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        <title>Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde</title>
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            <forname>Georg Friedrich</forname>
            <surname>Kolb</surname>
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NIEDERTANDE — (Lana und Leute.) 
Herrschaftswechsel. Vor der franz. Revolution bestand die Repu 
blik der Vereinigten Niederlande aus 1) den 7 vereinigten Provinzen 
(Holland, Geldern, Seeland, Utrecht, Friesland, Überyssel luid Gro 
ningen), 2) der kleinen Landschaft Drenthe, und 3) den Generali 
tätslanden ,“ zu welchen llerzogenbusch , Breda, Bergen - op - Zoom, 
Mastrieht ' Venluo, Slttis und Hiilst gehörten. Man schätzte das Ge 
biet auf 625 Q.-M., die Bevölkerung aut 2Yg Milk — Nachdem die 
Franzosen im Jahre 1793 — nicht der Republik der vereinigten 
Niederlande, sondern dem kurz zuvor durch preuss. Bayonnette mit 
aller Gewalt bekleideten — Statthalter den Krieg erklärt, und 
1795 das Land erobert hatten, erfolgte eine Verfassungsumgestaltung 
und Proclarnirimg einer „Batavischen Republik,“ die nach dem Vor 
bilde der französischen eingerichtet und auch in 8 Departements ein- 
getheilt ward. Bald musste man Staatsflandern, Mastricht und Venloo, 
36 Q.-M. mit 122,000 Finw., an Frankreich abtreten. Der hriede 
von Amiens verschaffte zwar dem Staate die während des Krieges 
verlorenen Colonien wieder, doch mit Ausnahme des wichtigen Cey 
lon; und auch für die an Frankreich abgetretenen Landestheile erhielt 
Holland nur ungenügende Entschädigung, nämlich blos die Clcve’schen 
Aerater Huissen und Malburgen von Preussen. Im wiederbegonnenen 
Kriege gingen die Colonien neuerdings verloren. Napoleon dictirte 
mancherlei Verfassungsänderungen ; unterm 24. Mai 1806 verwandelte 
er schliesslich die Republik auch hier in ein Königreich, auf dessen 
Thron er seinen Bruder Ludwig erhob (den Vater des jetzigen Kai 
sers Ludwig Napoleon). Schon 1807 musste der Scheinkönig das zwi 
schen Frankreich und der Maas liegende holländische Gebiet, mit ei 
nem Theile von Seeland, und den Festungen Bergen-op-Zoom, Her- 
zogenbusch, Getrudeuburg, Middelburg und Vliessingen, an Frankreich 
abtreten, wogegen er Ostfriesland, Jever, Kniphausen und Vaie ei 
hielt. Der in 11 Departeinente getheilte Königstaat umfasste nur noch 
578 Q.-M. und 2’001,410 Einw. — 1810 nahm der franz. Kaiser 
auch noch Staatsbrabant, Seeland und einen Theil von Geldern, wo 
raus er die franz. Departeinente der Rhein und der Scheldemündungen 
bildete. Als der Noininalkönig Ludwig darauf die holl. Krone nieder - 
legte, erging unterm 9. Juli 1810 ein neues Napoleonisches Decret, 
welches auch den Rest von Holland dem franz. Staat einverleibte 
(Eintheilung in die 7 Departeinente: Zuydersee, Maasmündungen, Ober- 
ysselrnündungen, Oberyssel, Friesland, West- und Ostems). Die miss 
handelten Völker benützten auch in diesem Lande Ende 1813 die 
Gelegenheit, das Fremdjoch abzuschütteln ; die Holländer erhoben sich 
noch vor dem Eintreffen der alliirten Heere. Der Wiener Congiess 
bildete nun aber unterm 21. Juli 1814 ein ,jKönigreich der Nieder 
lande,* aus der ehemaligen Republik, den österr. Niederlanden und 
dem grössten Theile des Hochstifts Lüttich. Das zu einem „Gross 
herzogthum“ erhobene Luxemburg sollte dem neuen Könige als 
Entschädigung dienen für seine an Nassau abgetretenen Besitzungen. 
Der zweite Pariser Friede vereinigte noch Marienburg und Philippeville 
mit dem Staate. Von den holländischen Colonien wurden das Cap,</div>
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