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        <title>Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde</title>
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            <forname>Georg Friedrich</forname>
            <surname>Kolb</surname>
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            <idno>834619415</idno>
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      <div>DEUTSCHLAND  —  Bayern  (Finanzen).

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oder  beiläufig  36  Millionen.  Für  alle  übrigen  Staatsbedürfnisse
blieben  sonach  nur  6  Mill.,  und  auch  davon  könnten  wenig  über  3
Mill,  für  unmittelbar  productive  Zwecke  verwendet  werden.  Die
Pensionen  allein  (oben  eingerechnet)  verschlängen  über  3%  Milk“
Im  gegenwärtigen  Budget  ist  der  Bedarf  für  die  Schuld  um  fast
3  Mill,  jährlich  höher  angosetzt,  als  noch  im  vorigen  Voranschläge.
Diese  grosse  Vermehrung  rührt  theils  von  den  neuen  Anlehen,  theils
davon  her,  dass  man  400,000  fi.  Militärpensionen  auf  die  Pensions-Amortisationscasse
  übernahm,  wodurch  der  Militäretat  (scheinbar)  um
so  viel  verringert  ward.  Uebrigens  erhielb  das  Militär  von  1848—55
ausser  dem  Budgetansatze,  ausserordentlicher  Weise,  durch  Anlehen
noch  weitere  21’389,423  fl.  (Die  Expedition  nach  Kurhessen,  1850
und  51,  kostete  nach  den  ministeriellen  Vorlagen  an  die  Kammern
3’546,471  fl.  [ungerechnet  weitere  814,848  fl.  „für  vermehrte  Truppenhaltung ­
  im  Innern“],  wofür  ein  Entschädigungsanspruch  an  Kurhessen
erhoben,  von  diesem  aber  nicht  anerkannt  wurde.  Die  „Kriegsbereitschaft“ ­
  von  1855  soll  gegen  5  Mill,  erfordert  haben.  Für  die  militärische ­
  Hülfeleistung  in  der  Pfalz,  1849,  bezog  Preussen  262,500  fl.
Nach  einer  Berechnung,  welche  der  Verfasser  dieses  Buches  1851  in
der  Abgeordnetenkammer  vortrug,  waren  für  das  Heerwesen  von  1815
bis  50  über  300  Mill,  verwendet.  Zufolge  der  1856  aufgestellten
Berechnung  Lerchenfelds  hatte  die  Armeeverwaltung  blos  von  18'‘V48
bis  185l/gg  63’18l,9G2  fl.  ausgegeben).  —  Die  Pensionen  sind
wohl  nirgends  so  zahlreich  und  so  hoch,  als  in  Bayern,  und  der
Verfasser  konnte  in  der  Abgeordnetenkammer  ein  Beispiel  anführen,
in  welchem  ein  Mann  in  den  besten  Jahren,  der  Sohn  eines  ehemaligen
höhern  Beamten,  der  selbst  keine  Anstellung  sucht,  und  sich  im
Genüsse  eines  Jahreseinkommens  von  nicht  weniger  als  20—22,000  fl.
befindet,  mit  formellem  Rechte  als  „unversorgte  (vater-und  mutterlose) ­
  Doppelwaise“  vom  Staat  eine  Pension  von  700  fl.  bezieht.  —
Das  Cataster  hatte  schon  am  1.  Oct.  1853  19’155,031  Gulden  gekostet, ­
  und  zur  Vollendung  nahm  man  weitere  3  Mill,  in  Aussicht.
(Aus  den  Zinsen  dieses  Capitals  liesse  sich  ein  ansehnlicher  Theil
der  Grundsteuer  decken.)  —  Der  bayerische  Staat  erfreut  sich  übrigens
eines  bedeutenden  Domänen  bositzes,  nur  ist  der  Ertrag  geling  (es
liefern  z.  B.  die  rechtsrheinischen  Bergwerke  nicht  das  geringste  Reineinkommen; ­
  ebensowenig  das  Institut  der  Fohlenhöfe,  obwohl  dasselbe
im  Genüsse  von  19,369  Tagwerk  [etwa  DA  Q.-M.]  Grundeigenthums
und  eines  grossen  Inventars  sich  befindet).
Constitutioneller  Conflict.  Das  obige  Budget  ist  keineswegs  ein  in
allen  Consequenzen  allseitig  anerkanntes.  Die  Regierung  hatte  für  die
Armee  10’672  800  fl.  postulirt  ;  die  Reichsrathskammer  stimmte  unbedingt ­
  zu,  die'Abgeordneten  aber  verweigerten  diese  Bewilligung,  nicht

Kirche  im  Besitze  ansehnlicher  Reichthümer  befindet  (nach  ministerieller  Angabe
Personen  20,000  und  15,000  fl.,  3  Bischöfe  jeder  10,000,  die  3  andern  je  8000  fl
ausserdem  Palais.  Die  Domcapitel  kosten  überdies  an  Besoldung  etc.  187,600  fl.</div>
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