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Städte,  die  im  Hinblick  auf  die  höheren  Erträgnisse  von  Läden  im  Erdgeschosse
Läden  einzurichten  pflegen.  Jeder  solche  neu  hergestellte  Ladenraum  wirkt  wie
eine  Aufforderung,  in  diesem  Raume  ein  Handelsgeschäft  zu  beginnen  .  .  .
Mir  steht  der  ganze  Erlaß  des  Sächsischen  Ministerpräsidenten  nicht  zur
Verfügung.  Ich  weiß  also  nicht,  ob  der  Herr  Ministerpräsident  nicht  an  anderen
Stellen  Dinge  sagt,  die  gegen  Herrn  Staudinger  sprechen,  aber  ich  denke,  daß  ich
auch  aus  eigener  Kraft  die  in  diesem  Bruchstück  sich  wahrscheinlich  schief  darstellenden
  und  deshalb  so  dargebotenen  Ansichten  des  Erlasses  über  die  Selbstschuld
  des  Handels  an  seiner  Notlage  widerlegen  kann.
Daß  der  Kleinhandel  das  große  Sammelbecken  geworden  ist,  daran  sind
mitnichten  die  in  ihm  beschäftigten  gelernten  Kaufleute  schuld,  sondern  die
liberalen  Heißsporne,  welche  alle  Schutzschranken  der  einzelnen  Stände  durch  die
absolute  Gewerbefreiheit  niedergerissen  haben.  Seit  jener  liberalen  Ära  ist  es
erst  an  der  Tagesordnung,  daß  sich  alle  möglichen  ungelernten  Personen  als
Händler  etablieren  und  zum  Schaden  des  ehrbaren  Kaufmanns  ihr  Unwesen
treiben.  Die  schlimm  st  en  von  allen  sind  die  mei  st  auch  ungelernten ­
  Vorstände  und  Lagerhalter  der  Konsumvereine!
Sie  treten  rudelweise  auf,  und  es  macht  auch  das  Zitieren  des  Metzschen  Erlasses
der  Logik  des  Herrn  Staudinger  wieder  keine  Ehre,  indem  er  das  Bestehen  der
Konsunwereine  damit  zu  rechtfertigen  sucht,  daß  er  einen  tadelnden  Hinweis  des
Sächsischen  Ministerpräsidenten  auf  den  Zufluß  der  ungelernten  Elemente  in  den
Kaufmannsstand  anführt  und  gar  nicht  fühlt,  daß  dieser  Vorwurf  erst  recht  die
mit  Maurer-,  Schneider-,  Ziegeldeckerleitungen  begnadeten  Konsumvereine  selbst
trifft.  Es  ist  vielmehr  so  zu  folgern:  Weil  der  Kaufmannsstand  schon  so  wie  so
von  einzelnen  Pfuschern  zu  leiden  hat,  deshalb  ist  die  Oberpfuscherei  von  Konsum-Vereinen
  eine  tausendfach  gefährliche  und  ganz  zu  verbieten.  Ist  es  nicht  auch
eigentiimlich,  daß  jedem  Beamten  einzeln  und  für  seine
Familienangehörigen  verboten  ist,  kaufmännische  Geschäfte ­
  zu  betreiben,  aber  zu  Tausenden  zusammengeschlossendürfensiees?
  Wo  bleibt  da  der  gesunde  Mens  chenverstand?
  Diesen  Gesichtspunkt  empfehle  ich  bei  der  Beurteilung  der  Waren-Häuser
  für  deutsche  Beamte  und  für  die  deutsche  Armee  und  Marine.
Nichtig  ist  dagegen,  daß  die  häusige  Einrichtung  von  Läden  in  Neubauten
unverkennbar  eine  nicht  wirkungslose  stumme  Aufforderung  zum  Beginn  manches
neuen  Geschäftes  ist.  Wie  das  aber  die  Konsumvereine  von  dem  Vorwurf  des
ruinösen  Treibens  entlasten  soll,  ist  unverständlich.  Denn  durch  den  Hinweis  auf
den  groben  Unfug  eines  anderen  wird  ein  Unfug  von  mir  nicht  ungeschehen  oder
in  das  Gegenteil  verwandelt.  Außerdem  sind  die  hinter  den  Konsumvereinen  im
allgemeinen  und  hinter  den  Staudingerschen  im  besonderen  stehenden  Sozialdemo-