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        <title>Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde</title>
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            <forname>Georg Friedrich</forname>
            <surname>Kolb</surname>
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            <idno>834619415</idno>
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      <div>DEUTSCHLAND  —  Baden  (Finanzen).

175

so

Der  y^elgentUche  Staatsaufwand^  ist  für  1857  (älmlich  für  185G)
normirt

Staatsministerium  (Ilof  985,419,  Landtag  53,260,  Bundeslasten
11,420  etc.)  -  ’i  ft  ■
2.  Minist,  des  grossh.  Hauses  u.  dos  Auswärtigen  (Oesandtschalten
49,800,  Bundeskosten  18,700  etc.)  .  •  •  -  •
3.  Justizminist.  (dal&amp;gt;ei  :  Rechtspolizei  45.5,653,  Strafanstalt.  24o,8&amp;gt;0j
4.  Minist,  des  Innern  (dabei:  Bezirksjustiz  und  Polizei  F123,0o9,
allgem.  Sicherheitspolizei  227,014,  Unterrichtswesen  366,328,
Armenanstalten  101,732,  lleilanst.  zu  Pforzheim  u,  Illenau
194,507,  polizeil.  Verwahranstalt  45,948,  Wasser-  u.  Strassen-5.
  FimaMmini8t.’^(Sunter  Schuld  1'479,162,  Pensionen  619,300)
6.  Kriegsministerium
Zus.
Dazu  5’137,438  Betriebs-  u.  Verwaltungskosten,  total  im  Jahre  .
Hiezu  kommen  l'220,590Yf  fl.  „ausserordentl.  Ausgaben,“  jährl.

U049,399
110,600
933,923

3’686,785
2’247,434
2449,465
10’477,606
15’615,094
610,295

Obwohl  man  die  Briittosiimmen  in  das  Budget  aufgenommen  hat,
ergibt  dieses  doch  noch  keinen  vollständigen  üeberblick  über  den  Staatshaushalt, ­
  indem  Post-  und  Eisenbahn  etc.  nicht  aufgenommen  sind.
Es  bestehen  nämlich  folgende  Specialetats  (für  1857):

1.  Postverwaltung  ......
2.  Eisenbahnbetriebsverwaltung  .  .
3.  Antheil  am  Reinerträge  der  Main-Neckarbahn
4.  Eisenbahnbauverwaltung  (1856;  3’200,0()0)  .
5.  Eisenbahnschuldentilgungscasse  (1856:  5’652,080)
6.  Badanstaltenverwaltung  ....

1’199,698  944,130
4’068,962  2’376,628
82,447  —
—  2’256,001
—  4'62  8,5  82
145,704  145,704

Die  Ausgabe  für  Militär  erschien  noch  in  dem  Budget  für
1833  blos  mit  1’494,798  fl.,  in  dem  für  1848  aber  mit  3’521,466
und  1849  mit  3’404,391.  Die  ^Kriegsbereitschaft«  veranlasste  im
Frühjahre  1855  die  Eröffnung  eines  ausserordentlichen  Credits  für  den
Kriegsminister  von  1’800,000  fl.  (Rescript  des  Regenten).  —  Der  Oesammtbedarf
  für  die  Staatsschuld  war  1833  nur  889,869  fl.  Jetzt
erscheint  die  gewöhnliche  Scliuld  mit  einem  Bedarfe  von  1479,162
(davon  der  Tilgungsfond  571,310),  überdies  aber  die  Eisenbahnschuld
für  1857  mit  4’628,582,  wovon  indess  der  grössere  Theil  auf  Tilgung ­
  und  auf  Neubauten  kommt,  und  wovon  1’609,887  durch  den
Reinertrag  der  Bahn  gedeckt  werden  (s.  unten).  —  Der  Werth  der
Domanial  bes  itzung  en  wird  (Eisenbahn  ungerechnet)  auf  nahezu
50  Mill,  geschätzt.  —  Die  (anfangs  1855  veröffentlichte)  „Denkschrift
über  die  dermalige  Lage  des  badischen  Staatshaushalts  und  deren
Verbesserung“  zeigte  :  1)  Seit  1847  (also  schon  vor  der  Zeit  der
Revolution  beginnend)  wurden  die  früheren  Ersparnisse  aufgezehrt;
2)  die  Staatsschuld  ward  seitdem  vermehrt  ;  3)  im  ordentlichen  Budget
erscheint  ein  Deficit,  welches  in  der  damaligen  Budgetperiode  (1854
und  55)  400,000  fl.  betrug.  —  Uebereinstimmend  damit  schlug  das
Ministerium  Steuererhöhung  vor,  welche  die  Kammern  im  oben  angegebenen ­
  Betrage  von  539,464  fl.  genehmigten,  mit  einem  weitem
eventuellen  Rückgriffe  bis  zu  einer  Million  auf  die  Staatsschuldentilgungsanstalt. ­</div>
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