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        <title>Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde</title>
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            <forname>Georg Friedrich</forname>
            <surname>Kolb</surname>
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            <idno>834619415</idno>
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DEUTSCHLAND  —  Baden  (Finanzen).

einige  kleinere  Bezirke  auf  dem  linken  Rheinufer  (Theil  der  Grafschaft
Sponheim  im  jetzigen  Rheinhessen,  Dorf  Rhodt,  ferner  Herrschaft
Gräfenstein  bei  Pirmasens  in  der  Rheinpfalz,  und  Herrschaften  Rodemachern ­
  und  Hespringen  im  Luxemburgischen).  Die  linksrheinischen
Besitzungen,  8  Q.-M.  mit  38,500  Menschen,  gingen  an  Frankreich
verloren  ;  der  Reichsdeputationsschluss  von  1803  gewährte  reiclie  Entschädigung: ­
  das  Hochstift  Constanz,  die  rechtsrheinischen  Theile  der
Hochstifte  Basel,  Strassburg  und  Speyer  (Bruchsal,  Philippsburg),  die
churpfälzischen  Aemter  Ladenburg,  Breiten  und  Heidelberg  (Mannheim),
die  Nassau-Usingische  Herrschaft  Lahr,  die  darmstädtischen  Aemter
Liclitenau  und  Wildstädt,  11  Abteien  (Lichtenthal,  Ettenheim,  Reichenau ­
  etc.),  endlich  7  Reichsstädte:  Offenburg,  Zell,  Gcgeiibach,  Ueberlingen,
  Biberach,  Pfullendorf  und  Wimpfen,  —  zus.  60  Q.-Meil.  mit
248,000  Bewohnern.  —  Der  Markgraf  nahm  am  1.  Mai  1803  den
Titel  eines  Churfürsten,  und  am  12.  Juli  1806  den  eines  Grossherzogs
an.  —  1806  ward  Biberach  an  Württemberg  überlassen,  gegen  Erwerbung ­
  der  Städte  Villingen  und  Bräunlingen,  des  grössten  Theiles
des  Breisgau  (früher  österreichisch),  des  Pürstenthums  Heitersheim  mit
der  Grafschaft  Bonndorf,  der  Geistlichengüter  im  Breisgau,  der  Ortenau
der  Stadt  Constanz  und  der  Souveränität  über  fürstliche  Besitzungen
von  Fürstenberg,  Leiningen,  Löwenstein  und  Salm.  Baden  umfasste
nun  264  Q.-Meil.  mit  925,000  Menschen.  —  1809  Belohnung  für  die
Theilnahme  am  Kriege  gegen  Oesterreich.  Gegen  Abtretung  der  Souveränität ­
  über  die  Leiningischen  Aemter  Amorbach  und  Miltenberg
(5  Q.-M.  mit  25,000  Einw.)  an  Darmstadt,  bekam  Baden  von  Württemberg: ­
  das  Oberamt  Stockach  und  Theile  von  Hornberg,  Rottweil,
Tuttlingen,  Maulbronn  und  Mergentheim,  gegen  15.  Q.-M.  mit  45,000
Einw.  Endlich  erhielt  Baden  1814  das  1805  an  Frankreich  überlassene
Kehl  zurück.  Kein  anderer  Staat  hat  sich  so  sehr  vergrössert.  (Verfassung
  vom  22.  Aug.  1818.)
Finanzen*  Der  (verfassungsmässig  auf  2  Jahre  festgestellte)
^Hauptfinanzetat“  für  1856  und  57  schliesst  so  ab:

Einnahmen:  1)  Ordentliche,  jährl.  15*460,842  =  zus.  .  fl.  30*921  684
2)  Ausserordentl.  Zuschlag  zur  Grund-,  Häuser-  und  Capitalsteuer  ’
à  2  kr.  von  100  fl.  Steuerkapital  539  434
3)  Ausserordentl.  Zuschuss  aus  der  Schuldentilgungscasse  bis  .  1*000,000
1)2*461,148
Die  wichtigsten  Einnahmepositionen  für  1857  sind:

Gewöhnliche  Domänen
Forsten  .
Berg-  u.  Hüttenwesen
Salinenverwaltung  .
Zollverwaltung
Münzverwaltung
Steuerverwaltung

Rohertrag  Kosten
1*184,881  683,967
1*437,043  669,149
786,443  725,997
1*340,683  292,425
2*798,763  954,765
510,124  516,645
6*567,800  814,990

Unter  den  Steuern  sind  brutto:  Grund-,  Häuser-  u.  Gewerbst.  2*984,767;
Capital-  191,093,  Classenst.  158,549,  Accise  u.  Ohmgeld  1*845,908,  Justiz-  und
PoUceigefalle  1*256,714.</div>
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