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Ganz  ähnlich  steht  es  mit  dem  Vorteil,  den  die  angeblich  armen  Beamten
von  den  Konsumvereinen  haben.  Die  aus  ihren  Läden  und  Kontoren  verdrängten
Kaufleute  werden  die  schärfsten  Konkurrenten  in  vielen  Berufen.  Meist  gewandt
im  persönlichen  Auftreten  und  mit  der  Feder  werden  sie  leicht  bei  Stellenbewerbungen ­
  und  aus  Mitleid  überall  da  den  Vorrang  gewinnen,  wo  nicht  eine
ganz  bestimmte  Vorbildung  vorgeschrieben  ist,  also  namentlich  im  Privatdienst  und
in  vielen  städtischen  Posten.  Für  die  mittleren  und  höheren  Staatsstellungen
kommen  namentlich  die  Kinder  der  schwer  bedrängten  Kaufleute  in  Betracht.  Sie,
die  früher  die  Geschäfte  ihrer  Eltern  übernahmen,  sind  nun  auf  das  Einschlagen
einer  Beamtenlaufbahn  angewiesen.  Damit  ist  eine  bedeutende  Vergrößerung  der
Konkurrenz  um  alle  Anstellungen  eingetreten.  Wenn  daher  Beamtenväter  klagen,
daß  ihre  Söhne  jetzt  so  lange  auf  Anstellung  warten  müssen,  so  mögen  sie  sich
bei  ihren  Frauen  Trost  holen,  welche  durch  ihre  kurzsichtige  Bevorzugung  der
Konsumvereine  und  Warenhäuser  ihren  Sprößlingen  die  unerwünschte  Konkurrenz
selbst  geschaffen  haben.
Ich  bezweifle,  ob  die  50  Mk.  Dividende,  welche  die  Frau  Mama  jährlich
aus  dem  Konsumverein  erhält  und  sicher,  wenn  irgend  möglich  in  ein  Warenhaus
trägt,  denn  die  Konsumschwestern  sind  die  sichersten  Kunden  der  Warenhäuser,
gleich  und  gleich  gesellt  sich  ja  auch  gern,  ich  bezweifle,  sage  ich,  ob  die  50  Mk.
jährliche  Dividende  der  Frau  Mama  den  Herrn  Papa  über  die  mehr  aufzuwendenden
  Unterhaltungskosten  in  der  gegen  früher  viel  längeren  Wartezeit  des
neugebackenen  Assessors  hinwegtrösten  wird.
Für  Handwerker,  welche  in  einem  Konsunwerein  sind,  verfüge  ich  zu  meinem
Bedauern  über  keinen  parlamentarischen  Ausdruck.  Deshalb  frage  ich  hier  nur:
Sehen  denn  die  Schlosser  nicht,  daß  vor  100  Türen  mehr  Schlösser  gehören  als
vor  10,  und  daß  100  wohlgefüllte  Kassen  besser  verschlossen  zu  werden  pflegen
als  100  leere?
Kann  sich  denn  nicht  jeder  Schneider  sagen,  daß  100  Kaufleute,  welche  sich
dem  Publikum  anständig  präsentieren  müssen,  bessere  Kunden  sind  als  10  Lagerhalter, ­
  welche  sich  in  den  meist  versteckt  angelegten  Verkaufsbuden  der  Konsum-Vereine
  herumtreiben?
Der  auf  ein  glattes  Kinn,  einen  wohl  zugestutzten  Schnurrbart  und  eine
elegante  Frisur  seit  Jahrhunderten  haltende  jüngere  Teil  der  mit  dem  Publikum
verkehrenden  Kaufmannschaft  dürfte  den  Barbieren  und  Friseuren  doch  außerordentlich ­
  fehlen,  wenn  die  wenigen  den  Konsumvereinen  noch  trotzenden  Geschäfte
zu  weiblicher  Bedienung  oder  zum  Altenherrenbetrieb  übergingen.
Doch  wozu  soll  ich  weitere  Berufszweige  anführen,  da  sich  jeder  Handwerker
die  Einzelheiten  selbst  am  besten  sagen  kann.  Mir  gleicht  ein  Handwerker,  welcher