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Das  zweite  Rohmaterial,  die  Kohle,  wird  bei  allen
Fabriken  aus  grösserer  Entfernung  bezogen.  Wegen  der
Verschiedenheit  der  Transportkosten  und  der  Abhängigkeit ­
  von  der  Marktlage  variieren  die  Preise  sowohl
zeitlich  bei  ein  und  derselben  Fabrik,  als  auch  zu
gleicher  Zeit  bei  verschiedenen  Fabriken.  In  der
Regel  werden  für  ein  Jahr  Abschlüsse  auf  Lieferung
von  Kohlen  getroffen,  so  dass  kleinere  Schwankungen
und  Ueberraschungen  hierdurch  vermieden  werden
und  bei  grösseren  Carbidabschlüssen  feste  und  sichere
Rohmaterialpreise  der  Kalkulation  zu  Grunde  gelegt
werden  können.  Nachteilig  wirken  diese  langfristigen
Rohmateriallieferungs-Verträge  bei  unvorhergesehenen
Produktionseinschränkungen.
Für  eine  Tonne  Carbid  benötigt  man  theoretisch
562,5  Kilo  Kohle,  in  praxi  ca.  650—900  Kilo  ;  dies
hängt  von  der  Ofenkonstruktion  und  der  Aufmerksamkeit ­
  der  Bedienung  ab.  Diese  Ersparnisse  fallen  jedoch ­
  nicht  übermässig  ins  Gewicht,  da  die  Materialien
verhältnismässig  billig  sind.  Bis  Frühjahr  1901  galten
12—14  M.  ab  Werk  pro  Tonne  als  Normalpreise.  Infolge ­
  der  Koks-  und  Kohlensyndikate  schnellte  der
Preis  dann  auf  22—25  M.  loco  Werk.  Dahinzu  kommen
noch  die  Frachtkosten,  die  die  Preise  sehr  variieren.
So  bezahlen  einige  Schweizer  Werke  35—40  Fres,
eins  sogar  für  Koks  von  St.  Etienne  mit  allerdings
nur  3  —  5  %  Aschengehalt  50  fres.  Für  Oesterreich
stellen  sich  die  Kokspreise  auf  ca.  25—30  M.  In
Norwegen  und  Schweden  sind  dagegen  die  Kokspreise
trotz  der  Armut  des  Landes  an  Kohlen  wegen  der
Billigkeit  des  Wassertransportes  etwas  niedriger,  für
ein  Werk  (1900)  18  M.
Die  Verwendung  von  Anthracit  ist  verhältnismässig ­
  selten;  sein  Preis  stellte  sich  für  ein  deutsches
Werk  auf  ungefähr  22  M.