38 segeii und ein günstiger Wasserstand wirkten zusammen, um einen Umsatz in Rohproducten herbeizuführen, der alle Berechnungen überstieg. Nur die Entwerthung der Valuta und die dadurch herbeigeführte allgemeine Preissteigerung lasteten schwer auf dem Verkehre in Oester reich, indem die Agioschwankungen jeden kaufmännischen Calcul illusorisch machten. Angesichts solcher Aspecten musste die Gesellschaft, die während der Schiffahrts periode 1850 48 Dampfboote mit 5387 Pferdekräften, 125 Waaren- und 16 Schweinboote nebst 14 Kohlenschiffen in Thätigkeit hatte und damit 538.522 Personen und 2,736.427 Centner Waaren — die Frachten, die nicht nach dem Gewichte tarifirt werden, nicht mitgerechnet — beförderte, an eine neuerliche Vermehrung ihrer Transportmittel denken, sollte sie einerseits dem wachsenden Verkehre genügen, andererseits der für 1851 drohenden Concurrenz einer Eisenbahn zwischen Wien-Pest, die schon seit 1846 in der Strecke Pest-Waitzen den Personen verkehr der Dampfschiffe wesentlich beeinträchtigt hatte, die Stirne bieten. Die Schiffahrtslinie war zwar nur durch die, in Folge des endlich zu Stande gebrachten neuen Uebereinkommens mit der k. baierischen Regierung für den Waarenverkehr neu eröffnete, Strecke Linz-Passau und durch die Uebernahme der Beschiffung des Bega-Canales in die eigene Regie erweitert worden; allein auch diese Strecken absorbirten Betriebsmittel, um die sich darbietenden Waarenmengen und insbesondere die Personenfrequenz zu bewältigen. Die untere Donaulinie aber krankte nicht blos an veralteten, ungemein hemmenden zoll- und contumazämtlichen Schwierigkeiten, sondern diese Linie war bisher nur als noth- wendige Verbindungsstrecke zwischen der österreichischen Donau und dem Schwarzen Meere, beziehungsweise dem Orient, behandelt worden, ohne die Einnahmsquellen auszunützen, welche Länder bieten mussten, die, ohne Strassen, auf die unsichere Verführung mittelst schlechter, unzweckmässiger Segelschiffe angewiesen waren. Und doch war zu erwarten, dass sich ebenso der Güterzug aus diesen Ländern nach Constantinopel, welcher bisher landeinwärts auf Saumthieren und über Varna gegangen war, den gesellschaftlichen Dampfschiffen zuwenden, als dass namhafte Quantitäten roher Producte, wie Baum- und Schafwolle, Leder, Felle u. s. w., aus den diesseits des Balkans liegenden türkischen Provinzen auf der Donau den kürzesten und schnellsten Weg nach dem mittleren Europa einschlagen würden, sobald nur ausreichende Betriebsmittel zu Gebote stehen : endlich aber war auch zu gewärtigen, dass die von Tag zu Tag an Wichtigkeit und Ausdehnung zunehmende Getreideausfuhr aus der kleinen Walachei den gesellschaftlichen Fahrzeugen eine reichliche und lohnende Beschäftigung gewähren werde. Sollte nun die Donau wirklich zur Pulsader des Verkehres von Centraleuropa mit den Donaufürstenthümern, Serbien, Bulgarien und mit Südrussland werden, so mussten allerdings die Staatsverwaltung, der Lloyd und die Donau - Dampfschiffahrts - Gesellschaft Zusammenwirken; die Staatsverwaltung, indem sie die Stellung von Frachtgütern in die Contumazanstalt bei unbedenklichem Gesundheitszustände erliess und den Transport ganzer Schleppladungen für Pest und Wien unter gewissen Vorsichtsmassregeln ohne Revision zu Orsova in der Einfuhr gestattete, sowie überhaupt die zoll- und sanitätsämtliche Expedition der Reisenden beschleunigte und erleichterte ; der Lloyd, indem er sich zur Vermehrung seiner Fahrten zwischen Galaz und Constantinopel entschloss; die Donau - Dampfschiffahrts- Gesellschaft endlich, indem sie die Zahl der Waarenschiffe auf der unteren Donau vermehrte, den Localverkehr weckte und daneben die Fahrdauer der zwischen Wien und Galaz, beziehungs weise Constantinopel, verkehrenden Schifte durch die Stabilisiruug der inzwischen nur Versuchs-