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Bedacht  darauf  genommen,  daß  sie  mehr  heilen  als  verwunden,  keine  wird  bei
vernünftigen  Menschen  einen  Stachel  der  Verbitterung  zurücklassen,  denn  ich
weiß  wohl,  daß  man  wirtschaftlich  entfremdete  Stände  eher  zusammenbittet
als  zusammenzankt.
Scheue  niemand  die  nicht  unerhebliche  Arbeit,  welche  damit  verbunden  ist,
sich  mit  der  Führung  der  Waffen  vertraut  zu  machen.  Es  ist  ein  Aberglaube,  sich
einzubilden,  daß  eine  gerechte  Sache  die  richtigen  Gedanken  und  Worte  in  den
Versammlungen  selbst  ihren  Vertretern  eingeben  müßte.  Dazu  spielen  sich  alle
Vorgänge  zu  schnell  ab,  und  es  ist  oft  sehr  schwer  einen  geschickt  vorgetragenen
Scheingrund  so  zu  beleuchten,  daß  seine  Unrichtigkeit  scharf  hervortritt.  Viel
besser  ist  es,  man  geht  wohlvorbereitet  in  eine  gegnerische
Versammlung»  Das  wird  aber  jeder  tun,  wenn  er  sich  den  Inhalt  der
Schußwaffen  zu  eigen  gemacht  hat;  denn  ich  glaube  nicht,  daß  mir  viele  Punkte
entgangen  sind,  welche  die  Klopffechter  für  die  Interessen  der  Konsumvereine  und
Warenhäuser  für  ihre  Auftraggeber  anzuführen  pflegen.  Ich  habe  viele  von
ihnen  bis  zu  2 1 / 2  Stunden  reden  hören,  und  es  war  fast  immer  derselbe  Inhalt,
der  aufgetischt  wurde,  auch  wenn  sogenannte  Größen  angesagt  waren.  Freilich
waren  die  meisten  Redner  sozialdemokratische  Reichstagsabgeordnete.  Für  sie
bildet  das  Gebiet  jetzt  die  ergiebigste  Einnahmequelle.  Die  Konsumvereine  bezahlen ­
  ihre  Herolde  gut,  und  da  durchqueren  namentlich  die  Genossen  zweiter  und
dritter  Ordnung,  welche  im  Reichstag  nur  rednerische  Lückenbüßer  sind  und  bloß
bei  Abstimmungen  gebraucht  werden,  auf  einträglichen  Reisen  das  Land  und
erhalten  nebenbei  ihre  Lungen  bei  guter  Kraft.  Aber  selbst  eine  „Wissenschaftliche
  Größe",  welche  ich  gehört  habe,  ein  Doktor  der  Staatswissenschaften,  hat
auch  nichts  weiter  vorgebracht  als  die  sozialdemokratischen  Praktiker.  Ich  vermute ­
  also,  daß  man  nichts  anderes  zu  sagen  weiß.  Etwas  Richtiges  kann  es  jedenfalls ­
  nicht  sein.  Es  könnte  sich  höchstens  um  die  Einführung  des  einen  oder
anderen  Versammlungstricks  handeln,  wie  sie  in  einem  in  Eisenach  gegen  mich
verbreiteten  Flugblatt  angegeben  waren,  daß  der  Vorsitzende  dem  unbequemen
Redner  das  Wort  entziehen  sollte,  oder  daß  bestimmte  Punkte,  wie  z.  B.  die
Haupttatsache  von  der  sozialdemokratischen  Tendenz  der  Konsumvereinsbestrebungen,
  einer  Erörterung  nicht  unterzogen  werden  dürsten  usw.  Solchen  Vergewaltigungen
  ist  dadurch  vorzubeugen,  daß  stets  möglichst  viele  Angehörige  des
gewerblichen  Mittelstandes  zur  Stelle  sind.  Der  Redner  muß  unbedingt  in  der
Versammlung  genügende  Gesinnungsgenossen  besitzen,  welche  den  sozialdemokratischen ­
  Freunden  der  Herren  Reichstagsabgeordneten  das  Gegengewicht  halten
und  bei  einer  Bureauwahl  auf  einer  Vertretung  im  Bureau  bestehen.
Wird  überall  nach  diesem  Rat  gehandelt,  so  dürften  die  öffentlichen  Werbeversammlungen ­
  der  Konsunwereine  bald  eingestellt  werden  und  man  könnte  umgekehrt ­
  zu  aufklärenden  Versammlungen  über  die  Schäden  der  Konsumvereine