44  Manes,  Errichtung  einer  Zentralstelle  zur  Sammlung  aller  Materialien  usw.
Aber  auch  Kongresse  erfordern  reiche  Geldmittel,  und  da  der  nächste
Kongreß,  wie  Ihnen  allen  bekannt  ist,  1906  in  Berlin  stattfindet,  so
wäre  auch  hier  Gelegenheit,  wenn  das  Reich  durch  Bewilligung  von
Geldmitteln  der  Wissenschaft  seine  Unterstützung  liehe.
Schließlich  besteht  meine  Aufgabe  darin,  eine  Kommentierung
zu  den  Leitsätzen  zu  liefern,  die  in  Ihrer  aller  Hände  sind.  (S.  65ff.)
Die  Erörterung  dieser  Sätze  dürfte  ein  geeigneter  Anlaß  sein,
kurz  das  Ergebnis  der  fünf  Berichte,  welche  Ihnen  vorgetragen
worden  sind,  zusammenzufassen.
Wie  Sie  ja  schon  selbst  beobachten  konnten,  herrscht  unter
den  Herren  Referenten  Einigkeit  in  bezug  auf  die  wesentlichsten
Punkte  der  uns  hier  beschäftigenden  Frage.
Man  ist  einig  darüber,  daß  die  derzeitigen  Einrichtungen,  insbesondere ­
  die  staatlichen  Einrichtungen,  zur  Pflege  der  gesamten
Versicherungswissenschaft  in  Deutschland  im  allgemeinen  nicht  ausreichen. ­
  Die  Ansicht  der  Referenten  deckt  sich  hier  zweifelsohne
mit  der  Ansicht  der  Reichsverwaltung.  Denn  nur  aus  dem  Gefühl
der  Unzulänglichkeit  der  vorhandenen  Einrichtungen  heraus  ist  das
Schreiben  Seiner  Exzellenz  an  den  Verein  zu  erklären.  Aber  weiterhin ­
  herrscht  auch  Einigkeit  zwischen  den  Referenten  und  der  Reichsverwaltung ­
  in  dem  Wunsch  und  in  dem  Verlangen  nach  einer
Besserung  dieser  unzulänglichen  Verhältnisse.  (Art.  I.)
Ein  Widerspruch  hat  sich  auch  darin  nicht  geltend  gemacht,
daß  die  elementarsten  Grundbegriffe,  wenn  möglich  bereits  auf  den
Schulen  zum  Vortrag  gelangen  sollen.  Ich  zweifle  nicht  daran,
daß  auch  eine  Einigkeit  darin  besteht,  daß  die  niederen  kaufmännischen
Fortbildungsschulen  die  Pflege  des  Versicherungswesens,  das  sie
bisher,  soweit  ich  sehe,  überhaupt  nicht  beachten,  sich  angelegen
sein  lassen  sollten.  Freilich  wäre  zu  diesem  Zwecke  erforderlich,
daß  zuerst  die  Lehrer  der  kaufmännischen  Fortbildungsschulen  entsprechende ­
  Ausbildung  erhielten.
Eine  geeignete  Möglichkeit,  die  große  Masse  des  der  Schule
entwachsenen  Volkes  über  die  elementarsten  Dinge  des  Versicherungswesens ­
  zu  unterrichten,  bietet  die  Tagespresse.  Wenn  in  dieser,  insbesondere ­
  auch  in  den  kleineren  Blättern,  von  Sachverständigen  verfaßte ­
  objektive  volkstümliche  Aufsätze  wieder  und  immer  wieder
erscheinen  würden,  so  könnte  hierdurch  viel  für  die  Popularisierung
des  Versicherungsgedankens  erreicht  werden.  (Art.  II.)
Die  Mittel  und  Wege  zur  Besserung  sind,  wie  dargelegt  worden
ist,  keine  einheitlichen  für  die  verschiedenen  Zweige  der  Versicherungswissenschaft. ­
  Wenn  aber  auch  Meinungsverschiedenheiten  herrschen
darüber,  ob  dieses  oder  jenes  Fach  auf  die  Universität  gehört  oder
nicht,  so  herrscht  doch  wieder  Einigkeit  in  der  Auffassung  darin,
daß  alle  Zweige  auf  diejenigen  Anstalten  gehören,  welche  der  Fortbildung, ­
  sei  es  der  Kaufleute,  sei  es  der  Mediziner,  sei  es  der  Juristen
und  Verwaltungsbeamten,  dienen.  Daß  eine,  wenn  auch  nur  kurze
Beschäftigung  auf  Versicherungsanstalten,  insbesondere  für  Beamte,
die  bisher  dem  Versicherungswesen  fern  gestanden  haben,  höchst