55

Die  Aluminium-Industrie-Aktiengesellschaft  Neuhausen ­
  hat  zum  Beispiel  neben  der  Produktion  von
Aluminium  auch  noch  die  des  Carbids  mit  einer  Produktionsfähigkeit, ­
  die  auf  4000  tons  geschätzt  wird,
aufgenommeu.  Ebenso  haben  auch  die  elektrochemischen ­
  Werke  Bitterfeld  an  Elektron,  Griesheim,  ihre
Werke  zu  Rheinfelden  verpachtet  und  dort  die  Herstellung ­
  von  Carbid  zeitweise  aufnehmen  lassen.  Wie
gross  bei  diesen  Werken  der  tatsächliche  Anteil  des
Carbids  früher  an  ihrer  Gesamtfabrikation  war,  war
leider  nicht  näher  zu  bestimmen.  Seit  einigen  Jahren
jedenfalls  wird  in  dem  Rheinfelder  Werk  (4000  PS.)  der
Elektrochemischen  Werke  Bitterfeld  kein  Carbid  mehr
produziert,  wofür  die  betreffende  Firma  von  dem  Syndikat
eine  Abstandssumme  von  M.  36  000  bis  40  000,—  jährlich ­
  erhält.  Die  Lieferungen  aus  den  Werken  der
Aluminiumindustrie  Neuhausen  sind  seit  einer  Reihe
von  Jahren  von  den  deutschen  Eisenbahnverwaltungen
übernommen  Für  die  Entwicklung  des  freien  Marktes
kommen  also  diese  beiden  Werke  nicht  in  Betracht.
Was  nun  diejenigen  Fabriken  anbetrifft,  die  ihre
Produktion  auf  den  Markt  warfen,  so  entstand  in
Deutschland  wohl  mit  als  erstes  das  Carbid  werk  der
Firma  Kunheim  &amp;  Co.,  das  mit  Dampf  betrieben
wurde.  Die  Produktion  hat  niemals  einen  nennenswerten ­
  Umfang  angenommen  und  wurde  schon  in  den
allerersten  Zeiten  wieder  aufgegeben  und  an  Stelle
des  Carbids  andere  Fabrikate  aufgenommen.  Die  Erwähnung ­
  dieser  Firma  an  dieser  Stelle  erscheint  deswegen ­
  gerechtfertigt,  weil  es  ihr  gelungen  ist,  in  das
Carbid-Syndikat  aufgenommen  zu  werden.  Sie  hat
ihre  Produktion  heute  an  das  Carbidwerk  zu  Matrei
übertragen,  ist  aber  naturgemäss  für  ihren  Teil  an
dem  Gewinn  des  Syndikates,  lediglich  auf  Grund  ihrer
früheren  Versuche,  beteiligt.