Druck-:  Fr.  Andrä’s  Nachf.,  Leipzig.

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697  76Õ  Verletzte,  61267  Witwen  Getöteter,  94062  Kinder  und
Enkel  und  3505  Eltern  usw.  Mit  Einschluss  der  an  Angehörige
von  Verletzten,  die  in  Heilanstalten  untergebracht  waren,  gezahlten ­
  gesetzlichen  Unterstützungen  sind  im  Jahre  1903  im  Ganzen
903160  Personen  Bezüge  auf  Grund  der  Unfallversicherung  zuteil ­
  geworden.  Wenn  man  bedenkt,  dass  1866  die  Unfallentschädigungen ­
  insgesamt  nur  1,9  Millionen  Mark  ausmachten,  1893
nur  38,2  Millionen,  jetzt  dagegen  (1903)  schon  118,3  Millionen
Mark,  so  kann  man  hieran  sehr  gut  die  Steigerung  der  Lasten
erkennen,  die  aus  einem  einzigen  Versicherungszweige  den  Arbeitgebern ­
  erwachsen,  die  allein  die  Kosten  der  Unfallversicherung
bestreiten.  Deshalb  sind  die  gewerblichen  Berufsgenossenschaften
bemüht,  auf  alle  nur  mögliche  Weise  die  Kosten  zu  ermässigcn,
nämlich  durch  Unfallverhütungsvorschriften,  die  nunmehr ­
  60  von  den  61,  dem  Reichsversicherungsamt  ausschliesslich ­
  unterstellten  gewerblichen  Berufsgenossenschaften  erlassen  haben. ­
  Die  Folgen  der  entschädigungspflichtigen  Unfälle  werden
immer  mehr  durch  rechtzeitige  Uebernahme  des  Heilverfahrens
und  sorgsamere  Ausgestaltung  des  letzteren  gemildert.  Auch  hier
wird,  wie  auf  dem  Gebiete  der  Unfallverhütung,  durch  einen  sorgsameren ­
  Ausbau  der  Unfallverhütungsvorschriften,  auf  eine  Ermässigung
  der  Unfallkosten  hingewirkt.
Jedenfalls  zeigen  die  Zahlen  der  im  Jahre  1903  gezahlten
Renten,  dass  die  Arbeiterversicherung  Deutschlands  —  Bismarcks
Sozialpolitik,  die  von  den  Führern  der  deutschen  Sozialdemokratie
mit  den  verächtlichen  Schimpfnamen  „Bettelpfennige“,  „Armon-■hausgesetzgebung“
  belegt  wurde  —  von  Jahr  zu  Jahr  einem
grösseren  Kreise  Segen  spendet,  und  dass  Deutschland  mit  diesem
Kulturwerk  immer  noch  an  der  Spitze  aller  Völker  bleibt,  wie
1889,  als  der  italienische  Senator  und  spätere  Finanzminister
Luzzati  auf  einem  internationalen  Kongress  der  Volkswirte  in
Paris  das  treffendste  Urteil  über  Bismarcks  deutsche
Sozialpolitik  in  den  Worten  aussprach:  „Es  ist  ein  riesenhaftes ­
  Werk,  geschmiedet  mit  dem  Hammer  eines
sozialen  Cyklopen!“