55 <— 5’ 1847 umfasste der Personenverkehr 437.523 Reisende, der Waarentransport 2,351.905 Centner. Die Roheinnahme belief sich auf 3,149.410 fl., das Schiffserträgniss auf 1,590.513 fl, der Reinertrag auf 281.103 fl., und wurde eine Dividende von 23 fl. per Ac tie vertheilt. Indem trotz der bedeutenden Steigerung des Verkehres und der Roheinnahmen das Schiffserträgniss und der Ueberschuss von 1847 hinter jenem von 1840 zurückblieben, war der Beweis geliefert, dass die rasche Vermehrung der Betriebsmittel in erster Linie der Production und dem Handel und nicht der Rentabilität des Unternehmens zu Gute kam. Die Jahre 1848 und 1849 gestalteten sich für die Gesellschaft zu einer Epoche der härtesten Prüfung. Bei dem Beginne der Schiffahrt hatten sich die erfreulichsten Aussichten eröffnet. Der lebhafte Andrang von Waaren liess hoffen, dass selbst die um 1000 Pferdekräfte vermehrte Flotte hinreichende Beschäftigung finden würde, und dass den Anforderungen des reisenden Publikums in jeder Hinsicht entsprochen werden könne. In der That überstiegen die Einnahmen bis Ende Mai 1848 jene der gleichen Periode des Vorjahres um 230.000 fl. Selbst die in den Monaten März und Mai stattgehabten politischen Ereignisse bestärkten die gehegten Erwar tungen. Vermehrte Bedürfnisse, häufige Veranlassungen zu Geschäftsreisen, vor Allem aber die Befreiung des Handels von mancher veralteten Fessel hätten, wenn der Umschwung der Zeit ereignisse, wie man erwartet, Ruhe und Frieden in seinem Gefolge gehabt, sicher nur günstig auf den Geschäftsgang der Gesellschaft ein gewirkt. Leider sollten diese Hoffnungen arg getäuscht werden. Die immer wieder sich erneuernden Volksbewegungen konnten nicht ohne Rückwirkung auf den öffentlichen Credit und den Handelsverkehr bleiben und trafen besonders schwer den Donauverkehr. Seit dem Entstehen der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft war Ungarn das Haupt! feld ihrer Thätigkeit und die hauptsächlichste Quelle ihres stets zunehmenden Aufschwunges! Pest, Semlin, Szegedin, die Centralpunkte des Handels auf der Donau, der Save und Theiss; waren zugleich die Hauptstationen, wo die gesellschaftlichen Schiffe sich kreuzten, und von wo aus die meisten zur Belebung des Verkehres ungeordneten Verfügungen zur Ausführung gebracht werden mussten. Unter solchen Umständen war der Ausbruch eines verheerenden, gerade in dem Mittelpunkte der gesellschaftlichen Thätigkeit plötzlich auflodernden Bürger krieges ein für den Schiffahrtsverkehr, wie für das gesellschaftliche Vermögen, verhängnis volles Ereigniss. Wenngleich sich die Gesellschaft durch ihre strenge Neutralität zu der Hoffnung berechtigt glaubte, in ihrer friedlichen Thätigkeit unbeirrt zu bleiben, so traten doch Umstände ein, welche diese Hoffnung vereitelten. Als das serbische Centralcomité den Remorqueur »Duna« bei seiner Vorüberfahrt zu Carlowitz zwang, seine in mehreren mit Handelsgütern befrachteten Schleppen bestehende Ladung daselbst stellen zu lassen und mehrere Fahrten in Nationalangelegenheiten zu machen; als von Seite des ungarischen Ministeriums und der demselben unterstehenden Behörden solche Massregeln und Verordnungen getroffen wurden, welche das Eigenthum der Gesellschaft bei längerer Fortsetzung ihrer Fahrten in die grösste Gefahr gebracht hätten; als die serbische Nation, um im Falle des Bedarfes über eine grössere Anzahl von Dampfschiffen verfügen zu können, dieselben nicht mehr über Carlovitz hinauffahren liess und insbesondere auch den