dehnung ihrer Produktion für fähig gehalten wird. Eine höchst niangel- hafte Verivaltung, ungenügende Verkehrsmittel, seltsame Arbeiterverhaltnisse, nüederholte und langjährige Unruhen, drückende Abgaben bei trauriger Finanzlage: kurzum, eine Vereinigung der unglücklichsten Umstände hat die Insel seit langen Jahren verhindert, ihre wirkliche Leistungsfähigkeit zu entwickeln. Daß sie demohnerachtet nicht nur nicht zu Grunde gegangen, sondern immer noch einen bestimmenden Einfluß auf dem Weltmärkte aus üben konnte, zeugt für ihre Widerstandsfähigkeit nnb für den Reichthum ihrer natürlichen Hilfsquellen, der ihr von jeher den Beinamen: „die Perle der Antillen" verschafft hat. Von größter Bedeutung ist hiernach die Beantwortung der Frage, was ein solches Land unter geordneten Verhältnissen zu erzeugen vermag. Die Beantwortung vorzubereiten, nicht sie bereits zu liefern, ist der Zweck der vorliegenden Arbeit. Statistische Nachrichten der Art, wie sie in Europäischen Staaten üblich, giebt es für Cuba nur in beschränktem und unvollkommenem Umfange. Ein nicht geringer Theil der Insel ist noch ziemlich unbekannt und dem Verkehr wenig zugänglich. Die vorhandenen Onellen, soweit sie für die Beschreibung der enbanifchen Zustände benutzbar waren, beschäftigen sich zumeist mit der politischen Geschichte und behandeln die gewerblichen Verhältnisse nur sehr kurz. Unsre Vereinsniitglieder mögen deshalb beim Lesen der nachstehenden Mittheilung sich gegemvürtig halten, daß damit kein erschöpfendes Werk geliefert werden soll, sondern nur eine Zusammenstellung, welche einer gründlicheren Bearbeitung die Wege weisen soll. 2. Lage und Oertlichkeit von (Sitbo. Die Insel Cuba ist die größte der westindischen Antillen. Sie liegt in der Richtung von Osten nach Westen langgestreckt zwischen dem 74 bis 85" westlicher Länge von Greenwich und dem 20 bis 23" nördlicher Breite, mit ihrer Nordküste fast bis zum Wendekreise des Krebses hin reichend. Sie beherrscht den Eingang zum mexikanischen Meerbusen, welcher in Kreisform durch die Küsten von Florida und Texas im Norden, durch die Küsten von Mexico bezw. von Iucatan im Westell und Süden gebildet wird, im Osten aber vom Atlantischen Meere zugänglich ist. In diesen Zugang ragt Cuba mit ihrer Westspitze so hinein, daß dadurch nördlich die Straße von Florida und südlich die Straße von Aukatan als Einfahrten nach Mexiko gebildet werden. Südwärts in gerader Richtung über das caraibische Meer gelangt man von Cuba nach der Landenge von Panama: sobald der dort in der Ausführung begriffene Canal die Verbindung zwischen beut caraibischen Meere und dem stillen Ocean eröffnet haben wird, dürfte auch Cuba sowohl politisch uñe im Handelsverkehr eine erhöhte Wichtigkeit