20

den  geschützten  Markt  auf  den  Boden  des  geschützten
Gebietes  über.  Das  wird  um  so  lohnender,  je  grösser
der  geschützte  Markt  und  je  höher  seine  Schutzzollmauern ­
  sind.  Diese  Attraktion  fremder  Industrien
durch  den  Schutzzoll,  die  internationale  Kolonisation
der  Industrie  im  Ausland,  hat  in  den  letzten  20  Jahren
ganz  enorme  Fortschritte  gemacht.  Und  zwar  spielt
dabei  die  Schweiz  als  kleiner  Markt,  der  als  solcher
für  die  ausländische  Unternehmung  wenig  Anziehungskraft ­
  besitzt,  weit  überwiegend  die  aktive  Bolle  des
Kolonisators  auf  den  grossen  Märkten  des  Auslandes.
Es  sei  nur  erinnert  an  die  Übersiedlung  eines  Teils  der
Basler  Bandfabrikation  auf  deutschen  Boden  infolge  der
deutschen  Schutzzölle  von  1879  und  an  die  Kolonisation
der  ostschweizerischen  Baum  Wollindustrie  in  Oberitalien.
Aber  auch  nach  Frankreich  und  Österreich,  nach  Bussland ­
  und  Nordamerika  hat  unsre  Exportproduktion
unter  dem  Drucke  der  fremden  Schutzzölle  ihre  Ableger
entsandt.
Das  hieraus  entstehende  internationale  Schuldverhältnis ­
  ist  zunächst  offenbar  eine  jährliche  Tributpflicht
des  Auslandes  an  die  schweizerische  Unternehmung.  Solange ­
  diese  Gründungen  in  Schweizer  Händen  verbleiben
und  prosperieren,  sichern  sie  unsrer  Volkswirtschaft  alljährlich ­
  Guthaben  in  bedeutendem  Betrage.  Dagegen
dürfen  auch  die  Schattenseiten  dieser  industriellen  Kolonisation ­
  nicht  übersehen  werden.  Die  Anlage-  und  die
Betriebskosten,  vor  allem  die  sämtlichen  Arbeitslöhne,
dieser  Filialen  kommen  nicht  mehr  der  Schweiz,  sondern
dem  Ausland  zu  gute,  sie  werden  auch  dort  versteuert.
Nur  die  Unternehmer  ge  winne  fliessen,  wenigstens  in  der
ersten  Zeit  noch,  nach  Abzug  der  fremden  Steuern,  nach