37

türlieh  nicht  minder  bedenklich  vom  Standpunkt  der
betreffenden  Privatwirtschaften  sowohl,  als  namentlich
von  dem  unsrer  Volkswirtschaft.  Für  den  einzelnen  wird
sich  der  Tausch  auf  die  Dauer  oft  als  ein  schlechter  erweisen, ­
  weil  der  neue  Besitz  weniger  sicher  ist.  Und
vom  nationalen  Standpunkt  aus  beurteilt,  wäre  es  unzweifelhaft ­
  nicht  bloss  theoretisch  richtig,  sondern  auch
politisch,  im  Interesse  unsrer  vollen  Autonomie  vorzuziehen, ­
  dass  möglichst  viel  von  unsrer  Landesschuld  in
einheimischem  Besitz  verbleiben  würde  und  an  die
eigenen  Leute  zu  verzinsen  und  zurückzuzahlen  wäre.
Damit  sind  wir  aber  bereits  an  dem  Grenzgebiet
an  gelangt,  wo  sich  die  privatwirtschaftlichen  Interessen
mit  den  allgemeinen  berühren,  bezw.  mit  ihnen  in
Konflikt  geraten.
Dieser  Konflikt  kann  und  wird  durch  den  Appell
an  den  Patriotismus  unsres  kapitalistischen  Publikums
nicht  gelöst  werden.  Dem  dauernden  Festhalten  an  der
Anlage  in  Schweizer  Werten  bei  so  niederm  Zins  würde
schon  die  Steuerveranlagung  mancher  Kantone  und  Gemeinden ­
  im  Wege  sein,  die  den  kleinen  Kapitalbesitz,
darunter  auch  Witwen  und  Waisen,  die  auf  ihr  bischen
fundiertes  Einkommen  angewiesen  sind,  schwer  drückt.
Es  treten  sich  hier  der  moderne  Staatssozialismus  unsrer
kleinen  und  grossen  Demokratien  mit  seiner  Bekämpfung
alles  arbeitslosen  Einkommens  und  andrerseits  privatwirtschaftliche
  Interessen  eines  unentbehrlichen  Faktors
unseres  volkswirtschaftlichen  Organismus,  des  Kapitals,
gegenüber.  Die  unausweichliche  Folge  wird  sein,  dass
das  letztere,  das  einheimische  Kapital,  dem  ersteren,
dem  Staatssozialismus,  ausweicht,  sich  seinem  Einfluss
nach  Möglichkeit  entzieht  durch  möglichst  starke  An-