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        <title>Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde</title>
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            <forname>Georg Friedrich</forname>
            <surname>Kolb</surname>
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            <idno>834619415</idno>
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      <div>FRANKREICH — Auswärtige Besitzungen (Algerien). ßg 
Einwohnerzahl einer unserer grösseren Städte gleich. Selbst von der 
angegebenen geringen Gesammtsumme widmeten sich (81. März 1852) 
nur 47,974 dem Ackerbaue ! — Abgesehen von der nicht emporkom 
menden europäischen, ist sogar auch die einheimisciie Bevölkerung in 
entschiedener Abnahme. Die europäische Bevölkerung umfasste Ende 
1851: 58,851 Männer, 88,047 Frauen und 89,885 Kinder. Ungeachtet 
dieser numerischen Ungleichheit der Geschlechter, ist die Zahl der 
Ehen und der Geburten verhältnissmässig weit grösser, als in Europa 
(Folge davon, dass die Eingewanderten fast sämmtlich im besten Alter 
stehen, und auch Folge des Strebens der Natur, starke Abgänge rasch 
zu ersetzen). Auf 1000 europäische Einwohner zählte man durch 
schnittlich 10,04 Ehen und 42,83 Geburten (in Frankreich nur 7,8 
Ehen und kaum 29 Geburten). Noch weit grösser ist aber die Sterb 
lichkeit. Von 1842 — 51 kamen auf 1000 Europäer jährlich im 
Durchschnitte 52,69 Sterbfälle, ungerechnet das Militär (in Frankreich 
trafen selbst im Cholerajahre 1849 nur 27,7 Sterbfälle auf 1000 Ein 
wohner, in gewöhnlichen Jahren blos 24,6). Das Missverhältniss steigt 
indess noch viel höher, als diese Ziffern zeigen, weil beinahe die ge 
summte europäische Einwohnerschaft im kräftigsten Alter steht, in 
welchem in Frankreich kaum 11 Todesfälle auf 1000 Menschen treffen. 
Von 1830 bis Ende 1851 zählte man bei der europ. Bevölkerung: 
Provinzen Geburten Sterbfälle 
Algier . . 25,411 34,979 
Oran . . 11,755 13,692 
Constantine . 7,734 12,097 
Zusammen 44,900 60,768 
Also in allen Provinzen mehr Sterbfälle als Geburten. Auch seitdem 
hat das Missverhältniss keineswegs aufgehört, und in den 3 Jahren 
1852 bis Ende 1854 kamen wieder blos 17,687 Geburten gegen 
19,004 Todesfälle vor (davon 6111 Geburten und 7025 Sterbfälle auf 
das Jahr 1854). — Am furchtbarsten leiden die schweizerischen und 
deutschen Colonisten, welche als Nordländer in dem heissen Clima am 
wenigsten die Feldarbeiten zu besorgen im Stande sind. In der viel 
empfohlenen Schweizercolonie bei Sétif starben 1854 von 528 dahin 
gebrachten Colonisten nicht weniger als 75, — demnach im Verhält 
nisse über 142 von 1000 ! Und ausserdem starben noch weiter 22 
Individuen, welche von der Setif-Colonisationsgesellschaft nach Algerien 
gebracht worden waren, und die sich an andern Punkten der Sub 
division Setif aufhielten. (Die Colonisationsgesellschaft hat es unter 
lassen, klare Angaben über die Verhältnisse im Jahr 1855 zu ver 
öffentlichen.) — Noch entschieden schrecklicher als unter den Erwach 
senen, wüthet der Tod unter den Kindern der Europäer, und die 
Colonisten haben sonach nicht einmal die Hoffnung, ihren Nach 
kommen eine glückliche Zukunft zu bereiten. — Die Maurische 
Bevölkerung in den Städten schmilzt gleichfalls zusammen. Bei diesem 
Theile der Einwohnerschaft kamen in den Jahren 1850 und 51 8567 
Geburten und 9930 Sterbfälle vor. —- Ebenso verminderten sich die 
Neger von 1849—51 um 989 Individuen, d. h. um I6V2 Broz. ! Nur</div>
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