gemacht,  dass  die  Diplomaten  kaum  als  die  richtigen
Organe  für  solche  Ermittlungen  gelten  können.  Im  einzelnen ­
  wurden  u.  a.  gerade  auch  obige  Ziffern  für  die
Schweiz  beanstandet.  Diejenigen  für  Handel  und  Industrie ­
  wurden  als  um  50  Millionen  zu  niedrig,  diejenigen
für  Eisenhahnwerte  dagegen  als  zu  hoch  bezeichnet.
Im  ganzen  wurde  eine  Erhöhung  des  Ansatzes  für  die
Schweiz  auf  eiue  halbe  Milliarde  als  richtiger  bezeichnet ­
  l .
Aber  auch  diese  Summe  war  schon  damals  viel  zu
niedrig  gegriffen  und  ist  es  heute  noch  viel  mehr.  Statt
455  Millionen  Franken  muss  heute  das  Doppelte  gerechnet ­
  werden.  Jene  Aufstellung  bleibt  wahrscheinlich ­
  mit  allen  ihren  Posten,  sicherlich  aber  mit  den
beiden  Hauptposten,  den  Staats-  und  den  Bahnwerten,
weit  unter  der  Wirklichkeit.
1.  200  Millionen  Franken  öffentliche  Schweizerwerte ­
  waren,  wie  mit  ziemlicher  Sicherheit  nachgewiesen ­
  werden  kann,  schon  Ende  1900  im  Auslande
und  zwar  hauptsächlich  in  Frankreich  plaziert.  Dr.  Jakob ­
  Steiger  führt  im  ersten  Band  seiner  „Grundzüge
des  Finanzhaushaltes  der  Kantone“,  S.  17,  per  Ende  1900
119  %  Millionen  Franken  als  Auslandsschuld  allein  der
vier  Kantone  Bern,  Freiburg-,  Graubünden  und  Wallis
auf,  wovon  je  ca.  50  Millionen  auf  Bern  und  Freiburg
entfallen.  Dazu  kommen  noch  einmal  50  Millionen  Franken ­
  Dotationskapital  der  Berner  Hypothekarkasse  und
weitere  15  Millionen  für  die  Berner  Kantonalbank,  total

1  Leroy-Beaulieu  im  Economiste  français  vom  Oktober  1902;
über  die  Schweiz  speziell  in  der  Nr.  43  vom  25.  Oktober  1902,
S.  549  f.