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in  solcher  Ausdehnung  und  in  solcher  Losgelöstheit  von  den  Denkgesetzen  der
praktischen  Vernunft  bisher  immer  nur  als  eine  Eigenschaft  der  strenggläubigen
Bekenner  des  Korans  beobachtet  worden  ist.  Die  Tatsache  als  solche  steht  für
ganz  Deutschland  fest  und  stellt  ein  bedeutsames  psychopolitisches  Problem  dar,
dessen  Lösung  auf  alle  Fälle  erstrebt  werden  muß;  denn  die  gegenwärtige  Teilnahmlosigkeit ­
  so  vieler  in  das  wirtschaftliche  Nichts  versinkenden  Gewerbetreibenden ­
  bei  den  zu  ihrer  eigenen  Rettung  unternommenen  Schritten  hat
etwas  Beängstigendes  und  schließt  große  Gefahren  in  sich  ein.
Es  sind  überall  nur  unglaublich  wenige  und,  abgesehen  von  einigen  bewunderungswürdigen ­
  Veteranen,  meist  nur  jüngere  Herren,  welche  eine  erfreuliche ­
  Energie  des  Handelns  an  den  Tag  legen.  Die  meisten  Angehörigen
des  gewerblichen  Mittelstandes  erscheinen  von  einer  unverständlichen  inneren
Zwiespältigkeit  gelähmt,  unter  welcher  gerade  die  eifrigen,  tätigen  Elemente
schwer  zu  leiden  haben.  Vielleicht  finden  sie  im  folgenden  die  Aufklärung  über
die  Gründe  der  Schwierigkeit,  welche  sie  mit  dem  Aufrütteln  ihrer  Kollegen  haben,
und  können  damit  neue  Angriffspunkte  gewinnen  für  das  Einsetzen  der  Hebel
behufs  einer  besseren  Wirkung  bei  ihrer  mühseligen  Arbeit,  sich  und  den  anderen
zu  helfen.  Ich  bitte  sie  deshalb,  meinem  Gedankengang  über  die  allmähliche
Entstehung  der  Teilnahmlosigkeit  so  vieler  Gewerbetreibenden  bei  den  Bemühungen ­
  für  ihre  eigene  Rettung  aufmerksam  zu  folgen.
§  4.
Der  weitaus  größte  Teil  der  in  Frage  kommenden  Gewerbetreibenden  hat
seine  Geschäfte  übernommen,  als  die  heutigen  Geschäftsschädiger  noch  nicht  für  vieler
sie  existierten.  Sie  hatten  allen  Grund  anzunehmen,  daß  sie  in  den  damaligen
Wirtschaftsverhältnissen  vorwärts  kommen  könnten.  Da  war  ihre  Brust  mit
Hoffnung  erfüllt.  Das  Bewußtsein  der  eigenen  Kraft  verlieh  ihnen  das  wohlige
Gefühl  der  Sicherheit  eines  Erfolges,  das  zwar  noch  schöner  ist  als  die  Freude
am  Erfolg  selbst,  diesen  aber  keineswegs  gewährleistet  und  nur  gar  zu  leicht  die
Bedeutung  der  außerhalb  der  eigenen  Person  liegenden  und  etwa  im  Entstehen
begriffenen  Faktoren  unterschätzen  läßt.
Für  solche  Männer  hatte  die  liberale  Lehre  von  dem  freien  Spiel  der
Kräfte  fraglos  etwas  sehr  Verlockendes.  Sic  bot  auch  den  weniger  klar  Sehenden
und  nur  in  den  dunkleren  Regionen  der  Gefühle  Tastenden  von  berühmten
Männern  vorgedacht  in  einer  bequemen  Formel,  was  sie  jede  Faser  ihres
Inneren  als  erwünschteste  Wahrheit  festhalten  hieß,  nämlich  die  Verheißung
einer  glücklichen  Zukunft  als  notwendige  Folge  der  eigenen  Tüchtigkeit.  Daher
kein  Wunder,  daß  Männer,  welche  in  jedem  Augenblick  auf  den  Konkurrenzkampf
angewiesen  waren,  hier  an  die  richtige  Adresse  gekommen  zu  sein  glaubten.