Bibliothek des Instituts für Weltwirtschaft Kiel *—» <— Kasch schritt er an’s Werk und widmete mehrere Monate der Localuutersuchung. Das Resultat, das sich aus seinen Nachforschungen ergab, bekräftigte seine Ueberzeu- gung, dass die Hindernisse ungleich weniger bedeutend seien, als sie allgemein betrachtet wurden, und dass sie mit einem Aufwaude von Arbeit und Kosten beseitigt werden können, zu deren Uehernahme sich die Staatsverwaltung mit Aussetzung einer vollkommen hinreichenden Summe bereit erklärte. Auch Kronprinz Erzherzog Ferdinand unternahm eine Donaufahrt nach Moldova, um die Felsenpässe zu besichtigen; die niederösterreichische Landesregierung aber forderte die Gesellschaft in einer Zuschrift auf, »sich zu erklären, inwiefeme sie zur Erweiterung der Dampfschiffahrt mitzuwirken gesonnen sei, wobei ihr die Zusicherung ertheilt wurde, dass sie von Seite der Staatsverwaltung auf Begünstigungen rechnen könne, die sich in den Schranken der Bescheidenheit hielten«. Die Staatsverwaltung dachte dabei zunächst an die Ausdehnung der Schiffahrt über die untere Donau, vielleicht auch über das Schwarze Meer. Die Antwort der Gesellschaft darf wohl in dem Berichte gefunden werden, welchen Graf Széchenyi unter dem 23. October 1833 an den Herrn Erzherzog-Palatin erstattete, und den wir hier im Wortlaute folgen lassen: »Euere k. Hoheit, durchlauchtigster Erzherzog! Das mir anvertraute Geschäft nimmt mit jedem Tage an Vielseitigkeit dermassen zu, dass ich trotz des besten Willens mit meinen geringen Fähigkeiten durchaus nicht auslange, um Ew. k. Hoheit über das Ganze ein so erschöpfendes Bild schon jetzt unterbreiten zu können, wie es meine Pflicht wäre, und wie ich es, meine Kräfte überschätzend, Ew. k. Hoheit in meinen voran gegangenen Meldungen zuzusagen mich erdreistet hatte. Mir bleibt daher nichts übrig, als Ew. k. Hoheit — Höchstdero Geduld unterthänigst erbittend — anjetzt nur auf das aufmerksam zu machen, was meiner Ansicht nach, unsere Unternähme betreffend, jetzt völlig an der Tagesordnung wäre, und dessen Versäumen vielleicht nie wieder zurück gebracht werden, der günstige Augenblick aber, in welchem wir leben, schwerlich sobald wiederkehren dürfte. Ew. k. Hoheit geruhten in Höchstdero Schreiben vom 26. September 1833, Nr. 1062, den Gedanken zu billigen, auch bei dem jetzigen Zustande des Donau stromes mittelst Dampfbooten die Schiffahrt bis in das Schwarze Meer einzurichten. Diesem zufolge besprach ich mich vor einigen Tagen mit den Directoren der Dampfschiffahrts- Gesellschaft, um auch ihre Ansichten hierüber zu hören. Sie wären alle geneigt, diesen kühneren Schritt zu versuchen; allein sie wagen nicht, das bereits gesicherte Interesse der Gesellschaft einem unsicheren Gewinne aufzuopfern. Anjetzt beginnt das Geschäft von Raab über Pest nach Semlin und zurück lebhafter für die Dampfboote zu werden, so dass, nach den diesjährigen Fahrten zu schliessen, die sichere, reine Rente der Boote im Jahre 1834 sich auf 12 bis 15 Procent stellen dürfte. Wie sich hingegen dieses in der unteren Donau gestalten würde, wo das Holz sehr theuer, keine Kohlen zu haben sind, bis Galaz kein österreichischer Consul ist, der sich um die Interessen österreichischer Schiffe annähme, u. s. w., lässt sich wohl nicht mit Zuversicht bestimmen, scheint aber auf jeden Fall unsicher und das Hinabsenden eines Dampfbootes eine jener Handelsunternahmen zu sein, in welchen die ersten Jahre nicht nur von Gewinn keine Rede ist, wohl aber Opfer gebracht werden müssen, und nur nach gänzlicher Entwicklung des Gegenstandes auf einen Ersatz gerechnet werden kann. Würde das Geschäft lediglich in den Händen der erwähnten