B  i  sc  hoff,  Die  Forderungen  der  Praxis.

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Vorschläge  große  Sympathien  entgegenbringen  werden.  Die  Hauptmitarbeit ­
  der  Praktiker  an  der  Entwicklung  der  Versicherungswissenschaft ­
  wird  im  allgemeinen  immer  eine  literarische  sein  und
bleiben  müssen,  die  in  den  Mußestunden  neben  der  eigentlichen
Berufstätigkeit  zuwege  gebracht  wird.  Auch  eine  derartige  Mitarbeit ­
  aber  wird,  wie  aus  dem  früher  Gesagten  hervorgeht,  außerordentlich ­
  nützlich  sein  können.  Ich  erachte  es  daher  als  eine  der
wichtigsten  Aufgaben  unseres  Vereins,  eben  diese  Mitarbeit  der  Praktiker ­
  durch  entsprechende  Anregung  und  Organisation  zu  fördern.
Schließlich  möchte  ich  noch  auf  ein  letztes,  nicht  unwichtiges
Mittel  zur  Förderung  der  Entwicklung  unserer  Wissenschaft  hinweisen
  :
Bekanntlich  sind  auf  dem  Gebiete  des  Versicherungswesens  in
den  letzten  dreißig  Jahren  viele  neue  und  wichtige  Probleme  der
staatlichen  Versicherung  hervorgetreten  und  teilweise  auch  zur
Lösung  gebracht.  In  Zukunft  wird  das  vielleicht  in  noch  höherem
Maße  der  Fall  sein.  Die  staatliche  Unfall-,  Kranken-,  Alters-  und
Invaliditätsversicherung  harrt  bekanntlich  der  Fortentwicklung  und
besseren  Ausgestaltung.  Die  Fragen  der  Hinterbliebenen  Versorgung
der  Arbeiter  und  Angestellten,  der  Arbeitslosigkeitsversicherung  usw.
treten  immer  energischer  hervor.  Die  Beschäftigung  mit  solchen  Problemen ­
  kann  nur  offenbar  unserer  Wissenschaft  sehr  förderlich  sein  ;
gerade,  wenn  man  sich  mit  den  Schwierigkeiten  derartiger  praktischer
Fragen  abzufinden  hat,  wird  man  recht  eigentlich  zur  wissenschaftlichen ­
  Forschung  getrieben.  Deshalb  sollte  man,  meine  ich,  die
\  ertreter  unserer  Wissenschaft  (insbesondere  die  Versicherungsmathematiker ­
  und  -Statistiker)  in  die  Kommissionen  zur  Bearbeitung
solcher  Fragen  mit  berufen.  Sie  werden  dort  nicht  nur  selbst  viel
lernen,  sondern  auch  manchen  guten  Gedanken  aus  ihrer  Erfahrung
zur  Lösung  der  betreffenden  Aufgaben  beitragen  können.  Auch  der
deutsche  Verein  für  Versicherungswissenschaft  könnte  in  solchen
Fragen  seitens  der  Regierung  zur  Mitarbeit  herangezogen  werden.
Unter  dem  Einfluß  solcher  Maßnahmen  würde  zweifellos  das  wissenschaftliche ­
  Streben  auf  unserem  Gebiete  gute  Fortschritte  machen.
Das  wäre  es  etwa,  was  ich  hier  —  in  Ergänzung  der  Ausführungen
der  vorhergegangenen  Referate  —  auf  die  Frage  antworten  möchte:
Wie  ist  die  Entwicklung  der  Versicherungswissenschaft  zu  fördern?
Die  Wichtigkeit  dieser  Frage  selbst  ist  nicht  zu  verkennen,  wenn
man  in  Betracht  zieht,  daß  heute  und  in  Zukunft  weittragende  Probleme ­
  der  Staatsversicherung  der  rechten  Lösung  harren,  daß  ferner
eine  außerordentlich  weitreichende  Aufsichtstätigkeit  nunmehr  tief
ein  greift  in  alle  Verhältnisse  unseres  Kulturgebietes,  und  daß  in  naher
Zukunft  auch  die  privatrechtlichen  Verhältnisse  dieses  Gebietes  eine
völlig  neue  Entwicklungsgrundlage  erhalten.  Da  schreit  geradezu
das  gesamte  Versicherungswesen  an  allen  Ecken  nach  einer  wissenschaftlichen ­
  Wegweisung,  die  ihm  eine  wahrhaft  gute,  wahrhaft
gemeinnützige  Wirksamkeit  sichert.  Deshalb  sollten  alle  Beteiligten
—  die  Regierung  wie  die  Aufsichtsbehörden,  die  Versicherungspraktiker ­
  wie  auch  unser  Wissenschafts  verein  —  die  Sorge  für  die