174 DEUTSCHLAND — Baden (Finanzen). einige kleinere Bezirke auf dem linken Rheinufer (Theil der Grafschaft Sponheim im jetzigen Rheinhessen, Dorf Rhodt, ferner Herrschaft Gräfenstein bei Pirmasens in der Rheinpfalz, und Herrschaften Rodemachern ­ und Hespringen im Luxemburgischen). Die linksrheinischen Besitzungen, 8 Q.-M. mit 38,500 Menschen, gingen an Frankreich verloren ; der Reichsdeputationsschluss von 1803 gewährte reiclie Entschädigung: ­ das Hochstift Constanz, die rechtsrheinischen Theile der Hochstifte Basel, Strassburg und Speyer (Bruchsal, Philippsburg), die churpfälzischen Aemter Ladenburg, Breiten und Heidelberg (Mannheim), die Nassau-Usingische Herrschaft Lahr, die darmstädtischen Aemter Liclitenau und Wildstädt, 11 Abteien (Lichtenthal, Ettenheim, Reichenau ­ etc.), endlich 7 Reichsstädte: Offenburg, Zell, Gcgeiibach, Ueberlingen, Biberach, Pfullendorf und Wimpfen, — zus. 60 Q.-Meil. mit 248,000 Bewohnern. — Der Markgraf nahm am 1. Mai 1803 den Titel eines Churfürsten, und am 12. Juli 1806 den eines Grossherzogs an. — 1806 ward Biberach an Württemberg überlassen, gegen Erwerbung ­ der Städte Villingen und Bräunlingen, des grössten Theiles des Breisgau (früher österreichisch), des Pürstenthums Heitersheim mit der Grafschaft Bonndorf, der Geistlichengüter im Breisgau, der Ortenau der Stadt Constanz und der Souveränität über fürstliche Besitzungen von Fürstenberg, Leiningen, Löwenstein und Salm. Baden umfasste nun 264 Q.-Meil. mit 925,000 Menschen. — 1809 Belohnung für die Theilnahme am Kriege gegen Oesterreich. Gegen Abtretung der Souveränität ­ über die Leiningischen Aemter Amorbach und Miltenberg (5 Q.-M. mit 25,000 Einw.) an Darmstadt, bekam Baden von Württemberg: ­ das Oberamt Stockach und Theile von Hornberg, Rottweil, Tuttlingen, Maulbronn und Mergentheim, gegen 15. Q.-M. mit 45,000 Einw. Endlich erhielt Baden 1814 das 1805 an Frankreich überlassene Kehl zurück. Kein anderer Staat hat sich so sehr vergrössert. (Verfassung vom 22. Aug. 1818.) Finanzen* Der (verfassungsmässig auf 2 Jahre festgestellte) ^Hauptfinanzetat“ für 1856 und 57 schliesst so ab: Einnahmen: 1) Ordentliche, jährl. 15*460,842 = zus. . fl. 30*921 684 2) Ausserordentl. Zuschlag zur Grund-, Häuser- und Capitalsteuer ’ à 2 kr. von 100 fl. Steuerkapital 539 434 3) Ausserordentl. Zuschuss aus der Schuldentilgungscasse bis . 1*000,000 1)2*461,148 Die wichtigsten Einnahmepositionen für 1857 sind: Gewöhnliche Domänen Forsten . Berg- u. Hüttenwesen Salinenverwaltung . Zollverwaltung Münzverwaltung Steuerverwaltung Rohertrag Kosten 1*184,881 683,967 1*437,043 669,149 786,443 725,997 1*340,683 292,425 2*798,763 954,765 510,124 516,645 6*567,800 814,990 Unter den Steuern sind brutto: Grund-, Häuser- u. Gewerbst. 2*984,767; Capital- 191,093, Classenst. 158,549, Accise u. Ohmgeld 1*845,908, Justiz- und PoUceigefalle 1*256,714.