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        <title>Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde</title>
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            <forname>Georg Friedrich</forname>
            <surname>Kolb</surname>
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            <idno>834619415</idno>
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DEUTSCHLAND — Sachsen (Finanzen). 
Schuld. Die Budgetvorlage v. Februar 1855 weist nach: 
3, 4 u. 4%pi'oc. Cassascheine u. Obligationen .... Th. 38’464,050 
Actien der schlesischen u. der sächs.-bayer. Eisenbahn . . 8’500,000 
Hiezu: Betrag der Cassabillette (Papiergeld) .... 7’000,000 
Gesamintscliuld 53’964,050 
Davon befinden sich im Staatsportefeuille .... 11’509,591 
Als Gegensätze finden wir aufgefülirt : 
411,320 Th. Zinsen der Activcapitalien, und 
1'100,000 - Reinertrag der Eisenbahnen. 
Indessen war die Aufnahme eines neuen Aniehens von 7 Mill, 
vorgesehen. Wirklich wurde Ende August 1855 ein 4 proz. Anlohen, 
vorerst von 5 Milk, im Course von 07% negozirt. 
Geschichtliche Notizen. Die Erhebung sächsischer Churfürsten 
auf den Polnischen Königsthron kostete Sachsen enorme Opfer, Schon 
unter August II (1697 —1733) wurden „der Königswiirde“ wegen 
Landestlieile und Rechte des Churstaats veräussert. Auch zog jenes 
Verhältniss die Schweden unter Karl dem XII. in das Land (1706 
und 7,) deren Erpressungen auf 23 Milk Thlr. geschätzt wurden, — 
Der siebenjährige Krieg war bekanntlich von einem schrecklichen 
Aussaugen Sachsens begleitet. Friedrich II. zog gegen 50 Milk da 
raus; der sächsische Staat ward mit 29 Milk neuen Schulden belas 
tet; der Gesammtschaden des Landes stieg aber auf mindestens 70 
Milk Die Verschwendung in der Hofhaltung dauerte indess fort. 
1778 berechnete man den Staatsbedarf auf 6’634,000 Thlr., wovon 
2’017,116 für „Armee und Politik,“ 679,823 für den Hof, 414,016 
für Apanagen, 1’910,899 für Schulden, 702,729 Besoldungen und 
349,749 Pensionen! — Zufolge des Teschener Friedens erhielt 
Sachsen eine Entschädigung für die Erbschaftsansprüche an Bayern 
von 6 Milk Gulden. — Die Preuss. Allianz gegen Frankreich 1806 
kostete 25 Milk Fres. Kriegssteucr, ungerechnet was die Stadt Leip 
zig leisten musste. Von den Entschädigungsgeldern, die Frankreich 
nach Napoleons Sturz zu entrichten hatte, erhielt Sachsen 6’804,146 Fr. 
Heber die einzelnen Bestandtheile der Schuld hier noch einige 
Notizen: Die eigentliche Staatsschidd, 1764 29’028,425 Thlr., war 
1806 auf 14’932,885 herabgebracht, 1817 aber auf 22’857,626 ge 
stiegen, wovon 16’660,771 auf Sachsen lasten blieben, während Preus- 
sen den Rest zu übernehmen hatte. — Die Kammer - Creditcassen- 
Schuld, 1765 8’698,898 Thlr., war bei derLandestheilung auf 2’984,556 
gemindert, wovon 1’554,205 bei Sachsen verblieben, — Schon 1772 
erfolgte Ausgabe von Papiergeld. Bei der Landestheilung waren für 
5 Milk vorhanden; davon musste Sachsen 3V4Milk decken. 1819 waren 
für 2%, 1843 für 3 Milk im Umlauf. Nun erfolgten weitere Aus 
gaben: im September 1843 für 1, im Juni 1846 für 3 Milk — Für 
Staats-Eisenbahnen waren bis 1851 bereits 13’933,437 Thlr. verwen 
det. — Der Betrag der gesammten Staatsschuld war: 
^1819 1830 1847 1849 1853 
25448,291 18762,050 33778,000 4P343,361 42781,523 
Miliüir. Conscription; 6jährige Dienstzeit vom 21. Altersjahre 
an; 3jährige Verpflichtung zur Reserve; Stellvertretung.— Bestand:</div>
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