Die Donau bricht sich durch einsame Gebirge Bahn, wälzt dann ihre Wellen durch eine unübersehbare Ebene, die sie oft, soweit das Auge reicht, in einen See verwandelt und von der sie, ungebändigt und ungeregelt, wie sie ist, alles Leben weithin verbannt. Wo sie aber Wald und Wiese und Feld wieder segnen könnte, wie unterhalb der Felsen des Eisernen Thores, da hat Krieg und Elend seit Jahr hunderten eine einst üppige Cultur arg geschädigt. Was sollte da den Schiffer zu langer Fahrt nach Gegenden locken, in denen er nicht selten kaum des eigenen Lebens Bedürfniss fand? Und dabei ist weder der Heimtücke des Donau wassers, das in raschem Wechsel des Gefälles hier die Ufer aushöhlt, dort breite Sandbänke ablagert, welche den Fluss in zahlreiche Arme theilen und die Trag kraft des Wassers vermindern, noch der zahlreichen Felsenriffe gedacht, die, theils im Wasser verborgen, die Schiffahrt gefährlich gestalten, theils zu grossen Felsen bänken sich erweiternd, die Durchfahrt nahezu unmöglich machen. Was Wunder, wenn da die Donauschiffahrt sich immer wieder auf kurze Strecken beschränkte, innerhalb welcher Flösse und Ruderschiffe in der Thalfahrt von der Strömung getragen, in den seltenen Fällen der Bergfahrt aber von Thier- oder Menschenkraft gezogen wurden. — Fast scheint es, als ob man anfänglich bei uns auch der Dampfschiffahrt keine höheren Ziele hätte stecken wollen, obgleich gerade die Dampfkraft das Mittel bot, frei und unabhängig von Lage und Bedürfniss, durch sich selbst zu wirken und die Menschen, denen sie ganz neue Handelsgebiete erschlossen sollte, schaffend und werbend mit sich fortzureissen. Doch es schreckte hauptsächlich die Höhe des Capitals, das nach den bisherigen Erfahrungen erforderlich war, um den neuen Motor der Ortsveränderung auf der Donau mit Erfolg in Anwendung zu bringen. In der That, in der Capitalsarmuth Oesterreichs lag nicht das letzte, nicht das geringste Hemmniss, welches sich der raschen Einbürgerung der Dampfkraft entgegenstellte. An Einzelne war nicht zu denken, wo grosse Gesellschaften kaum auszureichen vermocht hätten. Die Capitalsassociation aber war in Oesterreich damals noch wenig beliebt, das Actienwesen selbst jenen Kreisen noch nicht geläufig, zu deren Attributen heutzutage die genaueste Kenntniss desselben gehört. Wohl waren 1816 die Oester- reichische Nationalbank auf Grund einer Capitalsassociation in’s Leben gerufen und einige Sparcassen gegründet worden; der wirthschaftliche Gedanke, die wer bende Kraft der Actie hatte aber noch nirgends einen klaren oder doch wenigstens noch keinen zur Nachahmung aufmunternden Ausdruck gefunden. Und noch weniger war damals das System der staatlichen Zinsengarantie gekannt. Die Staatsverwaltung glaubte schon ein Uebriges zu thun, wenn sie die zollfreie Einfuhr der Dampf-