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helfen,  diese  aus  der  Reihe  der  auf  Selbsthilfe  beruhenden  Genossenschaften  zu
streichen.
Was  wirklich  allgemein  nützliche,  auf  Selbsthilfe  beruhende  Genossenschaften
sind,  wird  einem  sofort  klar,  wenn  man  an  Molkereien  und  Häuteverwertungsgenossenschaften ­
  denkt.  Hier  erfolgt  durch  gemeinschaftliches  Bearbeiten  von  gleichartigen ­
  Stoffen  eine  bedeutende  Wertsteigerung  der  Produkte.  Auf  diese  Weise
wird  nicht  nur  der  Wohlstand  von  einzelnen  gehoben,  sondern  auch  der  Nationalreichtum ­
  wird  gefördert,  niemand  wird  geschädigt.  Also  der  Grundgedanke  der
Genossenschaft  ist  ein  sehr  guter,  nur  muß  man  ihn  nicht  falsch  anwenden.  —,
Nach  diesen  Darlegungen  mag  Herr  Staudinger  selbst  entscheiden,  ob  ich  versucht
habe,  die  nötige  Einsicht  bei  der  Beurteilung  genossenschaftlicher  Dinge  zu  erwerben,
  wie  er  mich  höhnisch  fragt.  Ich  glaube  doch,  daß  ich  tiefer  in  das  Verständnis ­
  des  Genossenschaftswesens  eingedrungen  bin  als  er.  Er  hat  einfach  vor
der  Firma  Halt  gemacht,  meint  Genossenschaft  ist  Geirossenschaft  und  verzichtet  auf
selbständiges  Durchdenken  des  Grundbegriffs.
§21
Der  @taubtnger=  Eine  Scheu  vor  der  Berührung  mit  den  Fundamenten  einer  Sache  scheint
Kapirals.  mir  überhaupt  zu  den  Wesenseigenschaften  meines  verehrten  Kritikers  und  scharfsinnigsten ­
  Vertreters  der  Genossenschaftsidee  zu  gehören.  Sie  zeigt  sich  auch  bei
seiner  nun  folgenden  Definition  des  Begriffs  „Kapital".
Obwohl  er  nämlich  mit  mir  darin  einig  ist,  daß  die  brutale  Anwendung
des  Großkapitals  fiir  viele  Schäden  im  Staate  Germania  verantwortlich
ist,  vermißt  er  eine  Definition  meinerseits  von  dem,  was  ich  unter  Kapital
verstanden  wissen  wollte.  Es  sei  solche  Definition  nötig,  weil  fast  jeder  heute
etwas  anderes  darunter  verstünde.  Er  selbst  sagt  für  sich:
„Kapital  ist  ein  Vermögen  oder  Gut  nicht  an  sich,  sondern  nur  sofern
es  sich  im  heutigen  Wirtschaftsgetriebe  durch  fremde  nicht  durch  eigene  Arbeit
mehrt,  indem  es  den  Ertrag  der  Arbeit  oder  das  Gut  des  Minderbesitzenden
in  die  Taschen  des  Vielbesitzenden  destillieren  kann."
Mit  dieser  Definition  des  Kapitals  unter  Zuhilfenahme  des  stimmungsvollen
  Bildes  einer  Destille  dürfte  wohl  Herr  Staudinger  ebenso  isoliert  dastehen
wie  als  politischer  Parteimann.
Erstens  ist  es  eine  unerhörte  Beschränkung  in  der  Definition  eines  Begriffs, ­
  wenn  man  diese  nur  für  eine  kurze  Spanne  Zeit  bemißt.  Herr  Staudinger
faßt  nur  die  heutigen  Wirtschaftsgetriebe  ins  Auge.  Und  dann  macht  er  das
Wesen  einer  Sache  von  dem  relativen  Besitzverhältnis  abhängig,  in  dem  zwei
wirtschaftlich  miteinander  Ringende  zueinander  stehen.  Nur  der  Mehrbesitzende
hat  „Kapital"  im  Staudingerschen  Sinne.  Das  ist  sehr  komisch.