494 setzen können; die Andern sahen die bisherigen Yerfassimgs- kämpfe im Verhältniss zu den socialistischen Zielen als Kleinig keiten an, um die man sich nicht zu kümmern habe, und deren Ausgang völlig gleichgültig sei. Die zweite Art des vermeint lichen Hinwegseins über die Politik ist nun die am wenigsten fehlgreifende. Jedoch fehlt auch hier das Fundamcntalaxiom, ohne welches aller fernere Socialismus haltungslos werden muss. Es fehlt die leitende Idee, dass die politischen Formationen auch ihrerseits die wirthschaftlichen Gestaltungen bestimmen, und dass daher diese Art von Zusammenhang mindestens ebenso sehr berücksichtigt werden muss, als die entgegengesetzto Rich tung der Abhängigkeit. Bei den eigentlichen Nationalökonomon erklärt sich die Vernachlässigung der Consequenzen des Poli tischen für das Wirthschaftlicho sehr leicht aus dem bei ihnen vorherrschenden Gedankengang. Grade die bedeutendsten unter ihnen haben diese Einseitigkeit dos Standpunkts am entschie densten vertreten. Dagegen ist bei den Socialisten eine ähn liche Erscheinung weit weniger gerechtfertigt, weil ihre Denk weise den Rechtsverhältnissen ohnedies mehr Aufmerksamkeit widmet und daher den grossen Dimensionen der Rechtsgestal tung, welche im Politischen ihren Grund haben, nicht in glei cher Weise fremd bleiben kann. In dem eben bezeichneten Sinn kann man nun allerdings auch sagen, dass den Anschauungen des Herrn Marx die Be tonung der specifisch politischen Seite des Socialismus abgehe. Die Politik erscheint in diesen Anschauungen als eine Ange legenheit zweiten Ranges, während sie in der That die form gebende Macht ist, durch welche ein Theil der socialen Ver hältnisse nebst den zugehörigen wirthschaftlichen Folgen von vornherein bestimmt wird. Die materiellen Interessen müssen zwar der Beziehungspunkt für alle socialökonomischen Uober- legungen bleiben; aber die Frage, wie diese materiellen Inte ressen ganzer Classen durch die politische Ordnung bestimmt werden, ist nicht minder wichtig, als die Rechenschaft über die Art und Weise, wie politische Beziehungen aus den öko nomischen Verhältnissen herauswachsen. Es ist eine fehlgrei fende Ideologie, wenn man, wie Herr Marx thut, von vorn herein die blos wirthschaftlichen Verhältnisse zu einem Erklä rungsmittel für Alles machen will, und die ökonomischen Kategorien gleichsam in der Luft schweben lässt. Wäre die