<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>Georg Friedrich</forname>
            <surname>Kolb</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>834619415</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>DEUTSCHLAND — Bayer« (Finanzen). 
147 
Elberfeld, Solingen, Kaiserswerth und Düren. — Durch den Lnne- 
viller Frieden, 1801, verlor Bayern die Rheinpfiilz, Jülich nnd das ihm 
1795 anerfallcne llerzogthum Zweibrücken (letztes 36 Q.-Meil. mit 
60,000 Einw.). Es erhielt znr Entschädigung (Keichsde^iut.-Haupt 
schluss V. 25. Fehl'. 1803): die Bisthümer Bamberg, Freising und 
Augsburg, Theile derer von Würzburg und Passau, 12 Abteien und 
15 Reichsstädte (worunter Ulm, Kempten, Memmingen, Nördlingen, 
Sehweinfurt). Es gewann etwa 60 (j.-M. und 110,000 Menschen. — 
Der Presburger Friede (26. Dez. 1805) kostete zwar das zu einem 
besondern Staat erhobene Würzburg, verschaffte Bayern aber; den Rest 
des Passauer Gebiets, Tyrol, Vorarlberg, die Markgrafschaft Burgau, 
das Fürstenthum Eichstädt und die Reichsstädte Augsburg und Lin 
dau ; Gewinn 500 ().-Meil. und 1 Mill. Menschen. 1806 ward das 
Herzogthum Berg gegen das von Preussen abgetretene Ansbach ver 
tauscht. (1. Jan. 1806 nahm der Kurfürst den Königstitel an; 1. Mai 
1808 Aufhebung der alten, einst mächtigen Landstände.) 1808 hatte 
Bayern in 15 Kreisen 1636 Q.-Meil. und 3’232,000 Einw. — Durch 
den Wiener Frieden (26. Dez. 1809) erlangte der Staat: Salzburg, 
Berchtesgaden, das Inn viertel und den grössten Theil des Hausruck 
viertels, zus. 260 Q.-M. und 410,000 Menschen, gegen einige Abtre 
tungen an Württemberg (Ulm) und an Würzburg, etwa 42 Q.-M. mit 
130,000 Einw. — 1810 musste Südtyrol (180 ().-M., 300,000 Einw.) 
an das Königreich Italien abgetreten werden; die Fürstenthümer Bay 
reuth und Regensburg (90 Q.-M., 270,000 Menschen) mussten als 
Entschädigung dienen. — Bayern umfasste nun über 1700 Q.-M. und 
3’800,000 Menschen. — Zufolge des Rieder Tractats (8. Oct. 1813), 
der Pariser Friedensschlüsse und der Wiener Congresstractate erhielt 
Bayern seinen jetzigen Bestand : es musste Tirol, Vorarlberg, Salzburg, 
das Inn- und Hausruckviertel an Oesterreich zurückgeben, und erhielt 
dafür die (ungenügende) Entschädigung: Würzburg, Aschaffenburg und 
die Rheinprovinz. So lange die Contiguität der letzten mit dem Haupt- 
landc nicht hergestcllt ist, bezahlt Oesterreich jährlich 100,000 fl. rh. 
— Neue Verfassung vom 26. Mai 1818. 
Finanzen* Budget. Dasselbe wird auf den enormen Zeitraum 
von 6 Jahren festgesetzt — auf weit länger, als in irgend einem an 
dern Staate der Welt geschielit. Jede annähernd genaue Voraus 
berechnung ist damit an sich schon zicmlicli immöglicli gemacht. Das 
Budget für die VII. Finanzperiode, nämlich für die Zeit vom 1. Oct. 
1855 bis Ende Sept. 1861, enthält folgende Ziffern: 
Einnahmen. 
1. Directe Steuern, altes Principale, netto: Grundsteuer 4769,619 
il., Haus- 661,600, Dominical- 1006, Gewerb- 1’036,800, 
Capitalrcnten- 5.31,596, Einkommensteuer 316,800 = . fl. 7’317,421 
II. Indirecte Auflagen: Taxen und Enregistrement 3740,000, 
Stemijel 1720,000, Aufschlagsgefälle (Malzaufschl.) 5700,000, 
Zölle 5’250,000 15’810,000 
HI. Regalien und Staatsamtalten: Salinen 2’525,000, Bergwerke 
rechts des Rheins 0, in der Pfalz 180,000, Eisenbahn 3 Milk, 
Post 300,000, Donaudampfschifffahrt 100,000, Donau-Main-</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
