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Bei Beginn der Schiffahrtssaison 1853 besass indess die Donau-Dampfschiffahrts- 
Gesellscli.aft bereits 71 Dampfboote und 233 Schleppschiffe. 
So ausgerüstet glaubte die Gesellschaftsverwaltung nicht allein allen Anforderungen 
des Verkehres gewachsen zu sein, sondern denselben durch Gewährung weiterer Ermässigungen 
in den Frachtsätzen noch anregen zu dürfen, obwohl die in der Generalversammlung vom 
28. April 1852 neuerdings nach den Wünschen der Regierung modificirten Statuten mit A. h. 
Entschliessung vom 16. October 1852 die kaiserliche Genehmigung nur unter der weiteren 
Bedingung erhalten hatten, dass zur Erhöhung bestehender Frachtsätze überhaupt die Zu 
stimmung der Regierung eingeholt werde. — 
Ein vermehrter Schiffsstand hat jedoch auch einen vermehrten Kohlenconsum im 
Gefolge. Derselbe hatte schon 1851 die Ziffer von 1,814.692 Centnern erreicht und war 1852 
auf 2,071.978 Centner gestiegen. Für 1853 mussten mehr als 3 Millionen Centner prälimiuirt 
werden. Allein weder die Hoffnung, die Kohlengruben von Oravitza mit Razias durch eine 
Eisenbahn in Verbindung gesetzt zu sehen, war bisher in Erfüllung gegangen, noch hatten die 
Versuche zum Ziele geführt, ausreichendes Achsfuhrwerk zu organisiren, um den haupt 
sächlichsten Kohlenbedarf der Unternehmung aus dieser Quelle decken zu können. 
Zahlreiche Versuche mit verschiedenen Kohlengattungen führten inzwischen zur Ueber- 
zeuguug, dass die umfangreichen, bis dahin noch sehr wenig ausgebeuteten Kohlenlager in der 
Nähe von Fünfkirchen insbesondere berufen seien, den Hauptbedarf der Gesellschaft an Kohle 
in Ungarn zu decken. Dem Brennwerthe nach der Oravitzaer Kohle nur wenig nachstehend, 
hatte die Füufkirchener Kohle den grossen Vorzug, dass sie dem Mittelpunkte der gesell 
schaftlichen Thätigkcit, wo mithin auch der grösste Bedarf an Brennstoff* obwaltet, ziemlich 
nahe lag und in jeder erforderlichen Menge und gegen mässige Kosten herzustellen war. 
Nur befanden sich auch hier die Strassen in einem elenden Zustande, und war das Fuhr 
werk der Umgegend, trotz eines enorm hohen Frachtlohnes, für grössere Quantitäten gänzlich 
unzulänglich. 
Die gesellschaftliche Administration erwarb daher 1852 mehrere, mitten im Kohlen- 
districte von Fünfkirchen gelegene, die besten Hoffnungen gewährende Kohlenfelder im Flächeu- 
ausinasse von 55.000 Quadratklaftern zu dem verhältnissmässig geringen Preise von 57.000 ff., 
nahm aber zugleich das schon vor 1848 ventilirte Project einer Eisenbahn zwischen Fünfkirchen 
und Mohács wieder auf. 
Zur rascheren Erreichung letzteren Zieles mussten der Staatsverwaltung, welche bereits 
im Besitze der Vorstudien über diese Bahn war, aber ihre für Zwecke des Eisenbahnbaues 
disponiblen Mittel bereits anderweitig und in wichtigen Staatsbahnbauten engagirt hatte, die 
erforderlichen Summen angetragen werden, um die Bahn als Staatsbahn zu bauen, den Betrieb 
aber der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft für eine Zeit zu sichern, innerhalb welcher 
das investirte Capital aus dem Erträgnisse nicht allein verzinst, sondern auch amortisirt 
werden konnte. 
Mit Handelsministerial-Erlass vom 29. April 1853 erklärte die Regierung ihre Geneigt 
heit, auf diesen Vorschlag einzugehen, worauf das bezügliche Uebereinkommen geschlossen 
wurde, welches am 8. Juli 1853 die A. h. Genehmigung erlangte, ln demselben war die Betriebs 
dauer der Gesellschaft auf 45 Jahre bemessen, nach deren Ablaufe die Bahn in das freie Eigen 
thum des Staates fallen, und dieser nur die Betriebsmittel nach einer gemeinschaftlichen