(V 56 Remorqueur »Magyar«, welcher mit einer Anzahl Schleppschiffe sich nach Orsova begehen sollte, nöthigte, von Razias nach Semlin zurückzukehren; als die Equipage des »Andräs« in der Gegend von Czerevitz mit bewaffneter Hand von dem Schiffe vertrieben, und das Fahrzeug mit Beschlag belegt wurde, u. s. w., u. s, w.; sah sich die Gesellschaft durch die Macht der Umstände genöthigt, die Regelmässigkeit der Fahrten auf einem grossen Theile der Donau und deren Nebenflüssen aufzu heben und dieselben von Fest abwärts auf Esseg, später sogar auf Mohács zu beschränken. Auf der Theiss konnten sich die dortselbst eingeschlossenen Schiffe nur zwischen Szegedin und 0 - Beese bewegen, während der Frachtentransport auf dem Bega-Canale zwischen Titel, Gross- Becskerek und Temesvär ganz ah geschnitten war. Im Herbste mussten sogar wegen der Kriegs operationen gegen Wien die Fahrten zwischen Wien, Pressburg und Pest, welche bis dahin ungestört fortgewährt hatten, unterbrochen und theilweise eingestellt werden. So blieben der Unternehmung nur die Ausläufe der verschiedenen Flussstrecken zur Benützung offen; aber auch der Ertrag dieser Strecken litt unter dem Mangel der entfernteren Zufuhren Noch misslicher gestaltete sich die Lage der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft im Jahre 1849. Die Thätigkeit der Unternehmung war nahezu völlig gelähmt, das gesellschaftliche Eigenthum allen Gefahren des Krieges preisgegeben. Die Schiffe konnten sich in Berück sichtigung des allgemeinen Woles dem Kriegsdienste nicht entziehen, und unter den obwalten den Umständen stand eine freie Verfügung darüber der Gesellschaft nicht zu. Dass das gesell schaftliche Eigenthum, namentlich an solchen Plätzen, welche mehrmals in die Gewalt eines kriegführenden Theiles geriethen, und insbesondere die in dem Bereiche des jeweiligen Kriegsschauplatzes aufgestellten Fahrzeuge der grössten Gefahr und mannigfachen Beschädi gungen ausgesetzt waren, bedarf keiner besonderen Darlegung. Um von den zahlreichen Unfällen nur einige Beispiele anzuführen, sei erwähnt, dass am 17. Juli 1849 das Schilf »Buda« auf der Theiss in Folge eines Zusammenstosses mit der »Pan- uonia« sank und erst im Herbste nach achtwöchentlicher Anstrengung aus der Verschlammung wieder zu Tage gefördert werden konnte. Der Dampfer »Andräs« war derart beschädigt, dass man ihn zerlegen musste und nur noch als Stehschiff in Verwendung nehmen konnte. Das Dampfboot »Komärom« wurde, als es mit drei mit Kriegserfordernissen befrachteten Schleppen von Semlin stromaufwärts fuhr, in der Gegend von Ko vil am 31. Mai 1849 von einer verborgenen feindlichen Strandbatterie derart beschossen, dass es von 5 Kugeln getroffen wurde, wovon drei in den Körper des Schiffes eindrangen und dessen Dampfkessel durchlöcherten. Eines der Schleppboote wurde in Brand geschossen. Bei Semlin flog am 18. Juni ein in der Einschiffung eines ärarischen Munitionstransportes begriffenes Schleppschiff durch Entzün dung seiner Ladung in die Luft und wurde in zwei Theile zerrissen. Der dadurch veranlasste Kugelregen zerstörte und beschädigte überdies‘gesellschaftliches Eigenthum am Ufer. Auch bei Gönyö wurde am 24. April 1849 der mit Munition für die k. k. Truppen beladene Schlepper durch das Feuer vom linken Ufer der Donau in die Luft gesprengt. Von den in der Nähe von Acs im Dienste des k. k. Militärs stationirt gewesenen Transportschiffen wurde eines bei dem Abzüge der k. k Truppen von denselben versenkt, das andere von den feindlichen Kugeln in den Grund gebohrt. Ebenso ein Waarenboot bei Neu-Becse an der Theiss. Die im Komorner Winterhafen stationirten Waarenboote wurden, nebst mehreren von Raab, Neudörfl und Arad dahin dirigirten, von dem feindlichen Festungscommando zur Erbauung einer Brücke über die