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nämlich  das  Unzeitgemäße  durch  Warten  zeitgemäß  würde.
Was  man  für  den  Fortschritt  ausbedingen  darf,  ist,  daß
er  „symmetrisch"  sei;  daß  alle  Theile  der  Staatsinstitutionen
sich  in  gleichem  Verhältnisse  entfalten,  imb  nicht  einzelne
Glieder  verkümmert  zurückbleiben.  Ist  alsdann  die  Entfaltung ­
  in  einer  Richtung  stärker  als  in  andern,  so  entsteht
die  Aufgabe,  nicht  etwa  das  Ueppige  zurückzuhalten,  sondern ­
  das  Leblosere  anzuregen.  Aber  mit  einem  vollendet
symmetrischen  Kunstwerk  darf  man  nicht  sogleich  hervortreten
wollen;  die  organische  Bildung  auf  naturgemäßem  Wege
fängt  immer  vom  Unverhältnißmäßigen  cm  und  dringt  durch
viele  Stadien  der  Unvollkommenheit  hindurch  zur  Symmetrie
hin.  Das  Kind  ist  anfangs  fast  nur  Kopf,  und  erst
nachdem  es  lange  gekrochen,  gewankt  und  häufig  gestolpert,
entwickeln  sich  die  Glieder  zur  Leichtigkeit  und  Sicherheit
ihrer  Verrichtungen.  Stur  nicht  die  ewigen  Vorwände  fürs
Zaudern,  Hinhalten,  Nichtsthun!  —  denn  wenn  auch  die
Zeit  Rosen  bringt,  was  nützen  uns  solche,  die  nur  auf
unserem  Grabe  blühen  sollen?  Wie  alt  ist  doch  schon  die
Welt,  wie  lange  hat  sie  schon  gelitten  und  geharrt,  und
wie  viele  Generationen  haben  ohne  Hoffnung  hinabgehen
müssen!  —  Und  wir,  sollen  wir  auch  nichts  ersehen?  Und
wenn  wir  endlich  für  uns  selbst  Früchte  des  langen  Harrens
sehen  wollen,  haben  wir  eine  Ewigkeit  noch  zu  leben,  daß
wir  Jahre,  selbst  Vierteljahrhunderte  als  nichts  rechnen?
Zwischen  den  Jahren  1815  und  184-0  „Wie  viele  Gute,  die,
um  schöne  Stunden  Vom  Glück  getäuscht,  vor  uns  hinweg
geschwunden!"  Kann  es  eine  Nation  verantworten  vor  beit