30

bisherigen  Anlagen  aufgescheuchte  französische  Kapital
zugewandt  hat,  sondern  ebensowohl  deutsche,  skandinavische, ­
  italienische,  ja  spanische  und  südamerikanische
Werte,  neuerdings  auch  wieder  englische,  namentlich
englische  Gemeindeanleihen,  local  loans,  und  für  vorübergehende ­
  Verwendungen  englische  Schatzscheine.  Wir
haben  uns  also  nicht  etwa  einzubilden,  dass  unsere
Schweizer  Werte  sich  einer  be  son  dem  Gunst  des
französischen  Kapitalistenpublikums  vor  den  Staatspapieren ­
  anderer  Länder  erfreuen.
Andrerseits  ist  es  aber  auch  gut,  sich  gegenwärtig
zu  halten,  dass  dieser  ganze  Zustand  ein  gänzlich  anormaler ­
  ist,  eine  völlige  Umkehrung  des  gesunden  und
natürlichen  Verhältnisses,  dass  die  englischen  und  französischen ­
  Werte  gesucht  sind,  gesucht  überhaupt,  ganz
besonders  aber  geschätzt  und  gesucht  von  den  eigenen
Landeskindern.
Aus  beidem  ergibt  sich,  dass  die  Schweiz  —  bei
aller  durchaus  anzuerkennenden  Integrität  ihres  Kredits
—  weder  Grund  hat,  sich  ihres  guten  Kredits  bei  Frankreich ­
  zu  überheben,  noch  auch,  dass  sie  sich  auf  die
Beständigkeit  der  augenblicklichen  Sachlage  allzufest ­
  verlassen  darf.
Im  ganzen  bestätigt  sich  hier  nur  von  neuem,  dass
die  Zeiten  der  grossen  Konversionen  erster  Staats  werte
mit  ihren  starken  Umwälzungen  sonst  festgelegter  Kapitalbestände ­
  der  reichsten  Länder  es  sind,  die  auch
der  Schweiz  jeweilen  ungewöhnlich  grosse  Beträge
billiger  Gelder  zuführen.  Ähnliches  war  der  Fall  gegen
Ende  der  achtziger  Jahre,  als  auf  einen  Schlag  dieselben ­
  17  Vs  Milliarden  Franken  3  %  englische  Konsols,
welche  jetzt  von  2  3 / 4  auf  2  Vs  %  reduziert  worden  sind,