r ~ " ~ ~ ' ' L __ _ * "i' —» 57 *— auf die öffentlichen Interessen und das zu erreichende Ziel, die Donau-Dampfschiftährts-Gesell- schaft sich gross und mächtig entfalten zu lassen. Diese Losung leitete fortan die Betriebsdirection bei allen ihren Massnahmen; und wie der bestimmende Impuls zunächst von dieser Stelle ausging, so war es auch eine nothwendige Folge, dass mit der gesteigerten Verantwortlichkeit auch ihr Einfluss und ihre Wirksamkeit gewann. Der Rechenschaftsbericht über das Jahr 18GO entwickelte bereits das Actionsprogramm der neuen Geschäftsleitung, indem er betonte, es sei, »um die Zukunft des Unternehmens zu sichern und zugleich die hierüber bestehenden und sich mitunter widersprechenden Ansichten zu berichtigen, nothwendig, die Rentabilität des Unternehmens aus dem eigenen Ertrage wieder ) zu erreichen«. Als die hiezu zweckdienlichen Mittel bezeichnete der Bericht »die Vermehrung der Einnahmen und Verminderung der Kosten«, fügte jedoch sofort hinzu, dass die Vermehrung der Einnahmen nicht etwa durch Erhöhung der Tarife, sondern durch grössere Belebung Und Ausdehnung des Verkehres der Unternehmung, die Verminderung der Kosten aber nur nach allseitiger Erwägung, an welchen Auslagen Ersparungen möglich und zweckmässig seien, angestrebt werden dürfe. Dass das Verwaltungsjahr 18GO trotz der grössten Rührigkeit auf allen diesen Gebieten und dem Steigen der Einnahmen mit einem Ausfälle von 1G0.000 fl. abschloss, findet in dem Umstande seine Erklärung, dass dem Betriebe ausnahmsweise einige Lasten erwuchsen, welche, wie die Kosten der Emission des Verlosungsanleheus vom Jahre 1857, denselben eigentlich nicht betrafen, und dass überdies nach den damaligen Statuten die vollen Werthabschreibungen in Rechnung gestellt werden mussten. Besondere Aufmerksamkeit erforderten die Ausgaben für den Brennstoff, und wurden einerseits zur Förderung des Abbaues der gesellschaftlichen Kohlenflötze wie zur Erweiterung des Absatzgebietes ihrer Kohle die Coaksbereitung und Briquettesfabrikation eingeführt, andererseits die Verminderung des Kohlenverbrauchs durch rasche Aneignung der Fortschritte der Technik in Heizapparaten und Heizmethoden angestrebt, wobei sich die Einführung der Heizprämien sein- förderlich erwies. Der Erfolg blieb nicht aus. Der Preis der Kohle sank von 1859 bis 1863 von GO 2 kr. auf 53 kr. per Centner, nachdem sich derselbe erst 1858 in Folge der Eröffnung der Mohäcs-Füufkirchener Bahn um 7-8 kr per Centner ermässigt hatte. Die Vervollkommnung des Schiffahrtsdienstes wurde über dem nicht vergessen ; ins besondere die Passagierboote längerer Fahrt erhielten in diesem Zeitabschnitte jene comfortable Einrichtung, welche seither ihren Ruf und ihre Beliebtheit bei dem Publikum begründeten. Den grössten Nachdruck legte man jedoch auf die raschere Bewegung der Betriebsmittel und führte zu diesem Beliufe im Jahre 18G2 die sogenannten Meilengelder für die Schiffsmannschaft ein. Diese Einrichtung, bei den Eisenbahnen schon seit Langem mit grossem Erfolge durch geführt, empfahl sich für die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft um so mehr, als ihrer Centrale kein Betriebstelegraph zur Verfügung stand, mit dem sie die auf der ganzen Strom ausdehnung zerstreute, elementaren Zufälligkeiten und vielfachen Fährlichkeiten ausgesetzte, Flotte zu dirigiren vermochte. Wurden auch die Betriebsausgaben durch die Meilengelder nicht unbeträchtlich erhöht, so erreichten doch die Leistungen der gesellschaftlichen Schifte eine vorher nicht gekannte Höhe und förderten dadurch die Einnahmen in einem Masse, zu welchem jene Mehr-