Debatte.

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besten  Freunde  sind,  weil  die  von  neutraler  Seite  ausgehenden
Versuche,  das  Versicherungswesen  zu  popularisieren,  den  Anstalten
am  meisten  nützen.  Ich  glaube,  daO  das  ganz  sicher  feststeht.
Wenn  ich  eben  hervorgehoben  habe,  daß  vielleicht  das  Hauptgewicht ­
  —  und  das  klingt  auch  wieder  durch  die  Leitsätze  durch  —
auf  die  Vorlesungen  gelegt  werden  muß,  die  allgemein  bildend  sind
auf  dem  Gebiete  des  Versicherungswesens  und  die  allen  zugänglich
sind,  während  der  Besuch  der  Seminare  und  der  Übungen  nur
eben  denjenigen  Vorbehalten  bleibt,  die  sich  eine  spezielle  Ausbildung
erwerben  wollen,  so  ist  weiterhin  zu  sagen,  daß  man  vielleicht  der
Einrichtung  der  Fortbildungskurse  etwas  mehr  Augenmerk  zuwenden
wird;  denn,  um  noch  einmal  auf  die  Frage  zu  kommen,  für  wen
Versicherungswissenschaft  gelesen  werden  soll,  so  ist  die  Sache  doch
die:  wenn  auch  an  einer  großen  Anzahl  Universitäten  und  an
den  Handelshochschulen  versicherungstechnische  Fächer  vorgetragen
werden,  so  ist  es  immerhin  nur  eine  beschränkte  Anzahl  von  Leuten
aus  dem  Versicherungsfach,  die  von  dieser  Bildungsgelegenheit  Gebrauch ­
  machen  können.  Ich  nenne  Coin,  Frankfurt,  Berlin,  wo
eine  große  Anzahl  Versicherungsinstitute  besteht  und  der  ganze
Komplex  von  Vertretern  und  Agenten  in  Betracht  kommt.  Dort
werden  diese  Vorlesungen  vielleicht  verhältnismäßig  stark  von  Einheimischen ­
  besucht  werden.  Aber  Beamte  auswärtiger  Institute
werden  selten  kommen,  weil  sie  nicht  in  der  Lage  sind,  mehrere
Semester  hindurch  sich  beurlauben  zu  lassen.  Und  in  einer  kleinen
Universitätsstadt  können  Sie  Versichernngsvorträge  halten,  soviel
Sie  wollen,  da  kommen  keine  Leute  aus  der  Praxis,  sondern  nur
Studenten.  Da  wird  man  sich  fragen,  ob  sich  nicht  Kurse  von
kürzerer  Dauer  ein  richten  lassen,  welche  von  allen  Seiten  besucht
werden  können.  Die  Initiative  dazu  zu  ergreifen,  scheint  mir  unser
Verein  die  richtige  Stelle  zu  sein,  nicht  in  dem  Sinne,  daß  er  wieder
etwas  anderes  machen  will,  als  auf  den  Hochschulen  geschieht,  sondern ­
  er  könnte  dahin  wirken,  daß  in  Berlin,  Göttingen,  Frankfurt,
Cöln  usw.  Kurse  zur  Ausbildung  von  Versicherungsbeamten,  d.  h.
Kurse  von  verhältnismäßig  geringer  Dauer  eingerichtet  werden,
durch  welche  an  gestrebt  werden  soll,  daß  der  Fachmann  einen
Gesamtüberblick  über  das  Versicherungswesen  bekommt.  Der  Verein
müßte  solchen  Veranstaltungen  jedenfalls  seine  moralische  Unterstützung ­
  leihen.
Im  Zusammenhang  damit  möchte  ich  sagen,  daß,  wenn  die  allgemeinen ­
  Vorlesungen  gepflegt  werden  sollen,  dabei  auch  die  ersten
Elemente  der  Versicherungsmathematik  eine  gewisse  Berücksichtigung
erfahren  müssen.  Herr  Regierungsrat  Pietsch  hat  meines  Wissens
angeregt,  daß  für  Juristen,  für  Verwaltungsbeamte  usw.  elementare
Versicherungsmathematik  in  besonderen  Vorlesungen  behandelt  werden
soll.  M.  II.,  ich  wäre  dieser  Meinung  nicht,  sondern  ich  bin  der
Meinung,  daß  in  einem  Kolleg  über  allgemeine  Versicherungslehre
unbedingt,  wenn  von  Lebensversicherung  die  Rede  ist,  bereits  deren
technische  Grundlagen,  die  Art  der  Prämienberechnung  aus  den
Sterbetafeln  (ohne  Formeln)  erörtert  werden  müssen.  Der  Jurist