166 DEUTSCHLAND — Sachsen (Finanzen). Schuld. Die Budgetvorlage v. Februar 1855 weist nach: 3, 4 u. 4%pi'oc. Cassascheine u. Obligationen .... Th. 38’464,050 Actien der schlesischen u. der sächs.-bayer. Eisenbahn . . 8’500,000 Hiezu: Betrag der Cassabillette (Papiergeld) .... 7’000,000 Gesamintscliuld 53’964,050 Davon befinden sich im Staatsportefeuille .... 11’509,591 Als Gegensätze finden wir aufgefülirt : 411,320 Th. Zinsen der Activcapitalien, und 1'100,000 - Reinertrag der Eisenbahnen. Indessen war die Aufnahme eines neuen Aniehens von 7 Mill, vorgesehen. Wirklich wurde Ende August 1855 ein 4 proz. Anlohen, vorerst von 5 Milk, im Course von 07% negozirt. Geschichtliche Notizen. Die Erhebung sächsischer Churfürsten auf den Polnischen Königsthron kostete Sachsen enorme Opfer, Schon unter August II (1697 —1733) wurden „der Königswiirde“ wegen Landestlieile und Rechte des Churstaats veräussert. Auch zog jenes Verhältniss die Schweden unter Karl dem XII. in das Land (1706 und 7,) deren Erpressungen auf 23 Milk Thlr. geschätzt wurden, — Der siebenjährige Krieg war bekanntlich von einem schrecklichen Aussaugen Sachsens begleitet. Friedrich II. zog gegen 50 Milk da raus; der sächsische Staat ward mit 29 Milk neuen Schulden belas tet; der Gesammtschaden des Landes stieg aber auf mindestens 70 Milk Die Verschwendung in der Hofhaltung dauerte indess fort. 1778 berechnete man den Staatsbedarf auf 6’634,000 Thlr., wovon 2’017,116 für „Armee und Politik,“ 679,823 für den Hof, 414,016 für Apanagen, 1’910,899 für Schulden, 702,729 Besoldungen und 349,749 Pensionen! — Zufolge des Teschener Friedens erhielt Sachsen eine Entschädigung für die Erbschaftsansprüche an Bayern von 6 Milk Gulden. — Die Preuss. Allianz gegen Frankreich 1806 kostete 25 Milk Fres. Kriegssteucr, ungerechnet was die Stadt Leip zig leisten musste. Von den Entschädigungsgeldern, die Frankreich nach Napoleons Sturz zu entrichten hatte, erhielt Sachsen 6’804,146 Fr. Heber die einzelnen Bestandtheile der Schuld hier noch einige Notizen: Die eigentliche Staatsschidd, 1764 29’028,425 Thlr., war 1806 auf 14’932,885 herabgebracht, 1817 aber auf 22’857,626 ge stiegen, wovon 16’660,771 auf Sachsen lasten blieben, während Preus- sen den Rest zu übernehmen hatte. — Die Kammer - Creditcassen- Schuld, 1765 8’698,898 Thlr., war bei derLandestheilung auf 2’984,556 gemindert, wovon 1’554,205 bei Sachsen verblieben, — Schon 1772 erfolgte Ausgabe von Papiergeld. Bei der Landestheilung waren für 5 Milk vorhanden; davon musste Sachsen 3V4Milk decken. 1819 waren für 2%, 1843 für 3 Milk im Umlauf. Nun erfolgten weitere Aus gaben: im September 1843 für 1, im Juni 1846 für 3 Milk — Für Staats-Eisenbahnen waren bis 1851 bereits 13’933,437 Thlr. verwen det. — Der Betrag der gesammten Staatsschuld war: ^1819 1830 1847 1849 1853 25448,291 18762,050 33778,000 4P343,361 42781,523 Miliüir. Conscription; 6jährige Dienstzeit vom 21. Altersjahre an; 3jährige Verpflichtung zur Reserve; Stellvertretung.— Bestand: