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        <title>Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde</title>
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            <forname>Georg Friedrich</forname>
            <surname>Kolb</surname>
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OESTERREICH — Land und Leute (Gebietsveränderungen). 
erfolgten Veränderungen im Territorialbestande, namentlich der Lombardei und 
Galiziens, eingetretenen Veränderungen nicht übersehen werden dürfen. Der 
„Oesterreichische Kreia^^ begriff: 1) Das Erzherzogthum Oesterreich; 2) Inner- 
Oesterreich, nämlich: Steyermark, Kärnthen, Krain, das österr. Friaul und das 
Triester Gebiet; 3) Oberösterreich, — Tirol und Vorarlberg; 4) Vorderösterreich 
nämlich : ’ 
das Breisgau . 
Schwäbisch-Oesterreich 
Hohenembs 
Falkenstein 
Langenargen und Tetnang 
54 
46 
8% 
2'/2 
6 
Bevölkerung 
150,000 
117.000 
3,700 
4,000 
12,800 
112 287,000 
(Hiezu gehörten: Freiburg im Breisgau, Constanz, Günzburg, das Frickthal im 
jetzigen Schweizer-Kantone Aargau. Falkenstein lag auf dem linken Rheinufer, 
am Donnersberge, im Umfange der jetzigen baier. Pfalz.) — Die „Oeaierr. Nie 
derlande''^ umfassten den grössten Theil des heutigen Königreichs Belgien (Brüssel, 
Löwen, Antwerpen, Ostende, Mecheln, Gent, Brügge, Mons, Namur,) — ohne 
Lüttich, dagegen mit Luxemburg und Limburg. _ Diq „Lombardei"' begriff nur 
die Herzogthümer Mailand und Mantua (mit Pavia, Cremona, Lodi, Como und 
auch Casale.) 
Bald traten grosse Veränderungen in diesem Territorialbestand 
ein. Durch die dritte Theilung Polens, 1795, erhielt Oesterreich auch 
„Westgalizien.“ Dagegen entriss ihm der Friede von Campo Formio, 
17. Oct. 1797, die Niederlande, die Lombardei, Falkenstein etc. = 
663 Q.-M. und 3’210,000 Mensclien. Es erhielt dagegen das östlich 
der Etsch gelegene Oebiet der Republik Venedig, sammt dieser Stadt 
selbst, und Dalmatien = 760 Q.-M. mit 2T00,000 Einw. und 12 Mill. 
Einkünfte. (Der Kaiser überliess dafür seinerseits das dem deutschen 
Reiche gehörende linke Rheinufer an Frankreich.) Der Friede von 
Luneville (nach den Feldzügen von Marengo und Hohenlinden), 
9. Febr. 1801, bedingte den Verlust des Breisgaus und Frickthals, 
verschaffte Oesterreich dagegen die Erzstifte Trient und Brixen. Der 
österreichische Staat umfasste nun 11,976 Q.-M. (Unterm 11. August 
1804 erklärte sich der Beherrscher zum „Erbkaiser von Oesterreich.“) 
Gemäss des Pressburger Friedensvertrags vom 26. Dec. 1805 (nach 
dem Feldzuge von Ulm und Austerlitz) musste Oesterreich weiter ab 
treten : an das „Königreich Italien“ (d. h. an Napoleon) Venedig sammt 
allen italienischen Besitzungen; an Baiern : Burgau (Vorderösterreich), 
Eichstädt, seinen Antheil an Passau, Tirol, Vorarlberg, Hohenembs, 
Rothenfels, Tetnang, Argen und Lindau ; an Württemberg : die 5 obern 
Donaustädte, die Grafschaft Hohenberg, die Landgrafschaft Ncllenburg, 
die Landvogtei Altorf und einen Theil des Breisgau; an Baden: das 
übrige Breisgau, die Ortenau, Constanz und die Commende. Es er 
hielt dagegen Salzburg und Berchtesgaden. — Oesterreich hatte nun 
einen Umfang von 10,900 Q.-M. und eine Bevölkerung von 22’400,000 
Menschen. — Der Friede von Wien, 14. Oct. 1809 (nach der Wag- 
ramer Schlacht), kostete: den Villacher Kreis, Krain, Triest, 6 kroa 
tische Grenzregimentsbezirke und die grössere Hälfte der Gespanschaft 
Agram, woraus Napoleon die „Illyrischen Provinzen“ bildete ; ferner 
mussten an das Herzogthum Warschau abgetreten werden; Westgalizien, 
der Zamoscer-Kreis und ein Bezirk bei Krakau ; an Russland : ein</div>
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