14

bekannt  geworden:  Ein  österreichisches  Werk  zahlt
während  10  Jahre  für  2000  PS.  pro  Jahr  98  000
Kronen,  sodass  sich  die  Pferdekraft  auf  rund  40  M.
stellen  würde.  Ein  Schweizer  Werk  zahlt  für  eine
Wasserkraft,  die  zwischen  1000-1200  PS.  schwankt,
36  000  Francs,  pro  PS.  also  24—28,80  M.  Ein  anderes
ausländisches  Werk  zahlt  für  3000  elektrisch  abgegebene ­
  PS.  einschl.  der  Miete  für  das  Fabrikgebäude
130  000  Frs.  Rechnet  man  für  die  Miete  10  000  Frs.
ab,  so  stellt  sich  die  Pferdekraft  pro  Jahr  auf
40  Frs.  =  32  M.  Dies  ist  für  Schweizer  Verhältnisse
ein  ziemlich  allgemein  gültiger  Preis.  In  Deutschland
ist  es  zur  Zeit  (Anfang  1904)  allein  das  Brandenburgische
  Carbidwerk,  das  die  Wasserkraft  gepachtet
hat.  Der  Pachtpreis  pro  PS.  soll  30  M.  pro  Jahr  betragen, ­
  jedoch  liess  sich  etwas  Bestimmtes  hierüber
nicht  in  Erfahrung  bringen.  Dieser  für  deutsche  Verhältnisse ­
  niedrige  Preis  würde  allerdings  nur  dadurch
zu  erklären  sein,  dass  hier  besonders  günstige  Umstände ­
  beim  Erwerb  der  Grundstücke  mitgesprochen
haben,  dann  aber  auch,  dass  die  Wasserkraft  durch
eine  Talsperre  gewonnen  wurde,  die  sowieso  erforderlich ­
  war.  Sonst  kann  man  im  Durchschnitt  in  Deutschland ­
  mit  einer  Pachtsumme  von  80  M.  pro  PS.  rechnen.
Dieser  Preis  wurde  auch  einem  Pachtverträge  einer
Wasserkraft  von  3500  PS.  in  der  Nähe  von  Augsburg
in  allerjüngster  Zeit  zu  Grunde  gelegt.  Bemerkt  sei
noch,  dass  die  Aluminiumindustrie  Neuhausen  4  Frs.
lediglich  für  die  Wasserentnahme  aus  dem  Rheinfall
bei  Neuhausen  pro  PS.  und  Jahr  zu  zahlen  hat.
Die  meisten  Werke  in  Deutschland  haben  dagegen ­
  ihre  Wasserkräfte  in  eigenem  Besitze.  Diese
Rechtsform  hat  Vorteile  wie  Nachteile.  Reüssiert  die
Gesellschaft,  so  verkleinert  das  grosse  Anlagekapital
die  Dividende  in  sehr  starkem  Masse,  während  bei