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dächtigkeit  und  Stabilität  altvaterischer  Sitte  sich  handle.
Wenn  darauf  die  Hoffnungen  und  Bestrebungen  gerichtet
sind,  —  wenn  der  angestammte  Zopf  allein  das  Ankertau
  in  den  Stürmen  der  Zeiten  abgeben  soll  —  dann  zeigt
vie  ganze  Idee  ein  noch  größeres  Verkennen  unserer  jetzigen
Lebensphasen,  als  wir  ihr  vorhin  zuschrieben.  Denn  nichts
liegt  mehr  augenfällig  auf  der  Oberfläche  dar,  als  die  vor
sich  gehende  unaufhaltsame  Verwüstung  aller  Angewöhnungen ­
  durch  die  rasche  Umgestaltung  aller  äußeren  Verhältnisse. ­
  Die  sozialen  Grundbeziehungen  sind  in  Preußen  kaum
dreißig  Jahre  alt.  Mit  der  Destitution  des  Adels,  der
Aufhebung  der  Hörigkeit  und  Dorfgemcinheit,  Einführung
der  Gewerbefreiheit,  allgemeiner  Militärpflichtigkeit  u.  s.  w.
hat  sich  Alles  neu  gestalten  müssen.  Die  Bücklinge  vor
dem  gnädigen  Erbgutsherrn,  das  Kleben  an  der  Scholle,
das  Hutabnehmen  vor  einem  gestrengen  Rathsherrn,  das
Zittern  vor  dem  Korporalstock  mußte  mit  einem  Male
verschwinden.  Mit  jenen  Reformen  gerieth  das  ganze  Leben
in  Fluß;  es  trat  eine  Periode  des  Wechselns  ein,  welche
nichts  zur  Stabilität  gedeihen  läßt.  Landgüter  gehen  von
Hand  zu  Hand,  wie  Staatöschuldscheine;  heute  ist  man
Kaufmann  oder  Soldat,  morgen  Gutsbesitzer,  übermorgen
wieder  etwas  anderes;  große  Güter  werden  zerstückelt,
Bauernhöfe  vereinigt;  der  ackerwirthschaftliche  Betrieb  muß
bald  diese,  bald  jene  Richtung  nehmen;  kaum  hat  sich  der
Gewerkömann  mit  dem  einen  Verfahren  vertraut  gemacht,
so  wird  ihm  eine  neue  Aufgabe  gestellt;  der  Handel  wechselt ­
  täglich  seine  Wege.  Die  Idee  irgend  einer  Stabilität,