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        <title>Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde</title>
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            <forname>Georg Friedrich</forname>
            <surname>Kolb</surname>
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DEUTSCHLAND — Hannover (Finanzen). 
Dazu sind für die beiden letzten Jahre je 600,000 Thlr. „königlicher 
Einkünfte“ zu rechnen, welche von dem Ertrage des Staatsgutes be 
reits von vorn herein abgesetzt und somit gar nicht mehr in die 
Staatsrechnung gebracht werden sollen. Sonach sind die Ausgaben für 
IS^VsT um mehr als 1720,000, für IS'^/ss um fast 1*870,000 Thlr. 
erhöht. Während man bisher immer üeberschüsse hatte, stellen sich 
nun zum ersten Male Deficite ein. Um eine sofortige Steuer-Erhöhung 
zu vermeiden , sind vorgeschlagen ; 
1) Verbrauch der gesammten bisherigen Ueberschüsse von 477(5,404 Thlr., 
2) 4procentige Anleihe von 694,000 Thlr. bei dem sog. Domanialablösnngsfonds, 
3) Verminderung des Schuldentilgungsbetrags um 25.3,860 Thlr., 
4) Verzinsung der Eisenbahnschuld für zur Hälfte, zu einem Vier 
theile (352,797 u. 176,398 Th.) nicht aus dem Ertrage, sondern aus dem Baufonds. 
Diese Manipulationen erscheinen um so bcdeidilicher, als eine 
Verminderung der Einnahmen in Zukunft zu erwarten steht. Schwerlich 
wird Hannover bei Ablauf der Zollvereinsverträge nochmals ein Hrä- 
cipuum von 500,000 Thlr. z agestan den erhalten. Die Wasserzölle 
(333,000 Thlr.) dürften auch bald verschwinden ; die Lotterieüber 
schüsse (55,000 Thlr.) sollten es wenigstens.— Die Domänen könnten 
unter anderer Verwaltung einen hühern Ertrag liefern. 
Die wichtigsten Ausgabepositionen sind: 
1) ITof. Civilliste bisher 500,000 Thlr. C. M. (513,888 Thlr. Courant), nach 
dem neuen Budgetentwurfe 600,000 Thlr. und zwar aus den Domänen zu do- 
tiren. Dazu: Zinsen des aus der „königl. Kammer“ in den Jahren 1784—90 
in engl. 3proc. Stocks angelegten Capitals von 600,000 Pf. Sterl. (4’080,000 Thlr.) 
und ferner Zinsen des Schatullencapitals von 2’400,000 ; endlich Genuss gewisser 
Domänen; überdies Appanagen. 
2) Militär. Der ordentliche Beitrag soll gerade um eine Million, nemlich 
von 1’590,000 auf 2’590,000 Thlr. erhöht, und damit die ganze Ausgabe des 
Kriegsministeriums auf 2’890,000 Thlr. gebracht werden. (Die „Kriegsbereit 
schaft“ kostete ohnehin ausserordentlicher Weise 883,000 Thlr.) 
3) Schuld. 18*y55 waren dafür 1'905,370 Thlr. angesetzt. (Lehzen, „Han 
novers Staatshaushalt,“ berechnet den künftigen Bedarf auf 2’300,000 Thlr). 
4) Besoldungen. Diese sollen um 288,000 Thlr. erhöht werden; namentlich 
vergrösserte man die Ministergehalte von 4000 auf 6000 Thlr. Schon IS'^Vgg 
vermehrte man die Summe der Pensionen um 59,050 Thlr. 
Die Fiiianzcommission der Abgeordiielenkarnmer berechnete das 
Deficit für bereits auf 743,511 Thlr. 
Geschichtliche Notizen. Der siebenjährige Krieg kostete blos die 
„Schatzkas.se“ 33*487,000 Thlr., abgesehen von allen unmittelbaren 
Opfern und den Schulden des Landes. Vor der franz. Revolution 
schätzte man die Roheinkünfte des Staats auf ÕV2 Mill. Die Kosten 
der franz. Occupation vom Juli 1803 bis Ende Nov. 1805 wurden auf 
26—27 Mill, berechnet, ungerechnet die ICinquartierungslast. — Gemäss 
des „Staat,sgrundgesetzes“ fand mit dem 1. Juli 1834 die Vereinigung 
der „königlichen General-“ (Domänen-) mit der „Generalstcuercasse“ 
Statt. Es ergaben sich netto: 
1834 1841 
Einnahme Ausgabe 
Domänencasse 3770,636 3794,726 
Landescasse 3706,262 8*381,040 
Zusammen 6*676,898 6*575,7(56 
Einnahme Ausgabe 
8*018,740 3*068,826 
8*720,182 3*603,420 
6*738,872 6*672,246</div>
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