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nahm  auch  viel;  aber  sie  führte  die  Administrations-  und
Gerichtsgeschäfte,  unterhielt  die  Wissenschaften,  übte  die
Heilkunde  aus,  sorgte  für  Armenpflege,  bildete,  vermittelte
und  schützte.  Der  Spruch:  „unter  dem  Krummstab  ist  gut
wohnen",  ist  ein  Zeugniß  der  Wohlthaten,  welche,  ungeachtet ­
  aller  Mißbräuche,  die  mittelalterliche  Kirche  besonders
denjenigen  Ländern  erwies,  in  welche  die  Kultur  sich  erst
einzudrängen  bestrebt  war.  Die  Zünfte  nahmen  auch  viel;
aber  ohne  sie  hätte  sich  die  Industrie  gegen  die  Stürme  der
damaligen  Zeiten  gar  nicht  wehren  können.  Alle  jene,  auf
Privilegien  beruhende  Institute  waren  damals  nöthig,  um
Einzelnen  sowohl  die  Macht  als  den  hinlänglichen  Trieb
zu  geben,  die  Interessen  des  Landesschutzes,  der  Intelligenz,
der  Erwerbsthätigkeit  im  Kampfe  der  überall  herrschenden
rohen  Gewalt  zu  vertreten.  Sie  lösten  die  von  der  Zeit
gestellte  Aufgabe;  denn  die  Gesellschaft  war  noch  auf  einer
zu  niedrigen  moralischen  und  intellektuellen  Stufe,  um  sich
anders  als  durch  Uebermacht  regeln  zu  lassen.  Sie  bildeten ­
  bedeutende  Persönlichkeiten  aus,  und  wirkten  selbst,
vermöge  des  durch  ihre  unrechtmäßige  Begründung  hervorgerufenen ­
  Widerstands,  befördernd  auf  die  Menschheit  ein.
Aber  mit  der  Ueberwindung  der  Gewaltherrschaft  durch  Sitte
und  Intelligenz  hat  die  jetzige  Zeit  eine  andere  Aufgabe  uns
gestellt,  und  erfordert  zur  Gliederung  des  sozialen  Vereins
auch  andere  Einrichtungen.
Wenn  auch  der  konservative  Trieb  sich  da  am  heftigsten
äußert,  wo  ein  besessenes  Unrecht  gegen  die  Reklamationen
der  Uebervortheilten  zu  vertheidigen  ist,  so  darf  man  kei-