48 *— der Donau-Dampfschiffahrt mit dem, in diesen Jahren seinem Ausbau entgegengehenden, das gesellschaftliche Verkehrsgebiet durchkreuzenden Schienennetze ein mächtiger Concurrent, (lei den kürzeren Weg und die ununterbrochene Dauer seiner Thütigkeit vor ihr voraus hatte. Dass unter solchen Umständen die Verkehrsbewegung verhältnissmässig Zurückbleiben, bei dem Indien Stande des Schiffsparkes und der wegen ungünstiger Wasserstandsverhältnisse nur theilweisen Ausnützung der Tragkraft desselben die Summe der Betriebskosten jene der Einnahmen nahezu erreichen, und deshalb die um 500.000 fl. erhöhte Zinsenlast des Anlage- capitals mit der Amortisation und Assecuranz des gesellschaftlichen Vermögens ein ansehn liches Deficit ergeben mussten, war offenbar. Da half es wenig, dass der Abbau der, inzwischen auf 739.906 □ Klafter erweiterten, Kohlenfelder im Verhältnisse zu dem Fort schreiten der Bahnstrecke Üszög-Mohäcs rüstig gefördert wurde. Von der Eröffnung dieser Bahnstrecke für den Kohlentransport (2. Mai 1857) bis zu ihrer Uebergahe an den allgemeinen Verkehr (1. December 1858) konnten 624.534 Centner und 1858 sogar 1,575.501 Centner Kohlen nach Mohács gestellt werden, wodurch sich der Durchschnittspreis der verbrauchten Kohle von 44*6 kr. auf 39 67 kr. ermässigte. Es fiel auch kaum in’s Gewicht, dass theils durch die Herstellung von, nach dem Steers’schen Systeme erbauten, Schiffen mit amerikanischen Maschinen, theils durch die Anwendung des Wethered’schen Apparates bei den Dampfkesseln der Kohlenverbrauch überhaupt herabgedrückt und andere Ersparungen im Betriebe, insbe sondere durch Deduction der Zahl der Angestellten und ihrer Bezüge, angebahnt wurden; mit der successive!! Durchführung der unter dem Drucke der öffentlichen Meinung, wie in Folge director Aufforderung der Regierung, beschlossenen Vermehrung der Betriebsmittel stieg der Abgang der Gesellschaft von Jahr zu Jahr; 1856 den Betrag von 470.193 11. erreichend, hob sich derselbe 1857 auf 1,135.880 11. — Mit dem allmäligen Zurückweichen des Kriegsgetümmels von der unteren Donau wurden zwar die zur Verbindung von Mittel-und Westeuropa mit dem Orient dienenden directen Eilfahrten zwischen Wien und Galaz in Verbindung mit den Lloydfahrten von Galaz nach Con- stantinopel wieder aufgenommen und, solange es nur der Wasserstand gestattete, mittelst der Dampfboote »Tachtalia« und »Isias« und eines speciell organisirten Lichterschiffdienstes mit Raumverschluss auch über die Stromschnellen und Katarakte aufrecht erhalten. Neue Stationen wurden zur Förderung dieses Verkehrs creirt und zugleich directe Tarife von und nach allen Haupthandelsplätzen der von der Donau durchzogenen Länder aufgestellt. Da die k. russische Darapfschiffahrts - Gesellschaft zu Odessa, welche bis zu dem Ausbruche des Krieges die Verbindung zwischen diesem Hafen und Galaz unterhalten hatte, nach dem Kriege keine Anstalten traf, die dem österreichischen Handel mit Südrussland so förderliche Schiffahrts linie wieder aufzunehmen, wurde das kielgebaute Dampfboot »Metternich« beordert, die Verbindung herzustellen; bald mussten demselben die Schraubendampfer » Sulina « und »Giurgevo«, sowie die gleichfalls seetüchtigen Schiffe »Galaz«, »Widdin« und »Rustzuk«, beigegeben werden. Nicht minder wurde diesseits der Katarakte eine neue Schiffahrtsverbindung längs des rechten serbischen Donauufers von Radujevaz aufwärts bis Belgrad und Brcska eingerichtet, welcher schon 1859 zwei Schiffe zur Verfügung gestellt werden mussten. Endlich wurde mit der österreichischen Staatseisenbahn-Gesellschaft ein directer Anschlussverkehr in der Station Razias festgestellt.