9 8 gegengesetzt ist : damals hatte die Zahl der Kleinbetriebe beträchtlich zugenommen, während die der Grossbetriebe sehr abgenommen hatte; jetzt verschwindet das länd liche Kleineigentum vor dem Grossbetriebe.“*) Wir behaupten natürlich nicht, dass diese Betriebs- concentration eine allgemeine Erscheinung sei. Die Agrar statistik von Deutschland ergiebt z. B. ganz entgegen gesetzte Resultate.**) Aber wir haben doch gesehen, dass in allen Ländern, selbst wenn die Zahl der Kleinbetriebe zunimmt, die Zahl der unabhängigen Kleinbauern, der bäuerlichen Grundbesitzer, unaufhörlich abnimmt. 3. Industrielle Betriebe. Die industrielle Concentration schliesst die Klein producenten von den Hauptindustriezweigen aus und ver weist und verbannt sie in diejenigen Industrieen, deren localer, specieller, künstlerischer oder Luxuscharakter die Teilung der Arbeit, die Einführung von Maschinen und das Zusammenwirken vieler Arbeiter nicht gestattet oder noch nicht gestattet. Aber andernteils ist nicht zweifelhaft, dass die Entwickelung des Capitalismus die Zahl dieser In dustrieen und ihrer Betriebe vermehrt. Zuerst werden auf dem Lande die kleinen Producenten, die Handwerker, die für den localen Markt arbeiten, not wendigerweise zahlreicher und zwar in dem Masse, wie die Production der Gebrauchswerte für den häuslichen Gebrauch der Production von Tauschwerten Platz macht. Zweitens lässt die Specialisierung der Arbeit, während die grossen Industrieen sich concentrieren, immer neue Industrieen emporspriessen, gleichsam Ableger von dem Hauptstamm der Production. So finden wir z. B. in der letzten Gewerbezählung der Provinz Hennegau neben der *) Einleitung, pag XLI (Brüssel, 1900). **) Hertz: Die agrarischen Fragen im Verhältnis zum Socialismus (Wien, 1899), pag. 53 ff.