Halle-Wittenberg,  von  der  verw.  Dr.  Vogel  in
Wittenberg  für  Wittwen  und  Waisen  von  Wittenberger  Universitäts-Verwandten,
  und  vorzugsweise  für  Wittwen  und  Waisen  der  Professoren
der  Juristcn-Fakultät  mit  100  Thlr.  Kapital  gestiftet.  Die  Wittwen
behalten  das  Benefiz  auf  Lebenszeit  und  die  Waisen  bis  zum  zurückgelegten ­
  24sten  Lebensjahre,  oder  bis  sic  sich  verheirathen.  Das  Kollationsrecht ­
  wird  von  den  Profesiorcu  der  Wittenberger  Stiftung  in
Halle  ausgeübt.  (Koch  I.  450.)
Bogelsche  Stiftung  zu  Benkendorf.
Die  verw.  Gutsbesitzer  Vogel,  geb.  Hänert  schenkte  mittelst  Urkunde
vom  24.  März  1859  den  Gemeinden  Benkendorf  und  Delitz  am  Berge
(Merseburg)  3000  Thlr.  und  zwar  1000  Thlr.  für  Benkendorf  und
2000  Thlr.  für  Delitz  Behufs  einer  Stiftung,  aus  deren  Zinsen  nächst
der  Erhaltung  der  Grabstätte  ihres  +  Ehemanns  arme  Schulkinder
mit  Schulbüchern  und  Kleidungsstücken  versehen,  arme  Knaben,  welche
ein  Handwerk  erlernen  wollen,  durch  gänzliche  oder  theilweise  Zahlung
des  Lehrgeldes,  arme  Mädchen  bei  itjrer  Verheiratung  durch  einen
Beitrag  zu  ihrer  Aussteuer,  arme  alte  arbeitsunfähige  Leute  mit  Geld
oder  nothwendigen  Lebensbedürfnissen  unterstützt  und  jedem  unbescholtenen ­
  und  unbemittelten  Brautpaar  bei  der  Verheirathnng  eine  mit  der
Aufschrift  „Vogelsche  Stiftung"  versehene  Bibel  verabreicht  werden
soll.  Das  Kapital  soll  von  dem  Verwalter  des  Kirchen-Vermögens
mit  verwaltet  und  die  Aufsicht  von  den  Pfarrern,  Schullehrern  und
Dorfgerichten  beider  Gemeinden  unter  Oberaufsicht  der  Regierung  geführt ­
  werden.
        <pb n="756" />
        749

Bogelsche  Stiftung  zu  Strehlitz  und  Guhlau  (Schweidnitz.)
Der  kath.  Pfarrer  Florian  Vogel  errichtete  1839  mit  einem  Hypotheken-Kapitale
  von  200  Thlr.  eine  Stiftung,  aus  welcher  die  zu
5  pCt.  berechneten  Zinsen  alljährlich  im  Januar  durch  den  katholischen
Pfarrer  zu  Strehlitz  einer  sich  verhcirathenden  Dienstmagd,  welche  in
Strehlitz  oder  Guhlau  geboren  und  daselbst  konfirmirt  worden  ist,  sich
auch  durch  einen  sittsamen  Lebenswandel  ausgezeichnet  hat,  zur  beffern
Einrichtung  ihres  Hausstandes  oder  als  Unterstützung  für  unvorhergesehene ­
  Nothfälle  gegeben  werden  sollen.  Ist  eine  solche  Magd  in
dem  einen  oder  andern  Jahre  nicht  vorhanden,  so  sollen  die  Zinsen
zu  einem  besonderen  Fonds  angelegt  werden,  aus  welchem  unbemittelte
Tagelöhner  oder  deren  Familien  bei  Krankheiten  oder  andern  Unglücksfällen ­
  unterstützt  werden.
Vogelersches  Legat.
Die  Zinsen  von  100  Thlr.  werden  zur  Anschaffung  von  Schulbüchern
für  arme  Kinder  der  Stadt  Heringen  verwendet.  .
PogelerscheS  Vermächtniß.
DieKaufmanns-Wittwe  Vogeler  geb.  Treuer  zu  Magdeburg  (t  1842),
hinterließ  mehrere  Vermächtnisse  zu  wohlthätigen  Zwecken:  so  legirte  sie
der  Armen-Kaffe  zu  Magdeburg  2000  Thlr.,  dem  Waisenhause  500,
dem  Bürger  -  Rettuugs  -  Institute  300,  der  Kleiukinderbewahr-  Anstalt
200  Thlr.
v.  Bogtsche  Stiftung.
Ņon  Antoinette  v.  Vogt  1811  gegründet,  bezweckte  sie  eine  Beihülfe
zum  Unterhalt  und  zur  Erziehung  armer,  sich  gut  aufführender  Kuranden ­
  des  (damaligen)  Königl.  Pupillen-Kollegii  zu  Berlin  und  es
wurde  dem  Präsidenten  desselben  die  Wahl  der  Benefiziaten  überlassen.
Stiftungs-Kapital  4100  Thlr.
Joh.  Herrmann  Bogtsche  Stiftung,
von  den  Eheleuten  Christian  Brücker  und  Elisabeth  geb.  Vogt  in
Koblenz  (1859)  begründet.  Sie  schenkten  der  ev.  Gemeinde  Mcinerzhagen
  (Altena)  10Ó0  Thlr.  in  4{  proccntigeii  Obligationen;  die  Zinsen ­
  sollen  von  dem  kirchlichen  Armen-Vorstande  der  ev.  Gemeinde  am
23.  December  jeden  Jahres  an  5  bedürftige  und  brave  Glieder  beider
Konfessionen  der  Genlcindc  Mcinerzhagen  vertheilt  werden.
Voigt  eliche  Stiftnug  zu  Halle.
^ie  1847  zu  Halle  unverheirathet  şKaroline  Juliane  Boigtel,  Tocher ­
  des  Geh.  Hofraths  und  Prof.  Boigtel,  begründete  mit  12,114
^hlr.  eine  Stiftung,  deren  Nutzungen  und  Zinsen  zur  Unterstützung
unvermögender  Jungfrauen,  insonderheit  der  Töchter  dasiger  Professoren ­
  und  evangel.  Prediger  verwendet  werden  sollen.  DaS  Kuratorium
^.îfteht  aus  einem  Professor  der  philosophischen  Fakultät  der  Univerlltät,
  eiuenl  Prediger  der  Hauptkirche  und  dem  jedesmaligen  Haupt-Rendanten
  der  dortigen  Pfännerschaft.  Die  Stiftung  erhielt  1857  eine
        <pb n="757" />
        750

letztwillige  Zuwendung  von  1000  und  150  Thlr.  durch  die  unverehelichte
Karoline  Friederike  Keil.
Joh.  Alb.  Bo  iß,
Priester  zu  Münster  hinterließ  (1862)  der  katholischen  Pfarrkirche  zu
Stolberg  bei  Aachen  2100  Thlr.  zu  religiösen  Zwecken  und  zur  Begründung ­
  eines  Instituts  zur  Krankenpflege.
B  o  l  k  in  a  u  u,
Rektor,  stiftete  1721  bei  dem  Joachimsthalschen  Gymnasium  zu  Berlin ­
  mit  4000  Thlr.,  die  sich  später  vermehrt  haben,  ein  Stipendium;
von  den  Zinsen  des  Kapitals  werden  an  Theologen  jährlich  je  50  Thlr.
zunächst  an  Verwandte  auf  3  Jqhre  gezahlt.  Setzt  ein  Studiosus  seine
Studien  nicht  fort,  so  soll  er  gehalten  sein,  das  Genossene  wieder  zu
erstatten.
Bvlkshsbliothekeu  zu,Berlin.
Sie  sind  feit  1850  aus  Anregung  Fr.  v,  Raumer  begründet  und
werden  theils  von  dem  wisicnschaftlichcn  Verein,  theils  von  der  Stadt
unterhalten.  Aus  den  vom  wissenschaftlichen  Verein  eingehenden  Summen
wird  ein  Fonds  von  10,000  Thlr.  angesammelt,  der  int  Jahr  1863
bereits  auf  9300  Thlr.  angewachsen  war.  Im  Jahre  1862  enthielten
die  5  Volksbibliotheken  an  14,000  Bände  und  in  den  darauf  folgendem ­
  Jahre  hatten  sie  4810  Leser.  Es  befanden  sich  darunter  475  Beamte, ­
  293  Lehrer  und  Literaten,  757  Studenten,  Gymnasiasten  und
Seminaristen,  923  Kaufleute,  Gewerbetreibende  und  Künstler,  1538
Handwerker,  Gesellen  rc.,  204  Arbeitöleute,  69  Soldaten  und  461
Frauen.  Seit  1865  ist  die  Zahl  der  Volksbibliotheken  aus  6  gestiegen.
Bolksdauk  für  Preußens  Krieger.
Eine  in  Berlin  bestehende  Stiftung  zur  Unterstützung  der  in  den  Kämpfen
für  Recht  und  Ordnung  in  den  Jahren  18^  verwundeten  Krieger  und
der  Hinterbliebenen  der  Gefallenen.  Das  Vermögen  bestand  1864  in
31.000  Thlr.,  ausgegeben  waren  2365  Thlr.  au  199  in  den  Jahren
18~7  verwundete  Krieger  und  25  Thlr.  an  Kinder  der  Gebliebenen.
Zu  den  dem  Bolksdank,  der  die  Rechte  einer  moralischen  Person  besitzt,  gewordenen ­
  Zuwendungen  gehört  hauptsächlich  das  Vermächtuiß  des  Philosophen ­
  Schopenhauer  (+  zu  Frankfurt  a.  M.  1860)  von  etwa
16.000  Thlr.,  das  jedoch  theilweise  noch  mit  einem  Nießbrauch  behaftet
ist.  Vorsitzender  des  Verwaltnugs-  Raths  der  Stiftung  Präsident
v.  Bötticher  zu  Potsdam.
Bolmarsches  Stipendium  ;u  Warburg.
Kapital  1200  Thlr.  Die  Zinsen  werden  einem  Studircnden  zugewendet. ­
  Verwandte  des  Stifters  und  geborene  Warburger  haben  den
Vorzug.
Bolmersche  Vermächtnisse.
Der  1836  zu  Meseritz  f  Kaufmann  Joh.  Jakob  Bolmar  legirte  ppr.
90.000  Thlr.  zu  milden  und  gemeinnützigen  Zwecken.  Darunter
        <pb n="758" />
        75]

a )  10,000  Thlr.  zur  baulichen  Unterhaltung  der  damals  neu  erbauten
ev.  Kirche  zu  Meseritz;  b)  4000  Thlr.  zur  beffercn  Besoldung  der  dabei ­
  angestellten  Prediger;  c)  2000  Thlr.  zur  Pensionin«,g  der  Prediger-Wittwen; ­
  d)  6000  Thlr.  für  das  cv.  Hospital;  e)  2000  Thlr.
Zur  bessern  Besoldung  der  an  der  ev.  Schule  angestellten  ev.  Lehrer;
0  2000  Thlr.  für  das  kath.  Hospital;  g)  54,000  Thlr.  zur  Unterstützung ­
  christlicher  Orts-Armen  evang.  und  kath.  Konsession;  h)  2000
Thlr.  für  die  jüdischen  Hospitalité«  und  Armen.  Der  Ortschaft  Peiste
waren  vermacht  i)  4000  Thlr.  für  die  ev.  Kirche;  k)  2000  Thlr.  für
die  Prediger-Stelle;  1)  1000  Thlr.  zur  Unterstützung  der  Prediger-Wittwen;
  m)  1000  Thlr.  zur  bessern  Besoldung  des  cv.  Lehrers.
Bollwarzkvsche  tzmidation.
Eine  ältere  Stiftung  der  Stadt  Brieg.
Graf  v.  Boß-Buchsche  Stipendien-Stiftung.
Der  Wirk!.  Geh.  Rath  und  Konsistorial-Präsident  Gras  v.  Boß-Buch
(ş  1864)  zu  Berlin,  errichtete  l  855  eine  Stipendieu-Stistung  sur  Theologie ­
  Studirendc  des  ehemaligen  Hcrzogthums  Magdeburg,  vorzugsweise
die  Söhne  von  Geistlichen  mit  wenig  Einkünften  und  zahlreicher  Familie. ­
  Die  Aufsicht  und  Verwaltung  das  aus  2600  Thlr.  Gold  bestehenden ­
  Kapital-Fonds,  sowie  die  Nomination  von  Stipendien-Kandidaten
  steht  dem  K.  Konsistorium  der  Provinz  Sachsen,  die  definitive
Verleihung  der  vakanten  Stipe,,dicn-Portionen  an  einen  der  drei  vom
Konsistorium  vorzuschlagenden  Kandidaten  aber  den  auf  dem  Sachs.  Prov.-Landtage
  versammelten  Abgeordneten  des  Hcrzogthums  Magdeburg  zu.
Genehmigt  ist  die  Stiftung  durch  Allerhöchste  Ordre  vom  2.  Juli  1855.
—  Graf  v.  Boß  hinterließ  lctztwillig  noch  mehrere  Vermächtnisse  an
Kirchen  in  Berlin.  Vgl.  Pastoral-Hülfsgesellschaft.
Voß-Ziegelmannstl^s  Stift  zu  Stargard  in  Pommern.
Eine  alte  Stiftung  für  Hospitalité,,.
Joseph  Bitllers,
Präseutiarius  (f  1855)  vermachte  den  Armen  zu  Paderborn  1000  Thlt.,
den  kathol.  Knabenschulen  1000  Thlr.,  den  kath.  Mädchenschulen  1000
Thlr.  in  Rheinisch-Westphälischen  Rcntenbriefen.  Ueber  die  jährliche
Vertheilung  der  Zinsen  hat  der  Gemeinde-Rath  zu  entscheiden.
van  Bürden»  «RvperbantS-Stiftung  zn  Emmerich.
Şie  gewährt  freie  Wohnung  an  verschiedene  Arme  und  allgemeine  Arwen-Unterstlitzungen
  und  hat  in  Grundstücken  4000,  in  Kapital  3500
Thlr.  Es  werden  jährlich  280  Thlr.  verwendet.
'W  aagļMi  ķMst  vmi  fyA  r&amp;gt;r '
W  ackenrodersche  Stipendien-Stiftung.
^ie  1838  t  Wittwe  des  Geh.  Kriegsraths  Wacken  roder  vermachte
Einverständuiß  mit  ihrem  früher  verstorbenen  Ehemanne  ihren  Nachmß
  dem  Friedrich-Werderscheu  Gymnafiuui  zu  Berlin.  Derselbe  sollte
        <pb n="759" />
        752

vom  Magistrat  verwaltet,  von  den  Zinsen  aber  £  zur  Verbesserung  des
Gehalts  der  Lehrer  und  zu  Stipendien  für  Studircnde  des  Gymnasiums ­
  christlicher  Konfession  à  100  Thlr.  verwendet  werden.  Der
an  die  Anstalt  gefallene  Nachlaß  betrug  etwa  48,000  Thlr.  ;  Stipendien
werden  14  verliehen.
Wadzeck  -  Anstalt.
Von  dem  Professor  Wadzeck  zu  Berlin  als  Kinder-Warte-Schulé  am
3.  August  1819  im  Vertrauen  auf  Gott  und  wohlthätige  Menschen  gestiftet ­
  und  bis  zu  seinem  1823  erfolgten  Tode  fortgeführt.  Am  Tage
nach  seinem  Absterben  bildete  sich  ein  Verein  von  Menschenfreunden  zur
Fortsetzung  des  Werkes  des  Vollendeten.  Die  Anstalt  pftegt,  nährt,
kleidet,  unterrichtet  und  erzieht  105  von  dem  Vorstand  gewählte  eheliche ­
  Kinder  beiderlei  Geschlechts,  deren  arme  in  Berlin  wohnende  Väter ­
  und  Mütter  der  Hülfe  bedürftig  sind,  behält  die  Zöglinge,  die  in
der  Regel  nach  dem  sechsten  Jahre  ihres  Alters  nicht  aufgenommen
werden,  bis  nach  erfolgter  Einsegnung,  uud  sorgt  dafür,  daß  die  entlassenen ­
  Knaben  als  Lehrlinge  bei  Handwerkern  und  die  Mädchen  als
Dienende  bei  Herrschaften  unterkommen.  Die  Haupteinkünfte  der  Anstalt ­
  bestehen  in  milden  Beiträgen,  doch  war  schon  1843  aus  verschiedenen ­
  Vermächtnissen  ein  Kapital-Vermögen  von  29,700  Thlr.  angesammelt, ­
  das  sich  seither  durch  ein  Leibrenten-Kapital  des  Kaufmanns
Salzmann  (s.  d.)  und  durch  Vermächtnisse  der  Wittwe  Hache  (s.
C  urthsche  Erben-Stiftung)  des  Dr.  B  eckcr  (s.  d.)  und  des  Rendanten ­
  Hache  rc.  bedeutend  vermehrt  und  es  möglich  gemacht  hat,  1861
durch  einen  stattlichen  Neubau  in  der  Keibclstraße  die  unzulänglich  gewordenen ­
  Räume  der  ersten  Anstalt  zu  erweitern.  Ein  Verein  von
Frauen  beaufsichtigt  die  Oekouomic  des  Hauses,  und  ein  Verein  von
Jungfrauen  hilft  der  Lehrerin  beim  Unterricht  in  Handarbeiten.  Für
die  Elementarschule  sind  zwei  Lehrer  angestellt,  von  denen  der  erste  zugleich ­
  Inspektor  der  Anstalt  ist.  Der  Vorstand  besteht  unter  dem
Namen:  Verein  zur  Verwaltung  der  W  a  dz  eck-Anstalt,  aus  15  Personen; ­
  das  Statut  derselben  hat  1834  die  Königliche  Genehmigung
erhalten,  und  sind  ihr  Korhöratiöns-Rechte  verliehen  worden.  Das  Protektorat ­
  führt  die  Königin  Elisabeth.
Kommerzien-Rath  zu  Schmicdeberg  in  Schlesien  begründete  dort  1  seine
Apmenbaus-Ştiftung  mit  10,000  Thlr.;  2)  eine  Stiftung  für  Professionisten
  mit  7000  Thlr.  «tc  dient  zur  Unterstützung  armer  Leute
dieses  Standes,  welche  ohne  ihr  Verschulden  in  Nothstand  gelomnie»
sind.  Sieben  Bürger,  von  der  Ärmen-Versvältüäg  äuSgewM)lt,  werden ­
  zur  Hebung  ihres  Gewerbe-BetttebS  Mit  je  50  Thlr.  unterstützt;
3)  eine  Stiftung  von  1000  Thlr.,'!  deren  Zinsen  dazu  bestuttmt  sind,
die  Einkünfte  eines  verdienten  Lehrers  zu  verbessern.
Joh.  Gottlieb  àşşà  ônu  màf  nock  ^
Messerschmied  in  Löwenberg,  legirtc  (1859)  der  dortigen  evanq.  Kirche
        <pb n="760" />
        753

1200  Thlr.  mit  ber  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  von  700  Thlr.  so
lange  zu  einem  Kapital  geschlagen  werben  sollen,  bis  daffelbe  die  Höhe
von  1000  Thlr.  erreicht,  von  welchem  Kapitale  dann  die  Zinsen  zu
kirchlichen  Zwecken  angewendet  werden  sollen;  die  Zinsen  von  300  Thlr.
sollen  an  den  Geistlichen,  Glöckner  und  die  Sänger  vertheilt  werden,
welche  an  dem  nach  seinem  Todestage  fallenden  Sonntage  nach  dem
Gottesdienste  seine  Gedächtuißseier  leiten,  und  die  Zinsen  von  200  Thlr.
sollen  am  Tage  seiner  kirchlichen  Gedächtnißseier  an  arme  Bürger  vertheilt
  werden.
WageuerscheS  Legat  zu  Gindorf  (Bitburg).
Frau  Katharine  Wagener  (f  1844)  vermachte  einen  Theil  ihres  Nachlasses, ­
  1500  Thlr.  an  Werth,  den  Armen  der  dortigen  Gemeinde  und
übertrug  die  Verwaltung  des  Kapitals  sowie  die  Verwendung  des  Ertrages, ­
  dem  Kirchen-Vorstandr.
Frau  Wagener,
geb.  Schlegel,  Wittwe,  hinterließ  (1798)  der  Kranken-  und  Sterbekaffe ­
  der  Sächsischen  Kolonie  zu  Berlin  eine  Summe  von  1405  Thlr.
23  Sgr.  7  Pf.,  aus  bereit  Zinsen  für  eine  Anzahl  armer  Mitglieder
der  Kaffe  die  Beiträge  bestritten  werden.  S.  Bartsch.
Frau  Wagener,
geb.  Wipper  ma  nn,  Näthiu  zu  Magdeburg,  legirte  1769  5000  Thlr.
in  Gold  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  vom  ersten  Dom-Prediger ­
  daselbst  an  HauS-Arme,  die  es  nach  seiner  Ueberzeugung  vorzüglich ­
  nöthig  haben,  jährlich  am  19.  November  in  Beträgen  à  5  Thlr.
vertheilt  würden.  Der  Kapital-Fonds  bestand  1861  in  2000  Thlr.
Gold  und  3750  Thlr.  Kourant  und  werden  die  Zinsen  an  44  Arme
vertheilt.
Wagnersche  Stiftung  zu  Ettger-leden.
Dekonom  George  Wagner  legible  (1840)  ein  Kapital  von  200  Thlr.,
welches  der  Orts-Vorsteher  von  EttgerSleben  (Wanzleben)  verwalten
soll;  der  Zinsertrag  ist  an  Waisen  und  arme  Ücuic  des  Orts  zu  ver-WagnerscheS
  Bermächtniß  zu  Glatz,
von  dem  Partikulier  Abraham  Wagner  (t  1860)  herrührend.  Er
letzte  die  Stadtgemeinde  Glatz  zur  Erbin  seines,  etwa  24,000  Thlr.
betragenden  Nachlasses  mit  der  Maßgabe  eiu,  daß  die  Revenuen  des
Vermächtnisses  theils  dem  städtischen  Krankenhause,  theils  dem  damit
verbundenen  städtischen  Siechenhause  zugewendet  würden.
Mich.  Fr.  Wagner,
Professor  der  Geschichte  zu  Königsberg,  legirte  (1620)  330  Thlr.  30
Gr.  zu  einem  Stipendium  für  einen  Studirenden  der  Theologie,  besonders
  von  seinen  und  seiner  Frau  geb.  Ra  ni  sch  Verwandten.  Der
Fonds  betrug  1838  (Koch  ft.  561.)  273¿  Thlr.,  von  deren  Zinsen
°uf  den  Stipendiaten  4  Thlr.  kamen.
Vrcuß.  tzandbuch.

48
        <pb n="761" />
        754

WahlSdorfscheö  Stipendium  zu  Jüterbog.
Der  Bürger  Martin  Wahlsdorf  (t  1813)  legirte  4s7  Thlr.  zur
Unterstützung  zweier  studirenden  dortiger  Bürgersöhne,  event,  junger
Gesellen  aus  dem  Jüterboger  Kreise  ans  zwei  bis  sechs  Jahre.  .  Das
Stipendium  beträgt  20^-Thlr.;  Kollatoren  sind  der  Pastor  und  Ktrchenvorstand
  der  Frauen-  und  Mönchenkirche  zu  Jüterbog.
Waisen-Austalt  zu  Aachen.
Ein  unter  Administration  der  Armen-Verwciltüng  stehendes  Institut,  in
ökonomischer  Beziehung  unter  die  Leitung  der  Schwestern  vom  Orden
des  h.  Karl  Borromäus  gestellt.  Es  şinden  etwa  150  Kinder  beiderlei ­
  Geschlechts  Aufnahme.
Waisen-Anstalt  zu  Bernstein.
Für  Waisen,  welche  die  öffentliche  Schule  besuchen,  durch  Vermittelung  des
Pfarrers  Grundemann  vom  Magistrat  in  der  Art  gegründet,  daß  jene
Kinder  unter  Aufsicht  und  Pstege  eines  kinderlosen,  christlich  gesinnte»
Ehepaares  in  einer  dazu  gemietheten  Wohunng  gestellt  sind.  Dre  Anstalt ­
  wird  aus  städtischen  Mitteln  und  aus  milden  Verträgen  unterhalten. ­

Waisen-Anstalt  zu  Brieg.
Ein  nicht  mehr  existirás  Institut,  dessen  Kapitalien  mit  denen  der
allgenreinen  Armenkasse  verschmolzen  stnd,  die  aber  nach  den  ursprünglichen ­
  Zwecken  zur  Erziehung  von  (zwölf)  Waiscn-Kindcrn  verwendet
werden.  Die  Kinder  werden  bei  achtbaren  Eltern  zur  Erziehung  untergebracht ­
  und  es  wurden  1861  3871  Thlr.  für  dieselben  aufgewendet.
Eine  Anzahl  Kinder  werden  für  Rechnung  der  Armenkasse  in  das
Knaben-Nettungshaus  zu  Friedland  aufgenommen.
Waisen-Anstalt  zu  Guhrau.
Sie  ist  1854  von  der  Stadt  begründet  und  wird  von  ihr  unterhalten;
1862  befanden  sich  10  Waisen  in  derselben.
Waise»  Anstalt  zu  Königsberg  i.  d.  Neun».
Im  Jahre  1849  von  einem  Verein  begründet.
Waisen-Anstalt  zu  Liebenthal.
Sie  befindet  sich  im  Kloster,  und  es  sind  darin  durchschnittlich  12  Militair-Waisen-Mädcheu
  (für  Rechnung  des  großen  Militair-Waisenhauses
  zu  Potsdam)  und  19  Civil-Waisen-Mädchen.  Die  Aufsicht  führt
eine  Laienschwester.  Die  Pension  für  ein  Kind  beträgt  30—40  Thlr.
jährlich;  das  Fehlende  wird  durch  Ueberverdirnst  beschafft.  Vermögen
besitzt  weder  die  Anstalt  noch  der  Konveut  überhaupt.
Waisen-Anstalt  zu  Aauinbing  a.  Ş-,
1)  städtische  mit  14,000  Thlr.  Kapital  und  einigen  Grundstücken.  Aus
den  Einkünften  werden  98  Waisenkinder  erzogen.  Die  Zöglinge  erhalten ­
  freien  Schul-Unterricht  -in  den  städtischen  Schulen  imb  bei  der
Entlassung  5  Thlr.  Mitgabe.  Die  Knaben  werden  nach  Umständen
zur  Erlernung  eines  Handwerks  auf  Kosten  der  Anstalt  untergebracht;
        <pb n="762" />
        755

48*

2)  Waisen-Anstalt  des  Dom-Kapitels.  Sie  verpflegt  jährlich  14  Waisen, ­
  die  bei  der  Aufnahme  und  bei  dem  Abgänge  freie  Kleidung  erhalte«. ­
  Aus  dem  Kapital-Vermögen  vou  12,000  Thlr.  wird  auch  die
freiheitliche  Dom-Mädchenschule  unterhalten.
Waisen-Anstalt  ,u  Paradies  (Meseritz).
Sic  nimmt  12  Waisenknaben  auf,  steht  unter  Leitung  der  Seminar-Direktion
  und  des  Provinzial-Schul-Kollegiums  und  erhält  1040  Thlr.
jährlich  aus  der  Staatskasse.
WaiseubrlohuungS-Fönds  in  Magdeburg,
Zum  Gedächtniß  des  am  7.  Juni  1840  ş  Königs  Friedrich  Wilhelm  III.
begründet.  Der  ursprüngliche  Fonds  bestand  in  840  Thlr.,  dem
Ertrage  eines  Konzerts,  welches  der  Seebachsche  Gesang-Verein  und
der  Orchester-Verein  im  Herbst  1840  veranstaltete;  Ende  1858  war
er  durch  Geschenke  und  Vermächtnisse,  und  indem  die  Aachener-Münchener ­
  Feuerversicherungs-Gesellschaft  aus  ihren  Ucberschüsscn  jährlich
200-250  Thlr.  zahlte,  aus  8400,  Ende  1861  auf  10,000  Thlr.
angewachsen.  Von  den  Zinsen  und  einem  Theile  der  eingehenden  Geschenke ­
  bekommen  jährlich  zwei  Waisenkinder  (ein  Knabe  und  ein  Mädchen) ­
  Belohnungen  à  25  Thlr.,  welche  bei  der  Sparkaffe  belegt  und
später  bei  der  Verheirathung  rc.  mit  Zinsen  ausgezahlt  werden.  Auch
werden  einzelne  Pflege-Eltern,  die  sich  ihrer  Zöglinge  mit  besonderer
siebe  und  Sorgfalt  angenommen  haben,  mit  Belohnungen  von  10—20
Dhlr.  bedacht.  S.  Robrahn-Schiffersche  Stiftung.
Waisenhaus  zu  Alt-Laudsberg.
Graf  Otto  von  Schwerin,  Besitzer  der  ehemaligen  Herrschaft  Alt-^andsberg,
  stiftete  und  dotirte  diese  Anstalt  1698  zum  Besten  der  resormirten
  Bewohner  seiner  Herrschaft.  Diese  und  mit  ihr  das  Waisenhaus ­
  ging  1709  durch  Kauf  an  den  i  Fiskus  über.  Die  Anstalt,
unter  Ober-Aussicht  der  Regiermrg  von  dem  rrformirten  Schloß-Prediger ­
  zu  Alt-Landsbcrg  als  Inspektor  verwaltet,  erzieht  sechs  Waisen
(3  Knaben  und  3  Mädchen)  bis  zur  Einsegnung.  Die  Ausnahme  wird
durch  die  Bedürftigkeit,  nicht  aber  durch  die  Konfession  bedingt.  S.
Gräflich  Schwerin  sehe  Stipendicn-Stiftnng.
Waisenhaus  zu  Bogutschütz  (Beuthcu),
bon  dem  kath.  Pfarrer  Markefka  zur  Erziehung  und  Verpflegung
?nner  Waisen  und  sonst  verlassener  hülfsbcdürftigcr  Kinder  begründet,
'udein  er  mit  Beihülfe  seines  Bruders,  des  ErzpricsterS  Markefka
Zs'  Myslowitz,  die  Anstalt  mit  2500  Thlr.  dotirte  und  derselben  (1858)
««c  ihm  gehörende  GärtNersteÜc  zn  Bogutschütz  im  Werthe  von  mehr  als
000  Thlr.  zuwendete,  auf  welcher  das  bereits  eingerichtete  Anstalts-Gebäude
  erbaut  ist.  Die  Anstalt  wird  zugleich  benutzt,  um  die  der
Fürsorge  des  Kreises  anheimfallenden  Waisen  gegen  Pension  unterzubringen. ­

■frtiJI  à  Waisenhaus  zu  Btttow.
Gin  Verein  christlich  gesinnter  Frauen,  Jungfrauen  und  Männer  rich-
        <pb n="763" />
        756

tete  1853  in  Bütow  eine  Kinder-Bewahr-Anstalt  ein,  aus  welcher  sich  allmählig
  eine  Waisen-Anstalt  entwickelt  hat,  die  seit  1860  ein  eigenes
Haus'und  mehr  als  11  Morgen  Land  und  Wiesen  besitzt.  Es  werden ­
  darin  8  Waisen  und  6  taubstumme  Kinder  erzogen,  unterrichtet
und  unterhalten.  Die  Waisen  erhalten  den  Unterricht  durch  Frauen
aus  der  Stadt,  die  Taubstummen  durch  einen  von  der  Regierung  besoldeten ­
  Lehrer.  Für  die  Bekleidung  der  Kinder  sorgt  großen  Theils
ein  Frauen-Verein.
Waisenhaus  zn  Düren.
Eine  katholische  Anstalt  zur  Pflege  und  Erziehung  von  Waisenkindern,
1854  von  dem  kath.  Ober-Pfarrer,  Land-Dechanten  Vas  sen  mit  Hülfe
freiwilliger  Spenden  errichtet;  damit  verbunden  ist  eine  Kinder-Bewahr-Anstalt.
  Die  innere  Leitung  ist  barmherzigen  Schwestern  übertragen,
die  äußere  Verwaltung  liegt  einem  „Waisenhaus-Verein"  ob,  der  zum
Besten  der  Anstalt  jährliche  milde  Sammlungen  veranstaltet.  Zur  Zeit
sind  40—50  Waisenkinder  ausgenommen,  zum  Theil  für  Rechnung  der
Armen-Verwaltung.
Waisenhaus  zu  Duisburg.
Ein  städtisches  selbstständiges  Institut  mit  einer  jährlichen  Einnahme
von  2400  Thlr.  Vermögen  in  Grundstücken,  Kapital  rc.  60,000  Thlr.
Waisenhaus  zu  Elberfeld.
Ein  um  das  Jahr  1850  hergestelltes  Institut,  desien  Verwaltung  im
Jahre  1861  an  19,000  Thlr.  kostete.  Dir  Anstalt  hatte  sich  vieler
und  ansehnlicher  Zuwendungen  und  Vermächtnisie  zu  erfreuen:  z.  B.
von  Peter  de  Weerth  (1855)  10,000  Thlr.,  Wittwe  Wülfing
geb.  Siebel  10,000  Thlr.,  Frau  v.  Carnap  geb.  v.  Carnap
1000  Thlr.,  Frau  Leser  1000  Thlr.  Frau  Elle  r  schenkte  (1861),
um  dem  Wohlthätigkeits-Sinne  ihres  t  Gatten  zu  entsprechen,  zur  Vermebrung
  des  Fonds  2000  Thlr.,  von  denen  j  der  Zinsen  zur  Weihnachtsbescherung ­
  für  die  Kinder  jährlich  verwendet  werden  sotten.
Waisenhaus  zu  Enpen,
eine  Anstalt  mit  12,000  Thlr.  Kapital-Vermögen  und  61  Morgen  Liegenschaften. ­
  Jährliche  Einnahme  3800  Thlr.  Steht  unter  der  städtischen ­
  Armen-Verwaltung  und  wird  von  barmherzigen  Schwestern  geleitet. ­
  Pfarrer  Zervais  (t  14.  Juli  1834  zu  Ketteniß)  vermachte
demselben  Grundstücke  und  Schuldforderuugen  im  Werthe  von  1400
Thaler.  şşàrfYiÈ  iiisļļjjuogno  siri)  iiagniî;:
Waisenhaus  für  NemVorpoinnrern  und  Rügen  zu  Franzburg,
von  einem  am  9.  Januar  1863  unter  dem  Vorsitz  des  Reg.-Präsidenten
  Grafen  v.  Krassow  zusammengetretenen  Verein  ans  milden  Gaben ­
  hergestellt  und  für  30  Knaben  berechnet.  Aufgenommen  werden
valer-  oder  mutterlose,  oder  ganz  verwaifcte  Kinder.
Waisenhaus  zu  Gleiwitz.
Um  das  Jahr  1851  durch  den  Stadtpfarrer  nnd  Erzpriester  Kühn  zu
        <pb n="764" />
        Gleiwitz  und  andere  Menschenfreunde  aus  milden  Gaben  hergestellt.
Die  Anstalt  ist  auf  150  Personen  berechnet,  am  4.  Novbr.  1862  eröffnet, ­
  besitzt  Korporations-Rechte  und  hat  einschließlich  einer  Fundation
des  Erzpriesters  Hansel  einen  Fonds  von  10,000  Thlr.  angesammelt.
Seit  Eröffnung  der  Anstalt  am  4.  November  1862  bis  Ende  December ­
  1863  befanden  sich  in  unentgeltlicher  Pflege  und  Erziehung  21  Waisenkinder ­
  gegen  eine  jährliche  Pension  von  24  bis  36  Thlr,  10  als
Pensionaire  mit  einem  jährlichen  Pensionssatze  von  40  bis  50  Thlr.
im  Ganzen  41  Kinder.  Die  Pflege  und  Erziehung  derselben  leiten
fünf  barmherzige  Schwestern,  während  sich  fünf  andere  der  ambulanten
unentgeltlichen  Krankenpflege  in  der  Stadt  und  Umgegend  ohne  Unterschied ­
  der  Konfession  widmen.  Die  Erhaltung  der  Letzteren  wird  durch
einen  Verein  von  Wohlthätern  in  Gleiwitz  und  der  Umgegend  und
durch  Unterstützungen  aus  dem  Mutterhause  in  Neisie  ermöglicht.
Waisenhaus  zu  Görlitz.
Städtische  Anstalt,  in  welcher  sich  durchschnittlich  37  Kinder  befinden.
Sie  hatte  1861  ein  (Stiftungs-)  Vermögen  von  31,404  Thlr.
Waisenhaus  zu  Graffa»  (Stendal),
sur  Aufnahme  von  10  Mädchen  vorzugsweise  aus  der  Altmark.  Ist
1849  begründet  und  wird  durch  milde  Beiträge  unterhalten.
Waisenhaus  für  ev.  Mädchen  zu  Graudeuz,
1857  von  dem  Direktor  der  höheren  Töchterschule  Borrmann  im
Verein  mit  evang.  gesinnten  Bewohnern  der  Stadt  gegründet  und  durch
milde  Beiträge  vorzugsweise  der  Schülerinnen  der  ev.  Mädchen-Schule
unterhalten.  Das  Hans  enthält  9  Mädchen.
Waisenhaus  zu  Halle.
Ein  Theil  der  Frankeschen  Stiftungen,  nimmt  diese  Anstalt  zur  Zeit  114
Knaben  und  16  Mädchen  zur  kostenfreien  Erziehung  auf.  Es  sind  dies
verwaiset«  Kinder  ev.  Konfession,  vorzüglich  Knaben  aus  den  mittleren
Ständen,  welche  in  der  Ehe  erzeugt,  unvermögend,  gesund  und  nicht
verwahrloset  sind.  Die  Aufnahme  findet  statt  im  Alter  von  10—12
wahren.  Die  nicht  znm  Stndiren  geeigneteil  Knaben  werden  nach  vollendetem ­
  14  ten  Lebensjahre  konfirinirt  und  entlassen,  die  andern  können
öen  Gyinnasial-KursttS  in  der  Anstalt  dltrchmachen.  Die  Mädchen  besuchen ­
  die  Töchter-Bürgerschule  bis  zu  ihrer  Entlassung,  welche  im
15  ten  Jahre  nach  geschehener  Einsegnung  stattfindet/  Bei  dem  Abgange
  wird  den  Zöglingen  eine  angemessene  Ausstattung  gewährt,  Sute
"eue  Waisen-Ştà  wurde  1863,  bei»  der  Feier  des  200jährigen  Geburtstags ­
  Frankes  von  de«.für  diese  Feier  zusammengetretenen  Ko-'Uļtä
  mit  2500  Thlr.  begründet.  ^Vgl.  De  ge,  Graf  Sack,  Salchow,
t  e  ck  e  l  b  e  r  g  rc.
Waisenhaus  zu  Heitigenstadt,
für  katholische  Mädchen  von  der  Wittwe  des  Kaufmanns  Wolf  geşiiftet,
  welche  zu  diesem  Zweck  (1834)  3250  Thlr.  Gold  und  1753
        <pb n="765" />
        758

Thlr.  Cour,  schenkte,  auch  der  Anstalt  (1836)  noch  2800  Thlr.  vermachte. ­

Waisenhaus  zu  Kanth,
von  der  katholischen  Geistlichkeit  des  dortigen  ArchipresbyteratS  (aus
Veranlassung  des  50jährigen  Jubiläums  des  Crzpricsters  Dürre  in
Kostenblut)  errichtet  und  1859  mit  6  Waiscnmädchen  eröffnet.  Die
Mädchen  erhalten  eine  häusliche  Erziehung,  um  gute  Dienstboten  ans
ihnen  zu  bilden.  Der  Anstalt  ist  eine  Schulschwester  aus  Breslau
vorgesetzt.
Waisenhaus  zu  Klaeden  (Stendal),
zur  Aufnahme  von  10—12  verwaifeten  Knaben  cv.  Konfession.  Besteht
seit  1847,  gehört  znm  Nittcrgute  und  wird  von  dessen  Besitzer  unter-Haiti».

Waisenhaus  zu  Mein.
Zur  Verpflegung  und  Erziehung  elternloser  katholischer  Kinder  und
Findlinge  beiderlei  Geschlechts.  Die  Anstalt  steht  unter  .Leitung  der
Armen-Verwaltung,  nimmt  7  —  800  Zöglinge  auf  und  hat  sich  vieler
Vermächtnisse  und  sonstiger  Zuwendungen  zu  erfreuen.  So  schenkte
ein  ungenannt  sein  wollender  Wohlthäter  der  Armen-Verwaltung  im
Jahre  1833  zur  Einrichtung  einer  Anstalt,  worin  die  (bei  Nährmüttern
in  der  Stadt  untergebrachten)  Kinder  unter  7  Jahr  sollten  Verpflegung
finden  können,  4000  und  1000  Thlr.,  vorbehaltlich  des  lebenslänglichen ­
  Genusses  der  Zinsen.  Die  Magistratur  nahm  die  Schenkung
unter  der  Bedingung  an,  daß  wenn  die  zu  errichtende  Anstalt  sich  praktisch ­
  nicht  bewähren  möchte,  das  Kapital  auf  andere  Weise  im  Interesse ­
  des  Waisenhauses  benutzt  werden  dürfe.  Die  unverehel.  Quirl
(t  1835)  setzte  das  Waisenhaus  und  daS  Bürger-Spital  zu  Erben
ihres  mehr  als  1000  Thlr.  betragenden  Nachlasses  ein;  und  Pfarrer
Fischer  an  der  kath.  St.  Jakobi,-Kiretp:  (t  1848)  vermachte  5000
Thlr.,  deren  Zinsen  theils  zur  Vermehrung  der  Zahl  der  Zöglinge,
theils  zur  Verbesserung  der  Industrie-Schule,  und,  wenn  diese  letztere
eingehen  möchte,  zur  Pflege  der  städtischen  Zöglinge  des  Hauses  verwendet ­
  werden  sollen.  Zn  den  der  Industrie  Schule  gewordenen  Btr
mächtnissen  gehört  ferner  das  des  Ackerwirths  Ploo  g  zn  Esch  (ş  1846)
welcher  der  Schule  ein  Waldgrnndstück  rin  Werthe  von  2300  Thlr.
vermachte;  Franziska  v.  Brcmpt  in  Köln  (t  1851)  legirte  dem
Waisenhause  in  (damals  noch  mit  einem  Nießbrauch  behafteten)  Grundstücken ­
  11,100  Thlr.  und  1000  Thlr.  baar,  zur  Ausstattung,  armer
Waisenmädchen,  welche  sich  bis  zu  ihrer  Verheirathung  ordentlich  aufgeführt ­
  haben,  mit  je  200  Thlr.  Rentner  Rohr  in  Ztol»,  srüberer
Pächter  der  dortigen  Armen-Verwaltung  (t  1852),  überwies  dem
Waisenhause  Grundstücke  im  Werthe  von  2000  Thlr.  Dr.  med.
Horst  (f  1854)  legirte  a)  7500  Thlr.  zur  gleichen  Vertheilung  an
fünf  würdige  Zöglinge  des  Waisenhauses  zur  Zeit  ihrer  Selbstständigkeit;
  b)  2000  Thlr.  dem  Waisenhausc.  Die  Wittwe  de  Noel,  geb.
v.  Haupt  (t  1861)  vermachte  zur  Aufnahme  von  mehr  Zöglingen
        <pb n="766" />
        759

6000  Thlr.  und  für  die  Sparkasse  der  fleißigen  Zöglinge  des  Hauses
3000  Thlr.  Vgl.  Birkenstock,  Forst,  Schüller,  Molinari,  Farina,
v.  Welter  u.  A.
Waisenhaus  zu  Königsberg,
von  König  Friedrich  I.  am  Tage  seiner  Krönung  (18.  Januar  1701)
zur  Ausnahme  von  Vater--  und  mutterlosen  Kindern,  namentlich  der
höheren  Stande  evang.  Konfession,  mit  24  Stellen  gegründet;  später
sind  diese  bis  ans  52  vermehrt.  Friedrich  Wilhelm  IV.  stiftete  bei
der  Erbhuldigung  1840  6  Freistellen  durch  Uebcrweisnng  eines  Kapitals ­
  von  12,000  Thlr.  aus  dem  Preußischen  Landes-Unterstütznngs-Fonds.
  Bis  1856  hatte  die  Einnahme  der  Anstalt  sich  dergestalt  gesteigert, ­
  daß  neue  10  Stellen  errichtet  werden  konnten.  König  Wilhelm ­
  I.  bewilligte  bei  der  Krönung  im  Jahre  1861  wiederum  10,000
Thlr.  Ein  Bcrmächtniß  des  früheren  Waisenhaus-Direktors  S  t  e  eg  er
und  die  Ersparnisie  haben  die  Vermehrung  der  Waisen-Stellen  bis
ans  60  möglich  gemacht.  Bgl.  Dicckmannsche  Stiftung  und  Evang.
Waisenhaus-Seminar.
Waisenhaus  (Lhorschüler-Jnstitut)  zu  Königsbergs
Ein  städtisches  Institut,  das  36  Knaben  aufnimmt  und  im  Jahre  1862
ein  Vermögen  von  50,000  Thlr.  hatte.  Die  Zöglinge  werden  mit
Allem  unterhalten  und  in  den  Stadtschulen  unterrichtet.
Waisenhaus  zu  Landöberg  a.  W.
1724  vom  Magistrat  gegründet  und  durch  die  Zinsen  einiger  Legate,
durch  freiwillige  Beiträge  und  autz  städtischen  Mitteln  unterhalten.
Waisenhaus  St.  Elisabeth  zu  Langensalza,
mit  30  Kindern.  Vermögen  14,000  Thlr.  und  einige  Grundstücke.
Waisenhaus  zu  Malmedy.
Eine  Privat-Stiftung,  nimmt  16  Kinder  auf  und  hat  1400  Thlr.
Kapital-Vermögen.
Waisenhaus  zu  Nordhansen,
Zur  Aufnahme  armer  und  elternloser  Kinder  von  5—14  Jahren.  Die
Anstalt  besitzt  einiges  Grund-Vermögen  und  6000  Thlr.  Kapital.  Vgl.
%  Müller,  Chr.  Gottlob  Richter  und  Aug.  Chr.  Gottfr.  Weber.
Waisenhaus  zu  Mtinbrecht  (Gummersbach).
Von  dem  früher  dort  gestandenen  Pfarrer  Thümmel  gestiftet,  seit  seiuem
  Abgänge  käuflich  auf  das  Presbyterium  übergegangen  und  größtenteils ­
  durch  milde  Beiträge  erhalten.  Es  nimmt  etwa  12  Kinder  aus
der  Gemeinde  auf,  die  bis  nach  erfolgter  Konsirnratton  m  der  Anstalt
bleiben.  Jährliche  Einnahme  und  Ausgabe  etwa  350  Thlr.
Waiseuhauö  zu  Ohlau.
dasselbe  nimmt  theils  alte  Leute;,  theils  Kinder  aus  und  hat  ein,  aus
Vermächtnissen  herstamiuendeö  Vermögen  von  7jd0  Thlr.
        <pb n="767" />
        760

Waisenhaus  zu  Oranienburg.
Die  Kurfürstill  Louise  (+  1667),  Gemahlin  Friedrich  Wilhelms  d.  Gr.,
errichtete  diese  jetzt  Königliche  Anstalt  1665  znm  Unterhalt  und  zur  Erziehung ­
  von  24  Waisen  (12  Knaben  und  12  Mädchen).  Jetzt  finden
15  Knaben  und  15  Mädchen  Aufnahme  und  es  wird  dabei  vorzüglich
auf  elternlose  Kinder  von  Beamten  gesehen.  Der  Aufzunehmende  darf
nicht  unter  acht,und  nicht  über  zehn  Jahre  alt  sein;  die  Knaben  bleiben ­
  bis  zur  Konfirmation,  die  Mädchen  bis  znm  17  tcu  und  18  ten
Jahre  in  der  Anstalt.  Sie  werden  auf  Kosten  der  Anstalt  bei  einenl
Lehrmeister,,-oder,  wenn  sie  hervorstechende  Anlagen  zeigen,  in  dem
Alumnat  des  Joachimsthalschen  Gymnasii  untergebracht  und  mit  den
nöthigen  Mitteln  znm  Studzren,  versehen.  Die  Mädchen,  welche  im
Hausejzu  den  häuslichen  Geschäften,  angeleitet  werden,  sollen  statutenmäßig ­
  bei  ihrem  Ausscheiden  aus  der  Anstalt  in  Dienst  untergebracht
werden.  Die  Mädchen  bekommen  bei  ihrer  Vcrheirathung  ein  Geschenk
von  20  Thlr.  Den  Unterricht  genießen  sämmtliche  Waisen  in  der
Stadtschule;-  Privat-Unterricht  in  der  Musik  ertheilt  die  Anstalt.  Die
Gesuche  um  Aufnahme  sind  an  die  Königl.  Regierung  zu  Potsdam  zu
richten.
Waisenhaus  für  jüdische  Kinder  zn  Paderborn.
Ein  znr  Aufnahme  von  60  Kindern  beiderlei  Geschlechts  aus  den  Provinzen ­
  Westphalcn  und  Rheinland  bestimmtes  Institut.
Waisenhaus  zn  Quedlinburg,
1721  begründet,  seit  1826  verlegt.  Die  darin  aufgenommenen  Kinder
(etwa  60)  werden  bis  zu  ihrer  Konfirmation  erzogen  und  in  allen
Bedürfnissen  unterhalten.  Vermächtniß  des  Kaufmanns  Johann  Gottlieb ­
  Schnlidt  und  seiner  Ehegattin  geb.  Rndloff  (f  1828)  von
6000  Thlr.  Gold.  Die  Zinsen  von  8600  Thlr.  Gold  sollen  zur  Erziehung ­
  verwaisetcr  Kinder)  Me  von  2400  Thlr.  Gold  zur  baulichen
Erweiterung  des  Lokals  verwendet  werden.
Waisenhaus  zü  Rees.
Eo  enthält  28  Waisen,  zu  deren  Verpflegung  und  Erziehung  jährlich
an  1400  Thlr.  aufgewendet  werden.  Die  Anstalt  hat  ein  Vermögen
in  Grundstücken  von  5700,  in  Kapitalien  von  18,340  Thlr.
Waisenhaus  zu  Schönlanke.
Eine  evang.  kirchliche  Anstalt,  von  Privat-Personen  gegründet,  um  ver-.
  wahrloşete  Kinder  aufzunehmen  und  zu  erziehen.  Die  Anstalt  hat  seit
1857  Korpöratissts-Rechte  und  besitzt  ein  Haus  mit  zwei  Garten,  wird
aber  im  klebrigen  durch  milde  Beitrage  erhalten.  Sie  nimmt  jährlich
3-4  Kinder  auf.
Waisenhaus  zu  Ecran  (Frankfurt).
Im  17ten  Jahrhundert  von  dem  Grafen  v.  Pr  omnitz  für  15  Waisen ­
  (12  Knaben  und  3  Mädchen)  gestiftet  und  botivi.  Die  Anstalt
hat  einen  Vorsteher  und  wird  von  der  Verwaltungs-Kommission  für
die  Dominial-Stiftungen  beaufsichtigt.  Jährlicher  Bedarf  977  Thlr.
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        Waisenhaus  zu  Steele  (Essen).
Mitte  des  vorigen  Jahrhunderts  von  der  Fürst-Regrutin  des  Stifts
Essen,  Franziska  Christine,  Pfalzgräsin  bei  Rhein,  begründet.  Seit
1849  steht  ein  Berwaltungs-Rath  von  7  Personen,  die  aus  den  zum
Waisenhause  berechtigten  7  Pfarreien  zu  ernennen  sind,  dem  Direktor,
welcher  darin  Borsitz  und  Stimme  führt,  als  berathende  Behörde  zur
Seite.  1861  betrug  die  Einnahme  der  Anstalt  16,740  Thlr.  (darunter ­
  die  Zinsen  von  180,000  Thlr.  Kapitalien  mit  7400  Thlr.);
Zahl  der  Zöglinge  150.  Gehört  zum  Reffort  des  geistlichen  Ministeriums, ­
  nimmt  nicht  blos  Arme  anst  und  ist  als  eine  katholische
Erziehungs-Anstalt  und  als  eine  Pflanzschule  tüchtiger  Handwerker  und
Dienstboten  zu  betrachten.  Die  Erziehung  und  den  Unterricht  beaufsichtigt ­
  ein  geistlicher  Regens,  den  Unterricht  der  Mädchen  besorgen
fünf  Schwestern  der  Genossenschaft  der  christlichen  Liebe  zu  Paderborn,
gestiftet  von  Pauline  v.  Mallinkrodt.
Waisenhaus  zu  Stettin.
Eine  städtische  Stiftung,  die  1844  ein  Kapital-Vermögen  von  38,000
Thlr.  hatte.  Mit  derselben  in  Verbindung  steht  die  „Kühlsche  Stiftung", ­
  von  der  1844  hier  f  Wittwe  des  Schissers  Kühl  geb.  Weber ­
  mit  8000  Thlr.  begründet.  Von  den  Revenüen  dieses  Kapitals,
so  weit  dieselben  nicht  zur  Erhaltung  und  Ausschmückung  des  Familicn-Begräbnisses
  der  Stifter  erforderlich,  sollen  den  Waisenkindern  alljährlich ­
  zu  Weihnachten  Geschenke  zu  ihrem  Nutzen  und  zu  ihrer  Erheiterung ­
  gemacht  werrden.
Waisenhaus  zu  Stolberg  am  Harz.
1719  durch  den  Grafen  Christoph  Friedrich  gestiftet.  Die  Verwaltung
steht  unter  Aufsicht  des  gräflichen  Konsistorii;  Vermögen  10,000  Thlr.
&amp;gt;n  Kapital,  außerdem  Grundstücke,  Naturalienbezüge  rc.
WaisenhallS  zu  Straußsnrt.
Freiherrlich  v.  M  ün  chhaus  enschc  Familicn-Stiftung,  9  Knaben
"nd  9  Mädchen  enthaltend.  Die  Einkünfte  bestehen  in  Antheilen  an
ben  Ausbeuten  der  Mausfelder  Bergwerke,  in  Pachtgeldern  für  Ländereien, ­
  welche  für  die  Anstalt  angekauft  sind  und  in  Interessen  von
Capitalien,  die  aus  Ersparnissen  aufgesammelt  sind.
Waisenhaus  zu  Striegau.
3«  demselben  werden  etwa  20  Kinder  für  Rechnung  der  Stadt  und
4  Kinder  für  Rechnung  des  Waisen-Bcreins  (s.  d.)  verpflegt  und  erzogen. ­

Waisenhaus  zu  Warfchowitz  (Pleß).
1847  als  Verpflegungs-Anstalt  für  Typhus-Waisen  begründet,  ist  die
Anstalt  jetzt  wesentlich  eine  unter  Leitung  des  Central-AnSschusses  für
die  innere  Mission  »stehende  Erziehungs-  (Rcttungs-)  Anstalt  für  K  in
der  evang.  Konfession,  nnd  nimmt  Kinder  ans  anderen  Regierungsbezirken ­
  auf.  Sie  hat  einen  Vorsteher  und  zwei  Httlfslehrer  und
        <pb n="769" />
        762

A

zählte  1861  1  Zögling  über  16,  und  25  unter  16  Jahren,  für  welche
ein  jährliches  Verpflegungsgeld  von  40—50  Thlr.  gezahlt  wird.
Waisenhaus  für  die  Grafschaft  Wernigerode.
Errichtet  1714  und  weiter  begründet  1736.  In  demselben  werden  jetzt  etwa
20  arme  Kinder  aus  der  Grafschaft  Wernigerode,  die  entweder  den
Vater  oder  beide  Eltern  verloren  haben,  von  ihrem  8  ten  Lebensjahre
bis  zur  Konfirmation  unentgeltlich  verpflegt  und  erzogen:  sie  besuchen
die  Schulen  der  Stadt.  Neben  diesen  Kindern  befinden  sich  noch  einige
andere  in  der  Anstalt,  die  entweder  verwaiset  oder  in  der  Erziehung
verwahrloset,  von  Kommunen  der  Grafschaft  oder  von  Privat-Pcrsonen
als  Kostgänger  gegen  Entrichtung  des  Kostgeldes  hierher  gegeben  und
gleich  den  Waisen  behandelt  werden.  Das  gräfliche  Konsistorium  führt
die  Oberaufsicht  Über  die  Anstalt,  welche  1840  ein  Kapital-Vermögen
von  ca.  9500  Thlr.  hatte.  Dem  Waiscnhailse  wurde  ein  Legat  von
1000  Thlr.  (wovon  f-  in  Gold)  übelwiPn,  welches  der  Schul-Jnspektor
Wenck  zu  Magdeburg  (f  1839)  und  seine  Ehegattin  geb.  Kalisky
zu  Nutz  und  Fronlmen  der  Erziehungs-Anstalten  für  hiesige  arme  Kinder ­
  vermacht  hatten.  Bon  den  Zinsen  werden  Kinder  aus  der  Stadt
Wernigerode,  die  in  das  Waisenhaus  aufgenommen  werden,  bis  zu
ihrer  Konfirmation  oder  ihrenl  Eintritt  in  das  bürgerliche  Leben  erzogen. ­
  Auch  bezieht  das  Waisenhaus  den  Ertrag  des  Wernigeroder
Intelligenz-Blattes  mit  300  Thlr.  jährlich.
Waisenhaus  zu  St.  Georg  in  Wongrowitz.
Ein  katholisches  Institut,  von  dem  Propste  Mnsolff  (1859)  gegründet ­
  und  dotirt.  Er  überwies  dazu  ein  Hans  mit  Wirthschaftsgebäudcn
und  ein  Kapital  von  12,000  Thlr.  Die  Anstalt  hat  beschränkte  Korporations-Rechte. ­
  "
,ú:  WaisenhanS  Witste-Giersdorf.
Von  den  Fabrikbesitzern  N.  Reichenheim  n.  Sohn  ans  der  dortigen
Fabrik  hergestellt  und  für  40  Waisenkinder  von  Fabrik-Arbeitern  eingerichtet. ­
  Eingeweiht  I  I.  Oktober  1861,  enthalt  es  zur  Zeit  acht
Kinder.
Waisenhaus  zu  Züllichau.
Eine  evangelische  Anstalt,  von  einem  Bürger  der  Stadt  Züllichau,  dem
Nadler  Steinbart,  mit  Königl.  Privilegium  (vom  9.  Nov.  1726)
begründet  und  eine  eigene  Parochie  bildend.  Es  heißt  in  dem  gedachten
Privilegium:  „Und  da  obenerwähnler  Steinbart  von  dem  Höchsten
zu  einem  Werkzeuge  gebraucht  worden,  daß  er  dieses  Waisenhaus,
ohne  einen  Groschen  dazu  vorräthig  zu  haben,  lediglich  in  zuversichtlichem ­
  Vertrauen  zu  Gott,  der  da  liebreiche  Herzen  zu  einer  freiwilligen
Beisteuer  erwecken  kann,  angefangen  und  bisher  unter  des  Höchsten
Segen  fortgeführt,  auch  von  ihul  in  demselben  schon  viele  Arme  versorgt ­
  worden  sind:  so  wollen  Wir,  daß  derselbe  eürzig  und  allein  die
Direktion  über  dasselbe  fernerhin  haben,  sondern  auch  befugt  sein  soll,
die  Direktion  Jemandem,  zu  welchem  er  das  Vertrauen,  daß  er  dem
        <pb n="770" />
        763

ñuten  Werk  vorzustehen  und  solches  zu  kontinuireu  geschickt  sei,  vor
seinem  Tode  aufzutragen;  wie  denn  auch  derjenige  Direktor,  welchen
dieser  Steinbart  etwa  aunoch  bei  seinem  Lebe»  erwählen,  oder  bei
seinem  Absterben  benennen  möchte,  und  alle  Successores  oder  DircktorcS
des  Waisenhauses,  wie  sie-  nach  einander  folgen,  eben  das  Recht  haben
sollen,  einen  Direktoren!,  welcher  den,  abgehenden  in  der  Ordnung  folgen ­
  soll.  ebenfalls  zu  erwählen  oder  zu  ernennen.  Die  Präceptores
kann  der  jedesmalige  Direktor,  gleich  andern  Waisenhaus-Bedienten,
nach  seinem  eigenen  Belieben  annehmen  oder  dimittiren  rc."  Die  Anstalt ­
  erhielt  im  Laufe  der  Zeit  in  Folge  persönlicher  Verbindungen  der
Direktoren  aus  der  Familie  T  keinb  art  mancherlei  Zuwendungen,
wie  die  Karl  v.  Waldowschen  Stiftsgüter  Nendorf  und  Randen,
die  Freifrau  v.  D  erffli  ng  er  schcn  Stiftsgütcr  Kerkow  und  Krauseichc.
  Es  bestehen  bei  derselben  mehrere  Stipendien  für  Studirendc,
eine  Gräflich  v.  S  chmettowsche  Freistelle  und  sechs  Stellen  für  Knaben ­
  von  musikalischer  Vorbildung.  Durch  ein  volles  Jahrhundert  blieb
die  Verwaltung  des  Waisenhauses  mit  bestem  Erfolge  bei  der  Familie
Steinbart.  Gotthilf  Samuel  Steiubart,  der  dritte  Direktor
dieses  Namens  stiftete  in  der  Anstalt  das  „Pädagogium",  d.  h.  er  erweiterte ­
  die  Schule,  welche  im  Waisenhanse  sogleich  nach  deffen  Stiftung ­
  errichtet,  zwar  nur  eine  Elementar-Schnle  gewesen  war,  aber  doch
der  Absicht  der  Stiftung--Urkunde  gemäß  einzelne  befähigte  Waisen
bis  zur  Universität  vorbereitet  hatte,  zu  einem  vollständigen  Gymnasium, ­
  und  traf  auch  die  nöthigen  Einrichtungen,  um  nichtvcrwaiseten
Knaben  und  Jünglingen  außer  dem  Unterricht  in  der  Gymnasial-Schule
Erziehung  und  häusliche  Pflege  zu  gewähren.  Friedrich  II.  ertheilte
ihm  unter  dem  20.  März  1766  die  förmliche  Bestallung  als  Direktor
dieses  neuen  Zweiges  des  Waisenhauses,  und  die  neue  Anstalt  selber,
nämlich  Alumnat  nnd  Gymnasial-Schule  erhielten  den  Namen  eines
Königl.  Pädagogiums.  Durch  die  Privatinittel  des  Direktors  Gotti,ils
Samuel  Steinbart  ins  Leben  gerufen  und  durch  die  Privatmittel
seiner  Nachfolger  weiter  unterhalten,  erhielt  das  Pädagogium,  ohne
eigenes  Vermögen  und  ohne  sichere  Fundation,  seit  1837  eine  Staats-Unterstützung
  aus  den  Mitteln  des  Neuzcller  Schul-Fonds  von  jähruch
  2684-7  Thlr.,  wogegen  der  Staatsbehörde  an  Stelle  des  bis  dabln
  bestandenen  allgen,einen  Oberaufsichtsrechts  eine  erweiterte  Einwirkung ­
  auf  die  innern  und  äußern  Verhältnisse  der  Anstatt  von  Seitcn
  des  Direktors  zugestanden  wurde.  Das  „Waisenhaus"  gewährtvaterļosen,
  übrigens  gesunden  und  nicht  sittlich  verwahrloseten  Kindern  Erpehttng,
  Gymnasial-Unterricht  und  äußere  Verpflegung,  indem  cS  die  aufgenommenen
  Kinder  dem  in  den  Räumen  des  Waisenhauses  bestehenben
  Königlichen  Pädagogium  als  Zöglinge  übergicbt.  Die  Aufnahme
^folgt  zuerst  auf  ein  Probejahr;  wird  der  Kuabe  demnächst  in  der
Anstalt  behalten,  so  dauern  Erziehung  und  Unterricht  bis  zur  Einsegnung.
  Zeigt  der  Knabe  Befähigung  zu  höherer  Bildung,  so  kann
'hm  die  Wohlthat  gereicht  werden,  bis  er  sich  die  Reife  für  die  Unibersttät
  erworben  hat.  Der  zur  Probe  und  nach  bestandener  Probe
        <pb n="771" />
        764

wirklich  als  Waise  aufgenommene  Knabe  erhält  zunächst  eine  halbe,  und
erst  später  nach  den  Umständen  und  seinem  Verhalten  eine  ganze  Freistelle. ­
  Das  auf  dem  Pädagogium  zu  zahlende  Schulgeld  beträgt  36
Thlr.  jährlich;  dabei  finden  jedoch  Ermäßigungen  auf  ş,  j,  ',  ÿ  und
gänzliche  Befreiungen  statt.  Im  Jahre  1854  waren  bei  234  Schülern
ganz  frei  55,  die  volle  Zahlung  leisteten  58.  Die  ganze  Einnahme
vom  Schulgelde  betrug  4186  und  mit  Einschluß  verschiedener  kleinern
Abgaben  4856  Thlr.  Der  volle  Pensionssatz  für  junge  Leute,  welche
in  das  Pädagogium  aufgenommen  werden  wollen,  beträgt  136  Thlr.
Waisen-Pforte  zu  Kottbus.
Nach  dem  Muster  der  Frankeschen  Stiftungen  in  Halle  zur  Aufnahme,
Verpflegung,  christlichen  ErziehnNg  und  zum  Schul-Unterricht  von  arnien
schulpflichtigen  Waisen  und  ihnen  gleich  zu  achtenden  verlasiemn  Kindern ­
  aus  der  preußischen  Ober-  und  Niederlausitz  und  dem  Kottbuser
Kreise  eingerichtet;  bei  erheblichen  Unglücksfällcn  werden  auch  Kinder
aus  andern  preußischen  Provinzen  aufgenommen.  Die  Kinder  werden
in  dazu  geeigneten,  christlich  gesinnten  Familien,  mit  Vater  und  Mutter
an  der  Spitze,  welche  einen  innern  Beruf  zur  Waisen-Erziehung  haben,
zugleich  mit  deren  eigenen  Kindern  christlich  verpflegt,  erzogen  und  in
einer  eigener  Waisen-Schnle  unterrichtet,  und  wohnen  in  einem  oder
zwei  besonderen  Häusern.  1846  begründet  und  am  15.  Oktober  1847
eröffnet,  besaß  das  Institut  (zur  Zeit  noch  Privat-Anstalt  des  Diakonus ­
  Dr.  Berger)  1859  ein  Grundstück  von  10  Morgen  mit  Wohnhaus, ­
  Schule  und  Garten  und  hatte  bis  dahin  76  Kinder  aufgenommen. ­
  Die  Kommunal-Landstânde  zahlen  dem  Institut  jährlich  160
Thlr.,  wofür  dasselbe  5  Kinder  ans  der  Obcrlausitz  aufnimmt.
Waisen-Nettung-hauS  zu  Rokitten.
1832  durch  einen  Verein  gegründet,  welcher  die  Rechte  öffentlicher
Korporationen  besitzt  und  den  Zweck  verfolgt,  arme  verlassene  Kinder  des
Großherzogthums  Posen  zu  nützlichen  Gliedern  des  Staats  zu  erziehen
und  dieselben  durch  eine  thätige  sorgfältige  Beaufsichtigung'bis  in  das
20ste  Jahr  von  Abwegen  entfernt  zu  halten.  Die  Mitglieder  haben
ein  Kapital  aufgebracht  und  zinstragend  sichergestellt;  dasselbe  darf  nicht
angegriffen  werden.  In«  Jähre  1861  betrug  das  Vermögen  der  Anstalt ­
  6600  Thlr.  in  Grundstücken  und  600  Thlr.  in  Legaten;  Kinder
befanden  sich  41  im  Hanse.  Präses  der  Direktion  v.  G  crsd  or  ff  auf
Se»-Porwerk.  '  -,  ,,,  ,  &amp;gt;  •,
\  I  ,,  WaisemŞtift  zu  Elbing.
Eine  zur  Aufnahme  ev.  Mädchen  bestimmte  Anstalt  mit  23  Kindern.
Waisen-  und  Pflege-Anstalt  zu  Meseritz.
Sie  nimmt  verwaisete  Kinder  und.alte  arbeitsunfähige  Personen  aus
und  hat  210  Thlr.  jährliche  Einnahme.  Verwaltet  durch  eine  Deputation
  des  Magistrats.  chuo  M
Waisen-  und  ŞàbAnstalt  (Pro-Gviiinasiuin)  zu  Bnnzlan.
In  der  Mitte  des  vorigen  Jahrhunderts  von  dem  Maurermeister  Gott-
        <pb n="772" />
        765

.  r

fried  Zahn  im  Sinne  der  Frankeschen  und  Steinbartschen  Stiftungen
begründet,  jetzt  ein  Königliches  Institut  mit  einem  Kapital-Vermögen
von  76,000  Thlr.  Die  Anstalt  ist  zur  Zeit  nicht  nur  für  Erziehung
und  ^Unterricht  von  Waisenknaben  bestimmt,  sondern  nimmt  auch  andere
Zöglinge,  und  zwar  theils  als  Fundatisten,  theils  als  Freischüler  oder
Alumnen,  theils  als  Pensionäre,  theils  als  Stadtschüler  auf.  Mit
Ausnahme  der  letzteren,  welche  im  elterlichen  Hause  oder  bei  anderen
Familien  in  der  Stadt  oder  Vorstadt  wohnen,  stehen  alle  diese  Zöglinge ­
  in  der  vollen  Lebens-Gemeinschaft  des  Hauses;  derselben  schließen
sich  auch  für  die  wichtigsten  Ordnungen  die  Söhne  der  Anstalts-Lehrer
und  Beamten  als  Hausschüler  an.  Für  die  erziehliche  Leitung  sind  die
Zöglinge  in  Familien  eingetheilt,  über  bereu  jede  zunächst  ein  Familienlehrer
  mit  seinen  Gehilfen  theils  Hilfslehrern,  theils  Zöglingen  des
Schullehrer-Seminars  —  gesetzt  ist.  Diese  Familien  sind  nicht  als
für  sich  bestehende  kleinere  Ganze,  sondern  nur  als  Glieder  in  dem
Gesammt-OrganiSmus  der  Anstalt  zu  betrachten..,  Die  aufzunehmenden
Knaben  sollen  in  der  Regel  nicht  unter  9,  nicht  über  12  Jahre  alt,
dabei  müssen  sie  körperlich  und  geistig  gesund,  sittlich  unbescholten,  im
Verhältniß  ihres  Alters  gehörig  vorgebildet  sein.  Knaben,  welche  bereits ­
  das  12te  Lebensjahr  überschritten  haben,  können  in  Bencfiziaten-Stellen
  gar  nicht  mehr,  als  Pensionaire  oder  Stadtschüler  nur  ganz
ausnahmsweise  aufgenommen  werden  und  müssen  im  letzteren  Falle
mindestens  die  Reife  für  die  zweite  lateinische  Klasse  nachweisen.  Die
Zahl  der  Waiscn-Stellcn  beläuft  sich  auf  60.  Vou  denselben  werden
a )  47  durch  das  Provinzial-Schul-Kollegiuin  mit  solchen  Knaben  befetzt,
  welche  wirkliche  Waisen  und  in  Schlesien  (einschließlich  der  preußischen ­
  Oberlausitz)  geboren  oder  mit  ihren  Eltern  einheimisch  geworden ­
  sind;  eine  dieser  Stellen  kann  hin  und  wieder  auch  einem  Waisenknaben ­
  aus  Kottbus  verliehen  werden;  &amp;gt;»)  10  Stellen  besetzt  der  Minister ­
  der  geistlichen,  Unterrichts-  und  Medillnal-Angelegcnhcitcn  und
Mar  gewöhnlich  mit  Nicht-Schlesiern;  c)  2  Stellen  für  Waisen  schlesischer
  Postbeamten  besetzt  der  Handels-Minister;  d)  1  Stelle  für  eine
Waise  aus  der  preußischen  Oberlansitz  besetzt  die  Negierung  in  Liegnitz.
Die  Zahl  der  sonstigen  Benefiziaten-Stellen  beträgt  29.  Von  diesen
sind  a)  25  Königliche  Freischüler-  oder  Alumnen-  und  l»)  2  Königliche
^Ptra-Alumnen-Stellcn.  Diese  27  Stellen  sind  für  Söhne  weniger
bemittelter  Ellern  aus  der  Provinz  Schlesien  (einschließlich  der  prcußifchcn
  Oberlansitz)  bestimmt  und  werden  von  dem  Provinzial-Schul-Kollegium
  besetzt,  e)  I  Freiherrlich  von  Richtho  fensche  Fundatiften-Stelle
  besetzt  der  jedesmalige  Senior  der  v.  Richthofeuschen  Famille
îvit  einem  bürgerlichen  Knaben  ans  der  Stadt  Striegau;  d)  1  H  en  cke  -
Me  Fundatistcn-Stelle  zunächst-'-für  testamentarisch  näher  bezeichnete
Kategorien  von  Verwandten  deS  Stifters  dieser  stette,  weiland  superintendent ­
  Henckc  in  Kotzenau.  In  Ermangelung  solcher  zunächst
berechtigten  Knaben  kann  dieselbe  auch  verwaiseten  resp.  weniger  be-Rüttelten
  Knaben  aus  Kotzenau,  auf  Vorschlag  des  Orts-Geistlichen
Und  des  Schul-Vorstandcs  in  Kotzenau,  vom  Direktor  verliehen  wer-
        <pb n="773" />
        766

ben;  e)  2  Nöbersche  Funbatisten-Stellen  zunächst  für  Verwandte  bes
Stifters,  weilanb  Apotheker  Röber  in  Luppadahlcn.  Für  Pensionaire
smb  51  Stellen  vorhanben,  deren  Besetzung  von  ber  Entscheidung  bes
Direktors  abhängt.  Für  Stabtschüler  giebt  es  24  Stellen,  welche
ebenfalls  ber  Direktor  besetzt.  Auch  in  btefcit  Stellen  dürfen  nur
solche  Knaben  sich  befinben,  welche  zu  einer  höheren  Ausbilbung  bie
hinlängliche  Befähigung  besitzen.  Die  Waisen-Knaben  werben  ganz
kostenfrei  in  ber  Anstalt  unterhalten.  Den  sonstigen  Benesiziaten'wie
ben  Pensionairen  wirb  von  der  Anstalt  Wohnung  nebst  Utensilien
Heizung,  Kost,  Untericht,  erziehliche  Aufsicht  unb  btc  allgemeine  Hausbcbtciumg
  gewährt.  Hierfür  zahlen  bie  Freischüler  jährlich  12,  btc
Eptra-Alumncn  36,  bie  Pensionaire  80  Thlr.  Ausierbcm  erlegt  ein
jeber  bieser  Zöglinge  beim  Eintritt  2  Thlr.  für  bie  Bibliothek,  1  Thlr.
şà  bie  Erhaltung  der  Speise-  Geräthe,  2  Thlr.  für  Instanbhaltunq
resp.  Erneuerung  ber  Wohmmgs  -  Utensilien.  Die  v.  Richthofenschcn
unb  Henckeschcn  Funbatisten  haben  weder  jährliche  noch  einmalige  Zahlungen ­
  an  die  Anstalt  zu  leisten.  Für  Stnben-Beleuchtung,  Wäsche,
Bekleidung,  Schreibmaterialien,  Bücher,  ärztliche  Behandlung,  Medikamente ­
  ,  ein  kleines  Taschengeld  n.  dgl.  haben  die  Angehörigen  aller
dieser  Zöglinge  zu  sorgen  und  zu  diesem  Behufe  die  betreffenden  Familicnlehrer
  mit  ausreichendem  Geld-Vorschuß  zu  versehen.  Die  Stabtschüler ­
  zahlen  ein  jährliches  Schulgeld  von  18  Thlr.  und  beim  Eintrltt
  2  Thlr.  für  die  Bibliothek.
Waisen-  und  Versorgungs-Anstalt  zu  Eickstedtwalde  (Köslin).
1853  begründet.  Sie  zählte  1857  10  Knaben  und  8  Mädchen.
Waisen-Äerein  zu  Striegau.
Emp  mit  Korporations-Rechten  ausgestattete  Privat-Gesellschaft.  Val.
Waisenhaus  zu  Striegau.
Waisen-VersorgiingS-Aiistalt  zu  Klein-Glienicke  bei  Potsdam.
Diese  dlnstalt,  1332  »tit  den  Rechten  einer  moralischen  Person  begabt,
ist  von  dein  1846  ş  Regiefniigs-Rath  v.  Türk  lediglich  auf  die  Mildthätigkeit ­
  begründet.  Nach  dem  Statut  vom  25.  Februar  1833  ist  die
Bestimmung  der  Anstalt,  den  verwaiseten  noch  unerzogenen  ehelichen,
oder  durch  btc  Ehe  legitimirten  Söhnen  der  Bürgers  Grundbesitzer
und  Gewerbetretbenden,  sowie  der  niederen  Staats-  und  Kommuual-Beamten,
  vorzüglich  aber  den  verwaiseten  Söhnen  der  Väter,  die  den
Befreiungskrieg  mitgemacht  und  den  Sühnen  btr  Elcmentär-Lehrer  in
ben  Städten,  sowie  der  Land-Schullehrer,  eine  dem  Stande  des  VatcrS
und  dem  künftigen  Berufe  der  Zöglinge,  desgleichen  ihren  Fähigkeiten
angemessene  Erziehung  zu  geben.  Das  Vermögen  der  Eltern  darf
zur  Erziebuug  der  Söhne  nicht  zureichen;  auch  dürfen  keine  vermögenden ­
  Verwandten  sich  vorfinden.  Die  Zöglinge  müssen  wo  möglich  ein
Bett,  desgleichen  einen  vollständigen  Anzug  zur  Anstalt  bringen;  sie
sind  vom  vollendeten  8  ten  bis  zum  14ten  Jahre  aufnahmefähig  und
bleiben  in  der  Regel  bis  zum  vollendeten  15ten  Jahre;  diejeuigeu'  aber,
        <pb n="774" />
        767

welche  sich  dem  Forstfache,  der  Feldwirlhschaft  oder  der  Gärtnerei  widmen, ­
  oder  in  das  Schullehrer-Seminar  eintreten  wollen,  bleiben  bis
zum  17ten  Jahre  in  der  Anstalt.  Durch  Einzahlung  eines  Kapitals,
das  Anfangs  zu  1500  Thlr.  bestimmt  war,  später'  aus  2500  Thlr.
und  neuerdings  auf  3000  Thlr.  erhöht  worden  ist,  sind  39  Zöglings-Stellen
  begründet.  Darunter  a)  1  von  König  Friedrich  Wilhelm  III.,
W  6  von  dem  General-Postamt,  c)  7  von  dem  Königl.  Finanz-Ministerium ­
  (5  von  der  General-Verwaltung  der  Domainen  und  Forsten
für  Söhne  von  Forstbeamtcn,  d)  3  von  dem  Königl.  Kultus-Ministerium ­
  für  Schullehrer-Söhne,  e)  1  von  dem  Königl.  Ober-Stallmeister,
0  2  vom  Königl.  Justiz-Ministerium,  g)  2  von  dem  f  Staats-Rath
Ģrafen  v.  Jtzen  plitz  zu  Kunersdorf  für  Söhne  von  Kombattanten
des  Befreiungskrieges.  Noch  hat  die  Wittwe  des  Zimmermcisters
Era  atz  in  Potsdam  die  Anstalt  jrait  Erben  ihres  Vermögens  mit  der
Bestimmung  eingesetzt,  daß  von  den  Zinsen  verwaisete  Söhne  von  Mitgliedern ­
  des  Zimmergcwcrks  erlogen  werden  sollen.  Das  Vermögen
der  Anstalt  beträgt  jetzt  93,000  Thlr.,  das  der  Craatzschen  Stiftung
6000  Thlr.  S.  v.  Reuß.
v.  Wakenitz  scher  StipendicnFondS.
Prälat  Albrecht  v.  Wakcnitz  legirtc  (1632)  6000  fl.,  und  bestimmte
^  Zinsen  zu  sechs  Stipendien.  Der  v.  Wakcnitz  zuKlevcnow  präşintirt,
  und  die  Universität  Greifswald  entscheidet  nach  abgehaltener
Prüfung  über  die  Würdigkeit.  Der  Fonds  betrug  1838  (Koch  II.  357)
3450  Thlr.  an  Kapital,  und  das  einzelne  Stipcndinni  25  Thlr.
K.  v.  Waldow,
Hauptmann  (+  1747),  überwies  den,  damals  gegründeten  Waisenhause
zu  Züllichau  (s.  d.)  die  im  Sternberger  Kreise  gelegenen  Güter  Neudorf ­
  und  Randen  im  Uinfange  von  fast  10,00Q  Morgen.
Anton  v.  Wallenburg.
şļdt  zu  Kamenz,  schenkte  in  den  Jahren  1584  und  1592  zur  Speisung ­
  der  Armen  in  Neisse  und  zu  Darlehnep  an  junge  arme  Handwerker ­
  200  Thlr.  11  "  ^  '
Graf  v.  Walleurodtsche  Stipendien-^tiftung.
Zum  Genusse  sind  berufen  junge  àie  aus  a)  der  v.  W  áltenlo ­
  dt  scheu  Familie;  b)  der  v.  Äuer  scheu  Familie,  aus  dem  Fuchsbrgschen
  Hause,  we&amp;gt;m  sic  von  einer  v.  d.  Groeben  geboren  sind;  c)
öer  v.  Eulen  bürg  scheu  und  d)  der  v.  d.  Gr  oc  ben  scheu  Familie
aus  dem  Weßlienenschen  Hause,  vom  vollendeten  13.  bis  znni  zurücklegten ­
  18.  Lebensjahre,  fünf  Jahre  hindurch,  jedoch  nur  alsdann  und
&amp;gt;o  lange,  als  sie  sich  den  Studien  widmen  und  kein  anderes  Metier
^wählen.  Kurator  der  Stiftung  ist  (1865)  der  Tribunals-Sekretär
Ad  lo  ff.
v.  Wall  ear  odtsches  Hospital  zn  Tapian.
Ein  Bürger-Hospital,  1619  begründet  und  zur  Aufnahme  von  sechs
Personen  geeignet.  Vermögen  der  Anstalt  33;  Thlr.
        <pb n="775" />
        768

v.  Wallwitzscher  Fonds.
Eine  alte  Stiftung  bei  der  jetzigen  Universität  Halle-Wittenberg.  Sebastian ­
  v.  Wallwitz  auf  Döbern  widmete  400  Mfl.  (350  Thlr.),
deren  Zinsen  wechselsweise  vier  Jahre  hindurch  ein  unbemittelter  studirender
  Sohn  eines  Wittenberger  Professors,  und  sodann  drei  Jahre
eine  hülfsbedürftige  Wittwe  eines  Wittenberger  Profeffors  zu  genießen
hat.  Die  Kollatnr  wird  von  den  Professoren  der  Wittenberger  Stiftung ­
  geübt.  (Koch  1.  444.)
Walther,
Kupferschmied  zu  Tennstädt,  vermachte  (1864)  km  dortigen  Magistrat
zur  Errichtung  und  Erhaltung  einer  Sonntags-Schule  event,  zu  andern
Schulzwecken  7500  Thlr.
Walther-Kühnsche  Süftung«  Schule  zu  Berlin.
1776  von  dem  Hofrathe  Walther  begründet  (Neue  Friedrichsstraßc
Nr.  22.  23.);  die  Aufsicht  führt  der  Propst  zu  St.  Nikolai,  auch  besteht
ein  Schul-Borstand.
Joh.  Wampach,
Kaplan  zu  Rees,  stiftete  bei  der  katholischen  Pfarrkirche  daselbst  eine
Kaplanei  und  vermachte  bei  seinem  Tode  (1840)  ca.  4610  Thlr.  der
Kirche  in  der  Art,  daß  sie  davon  die  Hälfte  an  den  katholischen  Armen-Fonds
  des  Orts  zu  übereignen  habe.
W  a  u  b  v  c  t),
Superintendent  zu  Haynau  (t  1857)  vermachte  der  dortigen  evangel.
Stadtschule  zur  Deckung  von  Schulgeld  für  2  arme  Kinder  ein  Kapital ­
  von  100  Thlr.
Wapenhans,
legirte  der  Heiligen  Geistkirche  zu  Magdeburg  1000  Thlr.,  deren  Zin
sen  zur  Kirchenkasse  stießen.
Armeu-Stistuug  .War  en  dors  zu  Münster,
mit  einem  Armenhausc  1607  von  dem  Besitzer  des  Gutes  Nevinghof,
Baldevin  Warenbörse  begründet;  der  zeitige  Besitzer  des  Guts  ist
Patron  der  Stiftung;  die  Mitanfsicht  führen  der  Pastor  und  der  älteste ­
  Provisor  in  Lamberti.  Das  Armenhaus  nimmt  8  Frauen  auf.
Kapital-Bermögen  0000  Thlr.
Warkenthin-Peterssche  Stiftung  zu  Tiegeichof.
Sie  hat  ein  Kapital  von  1966)1  Thlr.,  von  dessen  Zinsen  jährlich  ge
zahlt  werden  sollen  60  Thlr.  in  Raten  von  4  Thlr.  an  15  Wittwen
des  Orts,  die  in  Dürftigkeit  leben  und  einen  unbescholtenen  Wandel
führen,  ohne  Unterschied  der  Religion  nach  Auswahl  der  Armen  Borsicher;
  ferner  20  Thlr.  noch  an  eine  oder  die  audere  dieser  Wittwen,
oder  auch  an  andere  Personen,  die  der  Unterstützung  bedürftig  sind.
Isaak  Simon  Warschauer,^  z
Kalligraph  (t  1858  in  Berlin)  und  seine  1859  zu  Dresden  t  Ehe'
        <pb n="776" />
        769

frau  geb.  Cracow  begründeten  zwei  Stiftungen.  Die  eine  bezweckt
1)  Unterstützung  jüdischer  und  wenn  den  Juden  die  Bekleidung  öffentlicher ­
  Lehrstellen  nach  Maßgabe  des  Gesetzes  vom  11.  März  1812
wieder  eingeräumt  werden  sollte,  auch  christlicher  Volks-  und  Elemcntar-Schullehrer
  und  deren  Wittwen  und  Waisen;  die  andere  2)  Unterstützung ­
  für  würdige  und  bedürftige  jüdische  Hausväter  oder  Hausmütter ­
  zu  Berlin.  Das  Kapital  beider  Stiftungen  beträgt  zusammen
19,000  Gulden  in  Oesterreichischen  Staats-Papieren.  Tcstaments-Exekutoren
  sind  die  zeitigen  Mitglieder  des  engern  Ausschuffes  der  „Gesellschaft ­
  der  Freunde",  s.  d.  A.)  und  die  Mimlieder  des  Vorstandes
der  jüdischen  Gemeinde;  Aufsichtsbehörde  das  Polizei-Präsidium.
M.  Warschauer.  nbidMmWS
Banquier  zu  Berlin  begründete  bei  der.  Universität  zu  Königsberg  ein
Stipendium  mit  2500  Thlr.  in  Staatsschuldschcincn.  Zwei  Studirende,
von  denen  der  eine  sich  zum  mosaischen  Glauben  bekennen  muß,  sollen
jährlich  jeder  mit  50  Thlr.  unterstützt  werden.  Die  Verleihung  hat
der  akademische  Senat.
v.  Wartenbergsches  Stipendium  zu  Perleberg.
Im  15.  Jahrhundert  von  einem  v.  Wartenbergschen  Unterthanen
zu  Uenze  der  Kirche  daselbst  in  Naturalien  (12  Scheffel  Roggen  und
12  Scheffel  Gerste  altes  Maaß)  legirt,  und  nach  der  Reformation  zu
einem  Stipendium  bestimmt.  Berechtigt  sind  Mitglieder  der  v.  Warten ­
  ber  g  schen  Familie  und  demnächst  Fremde  bürgerlichen  Standes
aus  8  Jahre;  jene  schon  auf  der  Schule  und  auf  der  Universität,  diese
nur  auf  Universitäten.  Kollator  der  Senior  der  v.  War  tendera^
schen  Familie.
Weber  sche  Schul-Stiftung,
von  dem  Pfarrer  Weber  in  Kaifenheim  &amp;lt;Kochem)  herrührend.  Kapital ­
  300  Thlr.
Weber  sche  Stiftung  zu  Berlin.  ş
Fabriken-Kommissionsrath  Weber  (t  1831)  vermachte  dem  Verein  zur
Beförderung  des  Gewerbefleißes  in  Preußen  (s.  A.)  10,000  Thlr.,  deren
Zinsen  einen  Beitrag  zu  den  Kosten  bilden  sollten,  welche  eine  zu  Irefsende
  Einrichtung  zum  Unterricht  von  Lehrlingen  und  Gesellen  oder
Gehülfen  der  Fabriken  und  Handwcrkcrei,  nach  den  Ideen  Broughams, ­
  erfordern  würde.  Er  enthielt  sich,  dem  Verein  die  Art  und
-Weise  bestimmt  vorzuschreiben,  wie  dieser  Zweck  zu  erreichen  sein  werde
und  wie  hiezu  die  Zinsen  von  seinem  Vermächtnisse  angewandt  werden
sollten,  und  beschräà  sich  blos  darauf,  denselben  dadurch  zu  veranase», ­
  mit  einer  solchen  Einrichtung  vorzuschreile».  die  im  l'aubc  noch
şehlte.  Das  Kapital  bleibt  so  lange  Eigenthum  des  Vereins,  als  er
besteht.  Sollte  derselbe  sich  auflösen,  so  geht  das  Dermächtniß  auf  den
Magistrat  zu  Berlin  über,  um  die  Zinsen  der  10,000  Thlr.  in  der
angegebenen  Art  bei  der  von  ihm  gestifteten  Gewerbeschule  zu  benutzen.
Sollte  diese  Schule  ebenfalls  aufhören,  so  fällt  das  Kapital  dem  Ber-Vreuß.
  Landbuch.  49
        <pb n="777" />
        linischen  Armenwesen  anheim.  Die  Rente  ist  zur  Zeit  den  FortbildungsAnstalten ­
  (s.  d.  A.)  überwiesen,  in  welchen  geeignete  Vorträge  im
Sinne  des  Stifters  gehalten  werden.  186%  waren  für  diesen  Zweck
400  Thlr.  zur  Verfügung  gestellt.
W  ebersche  Stiftung  zu  Niefeuburg.
Kriegs-Kommissar  Weber  (t  1760),  Besitzer  der  adeligen  Güter
Schrammen  und  Orkusch,  setzte  lctztwillig  den  Magistrat  zu  Rieseuburg
zu  seinem  Erben  ein  und  verfügte,  daß  aus  den  Einkünften  jener  Güter ­
  einige  Stipendiaten  und  solche  Subjekte,  die  zum  Studiren  tüchtig,
unterhalten  würden,  mit  der  Bestimmung:  „es  solle  diese  Schenkung
eine  Wohlthat  für  die  Stadt  Rieseuburg  fein  ;  damit  die  Stadt  und
ihre  Officia  dereinst  mit  tüchtige»  Männern  könnten  besetzt  werden."
Zu  Testaments-Epekutoren  sind  dev-  Richter'  und  der  Stadtschreiber
(jetzt  die  beiden  ältesten  Richter)  zu  Marienwerder  berufen.  Zu  Stipendien ­
  dürfen  nur  gelangen  /chie  Söhne  der  Magistrats-Mitglieder,
der  beiden  Teftanrents-Exekutoren,  det'  Geistlichen  und  Beamten,  und,
wenn  keine  Stipendiaten  vorhanden  und  die  Fonds  der  Stiftung  es
gestatten,  auch  die  Söhne  der  Kaufleute  oder  Bürger  mit  Ausschluß
der  Söhne  der  Handwerker."  Ein  Obelisk  auf  dem  Schloßplätze,  am
1.  November  1860  feierlich  enthüllt,  ehrt  das  Andenken  des  Stifters.
—  Die  Güter  haben  eine  Fläche  pon  4100  Morgen  und  gewähren
2610  Thlr.  Pacht-Ertrag.
Aug.  Christoph  Gottsr.  ISeler,
Hofrath,  und  dessen  Ehegattin  geb.  Müller  legirten  in  ihrem  am
14.  Juli  1847  publicirtcn  Testamente  dem  Waisenhause  in  Nordhausen ­
  1000  Thlr.  Gold  zur  besseren  Erziehung  und  Bildung  unglücklicher
und  dürftiger  Waisen.
KlaudiuS  Weber,
Schuhmacher  zu  Erfurt  (f  1838)  vermachte  der  dortigen  ev.  Prediger-Kirche
  4000  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  nach  Abzug
von  8  Thlr.  Honorar  an  die.Kirchunbcdientcn  alljährlich  an  HauS-Arme
der  Stadt  Erfurt  ohne  Unterschied  der  christlichen  Konfession  vertheil
werden  sollen.  6
Mariane  Wqber,
gob.  Fab  ri  eins,  Wittwe  eines  Kaufmanns  (st  zu  Ronsdorf  1862)
hinterließ  unter  andern  Vermächtnissen  der  Rettungs-Anstalt  in  Düsselthat
  500,  der  Missions-Anstalt  in  Barmen  1000  Thlr.
Weck  beck  er  sehe  Armen  Stiftung  zu  stehmen  (Mayen),
von  dem  Gutsbesitzer  Weckbecker  mit  circa  100,000Thlr.  in  Grûşş  j
stücken  und  Kapitalien  1847  begründet,.  Zweck  der  Stiftung  ist  m)  b«
Verpflegung  hilfsbedürftiger  krüppclhafter  und  alter  verlassener  ķ
fönen  und  I»)  die  Erziehung  von  Waisenkindern  in  der  Anstalt,  sow»^  ¡
c)  die  Gewährung  von  Unterstützungen  außerhalb  der  Anstalt,  iitsbesondere
  zur  Ausbildung  junger  Leute  zu  Handwerkern  oder  znm  StU'
diren.  Die  Stiftung  hat  die  Rechte  einer  juristischen  Person;  sieişş
        <pb n="778" />
        771

vertreten  und  unter  der  gesetzlichen  Staats-Aufsicht  verwaltet  von  einem
aus  5  Mitgliedern  bestehenden  Verwaltungs-Rath,  welcher  sich  selbst
ergänzt  und  zu  dessen  Mitgliedern  ein  besonderer  kath.  geistlicher  Rektor, ­
  welchem  die  unmittelbare  Leitung  obliegt,  der  kath.  Pfarrer  von
Lehmen,  der  Bürgermeister  zu  Müustermaifeld  oder  der  Gemeinde-Vorsteher ­
  von  Lehmen,  demnächst  auch  noch  zwei  Verwandte  des  Stifters
oder  andere  Personen  geboren.
v.  Wedellsche  FamiliemStiftung.
Begründet  von  dem  Landrath  Herrmann  v.  Wedelt  auf  Cremzow  1858
zu  Gunsten  derer  v.  Wedell  zu  dem  Zwecke,  daß  aus  den  Revenüen
unverheiratheten  Töchtern  aus  den  berechtigten  Familien  Subsistenz-Mittel,
  den  Söhnen,  welche  sich  dem  Militärdienste  widmen,  eine  Beihülfe ­
  zur  Anschaffung  der.  Offizier-Equipage,  den  Söhnen,  welche  studiren
  eine  Unterstützung  während  der  Universitäts-Jahre  zu  gewähren.
Die  betreffenden  Familiengliedeshaben  zu  dem  Ende  7050  Thlr.  zusammengebracht, ­
  welches  Kapital  nebst  den  Eintrittsgeldern,  sonstigen
Zuwendungen  und  Zinsen-bis  auf  60,000  Thlr.  vermehrt  werden  soll.
Dann  sollen  jährlichen  Revenüen  zu  Ştiftungszwcà  verwendet
werden,  }  auch  ferner  dem  Stiftungs-Kapital  zuwachsen.
v.  Weedschcs  Bermclchtniß.
Rentner  v.  Weed  (t  1842  'zn  Köln)  verordnete  letztwillig,  daß  aus
dem,  nach  Abzug  einiger  Legate  verbleibenden  Ueberreste  seines  Vermögens ­
  für  die  Gemeinde  Neuß  -ein  Armen-Fonds  gebildet  und  aus  diesem ­
  katholische  Arme  beiderlei  Geschlechts,  die  von  gutem  Lebenswandel ­
  und  über  50  Jahr  alt  oder,  wenn  sie  schwach  und  gebrechlich, ­
  auch  unter  50  Jahr  sind,  für  die  wöchentliche  Beiwohnung  der
von  ihm  gestifteten  Seelenmesse  jedesmal  ein  6jpfündiges  Brot'oder
dessen  Werth  erhalten  sollten.  Der  Bestand  des  zu  bildenden  Fonds
betrug  etwa  10,000  Thlr.
a  nod  vRT.,.  '.  ,  .  its  ruht  ,!'
)rr/ ., v .  Weserllngensche  Stiftungen.
von  dem  einst  in  Weferlingen  reşidLreņdkn  Markgrafen  Friedrich  von
Kulmbach-Baireuth  (f  1769)  begründet.  ,  Derselbe  setzte  zuerst  1756
zum  Besten  der  Armuth  in  Weferlingen  1000  Stück  Species-Dukaten
i/v\  Golste  diese  Stiftung  nach  und  nach  bis  zur  Summe  von
100,000  Thlr.  Die  Zinsen  werden  an  arme  eingeborene  Weferlinger
und  in  deren  Ermangelung  au  andere  auswärtige  Bedürftige  alljährlich
am  17.  Juli  vertheilt  und  es.  erhalten  aus  diesem  Fonds  auch  die  Predlger
  und  Schullehrer  im  Amte  Weferlingen  jährlich  bestimmte  Zulagen. ­
  Außerdem  hat  der  genannte  Markgraf  1765  und  in  den  folgenden ­
  Jàn  überhaupt  à.  zü  Stipendien,  zunächst  für  Weserliugetische
  stndirende  Landeskin-cr,  und  in  deren  Ermangelung  für
andere  bedürftige  und  würdige  Stndirende  ausgesetzt;  sechs  Stndirende
erhalten  jährlich  100  Thlr.  auf  drei  Jahre.  Die  Special  Verwaltung
beider  Stiftungen  dei  Şiìpn-lMndenì  zu  Weşcrlingcp  unter  Aufsicht ­
  der  Regierung  zu  Magdeburg,  welche  auch  die  Stipcndieu  verleiht.
's  Ş,-nr  ««  ""  '"¿g*  '
        <pb n="779" />
        772

Erbbegräbniß  des  Markgrafen  Christian:  das  sogenannte  Baireuthsche
Gewölbe.
Fräulein  v.  Weger,
hinterließ  (1794)  der  Friedrichö-Werderschen  Kirche  zu  Berlin  500  Thlr.,
deren  Zinsen  zur  Vertheilung  an  Arme  bestimmt  sind.  (Lisco  118).
Karl  Christoph  Wegnersche  Stiftung  zu  Danzig,
von  dem  Kaufmann  Wegner  (f  1849)  testamentarisch  errichtet.  Alljährlich ­
  am  13:  Februar,  als  dem  Tage,  an  welchem  der  Stifter  das
Bürgerrecht  gewonnen,  sollen  von  einer  Rente  von  jährlich  50  Thlr.
an  5  arme  Wittwen  oder  andere,  nothlxidende  Personen  —  mit  vorzuqslvciser
  Berücksichtigung  von  Angehörigen  der  Wegnerschen  Familie ­
  —  10  Thlr.  an  jeden  gezahlt  werben.  Die  Stiftung  steht  unter
Verwaltung  zweier  FamiliengUedet/  mit  Zustimmung  des  Magistrats
ihre  Nachfolger  selbst  wählen.
Weiblicher  Verein  für  Armen-  und  Krankenpflege  zu  Königsberg.
Er  hat  (Sackheim,  3  Wallgasse  Nr.  23.)  ein  Haus  für  arme  Familien
hergestellt,  in  welchem  im  Jahr  1861  sechs  Stuben  »'à  18  Thlr.,  8
Stuben  à  16  Thlr.  und  8  Stuben  à  14  Thlr.  vermiethet  waren.  Die
Ausgaben  betrugen  360  Thlr.
Dorothea  Weich  art,
Wittwe  eines  Kaufmanns  zu  Pleß,  hinterließ  (1858)  der  dortigen  Armenkasse ­
  300  Thlr.,  deren  Zinsen  alljährlich  an  12  Orts-Arme  vertheilt ­
  werden  sollen.
Weilersche  Stiftung,
für  Arme  der  Bürgermeisterei  Sechtem  und  Waldorf  (Bonn)  von  Joh.
Weilerim  Jahre  1816  mit  verschiedenen  Ländereien  und  63627  Thlr.
Kapital  begründet.
Weiurichsche,  Stiftung.
Die  Wittwe  We  inri  ch  geb.  Fütterer  (t  1836)  vermachte  3240
Thlr.  zu  kirchlich-»,  Schul-  unì  Wşhätìgļ-iwzw-ck-»  &amp;gt;n  d-u
den  Reinholterode,  Siemerode  und  Steinbach  (Helügenstadt).  Namlrch
1)  2Ö0  Thlr.,  von  deren  Zinsen  armen  Schulkindern  in  Siemerode
die  nöthigsten  Kleidungsstücke  und  Schulbücher  angeschafft  werden  sollen;
2)  600  Thlr.,  deren  Zinsen  der  Schullehrer  daselbst  gegen  unentgeltliches ­
  Halten  der  Wmterschule  beziehest  so«;'  3)  420  Thlr.  für  religiöse
Zwecke'  4)  220  Thlr.,  bereit  Zinsen  unter  die  OrtS-Armen  zu  vertheilen-' ­
  5)  1000  Thlr.  zu  7  der  Gemeinde  Reinholterode  und  zu  7
der  Gemeinde  Steiubach,  wovon  die  Zinsen  den  Orts-Armen,  respden
  armen  Schnlkinderu  zur  Anschaffung  von  Büchern  rc.  zugeweude
werden  sollen;  6)  1000Thlr.  der  Schule  zu  Reinholterode,  von  deren
Sinsen  1  der  Schullehrer  für  deck  unentgeltlichen  Unterricht  arnter  render ­
  beziehen,  ^  zur  Anschaffung  von  Büchern  rc.  für  die  letzteren  verwendet ­
  werden  sollen.
.!.  ,  .  .  ..!  .  -»'l  i,  '  df.  ,  .¡ri  V  g  '  •
        <pb n="780" />
        773

Molaus  WeiSmü  l  ler,

Kiefermcister  zu  Leutesdorf  (Neuwied)  (f  1838)  hinterließ  den  dortigen
Armen  sein  gesammtes  Vermögen  (6720  Thlr.).
Franz  Weiß,
Schlächter  zu  Neiße  (f  1845)  vermachte  dem  dortigen  städtischen  Armen-Fonds
  in  Grundstücken  und  Mobilien  1870  Thlr.;  die  Zinsen
davon  sollen  jährlich  fiins  verarmten  Bürgern  katholischen  Glaubens
daselbst  zu  gleichen  Theilen  zustießen.

Dan.  Weisse,
Doktor  der  Medizin  zu  Frankfurt  a.  O.  (+  1797)  begründete  daselbst
ein  Stipendien-Lcgat,  dessen  Zinsen-Ertrag  zur  Zeit  200  Thlr.  ergiebt.
WeisselscheS  Hospital  zu  Loukischken  (Labiau).
Eine  Familicn-Stiftung,  welche  drei  armen  Familiengliedern,  und  in  deren
Ermangelung  auch  Fremden  ¿ine  kleine  Wohnung,  ein  Ackerstück  zu  etwa
30  Scheffel  Kartoffeln  Auösaät  und  eine  jährliche  Unterstützung  von
12  Thlr.  gewährt.  Zu  dett  Insaffen  gihört  stistungsmäßig  der  Glöckner ­
  der  Kirche.

WeissenbornscheS  Legat  zu  Greifswald.
Eine  Armcn-Stiftung,  von  der  1848  +  Kaufmanns-Wittwe  We  issendo ­
  rn,  geb.  Pogge  letztwillig  angeordnet  und  von  ihren  Erben  durch
Einzahlung  von  3500  Thlr.  realifirt,  deren  Zinsen  k  4  pCt.  an  die
Arnie»  vertheilt  werden  sollen.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  steht  zunächst ­
  den  Erben,  später  dem  Magistrat  zu.
Weifsig,
Landcsältester,  setzte  100  Thlr.  zu  dem  Zwecke  aus,  daß  die  Zinsen  davon ­
  alljährlich  an  hülfSbedürftigr  PiersvnÄ  zU  Ober-Horka  (Rothenburg) ­
  vertheilt  werden  sollen.
v.  Welchhausensches  Stipendium.

Eine  alte  Stiftung  der  Stadt  Gr.-Salzc  von  100  Thlr.  jährlich  füi
studirende  Familienglieder  und  in  deren  Ermangelung  für  studirenl»
Bürgcrsöhne  des  Orts.  Die  Verleihung  hat  tier  Magistrat.  (Hermeê
H.  Ş.  51.)

W  el  cker-Stiftung.
Die  am  16.  Oktober  1859  in  Bonn  stattgefuudcnc  Feier  des  50jährigen
  Profefforen-Jubiläums  des  Prof.  Dr.Wclckcr  gab  seinen  Schülern ­
  und  Verehrern  Veranlassung^  ihn  durch  Gründung  der  „Welckcp-Stiftung"
  zu  ehren,  welche  zur.  Aufmunterung  und  Förderung  des
Studiums  der  klassischen  Philologie  auf  der  Universität  dienen  soll.
Das  zu  diesem  Behuf  aus  Beiträgen  zusammengebrachte  Kapital  ist  in
dem  Ankauf  von  2250  Thlr.  Staatsschuldsch.  z«  H  pCt.  angelegt  und
von  den  Zinsen  ein  jährliches  Prämium  von  40  Thlr.  für  eine  außerordentliche ­
  Stelle  in  dem  philologischen  Scminarium  der  Universität  gestiftet ­
  worden.  Der  Ueberschuß  von  38-f-  Thlr.  soll  für  eine  vorläufig
        <pb n="781" />
        774

w

alle  zwei  Jahre  zu  stellende  Preisfrage  aus  der  klassischen  Philologie,
mit  Einschluß  der  bildenden  Kunst,  verwendet  werden.
Ignatz  Felix  v.  Welter,
Rentner  zu  Köln  (j-1843)  vermachte  dem  dortigen  Waiscnhanse  Grundstücke ­
  im  Werthe  von  50,000  Thlr.  Er  bestimmte,  daß  znm  Andenken ­
  an  ihn  jährlich  eine  feierliche  Seelenmesse  gelesen  und  der  Ertrag
der  Revenuen  zur  Hälfte  dem  Waisenhanse,-zur  Hälfte  der  bei  demselben ­
  eingerichteten  Industrie-Schule  überwiesen  werde.
Welz  scheö  Legat  zu  Erfurt.
Die  jährlichen  Einkünfte  mit  4}  Thlr.  werden  den  geistlichen  Wittwen
der  Kirche  oder  anderen  bedürftigen  Wittwen  zu  Theil.
A  nies,
Schul-Jnspektor,  (+  1830)  und  seine  Ehegattin  geb.  Kalis  kt,  vermachten ­
  der  Armen-Vcrwaltung  zu  Magdeburg  1Ó00  Thlr.  (darunter
f  in  Gold),  zum  Zweck  der  Unterstützung  der  Erziehungs-Anstalten  fürarme
  Kinder.  Vgl.  Waisenhaus  zu  Wernigerode.
Wend  esches  Hospital  zu  OelS.
Es  enthält  6  Hospitalitcn,  welche  freie  Wohnung,  Heizung  und  eine.
monatliche  Unterstützung  von  je  2  Thlr.  erhalten.  Vermögen  der  Anstalt ­
  9400  Thlr.
Wendesches  Legat  zu  Primkenau,
von  der  1852  zu  Licgnitz  ş  verni.  Ņtergutsbesitzer  Wcnhe  geb.  Sander ­
  herrührend.  Sie  setzte  der  Gtltdt-Kotnmnlte  Primkenau  2000
Thlr.  unter  der  Bedingung  aus,  daß  die  Zinsen  jährlich  zu  Johannis
und  Weihnachten  mit  }  als  Unterstützung  an  arme  Bürger-Wittwen
ohne  Rücksicht  aus  ihr  christliches  Gloubensbekenntniß  vertheilt,  mit
zum  Besten  armer  Schulkinder  und  sittlich  verwahrloster  Kinder  cvang.
Glaubens  verwendet  werden.
Wen  d  lersches  Legat  zu  Delitzsch  -
Es  besteht  in  500  Thlr.  und  die  Zinsen  werden  an  zwölf  Arme  deS
ehemaligen  Bezirks  Grünstraße  vertheilt.
l&amp;gt;r.  Wcndtsche  Stipendien  Stiftung,
bei  der  Loge  Friedrich  zum  goldenen  Scepter  in  Breslau.  Kaufmann
Martschin  (t  1834)  lcgirte  derselben  200  Thlr.
Weiidtsà  Legat,
von  100  Thlr.  für  Arnie  der  Gemeinde  Berrendorf,  Kreises  Delitzsch.
Weuschscheo  Stipendium,
von  dem  Sub-Rcktor  Wensch  zu  Wittenberg  mit  200  Thlr.  .für  einen
Studirenden  der  Philosophie  begründet.  Das  Stipendium  ist  für  ge'
borene  Preußen  bestimmt  und  lpird  auf  die  ganze  Zeit  des  Studinms
in  Halle  verliehen.
        <pb n="782" />
        775

Freiiu  v.  Werbelow,
begründete  im  Jahre  1743  eine  Stiftung  bei  der  Saldernschcs  Real-Schule
  zu  Brandenburg.  Ş.  Saldernsche  Stiftung.
•1,1...:  ,,,  t.mexUi,  ,n
Geh.  Reg.-Rath  a.  D.  und  Rittergutsbesitzer  zu  Jarchau  errichtete  1848
für  die  Ortschaften  Schorbus  und  Rheinbusch  (Kottbus)  mit  4762ÿ
Thlr.  eine  milde  Stiftung,  deren  Zinsen  theils  der  Kipche  uud  Schule,
theils  einzelnen  milden  Zwecken  gewidmet  sind.  Namentlich  ist  unter
gewiffen  Bedingungen  bestimmt,  daß  von  den  Zinsen  a)  die  Kirchcnkasse
  zu  Schorbus  jährlich  20  Thlr.,  b)  die  Schulgemeinde  daselbst
20  Thlr.,  welche  auf  das  aufzubringende  Schulgeld  oder  Lehrergehalt
abzurechnen  sind,  c)  jeder  künftig  zu  emeritirende  Lehrer  Zuschuß  zu
seiner  Pension  oder  in  deffen  Ermangelung  die  Lehrer-Wittwen  jährlich
20  Thlr.,  d)  dem  Lehrer  15  Thlr.  jährliche  Zulage,  e)  die  Koloiric
Rheinbusch  jährlich  5  Thlr.  zu  dem  zu  zahlenden  Schulgelde,  f)  zur
Beschaffung  von  Lehrmitteln  und  Prämien  für  die  Kinder  der  Dienstleute
  und  Tagelöhner  des  Ritterguts  Schorbus  jährlich  5  Thlr.  gezahlt
werden.
v.  Wer  de  ns  le  keusches  Stipendium,
von  jährlich  100  Thlr.,  am  19.  December  1681  für  zwei  studircnde
Staßfurter  Bürger-Söhne  und  andere  bedürftige  Studircnde  gestiftet.
(Hermes  11.  54.)
'  ft:  \  ils  J.'I*  i
Wertienusscker  Ştşpendien-Fonds  zu  Breslau.
Kapital  6350  Thlr.;  die  Zinsen  werden  zu  sechs  Stipendien  verwendet
und  zwar  je  zwei  Stipendien  für  die  theologische,  juristische  und  medicinische
  Fakultät,  und  von  jeder  Fakultät  ein  Marker  und  ein  Schlesier.
W  ernii  n  g  bciu  slckie  Vermächtnisse.
Rentner  Werminghaus(ş  1849  zü  Barmen),  überwies  lehtwillig
1)  der  vereinigten  ev.  Gemeinde  in  Unter-Barmen  10,000  Thlr.,  die
Zinsen  sollen  zum  Besten  der  Armen  oder  des  Waisenhauses  der  Gemeinde ­
  nach  der  Bestimmung  des  Presbytern  verwendet  werden;  2)  der
vereinigten  ev.  Gemeinde  zu  Brrckerfeld  (Hagen)  3000  Thlr.,  die  Zinsen ­
  davon  sind  zun.  Besten  der  Armen  deS  Orts  zu  verwenden.
Wern  eck  scher  Legalen-Fonds  zu  Königsberg.
Bon  Frau  Werneck  geb.  v.  Bergmann  für  verarmte  Mitglieder
ihrer  Nachkommenschaft  gestiftet,  und  von  dem  Kirchen-Kollegium  der
Burgkirchc  verwaltet.  Kapital  14,780  Thlr.;  es  werden  von  den  Zinsen ­
  zur  Zeit  5  Familienglieder  mit  zusammen  658  Thlr  unterstützt.
Fr.  Ernst  Wernicke,
Handschuhmacher  und  Rentier  zu  Berlin;  schenkte  (1862)  seiner  Vaterstadt ­
  Mansfeld  behufs  Gründung  einer  „Wern  ick  eschen  Stiftung"
Vn  Aufnalsme  und  Unterstützung  alter  und  würdiger  Wittwen  der  Stadt,
ein  Wohnhaus  nebst  Zubehör  und  200  Thlr.  Das  Haus  soll  für  8
Personen  eingerichtet  werden,  diese  sollen  die  Revenüen  der  200  Thlr.
        <pb n="783" />
        776

und  später  noch  die  von  3000  Thlr.  beziehen,  welche  der  Stifter  bei
seinem  Tode  der  Stadt  zu  hinterlassen  gedenkt.
r,v  Werthernsches  Legat,
Kapital  3000  Thlr.  Von  den  Zinsen  erhalten  10  Arme  zu  Uftrungen
(Grafschaft  Roßla)  je  4  Thlr.
Fräulesti  v.  Wesenbecksches  Legat,
für  Schnl-Zweckc  der  Stadt  Ziclcnzig.  Es  beträgt  1500  Thlr.  und
wird  von  der  K.  Negierung  zu  Frankfurt  verwaltet.
tritt  Jiysdtto  nh  ì  ķ!  e  se  nb  er  g,  '!!
Komnlisstons-Rath,  vermachte-')179.Ş,chMnŞtad1  Schivelbein  1000  Thlr.,
deren  Zinsen  zu  Armenzweckcn  verwendet  werden  sollen.
Wessel-Kleinertfche?.MftnnzS-Fonds  zn  Zduny.
Er  besteh^Ms  einem  Geschenke  dkr.  ft  verw.  Apotheker  Wessel  von
300  Thlr.  und  der  t  Kaufmann:  Klàert  geb.  Wessel  von  700
Thlr.,  welches  in  der  Art  perwendet,  -verden  soll,  daß  von  den  Zinsen
unverschuldet  verarmte  Bürger  in  Krankheitsfällen  mit  Medikamenten
unterstützt  werden.  Die  verw.  Partikulier  Charlotte  Wessel  vergrößerte ­
  (1856)  den  Fonds  mit  300  Thlr.
W  e  st  e  r  m  a  n  n,
Pfarrer  zu  Telgte  (t  1833)  setzte  die  Arni  en  der  dortigen  Stadt  und
des  Kirchspiels  zu  Erben  seines  Nachlaßes  (ca.  6000  Thlr.)  ein.
Westphälische  Berg-Gewerkschafts-Kasse  zu  Bochum.

An  dieser  Kaffe,  welche  durch  das  Gesetz  mit  den  Rechten  einer  juristischen ­
  Persou  versehen  ist.  sind  nach  den»  Statut  von  1864  alle  Bergwerke ­
  im  Bezirke  des  Oberbergamts,  zn  Dortmund  bethciligt,  mit  Ausnahme ­
  derjenigen,  welche  in  deis,  gm  1,  Juli  1851  zum  Bezirke  des
Bergamtes  zu  Ibbenbüren  gichônacu  Lstndestheilen  belegen  sind,  und
zwar  ohne  Unterschied  des  Minbtitls  'oder  Fossils,  ans  welches  dieselben
verliehen  wurden.  Das  Tbeilnahmerccht  der  Bergwerke  wird  ausgeübt
durch  Mitwirkung  bei  den  Berathungen  und  Beschlüssen  der  General-Bersammlnng.
  Das  Vermögen  der  Kasse  umfaßt  das  Vermögen  der
Märkischest'und  der  Effen-Wcrdestschest  Berg-Gewcrkschafts-Kasse,  durch
deren  Vereinigung  dieselbe  in  Folge  des  Vertrages  von  1864  gebildet
ist.  Zweck  der  Kaffe  ist,  durch  Verfolgung  wissenschaftlicher  Zwecke,
zur  Hebung  und.Beförderung  des  Bergbaues  in  ihrem  Bezirke  beizutragen.-und ­
  zwar,  namentlich  durch  Ausbildung  von  gewerkschaftlichen
Grubenbeamten  (insbesondere  durch.  Uebernahme  und  Unterhaltung  der
für  diesen  Zweck  bestehenden  Bergschple  zu  Bochum  und  dürch  Anfertigung ­
  und  Vervollständigung  der  allgemeinen  geognostischcn  und  bergmännischen ­
  (Flötz  )  Karten,  Anlegung  von  Sammlungen,  so  wie  Vornahme ­
  und  Unterstützung  sonstiger  wissenschaftlicher  Untersuchungen.
Hinsichtlich  'dkr  Zulassung  zuM  Besuche  der  Bcrgschule  in  Bochum  darf
zwischen  den  Bergleuten  aus  dem  Bezirke  der  Märkischen  und  der  Effen-Werdenschen
  Kaffe  kein  Unterschied  gemacht  werden.  Die  Verwaltung
        <pb n="784" />
        777

ber  Kaffe  erfolgt  unter  Aufsicht  des  Oberbergamts  zu  Dortmund  durch
einen  von  der  General-Versammlung  zu  wählenden  Vorstand,  oder
durch  die  von  dem  Letzteren  angestellten  Beamten.
Wkstphälische  Provinzial-HtilfSkaffe.
Ein  provinzialständisches  Darlehns-Jnstitut,  1831  begründet  und  mit
317,475  Thlr.  dotirt;  1852  ist  das  Institut  erweitert  und  das  Kapital ­
  mit  220,000  Thlr.  verstärkt.  Die  Statuten  sind  vom  26.  Nov.
1831  und  27.  Sept.  1852  (Rauer,  Neuere  ständische  Gesetzgebung
S.  425).  Von  den  Zinsen  des  Zuschuß-Fonds  wird  ein  Theil  zur
Prämiirung  von  Sparkaffcn-Jnteressentrn,  ein  anderer  zur  Vergrößerung ­
  des  Stamm-FondS  verwendet.  Ende  1863  belief  sich  das  Kapital ­
  auf  761,886  Thlr.  tsönaoTOff
'  II.'  i  WestphalscheS  Stipendium,
gestiftet  von  Hans  Westphal  und  dessen  Ehegattin  Katharina  geb-Pohl
  für  studirende  Verwandte  oder  studirendc  Söhne  von  Mitgliedern ­
  des  Schneidergewerks  zu  Königsberg,  und  wenn  solche  nicht  vorhanden, ­
  für  arme  Meister  oder  Wittwen  des  Schneidergewerks  bestimmt.
Die  Verwaltung  hat  der  Magistrat  zu  Königsberg.
WestphalscheS  Vermächtnitz.
Die  Zinsen  von  100  Thlr.  sollen  als  Schulgeld  für  arme  Kinder  der
Stadt  Bahn  verwendet  werden.  Die  Kollņtur  steht  den  Aelteften  des
SchneidcrgcwerkS  zu.
Westpreußischer  katholischer  Haupt-Şchnl'Foud«.
Die  jährliche  Einnahme  (11,960  Thlr.)  wird  für  die  Gymnasien  und
für  andere  Unterrichtszwecke  im  Regierungsbezirk  Maricnwerder  verwendet. ­
  Die  Verwaltung  steht  der  Regierung  zu.
Westpreußischer  Säkularisation-  Fonds.
Er  steht  unter  Verwaltung  des  Provinzial-Schnlkollegii  zu  Königsberg
und  cs  werden  daraus  für  evangelisch-  und  katholisch-kirchliche  Schulzwkckc
  verwendet  im  Regierungsbezirk  Königsberg  2140,  Danzig  8697,
Marienwerder  10,615  Thlr.  Unter  der  für  Danzig  ausgeworfenen
Summe  befinden  sich  558  Thlr.  zu  Stipendien  für'katholische  Studirende. ­

mW.  WettererscheS  Bermächtniß.
Es  besteht  in  400  Thlr.  Hhpothcken-Kapital,  welche  die  zu  Bernstadt
4Kaufmanns-Wittwc  Wetterer  vermachte,  damit  die  Ortsarmcn  reichlichere ­
  Unterstützungen  erhalten  könnten.
Wettich.
Fabrikant,  (t  1784)  legirtc  1000  Thlr.,  deren  Zinsen  an  die  Parochial-Schullchrer
  der  Louisenstadt  zu  Berlin  vertheilt  werden,  um  dafür  Kindern ­
  armer  Leute  aus  der  Gemeinde  freien  Unterricht  zu  ertheilen.
Bewer  sche  Armen-Stifmiig  zu  Danzig,
von  der  im  Jahre  1847  +  Wittwe  Wewer  geb.  Bentzmann  begrün-
        <pb n="785" />
        778

bet  und  von  bem  Senioren-Kollegium  ber  reformirten  Gemeinde  verwaltet. ­
  Aus  ber  Stiftung  sollten  zunächst  jährliche  Unterstützungen
zum  Betrage  von  1270  Thlr.  an  bestimmte  Personen  gezahlt,  nach
bem  Ableben  ber  letzteren  aber  sämmtliche  Revenüen  ber  Stiftung
iilimerwährenb  von  den  Stiftungs  -  Verwaltern,  nach  bereu  Einsicht  und
Gutbcsinben,  an  solche  Personen  vertheilt  werben,  welche  burch  Altersschwäche, ­
  Krankheit  oder  sonstige  Verhältnisse  außer  Staube  sinb,  sich
selbst  zu  ernähren.  Die  Bestimmung  ber  Zahl  ber  zu  unterstützenden
Personen  unb  ber  Betrag  ber  ihnen  zu  verabreichenden  Unterstützung
ist  dem  Erme,sen  ber  Stiftungs-Verwalter  überlasten:  doch  sollen  ÿ
bet  Unterstützten  der  reformirten,  --  ber  lutherischen  Konfession  angehören ­
  und  bas  Geschlecht  in  Hinsicht  bes  Anspruches  auf  Unterstützung
keinen  Unterschied  machen.  Der  für  Skiftungsàecke  verwendbare  Nachlaß ­
  betrug  etwa  32,400  Thlr.
Wi  eck,  a  rd'Beckmann  sckn's  Stipendium  Marburg.
Der  Fonds  besagt  260  Thlr.,  bie'Ziüsesi  werden  einem  Stubirenben
aus  der  Familie  des  Stifters  verabreicht.
Weysche  Armen-Stiftnng  zu  Stadtkyll  (Prüm),
von  dem  Gutsbesitzer  Joh.  Mathias  Wey  herrührend  und  seit  1841
bestehend  mit  einem  Fonds  von  nahe  an  4000  Thlr.  Die  Zinsen
werden  zu  Unterstützungen  verwendet.
W  evdinge  r  »  Sckrei  n  ersche  Stiftungen  zu  Berlin.
Der  1837  in  Hamburg  t  Kaufmann  Joh.  Heinr.  We  y  bin  g  er  aus
Berlin  verordnete  letztwillist  die  Errichtung  zweier  Stiftungen:  der
Schrein  erschen  zum  Ebrengedächtuiß  seiner  f  Mutter  geb.  S  chre  i
tier;  der  Weydingerschen  zum  Andenken  an  seinen  Vater,  den  Fabrikanten ­
  Joh.  Heinrich  Wey  dinger,  und  seinen  Bruder,  der  Kaufmann
Fr,  Wilh.  Wey  dinger.  Der  Stifter  setzte  100,000  Thlr.  (für  jede
der  beiden  Stiftungen  50,000  Thlr.)  and.  Iti  die  erste  Stiftung
sollen  30  hülfsbedürftige  Männer,':  übrr  60  Jahre  alt,  aus  Berlin  und
seiner  Umgebung  'gebürtig■,  vorzugetwvise  Zeug-  und  Raschmacher,  sowie
Flanell-  und  Moltaug-Weber,  aufgenommen  werden;  in  die  letztere  30
hülfsbedürftige  Frauen  und  Wittwen  desselben  Standes,  über  60Jahre
alt.  Personen  zu  der  Familie  des  Testators  und  seiner  Mutter  gehörend, ­
  haben  den  Vorzug.  Wenn  bxi  eintretender  Vakanz  sich  Personen ­
  des  hezeichneten  Standes  nicht  melhen  sollten,  so  können  an  deren
Stelle  andere  hülfsbedürftige  Männer  und  Frauen  aufgenommen  werden. ­
  Zur  Erbauung  des  Stiftshanses  (Große  Frankfnrterstr.  23.  23-&amp;gt;.)
waren  24,000  Thlr.  bestimmt;  die  MM  76,000  Thlr.  bildttei,  ben
Fonds  der  beiden  Anstalten,  und  lO  pCt.  von  den  Zinsen  sollten  zum
Kapital  geschlagen  werden.  Jeder  Hospitalit  erhält  eine  besondere
Stube  und  eine  monatliche  Geldunterstützung  von  4  Thlr.,  auch  in
Krankheitsfällen  freie  ärztlich«  Behandlung  und  Medicin.  Die  Eröffnung ­
  der  Stiftungen  fand  am  1.  April  1843  statt;  im  Jahre  1862
gingen  sie  mit  einem  Kapital-Permögey  von  86,000  Thlr.  auf  den
Magistrat  über.
        <pb n="786" />
        W  eyer-sche  Stiftung,
von  Johannes  Weyers  ans  Viersen,  Propst  am  Kollcgiat-Stift  zum'
h.  Stephan  in  Mainz  und  Kanonikus  des  Stifts  zum  h.  Andreas  in
Köln  1627  mit  2000  Königststlr.  zu  zwei  'Studien-Portionen  für
Studirende  feiner  Verwandtschaft,  an  dem  Montaner-  und  Jesuiten-Gynmasium
  in  Köln  sechs  Jahre  zu  geniesten,  gestiftet.  Die  Beneficiatele ­
  haben  gewisse  gottesdienstliche  Verpflichtungen  zu  erfüllen.  Kollatoren
  sind  der  Pfarrer  von  Viersen  und  die  beiden  ältesten  Schöffen.
Wengantz  ÄrmemFoiidS  zu  Ahaus.
Eine  Privat-Stiftung  mit  3118  Thlr.  Kapital  und  einem  Armenhause.
In  dem  letzteren  erhaltest  4  weibliche.  Personen  freie  Wohnung,  auch
werden  die  durch  Erhaltung  des  Hauseö  nicht  absorbirlen  Zinsen  (125
Thlr.)  unter  sie  vertheilt.
Fürstlich  Wiedsche  große  Mildenkasse  zu  Neuwied.  :
Ein  Fonds  zur  Unterstützung  armer  Wittwen  und  Waisen  mit  einem
Kapital  von  9000  Thlr.
Fürstlich  Wiedsche  Schulkaffe  zu  Neuwied,
zur  Unterstützung  armer  Schulgemeinden  und  Lehrer.  Kapital  9500
Thaler.
v.  Wiedebachsche  Stiftung.
Der  vormalige  Besitzer  des  Ritterguts  Putschlau  (Glogau)  v.  Wiedebach ­
  und  dessen  Schwester  Frau  v.  Knobelsdorf  zu  Görlitz  widliu'tcu
  (18(J4)  235  Thlr.  zu  einer  Armen-Stiftung  für  die  Gemeinde
Putschlau.  Das  Kapital  ist  durch  freiwillige  Beiträge  bei  Kindtaufen,
Hochzelten  und  durch  Polizei-Strafgelder  in  der  Gemeinde  bis  auf  300
Thlr.  gebracht  und  werden  die  Zinsen  hiervon  zur  Unterstützung  Snoarmer,
  und  zu  Schulgeld  für  arnie  Kinder  dcö  gemeinschaftlichen  Armenverbandes
  von  Dominium  und  Gemeinde  şischlau  verwendet.
Wiedemann,
Destillateur  zu  Breslau  (t  1*40)  lrgirte  der  in  dortiger  Oder-Vorstadt ­
  befindlichen  städtischen  ev.  Armenschule  Nr.  7.  4000  3^1*1  zur'  Erbauung ­
  eines  Armen-Schulhausrs^  Seine  Tochter  war  Vorsteherin
dieser  Schule.  ,  n(  , j;
Christiane  Sophie  Fr.  Wieneken,
Tochter  des  Rektors  diese«  Rameus  zu  Quedlinburg  (+  1800)  hatte
biß  an  das  Ende  ihres  Lebens  sich  von  ihrer  Hände  Arbeit  ernährt
und  hinterliest  dann  den,  Gymnasium  zu  Quedlinburg,  an  welchem  ihr
Vater  von  1738  bis  1764  fungirt,  ein  Vermächtniß  von  200  Thlr.
(Wiese  S.  245.)
Wieuersche  Stiftungen  zu  Memel.
Der  jüdische  Kanfmann  Julius  Ludwig  Wiener  (t  1862)  vemachte
ber  Stadtgemeinde  in  Memel,  resp.  der  Korporation  der  dortigen  Kaufmannschaft ­
  1)  zur  Gründung  eines  Stifts  „für  verarmte  Kaufleute"
        <pb n="787" />
        780

28  000  Thlr.  Von  dem  Kapitale  sollen  8000  Thlr.  zum  Erwerbe
eines  Hauses  verwendet  werden,  in  welchem  zwölf  verarmte  Memelrr
Kaufleute  freie  Wohnung  erhalten;  mit  den  Zinsen  der  übrigen  20,000
Thlr.  sollen  die  Aufgenommenen  je  nach  ihrer  Hülfsbcdürftlgkert  unterstützt, ­
  von  den  Zinsen  jedoch  so  viel  reservirt  werden,  als  zur  guten
baulichen'  Erhaltung  des  Hanfes  erforderlich  ist.  Das  Stift  soll  linter
gemeinschaftlicher  Verwaltung  des  Magistrats,  des  B-rstcherşmt-  der
Kaufmannschaft  und  fünf  Stadtverordneten  stehen;  2)  zur  Bekleidung
und  rum  Unterricht  von  Kindern  armer  ordentlicher  Eltern  cm  Kapital,
welches  unter  Verwaltung  deş  -Magistrats  steht;  3)  zur  àtcchaltung
und  Verschönerung  der  vom  Erblasser  angelegten  sogenannten  „Wieners
Promenade  *  2000  Thlr.,  welches  Kapital  unter  Verwaltung  von  fünf
unter  Verwaltung  des  Magistrats  und  de«  Vorsteher-AmtS  der  Kauf.
Stipendien-Fonds  zu  Memel.
.'V.,  ķ-  Wiesescheö  Vermächtniß.
Hans  Friedrich  v.  Wiese  legirte  600  Thlr.,  deren  Zinsen  für  die
ältesten  Armen  von  Gaffron  und  Rädlitzi(Ştemau),  sowie  fur  eine
Familie  Stähr  bestimmt  sind.  vtj(  ,
Wies  esches  ïegot  zu  Memel.
Es  beträgt  333}  Thlr.  Die  Zinsen  werden  vom  Magistrat  zur  Unterstützung ­
  armer  Leute  verwendet.
WkesenbamSchule  zu  Czersk  (tkonitz).
Am  1.  April  1862  crMV'M.fiiH'uüter  Leitung  des  Oekonomie-RathS
  şşalşw  haLW  Aüfgube,  Wîtsenbauer  soweit  ausznbUden,
daß  sie  im  Stande  sind,  Wiesenbauten,  Entwässerungs-Anlagen,  Drmnirungen
  und  dergll'ÜNach  vo»geschriebenen  Plänen  auszuführen  und
dergleichev-i  Anlagen  VN»  geringerem  Umfang  selbst  zu  proMiren  und
w  'wmnf4kAen.  #nfu*  W  !',%&amp;gt;«  Unkm#  mnb  „nut,
ältlich  ercheilt,  doch  müssen  sich  ,die  Zöglinge  selbst  unterhalten.  Für
ihre  praktischen  Arbeiten  erhalten  sie  das  übliche  Tagclohu.
WiesmbaN'Schule  zu  Trier.
Drv.  aufuvier  Mouàberechnet«-Unterricht  in  diesem  K.  Iustitut^wird
unentgeltlicht  ertheilt  über  Wiesenbau  und  Drainage,  Wasserbau,  Zeichnen
  landwirthschaftliche  Chemie.  Botanik,-  Geometrie,  Gesetzeskunde  und
Nachhilfe  im  RechtttihSchreiben  und  in  der  deutschen  Sprache,  vii'it
Samuel  Gottsr.  Wi«^ņer.  "  -  'I  !.
Freihäusler  zu  KieslingSwalde  hinterließ  1)  der
Armenkasse  daselbst  zwei  iLegatt  von^je,  ķ  Thlr.i  znsanimen  alfe»  600
Thlr.,  mit  der  Bestimmung,  dass  dik.Zinsen  davon^an  12  resp.  8  Orts-Arme
  aus  den  Gemeinden  Kieslmgswalde  und  Stolzenberg  vertheilt,
        <pb n="788" />
        781

und  außerdem  der  Ortsgeistlichr  und  der  Kantor,  sowie  die  kirchlichen
Unterbedienten  mit  kleinen  Remunerationen  bedacht  werden  sollen;  2)
der  Kirche  zu  Kieslingswalde  300  Thlr.  für  gewisse  religiöse  Verrichtungen; ­
  3)  der  Schulkasse  zu.  Kieslingöwalde  100  Thlr.  mit  der
Bestimmung,  daß  der  Kantor  verbunden  ist,  für  die  Zinsen  ein  armes,
sittliches  und  fleißiges  Kind.ans  der  Gemeinde  Kieslinaswalde  und
ebenso  auch  ein  Kind  aus  der  Gemeinde  Stolzenberg  bei  Verabreichung
der  benöthigtcn  Schreibebücher  unentgeltlich  zu  unterrichten..
Wietzlowfche  Bermächtnisse  zn  Frankfurt  a.  C.
von  der  Wittwe  Wietzlow  herrührend,  welche  (1841)  dem  dortigen
luth.  Waisenhause  1500,  dem  Krankenhause  2000,  dem  Hospital  St.
Jakobi  2000,  den  verschämten  Armen  2000,  dem  ersten  Prediger  an
der  Unterkirche  500,  den  verschätttttn  Armen  zk  Holz  500,  der  Stadt-Armenkasse
  2000,  dem  Hospital  St.  Spiritus  2000;  im  Ganzen
12,500  Thlr.  vermachte.  Öim
etimbwm  Wg.
Der  Fonds  dazu  ist  am  o.  Oktober  1864  bei  Gelegenheit  der  Feier
des  Tages  gesammelt,  an  welchem  der  1860  ln  den  Ruhestand  getrètene
  Direktor  Prof.  Wiggcrt  vor  50  Jahren  sein  Lehramt  am  Dom-Gymnasium
  angetreten  hatte.  Die  Bestimmung  über  das  Stipendium
wurde  dem  Jubilar  vorbehalten.
Wilbergsche  Stiftung  ;n  Elberfeld,
1822  von  dem  Schulpfleger  Dr  Wkļ  berg  zur  Unterstützung  der
Wittwen  und  Waisen  der  Lehrer  an  14  namentlich  bezeichneten,  theils
evang.,  theils  kath.  Elementar  -  Schulen  deS  Elberfelder  Schulpflege-Bezirks
  begründet.  Die  Stiftung  erhielt  die  Rechte  einer  moralischen
Person  und  im  Jahre  1845  eine  Erweiterung  dahin,  daß  die  Lehrer
an  später  entstandenen  Elementar-Schulen  uuter  gewissen  Bedingungen
der  Kasse  beitreten  können.  ,
Wildesches  Stipendium  jit  Wittstock,  ^  ótni  jnpmmn
von  dem  Prediger  Wilde  zn  Babitz  1711  gestiftet.  Es  beträgt  15
Thlr.  und  wird  an'Theologie'sttMcM  Prediger-Şôbtib'!  ausder
Diözes  Wittstock  aüf  zwei  Jtlhk,ritzvà  au  andero^  Studirrndv  der
Theologie  verliehen.  KollatoreU  Md  zwei  Prediger  à  DiözeS  Wittstock.
Joh.  Ehristian  Wilde;-''  ,,
Dr.  (+  1810),  hinterließ  dem  Berlinischen  Gynmasinni  zum  grauen
Kloster  (s.  d.)  ein  Bermächtniß,  dessen  jährlicher  Ertrag  mit  8  Thlr.
von  dem  Direktor  der  Anstalt'  mit  'Zuziehulm  der  Lchrer  z«r  Unterstützung ­
  armer  Schüler,  besonders  durch  dürschaffung  der  nöthigen
Schulbücher,  verwendet  wird.E  ..]i\  v,  maur,?  '
Wilde-  R  übeschea  Stipendium.
Bon  Katharina  Rübe,  Wittwe  des  Apothekers  Wilde  zu  Königsberg, ­
  1077  mit  1000  Thlr.  für  leibliche  und  Stiefkiader  des  Doktor
Dreier  bestimmt.  In  deren  Ermangelung  soll  das  Stipendium  dem
        <pb n="789" />
        782

Sohne  eines  Professors  der  theologischen  oder  medizinischen  Fakultät
auf  drei  Jahre  konferirt  werden.  Die  Zinsen  des  Kapitals,  welches
1838  (Koch  II.  561)  1305  Thlr.  betrug,  wurden  damals  so  vertheilt,
daß  der  Stipendiat  47  Thlr.  erhielt.

Eine  alte  Hospital-Stiftung  der  Stadt  Stargardt  in  Pommern,  deren
Einnahme,  einschließlich  der  Einkaufsgelder,  im  Jahre  1800  sich  auf
320  Thlr.  pro  anno  berechnete.

Neben  der  Äuchset-tLNstnug  n.  £&amp;gt;.;  t]i  cinc  ¿ui  u.uupçuui,
von  Wittwen  und  Waisen  der  festangestellten  Lehrer  im  Werke,  zu  welcher ­
  Ende  1864  450  Thlr.  vorhanden  waren.
íTñslilrj'nTI  1  ¡.Já*  &amp;gt;  .  '

den  Staat  übernommen.  .  2  'nnj
Wilhelms-Schule  zu  Bŗeslam,-  -  m.
Eine  jüdische  höhere  Lehr-Anstalt,  1791  unter  Friedrich  Wilhelm  II.
eröffnet  und  ihm  zu  Ehren  „Wilhelms-Schule"  genannt.  Im  Jahre
1848  aufgelöst,  wird  aus  den  Fonds  derselben  (21,300  Thlr.)  das
Schulgeld'für  solche  uubemittelte  jüdische  Zöglinge  beiderlei  Geschlechts
gezahlt,  welche  eine  der  öffentlichen  oder  privaten  höheren  Schulen  der

König  Wilammo  Schstugg  ziz  Bcutheu  ».  O.
Bon  Magistrat  und  Stadtverordneten  zur  Erinnerung  an  die  Errettung
Königs  Wilhelm  I.  bei  dem  Beckcrschen  Attentat  und  zur  Beförderung  ächterpatriotischer
  Gesinnung  unter  deu  Higwohuern  von  Beuthen  gegründet:
Kapital  100  Thlr.  Die  Zinsen  sollen  am  14.  Juli  jeden  Jahres  an
einige  verschämte  arme  Einwohner  der  Stadt,  welche  durch  gute  moralische
  Führung  uttd  patriotische  Gesinnung  sich  bewährt  haben,  vertheilt
werden.
König  W  Ul'C  imo.  2  tifliiua  zu  Stralsund.
bei  Gelegenheit  der  50  jährigen  Feier  des  Anschlusses  Neu-BorpommernS
an  Preußen  im  Jahre  1865  von  dem  Präsidenten  Grafen  v.  Krasfow
durch  Liebesgaben  begründet.  Sie  hat  den  Zweck,  arme  Kinder  des
Reg.-Bezirks  Stralsund  in  Rettuugs-,  Taubstummen^  Blinden-,  Waisen- ­
  und  dergleichen  Pflege-Anstalten  durch  Gewährung  von  Pflegegeldern
  unterzubringen.  S.  den  folgenden  Artikel.

ilu  ü.  Wildebr  andtscheS  Stift.

Wilhelms  Gyninasium  zü  Berlin.

Wilhelms  Gymnasium  zu  Krotoschm.

Wilhelms-Stift  Pàt-daib. 1
Eine  noch  in  der  Grü

:
        <pb n="790" />
        783

'  il  .  gr-,  NkU'Borpommersche  Wilh  elms  -  Stiftiwg.
von  den  Standen  1865  bei  Gelegenheit  der  50jährigen  Feier  der  Bereinigung ­
  der  Provinz  mit  Preußen  aus  Landesmitteln  begründet.  Aus
den  Zinsen  sollen  Offizieren,  Portepee-Fähnrichen  und  einjährigen  Freiwilligen ­
  der  preußischen  Armee,  die  in  Neu-Borpammern  geboren  und
vor  dem  Feinde  invalide  geworden,  Unterstützungen  außer  den  ihnen
zustehenden  Pensionen  gewährt  werden.
Wilhelius-Siistiiiiz  zu  Roßla.
Durch  Testament  des  1826  t  Grasen  Wilhelm  zu  Stolberg-Roßla
begründet,  erstreckt  sie  sich  aus  sämmtliche  Trte  der  Grafschaft  Stolbrxg-Noßla

  mit  Ausschluß  des  (erst  1835  dazu

Tas  Bermögeu  der  Stiftung,  belief  sich*1862  aus  nahe  an  419,000
Thlr.  lfl  Hypotheken  und  Staats-Papieren;  apf  dasselbe  sind  verschiedenss
  Legate  im
dem  verschiedene,
hörende  Pensionen;  ...  w«
16,700  Thlr.  ist  nach  Abzug  der  Verwaltungslosten  (770  Thlr.)  zur
Zeit  in  der  Weise  vertheilt,  daß  2000  Thlr.  zur  Erhöhung  der
Schullehrer-Besoldungen,  410  Thlr.  als  Besoldungs-Beitrag  für  nach
dem  Tode  des  Grasen  Wilhelm  neu  angestellte  Lehrer,  50  Thlr.  zu
Gratifikationen  für  Lehrer,  100  Thlr.  als  Zuschuß  für  emeritirte  Lehrer,
  100  Thlr.  zu  Pensionen  für  Lehrer-Wittwen,  350  Thlr.  zu  Schultüten, ­
  300  Thlr.  zur  Dotation  neu  begründeter  Schul-Stellen,  150
^Lylr.  für  das  Anschaffen  und  Einbinden  von  Schulbüchern,  die  den
Kindern  nach  Verhältniß  der  Bedürftigkeit  der  Eltern  zu  einem  billigeren
  als  dem  Einkaufspreise  abgelassen  werden,  135  Thlr.  für  die
bestehenden  ^chulkassen,  600  Thlr.  zur  Erziehung  von  12  Waisen
0U L bil  ^wattige  Ersparnisse  werden  'als  Kapital  gesam-,
 lU  ^"îersttttzung  und  Ausbildung  armer  Lehrer-Klnder,
  51  Thlr.  als  Beitrag  zuin  Schullehrer-Wittwen^nstitut  verwendet ­
  werden.  Noch  wird  aus  den  Ueberschttsien  ein  Ban-Fonds  für
Kirchen-  inib  Pfarr-Gebänd^nNd  tin  Understützückgs-Fvnds  für  Pfarrer
Ñ^Udet.  Dir  Stiftung  chat  einen  eigenen  Bttwaltuügsrath  unter  Obev-Aufsicht
  des  gräflichen  Konststorit.
Millii-Im,  atipcntnim.

ÍUI  ""'-'  ^îiftttNg  unter  dem  Nauicu  „Köllig
gegründet  Werde,  deren  Eiuküiifte  zu  acht  durch  den  Minister  der  geist
lichen  Angelegenheiten  zu  verleihenden  Stipendien  für  je  einen  Stüdlrenden
  der  vier  Fakultäten  verwendet  werdeii  sollen.  Jedes  der  Stipendien ­
  beträgt  50  Thlr.  für  das  Jahru  i  Kommcrziea--Nath  Flatau
vermehrte  1864  die  Zahl  dieser  Stipendien  um  zwei,  und  diese  Spezial-Stiftung ­
  erhielt  unter  dem  9.  April  1863  die  Genehmigung
»üt  der  Bestimmung,  daß  die  hinzugekommenen  Stipendie»  von  dem
Minister  der  geistlichen  Angelegenheiten  ohne  Unterschied  des  Bekennt-
        <pb n="791" />
        784

nisses  und  unter  Berücksichtigung  etwaniger  Vorschläge  des  Stifters
verliehen  werden  sollen.
Wilhelm-  und  Angusten-Stiftung  zu  Potsdam.
Sie  ist  am  11.  Juni  1855  errichtet,  und  besaß  1859  einen  Fonds
von  3800  Thlr.  Es  wurden  324  Thlr.  zu  Unterstützungen  an  arme
Einwohner  vertheilt.
Wilbelminen-Stiftung  zu  Hamm,
eine  Erziehungs-Anstalt,  1858  aus  einem  Vermächtniß  der  Julie
Barster  von  ca.  30,000  Thlr.  für  arme  Mädchen  ohne  Unterschied
der  Konfession  zum  Andenken  an  die  am  8.  Januar  1844  gestorbene
Wilhelmine  v.  R  apparì)  gestiftet.  Die  Mädchen  erhalten  Schulunterricht ­
  in  den  betreffenden  Schulen  und,  bei  sittlich  guter  Aufführung,
zur  Verheirathung  100  Thlr.  Aussteuer.  Die  Stiftung,  von  evang.
Glaubensgenoffen  gegründet,  steht  unter  Verwaltung  der  konfessionell
gemischten  Gemeinde-Behörden  der  Stadt.  Die  Stifts-Vorsteherin
muß  nach  den  Statuten  evangelisch  und  unverheirathet  sein.  Aufgenommen ­
  werden  arme  Mädchen  ohne  Unterschied  des  religiösen  Bekenntnisses, ­
  zunächst  aus  der  Stadt  Hamm,  darnach  aus  deren  Feldmarken, ­
  sodann  aus  der  Graffchaft  Mark,  endlich  aus  der  Provinz
Westphalen  überhaupt.  Vermächtniß  der  Wittwe  Heinrichs  geb.  Buffe
(1864)  von  4000  Thlr.
Wilhelmineu  Amalien.Ltiftung  zu  Berlin.
1832  von  dem  Stadtrath  Hollmann  (t  1858)  und  dessen  Gattin
Wilhelmine  Amalie,  geb.  Zander,  im  St.  Georgen-Hospitale  errichtet, ­
  von  dem  letzteren  aber  1837  getrennt  und  in  das  für  die  Stiftung ­
  neu  erbaute  Haus  Linienstraße  163—165  unter  der  jetzigen  Benennung ­
  verlegt.  Sie  hat  nach  dem  vom  Ober-Präsidenten  unterm
4.  September  1843  bestätigten  Statut  den.Zweck,  Wittwen  und  Töchtern ­
  von  t  Königlichen  und  städtischen  Beamten  der  höheren  Kategorie
wie  auch  Wittwen  und  vaterlosen  Töchtern  aus  dem  höheren  und  mittleren ­
  Bürgerstande,  wohin  Kaufleute,  Fabrikanten,  Künstler  und  ihnen
gleich  stehende  Gewerbetreibende  anderer  Art  zu  rechnen  sind,  für  den
Abend  ihres  Lebens  einen  ruhigen  und  heitern  Aufenthalt  zu  gewähren.
Die  Verwaltung  führt  ein  Kuratorium  (Vorsitzender  Stadtrath  Harnecker), ­
  die  Aufsicht  der  Magistrat,  die  Ober-Aufsicht  die  Regierung
zu  Potsdam.  Das  Gebäude  ist  am  9.  Mai  1841  eingeweiht  und  war
zur  Aufnahme  von  60  Personen  geeignet  *  gegenwärtig  hat  es  100
Stellen.  Die  Aufnahme  ist  bedingt  durch  ein  Alter  von  55  Jahren,
einen  ununterbrochenen  15  jährigen  Aufenthalt  in  Berlin  (von  beiden
Bedingungen  kann  der  Magistrat  in  besonderen  Fällen  und  wenn  dadurch ­
  der  Stiftung  Vortheile  erwachsen/in  soweit  dispensiren,  daß
50  resp.  10  Jahre  genügen),  die  Zahlung  eines  Eintrittsgeldes,
welches  nach  Maßgabe  des  Alters  von  50  —  90  Jahren  zwischen  340
und  60  Thlr.  differirt,  Zahlung  eines  Begräbnißgeldes  von  20  Thlr.,
den  Nachweis  sittlichen  Wandels,  die  ev.  Konfession  und  die  Anerken-
        <pb n="792" />
        uung  des  der  Stiftung  gesetzlich  zustehenden  Erbrechts.  Die  Aufnahme
wird  beim  Kuratorium  nachgesucht.  Die  Beneficiatinnen  erhalten  ein
eigenes  Zimmer,  monatlich  4  Thlr.,  jährlich  ±  Haufen  Holz  und  freie
Medikamente  nebst  ärztlicher  Behandlung.  Aie  kôuneu  die  Stiftung
verlassen,  müssen  aber  die  für  sie  aufgewendeten  Kosten  erstatten  und
verlieren  das  Eintrittsgeld.  Nachdem  Holl  mann  die  Stiftung  in
der  (jetzt  erreichten)  Absicht,  die  Wohlthaten  derselben  ans  100  Frauen
und  Mädchen  auszudehnen,  mit  ca.  96,100  Thlr.  noch  zu  seiner  Universal-Erbin
  eingesetzt,  betrug  1860,  einschließlich  iy  eines  Vermacht?
nisses  des  Rendanten  Ernst  Christoph  Hollmaün  von.6000  Thlr.',
2)  einer  Schenkung  der  Karoline  Henriette  Scholz  von  12,000  Thlr.,
und  3)  eines  Vermächtnisses  der  letzteren  im  Betrage  von&amp;gt;  mehr  als
15,000  Thlr.,  das  Aktiv-Vermögen  cher  Anstalt!  1%000  mir
gerechnet  die  zu  25M0  Thlr.  verficherten  Gebäude.  Unter  den  H  o  llf
mann  scheu  Kapitalien  befinden-sich  2000  Thlr.,  deren  Zinsen  »  4pCt.
durch  100  Jahre  zum  Kapital  geschlagen  welche«  sotlenp  nach  Ablauf
der  100  Jahre  würden  die  &amp;gt;2000  Thlr.  zu  einem  Fonds  von  101,000
Thlr.  angewachsen  sein  und  dieser  soll  dcum  zum  Nutzen  und  Besten
der  Stiftung  verwendet  werden.  Ş.  auch  Bot-hge,  Cosmar,  Rudolfs ­
  rc.
'  ^O'-  'i#@  '  Wilhsļmysckes  BermSlbtniß.  v  ttfirjuh  ¡..  .  .-r.

Stadtgerichts-Rath  Friedrich  August  Wilhelm  y  zu  Berlin  (t  1  Sf,s  &amp;gt;
vermachte  der  Stadt  Stargardt  m  Pommern  2000  Thlr.,  deren  Zinsen
zur  Unterstützung  der  städtischen  Armen  verwendet  werden  sollen?  '

Willsche  Enftnng  zu  Köslin.
Kaufmann  Will  und  seine  Ehefr-au  geb.  Igel  hinterließen  IM  Thlr.
letztwllllg  ln  der  Art,  daß  von  deh  Zinsen  zunächst  ihr  Grabgewölbe
100  Jahre  lang  unterhalten  werden,  der  Ueberschuß  jedoch,  und  nach
W.W  (*,,,,;c  eine  2,#,,;%  bilbcu  solle,  bcmiginKn
als  Stlpendlum  alliahrllch  unter  die  Bedürftigsten  der  Fa

■T'fiir  JÏL
und  Igel,  bei  dem  Absterben
KöslinS  vertheilt  werden  ‘

,  .  juwļie  Will
r  ,  an  andere  Bedürftige
oomdmO  mas  ts*  à

,  Kit  7

.  Biilìekeusorl-Llislmtg  zu  Emiumch.  ,
&amp;lt;&amp;gt;Ì£  gewahrt  freie  Wohnung  in  einem  Armenhause  unD  verabreicht
Geldspenden  an  8  Frauen.  Vermögen  m  Grundstücken  7000,  in  Kapital ­
  1500  Thlr.,  es  werden  jährlich  verwendet  350  Thlr.
ä-taiUfciiiUwt,
Neutner  zu  Neumageu  (f  1859)  verneachte  de»  dortigen  Armen,  unter
der  Administration  der  Qrts-Arim-n  -Verwaltung  mehrere  dort  belegene
Grundstücke  im  Werthe  voi»  5  -6000  Thlr.

jBE"  WiNemsenfch.  Stiftung  Z"  «lberfeld,'  "J
für  den  würdigsten  Armenknaben  find  daö  würdigste  ArmcnmÑdchcn.
        <pb n="793" />
        786

St.  Willibr  od-  Spital  zu  Emmerich.
1846  mit  Staats-Genehmigung  gegründet,  ist  die  Anstalt  bestimmt,
Kranke  ohne  Unterschied  der  Konfession,  des  Geschlechts  und  des  Stan-  ,
des  aufzunehmen  und  unentgeltlich  zu  verpflegen.  Die  Leitung  ist
barmherzigen  Schwestern  anvertraut.  Die  Anstalt  ist  selbstständig  und
hat  ein  Vermögen  von  25,000  Thlr.
Will  kit  Husches  Stipendium.
gestiftet  1534.  Es  beträgt  jährlich  15  Thlr.  und  ist  für  stände
Familienglieder  und  in  deren  Ermangelung  für  arme  Bürger-Söhne
der  Stadt  Burg  bestimmt.
Wil  lmauusche  Handwerker-Darlchnö  Kassen-Stiftung  zu  Sagan,
von  dem  Kommerzien-Rath  Willmann  zu  Sagan  zum  Andenken  an
seinen  um  die  vaterländische  Industrie,  verdienten  1854  t  Bruder,  den
Fabrikbesitzer  Willmann  mit  1000  Thlr:  unter  dem  obigen  'Rainen
begründet.  Ihr  Zweck  ist,  unverschuldet  zurückgekommenen  oder  sich  m
augenblicklicher  Geldverlegenheit  befindenden  Handwerkern,  welche  Mindestens ­
  zwei  Jahre  in  der  Stadt  Sagan  ein  Gewerbe  selbststandlg
betreiben,  Darlehne  von  10—200  Thlr.  gegen  Sicherheit  zu  geben.
Der  Zinsertrag  soll  nach  Abzug  der  Verwaltungskosten  so  lange  zum
Kapital  geschlagen  werden,  bis  dasselbe  die  Hohe  von  3000  Thlr.  erreicht ­
  hat.  Ist  dies  geschehen,  so  sollen  die  Zinsen  nicht  wetter  kapltalisirt
  werden.  Die  Ueberschüffe  werden  alsdann  zur  Dotirung  von
Stellen  in  der  Stenzelschen  Waisen-Anstalt  (s.  d.)  verwendet.  Diese
Stellen  sind  von  der  Verwaltungs-Kommission  mit  Kindern  verstorbener
Handwerker,  welche  ihr  Gewerbe  in  Sagan  selbstständig  betrieben  haben,
zu  besetzen.  Die  Verwaltung  wird  durch  eine  besondere  Kommlssion,
bestehend  aus  dem  Bürgermeister;  dessen  Stellvertreter;  dem  Stadtverordneten ­
  -  Vorsteher;  dem  Chef  des  -  Handlungshauses  Gebrüder
Milchmann;  einem  der  Rechts-Anwälte  zu  Sagan;  zwei  dortigen
Handwerkern,  welche  ihr  Gewerbe  selbstständig  betreiben,  geführt.
..  j  in  iw'W'i  ck  p  (  n  a  ich«-'  Stipendium.
Mit  500  Floren  von  dem  Professor  Mi  mp  in  a  zu  Frankfurt  a.  £)■,
1516  begründet.  Bei  Verleihung  dieses  jetzt  an  die  Universität  Breslau ­
  übergegangenen  Stipendii  haben  katholische  Studirende  den  Vorzug.
Dem  Magistrat  zu  Buchen  am  Odenwalde  steht  die  Kollation  zu.
Franz  v.  Wincklersche  Stiftung  für  Berg-  und  Hüttenleute.
Die  Erben  des  1851  +  Rittergutsbesitzers  Franz  v.  Wincklcr  zu
Miechowitz,  nämlich  dessen  Wittwe  Marie  geb.  Domes,  und  dessen
Tochter  Baleska  v.  Winckler-Dom  e  s  bestimmten  die  Zinsen  eines
Hypotheken-Kapitals  von  10,000  Thlr.  im  Betrage  von  500  Thlr.
jährlich  zur  Unterstützung  von  Berg,  und  Hüttenleutcn  der  v.  Wr  nckler
  schen  Werke.  S.  auch  Krankenhaus  zu  Miechowitz.
Wincklersche-  Bermächtniß  zu  Habelschwert.
Von  dem  Pfefferküchler  Wincklcr  (+  1845)  herrührend.  Er  setzte  die
        <pb n="794" />
        .787

Hospital-  und  Armen-Kasse,  deren  Kapital-Vermögen  bis  dahin  die
Suittme  von  9681  Thlr.  nicht  überstieg,  zum  Uiiiversal-Erben  seines,
nach  Abzug  der  Legate  8495  Thlr.  betragenden  Nachlasses  ein.
W  i  nkl  e  rfclie  Hospital-Stntimg.
Der  1857  in  Nieder-Gorpe  (Sagan)  ch  Müller  Winkler  legirte
1000  Thlr.  zur  Errichtung  eines  Hospitals  für  arme  und  arbeitsunfähige ­
  Leute  der  Gemeinden  Nieder?  Gorpe  und  Gladisgorpe:  bis
die  Errichlnng  möglich  sein  wird,  sollen  e&amp;gt;re  Zhpien  all,äbrüch  am
Todestage  des  Stisters  mil  {  au  die  Orlo  Armen,  Labn,en  und  Kranken ­
  in  Nieder-Gorpe,  mit  \  an  solche  Personen  in  chladisgorpe.  gleichmäßig
  vertheilt,  mit  ķ  aber  dem  3tistnngo.  Fonds  zugeschlagen  werden.
LM  «àd
Müller  zu  Naunldurg  a.  B.  (t  1856)  vermachte  der  dortigen  evang.
Älrche,  resp.  der  evang.  Bürgexschgst  1000  Thlr.  zu  aUgemeineu  kirch-14«,
  äwedeu.
Winterià  Şļlstunşi  zu  tsivuyaus  (Paderborn).

Ein  von  dem  Kaplan'Andreas  Winter  1863  gegründetes  Institut
für  kranke  und  httlflose  alte  Leutes'  —  •

3,W  Sinter,
ş^th^.Ņàgermeister  zu  Dhlap,  vermachte  der  dortigen  Armenkaffe
1000  ^hlr.  Niet  der  Bestimmung,  daß  die  Zinftn  davon  alljährlich  an
seinem  Todestage  an  dortige  unverschuldet  Verarmte,  ohne  Unterschied
der  Konfession,  vertheilt  werden  sollen.

v.  Wiule  rselb  scheö  Legat,.
von  der  vcrw.  Landräthin  v.  Winterfeld  (ş  1797)  herrührend.  Sie
vermachte  den  Armen  der  Güter  Rcdell  und  Wardin  ein  auf  diese
einzutragendes  Legat  von  jährlich  32  Thln&amp;gt;  welche  von  dem  jedesmaligen
Gutsherrn  vertheilt  werden  sollen.  Befinden  sich  auf  den  genannten
Gütern  dergleichen  Arme  nicht/  so  sollen  die  Arm«»,  aus  den  Gütern
K  ollatz,  Borbruch,  Gr.  Nemrin  wib  Ieftritz  bedacht  werden.

Frau  v.  Senterrfielà  im  asï0 j|
Wr»  Db«tft  1848)  begründete  bei  dem  Gymnasium  zn  Prenzla
«me  &amp;lt;tmn»g.  aus  welcher  jährlich,  am  17.  Juli,  350  Thlr.  Zinst
au  12  Schüler  vertheilt  werden.

Win  tersi  e  in  sehr  Stiftung.
Sie  besteht  bei  der  Ät.  Potri-Kirche  zu  Magdebnvg;  Fonds  500  Thlr.
Lie  Zinsen  werden  kap.tolistrt,  um  später  şş  Unterstützung  hnlfs
bedürftiger  Einwohner  der  Parochic,  vorzüglich  Zimntergesellen  zu

Wissenschaftlicher  Knustverein  zu  Berlin.
Im  Jahre  1827  durch  W.  v.  Humboldt,  Rauch,  Tìeck,  Tölken
und  Dr.  Först  er  begründet^  bezweckt  er  eipe  Berbindung  der  ausübenden ­
  Künstler  mit  denen,  die  sich  mit  Geschichte,  Philosophie  und
T  ^  50^
        <pb n="795" />
        788

Kritik  der  Kunst  beschäftigen.  Der  Verein  darf  eine  gewisse  Mitgliederzahl ­
  nicht  überschreiten.  Direktoren  sind  zur  Zeit  die  Profesioren
Waagen  und  Mandel,  sowie  der  Hofrath  Förster.  Jedes  Mitglied ­
  zahlt  jährlich  4  Thlr.
Wissenschaftlicher  Bereiu  zu  Berlin.
1842  gegründet,  hält  er  jeden  Winter  eine  Reihe  von  wissenschaftlichen
Vorträgen  im  Saale  der  Sing-Akademie  und  widmet  die  dabei  sich
ergebenden  nicht  unbedeutenden  Üeberschüffe  der  Gründung  von  Volks-Bibliotheken
  (s.  d.  A.).  An  der  Spitze  des  Vorstandes  Fr.  v.  Raumer ­
  und  Prof.  Gneist.
Wissvwasches  Stipendium.
Am  13.  März  1855  bei  dem  Königlichen  katholischen  Gymnasium  in
Breslau  begründet;  Kapital-Vermögen  1859  --  225  Thlr.  Im  Jahre
1859  wurde  am  katholischen  Schullehrer-Seminar  zu  Breslau  vom
Magistrat  ein  Stipendium  von  40  Thlr.  pro  mino  an  einen  Zögling
des  Seminars  mit  der  Maßgabe,  bewilligt,  bei  Verleihung  desielben
vorzugsweise  auf  der  Stadt  Bpeplau  ungehörige  Zöglinge  zu  rücksichtigen.
  Die  Verleihung  erfolgt  auf  Vorschlag  des  Direktors  durch
übereinstimmenden  Beschluß  der  Stadt-Behörden.
Anna  Regine  Witte,
zu  Königsberg,  vermachte  (1678)  1666  Tlstr.^OO  Är.,  von  deren  Zinsen ­
  die  Nachkommen  des  Ober-Hofpredigers  Wegner  und  des  Kommissions-Sekretairs ­
  Wecker,  sowie  die  Söhne  des  Erzpriesters  Nasch,
wenn  sie  studiren,  ein  Stipendium  auf  cut  Jahr  genießen  sollen.
Würden  die  Nachkommen  des  eingesetzten  Erben  Konow  dürftig  werden', ­
  so  haben  diese  vor  allen  Anderen  den  Vorzug.  Im  Jahre  1838
(Koch  II.  562)  wurden  zwei  Portionen  à  591  Thlr.  verabreicht;  Kapital ­
  3433  Thlr.
Christop  l,  Wille,
begründete  mit  1600  Thlr.  Kapital  und  Morgen  Acker  eine  Stiftung, ­
  deren  Einkünfte  an  Arme  der  Stadt  Sndenburg  vertheilt  werden.
Karl  Witte,
Prediger,  Dr.,  zn  Berlin  begründete  1889  zu  Ehren  seines  Lehrers,
des  einstigen  Direktors  des  Fricdrichs-Werderschcn  Gymnasii,  Friedrich
G  ed  ick  e  mit  1000  Thlr.,  welche  er  dem  Gymnasium  schenkte  und  dem
Magistrat  zur  Verwaltung  übergab,  eine  Stiftung  zur  „Beförderung
des  Gefühls  für  Wahrheit,  siecht  und  Pflicht,  nach  Anleitung  der
christlichen  Sittenlehre".  .  Von  den  40  Thlr.  betragenden  Zinsen  dieses ­
  Kapitals  sollen  alljährlich  am  8.  Oktober  oder  an  dem  nächstfolgenden ­
  Schultage,  '  als  ein  Präininin  sind  |  alo  ein  Accessit  an  zwei
Primaner  verliehen  werden,  welche  die  besten  Aufsähe  über  ein  Thema
aus  dem  Gebiete  der  christlichen  Sittcnleh'te  oder  des  Naturrechts  geliefert ­
  haben.
W  i  t  t  e  ki  n  d  s  Stiftung  zu  Enger.
Wittekind,  dessen  Denkmal  und  Gebeine  die  uralte  Kirche  zu  Enger
        <pb n="796" />
        789

enthält,  soll  befohlen  haben,  daß  alle  Jahre  an  seinem  Todestage
(6.  Januar)  ein  kirchliches  Gedächtnißfest  stattfinden  und  Semmel,
Brot  und  Würste  unter  die  Armen  vertheilt  werden.  König  Friedrich
Wilhelm  IV.  schenkte  zur  Aufrechthaltung  dieses  Gebrauchs  1000  Thlr.,
die  vom  Presbyterium  und  Armen-Vorstande  verwaltet  werden  und  von
deren  Zinsen  die  nöthigen  Semmeln,  Brote  und  Würste  —  so  weit
diese  nicht  herkömmlich  von  hiesigen  Bürgern  und  einzelnen  Kolonen
der  Landgemeinden  geliefert  —  angeschafft  werden.

.  Joh.  Christian  Wilh.  Wittig,
Hofbäcker,  nachheriger  Rentier  zu  Berlin  (1  1844)  vermachte  4000
Thlr.,  deren  Zinsen  an  bedürftige  Verwandte,  vorzugsweise  an  zwei
dürftige  Descendenten  seiner  Geschwister  je  zur  Hälfte  gezahlt  werden
sollen.  Die  Unterstützung  wird  auf  Lebenszeit  verliehen:  sterben  die
Descendenten  aus,  so  fallen  Kapital'  ünd  Zinsen  der  Armcn-Direktion
zu  ganz  freier  Verfügung  zu.
Lekretair  Wittigsche  Jubel-Stiftung  zu  Brieg.
Sie  bezweckt  die  Unterstützung  verarmter  Wittwen  und  Waisen  von
Kommunal-  und  Polizei-Beamten  zii  Brieg  und  ist  1864  errichtet.
Wittwen  Asyl  zu  Königsberg.
Von  der  1858  +  Dorothea  Henriette  Karoline  P  es  arra  begründet
und  mit  dem  Grundstücke  der  Altstalt,  Schulgaffc  2,  und  2000  Thlr.
dotirt.  up'!'*

Wittwen-Fonds  für  Pfarrer-  und  Lehrer-Wittwen  zu  Saarn  (Duisburg).
öOK  bau  s  Pfarrer  Seyd  bei  der  evang.  Gemeinde  durch  ein
Vermachtniß  von  200  Thlr.  begründet.

Wittwenhauķ  Wernigerode,
1730  aus  den  Ueberschüsicn  des  Nikolai-Hospitals  fnndirt  nnd  seit
1850  mit  diesem  verbunden.  Fünf  Konventualinnen  finden  darin  freie
Wohnung,  Feuerung  und  beziehen  jährlich  52  Thlr.  Das  Einkaufsgeld
  beträgt  125-1  Thlr.

Wittwkn-Kasse  der  St.  Nikolai-  mid  St.  Marien-Kirche  zu  Berlin.
Im  17ten  Jahrhundert  gestiftet  und  von  den  Predigern  beider  Kirchen
verwaltet.  Sie  hat  vermöge  alter  Stiftungen  (Lisca  Ş.  166)  ein
Vermögen  von  100,000  Thlr.  und  zahlt  lebenslängliche  jährliche  Pensionen ­
  und  Mieths-Entschädigungen  an  Wittwen  und  unverheirathet
bleibende  Töchter  verstorbener  Mitglieder.
Wittwen-Kasse  der  St.  Petri  Kirche  zu  Berlin.
Vermöge  alter  Stiftungen  reich  dotirt.  Die  Prediger-Wittwen  be
ziehen  nicht  nur  eine  auskömmliche  Pension,  cs  werden  auch  den  hiuterblicdenen
  mindern  Erziehung«-  und  Verpflegungsgelder  und  den  uuverheiratheten
  Töchtern  lebenslängliche  Pensionen  verabreicht.  Ein  Kapital ­
  von  3000  Thlr.,  ist.  zu  Stipendien-  bestimmt,  die  von  dem
Ministerium  der  Kirche  (vorzugsweise  an  Söhne  der  Prediger  der  Gemeinde) ­
  verliehen  werden.  (Lisco  S.  317.)
        <pb n="797" />
        700

WittwenKasse  fslv  btf  städtischen  Elementar-Lehrer  za  Barmen,
begründet  durch  Statut  và  29.  August  1837,  nach  welchem  das
Eintrittsgeld  5  Thlr.,  der  jährliche  Beitrag  1  Thlr.  beträgt.  Die
Zinsen  des  vorhandenen  Fonds  werden  vierteljährlich  unter  die  Wittwen ­
  und  Waisen  verstorbener  wirklicher  Mitglieder  vertheilt,  wobei  jede
vaterlose  Waise  unter  15  Jahren  ş  und  jedes  vater-  und  mutterlos
verbliebene  Kind  ş  eines  Wittwen-Antheils  erhalt.  Vgl.  Lehrer-Wittwcn-Kasse
  und  Unterstützungs-Kassen.
Wittwen-Stift  am  Dlivaer-sLhor  zu  Danzig.  ,
Eine  letztwillige  Verfügung  der  Wittwe  Barbara  Schmidt  geborne
Renner'  (t  1-7-2I)  lgchb  die  Fonds  dazu  her.  „  Es  erhalten  in  der  Anstalt ­
  30  Wittwen  freie  Wohnung  und  eine  Unterstützung  an  Geld.
Wittwen  -etiti  zu  PigrienbgrZ.
Eine  ungenannte  Wohlthäterin  schenkte  iw  Jahre  1858  der  Stadt
3000  Thlr.  zur  Errichtung  eineàStifts  für  arme  cvang.  Wittwen,
namentlich  für  solche,  die  erblindet  sind.  .
Wittwen-Unterstützungs-Nafse  zu  Königsberg.
Sie  hat  299  Teilnehmer  und  ein  Baar-Vermögen  von  61,300  Thlr.
Aus  den  Zinsen  erhalten  die  in  der  Societät  eingekauften  Wittwen
105  resp.  70  und  35  Thlr.  jährlich.
Wittwen-  Und  St.  Georgs-Hospital  zu  Heilsberg.
Eine  unter  Aufsicht  des  bischöflichen  General-Vikariats  in  Frauenburg
stehende  katholische  Anstalt,  welche  einige  Grundstücke  und  ein  Kapital-Vermögen
  vdn  11,580  Thlr.'  besitzt.  In  dem  WittwenHospital  werden ­
  9  Frauen,  in  dem  St.  Georgs-Hospital  9  Männer  unterhalten;
das  letztere  hat  außerdem  die  Bestimmung,  arine  Kranke  aller  Konfessionen ­
  aufzunehmen.  'şşķ  '  '  f" 1  ' )()  i  '.  '  ,  *&amp;gt;  .  :
Wittwen  und  Waisen-Aasst  für  er.  Lehrer  zu  Esse»,
in  den  Jabren  1854  ss.  durch  die  Seitens  der  verw.  Frau  Prediger
Laar  gemachte  Zuwendung  ihres  Wittwcn-Gchalts  und  durch  milde
Beiträge  anderer  Art,  begründet.  Verntögen  2240  Thlr.  Das  Statut
vom  27.  August  1858  gewährt,  im  Falle  des  Ab  sterbe  NS  beider  Eltern
den  Mädchen  bis  zunl  16.  und  den  Knaben  bis  zum  18.  Jahre  die
Rechte  einer  Wittwe.
'  Witnveiw  und  Waiseàsie  für  kath.  Elementarlehrer  ;n  Essen.
Sie  hat  1700  Thlr.  Vermögen,  dessen  Zinsen  nebst  den  Beitragen  der
Mitglieder  vertheilt  werden.
Wittwen-  und  Waiwnkasse  zu  St.  Loreuz  in  Fischhausen.
Dieselbe  steht  unter  Verwaltung  der  Kirche  zu  St.  Loreyz  und  hat  die
Bestimmung^  den  Hinterbliebenen  Wittwen  und  Waisen  solcher  im  Kirchspiele ­
  St.  Lorenz  eingesessenen  Fischer,  welche  bei  Ausübung  ihres  Berufs ­
  in  der  Ostsee  ertrunken  sind,  zu  unterstützen.  Sie  ist  begründet
und  wird  unterhalten  durch  milde  Sammlungen  unter  den  Badegästen
        <pb n="798" />
        791

zu  Ncukuhren  und  den  sonstigen  Eingesessenen  des  Kirchspiels  und  hat
eine  Einnahme  von  120—150  Thlr.  jährlich.
Wittwen  und  Waisenkasse  zu  Solingen,
für  den  ev.  Schulpflegebezirk  Solingen,  Dorp,  Höhscheid,  Wald,  Merscheid, ­
  Grafrath.  Im  Jahr  1855  gegründet,  hatte  sie  1861  ein  Vermögen ­
  von  2000  Thlr.  und  verabreichte  an  2  Wittwen  je  30  Thlr.
Jährliche  Einnahme  150  Thlr.
Wittwen-  und  Waisenkasie  der  ev.  Eleineiitar-Lehrer  in  der  Diöecse  Tecklenburg.
1861  von  der  Kreis-Synode  begründet,  besteht  sie  neben  der  allgemeinen ­
  Lehrer-Wittwenkasse  und  zahlte  1864  2  Pensionen  à  20  Thlr.
Grund-Kapital  500  Thlr.,  aus  Geschenken  und  Beiträgen  gebildet.
Wittwem  und  Waisrnstist  Königsberg,
für  Wittwen  und  Waisen  refotmirter  Konfession.  Durch  milde  Ga-  '
ben  und  Legate  entstanden,  hat  das  Institut  ein  Vermögen  von  56,000
Thlr.,  deffen  Zinsen  an  26  Personen  jährlich  vertheilt  werden.  Von
diesen  wohnen  20  im  Stift.  Jadiii’id«  i  ,.  i:  !
Wittwen-  und  Waisen-Uutersttttznngr-Anstalt  evang.  Geistlichen  in  den  Synoden
Koblenz,  Kreuznach,  Siromern,  Sobernheim  und  Trarbcul),
von  einem  Verein  der  Geistlichen  im  Jahre  1842  begründet,  nach  dem
Statut  vom  31.  December  1841  (Kam.  Zeit.  1842  S.  838)  verwaltet
und  unter  Aufsicht  der  Regierung  gestellt.  Jährlicher  Beitrag  der
Mitglieder  4  Thlr.
Wittwen  Berpflcgiings.Anstalt  für  die  Berliner  städtischen  Beamten  und  Lehrer.
&amp;gt;L&amp;gt;ie  steht  in  Verbindung^mit  der  „Pcusionskasse  der  städtischen  Beamten
und  Lehrer'  (s.  d.  A.)  mrd  ist  1854  ins  Leben  getreten.  Jeder  in  den
städtischen  Dienst  neu  eintretende  Lehrer  und  Beamte  ist  verpflichtet
wenn  er  verheirathet  ist,  sofort  bei  seiner  Anstellung,  andern  Falls
aber,  so  bald  er  sich  verheirathet,  dieser-  Anstalt  beizutreten  und  seiner
Ehefrau  eine  jährliche  Pension  zu  versichern,  welche  {  seines  jedesmaligen ­
  Gehaltes  beträgt.  Diese  Verpflichtung  fällt  fort,  wenn  für  den
betr.  Lehrer  schon  eine  Verpflichtung  besteht,  irgend  einer  öffentlichen,
vom  Staate  anerkannten  Wittweukasse  beizutreteu,  jedoch  steht  es  ihm
frei,  dessen  ungeachtet  auch  der  städtischen  Wittweukasse  beizutreten.
Auch  den  auf  Kündigung  angestellten  Lehrern  und  Beamten  ist  der  Beitritt
  freigestellt.  Die  Beiträge  sind  wie  bei  der  Königlichen  „Allgemeinen ­
  Wittwen-Berpflkgungß-Anstalt"  (s.  d.  A.),  besondere  Antrittsgelder ­
  finden  nicht  s,stài!  Die  Zahlung  der  vollen  Pension  tritt  erst
nach  5  jähriger  Mitgliedschaft  ein.
.r  ÍU.  :  i:r  Bernhard  Äitzkr,
Registrator  ju  Frankenstein  (f  1835)  setzte  die  dortige  Ortsarmenkaffc
Zur  Ustiversäl-Crbin  seines  auf  etwa  2000  Thlr.  sich  belaufenden  Nachlas ­
  ein,  nin  dainit  eine  Stiftung  fur  alte  arbeitsunfähige  HauSarmc
zu  begründen.
fij  •  FU'lNU'ILtlln  US  rftfi1  Tivllffnm  -3'fhlJ  T'irt  Ml
        <pb n="799" />
        792

Wvllmitz  sehe  Stiftungen.
Wilhelmine  Wöllniitz,  (f  1850  in  Frankfurt  a.  O.)  vermachte  zwei
Kapitalien  von  je  2000  Thlr.,  das  eine  zur  Unterstützung  einer  gebildeten ­
  Familie  verschämter  Armen  daselbst,  das  andere  zur  Unterstützung
eines  gebildeten  aber  armen  Mädchens.  Die  Verwaltung  beider  Stiftungen ­
  führt  der  Magistrat;  die  A.rmen-Direktion  bezeichnet  unter  den
verschämten  Armen  jährlich  die  dürftigsten  und  würdigsten  Familien  dem
Magistrat  behufs  der  Auswahl,  und  um  demnächst  die  Zinsen  der  ersteren'Stiftung ­
  aus  l  Jahr,  zahlbar  in  monatlichen  Theilbeträgcn  verabreichen ­
  zn  lassen.  Die  zweite  Stiftung  wird  wie  ein  Stipendium
verwaltet,  indem  die  Zinsen  jährlich  durch  Beschluß  des  Magistrats
der  geeignetsten  von  denjenigen  Bewerberinnen  Theil  werden  sollen,
welche  in  Folge  öffentlichen  Aufrufs  sich  melden.  '
SobitWti.qe  (Meinst  AOnt#,ro.
Um  das  Jahr  1809  innerhalb  der  jüdischen  Gemeinde  begründet,  hat
sie  den  Zweck,  verstorbenen  Glaubensgenossen  ein  anständiges  Leichenbegangniß
  zu  gewähren,  Hülfshedürftige  zu  unterstützen  und  Kinder
armer  Glaubensgenossen  beim  Schulbesuch  und  bei  Erlernung  von  Handwerken ­
  zn  unterstützen.  Sie  erhielt  1848  Korporations-Rechte,  besitzt
ein  Vermögen  von  24,000  Thlr.  (darunter  13,500  Thlr.  Vermächtnisse)
und  hat  300  Mitglieder,  die  jährlich  etwa  1900  Thlr.  aufbringen.  Zu
-den  dem  Verein  gewordenen  Zuwendungen  gehören  die  Vermächtnisie
der  Kaufmann  Borchardtschen  Eheleute  (1854).  mit  7200  Thlr.,
des  Kaufmanns  Unger  (1854)  mit  2000  Thlr.  und  das  von  dem  aufgelösten ­
  Brüder-Vexcin  angesammelte,  der  Gesellschaft  überwiesene  Vermögen ­
  von  1500  Thlr.
;.  j_^  ..  ji  jļ  W»hlthätigkeitS-FondS  zu  Magdeburg,
ein  städtischer  Fonds,  zu  welchem  die  Kämmerei  400  und  das  Hospital
St.  Georgi!  500  Thlr.  zahlt.  Er  ist  bestimmt  zu  außerordentlichen  Unterstützungen, ­
  welch  ei  über  das  gewöhnliche  Maß  der  gesetzlichen  Armenpflege^ ­
  hinausgehen:  also  namentlich/tzur  Bezahlung  von  Miethe,  zur
Unterstützung  in  Krankheitsfällen  rc.
WohlthLÄgkeitS-Berein  zu  Glogau.
Er  ist  um  das  Jahr  1832  begründet,  stiftete  1837  eine  Kleinkinder-Bewahranstalt,
  die  etwa  110  Kinder  aufnimmt  und  unterstützt  verschämte ­
  Arme.  '  ''
Wohlthätigkeits-Verein  zu  ñraudenz,
um  das  Jahr  1842  begründet.  Er  bezweckt,  arme  Kinder  jeder
Konfession  der  Stadt  und  Umgegend  während  des  ganzen  Jahres  unter
Aussicht  zweier  achtbarer  Frauen  der  Stadt  von  Jnngfraneic  in,  Stricken,
Zeichnen  und  Nähen  unterrichten  zu  lassen,  und  zu  Weihnachten  mit
Kleidungsstücken  und  Lebensmitteln  zu  beschenken.  Die  Kosten,  etwa
120  Thlr.,  werden  durch  freiwillige  Beitrage  und  durch  das  Schulgeld
von  monatlich  1  Sgr.  pro  Kind  aufgebracht.  Vorsitzender  des  Vereins
Bürgermeister  Haafe.  xndwml  md  ,6(18f  .%d)%  äl  mlk
        <pb n="800" />
        793

WohltbätigkeilS-Verem  zu  Heiligenbeil.
Er  bringt  durch  milde  Beiträge  jährlich  etwa  125  Thlr.  auf  und  verwendet ­
  dieselben  für  dürftige  erkrankte  Personen,  die  der  öffentlichen
Armenpflege  noch  nicht  anheimgefallen  sind.  .
WohlthätigkeitS-Bercin  zu  Memel.
Er  besteht  ans  etwa  500  beitragenden  Mitgliedern,  hat  cm  Vermögen
von  4000  Thlr.  und  verwendet  jährlich  einen  großen  Theil  seiner  Einnahmen
  zur  Unterhaltung  von  Knaben  in  der  Rettnn.qdanstalt,  zu  Büchern
  für  die  Fortbildungsschule  und  zu  Wcihnachts-Beschecrungen  fürarme
  Kinder.
WohlthätigkeitS'Bercin  zu  Potsdam.
Er  ist  1831  begründet  und  unterhält  a)  zwei  Kleinkinder-Bewahranstalten,
  in  denen  1862  zusammen  226  Kinder  Aufnahme  fanden.  Davon
wurden  30  frei  verpflegt;  1&amp;gt;)  eine  Suppen-Anstalt;  unterstützt  ferner
c)  arme  Wöchnerinnen  mit  Suppen  und  Kindcrzcug  und  endlich  ist
d)  das  Elisabeth-Stift  (s.  d.  A.)  durch  ihn  begründet.  Vorsitzender
v.  Jacobs.
Wobltbätigkcirs  Bercin  zu  Wests.
Derselbe  stiftete  das  St.  Marien-Hospital  (s.  d.  A.).  Statuten  von
1857.
WohlthätigkeitS-Verein  zu  Wrietzen  a.  O.
Nach  dem  Statut  vom  6.  März  1853  bezweckt  er,  würdige  und  hülfsbcdürftigc
  Arme  der  Stadt  mit  Brennmaterial  während  des  Winters
zu  versehen.  Aus  den  Beiträgen  der  Mitglieder,  sowie  aus  Geschenken ­
  und^  Vermächtnissen  und  den  Zinsen  von  aufgesammelten  Kapitalien
bilden  sich  die  Fonds  des  Vereins,  zu  desien  Vorstande  der  Ober-Pfarrer
  der  Stadt  gehört.
Woldensche  Stiftung.  .
von  1782.  Kapital  100  Gulden,  welches  auf  dem  Gute  Siedkow
(Bclgard)  eingetragen  ist,  und  deffen  Zinsen  von  der  Gutsherrschaft  au
arme  Leute  vertheilt  werden.
Woldermannsche  Stiftung.
Sie  wurde  bei  der  Amts-Jubelfeier  des  Kammergcrichts-Präsidenten
Woldermann  am  20.  April  1823  ans  freiwilligen  Beiträgen  der
Gerichts-Personen  im  Departement  des  Kammergcrichts  gegründet,  und
hat  den  Zweck,  Söhne  unbemittelter  Justiz-Beamten  der  Untergerichte  im
gedachten  Departement  während  ihrer  Ausbildung  in  der  praktischen
Justiz  als  Auskultatoren  oder  Referendarie»  zu  mrterstützen.  Die  Bestimmung ­
  der  Individuen,  denen  eine  UnterstüMng  zufallen  soll,  ge-Wrt
  dem  Präsidenten  des  Jnstrullivns  -  Senats  des  Kammergcrichts.
Dje  Unterstützung  selbst  beträgt  150  Thlr.  und  wird  in  der  Regrl  nur
"uf  1  Jahr  bewilligt.  Stiftung  KapM  ¿500  Thlr.
Wolfsche  Studien-Stiftung  -u  Breslau.
Am  15.  Fcbr.  1859,  dem  hundertjährigen  Geburtstage  F.  A.  Wolfs
        <pb n="801" />
        794

bst  der  Universität  Breslau  begründet.  Die  Stadt  Glogau  steuerte
dazu  200  Thlr.  in  Staatsschuldscheinen  bei.  Die  Stiftung  besteht  in
zwei  Stipendien,  die  ohne  Unterschied  der  Konfession  verliehen  werden.
Das  erste  für  Studirende  der  klassischen  Philologie,  beträgt  zur  Zeit
50  Thlr.  jährlich,  und  es  werden  die  Mittel  zu  einem  zweiten  Stipendium ­
  dieser  Art  angesammelt;  das  andere  für  Stndirende,  welche  sich
außer  den  Philologie  dem  Schulfache  widmen,  wird  erst  zur  Verleihung
kommen,  wenn  das  Kapital  1000  Thlr.  beträgt.  Die  Verwaltung  der
Stiftung  steht  der  Universität  zu.
W  'tûfsii’t 1 .  !
oşF  -M  ¿j m  j 3s j  Wolfsches  Stipendium,
von  dem  Magistrat  in  Quedlinburg  zu  verleihen.  Jährlicher  Betrag
95  Thlr.  (Hermes  II.  240.)
¡"jit;  v.  W  olfşşche  Stiftung  zrt  Stolzenfeldc  (ArnSwalde).
Eine  Stiftung  für  Hilfsbedürftige,  1856  von  Charlotte  Sophie  Friedrike
  v.  Wolfs  (t  1855)  durch  Ueberweisung  von  2630  Thlr.  gegründet. ­
  &amp;gt;72pii  lovV  ,f,r,to';
W  olffsches  Mühlen-Stipendium  zu  Havelberg.
Die  vcrw.  Bürgermeister  Wolfs  vermachte  (1781)  zu  diesem  Stipendium ­
  eine  Windmühle,  deren  Ertrag  sich  auf  etwa  140  Thlr.  beläuft.
Das  Stipendium  wird  auf  höchstens  zwei  Jahre  verliehen:  a)  an  die
Söhne  der  Mitglieder  des  Kreisgerichts  und  des  Magistrats,  demnächst
der  Prediger  und  Lehrer  in  Havelberg;  U)  an  die  Söhne  der  Prediger  und
Lehrer  zu  Dom  Havelbcrg,  und  dann  erst  an  die  der  Königl.  Beamten ­
  und  Aerzte  zu  Havelberg;  c)  in  Ermangelung  aller  dieser  an  Studirende ­
  auf  preußischen  Universitäten.  Die  Kollation  gebührt  dem  Bürgermeister ­
  und  den  Mitgliedern  des  Kreisgerichts  zu  Havclberg  unter
Zuziehung  der  beiden  Prediger.
B.-nj.  Joel  Wolfs.
zu  Berlin,  und  dessen  Ellegattin  begründeten  eine  Stiftung,  welche  die
Unterstützung  hülssbcdchrftiget  Verwandten  der  Erblaster  bezweckt.  Verwaltet ­
  durch  ein  KnratorittM  (Hartwig  Hirschfcld  rc.)/
ruf  6t  Ģcorg  Wol  ff,
Rentner  zu  Soest,  überwies  (I860)  dem  Marien-Hospital  daselbst  500
Thlr.  zur  Verpflegung  armer  Kranken.
Karl  Ludwig  Wolffgram,  .
Jnstizrath  zu  Memel  (+  1854)  setzte  zur  Erbauung  eines  Arbeitshauses
9000  Thlr.  ans  und  vermachte  der  dortigen  Rettungs-Anstalt  für  ver»
wahrlosctc  Kinder  3000  Thlr.
W  o  lfffo  husche  Armen  Stiftung  zu  Breslau.
Partikulier  Kaspar  Wolffs  ohn  (t  1857)  und  dessen  Ehefrau  bestinimten
  zwei  Kapitalien  von  2000  und  250  Thlr.  zu  dem  Zwecke,
daß  die  jährlichen  Zinsen  des  ersteren  einem  armen  unbescholteneü  jüdischen ­
  Mädchen  als  Heiraths  -  Ausstattung  gewährt,  die  Zinsen  der
250  Thlr.  aber  in  jedem  Jahre  am  10.  November  an  10  jüdische  Ar-
        <pb n="802" />
        795

men  vertheilt  werden  sollten.  Die  Verwaltung  der  Stiftung  hat  nach
Maßgabe  des  mit  den  Kollatvren  vereinbarten  Statuts  der  Magistrat
in  Breslau.
t.  gofftarnaboefmc
bei  der  Universität  Halle-Wittenberg.  Geheimrath  und  Hofniarschall
v.  Wol  fr  a  mod  or  ff  aus  Mügeln  vermachte  12,960  Thlr.  zu  einem
Freitisch-Fonds  für  arme  Sludireude.  Anstatt  der  Natural  Speisung
erhält  jetzt  jeder  Perzipient  50  Thlr.,  und  die  Anzahl  derselben  richtet
sich  nach  dem  Zins-Ertragc  des  Stiftungs-Kapitals.  Im  Jahre  1838
waren  bei  956  Thlr.  Zins-Ertrag  18  Stellen  disponibel  und  13  für  Theologen, ­
  4  für  Amisten  äUş  jt  '8  Iahķdrttzeben.  Zum  Genüß  berufen
sind  arme  Studirende  cv.  Konfession  aus  dm  zum  Königreiche  Sachsen
vor  1815  gehörig  gewesenen  wandelt»,  Theologen,  welche  ihre  Studien
im  Prediger-Seminar  zu  Wittenberg  fortsetzen,  bleiben  im  Genuß.
(Koch  It  444.)
Loren;  Woll  mer,  .hdmhß
Chirurguß  zu  Lauenburg  in  Pommern,  verstarb  ohne  Leibes-Erben  und
hinterließ  ein  nicht  unbedeutendes  Vermögen.  Die  öffentlichen  Blätter
berichteten  darüber  &amp;gt;  vor  einigen  Jahren:  wie  folgt:.  „Um,  wie  er  in  seinem ­
  Testamente  sagt,  sich  noch  nach  seinem  Tode  seinen  Nebenmenscheu
nützlich  zu  erweisen,  hauptsächlich  aber  zur  Verbesierung  der  jener  Zeit
schlecht  dotirtcn  Predigerstelle  an  bçr  dortigen  evangel.  St.  Salvator-Kirche
  beizutragen,  errichtete  er  «in  geistliches  Fideikommiß  und  verordnete, ­
  daß  sein  Nachlast»  mit  Ausnahme  eines  GartcnS,  versilbert,
für  den  Erlös  Ackerstücke  angekauft  werden,  und  der  Pachtzins-Genuß
derselben  bis  auf  92  Thlr.  jährlich  dem  jedesmaligen  Prediger  an  der
genannten  Kirche  zustehen  sollte.  Der  (áten  muß  ohne  jede  Beränderung
  und  in  demselben  Zustande^,  in  welchem  er  am  Todestage  des
Stifters  vorgefunden  wurde,  für  ewige  Zeiten  unterhalten  werden.  In
demselben  steht  außer  dem  Leichengewölbe  des  Woltmer  ein  hübsches
Gartenhaus,  welches  alle  40  Jahre,  einer  der  Disposition  des  Stifters
beigefügten  Zeichnung  entsprechend,  neu  gebaut  werden  muß.  Die  int
Hause  und  Garten  zu  haltenden  Möbel  und  Geräthc  sind  im  Testamente ­
  genau  bezeichnet  und  müssen  beim  Anfange  eines  jjcden  Jahrhunderts ­
  mit  Verwerfung  der  alten  durch  neue  und  zwar  genau  dieselben ­
  ersetzt,  werden.  Zum  N§u-  und  Htparaturbau  des  Hauses  und  der'
Zäune,  zusn  Ankauf  neuen  und  Ausbesserung  der  often,  Möbel  und
Ņathe,  so  wie  zu  der  bis  zum  I.  Juli  jede»  Jahres  zu  bewirkenden
Bcschnciduug  der  Hecken  werden  aus  den  dem  Prediger  vorenthaltenen
Pachtzinsen  von  jährlich  92  Thalern  bestimmte  Fonds  gebildet.  —'Die
sämmtlichen  Magistrats-Mitglieder  des  Drts,  von  denen  eins  Administrator ­
  der  Sliftuug  ist,  sind  Kuratoren  derselben.  Sie  nnd  die  Prediger ­
  versammeln  sich  alljährlich  am  St.  Laurenztagc  (10.  August)  im
Stifishause,  nehmen  hier  die  Ştiftsrechnuņg  ab,  besichtigen  Gebäude^
Ģarten'nud  Mobilien,  ob  diese  sich  m  dctn  testamentarisch  angeordneten ­
  Zustande  befinden  und  -nehmen,  nachdem  das  jüngste  Mitglied  die
        <pb n="803" />
        .796

Stiftsakte  vorgelesen,  ein  von  dem  Testator  angeordnetes  Mahl  ein,
zu  welchem  die  in  Wein,  Kuchen,  Taback  n.  s.  w.  zu  verzehrenden  Beträge ­
  im  Testamente  naiühaft  gemacht  sind.  Dies  zum  Andenken  des
Verstorbenen  gewidmete  Fest  wird  durch  Kanonenschüffc  und  Erleuchtung ­
  des  Stiftsgartens  mit  150  Lampen  verherrlicht.  —  Die  Ueberreste
  des  Stifters  werdeU  aber  nicht,  wie  erzählt  wird,  an  diesem  Tage
neben  der  Tafel  aufgestellt,  sondern  bleiben,  wie  derselbe  es  gewünscht,
bis  zum  Verfalle  des  Sarges  im  Leichengewölbe  stehen  und  sollen  dann
am  St.  Ļaurenztage  unter  einem  im  Fuße  des  Gewölbes  liegenden
Krch'enstein  beigesetzt  werkn."
Wollrauchsches  Legat  zu  Breslau,
von  der  (1864)  f  separjrteg^Wojljhrgu  ch,  geb-  Kleczewska  herrührend. ­
  Sie  vermachte  der  dortigen  jüdischem  Synagogen-Gemeinde  100
Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  alljährlich  am  Sterbetage
der  Erblasserin  an  eine  arme  jüdische  Familie  vertheilt  werden  sollen.
,  lüpf#  •nCfsi’C  nnomtfîl-J
1??T?s¥P  TO  4'  .1  rn  Woltàsches  Legat,
von  dem  Kaufmann  Gottfr.  Wolter  zu  Bismark  (+  1845)  herrührend, ­
  Kapital  10,000  Thlr.  Die  Zinsen  sind  zur  Unterstützung  armer
über  60  Jahre  alter  und  jüngerer  kranker  und  arbeitsunfähiger  Personen ­
  bestimmt.
Wolter  sches  Stipendium,
von  der  Wittwe  des  ScidenhändlerS  Wolter  geb.  Mauritz  zu  Mollin
1670  gestiftet.  Dasselbe  wird  mit  25  Thlr.  auf  4  Jahre  an  Abkömmlinge ­
  der  Wittwe  Wolter  und  ihrer  beiden  Männer  Martin  Zickcrmann
  und  Joachim  Wolter,  event,  auf  drei  Jahre  an  andere  Wollinsche
  Stadtkinder  oder  Söhne  von  Predigern  der  Synode  Mollin  verliehen. ­
  Kollatorcn  sind  der  Superintendent  und  der  Bürgermeister.
Friedensrichter  zu  Bonn  (t  1856)  vermachte  der  Armenkasse  daselbst,
ebenso  der  Minoritenkirche,  dem  St.  Johann-Hospital,  endlich  dem  katholischen ­
  Waiseuhause  je  300  Thlr.  Ein  Legat  von  200  Thlr.  setzte
der  Erblasser  für  den  dortigen  Veterancn-Vereiu  aus.
Wolters  do  rf  sches  Stipendium,
18.28  bei  Gelegenheit  der  Feier  des  Dienst-Jubiläums  des  Pastors
Wollersdorf  (t  1838)  an  der  St.  Katharinen  Kirche  zu'Salzwedcl
mit  500  Thlr.  gestiftet.  Die  Ziirsen  erhalt  ein  Gymnasiast,  der  sich
durch  Kenntniß  der  orientalischen  Sprachen  auszeichnet.
Mathias  Wred  e,
Bürger  und  Brauer  zu  Magdeburg,  bestimmte  mittelst  Testaments  vom
là.I  Mai  1677  fein  Vermögen  nach  Abzug  einiger!  Legate  zu  einer  milden ­
  Stiftung.'  Die  Einkiinftc  sollen  an  ehrliche  Hausarme,  Bürger
und  Bürgerinnen  in  Portionen  von  nicht  unter  5  Thlr.  des  JahrcS
»  gegeben  und  am  Matthias-  und  Elisabeth-Tage  (24.  Febr.  und  19.
November)  vertheilt  werden.  Die  Stiftung  wird  von  der  Armcn-Di-
        <pb n="804" />
        rektion  verwaltet  und  hatte  1861  einen  Fonds  von  25,000  Thlr.  in
Kapitalien  und  Grundstücken;  es  wurden  daraus  Unterstützungen  von  20
bis  25  Thlr.  an  etwa  100  Personen  gegeben.  —  Bei  der  Kirche  St.
Ulrich  und  Levin  besteht  ein  Wr  cd  esches  Legat  von  150  Thlr.
Wülsfi  ngsclie  Stiftung,
für  die  Armen  zu  Dernau  und  Rech  (Ahrweiler).  Kapital  400  2hin,
von  der  Armenkasse  zu  Altenahr  verwaltet.
Katharine  Wültgenö,

Rentncrin  (t  13:  Decbr.  1848)  vermachte  den  Arm  eit  der  Pfarre  zu
Eschweiler  (Aachen)  4000  Thlr.
W  Wsih  Wir  lisch,

Kanonikus  zu  Köln  (t  1831)  hinterließ  den  Armen  der  Pfarre  zu  St.
Aposteln  ein  Haus  im  Werthe  von  3  -4000  Thlr.  nebst  Garten  und
"Uk"d°...  &amp;gt;.°ch  324«  M
l'iepnwn"
begründete  unter  dem  1.  September  1800  zu  Berlin  mit  27,500  Thlr.
eine  Stiftung,  deren  Zinsen  zur  Aufhülfe  jüdischer  Hausväter  der
Stadt  Berlin,  vorzugsweise  Handwerker  und  deren  Wittwen,  welche  in
ihrem  Erwerb  zurückgekommen,  bestimmt  find.  Vorsitzender  des  Kuratorii
  (1864)  M.  S.  Baswitz.

Wulfs  (^eblbaarschcs  Stipendium,
von  der  Pfarrer  Wittwe  Katharine  Gchlhaar,  geb.  Wulfs  zu  Königsberg ­
  (1775)  mit  10,000  Gulden  begründet.  Der  Stipendiat  soll
ein  Theologe  aus  den  Familien  der  Eheleute  Gehlhaar  oder  ein
sonst  tüchtiger  StudireNder  sein.  Die  Kollation  gebührt  dem  Aeltesten
aus  der  Familie.  Der  Fond  bestand  im  Jahre  1838  (Koch  II.  562.)  in
3396s  Thlr.  von  deren  Zinsen  der  Stipendiat  124  Thlr.  bezog.

v-  Wut  ff  e  n  schc  Familien  Stiftung.
Von  den  Gebrüdern  v.  Wulfsen  auf  Graban  und  Pietzpuhl  in  dem
ErbthcilungS  -  Rezesse  vom  27.  Oktober  1828',  19.  December  1828
und  12.  Februar  1829  für  die  lehnsfähige  Descendent  ihres  f  BatcrS.
des  Karl  Ehristian  v.  Wulfsen  errichtet.
Wunderlichste  Stiftung  zu  Berlin.
Der  1H62  zu  Berlin  f  Rentier,  früher  Lackicrwaarenfabrilant  Wunderlich ­
  vermachte  der  Stadt  Berlin  75,100  Thlr.  in  Werthpapieren,
Hypotheken  lind  baaretti  GMe  utift  3906'ThlâuàheUdc  -Forderungen. ­
  Aus  denRevennen  soÜeii  -f  jjtfgMitetvrlugÄig  hülssbtd'Ükftiäer,  wŞ
biger,  über  50  Jahr  alter,  6m  Berlin  ürtsangehöriger  Personen  im
Frirdrich-Wilhelms-Hospitqlmvtrwnlldt  und  diesen  noch  eine  monatliche
Remuneration  von  15  Sgr.  gezahlt  werden,  }  ist  bestimmt  zur  Aufnahme' ­
  siecher  Personen  in  das,  städtische  Şiechenhaus  ohne  Rücksicht
auf  das  Alter  und  mit  einer  gleichen  Beihülfe  von  15  Sgr.  monatlich.
        <pb n="805" />
        798

Munsteŗsche  Ştiftnņg  zu  Beklau.
Bei  Gelegenheit  des  1837  gefeierten  Amts  -  Jubiläums  des  Konsistorial-Naths,
  Superintendenten  und  Hospredigers  Wunster  schrillten
seine  Freunde  und  Borehrer  1000  Thlr.  in  Sch  los.  Pfandbriefen  zu
einer  dauernden  Stiftung,  welche  feinen  stamen  führen  und  deren  Zinsen ­
  zwe'i  würdige  und  bedürftige  Jungfrauen  höheren  Bürgerstaudee  im
Alter  von  30  Jahren  zu  Theil  werden  sollten,  Bluts-Berwandte  des
Jubilars,  nächst  ihnen  Angehörige  der  Stadtkommuiie  Breslau  sollten
den  Borzug  haben.  Die  Stiftung  trat  1839  ins  Leben  und  ist  durch
Bermachtnisse  und  Schenkungen  (darunter  Zuwendungen  des  Partilntier
Elaassen  von  3000  Thlr.,  des  Partilntier  Samuel  Friedrich  Scholz
von  5000  Thlr.,  der  Johanne  FyMM  Fischer  von  3000  Thlr.)
dahin  gelangt,  daß  sie  (1858):,13,M  Thlr.  eigenes  freies  Kapital,
und  9809  Thlx.  Legyte»  yrit  jebeMänglichepi.  Zipsgenuß  behaftet,  besaß. ­
  Bon  den  Zinsen  und  den  eingegangenen  Beiträgen  wurden  verwendet ­
  am  7.  Januar,  dem  Geburtstage  des  Jubilars,  für  41  Benefi
eiatinnen  v  10  Thlr.  410  Thlr.,  rend  für  eine  desgl.  aus  der  Familie ­
  des  Jubilars  LO  Thlr.:  am  3t».  Juli,  dem  Tage  des  Jubiläums
für  43  Bcnesiciatittuen  a  10  Thlr.  430  Tblr.  und  für  eine  Benesieiatin
aus  der  Familie  des  Jubilars  30  Thlr.,  im  Ganzen  870  Thlr.  Seitdem ­
  sind  neue  Schenkungen  und  Bermachtnisse  hinzugekommen,  so  vom
Magistrat  aus  den  Ersparnissen  der  städtischen  Sparkasse  1000,  von  der
verw.  Landräthin  v.  Weutzly  geb.  v.  Eisen  Hardt  3000,  von  Fräulein ­
  Gerstkttberg  1000  Thlr.,  von  Fräulein  'Mahlert  1000,  von
jiommissivns-Nath  Melcher.199  Thlr.  u.  s.  w.  !'j,  ;...-Wurms,

Pfarrer  zu  Bleialf  im  Kreiser.  Prüm  (P  1833-  -setzte  ein  Legat  oou
600  Thlr.  zum-Zweck  der  Erziehung  armer  ^Schulkinder  aus.
iinniu  .^94^)4W)With.  W  nthe,
Hauptmann  a.  D.  mid  Associ.'-  der  Handlung  A  ram  sta  in  Freiburg,
(t  zn  Bolkenhain  1859)  schenk  aüè  Anlast  des  am  3.  Februar  1859
eingetretenen  50  sten  Jahrestages  des  Bestehens  genannter  Handlung
500  Thlr.  znr  Gründling  einer  Stiftung  behufs  Unterstützung  von
Handwerkern  und  Gewerbetreibenden  der  Stadt  Bolkenhain,  welche  um
verschuldet  in  Noth  gerathen  sind.  Verwalter  der  Stiftung  ist  der
Magistrat.  Die  Unterstützung  soll  in  zinsfreien  Darlchnen  von  5  bis  40
Thlr.  nach  näherer  Bestimmuptz'dès  vom  ÔbèrşLäsidctttcn  der  Prsvinz
  bestätigten  Statuts  bestehèn.  Noch  hinterließ  Wuthc  der  evang.
Kirche  in  Bolkenhain  zu  ihrem  Neubaue  1000  Thlr.  und  einen  gleichen. ­
  Betrag  setzte  ep.für  die  cp,  Schule-in  Bvttenhaitl.  theils  zu  Gunsten ­
  der  Lehrer,  theils  zur  Unterstützung  armer  Schultinder  aus.
Thomas  Wvstitzkische  Fuudatio»,
zu  Neustadt  (Oppeln),  für  Armen-Untorstütznng.  Kapital  4366  THU-
        <pb n="806" />
        Graf  9)orf  v.  Wartenb  urgsche  Arinen-Stiftung  ZU  Weigwitz  (OhlauU
Bon  dem  FeldmarschaÜ  Grafen  v.  Wartenbure,  auf  Klein-Oels
  (t  1830)  unter  diesem  Namen  mit  ca.  4400  Thlr.  begründet.
Von  den  Zinsen  sollen  20  Thlr.  jährlich  und  diejenigen  Zinsüberschüsse,
welche  keine  volle,  auf  18  Thlr.  jährlich  bemessene  Unterstützungsquote
ausmachen,  kapitalisirt,  mit  den  verwendbaren  Zinsen  aber  Bedürftige,
ohne  Unterschied  der  Religion,  unterstützt  werden,  und  zwar  zunächst
diejenigen,  welche  längere  Zeit  auf  den  Höfen  des  Fideikommisses  Klein-Oels
  gedient  haben,  sowie  deren  hinterlaffene  Wittwen  und  Waisen.
Wenn  dergleichen  Bedürftige  nicht  vorhauden  sind,  sollen  die  Unterstützungen ­
  anderen  bedürftigen  Einwohnern  der  Dörfer,  in  welchen  jene
Höfe  belegen  sind,  gewährt  werden.  Als  Bedürftige  sind  zu  erachten
Männer  und  Frauen,  welche  durch  Alter,  Krankheit  oder  dnrch  einen
Unglücksfall  arbeitsunfähig  geworden  sind:  Wittwen,  die  mehrere  unerzogene ­
  Kinder  haben,  und  Waisen  bis  zu  dem  Zeitpunkte,  wo  sie  iti
Dienst  treten  können,  vorausgesetzt,  daß  die  Beteiligten  eigeUcs,  ihrett
Lebensunterhalt  gewährendes  Vermögen  nicht  besitzen.  Die  Verwaltung
der  Stiftung  hat  der  Pfarrer  in  Weigwitz  unter  Aufsicht  des  Besitzers
des  Fideikommisses  Klein-OtlS;  jener  hat  die  Unterstützungen  vorzuschlagen, ­
  dieser  sie  definitiv  zu  verleihen.  Sollte  von  dem  Stifter  oder
einem  seiner  Nachfolger  im  Besitz  des  Fideikommisses  ein  Armenhaus
errichtet  werden,  so  soll  dit  Stiftung  mit  diesem  vereinigt  werden  und
statt  der  Unterstützung  in  Geldern  Natural-Unterstützung  gewährt  werden. ­
  Die  landesherrliche  Genehmigung  ist  der-  Stiftung  unterm  9.
Febr.  18o6  ertheilt;  daS  Kapital  derselben  beträgt  6520  Thlr.  Vgl.
Armen-Hospital  zu  Klein-Oels.  *

ötaf  «)orf  v.  Wartenburgschr  Veteranen  Stiftung.
Der  Majoratsbesitzer  Graf  York  v.  Würtenburg  legte  1859  1000
Thlr-  "leder,  deren  Zinsen  halbjährig  der  Nationaldank  (s.  d.)  einem
Snvàn  m,«ant*»,ten  soll.  Er  setzte  hierbei  fest,  bnft  immer  au,
3.  Ditata  als  dem  SRamcuitaje  de«  Seldmarschall«  Grasen  AdrI
¡11*11
' )crf  m  rotiam.
        <pb n="807" />
        800

Zachertsche  Stiftung  zu  Röbel  (Osterburg),
von  dem  Altsitzer  Zachert  (t  1842)  begründet.  Er  setzte  200  Thlrzu
  dem  Zweck  aus,  daß  von  den  Zinsen  solche  Kinder,  die  in  Röbel
geboren  sind  und  von  deren  bedürftigen  Eltern  wenigstens  der  eine
Theil  noch  am  Leben  und  dort  wohnhaft  ist,  in  Kleidungsstücken,
Büchern  und  sonstigen  Bedürsnisien  nach  der  Auswahl  und  dem  Ermessen
  des  jedesmaligen  Orts-Vorstehers  und  Ortsgeistlichen  unterstützt
werden  sollen.
Zahn,
s.  Waisen-  und  Schul-Anstalt  zu  Bunzlau.
Fr.  Wilh.  Zahn,
Handlungs-Disponent  zu  Breslau  (t  1863)  hinterließ  mehreren  milden ­
  Anstalten  ansehnliche  Vermächtnisse.  So  dem  Blinden-Institut
4000  Thlr.,  dem  Diakonisienhause  Bethanien  3000  Thlr.,  dem  Kloster
der  barmherzigen  Brüder  2000  Thlr.,  dem  Hospital  für  hülflose  Dienstboten ­
  1000  Thlr.,  dem  Kinder-Hospital  zum  heiligen  Grabe  1000
Thlr.,  dem  Knaben-Hospital  in  der  Vorstadt  1000  Thlr.,  dem  Schiffkeschen
  Waisenhause  1000  Thlr.,  dem  Augusten  -  Hospital  1000
Thlr.  rc.
Marie  v.  Hale  ska.

(t  1860  in  Berlin)  setzte  testamentarisch  500  Thlr.  mit  der  Bestimmung ­
  aus,  daß.  deren  Zinsen  jährlich  unter  Fcuerleute,  die  beim
Brande  verletzt  sind,  und  beziehentlich  unter  die  Hinterbliebenen  im
Brande  umgekommener  Feuerleute  vertheilt  werden  sollen.  Die  Verwaltung ­
  des  Legats  steht  dem  K.  Polizei-Präsidium  zu.

Za  nd  er  -  Stiftung.
Begründet  1858  bei  Gelegenheit  des  50  jährigen  Dienst-Jubiläums  des
Kanzlers'v.  Zander  zu  Königsberg.  Kapital  4000  Thlr.;  aus  den
Zinsen  sollen  zwei  unbemittelte  Referendarien  Unterstützung  erhalten,
v.  Zedli  tz-Leipe,
Rittergutsbesitzer  zu  Käntchen,  schenkte  (1864)  der  evang.  Schule  daselbst ­
  100  Thlr.  mit  der  Bestimmung,  daß  die  Zinsen  zu  Weihnachten
alljährlich  zu  Gunsten  des  Lehrers  und  der  Schulkinder  verwendet
werden  sollen.
Zeidlersches  Wittweiihanö  zu  Halle,
von  der  Wittwe  Zeidl  er  geb.  Becker  1726  mit  einem  Hause  und
1000  Thlr.  Kapital  fundirt.  In  das  Haus  sollen  vier  arme  Wittwen
aufgenommen,  und  jeder,  neben  freier  Wohnung,  wöchentlich  5  Sgr.
verabreicht  werden.  Seit  1827  werden  die  Wittwen  in  Krankheitsfällen ­
  mit  ärztlicher  Pflege  und  außerordentlicher  Unterstützung,  auch
wohl  mit  einem  Zuschuß  zur  Anschaffung  des  Feuerungsmaterials  versehen. ­
  Das  ursprüngliche  Kapital  war  durch  das  Hesfeschc  Legat  von
50  Thlr.  Cour.,  und  durch  das  Gottschalksche  von  500  Thlr.  Gold,
außerdem  noch  durch  Ersparnisse  im  Jahre  1838  bis  aus  2800  Thlr.
gestiegen.  (Koch  II.  444.)
        <pb n="808" />
        __ 80 L_
Z-ihe.
Geh.  Kriegsrath  zu  Berlin  (f  1832)  bestimmte  10,000  Thlr.,  aus
deren  Zinsen  kranke  und  dürftige  Familienväter  oder  Wittwen,  aus
der  arbeitenden  Klasse,  die  sich  vom  Tagelohn  nähren,  sowie  auch  arme
Fabrikanten,  als  Weber,  die  keinen  eigenen  Laden  haben,  mit  täglich
10  Sgr.  unterstützt  werden  sollen.  Das  Legat  wird  bei  der  städtischen
Haupt-Stiftungskasie  verwaltet.  (Lisko  S.  83.)
Zetol  off  sche  Vermächtnisse.
Von  der  1840  zu  Danzig  f  Wittwe  Zekolofs  geb.  Glabatz  herrührend. ­
  Sie  vermachte  u.  A.  :  1)  der  dortigen  reformirten  niederländischen ­
  Armenkasse  800  Thlr.;  2)  der  kaufmännischen  Kornhändler-Gesellen-Armenkasse
  1000  Thlr.,  deren  Zinsen  alljährlich  am  Sonntage ­
  Trinitatis,  dem  Hochzeitstage  der  Erblasserin,  zur  Bertheilung  an
notorisch  arme  Wittwen  kommen  sollen;  3)  der  Krämerherren-Armenkasse
  1000  Thlr.,  deren  Zinsen,  gleichfalls  am  Trinitatis-Sonntage
jeden  Jahres,  an  arme  Krämer-Wittwen  zu  vertheilen  sind;  4)  dem
Armen-Jnstitut  zu  Pelonken  1000  Thlr.  Behufs  Verwendung  der
Zinsen  zur  Beköstigung  der  in  dem  Institut  befindlichen  Armen  am
Sonntage  Trinitatis  jeden  Jahres;  5)  dem  Kinder-  und  Waisenhause
zu  Danzig  1000  Thlr.  Von  den  Zinsen  sollen  die  Zöglinge  alljährlich ­
  am  Sonntage  Trinitatis  außerordentlich  beköstigt  werden;  6)  dem
Stadt-Lazareth  500  Thlr.  zu  einem  ähnlichen  Zweck;  7)  der  kaufmännischen ­
  Speicher-Armenkasse  500  Thlr.  Endlich  sollen  8)  die
Zinsen  von  10,000  Thlr.  jährlich  am  Trinitatis-Sonntage  unter  20
notorisch  arme  Kaufmanns-Wittwen  zu  gleichen  Theilen  vertheilt  werden. ­
  Die  Stiftung,  welche  unter  dem  5.  Dezember  1840  die  landesherrliche ­
  Genehnligung  erhalten  hat,  wird  von  zwei  Kaufleuten  verwaltet ­
  und  ist  von  der  Ober-Aufsicht  der  Gerichte  und  des  Magistrats
gänzlich  befreit.
Joh.  Bapt.  Zerboni,
s.  Erziehungs-Anstalt  für  verivaisete  Mädchen  zu  Reiste.
Zeygnth-Stani«  la  wskische«  Frauen-Stift  zu  Königsberg.
Eine  der  katholischen  Gemeinde  gehörige  Anstalt  (Landhosmeisterstraße
Nr.  14.)
v.  Ziegenhorn,
Major  a.  D.  (t  1830)  vermachte  seinen  Nachlaß  einem  Militair-Erziehuugs-Jnstitute
  junger  Edelleute;  und  die  Kabinets-Ordre  vom
12.  Januar  1838  bestimmte,  daß  dies  Vermächtniß  dem  Kadetten-Jnstitute
  zu  Kulm,  als  einer  größtentheils  für  junge  Edelleute  bestehenden ­
  Erziehungs-Anstalt  überwiesen  werden  solle.  Die  Zinsen  belaufen ­
  sich  auf  etwa  300  Thlr.  und  werden  als  Unterstützung  für
würdige  frühere  Zöglinge  jenes  Instituts,  welche  aus  dem  Kadettenhause ­
  zu  Berlin  in  die  Armee  treten,  bei  ihrer  Equipirung  als  Osstziere
  verwendet.
Preuß.  Landbuch.

51
        <pb n="809" />
        802

.inoli©  ràoZieringsche  Familien-Stiftung,
1516  durch  Dr.  Ziering  zu  Magdeburg  errichtet,  1605  durch  die
Erben  dbs  Hauptmanns  Zrering  erweitert.  Der  Magistrat  ist  Patron, ­
  die  Verwaltung  stĢ-dÄin  Ober-Bürgermeister  und  einigen  Familiengliedern ­
  zm'^Das  Vermögen  betrügt  zur  Zeit  (1861)  etwa  56,000
Thlr.sk  Es  werden  'vt&amp;gt;n  den  Zinsen  14  Stipendien  à  100  Thlr.  an
bedürftige  Familienglieder  und  iM'deren  Ermangelung  an  Fremde,  auch
Ausstattungen  à  50  Thlr.  für  !»  sich  verheirathende  weibliche  Familienglieder^ ­
  sowie-  -Unterstützungen  nnd  Pensionen  gezahlt.
^  **  ^ìetenfches  Legat.
Ein  Vermächtniß,  aus  dessen  Zinsen  das  Schulgeld  für  arme  Kinder
der  Stadt  Gransec  (Rnppin)  bezahlt  wird.  Kapital  1000  Thlr.
Daniel  Zimmerm  ann,
Kaufmann  zu  Königsberg,  vermachte  der  dortigen  Mennoniten-Gemeinde
5000  iThlr.-n  Keren  Zinsen  an  verarmte  Gemeindeglirder  verabreicht
werden.  Wilhelm  Z  im  m  erm  ann,  Kauftnann,  überwies  der  Gemeinde
ein  Grundstück&amp;gt;lchesson  MiethS-Ertrag  mit  800  Thlr.  jährlich  an  verarmte ­
  Hcmdwerkàt  ohM  Unterschied  der  Religion  vertheilt  wird.
D.  Zimmermann  sches  Armen-Stift  zu  Königsberg,
Für  Wittwen  christlicher  Kaufleute  oder  Mälzcnbrauer  aus  dem  Kneiphosi
  der  Altstadt  und  dein  Löbenicht,  wie  auch  für  Wittwen  des  Gewerbestaiides.
  Die  Verwaltung  hat  das  Vorsteher-Amt  der  Kanf-Rathmann
  zu  Sudenburg  (t  1850)  begründete  mehrere  Stiftungen.
Im  Jahre  1896  erbaute  er  auf  einem  ihm  gehörigen  Grundstücke  ein
Leichenhaus  mit  einem  Aufwande  von  2000  Thlr.  Kosten  und  schenkte
es  der  Kommune.  Letztwillig  bestinnnte  er  139  Morgen  Acker  zu  dem
AWàl-jMK  W)  Pachtzinsen  Armen  Unterstützungen  zu  gewähren  und
ArmeuhcfuseziM-.errichten.  Die  zunächst  mit  einem  Lribgcdinge  behaftete ­
  EilHünfte  ,werben  nach  dessen  Beendigung  noch  bis  zum  Jahre
1873  PNgşsWMtLu^he.  die  Verwendung  derselben  erfolgen  kann.
l86^,  .Wgr  ^?r  Äonds-auf  5577  Thlr.  gestiegen.  —  Einen  andern
Acker  von.»Morgen  bestimmte  Z  in  cke,  daß  die  Pachtzinsen  -jährlich
an  8  gottesfürchtige  hiesige  Anne  vertheilt  werden  sollten.  Die  Personen ­
  werden  durch  den  Magistrat  und  den  Kirchen  Vorsteher  iu  Vorschlôgs'MUâcht.^Ģ-Mô^'^şbt
  es  eine  Zinckesche  Landwehr-Stiftung:
die  Pachtzinsen  von  8  Morgen  Acker  sind  anzusammeln,  um  hülfsbedürftigen
  Landwehr-Frauen  bei  Einberufung  der  Männer  zum  Kriege  re.
Màstütznngen  zn  gewähren.  1861  Thlr.
Zippelsche  Stiftung  zu  Schmiedeberg  in  Schl.
Kaufmann  Zippel  setzte  in  einer  letztwilligen  Verordnung  vom  1.  Mai
1804  8000  Thlr.  aus,  um  die  Ausbildung  und  Niederlassung  tüchtiger
Professionisten  in  seiner  Vaterstadt  zu  befördern.  Von  den  Zinsen  die-
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        808

ses  Kapitals  soll  alljährlich  ein  Sohn  unvermögender  Eltern,  welcher
bis  zum  vollendeten  16ten  Jahre  die  Schule  besucht,  sich  in  derselben
ausgezeichnet  und  eine  unvorbereitete  öffentliche  Prüfung  am  besten  bestanden ­
  hat,  ein  beliebiges  Handwerk  frei  erlernen.  Während  einer
dreijährigen  Lehrzeit  soll  er  unterstützt  und  -drei  Monate  nach  erfolgter
Freisprechung  soll  ein  Kapital  von  100  Thlr.  für  ihn  gut  geschrieben
und  zinsbar  gemacht  werden.  Kommt  der  Geselle  nach  zurückgelegten
Wander-Jahren,  während  derm  er  «in  SUpeudiLm  bezieht,  mit  Kenntnissen ­
  bereichert  nach  Hause,  hat  er  sich  gut  geführt,  und  findet  Gelegenheit, ­
  sich  am  Orte  zu  etablircu,  so  soll  ihm  alsdann  das  Kapital
der  100  Thlr.  nebst  den  mittlerweile  darauf  gewonnenen  Zinsen  zu
seinem  Etabliffemcnt  abgereicht  werden.  Falls  der  Bénéficiât  dagegen
auf  der  Wanderschaft  verstirbt,  oder  sich  durch  schlechte  Aufführung  der
Wohlthat  unwürdig  macht,  oder  endlich  sich  anderwärts  niederläßt,  soll
das  Kapital  au  eine  arme  und  unbescholtene  Bürgerstochter  des  Orts
als  Mitgift  bei  ihrer  Verhciratbung  gezahlt  werden.  Tie  Verwaltung
der  Stiftung  steht  der  Armen-Kvmmission  unter  Aufsicht  der  Regierung
in  Liegnitz  zu  und  das  Stiftungs-Kapital  beträgt  zur  Zeit  17,000
Thlr.  Ein  Theil  der  Zinscn-Ueberschüfse  wird  zur  Unterhaltung  einer
Zeichnen-Schule  verwendet.  à
Pfarrer  und  Superintendent  in  Prökuls  (Memel),  schenkte  (1857)  .dem
dortigen  Verein  zur  Erziehung  hülfloser  Kinder  und  Besserung  ent
laffener  Sträflinge  für  die  Zwecke  desselben  ein  Kapital  von  1500  Thlr.

ZoelsfelscheS  Bermächtniß,
von  dem  zu  Breslau  (1882)  f  Kaufmann  Ephraim  Gottlieb  Zoelffel
  herrührend;  er  setzte  den  evaug.  armen  Schulkindern  in  Friedeberg
a.  Q.  ein  Legat  von  1000  Thlr.  aus.
Zöllnerscheö  Süpeudiuin,

von  der  Loge  zu  den  drei  Weltkugeln  in  Berlin  zum  Andenken  an
ihren  ehemaligen  Großmeister,  den  Ober-Konsistorialrath  Zöllner
(t  1804)  gestiftet.  Es  besteht  (Lisco  S.  327)  in  50  Thlr.  und
wird  an  einen  zur  Universität  abgehenden  armen  »nd  vorzüglichen  Schüler ­
  des  Gymnasiums  zum  grauen  Kloster  oder  an  einen  jungen  Künstler
oder  an  einen  jungen  Handwerker  der  höheren  Klaffen  gezahlt.
verwandten  Schlegel,  den,  Jakoh  Hoewes  jun.  und  den  Töchtern
des  Samuel  Lo  ew  eu  oder  Lauen  resp.  bereu  Kinder  und  Kindeskindern ­
  zukommen.  £&amp;gt;ic  Aufsicht  über  die  Stiftung  hat  seit  1812  das
Stadtgericht.  nl

uz  bumsn

ttķ  r  Ililiü  filini  Zoologischer  Garten  ,u  Berlin.
Angeregt  von  König  Friedrich  Wilhelm  IV.,  welcher  dazu  die  Einräumung ­
  eines  Theils  der  ehemaligen  Fasanerie  und  die  Uebersiedelung

51*
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        804

der  Menagerie  auf  der  Pfauen-Jnsel  in  Aussicht  stellte,  ausgeführt
durch  die  Thätigkeit  des  Geh.  Medizinalraths,  Prof.  Or.  Lichtenstein, ­
  ist  dieses  Institut  im  Sommer  1843  eröffnet;  im  Jahre  1844
ging  dasselbe  und  die  Verwaltung  auf  eine  Aktien-Gescllschaft  über.
Dieselbe  bezieh  äüs  -Staaks-FokrdS  einen  Zuschuß.  Die  Schulen  der
Stadt  haben  freien  Zutritt  und  die  Kommune  zahlt  dafür  jährlich  200
'Thlr.  Im  Jahre  1863  wurden  eingenommen  40,000,  ausgegeben
32.000  Thlr.  Die  Zahl  der  Thiere  betrug  700.  An  der  Spitze  des
VorstanW  derAbspaltung  Geh.  Ober-Regierungsrath  Knerk.
Zoologischer  Garten  zu  Breslau,
1864  von  einer  Aktien-Gesellschaft  mit  einem  Grund-Kapital  von
46.000  Thlr.  begründet.
Vlr  .iiíÁ/í  M  mi  Zoologischer  Garten  zu  Köln,
von  eitler  Aktien-Gesellschaft  1860  mit  einem  Grund-Kapital  von
50.000  Thlr.,  später  erhöht  auf  150,000  Thlr.,  begründet.
Zufluchtshaus  für  unverschuldet  herabgekommene  Familien  jüdischen  Glaubens
in  Breslau.
Die  Errichtung  desselben  wurde  von  Jonas  Frankel  (s.  d.)  in  seinem ­
  Testamente  angeordnet.  Die  der  Oberaufsicht  des  Staats  unterworfene ­
  Stiftung  ist  unter  dem  31*  August  1847  mit  gleichzeitiger  Beilegung ­
  der  beschränkten  Korporations-Rechte  genehmigt  und  hat  bereits
einige  letztwillige  Zuwendungen  erhalten.
Znmbroich-Mellinsches  Stipendium.
Frhr.  Joseph  v.  Mellin  stiftete  zum  Andenken  seines  Lehrers,  des
Pfarrers  Zumbroich  in  Menden,  eine  ewige  Jahres-Rente  von  12
Thlr.,  welche  den  obigen  Namen  führen  und  jährlich  an  einen  armen
Knaben  der  Pfarrei  Menden  verliehen  werden  soll.  Der  damit  Bethciligte
  hat  dieselbe  von  dem  zurückgelegten  achten  oder  nach  Umständen
auch  einem  späteren  Jahre  an  bis  zum  vollendeten  18.  Jahre  zu  genießen. ­
  Patrone  der  Stiftung  sind  die  Vorsteher  der  Mell  tuschen
Stiftung  (s.  d.)  zu  Werl.
Stiftung  Zum  san  de  in  Münster.
Sie  stammt  aus  dem  Jahre  1633,  hat  mehrere  Grundstücke  und
48.000  Thlr.  Kapital.  Die  Zinsen  und  sonstigen  Einkünfte  werden
verwendet  zunächst  zur  Zahlung  von  1029  Thlr.  Schulgeld  rc.  für
arme  katholische  Kinder.  Sodann  erhalten  21  Pfarrer  in  Münster  und
dessen  Umgebung  96  Thlr.  zu  Prämien  an  Schulkinder  und  ältere
Arme,  welche  dem  katechetischen  Unterricht  am  fleißigsten  beiwohnen;  der
Schullehrer  in  Wolbeck  8  Thlr.  für  Unterricht  armer  Knaben  und  für
Schulbücher;  die  Schullehrer  in  Münster  7}  Thlr.  für  Beiwohnung
der  Kinderlehre;  der  Direktor  des  Gymnasiums  90  Thlr.  zu  verschiedenen
Unterrichtszwecken;  schließlich  werden  verwendet  70  Thlr.  zu  Memorien
  und  Pfarr-Gehältcrn,  20  Thlr.  für  die  Bürger-Sodalität,  20  Thlr.
zur  Unterstützung  armer  Kranken  bei  ansteckenden  Krankheiten,  25  Thlr.
        <pb n="812" />
        805

zur  Belohnung  von  Seelsorgern,  die  sich  bei  ansteckenden  Krankheiten
auszeichnen,  130  Thlr.  zur  Unterstützng  verschämter  Arnren.
Zwölf  Apostel-Armenhofs-Stiftung  zu  Rees.
Dieselbe  hat  ein  Vermögen  von  20,500  Thlr.  in  Grundstücken  und
13,250  Thlr.  in  Kapital,  und  verwendet  jährlich  etwa  1100  Thlr.  zur
Verpflegung  bedürftiger  Männer  u,rd  Fropen.
Zwölf-Männer-ArmenhanS  zu  Münster..  -
Ein  altes  Institut,  in  welchem  20  betagte  unvermögende  Männer,  vorzugsweise ­
  früher  Eigenbehörige  des  Dom-Kapitels,  Aufnahme  und
Unterhalt  finden.  Die  Verwaltung  ist  in  den  Händen  des  Dom-Kapitels
  und  die  Pfründner  halten  alljährlich  in  der  Fastenzeit  eine
Prozession.  Die  Anstalt  hat  einige  Grundstücke  und  24,000  Thlr.
Kapital;  sie  giebt  von  ihren  Ueberschüffcn  100  Thlr.  an  die  Hülflosen-Anstalt
  (s.  d.)  ab.  »
Wiiu'Mi  itt'şşMj  twwmpy)  aiìammolagàoraH  tadiuchfraeinu  ïii'i  SuvstSlchustuß.
').  i  ,  ..ttun^hs  «V  i  :v
fļ  lu  ,  î'&amp;lt;  .1)  s.uiņ.nfj  tymfi  |iod  aprual  yasişşşsad  tzimtchirrD  3-D
ï,  ¡quip  ïjÔ  tch-k  suora  rad  aiè  .talldroamm  alurmosiaL  mrn
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.,  *J  ]u  5ijļj  Dlşļinrstfzì-6,.^
, { j  if  .natipstr^  mguŞo-«tè
,j  ,J¡  11,  TÌfHÌģļHļÌi&amp;amp;  ;-ĢilN  M1  hfì  mut
.orvitìitt.  iamb}  najiiadiilii  îķtuģ  »tasiisi  iti  II3  E  M  ckchsiE  r^fí
Äi  iwd  '  aiwoifi-agi#,  aiiii  jwÌmYÌ:  ni  chisrdm  uļ;  thrriï''-I
is  intti-  mí«»  «o  -  (flbrJj(Iî)j  itivi  riamusk  uagfdö  int  schlich
it-  un,och  íi  i  .líos  iiickrim  uaiiarH«  ii-6n-Ñk  i-rrtşş  tí6  itistkm'ñ
uíitifiisimll  ib«'iado  natchau  nijgsIsglbüruL  luaH  hqc  odJaļiid  Inch  ttgiliastt
ist  u;  arstnñ  .81  iialadnaDod  mu;  &amp;amp;i(|  un  nrviftqj.tfttíw  Aun
.  chsililliM  ,id  rastasiroE  aid  tinsi  tznusiitL»  rad  anorît^  .nagain
.IraW  UL  (.6  si)  pnusiitD
.rastnvM  ni  adnofmutz.  gnutsilD
6mi  adüsidnurtO  ararstam  tvst  M91  arstE  mad  Sun  tmninsi  aiD
uadra«  asinài?)  nagisinof  du«  naļnig,  aid  .InliqnÄ  .rl  st  T  000,8à
rii)  ,3i  dlagiuchD  .ristT  6LÑ1  nao  gnulstnß.  ru;  sichnnuL  ladn,«rad
dnu  rasinüM  ni  rarrnM  IL  nattnstra  nuvdoD  .raduiñ  achfilosttn!  aman
a  ratti)  dim  raduittuchD  no  uainiiàrP  uz  .rlst^  '66  pnustagmtt  uasiad
rad  ;naiisto«iad  nasigifjiasi  mo  tchirratntt  nachfitachatnļ  mad  achia«  ,amr!k
ruf  dim  iiadnnW  ramrn  tchirratntt  rüf  .ristT  8  bastloW  ni  rarstattuchT
piiunstomiab  rüf  .ristJ  ş?  rasiniilE  ni  rarstattuchD  aid  ;  rachü6iuch§
nanadaichfrad  uz  .ristT  06  bmusinnmfl'!«')  tzadrottari(T  rad  ;arstairadniK  rad
orna#  UL  .rl  st  T  OT  ladnamra  '  na  dram  chiisiailchf  ;  nadamLdtchirratnll
.rlstJ  OL  ,tütiindvL-ragrüE  aid  risi  .rlstJOà  .nrattnstaO-rrnf^  dmi  nair
.iiŗlï  L  ļ iiali3dïim,l&amp;lt;'.  iiiMr.n-.ijfn  j;,ļ  riihisrr'  ^  gnu-ûsiral'itt  .'UL
Druck  von  I.  F.  G  tard;  in  Ģerlļn.
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        t

Notiz.
Von  demselben  Verfasser  ist  1859  auf  höhere  Veranlaffung  bearbeitet ­
  und  herausgegeben:
Neuere  ständische  Gesetzgebung  der  Preußischen  Staaten.
Einschließlich  der  Gesetzgebung  über  die  beiden  Häuser
des  Landtages  ^er  Monarchie,  die  Verhältnisse  der
vormals  reichsständischen  Familien,  der  Rittergutsbesitzer, ­
  die  Verfassung  der  Städte  und.  Landgemeinden,
die  Organisation  der  ländlichen  Polizei  rc.,  mit  einem
historischen  Tableau  des  Herrenhauses.  Preis  2  Thlr.
Die  darin  aufgenommenen  Gesetze  —  darunter  sämmtliche  Städte-Ordnungen
  und  Landgemeinde-Gesetze  mit  Motiven  und  Ergänzungen
—  befinden  sich  zur  Zeit  noch  in  voller  Geltung,  und  es  giebt  für
Männer,  die  sich  in  Ansehung  der  thatsächlich  bestehenden  Provinzial-Verfassung
  und  über  die  angestrebten  Reformen  derselben  sowie  über
die  Verhältnisse  sämmtlicher  Provinzial-Hülfs  -  und  Darlehns-Kasien
informiren  wollen,  kein  vollständigeres  Material  als  das  hier  gegebene.
Exemplare  dieses  Werkes  können  beliebig  noch  bezogen  werden.
Berlin,  im  Februar  1866.
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