<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Die Entwickelung zum Socialismus</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>Emile</forname>
            <surname>Vandervelde</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>861747917</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>À «A 
— 213 — 
der Fahne auf deiml Spiele steht, der Krieg erklärt worden 
ist, dann fliegen sie an die Grenze, sind einmütig bereit, 
ihr Leben für diese Fahne, für dieses Vaterland, für diesen 
oft hassenswerten Und ungerechten Krieg hinzugeben. 
Wenn solche Empfindungen solche Wirkungen ‘zei 
tigen können, brauchen wir dann auch nur einen einzigen 
Augenblick im Zweifel zu sein, dass sich dieselbe Energie, 
dieselbe Willenskraft und Entsagung auch bei den (Difi 
rieren und Generälen der industriellen Armee für Werke 
des Lebens entwickeln wird, wie heute bei den Officieren 
und Generälen der Armeeen für Werke des Todes ? Und 
wo sich so viele Menschen bereit finden, ihr Leben zu 
opfern, wenn es sich darum handelt, ihresgleichen eine 
Bleikugel zu senden, da sollten sie sich nicht ebenso 
bereit finden, wenn es sich darum handelt, den Neben 
menschen Brot zu geben? 
Wir wissen wohl, dass die kriegerische Exaltation 
eines Augenblicks und die andauernde friedliche Arbeit 
eines ganzen Lebens zweierlei sind ; aber wir wollen doch 
auch nicht vergessen, dass die moralischen Factoren, deren 
Stärke wir eben gezeigt haben, zu den anderen weniger 
hohen Stimulantien, die auch in der socialistischen Ord 
nung fortwirken könnten, hinzutreten, nicht sie er 
setzen würden. 
Wir können also mit Recht schliessen, dass in der 
ausführenden wie leitenden Arbeit die persönliche Initiative 
und folglich auch die gesellschaftliche Productivität alles 
zu gewinnen und nichts zu verlieren hätten, wenn sich 
der Kampf ums Dasein zwischen den Menschen in ihre 
Vereinigung zum Kampfe gegen die Natur wandeln 
würde. 
§ 2. 
Der Socialismus und die Freiheit. 
„Der Socialismus und die menschliche Freiheit sind 
unvereinbar miteinander.“</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
