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        <title>Denkschrift der Ersten k. k. privilegirten Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft zur Erinnerung ihres fünfzigjährigen Bestandes</title>
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WIEN, 1881. 
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Selbstverlag der Gesellschaft. 
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        DRUCK VON L C. ZAMARSKI, K. K. HOF-BUCHDRUCKER UND HOF-LITHOGRAPH.
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FRANZ I. 
* Í '3 • n ^ er ^^nde unseres Jahrhunderts stehen die ersten Ver- 
• •: suche zur praktischen Vcrwerthung der grossen Erfindung 
' ' James Watt’s, der Dampfmaschine, als Vehikel der 
' * Locomotion, welches mit der Wiederkehr des allgemeinen 
. IrsääwöS. Friedens die Verkehrsverhältnisse der Welt vom Grund aus 
J , * . , J.l umgestalten und, indem es die Menschen befähigte, die 
gewaltigsten Hemmnisse der Natur zu überwinden, selbst zum mächtigsten Culturträger 
der Neuzeit werden sollte. 
Im Jahre 1807 befuhr Fo niton’s „Narrheit“ zum ersten Male den Hudson, 
1814 baute George Stephenson die erste Locomotive, 1818 erschienen die ersten 
Dampfschiffe auf dem Rhein und auf der Elbe, 1825 fuhr ein Dampfer von England 
nach Ostindien, während 1830 Stephenson’s zweite Locomotive, die „Rocket“, 
im glänzenden Wettlauf auf der Manchester-Liverpooler Bahn die letzten Bedenken 
gegen die Verwendbarkeit der Dampfkraft zum Personen- und Frachtentransporte auf 
dem Lande siegreich aus dem Felde schlug. 
Es lag nahe, auch die zahlreichen schiffbaren Flüsse Oesterreichs, insbesondere 
die Donau, den wichtigsten Strom' Europas, in das Bereich der grossen Neuerung zu 
ziehen und die österreichische Staatsverwaltung wandte dieser Angelegenheit ihre volle 
Aufmerksamkeit zu. Am 7. Juli 1813 erliess dieselbe auf Grund einer Allerhöchsten 
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Entschliessung eine „Bekanntmachung“, in welcher Demjenigen, der eine Erfindung, 
kraft welcher befrachtete Schiffe ohne Anwendung von Zugthieren stromaufwärts fort 
geschafft werden können, an zeigen und deren Ausführbarkeit praktisch darstellen würde, 
auf diese Erfindung ein derselben angemessenes ausschliessliches Privilegium zugesichert 
wurde. Sie erläuterte diese Kundmachung, als dieselbe ohne Erfolg blieb, mittelst 
Commerz-Hofcommissions-Decretes vom 11. November 1817 dahin, dass bei den vielen 
grossen schiffbaren Flüssen und den verschiedenen Richtungen derselben, wie wegen 
der hiezu erforderlichen Capitalskräfte, das auf die Dampfschiffahrt zu gewährende 
ausschliessliche Privilegium nicht, wie sonst üblich, für den ganzen Umfang der 
österreichischen Monarchie, sondern nach den einzelnen Hauptströmen nebst ihren 
Seitenllüssen oder nach bestimmten Richtungen der Seefahrt von einem Punkte der 
Monarchie zum andern verliehen werden solle. Ferner, dass für jede in der Wesenheit 
— Construction der Schiffe oder der Dampfmaschine, oder in ihrer Anwendung — 
verschiedene Y erfahrungsart auf den nämlichen Umfang ein ausschliessliches Privilegium 
ertheilt werden könne, und stellte schliesslich die Directiven für das Vorgehen der 
Behörden und die bei der Ausübung der Schiffahrt zu beobachtenden Vorsichten fest. 
Doch auch diese Emanation blieb erfolglos. Zwar erwarben Anton Bernhard und 
Ritter von St. Leon im Jahre 1819 ein Privilegium zur Befahrung der Donau mit 
Dampfbooten; allein nach mannigfaltigen missglückten Versuchen erlosch, wie das 
officielle Handbuch der Statistik sagt, die Concession wegen Nichtausübung. 
Der Gründung einer Dampfschiffahrt auf der Donau standen eben Schwierig 
keiten hindernd im Wege, die nicht durch ein ausschliessliches Privilegium behoben 
werden konnten. Zu der Unerfahrenheit der damaligen Zeit in der Behandlung der 
neuen locomotorischen Kraft gesellte sich die Unkenntniss des Stromes, auf dem die 
Schiffahrt ausgeübt werden sollte. 
Man wusste zwar, dass schon im 12. Jahrhunderte Regensburg seine mächtige 
Donauflotte stromabwärts bis Wien, Pressburg und auch weiter nach Ungarn, ja bis 
nach der Türkei sandte ; schwere, breite Schiffe, die groben Segel hoch aufgezogen, 
Friedrich I. auf seinem Kreuzzuge die Lebensmittel bis an die serbische Morava 
nachführten, sowie dass 1278 ein in Wien gebautes Schiff, mit Wiener Waaren 
befrachtet, von einem Wiener Schiffer geführt, nach der Türkei abging, was damals, 
nach den Berichten der Chronisten, das Volk von weit und breit anlockte; und ebenso 
waren die Versuche nicht vergessen, welche vor hundert Jahren das Grosshandlungshaus 
Willi sh of en und Baron Tau ff er er machten, um einen Orientverkehr auf der 
Donau zu organisiren. Allein den gewaltigen Strom, die fortwährenden Zerstörungen 
seiner Hochwässer und die Gefahren, welche dadurch für die Schiffahrt entstanden, 
kannte man nur höchst oberflächlich.
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        Die Donau bricht sich durch einsame Gebirge Bahn, wälzt dann ihre Wellen 
durch eine unübersehbare Ebene, die sie oft, soweit das Auge reicht, in einen See 
verwandelt und von der sie, ungebändigt und ungeregelt, wie sie ist, alles Leben 
weithin verbannt. Wo sie aber Wald und Wiese und Feld wieder segnen könnte, 
wie unterhalb der Felsen des Eisernen Thores, da hat Krieg und Elend seit Jahr 
hunderten eine einst üppige Cultur arg geschädigt. Was sollte da den Schiffer 
zu langer Fahrt nach Gegenden locken, in denen er nicht selten kaum des 
eigenen Lebens Bedürfniss fand? Und dabei ist weder der Heimtücke des Donau 
wassers, das in raschem Wechsel des Gefälles hier die Ufer aushöhlt, dort breite 
Sandbänke ablagert, welche den Fluss in zahlreiche Arme theilen und die Trag 
kraft des Wassers vermindern, noch der zahlreichen Felsenriffe gedacht, die, theils 
im Wasser verborgen, die Schiffahrt gefährlich gestalten, theils zu grossen Felsen 
bänken sich erweiternd, die Durchfahrt nahezu unmöglich machen. Was Wunder, 
wenn da die Donauschiffahrt sich immer wieder auf kurze Strecken beschränkte, 
innerhalb welcher Flösse und Ruderschiffe in der Thalfahrt von der Strömung 
getragen, in den seltenen Fällen der Bergfahrt aber von Thier- oder Menschenkraft 
gezogen wurden. — 
Fast scheint es, als ob man anfänglich bei uns auch der Dampfschiffahrt 
keine höheren Ziele hätte stecken wollen, obgleich gerade die Dampfkraft das Mittel 
bot, frei und unabhängig von Lage und Bedürfniss, durch sich selbst zu wirken 
und die Menschen, denen sie ganz neue Handelsgebiete erschlossen sollte, schaffend 
und werbend mit sich fortzureissen. Doch es schreckte hauptsächlich die Höhe des 
Capitals, das nach den bisherigen Erfahrungen erforderlich war, um den neuen 
Motor der Ortsveränderung auf der Donau mit Erfolg in Anwendung zu bringen. 
In der That, in der Capitalsarmuth Oesterreichs lag nicht das letzte, nicht 
das geringste Hemmniss, welches sich der raschen Einbürgerung der Dampfkraft 
entgegenstellte. An Einzelne war nicht zu denken, wo grosse Gesellschaften kaum 
auszureichen vermocht hätten. 
Die Capitalsassociation aber war in Oesterreich damals noch wenig beliebt, 
das Actienwesen selbst jenen Kreisen noch nicht geläufig, zu deren Attributen 
heutzutage die genaueste Kenntniss desselben gehört. Wohl waren 1816 die Oester- 
reichische Nationalbank auf Grund einer Capitalsassociation in’s Leben gerufen 
und einige Sparcassen gegründet worden; der wirthschaftliche Gedanke, die wer 
bende Kraft der Actie hatte aber noch nirgends einen klaren oder doch wenigstens 
noch keinen zur Nachahmung aufmunternden Ausdruck gefunden. Und noch weniger 
war damals das System der staatlichen Zinsengarantie gekannt. Die Staatsverwaltung 
glaubte schon ein Uebriges zu thun, wenn sie die zollfreie Einfuhr der Dampf-
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        maschinen, die zu jener Zeit noch nirgends auf dem Continente erzeugt wurden, 
gestattete. Musste nicht unter solchen Umständen eine Dampfschiffahrts-Unternehmung 
auf der Donau nicht allein als schwierig, sondern nahezu als unausführbar, jeden 
falls aber als unrentabel erscheinen? — 
Es war deshalb eine That im wahrsten Sinne des Wortes, als sich einige 
Wiener Banquiers im Jahre 1829 entschlossen, im Wege der Capitalsassociation 
die Mittel zur Befahrung der Donau mit Dampfschiffen zu beschaffen.
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ERSTE PERIODE. 
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ie Anregung zur Schöpfung der ersten Dampfschiffahrts-Unternehmuug 
in Oesterreich gaben die englischen Schiffbauer John A n d r e w s 
und Josef Prichard, welche am 11. April 1828 auf die Erfindung 
einer verbesserten Constmctionsart von Dampfschiffen ein ausschliess 
liches Privilegium für Oesterreich erworben hatten und nunmehr die 
Ausführbarkeit ihrer Erfindung praktisch darthun wollten, um das 
Recht der ausschliesslichen Befahrung der Donau mit Dampfschiffen ihrer 
Construction in einem von ihnen zu bestimmenden Umfange auf die Dauer 
von 15 Jahren zu erhalten. Es galt zunächst den Bau eines ersten, eines 
Probeschiffes, oder vielmehr die Herbeischaffung des hiezu erforderlichen 
Capitals. Zu diesem Zwecke brachten sie die Bildung einer Actiengesell- 
schaft zum Betriebe der Donau-Dampfschiffahrt in Vorschlag, deren Fonds 
aus 100.000 fl. C. M., zerlegt in 200 Antheile zu je 500 fl , bestehen, und die 
von einem Ausschüsse von 5 Mitgliedern verwaltet werden sollte. Johann Bapt. 
Freiherr von Pu thon griff diese Idee auf und förderte dieselbe im Kreise 
seiner Geschäftsfreunde, wie er auch bald die hohen und höchsten Kreise 
der Gesellschaft dafür zu interessiren wusste. 
Man würde jedoch fehlgellen, wenn man in diesem Vorgänge eine 
Gründung im modernen Sinne des Wortes erblicken wollte. Die Stelle des 
Prospectes vertrat ein Umlaufschreiben, welches in fast dürftigen Worten 
die Einladung zum Beitritte zu dem zu bildenden Actienunternehmen enthielt, 
über dessen eventuelle Rentabilität auch nicht einmal die leiseste Vermuthung 
ausgesprochen wurde. Die Beitrittserklärung sollte erst rechtsverbindlich 
werden, wenn die Gesammtzahl der Actien gezeichnet worden, und verpflichteten sich die 
Proponenten, an dem Unternehmen nicht allein als Actionäre theilzunehmen, sondern dem 
selben auch ihre anderwärts bereits bewährte Leistungskraft zu widmen.
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Das Umlaiifsclireiben, von den Herren Andrews und Prichard gezeichnet, datirt 
vom 24. Jänner 1829; dasselbe hatte einen für die damaligen Verhältnisse entschieden 
günstigen Erfolg. Die Actien waren bald bis auf 30 genommen, und unter den Zeichnern 
befanden sich Mitglieder des A. li. Kaiserhauses, an der Spitze Kronprinz Erzherzog 
Ferdinand, hervorragende Staatsmänner, wie Fürst Metternich, Patrioten und 
Geschäftsleute ersten Ranges — ein Zeichen des Beifalles, dessen sich das neue Unternehmen 
in den besten Kreisen zu erfreuen hatte. Wie bedächtig und vorsichtig aber damals selbst 
die Führer der haute finance vorgingen, beweist der Umstand, dass die Herren Arnstein &amp; 
Eskeles und mit ihnen die überwiegende Mehrzahl der Subscribenten ihren Beitritt mit 
einem oder höchstens zehn Antheilen an den Vorbehalt knüpften, dass »keine solidarische 
Haftung in diesem Unternehmen Platz greife, und in keinem Falle ein Nachschuss auf die Actien 
gefordert werden könne«. Nur die Firma Schuller &amp; Cie. stellte die Bedingung, dass gleich 
vom Beginne des Unternehmens an eine Administration aufgestellt werde, welche die Arbeiten 
und zweckmässige Verwendung der Gelder genau überwachen sollte. 
Am 13. März 1829 konnte bereits die constituirende Generalversammlung der 
neuen Actiengesellschaft stattfinden. Die Einladung zu derselben erfolgte im Aufträge der 
Herren Barone Puthon, Geymüller und Eskeles durch den k. k. nieder 
österreichischen Regierungsrath Sonnleithner. In dieser Versammlung, welcher 14 Sub 
scribenten anwohnten, wurde beschlossen, zum Zwecke der ungesäumten Herbeischaffung der 
zum Baue eines Schifies erforderlichen Materialien 20% auf jede Actie einzufordern, ein aus 
5 Mitgliedern bestehendes Comité zu wählen, welches mit der Aufgabe betraut werde, den mit 
den Herren Andrews und Prichard zu errichtenden Vertrag zu vereinbaren, sowie die 
Statuten zu entwerfen. 
In dieses Comité wurden gewählt die Freiherren von Geymüller, Puthon, Friesenhof, 
Si na und Herr Benvenutti. Freiherr von Puthon und Freiherr von Friesenhof 
übernahmen es auch, einen von Andrews in Anssicht genommenen Platz am Erdberg 
zur Ablagerung des Schiffbauholzes zu besichtigen und eventuell zu erwerben. Den beiden 
Proponenten aber blieb es überlassen, auf Grund ihres Erfindungspatentes das ausschliessliche 
Privilegium zur Ausübung der Schiffahrt auf der Donau und ihren Nebenflüssen zu erwerben, 
um dasselbe sodann an die zu creirende Gesellschaft abzutreten. 
Die Statuten waren, anlehnend an das Circularschreiben, rasch entworfen; auch die 
Ordnung des Verhältnisses zu Andrews und Prichard .bot keine Schwierigkeiten. Das 
zu bauende Schiff wurde den Genannten verpachtet, was bei der Unbekanntschaft mit dem neuen 
Transportmittel der sicherste Ausweg schien; allein der Bau des Schiffes verzögerte sich weit 
über die ursprünglich in Aussicht genommene Frist hinaus. Die k. k. allgemeine Hofkammer 
dagegen trug Bedenken, ein Privilegium zu ertheilen, bevor nicht wenigstens ein Boot 
hergestellt und in commissioneller Fahrt erprobt war. 
Die Herren Andrews und Prichard erhielten deshalb unter dem 1. September 1829 
nur die bedingte Zusicherung eines Vorrechtes zur Befahrung der Donau und ihrer Seitenflüsse 
mit Dampfschiffen nach der ihnen bereits privilegirten Construction und konnten auch nur diese 
am 19. December 1829 an die im Entstehen begriffene Actiengesellschaft abtreten. 
Endlich war das im Baue begriffene Boot vollendet und konnte seine Probefahrt am 
17. September 1830 antreten. Von diesem Tage lief denn auch das Privilegium, welches 
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dem unter der Firma »Erste österreichische Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft« gebildeten 
Actienvereiue auf Grund einer kaiserlichen Entschliessung vom 1. September 1830 auf die 
Dauer von 15 Jahren ertheilt und mit k. Rescript vom 22. April 1831 auch für die Länder der 
ungarischen Krone bestätigt wurde. 
Dasselbe gab jedoch der Gesellschaft kein allgemein ausschliessendes Vorrecht zur 
Beschiffung der Donau saramt ihren Nebenflüssen, sei es auch nur mit Dampfschiffen überhaupt, 
sondern schützte die Gesellschaft nur gegen die Concurrenz mit Schiffen von der mit Patent 
vom 11. April 1828 privilegirten Bauart. Ueberdies war seine Rechtskraft an folgende Bedin 
gungen geknüpft: 
1. dass die Dampfschiffahrt auf der Donau durch kein volles Jahr ohne Ausweisung 
eines genügenden Grundes unterbrochen, auf den in die Donau eiumüudeuden Seitenflüssen 
aber binnen zwei Jahren vom Tage der über die Privilegiumsverleihung gemachten 
Eröffnung zum wenigsten durch Ein nach der privilegirten Art hergestelltes Dampfschiff in 
Ausübung gebracht werde, widrigens das Privilegium für die Donau oder die in dieselbe ciu- 
mündenden Flüsse ipso facto zu erlöschen habe; 
2. dass von Seite der Unternehmung alle Vorschriften genau befolgt werden, welche 
das Commerz-Hofcommissious-Decret vom 11. November 1817 rücksichtlich der Ausübung 
der Schiffahrt vorschreibt, oder die für die Zukunft für uothwendig erachtet werden 
sollten; endlich 
3. dass sich die Unternehmung überdies der genauen Befolgung aller bestehenden oder 
künftig zu erlassenden polizeilichen und commerziellen Vorschriften versehe. — 
Die Gesellschaftsstatuten erhielten gleichfalls unter dem 17. September 1830 die 
A. h Genehmigung. 
Damit war die Rechtsbasis der Gesellschaft geschaffen und zwar eine Basis, geeignet, 
einen gewaltigen Bau wirthschaftlicher Prosperität zu tragen. Denn, wenngleich das Privilegium 
der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft keinen absoluten Schutz des Staates gegen eventuelle 
Concurrenz gewährte, die Statuten — in der schlichten, mitunter bis zur Unbeholfenheit im 
Ausdrucke sich steigernden, Einfachheit ihrer Fassung — der Zuversicht entbehrten, ja wenn 
selbst aus einzelnen Bestimmungen derselben die Zweifel der damaligen Zeit über die Ausführ 
barkeit der Dampfscniffahrt auf der Donau wiederklangen, so enthielten sie doch die Grund 
pfeiler wirthschaftlichen Gedeihens, indem sie das Princip der Selbstthätigkeit. unbeirrt 
durch staatliche Bevormundung, statuirten, der Continuität der Gesellschaftsinteressenten 
ohne Beeinträchtigung der Beweglichkeit ihrer Capitalsanlagen eine feste Grundlage gaben 
und die Berufung in die Verwaltung als die höchste Anerkennung reger Theilnahme an der 
Entwicklung der Gesellschaft hinstellten. Die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft unterlag 
nach ihren ersten Statuten keiner speciellen Einflussnahme seitens der Staatsverwaltung, 
keiner staatlichen Oberaufsicht; sie war blos an die Beobachtung der allgemeinen Gesetze 
gebunden: ihre Verwaltungsrathsstellen waren Ehrenämter, die sie auch bis zur Stunde 
geblieben sind. 
Die Actien der Donau-Dampfschiflährt. obgleich übertragbar, lauteten auf Namen, 
und wurde die Cession erst anerkannt, nachdem sie schriftlich bei der Gesellschaft angemeldet, 
beziehungsweise die Umschreibung in dem Actienbuche derselben vollzogen war. Der Besitz von 
5 Actien gab das Stimmrecht in der Generalversammlung, und mehrere Besitzer von 5 Einzeln-
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actien konnten Einen von ilinen zur Ausübung des Stimmrechtes bevollmächtigen. Kein Actionär 
konnte für sich mehr als Eine Stimme haben. — 
In diesen Satzungen lag der Magnet, welcher Theilnehmer nicht allein anzog, sondern 
sie auch in seiner Machtsphäre festhielt. Das Actienbuch der Donau-Dampfschiffahrts- 
Gesellschaft bildet eine lange Reihe illustrer Namen aus allen Kreisen und Berufszweigen, die 
der Unternehmung meist von ihrem Anfänge an treu geblieben; an ihrer Spitze glänzten lange 
Zeit die Namen des Kaisers von Oesterreich, wie der Könige von Baiern und 
Württemberg. — 
Das Dampfboot »Franz I.« — dieser Name war dem ersten Dampfschiffe der Donau- 
Dampfschiffährts-Gesellschaft in Folge besonderer Bewilligung Sr. Majestät des Kaisers 
beigelegt worden — hatte in seiner Probefahrt die Strecke Wien—Pest in der Thalfahrt in 
14 Stunden 15 Minuten und stromaufwärts in 48 Stunden 20 Minuten zurückgelegt. 
An die Aufnahme regelmässiger Fahrten konnte jedoch nicht sofort gedacht werden. 
Hiezu bedurfte es noch geeigneter Landungsplätze und eingerichteter Kohlenstationen; vor 
Allem aber verlässlicher, mit dem Fahrwasser der Donau wolvertrauter, Steuerleute, die 
den Anforderungen des Gesetzes genügen und die wünschenswerte Sicherheit bieten konnten. 
Die wenigen Fahrten, die noch im October und November 1830 stattfanden, beschränkten 
sich deshalb auf die Strecken zwischen Raab, Waitzen und Pest und dienten nur dazu, das 
ungarische Publicum mit der Leistungsfähigkeit des neuen Verkehrsmittels bekannt zu machen. 
Auch für das nächste Frühjahr ward zunächst nur eine Recognoscirungsfahrt nach Semlin in 
Aussicht genommen, um die Quellen kennen zu lernen, aus welchen ein Ertrag zu hoffen war. 
¿JDie Aufnahme regelmässiger Fahrten erfolgte mit 1. Februar 1831. 
Es waren keine günstigen Auspicien, unter denen das erste Dampfschiff der Gesellschaft 
seine Donaufahrten begann. In Ungarn brach die Cholera aus und zwang das Schilf, eine 
geraume Zeit des Jahres hindurch unthätig zu bleiben, während die Strecke Wien—Raab 
wegen der Untiefen vor Gönyö nicht befahren werden konnte. Dessenungeachtet ermöglichte 
es sein Jahreserträgniss, den Pachtzins bis zur Höhe von 0000 fl. zu entrichten, aus welchem 
nicht allein die Interessen des Anlageeapitals und die Administrationsauslagen bestritten, 
sondern auch ein kleiner Rest in den Reservefond gelegt werden konnte. 
Dadurch waren die Zweifel und Besorgnisse, welche bis dahin über die Anwendbarkeit 
und Rentabilität der Dampfschiffahrt auf der Donau gehegt wurden, behoben und die feste 
Zuversicht gewonnen, dass die Solidität der neuen Transportunternehmung mit der raschen 
Entwicklung und Vermehrung der Betriebsmittel nur gewinnen könne. 
Dieser Umschwung in der Auffassung trat schon in der am 18. Jänner 1832 
abgehaltenen Generalversammlung der Actionäre der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft 
klar zu Tage. Die Administration, die es noch im Vorjahre, trotz der glänzenden Probefahrt, 
für nothwendig erachtet hatte, zur Beruhigung der Geschäftstheilhaber auf einen andern Weg 
hinzudeuten, auf dem für den Fall, als nicht durch das Zuströmen von Reisenden und Waaren 
das verwendete Capital auf eine genug befriedigende Weise verzinst werden sollte, dieses Ziel 
zuverlässig erreicht werden würde, stellte bereits den Antrag auf Erbauung zweier neuer Dampf 
schiffe, die gleichfalls an Andrews verpachtet werden, und. von denen das eine mit 30 Pferde 
kräften die Strecke Raab—Pest, das andere mit 50 Pferdekräften jene zwischen Pest und 
Semlin befahren sollte. Sie brachte zu dem Behufe die Emission von 320 Stück neuer Actien
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in Vorschlag. Ja, für die Zukunft fasste man bereits den Eigenbetrieb und die Beschiffung der 
ganzen Donau in’s Auge. Ueberhaupt geht ein frischer Zug durch den an diese General 
versammlung erstatteten Bericht, der sogar des poetischen Schwunges nicht entbehrte und 
seinen kräftigsten Ausdruck in dem Satze fand: »Eine freie Schiffahrt von Wien bis in’s Meer, 
welch’ erhabener Gedanke! Dank der Erfindung der Dampfschiffahrt gehört er nicht mehr zu 
den chimärischen.« 
Das Verdienst, diesen Gedanken in seiner ganzen Grösse und volkswirtschaftlichen 
Bedeutung erkannt, das Verstaudniss für denselben bei seinen Zeitgenossen geweckt und inner 
halb der Kreise der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft zur tatkräftigen Ueberzeugung ent 
wickelt zu haben, dieses Verdienst gebührt dem Grafen Stefan Széchenyi, jenem Manne, den 
die ungarische Nation in dankbarer Anerkennung seiner unbegrenzten Vaterlandsliebe und seines 
rastlosen Mühens um die nationale, wirtschaftliche und culturelle Wiedergeburt desselben 
mit dem Worte ihres beredtesten Sohnes »den grössten Ungar« nennt. Und in der That, 
Graf Széchenyi wusste mit der glühendsten Liebe zu seiner Nation die höchste Achtung vor 
den Culturfortschritten fremder Nationen zu verbinden und aus ihrem Entwicklungsgänge zu 
lernen, was seinem Volke noththue und auf welchem Wege dasselbe zu höherem Wohlstände 
und damit zur wahren Freiheit und politischen Macht geführt werden könne. Auf seinen wieder 
holten Reisen durch England, Belgien und Frankreich hatte sich ihm die Bedeutung der Ver 
kehrsmittel in der Volkswirtschaft, der Land- wie der Wasserstrassen erschlossen, an denen 
es Ungarn trotz zahlreicher schiffbarer Flüsse so sehr gebrach. 
Sein Augenmerk wandte sich in erster Linie dem Donaustrome zu, und bei dem Feuereifer, 
mit dem Graf Széchenyi Alles erfasste, war es bald sein Liebliugsgedanke, der Schiffahrt auf _ 
der Donau völlig freie Bahn bis in’s Schwarze Meer zu schaffen. Er war von diesem Gedanken 
so erfüllt, dass Fürst Metternich scherzend behauptete, Graf Széchenyi bilde sich ein, 
die Donau entdeckt zu haben. Nun allerdings, die Donau hat er nicht entdeckt, aber für die 
Beschiffung derselben hat er durch Erforschung ihrer Hindernisse, durch das Studium der Strom- 
schnellen zwischen Drenkova und Orsova, sowie durch die Förderung der Donau-Dampfschiff- 
fahrts-Gesellschaft auf’s Erfolgreichste gewirkt und dadurch der wichtigsten Handelsstrasse 
zwischen Centraleuropa und dem Orient mächtigen Vorschub geleistet! 
Im Sommer 1830 unternahm Graf Széchenyi mit mehreren Begleitern, darunter dem 
Ingenieur Beszédes, eine Becoguosciruugsfahrt auf der Donau, um den nach der Schilderung I 
der Schiffsleute furchtbaren Felsenpass des Eisernen Thores aus eigener Anschauung kennen 
zu lernen und eventuell Vorschläge zu dessen Beseitigung machen zu können. Er dehnte seine 
Reise bis Constantinopel aus, entging aber, wie die Mehrzahl seiner Gefährten, nur mit 
genauer Noth den Gefahren des längs der unteren Donau herrschenden typhösen Fiebers. 
In seine Heimath zurückgekehrt, bot er allen Einfluss, den ihm seine sociale Stellung gewährte, 
auf, damit das grosse Werk der Reguli rung der Stromschnellen wie des eigentlichen Eisernen 
Thores in Angriff genommen werde. 
Am 7. Jänner 1832 richtete er an das Mitglied der gesellschaftlichen Administration, 
Herrn Benvenutti, von Fest aus ein Schreiben, worin er denselben aufmerksam machte, dass die 
Donau-Dampfschiftahrts-Gesellschaft nunmehr sich nicht auf ein einziges Schiff beschränken 
sollte, da ganz gewiss sich mehrere rentiren würden, in welcher Voraussetzung es uothwendig wäre, 
ein Privilegium auf 32, 50 oder 0‘J Jahre zu erwirken und die Felsen zwischen Belgrad und Orsova
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zu sprengen, damit die Schiffahrt bis Widdin- Silistria, ja bis Odessa und Constantinopel 
geöffnet und praktikabel werde. 
»Ich habe,« schrieb er. »die Reise von Pest den Donaustrom entlang bis Constantinopel 
das vorige Jahr gemacht und kann jeden Aufschluss sowohl in diplomatischer als 
mechanischer Hinsicht geben, und glaube hiemit meinen ganzen Brief darauf beschränken 
zu können, dass ich Ihnen die Ansicht eines praktischen Ingenieurs beischliesse, der mein 
Reisegefährte war, und dass ich in der glücklichen Ausführung dieses Unternehmens durch 
aus kein Hinderniss sehe, zumal die constituirte Gesellschaft den Beitritt des Fürsten 
Milosch in Serbien, der jedenfalls als Actionär des Unternehmens mit zu interessiren 
wäre, mit aller Sicherheit erwarten kann, da ich ihn im vorigen Jahre davon prävenirte und 
die grösste Bereitwilligkeit fand.« — »Anzufangen« —heisst es am Schlüsse des Briefes — 
»ist die Hauptsache, und da bereits ein Dampfboot in's Leben getreten, und die Regulirung 
der Donau mit einer allmälig zu erweiternden Schiffahrt in enger Verbindung steht, so 
glaube ich, sollte das in Frage stehende Vorhaben derselben Quelle entspringen, und 
somit werden Sie alle die Herren Actionäre des Dampfbootes, namentlich die Herren 
Eskeles, Geymüller, Sina und Puthon dazu bewegen, sich an die Spitze dieses 
eben so praktischen als nutzbringenden Unternehmens stellen zu wollen.« 
Die Antwort der Douau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft lautete zustimmend, was die 
Vermehrung der Schiffe betraf, jedoch machte sie die ausgiebigere Betheiligung Ungarns an 
dem Unternehmen zur Bedingung. 
»Wegen der Schwierigkeiten, welche man auf der Donaustrecke zwischen Wien und 
Raab gefunden hat« — heisst es in dem betreffenden Schreiben — »ist die Fahrt vom 
letzteren Orte aufwärts aufgegeben worden, die Dampfboote werden demnach von nun an 
blos zur Erleichterung der Communication in Ungarn dienen. Ungarn, welches auf diese 
Art am meisten dabei interessirt ist, sollte daher auch am meisten dazu mitwirken. Nun 
hat aber bisher Ungarn am wenigsten gethan. Von den 200 Actien, welche ausgegeben 
wurden, haben nur 13 ungarische Besitzer.« 
Was dagegen die Sprengung der Felsenriffe zwischen Drencova und Orsova anbelangt, 
so anerkannte das Schreiben wol, dass dadurch das Donau - Dampfschiffahrts - Unternehmen 
auf eine höhere Stufe der Bedeutung und des Umfanges gehoben werden würde, fügte aber bei : 
»Hier muss unmittelbar der Staat eiuschreiten ; für Private finden sich dabei zu viel 
Hindernisse, welche für den Staat keine sind, und wäre die Summe auch bedeutend grösser, 
als diejenige ist, welche die Ingenieure zur Sprengung der Felsen in Anschlag bringen. 
Die Administration legte es dem Grafen Széchenyi nahe, Se. k. Hoheit den Erz 
herzog-Palatin, als die einflussreichste Persönlichkeit, dafür zu gewinnen. 
ln ersterer Beziehung entsprach Graf Széchenyi sofort den Wünschen der Gesellschaft; 
auf sein Andringen traten mehrere reiche Magnaten in die Reihe ihrer Hauptactionäre. An 
den Herrn Erzherzog-Palatin richtete auf des Grafen Anrathen zunächst die Administration der 
Donau-Dampfschiff ahrts-Gesellschaft selbst eine Denkschrift, in der sie die Vorth eile auseinan 
dersetzte, welche sich durch die Erweiterung der Schiffahrt auf der Donau mittelst Wegräumung 
mehrerer Localhindernisse für den Handel der Monarchie ergeben würden. Se. k. Hoheit 
brachte dieselbe zur Kenntniss Sr. Majestät des Kaisers, worauf Graf Stefan Széchenyi 
zum k. Commissär behufs näherer Erhebung dieses Gegenstandes ernannt wurde.
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        Bibliothek des Instituts 
für Weltwirtschaft Kiel 
*—» &lt;— 
Kasch schritt er an’s Werk und widmete mehrere Monate der Localuutersuchung. 
Das Resultat, das sich aus seinen Nachforschungen ergab, bekräftigte seine Ueberzeu- 
gung, dass die Hindernisse ungleich weniger bedeutend seien, als sie allgemein betrachtet 
wurden, und dass sie mit einem Aufwaude von Arbeit und Kosten beseitigt werden können, zu 
deren Uehernahme sich die Staatsverwaltung mit Aussetzung einer vollkommen hinreichenden 
Summe bereit erklärte. 
Auch Kronprinz Erzherzog Ferdinand unternahm eine Donaufahrt nach Moldova, um 
die Felsenpässe zu besichtigen; die niederösterreichische Landesregierung aber forderte die 
Gesellschaft in einer Zuschrift auf, »sich zu erklären, inwiefeme sie zur Erweiterung der 
Dampfschiffahrt mitzuwirken gesonnen sei, wobei ihr die Zusicherung ertheilt wurde, dass sie 
von Seite der Staatsverwaltung auf Begünstigungen rechnen könne, die sich in den Schranken 
der Bescheidenheit hielten«. Die Staatsverwaltung dachte dabei zunächst an die Ausdehnung 
der Schiffahrt über die untere Donau, vielleicht auch über das Schwarze Meer. 
Die Antwort der Gesellschaft darf wohl in dem Berichte gefunden werden, welchen 
Graf Széchenyi unter dem 23. October 1833 an den Herrn Erzherzog-Palatin erstattete, und 
den wir hier im Wortlaute folgen lassen: 
»Euere k. Hoheit, durchlauchtigster Erzherzog! Das mir anvertraute Geschäft nimmt 
mit jedem Tage an Vielseitigkeit dermassen zu, dass ich trotz des besten Willens mit 
meinen geringen Fähigkeiten durchaus nicht auslange, um Ew. k. Hoheit über das 
Ganze ein so erschöpfendes Bild schon jetzt unterbreiten zu können, wie es meine Pflicht 
wäre, und wie ich es, meine Kräfte überschätzend, Ew. k. Hoheit in meinen voran 
gegangenen Meldungen zuzusagen mich erdreistet hatte. Mir bleibt daher nichts übrig, 
als Ew. k. Hoheit — Höchstdero Geduld unterthänigst erbittend — anjetzt nur auf das 
aufmerksam zu machen, was meiner Ansicht nach, unsere Unternähme betreffend, jetzt 
völlig an der Tagesordnung wäre, und dessen Versäumen vielleicht nie wieder zurück 
gebracht werden, der günstige Augenblick aber, in welchem wir leben, schwerlich sobald 
wiederkehren dürfte. Ew. k. Hoheit geruhten in Höchstdero Schreiben vom 26. September 
1833, Nr. 1062, den Gedanken zu billigen, auch bei dem jetzigen Zustande des Donau 
stromes mittelst Dampfbooten die Schiffahrt bis in das Schwarze Meer einzurichten. Diesem 
zufolge besprach ich mich vor einigen Tagen mit den Directoren der Dampfschiffahrts- 
Gesellschaft, um auch ihre Ansichten hierüber zu hören. Sie wären alle geneigt, diesen 
kühneren Schritt zu versuchen; allein sie wagen nicht, das bereits gesicherte Interesse 
der Gesellschaft einem unsicheren Gewinne aufzuopfern. Anjetzt beginnt das Geschäft von 
Raab über Pest nach Semlin und zurück lebhafter für die Dampfboote zu werden, so dass, 
nach den diesjährigen Fahrten zu schliessen, die sichere, reine Rente der Boote im Jahre 1834 
sich auf 12 bis 15 Procent stellen dürfte. Wie sich hingegen dieses in der unteren Donau 
gestalten würde, wo das Holz sehr theuer, keine Kohlen zu haben sind, bis Galaz kein 
österreichischer Consul ist, der sich um die Interessen österreichischer Schiffe annähme, 
u. s. w., lässt sich wohl nicht mit Zuversicht bestimmen, scheint aber auf jeden Fall 
unsicher und das Hinabsenden eines Dampfbootes eine jener Handelsunternahmen zu sein, 
in welchen die ersten Jahre nicht nur von Gewinn keine Rede ist, wohl aber Opfer gebracht 
werden müssen, und nur nach gänzlicher Entwicklung des Gegenstandes auf einen Ersatz 
gerechnet werden kann. Würde das Geschäft lediglich in den Händen der erwähnten
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        —&gt; ^ ^ * 
Directoren sein, so zweifle ich keineswegs, dass sie, ihren eigenen Vortheil hintansetzend, 
bereit wären, den Gedanken Ew. k. Hoheit Folge zu gehen: so aber, wie sie an der 
Spitze einer, man kann wohl sagen, bunten Gesellschaft stehen, dürfen sie nicht vergessen, 
dass viele Mitglieder, trotz ihrer gewöhnlichen Unterordnung, trotz ihres heissesten 
Patriotismus, die richtige Zahlung der Dividende ihrer Actien stets auf das aller 
pünktlichste und unpathetischeste zu fordern pflegen, und somit ohne ziemlich all 
gemeine Kränkung und Missbilligung keine bedeutendere und wirklich etwas gewagte 
Dislocirung der Boote vorgenommen werden könnte.« 
»Es handelt sich demzufolge gerade zu entscheiden, ob die Besitznahme der unteren 
Donau und die Eröffnung derselben zu einem europäischen Canal von Seite der Regierung 
eine unmittelbare Unterstützung und einige unmittelbare Opfer verdienen oder nicht. 
Meine Ansicht hierüber ist, dass, indem Ew. k. Hoheit für diesen Gegenstand bereits 
so viel gethau haben und ihn auch gewiss gänzlich durchführen werden, auch jene kleinen 
Vorth eile und Opfer der Dampfboot-Gesellschaft auszuwirken geruhen sollten, durch 
welche deren Direction mit zuversichtlicher Gutheissung aller Actionäre den Entschluss 
fassen dürfte, eines ihrer Dampfboote gleich mit anbrechendem nächsten Frühjahr auf’s 
Gerathewohl über die Katarakten zu lassen, um dasselbe sofort zwischen Tschernetz und 
dem Schwarzen Meere auf immer zu etabliren.« 
»Die Opfer, die die Regierung bringen müsste, wären beiläufig folgende : 
1. Verlängerung des Privilegiums um 10 Jahre. 2. Aufruf an die respectiven Comitate, 
Städte etc., damit die gewöhnlichen Landungsplätze der Dampfboote mit Aussteige 
brücken versehen werden. 3. Modification mancher Sanitäts- und Dreissigst-Vorschriften, 
die dem Staat nicht einmal einen unmittelbaren Nutzen gewähren, für den Handel aber 
äusserst verderblich sind. 4. Sicherstellung der Person und Waare bei den serbischen, 
türkischen und walachischen Behörden. 5. Offen ausgesprochene Protection der Regierung, 
dass sie die Dampfschiffahrt begünstigt. (J. Unentgeltliche Einräumung für bestimmte 
Jahre von Steinkohlen in den Grenzen und Cameralgütern, und in den ersteren 
auch von Holz, wo notabene von Kohlen der Staat gar keine Einkünfte hat, und das 
Holz mit Feuer und Beil gerodet wird, um Aecker und Wiesen zu bilden.« 
»Was den ersten Punkt betrifft, so ist durch dessen Gewährung weder dem Staat 
noch Privaten Eintrag gethan, da an keine Competition jetzt noch nicht zu denken ist; 
die Gesellschaft kann aber mit grösserer Sicherheit bedeutendere Capitalien zur gänz 
lichen Entwickelung ihres Geschäftes auslegen. Der Aufruf, den ich im zweiten Punkte 
berühre, würde nur dadurch nützlich sein, weil dasjenige schneller geschähe, was die Zeit 
allmälig selbst ordnen wird. Der Nutzen wäre aber darum doch grösser, als man glaubt; 
denn nichts ist, was den allgemeinen Credit der Dampfboote so sehr gefährdet, als die 
elenden Nächte, die man oft auf denselben wegen der allzugrossen Menge der Passa 
giere zubringen muss. Könnte man schnell aus- und einsteigen, so wäre diesem Uebel 
abgeholfen; und nur allein auf diese Art kann es geschehen, denn in der Praxis ist es 
unmöglich, die Zahl der Passagiere festzusetzen. Die im 3. und 4. Punkt berührten 
Modificationen der Sanitäts- und Dreissigst-Vorschriften, wie nicht minder die Sicher 
stellung der Person und Waare im Auslande, sind von grösster Wichtigkeit, ohne deren 
Reguli rung auf keinen Handel zu denken ist; auch werde ich auf selbe später zurück-
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        1 i 
—&lt;► J 5 «■— 
kommen. Die im 5. Punkte erwähnte Protection der Regierung würde Credit in das 
Geschäft bringen und ein Leben, dessen es sich anjetzt noch nicht besonders rühmen kann, 
da Viele, besonders Angestellte, so wie ich es selbst zu erfahren Gelegenheit hatte, die ganze 
Unternähme als eine Privatspeculation betrachten, zu der Anglomanie, Neuerungssucht 
und der gefährliche Zeitgeist trieb, und welcher somit — wie manches Andere — von der 
Regierung gar nicht gefördert, aber nur geduldet wird. Dass Ew. k. Hoheit selbst geruhten, 
mehrere Actien zu nehmen, ist weniger bekannt : und nun kommt — ich bitte um Ver 
gebung, dass ich es gerade heraussage — auch das noch dazu, dass meine Person bei 
diesem Geschäfte verwendet wird, was den Credit der Unternähme, als Regierungs-Angelegen 
heit keineswegs erhöhte, da die grössere Zahl des Publicums noch immer so unglücklich 
ist, nicht einsehen zu können, dass der Dienst, den man dem Lande weiht, keineswegs im 
Widerspruch mit der Ehrerbietung und der Treue ist, die man für seinen rechtmässigen 
Herrn im Busen nährt. Die im 6. Punkt angeführten Concessionen endlich sind solcher Art 
und der Gesellschaft von solcher Wichtigkeit, dass sie das Gelingen der ganzen Unternähme, 
sozusagen, sichern. Freilich dürfen sie nicht mit dem gewöhnlichen Auge eines Bureaukraten 
erwogen werden, der nur von Heute auf Morgen sieht, und somit einigen Gulden, die er 
heute erhaschen könnte, die grössten Resultate der Zukunft aufzuopfern pflegt.« 
«Und dies sind, Ew. k. Hoheit, jene Unterstützungen und Concessionen, die die 
Directoren der Dampfboot-Gesellschaft bestimmen dürften, schon im Jahre 1834 die Ver 
bindung der österreichischen Monarchie mit Constantinopel zu eröffnen ; denn es versteht 
sich, dass die erwähnte Direction ihre zwei Dampfboote, die »Donau« und »Pannonia«, in 
geregelte Verbindung mit »Franz I.« setzen, wie nicht minder verursachen würde, dass an 
der Mündung der Donau einstweilen Segelschilfe bereit stehen, um Personen und Waaren 
etwa alle 14 Tage nach Odessa, Constantinopel u. s. w. zu bringen. Ob indessen die Bei 
stimmung der Direction nach Allem diesem auch ganz sicher erfolgen würde, wage ich 
nicht zu behaupten, wahrscheinlich ist es aber.« 
»Ich fühle mich viel zu schwach, Ew. k. Hoheit in Höchstdero Weisheit vorzugreifen, 
wie nun Alles dies zu ermitteln und zu erlangen sei ; wage es jedoch, meine Meinung in 
tiefster Unterthänigkeit hierüber auszusprechen. Das Wenige, was bis jetzt geschah, ist 
lediglich das Werk Ew. k. Hoheit, was nie sich in einigen Monaten so sehr entwickeln 
hätte können, würde es den Weg der Dikasterien gegangen sein. Ew. k. Hoheit sollten 
es nicht mehr aus Höchstdero Händen lassen, und ich wage nicht viel, wenn ich für den 
Erfolg gut stehe. Die Verlängerung des Privilegiums um 10 Jahre zu erhalten, kostet 
Ew. k. Hoheit ein Wort. Nicht minder wird Höchstdero Wille — wird er nur einmal 
bekannt — in Hinsicht der Aus- und Einsteigbrücken bei den respective!! Behörden die 
gewünschten Resultate nach sich ziehen. Ueber die Verbesserungen mancher Sanitäts 
und Dreissigst-Vorschriften, wie nicht minder über die zu modificirenden Tractate mit 
den russischen, türkischen etc. Regierungen, können Ew. k. Hoheit Sc. Excellenz den 
Grafen Klebeisberg und Se. Durchlaucht den Fürsten Metternich auffordern, meine 
Vorschläge zu erwägen, damit sie Ew. k. Hoheit ehestens geregelt unterbreitet werden 
mögen. Haben Ew. k. Hoheit Alles dies gethan, und hört mein Incognito auf — das 
anjetzt ohnehin nichts mehr nützt, aber schadet, — so wird das Publicum endlich merken 
und glauben, dass die Regierung die Verbindung der österreichischen Monarchie mit dem
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—* ( (5 '— 
Schwarzen Meere nicht etwa nur geschehen lässt, sondern dass sie es leitet und sie es 
bewerkstelligen wird. Was endlich die Steinkohlen und das Holz betrifft, so habe ich keine 
Bata, wie sich das in den Cameralgütern verhält, weiss aber ganz genau, dass man Eines 
und das Andere in dem Bezirke des walachisch-illvrischen Regiments im Ueberflusse findet. 
In der Gegend von Tissovitza sind Berge von Steinkohlen, die anjetzt umsonst da 
liegen, und in vielen Theilen des Regimentsbezirkes ist Verwüsten der Wälder das 
Hauptgeschäft der böhmischen Ansiedler. Ew. k. Hoheit können diesen kitzlichen, aber so 
wesentlichen Punkt durchführen, und nur Ew. k. Hoheit; denn kommt es ad Circulam der 
Hofkriegsräthe, dann ist es vorbei. Freilich ist’s eine grosse, unerhörte Concession, aber 
die Verbindung mit dem Schwarzen Meere ist auch gross und unerhört, was man nicht 
vergessen darf, und auch das nicht, dass man zu jenen Mitteln greifen muss, die zum Ziel 
führen. Und wird die Regierung zu diesen Concessionen für den Anfang nicht einwilligen, 
so fürchte ich, dass sie nie ihr Ziel erreichen wird, ausser auf eigenen Dampfbooten. 
An der unteren Donau ist Holz so theuer — Kohlen sind nicht da — dass die 
Stationen von Widdin, Rustzuk, Silistria. Brail a etc. lediglich mit Holz und Kohlen aus 
unseren Ländern versehen werden müssen. Woher aber in der Nähe das Brennmaterial 
nehmen, als an den Grenzen? Und muss man es zahlen, da man schon so vielen Unkosten 
durch den Transport ausgesetzt ist, bevor das Ganze im Gange ist. um so unendlichen 
Plackereien. Gefahren etc. entgegen zu gehen, dann kehrt man lieber um und sagt der 
Donau-Dampfschiffahrt ein ewiges Lebewohl. Es handelt sich, man kann in der That 
sagen, um eine wesentliche Verbesserung der österreichischen Monarchie; und was ist zu 
opfern? Nicht das Mindeste, als Vorurtheile und Engbrüstigkeiten ; denn in den Jahren 
der Privilegien, sollen sie auch Hunderte von Jahren dauern, wird die Dampfboot- 
Gesellschaft die Steinkohlenberge des walachisch-illyrischen Regiments, die anjetzt nicht 
einen Groschen eintragen, nimmermehr davon tragen können ; sie wird sie aber zu einer 
reichhaltigen Quelle für zukünftigen Reichthum bilden. Auch wird die Gesellschaft Bäume 
nicht dort fällen, wo sie nützlich sind, aber dort, wo sie im Wege stehen, was ihr 
natürlicherweise angewiesen werden wird, so dass — betrachtet man die Sache im Glanz 
der Wahrheit — das respective Regiment und somit der Staat auch gewinnt, und die 
Dampfschiffahrts-Gesellschaft, indem sie Concessionen erhält, zugleich die wesentlichsten 
Dienste für Cultiir und Industrie leistet! — Umsonst müssen die Brennmaterialien auf 
die Zeit der Privilegienjahre sein, ganz umsonst : denn wird auch nur ein Kreuzer 
gezahlt, ausser in recognitionem dominii, dann ist die ganze Sache durch hundert 
fache Vexationen verunglimpft und versauert, die ich für hinlänglich halte, um das 
Ganze zu verleiden.« 
»Die Zeit drängt, und deshalb wäre es zu wünschen, dass Ew. k. Hoheit alles 
diesbaldigst in s Reine bringen könnten. Ich würde mich sodann mit den benannten 
Di rectoren in Verbindung setzen und sie zu dem Schritt zu bewegen suchen, von dem ich 
das Gelingen unserer Unternähme abhäugen sehe, »denn was man in der Minute aus 
schlägt, bringt keine Ewigkeit wieder«. — Fassen die Directoren den Entschluss, an dem 
ich nicht zweifeln will, so würde ich gleich auf zwei neue Dampfboote einen Subscriptions 
bogen eröffnen, der gewiss bald vollgeschrieben wäre, da die Unternähme aufhörte, eine 
ungarische zu sein, und auf der Stelle eine österreichische, ja europäische würde, und 
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        somit alle Action in Oesterreich. Bayern, Böhmen, Mähren, Deutschland. Frankreich, 
und die meisten in England mit Zuversicht angebracht werden dürften. Die Sitzung der 
ungarischen Akademie wird mich bis am 10. November in Fest halten.Bei meiner Zurückkunft 
nach Fressburg möchte ich Alles dies, auf die hohe Verwendung Ew. k. Hoheit bauend, in 
10 Tagen beenden und somit den 20. November meine Reise nach England antreten, von 
dort Ende Februar zurückkehren und Anfang März mit dem »Franz T.« in die untere Donau 
fahren. Ueber Alles, was ich Ew. k. Hoheit anjetzt in Kürze vortrug, sprach ich vor Kurzem be 
reits mit Sr. Durchlaucht dem Fürsten Metternich, sowie auch mit dem Vice-Präsidenten 
des Hofkriegsraths Grafen von Hardegg. Sie schienen beide für das Vorhaben äusserst 
eingenommen zu sein. —und somit bleibt mir nichts übrig, als mich Ew. k. Hoheit mit der 
Bitte zu Füssen zu legen. Höchstdieselben wollten die Gnade haben, durch ein paar Zeilen 
Seine Durchlaucht den Fürsten von Metternich davon in Kenntniss zu setzen, dass ich 
und Vásárhelyi nach England zu gehen haben, damit die nöthigen Fasse bei Zeiten 
verabfolgt werden mögen. Ich bat darum den Fürsten Metternich mündlich, worauf er 
erklärte: »Es würde besser sein, wenn Ew. k. Hoheit ihm ein paar Worte schreiben zu 
lassen geruhen wollte, weil dadurch die Sache einen officiösen Charakter annehme, was 
besser sei.» Genehmigen Ew. k. Hoheit mit gewohnter Güte und Wohlwollen die gut 
gemeinten Bemühungen Höchstdero unterthänigsten Dieners u. s. w. Zinkendorf, den 
23. October 1833. gez. Graf Stephan Szechenyi.« 
Um den Wünschen der Regierung entgegen zu kommen und diese Geneigtheit sofort durch 
die That zu beweisen, berief die gesellschaftliche Administration für den 2. December 1833 eine 
ausserordentliche Generalversammlung der Actionäre, welche über die Frage der Vermehrung 
der Schiffe, wie über die Entsendung eines Schiffes über die Katarakte, Beschluss fassen sollte. 
In dieser Versammlung erschien auch Graf Szechenyi, um für die Anträge der Ver 
waltung einzutreten. Mit hinreissender Beredsamkeit schilderte er die Nothwendigkeit, schon 
mit nächstem Frühjahre eines der vorhandenen Schiffe nach der untersten Donau zu ent 
senden, und empfahl den Bau von drei weiteren Schiffen, von denen eines das für den neuen 
Schauplatz der gesellschaftlichen Thätigkeit bestimmte auf der oberen Donau ersetzen, das 
zweite, als Seeschiff gebaut, zwischen Galaz und Constantinopel verkehren, das dritte aber 
die Verbindung zwischen Fest und Wien hersteilen sollte. Er wies auf die Baggerschiffe oder 
Excavateurs hin, wie sie damals schon in England gebaut wurden und. von Dampfkraft 
getrieben, dazu dienten, Untiefen in den Flüssen in geeignetes Fahrwasser umzugestalten. 
Die hohe Auffassung, welche der erleuchtete Mann von der Bestimmung unserer Wasser 
strasse, die Cultur des Westens nach Osten fortzupflanzen, in sich trug, liess ihn die Verbindung 
mit dem Schwarzen Meere nie aus dem Auge verlieren. Wenn er aber im kühnen Fluge seiner 
regen Phantasie das letztere sozusagen der Donau annectirte, so geschah dies nicht allein, weil 
er sich die Frage vorlegte, was wohl die Waaren des Westens in Galaz sollten, wenn sie keine 
regelmässige Abfuhr nach dem Orient fänden, sondern, weil er als Staatsmann auch die Gunst 
der politischen Verhältnisse nützen wollte. 
Und damals schien in der That für den europäischen Orient eine Periode dauernder 
Ruhe gekommen zu sein. Dem Frieden von Adriauopel war am 8. Juli 1833 der Freundschafts 
vertrag zwischen Russland und der Pforte von Hunkiar-Iskelessi gefolgt. Russische Truppen, 
die noch 1820 von Adrianopel aus den Grossherrn in Stambul zittern gemacht, waren vor 
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Constantiuopel zum Schutze desselben gegen einen aufrührerischen Vasallen gelandet; der 
Krieg, in dem die Völker nach alter Gewohnheit weit hinten in der Türkei aufeinander schlugen, 
beschränkte sich diesmal auf die asiatischen Länder. Selbst Fürst Metternich hielt den 
Moment für wirtschaftliche Unternehmungen im Orient ausserordentlich günstig, zumal 
Consularberichte steigenden liegehr nach österreichischen Producten signalisirten, der Weg 
donauabwärts nach der Levante kürzer war, als über Triest und Constantiuopel, und die Pforte 
keine Schwierigkeiten machte, den bezüglichen Ferman auszufertigen. Endlich musste es 
erwünscht sein, an österreichischen Handelsschiften Pionniere des österreichischen Einflusses 
im Orient zu besitzen, um durch sic auf friedlichem Wege zurückzugewinnen, was durch die 
Tergiversationen der Diplomatie hei den Verhandlungen der jüngsten Zeit verloren worden. 
Darum liess Fürst Metternich noch in der Generalversammlung vom 31. Jänner 1834 durch 
seinen Bevollmächtigten, Freiherrn von Ottenfels, wiederholt auf die handelspolitischen Vor 
theile hinweisen, welche aus der Beschiffung des Schwarzen Meeres für die Donau-Dampfschiff- 
fahrts-Gesellschaft resultiren mussten. 
In Erwägung all’ dieser Momente entschloss sich die Gesellschaft, dem Wunsche der 
Staatsverwaltung zu entsprechen und nicht allein die »Argo« nach der untersten Donau zu 
dirigiren. sondern sie liess auch auf der Triester Khede den ersten österreichischen Seedampfer 
bauen. Sie hoffte dafür auf die Wegräumung der Hindernisse, welche sich der Schiffahrt auf der 
Donau entgegenstellten, eine Hoffnung, die sich leider bis zur Stunde nicht erfüllt hat! — 
Das Seeschiff, zu Ehren der Frau Erzherzogin, Gemahlin des Palatins, »Maria Dorothea« 
genannt, fand auf seiner ersten Fahrt zwischen Constantiuopel und Smyrna in Folge seiner 
eleganten Bauart und seines schnellen Ganges allgemeinen Beifall, so dass ihm sofort die 
Besorgung der Briefpost zwischen den beiden Städten anvertraut wurde und dasselbe gleich im 
ersten Jahre ein Reinerträgniss von 20.000 fl. abwarf, weshalb an einen Remplaçanten für die 
Linie Galaz—Constantiuopel gedacht werden musste. Nicht so glücklich war die »Argo« 
auf der untersten Donau. Trotz der grössten Anstrengungen vermochten ihre Einnahmen nicht 
die Betriebskosten zu decken, so dass das Dampfboot lange Zeit hindurch unthätig blieb. 
Ein Deficit von 18.000 fl. war die Folge. 
Indess lag hierin kein Grund zu Beunruhigung. Immerhin zeigten die progressiv fort 
schreitenden Einnahmen, welche die »Argo« auf ihren fünf Fahrten erzielt hatte — sie waren 
successive von 20 fl. auf 3066 fl. gestiegen, — dass auch hier Quellen reichlichen Erwerbes 
vorhanden seien. 
War nun die vaterländische Flagge in den Dardanellen und am Bosporus entfaltet, so galt 
es, die gewonnene Position festzuhalten und dauernd zu sichern. Zu diesem Behufe war die Auf 
stellung eines zweiten Seeschiffes erforderlich, damit der Dienst auf der Linie Constantiuopel— 
Smyrna nicht durch Unfälle eine Unterbrechung erleide, und die Verbindung zwischen Constan- 
tinopel und Galaz hergestellt werden könne, wie andererseits durch die bestehende russische 
Dampfschiftährts-Gesellschaft eine Verbindung von Galaz mit Odessa bewerkstelligt werden sollte. 
Nicht minder musste, wenn auch nicht für die nächste Zukunft, die Entsendung eines zweiten 
Schiffes auf die unterste Donau in Aussicht genommen werden, um das türkische Ufer zu befahren 
und den aus Constantiuopel Kommenden die Leiden einer zweifachen Quarantaine zu ersparen. 
Zu all' dem waren weitere Capitalien erforderlich, da auch die dritte am 2. December 1833 
beschlossene Emission von 600 Stück Actien erschöpft war. Die Administration konnte um so
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leichteren Herzens eine weitere Capitalsvermehrungin Vorschlag bringen, als es nunmehr auch für 
das kurzsichtigste Auge often lag, dass alle Elemente zu einem gewinnreichen Unternehmen vor 
handen seien und dasselbe mitseiner Ausdehnung an Sicherheit und Prosperität nur gewinnen könne. 
Die Generalversammlung vom 27. Februar 1835 beschloss denn auch, die Actienzahl 
um weitere 280 Stück zu vermehren. 
So war eine nahezu 700 Stunden lange Schiffahrtslinie, wir möchten sagen, ausgesteckt; 
sie auszubilden, zu organisiren, die Correspondenz der Schiffe, welche Th eilstrecken davon 
befuhren, untereinander herzustellen, die Stationen zu bestimmen und einzurichten, geeignete 
des Winters, wie für Werkstätten zur Reparatur allfälliger Havarien, zum Um- und Neuhaue 
Unerlässliche Voraussetzung hiefür war die Uebernahme sämmtlicher Schiffe in die eigene 
Regie und die Aufstellung eigener Beamten, sowie die Begründung einer einheimischen Pflanz 
stätte für die Schiffsmannschaften. Die Beamten mussten dauernd an das Interesse der Gesellschaft 
gefesselt, die Schiffsmannschaften aus mehr homogenen Individuen gebildet werden; denn die 
Recrutirung von Matrosen und Schiffsleuten aus aller Herren Länder führte nicht allein zu einem 
förmlichen Sprachenchaos, sondern es war dadurch zugleich ein natürliches Element der Unordnung 
geschaffen, das nicht immer durch die Strenge der Aufsicht paralysirt werden konnte. 
Nach allen diesen Richtungen wurde im Jahre 1835 Wesentliches geleistet, indem das ' 
bisher bestandene Pachtverhältnis in Betreff der auf der oberen Donau verkehrenden Schiffe 
gelöst, diese gleich den anderen in den Eigenbetrieb der Gesellschaft übernommen, ein Winter 
hafen in der Nähe von Pest ausfindig gemacht und zugleich die dem letzteren nahe gelegene 
Insel bei Altofen zur Anlage einer Schiffswerfte gewonnen wurde, auf der in Zukunft nicht 
allein die Reparatur, sondern auch der Bau von Fahrzeugen für die Flussschiffahrt in eigener 
Regie bewerkstelligt werden könnte. 
Zu diesem Ende wurde der Schiffsbaumeister Fowl es mit Schiffszimmerleuten und 
Matrosen aus Triest berufen, und unter seiner Leitung die erste Einrichtung zum Betriebe des 
neuen Etablissements getroffen, aus dem schon 1836 der wieder hergestellte »Franz 1.« und 
bald darauf der neu gebaute » Arpad« hervorging, worauf zum Baue des Waarenschiffes »Eros« 
geschritten wurde. Allerdings konnten auf der Altofener Werfte in der ersten Zeit nur der 
Schiffskörper und die Schiffseinrichtung hergestellt werden, während die Maschine aus dem 
Etablissement Boulton Watt &amp; Cie. in Solio bezogen werden musste. 
Um sich jedoch auch nach dieser Richtung allmälig von dem Auslande zu emancipiren, 
die Anschaffungskosten herabzusetzen und zugleich die inländische Industrie zu fördern, nahm 
die gesellschaftliche Administration das Anerbieten der Wiener Dampfmaschinen-Werkstätte 
M Fletscher &amp; J. Punshon an, die Maschine zu dem ersten Remorqueur zu liefern. 
Minder glücklich war die Gesellschaft rücksichtlich des Schiffahrtsbetriebes. Auf der i 
Donau bildete die Strecke von Moldava bis Neu-Czernetz (Turnseverin) eine klaffende Lücke, | 
da sie von Drenkova bis Orsova nur mit Ruderbooten befahren werden konnte, von da an aber 
bis Neu-Czernetz Passagiere und Waaren an das Landfuhrwerk abgeben musste. Ein weiteres 
Hemmniss lag in der strengen Contumaz, welche die für Odessa bestimmten oder aus der 
Türkei über Galaz kommenden Waaren in Galaz zu bestehen hatten, wenn sie längs des linken 
Donauufers Weiter transportât werden sollten. 
Vertreter in denselben zu bestellen und endlich für-die sichere Bergung der Schiffe während 
von Schiften zu sorgen, bildete die Hauptaufgabe der nächsten Jahre. 
3*
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        -* 20 *— 
Zur See musste »Maria Dorothea'« in Folge erlittener Havarien längere Zeit hindurch 
unthätig bleiben, minderte die lang andauernde Pest den Zufluss der Beisendeu und stellten 
sich überdies bereits die Vorläufer jener türkisch-englischen Cooperation ein. welche später 
der Donau-Dampfschiffahrts - Gesellschaft zur See gefährlich werden sollte. Der Kapudan 
Pascha erliess nämlich ein Verbot an die Rechtgläubigen, österreichische Schifte zu benützen, 
und englische Concurrenz suchte mittelst zweier Dampfer, des »Levant« und »Crescent«, den 
gesellschaftlichen Schiffen in den levantinischen Gewässern ein Paroli zu biegen: aber ohne 
Erfolg. Auch das Verbot der türkischen Behörden wurde auf Andrängen der österreichischen 
Regierung zurückgenommen: ja es gelang sogar, den Transport der Baarsendungen des 
türkischen Münzamtes zwischen Constantinopel und Smyrna gegen die Gewährleistung zu 
erlangen, welche bei Benützung des Landweges die Districte und Gemeinden zu tragen hatten. 
Damit war auch die Uebernahme der Geldsendungen der Kaufmannschaft entschieden und eine 
neue Quelle nicht unbedeutender Erträge erschlossen. 
ln Folge dessen war auch das Ergebniss des Jahres 1835 im Grossen und Ganzen ein 
befriedigendes. Die Zahl der Reisenden betrug 17.727; die in Verwendung gestandenen Schifte 
lieferten ein Bruttoerträgniss von 86.370 fl. beziehungsweise ein Reinerträgniss von 44.074 fl. 
Dies ermunterte die Gesellschaft, neben der Vermehrung der Zahl der Donaudampfer auch 
den Bau zweier neuer Seeschiffe (»Fürst Clemens Metternich« und »Stambul«) mit aller Energie 
zu betreiben, von denen ersteres bestimmt war, die Linie Constantinopel-Trapezunt zu nehmen 
und dort der englischen Concurrenz zu begegnen, während der »Stambul« mit Maschinen von 
160 Pferdekräften und grösserem Waarenladungsraum die »Maria Dorothea« abzulösen hatte. 
Der Bau neuer Schiffe, die Einrichtung der Eigenregie, wie die Inbetriebsetzung der 
Schiffswerfte erheischten aber neue und grosse Summen, weshalb beschlossen wurde, das durch 
die Emissionen der vorangegangenen Jahre auf 1,000.000 fl. C. M. gebrachte Grundcapital um 
eine Million Gulden zu erhöhen. Dabei zeigte sich, wie sehr sich das Vertrauen der Actionäre 
in die Solidität und Prosperität der Unternehmung gekräftigt hatte. Während in der ersten Zeit 
ihres Bestandes Jahre vergingen, bevor die Action der einzelnen Emissionen vollständig abgesetzt 
wurden, genügte 1836 eine halbstündige Vorbesprechung vor der Generalversammlung, um die 
Subscription auf die in Antrag gebrachte Summe auch schon schliessen zu können. 
Heben wir noch hervor, dass im Jahre 1836 auch die schon früher angeregte Selbst 
versicherung der Schifte durch Begründung eines eigenen Assecuranzfondes nach dem Vorgänge 
der Rheder in England, Holland und den Vereinigten Staaten zur Durchführung gelangte, und 
für die Abnützung der Schilfe, Maschinen und Materialien ein zweiter Reservefond angelegt wurde, 
der den statutarischen als einen Schatz erscheinen liess, aus dem hei eventuellen Unglücksfallen 
geschöpft werden könne, ohne den Ersatz dafür auf eine für die Actionäre fühlbare Weise holen 
zu müssen, so liegt auf der Hand, dass das Unternehmen der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft 
nicht allein an Umfang und territorialer Ausdehnung, sondern auch an innerer Gonsolidirung 
gewonnen hatte. Ernste Sorge bereitete nur der Mangel an brauchbarer Kohle; denn mit der 
Vermehrung der Zahl der Schiffe stieg auch der Bedarf an Brennstoff für dieselben. 
So reich aber auch heute die Ausbeute der Kohlengruben in Oesterreich ist, damals 
waren noch wenige derselben aufgeschlossen. Die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft hatte 
bis dahin ihren Kohlenbedarf für die Seeschiffe aus, England, für die Flussschiffe aus den 
Gruben von Brennberg, Moliács und Oravitza gedeckt. Daneben wurden auch •Steinkohlen
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l&gt;ei Eibenthal im walaehisch-illyrisehen Regimentsbezirke gewonnen, die allerdings billiger 
zu stellen kamen, aber auch an Güte den Oravitzaer weit nachstanden. Man konnte wol 
hoffen, dass die steigenden Bedürfnisse der Schiffahrt und der Industrie neue Kohlen 
lager auflinden und erschlossen lassen werden; allein die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft 
musste aussergewöhnliche Anstrengungen machen, um sich unabhängig von den Verhältnissen 
zu stellen. — In letzter Linie gab indess auch diese Verlegenheit nur Zeugniss von dem raschen 
Aufschwünge, welchen das gesellschaftliche Unternehmen genommen. 
Es konnte nicht ausbleiben, dass hiedurch der Unternehmungsgeist im In- wie im 
Auslande angeregt und zur Begründung ähnlicher Schöpfungen aufgemuntert wurde, und dass 
schliesslich auch die Staatsverwaltung dem Unternehmen eine erhöhte Aufmerksamkeit zu wandte. 
Während der Handelsstand von Triest das Bedürfniss fühlte, von diesem Hafen aus 
direct nach der Levante gehende Seedampfer zu besitzen, und den Oesterreichichen Lloyd in's 
Leben rief, schritt man in Württemberg und Baiern zur Bildung einer eigenen Donau-Dampf- 
schiffahrts-Gesellschaft, war aber sofort bemüht, mit der österreichischen Gesellschaft Fühlung 
zu gewinnen, ein Streben, dem diese mit Bereitwilligkeit entgegenkam. 
So entstand unter dem 25. November 1836 eine Uebereinkunft, kraft welcher die 
k. k. privilegirte Erste Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft das ihr laut A h. Privilegium 
vom 1. September 1830 zustehende Recht, die österreichische Donau ausschliessend mit Dampf 
schiffen zu befahren, für die Strecke von der baierischen Grenze bis Linz der k. baierisch- 
württembergisch - privilegirten Donau - Dampfschiffahrts - Gesellschaft unter der Bedingung 
überliess, dass für den Fall, als eine der beiden Gesellschaften in der Lage sein sollte, den 
Cours nach Linz zu nehmen, bevor die andere im Stande wäre, die ihr zustehende oder die ihr 
kraft der erwähnten Uebereinkunft überlassene Stromstrecke zu befahren, der die Station Linz mit 
einem Dampfschiffe erreichenden Gesellschaft das Recht zustehen sollte, das ganze Stromgebiet 
zwischen Wien und Ulm so lange zu befahren, bis die andere Gesellschaft erklärte, dass sie 
die ihr zustehende oder kraft der Uebereinkunft überlassene Strom strecke selbst in Benützung 
nehmen wolle und könne. Und diese Uebereinkunft sollte nur der Vorläufer einer innigeren, die 
beiderseitigen Interessen umfassenden und auf dem Grundsätze der Reciprocität beruhenden 
festeren Vereinigung der beiden Gesellschaften bilden. 
Hiedurch ward eine neue Quelle internationaler Fragen erschlossen, bei deren Lösung die 
Wege der Diplomatie nicht umgangen werden konnten ; und das war es, was die Staatsverwaltung 
veranlasste, eine Centralcommission für Donau-Dampfschiffahrts-Angelegenheiten unter dem 
Vorsitze des Staatskanzlers Fürsten Metternich einzusetzen, die jedoch, weit entfernt eine 
Regierungscontrole über die Gebahruug der Gesellschaft im heutigen Sinne des Wortes zu üben, 
nur dazu bestimmt war, die bis dahin unter verschiedene Hofstellen vertheilten Agenden zu 
concentriren, um die einzelnen auftauchenden Fragen, Erleichterungen der Quarantainemassregeln, 
der Zollbehandlung der Waaren u. dgl. einer raschen Lösung zuzuführen und dadurch die Schiff 
fahrt zu fördern. 
Angesichts dieser Sachlage war die Hoffnung wol nicht unberechtigt, dass die Betriebs 
ergebnisse des Jahres 1837 und der folgenden den gemachten Anstrengungen entsprechen 
werden. Und in der That, sowohl der Personen- als der Frachtenverkehr nahm in rascher 
Progression zu. so dass die gesellschaftlichen Schiffe denselben kaum zu bewältigen vermochten, 
und neue Investitionen noth wendig wurden.
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        » » 
L J, 
Die Recognosciruug der Tlieiss wie der Save eröffnete weitere Perspectiven; die 
Scheidung der Waaren- von der Personenbeförderung war ein tiefgreifender Fortschritt. 
Nicht minder befriedigend gestalteten sich die Verhältnisse der Seeschiffahrt. Nach dem 
Einruckendes »Stambul« in die Linie Constautinopel-Smyrna konnte » Maria Dorothea« die neue 
Linie Constantinopel-Salonichi eröffnen, auf welcher sie später der (von den Engländern erworbene) 
»Levant« unterstützte. Vor dem schnellfahrenden »Metternich« aber musste der »Crescent« 
nach heissem Wettkampfe die Segel streichen, und wurde derselbe gleichfalls der Gesellschaft 
zum Kaufe angeboten, ein Erfolg, der insbesondere wegen der zahlreichen Verbindungen, 
welche der »Crescent« mit Persien hatte, schwer in’s Gewicht fiel. 
Um letztere auch der Douau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft zu sichern und dieselben 
noch mehr zu entwickeln, wurde Capitän Au trän, der mit der Inspection der untern Donau 
1 und der Seelinien betraut war, nach Erzerum und Täbris entsendet. Seine von dort eingelaufenen 
Berichte erschienen der Administration von solcher Wichtigkeit, dass sie von denselben an den 
industriellen Verein von Böhmen Mittheilung machte, um dessen Aufmerksamkeit auf ein 
ausgedehntes Absatzgebiet zu lenken. 
Im Winter 1839 begab sich Capitän Autran nach Syrien, um die Eröffnung der Linie 
Smyrna-Alexandrien vorzubereiten, welche der im Frühjahre 1839 vom Stapel laufende »Seri- 
Pervas « befahren sollte. Capitän Autran, angezogen von dem damals vielfach ventilirten 
Projecte des Wiederauflebens der Euphrat-Schiffahrt, nahm seinen Weg über Bender-Buschir, 
Karak, Bassrah, Bagdad und Aleppo, und besuchte in Syrien Haleb, Antioch, Skeenderum, 
Damascus und Beirut, um überall Handelsbeziehungen anzuknüpfen und auf das Erscheinen 
des »Seri-Pervas« hinzuweisen. 
In ähnlicher Sendung brachte Capitän Premuda den Sommer 1839 abwechselnd in 
Serbien und den Donaufürstenthümern zu, um die Abstellung einiger von dort ausgegangenen, 
der Schiffahrt nachtheiligen Verfügungen zu erwirken, während Generalsecretär Rey die 
ganze Donau wie die wichtigsten Seelinien bereiste, um nothwendig gewordene Einrichtungen 
zur Förderung der Donau-Dampfschiffahrts-Unternehmung zu treffen. 
In Folge dessen wurden allerwärts Häuser, Magazine und Werkstätten errichtet, ins 
besondere Altofen mit neuen Anlagen versehen. — 
Endlich wurde Capitän Rau nach dem Rhein, Belgien, Frankreich und England ent 
sendet, um zu erheben, welche Bauart der Schiffe behufs Befahrung von Flüssen mit geringerer 
Tiefe daselbst in Anwendung komme; denn auch auf der Donau harrten der Gesellschaft 
grosse Aufgaben. 
Die Befahrung der Katarakte am Eisernen Thor, als letztes Glied einer ununterbrochenen 
Donauschiffahrt, trat nunmehr mit gebieterischer Nothwendigkeit an dieselbe heran. Von den 
Projecten des Grafen Széchenyi zur Bekämpfung dieser Hindernisse war einzig und allein 
die Széchenyi-Strasse, ein allerdings eines Trajan würdiges Werk, zur Ausführung gelangt; die 
Pläne des Ingenieurs Vásárhelyi und seiner Mitarbeiter zur Regulirung des Donaustromes an 
den Katarakten zwischen Moldova und Neu-Czernetz ruhten damals, wie heute, in den Archiven 
der Hofstellen ; von der Regulirung oder Sprengung des Eisernen Th ores war keine Rede mehr ! 
Zur Bekämpfung der Sandbänke zwischen Pressburg und Gönyö bildete das Baggerschiff 
» Vidra « des Erzherzog-Palatins das einzige Hilfsmittel, und selbst die Felsensprengungen am 
Strudeu waren nur insoweit durchgeführt worden, als nötliig war, um den grössten Unglücks-
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fällen vorzubeugen. Es war klar, dass die Fortschritte der Schiffstechnik würden naclilielfen 
müssen, solle auch nur Wien jederzeit erreicht und eine directe Fahrt in seiner Nähe ohne 
Umladung möglich werden. Hatte man ja doch daran denken müssen, die Versandung der 
Sulina-Mündung durch Einrichtung einer Landroute von Czernavoda nach Kustendje zu um 
gehen. Allerdings kam dieselbe nie gehörig in Schwung, da Fürst Metternich der Gesellschaft 
schon in der Generalversammlung vom 28. September 1840 die Mittheilung zugehen Hess, 
dass am 25. Juli in St. Petersburg eine Convention geschlossen worden sei, kraft welcher von 
Russland die feierliche Verpflichtung übernommen wurde, nicht allein den Leuchtthurm an der 
Sulina-Mündung ehebaldigst herzustellen, sondern auch die vor jener Mündung liegende Sand 
bank sobald als möglich hinwegzuräumen und dafür Sorge zu tragen, dass sich dieselbe nicht 
wieder bilde und der Schiffahrt Hindernisse in den Weg lege. Und wirklich konnte mit Rücksicht 
darauf die Landroute Czernavoda-Kustendje 1843 wieder aufgelassen werden, da ihre Benützung 
mit grossen Schwierigkeiten und Opfern verbunden war; Hindernisse, welche die erhoffte Weg 
kürzung von Wien nach Constantinopel nahezu aufhoben. — Während sich so die gesellschaft 
liche Unternehmung im Osten wie im Westen festigte und die Verwaltung eitrigst bemüht 
war, den Orientverkehr in grossem Style zu organisiren, drohte ihr jedoch im Centrum der ! 
gesellschaftlichen Thätigkeit, in Ungarn, eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Concurrenz- 
bestrehungen begannen sich zu regen und zwar von einer Seite, der man Fähigkeit und 
Erfahrung nicht absprechen konnte. Da galt es rasch und energisch zu handeln, um mit der 
Concurrenz auch deren Ursachen zu beseitigen. 
Die Administration säumte nicht, das Erforderliche zu thun. 
Am 28. September 1840 trat sie vor die Generalversammlung und entrollte ein Bild ihrer 
Leistungen seit 1834, wie des augenblicklichen Standes der Unternehmung und appellirte, gestützt 
darauf, an die Einsicht derselben. »Im Jahre 1834« — hiess es in dem Vortrage — »habem 
wir das Geschäft aus der Verpachtung in die eigene Regie übernommen und in 6 Jahren auf einen 
Punkt gebracht, wo Sie uns das Zeugniss nicht versagen werden, dass wir dem Auslande nur \ 
wenig nachstehen. Wir haben in diesem Augenblicke 10 Donauschiffe und 7 Seeboote in Thätig- "&gt; 
kcit. Im Jahre 1841 vermehren wir unsere Boote auf der Donau um 5, eventuell 6 Schiffe und 
kommen dadurch in die ersehnte Lage, dass täglich ein Schiff von Wien abgehen kann, was als \ 
ein unumgängliches Bedürfnis angesehen wird. Nebst der Aufstellung dieser nicht unbedeutenden 
Anzahl Schiffe bleibt noch ein baares Betriebscapital von 300.000 fl., und waren wir willens, 
auf Vermehrung der Schiffe fortwährend anzutragen, so wie das Bedürfnis des Landes und 
des Verkehres es mit sich bringt.« 
»Indessen hat unser Gegner (Andrews), der mit unserer Stellung sehr genau vertraut ist, den 
Plan entworfen, eine Actieugesellschaft zubilden, derselben sein ungarisches Privilegium abzutreten 
und ihr G Schiffe zu liefern oder zu verkaufen, um damit die Donau in Ungarn auszubeuten.« 
»Erwägen Sie nun unsere Lage.« 
Die Administration gedachte der hohen Ziele, welche sich die Donau-Dampfschiftährts- 
Gesellschaft gesteckt, und wies auf die Opfer hin, welche sie, auf momentanen Nutzen verzichtend, 
der aus der Strecke von Wien nach Pest und Semlin, als der bevölkertsten, entsprungen wäre, 
gebracht, um den Wünschen der Staatsverwaltung zu begegnen und die Continuität der Donau 
linie zu wahren. »Wir entsendeten« — hiess es weiter — »unsere Schiffe in un wirthbare Gegenden I 
und nahmen Besitz von der unteren Donau, um sowohl dem Handel diese neue Strasse zuzu-
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führen, als auch insbesondere Oesterreichs und Ungarns Erzeugnissen den Weg zu neuen 
Absatzquellen zu bahnen, und wir sind der Ueberzeugung, dass sich die Fruchte bald zeigen 
werden, wenn wir ungestört bleiben.« 
Endlich bemerkte der Bericht: »Ziehen Sie gefälligst in Betracht, dass wir von Linz bis 
Trapezunt fahren; dass wir überall Etablissements a niegen mussten, weil wir auf vielen Plätzen 
nicht einmal Menschen antrafen und auf solche Schwierigkeiten stiessen, dass wir, wie wir es 
Ihnen offen gestehen, oft selbst zweifelten, ob wir sie überwinden würden. Sie sind nun endlich 
überwunden, auf einem Strome, der so wichtig und doch so vernachlässigt ist: unser Geschäft 
ist auf einen Grad gediehen, dass wir einer neu entstehenden Concurrenz ziemlich muthig ent 
gegengehen, sie, wo nicht ganz beseitigen, doch wenigstens unschädlich machen könnten, damit 
uns nicht im Augenblicke, wo wir uns fast am Ziele glaubten, die Früchte unserer Anstrengun 
gen durch einen Dritten entrissen werden. « 
Auf diese Gründe gestützt, forderte die Administration die Generalversammlung auf, 
ein für alle Mal zu erklären, dass in Zukunft so viele Schiffe gebaut werden sollen, als es 
das Bedürfhiss erheischen werde; und die Generalversammlung erhob diesen Antrag einstimmig 
zum Beschlüsse. 
Damit war der einzig richtige Schritt geschehen, um den Wünschen des Staates, 
wie dem Bedürfnisse des Publikums jederzeit entsprechen und zugleich denjenigen, welche die 
Unzulänglichkeit der Betriebsmittel tadelnd hervorhoben, begegnen zu können. An der Mög 
lichkeit der Beschaffung der hiezu erforderlichen Geldmittel konnte nicht gezweifelt werden; 
denn eine Gesellschaft, die im Laufe von zehn Jahren aus sich selbst heraus ihr Anlagecapital 
successive von 100.000 fl. auf 3,000.000 fl. C. M. gebracht, besass nicht allein die 
Kraft, weit höheren Anforderungen zu genügen, sondern durfte auch auf das willigste Ent 
gegenkommen des Geldmarktes zählen. Hierin die Wahl zu treffen und Plan und System in die 
Geldbeschaffung zu bringen, um auch die Gunst der Zeitverhältnisse ausnützen zu können, war 
Aufgabe der Administration, die sich derselben im Vereine mit dem von der Generalversamm 
lung eingesetzten Ausschüsse in den folgenden Jahren unterzog. 
Die Wirkung blieb auch nicht aus; es schwanden die Besorgnisse in den Kreisen der 
Actionäre, und Selbstvertrauen fasste Wurzel ; zumal wies das Jahr 1840 trotz nachtheiliger 
Zeitverhältnisse und einer schweren Beschädigung, welche der neu ausgerüstete »Seri-Pervas &lt; 
durch Schiffbruch im Sturme erlitten, günstigere Betriebsergebnisse aus, als sie das Jahr 1830 
geliefert hatte. Auch die Coucurrenzlust erlahmte, und verfielen deren Bestrebungen einem 
baldigen Siechthume. 
Um so entschiedener konnte sich nun die Verwaltung der bereits im Zuge befindlichen 
Deform der gesellschaftlichen Statuten zuwenden, die allerdings dringend der Revision bedurften, 
da sie, noch aus der Zeit der Kindheit des Actienwesens in Oesterreich stammend und jeglicher 
Erfahrung im Betriebe der Dampfschiffahrt ermangelnd, den geänderten Zeitverhältnissen nicht 
mehr entsprachen. Wesentliche Abänderungen waren beantragt, die selbstverständlich der Geneh 
migung der Regierung bedurften 
Aber auch die Regierung hatte inzwischen Anlass gefunden, sich mit den Angelegen 
heiten der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft zu befassen. Mit dem allmäligen Hervortreten 
grosser Actieugesellschäften hatte sich in ihrem Schosse jener Umschwung der Ansichten über 
das Verbaltuiss der Privatvereine zur Staatsverwaltung vollzögen, welcher in dem auf Grund
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        einer A. h. Entschliessung vom 19. October 1843 erlassenen Hofkanzlei-Decrete vom 5. November 
desselben Jahres seine gesetzliche Fixirnng fand, und dessen charakteristisches Merkmal die 
Unterstellung dieser Privatvereine unter die Oberaufsicht des Staates bildete. Der Staats 
verwaltung lag nun daran, auch die Donau-Dampfschiffährts-Gesellschaft zur freiwilligen 
Unterwerfung unter die staatliche Oberaufsicht zu bestimmen. 
Eine willkommene Handhabe bot dazu die Ditto der Gesellschaft um Verleihung 
eines von jeder Construetionsart der Dampfschiffe unabhängigen und damit wirklich aus- 
schliessenden Dampfschiffahrt-Privilegiums für die ganze inländische Donaustrecke und auf 
die noch übrige Dauer ihres ursprünglichen Privilegiums. Hierüber erfloss unter dem 18. Juni 
1842 eine A. h. Entscliliessung, welche zwar die Verleihung des Alleinrechtes zur Befahrung 
der Donau mit Dampfschiffen ablehnte, doch aber die Geneigtheit zu der Zusicherung aus 
drückte , dass auf die Dauer des Privilegiums keine neue Concession zur Beschiffung der 
Donau mit Dampfschiffen gegen dem und insolange ertheilt werden solle, als die Gesellschaft 
sich verpflichte, ihrem Anerbieten gemäss die Tarifpreise herabzusetzen und nicht wieder zu 
erhöhen, dabei aber auch die Beschiffung der unteren Donau, wie bisher, regelmässig fort 
zubetreiben. Die k. k. allgemeine Hofkammer erklärte sich beauftragt, ein förmliches Ueber- 
einkommeu mit der Gesellschaft zu treffen, bei dessen Nichterfüllung sich Se. Majestät die 
Ertheilung neuer Concessionen für die Dampfschiffährt auf der Donau, sowohl in ihrer ganzen 
Ausdehnung, als auf einzelnen Strecken, Vorbehalte. 
ln der a. o. Generalversammlung vom 6. December 1842 wurde die kaiserliche Ent- 
schliessung mittelst Decretes der k. k. niederösterreichischen Landesregierung den Actionären 
zur Kenntniss gebracht, und diese ertheilten der Administration die Ermächtigung, im Ein 
verständnisse mit dem Ausschüsse das betreffende Uebereinkommen abzuschliessen. Die nächste 
Generalversammlung (10. April 1843) wurde bereits im Beisein eines landesfürstlichen Com- 
missärs abgehalten. 
Damit war die entscheidende Wendung für die weitere Entwicklung der gesellschaftlichen 
Unternehmung eingetreten. Schon in der Generalversammlung von 1843 griff der als landes 
fürstlicher Commissär fungirendc k. k. niederösterreichische Regierungsrath Graf Barth - 
Barthcnlieim leitend in die Verhandlungen ein und deutete, obwohl es, wie er selbst 
erklärte, nur seine Obliegenheit war, darüber zu wachen, dass den bestehenden Statuten gemäss 
vorgegangen werde, auch die Mittel an, die ) nach seiner Privatansicht« die Staatsverwaltung 
finden werde, um allzusehr zum Misstrauen geneigte Gemüther unter den Gesellschaftsmitglie 
dern zu beruhigen. Als solche Mittel bezeichnete er die zeitgemässe Umgestaltung der Satuten, 
eine praktische Geschäftsordnung als Corrolar derselben, die Vervollkommnung der ganzen 
inneren Organisation und die strenge Ueberwachung derselben von Seite der Staatsverwaltung. 
Indess am prägnantesten trat der Umschwung, welchen die Dinge genommen, in dem 
Umstande zu Tage, dass derRegierungscommissär dem Anträge der Administration gegenüber, eine 
Commission aus der Mitte der Actionäre zu entsenden, um im Vereine mit der Administration 
die Frage des weiteren Bestandes der Seeschiffahrt zu entscheiden und die Unterstützung 
der Staatsverwaltung zu erbitten, den Vorschlag machen konnte, es sei die Unterordnung 
des Unternehmens in seiner ganzen Ausdehnung als Fluss- und Seeschiflährts - Gesell 
schaft unter die allgemeine Hofkammer anzustreben, die ihr gewiss den kräftigsten Schutz 
angedeihen lassen werde. Der Unterschied der beiden Versionen liegt auf der Hand. — 
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        Für die Donau-Dampfschiffahrts-Unternehmuug war die auf den ersten Blick über 
raschende Frage der Auflassung der Seelinien, welche im Schosse der Regierung bereits 
beschlossene Sache schien, aus geschäftlichen Erwägungen erwachsen. 
Das Jahr 1842 hatte, trotz einer mächtig entwickelten Thätigkeit, trotz Verhütung von 
grossen Unglücksfällen und trotz erfreulich zunehmender Schiffserträgnisse auf der oberen Donau, 
ein ungünstiges Resultat geliefert. Das Reinerträgniss erreichte nur 109.000 fl. Der Grund 
davon lag theils in den Verlusten, welche die Befahrung der untersten Donau verursachte, noch 
mehr aber in den Ereignissen, welche die Unternehmung auf der See plötzlich und unerwartet 
trafen und ihr nahezu jegliche Hoffnung auf eine weitere gedeihliche Entwicklung nahmen. 
Die durch den Vertrag von Hunkiar-Iskelessi begründete russisch-türkische Intimität, 
die von vornherein ihre Spitze gegen Oesterreichs Einfluss im Orient gekehrt hatte, begann nun 
offen ihre Tendenzen zu enthüllen, und die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft, als Pionnier der 
österreichischen Macht auf dem Gebiete des Handels, hatte den ersten Stoss auszuhalten. Nachdem 
es Russland nicht gelungen, dieselbe durch die Versandung der Sulina-Mündung von dem Orient 
auszuschliessen, musste die Pforte vergehen; und sie that es nicht allein durch Aufmunterung und 
Unterstützung der Concurrenz, sondern weit wirksamer durch ein neuerliches, anfänglich geheim, 
später offen erlassenes Verbot an ihre Unterthanen, sich oder ihre Waaren auf österreichischen 
Booten zu verschiffen; ein Verbot, das mit der grössten Strenge in Ausführung gebracht, ja zum 
Theile selbst auf nichttürkische Unterthanen ausgedehnt wurde. Die Schritte, welche dagegen bei 
den Behörden unternommen wurden, blieben lange erfolglos. Und als das Verbot wieder zurück 
genommen wurde, gesellte sich zu den türkisch-russischen Bedrängern, als Dritte im Bunde, die 
englische Concurrenz ; aber nicht mehr Einzelunternehmer, sondern die englisch - orientalische 
Compagnie trat in die Schranken. 
Mehr noch indessen, als der Verlust in Folge der türkischen Massnahmen — er betrug 1842 
rund 103.000 fl. — und die englische Concurrenz, entmuthigte die Gesellschaft die veränderte 
Haltung Oesterreichs. Es konnte ihr nicht entgehen, dass die österreichische Staatsverwaltung nur 
mit halbem Herzen für die gesellschaftlichen Orientinteressen eintrat, seitdem sie auch den 
österreichischen Lloyd zu schützen hatte, der, unter ihrem Protectorate in’s Leben gerufen, die 
Pflege der österreichisch-levantinischen Beziehungen zu seiner Hauptaufgabe gemacht hatte. Es 
konnte nicht einmal befremden, dass sich die Staatsverwaltung für diejenige der beiden Unter 
nehmungen entschied, die lediglich den Seedienst besorgte, mit dem Centralsitze dem Schauplatze 
ihrer Thätigkeit näher lag, und deren Bestand eine unerlässliche Vorbedingung für die Entwicklung 
des ersten Hafenplatzes des Reiches bildete. 
Desshalb konnte sich die Administration der Donau-Dampfschillährts-Gesellschaft, welche 
in der Generalversammlung vom 13. Februar 1837 erklärt hatte, dass Concurrenz nur dort zu 
fürchten sei, wo die Parteien nicht im gleichen Vortheile seien, nicht länger der Ueber- 
zeugung verschliessen, dass ihr unter den obwaltenden Umständen die Fortsetzung ihrer Wirk 
samkeit zur See grössere Opfer auferlegen würde, als sie zu tragen im Stande sei ; sie sah 
es für ihre Pflicht an, die Actionäre zu einem ».kräftigen Entschlüsse«, d. h. zur Auflassung 
der Seeschiffahrt aufzufordern. 
Es bildet einen der leuchtendsten Züge in dem Charakterbilde des Grafen Széchenyi, 
dass er, der die erste Anregung zur Aufnahme der Seelinien gegeben, als die Debatte über 
diese grosse Frage begann, herbeieilte und die für die Auflassung sprechenden Gründe
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energisch betonte, um die aufgeregten Gemüther zu dem praktisch richtigsten, den Interessen 
der Gesellschaft am meisten entsprechenden Entschlüsse zu bestimmen. 
Die Entscheidung zu treffen, war die Generalversammlung der Actionäre allein berufen. 
Wenn die Administration dennoch rietli, einen Entschluss nicht ohne Mitwirkung der Regierung 
zu fassen, so geschah es wohl nur, weil sie noch nicht alle Hoffnung aufgegeben, die Staatsver 
waltung werde ihren vollen Einfluss geltend machen, um ihr die schwere Amputation zu ersparen. 
Diese Hoffnung war vergebens; die Regierung bot ihre Unterstützung nur zur Liqui- 
diruug des Levantiner Geschäftes. Unter ihrer Vermittlung ging der gesammte Besitzstand der 
Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft in der Levante an den Oesterreichischen Lloyd über. 
Auf Grund einer unter dem Vorsitze des k. k. Corvettencapitäns v. Kudriaffsky 
vorgenommenen commissioneilen Schätzung der Objecte brachte die Administration im 
Vereine mit der hiezu ernannten Specialcommission und unter Intervention des k. k. 
wirklichen Hofrathes Michael Rueskefer als Hofeommissär 1844 die Verhandlungen über den 
Kaufcontract und alle damit zusammenhängenden Bedingungen zum Abschlüsse, welchen 
dann auch von Seite des Hofkammer - Präsidiums mit Erlass vom 17. Jänner 1845 
die Genehmigung ertheilt wurde. 
Die Hauptpunkte dieses Vertrages waren: 
Abtretung der G Dampfboote sammt Realitäten, Werkstatt, Inventargegenständen und 
sämmtlichen Vorräthen (mit Ausnahme der Kohlendepôts) für die Pauschalsumme von 
5GO.OOO fl., zahlbar in drei Raten. 
Verzichtleistung auf die Seeschiffahrts-Linien Constantinopel—Trapezunt, Constantinopel 
— Salonichi und Constantinopel — Smyrna; ferner für gegenwärtig auf die Linie zwischen Galaz 
und Constantinopel unter dem Vorbehalte, dieselbe gegen sechsmonatliche Voranzeige wieder 
aufnehmen zu können, wobei dem Lloyd freistand, diese Linie gleichfalls zu befahren. 
Endlich verpflichteten sich die beiden Gesellschaften, zur Aufrechthaltung der Fahrlinie 
zwischen Constantinopel und Wien im Laufe des Schiffahrtsjahres regelmässige wöchentliche 
Fahrten mit gegenseitigem Anschlüsse in Galaz zu unterhalten. Die Abfahrtstage und Fahrpreise 
für Personen und Güter sollten in einem Separatübereinkommen festgesetzt werden, und hatte 
im Falle, als man bei Erneuerung desselben bezüglich der Tarife, Fahrzeiten oder sonstiger 
Bedingnisse nicht einig werden sollte, das k. k. Hofkammer-Präsidium zu entscheiden. 
Ziffermässig ausgedrückt, bedeutete diese Transaction einen Verlust von 338.000 fl. oder, 
nach Abschlag des auf die Seeschiffe entfallenden Antheils des Erneuerungscontos, von 189.000 fl., 
der sich jedoch dadurch empfindlicher zu gestalten schien, dass der Seeschiffahrts - Betrieb im 
Jahre 1844 nicht nur keinen Ausfall, sondern einen Ueberschuss von 5134 fl. ergeben hatte. 
Ein indirecter Vortheil lag für die Gesellschaft blos darin, dass die Abtretung unter 
Bedingungen erfolgte, welche ihr die regelmässige Verbindung mit der Levante sicherten und 
sie in den Stand setzten, sich mit aller Macht der Entwicklung der Schiffahrt auf der Donau zu 
widmen, die ihr eigentliches Actionsgebiet bildete. 
Der Oesterreichische Lloyd wurde der Erbe und Nachfolger der Donau-Dampfschiffahrts- 
Gesellschaft in den levantinischen Gewässern, wie er aus .ihrem Aufschwünge die Anregung zu 
seinem Dasein geschöpft hatte. 
Man hat die Frage aufgeworfen, ob nicht eine Fusion der beiden Institute eine 
wünschenswerthere Lösung geboten hätte? Allein Fluss- und Seeschiffahrt folgen ver- 
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schiedenen Gesetzen, wie ja auch die Flüsse und das Meer verschiedene Functionen im 
Naturleben erfüllen. Neidlos darf die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft die Schifte der 
Schwesterunternehmung gehen und kommen sehen, um den Waarenaustausch zwischen den 
Welttheilen zu vermitteln; ihr bleibt unverkümmert die Mission der Verkehrsentwicklung im 
ganzen Donaugebiete! — 
Erst nachdem die Lösung dieser Lebensfrage feststand, konnte die Gesellschaft zur 
Wiederaufnahme der unterbrochenen Reorganisation der Verwaltung schreiten. 
Die Vorschrift über das Verhältnis der Privatvereine zu der Staatsverwaltung vom 
19. October, rücksichtlich 5. November, 1843 war inzwischen in Wirksamkeit getreten, und lag 
nunmehr kein Grund vor, die formelle Umgestaltung der Statuten im Sinne dieser Vorschrift 
hinauszuschieben, ln der That wurde, da die Regierung die ihr von der Generalversammlung 
vom 10. April 1843 angetragene Initiative hiezu mit dem Bedeuten ablehnte, dass die Vor 
schläge zur Reform der Statuten wie zur Aufstellung einer Geschäftsordnung von der Gesellschaft 
ausgehen müssten, in der Generalversammlung vom 20. März 1844 eine Specialcommission, 
bestehend aus 12 Mitgliedern, mit der Aufgabe betraut, neue Statuten zu entwerfen, sowie 
eine Geschäftsordnung festzustellen. Das betreffende Elaborat, in eine Vorerinnerung, die 
Statuten und das Geschäftsreglement gegliedert, gelangte in der Sitzung vom 9. April 1845 
zur Debatte, und wurden die Statuten sammt dem Geschäftsreglement mit einigen Modificationeu 
angenommen, worauf sie, ergänzt durch Normen über die Ausübung des Oberaufsichtsrechtes 
der Staatsverwaltung, unter dem 30. November 1845 die kaiserliche Genehmigung erhielten. 
In systematischer Anordnung trugen dieselben den Veränderungen Rechnung, welche 
im Laufe der Zeit in den Verhältnissen der Gesellschaft, in ihrer Stellung zur Staatsgewalt, wie 
in Folge des mit dem Oesterreichischen Lloyd geschlossenen Vertrages eingetreten waren; sie 
beschränkten die Rechtssphäre der Generalversammlung auf die eigentlichen Lebensfragen der 
Gesellschaft, schufen aber in einem von der Generalversammlung zu wählenden Ausschüsse 
ein Ersatzorgan, das aber nicht selbständig, sondern nur in Gemeinschaft mit der 
Administration zu fungiren hatte, und schieden endlich aus dem Wirkungskreise der letzteren 
den materiellen Betrieb der Unternehmung aus, zu dessen Besorgung unter der Oberleitung und 
steten Controle der Administration eine eigene Betriebsdirection bestellt wurde, ln die 
Administration wie in den Ausschuss sollten nur Oesterreich er wählbar sein, und Voll 
machten zur Vertretung von Actionären in der Generalversammlung in Zukunft nur an 
Actionäre ertheilt werden können. 
ln Betreff des Geschäftsreglements hatte man sich auf die Fixirung einiger allgemeiner 
Grundsätze über den Wirkungskreis und den Geschäftsgang der Administration wie der 
Betriebsdirection und ihr gegenseitiges Verhältnis zu einander beschränkt, um der Zukunft 
nicht vorzugreifen und der noch in der Entwicklung begriffenen Unternehmung nicht beengende 
Fesseln anzulegen. 
Damit war ein neues Fundamentalgesetz der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft 
geschaffen, das, so eng es sich auch an die durch die kaiserliche Entschliessung vom 
19. October 1843 festgestellten Bestimmungen für Actiengesellschaften anschloss, doch die 
Grundpfeiler wahrte, auf denen die Prosperität des Institutes beruhte. 
Die wichtigste Neuerung bildete die Einsetzung einer eigenen Direction. Sie inaugurate 
eine neue Aera in der Verwaltung wie in der Gesammteutwieklung der Gesellschaft, und zwar um
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so mehr, als ihre Errichtung mit der Erneuerung des gesellschaftlichen Privilegiums zusam 
menfiel, das nunmehr in der That ein ausschliessliches Vorrecht zur Befahrung der Donau 
in ihrer Ausdehnung von Passau bis Orsova mit Dampfschiffen auf die Dauer von 35 Jahren 
statuirte. — 
Inzwischen war es gelungen, die Stromschnellen zwischen Drenkova und Orsova mittelst 
des Dampfers »Ludwig« zu befahren. Die Ueberwindung dieser natürlichen Hindernisse ermög 
lichte es, zur Etablirung director Fahrten zwischen Wien, Orsova und Galaz (Constautinopel) 
zu schreiten, während das Erträgniss der Waarenschiffe und Remorqueurs die Gesellschaft 
bestimmte, bei der Vermehrung der Betriebsmittel vorwiegend auf den Bau eiserner Remorqueurs 
und Schleppschiffe Bedacht zu nehmen. 
Die Wirkungen dieser Massnahmen traten noch im Jahre 1845 hervor. Die Zahl der 
Reisenden hob sich gegen 1844 um 90.299 Personen, der Waarenverkehr um G04.251 Centner; 
auf der Linie Pest-Semlin-Orsova betrug die Vermehrung im Personenverkehre 90%, im 
Waaren verkehre 100%. 
»Allenthalben, auf Flüssen und auf Meeren,« —bemerkt der Bericht der Administration 
vom 20. März 184G — »ist es in unserer Zeit die Dampfschiffahrt, welche den wichtigsten und 
kostbarsten Th eil des Welthandels an sich zieht, weil sie allein dem Streben unseres im Fluge 
vorwärts eilenden Zeitalters, Beschleunigung der Verbindung, Gewinn an Zeit und hiedurch 
mögliche Verdopplung der Geschäfte zu erzielen, entspricht. Je mehr sich dem Verkehre Hilfs 
mittel darbieten, desto rascher entwickelt sich derselbe, desto weitgreifender werden seine 
Anforderungen; so ergibt sich auch hei Ihrer Gesellschaft, dass gegenwärtig, wo Sie dem 
Verkehre die Maschinenkraft von 3000 Pferden mit mehr als 30 Dampfschiffen zur Verfügung 
stellen, Sie ihm weniger zu genügen vermögen, als damals, wo Ihre Betriebsmittel auf 
500 Pferdekräfte beschränkt waren. Als die ersten Schiffe im südlichen Ungarn erschienen, 
stockte der Verkehr in jenem von Communicationsmitteln entblössten Landestheile, und 
Strecken des fruchtbarsten Bodens blieben aus Mangel an Absatz der Erzeugnisse unbebaut. 
Die Dampfschiffahrt beseitigte diesen Mangel; die Cultur griff um sich, das anregende Beispiel 
der dem Strome näher gelegenen Güter wirkte auf die entfernteren und rief einen Wetteifer 
hervor, dessen gedeihliche Folgen in den Massen von Erzeugnissen hervortreten, die nunmehr 
zur Verschiffung mit Dampfbooten augeboten werden.« 
Die Administration empfahl sonach nicht allein die Aufrechthaltung der unteren Donau 
linie, die noch immer hinter selbst bescheidenen Erwartungen zurückblieb, sondern beantragte auch 
die Vermehrung des Gmndcapitales um 2 Millionen Gulden, um die Betriebsmittel nach allen 
Richtungen zu vermehren. 
Endlich war sie auch darauf bedacht, das Loos der durch Alter und Gebrechlichkeit unfähig 
gewordenen Bediensteten und deren Hinterbliebenen durch Gründung eines Pensionsfondes 
sicher zu stellen. 
Die Zahl der Bediensteten, die hieran theilnahmen, betrug damals 708, darunter 
44 Beamte und Diener des Centralbureaus, GO Angestellte und Diener bei den Agentien, 
29 Beamte bei den Werften, 41 Schiffscapitäne, 32 Conducteure, 38 Maschinisten, 
G5 Steuerleute, 227 Matrosen und 172 Feuerleute.
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        Während dieser, die Jahre 
X 
umfassenden, Periode.fungirten als 
landesfürstliche Commissäre 
Herr Johann (li ai von Barth-Barlhenheim, k k 
„ Michael Kneskefer, Kitter von Wellenthal, k k Hofrath 
(1844—1848). 
Administratoren waren, u. zw. 
als Präsidenten: 
Herr Johann Bapt. Freiherr von Pul hon (1829- 
„ Johann Freiherr von Si na (1840- 
als Mitglieder: 
Herr Johann Heinrich Freiherr von Kevin idler (1829- 
Adolf Freiherr von Friesenhof (1829-1837 u. 1842 
Johann Freiherr von Si na (1829- 
Johann Freiherr von Puthon (1829- 
Johanu Kapt. Kenvenutti (1829- 
Thaddäus v. Berger 
Adolf Freiherr von Pereira Arnstein (1837- 
(arl Klein (1841- 
Adani Freiherr von Burg, k. k. Hofrath (1845- 
l’arl (’zornig, Freiherr von ( zernhausen (1845 
Rudolf Freiherr von Puthon (1840 
Josef Voigt (1844 
1840), 
-1866), 
1842), 
1844), 
1840), 
1840), 
-1841), 
(1833), 
-1845), 
-1844), 
), 
- 1863), 
-1866), 
-1857). 
General-Secretär : 
Herr .1. Key leitete den Betrieb 
(1838—1846).
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ZWEITE PERIODE 
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chon in der ersten Generalversammlung, welche — am 22. Sep 
tember 1846 — auf Grund der neuen Statuten stattfand, konnte 
die A. h. Entschliessung vom 16. August 1846 zur Publication 
gelangen, kraft welcher der Gesellschaft ein ausschliessendes 
Privilegium zum Betriebe der Dampfschiffahrt auf der Donau und 
deren Nebenflüssen auf die Dauer von 35 Jahren d. i. bis Ende 
des Jahres 1880 gegen dem verliehen wurde, dass sie 
keine Erhöhung ihrer Tarifsätze ohne Zustimmung der Staats 
verwaltung vornehme, 2. den Betrieb der bereits befahrenen Linie schwung 
haft fortsetze, und, falls die Eröffnung neuer Linien entweder auf dem 
Hauptstrome oder auf den Nebenflüssen wie auf Seitenverbindungen den 
Interessen des Handels und der Schiffahrt entsprechend gefunden werden 
sollte, selben in einem diesen Interessen zusagenden Umfange aufnehme; 
endlich 3. dass sie sich verbindlich mache, die erforderlichen Post 
verbindungen in den Richtungen ihrer Schiffahrtslinien unentgeltlich zu 
übernehmen. 
So oneros auch diese Bedingungen im Allgemeinen und insbe 
sondere im Vergleiche mit denen gleich si tuirter Eisenbahnen erscheinen 
mussten, beeilte sich die Generalversammlung doch, eine Deputation an 
Se. Majestät den Kaiser zu entsenden, um den ehrerbietigsten Dank für die 
Gewährung des Privilegiums an den Stufen des Thrones niederzulegen. 
ImUebrigen beschränkte sich die Verwaltung darauf, das eigene Haus 
nach den Bestimmungen der neuen Statuten zu bestellen. 
Die Gesellschaftsfirma lautete nunmehr: »Erste k. k. privilegirtc Donau-Dampfschiff- 
falirts-Gesellschaft.« Nicht allein den Generalversammlungen der Actionäre, sondern auch den 
Sitzungen der Administration hatte von nun an ein Regierungscommissär, wenn auch nur mit
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berathender Stimme, so doch mit dem Be dite beizuwolmen, mich seiner Wolmeinung Sitzun 
gen einzubemfen und gefasste Beschlösse zu sistiren. 
Zur Leitung des Betriebes wurde der k. k. Corvettencapitän von Kudriaffsky berufen 
und ihm als technischer Consilient der Administrator k. k. Regierungsrath Adam Bitter von Burg 
beigegeben. 
Die neue Verwaltung richtete ihr hauptsächliches Augenmerk auf die innere Organi 
sation des Dienstes; das Centralbureau wurde vervollständigt, Buchhaltung und Liquidatin' den 
. neuen Verhältnissen angepasst. Die Orgauisirung des Streckendienstes ging Hand in Hand mit 
Einrichtungen zur Heranziehung und Schulung der Schilfsequipagen; überhaupt war der Betriebs- 
director bemüht, die bei der k. k. Marine erprobten Institutionen auch bei der Gesellschaft 
einzubürgern und den Schiffsdienst mehr und mehr nach militärischem Muster zu regeln. — 
Der Wunsch des Grafen Stephan Széchenyi, vor Inangriffnahme seines Theissreguli- 
rungs-Projectes diesen Fluss in seinem ganzen Laufe kennen zu lernen, bot der Gesellschafts- 
administration willkommene Gelegenheit, die Schiffahrtsverhältnisse auf demselben auch in 
seinem oberen Gebiete zu erforschen. Sie stellte dem Grafen im Juli 1846 die »Pannouia« zur 
Verfügung und drang mit derselben bis über Tokaj vor, allerorten trendigst begrüsst. Leider 
waren die Verhältnisse des Flusses nicht von der Art, um schon damals an die Aufnahme regel 
mässiger Fahrten bis in jene Gegenden denken zu können, und musste man sich selbst 1847 
nach einer nochmaligen Forcirung desselben bis zu dem äussersten Punkte seiner Schiffbarkeit 
(Ujlak) begnügen, den Schiffsverkehr bis Szolnok einzurichten. 
Die Schiffahrtslinie der Gesellschaft erhielt iudess einen neuen Anschluss im Osten, 
indem das russische Dampfboot »Peter der Grosse« am 22. September 1846 seine Fahrten 
zwischen Galaz und Odessa aufnahm und sich mit den Schiffen der Gesellschaft in Berührung 
setzte. Dadurch war eine zusammenhängende Dampfschiffverbindung zwischen Wien und 
Odessa, beziehungsweise Südrussland, wie durch die Lloydschiffe mit Constantinopel und den 
Orienthäfen des Schwarzen Meeres hergestellt. 
Dagegen drohte der Anschluss auf der oberen Donau verloren zu gehen. Mit dem Ablaufe 
des ersten Privilegiums der Gesellschaft war auch das im Jahre 1836 mit der k. baierisch- 
württembergischen Donau-Dampfschiftährts-Gesellschaft geschlossene Uebereinkommen er 
loschen; letztere selbst hatte sich aufgelöst, und waren deren Schiffe an die k. baierische 
Staatsverwaltung übergegangen. Erst nach längeren Verhandlungen gelang es, den bisher 
geübten Anschlussverkehr einstweilen aufrechtzuerhalten. — 
In diese Zeit fallen auch die festeren Ansiedlungen auf den Landungsplätzen in Wien 
und Pest. Während aber der erstere an den Kaisermühlen in Folge Weigerung des E i gen 
til ü mers, Steinbauten errichten zu lassen (!), Zeit seines Bestandes ein primitives Ansehen bei 
behielt, gestalteten sich in Pest die Verhältnisse erfreulicher. 
Wieder war es Graf Széchenyi, dem die Erwerbung geräumiger Plätze zu beiden 
Seiten der eben vollendeten Kettenbrücke zu danken blieb. Der Quaibau, zu dem man sich ver 
pflichten musste, wurde bald in Angriff genommen. — 
Den mannigfaltigen natürlichen Schiffahrtshindernissen gegenüber hatte sich inzwischen 
die Verwaltung ohne Umstände zur Selbsthilfe entschlossen. 
Sie übernahm die Felsensprengungen am Struden im Accordwege von der obderennsischeu 
Regierung, und gelang es im Winter 1846/47 wirklich, 20—24 Cubikklafter Felsen abzusprengeu
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—» 53 *— 
und aus dem Flussbett zu räumen, wodurch eine Wassertiefe von 3 Fuss 4 Zoll unter Null 
gewonnen wurde. 
Die Versandungen zwischen Pressburg und Gönyö gaben Veranlassung zur Anschaffung 
einer eigenen Dampfbaggermaschine. 
Indessen unterbrachen noch immer die Katarakte des Eisernen Tliores den Lauf der 
Schiffe. Die Hindernisse, welche die hochragenden Felsenbänke und die reissende Strömung 
insbesondere in der Bergfahrt bereiteten, wurden vielfach für unüberwindlich gehalten. 
Der geglückte Versuch, die Dampfschiffe über die Stromschnellen von Isias und 
Greben fahren zu lassen, spornte aber dazu an, auch das gefürchtete Eiserne Thor zu bewäl 
tigen. Der Inspector der unteren Donaulinie, Herr Constantin Lazar ich, setzte in umsichtiger 
und muth voller Ausführung der erhaltenen Weisungen den schwankenden Meinungen die rasche 
That entgegen, und siehe, sie gelang. Am 2. April 1846 drang der 7 Fuss tief gehende Rcmor- 
queur «Eros« bei mittlerem Wasserstande längs des walachischen Ufers inmitten der zahlreichen 
Klippen durch die Brandung der Wellen und Wirbel über das Eiserne Thor bis Orsova vor. 
In wenigen Tagen folgte das in den Fahrten über die Stromschnellen oberhalb Orsova trefflich 
bewährte Dampfboot «Ludwig«, welches am 12. April die Thal fahrt über das Eiserne Thor 
bis Szibb in 26 Minuten, die Bergfahrt aber in einer Stunde 15 Minuten zurücklegte. Damit 
fiel die letzte Schranke der Beschiffung; für den Handel von Centraleuropa resultirte daraus 
die ununterbrochene Donaufahrt. — 
Die Gesellschaftsverwaltung blieb jedoch dabei nicht stehen. Aufgemuntert durch die 
Erfolge am Struden war sie darauf bedacht, die in dem engen, der Schiffahrt zugänglichen 
Canale des Eisernen Tliores emporragenden Felsenspitzen zu beseitigen. Nachdem sie hiezu die 
Genehmigung der österreichischen wie der walachisch en Regierung erhalten, ging sie an’sWerk. 
Vom 24. Jänner bis 16. Februar 1848 wurden 433 Cubikschuh Felsen und mehrere Felsen- 
spitzen abgesprengt. Das thatsächliche Besultat dieser Sprengungen bestand darin, dass fortan 
Dampfboote bei einem Wasserstande von 8 Fuss über Null am Pegel von Orsova über das 
Eiserne Thor fahren konnten, während bis dahin die Fahrten eingestellt werden mussten, wenn 
das Wasser unter 10 Fuss über Null fiel. 
Die Staatsverwaltung beharrte jedoch auch diesen Anstrengungen der Gesellschaft 
gegenüber in ihrer Passivität. Wol Hess sich der Präsident der allgemeinen Hofkammer, 
Freiherr von Kübeck, 1847 eine Denkschrift über die der Dampfschiffahrt auf der Donau 
entgegenstehenden Hindernisse und die Nothwendigkeit der Regelung ihres Strombettes über 
reichen; zur That wurden aber die darin gemachten Vorschläge nicht. 
Die Schwierigkeiten, welche der eigentliche Schiffahrtsbetrieb zu überwinden hatte, 
bildeten jedoch nicht die einzige Sorge, welche auf der Gesellschaftsverwaltung lastete. Je mehr 
die Betriebsmittel anwuchsen, desto unzulänglicher ward der bisherige Winterhafen bei Altofen, 
desto drohender Wasser- und Feuersgefahr. Es musste einerseits zur Anlage von Eisbrechern 
und Aufstellung eines Pompierscorps in Altofen, andererseits zur Vermehrung der Winterstände 
geschritten werden. 
Eine Frage von höchster Wichtigkeit bildete die Deckung des Kohlenbedarfes, nachdem 
die Gesellschaft inzwischen durch die rasche Vermehrung ihrer Betriebsmittel zum grössten 
Kohlenconsumenten der Monarchie herangewachsen war. Von 750.000 Centnern im Jahre 1845 
war der Bedarf für 1846 schon auf eine Million Centner gestiegen, ohne dass sich die Hoffnung 
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erfüllt hätte, dass neue grosse Kohlenlager in nächster Nähe der Donau würden erschlossen 
werden. Das Kohlenbecken von Oravitza, das allerdings reiche Schätze vorzüglichster Kohle in 
sich barg, war zu entlegen, um den gesammtcn Kohlenbedarf für die Schifte der Donau-Dampf- 
schiffahrts-Gesellschaft decken zu können. Ueberdies fehlte es in dem ziemlich unwirthbaren 
und wenig bevölkerten Lande an Transportmitteln und Zugkraft. Es blieb nur die Hoffnung, durch 
Anlegung einer Kohlenhahn von Seite der Staatsverwaltung diesem Hebelstaude für eine ent 
ferntere Zukunft zu steuern. 
Zur Ausführung aller dieser Massnahmen waren beträchtliche Geldmittel erforderlich, 
und musste deshalb abermals zur Vermehrung des Aulageeapitals geschritten werden, um 
so mehr, als die jüngste Actienemission im Betrage von 2,000.000 fl., trotz ihrer raschen 
Durchführung, nicht ausreichte, um die Kosten der uothwendig gewordenen Vermehrung der 
Betriebsmittel zur Gänze zu decken, und überdies der Bau einer weiteren Anzahl von 
Fracht- und Kohlenschiffen nebst einem Baggers chiffe in Aussicht stand. 
Indem die Generalversammlung vom 31. März 1847, diesen Erwägungen Rechnung 
tragend, die Administration im Vereine mit dem Ausschüsse zur Aufnahme eines Anlehens im 
Betrage von 2,000.000 fl. ermächtigte, schuf sie neue Garantien der Sicherheit und fortschrei 
tenden Prosperität. Und in der That tritt dieser Fortschritt deutlich hervor, wenn man den Schiffs 
stand der Gesellschaft und die Betriebsresultate von 1845 und 1847 mit einander vergleicht. 
Bei dem Beginne der Schiffahrtsperiode von 1846 standen der Gesellschaftsverwaltung 
27 Dampfboote in der Gesammtkraft von 2512 Pferden mit 36 Schleppschiffen zu Gebote ; 
Ende 1847 belief sich die Zahl der dienstfähigen Dampfschiffe auf 41 mit 4252 Pferdekräften, 
und waren alle Vorbereitungen getroffen, um dieselbe im Laufe der Schiffahrtsperiode 1848 auf 
50 Dampfer mit 5467 Pferdekräften zu erhöhen. Die Zahl der Schleppe war 1847 auf 111 
gestiegen, und sollten 1848 weitere 32 Waarenboote dem Betriebe übergeben werden. Alle 
diese Schiffe waren mit äusserst geringen Ausnahmen auf der Schiffswerfte in Altofen gebaut 
und aus Eisen construirt, nachdem die beiden letzten hölzernen Schiffskörper der Dampf 
boote »Neptun« und »Erds« durch neue eiserne ersetzt, die hölzernen Waarenboote aus dem 
Dienste gezogen waren. 
Die Schiffs-Dampfmaschinen standen noch alle in Thätigkeit, während die Kessel der 
Mehrzahl erneuert und bei dieser Gelegenheit durch Tubularkessel ersetzt worden waren. 
Diese ansehnliche Flotte gestattete der Gesellschaftsverwaltimg, alle Strecken der 
Schiffahrtslinie auf dem Hauptstrome wie auf dessen Nebenflüssen entsprechend zu besetzen, 
das Princip der Trennung der Personen- und Waarenbefördernng kräftiger durchzuführen und 
in dem einem wie in dem andern Verkehre allen billigen Anforderungen möglichst zu genügen, 
ja ihr Augenmerk sogar auf den wichtigen Getreideverkehr und die Erleichterung der Appro- 
visionirung der Residenz zu richten. 
Die Gesammtwirkung dieser Massnahmen äussert sich in den Betriebsergebnissen der 
Jahre 1846 und 1847. Im Jahre 1846 wurden 421.340 Personen und 1,564.029 Centner 
Waaren befördert. Das ergibt gegen 1845 eine Vermehrung im Personen verkehre um 64.484 
Personen, im Waaren verkehre um 377.426 Centner. 
Die Roheinnahme betrug 2,590.905 11. gegen 2,070.979 fl. im Jahre 1845, das 
Schiffserträgniss 1,422.319 fl. gegen 1,186.078 fl. im Jahre 1845, der Reinertrag 348,489 11., 
und konnte eine Dividende von 5% oder 25 fl. per Actie vertheilt werden. 
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1847 umfasste der Personenverkehr 437.523 Reisende, der Waarentransport 
2,351.905 Centner. Die Roheinnahme belief sich auf 3,149.410 fl., das Schiffserträgniss auf 
1,590.513 fl, der Reinertrag auf 281.103 fl., und wurde eine Dividende von 23 fl. per Ac tie 
vertheilt. 
Indem trotz der bedeutenden Steigerung des Verkehres und der Roheinnahmen das 
Schiffserträgniss und der Ueberschuss von 1847 hinter jenem von 1840 zurückblieben, war der 
Beweis geliefert, dass die rasche Vermehrung der Betriebsmittel in erster Linie der Production 
und dem Handel und nicht der Rentabilität des Unternehmens zu Gute kam. 
Die Jahre 1848 und 1849 gestalteten sich für die Gesellschaft zu einer Epoche der 
härtesten Prüfung. 
Bei dem Beginne der Schiffahrt hatten sich die erfreulichsten Aussichten eröffnet. Der 
lebhafte Andrang von Waaren liess hoffen, dass selbst die um 1000 Pferdekräfte vermehrte 
Flotte hinreichende Beschäftigung finden würde, und dass den Anforderungen des reisenden 
Publikums in jeder Hinsicht entsprochen werden könne. In der That überstiegen die Einnahmen 
bis Ende Mai 1848 jene der gleichen Periode des Vorjahres um 230.000 fl. Selbst die in den 
Monaten März und Mai stattgehabten politischen Ereignisse bestärkten die gehegten Erwar 
tungen. Vermehrte Bedürfnisse, häufige Veranlassungen zu Geschäftsreisen, vor Allem aber die 
Befreiung des Handels von mancher veralteten Fessel hätten, wenn der Umschwung der Zeit 
ereignisse, wie man erwartet, Ruhe und Frieden in seinem Gefolge gehabt, sicher nur günstig 
auf den Geschäftsgang der Gesellschaft ein gewirkt. Leider sollten diese Hoffnungen arg getäuscht 
werden. Die immer wieder sich erneuernden Volksbewegungen konnten nicht ohne Rückwirkung 
auf den öffentlichen Credit und den Handelsverkehr bleiben und trafen besonders schwer den 
Donauverkehr. 
Seit dem Entstehen der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft war Ungarn das Haupt! 
feld ihrer Thätigkeit und die hauptsächlichste Quelle ihres stets zunehmenden Aufschwunges! 
Pest, Semlin, Szegedin, die Centralpunkte des Handels auf der Donau, der Save und Theiss; 
waren zugleich die Hauptstationen, wo die gesellschaftlichen Schiffe sich kreuzten, und von wo 
aus die meisten zur Belebung des Verkehres ungeordneten Verfügungen zur Ausführung 
gebracht werden mussten. Unter solchen Umständen war der Ausbruch eines verheerenden, 
gerade in dem Mittelpunkte der gesellschaftlichen Thätigkeit plötzlich auflodernden Bürger 
krieges ein für den Schiffahrtsverkehr, wie für das gesellschaftliche Vermögen, verhängnis 
volles Ereigniss. 
Wenngleich sich die Gesellschaft durch ihre strenge Neutralität zu der Hoffnung 
berechtigt glaubte, in ihrer friedlichen Thätigkeit unbeirrt zu bleiben, so traten doch Umstände 
ein, welche diese Hoffnung vereitelten. 
Als das serbische Centralcomité den Remorqueur »Duna« bei seiner Vorüberfahrt zu 
Carlowitz zwang, seine in mehreren mit Handelsgütern befrachteten Schleppen bestehende 
Ladung daselbst stellen zu lassen und mehrere Fahrten in Nationalangelegenheiten zu machen; 
als von Seite des ungarischen Ministeriums und der demselben unterstehenden Behörden solche 
Massregeln und Verordnungen getroffen wurden, welche das Eigenthum der Gesellschaft bei 
längerer Fortsetzung ihrer Fahrten in die grösste Gefahr gebracht hätten; als die serbische 
Nation, um im Falle des Bedarfes über eine grössere Anzahl von Dampfschiffen verfügen zu 
können, dieselben nicht mehr über Carlovitz hinauffahren liess und insbesondere auch den
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56 
Remorqueur »Magyar«, welcher mit einer Anzahl Schleppschiffe sich nach Orsova begehen sollte, 
nöthigte, von Razias nach Semlin zurückzukehren; als die Equipage des »Andräs« in der Gegend von 
Czerevitz mit bewaffneter Hand von dem Schiffe vertrieben, und das Fahrzeug mit Beschlag belegt 
wurde, u. s. w., u. s, w.; sah sich die Gesellschaft durch die Macht der Umstände genöthigt, die 
Regelmässigkeit der Fahrten auf einem grossen Theile der Donau und deren Nebenflüssen aufzu 
heben und dieselben von Fest abwärts auf Esseg, später sogar auf Mohács zu beschränken. Auf 
der Theiss konnten sich die dortselbst eingeschlossenen Schiffe nur zwischen Szegedin und 
0 - Beese bewegen, während der Frachtentransport auf dem Bega-Canale zwischen Titel, Gross- 
Becskerek und Temesvär ganz ah geschnitten war. Im Herbste mussten sogar wegen der Kriegs 
operationen gegen Wien die Fahrten zwischen Wien, Pressburg und Pest, welche bis dahin 
ungestört fortgewährt hatten, unterbrochen und theilweise eingestellt werden. So blieben der 
Unternehmung nur die Ausläufe der verschiedenen Flussstrecken zur Benützung offen; aber 
auch der Ertrag dieser Strecken litt unter dem Mangel der entfernteren Zufuhren 
Noch misslicher gestaltete sich die Lage der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft im 
Jahre 1849. 
Die Thätigkeit der Unternehmung war nahezu völlig gelähmt, das gesellschaftliche 
Eigenthum allen Gefahren des Krieges preisgegeben. Die Schiffe konnten sich in Berück 
sichtigung des allgemeinen Woles dem Kriegsdienste nicht entziehen, und unter den obwalten 
den Umständen stand eine freie Verfügung darüber der Gesellschaft nicht zu. Dass das gesell 
schaftliche Eigenthum, namentlich an solchen Plätzen, welche mehrmals in die Gewalt eines 
kriegführenden Theiles geriethen, und insbesondere die in dem Bereiche des jeweiligen 
Kriegsschauplatzes aufgestellten Fahrzeuge der grössten Gefahr und mannigfachen Beschädi 
gungen ausgesetzt waren, bedarf keiner besonderen Darlegung. 
Um von den zahlreichen Unfällen nur einige Beispiele anzuführen, sei erwähnt, dass am 
17. Juli 1849 das Schilf »Buda« auf der Theiss in Folge eines Zusammenstosses mit der »Pan- 
uonia« sank und erst im Herbste nach achtwöchentlicher Anstrengung aus der Verschlammung 
wieder zu Tage gefördert werden konnte. Der Dampfer »Andräs« war derart beschädigt, dass 
man ihn zerlegen musste und nur noch als Stehschiff in Verwendung nehmen konnte. 
Das Dampfboot »Komärom« wurde, als es mit drei mit Kriegserfordernissen befrachteten 
Schleppen von Semlin stromaufwärts fuhr, in der Gegend von Ko vil am 31. Mai 1849 von 
einer verborgenen feindlichen Strandbatterie derart beschossen, dass es von 5 Kugeln getroffen 
wurde, wovon drei in den Körper des Schiffes eindrangen und dessen Dampfkessel durchlöcherten. 
Eines der Schleppboote wurde in Brand geschossen. Bei Semlin flog am 18. Juni ein in 
der Einschiffung eines ärarischen Munitionstransportes begriffenes Schleppschiff durch Entzün 
dung seiner Ladung in die Luft und wurde in zwei Theile zerrissen. Der dadurch veranlasste 
Kugelregen zerstörte und beschädigte überdies‘gesellschaftliches Eigenthum am Ufer. Auch bei 
Gönyö wurde am 24. April 1849 der mit Munition für die k. k. Truppen beladene Schlepper 
durch das Feuer vom linken Ufer der Donau in die Luft gesprengt. Von den in der Nähe von 
Acs im Dienste des k. k. Militärs stationirt gewesenen Transportschiffen wurde eines bei dem 
Abzüge der k. k Truppen von denselben versenkt, das andere von den feindlichen Kugeln in 
den Grund gebohrt. Ebenso ein Waarenboot bei Neu-Becse an der Theiss. Die im Komorner 
Winterhafen stationirten Waarenboote wurden, nebst mehreren von Raab, Neudörfl und Arad 
dahin dirigirten, von dem feindlichen Festungscommando zur Erbauung einer Brücke über die
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Waag verwendet; bei dem späteren Bombardement von Kornorn gingen drei davon unter, ein 
viertes wurde von Kugeln durchlöchert. 
Wenn auch einzelne dieser Schifte wieder gehoben und auf der Weifte von Altofen aus 
gebessert werden konnten, und zugleich das Armee - Obercommando die Liquidiruug der 
angerichteten Schäden verhiess, so ist doch evident, dass die Gesellschaft in Folge dieser 
Ereignisse schwere Einbussen an ihrem Vermögen erlitt, zu denen die theilweise Zerstörung 
der gesellschaftlichen Gebäude in Palanka, Oravitza und Tissovitza im Jahre 1848 nur ein 
kleines Vorspiel bildete. 
Unter diesen Umständen musste es die Gesellschaft als ein wahres Glück im Unglück 
betrachten, dass die Schiffs weifte in Altofen, woselbst grosse Massen werth vollen Materials, 
namentlich zum Baue eiserner Schleppe, angehäuft waren, von grösseren Unglücksfällen 
verschont blieb. 
Auch stockte dort Arbeit und Regsamkeit nicht ; es wurden in den beiden Jahren 24 
Schiffskörper verschiedener Grosse nebst dem dazu gehörigen Schiflfsinveutar hergestellt, das 
in den Besitz der k. ungarischen Regierung übergegangene Dampfboot »Franz I.« in einen Kriegs 
dampfer um gestaltet, 7 neue Tubularkessel, davon 2 zu je 150 und einer zu IGO Pferdekräften, 
angefertigt und eine grosse Anzahl von Dampf- und Waarenbooten der Reparatur unterzogen. 
Dieses Moment bietet den einzigen Lichtblick in der Reihe widriger Ereignisse, unter 
deren Drucke nicht allein alle Quellen des Einkommens zu versiegen, sondern auch die kaum 
geschaffene Organisation des gesellschaftlichen Dienstes zusammenzubrechen drohte. 
Gleich im Beginne der Bewegung des Jahres 1848 wurde Herr von Kudriaffsky vom 
Kriegsministerium zur activen Dienstleistung bei der k. k Marine einberufen und erhielt später 
eine Mission bei der deutschen Centralgewalt, in Folge dessen er definitiv aus den Beziehungen 
zu der Gesellschaft schied. An seine Stelle trat der bisherige Directionsadjunct Peter Erichsen, 
der beim Wiederanbruch geordneter Zustände seine ganze Sorgfalt zunächst der Ralliirung 
des gelichteten Personales, sowie einer den Zeitverhältnissen entsprechenden Reform des 
inneren Dienstes, zuwenden musste; es bedurfte aber längerer Zeit, bevor die Geschäfte wieder 
in geregelten Gang gebracht werden konnten. 
Dass unter solchen Umständen das Erträgniss der Jahre 1848 und 1849 weit hinter 
den bescheidensten Erwartungen zurückblieb, ist begreiflich. Der Ausfall des Jahres 1848 
betrug 345.704 fl., jener des Jahres 1849 aber 379.869 fl. In Folge dessen wurde nur der 
Coupon vom 1. September 1849 eingelöst, die Auszahlung des Coupons vom 1. März desselben 
Jahres aber sistirt, bis ein nachfolgendes Jahr es ermöglichen würde, denselben aus dem reinen 
Ueberschusse zu tilgen ! — 
Den sturmbewegten Tagen von 1848 und dem blutigen Bürgerkriege des Jahres 1849 
folgten glücklicher Weise wieder Zeiten dauernder Ruhe und friedlicher Entwicklung. 
Wenn auch langsam, begann sich Handel und Wandel wieder zu erholen. Die engere 
Verbindung der einzelnen früher gesonderten Th eile der Monarchie, die Aufhebung der 
österreichisch - ungarischen Zwischenzoll-Linie, insbesondere aber die nach der Pacification 
Ungarns iuaugurirten ökonomischen und Justizreformen leiteten einen wirthschaftlichen 
Aufschwung ein, der vor Allem dem Donauverkehre zu Gute kommen musste, zumal der Kaiser 
staat auch zu Deutschland in innigere wirtschaftliche Wechselbeziehungen zu treten bemüht 
war. Ja selbst die Gunst der Natur schien diese Wendung fördern zu wollen. Reicher Ernte-
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segeii und ein günstiger Wasserstand wirkten zusammen, um einen Umsatz in Rohproducten 
herbeizuführen, der alle Berechnungen überstieg. Nur die Entwerthung der Valuta und die 
dadurch herbeigeführte allgemeine Preissteigerung lasteten schwer auf dem Verkehre in Oester 
reich, indem die Agioschwankungen jeden kaufmännischen Calcul illusorisch machten. 
Angesichts solcher Aspecten musste die Gesellschaft, die während der Schiffahrts 
periode 1850 48 Dampfboote mit 5387 Pferdekräften, 125 Waaren- und 16 Schweinboote 
nebst 14 Kohlenschiffen in Thätigkeit hatte und damit 538.522 Personen und 2,736.427 Centner 
Waaren — die Frachten, die nicht nach dem Gewichte tarifirt werden, nicht mitgerechnet — 
beförderte, an eine neuerliche Vermehrung ihrer Transportmittel denken, sollte sie einerseits 
dem wachsenden Verkehre genügen, andererseits der für 1851 drohenden Concurrenz einer 
Eisenbahn zwischen Wien-Pest, die schon seit 1846 in der Strecke Pest-Waitzen den Personen 
verkehr der Dampfschiffe wesentlich beeinträchtigt hatte, die Stirne bieten. 
Die Schiffahrtslinie war zwar nur durch die, in Folge des endlich zu Stande gebrachten 
neuen Uebereinkommens mit der k. baierischen Regierung für den Waarenverkehr neu eröffnete, 
Strecke Linz-Passau und durch die Uebernahme der Beschiffung des Bega-Canales in die eigene 
Regie erweitert worden; allein auch diese Strecken absorbirten Betriebsmittel, um die sich 
darbietenden Waarenmengen und insbesondere die Personenfrequenz zu bewältigen. 
Die untere Donaulinie aber krankte nicht blos an veralteten, ungemein hemmenden 
zoll- und contumazämtlichen Schwierigkeiten, sondern diese Linie war bisher nur als noth- 
wendige Verbindungsstrecke zwischen der österreichischen Donau und dem Schwarzen Meere, 
beziehungsweise dem Orient, behandelt worden, ohne die Einnahmsquellen auszunützen, 
welche Länder bieten mussten, die, ohne Strassen, auf die unsichere Verführung mittelst 
schlechter, unzweckmässiger Segelschiffe angewiesen waren. Und doch war zu erwarten, dass 
sich ebenso der Güterzug aus diesen Ländern nach Constantinopel, welcher bisher landeinwärts 
auf Saumthieren und über Varna gegangen war, den gesellschaftlichen Dampfschiffen zuwenden, 
als dass namhafte Quantitäten roher Producte, wie Baum- und Schafwolle, Leder, Felle u. s. w., 
aus den diesseits des Balkans liegenden türkischen Provinzen auf der Donau den kürzesten und 
schnellsten Weg nach dem mittleren Europa einschlagen würden, sobald nur ausreichende 
Betriebsmittel zu Gebote stehen : endlich aber war auch zu gewärtigen, dass die von Tag zu 
Tag an Wichtigkeit und Ausdehnung zunehmende Getreideausfuhr aus der kleinen Walachei 
den gesellschaftlichen Fahrzeugen eine reichliche und lohnende Beschäftigung gewähren werde. 
Sollte nun die Donau wirklich zur Pulsader des Verkehres von Centraleuropa 
mit den Donaufürstenthümern, Serbien, Bulgarien und mit Südrussland werden, so mussten 
allerdings die Staatsverwaltung, der Lloyd und die Donau - Dampfschiffahrts - Gesellschaft 
Zusammenwirken; die Staatsverwaltung, indem sie die Stellung von Frachtgütern in die 
Contumazanstalt bei unbedenklichem Gesundheitszustände erliess und den Transport ganzer 
Schleppladungen für Pest und Wien unter gewissen Vorsichtsmassregeln ohne Revision zu 
Orsova in der Einfuhr gestattete, sowie überhaupt die zoll- und sanitätsämtliche Expedition 
der Reisenden beschleunigte und erleichterte ; der Lloyd, indem er sich zur Vermehrung 
seiner Fahrten zwischen Galaz und Constantinopel entschloss; die Donau - Dampfschiffahrts- 
Gesellschaft endlich, indem sie die Zahl der Waarenschiffe auf der unteren Donau vermehrte, 
den Localverkehr weckte und daneben die Fahrdauer der zwischen Wien und Galaz, beziehungs 
weise Constantinopel, verkehrenden Schifte durch die Stabilisiruug der inzwischen nur Versuchs-
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        -i i 
weise eingeleiteten directen Eil (ährten abkürzte. Ueberdies war es mit Rücksicht auf die 
Eisenbalmconcurrenz erwünscht, im Waarenverkehre bestimmte Lieferfristen einzuführen. 
Um allen diesen Anforderungen zu genügen, musste eine bedeutende Vermehrung aller 
Schiffsgattungen, insbesondere der Waarenboote, eintreten, und dazu war eine ansehnliche 
Vermehrung des Anlagecapitales erforderlich, welche auch von der Generalversammlung der 
Actionäre vom 30. April 1851 um so bereitwilliger beschlossen wurde, als die Einnahmen 
des Jahres 1850 schon hinreichten, den 1849 sistirten Coupon einzulösen und überdies 10 H. 
per A die als Dividende zu vertheilen. — 
Das Jahr 1851 gestaltete sich in dem Verkehrsgebiete der Donau - Dampfschiffahrts- 
Gesellschaft zu einem Exportjahre ersten Ranges; eine überreiche Ernte in den unteren Donau 
gegenden fiel mit Misswachs in Mitteleuropa zusammen und führte zu einer ausserordent 
lichen V erkehrssteigerung. 
Selbst auf der durch die neu erö(fuete Staatsbahnlinie concurrenzirten Strecke Wien- 
Pest hob sich der Frachten verkehr um 911.335 Centner. Die gesellschaftliche Flotte leistete 
das Möglichste, konnte aber doch dem Andrange der Waaren weniger denn je entsprechen. 
Daraus nahm die Regierung, die mit der Wiederherstellung der staatlichen Ordnung 
auch die Zügel gegenüber den grossen Industrie- und Transportunternehmungen wieder 
straffer anziehen zu wollen schien und schon in Betreff der von der Generalversammlung vom 
30. November 1850 angenommenen revidirten Statuten die volle Wiederherstellung der eine 
zeitlaug aufgehobenen Bestimmungen über den Einfluss der Staatsgewalt, namentlich die 
Ausübung der Oberaufsicht durch den landesfürstlichen Commissar, zur Bedingung der 
Genehmigung gemacht hatte, Anlass, mit Erlass des Handelsministeriums vom 24. März 1852 
die Gesellschaft dringend aufzufordern, die Betriebsmittel den Bedürfnissen des Verkehres 
angemessen zu vermehren. 
Und wirklich beschloss die Generalversammlung vom 28. April 1852 auf Antrag der 
Administration eine neuerliche Actienemission im Betrage von 4 */«, Millionen Gulden, obgleich 
die Einzahlungen auf die frühere in der Höhe von 3 Millionen Gulden noch im Zuge waren. 
Dieses Entgegenkommen machte selbst in Regierungskreisen Eindruck. Nachdem der Vor 
sitzende den Beschluss der Versammlung verkündet, erhob sich der damalige landesfürstliche 
Commissar Ministerialrath Dr Hock, um die Erklärung abzugeben: »leb habe die Ehre, 
Ihnen, meine Herren, die volle Anerkennung Sr. Excelleuz des Herrn Handelsministers auszu 
sprechen, nicht blos dafür, dass Sie die beantragte Summe so bereitwillig votirten, sondern 
auch für die Art und Weise, in welcher Sie es thateu, indem Sie beinahe einstimmig die hohe 
Aufgabe, welche Sie zu erfüllen haben, erkannten.« 
Um jedoch den Anforderungen der Regierung auch in der Durchführung der 
beschlossenen Massnahme mit möglichster Raschheit entsprechen zu können, musste die 
Administration zu Bestellungen, insbesondere von grossen Dampfbooten, im Auslande ihre 
Zuflucht nehmen, während die Werfte zu Altofen vorwiegend nur mit dem Baue von Schleppen, 
sowie von neuen Schiffskörpern für bereits bestehende Schiffe, überhaupt mit Reparaturen 
und Herstellung von Schiffs- und Stationsinventar-Gegenständen betraut werden konnte, da sie 
überdies ihre eigene Erweiterung, namentlich die Errichtung einer Patentseilerei, einer Schiffs 
schmiede, einer Giesserei u. s. w. durchzuführen, sowie das Gebäude zur Unterbringung der 
Hobelmaschine herzustellen hatte. —
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» 
Bei Beginn der Schiffahrtssaison 1853 besass indess die Donau-Dampfschiffahrts- 
Gesellscli.aft bereits 71 Dampfboote und 233 Schleppschiffe. 
So ausgerüstet glaubte die Gesellschaftsverwaltung nicht allein allen Anforderungen 
des Verkehres gewachsen zu sein, sondern denselben durch Gewährung weiterer Ermässigungen 
in den Frachtsätzen noch anregen zu dürfen, obwohl die in der Generalversammlung vom 
28. April 1852 neuerdings nach den Wünschen der Regierung modificirten Statuten mit A. h. 
Entschliessung vom 16. October 1852 die kaiserliche Genehmigung nur unter der weiteren 
Bedingung erhalten hatten, dass zur Erhöhung bestehender Frachtsätze überhaupt die Zu 
stimmung der Regierung eingeholt werde. — 
Ein vermehrter Schiffsstand hat jedoch auch einen vermehrten Kohlenconsum im 
Gefolge. Derselbe hatte schon 1851 die Ziffer von 1,814.692 Centnern erreicht und war 1852 
auf 2,071.978 Centner gestiegen. Für 1853 mussten mehr als 3 Millionen Centner prälimiuirt 
werden. Allein weder die Hoffnung, die Kohlengruben von Oravitza mit Razias durch eine 
Eisenbahn in Verbindung gesetzt zu sehen, war bisher in Erfüllung gegangen, noch hatten die 
Versuche zum Ziele geführt, ausreichendes Achsfuhrwerk zu organisiren, um den haupt 
sächlichsten Kohlenbedarf der Unternehmung aus dieser Quelle decken zu können. 
Zahlreiche Versuche mit verschiedenen Kohlengattungen führten inzwischen zur Ueber- 
zeuguug, dass die umfangreichen, bis dahin noch sehr wenig ausgebeuteten Kohlenlager in der 
Nähe von Fünfkirchen insbesondere berufen seien, den Hauptbedarf der Gesellschaft an Kohle 
in Ungarn zu decken. Dem Brennwerthe nach der Oravitzaer Kohle nur wenig nachstehend, 
hatte die Füufkirchener Kohle den grossen Vorzug, dass sie dem Mittelpunkte der gesell 
schaftlichen Thätigkcit, wo mithin auch der grösste Bedarf an Brennstoff* obwaltet, ziemlich 
nahe lag und in jeder erforderlichen Menge und gegen mässige Kosten herzustellen war. 
Nur befanden sich auch hier die Strassen in einem elenden Zustande, und war das Fuhr 
werk der Umgegend, trotz eines enorm hohen Frachtlohnes, für grössere Quantitäten gänzlich 
unzulänglich. 
Die gesellschaftliche Administration erwarb daher 1852 mehrere, mitten im Kohlen- 
districte von Fünfkirchen gelegene, die besten Hoffnungen gewährende Kohlenfelder im Flächeu- 
ausinasse von 55.000 Quadratklaftern zu dem verhältnissmässig geringen Preise von 57.000 ff., 
nahm aber zugleich das schon vor 1848 ventilirte Project einer Eisenbahn zwischen Fünfkirchen 
und Mohács wieder auf. 
Zur rascheren Erreichung letzteren Zieles mussten der Staatsverwaltung, welche bereits 
im Besitze der Vorstudien über diese Bahn war, aber ihre für Zwecke des Eisenbahnbaues 
disponiblen Mittel bereits anderweitig und in wichtigen Staatsbahnbauten engagirt hatte, die 
erforderlichen Summen angetragen werden, um die Bahn als Staatsbahn zu bauen, den Betrieb 
aber der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft für eine Zeit zu sichern, innerhalb welcher 
das investirte Capital aus dem Erträgnisse nicht allein verzinst, sondern auch amortisirt 
werden konnte. 
Mit Handelsministerial-Erlass vom 29. April 1853 erklärte die Regierung ihre Geneigt 
heit, auf diesen Vorschlag einzugehen, worauf das bezügliche Uebereinkommen geschlossen 
wurde, welches am 8. Juli 1853 die A. h. Genehmigung erlangte, ln demselben war die Betriebs 
dauer der Gesellschaft auf 45 Jahre bemessen, nach deren Ablaufe die Bahn in das freie Eigen 
thum des Staates fallen, und dieser nur die Betriebsmittel nach einer gemeinschaftlichen
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        6 
41 — 
Schätzung abzulösen haben sollte. Für den Fall aber, als er den Betrieb der Bahn früher an 
sich nehmen würde, sollte derselbe gehalten sein, ausserdem die noch restirende, d. h. nicht 
amortisirte Bausumme an die Gesellschaft zu bezahlen. 
Es bildet dieses Uebereinkommen jedenfalls ein bahnpolitisches Unicnrn in der Geschichte 
des Eisenbahnwesens. Zu seiner Verwirklichung wurde von der Generalversammlung vom 
30. April 1853 eine neue Actienemission im Betrage von 4% Millionen Gulden beschlossen, 
die vom Jahre 1855 ab gleich den übrigen Actien der Gesellschaft an dem Gesammterträgnisse 
der Unternehmung participiren sollte. — 
Inzwischen waren neuerdings politische Wirren ein getreten, welche, in der heilige 
Stätten-Frage ihren Ausgang nehmend, mit derlnpfandnahme der Donaufürstenthümer durch Russ 
land zu dem Ausbruche des orientalischen Krieges führten, der, bevor noch der Kanonendonner 
der Seeschlacht von Sinope die Westmächte gegen das Czarenreich in die Schranken rief, seine 
Schrecken in den Kämpfen um die Donaufestungen entfaltete, hiedurch den Verkehr mit dem 
Oriente, sowie den Verkehr auf einem grossen Theile der unteren Donau unterbrach, und, indem 
er auch den österreichischen Kaiserstaat in seine Wirbel zu ziehen drohte, die Geschäftsstockung 
längs der ganzen Donau allgemein machte. 
Mit Rücksicht auf die Möglichkeit eines Kriegsfalles und die dadurch gebotenen Truppen 
bewegungen nahm 1854 das k. k. Flottillen-Obercommando bald nach Beginn der Schiffahrts 
periode die vertragsmässige Ueberlassung von neun Dampfbooten zu militärischen Zwecken, sowie 
eines weiteren Bootes zur Besorgung des Gordons- und Ueberfuhrdienstes zwischen Semlin, 
Pancsova und Belgrad, in Anspruch. Ausserdem musste die Gesellschaft kraft jenes Ueberein- 
kommens sehr bedeutende Truppen-, Kriegsmaterial- und Proviantverschilfungen für das 
k. k. Militärärar zu sehr ermässigten Frachtsätzen bewerkstelligen, wodurch die verfügbaren 
Transportmittel empfindlich geschmälert wurden, während die in Frankreich und England gebauten 
Schifte wegen der Kriegsverhältnisse an der unteren Donau entweder nicht in dieselbe gelangen 
konnten und wieder veräussert, oder, soweit sie noch nicht fertig und ausgelaufen waren, zerlegt 
nach Oesterreich gebracht werden mussten, um hier zusammengesetzt zu werden. 
Unter solchen Umständen musste sich die Gesellschaft Glück wünschen, dass es ihr 
gelungen war, neben der Beschaffung ausreichenden Schiff-, Bau- und Betriebsmateriales auch 
den Bedarf an Kohlen, deren Preise sich in ganz Europa und so auch in Oesterreich in Folge 
des ausserordentlich vennehrten Verbrauches, wie in Folge der kostspieligeren Förderung und 
der erhöhten Transportkosten, ausserordentlich gesteigert hatten — in England und Belgien 
z. B. um 50—100% — zu dem Durchschnittspreise von 43 4 kr. zu decken, und für die 
Zukunft durch Erwerbung mächtiger Kohlenlager, die sie 1853 durch den Ankauf weiterer 
Gruben im ungefähren Ausmasse von 10 Joch, 1854 aber durch Pachtung eines Theiles der 
Kohlenfelder der Stadtgemeinde Fünfkirchen noch erweiterte, sicherzustellen; sowie dass 
sie hoffen durfte, durch den Ausbau der Eisenbahn, deren Theilstrecke von den Gruben bis 
Üszög schon mit 1. November 1854 eröffnet werden konnte, deren Transportkosten 
herabzudrücken. 
Die Gesellschaftsverwaltung unterbrach indess auch jetzt nicht ihre unausgesetzte Be 
mühung, den Geschäftsbetrieb zu vervollkommnen. So wurde die Versicherung der Transporte für 
Rechnung der Gesellschaft eingeführt, wodurch es möglich ward, die bis dahin bestandene Prämie 
um 25—75% herabzusetzen, ohne die Interessen der Gesellschaft zu beeinträchtigen. Die
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        * 
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möglichste Herabminderung der Betriebskosten wurde energisch verfolgt, insbesondere durch 
Verminderung des Kohlenverbrauches, welchem Bestreben namentlich die successive Einführung 
der nach neuem amerikanischen Systeme erbauten Reactionsdampfer grossen Vorschub leistete. 
In Folge Zusammenwirkens aller dieser Momente gelang es zwar 1854 das Deficit aus 
dem Rechnungsabschlüsse wieder verschwinden zu machen, das sich 1853 in Folge der äusserst 
raschen Vermehrung der Betriebsmittel und widriger Schiffahrtsverhältnisse eingestellt hatte; 
allein der reine Ueberschuss im blossen Betrage von 23.533 fl. gegenüber einer Bruttoeinnahme 
von 6,950.578 fl. und einer Betriebsausgabe von 4,494.506 fl., also gegenüber einem Nettoerträge 
von 2,348.158 fl., musste denn doch die Statuten- und reglementmässige Abschreibungssumme 
im Betrage von 988.780 fl. (42%), sowie die Dotation des Assecuranzfondes mit 167.770 fl. 
(7-2% des Netto- Ertrages), zu hoch erscheinen lassen. Dies umsomehr, als die erfahrungsgemäss 
festgestellte Verlustziffer die Summe von 45.000 fl. nicht überschritt und die alljährlichen 
Reparaturen, welche aus den Betriebseinnahmen bestritten wurden, auch dazu dienten, den 
Werth der Betriebsmittel zu erhalten. War doch durch diese ganz unverhältuissmässige Amor 
tisation und Assecuranz des gesellschaftlichen Vermögens in den Büchern das Curiosum zu Tage 
gefördert worden, dass, während seit dem fünfundzwanzigjährigen Bestände der Gesellschaft erst 
zwei Maschinen unbrauchbar geworden waren, drei weitere, bereits vollkommen durch die Ab 
schreibungen bedeckt, in den Rechnungen mit einem Werthansatze von Einem Gulden figurirten. 
So sehr dieser Umstand auch für die Solidität der Geschäftsgebahnmg sprach, so war es doch den 
Actionären nicht zu verargen, dass sie nicht überflüssige Opfer für die Zukunft bringen wollten 
und in der Generalversammlung vom 12. Mai 1855 beschlossen, ein Drittel der Reparaturskosten 
vom Jahre 1853 an aus den Werthabschreibungen zu bestreiten, sowie den Assecuranzfoud nur 
insoferne mit 1 % % vom jeweiligen Werthe der Schilfe zu dotiren, als er nicht die Höhe von 4% 
des Schiffsbaucoutos erreichte. Die aus dieser Stornirung resultirende Summe wurde zur Aus 
zahlung einer l%igen Dividende pro 1854 verwendet. 
Gleichwol konnte man sich der Nothwendigkeit nicht entziehen, zu einer neuerlichen Ver 
mehrung des gesellschaftlichen Anlagecapitales um 12 Millionen Gulden zu schreiten, um einerseits 
den Bau der Eisenbahn von Üszög nach Mohács in eigener Regie rasch fördern, dieselbe mit 
den erforderlichen Betriebsmitteln ausrüsten, den Abbau der Kohlenwerke im grossen Style ein 
richten, sowie die Kosten der ihrer Vollendung zuschreitenden Landbauten, wie des Directions- 
gebäudes in Wien, der Quais in Pest, der Gebäude in Altofen u. s. w. decken, andererseits aber 
das Schiffahrtsmateriale entsprechend vermehren zu können. 
Die Administration motivirte diese Anforderung an die Generalversammlung folgeuder- 
massen: ..Die Ursache, welche uns zur Bewilligung neuer Summen drängt, liegt nicht in der 
Deckung erlittener Verluste, in der Ergänzung des beeinträchtigten Stamm Vermögens oder der 
in Abgang gekommenen Betriebsmittel; sie liegt darin, dass wir den Verkehr auf dem grössten 
Strome unseres Welttheiles zu vermitteln haben, eines Stromes, dessen fruchtbares Ufergebiet 
grösstentheils noch auf der ersten Entwicklungsstufe sich befindet, um dessen commercielle 
Ausbeute uns das Ausland mit vollem Rechte beneidet.« 
»Wenn sich Unternehmungen zu dem Umfange und der Bedeutung emporgeschwungen 
haben, wie die unsrige, so ruft diese Bedeutung höhere Pflichten hervor, deren Ausseracht- 
lassung einen unmittelbaren Rückschlag auf die Untergrabung jener bedeutungsvollen Stellung 
nach sich zieht. Unsere Gesellschaft hat sich — es ist unleugbar — zu einem Factor in dem
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Staatsleben Oesterreichs emporgehoben, und wenn Oesterreich die hohe Mission zugelallen ist. 
die Wolthaten der Cultur und des erwerbschaffenden Verkehres den Völkern des Ostens zu 
zubringen, so ist in dem weiten und fruchtbaren Donauthale unsere Gesellschaft das erste Ver 
mittlungsglied, das werthätigste Instrument hiezu. Wollen wir. meine Herren, dieser Aufgabe 
genügen, so müssen wir vor Allem die erforderlichen Mittel dazu schaffen; wo nicht, so 
müssen wir in den Hintergrund treten und die Sorge für die Erfüllung jener Mission, die durch 
irgend einen Beschluss von Ihnen wol gefördert, niemals aber aufgehalten werden kann, 
Anderen überlassen. Wir zweifeln nicht einen Augenblick, dass Sie, fortschreitend auf dem 
bisher betretenen Wege, das Erstere wählen und durch Bewilligung der Mittel die Gelegenheit 
herbeiführen werden, jenen Aufwand reichlich zu verzinsen.« 
Solche Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Dies um so weniger, als sich mit dem 
Erscheinen der französischen und englischen Armeen jenseits der Donaumündungen die 
Erkenntniss von der europäischen Bedeutung des Donaustromes auch im Westen immer 
allgemeiner Bahn brach, die Speculation jener Tage mit der Wiederkehr des Friedens ein 
rasches Emporblühen jeglichen Verkehres in Aussicht nahm, und schon die Betriebsergebnisse 
des Jahres 1855 diese Hoffnungen zu rechtfertigen schienen. 
In diesem Jahre stieg nämlich die Frachtenbewegung auf 10,64G.456 Centner und 
war gegen 1854 allein auf der Linie Pest-Semlin-Orsova um 1,800.000 und auf der Linie 
Orsova-Galaz um mehr als 2.000.000 Centner höher. Auf letzterer Linie hätte sich dieselbe, 
grösstentheils aus dem Getreide verkehre herrührend, noch lebhafter gestalten können, wenn 
die erst im Bau begriffenen Schiffe schon vollendet, und dadurch die Gesellschaft im Stande 
gewesen wäre, zur Zeit des grössten Waarenandranges den an sie gestellten Anforderungen 
zu entsprechen. 
Der Gesammterfolg des Jahres 1855 war ein reiner Ueberschuss von 1,488.850 ff, 
so dass eine Dividende von 33 11. per Actie vertheilt werden konnte. — 
Inzwischen war Sebastopol gefallen, und in Paris der Congress zusammengetreten, dessen 
goldene Feder im Frieden vom 30. März 1856 die Freiheit der Schiffahrt auf der Donau 
proclamirte, aber hiedurch das Privilegium zerstörte, das die Donau-Dampfschilfahrts-Gesellschaft 
für die schweren Opfer entschädigen sollte, welche sie im allgemeinen Interesse gebracht. 
Artikel XV des Pariser Vertrages lautete: 
&gt;; Nachdem durch die Wiener Congressacte die Grundsätze für die Regelung der Schiffahrt 
auf denjenigen Flüssen, die mehrere Staaten trennen oder durchlaufen, festgestellt worden sind, 
so kommen die vertragschliessenden Theile unter sich überein, dass die Grundsätze in Zukunft 
gleichermassen auf die Donau und ihre Mündungen Anwendung linden sollen. Sie erklären 
diese Bestimmung von nun an als zum öffentlichen Rechte Europas gehörig und stellen dieselbe 
unter ihre Garantie.« 
, Die Schiffahrt auf der Donau darf künftighin weder irgend einer Hemmniss noch einer 
Abgabe unterworfen werden, welche durch die in den nachfolgenden Artikeln enthaltenen 
Bestimmungen nicht vorgesehen wären. Es wird daher auch weder ein Zoll, welcher allein auf 
die Thatsache der Beschiffung des Flusses gegründet wäre, noch irgend eine Abgabe von den 
Waaren erhoben werden, die sich an Bord der Schifte befinden. Die für die Sicherheit der 
durch diesen Fluss getrennten oder durchströmten Staaten zu erlassenden Polizei- und Quaran- 
tainevorschriften werden in einer Weise abgefasst werden, um so viel als nur immer möglich 
6*
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        — 44 &lt;— 
die freie Bewegung der Schilfe zu begünstigen. Mit Ausnahme dieser Vorschriften wird der 
freien Schiffahrt kein Hinderniss irgend welcher Art entgegengesetzt werden.« 
Damit war allerdings die europäische Bedeutung des Donaustromes durch den höchsten 
Areopag Europas anerkannt und völkerrechtlich sanctionirt, allein auch das Alleinrecht der 
Donau - Dampfschilfahrts - Gesellschaft zur Beschiffung der österreichischen Donaustrecke 
abolirt, ohne dass im Friedenstractate auch nur desselben speciell gedacht, geschweige denn 
ein Entschädigungsanspruch der Gesellschaft anerkannt worden wäre. Die Lösung letzterer 
Frage, wie überhaupt die Regelung des neuen Verhältnisses der Donau - Dampfschiffahrts- 
Gesellschaft, blieb vielmehr dem Ermessen der österreichischen Staatsverwaltung anheimgestellt. 
Wol wurde der Beschluss des Pariser Congresses der gesellschaftlichen Admini 
stration schon mit Erlass des Handelsministeriums vom 5. Mai 1856 bekanntgegeben, allein mit 
dem Beifügen, dass die Zulassung der Concurrenz für die Gesellschaft um so weniger gefahr 
bringend sein könne, als der neue Zustand sie bereits in einem Stadium vorgeschrittener Ent 
wicklung finde, und eben deshalb die durch die Regulirung der Schiffahrtsverhältnisse des 
ganzen Stromes und seiner Mündungen in Aussicht stehenden Verbesserungen gerade ihr in 
vorzüglichem Grade zu Gute kommen werden; nur für den Fall, dass dennoch die Gesellschaft 
durch das Entfallen der ausschliesslichen Berechtigung in ihren Erträgnissen benachteiligt werden 
sollte, erklärte sich die Regierung bereit, für eine angemessene Ausgleichung zu sorgen, insoweit 
und insolange die Gesellschaft an die onerosen Bedingungen des bisherigen Schutzverhältnisses 
gebunden bleibe. Worin diese eventuelle Ausgleichung bestehen sollte, wurde nicht näher 
angedeutet; es unterliegt jedoch keinem Zweifel, dass eine analoge Anwendung des inzwischen 
aus Frankreich überkommenen Zinsengarantie-Principes in Aussicht genommen war, wenn 
es die Gesellschaft nicht vorziehen sollte, gegen Verzichtleistung auf eine Entschädigung die 
volle Freiheit der Action in Betreff des Betriebes der Donau-Dampfschiffahrt einzutauschen. 
Die Administration beeilte sich selbstverständlich, diese Eröffnung der Regierung der am 
10. Mai zusammengetretenen Generalversammlung der Actionäre vorzulegen und von ihr die 
Ermächtigung zur Einleitung diesbezüglicher Verhandlungen zu verlangen. 
Wie angesichts der plötzlich aufgetauchten Frage nicht anders möglich, herrschte Zwie 
spalt der Meinungen im Schosse der Versammlung. Während Einzelne nicht abgeneigt gewesen 
wären, in der Unabhängigkeit der Gesellschaft die Garantie des künftigen Gedeihens der Unter 
nehmung zu erblicken, glaubten Andere des Schutzes der Staatsverwaltung nicht entrathen zu 
können, und ihnen kamen die formalen Juristen zu Hilfe, welche mit Nachdruck betonten, dass 
selbst die Expropriation ihr Corrolar in der Entschädigung finde, obschon sie nicht sofort anzu 
geben vermochten, welcherlei Entschädigung die Gesellschaft für das ihr entzogene ausschliess 
liche Privilegium fordern solle. Die Auffassung der Gesellschaftsverwaltung gab der Directions- 
bericht wieder, indem er bemerkte : 
«In einem Augenblicke, wo eine eingreifende Umgestaltung der Donauzustände bevor 
zustehen scheint, und wo ausserdem nach allen Richtungen Eisenbahnen, welche grössteutheils 
ohne Rücksicht auf den Lauf der Flüsse in parallelen Linien mit denselben project!rt wurden, 
im Entstehen sind, muss die Gesellschaft einer bedeutenden Concurrenz entgegensehen, und 
ist es daher an der Zeit, die möglichen Folgen jener Ereignisse näher in’s Auge zu fassen.« 
»Die Bedeutung derselben und deren Einfluss auf die künftige Stellung der Gesellschaft 
darf keineswegs verkannt werden. Da indessen alle in den letzten Jahren getroffenen Massregeln
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        T 
—* ^5 *— 
auf das Vorgefühl jeuer erwähnten Ereignisse begründet waren und darauf abzielten, einer 
entstehenden Concurrenz zu jeder Zeit mit Erfolg begegnen zu können, so wird ihr Erscheinen 
die Gesellschaft nicht unvorbereitet treffen, und sie darf daher der Zukunft mit Beruhigung 
entgegensehen.« 
Und noch kräftigeres Selbstvertrauen bekundet der Directionsbericht vom Jahre 1857. 
Derselbe schloss mit folgenden Worten: 
»Was die bevorstehende neue Gestaltung der rechtlichen Grundlage, auf welcher künftig 
hin die Dampfschiffährts-Verhältnisse auf der Donau beruhen sollen, anbelangt, so liefert deren 
Anregung einen auffallenden Beweis, dass nun endlich ganz Europa die hohe Wichtigkeit der 
Donaulinie in ihrer vollen Bedeutung anerkennt und dieselbe vor allen anderen Verbindungs 
wegen vorzugsweise dazu geeignet findet, dem einer so grossartigen Entwicklung entgegengehenden 
Handel zwischen dem Westen und Mitteleuropa nach dem Oriente als Vermittler zu dienen. Der 
Donau-Dampfschiffährts-Gesellschaft aber kann es nur zur Ehre gereichen, dass in solcher Weise 
die von ihr zu allererst gewürdigte Bedeutung des Donau-Stromgebietes jetzt eine so allgemeine 
und so bestimmt ausgesprochene Anerkennung gefunden hat.« 
»Die Gesellschaft kann jene Massregeln, welche auf der Donau und ihren angrenzenden 
Flussgebieten ein regeres Leben hervorrufen werden, nur mit Freude begrüssen ; denn dieselben 
werden nicht blos umfassende Stromregulirungen, sondern auch mannigfache andere, dem 
Handel und der Schiffahrt erforderliche Vorkehrungen und Einrichtungen im Gefolge haben, 
welche seither zu entbehren, die Gesellschaft sehr hart traf und ihr nicht unbeträchtliche Kosten 
verursachte ; Auslagen, welche künftighin das Allgemeine treffen, und dann so wie für Alle, auch 
für die Gesellschaft, eine wesentliche Erleichterung ihres Verkehres hervorrufen werden.« 
»Insóleme diese neuen Einrichtungen den Verlust des seither bestandenen Alleinrechtes 
der Gesellschaft zur Folge haben, muss jedoch erinnert werden, dass dieselbe niemals der Mei 
nung war, es sei ihr Gedeihen ausschliesslich durch ihr Monopol bedingt; sie hat vielmehr ganz 
im Gegentheile durch die Bestrebungen, ihren Verkehr gerade auf der unteren Donaustrecke, 
wo sie niemals in dem Besitze auschliesslicher Begünstigungen war, immer mehr und mehr 
auszudehnen, hinreichend bewiesen, dass sie ihre Thätigkeit nicht auf den Umkreis ihrer bevor 
rechteten Stellung beschränkte. Sie kann mithin kühn behaupten, dass die Zuversicht, mit 
welcher sie jeder Concurrenz zu Wasser und zu Lande entgegentreten wird, nur auf ihre viel 
jährigen Erfahrungen, nur auf die Vollkommenheit und Zweckmässigkeit ihrer Betriebsmittel 
und auf die anerkannte Tüchtigkeit ihres praktisch herangebildeten Personales, mit Einem 
Worte, nur auf ihre eigene Kraft allein begründet ist. Die Gesellschaft steht nicht auf der 
Stufe jener erst entstehenden Unternehmungen, welche noch die erste Schule durchzumachen, 
gegen mannigfache Schwierigkeiten anzukämpfen und erst auf ihre eigenen, oft sehr empfindlich 
fallenden Kosten Erfahrungen zu sammeln haben, ohne welche an ein Gelingen ihres Beginnens 
kaum zu denken ist. Vielmehr steht sie vollkommen gerüstet und in dem Bewusstsein ihrer allen 
anderen ähnlichen Unternehmungen überlegenen Stellung mit aller Entschlossenheit bereit, jeden 
Kampf aufzunehmen. Bei der grossartigen Entwicklung ihrer Betriebsmittel wird es für sie keine 
Aufgabe geben, welche sie nicht allen anderen Bestrebungen gegenüber zu lösen im Stande sein 
wird ; sie wird hoffentlich selbst den ausgedehntesten Anforderungen, welche bei der sich immer 
mehr entwickelnden grossartigen Handelsbewegung nach dem Osten nur immer an sie gestellt 
werden möchten, vollkommen entsprechen können und das ihrige beitragen, diese Entwicklung 
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        nicht blos vorzubereiten, sondern auch mit ihrer ganzen Kraft thätigst zu fördern und auszu 
beuten ; nach wie vor jedem Fortschritte huldigend, wird sie ihre Thätigkeit bis zur äussersten 
Grenze der Fahrbarkeit der Flusslinien ausdehnen und, auf die Erfahrung gestützt, wonach 
Fahrstrecken ein um so grösseres Erträgniss abwerfen, je ausgedehnter und je weniger unter 
brochen sie sind, nach allen Richtungen directe Verbindungen bis nach den äussersten End 
punkten hersteilen und ebenso regelmässig als thätig zu unterhalten wissen. Sie wird dadurch 
den grossen Waarenzug von dem Osten nach dem Westen in sich aufnehmen, und, indem sie auf 
den Handelsverkehr jener Länder, die sie zu verbinden bestimmt ist, belebend und befruchtend 
einwirken wird, wird sie ihre eigenen Interessen in der Förderung der Gesammtinteressen 
wiederfinden!« 
»Und somit glaubt man die wahre Bedeutung der bevorstehenden neuen Gestaltung der 
Sachen nicht unrichtig aufgefasst zu haben. Man betrachtet sie im Hinblick auf das Unternehmen 
im Grossen und Ganzen als den Ausdruck des Ueberganges von einer Stufe zu einer neuen und 
höheren, — ein Uebergang, der bei keinem Geschäfte von europäischer Bedeutung ohne augen 
blicklich fühlbare Schwierigkeiten vor sich gehen kann, der aber, richtig geleitet und kräftig 
überwunden, einem zugleich grossartigen und den Einzelnen befriedigenden Ergebniss 
zuführen wird.« — 
Bei der Mehrheit der Actionäre überwog die Besorgniss vor der Concurrenz das Gefühl 
der eigenen Kraft. 
Es war nicht zu leugnen, dass der Wegfall des Privilegiums für die Gesellschaft 
einem Sprung in’s Dunkle gleichkam, dessen Folgen man nicht im Vorhinein ermessen konnte, 
die man deshalb durch Präventivmassnahmen möglichst abzuschwächen trachten musste. Die 
Generalversammlung erwählte ein Comité von 5 Mitgliedern, welches im Vereine mit der 
Administration und dem Ausschüsse die Verhandlungen über die für die Auflassung des Privi 
legiums zu leistende Entschädigung mit der Staatsverwaltung zu führen hatte. 
Das Ergebniss derselben war das Uebereinkommen vom 23. Mai 1857, durch welches 
der Gesellschaft bis zum Jahre 1880 als Ersatz des Privilegiums ein Reinerträgniss in der 
I Höhe von 1,020.000 fl. in der Art gewährleistet wurde, dass die Staatsverwaltung sich ver 
pflichtete, das nach Abzug der Verwaltungs-, Erhaltungs- und Betriebskosten, sowie der mit 
behördlicher Genehmigung festgesetzten Beiträge zum Assecuranz- und Amortisationsfonde, 
endlich der Zinsen für die Anlehen, soweit dieselben in dem betreffenden Betriebsjahre wirklich 
zur Auszahlung gelangen, verbleibende Reinerträgniss auf die vorerwähnte Summe zu erhöhen. 
Dies sollte eventuell durch Vorschüsse geschehen, welche mit 4% zu verzinsen und aus 
dem, die genannte Summe überschreitenden, Reinerträgnisse der nachfolgenden Jahre zu 
tilgen waren. Im Falle die Gesellschaft mit Ablauf des Jahres 1880 dem Staate aus dem 
Titel der Zinsengarantie noch einen Betrag schulden sollte, wurde bestimmt, dass sie nur 
insoferne eine weitere Rückzahlung nach dann zu vereinbarenden Modalitäten zu leisten haben 
solle, als die Gesammtsumme des Erträgnisses an Actienzinsen und Dividenden während 
der Garantieperiode den Gesammtbetrag des garantirten Minimums überstiegen hätte, jedoch 
nur bis zur Höhe des von den Actionären bezogenen Ueberschusses, und sollte hiezu in erster 
Linie der Reservefond dienen. Der Gesellschaft wurde gleichzeitig gestattet, ein Verlosungs- 
anlehen im Betrage von 6,000.000 fl., wie es die Generalversammlung von 1855 beschlossen, 
aufzunehmen, und ihr das Recht eingeräumt, weitere Anlehen nach Massgabe der fortschreitenden 
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Tilgung der vorangegangenen zu contrahiren. Sie wurde aber verpflichtet, den Fundus 
instructus auf dem damaligen Stande mit Einschluss der bereits in Bestellung befindlichen 
Betriebsmittel zu erhalten. Endlich sollte sie für die Zukunft nur gehalten sein, Truppen und 
Kriegsmaterial für die k. k. Armee auf ihren Schilfen nach den Bestimmungen des Ueberein- 
kommens vom 15. April 1853 zu transportiren, nicht auch Schifte für die k. k. Flotille beizu- 
stelleu. Im Uebrigen hatten die Bedingungen der kaiserlichen Entschliessung vom IG. Au 
gust 1846, d. h. die Bedingungen des aufgelassenen ausschliessenden Privilegiums, aufrecht 
zu bleiben. Die Tarife durften ohne Genehmigung der Regierung nicht erhöht, unrentable 
Schiffahrtslinien nach dem Ermessen der Gesellschaft nicht aufgelassen werden; im Gegen- 
theile, die Regierung war berechtigt, jederzeit die Eröffnung neuer Linien nach ihrem Gut 
dünken zu fordern. 
Misst man diese Bestimmungen an der Hand der Erfahrungen, welche man allerorten 
mit der staatlichen Zinsengarantie gemacht, so ist unverkennbar, dass mit diesem Ueber- 
einkommen der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft die Fessel bureaukratischer Bevormundung 
angelegt wurde. Die Gesellschaft hatte nicht mehr das Recht, auf Grund der Vermehrung ihres 
Actiencapitales zu wachsen, noch ihr Erträgniss durch rasches Anschmiegen an die zu Tage 
tretenden Conjuncture!! des Handels zu sichern: in Betreff der Feststellung der Actienzinsen 
war sie an weitläufige Verrechnungsverhandlungen gebunden 
Einen Lichtpunkt in dem Uebereinkommen vom 23. Mai 1857 gewährte der §. 14, 
welcher lautete: „Es steht der Gesellschaft jederzeit frei, von diesem Uebereinkommen 
zurückzutreten und mit Verzichtleistung auf jede Ertragsgarantie von Seite des Staates die 
volle Freiheit der Bewegung zu erlangen, insoferne diese nicht durch die allgemeinen 
Gesetze eine Beschränkung findet. Tn diesem Falle werden auch etwaige Militärverträge 
erlöschen.« 
So hart auch dieses Urtheil klingt, so trat doch dessen Richtigkeit gleich nach dem 
ersten Jahre der Wirksamkeit des Uebereinkommens klar zu Tage. — 
Die Betriebsjahre 1856, 1857 und 1858 waren die ungünstigsten, welche die Donan- 
Dampfschiftahrts-Gesellsehaft erlebt hatte. 
So sehnsuchtsvoll auch die Welt die Wiederherstellung des Friedens erwartet hatte, 
so wurde sie doch durch die Napoleonische Wendung, welche unmittelbar nach der Eroberung von 
Sebastopol zum Friedensschlüsse führte, geradezu überrascht. Die von den Kriegsereignissen 
hervorgerufene Güterbewegung vom Westen nach dem Osten Europas staute plötzlich, 
und mussten zahllose Geschäftsabschlüsse stornirt werden, was eine grosse Der oute aller 
Handelsverhältnisse zur Folge hatte. Noch nachtheiliger aber wirkte, dass der Friede von 
Paris sowohl in seinen Festsetzungen, als vor Allem in den Vorgängen während der Ver 
handlungen des Congresses schon die Keime neuer Verwicklungen in sich barg und deshalb 
kein Vertrauen in die Dauerhaftigkeit der von ihm geschaffenen Zustände aufkommen liess. 
Die Folge davon war die Fortdauer der allgemeinen Handels- und Geschäftskrise. Nament 
lich war es die Gährung in den Donaufürstenthümern, welche die Klärung der Verhält 
nisse hinderte. 
Dazu kam, dass ergiebige Ernten nahezu in ganz Europa den Absatz für den wichtigsten 
Verkehrsartikel der unteren Donauländer schmälerten und damit den gesellschaftlichen Transport 
mitteln die ausgiebigsten, die Massentransporte entzogen. Im südlichen Ungarn aber erwuchs 
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der Donau-Dampfschiffahrt mit dem, in diesen Jahren seinem Ausbau entgegengehenden, das 
gesellschaftliche Verkehrsgebiet durchkreuzenden Schienennetze ein mächtiger Concurrent, (lei 
den kürzeren Weg und die ununterbrochene Dauer seiner Thütigkeit vor ihr voraus hatte. 
Dass unter solchen Umständen die Verkehrsbewegung verhältnissmässig Zurückbleiben, 
bei dem Indien Stande des Schiffsparkes und der wegen ungünstiger Wasserstandsverhältnisse 
nur theilweisen Ausnützung der Tragkraft desselben die Summe der Betriebskosten jene der 
Einnahmen nahezu erreichen, und deshalb die um 500.000 fl. erhöhte Zinsenlast des Anlage- 
capitals mit der Amortisation und Assecuranz des gesellschaftlichen Vermögens ein ansehn 
liches Deficit ergeben mussten, war offenbar. Da half es wenig, dass der Abbau der, 
inzwischen auf 739.906 □ Klafter erweiterten, Kohlenfelder im Verhältnisse zu dem Fort 
schreiten der Bahnstrecke Üszög-Mohäcs rüstig gefördert wurde. Von der Eröffnung dieser 
Bahnstrecke für den Kohlentransport (2. Mai 1857) bis zu ihrer Uebergahe an den allgemeinen 
Verkehr (1. December 1858) konnten 624.534 Centner und 1858 sogar 1,575.501 Centner 
Kohlen nach Mohács gestellt werden, wodurch sich der Durchschnittspreis der verbrauchten 
Kohle von 44*6 kr. auf 39 67 kr. ermässigte. Es fiel auch kaum in’s Gewicht, dass theils durch 
die Herstellung von, nach dem Steers’schen Systeme erbauten, Schiffen mit amerikanischen 
Maschinen, theils durch die Anwendung des Wethered’schen Apparates bei den Dampfkesseln 
der Kohlenverbrauch überhaupt herabgedrückt und andere Ersparungen im Betriebe, insbe 
sondere durch Deduction der Zahl der Angestellten und ihrer Bezüge, angebahnt wurden; mit 
der successive!! Durchführung der unter dem Drucke der öffentlichen Meinung, wie in Folge 
director Aufforderung der Regierung, beschlossenen Vermehrung der Betriebsmittel stieg der 
Abgang der Gesellschaft von Jahr zu Jahr; 1856 den Betrag von 470.193 11. erreichend, 
hob sich derselbe 1857 auf 1,135.880 11. — 
Mit dem allmäligen Zurückweichen des Kriegsgetümmels von der unteren Donau 
wurden zwar die zur Verbindung von Mittel-und Westeuropa mit dem Orient dienenden directen 
Eilfahrten zwischen Wien und Galaz in Verbindung mit den Lloydfahrten von Galaz nach Con- 
stantinopel wieder aufgenommen und, solange es nur der Wasserstand gestattete, mittelst der 
Dampfboote »Tachtalia« und »Isias« und eines speciell organisirten Lichterschiffdienstes mit 
Raumverschluss auch über die Stromschnellen und Katarakte aufrecht erhalten. Neue Stationen 
wurden zur Förderung dieses Verkehrs creirt und zugleich directe Tarife von und nach allen 
Haupthandelsplätzen der von der Donau durchzogenen Länder aufgestellt. Da die k. russische 
Darapfschiffahrts - Gesellschaft zu Odessa, welche bis zu dem Ausbruche des Krieges die 
Verbindung zwischen diesem Hafen und Galaz unterhalten hatte, nach dem Kriege keine 
Anstalten traf, die dem österreichischen Handel mit Südrussland so förderliche Schiffahrts 
linie wieder aufzunehmen, wurde das kielgebaute Dampfboot »Metternich« beordert, die 
Verbindung herzustellen; bald mussten demselben die Schraubendampfer » Sulina « und 
»Giurgevo«, sowie die gleichfalls seetüchtigen Schiffe »Galaz«, »Widdin« und »Rustzuk«, 
beigegeben werden. 
Nicht minder wurde diesseits der Katarakte eine neue Schiffahrtsverbindung längs 
des rechten serbischen Donauufers von Radujevaz aufwärts bis Belgrad und Brcska eingerichtet, 
welcher schon 1859 zwei Schiffe zur Verfügung gestellt werden mussten. Endlich wurde mit 
der österreichischen Staatseisenbahn-Gesellschaft ein directer Anschlussverkehr in der Station 
Razias festgestellt.
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        —. 49 &lt;— 
Die Wirksamkeit aller dieser, ohnehin nicht auf den nächsten Augenblick berechneten, 
Massnahmen wurde jedoch durch den Mangel einer leicht beweglichen, den wechselnden 
Verkehrsconjuncturen sich anschmiegenden, Tarifstellung wesentlich beeinträchtigt; denn die 
Verwaltung der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft musste es sich wol überlegen, ehe sie 
mit Tarifermässigungen Vorgehen konnte; sie besass nicht das Recht, die ermässigteu Sätze 
wieder aufzuheben, wenn sich der Calcul nicht bewährte. Erst mit Handelsministerial-Erlass 
vom 20. April 1858 wurde ihr der, der österreichischen Staatseisenbahn-Gesellschaft schon mit 
1. Jänner 1855 bewilligte, Concessionstarif als Maximaltarif zugestanden, d. h. sie erhielt das 
Recht, sich innerhalb der Maximalsätze jenes Tarifes frei zu bewegen. Es braucht nicht bei 
gefügt zu werden, dass auch diese Massnahme erst 1859 wirksam werden konnte. 
Indessen war der Ausfall in den Schiffseinnahmen im Jahre 1856 gegen 1855 auf 
1,523.711 fl. gestiegen, während die Capitals Verzinsung einen Mehraufwand von 82.988 fl., die 
Abschreibungen und die Assecurauz der Schiffe einen solchen von 203.707 fl. erheischten. 
Zur Deckung des Abganges mussten nebst anderen Operationen für 1857 die rcglementmässigcn 
Abschreibungen im Betrage von 1,382,069 fl., abzüglich des Drittels der Reparaturskosten der 
eisernen Schiffe, unterbleiben. 
Den höchsten Abgang hatte das Jahr 1858 aufzuweisen, in welchem die Beschlüsse 
des Jahres 1855 bereits durchgeführt erschienen, daher das completirte Actiencapital zum 
ersten Male voll zu verzinsen und die Abschreibungen von dem erhöhten Werthe der Schiffe, 
Gebäude und des Inventars zu berechnen waren, ohne dass weder die Mohács-Fünfkirchoner 
Bahn, die erst am 1. December 1858 dem allgemeinen Verkehre übergeben werden konnte, 
noch auch die, durch den Ankauf sämmtlicher noch der Gemeinde Fünfkirchen gehörigen Kohlen 
felder erweiterten, Kohlenwerke schon erheblich zu den Einnahmen beizutragen vermocht hatten. 
Auch war in diesem Jahre schon die erste Rückzahlung auf das Verlosungsanlehen vom Jahre 
1857 zu leisten. Diese Posten allein erheischten einen Mehraufwand gegen 1857 von 519.000 fl., 
während die Schiffseinnahmen gegen die des letzteren Jahres um 951.000 fl. zurückblieben. 
Wenn dennoch der factischc Abgang des Jahres 1858 in seiner Gesammthöhe nur die Summe 
von 1,809.704 fl. erreichte, so war dies dem Umstande zuzuschreiben, dass die von der 
Gesellschaftsverwaltung in allen Dienstzweigen angestrebten Ersparungen bereits erfreuliche 
Resultate zu liefern begannen. — 
Mittlerweile war durch die Kundmachung der Donauschiffahrtsacte vom 7. Novem 
ber 1857 die Freigebung des Schiffahrtsverkehres auf der Donau vom 1. Jänner 1858 an 
festgestellt worden. Mit diesem Tage hatte also auch die mit dem Uebereinkommen vom 
23. Mai 1857 der Gesellschaft zugesicherte Staatsgarantie zu beginnen, wie dies durch Erlass 
des Handelsministeriums vom 1. Februar 1858 ausdrücklich anerkannt worden war. In Folge 
dessen hatte der Staat den Ausfall des Jahres 1858 bis zur Höhe eines Reinerträgnisses von 
1,920.000 fl. C. M., wenn auch nur vorschussweise, zu decken. 
Im Vertrauen auf die Rechtskraft dieses Uebereinkommens unterbreitete die Ad 
ministration die Rechnungsabschlüsse der Gesellschaft der Staatsverwaltung mit der Bitte, 
den der Staatsgarantie entsprechenden Betrag der Gesellschaft zur Zahlung anweisen zu 
wollen, und erhielt auch im Laufe des Jahres 1859 in zwei Abtheilungen Vorschüsse im 
Gesammtbetrage von 2,150.000 fl. unter dem Vorbehalte nachträglicher Abrechnung. Allein 
schon mit Erlass vom 15. Mai 1859 ordnete das Handelsministerium im Einvernehmen mit 
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        —■&gt; 50 
dem Finanzministerium eine nähere Prüfung der gesellschaftlichen Rechnungen für 1858 durch 
beiderseits abgesandte fachkundige Organe an, und mittelst Erlasses vom 29. Juli 1859 wurde 
über Wunsch des Herrn Finanzministers unter dem Vorsitze des k. k. Sectionschefs Herrn 
Esch und unter Intervention von Repräsentanten des k. k. Finanzministeriums und der 
Gesellschaft eine Commission niedergesetzt, welche sich mit der ziffermässigen Feststellung der 
vom Staate aus dem Titel der Ertragsgarantie für das Jahr 1858 an die Gesellschaft zu bezah 
lenden Summe zu beschäftigen, zugleich aber die Mittel in Erwägung zu ziehen hatte, wie 
die Wiederkehr so ungünstiger Betriebsergebnisse, wie jene des Jahres 1858, verhindert werden 
könnte. Endlich fand sich das k. k. Finanzministerium veranlasst, mit Erlass vom 20. August 1859 
»im Interesse der bei den Betriebsresultaten der Gesellschaft so wesentlich berührten Staats 
finanzen eine gründliche Einsichtnahme und umfassende Darstellung aller bezüglichen Ver 
hältnisse anzuordnen« und zu dem Behufe den der erwähnten Commission als Vertrauensmann 
beigegebeuen Herrn Carl v. Mayer mit den betreffenden Erhebungen zn beauftragen. Die 
gesellschaftliche Administration wurde aufgefordert, Verfügung zu treffen, damit die zu diesem 
Zwecke erforderliche Einsichtnahme in die Rechnungen, wie in die Verkehrs- und Betriebs 
ausweise, dann die Besichtigung der gesellschaftlichen Anstalten, namentlich der Werften, 
Werkstätten, der Kohlenwerke und der Fünfkirchener Eisenbahn, endlich des gesammten Betriebs 
materiales, insofern sie von Herrn v. Mayer gewünscht werden sollte, stattfinden könne, und 
demselben ferner auch die nöthige Unterstützung bei der Anfertigung von Tabellen und 
sonstigen Darstellungen von Seite der Organe der Gesellschaft gewährt werde. Tm Uebrigen 
sollte es der Gesellschaft unbenommen sein, zur Förderung des gedachten Zweckes auch ihrer 
seits einen Delegirten zu ernennen. 
Da die Gesellschaftsverwaltung angesichts der vorgeschilderten Sachlage nicht den 
mindesten Grund hatte, auch die rigoroseste Prüfung ihrer Rechnungen, wie ihrer ganzen 
Geschäftsgebahrung, zu scheuen, beeilte sie sich nicht allein, den Organen der Regierung den 
unumschränktesten Einblick in ihre Bücher zu gewähren, sondern nahm auch an den Arbeiten 
der Commission durch Delegirte der Administration und des Ausschusses regen Antheil : der 
Betriebsdirector Herr Peter Erichsen liess sich selbst durch seine bereits angegriffene 
Gesundheit nicht abhalten, Herrn v. Mayer auf seiner Informationsreise zu begleiten, um ihm 
sofort an Ort und Stelle die erwünschten Aufschlüsse in möglichst umfassender und authentischer 
Weise zu ertlieilen. 
Das Ergebniss all’ dieser Enqueten und Erhebungen, die mit einem so ungewöhnlichen 
Aufwand von Arbeitskräften in Scene gesetzt worden, war, insoferne sie eine Herabminderung 
des vom Staate zu leistenden Zuschusses bezweckten, ein höchst minimes. In den Rechnungs 
abschlüssen wurde nur die Einstellung der Zinsen der zur Deckung der Abgänge aus den Jahren 
1856 und 1857 contrahirten schwebenden Schuld in die Betriebskosten beanständet, und theilte 
hierin die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft nur das Schicksal der garantirtcu Bahnen. 
Für die Gesellschaftsverwaltung lag darin die volle Rechtfertigung ihrer Geschäfts 
gebahrung, und sie konnte mit um so grösserer Genugtuung auf dieselbe hinweisen, als 
andererseits auch die Betriebsergebnisse des Jahres 1859 bereits einen Mehrertrag von 
724.355 fl. gegen 1858 auswiesen, und der Geschäftsgang des Jahres 1860 schon in den 
ersten Monaten noch reichlichere Erträgnisse in Aussicht stellte. Allein darauf nahm die Staats 
verwaltung keine Rücksicht. Ohne in eine nähere Analyse der Ursachen dieses Misserfolges
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        einzugehen, ja ohne auch nur den Abschluss der Verhandlungen der eingesetzten Commission 
abzuwarten, wurde auf Grund von kaiserlichen Entschliessungen eine neue Regelung der 
in dem Uehereinkommen vom 23. Mai 1857 stipulirten, angeblich den geänderten Ver 
hältnissen nicht mehr entsprechenden Abschreibungsbestimmungen und Erhaltung des Fanduff 
instructus auf seinem bisherigen Stande, d. h. eine Modification des erwähnten Ueber- 
einkommens zu dem Zwecke gefordert, um den Staat gegenüber der Gesellschaft zu entlasten 
und seine Garantiepflicht zu ermässigen. Die Administration wurde eingeladen, sich von der 
nächsten Generalversammlung die Ermächtigung zu erwirken, um in diesbezügliche Verhand 
lungen mit der Regierung, selbstverständlich unter Vorbehalt der nachträglichen Genehmigung 
durch die Generalversammlung sowie der Sanction Seiner k. k. Majestät des Kaisers, ein- 
treten zu können. Mit Rücksicht darauf wurde gleichzeitig die Genehmigung der vorgelegten 
Aenderungen in den gesellschaftlichen Statuten, wie im Geschäftsreglement, abgelehnt, welche 
die Generalversammlung vom 11. und 21. Mai 1858 beschlossen hatte. 
Der Finanzministerial-Erlass, mit welchem dies der gesellschaftlichen Administration 
eröffnet wurde, datirte vom 20. Mai 1860 und wurde von derselben der am 26. Mai tagenden 
Generalversammlung sofort zur Kenntniss gebracht. Obwol für die Gesellschaft eine rechtliche 
Nöthigung, auf neuerliche Verhandlungen wegen Feststellung der, nur eine Entschädigung 
repräsentirenden, Staatsgarantie einzugehen, nicht vorlag — §. 14 des Uebereinkommens 
stellte es nur der Gesellschaft frei, jederzeit von demselben zurückzutreten — sie im 
Gegentheile mit Fug und Recht hätte geltend machen können, dass das überaus ungünstige 
Gebahrungsergebniss im Schiffahrtsjahre 1858 und die alle Voraussetzungen übersteigende 
Höhe des Betrages, mit welchem die Realisirung der Staatsgarantie für jenes Betriebsjahr in 
Anspruch genommen wurde, nur einem unglücklichen Zusammentreffen misslicher Umstände, 
in letzter Linie aber dem überhastenden Drängen der Staatsverwaltung nach Vermehrung des 
Schiffsparkes zuzuschreiben sei; so glaubte die Gesellschaft doch dem Wunsche der Regierung 
um so mehr entsprechen zu sollen, als sie ihre Interessen über die allgemeine Wolfahrt zu 
stellen nicht gesonnen war. Durfte sie ja doch auch hoffen, auf diesem Wege einem reciproken 
Verhalten der Regierung zu begegnen und für den Verzicht auf einen Theil ihres guten 
Rechtes den Erlass einer oder der andern der ihr auferlegten Bedingungen einzutauschen. 
Allein die Besorgniss, welche in der Generalversammlung der Donau-Dampschiffahrts- 
Actionäre über das Schicksal der Gesellschaft nach dem Jahre 1880, dem Endtermine der 
Garautieperiode, laut geworden war, ermuthigte die Vertreter der Regierung, von der 
Gesellschaft neue Opfer zu verlangen; und so kamen die ersten Zusatzbestimmungen, beziehungs 
weise das erste Additionalübereinkommen, zu dem Garantievertrage vom 23. Mai 1857 zu 
Stande, in welchem allerdings die Betriebsdauer der Mohäcs-Fünkirchener Bahn auf 90 Jahre 
erweitert, die Unterlassung der Werthabschreibungen von Dampf- und Schleppschiffen pro 
1857 nochmals genehmigt, die Werthabschreibungen aber von 1861 an herabgesetzt und 
hiefür eine ohne Genehmigung der Regierung nicht zu überschreitende Pauschalsumme fest 
gestellt wurde. Dagegen hatten die Actionäre die Kosten der schwebenden Schuld und einen 
Theil der Einkommensteuer zu übernehmen, was das ihnen 1857 garantirte 8%ige Keinerträgniss 
thatsächlich reducirte. — 
Der Schwerpunkt des vereinbarten Additionalübereinkommens lag jedoch in der Bestim 
mung, wonach der Gesellschaft die Verpflichtung zur Aufrechthaltuug des Fundus instructus auf
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        dem Stande von 1858 erlassen, dagegen angeordnet wurde, aus der für die Werfhabschreibungen 
festgesetzten Pauschalsumme von 2,100.000 fl. alljährlich einen Betrag von 525.000 fl. 
auszuscheiden und denselben, statt zu Ersatzbauten, zur successive!! Einlösung von 12.000 
Stück Action zu verwenden. Die Staatsverwaltung bezweckte damit die successive Herab 
minderung der von dem Staate zu leistenden Garantiesumme um 504.000 fl. Der Gesellschaft 
erwuchs aber hieraus die Schwierigkeit, dass sie in einem Momente, in welchem sie gerade der 
höchsten Entfaltung ihrer Kraft bedurfte, um den an verschiedenen Punkten der Donau 
auftauchenden Concurrenzversuchen wirksam begegnen zu können, an die lästige Bedingung des 
»schwunghaften« Fortbetriebes der Schiffahrt auf allen Linien nach dem Ermessen der Regierung 
gebunden blieb; es war ihr nunmehr nicht ermöglicht, je nach Gestaltung der Verhältnisse ihre 
Betriebsmittel auf die wichtigsten oder bedrohtesten Punkte zu concentriren, uneinträgliche 
Linien aufzulassen u. s w. 
Wir unterlassen es, der Verdienste zu gedenken, welche sich die Donau-Dampfschiffahrts- 
Gesellschaft durch ihre Leistungen nicht allein in den Tagen innerer Unruhen und drohender 
Kriege um den Staat und die Staatsverwaltung erworben; die Gesellschaftsorgane haben sie 
niemals bei den Verhandlungen mit der Regierung in die Wagschale geworfen; umsoweniger 
sollte aber eine richtige Verkehrspolitik der Gesellschaft bei der ersten Inanspruchnahme der 
ihr als Entschädigung für das aufgelassene Privilegium vertragsmässig zugesicherten, nur vor 
schussweise zu leistenden, Staatsgarantie die fernere Entwicklung erschweren. Dem Extreme 
der Ueberhastung folgte so das Extrem der Stagnation auf dem Fusse. 
Zum Glücke wies, wie der Garantievertrag von 1857 in seiner Kündigungsclausel, so das 
Additionalübereinkommen in seiner von vornherein auf 6 Jahre beschränkten Dauer, den 
Weg zu einer besseren Zukunft. Es galt nur den richtigen Moment zu treffen und die Männer 
zu finden, die in sich die Kraft und den Mntli trugen, die rettende That der Wiedergewinnung 
der gesellschaftlichen Unabhängigkeit, wenn gleich im mühsamen Ringen mit den Verhältnissen, 
zu vollziehen. Und dieser Moment war nicht ferne. —
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Innerhalb der zweiten Periode von 
waren 
1846—1862 
landesfürstliche Commissäre : 
Herr Michael Rueskefer, Ritter von Wellenthal, k. k. Hofrath (1844—1848), 
August Edler von Schwind, k. k Hofrath (1848), 
Anton Iinliof, k. k. Kegiemngs-Concipist (1849), 
Pr. Carl Hock, k. k. Ministeralrath , (1850—1856), 
Franz Edler von Rlunifeld, k. k. Ministerialrath (1851 u. 1856—1859), 
Adolf Parmentier, k k. Sectionsrath ' .. .(1859), 
Johann Ritter von Tischer, k. k. Sectionsrath (1860—1864) 
Der Administration gehörten an, u zw 
als Präsident: 
Herr Johann Freiherr von Sina (1840 — 1866). 
als Mitglieder: 
Herr Rudolf Freiherr von Puthon (1840—1866), 
% Adam Freiherr von Burg (1845— ), 
„ Josef Voigt (1844—1857), 
„ Carl Czörnig, Freiherr von Czcrnhansen (1845—1863), 
„ los. V. Wattmann, k. k. Regierungsrath (1844—1845), 
„ Anton Freiherr von Hohlholf Hier (1847—1848), 
„ Moriz Freiherr von Wodian er (1848—1866), 
„ Hr. Johann Caspar Ritter von Seiller (1857— ) 
Ausschüsse 
waren : 
Herr Johann Mayer (1846—1854), 
„ Franz Fleischhackel, Ritter von Hacken au (1846—1857), 
„ Moriz Graf Fries (1846 —1850), 
„ Johann Rapt. Benvenutti (1848 — 1858), 
„ Ludwig Robert (1846—1852), 
„ Carl Edler von Kendler (1850 — 1859), 
„ Hr. Johann Caspar Ritter von Seiller (1852—1857),
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Herr Samuel v. Dioszéghy 
„ Dr. August Edler von Wehli 
„ Dr. J. N. Herrmann 
„ Gustav Voigt 
„ Dr. Josef Neumann, Ritter von Spallart, k k. Rath 
,, Jonas Ritter von Künigswarter 
(1854—1879), 
.(1857—1859), 
(1858-1876), 
(1858—1862), 
(1859—1880), 
(1859—1872). 
Betriebs-Directoren 
Herr v. Kudrialfsky 
„ Deter Erichsen 
(1846—1848), 
(1849-1861).
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Abschluss des neuen Vertrages musste dennoch willkommen geheissen werden, denn 
nur auf Grund eines Uebereinkommens konnten die seit 1858 schwebenden Fragen 
zum Austrage gebracht, für die finanzielle und geschäftliche Gebahrung der Gesell 
schaft ein neuer fester Boden gewonnen werden. 
Die Gegenwart forderte unweigerlich ihr liecht; erst nach Befriedigung ihrer 
Postulate konnte Vorsorge für die Zukunft getroffen werden. In dieser Ueberzeugung 
beeilte sich die gesellschaftliche Administration mit der Staatsverwaltung definitive 
Abrechnung über die Jahre 1858, 1859 und 1860 zu pflegen. Dieselbe ergab nach 
Ausscheidung der der Gesellschaft ausschliesslich zu Lasten fallenden Posten im 
Betrage von 575.941 fl. ein Guthaben von 154.479 fl. zu Gunsten der letzteren, 
welches auch von der Staatsverwaltung alsbald zur Zahlung angewiesen wurde. 
Gleichzeitig genehmigte dieselbe den Beschluss der Generalversammlung, den 
reglementmässigen Beitrag zu dem Schiffsassecuranz-Fonde nur insoferne zu leisten, 
als derselbe erforderlich sein würde, um den Fond auf der normalmässigen 
Höhe von 4°/ 0 des Gesammtwerthes der Schiffe zu erhalten. Die Gesellschafts 
verwaltung ihrerseits deckte mit dem Eingänge aus der Staatscasse den Verlustsaldo des 
Jahres 1860 und setzte, um aus dem für die Actienrücklösung, für Schiffsreparaturen und 
Werthabschreibungen bewilligten Betrage per 2,000.000 fl. den zur Erhaltung des erforderlichen 
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he noch das Jahr 1861 zu Ende ging — am 15. November — 
erlangte das Additionalübereinkommen zu dem Garantievertrage vom 
23. Mai 1857 die A. h. Genehmigung und mit dem 3. December, 
dem Tage seiner Kundmachung, beiderseits bindende Rechtskraft 
für die Betriebsjahre 1861 bis 1866. So beengend auch seine Be 
stimmungen für die Action der Gesellschaft lauteten, so sehr dadurch 
jede Möglichkeit einer gedeihlichen Entwicklung unterbunden wurde ; der endliche
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Standes an Fahrzeugen und sonstigen Betriebsmitteln unerlässlichen Reparatursfond möglichst 
ungeschmälert zu erhalten, unter sorgsamer Berücksichtigung der gewonnenen Erfahrungen die 
Abschreibungen bei Dampfbooten von 6 auf 5 '/% % ; bei eisernen Transportschiffen von 5 auf 3 % 
für die älteren Boote, auf welche schon ergiebige Abschreibungen stattgefunden hatten, und auf 
3 V,% für die neuen; bei den hölzernen Transportschiffen von 25 auf 12°/ 0 ; bei den Inventars 
gegenständen der Schiffe auf 4 und der Stationen auf 2%; endlich bei den hölzernen Gebäuden 
von 5 auf 4 und den gemauerten auf 1% lierai). Bei den hölzernen Transportschiffen und bei 
den Gebäuden sollten die Abschreibungen nicht mehr von dem Inventarswerthe, sondern von 
den ursprünglichen Anschaffungskosten vorgenommen werden. Die Abschreibungen von dem 
Werthc der Altofner Werfte zu 10%, dann von dem der Winterhafenanlagen wurden unver 
ändert beibehalten, endlich wurde die Abschreibung von dem Fester Quai, der der Gesellschaft 
zugesicherten Benützungsdauer entsprechend, mit 2 % durchgeführt. Nur so durfte die 
Gesellschaftsverwaltung hoffen, durch die Abschreibungspercentö im Vereine mit den vorzu 
nehmenden Reparaturen, für welche die nöthigen Fonds besonders reservirt blieben, den Stand 
des wirklichen Werthes des gesellschaftlichen Besitzthums mit den den Rechnungswert!! 
repräsentirenden Conti übereinstimmend und dem zu vermindernden Actiencapitale conform 
zu erhalten, ohne die von der Staatsverwaltung begrenzte Summe zu überschreiten. — 
Kurz zusammengefasst, ergab dies neben der als »Verlustsaldo früherer Jahre« gebuchten 
Post von 575.941 fl. eine nicht unbeträchtliche schwebende Schuld, deren Zinsen ebensowenig, 
als ein grosser Theil der Einkommensteuer, in die Betriebsrechnung eingestellt werden durften, 
und einen limitirten Reparaturs- und Abschreibungsfond, sowie die Verpflichtung zur jährlichen 
Rücklösung von 1000 Action. Und mit dieser Verpflichtung war zugleich die successive Ver 
minderung des Betriebsmaterials und, strenge genommen, gleichzeitig der Rückgang der Unter 
nehmung dekretirt. 
Das war die finanzielle Lage der Gesellschaft, als der damalige Botriebsdirector Peter 
Erichsen mit Tod abging und der Betriebs-Oberinspector M. Cassian als sein Nachfolger 
die Leitung der Geschäfte und damit die Aufgabe übernahm, die gesellschaftliche Unter 
nehmung nicht allein über die Gefahren des Uebergangsstadiums aus der Periode des staatlich 
anerkannten Alleinrechtes zur Beschiffung der Donau und ihrer Nebenflüsse in jene der 
uneingeschränkten Concurrenz hinüberzuführen, sondern auch die Selbständigkeit und Vollkraft 
derselben für jenen Moment zu sichern, in welchem der letzte Rest staatlichen Schutzes aufhören 
und die Gesellschaft der grossen Aufgabe gegenüberstehen würde, auf sich allein beschränkt, 
den Wettkampf mit anderen Verkehrsunternehmungen aufzunehmen. 
Das gesellschaftliche Schiffsmateriale bestand aus 95 Raddampfern mit 11.253 Pferde 
kräften, 24 Propellern mit 675 Pferdekräften, 437 Waaren-Trausportschiffon, 21 Schweinbooten 
und 16 Kohlentendern, zu deren Instandhaltung, wenngleich trefflich eingerichtete, so doch 
äusserst kostspielige Werften dienten. Daneben ein Kohlenwerk, das, so werthvoll und zukunft- 
verheissend es seiner mächtigen Lager und der Vorzüglichkeit seiner Producte wegen auch war, 
doch erst des Aufschlusses und der äusseren Abrundung, sowie eines stabilen Arbeiterstandes , 
bedurfte; endlich eine Eisenbahn, die noch der Verbindung mit/len grossen Schienenwegen der 
Monarchie harrte und zunächst nur die Kohlenzufuhr zu den Schiffen vermittelte. 
Das Hauptaugenmerk galt nunmehr der Wiedergewinnung der vollen Rentabilität der 
gesellschaftlichen Unternehmung aus dem eigenen Ertrage, verbunden mit steter Rücksichtnahme 
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auf die öffentlichen Interessen und das zu erreichende Ziel, die Donau-Dampfschiftährts-Gesell- 
schaft sich gross und mächtig entfalten zu lassen. Diese Losung leitete fortan die Betriebsdirection 
bei allen ihren Massnahmen; und wie der bestimmende Impuls zunächst von dieser Stelle 
ausging, so war es auch eine nothwendige Folge, dass mit der gesteigerten Verantwortlichkeit 
auch ihr Einfluss und ihre Wirksamkeit gewann. 
Der Rechenschaftsbericht über das Jahr 18GO entwickelte bereits das Actionsprogramm 
der neuen Geschäftsleitung, indem er betonte, es sei, »um die Zukunft des Unternehmens zu 
sichern und zugleich die hierüber bestehenden und sich mitunter widersprechenden Ansichten 
zu berichtigen, nothwendig, die Rentabilität des Unternehmens aus dem eigenen Ertrage wieder ) 
zu erreichen«. 
Als die hiezu zweckdienlichen Mittel bezeichnete der Bericht »die Vermehrung der 
Einnahmen und Verminderung der Kosten«, fügte jedoch sofort hinzu, dass die Vermehrung 
der Einnahmen nicht etwa durch Erhöhung der Tarife, sondern durch grössere Belebung Und 
Ausdehnung des Verkehres der Unternehmung, die Verminderung der Kosten aber nur nach 
allseitiger Erwägung, an welchen Auslagen Ersparungen möglich und zweckmässig seien, 
angestrebt werden dürfe. 
Dass das Verwaltungsjahr 18GO trotz der grössten Rührigkeit auf allen diesen 
Gebieten und dem Steigen der Einnahmen mit einem Ausfälle von 1G0.000 fl. abschloss, findet 
in dem Umstande seine Erklärung, dass dem Betriebe ausnahmsweise einige Lasten erwuchsen, 
welche, wie die Kosten der Emission des Verlosungsanleheus vom Jahre 1857, denselben eigentlich 
nicht betrafen, und dass überdies nach den damaligen Statuten die vollen Werthabschreibungen 
in Rechnung gestellt werden mussten. 
Besondere Aufmerksamkeit erforderten die Ausgaben für den Brennstoff, und wurden 
einerseits zur Förderung des Abbaues der gesellschaftlichen Kohlenflötze wie zur Erweiterung des 
Absatzgebietes ihrer Kohle die Coaksbereitung und Briquettesfabrikation eingeführt, andererseits 
die Verminderung des Kohlenverbrauchs durch rasche Aneignung der Fortschritte der Technik in 
Heizapparaten und Heizmethoden angestrebt, wobei sich die Einführung der Heizprämien sein- 
förderlich erwies. Der Erfolg blieb nicht aus. Der Preis der Kohle sank von 1859 bis 1863 von 
GO 2 kr. auf 53 kr. per Centner, nachdem sich derselbe erst 1858 in Folge der Eröffnung der 
Mohäcs-Füufkirchener Bahn um 7-8 kr per Centner ermässigt hatte. 
Die Vervollkommnung des Schiffahrtsdienstes wurde über dem nicht vergessen ; ins 
besondere die Passagierboote längerer Fahrt erhielten in diesem Zeitabschnitte jene comfortable 
Einrichtung, welche seither ihren Ruf und ihre Beliebtheit bei dem Publikum begründeten. 
Den grössten Nachdruck legte man jedoch auf die raschere Bewegung der Betriebsmittel 
und führte zu diesem Beliufe im Jahre 18G2 die sogenannten Meilengelder für die Schiffsmannschaft 
ein. Diese Einrichtung, bei den Eisenbahnen schon seit Langem mit grossem Erfolge durch 
geführt, empfahl sich für die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft um so mehr, als ihrer 
Centrale kein Betriebstelegraph zur Verfügung stand, mit dem sie die auf der ganzen Strom 
ausdehnung zerstreute, elementaren Zufälligkeiten und vielfachen Fährlichkeiten ausgesetzte, 
Flotte zu dirigiren vermochte. 
Wurden auch die Betriebsausgaben durch die Meilengelder nicht unbeträchtlich erhöht, 
so erreichten doch die Leistungen der gesellschaftlichen Schifte eine vorher nicht gekannte 
Höhe und förderten dadurch die Einnahmen in einem Masse, zu welchem jene Mehr-
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        —&gt; 58 *— 
auslage in keinem nennenswerten Verhältnisse stand. Um nur Eines zu erwähnen, es stiegen 
die von den gesellschaftlichen Waarenschiffen bewältigten Centuermeilen, welche im 
Jahre 1862 nur 922,265.849 betragen hatten, 1863 auf 1,015.565,245 und 1864 auf 
1.160,263.620 Centuermeilen, ohne dass inzwischen die Zahl der Schilfe erheblich vermehrt 
worden wäre. 
Nur so konnte man den bestehenden Schiffahrtslinien neue einfügen, wie die Drau, 
die Donaustrecke Regensburg-Donauwörth (1862) und den Prnth von seiner Mündung bis 
Germanesti (1864), ohne die Zahl der Schiffe zu vermehren. 
Charakteristisch für diesen Zeitabschnitt ist der Wettkampf der Donau - Dampfschiff 
fahrt mit den Eisenbahnen, der, immer lebhafter entbrennend, sich in seinem Verlaufe aufreibend 
zu gestalten drohte. 
Er führte, wie nicht anders zu erwarten war, endlich zu der Ueberzeugung, dass ein 
vortheilhafter Friede und ein einverständliches Wirken dem für alle Th eile verderblichen Tarif 
kriege vorzuziehen sei. Der Donauverkehr, dem schon die Priorität gebührt, ist in seiner 
Gänze einmal nicht abzulenken, zumal die Wasserstrasse einen Frachtsatz ermöglicht, der 
mit dem Schienenwege nicht verträglich wäre. 
Eine Reihe von Uebereinkomnren entwuchsen dann dieser Erkenntniss : 1862 mit der 
Kaiserin Elisabeth - Bahn und mit der Kaiser Ferdinands-Nordbahn, wodurch ein Anschluss 
dienst in der Station Floridsdorf; 1863 mit der österreichischen Staatseisenbahn-Gesellschaft, 
wodurch der Anschluss in der Station Razias und der directe Verkehr zwischen den Stationen 
Wien, Pressburg und Pest einerseits und den Stationen der untersten Donau andererseits, 
endlich mit der südlichen Staatseisenbahn-Gesellschaft, wodurch der Anschluss in der Station 
Kottori geregelt wurde. Eine ähnliche Uebereinkunft kam mit der 1861 eröftheten Czernavoda- 
Kustendje-Bahn zu Stande, wodurch der rasche Verkehr mit Constantinopel wesentlich 
gefördert wurde, iudem von 1863 an auch die Frachten an den Vortheilen der Wegkürzung 
participirten. Dagegen blieb die gesellschaftliche Unternehmung in Deutschland vorläufig 
auf den 1862 mit der Direction der königlich baierischen Staatsbahnen vereinbarten Anschluss 
in Donauwörth, beschränkt und gelang es erst 1864, eine directe Verbindung zwischen der 
baierischen Ostbahn und der Dampfschiffahrt in Regensburg und Passau zu Stande zu bringen. 
So endete der Tarifkrieg zwischen der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft und den 
mit ihr concurrirenden Eisenbahnen ; es trat ein ehrlicher, wenn auch bewaffneter, Friede ein, wie 
ihn das wirtlischaftliche, das Verkehrsleben erheischt. 
Anders musste sich der Verlauf der Dinge in Rücksicht auf die concurrirenden Schiffahrts- 
Unternehmungen gestalten. Diese wollten auf einem Felde ernten, welches die Donau-Dampf- 
schiffahrts-Gesellschaft bebaut hatte, und beschränkten meist von vornherein ihre Action auf 
productive Localstrecken, olmo an die grössere Aufgabe einer Verkehrsvermittlung zwischen 
Orient und Occident zu denken. 
Hatte überdies unbedachte Ausnützung des Augenblickes und mangelnde Vorsorge für 
die Zukunft den Keim der Auflösung gezeitigt, den diese Unternehmungen in sich trugen, so 
bedurfte es kaum noch der Taktik des grösseren Rivalen, um sie von dem Schauplatze ver 
schwinden zu machen. 
Unter solchen Umständen war, wenngleich in den Ausläufern einzelner Linien, 
wie jener der Theiss, die Personenfahrten eingestellt werden konnten, weil sie seit dem
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Bestünde der Theissbalm aufgehört hatten, ein Bedürfniss zu sein, weder an eine gänzliche 
Auflassung selbst minder rentabler Linien, noch aber an eine Reduction der Betriebsmittel 
zu denken. Im Gegentheile, es war dringend geboten, dieselben, den wechselnden Strom 
verhältnissen der Donau entsprechend, durch kräftige aber sehr seicht gehende Remorqueure 
zur Verwendung auf der Save, zum Lichterdienst auf den Katarakten nächst Orsova und zur 
Beschiffung der Untiefen zwischen Gönyö und Pressburg, wie der obersten Donau, zu vervoll 
ständigen. 
Die in diese Zeit fallende Erwerbung des baierisehen Schiffsparks, bestehend aus 15 Dampf 
booten und 19 Schleppen, zu dem mässigen Preise von 400.000 H. süddeutscher Währung 
und unter günstigen Zahlungsbedingungen half zwar einigermassen den Verkehrsstockungen der 
folgenden Jahre ab. Indessen erreichte die Ungunst der Stromverhältnisse den Höhepunkt 
im Jahre 1863, in welchem der Wasserstand am Orsovaer Pegel volle 365 Tage, somit das 
ganze Jahr hindurch, unter jenem Niveau blieb, bei welchem erst die Schiffahrt über die 
Katarakte betrieben werden kann. Was diese Thatsache besagen will, wird einleuchtend, wenn 
man bedenkt, dass in den vorangegangenen 25 Jahren, einschliesslich der Jahre 1861 und 1862, 
der Wasserstand am Orsovaer Pegel im Durchschnitte alljährlich wenigstens 201 Tag über 
9 Schuh gewesen war. 1863 konnten daher nur 7 Eilschiffe in director Fahrt über das Eiserne 
Thor verkehren, und die Beförderung der Reisenden und der Güter musste den grössten Tlieil des 
Jahres hindurch auf eine Entfernung von 12 Meilen zu Land durch eine nahezu menschenleere, 
unwirthbare Gegend bewerkstelligt werden. Und wie an den Katarakten, machten sich Trockenheit 
und Dürre. auch auf den übrigen Schiffahrtsstrecken geltend. Auf der Theiss musste oberhalb 
Szegedin die Schiffahrt schon Mitte Juli eingestellt, auf der Savelinie Semlin-Sissek aber die 
Ladung bei einer Fahrt dreizehnmal gelichtet werden; auf der oberen Donau blieb die Schiffahrt 
in nächster Nähe von Wien wochenlang unterbrochen, und konnten zwischen Pressburg und Gönyö 
nur noch die seichtest gehenden Dampfboote verkehren. 
Mit den vorgeschilderten Elementarzuständen war aber die Zahl der ungünstigen Ein 
flüsse noch nicht erschöpft, denen die Unternehmung machtlos gegenüber stand. Zu der Wasser- 
noth gesellten sich nämlich 1862 die Rückwirkungen des amerikanischen Krieges, welche mit 
erdrückender Schwere auf der gesammten europäischen Industrie lasteten und eine grosse Anzahl 
einheimischer Fabriken und industrieller Anlagen lähmten ; ferner die ernsten Verwicklungen 
zwischen der Türkei und Serbien, welche die Gesellschaft nöthigten, die Fahrten ihrer Schiffe 
längs des serbischen Ufers vom Tage des Belgrader Bombardements bis zum Schlüsse der Schilf 
fahrt einzustellen; 1863 endlich wurde noch Ungarn von einer Missernte betroffen, welche jede 
Exportmöglichkeit benahm, während der Import von Körnerfrüchten aus den unteren Donau 
ländern durch die Wasserstandsverhältnisse der Donau unmöglich war. 
Als fördernde Umstände erwiesen sich dagegen, ausser der schon früher erwähnten Er 
öffnung der Czernavoda-Kustendje-Bahn, die Vollendung der Strecke Steinbrück-Sissek und die 
Eröffnung der Drauschiffahrt, sowie die Einbeziehung der Linie Regensburg —Donauwörth, welche 
mit dem Ankäufe der baierisehen Schiffe erfolgte. Der Ausbau der Eisenbahnlinie Steinbrück- 
Sissek erschloss dem Exporte ungarischer Producto nach dem Mittelmeere neue Bahnen, während 
hauptsächlich die Schiffbarmachung der Drau den Waldbeständen Slavoniens einen Absatz weg 
eröffnete, auf welchem Holz, namentlich zu Fassdauben verarbeitet, in den Welthandel 
gelangen konnte. 
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Dass unter den früher geschilderten Umständen die finanziellen Erfolge hinter den 
gehegten Erwartungen Zurückbleiben mussten, bedarf wohl keiner näheren Darlegung. Die 
Bewältigung der Schift'ahrtshindernisse, namentlich jener an den Katarakten, paralysirte die 
Ersparnisse, welche in der inneru Organisation des Unternehmens erreicht worden waren, 
während die Nothwendigkeit, auf anderen Strecken zum Tlieile mit halber, ja mit Drittel 
ladung zu fahren, eine gedeihliche Entwicklung nicht zuliess. Die Erträgnisse der gesell 
schaftlichen Unternehmung in den Jahren 1861, 1862 und 1863 blieben hinter den 
garantirten um 638.981 fl., 1,256.102 fl. und 1,193.394 fl. zurück, und der Staatsschatz 
musste mit Beträgen in der Höhe von 776.393 fl., 1,180.064 fl. und 989.585 11. in Anspruch 
genommen werden. 
Die VerkehrsziItem derselben Periode zeigen indess, dass die Leistungen der Gesellschaft 
in steter Progression begriffen waren; ein Effect, der somit mehr dem allgemeinen Handel und 
Wandel, als ihrem berechtigten Interesse zu Statten kam. 
Der Verkehr umfasste: 
1861: 612.571 Personen und 17,006.671 Centner Frachten ; 
1862: 716.858 » » 17,434.237 
1863: 759.767 » » 19,712.688 
Erst im Jahre 1864 begannen die Früchte zu reifen, für deren Erzielung und Pflege 
man so viel gethan hatte; das Actiencapital lieferte eine 7‘2"/ 0 ige Verzinsung, ohne dass es 
nothwendig war, wie in den Vorjahren, den Keservefond heranzuziehen. Von der Staatsverwaltung 
brauchte nur noch ein Zuschuss von 28.642 fl. in Anspruch genommen zu werden. 
Um den Nachwirkungen der Missernte von 1863 in Ungarn zu begegnen, wurde im 
Frühjahre 1864 der grösste Theil der gesellschaftlichen Flotte nach der untersten Donau ent 
sendet und gelangten dadurch in den ersten Monaten des Jahres 1864 nicht weniger als 
1,189.095 Centner Getreide aus den rumänischen Häfen nach dem Innern Oesterreichs. Als 
sich dann in der zweiten Hälfte des Jahres die Lage des Getreidehandels in Folge einer auf dem 
ganzen Continente wie in England gesegneten Ernte total veränderte, entwickelte sich ein 
Verkehr, dem die gesellschaftlichen Schlepper nicht mehr genügen konnten, so dass die 
disponiblen Dampfer zum Schleppen beladener Kuderschiffe verwendet werden mussten. Der 
Waarentransport umfasste im Ganzen 21,662.704 Centner; an Getreide allein wurden 
8,955.625 Centner verfrachtet. 
Unter der Einwirkung dieses Geschäftsaufschwunges entstand der Beschluss der 
Generalversammlung vom 13. Mai 1865, von dem Vorbehalte der Kündigung des Additional 
übereinkommens vom 3. December 1861 Gebrauch zu machen, eine angemessenere Regelung 
der Reparaturs- und Abschreibungsmodalitäten zu verlangen und bis zum Abschlüsse dieser 
neuen Verhandlungen die seit 1858 schwebende Frage der Statutenrevision zu vertagen. Weiters 
Hess sich die Administration zur Aufnahme eines Anlehens im Betrage von 2*/, Millionen 
Gulden ermächtigen,- um daraus die schwebende Schuld zu tilgen und so an den Kosten ihrer 
Verzinsung zu ersparen. Beide Beschlüsse gaben aber zugleich der, nunmehr auch durch eine 
mehr als dreijährige Erfahrung constatirten, Ueberzeugung Ausdruck, dass durch die Beschrän 
kungen des Additionalübereinkommens vom 3. December 1861 der Gesellschaft die Mittel 
entzogen waren, ihr Betriebsmaterial einer den Anforderungen der Zeit entsprechenden Vervoll-
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        —» 6 % *— 
kommnung entgegenzuführen. Nichtsdestoweniger fand die Gesellschaftsverwaltung bei der 
Regierung nur geringes Entgegenkommen. Verhandlungen darüber wurden zwar nicht ollen 
abgelehnt, sie zogen sich aber in die Länge. 
1805 öffneten sich noch einmal alle Schleussen des Missgeschicks, um behindernd und 
lähmend auf die Schiffahrt einzuwirken. Störenden Hochfluthen im Spätfrühling folgte alsbald 
ein seit Menschengedenken nicht dagewesener Wassermangel, welcher alle Quellen und Ströme 
des südöstlichen Europas versiegen zu machen drohte. Vom Monate Juli angefangen konnten die 
Schiffe auf 390% Meilen, also auf dem grösseren Theile des 715% Meilen umfassenden Schiff 
fahrtsgebietes, nur mit einem Drittel ihrer Ladungsfähigkeit befrachtet werden, auf anderen 
Linien geraume Zeit gar nicht verkehren, während gegen Ende des Monates November die 
Thätigkeit auf mehreren Strecken gänzlich eingestellt werden musste. Dazu kam im Monate 
August der Ausbruch der Cholera an der untersten Donau, wodurch die Reisenden von der 
Benützung der Donauroute nicht minder abgeschreckt wurden, als durch die auf beiden Ufern 
eingeführte Quarantaine. 
Also wieder ein unvermeidlicher Erträgnissausfall, zu dessen Deckung ein Staats 
zuschuss erforderlich war ; aber doch nur ein Rückgang der Passagierfrequenz um 4000 Per 
sonen und sogar eine Frachtenzunahme um 4-75% ! — 
Mit 1866 begannen endlich die Jahre aufsteigender Linie. Obwohl die Drangsale eines den 
grössten Theil unseres Vaterlandes verheerenden Krieges, die Fortdauer der allgemeinen 
Unsicherheit und Entmuthigung nicht geeignet waren, Hoffnungen auf ein günstiges Erträgniss 
zu erregen, so erreichten doch die Einnahmeziffern in Folge der energischen Ausnützung des 
B'etriebsmateriales und der unablässigen Unterstützung des Exportes durch ein rationelles Tarif 
system eine Höhe, welche nicht allein gestattete, jeglichen Zuschusses von Seite des Staates 
zu entrathen, sondern überdies einen Ueberschuss von 546.892 ff. ergab. Es hätte eine 
9* 82 %ige Dividende vertheilt werden können, wenn dies nicht die Bestimmungen des Garantie 
vertrages verwehrt hätten. 
Dabei hatte sich der Schiffspark blos um 4 aus dem Bestände der k. k. Kriegsmarine 
erworbene Dampfboote von 400 Pferdekräften vermehrt. 
Die Frage war nunmehr die, ob die Leistungsfähigkeit der gesellschaftlichen Unter 
nehmung mit dem Entwicklungsgänge des Verkehres vollkommen gleichen Schritt werde zu 
halten vermögen. Leider konnte diese Frage nicht unbedingt bejaht werden. Die Bestimmungen 
der Garantieverträge standen hindernd im Wege; denn auch das neue Additionalüberein 
kommen, welches zwischen der Gesellschaft und der Regierung vereinbart worden war, aber noch 
der kaiserlichen Genehmigung harrte, gewährte nur eine unzureichende Aushilfe. Das in dem 
Zusatzverträge von 1861 für Schiffsreparaturen und Nachschaffungen, sowie zur Rücklösung 
von 12.000 Actien, ausgeworfene Jahrespauschale wurde von 2,000.000 ff. auf 2,300.000 fl. 
erhöht. Der Termin für die Einlösung der noch restlichen 6000 Actien wurde eventuell auf 
12 Jahre ausgedehnt, die Einstellung der Zinsen von zwei Millionen Gulden der ehemaligen 
schwebenden Schuld in die Betriebsrechnung gestattet, die in letztere einzurechnende Quote 
der Einkommen- und Erwerbsteuer sammt Zuschlägen von 73.687 fl. auf 101.000 fl. erhöht, 
und endlich der an den Staat rückzuzahlende Gewinnüberschuss des Jahres 1866 im 
vorerwähnten Betrage von 546.892 fl. der Gesellschaft als unverzinsliches Darlehen zur 
theilweisen Tilgung der von ihr für Nachschaffungen und Reparaturen mehr verausgabten
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—. 62 *— 
Summen in der Höhe von 800.000 ft. für die Dauer des neuen Uebereinkommens, d. i. bis 
Ende 1872 belassen. 
Das war Alles, was in Aussicht gestellt wurde ; damit sollte die Gesellschaft ihr 
Betriebsmaterial auf einer Höhe erhalten, geeignet, allen Ansprüchen des Handels und der 
Industrie gerecht zu werden. Die Unmöglichkeit war evident. 
Nichtsdestoweniger nahm an der aussergewöhnlichen Prosperität des Jahres 1867 auch 
die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft entsprechenden Antheil. Unter den Segnungen des dem 
Vaterlande wiedergewonnenen Friedens, dem die Verständigung der beiden Reichshälften über 
die Grundlagen des inneren staatsrechtlichen Verhältnisses zwischen den Ländern der Stefans 
krone und den übrigen Theilen der Monarchie auf dem Fusse folgte, begannen sich allenthalben 
reges geschäftliches Leben und industrielle Unternehmungslust zu entfalten und schufen so die 
wirthschaftliche Atmosphäre, in welcher auch die dem Transport gewidmeten Anstalten gedeihen 
können. Selbst die Natur schien diese Bestrebungen unterstützen und alte Wunden heilen zu 
wollen, indem sie über die von mehrjährigem Misswachs heimgesuchten Donauländer den reichsten 
Erntesegen in ungeahnter Fülle niedergehen liess, während derselbe den westlichen Ländern 
versagt blieb. Unberechenbare Ansprüche traten an alle Verkehrsinstitute heran, da, je grösser 
der Bedarf des Auslandes an Getreide war, desto grösser auch die Sorge des Inlandes um die 
eigene Verproviantirung wurde. 
Der Güterverkehr erreichte die enorme Ziffer von 23,754.633 Centnern, welche einen 
Gesammtweg von 1.521,417.161 Centnormeilen zurücklegten. Darunter waren 10,291.702 
Centner Getreide, 10,251.975 Centner Kaufmannsgüter und 3,210.956 Centner Kohlen. 
Aber auch der Personenverkehr hob sich 1867 wieder rasch, zumal die Leiden des 
Krieges bald vergessen waren, und die Krönungsfeierlichkeiten in Budapest wie die Welt 
ausstellung in Paris die Reiselust vermehrten. 
Die inzwischen erfolgte Eröffnung der Rustzuk-Varna-Bahn hatte die Dauer einer Reise 
von Wien nach Constantinonpel mit Benützung der Donauroute auf 3 % Tage abgekürzt, wodurch 
gleichzeitig die Beförderung der Briefpost auf der untersten Donau ausschliesslich den gesell 
schaftlichen Schiften zufiel. 
Das Reinerträgniss vom Jahre 1867 lieferte eine 13’83°/ 0 ige Verzinsung des Actien- 
capitals und nach Abschlag der garantirten 8°/ 0 igen Acticnrente einen Betrag von 1,337.528 ft. 
zur eventuellen Rückzahlung an den Staat. 
So glänzend dieses Ergehniss war, wurde es doch von jenem des Jahres 1868 noch über 
troffen. In Folge der gesteigerten Consumtionskraft der Donauländer erfuhr trotz der minder 
reichen Ernte der Personen- und Güterverkehr eine weitere, höchst ansehnliche Steigerung und 
brachte ein 14-17%iges Reinerträgniss, beziehungsweise eine Summe von 1,466.340 ft., zur 
Tilgung der Garantie Vorschüsse ein. Dabei wurde die vorgeschriebene Actienrücklösung in 
diesem, wie in dem vorangegangenen Jahre, wenn auch nur im restringiiten Masse des Ueber 
einkommens vom 4. Juli 1867, durchgeführt. 
In das Jahr 1868 fiel zugleich die Arrondirung des gesellschaftlichen Bergwerksbesitzes 
durch die Pachtung der Szabolcser Kohlengruben und die Erwerbung des grossen Vasaser Revieres. 
Ebenso gelangte die seit Jahren geplante Eisenbahn von Fünf kirchen nach Bares unter Bethei 
ligung der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft zur Ausführung, wodurch die Mohäcs-Fünf- 
kirchener Linie mit den grossen Schienenwegen der Monarchie in Verbindung gesetzt wurde.
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Mit diesem Jahre darf die Krisis als überwunden betrachtet werden, welche die 
plötzliche Abolition des Privilegiums im Zusammentreffen mit einer Kette von widrigen Um 
ständen der Gesellschaft bereitet hatte ; sie hatte das Werk der inneren Gonsolidirung unter den 
beengendsten Verhältnissen im steten Ringen mit widerstrebenden Zeitumständen aus eigener 
Kraft vollendet und zugleich einen Höhepunkt der Entwicklung erreicht, von dem aus sie mit 
Genugtuung den zurückgelegten Weg überblicken konnte ! 
Die Donau - Dampfschiffahrts - Gesellschaft befuhr 1868 die Donau beinahe allein von 
Donauwörth bis zur Sulina-Mündung; sie besass zwar kein Privilegium mehr von Gesetzeswegen, N 
allein sie nahm eine dominirende Stellung ein kraft ihrer Leistungsfähigkeit und kraft der \ 
freiwilligen Zustimmung Aller, welche des Donauverkehres bedurften. 
Eine grosse Aufgabe war gelöst, allein es war damit die Zukunft der Gesellschafts- 
unternehmnng noch nicht als gesichert zu betrachten. Denn sollte sie nicht einem schleichenden 
Siechthume erliegen, so musste sie die Fesseln der staatlichen Bevormundung abstreifen. Die 
Ueberzeugung von der Notwendigkeit schleuniger Durchführung dieses Gedankens fasste um 
so tiefer Wurzel, als der letzte Versuch, die Verhandlungen mit der Regierung, welche zu 
dem Additionalübereinkommen vom 4. Juli 1867 geführt hatten, zu einem gedeihlichen 
Abschlüsse zu bringen, fehlgeschlagen war, und man sich nicht verhehlen konnte, dass mit 
den Leistungen der Jahre 1867 und 1868 die Fahrthätigkeit der gesellschaftlichen Schiffe » 
an der äussersten Grenze angelangt sei. Es war zu befürchten, dass, wenn der Gesellschaft 
nicht die Mittel gelassen werden, ihren Schiffspark auf einer dem Verkehre entsprechenden Höhe 
zu erhalten und zu vermehren, die unverkennbare Tendenz zur Gründung neuer Schiffahrts- 
uuternehmungen Fleisch und Blut gewinnen werde; ja es lag die Gefahr nahe, dass die Gesellschaft, 
wenn sie sich auf die Reparatur ihres Betriebsmaterials beschränken müsste, ohne zu Nach 
schaffungen im grösseren Style schreiten zu können, eines Tages auf nahezu unbrauchbare 
Schiffe angewiesen sein werde. 
Die ganze Grösse dieser Gefahr enthüllte jedoch erst das Andringen der Staatsverwaltung 
zur ungeschmälerten Abgabe des im Jahre 1867 erzielten reinen Ueberschusses. So wenig vom 
juristischen Standpunkte aus dagegen einzuwenden war, so sehr widerrieth es der geschäftliche, 
dieser Anforderung im ganzen Umfange nachzukommen. 
Die Generalversammlung vom 30. Mai 1868 erfasste daher den richtigen Zeitpunkt,! 
indem sie die Administration und den Ausschuss über deren Antrag ermächtigte, mit der 
Regierung Verhandlungen zu dem Zwecke einzuleiten, dass entweder die Ansprüche des Staats 
schatzes auf Rückersatz der von demselben geleisteten Vorschüsse, welche mit Ablauf des Jahres 
1880 vertragsmässig vollständig erlöschen, in einem bestimmten limitirten Betrage anerkannt, 
dagegen die freie Disposition über alle Jahresüberschüsse eingeräumt, oder aber wenigstens das 
Zugeständnis gemacht werde, die in günstigen Jahren sich ergebenden Ueberschüsse nicht sofort 
im vollen Betrage an den Staatsschatz abzuführen, wogegen eine verhältnismässige Verlängerung 
der Rückvergütungspflicht über das Jahr 1880 stipulirt werden könnte. 
Selbstverständlich mussten die bezüglichen Verhandlungen, den geänderten staatsrecht 
lichen Verhältnissen entsprechend, mit beiden Reichsregierungen eröffnet werden. Allein weder 
in Wien noch in Budapest herrschte wirkliches Entgegenkommen. Mehrfache Besprechungen der 
Vertreter der Gesellschaft mit den Repräsentanten der Staatsverwaltung ergaben zwar die 
Thatsache, dass die Regierungen einer solchen Verständigung principiell nicht abgeneigt seien,
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— &gt; 6 ^ — 
gleichwohl konnte bei dem Festhalten der gesonderten Standpunkte eine Einigung nicht 
erreicht werden. 
In der Generalversammlung vom 29. Mai 1869 war die gesellschaftliche Administration 
nur in der Lage, zu berichten, dass eine Theilung der eventuellen Jahresüberschüsse zwischen 
der Staatsverwaltung und der gesellschaftlichen Unternehmung selbst mit einer verhältniss- 
mässigen Verlängerung der Rückvergütungspflicht über das Jahr 1880 wenig oder gar keine 
Aussicht auf Annahme seitens der beiden Regierungen habe, und dass eine Entscheidung entweder 
zum bedingungslosen Fortbestände des bisherigen Garantieverhältnisses mit allen seinen Rechten, 
aber auch mit allen seinen Verpflichtungen, oder aber zur gänzlichen Auflösung der Staats 
garantie mit einer freien Bewegung für die ungehinderte Entwicklung und Ausdehnung der 
gesellschaftlichen Unternehmung unabweisbar werde. 
Nach langwierigen, mehrmals abgebrochenen Verhandlungen kam endlich der Ent 
wurf zu einem Uehereinkommen zu Staude, kraft dessen der Vertrag vom 23. Mai 1857 mit den 
beiden Nachtragsübereinkommen vom 3. December 1861 und 4. Juli 1867 ausser Kraft 
treten und die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft namentlich auf jeden Anspruch auf Staats 
garantie oder Subvention verzichten, dafür aber das volle Eigenthums- und Verwaltungsrecht 
über alle ihre Mobilien und Immobilien erhalten sollte; so zwar, dass für die Ausübung dieser 
Rechte nur die in den Statuten enthaltenen Bestimmungen massgebend sein sollten. §. 9 der 
Concessionsurkunde der Eisenbahn Mohács-Füufkirchen sollte dahin abgeändert werden, dass 
die ungarische Regierung auf die Dauer von 30 Jahren vom Tage der Betriebseröftuung, d. i. vom 
1. December 1858 an, also bis 1. December 1888 auf das Recht zur halbjährigen Kündigung des 
Betriebes verzichte, dagegen die weitere Bestimmung aufrecht bliebe, wonach die Staatsverwaltung 
die zur Zeit der Einlösung der Bahn noch nicht amortisirte, von der Gesellschaft bestrittene Bau 
summe haar zu vergüten hätte. Endlich sollte sich die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft ver 
pflichten, 2,750.000 fl. haar in vier sechsmonatlichen Raten mit 5% Zinsen vom 1. Jänner 1869 
an die Staatscasse zu zahlen, wohingegen sie von der Rückzahlung der empfangenen Garautie- 
vorschüsse sammt Zinsen, sowie auch jenes Vorschusses per 546.892 fl., den sie auf sechs Jahre 
von 1867 an unverzinslich erhalten hatte, enthoben werden sollte. Ausserdem übernahmen die 
Regierungen der beiden Reichshälften gegenüber der Donau-Dampfschiflahrts-Gesellschaft die 
Verpflichtung, ihr auf administrativem Wege alle jene Begünstigungen zuzusichern, welche in 
Hinkunft anderen Donau - Dampfschiflahrts - Unternehmungen gewährt werden würden, und 
erklärten sich bereit, den Entwurf dieses Uebereiukommeus zur A. h Genehmigung, sowie zur 
Erwirkung der verfassungsmässigen Beschlüsse, vorzulegen. 
Das waren die Lineamente des Refundirimgsvertrages, welcher die Donau-Dampf 
schiflahrts - Gesellschaft wieder in die Reihe der unabhängigen Privatunternehmungen 
stellen sollte. 
Zur Perfectionirung dieses Uebereinkommens wurde von Seite der Gesellschafts 
verwaltung eine ausserordentliche Generalversammlung auf den 12. April 1870 einberufen und 
derselben unter bündiger Recapitulation der ganzen Sachlage die Annahme des Uebereinkommens 
empfohlen. Der Bericht der Administration schloss mit den Worten: »So beruhigend die im 
Jahre 1856 ausgesprochene Gewährleistung der Reinerträgnisse auch schien, so muss sich die 
Administration nach den gemachten Erfahrungen der letzten Jahre doch dahin aussprechen, 
dass sie es für einen sicheren und dauernden Fortbestand, für die Sicherung des Anlagecapitals, 
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sowie für eine gedeihliche Fortentwicklung und freie, unabhängige Bewegung des gesellschaft 
lichen Unternehmens für richtiger hält, dass, wenn zwischen dem unbedingten Fortbestand des 
Garantieverhältnisses und der Auflösung desselben zu wählen ist, sich für das Letztere ent 
schieden werden sollte.« 
In der That genehmigte die Generalversammlung den Antrag der Administration ; 
jedoch wurde mit Rücksicht darauf, dass in dem vorgelegten Vertragsentwürfe die Verpflichtung 
der ungarischen Regierung zur sofortigen Zurückzahlung der noch nicht amortisirten Bausumme 
der Mohács - Fünfkirchener Bahn im Falle der Betriebskündigung keinen klaren Ausdruck 
gefunden hatte, sowie, dass die Zusicherung des Meistbegünstigungsrechtes der Donau-Dampf 
schi ttahrts-Gesell schalt nur im administrativen Wege und überdies nur dahin gegeben worden 
war, dass die beiden Reichsregierungen nicht gesonnen seien, während der Dauer des 
Privilegiums der Ersten k. k. priv. Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft anderen Donau- 
Dampfschi H'ahrts - Unternehmungen eine Zinsengarantie oder anderweitige Begünstigungen 
zu gewähren, beschlossen: Die Gesellschaftsverwaltung solle zu dem definitiven Abschlüsse 
des in Rede stehenden Uebereinkommens nur unter der Bedingung ermächtigt sein, dass die 
Staatsverwaltung sich verpflichte, 
1. im Falle der Kündigung des Betriebsrechtes der Molutcs-Fünfkirchener Bahn das 
zur Zeit der Uebergabe nicht amorti sirte Baucapital der Gesellschaft in baarem Gehle zu 
bezahlen, und 
2. jede wie immer geartete Zinsengarantie oder andere Begünstigung, welche in 
der Folge anderen Dampfschiflährts-Unternehmungeu etwa zugestanden werden sollten, auch 
der Ersten k k. priv. Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft in gleicher Weise und im gleichen 
Ausmasse einzuräumen. 
In Folge dessen waren neuerliche Verhandlungen mit der Staatsverwaltung erforderlich, 
die erst im März 1871 zu einer zustimmenden Erklärung der beiden Finanzminister führten, 
worauf der Vertrag von den Vertretern der Gesellschaft unterzeichnet wurde. Es erübrigte nun 
noch die verfassungsmässige Behandlung der Sache durch die gesetzgebenden Vertretungen 
der beiden Reichshälften. Die Vorlage an dieselben erfolgte am 28. März, und wurde der Ver 
trag auch von beiden Häusern des österreichischen Reichsrathes genehmigt, während das 
ungarische Abgeordnetenhaus vertagt wurde, bevor noch derselbe im Plenum zur Sprache 
gebracht werden konnte. Somit war die ganze, nun schon seit drei Jahren schwebende, Ange 
legenheit neuerdings bis zur Herbstsession des ungarischen Reichstages verschoben; ja sie kam 
auch in dieser nicht vor die Legislative, obgleich die 1871er Session bis in das Jahr 1872 ver 
längert wurde, und die Gesellschaftsverwaltung zu wiederholten Malen darauf hingewiesen hatte, 
dass sie sich schon mit Rücksicht auf die Beschlüsse der Generalversammlung vom 3. Juli 1871 
über den Jahres-, beziehungsweise Sessionsschluss an ihre Unterschrift nicht für gebunden 
erachten könne. 
Und mit vollem Rechte; denn schon in der Generalversammlung vom 3. Juli 1871 war 
in Anbetracht der durch die Verschleppung der Angelegenheit entstandenen misslichen Lage die 
Administration und der Ausschuss beauftragt worden, zu erwägen, ob nicht die Donau-Dampf- 
schiftahrts-Gesellschaft eine neue Actiengesellschaft zur Ausbeutung der in der Staatsgarantie 
nicht begriffenen Theile ihres Eigenthums gründen, und, im Falle der Bejahung dieser Frage, 
unter welchen Modalitäten diese Actiengesellschaft zu Stande kommen solle. 
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        In der That hatte sich die Lage der gesellschaftlichen Unternehmung während der 
drei Jahre, während welcher die Refundirungsfrage verhandelt wurde, bedeutend geändert 
Zwar hatte noch das Jahr 1869 einen reinen Ueberschuss von 677.430 fl. über die 8%ige 
Actienrente ergeben, allein bei einer kaum mittelmässigen Ernte in Ungarn und Rumänien trat 
zum erstenmale das amerikanische Getreide in grossen Quantitäten auf den europäischen Markt 
und verursachte eine fühlbare Abnahme im Getreide-Exportverkehre. 
Die in einem ungewohnten Umfange zunehmenden Gründungen neuer industrieller Unter 
nehmungen, welche einesteils die Bedürfnisse und anderntheils die Kräfte des Landes weit über 
stiegen, vor Allem aber die fieberhafte Sucht, alle Geschäftszweige durch Actiengesellschaften 
in grossem Massstabe zu betreiben, führten schliesslich zu der bekannten Deroute, deren Folgen 
sich durch allgemeines Misstrauen und eine damit verbundene Geschäftsflauheit bemerkbar 
machten. Der Mangel an genügenden Arbeitskräften erwuchs zu einer allseits gefühlten 
Calamität und steigerte auch die Ausgaben der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft in bedenk 
lichster Weise, während die wachsende Concurrenz durch das Angebot von Schiffen die Fracht 
sätze ganz irrationell drückte. 
Dazu kamen noch 1870 die gewaltigen Erschütterungen, welche das Handels- und Ver 
kehrsleben durch den deutsch-französischen Krieg erlitt und die auch den gesellschaftlichen Schift 
fahrtsbetrieb empfindlich in Mitleidenschaft zogen. Das Schlussresultat des Jahres 1870 war, 
dass zur vollständigen Deckung der 8%igen Verzinsung 799.250 fl. fehlten, wovon nach 
den noch in Kraft stehenden Verträgen 637.875 fl. auf den Staat entfielen. 
1871 erhöhte sich dieser Abgang auf 801.844 fl., rücksichtlich 685.530 fl. 
Beide Beträge, in der Gesammtsumme von 1,323.405 fl., wurden jedoch mit Rücksicht 
auf die im Zuge befindlichen Verhandlungen in der Schwebe gelassen, d. h. vom Staate nicht zuge 
schossen, obwohl die Gesellschaft die garantirte Dividende zu entrichten hatte und überhaupt 
an die Stipulationen des Additionalübereinkommens vom 4. Juli 1867 gebunden blieb, inso- 
lange der neue Vertrag nicht zu Stande gebracht wurde. 
Das Bedenklichste war, dass die Bedingungen, welche die Generalversammlung vom 
11. April 1870 gestellt, in dem den gesetzgebenden Körperschaften vorgelegten Vertragsentwürfe 
keine Berücksichtigung gefunden hatten, somit die Zusage, welche der österreichische Finanz 
minister im eigenen, wie im Namen des kön. ungarischen Finanzministers, unter dem 23. März 
1871 gegeben, unerfüllt geblieben war. 
In Folge dessen wurde seitens der Generalversammlung die Resolution gefasst, »dass 
eine Zusammenstellung derjenigen Thätigkeit, mit welcher vor den gesellschaftlichen die Staats 
zwecke des österreichischen Gesammtstaates und Transleithaniens insbesondere gefördert, und 
der Geldsummen, welche darauf verwendet wurden, angefertigt und für jeden Actionär, insbeson 
dere aber für die nächste Generalversammlung, bereit gehalten werde«. Ferner wurde beschlossen, 
die dermalige Rechtsbasis der Gesellschaft, der Vertrag vom 23. Mai 1857 mit dem Additional 
übereinkommen vom 4. Juli 1867, solle aufrecht erhalten bleiben, obwol der anwesende 
Regierungscommissär am Beginne der Sitzung im Namen der Regierung die Erklärung abgab, 
die Gesellschaft bleibe an den Refundirungsvertrag gebunden. 
Der Administration blieb es überlassen, die weiteren Verhandlungen mit der Regierung 
zu pflegen, und wurde dieselbe insbesondere ermächtigt, die nöthigen Schritte zu thun, um die 
Zustimmung zur Wiederausgabe der schon rückgelösten Actien und, wenn dies nicht möglich sein
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67 — 
sollte, die Ermächtigung zur Sistimng des weiteren Rückkaufes, beziehungsweise zu einem den 
Interessen der Actienbesitzer günstigeren Durchführungsmodus der Rücklösung, zu erlangen, 
sowie inzwischen durch Aufnahme eines Anlehens für die zur Abtragung der Gesellschafts 
schuld an den Staat erforderlichen Geldmittel zu sorgen. 
Es wurden von der gesellschaftlichen Administration, verstärkt durch Vertreter des 
Ausschusses, die Verhandlungen mit der ungarischen Regierung eingeleitet, welche alsbald zu 
dem Resultate führten, dass der ungarische Finanzminister verhiess, die Forderungen der 
Gesellschaft ehethunlichst dem Reichstage zur Annahme zu empfehlen, falls dieselbe einerseits 
auf die Stellung eines Präclusivtermines verzichte und sich andererseits anheischig mache, 
nach dem Ausbau der Szabolcser Zweigbahn den Frachtsatz für Kohle auf der Strecke Üszög- 
Mohács von 14 kr. auf 12 '/% kr. per Zollcentner, d. i. auf 1 kr. per Centner und Meile zu 
ermässigen. Auf Grund dieser Abmachungen ertheilte die ausserordentliche Generalversammlung 
vom 2. December 1872 der Gesellschaftsverwaltung die Ermächtigung zum definitiven 
Abschlüsse des Uebereinkommens, worauf dasselbe in dem ungarischen Reichstage eingebracht 
und von beiden Häusern desselben mit der Modification angenommen wurde, dass der Tarif von 
1 kr. per Centner und Meile als Maximum erklärt und die Gesellschaft verpflichtet wurde, 
sowol dafür zu sorgen, dass ihre Eisenbahnbetriebsmittel stets den Anforderungen des 
Kohlentransportes entsprechen, als auch mit ihren Schiffen innerhalb der Grenzen Ungarns 
unter ungarischer Flagge zu fahren, — Abänderungen, denen sich die Gesellschaft ohneweiters 
unterwarf. Gleichzeitig wurde der Modus festgesetzt, in welchem die gesellschaftliche Steuer vom 
Jänner 18G8 an vertheilt und entrichtet werden sollte. 
Am 11. und 19. April 1873 erhielten die bezüglichen Gesetze die kaiserliche Sanction, 
und damit war die Refundirungsfrage nach fünfjährigen, schwierigen und wechselvollen 
Verhandlungen endgiltig geordnet, und der Donau-Dampfschiftährts-Gesellschaft die legale 
Basis ihrer Unabhängigkeit gegeben. Autonom, keinem fremden Willen unterthan, nur dem 
eigenen Gesetze gehorchend, sollte sie fortan ihren Beruf erfüllen, die Chancen des Erfolges, wie 
die Ungunst der Verhältnisse tragen! — 
Mit dem Abschlüsse der Refundirungsverträge begann für die Donau-Dampfschiffahrts- 
Gesellschaft eine neue Aera; die Periode finanzieller Abhängigkeit, welche ihrer Entwicklung 
schädliche Grenzen gezogen, die Anbequemung an die fortschreitenden Bedürfnisse des Handels 
und Verkehres gehindert hatte, war geschlossen. Das Jahr 1872 bildet, wie den Wendepunkt in 
den Verhandlungen, so auch die Grenzmarke zwischen beiden Epochen. 
Allein über dem Errungenen darf man weder der Opfer vergessen, welche es gekostet, 
noch die schweren Verpflichtungen übersehen, welche der Gesellschaft auferlegt wurden. Wäre 
es für die Donau -Dampfschiffahrts- Gesellschaft, insbesondere gegenüber den concurrirenden 
Unternehmungen, von wahrhaft unschätzbarem Wer the gewesen, wenn der ersten Anregung zur 
Lösung des Garantieverhältnisses die That auf dem Fusse gefolgt wäre, so müssen 
die Bedingungen, von welchen dieselbe abhängig gemacht wurde, um so drückender 
erscheinen, als dieselben unter anderen längst geänderten Verhältnissen aufgestellt 
worden waren. Die Vorboten der nahenden Krise hatten schon längst den Morgenschimmer 
des » volkswirtschaftlichen Aufschwunges« verdrängt, und leider sollte auch in dieser 
Beziehung das Jahr 1872 zum Grenzstein einer Epoche in der wirtschaftlichen Entwicklung 
der gesellschaftlichen Unternehmung werden.
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Vergegenwärtigen wir uus die finanziellen Anforderungen , welche die Lösung des 
Garantieverhältnisses an die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft stellte. 
Vor Allem war an den Staat zur Tilgung der empfangenen Vorschüsse die Abfindungs 
summe von 2,750.000 fi. zu zahlen. Die Zinsen vom 1. Jänner 1869 betrugen rund 600.000 fi.; 
hiezu die Steuerreste seit 1. Jänner 1868, die nicht hatten entrichtet werden können, insolange 
nicht der Modus der Aufteilung derselben zwischen den beiden Reichshälften vereinbart war, 
im Betrage von 930.000 fl. ; im Ganzen also 4,280.000 fl. Wenn nun auch zur Zahlung dieser 
Summe 4 sechsmonatliche Raten bedungen waren, so musste doch Vorsorge für die Flüssig 
machung derselben getroffen werden. 
Damit waren jedoch die Bedürfnisse der Gesellschaft nicht gedeckt. Der Fessel der 
staatlichen Bevormundung ledig, musste sie sich für die Zukunft rüsten. 
Nun hatte allerdings die Gesellschaftsverwaltung im Laufe der letzten Jahre zu wieder 
holten Malen die Grenzen durchbrochen, welche die Zusatzbestimmungen zu dem Garantie 
vertrage gezogen; sie hatte, statt den Fahrfundus dem Actiencapitale entsprechend zu reduciren. 
denselben durch verschiedene Gelegenheitskäufe auf der unerlässlich noth wen di gen Höhe 
erhalten; am 1. November 1868 noch hatte sie 3 Güterdampfer und 26 Schleppboote von der 
Wien-Fester Remorqueurgesellschaft an sich gebracht. Als dann 1869 die Ketten- und Draht 
seilschiffahrt auf anderen Strömen, namentlich dort, wo ungünstiges Fahrwasser und Untiefen 
der Beschiffung Hindernisse bereiten, überraschende Erfolge errang, zögerte sie nicht, die 
Neuerung auch auf der Donau zu versuchen. Sie erwarb ein Privilegium für eine specielle Art 
von Drahtseilschiffen, acquirirte Ketten und Drahtseile, baute Toueurs und übte das neuartige 
Schiffahrtssystem zwischen Pressburg und Theben ein, um dasselbe, wenn es sich erprobt, auf 
der ungarischen Donaustrecke und speciell auf der seichten Linie zwischen Pressburg und Pest zur 
Anwendung zu bringen. Und ebensowenig hatte sie Bedenken getragen, auf ihrer Werfte in 
Altofen die erforderlichen Neubauten in Angriff nehmen zu lassen, um für den erhofften Fremden 
zuzug zur Weltausstellung im Jahre 1873 gerüstet zu sein und zugleich in derselben Zeugniss 
ablegen zu können von der Leistungsfähigkeit ihrer industriellen Etablissements. Ueberdies 
konnte man sich nicht verhehlen, dass eine nicht geringe Zahl von Dampfern älterer Construction 
einer gründlichen Umgestaltung, wenn nicht des gänzlichen Umbaues, bedürfen. 
In Folge dieser Anschaffungen, der vollständigeren Ausrüstung der Mohäcs-Fünf- 
kirchener Eisenbahn und anderer Verwendungen, hatte die schwebende Schuld, trotz der im 
Jahre 1870 realisirten Silberanleihe im Betrage von 3,000.000 fl., abermals die Höhe von 
4,000.000 fl. erreicht; die nunmehr in Aussicht stehende Wiederausgabe der rückgelösten 
Actien reichte aber kaum aus, die Schuld an den Staat zu decken. 
Zudem erheischten die gesellschaftlichen Kohlenwerke neue Investitionen, um in 
den Stand gesetzt zu werden, aus dem beschränkten Rahmen eines Kohlenlieferanten für den 
Regiebedarf herauszutreten und ihrer vollen Ertragsfähigkeit näher zu rücken. Denn wenngleich 
schon Ende 1871 die Anzahl der abgeteuften Schachte an den Gruben auf 40 gestiegen war, 
in welchen 28 Dampfmaschinen mit 50 Kesseln zusammen von 783 Pferdekräften die 
verschiedenen technischen Verrichtungen leisteten, und weitere Maschinen und Kessel in der 
Aufstellung begriffen waren; wenngleich ferner das Beamten- und Arbeiterpersonale, zusammen 
2895 Seelen zählend, in 200 Coloniegebäuden Unterkunft und Heimstätte fand, und für 
die geistigen und materiellen Bedürfnisse der colonisirten Einwohnerschaft durch eine Kirche, 
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eine Schule und andere gemeinnützige Anstalten vorgesorgt war, unter denen ein Kindergarten, 
eine Lesehalle, ein geräumiges Krankenhaus, Gasthäuser, eine Dampfmühle, Wasserleitung und 
Gasanstalt Erwähnung verdienen ; so konnte man doch auf diesem Standpunkte nicht stehen 
bleiben. Speciell Szabolcs musste bedacht werden. Dort fehlte es an Arbeitern und an 
Wohnungen für dieselben 
Indess die Hauptsache war die Erleichterung der Kohlen ab fuhr aus den Gruben von 
Szabolcs und Vasas durch Flügelbahnen zu der Moh äcs-F ü u f k ircheuer Eisenbahn. Vorher konnte 
an den Abbau in grösserem Masse nicht gedacht werden, da die Achsfracht, au sich ungenügend, 
auf der 3 / 4 Meilen langen Strecke auf 10—15 kr. per Metzen zu stehen kam. ln Betreff der 
Szabolcser Werke hatte sich die Gesellschaft überdies zur Herstellung einer Zweigbahn im 
Jahre 1872 verpflichtet; von der Erfüllung dieser Bedingung war die Verlängerung der 
Pachtdauer dieser Felder von 25 auf 50 Jahre abhängig. Um dieses Vortheiles nicht verlustig 
zu werden, hatte man sich sogar schon entschlossen, selbständig vorzugehen und nicht 
allein die Concession zum Baue zu erwerben, sondern auch den Bau selbst in Angriff zu 
nehmen. In Betreff der Vasaser Gruben war mit dem Abschlüsse des Refundirungsvertrages 
gleichfalls die Bedingung erfüllt, an welche die Generalversammlung vom 3. Juli 1871 die 
Ermächtigung zum Baue geknüpft hatte. 
Mit dem Fortschreiten des grossen Werkes der Donauregulirung nächst Wien endlich 
musste die Gesellschaft daran denken, sich am neuen Donaudurchstiche zu etabliren, um 
einerseits der Vortheile der Näherlegung des Hauptstromes an die Stadt theilhaftig zu werden 
und andererseits durch die zu erbauende Donauuferbahn in unmittelbare Berührung mit allen 
in Wien einmündenden Eisenbahnen zu gelangen. 
Und noch manche andere ausserordentliche Ausgabe stand auf der ganzen weiten Linie 
bevor, welche der Fortschritt der Zeit und des Verkehres erheischte. Ganz abgesehen davon, dass 
die Zahl der Waarenboote in Bälde wieder nicht mehr auszureichen drohte, war die Schwierigkeit, 
zu einer rascheren Circulation der Betriebsmittel, insbesondere der Schleppkähne, zu gelangen, 
mit dem Aufschwünge des Getreideverkehres immer fühlbarer geworden. Hier konnte nur die 
Acquirirung von Lagerräumen, Errichtung von Magazinen u. s. w. helfen, die, wenn sie auch an 
einzelnen Orten der Privatspeculation überlassen werden konnte, an anderen doch, gleichwie bei 
den Eisenbahnen, von der Gesellschaft in Angriff genommen werden musste. 
Dass zu all’ dem neue und bedeutende Fonds erforderlich sein würden, war keine Frage. 
Die Generalversammlung vom 2G. Mai 1873 ermächtigte deshalb die Administration im Vereine 
mit dem Ausschüsse, für die Geldbedürfuisse des Unternehmens bis zum Betrage von fünf 
Millionen Gulden je nach dem Stande des Geldmarktes entweder im Wege der Contrahirung 
von Anlehen oder der Ausgabe von neuen Actien oder durch beide Operationen combinirt 
vorzusorgen. 
Sie konnte es um so mehr tliuu, als erst wieder die Betriebsergebnisse des Jahres 
1872, noch mehr aber die Leistungen des gesellschaftlichen Betriebsmateriales, welche jenen 
zu Grunde lagen, die Actionskraft der Unternehmung in das beste Licht gestellt hatten. 
Trotz einer fieberhaft arbeitenden Concurrenz und mannigfacher anderer schädigender Einflüsse, 
nur gefördert durch einen durchschnittlich günstigen Wasserstand und eine zehnmonatliche 
Schiffahrtsdauer, hatte die Personenfrequenz auf den gesellschaftlichen Schiften eine vorher 
nicht gekannte Höhe erreicht, und war auch der Güterverkehr nur um ein verhältnissmässig
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Geringes hinter den glänzendsten Ziffern früherer Jahre zurückgeblieben. Nahezu 1000 Schlepp 
ladungen Getreide waren von der untersten Donau über die Katarakten nach Ungarn, dessen 
Ernte abermals missrathen war, geschafft, und mehr als 11 Millionen Centner Kaufmanusgüter 
nach dem Orient verschifft worden. Die Roheinnahme belief sich auf 13,261.918 ff, von denen 
allerdings nur 564.171 ff als Reiuerträgnissüberschuss übrig blieben, da die Betriebskosten 
in Folge erhöhter Arbeitslöhne und Materialpreise, theuerer Lebensmittel, vor Allem aber 
in Folge des stärkeren Kohlenconsums und der gestiegenen Kohlenpreise in die Höhe schnellten. 
Die Flusscorrection auf der oberen, namentlich baierischen, Donau und dem Inn, vor 
Allem aber die Donauregulirung bei Wien hatten zwar die Hoffnung rege gemacht, es werde 
endlich auch an die Beseitigung des grössten Hindernisses der Donau-Dampfschiffahrt, der 
Katarakte zwischen Moldova und Turn-Severin, Hand angelegt werden. Seit 1870 tagte in 
London eine Conferenz der europäischen Mächte, und war durch den am 13. März 1871 
geschlossenen Vertrag in Abänderung des Art. XV der Pariser Congressakte den Ufermächten 
unter gewissen Einschränkungen das Recht zuerkannt worden, zur Deckung der Kosten der 
Regulirungsarbeiten am Eisernen Th ore eine provisorische Schiffahrtstaxe einzuheben ; Ungarns 
Staatsvoranschlag für 1873 wies eine Summe von 600.000 fl. zu Flusscorrections-Zwecken 
zwischen Gönyö und Pressburg aus, und hatte sich auch die Gesellschaftsverwaltung beeilt, zu 
dem hochwichtigen Werke dadurch beizutragen, dass sie den durch die Ausführung grosser 
Strombauten in Amerika rühmlichst bekannten Ingenieur William Mac Alpine einlud, die 
Donaustrecke zwischen Moldova und Turn-Severin persönlich zu prüfen und ein Gutachten 
zu erstatten. 
Allein die Verhandlungen zwischen den Donau-Ufermächten, welche der Londoner 
Conferenz folgten, zogen sich in die Länge; das Elaborat Mac Alpine’s blieb ein werthvolles 
Memoire ; die ungarischen Correctionsversuche an der oberen Donau, mit unzulänglichen Mitteln 
und ohne zusammenhängenden Plan ausgeführt, wurden von dem nächsten Hochwasser wieder 
zerstört. Und nicht genug daran; auch der Versuch der Selbsthilfe mittelst Ketten- und Draht 
seilschiffahrt wurde auf der ungarischen Donau unmöglich gemacht. Die der Gesellschafts 
unternehmung von der kön. ungarischen Regierung unter dem 27./29. September 1869 ver 
liehene Concesssion zur Ausübung der Touage wurde in der nachträglich herabgelangteu 
Betriebsconcession vom 6. November 1871 dahin abgeändert, dass die Strecken Pressburg- 
Gönyö, Gran-Almäs, sowie die Strecken oberhalb und unterhalb Pest von dem Betriebe insolange 
ausgeschlossen bleiben sollen, als die Donau auf diesen Linien nicht regulirt worden; angeblich 
weil die Touage auf uuregulirten Strecken ohne Gefährdung der regelmässigen Schiffahrt 
und des reisenden Publikums nicht in’s Leben treten könne. Und das Verbot blieb aufrecht, 
obwol eine am 22. August 1872 auf der Strecke Pressburg-Altenburg unternommene Probe 
fahrt jeden Zweifel an der Ausführbarkeit der Ketten- und Drahtseilschiffahrt selbst bei den 
Strom- und Schiffahrtsverhältnissen der Donau beseitigen musste, indem das gesellschaftliche 
Drahtseilschiff »Nyitra« während der Fahrt jede beliebige, auf 50—70 Klafter abweichende, 
Steuerung nach rechts und nach links anstandslos bewerkstelligte und Remorqueure mit 4—6 
angehängten Schleppen, Personendampfer, Ruderschiffe und Flösse, ja selbst das Ketten 
dampfboot »Ipoly«, ohne die mindeste Gefährdung hatte passiren lassen. 
Nicht minder blieben die Anstrengungen der Gesellschaftsverwaltung erfolglos, durch 
Vermittlung der k. u. k. Regierung die Auflassung der in der letzten Zeit alljährlich wieder
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kehrenden Qiiarantainemassnalimen an der Sulina zu erreichen, die, sanitätspolizeilich zwecklos, 
den DampfschilFahrtsverkehr um so schwerer benachtheiligten, als sie nur auf denselben und 
nicht auch zugleich auf den Eisenbahnverkehr Anwendung fanden und von den sich selbst über 
lassenen Localbehörden ganz willkürlich gehaudhabt wurden. Erst das Gutachten des in Wien 
abgehaltenen 111. internationalen medicinischen Congresses, in welchem sich viele hervorragende 
Autoritäten für die Aufhebung dieser mit den modernen Verkehrsmitteln im Widerspruch 
stehenden Massregeln aussprachen, veranlasste das k. u k. Ministerium des Aeussern, für 1874 
einen internationalen Congress nach Wien einzuberufen, um die Quarantainefrage eingehend 
zu berathen, eventuell diese Verkehrsschranke zu beheben. 
So schwierig sich unter solchen Verhältnissen der Betrieb der gesellschaftlichen 
Unternehmung gestalten musste ; so hoch andererseits die Anforderungen waren, welche mit 
Einem Male an die finanzielle Kraft der Gesellschaft gestellt wurden, so konnte doch die 
gewonnene Entwicklungsfähigkeit ihre Wirkung weit über die Gesellschaftskreise hinaus nicht 
verfehlen. Dies trat zunächst in dem geänderten Verhalten der concurrirenden Schiffahrts 
gesellschaften zu Tage. 
Es war kein blosser Zufall, dass schon im Frühjahre 1873 der Ersten k. k. priv. 
Donau - Dampfschiffahrts - Gesellschaft vom Verwaltungsrathe der Vereinigten ungarischen 
Dampfschiffahrts-Gesellschaft der Wunsch nahe gelegt wurde, eine Vereinigung beider Gesell 
schaften durchzuführen. Letztere war unter dem Impulse des nationalen Gedankens aus einer 
Leihe vereinzelter Unternehmungen hervorgegangen, als die gesellschaftliche Unternehmung, 
durch die Garantie Verträge beengt, den angewachsenen Verkehr der letzten Sechziger - Jahre 
nicht mehr ganz bewältigen konnte. 
Während es anfänglich den Anschein hatte, dass die ungarische Legislative für das 
angeblich rein nationale Institut eintreten wolle, verschloss sich mit dem endlichen Perfect- 
werden der Befundirungsverträge diese Aussicht; die nacheinander folgenden Missernten in 
Ungarn entzogen dem Binnenverkehre auf der Donau das Substrat, ohne dass die Vereinigte 
ungarische Gesellschaft befähigt gewesen wäre, in den internationalen Verkehr werkthätig 
einzugreifen. Der beschränkte Wirkungskreis nöthigte dann zu einer Herabsetzung der Tarife, 
die nur Verluste brachte, für die es keinerlei Compensation gab. 
Ein solcher Zustand Hess keine Hoffnung, der nun mit verjüngter Kraft in den Wett 
kampf eintretenden Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft die Spitze bieten oder sich auch nur 
neben ihr behaupten zu können. Es blieb nichts Anderes übrig, als sich mit dem Gedanken 
einer Ablösung vertraut zu machen ; und es war nicht die Schuld der Donau - Dampfschiffahrts- 
Gesellschaft, wenn nicht schon die ersten Verhandlungen zum Ziele führten, vielmehr die 
ungarische Gesellschaft zur Liquiditäten gedrängt und dadurch gezwungen wurde, ihr Eigenthum 
1874 unter minder günstigen Bedingungen, als sie früher erreichbar waren, hintanzugeben. 
Für die Gesellschaft resultirte daraus kein Vortheil, da der durch die zweite Schätzung fest 
gestellte Preis in Folge der inzwischen eingetretenen Abnützung der Objecte herbeigeführt 
wurde, und überdies die Befriedigung der Gläubiger der ungarischen Gesellschaft, um welche 
es sich nunmehr in erster Linie handelte, nur mittelst ungünstigerer Zahlungsbedingungen 
möglich war. 
Ueberhaupt bildete schon der Umfang des abzulösenden Unternehmens, welches 45 
Dampfboote mit 4060 Pferdekräften, 79 eiserne, 46 hölzerne Schleppe, 45 Stehschiffe und
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        Brücken, 26 Kohlentender u. s. w. in sich schloss, ein schweres Bedenken gegen dessen Ueber- 
nahme. Nur die Erwägung, dass der ungarischen Gesellschaft zugleich zwei Kohlenbergwerke 
im Reviere von Fünfkirchen, und zwar im Herzen des gesellschaftlichen Besitzes, zum grösseren 
Th eile gehörten: dass dadurch die Gesellschaft für eine Reihe von Jahren der Nachschaffungen 
an Schiffsmaterial überhoben, somit Restrictionen im Betriebe der gesellschaftlichen Werften 
ermöglicht wurden; dass die Beseitigung der Concurrenz wieder eine rationelle Tarif 
stellung gestattete, und endlich die patriotische Pflicht, die Auflösung des ungarischen Unter 
nehmens durch die gesellschaftliche Intervention materiell zu erleichtern, entschieden für die 
Annahme des Vertrages, kraft dessen die Donau - Dampfschiffahrts-Gesellschaft das gesammte 
Eigenthum der Vereinigten ungarischen Dampfschiffahrts - Gesellschaft zu dem Pauschal 
beträge von 4,405.100 fl. mit der Verpflichtung übernahm, von einer eventuellen Dividende 
über 6 Percent an die Aktionäre der Vereinigten ungarischen Dampfschiffahrts - Gesellschaft 
10 Percent zu veitheilen. Zu diesem Zwecke wurden denselben sogenannte Genussscheine 
ausgestellt. 
Der diesbezügliche Vertrag erhielt die Genehmigung der ausserordentlichen General 
versammlung vom 14. April 1874 und wurde im Laufe desselben Jahres anstandslos in der Art 
durchgeführt, dass nach Uebernahme des gesummten Besitzstandes der Vereinigten ungarischen 
Dampfschiflährts-Gesellschaft zur Tilgung des Kaufschillings deren Anlehensschuld im Betrage 
von 2,978.800 fl. anerkannt und der Rest in Baarem beglichen wurde. Die Mittel hiezu hatte, 
nachdem das im Jahre 1873 realisirte, in Gold verzinsliche, Anlehen im Betrage von 5 Millionen 
Gulden durch die früheren Bedürfnisse der Gesellschaft erschöpft war, der Beschluss der 
Generalversammlung vom 29. Mai 1874 zur Verfügung gestellt, indem er die Gesellschafts 
verwaltung zur Vermehrung des Actiencapitals bis zu der Höhe von 30 Millionen Gulden, 
somit zur Ausgabe von neuen Actien im Betrage von 4,800.000 fl., ermächtigte. 
So war die Donau-Dampfschiflährts-Gesellschaft mit einem Schlage zu einer nicht 
allein ausreichenden, sondern ihren Bedarf weit übersteigenden Vermehrung ihrer Fahrbetriebs 
mittel, zugleich aber auch in den Besitz des ganzen nächst Fünfkirchen liegenden Kohlenbeckens 
gelangt; sie gebot Ende 1874 über eine Flotte von 200 Dampfern mit 17.801 Pferdekräften, 
über 655 eiserne und 65 hölzerne Transportschiffe; zur Stromräumung standen 5 Baggerschilfe 
mit 29 Pferdekräften zu Gebote. Der gesellschaftliche Grubencomplex umfasste 227 Gruben 
felder à 12.544 Quadratklafter und 392.609 Quadratklafter Ueberschaaren an Eigenbesitz und 
61 Grubenfelder nebst 31.934 Quadratklaftern im Pachtbetriebe. Die Gruben von Fünfkirchen, 
wie die Szabolcser Werke, waren durch Zweiggeleise mit der Mohács-Fünfkirchener Bahn in 
Verbindung gesetzt und mit Betriebsmaschinen aller Art zur Förderung von Rohkohle wie zur 
Coaks- und Briquettesbereitung eingerichtet. Leider sollte für letztere der wünschenswerthe 
Bedarf, wie für den Schiffspark die genügende Alimentation, ausbleibcn. 
Schon das Jahr 1873 war ein Jahr der Enttäuschung und ernstesten Prüfung. Die Welt 
ausstellung brachte statt des erhofften materiellen Gewinnes nur erhöhte Auslagen. Der Aus 
bruch der finanziellen Krisis erschütterte den Credit, die Grundlage alles Handels, in seinen 
Grundfesten und lähmte, immer weitere Kreise ziehend, jeglichen Verkehr. Ungarn, von einer 
Missernte heimgesucht, war gezwungen, statt andere Länder mit seinem Ueberrtusse zu ver 
sorgen, seinen eigenen Bedarf aus anderen Provinzen und Nachbarländern zu holen, und zwar 
in dem Masse, dass sich angesichts dieser traurigen Nothwendigkcit sogar die Regierungen
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entschlossen, den Getreideeinfuhrzoll vom Monate October an zeitweise aufzuheben. Dazu kamen 
die schlimmsten Wasserverhältnisse, welche einen grossen Theil des gesellschaftlichen Betriebs 
materiales vom Monate August aogefangen unterhalb der Katarakte unthätig festhielten, und 
der Ausbruch der Choleraepidemie im ganzen Donaugebiete, welcher den Vorwand zur Wieder 
einführung einer zehntägigen Quarantaine lieferte und die Gesellschaft zwang, die Fahrten ihrer 
Schilfe längs des türkischen Donauufers ganz einzustellen. In Folge dessen sank der Personen 
verkehr um 9%i der Gütertransport trotz der Einbeziehung des Inn zwischen Passau und 
Bimbach in die gesellschaftlichen Betriebslinien um 12°/ 0 i zumal ein Getreideexport nach dem 
Westen nicht stattfand, und auch über das Eiserne Thor nur an 500 Schiffsladungen rumänischen 
Getreides geschaht werden konnten. Daneben waren die Arbeitslöhne, Materialpreise und die 
Betriebsspesen im Allgemeinen in’s Masslose gestiegen. Das Endresultat war ein Abgang von 
653.17 8 fl., zu dessen Deckung ein Theil des Reservefondes in Anspruch genommen werden musste. 
Um so ehrenvoller fiel die Betheiligung der Gesellschaft an der Weltausstellung aus. 
Sowol der Pavillon, in welchem sämmtliche Producto der gesellschaftlichen Thätigkeit zur 
Anschauung gebracht wurden, als die Ausstellung des gesellschaftlichen Kohlenwerkes in der 
ungarischen Abtheilung, fanden allgemeine Anerkennung. Als Gesammtunternehmen erhielt 
die Gesellschaft die höchste Auszeichnung, das Ehrendiplom; die Fünfkirchener Bergwerke 
errangen sich noch besonders die Fortschrittsmedaille, und mehrere der Angestellten wurden 
mit Allerhöchsten Auszeichnungen bedacht. 
Die nachfolgenden Jahre standen unter den Nachwirkungen der Krise, die sich rasch zu 
einer allgemeinen wirtschaftlichen Calamität entwickelt hatte und alles Leben in Production, 
Handel und Verkehr in’s Stocken brachte. Der Personenverkehr nahm stetig ab, während dem 
Getreideverkehre jede Anregung fehlte, da mittelgute Ernten in Ungarn und den Donaufürstcn- 
thümern mit ergiebigen im Westen, sowie mit ungeheueren Getreidezufuhren aus Amerika, 
zusammenfielen. Auch die Wiedereinführung des Getreidezolles trug nicht dazu bei, den Handel 
zu fördern. 
In Folge dessen blieb 1874 ein grosser Theil der vermehrten gesellschaftlichen Dampfer 
flotte unbeschäftigt, und ergab das Betriebsjahr abermals ein Deficit von 33.468 fl., das zum 
grössten Tlicile aus dem Reservefonde gedeckt wurde, wogegen die üblichen Werthabschrei 
bungen von den Dampf- und Schleppschiffen u. s. w. unterlassen werden mussten. Auf Anregung 
des Handelsministeriums wurde, um die Einlösung des Actiencoupons mit den Bestimmungen 
des Handelsgesetzbuches besser in Einklang zu bringen, in der Generalversammlung vom 
29. Mai 1875 beschlossen, die dermaligen Actien-Couponbögen einzuziehen, an deren Stelle 
Couponsbögen mit Jahrescoupons auszugeben und zugleich als künftigen Einlösungstermin für 
den Actieneoupon den auf die betreffende Generalversammlung folgenden 1. Juni jedes Jahres 
zu bestimmen. 
1875 wurden die Nebenflüsse der Save, die Bossuth, Spacva und Studva, die sich I 
nur bei Hochwasser zur Schiffahrt eignen, zeitweilig befahren, um die Verschiffungen von Nutz 
holz, vorzüglich Fassdauben aus den Grenzwaldungen Slavoniens, zu erleichtern, nach welchen 
in Frankreich in Folge seiner überaus ergiebigen Weinernte grosse Nachfrage war. Im Uebrigen 
hob sich der Güterverkehr nur wenig über das Niveau der unmittelbaren Vorjahre, so dass 
abermals 19 Remorqueurs feiern mussten ; überdies schädigte der wilde Concurrenzkampf, der 
zwischen den grossen Transportanstalten geführt wurde, um für ihr Betriebsmaterial 
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        — v 7 4 
Beschäftigung zu suchen, das Erträguiss, da auch die gesellschaftliche Betriebsleitung zur 
Ertuässiguiig der Tarifsätze, beziehungsweise zur Gewährung von Rabatten, genöthigt war. 
Inzwischen hatten jedoch die Betriebsspesen ihren Höhepunkt überschritten und 
gestatteten wieder ergiebige Reductionen. Diesem Grunde ist es zuzuschreiben, dass das Betriebs 
jahr 1875 mit einem Reinerträge von 491.730 II. abschloss. Eine erfreuliche Episode bildete 
die Eröffnung des Donaudurchstiches bei Wien, in Folge dessen der Landungsplatz an den 
Kaisermühlen aufgelassen, und die Station am Donauquai bezogen werden konnte, welche, mit 
den nöthigen Magazinen, Ein- und Ausladungsvorrichtungen versehen, allen Anforderungen eines 
grossen Verkehres entsprach und die ökonomische Gebahrung und Manipulation der Massengüter 
wesentlich förderte. Erwähnt zu werden verdient auch die Umarbeitung des gesellschaftlichen 
Betriebsreglements und der Frachtentarife, bei welcher im Interesse des allgemeinen Handels 
verkehres die durch die gemeinsamen Eisenbahnconferenzen festgestellte Waarenclassilication 
und Usance zugleich mit der Einführung des Metergewichtsystems angenommen und so die 
Aufnahme director Tarife wesentlich erleichtert wurde. 
Allein die Missgunst der Verhältnisse, die nun schon seit 1873 so schwer auf allen 
Transportunternehmungen, insbesondere aber auf der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft 
lastete, schien noch nicht gebrochen zu sein. Es sollten noch die Ueberschwemmungsnoth und 
der Krieg hinzutreten. Seit 1775 war keine so verheerende und zugleich lange andauernde 
Ueberschwemmung eingetreten, als sie 1876 mit dem Eisgänge über die Douaugegenden 
hereinbrach. Von Wien bis hinab nach Budapest, woselbst das Wasser eine Höhe von 735 Centi- 
metern erreichte, waren sämmtliche Landungsplätze überfluthet, und dauerte das Hochwasser 
in Budapestlänger als einen Monat an. Die gesellschaftliche Schiffs weifte zu Altofen stand 14 Tage 
lang unter Wasser und musste, um die noth wendigen Reparatursarbeiten nicht allzulange zu 
verzögern, eine Anzahl provisorischer Werkstätten auf Schleppbooten errichtet und mit Feld 
schmieden, Maschinen und Werkzeugen versehen werden; die Niederungen der Walachei, 
Bulgariens und der Dobrudscha waren bis halben August unter Wasser. Das Ausladen der 
Kohlenvorräthe an die Ufer ward zur Unmöglichkeit, die Einladung des Getreides hatte mit den 
grössten Schwierigkeiten zu kämpfen. Anfangs Juli brach der serbisch-türkische Krieg aus, 
welcher den Touristenzug nach dem Orient aufhielt, während die Bewohner Serbiens und 
Bulgariens ihr Land nicht verlassen durften. Der Personenverkehr erlitt dadurch schwere 
Einbusse, und belief sich der Ausfall in den Einnahmen gegen das Vorjahr allein auf mehr als 
eine Viertelmillion Gulden. 
Dagegen hob sich der Massengüter-Transport um nahezu 3 Millionen Centner und lenkte 
sich der rumänische Getreideexport mit der Aufhebung des Einfuhrzolles auf Körnerfrüchte 
durch die österreichisch - rumänische Handelsconvention donauaufwärts, wozu die directen 
Tarifsätze aus den rumänischen Ladeplätzen nach Deutschland, Vorarlberg und der Schweiz 
nicht wenig beitrugen. Die theils projectirten, theils schon in der Ausführung begriffenen Lager 
häuser, Getreidemagazine und Entrepôts in Wien, Budapest und Regensburg versprachen diese 
Richtung des Getreideverkehres noch mehr zu fördern, da derselbe hiedurch von den hohen 
Zwischenspesen des ungarischen Getreidehandels entlastet wurde. Deshalb beeilte sich auch die 
Gesellschafts Verwaltung, auf dem Praterquai bei Wien ein grosses Lagerhaus zu errichten, aller 
dings mit der Nebenabsicht, dadurch die rasche Beladung und Entfeuchtung ihrer Fahrzeuge 
noch mehr zu unterstützen.
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        m* 
Eine weitere Voraussetzung hiefür war freilich, dass die Schiffahrtstrasse in ihrer 
ganzen Ausdehnung in einer dem gesteigerten Verkehre entsprechenden Weise fahrbar erhalten 
werde. Doch diese Hoffnung war eine vergebliche. Die im Jahre 1S74 zur Reguli rung der 
Stromschnellen und des Eisernen Th ores eingesetzte österreichisch - ungarisch - ottomanische 
Regierungscommission hatte zwar einen neuen Bericht und Vorschlag zur Durchführung 
dieses Werkes zu Stande gebracht und überdies ein Programm für eine Ivettenschiffahrt 
über die Katarakte zwischen 0-Moldova und Turn-Severin entworfen; allein es war weder 
zu einer vollständigen Uebereinstimmung der Ansichten gekommen, noch wurde zur Durch 
führung des Werkes in der einen oder anderen Weise Hand angelegt. Der Ausbruch des Krieges 
aber vertagte selbstverständlich dasselbe auf unbestimmte Zeit. 
An die Beseitigung der Schiffahrtshindernisse auf der oberen Donau wurde gar nicht 
gedacht; ja in Folge der Donauregulirung bei Wien waren bei Eckartsau und Kritzendorf neue 
Untiefen entstanden, welche im Verlaufe von drei Jahren den Schiffahrtsbetrieb zweimal lahm 
legten und dadurch allein — abgesehen von den Kosten der Schifftungen und dem Mehr 
aufwand«^ an Zugkraft — der gesellschaftlichen Unternehmung jedesmal einen Verlust von 
400.000 fl. verursachten. Es blieb der Gesellschaftsverwaltung überlassen, sich durch ihre 
Baggerschiffe eine entsprechende Fahrrinne herzustellen. 
In Ungarn wurde das Gesuch der Donau - Dampfschitfahrts-Gesellschaft, den Körös- 
Fluss im Békéser Comitat zu reguliren, von dem Communicationsministerium unter Hinweis 
auf die finanziellen Schwierigkeiten abgewiesen, ohwol die Regulirung nur einen Kosten 
aufwand von JO.OOO fl. verursacht hätte. Das gleiche Schicksal theilte eine Vorstellung bezüglich 
der Kulpa-Regulirung zwischen Sissek und Carlstadt; nicht minder hlieh der Gesellschaft die 
erbetene Erlaubnis zum Betriebe der Kettenschiffahrt von Pressburg abwärts bis Gönvö 
beharrlich voreuthalten. 
Aber nicht Idos das passive, rein ablehnende Verhalten der österreichisch-ungarischen 
Regierungsbehörden hatte schwere Nachtheile für die Donau - Dampfschiffahrt im Gefolge; 
noch grössere Verluste erlitt sie durch die Bestimmung der österreichisch - rumänischen 
Handelsconvention, wonach alle von und nach Rumänien zu verschiffenden Güter einen Zoll 
zuschlag von einem halben Percent des Werth es zu zahlen haben. Ohwol die Beförderung von 
Waaren, die einen höheren Werth repräsentiren, zu Wasser hiedurch ganz unmöglich gemacht 
ist, zumal der Zollzuschlag hei der Ein- und Ausfuhr zu Lande nicht erhoben wird, waren alle 
dagegen erhobenen Vorstellungen der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft erfolglos! 
Und das geschah im Frieden, im freundschaftlichen Verkehre mit einer benachbarten 
Regierung, die keinen Grossstaat vertritt. Was liess sich erst erwarten, als 1877 der russisch 
türkische Krieg ausbrach und mit seinen herben Folgen und heklagenswerthen Verwüstungen auch 
die gesellschaftliche Unternehmung in seine Kreise zog ! 
Von der ganzen untersten Donau vom Schwarzen Meere bis zum Timok verdrängt, 
wurde ihr eine Betriebslinie von 124 Meilen abgeschnitten und sie gezwungen, 29 Dampfer 
und 134 Schleppe in kürzester Frist auf österreichisch-ungarisches Gebiet zurückzuziehen, 
um deren Beschlagnahme oder Zerstörung zu verhüten. Hatte es doch der Commandant der 
kleinen türkischen Inselfestung Ada-Kaleh vermocht, den Verkehr der gesellschaftlichen Schiffe 
auf der nur zehn Meilen langen Strecke von der Timok-Mündung bis Orsova zu unterbrechen, 
indem er die von Gruja bis Turn-Severin aufgestellten Getreidemengen nicht donauaufwärts
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        i i 
1 ' 7 
schleppen Hess. Auf der mittleren Donau nahm der Getreidetransport ansehnliche Dimen 
sionen an, indess vom halben September bis Ende December, um 780 Schleppladungen 
nach Wien zu schaffen, 440 leere Waarenboote als Lichter verwendet werden mussten, und 
sogar ein Fruchtelevator mit Dampfbetrieb zur leichteren Schifftung der Getreideladungen 
nothwendig wurde. 
Angesichts solcher Anstrengungen fand sich der kön. ungarische Minister für Communi- 
catioueu und öffentliche Bauten, Herr von Péchy, veranlasst, sich persönlich an Ort 
und Stelle von dem Stande der Dinge zu überzeugen; er ordnete auch sofort Baggerungen 
an, die jedoch, so anerkennenswert!] sie auch für den Augenblick waren, dauernde Hilfe zu 
bringen nicht vermochten. Immerhin blieb, trotz des Stillstandes eines grossen Theiles 
der gesellschaftlichen Flotte und der Verkürzung der Betriebslinien um mehr als ein Viertheil, 
das Reinerträgniss des Jahres 1877 hinter jenem des Jahres 1876, welches sich auf 831.530 ff 
belaufen hatte, nicht weit zurück und erreichte die Summe von 757.046 ff 
Ihre Leistungsfähigkeit während der neuen Aera sollte indess die Donau-Dampfschiff- 
fahrts-Gesellschaft zum ersten Male im Jahre 1878 erproben, in welchem bald nach der 
Einstellung der Feindseligkeiten zwischen Russland und der Türkei der mächtige Donau 
strom in seiner ganzen Ausdehnung wieder in seine Rechte als internationale, dem Handel 
und dem friedlichen Verkehre dienende, Wasserstrasse trat. Eine lebhafte Güterbewegung 
entfaltete sich donauaufwärts längs der gesammten Donauufer; ansehnliche Getreidequantitäten 
aus Rumänien nahmen nach dem Westen ihren Weg; eine günstige Ernte in Ungarn und 
schliesslich die Occupation Bosniens und der Herzegovina durch die k. k. Truppen führten 
der gesellschaftlichen Flotte hinreichende Beschäftigung zu. Zudem machte ein genügender 
Wasserstand die Hemmnisse der Schiffahrt auf der Donau weniger fühlbar, ja er gestattete, auf 
der Save die Fahrten während des ganzen Winters aufrecht zu halten. Die Mohács-Fünfkirchener 
Bahn participate wenigstens mit der Theilstrecke Fünfkirchen-Villány an den massenhaften 
Truppenzügen und den bedeutenden Transporten von Armeebedürfnissen nach dem Occupations- 
schauplatze, und der Betrieb der Fünfkirchener Kohlenwerke trat in ein neues, Rentabilität 
verheissendes Stadium. 
Es darf constatirt werden, dass alle diese Transporte mit der grössten Präcision und 
ohne den mindesten Unfall innerhalb der kürzesten Frist aus geführt wurden, während drei 
Trajéete, jedes mit einem Dampfboote, 3 Schleppschiffen und 2 Stehschiffen, den Uebergang über 
die Save erleichterten. 
Die k. k Armeeverwaltung konnte nicht umhin, die militärische und staatswirthschaft- 
liche Bedeutung der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft anzuerkennen; nicht weniger denn 
437 gesellschaftliche Angestellte, welche im Kriegsrayon bedienstet waren, wurden durch 
Kriegsmedaillen ausgezeichnet, und der Gesellschaft selbst die Zufriedenheit in den wärmsten 
Ausdrücken bekannt gegeben. — 
Die Betriebsergebnisse des Jahres 1878 übertrafen alle Erwartungen! Zehn Procent 
Dividende an die Actionäre, 1,769.690 fl. Werthabschreihungen, 1,041.988 fl. ausserordentliche 
Tilgungen, 392.212 fl. Zuweisung an den JRcservcfond, 437.591 fl. als Ausgleich für den Saldo 
der Befundirungsschuld und endlich die gänzliche Abtragung der schwebenden Schuld von 
4,000.000 fl. waren die Beweise, dass die Donau-Dampfschiflährts-Gesellschaft ihr vorgestecktes 
Ziel glänzend erreicht hatte, kräftiger und mächtiger dastand, als je zuvor, und dass die mit 
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        hiilmem Selbstbewusstsein gebrachten Opfer zur Erlangung ihrer Unabhängigkeit und Selb 
ständigkeit nunmehr ihre volle Rechtfertigung und Befriedigung gefunden hatten. 
Unter solchen Umständen war es selbstverständlich, dass von der im Jahre 1875 
ertheilten Ermächtigung, neue Action auszugeben oder eine andere Creditoperation durch 
zuführen, kein Gebrauch gemacht wurde, wenngleich sich die Gesellschaftsverwaltung bei der 
Unzulänglichkeit der gesellschaftlichen Flotte gegenüber dem ausserordentlichen Bedarfe veran 
lasst fand, den aus 2 Dampf booten und IG Schleppkähnen bestehenden A. Schöller’schen 
Schiffspark zu erwerben. — 
Das Erträgniss des Jahres 1879, das einen verfügbaren Ueberschuss von 1,852.286 11. 
abwarf, war ein befriedigendes. 
Wiederholt trat das Verlangen der kön. ungarischen Regierung, an die gesellschaftliche 
Unternehmung heran, ihre Vertretung in Ungarn mit Rücksicht auf das staatsrechtliche Ver- 
hältniss der beiden Reichshälften zu einander zu reformiren. Schon im Jahre. 1867 hatte die 
Gesellschaft der kön. ungarischen Regierung freiwillig und ohne irgendwelche äussere Ver 
anlassung einen Beweis ihres Entgegenkommens dargebracht, indem. sie für Ungarn eine 
Verkehrsdirection mit genau umschriebenem aber erweitertem Wirkungskreise creirte. Nun 
sollte dieselbe in eine &gt;. Betriebsdirection« umgestaltet werden. 
Ueber Aufforderung des k. k. Handelsministeriums vom 30. Jänner 1879 wurde die 
Stellung und Machtvollkommenheit dieser Stelle neuerlich revi dirt und den Forderungen des 
Ausgleichsvertrages nach Thunlichkeit angepasst. Es musste indess die Einheit der allgemeinen 
Verwaltung und der Verrechnungen gewahrt bleiben, weshalb auch die Wünsche des kön. 
ungarischen Communicationsministeriums nicht in ihrem vollen Umfange erfüllt werden 
konnten. Die Divergenzen sind übrigens kaum neuneuswerth und können durch die Erhebung 
der Betriebsdirection in Wien zur »Generaldirection« ihre Lösung finden, was mit Rücksicht 
auf den Umstand, dass diese Centralstelle thatsächlich nicht blos das Schiffahrtswesen, sondern 
auch die Eisenbahn Mohács-Fünfkirchen, das Kohlenbergwerk und die gesellschaftlichen Werften 
verwaltet, schon von der Generalversammlung am 19. Mai 1879 genehmigt worden ist. 
Im Uebrigen brachte das Jahr 1879 keinerlei Veränderungen. Zwar schien es anfänglich, 
als ob dasselbe noch die Frage der Touage in Ungarn zur Entscheidung bringen solle, wenigstens 
wurde ein bezüglicher Gesetzentwurf im ungarischen Abgeordnetenhause vorgelegt. Allein war 
derselbe schon an sich wenig geeignet, die Hoffnungen in Betreff der Entwicklung dieser 
Schiffahrtsart zu wecken, so wurde dessen parlamentarische Behandlung bald durch den 
Beschluss des Communicationsausschusses, vorerst die Einrichtung und den Betrieb der Ketten 
schiffahrt auf Kosten des Staates zu studiren, auf unbestimmte Zeit vertagt. ' 
Das Jahr 1880 verlief in gleich normaler Weise, obschon die ungenügende Ernte in 
Ungarn und die späte Eröffnung der Schiffahrt den Betriebsergebnissen nicht sehr förderlich j 
waren. Der Winter 1879 auf 1880 war seit 1830 der strengste, welchen die Annalen der 
gesellschaftlichen Unternehmung verzeichnen; die Schiffahrt war vom 26. November 1879 bis 
zum 8. März 1880, also 103 Tage unterbrochen. — Der Eisgang und das Hochwasser 
im Frühjahre waren für die zahlreichen in Noth winterstünde geflüchteten Dampfer und 
Schleppe höchst gefährlich, aber die gesellschaftliche Flotte blieb, Dank dem Muthe und der 
Umsicht der Schiffsmannschaften, getragen von deren vieljähriger Erfahrung und hohen Aus 
bildung in nautischen Dingen, vor jedweder Beschädigung bewahrt. 
* • i
        <pb n="84" />
        Das Jahr 1880 tear das fünfzigste der Ersten k. 1¿. priv. Donau-Dampf schiffahrts- 
Gesellschaft, welche 1880 mit einem Anlagccapitale von 100.000 fl. zu dem Zwecke ins Leben 
getreten tear, um die Donau mit einem Dampf boote mit 00 Pferdekräften zu befahren und auf 
derselben Personen und Waaren zu verfrachten. Aus dem unscheinbaren Keime war im Laufe 
eines halben Jahrhunderts das grösste bestehende Schiffahrtsunternehmen erwachsen, 'nicht nur 
in Europa, sondern in allen Ländern der Welt. 
Durch die Eigenart seiner Lebensbedingungen, wie die Originalität seines Entwicklungs 
ganges, sehliesst es jede Parallele mit anderen Transport anstatt en aus, welche inzwischen zum 
Theile mit dem Aufgebote von Hunderten von Millionen Gulden ins Leben gerufen wurden, 
mögen sie dem Völkerverkehre auf den eisernen Strängen der Schienenwege dienen, oder mit 
scharfem Kiele das Meer durchfurchen. 
Die Donau-Dampf schiffahrts-Gesellschaft ist in diesem Sinne einzig in ihrer Art, wie 
der gewaltige Strom, den ihre Schiffe befahren. So wenig letzterer in seiner zum grössten Theile 
noch dem Urzustände gleichenden Verwilderung mit den culturumsäumten Kunstwasserstrassen 
des Phcines oder der Elbe zu vergleichen ist, ebensowenig können die Leistungen der Iihcin- und 
Elbeschiffahrt den Massstab für jene der Donau-Dampfschiffahrt abgeben, und werden deren 
Erfolge durch die Angabe der bewegten Tonnenkilometer oder der Zahl der beförderten Personen 
nicht erschöpft. Denn den Verkehr, den sie heute aus den Gegenden der unteren Donau und wol 
auch von anderwärts vermittelt, musste sic erst erwecken und entwickeln, und zwar in Gegenden, 
wo alle Bedingungen eines geregelten Vcrkehrslcbcns fehlten, wo die Menschen theifweise 
noch in Erdhütten und Höhlen hausten. Mit Einem Worte: die Mission der Donau-Dampf 
schiff dirts- Gesell'schuft war von allem Anfänge an zum nicht geringen Theile eine Culturmission 
und ist es bis zum heutigen Tage geblieben. Und dass sieh die Gesellschaft dieser Mission stets 
bewusst gewesen, dass sie dieselbe durch die Förderung der Verkehrsverhältnisse zu erfüllen 
gesucht hat, darin liegt der Grund, weshalb bei ihr das allgemeine Interesse mit dem geschäft 
lichen harmonisch verbunden ist, Handel und Verkehr keinen Anlass finden, jene Herrschaft zu 
bekämpfen, die sie übt, selbst nachdem ihr Privilegium, welches de facto schon im Jahre 1858 
erlosch, auch dejare gefallen ist. 
Und dieses Moment war es auch, auf welches die Staatsverwaltung in dem Begrüssungs- 
schreiben hinwies, das sie aus Anlass des Schlusses der ersten fünfzigjährigen Geschäftsperiode 
an die Gesellschaftsverwaltung richtete. 
Es lautet: 
»Die erste k. k. priv. Donau-Dampfschitfahrts-Gesellschaft vollstreckt im Laufe 
dieses Jahres das fünfzigste Jahr ihres Bestandes. 
Nur durch grosse Thatkraft, beharrliche Arbeit, pflichttreues Zusammenwirken 
aller Kräfte unter umsichtiger Leitung konnte es der Donau-Dampfschittährts-Gesellschaft 
gelingen, im Laufe eines halben Jahrhunderts die verschiedensten Hindernisse, die sich der 
gedeihlichen Entfaltung der Dampfschiffahrt und der damit verbundenen Förderung der 
wirtschaftlichen Interessen der Monarchie entgegenstellten, zum Wolile der Gesell 
schaft wie zum Nutzen des durch sie vermittelten Verkehres zu überwinden, und, 
im Bestände lediglich auf die eigene Kraft gestützt, bis zu dem Grade geschäftlicher 
Ausbreitung und innerer Consolidirung vorzuschreiten, welche dieses Unternehmen derzeit 
erreicht hat.
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        —» 79 *— 
Mit gerechter Befriedigung dürfen die Männer, welche heute an der Spitze der Donau- 
Dampfschiffahrts-Gesellschaft stehen, auf einen Erfolg hinblicken, zu welchem sie einsichtig, 
energisch und von patriotischem Geiste beseelt, das ihrige redlich beigetragen haben. 
Mir aber gereicht es zum Vergnügen, den Anlass der heutigen General 
versammlung der Donau - Dampfschiifahrts - Gesellschaft benützen zu können, um am 
Schluss der ersten fünfzigjährigen Geschäftsperiode den verehrten Mitgliedern der gesell 
schaftlichen Administration und Direction die volle Anerkennung auszusprechen und bei- 
zu fügen, dass das meiner Leitung an vertraute Handelsministerium, unter dessen Schutze 
die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft statuteumässig steht, es sich auch weiter an 
gelegen sein lassen wird, diesen Schutz der Gesellschaft in ihrem und im Interesse des 
Staates angedeihen zu lassen. 
WIEN, 24. Mai 1880. 
Der k. k. Handelsminister 
Korb m/p.« 
In dieser spontanen Kundgebung der österreichischen Staatsverwaltung lag die ehrendste 
Auszeichnung, welche dem gesellschaftlichen Wirken zu Theil werden konnte, zugleich aber auch 
die anticipate staatliche Genehmigung des Beschlusses der Generalversammlung desselben 
Jahres, die bis zum Jahre 1880 festgesetzte Dauer der Gesellschaft auf unbestimmte Zeit 
zu verlängern. 
Das Eiuleuken in die Bahnen jener staatsmännischen Rücksichtnahme, welche 
anfänglich die Beziehungen der Gesellschaft zu der Staatsverwaltung so förderlich gestaltet 
und auch in den gesellschaftlichen Statuten so prägnanten Ausdruck erhalten hatte, 
schliesst zugleich die Geschichte der ersten fünfzig Jahre mit einem verlieissenden Aus 
blicke auf die Zukunft ab !
        <pb n="86" />
        80 
Functionäre in der dritten Periode 
seit 
Landesfürstliche Commissäre: 
Herr Johann Ritter von Tischer, k. k. Sectionsrath 
„ Dr. Ferdinand Schwarz, k. k. Sectionsrath ... 
% Dr. Franz (harwat, k k. Ministerialrath 
„ Dr. Franz Freiherr von Strobach, k. k. Ministerial-Secretär 
n 
Dr. Johann Georg Wörz, k. k. Sectionsrath 
(1860—1864), 
.(1864—1876), 
. (in Vertretung), 
( n n 
.(1877- ). 
Administratoren, u. 
zw. 
als Präsidenten: 
Herr Johann Freiherr von Sinn 
„ Moriz Freiherr von Wodianer 
als Mitglieder: 
Herr Rudolf Freiherr von Puthon 
„ Adam Freiherr von Burg 
„ Carl Czörnig, Freiherr von Czernhaiisen 
„ Moriz Freiherr von Wodianer 
Dr. Johann Caspar Freiherr von Seiller 
Eduard Wiener, Ritter von Welten 
Josef Freiherr von Kalchberg, Excellenz 
Victor Graf Wimpffen 
Leopold Bachmayr, k. k. Rath 
(1840—1866), 
(1866- ). 
(1840—1866), 
(1845- ), 
(1845—1863), 
(1848—1866), 
.(1857- ), 
(1863- ), 
.(1866-1877), 
(1866- ), 
.(1877— ). 
Ausschüsse : 
Herr Samuel von Dioszéghy 
„ Dr. J. N. Herrmann 
„ Dr. Josef Neumann, Ritter von Spall art, k. k. Rath 
„ Jonas Freiherr von Königs waiter 
T Eduard Wiener, Ritter von Welten 
(1854-1879), 
(1858—1876), 
(1859-1881), 
.(1859-1872), 
(1862-1863),
        <pb n="87" />
        8 
I 
I I 
I 
t 
Herr Leopold Bliihdorn 
Moriz Freiherr von Ktfnigswarter 
IM*. Josef Benedikt Edler von Maiitenau 
Leopold Baelnnayr, k. k. Rath 
Moriz Bitter von Dotier, k k. Hofrath 
Vincenz Miller, Bitter von Aieliliolz .. 
J. Pochtler 
Albert Hardt 
General-Director 
Herr Martin Biller von tassian 
(1867—1873), 
(1872-1879), 
(1873-1879), 
(1876-1878), 
(1878- ), 
(1879— ), 
(1879- ), 
(1880- ). 
(1862— ). 
- 
k: 
- 
li I* 3. J' A i I ' 1 » '« 1 
30 Ä' 
ORIENT 
wm 
ORIENT.
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        ■ ' 
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— 
m 
gr 
s - 
m 
Uebersiclit (1er Gebahmng 
Kisten k. k. priv. Donau-Dampfscliiffalirts-Gesellschaft 
vom Jahre 1830 bis einschliesslich 1880. 
°0 ~~VP vry '0"°
        <pb n="90" />
        JAU K 
Betrag 
1830 
1831 
1832 
1833 
1834 
1835 
1836 
1837 
1838 
1839 
1840 
1841 
1842 
1843 
1844 
1845 
1846 
1847 
1848 
1849 
1850 
1851 
1852 
1853 
1854 
1855 
des 
Actien- 
capitales 
der 
Anlehen 
der 
schwebenden 
Schuld 
Gulden öst. Währ. 
105.000 
105.000 
105.000 
268.275 
588.000 
735.000 
1.102.500 
2,205.000 
2.205.000 
3.150.000 
3.811.500 
4,200 000 
4.200.000 
4.200.000 
4.200.000 
4.200.000 
4,434.150 
6.300.000 
6,300.000 
6,300.000 
6,300.000 
7,639.957 
10,821.746 
14,852.486 
18,424.087 
20,756.067 
1,050.000 
1,050.000 
1,050.000 
1.050.000 
997.500 
2,831.850 
2.992.500 
2.940.000 
2.887.500 
2.835.000 
2.782.500 
2.730.000 
2.677.500 
2,625000 
Anzahl der 
113.400 
369.600 
452.550 
Fluss 
schiffe *) 
voll- [unvoll 
endet endet 
1 
2 
3 
4 
5 
7 
9 
10 
10 
15 
15 
20 
21 
28 
31 
41 
47 
48 
48 
51 
56 
-1 7;) 
J 81 
— ! 93 
Pferde- 
kräfto 
(der voll 
endeten) 
6 
2 
5 
4 
7 
8 
2 
1 
6 
7 
20 
13 
15 
5 
60 
60 
60 
110 
216 
296 
438 
718 
1.214 
1438 
1.438 
1.754 
1.858 
2.350 
2.466 
2 442 
3.050 
4.252 
5.207 
5.287 
5.387 
5.601 
5.913 
8.073 
8.933 
9.563 
Schlepp- h. 
andere eiserne 
Fahrzeuge **) 
Werth 
des 
Schiffsparkes 
der 
Kohlen 
bergwerke 
voll- ¡unvoll 
endet I endet ! 
Gulden öst. Währ. 
1 
3 
4 
5 
5 
9 
18 
33 
61 
110 
141 
155 
177 
200 
222 
283 
318 
338 
2 
2 
9 
14 
22 
23 
22 
23 
22 
13 
49 
32 
15 
33 
105.000 
105.000 
105.000 
207.750 
390.600 
668.535 
909.510 
1,495.410 
1,994.685 
2,348.430 
2.707.635 
3,044.055 
3,266.235 
3,754.380 
4.152.225 
3,056.760 
4,167.345 
0,139.770 
6,913.515 
7,151 130 
7,148.820 
8.041.635 
10,214 295 
13,083.420 
14,200 200 
15,068.445 
02.370 
83.100 
177.240 
478.590 
*) inclusive der Baggerschiffe und Teneurs. 
**) inclusive der eisernen Stehschiffe etc. 
Werth 
der 
Eisenbahn 
Gulden ö. W. 
Zurückgelegte 
Dampfboot 
meilen 
Anzahl der 
beförderten 
Passagiere 
***j 
282870 
868.875 
1,583400 233.329 
17.727 
29.203 
47.430 
74.584 
105.926 
125.293 
170.078 
211.401 
236805 
269.639 
349.875 
421.340 
437.523 
549.696 
247.044 
538.522 
471.937 
567.742 
528.470 
590.673 
528493 
geleisteten 
Personenmeilen 
t) 
beförderten 
Waarcn, Zollctr. 
geleisteten 
Centnenneilen 
43.152 
75.118 
109 750 
251302 
244288 
258.078 
359.504 
413.986 
592.212 
758.348 
1,154.705 
1,564.029 
2,351.905 
2,340.783 
1,039.457 
2,736.427 
4,330.896 
6,296.836 
6,146.588 
9,094851 
10,040 450 
Betrag 
der an die Actionäre 
bezahlten 
Dividenden 
Beitrag 
Reserve- 
Assecuranz 
fonds 
Gulden ö.W. 
5.250 
7.350 
7.350 
13.650 
0.825 
32.340 
38.040 
154 350 
110.250 
170.887 
181 912 
210.000 
210.000 
210.000 
336.000 
420000 
403.200 
310.590 
157.500 
598.500 
525.000 
% I Gulden ö.W. 
O 
7 
7 
5 
2V, 
5 
5 
7 
5 
6 
5 
5 
5 
5 
8 
10 
(»«' 
J 10 
5 
2 5 /io 
9%« 
8*/,. 
976.500 12 
420.000 
712.687 
2,113.650 
11% 
41.049 
41.194 
73.04 t 
135.266 
148.053 
142.879 
195.002 
128230 
473847 
589.174 
86.054 
107.090 
107.784 
83.622 
92.662 
176.553 
150.330 
280.324 
138.285 
214.607 
391.412 
***) exclusive der mittelst Local- und Ueberfuhrschiffen beförderte Personen, 
f) inclusive » » » &gt;• * » »
        <pb n="91" />
        86 
Y &gt; 
J ¿ 
87 
JAHR 
Betrag 
Anzahl der 
Werth 
des 
Actien- 
capitales 
der 
Anlehen 
der- 
schwebenden 
Schuld 
Fluss 
schiffe *) 
Gulden öst. Währ. 
23,681.682 
25,200.000 
25,200.000 
25,200.000 
25.200.000 
24,815.175 
II 
24.150.000 
23.625.000 
23.100.000 
22.575.000 
22.050.000 
21.787.500 
21.525.000 
21,262500 
21.262.500 
21,262.500 
21,262.500 
24,175.200 
24,176.775 
24,176.775 
24,176.775 
24,176.775 
24,176.775 
25.200.000 
25,200.000 
2,572.500 
4,911.375 
5,949.930 
6.380.700 
6,729.100 
6,605 100 
6.759.700 
6.569.400 
6,695.000 
9,065.900 
8,908.200 
8,766900 
8.615.400 
8,435.300 
8,260.800 
11,085.400 
10,932.100 
10,759.700 
18,501.000 
18,309.800 
18,018.900 
17,713.300 
17,538.600 
17,344.850 
17,063 325 
1,223.250 
3,692.850 
5,157.600 
5.457.000 
3.832.000 
3.159.000 
2,504 000 
2.584.000 , 
2.686.000 i 
1.928.000 
868.000 
2,094.000 
4,359.200 
3.932.700 
5,130.300 
3,819.800 
3.641.700 
185.300 
*) inclusive der Baggerschiffe und Teneurs. 
**) inclusive der eisernen Stehschiffe etc. 
voll 
endet 
unvoll 
endet 
Pferde- S I cIlIe PP" u - ; des 
, andere eiserne : 
krafte Fahrmje **) t Schiffsparkes 
Tndet 1 ’ 
der 
Kohlen 
bergwerke 
9.907 391 
11.380 464 
11.890 
3 If 11.816 
' 12092 
2 11.977 507 
12.607 529 
17.284 749 
17 334 
17.229 
16.768 
11 ( 
Gulden öst. Währ. 
17,054.100 
20,831.265 
18,962.160 
18.351.200 
17.547.700 
16.944.400 
17.490.900 
16.598.400 
16.523.400 
16.510.800 
15.992.700 
15,773.500 
16.212.400 
16.298.800 
16.819.900 
16.832.200 
17.143.400 
17.649.000 
21.317.900 
21.705.900 
20.677.800 
19,773.600 
19.059.000 
18.326.000 
18.443.700 
595770 
749.910 
1,918.665 
2.036.800 
2,160 100 
2.301.300 
2.418.800 
2.426.800 
2.560.800 
2.544.900 
2.563.900 
2.763.600 
3.201.700 
3.661.700 
4.521.600 
5,530.100 
0,312.800 
7.157.900 
8.447.300 
8.792.500 
8.984.600 
9.331.500 
9.212.700 
9.137.300 
9,219.200 
Werth 
der 
Eisenbahn 
»ulden ö. W. 
4,110.015 
5,468.505 
6,297 270 
6.688.500 
6.753.100 
6.833.100 
I 6,860.500 
6.859.900 
6.893.100 
6,880.000 
6.873.500 
6,866000 
7.009.200 
7.139.100 
7.168.900 
7.208.700 
7,329.800 
j: 8,365.100 
! 8,396.300 
I 8,374.500 
8.355.000 
8.376.000 
8.407.200 
1 8,355.900 
8.464.700 
Zurückgelegte 
Dampfboot 
meilen 
Anzahl der 
234.615 
247.794 
243.754 
286.030 
305.651 
304.762 
322161 
361804 
358666 
371.174 
414.607 
423.484 
445.426 
449.752 
430.834 
410.021 
464.238 
439.335 
428196 
455.313 
482.057 
422.807 
505.280 
496.076 
479.225 
beförderten 
Passagiere 
***j 
454.639 
578.836 
521.092 
552.092 
524.907 
612.571 
716858 
759.767 
886.693 
861.847 
1,092.172 
980.023 
1,179.691 
1,356.919 
1,520.233 
1,705 407 
1,853522 
1,687.510 
1,489.545 
1,424.226 
1,254.094 
1,087.186 
1,679.880 
1,749.747 
1,579.693 
geleisteten 
Personenmeilen 
t) 
11,654.864 
13,765.727 
13,636.870 
13,563.222 
12,933.689 
19,793.251 
14,949.671 
17,307.713 
19,567.715 
20,803.171 
21,500.476 
22,949.820 
21,478.909 
18,027.173 
17,164613 
15,436.604 
13,354.340 
23,387.541 
21.075.180 
18,016.011 
beförderten 
Waaren, Zollctr. 
8,259.681 
10,244.413 
9,812.662 
15,483.989 
16,894.531 
17,006.671 
17,434.237 
19,712.688 
21.662.704 
19,257.042 
24.266.705 
23,754.633 
24,826.999 
24,937.519 
20,292926 
18,367.269 
23,000913 
20,227.892 
20,971.341 
23,775.997 
26,920.948 
25,420.400 
29,174.450 
27,126354 
26,837.902 
geleisteten 
Centnermeilen 
994,434.470 
992,265.849 
1.015,565.245 
1.160,263.620 
1.218,247.273 
1.418,764.904 
1.521,417.161 
1.531,596.112 
1.361,684.798 
1.078,723.281 
983,339.413 
1.477,289.131 
1.225,841.533 
1.252,125.417 
1.342,562.755 
1 685,510.324 
1.470,574.780 
1.849,680.660 
1.698,763.222 
1.661,067 662 
Betrag 
der an die Actionäre 
bezahlten 
Dividenden 
Beitrag 
zu den 
Reserve- 
und 
Asseenranz 
fonds 
Gulden ö. W. 
*) exclusive der mittelst Local- und Ucbcrluhrschiffen beförderten Personen, 
f) inclusive » » » » » » » 
945.000 
1,023750 
1.864.800 
1.884.000 
1,743.600 
1,658.325 
1.701.800 
1,710.375 
1,580.550 
1,528.025 
1,514.100 
1,570.413 
1,494.425 
1,472.137 
1,442.812 
1,479.262 
1,515.713 
1,063125 
1,208.839 
483.536 
725.303 
725.303 
2,417.678 
1.764.000 
1.260.000 
% 
/io 
7 A 
67.0 
67.0 
67.0 
72/ 
Gulden ö.W 
175.955 
163.726 
191.250 
151.200 
151.200 
198.059 
287.465 
251928 
217.113 
343.886 
266601 
151.773 
293.588 
140.755 
159.332 
175.169 
176.910 
50 449 
89 798 
72.634 
74.772 
54.002 
457.535 
200.548 
93.108
        <pb n="92" />
        —,— 
—— -— — ' »
        <pb n="93" />
        z ■ 
. . 
S::. 
verzeichniss 
der 
eisernen Schiffe, ihres Wertlies und ihrer Inventare 
im Jahre 1880
        <pb n="94" />
        Gattung 
der 
Schiffe 
A. Raddampfer. 
Achilles 
Actäon 
Adler 
Albrecht 
Alkotmäny . . . 
Almas 
Altenburg 
Andor 
Anna 
Arad 
Argo 
Ariadne 
Árpád 
Aurora 
Austria 
Bács-Bodrog. 
Baja 
Baranya .... 
Bátaszék .... 
Bator 
Bela 
Blocksberg .. 
Boreas 
Braunau .... 
Brood 
Buda 
Budapest 
Carl Ludwig 
Castor 
Ceres 
Croatia 
Czalloköz ... 
Csepel 
Czerna 
Daphne 
Debreczin . . . 
Diana 
Drau 
Drencova ... 
Drina 
90 
Ph 
Fürtrag.. 
200 
120 
120 
150 
150 
100 
100 
80 
55 
60 
50 
100 
80 
96 
120 
110 
120 
110 
110 
160 
140 
15 
80 
50 
80 
40 
120 
150 
120 
80 
150 
60 
30 
300 
120 
80 
80 
120 
100 
60 
4.166 
Ursprünglicher 
Werth 
der 
Schiffe 
fl. 
i kr. 
Betrag der 
Werth- 
Abschreibungen 
b. Ende Noy. 1880 
nach Abschlag der 
daraus 
bestrittenen Dritt- 
theile der 
Reparaturkosten 
"Werth laut 
General- 
Schiffbau-Conto 
Ende Novera. 1880 
abzüglich nebiger 
Werth- 
Abschreibungen 
fl. 
kr. 
fl. 
kr. 
218.854 
117.914 
145.239 
156.671 
88.730 
100.154 
100.154 
60.565 
101.596 
67.401 
77.583 
165.462 
110.401 
91.040 
134-669 
*) 99.065 
116.530 
81.327 
67.112 
129.058 
145.768 
19.657 
103.124 
52.542 
107.508 
56.679 
135.074 
165.731 
98.776 
*) 113.912 
161.323 
71.039 
28.220 
85.365 
119.891 
84.578 
111.751 
158.324 
141.749 
87.669 
4,278.224 
71 
96 
67 
67 
23 
73 
73 
20 
16 
62 
79 
77 
95 
40 
47 
35 
10 
68 
57 
35 
92 
37 
11 
05 
87 
71 
90 
85 
04 
45 
53 
93 
10 
97 
02 
36 
10 
42 
14 
95 
157.084 
73.524 
127.529 
67.091 
19.270 
28.244 
31.794 
12.445 
68.926 
23.311 
60.493 
36.852 
88.511 
44.700 
109.509 
9.435 
86.660 
15.637 
15.312 
113.648 
73.748 
3.397 
90.494 
43.012 
70.618 
48.039 
43.584 
112.321 
72.956 
103.552 
148.623 
13.719 
690 
34.765 
74.801 
65.888 
105.251 
97.654 
65.609 
15.869 
2,474.584 
71 
96 
67 
67 
23 
73 
73 
20 
16 
62 
79 
77 
95 
40 
47 
35 
10 
68 
57 
35 
92 
37 
11 
05 
87 
71 
90 
85 
04 
45 
53 
93 
10 
97 
02 
36 
10 
42 
14 
95 
61.770 
44.390 
17.710 
89.580 
69.460 
71.910 
68.360 
48.120 
32.670 
44.090 
17.090 
128.610 
21.890 
46.340 
25.160 
89.630 
29.870 
65.690 
51.800 
15.410 
72.020 
16.260 
12.630 
9.530 
36.890 
8.640 
91.490 
53.410 
25.820 
10.360 
12.700 
57.320 
27.530 
50.600 
45.090 
18.690 
6.500 
60.670 
76.140 
71.800 
Werth 
der 
Inventare 
Ende Nov. 1880 
fl. 
kr. 
1,803.640 
3.934 
2.826 
5.229 
6.886 
5.704 
5.063 
4.811 
3.985 
1.810 
4.688 
1.947 
13.346 
4.203 
2.964 
2.764 
5.592 
1.270 
5.573 
5.498 
2.324 
6.599 
1.052 
5.333 
1.844 
2.563 
1.459 
9.058 
7.297 
3.241 
1.505 
1.708 
3.234 
2.618 
3.588 
2.914 
3.152 
1.386 
8.656 
10.299 
5.293 
173.237 
Tótale 
kr. 
35 
22 
33 
67 
95 
90 
53 
15 
89 
62 
87 
65 
84 
71 
44 
60 
58 
80 
79 
56 
66 
36 
47 
61 
28 
20 
10 
55 
74 
64 
64 
62 
42 
42 
03 
35 
80 
25 
14 
94 
67 
65.704 
47.216 
22.939 
96.466 
75.164 
76.973 
73.171 
52.105 
34.480 
48.778 
19.037 
141.956 
26.093 
49.304 
27.924 
95.222 
31.140 
71.263 
57.298 
17.734 
78.619 
17.312 
17.963 
11.374 
39.453 
10.099 
100.548 
60.707 
29.061 
11.865 
14.408 
60.554 
30.148 
54.188 
48.004 
21.842 
7.886 
69.326 
86.439 
77.093 
1.976.877 
35 
22 
33 
67 
95 
90 
53 
15 
89 
62 
87 
65 
84 
71 
44 
60 
58 
80 
79 
56 
66 
36 
47 
61 
28 
20 
10 
55 
74 
64 
64 
62 
42 
32 
03 
35 
80 
25 
14 
94 
67 
NB. Die mit *) bozeichneton Dampfschiffe sind mit Inbegriff des erhaltenen Umbaues oder der eingesetzten neuen Kessel bewerthet.
        <pb n="95" />
        5*—- V 
91 
Gattung 
der 
Schiffe 
Uébertrag. 
Ebersdorf 
Elbe 
Elisabeth 
Erdély 
Eros 
Esseg 
Esztergom 
Fecske 
Ferdinand Max. 
Fischamend 
Fiume 
Flora 
Földvar 
Franz Josef I. . . 
Freudenau 
Friedrich 
Galathea 
Galaz 
Germania 
Gisela 
Gönyö 
Gran 
Greifenstein 
Grein 
Györ 
Gyula 
Hainburg 
Haladas 
Hattyú 
Hermine 
Hildegarde 
Honvéd 
Hungaria 
Hunyad 
Johann Baptist. . 
Josef 
Josef Carl 
Ipar 
Iris 
Isias 
Pu 
4.166 
Fürtrag.... 8.360 
Ursprünglicher 
Werth 
der 
Schiffe 
Betrag der 
Werth - 
Abschreibungen 
:b. Knete Nov. 1880 
[nach Abschlag der 
daraus 
I ! bestrittenen Dritt- 
theile der 
I Keparaturkosten 
fl. 
kr. 
fl. 
kr. 
4,278.224 05;! 2,474.584 95 
32.160 
67.050 
157.001 
*) 75.113 
219.169 
49 508 
44.626 
63.780 
148.602 
100.154 
112.621 
*) 80.060 
86.020 
161.779 
41.662 
155.183 
73.218 
128.604 
143.332 
151.164 
109.916 
104.421 
41.662 
64.812 
52.093 
145.768 
116.096 
96.501 
63.780 
110.962 
152.025 
66.987 
76.767 
53.890 
*) 130.331 
82.378 
157.290 
94.321 
159.776 
59.711 
8.308.539 13 
17.720 
14.160 
108.471 
7.583 
165.939 
28.638 
18.246 
14.590 
95.612 
32.094 
19.931 
64.490 
71.780 
84.339 
15.912 
122.373 
36.098 
33.254 
119.902 
96.794 
84.526 
71.541 
16.222 
13.832 
42.273 
75.398 
102.516 
23.441 
15.750 
105.712 
93.325 
23.677 
36.387 
39.870 
121.591 
23.488 
102,880 
22.741 
21.306 
38 711 
4.717.719 13 
Werth laut 
Genernl- 
SchifTbau-Conto 
Ende Noveui. 1880 
abzüglich uebiger 
Werth- 
Abscbreibuugen 
_fl_ 
1,803.640 
14.440 
52.890 
48.530 
67.530 
53.230 
20.870 
26.380 
49.190 
52.990 
68.060 
92.690 
15.570 
14.240 
77.440 
25.750 
32.810 
37.120 
95.350 
23.430 
54.370 
25.390 
32.880 
25.440 
50.980 
9.820 
70.370 
13 580 
73.060 
48.030 
5.250 
58.700 
43.310 
40.380 
14.020 
8.740 
58.890 
54.410 
71.580 
138.470 
21.000 
kr. 
3,590.820 
Werth 
der 
Inventare 
Ende Nov, 1880 
JL 
173.237 
1.079 
4.867 
7.249 
5.715 
3.242 
1.441 
1.836 
3.063 
6.402 
4.656 
9.291 
1.331 
4.662 
8.956 
2.625 
6.834 
2.854 
7.931 
8.564 
8.602 
1.121 
2.656 
2.939 
4.759 
680 
6.749 
2.508 
4.382 
2.744 
1.582 
10.218 
5.377 
4.026 
876 
1.767 
4.675 
7.914 
4.714 
15.015 
2.018 
361.176 
Totale 
|kn 
67 1,976.877 
15.519 
57.757 
55.779 
73.245 
56.472 
22.311 
28.216 
52.253 
59.392 
72.716 
101.981 
16.901 
18.902 
86.396 
28.375 
39.644 
39.974 
103.281 
31.994 
62.972 
26.511 
35.536 
28.379 
55.739 
10.500 
77.119 
16.088 
77.442 
50.774 
6.832 
68.918 
48.687 
44.406 
14.896 
10.507 
63.565 
62.324 
76.294 
153.485 
23.018 
88 3,951 996 
\? 
kr. 
67 
88
        <pb n="96" />
        92 
Gattung 
der 
Schiffe 
Uebertrag. 
Juno 
Kalocsa 
Kasan 
Kereskedes.... 
Kolozsvár 
Kolowrat 
Komárom 
Körös 
Kulpa....... 
Kübeck 
Leopoldstadt . 
Linz 
Lobau 
Magyar 
Maria Anna . . . 
Maria Valerie . 
Marós 
Mátyás-Király 
Maximilian 
Merkur 
Minerva 
Mohács 
Neptun 
Neusatz 
Nussdorf 
Orient 
Orsova 
Otto 
Paks 
Pancsova 
Pannonia 
Párkány 
Pataj 
Petöfy 
Pollux ' 
Pozsony 
Prater 
Ráczkeve 
Radetzky 
Rákos 
Fürtrag. 
P-t 
Ursprünglicher 
Werth 
der 
Schiffe 
fl. 
8.360 
120 
110 
50 
80 
00 
200 
120 
55 
00 
200 
55 
80 
100 
200 
76 
140 
60 
80 
85 
120 
100 
120 
150 
100 
" 80 
180 
120 
50 
110 
80 
150 
80 
50 
120 
120 
120 
20 
30 
120 
80 
12.391 
8,308.539 
149.782 
75.418 
68.770 
61.320 
67.078 
174.914 
120.589 
45.189 
99.668 
147.771 
99.358 
149.029 
91.370 
174.349 
116.077 
167.665 
67.401 
83.640 
62.955 
154.069 
155.888 
110.786 
146.218 
111.578 
62.736 
247.015 
113.708 
36.906 
76.863 
90.417 
166.452 
53.578 
49.612 
67.224 
99.522 
118.909 
28.709 
30.000 
144.365 
58.823 
kr. 
13 
99 
12 
56 
09 
61 
68 
79 
47 
01 
22 
49 
29 
84 
61 
64 
30 
99 
93 
67 
58 
07 
53 
09 
30 
60 
43 
69 
69 
80 
94 
02 
15 
54 
23 
74 
Betrag der 
Werlh- 
.4 bschrei butigeii 
b.Endc Nov. 1880 
nach Abschlag der 
daraus 
bestrittenen Dritt- 
theile der 
Keparaturkosten 
Werth laut 
(¡eiieral- 
Schiffbau-Conto 
Ende Novem. 1880 
abzüglich nebiger 
Werth- 
Abschreibungen 
fl. 
kr. 
12,454.278 
67 
4,717.719 
118.352 
17.068 
17.710 
11.340 
12.788 
151.984 
110.619 
9.939 
23.168 
120.901 
71.168 
86.229 
4.500 
156.299 
100.977 
83.535 
22.941 
63.000 
54.125 
117.529 
32.818 
80.256 
83.028 
87.428 
13.346 
77.195 
96.328 
31.326 
15.993 
40.417 
145.812 
10.198 
11.872 
10.604 
73.382 
94.499 
18.979 
16.640 
115.775 
10.313 
7,138.118 
67 
fl. 
3,590.820 
31.430 
58 350 
51.060 
49.980 
54.290 
22.930 
9.970 
35.250 
76.500 
26.870 
28.190 
62.800 
86.870 
18.050 
15.100 
84.130 
44.460 
20.640 
8.830 
36.540 
123.070 
30.530 
63.190 
24.150 
49.390 
169.820 
17.380 
5.580 
60.870 
50.000 
20.640 
43.380 
37.740 
56.620 
26.140 
24.410 
9.730 
13.360 
28.590 
48.510 
5,316.160 
kr. 
Werth 
der 
Inventare 
Ende Nov. 1880 
fl. 
kr. 
361.176 88 
5.318 
6.335 
4.218 
4.314 
4.514 
3.084 
1.248 
3.775 
6.026 
4.937 
2.653 
2.508 
5.626 
2.974 
3.285 
11.847 
4.581 
3.363 
3.214 
2.815 21 
11.572 
2.602 
11.197 
949 
3.885 
16.681 
1.616 
1.178 
4.877 
2.556 
4.464 
4.350 
3.873 
5.199 
1.936 
4.117 
1.128 
2.413 
8.123 
3.363 
543.910 
13 
Totale 
fl. 
kr. 
3,951.996 
36.748 
64.685 
55.278 
54.294 
58.804 
26.014 
11.218 
39.025 
82.526 
31.807 
30.843 
65.308 
92.496 
21.024 
18.385 
95.977 
49.041 
24.003 
12.044 
39.355 
134.642 
33.132 
74.387 
25.099 
53.275 
186.501 
18.996 
6.758 
65.747 
52.556 
25.104 
47.730 
41.613 
61.819 
28.076 
28.527 
10.858 
15.773 
36.713 
51.873 
5,860.070 
88 
87 
79 
58 
61 
23 
01 
07 
04 
40 
79 
17 
33 
35 
79 
45 
19 
72 
62 
64 
21 
35 
18 
09 
84 
30 
89 
27 
59 
98 
81 
57 
05 
33 
14 
12 
46 
85 
84 
94 
79 
13
        <pb n="97" />
        95 
Gattung 
der 
Schiffe 
Pn 
Uebertrag. 
Rudolf 
Ruston 
Salzach 
Schabatz 
Schlick. 
Sissek 
Sophia 
Stauf 
Stein 
Szamos 
Száva 
Széchényi 
Szegedin 
Szent-Andráa 
Szent-István 
Szobb 
Szôvetség 
Tachtalia 
Tegetthoff 
Theben 
Thetis 
Tisza 
Titel 
Tokay 
Tolna 
Török-Becse 
Unio 
Unna 
Vesta 
Waitzen 
Wien 
Zágráb 
Zrinyi 
Zrinyi-Miklós 
Localboot Nr. I. 
» II. 
„ III 
» IV. 
„ V 
„ VI 
Fürtrug 
12.391 
150 
80 
50 
15 
160 
120 
150 
55 
100 
60 
100 
150 
100 
80 
60 
80 
80 
40 
120 
40 
96 
100 
100 
120 
80 
80 
80 
120 
100 
100 
112 
110 
100 
90 
20 
20 
20 
20 
20 
20 
Ursprünglicher 
Werth 
der 
Schiffe 
fl. 
15.689 
12,454.278 
154.987 
65.968 
55.726 
19.657 
149.651 
91.047 
200.921 
28.226 
106371 
47.375 
91.418 
158.651 
73.790 
53.353 
67.773 
67.396 
66.163 
73.269 
152.339 
46.950 
72.224 
91.418 
107.014 
91.212 
98.129 
108.331 
54.211 
75.968 
150.203 
103.552 
98.944 
77.267 
141.865 
97.378 
41.413 
41.413 
44.330 
44.330 
44.330 
44.330 
kr. 
Betrag der 
Werlb- 
Abschreibmigen 
b. Ende Nov. 1880 
nach Abschlag der 
daraus 
bestrittenen Dritt- 
theile der 
Reparaturkosten 
fl. 
67 
97 
01 
08 
36 
89 
53 
13 
69 
41 
41 
03 
37 
35 
42 
96 
80 
01 
24 
19 
22 
40 
04 
47 
75 
30 
93 
70 
04 
01 
04 
70 
93 
94 
47 
54 
54 
79 
79 
79 
79 
15,853.190 
7,138.118 
109.737 
11.648 
50.566 
4.097 
108.591 
52.187 
93.551 
16.136 
83.041 
8.255 
37.978 
78.651 
68.390 
12.913 
21.703 
19.556 
14.453 
63.469 
28.129 
19.370 
37.264 
33.668 
70.974 
57.592 
45.289 
65.651 
11.921 
12.958 
19.533 
80.352 
88.824 
17.117 
66.405 
76.558 
9.713 
10.353 
10.090 
9.950 
10.210 
10.580 
kr. 
70 
8,785.560 
67 
97 
01 
08 
36 
89 
53 
13 
69 
41 
41 
03 
37 
35 
42 
96 
80 
01 
24 
19 
22 
40 
04 
47 
75 
30 
93 
70 
04 
01 
04 
70 
93 
94 
47 
54 
54 
79 
79 
79 
79 
Werth laut 
(ieneral- 
Schiffbiiu-Coido 
Ende Rovern. 1880 
abzüglich nebiger 
Werth- 
Abschreibungen 
fl. 
kr. 
70 
5,316.160 
45.250 
54.320 
5.160 
15.560 
41.060 
38.860 
107.370 
12.090 
23.330 
39.120 
53.440 
80.000 
5.400 
40.440 
46.070 
47.840 
51.710 
9.800 
124.210 
27.580 
34.960 
57.750 
36.040 
33.620 
52.840 
42.680 
42.290 
63.010 
130.670 
23.200 
10.120 
60.150 
75.460 
20.820 
31.700 
31.060 
34.240 
34.380 
34.120 
33.750 
7,067.630 
Werth 
der 
Inventare 
Ende Nov. 1880 
fl. 
543.910 
8.494 
5.293 
1.711 
I. 901 
5.674 
3.722 
4.200 
2.804 
2.264 
3.784 
5.374 
8.000 
1.156 
4.059 
1.195 
4.445 
4.532 
1.266 
13.520 
3.449 
2.270 
5.464 
18.055 
3.676 
1.572 
2.111 
4.345 
3.815 
15.451 
3.002 
2.671 
5.746 
II. 113 
7.020 
1.923 
1.832 
1.852 
1.816 
1.496 
1.459 
kr. 
Totale 
fl. 
kr. 
727.459 
13 
23 
96 
15 
65 
30 
16 
69 
21 
47 
58 
19 
77 
73 
05 
58 
02 
60 
17 
71 
01 
46 
35 
61 
29 
49 
30 
44 
34 
32 
70 
07 
03 
59 
59 
31 
59 
44 
86 
92 
58 
64 
5,860.070 
53 
59 
.744 
.613 
6.871 
17.461 
46.734 
42.582 
111.570 
14.894 
25.594 
42.904 
58.814 
88.000 
6.556 
44.499 
47.265 
52.285 
56.242 
11.066 
137.730 
31.029 
37.230 
63.214 
54.095 
37.296 
54.412 
44.791 
46.635 
66.825 
146.121 
26.202 
12.791 
65.896 
86.573 
27.840 
33.623 
32.892 
36.092 
36.196 
35.616 
35.209 
7,795.089 
13 
23 
96 
15 
65 
30 
16 
69 
21 
47 
58 
19 
77 
73 
05 
58 
02 
60 
17 
71 
01 
46 
35 
61 
29 
49 
30 
44 
34 
32 
70 
07 
03 
59 
59 
31 
59 
44 
86 
92 
58 
64
        <pb n="98" />
        94 
Gattung 
der 
Schiffe 
Ueher trat).... 
B. Propeller: 
N r. I Promontor 
III Ercsény. . , 
IV Adony 
V Szalk 
VI Teteny 
VIII 
I5Í ........... 
X Lore 
XI Harta 
XIII Apostag. .. 
Braila 
Ismail 
Jason 
Matschin 
Metternich 
Odessa 
Reni 
Tultscha 
Versény 
C, Kettenschiffe: 
Ipoly 
March 
Sájo. 
Waag 
D. Drahtseilschiffe. 
Leitha 
Nyitra 
E. Baggerschiffe: 
Centaur 
Cyclop 
Pluto 
Triton 
Vulcan 
F, Dampf boote 
(im Baue) 
Inn 
Morava 
Fürtrag... 
Ph 
15.689 
2o 
25 
25 
25 
25 
30 
30 
25 
20 
25 
35 
35 
75 
35 
70 
60 
30 
35 
60 
60 
60 
60 
25 
50 
20 
20 
12 
25 
12 
75 
120 
16.963 
Ursprünglicher 
Werth 
der 
Schiffe 
Betrag der 
Werth- 
Absebreibungen 
b. Ende Nov. 1880 
nach Abschlag der 
daraus 
bestrittenen Dritt- 
theile der 
Reparaturkosten 
fl. 
15,853.190 
55.697 
49.771 
56.121 
52.640 
55.191 
64.684 
63.252 
51.015 
52.345 
49.362 
75.595 
63.398 
132.241 
69.803 
220.924 
118.711 
58.857 
68.257 
58.757 
96.996 
72.093 
96.996 
92.370 
76.245 
119.971 
71.705 
71.705 
46.366 
81.205 
44.154 
1.707 
35.350 
18,176.689 
kr. 
70 
fl. 
58 
8,785.560 
39.257 
36.321 
41.061 
35.120 
37.911 
42.294 
41.322 
34.675 
30.045 
32.292 
51.665 
45.458 
2.221 
48.463 
182.404 
30.691 
46.717 
53.767 
14.717 
27.006 
19.253 
26.066 
26.150 
24.395 
24.051 
14.485 
14.185 
44.046 
79.965 
41.504 
9,973.080 
kr. 
70 
Werth laut 
General- 
Schiffbau-Conto 
Ende Novem. 1880 
abzüglich nebiger 
W erth- 
Abschreibungen 
fl. 
kr. 
86 
7,067.630 
16.440 
13.450 
15.060 
17.520 
17.280 
22.390 
21.930 
16.340 
22.300 
17.070 
23.930 
17.940 
130.020 
21.340 
38.520 
88.020 
12.140 
14.490 
44.040 
69.990 
52.840 
70.930 
66.220 
51.850 
95.920 
57.220 
57.520 
2.320 
1.240 
2.650 
1.707 
35.350 
8,203.608 
98 
72 
Werth 
der 
Inventare 
Ende Nov. 1880 
fl. kr. 
727.459 
2.425 
2.278 
2.097 
1.942 
2.079 
4.122 
5.699 
1.991 
1.980 
2.904 
2.499 
3.244 
16.120 
2.698 
2.942 
8.715 
3.049 
3.104 
3.360 
6.453 
3.535 
4.161 
4.800 
4.009 
1.512 
7.229 
7.059 
3.836 
1.525 
3.519 
848.360 
Tótale 
tí. ¡ kr. 
64 
40 
7,795.089 
18.865 
15.728 
17.157 
19.462 
19.359 
26.512 
27.629 
18.331 
24.280 
19.974 
26.429 
21.184 
146.140 
24.038 
41.462 
96.735 
15.189 
17.594 
47.400 
76.443 
56.375 
75.091 
71.020 
55.859 
97.432 
64.449 
64.579 
6.156 
2.765 
6.169 
1.707 
35.350 
9,051.969 
64 
12
        <pb n="99" />
        95 
Gattung 
der 
Schiffe 
Uebertrag.... 
G. Borstenvieh- 
Transportschiffe: 
Nr. 1—5, 7,10,12—16 
H. Waren Transportschiffe : 
17 Boote I. Classe A-H, A1-A9 
81 „ II. » Nr. 1-12,21, 
23-56, 58- 
60, 63, 66- 
75, 77-96 .. 
376 „ m. „ Nr. 101-143, 
145 - 300, 
302-478.... 
76 „ IV. „ Nr. 601-665, 
667-677 .. . 
65 „ V. „ Nr. 801-804, 
806-866 . .. 
34 „ VI. „ Nr.901-905, 
907 - 910, 
912-936 ... 
f A10 (Körper d. Sam-) 
! son) unvollendet.. 
8Boote.Nr. 57 (Körper der 
Pest) unvollendet . 
iNr. 13-18 unvollendet 
I. Kohlen Tender : 
Nr. 1 und 2,4-15,17—20 
K. Lichterhoote : 
20 von Eisen 
20 » » mit Holzböden.... 
L. Landungsobjecte: 
Rühren-Ponton Nr. 1—33 
» » » 34—41 (un 
vollendet) 
58 Stehschiffe u. 1 Brückenschiff 
M. Frucht-Elevator: 
Warenboot Nr. 805 
N. Schwimmende 
Dampfkrahne : 
Nr. 1-7 
0. Diverse eiserne Schiffe: 
5 Werftplätten 
11 Ruderboote 
3 Schotterplätten 
2 Versenkplätten 
2 Gepäcksplätten (unvollendet). 
2 Werkstattschiffe 
Ursprünglicher 
Werth 
der 
Schiffe 
fl. 
kr. 
18,176.689 
272.455 
14,324.303 
17.28;- 
2.275 
1.814 
213.476 
236.509 
160.998 
152.412 
14.798 
875.857 
22.978 
96.165 
8.305 
22.669 
15.220 
14.730 
5.047 
96.776 
34,730.769 
58 
45 
01 
Werth lau, 
Abschreibungen General - 
b. Ende Not. 1880 i Schiffbau-Coillo 
nach Abschlag der Ende Norein. 1880 
bestñ#%TDñtt- 
Absehen;,. 
fl. 
9,973.080 
189.965 
7,051.063 
92 
56 
64 
146.186 
29.679 
23.458 
4.842 
538.617 
11558 
2.765 
4.055 
17.589 
12.360 
53.486 
18,058 710 
kr. 
86 
45 
01 
92 
fl. 
8,203.608 
82.490 
7,273.240 
17.285 
2 275 
1.814 
67.290 
206.830 
137.540 
147.570 
14.798 
337.240 
11.420 
93.400 
4.250 
5.080 
17.590 
5.047 
43.290 
16,672.059 
kr. 
72 
05 
61 
33 
Werth 
der 
Inventare 
Ende Nov. 1880 
fl. kr. 
848.360 40 
9.287 
671.867 
8.698 
19.392 
22.185 
4.601 
14.148 
640 
3.533 
' 119 
142 
’ 248 
1603.226 
51 
81 
65 
15 
Totale 
fl. 
9,051.969 
91.777 
7,966.482 
75.988 
226.222 
159.725 
166.969 
351.388 
12.060 
96.933 
4.250 
5.199 
17.732 
5.047 
43.538 
18,275 285 
kr. 
12 
51 
76 
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DRUCK VON L. C. ZAMARSKI, K. K. HOF-RUCHDRUCKER UND HOF-LITHOGRAPH.
        <pb n="101" />
        Bibliothek dea Instituts 
für Weltwirtschaft Kiel 
UBERSICHTS - KARTE 
OER BETRICSSüRlEK 
der ersten k.k.p-rivile¿irten 
Donau D ampfschiffahrf Gesellschaft. 
Vcbrrtraq . J47? i 
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Sisseh Stwespih, i06 -3 
Knt¡in 2'3 
Sparna Bassvt bfi-ti 
Stiulmt 13- 7 
Franzens Kanal. 
Be/.tlan BTu-s Füläowr 116'S 
ßetfa Kanal 
Temrsnàr Titel - . U'fO 
Schwarzes Meer. 
Sv timt Odessa iS 11 
Summit. iShS'h 
B.Mohács Fünfkirchner Eisenbahn. 
Mohnes i's/.öfi 3/r93 
r.sxöif Grube , •. 333 
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Suent Enãrr er Arm 37 -9 
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Optimier Graben 39:1 
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        Bibliothek des Instituts 
für Weltwirtschaft Kiel 
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        Brücken, 26 Kohlentender u. s. w. in sich schloss, ein schweres Bedenken gegen dessen Ueber- 
nahme. Nur die Erwägung, dass der ungarischen Gesellschaft zugleich zwei Kohlenbergwerke 
im Reviere von Fünfkirchen, und zwar im Herzen des gesellschaftlichen Besitzes, zum grösseren 
r lheile gehörten; dass dadurch die Gesellschaft für eine Reihe von Jahren der Nachschaffungen 
an Schiffsmaterial überhoben, somit Restrictionen im Betriebe der gesellschaftlichen Werften 
ermöglicht wurden; dass die Beseitigung der Concurre'nz wieder eine rationelle Tarif 
stellung gestattete, und endlich die patriotische Pflicht, die Auflösung des ungarischen .Unter 
nehmens durch die gesellschaftliche Intervention materiell zu erleichtern, entschieden für die 
Annahme des Vertrages, kraft dessen die Donau - Dampfsehiffahrts- Gesellschaft das gesummte 
Eigenthum der Vereinigten ungarischen Dampfsehiffahrts - Gesellschaft zu dem Pauschal 
beträge von 4,405.100 fl. mit der Verpflichtung übernahm, von einer eventuellen Dividende 
ober 6 Percent an die Aktionäre der Vereinigten ungarischen Dampfsehiffahrts - Gesellschaft 
10 Percent zu vertheilen. Zu diesem Zwecke wurden denselben sogenannte Genussscheine 
ausgestellt. 
Der diesbezügliche Vertrag erhielt die Genehmigung der ausserordentlichen General 
versammlung vom 14. April 1874 und wurde im Laufe desselben Jahres anstandslos in der Art 
durchgeführt, dass nach Uebernahme des gesummten Besitzstandes der Vereinigten ungarischen 
Dampfschiffahrts-Gesellschaft zur Tilgung des Kaufschillings deren Anlehensschuld im Betrage 
von 2,978.800 fl. anerkannt und der Rest in Baarem beglichen wurde. Die Mittel hiezu hatte, 
nachdem das im Jahre 1873 realisirte, in Gold verzinsliche, Anlehen im Betrage von 5 Millionen 
Gulden durch die früheren Bedürfnisse der Gesellschaft erschöpft war, der Beschluss der 
Generalversammlung vom 29. Mai 1874 zur Verfügung gestellt, indem er die Gesellschafts- 
verwaltung zur Vermehrung des Actiencapitals bis zu der Höhe von 30 Millionen Gulden, 
somit zur Ausgabe von neuen Actien im Betrage von 4,800.000 fl., ermächtigte. 
So war die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft mit einem Schlage zu einer nicht 
allein ausreichenden, sondern ihren Bedarf weit übersteigenden Vermehrung ihrer Fahrbetriebs- 
mittel, zugleich aber auch in den Besitz des ganzen nächst Fünfkirchen liegenden Kohlenbeckens 
gelangt; sie gebot Ende 1874 über eine Flotte von 200 Dampfern mit 17.801 Pferdekräften, 
über 655 eiserne und 65 hölzerne Transportschiffe; zur Stromräumung standen 5 Baggerschiffe 
mit 29 Pferdekräften zu Gebote. Der gesellschaftliche Grubencomplex umfasste 227 Gruben- 
lelder à 12.544 Quadratklafter und 392.609 Quadratklafter Ueberschaaren an Eigenbesitz und 
&lt;&gt;1 Grubenfelder nebst 31.934 Quadratklaftern im Pachtbetriebe. Die Gruben von Fünfkirchen, 
wie die Szabolcser Werke, waren durch Zweiggeleise mit der Mohäcs-Fünfkirchener Bahn in 
Verbindung gesetzt und mit Betriebsmaschinen aller Art zur Förderung von Rohkohle wie zur 
&lt; oaks- und Briquettesbereitung eingerichtet. Leider sollte für letztere der wüuschenswerthe 
Bedarf, wie für den Schiffspark die genügende Alimentation, ausbleiben. 
Schon das Jahr 1873 war ein Jahr der Enttäuschung und ernstesten Prüfung. Die Welt 
ausstellung brachte statt des erhofften materiellen Gewinnes nur erhöhte Auslagen. Der Aus 
bruch der finanziellen Krisis erschütterte den Credit, die Grundlage alles Handels, in seinen 
Grundfesten und lähmte, immer weitere Kreise ziehend, jeglichen Verkehr. Ungarn, von einer 
Missernte heimgesucht, war gezwungen, statt andere Länder mit seinem Ueberflusse zu ver 
sorgen, seinen eigenen Bedarf aus anderen Provinzen und Nachbarländern zu holen, und zwar 
in dem Masse, dass sich angesichts dieser traurigen Nothwendigkeit sogar die Regierungen
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