Vorwort.

Die  schon  alte  Bewegung  gegen  die  Konsumvereine  und  die  jüngere  gegen
die  Warenhäuser  befinden  sich  beide  augenblicklich  in  einem  außerordentlich
wichtigen  Stadium.  Es  wird  gekennzeichnet  durch  das  besonders  hohe  Maß  von
Interesse,  welches  alle  Schichten  des  Volkes  jeder  eine  der  beiden  Geschäftsformen
berührenden  Frage  entgegenbringen.
Das  hat  sich  erst  in  den  letzten  Wochen  wieder  so  recht  deutlich  beim
Bekanntwerden  des  Erlasses  gezeigt,  in  welchem  Exzellenz  v.  Budde  den  Preußischen ­
  Eisenbahndirektionen  seine  Ansicht  über  die  volkswirtschaftlich  wünschenswerteste ­
  praktische  Stellungnahme  der  Beamten  seines  Ressorts  zu  den  Geschäften
des  gewerblichen  Mittelstandes  zum  Ausdruck  gebracht  hatte.  Denn  obwohl  sich
die  Verfügung  doch  nur  auf  einen  ganz  bestimmten  Beamtenkreis  bezieht,  gibt
es  wohl  keine  Zeitung,  die  sich  nicht  zu  ihr  geäußert  hätte,  und  für  zahllose  Privatgespräche ­
  hat  sie  den  ausgiebigsten  Unterhaltungsstoff  geboten.
Dieses  allgemeine  Interesse  an  Konsumvereins-  und  Warenhausfragen
kann  allen,  denen  eine  Heilung  der  durch  beide  Warenvermittelungsformen  eingeleiteten ­
  und  bereits  zu  einem  großen  Umfang  gediehenen  Schäden  am  Herzen
liegt,  nur  willkommen  sein.  Denn  allein  im  Lichtbade  vollster  Öffentlichkeit  ist
solche  Heilung  möglich.  Daher  müssen  sowohl  die  Freunde  des  gewerblichen
Mittelstandes  als  auch  die  Mittelstandsangehörigen  selbst  alles  tun,  das  Interesse
nicht  nur  wach  zu  erhalten,  sondern  sie  müssen  auch  in  Benutzung  seiner  Existenz
durch  Wort  und  Schrift  den  lauen  Freunden  und  heftigen  Feinden  des  gewerblichen ­
  Mittelstandes  auf  das  entschiedenste  entgegentreten,  damit  deren  Versuchen,
eine  Verdunkelung  der  natürlichen  Lehre  von  der  wirtschaftlichen  Interessengemeinschaft ­
  aller  Stände  eines  Volkes  herbeizuführen,  ein  schleuniges  Ende
bereitet  wird.
Leider  geschieht  das  namentlich  von  den  Angehörigen  des  gewerblichen
Mittelstandes  noch  viel  zu  wenig.  Man  kann  öffentlichen  Versammlungen,  in
denen  die  betreffenden  Fragen  behandelt  werden,  zehnmal  beiwohnen,  ehe  man
einmal  sieht,  daß  ein  Kaufmann  oder  Handwerker  für  seine  bedrohte  Existenz  das
Wort  ergreift.  Wo  das  geschieht,  ist  es  nur  eine  rühmliche  Ausnahme.  Im  all-